image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
Ausgezeichnete
sächsische Projekte
Innovationspreis
Weiterbildung
des Freistaates Sachsen
LANDESAMT FÜR
SCHULE UND BILDUNG
20 Jahre Innovationspreis Weiterbildung | 2002 – 2021

Inhalt
3 Einführung
6
Preisträger 2002 – 2021
6
Beruf und Arbeitswelt
46
Kultur und Interkulturalität
74
Medien und Technik
104
Naturwissenschaft und Ökologie
114
Politik und Weltanschauung
138
Soziales und Gesundheit
182 Register und Karte

image
image
| 3
Grußwort
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Leserin, lieber Leser,
gute Bildung ist in jeder Lebensphase unverzichtbar. Sie ist Vor-
aussetzung, den stetigen Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft
erfolgreich zu gestalten.
Unsere Lebens- und Arbeitswelt wird internationaler und digitaler.
Aufgrund vielfältiger Innovationen vollziehen sich die Verände-
rungen rasant. Wir müssen das Arbeitsleben im 21. Jahrhundert –
teils ganze Berufsbilder – neu denken und die Menschen auf diesem Weg begleiten und
erstklassig qualifizieren. Auch unsere Gesellschaft wandelt sich, wird heterogener,
mobiler und digitaler. Der gesellschaftliche Zusammenhalt erfordert deshalb mehr
denn je auch Medienkompetenz, interkulturelles Verständnis und Toleranz. Lebenslanges
Lernen ist daher sowohl aus sozialen wie auch ökonomischen Gründen für den Einzelnen
wie für die Gesellschaft enorm wichtig.
Weiterbildung muss mit den gesellschaftlichen und berufsspezifischen Herausforde-
rungen Schritt halten. Die Bildungsträger der vielfältigen Weiterbildungslandschaft in
Sachsen sind dafür gut aufgestellt – davon zeugt nicht nur dieser Jubiläumskatalog.
Seit 20 Jahren würdigt der Freistaat Sachsen jährlich herausragende innovative
Projekte der Erwachsenbildung mit einem hoch dotierten Preis. Das ist deutschland-
weit herausragend.
Mit Kreativität und innovativen Formaten bieten Bildungsträger eine Fülle von Angeboten
in vielfältigen Themengebieten. Zukünftig muss der Zugang zur Weiterbildung für alle
Menschen noch einfacher werden, damit auch diejenigen angesprochen werden, die
diese Bildungsangebote bisher noch zu wenig erreicht haben: Alleinerziehende, Gering-
qualifizierte, ältere Menschen und Beschäftigte mit Migrationshintergrund. Die Möglich-
keiten der Digitalisierung können, das zeigen zahlreiche der ausgezeichneten Projekte,
als Türöffner fungieren.
Allen, die sich für Weiterbildung – oft auch im Ehrenamt – engagieren, meinen herzlichen
Dank. Indem sie Menschen unterstützen, sich zu entwickeln und teilzuhaben, stärken sie
den Zusammenhalt in unserer Gemeinschaft. Weiterbildung sichert die Beschäftigung
unserer Bürgerinnen und Bürger und die Leistungsfähigkeit unseres Freistaates.
Christian Piwarz
Sächsischer Staatsminister für Kultus
Einführung
© Roland Bonss

image
4 |
© unsplash.com | Hannah Busing

image
image
image
| 5
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Leserin, lieber Leser,
der Innovationspreis Weiterbildung unseres Freistaates Sachsen
wird seit 2002 für herausragende Innovationen in der allgemeinen,
beruflichen, wissenschaftlichen, politischen und kulturellen Weiter-
bildung vergeben. Das Landesamt für Schule und Bildung ist mit
der Planung und Durchführung des gesamten Wettbewerbes
durch das Sächsische Staatsministerium für Kultus betraut.
Der vorliegende Katalog zum 20jährigen Jubiläum des Weiter-
bildungspreises soll Ihnen einen intensiven Einblick in die innovative und kreative Arbeit
unserer sächsischen Weiterbildungsträger ermöglichen. Dazu werden alle Preisträger-
projekte der letzten 20 Jahre im Hauptteil des vorliegenden Kataloges in chronologischer
Reihenfolge vorgestellt.
Die Aufstellung gliedert sich in sechs Themenbereiche: Beruf und Arbeitswelt, Kultur und
Interkulturalität, Medien und Technik, Naturwissenschaft und Ökologie, Politik und Welt-
anschauung, Soziales und Gesundheit. Diese Unterteilung generierte die Jury, um eine
Systematisierung der vielen unterschiedlichen Projekte zu bewirken. Die kurzen Statements
vor jedem Themenbereich verdeutlichen das persönliche wie berufliche Engagement
der ehrenamtlich tätigen Jurymitglieder in diesen Kategorien.
Abgerundet wird die Projektdarstellung durch eine Karte, die alle 82 Preisträger der
letzten 20 Jahre in Sachsen verortet. Diese Übersicht wird künftig online fortgeführt
und ist auf
www.weiterbildung.sachsen.de/innovationspreis
als interaktive Karte
abrufbar.
Ich lade Sie herzlich ein, im vorliegenden Katalog zu stöbern. Lassen Sie sich von den
innovativen Projekten unserer Weiterbildungsträger inspirieren. Und sollten Sie gerade
an einem neuen Thema in der Weiterbildung arbeiten, dann haben Sie den Mut, sich
im kommenden Jahr für den Innovationspreis Weiterbildung zu bewerben. Sie leisten
dadurch einen wichtigen Beitrag zur Vielfalt unserer Weiterbildungslandschaft in
Sachsen. Die Höhe des Preisgeldes für diesen Wettbewerb ist in Deutschland einzigartig
und kann den Transfer ihres Projektes in die Öffentlichkeit zusätzlich fördern. Das Referat
»Weiterbildung« des Landesamtes berät Sie gern zur Teilnahme am Wettbewerb.
Ralf Berger
Präsident
Vorwort
Einführung
© LaSuB

image
6 |
© unsplash.com | Dylan Gillis

image
Preisträger der Kategorie:
Beruf und Arbeitswelt
In dieser Kategorie wurden in den vergangenen Jahren
großartige Konzepte für zentrale Themen der Weiterbildung
im beruflichen Kontext ausgezeichnet: Von der Berufsorientierung
über die Fachkräftequalifizierung bis hin zur Entwicklung von
Führungskräften.
Robert Helbig | Sächsischer Volkshochschulverband e. V.
Geschäftsführer
Innovation heißt zu sehen, was alle anderen sehen,
aber zu denken, was noch keiner gedacht hat.
(Albert Szent-Györgyi)
Gabriele Auwärter | Bundesagentur für Arbeit
Regionaldirektion Sachsen, Bereich Arbeitsmarkt
Es gibt nur eins, was einem Unternehmen teurer kommt als
die berufliche Weiterbildung seiner Mitarbeiter, keine berufliche
Weiterbildung. (frei nach J. F. Kennedy)
Reinhard Langer | Verband Sächsischer
Bildungsinstitute e. V.
Hauptgeschäftsstelle
Weiterbildungen, die Menschen dazu anregen,
weiterzukommen und sich vielleicht auch ganz neuen
beruflichen Aufgaben zu widmen. Das braucht es in Zukunft,
nicht zuletzt vor Hintergrund des Fachkräftemangels und des
demografischen Wandels.
Andrea Gaede | Landesverband Soziokultur Sachsen e. V.
stv. Geschäftsführerin und Grundsatzreferentin
Berufliche Weiterbildung ist der Schlüssel der
zukünftigen Entwicklung unseres Landes. Wir werden
weniger und wir werden älter. Lebenslanges Lernen wird daher
für uns existenziell, um die Herausforderungen der Zukunft
erfolgreich zu bewältigen.
Prof. Gerald Svarovsky (Juryvorsitz)
Repräsentant der ESO Education Group
Bereich Bildung und Arbeitsmarkt

image
image
8 |
Zielgruppe
Menschen mit Behinderung in
Werkstätten für Menschen mit
Behinderung (WfbM)
Projektziele
Anerkennung beruflicher Bildung
für Menschen mit Behinderung
durch die zuständigen Stellen nach
Berufsbildungsgesetz
Erarbeitung standardisierter Lern-
inhalte, die auf Inhalten anerkannter
Ausbildungsberufe aufbauen
Etablierung einer nachhaltigen
Struktur für die Koordinierung
und Qualitätssicherung beruf licher
Bildung und Qualifizierung nach
PRAXISBAUSTEIN
Kontakt
Fachstelle PRAXISBAUSTEIN
Diakonische Akademie für
Fort- und Weiterbildung e. V.
Beate Seichter und Stefan Rau
Bahnhofstraße 9
01468 Moritzburg
Tel. 035207 84356
s.rau@diakademie.de
info@praxisbaustein.de
www.praxisbaustein.de
Unsere Vision
Alle Menschen mit Behinderung,
die bisher als nicht ausbildungsfähig
gelten, erhalten mit dem Verfahren
PRAXIS-BAUSTEIN einen Zugang zu
einer anerkannten und standardisierten
beruflichen Bildung und Qualifizierung.
Darüber hinaus haben sie die Anschluss-
möglichkeit an das allgemeine berufliche
Bildungssystem. Offiziell anerkannte
Teilqualifi
ka
tionen,
ermöglichen
Menschen
mit Behinderung den Zugang zum
ersten Arbeitsmarkt oder zu qua lifi-
zierten Arbeitsplätzen in WfbM.
»PRAXISBAUSTEIN –
Berufliche Qualifizierung in WfbM«
Anerkannte, standardisierte berufliche Bildung und Qualifizierung für Menschen
mit Behinderung in sächsischen Werkstätten für Menschen mit Behinderung
1. Preis 2021
Diakonisches Werk der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens e. V., Radebeul

image
| 9
Beruf und Arbeitswelt
Das Projekt PRAXISBAUSTEIN der Liga der freien Wohlfahrtspflege Sachsen in Koope-
ration mit der LAG WfbM Sachsen, geht auf eine Idee der Diakonie Sachsen zurück. Im
Zuge des Inkrafttretens des HEGA-Fachkonzeptes für den Berufsbildungsbereich in Werk-
stätten für Menschen mit Behinderung (WfbM) der Bundesagentur für Arbeit wurden in
verschiedenen aufeinander aufbauenden Projekten und gemeinsam mit den Fachkräften
aus den WfbM seit 2014 standardisierte und zertifizierbare Lerninhalte für Menschen
mit Behinderung in WfbM entwickelt.
PRAXISBAUSTEIN dient der Konkretisierung von beruflichen Qualifizierungsprozessen
in Orientierung an gültige Ausbildungsrahmenpläne entsprechender Ausbildungsberufe.
Dabei bezieht sich PRAXISBAUSTEIN auf inhaltlich konkrete praktische Tätigkeiten
der zu grundeliegenden Ausbildungsberufe. Die Vermittlungsstruktur wurde so konzi-
piert, dass der individuelle Unterstützungsbedarf der Teilnehmer*innen berücksichtigt
werden kann.
Das Verfahren PRAXISBAUSTEIN ist durch eine schriftliche Vereinbarung durch die zu-
ständigen Stellen nach Berufsbildungsgesetz (BBiG) in Sachsen (Handwerkskammern,
Industrie- und Handelskammern, Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie)
anerkannt. Werkstätten, die das Verfahren im Berufsbildungsbereich anbieten erhalten
eine zusätzliche Vergütung durch die Bundesagentur für Arbeit / Regionaldirektion
Sachsen.
Mit dem Verfahren PRAXISBAUSTEIN erhalten Menschen mit Behinderung in den
Berufsbildungsbereichen in WfbM nicht nur den Zugang zu einer standardisierten
beruflichen Bildung, sondern nach erfolgreicher Leistungsfeststellung, einen von den
zuständigen Stellen nach Berufsbildungsgesetz anerkannten Abschluss (Zertifikat).
Die Leistungsfeststellung erfolgt zum Ende der Qualifizierung. Die Kriterien zur
Durchführung wurden gemeinsam mit Fachkräften aus den Werkstätten erarbeitet
und mit den zuständigen Stellen nach BBiG abgestimmt.
Bisher wurden 100 Praxisbausteine in 13 Praxisfeldern (wie beispielsweise: Wäscherei,
Montage, Holzbearbeitung, Reinigung, Küche und Service oder Mediengestaltung)
erarbeitet.
In Sachsen sind bisher 33 Werkstätten für die Anwendung von PRAXISBAUSTEIN zu-
gelassen. Bis zum 31.05.2021 wurden 407 Zertifikate in verschiedenen Praxisfeldern
ausgestellt.
Das Projekt PRAXISBAUSTEIN endete zum 31.05.2021 und wurde vom Sächsichen
Ministerium für Soziales und gesellschaftlichen Zusammenhalt über die Richtlinie
Teilhabe gefördert.
Für die Sicherstellung der Qualität und der weiteren Anwendung von PRAXISBAUSTEIN
wurde das Projekt mit der Etablierung der Fachstelle PRAXISBAUSTEIN bei der DIAkademie
Moritzburg zum 01.06.2021 verstetigt. Darüber hinaus sollen zukünftig folgende Auf-
gaben wahrgenommen werden: Bildungsinhalte anpassen, Praxisfelder entsprechend
der Bedarfe erweitern und zur Verfügung stellen sowie digitale Bildungsformate
entwickeln.
Für die politische Ausrichtung und Unterstützung der Fachstelle haben die Liga der
freien Wohlfahrtspflege, die LAG WfbM sowie die DIAkademie (Fachstelle PRAXIS-
BAUSTEIN) eine Kooperationsvereinbarung geschlossen. Die zuständigen Stellen nach
BBiG sind weiterhin Mitglieder des Beirates, der über die Projektlaufzeit hinaus seine
Arbeit fortführen wird.

image
image
10 |
Zielgruppe
Akteur*innen an Bildungseinrichtun-
gen, insbesondere an der Hochschule
Teilnehmende an inklusions-
orientierten Aus-, Fort- und
Weiterbildungsangeboten
Fach- und Führungskräfte
Stadtverwaltung, Behörden und
Kultureinrichtungen
Projektziele
Die persönliche Expertise und erwor-
benes Wissen werden in der Qualifizierung
professionalisiert, sodass die Bildungs-
und Inklusionsreferent* innen
befähigt werden auf dem allgemeinen
Arbeitsmarkt Bildungsarbeit anzubieten.
Kontakt
QuaBIS
Universität Leipzig
Prof.in Dr.in Saskia Schuppener
Marschnerstraße 29 e,
04109 Leipzig
Tel. 0341 9731511
quabis@uni-leipzig.de
TU Dresden
Prof.in Dr.in Anke Langner
August-Bebel Straße 30,
01027 Dresden
Tel. 0351 46332
quabis@mailbox.tu-dresden.de
www.quabis.info
Unsere Vision
Bildungs- und Inklusionsreferent*innen
sind Forscher*innen und Expert*innen
zu Fragen gesellschaftlicher Verän-
derungsprozesse auf dem Weg zur vollen
und wirksamen Teilhabe für alle Menschen.
Aus dieser Position heraus, legen sie
Beurteilungs kriterien an und hinterfragen
hart näckig benachteiligende Strukturen.
Sie konkretisieren durch ihre Bildungs-
arbeit die Forderungen der UN-BRK
und setzen diese um.
»QuaBIS – Sachsen«
Qualifizierung von Bildungs- und Inklusionsreferent*innen
für inklusive Hochschulentwicklung in Sachsen.
1. Preis 2020
Universität Leipzig und Technische Universität Dresden

| 11
Beruf und Arbeitswelt
Das Projekt »Qualifizierung von Bildungs- und Inklusionsreferent*innen in Sachsen
(QuaBIS)« lässt sich als ein Vorhaben kennzeichnen, welches sich einer geforderten
strukturellen Veränderung im Sinne einer »Hochschule für Alle« widmet. Durch die
Qualifizierung und Einbindung von zwölf Menschen, die bisher in Systemen der soge-
nannten Behindertenhilfe (WfbM, Tagesstruktur) beschäftigt waren, soll inklusions-
orientierte Weiterbildung in den Bereichen Lehre und Forschung entwickelt und
ausgebaut werden. Menschen mit Behinderungserfahrungen werden so partizipativ
in bestehende Prozesse eingebunden und entwickeln diese gemeinsam weiter. Damit
soll ihnen die Möglichkeit gegeben werden, im Anschluss an die Qualifizierung im
Rahmen einer Anstellung auf dem ersten Arbeitsmarkt im universitären Kontext und
in individuell gewählten Arbeitsfeldern selbst mitzugestalten, sich weiterzubilden, mit
ihrem Wissen die Ausbildung angehender Fach- und Lehrpersonen zu verbessern und
sich an Forschung und Wissensproduktion zu beteiligen. Es gilt, die von den Bildungs-
und Inklusionsreferent*innen durch die Qualifizierung erworbenen Kompetenzen und
die in diesem Kontext neu entwickelten Bildungsangebote dauerhaft in verschiedene
reguläre Studiengänge der Universität Leipzig und Technischen Universität Dresden sowie
darüber hinaus sachsenweit in verschiedene Weiterbildungsformate zu überführen.
Dabei geht es unter Rückbezug auf die Erfahrungs- und Lebenswelten um eine Inte-
gration und Reflexion von subjektiven Theorien der angehenden Bildungs- und
Inklusionsreferent*innen in die bisher exklusiv geführten Fachdiskussionen. Sie sind
Forscher*innen und Expert*innen zu Fragen gesellschaftlicher Veränderungsprozesse
auf dem Weg zur vollen und wirksamen Teilhabe für alle Menschen und in allen Bereichen
des Lebens. Sie hinterfragen benachteiligende Strukturen aus der Haupt(betroffenen)
perspektive und können somit erfahrungsbasiert zur Reflexion und Veränderung von
Benachteiligung und Diskriminierung beitragen. Damit liefert eine Verschränkung von
»Alltagswissen« und akademischem Wissen (Citizen Science) die nachhaltige Chance
zur Entwicklung einer diversitätssensiblen Professionalität. Die angehenden Bildungs-
und Inklusionsreferent* innen vermitteln Studierenden sowie Lehr-, Fach- und Führungs-
kräften beispielhaft, wie Inklusion praktisch funktionieren kann. In Seminaren, Workshops,
Vorlesungssitzungen und Konferenzbeiträgen thematisieren sie die Lebenswelten,
spezifischen Bedarfe und Fähigkeiten von Menschen mit Behinderungserfahrungen
und vermitteln Inhalte gemäß dem Grundsatz «Nicht über uns ohne uns”, indem die
Personengruppe direkt zu Wort kommt. Die thematische Palette der verschiedenen
Bildungsformate ist bewusst breit aufgestellt, umfasst viele Aspekte des menschli-
chen Lebens und wird flexibel an die jeweiligen Anforderungen eines Studiengangs oder
einer beruflichen Weiterbildung angepasst (Beispiele: Bildung, schulische Sozialisatio-
nen, Übergänge Schule-Beruf, Lebenslanges Lernen, Anforderungen an einen inklusiven
Arbeitsmarkt, Wohnen in allen Facetten der Wohnformen und ihrer sozialräumlichen
Einbindung, Freizeit, Gesundheit, Barrierefreiheit, Teilhabe und Partizipation, Gesellschaft
und Macht, Diskriminierung, Leichte Sprache, u. v. m.). Das Tätigkeitsfeld erstreckt sich
auf Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonal, inklusionssensible Organisationsentwick-
lung sowie auf partizipative Forschung, und soll zukünftig in unterschiedlichsten
Institutionen angeboten werden: Fachhochschulen und Universitäten, aber auch
Städten und Kommunen sowieUnternehmen und Verwaltungsstrukturen. Das Projekt
wird vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert.

image
12 |
Unsere Vision
Unsere Vision ist es, Menschen
zu be fähigen, ihre jeweiligen Arbeits-
und Lebensverhältnisse bewusster
und kompetenter zu gestalten.
Jeder Mensch steht mit seinen
indi viduellen Interessen, Bedürfnissen
und Problemlagen im Mittelpunkt
unserer arbeitsorientierten Grund-
bildung. Zusammen mit der
Sensibilisierung des unmittelbaren
Arbeitsumfeldes gilt es, vorhandene
Lese-, Schreib- und Rechenschwächen
ab- und neues Vertrauen und
Selbstbewusstsein in die eigenen
Fähigkeiten aufzubauen.
Zielgruppe
Erwerbstätige Personen mit Lese-,
Schreib- und Rechenschwächen
Multiplikator*innen im Unternehmen
(Betriebs- und Personalräte //
Vertrauensleute)
Personalverantwortliche
Geschäftsführende // Vorstände
Projektziele
Fortbildungsformate für erwerbstätige
Menschen
Abbau von Grundbildungsdefiziten
bei den Betroffenen
Sensibilisierung von Unternehmen
für Menschen mit Lese- und
Schreibschwächen und den damit
verbundenen Folgen
Ausbildung von innerbetrieblichen
Vertrauenspersonen als Mentor*innen
Kontakt
ARBEIT UND LEBEN Sachsen e. V.
Löhrstraße 17
04105 Leipzig
Miro Jennerjahn
Fachbereichsleiter Grundbildung
Tony Strunz
Fachreferent Grundbildung
Tel. 0341 710050
info@arbeitundleben.eu
www.arbeitundleben.eu
»Arbeitsorientierte Grundbildung«
Am konkreten Bedarf des Arbeitsplatzes orientierte Fortbildungsformate für
arbeitstätige Menschen mit erheblichen Lese-, Schreib- und Rechendefiziten
sowie deren unternehmerisches und soziales Umfeld
3. Preis 2019
ARBEIT UND LEBEN Sachsen e. V., Leipzig, Dresden, Chemnitz

| 13
Beruf und Arbeitswelt
Idee
ARBEIT UND LEBEN Sachsen e. V. entwickelt mit dem Ansatz der arbeitsorientierten
Grundbildung Fortbildungsformate für erwerbstätige Menschen mit erheblichen Lese-,
Schreib- und Rechendefiziten. Damit werden Grundbildungsschwächen bei den Be-
troffenen abgebaut und Unternehmen für die Problematik und die damit verbundenen
Folgen sensibilisiert. 12,1 % der erwerbsfähigen Bevölkerung im Alter zwischen 18 und
64 Jahren verfügen nicht über ausreichende Grundbildungskompetenzen. Dies bedeu-
tet, dass 6,2 Millionen Menschen in Deutschland vor besonderen Herausforderungen
stehen, wenn sie selbst einfache kurze Texte sinnerfassend lesen und schreiben sollen.
Etwa 62 % dieser Personen mit geringer Lese- und Schreibkompetenz, das entspricht
3,9 Millionen Menschen, sind berufstätig, häufig in ungelernten Tätigkeiten oder
solchen, die ein niedriges formales Bildungsniveau voraussetzen. Eine der weitreichends-
ten Folgen sind die oftmals unsicheren Berufsperspektiven der Betroffenen. Mit den
Projekten Alpha-PFLEGE, BasisKomPlus und MENTO, die sich sinnhaft ergänzen und
im Fachbereich Grundbildung zusammengeführt werden, wird auf diese Herausforde-
rungen reagiert. Die Projekte Alpha-PFLEGE und BasisKomPlus zielen auf die Entwicklung
von Grundbildungsangeboten und die Sensibilisierung von Unternehmen für das Thema
»Grundbildung« im Bereich der Pflege sowie branchenübergreifend. Das Projekt MENTO
bildet Mentorinnen und Mentoren aus, die im Unternehmen als Multiplikatorinnen
und Multiplikatoren für das Thema »Grundbildung« wirken, Grundbildungsbedarfe
identifizieren und sensibel mit den Betroffenen thematisieren.
Ziel
Der Ansatz der arbeitsorientierten Grundbildung verfolgt das übergeordnete Ziel, einen
Beitrag zur Sicherung bestehender Arbeitsplätze bei Menschen mit geringer Leseund
Schreibkompetenz zu leisten. Dies geschieht anhand mehrerer Teilziele:
Die Entwicklung passgenauer Angebote
für Beschäftigte mit Grundbildungs-
defiziten zur Steigerung ihrer
lang fristigen Jobperspektiven und zur
Verbesserung der gleichberechtigten
Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.
Die Unterstützung von Unternehmen
bei der Entwicklung passgenauer
Handlungsstrategien.
Aufbau eines kollegialen Unter-
stützungsnetzwerks zur nachhaltigen
Verankerung des Themas im
Betrieb durch die Ausbildung
von Mentorinnen und Mentoren.
Bei der Umsetzung der Grundbildungsangebote stehen die Projekte dabei gemeinsam
vor mehreren Herausforderungen. Für eine große Mehrheit der Betroffenen ist das Thema
schambesetzt. Sie haben in der Regel Vermeidungsstrategien etabliert, um ihre Grund-
bildungsschwächen zu kompensieren. Bestehende Angebote zur eigenen Weiterbildung
werden oft nicht wahrgenommen. Lerndefizite sollen nicht nach außen gelangen und
der eigene Umgang mit der Aneignung neuer Inhalte ist sehr oft angstbesetzt.
Strategien
Zur Überwindung dieser Hürden verfolgen die Grundbildungsangebote mehrere Strate-
gien. Allen gemein ist der aufsuchende Ansatz, welcher Bildungsangebote direkt vor
Ort am Arbeitsplatz durchführt und sich am konkreten Bedarf der Teilnehmenden
orientiert. Es werden keine standardisierten Alphabetisierungskurse durchgeführt,
sondern alle Grundbildungsangebote werden individuell anhand der benötigten Kompe-
tenzen vor Ort konzipiert. Die Strategie verfolgt stets das Ziel, die Teilnehmenden in den
Bereichen besonders zu fördern, welche ihnen im Arbeitsalltag die größten Lese-,
Schreib- und Rechenschwierigkeiten bereiten. Da zu Beginn eines Schulungsangebots
die jeweilig benötigten Grundbildungsbedarfe gemeinsam mit den Betroffenen und den
Unternehmen erarbeitet werden, wird den Verantwortlichen unmittelbar der Mehr-
wert der Angebote sichtbar und die Teilnehmenden können aktiv auf die Gestaltung
der Inhalte Einfluss nehmen. Durch die Ausbildung von Multiplikatorinnen und Multi-
plikatoren wird das mitwissende Umfeld am Arbeitsplatz – in der Regel Kolleginnen
und Kollegen – sensibilisiert. Auf diese Weise können innerbetriebliche Strukturen
verändert und möglichen Grundbildungsdefiziten von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
frühzeitig begegnet werden.

image
14 |
Unsere Vision
»Bildung ist unsere Leidenschaft –
Miteinander bauen wir Wege fürs Leben« –
das ist unsere Unternehmensvision.
Wir sind davon überzeugt, dass zukünftig
nur das kluge Zusammenspiel motivierter
deutscher und aus ländischer Pflege-
fachkräfte den Herausforderungen des
demografischen Wandels gerecht
werden kann. Erfolg kann am besten
durch gemein same, vertrauensvolle
Zusammenarbeit erreicht werden.
Zielgruppe
auszubildende ausländische Fachkräfte
Einrichtungen des Gesundheitswesens
Mitarbeiter*innen öffentlicher
Einrichtungen und regionaler Vereine
Projektziele
Ziel des Projektes ist es, junge
vietnamesische Krankenpfleger*innen
zu bundesrechtlich anerkannten
Gesundheits- und Krankenpfleger*innen
(GKP) zu führen, um damit den Fach-
kräftebedarf im Pflegesektor nachhaltig
zu bedienen. Im Fokus stehen neben
der fachlichen Ausbildung vor allem
Themen der sprachlichen, interkulturellen
und gesellschaftlichen (Erwachsenen-)
Weiterbildung, um eine erfolgreiche
Integration in die deutsche Gesellschaft
bzw. Arbeitswelt zu erreichen.
Kontakt
DPFA-Schulen gGmbH
Bildungsstätte Dresden
Stauffenbergallee 4
01099 Dresden
Tel. 0351 8119359
dresden.dpfa@dpfa.de
www.dpfa.de
»Pilotprojekt zur Anpassungsqualifizierung
vietnamesischer Krankenpfleger
zum / zur deutschen Gesundheits- und
Krankenpfleger*in (GKP)«
Integration vietnamesischer Pflegefachkräfte in Sachsen durch
intensive Begleitung bei der Schaffung nachhaltiger beruflicher Perspektiven
3. Preis 2018
DPFA-Schulen gGmbH, Dresden

| 15
Beruf und Arbeitswelt
Inhalt
Die reine Umsetzung der Anpassungsqualifizierung betrug ca. 18 Monate. Zudem erfolgte
vor dem Qualifizierungsbeginn eine halbjährige sprachliche Vorbereitung in Vietnam.
Diese ist neben der sprachlichen Fokussierung auch mit interkulturellen Themen über
das Leben und Arbeiten in Deutschland versehen. Das intensive gegenseitige Kennen-
lernen der Projektpartner*innen in Vietnam und Sachsen gehört ebenso zum Inhalt
der Weiterbildung, da dies nur durch partnerschaftliches und freundschaftliches
Miteinander gelingen kann. Vieles, was zum Projekterfolg beigetragen hat, erfolgte
durch ehrenamtliche Tätigkeiten. Alle Projektdokumente existieren in deutscher und
vietnamesischer Sprache, um Gleichwertigkeit und Fairness in der Projektpartnerschaft
zu gewährleisten. Besonderer Wert wurde auf ein vertrauensvolles Miteinander sowohl
zwischen den Schülerinnen und den Schülern sowie den schulischen Mentorinnen
und Mentoren als auch zwischen den Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern und den
schulischen Mentorinnen und Mentoren gelegt. So konnte bei aufkommenden Kon-
flikten schnell unter Berücksichtigung der Mentalität beider Seiten reagiert werden.
Verbunden ist dies für die beteiligten Lehrer*innen mit aktiver politischer und kultu-
reller Weiterbildung. Eine rechtliche Gleichstellung der Pflegeschüler*innen mit deutschen
Schülern und Schülerinnen erfolgte zu Beginn der Anpassungsqualifizierung mit dem
Abschluss des Ausbildungs- bzw. Schulvertrages. Das Curriculum zur Anpassungsquali-
fizierung wurde anhand des komplett aus dem Vietnamesischen übersetzten Lehrplans
einer vietnamesischen Fachschule speziell für diesen Lehrgang erarbeitet und mit
dem KSV Sachsen inhaltlich abgestimmt. Dabei mussten vorhandenes Wissen der viet-
namesischen Schüler*innen, spezielle Lehrinhalte der deutschen GKP-Ausbildung und
Besonderheiten im kulturellen und familiären Erleben der Vietnamesinnen und Viet-
namesen mit sprachlicher Weiterentwicklung kombiniert werden. Damit gelang eine
Verzahnung von beruflicher, allgemeiner und (inter-) kultureller Weiterbildung. Auch
die Zusammenarbeit mit Ämtern und Behörden erfolgte reibungslos, auch weil die
Projektabläufe zu jeder Zeit transparent und nachvollziehbar dargestellt wurden.
Methodisch-didaktisches Vorgehen
Von Anfang an erfolgte individueller Deutschunterricht anhand von Originaldokumenten
der Praxispartner*innen, die mit den Schülerinnen und Schülern nach erfolgreicher
Qualifizierung einen Arbeitsvertrag abgeschlossen hatten. Hier stand neben der Erwei-
terung vorhandener Grundkenntnisse der deutschen Sprache vor allem auch die
medizinische Fachsprache im Fokus. Aufgrund der stark unterschiedlichen Phonetik
wurde zudem phonetischer Unterricht von Logopäden der DPFA (auch durch Schüler-
patenschaften) durchgeführt. Via Skype erfolgte monatlich ein intensiver Austausch
und ein voneinander Lernen mit den Projektpartnerinnen und Projektpartnern in Vietnam.
Darüber hinaus war der stetige und intensive Austausch aller am Projekt beteiligten
Personen in sogenannten »Weiterbildungs-Jour-fixe-Konferenzen« ein wesentlicher
Erfolgsgarant. Gemeinsame Auftakt- und Abschlussveranstaltungen aller am Projekt
Beteiligten sorgten dafür, dass von Beginn an bei allen die gleichen Erwartungshaltungen
vorlagen und im Nachgang aus Fehlern, falschen Ansätzen und Herangehensweisen
gelernt werden konnte.
Ergebnisse
Von 15 vietnamesischen Schülerinnen und Schülern haben 12 ihre Prüfungen zum GKP
bestanden und arbeiten heute in verschiedenen Pflegeheimen und Kliniken in Sachsen
als examinierte Krankenpfleger*innen eigenverantwortlich. Die Arbeitgeber haben gelernt,
dass sprachliche Barrieren zwar bestehen, diese aber mit gemeinsamer Anstrengung
schrittweise abbaubar sind. Hinsichtlich des Transfers der Bildungserfahrungen hat
das Projekt sicherlich besondere Bedeutung. Schon im Umsetzungsprozess wurden
zahlreiche Medien in Deutschland und Vietnam, gesellschaftlich und politisch maß-
gebliche Entscheidungsträger und auch viele potentielle Arbeitgeber*innen auf uns
aufmerksam und sind mit uns in Erfahrungsaustausch getreten. Das Projekt wurde
komplett ohne Zuschüsse der öffentlichen Hand finanziert.

image
16 |
Unsere Vision
Wie in der Wirtschaft steigt auch in
der Wissenschaft der Frauenanteil in
Führungs positionen nur langsam.
Im Dezember 2015 lag laut dem Statis-
tischen Bundesamt der Anteil der
Professorinnen an deutschen Hoch-
schulen bei 22,7 %.
Als Gleichstellungsbüro der Universität
Leipzig möchten wir Nachwuchs-
wissenschaftlerinnen dabei unterstützen,
eine Karriere auf Leitungsebene ein -
zu schlagen. Deshalb haben wir das
»t.e.a.m. Förderprogramm für Nachwuchs-
wissenschaftlerinnen« ins Leben gerufen.
t.e.a.m. begleitet Frauen aller Quali-
fikationsstufen vom Studium über die
Promotion bis hin zur PostDoc-Phase.
»t.e.a.m. Förderprogramm für
Nachwuchswissenschaftlerinnen«
Begleitung von Nachwuchswissenschaftlerinnen auf dem Weg zu Führungs positionen
in Wissenschaft oder Verwaltung
1. Preis 2017
Universität Leipzig – Gleichstellungsbeauftragter
Zielgruppe
Studentinnen
Promovendinnen
Postdoktorandinnen
Projektziele
Unterstützung von Nachwuchs-
wissenschaftlerinnen
Weiterbildung durch verschie dene
Veranstaltungsformate und Mentorate
Netzwerkausbau der Teilnehmerinnen
Kontakt
Universität Leipzig
Gleichstellungsbeauftragter
Herr Georg Teichert
Nikolaistraße 6 – 10
04109 Leipzig
Tel. 0341 9730090
gleichstellung@uni-leipzig.de
www.gleichstellung.uni-leipzig.de

image
image
| 17
Projektidee
Mit t.e.a.m. unterstützt das Gleichstellungsbüro der Uni versität Leipzig Nachwuchs-
wissenschaftlerinnen aller Qualifikationsstufen (Studium, Promotion, PostDoc-Phase),
die eine Führungsposition in Wissenschaft oder Verwaltung anstreben. Die Verzahnung
von Mentoring-Tandems mit Weiterbildungsveranstaltungen sowie der Wissenstransfer
durch ExpertInnen der Universität Leipzig und die Vernetzung mit erfolgreichen Alumnae
bieten dabei vielfältige Impulse.
Drei Programmlinien
In der Programmlinie »UNI findet STADT« lernen Studentinnen in einem dreiwöchigen
Intensiv-Mentoring die Stadt Leipzig als Arbeitgeberin durch Mentorate mit Führungs-
personen verschiedener Ämter kennen.
Die Teilnehmerinnen von »t.e.a.m. für Promovendinnen« erhalten 18 Monate Rat von
professoralen MentorInnen der Universität Leipzig zu Karrierestrategien und erweitern
ihr Netzwerk.
»t.e.a.m. für Postdoktorandinnen« wird im Rahmen des Unibundes Halle–Jena–Leipzig
koordiniert. Hier übernehmen ProfessorInnen der jeweils anderen Universitäten Men-
torate für 12 bzw. 24 Monate. In allen drei Städten finden wechselnd Workshops statt.
Die Expertise- und Alumnae-Veranstaltungen besuchen Promovendinnen und Post-
doktorandinnen gemeinsam und können so ihre Peer-Netzwerke ausbauen.
Training
Neben Führungs- und Wissenschaftskompetenz thematisieren die Workshops auch
eine persönliche Laufbahnplanung. Die eintägigen Trainings werden von erfahrenen
Coaches durchgeführt und gelten als universitäre Weiter bildung. Grundlegend für die
spezifische Themenauswahl ist die jeweilige Qualifikationsstufe.
Expertise
Im Format »Campus Dialog« sind Führungskräfte aus Verwaltung und Wissenschaft
der Universität im Gespräch, um spezifische Einblicke in relevante Strukturbereiche zu
ermöglichen. Somit lernen die Teilnehmerinnen Arbeitsweisen der für ihre akademische
Laufbahn wichtigsten Institutionen besser kennen, wie z. B. den Bereich der Forschungs-
finanzierung.
Alumnae
Im Rahmen der Netzwerkabende treffen die Teilnehmer innen auf Frauen, die ihre Lauf-
bahn an der Universität Leipzig begonnen haben und nun außerhalb der Wissen schaft
erfolgreich sind. In informeller Atmosphäre tauschen die Nachwuchswissenschaft-
lerinnen Erfahrungen mit Alumnae der Universität Leipzig aus und erweitern durch
deren inspirierende Biographien ihre Perspektiven.
Mentoring
Zentrale Methode des Programms ist das Mentoring. Dabei werden die Teilnehmerinnen
in einem 1:1-Mentorat über einen festgelegten Zeitraum begleitet. Im Mittelpunkt stehen
Karriereplanung und Rahmen bedingungen der Arbeit in Wissenschaft und Verwaltung.
Die Themen, die in regelmäßigen Treffen behandelt werden, sind vielfältig und reichen
von informellen Spielregeln über Vereinbarkeitsfragen bis hin zum Erfahrungsaustausch
über etwaige Karrierehürden in verschiedenen Quali fikations stufen.
t.e.a.m. wird im Rahmen des Professorinnen-Programms II des Bundes und der Länder
gefördert.
Beruf und Arbeitswelt

image
18 |
Zielgruppe
Führungskräfte in kleinen
und mittleren Unternehmen
Personen, die ein Unternehmen
weiterführen wollen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
des Unternehmens
Projektziele
Sensibilisierung von Führungskräften
für ihren eigenen Weiterbildungsbedarf
Aufzeigen von Möglichkeiten durch
Weiterbildung
Entwicklung passgenauer
Weiterbildungsangebote
Abbau von Zugangshemmnissen
und Vernetzung
Sichtbarmachen von Kompetenz-
entwicklung
Kontakt
Leipziger Institut für angewandte
Weiterbildungsforschung e. V.
Silas Steinhilber
Jahnallee 59
04109 Leipzig
info@liwf.de
www.liwf.de
Unsere Vision
Wir wollen kleine und mittlere
Unter nehmen in Sachsen (KMU)
für »weiche« Faktoren im Generations-
wechsel sensi bilisieren und dazu
beitra gen, dass der Nachfolgeprozess
als Chance für das Unter nehmen
wahrgenommen wird. Unser modula-
risiertes Weiterbildungsangebot
liefert passgenaue Unterstützungs-
formate zu verschiedenen für den
Generationswechsel bedeutsamen
Themen.
»Logbuch Generationswechsel«
Ein modularisiertes Weiterbildungsangebot für kleine und mittlere Unternehmen
in Sachsen
3. Preis 2016
LIWF – Leipziger Institut für angewandte Weiterbildungsforschung e. V.

image
| 19
Beruf und Arbeitswelt
Strategie
Auf der Grundlage einer umfassenden Bedarfsermittlung entstehen spezifische Weiter-
bildungsangebote für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) im Generationswechsel.
Dabei richtet sich der Blick nicht nur auf Seniorinnen und Senioren sowie Juniorinnen
und Junioren, sondern ebenso auf die gesamte Belegschaft. Der innovative Ansatz
besteht darin, die Belegschaft nicht nur als Betroffene, sondern als Beteiligte im Nach-
folgeprozess aufzufassen. Mit dem »Logbuch Generationswechsel« soll ein Perspektiv-
wechsel angeregt werden. Deshalb stehen Weiterbildungsformate im Mittelpunkt, in
denen alle im Nachfolgeprozess Beteiligten zusammenkommen und gemeinsam den
Wandel gestalten. Dabei können Kompetenzen entwickelt werden, die sie nicht nur im
Generationswechsel, sondern auch darüber hinaus in ihrer Arbeit voranbringen. Dem
Prinzip der aufsuchenden Bildungsarbeit folgend wird ein Großteil der Angebote in
den Unternehmen vor Ort durchgeführt.
Die Konzeption eines modularisierten Weiterbildungsangebots
Ausgehend von fundierten Bedarfshypothesen und einer Marktanalyse wurden innova-
tive Weiterbildungsangebote entwickelt, die sich in fünf Module unterteilen. Im Fokus
dieser Angebote stehen vor allem zwischenmensch liche und emotionale Aspekte, die
im Nachfolge prozess eine erfolgsentscheidende Rolle spielen.
Jedes Angebot baut grundsätzlich auf die Erfahrungen der Teilnehmenden auf und be-
arbeitet aktuelle und konkrete Beispiele aus deren beruflichem Alltag. Das erleichtert
den unmittelbaren Lerntransfer aus dem Seminarkontext. Im Rahmen des Mentorings
sowie der in formellen Austauschangebote werden Erfahrungen und Problemlösungen
aller Beteiligten einbezogen.
Jedes Angebotsformat stellt eine spezielle Arbeitsform dar und umfasst spezifische
Methoden. Dabei handelt es sich um Weiterbildungsangebote, die je nach Bedarf und
Nachfrage individuell ausgestaltet werden. Sie werden entweder als offene Veranstal-
tungen für verschiedene Unternehmen oder als Inhouse-Veranstaltung für ein Unter-
nehmen konzipiert und durchgeführt.
Die Gestaltung und Anwendung des »Logbuchs«
Eng mit dem Weiterbildungsangebot verzahnt ist das »Logbuch«, ein Instrument, mit
dem Bedürfnisse geweckt, Angebote unterbreitet und individuelle Lernerfolge sichtbar
gemacht werden sollen. Wie ein klassisches Logbuch gibt es Orientierung im Verlauf
der unternehmerischen Reise und dokumentiert einzelne Etappen.
Fragen regen zur Reflexion an und machen auf Lerngelegenheiten im Prozess und den
möglichen individuellen Bedarf aufmerksam. Gleichzeitig werden einzelne Module
und Angebote aufgelistet, aus denen die Unternehmen je nach Phase des Übergabe-
prozesses und der Ausgangslage wählen können.
Netzwerkpflege und Bekanntmachung des Angebots
Das Logbuch wird an sächsische KMU verteilt und die Zielgruppen werden direkt
angesprochen. Eine Kooperation zwischen Weiterbildungseinrichtungen wie die Volks-
hochschule Leipzig und der Sächsische Volkshochschulverband und Unternehmen
sowie den Handwerkskammern trägt zur Verankerung des Projekts bei. Zusätzlich sollen
interdisziplinäre wissenschaftliche Fachtagungen und unternehmensnahe Podien zur
Verbreitung des Angebots genutzt werden.
Durchführung und Evaluation einzelner Angebote und des »Logbuchs« selbst
Um die Zielstellung des Projekts zu erfüllen, wird bei der Durchführung der Veranstal-
tungen kompetentes Personal eingesetzt sowie eine umfassende Evaluation durchgeführt.
Die persönliche Beratung interessierter Unternehmen sowie die passgenaue Ausge-
staltung der einzelnen Workshops und Seminare stellen sicher, dass die Bedürfnisse
der Lernenden berücksichtigt werden. Neben den Veranstaltungen selbst wird auch
das Instrument »Logbuch« begleitend und abschließend nach qualitativen und quanti-
tativen Parametern evaluiert.

image
20 |
Zielgruppe
wissenschaftsunterstützendes
technisches Personal am HZDR
wissenschaftliche
Mitarbeiter innen
und Mitarbeiter des For schungs-
zentrums als Lehrende
technische Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter anderer regionaler
Forschungseinrichtungen
Projektziele
Fachwissen der Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter arbeitsplatz bezogen
aktuell halten
Know-how am Forschungsstandort
multiplizieren
Verstärkung der Kooperation
und Vernetzung der Kolleginnen
und Kollegen innerhalb des HZDR
Etablieren der HZDR-Techniker-
akademie mit regelmäßig statt-
findenden Weiterbildungsangeboten
Kontakt
Sächsische Bildungsgesellschaft
für Umweltschutz und Chemieberufe
Dresden mbH
Uta Lichtenstein
Gutenbergstraße 6
01307 Dresden
Tel. 0351 4445758
u.lichtenstein@sbgdd.de
info@sbgdd.de
www.sbgdd.de
Unsere Vision
Wir schaffen mit unserem Engagement
für Chancengleichheit in der betrieb lichen
Weiterbildung eine neue Qualität für
das lebens lange Lernen in Unter nehmen.
Unser Schlüssel: »Kollegen lernen
von Kollegen« und Fachexperten*innen
werden als Lehrende erwach senen-
pädagogisch begleitet.
Daraus wächst eine kollegiale betrieb liche
Lern- und Kommunikationskultur, die
zum Weiterlernen anregt, die Arbeits-
zufriedenheit erhöht und die Identifikation
aller Beteiligten mit »ihrem« Unternehmen
unterstützt.
»HZDR-Technikerakademie –
Aus der Praxis in die Praxis«
Fachspezifische und fachübergreifende Weiterbildung
am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR)
3. Preis 2016
Sächsische Bildungsgesellschaft für Umweltschutz und Chemieberufe Dresden mbH

image
| 21
Beruf und Arbeitswelt
Engagement für Chancengleichheit in der betrieblichen Weiterbildung
Spitzenforschung kann nur gelingen, wenn gut geschulte Technikerinnen und Techniker
Hand in Hand mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern arbeiten. Mit der
gemeinsam von den Kooperationspartnern Sächsische Bildungsgesellschaft für Umwelt-
schutz und Chemieberufe Dresden mbH (SBG) und Helmholtz Zentrum Dresden-
Rossendorf e. V. (HZDR) konzipierten HZDR-Technikerakademie erhält nun die fach-
spezifische und fachübergreifende Weiterbildung des wissenschaftsunterstützenden
technischen Personals einen besonderen Stellenwert.
Die Erhöhung der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit motiviert das größte ost-
deutsche Forschungszentrum, als lernendes Unternehmen neue Wege bei der Mit-
arbeiterentwicklung des wissenschaftsunterstützenden technischen Personals zu gehen.
Das HZDR verspricht sich von der Etablierung der HZDR-Technikerakademie eine bessere
Nutzung vorhandener Potenziale und Quali fikationen beim technischen Personal, eine
Verstärkung der Kooperation innerhalb des HZDR und eine spürbar positive Innen-
und Außenwirkung.
Institutionalisiertes Angebot als dauerhafter Beitrag zur Mitarbeiterentwicklung
Für die rund 200 technischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des HZDR wurde ein um-
fassendes betriebliches Weiterbildungsprogramm erarbeitet, welches neue Elemente
der arbeitsplatzbezogenen Fachkunde berücksichtigt, mit fachübergreifenden Angeboten
sinnvoll bündelt und mittels vielfältiger Arbeitsformen zeitgemäß präsentiert. Zweck
ist es, praxisnah spezielle Themengebiete zu vermitteln, das durch die Erstausbildung
vermittelte Fachwissen aktuell zu halten und durch Fach- und Sachbezüge zum
Helmholtz-Zentrum bedarfsgerecht anzureichern. Das Projekt zur Initiierung eines
betrieblichen Weiterbildungsprogramms wurde mit der Absicht gestartet, stetige,
zyklisch stattfindende Angebote am Zentrum zu etablieren.
Die Lehrenden als Schlüssel zur Qualität von innerbetrieblicher Weiterbildung
Das Besondere an der Akademie ist die Praxisnähe, denn hier gilt: »Kollegen lernen
von Kollegen.« Im Rahmen der HZDR-Technikerakademie werden Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter des Forschungszentrums als Fach exper tinnen und Fachexperten zu
Lehrenden. Das Konzept schließt die erwachsenenpädagogische Begleitung durch ein
Expertenforum, die Ermittlung von Weiterbildungsbedarfen und die Evaluation der
Lehrveranstaltungen ein. Betriebliche Erfahrungsträgerinnen und Erfahrungsträger
als Lernbe gleitung einzubeziehen wird so als wichtiges Gestaltungsmittel zur Ent-
faltung von Lernsituationen im Um feld betrieblicher Arbeitsprozesse genutzt.
Arbeitserfahrungen und Know-how werden durch die HZDR-Technikerakademie multi-
pliziert. So kann es gelingen, eine kollegiale betriebliche Lern- und Kommunikationskultur
zu etablieren, die zum Weiterlernen anregt bzw. motiviert, die die Arbeitszufriedenheit
erhöht und die Identifikation aller Beteiligten mit »ihrem« Forschungszentrum unterstützt.
Eine neue Qualität in der betrieblichen Weiterbildung
Die beiden Kooperationspartner stellen mit der Techniker akademie ein erprobtes Ko-
operationsmodell zwischen Unternehmen, Bildungsdienstleister und Universität breiten
Interessengruppen für die Übertragung und die Anwendung auf vergleichbare Situatio-
nen zur Verfügung. Insbesondere die richtungsweisende Konzeption für unternehmens-
bezogene und bedarfsgerechte Weiter bildung »von Kollegen für Kollegen« mit der
begleitenden Konzeption zur erwachsenendidaktischen Qualifikation von betrieblichen
Fachexpertinnen und Fach ex perten als Lernbegleitung ist qualitativ neuartig.
Die erarbeiteten Konzepte der HZDR-Technikerakademie eignen sich in besonderer
Weise zur Übertragung auf andere Forschungseinrichtungen auf regionaler
Ebene und auf die Standorte der Helmholtz-Gemeinschaft deutschlandweit.
Die derzeitigen Aktivitäten erschließen zusätzlich weitere Branchen für neue
Bildungscluster.

image
22 |
Zielgruppe
mittleres medizinisches Personal
mit der Betreuung und Begleitung
onkologischer Patientinnen
und Patienten betraute Menschen
Projektziele
Steigerung der Anpassungs- und
Wettbewerbsfähigkeit der Beschäftigten
und Unternehmen im sächsischen
Gesundheitssektor durch Verbesserung
der Weiterbildung
Information und Begleitung onko-
logischer Patientinnen und Patienten
und deren Angehörigen verbessern
Kontakt
Sächsische Krebsgesellschaft e. V.
Projekt Onkolotse
Schlobigplatz 23
08056 Zwickau
Tel. 0375 281403
info@onkolotse.de
www.onkolotse.de
Unsere Vision
Langfristig erfolgreiche und wirt-
schaftlich abgesicherte Etablierung
des
sek toren übergreifenden
Betreuungsansatzes für onkologische
Patienten im Freistaat Sachsen
Onkolotse Sachsen
Qualifizierung von mittlerem medizinischen Personal bzw. weiteren mit der
Betreuung und Begleitung onkologischer Patientinnen und Patienten betrauten
Menschen aus dem sächsischen Gesundheitswesen (Onkolotse I bzw. II)
3. Preis 2013
Sächsische Krebsgesellschaft e. V.

image
| 23
Beruf und Arbeitswelt
Krebs – Herausforderung für Betroffene und Personal
Nicht nur die Lebenserwartung, sondern auch das Durch schnittsalter der Menschen in
unserem Land steigt. Dies ist verbunden mit dem vermehrten Auftreten onkologischer
Erkrankungen. Um Krebspatienten und deren Angehörige besser betreuen zu können
und die Belastungssituation vor allem des mittleren medizinischen Personals zu redu-
zieren, wurde eine berufsbegleitende Weiterbildung zum Onkolotsen konzipiert. Damit
soll das Arbeitsumfeld für das medizinische Personal bei der Betreuung onkologischer
Patienten im stationären Bereich verbessert werden. Es geht darum, mit der Etablierung
von Onkolotsen auf Stationen und in Praxen ein nachhaltiges Modell der Betreuung
und Begleitung onkologischer Patienten zu entwickeln und praktisch zu erproben.
Moderne Methoden, breites Inhaltsspektrum
Die Weiterbildung stützt sich auf bewährte Methoden der Erwachsenen bildung wie
handlungs- und problemorientiertes Lernen, Gruppenarbeiten, Übungen zur Ver-
tiefung des Stoffes, Coaching / Supervision und autodidak tische Elemente.
Zum Spektrum der vermittelten Inhalte gehört u. a. Wissen über Tumorerkrankungen,
deren Früherkennung und Behandlungsoptionen sowie Grundkenntnisse über medizinische /
psychologische Aspekte der Erkrankungen als Beratungsgrundlage. Außerdem werden
Netzwerkkenntnisse zu Angeboten in medizinischer Versorgung, Rehabilitation, Nach-
sorge, Sozialberatung und Psychotherapie vermittelt. Darüber hinaus werden Onkolotsen
befähigt, Tumorpatienten in Entscheidungssituationen z. B. bei verschiedenen Behand-
lungsangeboten beratend zu hel fen und sie in schwierigen Situationen angemessen
zu begleiten.
Umfang und Struktur
Der Umfang der Weiterbildung beträgt insgesamt 150 Unterrichtsstunden. Die Weiter-
bildung ist modular angelegt und integriert eine Praxiszeit, die aus drei Blöcken besteht.
Insgesamt werden fünf Module durchlaufen. Die fünf Inhaltsmodule werden an Wochen-
enden jeweils von Freitag bis Samstag angeboten und haben einen Umfang von vier-
mal je 14 Unterrichtsstunden. Zwischen dem 3. und 4. bzw. dem 4. und 5. Block wird
eine Praxiseinheit von je drei Monaten eingeplant, in der je drei Beratungen durchzu-
führen sind. Diese sind zu dokumentieren und werden im 4. bzw. 5. Block supervidiert.
Daran schließt sich eine finale Praxisphase an, in denen sich die Teilnehmenden zu konti-
nuierlichen Auswertungs- und Abstimmungstreffen in der Gruppe zusammenfinden.
Partner und Ergebnisse
Im Pilotprojekt existierte ein Projektteam der Sächsischen Krebsgesellschaft, das durch
das Deutsche Institut für Gesundheitsforschung und einen emeritierten Lehrstuhlinhaber
der Universität Dresden fachlich unterstützt wurde. Es begleitete in enger Kooperation
mit externen Referierenden für die jeweiligen Spezialthemen die Weiterbildung der
Teilnehmenden. Für die Umsetzung des Projektes wurden Kooperationen mit relevanten
Einrichtungen des sächsischen und bundesweiten Gesundheitswesens (Konferenz
Onkologische Pflege, Deutsches Institut für Gesundheitsforschung DIG, Organzentren)
aufgebaut. – Das Pilotprojekt wurde von September 2009 bis August 2012 erfolgreich
umgesetzt. Dabei wurden zunächst 30 Onkolotsen ausgebildet und in den am Projekt
beteiligten Einrichtungen etabliert. Seit Oktober 2012 widmet sich das parallele Pilot-
projekt Onkolotse II schwerpunktmäßig dem ambulanten Bereich, um das Onkolotsen-
Netzwerk in Sachsen noch weiter in der Fläche zu verankern und mit den bisherigen
Onkolotsen eng zu verzahnen.

image
24 |
Zielgruppe
offene Plattform für
Institutionen, Einrichtungen
und Sozialpartner
arbeitslose Erwachsene und
Jugendliche
Projektziele
Ziel ist es Entscheidern aus Landes-
und Regionalpolitik, Wirtschafts- und
Sozialpartnern,
Arbeitsagen turen,
Jobcentern und anderen Fachbehörden
Möglichkeiten der Nachnutzung
zu schaffen. Damit kann bei einem
Großteil der sächsischen Bildungs-
dienstleister ein permanenter und
fachlich begleiteter Weiterbildungs-
prozess stattfinden.
Kontakt
Bildungsinstitut PSCHERER gGmbH
(Hauptverantwortliche Einrichtung)
Reichenbacher Strasse 39
08485 Lengenfeld
Tel. 037606 39110
bildungsinstitut@pscherer-online.de
www.pscherer-online.de
Unsere Vision
Das Landesnetzwerk ist offen für alle
Interessierten.
Damit sind die erarbeiteten Methoden
und Instrumente jedermann zugänglich.
Die flächendeckende Umsetzung guter
Praxisbeispiele innerhalb und außerhalb
Sachsens wird durch eine Transfer-
akademie forciert.
Sächsisches Landesnetzwerk 50+
Erhöhung von Beschäftigungschancen für Langzeitarbeitslose über 50
3. Preis 2012
Bildungsinstitut PSCHERER gGmbH

image
| 25
Beruf und Arbeitswelt
Im Rahmen des Programms »Perspektive 50plus« des Bundesministeriums
für Arbeit und Soziales (BMAS) er hielten im Oktober 2005 die damaligen Grund-
sicherungs träger Vogtland, Leipzig und Bautzen im Rahmen eines Ideenwettbewerbes
»Perspektive 50plus – Beschäf ti gungs pakte in den Regionen« den Zuschlag durch das
BMAS.
Ziel war es, mit innovativen Ansätzen die Personengruppe der langzeitarbeitslosen
Älteren wieder an den Arbeitsmarkt heranzuführen und in ihn zu integrieren. Das
Bildungsinstitut PSCHERER gGmbH sowie die Bildungsdienstleister (BDL) ARBEIT UND
LEBEN Sachsen e. V. und die DSA Dienstleistungen für Struktur und Arbeitsmarktent-
wicklung GmbH konnten bereits in der konzeptionellen Vorarbeit die Träger der
Grundsicherung be gleiten und damit die Zuschlagserteilung unterstützen.
Grundstein für das »Sächsische Landesnetzwerk 50+«
Mit Blick auf einen bevorstehenden Arbeits- und Fachkräftebedarf im Freistaat sind
die älteren Langzeitarbeitslosen die Zielgruppe der Zusammenarbeit der beteiligten
Bildungsdienstleister. Es lag jedoch nahe, alle am Arbeitsmarkt relevanten Personen-
gruppen zu berücksichtigen.
Die Netzwerkarbeit aus der »Perspektive 50+« wurde auf Gruppen wie z. B. Jugendli-
che, Alleinerziehende oder an dere Benachteiligte übertragen. Nunmehr arbeitet das
»Landesnetzwerk 50+« bereits 6 Jahre lang erfolgreich zusammen.
Kernkomponenten sind folgende Aspekte:
Das Netzwerk versteht sich als
offene Plattform von Wirtschafts-
und Sozialpartnern, Kommunen
und Dienstleistern.
Die inhaltlichen Ausrichtungen
beruhen auf gemeinsam erarbeiteten,
jedoch teilweise regional unter-
schiedlich angewandten Methoden
und Instrumenten der drei Netz-
werkpartner.
Im Prozess der Arbeit ergibt sich für
alle beteiligten Fachkräfte bei den
Bildungsdienstleistern ein hoher
Lernprofit (Weiterbildung on the job)
und somit ein schneller Transfer
zugunsten der Zielgruppen.
Die Ausdehnung über ganz Sachsen
erfordert Bildungspartnerschaften.
So sind mittlerweile über 40 Bildungs-
dienstleister an der Umsetzung
verschiedenster Maßnahmen beteiligt.
Durch die beteiligten Netzwerkpartner
und deren gemeinsame konzeptionelle
Ideen werden erhebliche Entwicklungs-
kosten gespart und die Wiederholung
möglicher Fehlentwicklungen bzw.
Misserfolge vermieden.
Aufbau der Arbeitsinstrumente
auf der Basis einer kompetenz-
orientierten Unterstützung:
»Nicht die Schwächen aufzeigen,
sondern die Stärken nutzen!«
Entwicklung individueller Förder-
ansätze zum systematischen Aufbau
des eigenverantwortlichen Handelns
und Tuns der Beteiligten
Organisation von schnellen
Anwendungstransfers in möglichst
viele Regionen Sachsens
Sensibilisierung von Ministerien,
Arbeitsagenturen, Jobcentern
und anderen Fachbehörden
für die Nutzung des erworbenen
Wissens durch ständigen
Erfahrungsaustausch
Bildung gemeinsamer Arbeitszirkel
zu relevanten Veränderungen in der
Gesetzgebung zu Arbeitsmarktgesetzen

image
26 |
Unsere Vision
Sicherung der Zukunfts- und Wett-
bewerbsfähigkeit der metallverarbeitenden
und Zulieferindustrie im Raum Ost-
erzgebirge / Dresden durch regionale
Branchenkooperation zur Sicherung
der Fach- und Führungskräftebasis auf
der Grundlage dualer Berufsausbildung.
Zielgruppe
Facharbeiter und Auszubildende
im Fachbereich Metall
Projektziele
Ziel des Projektes ist die berufs beglei-
tende Weiterbildung von Fachkräften
ausbildender Unternehmen als
»praxisorientierte Lernortkooperation
METALL« mit betrieblichen Auszubilden-
den zum »Zerspanungsmechaniker/in«
des dritten und vierten Ausbildungs-
jahres im Berufsschulzentrum Pirna.
Das Pro jekt wird im Landkreis
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge,
dem angrenzenden Raum
Landeshauptstadt Dresden sowie
dem Landkreis Bautzen umgesetzt.
Bestehende Netzwerk- und Koopera-
tionsstrukturen werden erweitert.
Kontakt
IMPRO – Interessenverband
Metall- und Präzisionstechnik
Osterzgebirge e. V. (IMPRO)
Hauptstraße 39
01768 Glashütte / Sachsen
Hubert Sperlich (Vorsitzender)
Peter Feine (Leiter Fachkräfte)
Tel. 035053 32091
Fax 035053 32097
fachkraefte@impro-praezision.de
www.impro-praezision.de
www.impro-karriere.de
Praxisorientierte Lernortkooperation METALL
Berufsbegleitende Weiterbildung für Facharbeiter und betriebliche Auszubildende
im Berufsschulzentrum für Technik Pirna
3. Preis 2010
Interessenverband Metall- und Präzisionstechnik Osterzgebirge e. V. (IMPRO)

image
| 27
Beruf und Arbeitswelt
Idee
Der IMPRO e. V. vertritt 15 Unternehmen der Metallbranche im Raum Glashütte /
Dresden. Seit 2005 betreibt er das Fachkräftenetzwerk Präzisionsmechanik Ost-
erzgebirge und engagiert sich besonders für regionale Be rufs orientierung und duale
Berufsausbildung als Basis der Fachkräftesicherung und Wettbewerbsfähigkeit. Um
die berufsbegleitende Weiterbildung von Facharbeitern zu effektivieren und gleichzei-
tig den Praxisbezug der Fach arbeiterausbildung zu verstärken, entwickelte der IMPRO
gemeinsam mit dem Beruflichen Schulzentrum (BSZ) für Technik Pirna einen Ansatz,
der beide Bildungsaufgaben miteinander verbindet. Das Besondere an diesem Projekt
ist, dass Kapazitäten der dualen Berufsausbildung mit be stehenden Praxiserfahrun-
gen der Wirtschaft für die Er wachsenen weiterbildung kombiniert werden.
Effizienz durch Austausch
Facharbeiterinnen und Facharbeiter werden berufsbegleitend gemeinsam mit Auszu-
bildenden im Beruf »Zerspanungsmechaniker*in« des 3. und 4. Ausbildungsjahres
unter Moderation von Fach ausbilderinnen und Fachaus bilder aktuelle fachliche Spe-
zialkenntnisse und -fäh ig keiten vermittelt. Dabei wird zielgerichtet ein Bil dungs-
austausch initiiert, der einerseits neueste Bil dungs inhalte, andererseits die Praxiser-
fahrungen älterer Facharbeitergenerationen einbezieht und letztlich allen
Teil nehmenden eine höhere Fach- und Handlungskompetenz verschafft. Die Einarbei-
tungszeit künftiger Jungfacharbeiterinnen und -facharbeiter verkürzt sich, und die
interne Kommunikation sowie der Wissens- und Erfahrungstransfer in den Unterneh-
men, aber auch im Branchennetzwerk IMPRO werden gefördert.
Hightech und Praxisbezug
Die Kurse berücksichtigen die individuellen Bildungs- und Erfahrungsvoraussetzun-
gen der im Arbeitsprozess stehenden Facharbeiterinnen und Facharbeiter; sie werden
in praxisbezogener Kleingruppenarbeit und auf der Grundlage tätigkeits- und / oder
bedarfsorientierter Lernaufträge durchgeführt. Ihre Inhalte bauen modular auf-
einander auf und berücksichtigen unterschiedliche Einstiegs- und Anspruchsniveaus.
Durch ihren Bezug auf die konkrete betriebliche Praxis besitzen sie eine hohe Anwen-
dungsrelevanz und Lösungs orientiertheit. Durchgeführt werden die Kurse im BSZ für
Technik in Pirna, in dessen Fachkabinetten dem neuesten Stand der Technik entspre-
chende, zeitflexibel nutzbare CNC-Auto matendreh maschinen zur Verfügung stehen.
Durch die Lernort kooperation Unternehmen – Berufsschule orientiert sich die be-
triebliche Weiterbildung von Facharbeitern somit eng an der modernen Ausrichtung
der Berufsausbildung.
Nutzbringende Partnerschaft
Das Projekt wird inhaltlich, organisatorisch, personell und finanziell vom IMPRO ge-
führt und in Abstimmung mit dem Beruflichen Schulzentrum für Technik und den
ausbildenden Unternehmen schrittweise umgesetzt. Die erforderliche Sach- und
Personalausstattung sowie die vorhandenen Netzwerkstrukturen stehen beiden Part-
nern zur Verfügung. Im Ergebnis steht ein bedarfsgerecht nutz bares Weiterbildungs-
konzept als künftig kostendeckende Kooperationsdienstleistung zwischen Wirtschaft
und Berufsbildungseinrichtungen. Die bestehende Koo perationsvereinbarung zwi-
schen IMPRO und dem BSZ für Technik wird zum gegenseitigen Nutzen um den
Geltungsbereich »Weiterbildung für Fachkräfte« ergänzt.

image
image
28 |
Zielgruppe
Jugendliche
Kinder
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
aus Verwaltungen, Firmen, Vereinen,
Verbänden
Kontakt
Volkshochschule Muldental
Lüptitzer Straße 2
04808 Wurzen
Tel. 03425 90470
angela.heine@vhs-muldental.de
www.vhs-muldental.de
Unsere Vision
Die Volkshochschule Muldental will
einen Beitrag zur besseren Vorbereitung
der Jugend lichen auf die aktuellen
Anforderungen in Aus bildung und Beruf
leisten. Gemeinsam mit Schulen und
engagierten Wirtschaftsunternehmen
der Region sollen Nachwuchskräfte
gezielt und praxis nah gefördert und
somit der regionale Bildungs- und
Wirtschaftsstandort gestärkt werden.
Dadurch soll die Region in Zeiten des
Fachkräftemangels für Absolventen
attraktiv bleiben.
»Kompetenz
plus
«
Initiative zur Zusammenarbeit von Schulen und Wirtschaftsunternehmen
im Muldental als Beitrag zur besseren Vorbereitung der Jugendlichen auf
aktuelle Anforderungen in Ausbildung und Beruf
2. Preis 2009
Volkshochschule Muldental
Projektziele
Anliegen von Kompetenzplus ist es,
den Jugendlichen anhand praktischer
Beteili gung an zielgebun denen Projekten
in Unternehmen der Region einen
detaillierten Einblick in verschiedene
Berufszweige zu geben und ihnen
wirtschaftliche Grundkenntnisse zu
vermitteln. Sie lernen, wie Projekt-
management funktioniert; was es heißt,
in einem Team zu arbeiten; welche
Bedeutung die Kommunikation unter-
einander und projektübergreifend hat.
Sie finden und beseitigen ihre Defizite
in Sprache, Stil und Ausdruck im Münd-
lichen und Schriftlichen und lernen
Eigen verantwortung zu übernehmen.

image
| 29
Beruf und Arbeitswelt
Attraktiv für beide Seiten
Kompetenzplus bündelt unterschiedliche Initiativen zur Berufsorientierung in der
Region. Die enge Kooperation zwischen Schulen und Unternehmen stärkt den regio-
nalen Bildungs- und Wirtschaftsstandort und hält ihn in Zeiten des Fachkräfteman-
gels für Absolventinnen und Absolventen attraktiv. In konkreten Projekten mit den
Unternehmen werden Anreize geschaffen, nach der Aus bildung in der Region zu
bleiben. Da die Ergebnisse der Projekte für die Unter nehmen direkt verwertbar sein
sollen, werden besonders Bereiche wie Marketing und Öffentlichkeitsarbeit ausge-
wählt, in denen mittelständische Unternehmen oft Hand lungsbedarf haben, weil ei-
gene Ressourcen hierfür fehlen.
So geht es in den Projekten z. B. darum, Unternehmens porträts und Übersichtsbro-
schüren zu Unternehmen in der Region zu erstellen, Internetauftritte zu gestalten
oder berufsorientierende Präsentationen von Unternehmen vorzubereiten. Die orga-
nisierten Projekte sind für Unternehmen so attraktiv, dass sie die hierfür benötigten
finanziellen Mittel und eigenes Personal zur Ver fügung stellen.
Die VHS begleitet die Initiative mit Kursen (telc-Sprachen zertifikat mit Prüfung,
Xpert-Kurs mit Prüfung, Kurse mit Kompetenznachweis – berufliche, fachliche, allge-
meine und soziale Kompetenzen), die mit einem europa weit anerkannten Zertifikat
abgeschlossen werden können. Kurse finden an den Schulen oder in der VHS zu Zeiten
statt, die für Schüler günstig sind. Für Projektbesprech un gen und Veranstaltungen
stellt die VHS Räumlichkeiten und EDV-Equipment.
Referenzprojekt: Website für die ECG
In einem Referenzprojekt arbeitet seit Oktober 2008 eine Gruppe von Jugendlichen
des Magnus-Gottfried-Lichtwer-Gymnasiums Wurzen erfolgreich in einem Projekt
für ein mittelständisches Leipziger Unternehmen. Für die ECG Erdgas-Consult GmbH
(Software und Beratungshaus für die deutsche und europäische Gasbranche mit circa
100 Mit arbeitern) soll eine internationale Medienpräsenz geschaffen werden. Konkre-
te Aufgabe der Jugendlichen ist es, für französischsprachige Zielmärkte in Europa
einen Internetauftritt in dieser Sprache zu erstellen. Neben den Einblicken in den
Ablauf des Unternehmens erhalten die Jugendlichen zusätzlich zur Projektarbeit mit
der telc-Prüfung ein europaweit anerkanntes Sprach-Zertifikat in Französisch. Die
besten Schülerinnen und Schüler erhalten die Möglichkeit, bei der ECG ein bezahltes
Praktikum zu ab solvieren. Die Langfristigkeit und der Erfolg der Zusammenarbeit
zeigen sich auch darin, dass mehrere ehemalige Schülerinnen und Schüler des Mag-
nus-Gottfried-Lichtwer-Gymnasiums Wurzeln in der ECG, eine Festanstellung oder
eine das Studium begleitende Tätigkeit gefunden haben.

image
30 |
Zielgruppe
Doktoranden der
TU Bergakademie Freiberg
Projektziele
Die Graduierten- und Forschungs-
akademie bietet einen Rahmen für
Kooperation, wissenschaftlichen
Austausch und gemeinsame Aktivi-
täten der Fakultäten der TU Berg-
akademie Freiberg, der verschiedenen
Promo tionskollegs,
Promotions-
programme und Initiativen, aber
auch für die Vernetzung der
Promovierenden untereinander –
auch über die Fachgrenzen hinaus.
Die umfangreichen externen
Kontakte der TU Bergakademie
Freiberg zu Unternehmen und
Wirtschaftseinrichtungen werden
den Promovenden zur Verfügung
gestellt, sodass sie schon
frühzeitig diese Netzwerke für
ihre weitere Karriereentwicklung
nutzen können.
Kontakt
Graduierten- und Forschungsakademie
der TU Bergakademie Freiberg
Nonnengasse 22
09599 Freiberg
Dipl.-Kffr. Stephanie Hasse
Tel. 03731 393377
grafa@tu-freiberg.de
www.grafa.tu-freiberg.de
Führungskräfteentwicklung durch wissenschaft-
liche Weiterbildung von Doktoranden
Strukturelle Unterstützung einer Graduierten- und Forschungsakademie
für alle Doktoranden der TU Bergakademie Freiberg
3. Preis 2009
TU Bergakademie Freiberg
Unsere Vision
Eine umfassende, qualitativ hochwertige
fachübergreifende Doktoranden-
begleitung in Form von Beratungen
und einem umfangreichen und
flexiblen Weiterbildungsangebot.
Künftige Einrichtung weiterer nationaler
und internationaler Promotionskollegs mit
den Themen Geowissenschaften, Material,
Energie und Umwelt.

| 31
Beruf und Arbeitswelt
Neuartige Doktorandenweiterbildung
Um den gestiegenen Anforderungen des europäischen Bildungsmarktes bezüglich der
dritten Stufe des Bologna-Prozesses, der Doktorandenweiterbildung, gerecht zu werden,
entschied die Universitätsleitung im Jahre 2002, das Pilotprojekt PHD-Programm
(Promotionen an Hochschulen), die strukturierte Doktorandenweiterbildung, an der
TU Bergakademie Freiberg einzuführen. Dieses Programm wurde nach 3 Jahren Laufzeit
durch den DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) als ein Best-Practice-
Beispiel aller geförderten PHD-Programme ausgezeichnet. Das bot den Anlass, dieses
bewährte Programm bis 2011 weiterzuführen. Gemeinsam mit weiteren Promotions-
kollegs hat sich aus dem PHD-Programm die Graduierten- und Forschungsakademie
als neue zentrale Struktureinheit etabliert. Die fachliche Betreuung der Doktoranden
erfolgt weiterhin durch die Betreuerinnen und Betreuer an den Fakultäten.
Vielfältiges Veranstaltungsangebot
Die Graduierten- und Forschungsakademie entwickelt, realisiert und evaluiert fach-
übergreifende Weiterbildungsangebote für die Doktoranden, um sie auf ihre zukünftige
Rolle als Wissenschaftler und Führungskraft in der Praxis vorzubereiten. Sie untersteht
direkt dem Prorektor für Bildung und arbeitet eng mit allen Fakultäten (Prodekantinnen
und Prodekanten, Promotionskommissionen, Doktoranden) und interfakultären Ein-
richtungen, zum Beispiel Sonderforschungsbereichen, Graduiertenkollegs u. a., zusammen.
In künftigen individuellen Betreuungsvereinbarungen werden im Rahmen der struktu-
rierten Doktorandenausbildung Ziele, Arbeitsaufgaben und Meilensteine des Promo-
tionsprojekts definiert. Zu den bisher realisierten Weiterbildungsangeboten gehören
Veranstaltungen zu Themen, die für die Zielgruppe relevant sind, wie z. B. Einführung in
die Hochschuldidaktik, wissenschaftliches Schreiben, Scientific Writing and Presenting
in English, Zeit- und Projektmanagement und Patentrecht.
Die Formen dieser Angebote reichen von Vorträgen, Kolloquien, Seminaren und Trainings-
kursen bis hin zu Exkursionen und promotionsbegleitenden Werkstätten. Diese Werk-
stätten bieten die Chance zur Vernetzung, zur Diskussion und zum gegenseitigen
Austausch und knüpfen an aktuelle Probleme und Aufgaben der Doktoranden an.
Effiziente Methodik
Hervorzuheben ist die methodische Gestaltung der Trainingsphase. Im Vordergrund
steht neben der Vermittlung inhaltlicher Aspekte das aktive Handeln und Reflektieren.
Dies geschieht über umfangreiche Feedbackprozesse, Gruppenarbeiten, Diskussionen
und Präsentationen. Die Veranstaltungen sind deshalb vorwiegend für eine Gruppe
von 9 bis 12 Teilnehmern konzipiert, damit zielgerichtet auf die Bedürfnisse der Teil-
nehmenden eingegangen werden kann. Die Konzepte sind so flexibel gestaltet, dass
die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei der aktiven Gestaltung des Lernprozesses
mitwirken können.

image
32 |
Zielgruppe
Jugendliche, Lehrerinnen und Lehrer
aus den Klassenstufen 10 und 11
von Gymnasien, beruflichen
Gymnasien und Fachoberschulen
des Landkreises Bautzen
Projektziele
Interesse der Jugendlichen wecken,
in der Region zu bleiben
Vorstellen attraktiver beruflicher
Laufbahnen in der Region im Bereich
Management und Existenzgründung
Beitrag zur Verhinderung der
Abwanderung von jungem,
hochqualifizierten Fachpersonal
Kontakt
Chancen für Sachsen e. V.
Petersstraße 48
09599 Freiberg
Tel. 03731 27111
info@chancen-fuer-sachsen.de
»Karriere hier«
Unterstützung nachhaltiger Berufsorientierung Jugendlicher –
Verhinderung der Abwanderung von motivierten jungen Menschen
2. Preis 2008
Chancen für Sachsen e. V., Freiberg
Unsere Vision
Junge Fachkräfte bleiben in Sachsen
und sind Motor der wirtschaftlichen
Entwicklung mit positiven Aus wirkungen
für den Arbeitsmarkt, auch in den
ländlichen Regionen.

image
| 33
Beruf und Arbeitswelt
Regionale berufliche Orientierung
für leistungsstarke Jugendliche Das Projekt »Karriere hier« zeigt interessierten Jugend-
lichen bereits vor ihrem gymnasialen Schulabschluss Möglichkeiten und Perspektiven
einer attraktiven beruflichen Laufbahn in der Region, setzt Impulse für die Entwicklung
eines kompetenten und innovativen Managements der regionalen kleinen und mittel-
ständischen Unternehmen und orientiert auf weitere, für die Region notwendige Existenz-
und Unternehmensgründungen.
Bei seiner Umsetzung arbeitete der Verein »Chancen für Sachsen« e. V. eng mit der Berufs-
akademie Bautzen sowie der DSA Dienstleistungen für Struktur- und Arbeitsmarkt-
entwicklung GmbH zusammen. Weitere wichtige Partner sind die Marketing-Gesellschaft
Oberlausitz-Niederschlesien mbH (MGO), die IHK-Geschäftsstelle Bautzen, das RKW Dresden
und die Kreissparkasse Bautzen, das Landratsamt sowie die Stadtverwaltung Bautzen.
Außerunterrichtliche Veranstaltungen
Ein modulares Angebot von Informationsveranstaltungen richtet sich an Gruppen von
jeweils ca. 20 interessierten Jugendlichen aus Gymnasien der ostsächsischen Landkreise.
Die Veranstaltungen finden außerhalb des Unterrichts statt und vermitteln den Teil-
nehmerinnen und Teilnehmern wichtige Handlungs- und Entscheidungsgrundlagen für
eine berufliche Orientierung in Richtung »Selbstständigkeit« bzw. »Management«.
Zu den inhaltlichen Schwerpunkten gehören Themen wie »Grundlegendes zum Manage-
ment«, »Der Manager«, »Erfahrungen erfolgreicher Unternehmensgründer aus der Region«,
»Wirtschaftliche Entwicklung der Region seit 1990«, »Unternehmensgründung und
berufliche Selbstständigkeit«, »Betriebswirtschaftliche und kaufmännische Grundlagen
der Unternehmenstätigkeit« und »Wirtschaftsförderung«.
Planspiel mit Firmengründungen
Im Projekt stellten die Jugendlichen den direkten Bezug zwischen ihren in einem Planspiel
gegründeten Firmen und den realen Bedingungen der Wirtschaftsregion her. Neben dem
Einsatz moderner Präsentationstechniken und neuer Medien ist insbesondere auf die
eigens für das Pilotprojekt erstellte Internetseite
(www.ba-bautzen.de/karriere-hier)
sowie die Intranet- Plattform zum Gedankenaustausch der Teilnehmer untereinander
hinzuweisen.
Weiterentwicklung des Projekts
Seit dem Projektstart in 2007 wurden bisher insgesamt 5 Staffeln »Karriere hier« erfolg-
reich durchgeführt, die sich einer wachsenden Nachfrage erfreuen. Intensive Unter-
stützung erfährt das Projekt durch die IG Metall und die Kreissparkasse Bautzen. Es hat
sich bewährt, dass der Verein Chancen für Sachsen e. V. bei der Umsetzung mit starken
Partnern wie der DSA GmbH und der Berufsakademie Bautzen zusammenarbeitet. Bis
zu 15 Unternehmen haben das Projekt durch Einblicke in Ihre Managementtätigkeit
und Vorträge bereichert.
Das Projekt wird regelmäßig auf Regionalmessen in Bautzen, Kamenz und Dresden
vorgestellt. Für den Herbst 2011 ist ein Treffen aller bisherigen »Karrieristen« in Bautzen
geplant. Damit zeigt sich bei »Karriere hier« in besonderer Weise die Nachhaltigkeit
einer anfänglich innovativen Idee.

image
image
34 |
Zielgruppe
Kinder und Jugendliche
Projektziele
Vernetzung lokaler Bildungs-
einrichtungen in der Region
Entwicklung bedarfsgerechter
Weiterbildungsangebote für
Kinder und Jugendliche sowie
Verbesserung ihrer Zugangs-
bedingungen für das Berufsleben
Vermittlung von Fachwissen und
Entwicklung von Kompetenzen
bei Kindern und Jugendlichen auf
den unterschiedlichsten Gebieten
Erwerb von Kompetenznachweisen
für Schülerinnen und Schülern
der Mittelschulen und Gymnasien
Kontakt
Volkshochschule Muldental
Hauptverwaltung Wurzen
Lüptitzer Straße 2
04808 Wurzen
Tel. 03425 90470
wurzen@vhs-muldental.de
www.vhs-muldental.de
Lernen
plus
– Langeweile
minus
Bereichsübergreifendes Bildungsprojekt zur Förderung der Ausbildungsfähigkeit
von Jugendlichen und von deren Chancen beruflicher Integration
1. Preis 2007
Volkshochschule Muldental
Unsere Vision
Wir wollen Kinder und Schüler in einer interessanten Art und
Weise auf die Anforderungen des lebenslangen Lernens
vorbereiten.
Zusätzlich zu den staat lichen Schul abschlüssen gewinnen
international anerkannten Kompetenznachweise immer mehr
an Bedeutung. Durch die Vermittlung zusätzlichen Wissens als
Ergänzung zum Lehrplanstoff wird die Möglichkeit zur
Erlangung von Kompetenznachweisen maßgeblich erhöht.
Gemeinsam mit allen Projektpartnern wollen wir den ange-
strebten ganzheit lichen Bildungsgedanken umsetzen.

| 35
Beruf und Arbeitswelt
Flächendeckend Kursangebote im Muldentalkreis
Die Volkshochschule Muldental unterbreitet mit circa 17.000 Unterrichtseinheiten ein
inhaltlich breit gefächertes und flächendeckendes Angebot. Die Kurse werden in den
beiden Geschäftsstellen in Wurzen und in Grimma sowie in acht Außenstellen im Landkreis
angeboten. Mit den Städten und Gemeinden, in denen Außenstellen der VHS einge-
richtet sind, existieren Verträge, die u. a. die kostengünstige Nutzung gemeindeeigener
Räume für die Kurse und Veranstaltungen der VHS regeln. Auf der Grundlage dieser
Verträge entwickelte sich in den letzten Jahren auch eine intensive Zusammenarbeit mit
einigen Schulen. Aus der Analyse der Altersstruktur der Kursteilnehmer der VHS lässt
sich ein steigendes Interesse von Kindern und Jugendlichen an VHS-Kursangeboten
erkennen.
Erfolgreicher Einstieg in die berufliche Zukunft
durch zusätzlich erworbenes Wissen
Exemplarisch stehen dafür international anerkannte Kompetenznachweise in
Sprachen oder EDV. Aus diesen Erkenntnissen entstand die Projektidee »Lernen
plus
Langeweile
minus
«. Sie geht von der schon vorhandenen dezentralen Angebotsstruktur
der VHS Muldental aus; den Kern des Projektes bilden neu abgeschlossene bzw. noch
abzuschließende Kooperationsvereinbarungen mit Schulen und Kindergärten. In ihnen
wird die Zusammenarbeit geregelt und jährlich in einer Planungskonferenz das Kurs-
angebot für die Kinder, Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrerinnen und Lehrern
und Erzieherinnen und Erzieher abgestimmt.
Kurszeiten und Inhalte gezielt ausgewählt
In den Schulen werden die Kurse zu Zeiten angeboten, die auf den Unterricht und die
Fahrzeiten des Schülerverkehrs abgestimmt sind. Die Schülerinnen und Schüler be-
zahlen jeweils ein Kursentgelt, wobei sie teilweise auch Förderung erhalten. Telc-
Sprach prüfungen in Mittelschulen und Gymnasien beispielsweise werden durch die
VHS selbst, den Sächsischen Volkshochschulverband e. V. sowie die telc GmbH finanziell
unterstützt.
Beispiele für Kursangebote in Schulen und Kindergärten sind: Kindertagesstätten –
Begegnungssprache Englisch, Mittelschulen – telc-Prüfungen B1 (Englisch), Gymnasien –
telc-Prüfungen B1, B2, C1 (Englisch, Spanisch). Zusätzlich zu den Schülerkursen gibt
es Kurse für Eltern und Lehrer. In den Kindergärten werden überwiegend Englisch-
Sprachkurse angeboten.

image
36 |
Zielgruppe
Mädchen, junge Frauen
Eltern
Lehrende
Unternehmen
Multiplikatorinnen und Multiplikatoren
aus Politik und Verwaltung
Projektziele
die Berufswahlkompetenz
der Mädchen und jungen Frauen
ausbauen und berufliche
Perspektiven erweitern
dazu beitragen, dass die Unter-
nehmerinnen und Unternehmer das
große Potenzial junger Frauen als
fähige und kompetente Arbeitskräfte
erkennen
Unterstützung junger Frauen bei
der Arbeitsplatzsuche
Abwanderungstendenzen
entgegenarbeiten
Kontakt
Internationales Begegnungszentrum
St. Marienthal
Öffentliche Stiftung bürgerlichen Rechts
PONTES-Agentur
St. Marienthal 10
02899 Ostritz – St. Marienthal
Tel. 035823 77252
Fax 035823 77250
pontes@ibz-marienthal.de
www.pontes-pontes.de
Impuls feminin
Chancen für die Region durch Chancen für junge Frauen
3. Preis 2007
Internationales Begegnungszentrum St. Marienthal / PONTES-Agentur
Unsere Vision
Ganzheitliche Berufsorientierungs-
konzepte, die sowohl an den Bedürfnis-
sen der Mädchen und jungen Frauen
als auch den Bedarfen der regionalen
Unternehmen anknüpfen und die
Region als Bildungs- und Wirtschafts-
standort stärken.

image
| 37
Beruf und Arbeitswelt
Ganzheitlich integriertes Berufsorientierungsangebot
Die Region Oberlausitz-Niederschlesien ist als strukturschwacher, peripherer Raum
durch demografische und sozialstrukturelle Probleme wie hohe Jugendarbeitslosigkeit
sowie Mangel an Fachkräften in einigen Branchen gekennzeichnet. Hinzu kommt eine
überdurchschnittlich hohe Abwanderung von Mädchen und jungen Frauen infolge
fehlender beruflicher Perspektiven.
Das Kooperationsprojekt »Impuls feminin« fördert die Berufswahlkompetenzen der
Mädchen und jungen Frauen und erweitert deren berufliche Perspektiven, z. B. durch
die Etablierung frauenuntypischer Berufe. Dies geschieht durch die Entwicklung und
Erprobung eines ganzheitlich integrierten Berufsorientierungsangebotes unter Berück-
sichtigung der besonderen Bedingungen im strukturschwachen ländlichen Raum.
Gleichzeitig trägt das Projekt dazu bei, dass die Unternehmerinnen und Unternehmer
der Region zunehmend das große Potenzial junger Frauen als fähige und kompetente
Arbeitskräfte erkennen.
Direkter Kontakt von Mädchen und jungen Frauen zu den Unternehmen
Der moderierte Austausch und das Lernen voneinander – z. B. durch Betriebsbesich-
tigungen und Interviews – sorgt für die erfolgreiche Verknüpfung der beiden Interessen-
gruppen und motiviert die Unternehmen, in ihren Betrieben noch stärker als bisher
junge Frauen einzusetzen.
Die Umsetzung des Projektes »Impuls feminin« in einem bildungsbereichs- und träger-
übergreifenden Netzwerk, in dem neben Weiterbildungsträgern auch Unternehmen,
politische Entscheidungsträger, die Arbeitsverwaltungen und andere regionale Akteure
integriert sind, initiiert einen gemeinsamen Lernprozess. Dieser sensibilisiert die ver-
schiedenen Akteure für die Notwendigkeit der Chancengerechtigkeit von Frauen und
Männern im Bildungs- und Beschäftigungsbereich als Erfordernis einer zukunftsfähigen
Regionalentwicklung unter den Bedingungen des demografischen Wandels. Gleichzeitig
qualifiziert er die Partner zu gemeinsamen koordinierten Aktivitäten.
Im Projekt umgesetzte Maßnahmen
Aufbau eines trägerübergreifenden
Netzwerkes
Durchführung eines regionalen
Bildungsforums »Mehr Berufs-
chancen für Mädchen in der Region
Oberlausitz–Niederschlesien«
Erweiterung des Euroregionalen
Bildungsportals
www.bildungsmarkt-
neisse.de durch Integration eines
Informationspools zur Berufs-
orientierung junger Frauen in der
Region sowie einer Praktikumsbörse
Entwicklung eines E-Learning- Moduls
zur Berufsorientierung im Rahmen
einer Workshop reihe gemeinsam mit
der Adressatinnengruppe Mädchen /
junge Frauen
Durchführung des Girls’ Day
mit inhaltlicher und geographischer
Erweiterung zum
»Euroregionalen Girls’ Day«
Evaluierung und Qualitätsentwicklung:
Erfassung und Analyse des Aus-
bildungs- und Einstellungsbedarfs
bei regionalen Unternehmerinnen
und Unternehmern; Befragung
der jungen Frauen hinsichtlich ihres
Bedarfs an Ausbildungs- und
Arbeitsplätzen
Handlungsorientierte Workshops für Mädchen und junge Frauen
sowie Unternehmerinnen und Unternehmer
Inhalte:
Auseinandersetzung mit eigenen
Interessen, Kompetenzen, Zukunfts-
vorstellungen, Geschlechterrollen
Erarbeitung eines Interviewleitfadens
eigenständige Recherche nach
Berufs informationen bei Unternehmen
der Region
Mädchen und junge Frauen entdeckten im direkten Kontakt mit Unternehmen
vorzugsweise männlich belegte Berufsfelder und erstellten eigene Beschreibungen
der Berufsbilder, welche anschließend auf dem Euroregionalen Bildungsportal
www.bildungsmarkt-neisse.de
veröffentlicht wurden.

image
38 |
Zielgruppe
Erwachsene, Jugendliche, Kinder,
Senioren, Migranten und Familien
Firmen, Verbände und Vereine,
Kommunen
Teilnehmerinnen und Teilnehmern
aus geförderten Maßnahmen
der Agentur für Arbeit, ARGE und
des Europäischen Sozialfonds
Projektziele
Verknüpfung von Qualitätsmanage-
ment und Netzwerkarbeit als
tragfähiges Gestaltungskonzept
Qualitätsentwicklungsarbeit in der
eigenen Einrichtung wird mittel- und
langfristig zu einer selbsttragenden
Aktivität
dabei Nutzung des Netzwerkverbunds
als Plattform zur gegenseitigen
effizienten Unterstützung
durch die Verbundlösung eine
geeignete Finanzierungsmöglichkeit
für alle Partner finden
Kontakt
Volkshochschule Leipziger Land
Geschäftsstelle Geithain
Ossaer Weg 24 | 04643 Geithain
Tel. 034341 42936
Geschäftsstelle Geithain:
k.wehr@vhsleipzigerland.de
allgemein:
info@vhsleipzigerland.de
www.vhsleipzigerland.de
Qualitätsmanagement als Lernprozess
Kontinuierlich-zielgerichtete Qualitätsentwicklung und -sicherung
als Lernprozess im Netzwerkverbund sächsischer Bildungseinrichtungen
mit dem Qualitätsmanagementsystem QES
plus
3. Preis 2006
Volkshochschule Leipziger Land und Partner
Unsere Vision
Durch das starke Netzwerk entwickelt
sich QES
plus
in der Wahrnehmung
der Öffentlichkeit zu einem Gütesiegel
für qualitativ hochwertige Bildungs-
angebote und wird somit zu einem
Kriterium bei der Wahl der Bildungs-
einrichtung.

image
| 39
Beruf und Arbeitswelt
Verknüpfung von Qualitätsmanagement und Netzwerkarbeit
Die Leitidee des Projektes besteht in der Verknüpfung von Qualitätsmanagement und
Netzwerkarbeit zu einem tragfähigen Gestaltungskonzept. Ein Kriterium des Qualitäts-
managementsystems QES
plus
, Qualitätsentwicklungsarbeit in Einrichtungen der Erwach-
senen- bzw. Weiterbildung von Beginn an im Verbund zu favorisieren, erwies sich
auch in der Entwicklungsgeschichte des Netzwerkverbundes als sinnvoll und für alle
Beteiligten Gewinn bringend. Dahinter steht die Erfahrung, dass Qualität nicht mit der
Einführung eines Qualitätsmanagementsystems per se entsteht. Die Herausforderung
liegt darin, sie in einem zielgerichteten Prozess kontinuierlicher Reflexion zu entwickeln
und zu sichern. Die Förderung von Synergieeffekten und die Bündelung von Kompeten-
zen, die die verschiedenen Einrichtungen aus ihrer täglichen Bildungspraxis in die
Netzwerkarbeit einbringen, fördern Kompetenzen zur Qualitätsentwicklung und er-
leichtern es, die einrichtungsspezifische Arbeit systemisch zu gestalten. Im Rahmen des
Projekts QES
plus
arbeiten zunächst zwei regionale Netzwerke von jeweils vier Partnern
weitestgehend unabhängig voneinander und werden in zwei netzwerkübergreifenden
Workshops zur gemeinsamen Qualitätsentwicklungsarbeit zusammengeführt. Die
ausgesprochen positiven Erfahrungen aus diesen Treffen veranlassen die beteiligten
Akteure auch nach dem Auslaufen der finanziellen Förderung durch den Freistaat
Sachsen, die gemeinsame Arbeit zur Qualitätsentwicklung fortzusetzen und die beiden
Netzwerke zum Netzwerkverbund QES
plus
zusammenzuschließen. Seit dessen Konstitu-
ierung im 1. Quartal 2005 arbeiten die Partner des Netzwerkverbundes QES
plus
kontinuier-
lich und eigenfinanziert zusammen. Als Basis der Kooperation dienen gemeinschaftlich
verabschiedete Vereinbarungen zu Zielen und zur Arbeitsweise im Verbund.
Gestaltung der Netzwerkaktivitäten
Um sich der gemeinsamen Aufgabe einer beständigen Qualitätsverbesserung im Sinne
des Qualitätsentwicklungskreises nach QES
plus
zu stellen, verständigten sich die Netzwerk-
partner auf die regelmäßige Durchführung thematischer Netzwerktreffen. Diese quartals-
weise stattfindenden Treffen werden in der Tradition des Netzwerkes im rotierenden
Verfahren in den beteiligten Einrichtungen durchgeführt. Im Hinblick auf die Initiierung
und Gestaltung unseres Netzwerkes haben sich in der Praxis folgende Organisations-
und Lernschritte bewährt:
Treffen der Projektpartner, um
sich mit dem Modell auseinander-
zusetzen und dieses mit den aktuel-
len Aufgaben zu verknüpfen
Rückkehr in die eigene Einrichtung und
konkrete Arbeit mit QES
plus
um im
Prozess der Arbeit das Lernen von
Sichtweisen und Instrumenten zur
Qualitätsentwicklung voranzubringen
erneutes gemeinsames Treffen zur
Reflexion der geleisteten Arbeit und
zum Erfahrungsaustausch
erneut Arbeit in der eigenen
Einrichtung usw.
Erfolge des Ansatzes:
Im November 2005 konnte ein Ziel des Netzwerkverbundes QES
plus
erreicht werden –
alle beteiligten Bildungseinrichtungen wurden erfolgreich durch den TÜV Thüringen e. V.
zertifiziert. Weitere sächsische Bildungseinrichtungen haben bereits ihre Mitarbeit im
Netzwerkverbund angeboten, um die Einführung des Qualitätsmanagementsystems
im eigenen Hause zu unterstützen. Darüber hinaus folgen diesem Ansatz ein weiteres
Netzwerk aus sieben sächsischen Volkshochschulen, der Netzwerkverbund von Partner-
einrichtungen der Lernenden Region Leipzig sowie die W+M 2000 GmbH Chemnitz mit
ihren sieben regionalen Standorten in Sachsen, die im Auftrag der Sächsischen Landes-
anstalt für Medien die Sächsischen Ausbildungs- und Erprobungskanäle (SAEK) ver-
antwortlich gestaltet bzw. organisiert.

image
40 |
Zielgruppe
kleine und mittelständische
Unternehmen
Fachkräfte
Arbeitssuchende
Berufsfachschulabsolventinnen
und -absolventen
Realschülerinnen und -schüler
Abiturientinnen und Abiturienten
Jugendliche an der Schwelle zur
Arbeitswelt
Projektziele
flexible Fachkräfte für die Wirtschaft
in den verschiedenen Bereichen der
Biotechnologie zur Verfügung stellen,
die in der Lage sein sollten, englisch-
sprachige Fachliteratur zu bewältigen
oder in Unternehmen zu arbeiten,
in denen Englisch Unternehmens-
sprache ist
Teilnehmern mit unterschiedlichsten
Vor kenntnissen den Einstieg in
die Branche der Biotechnologie
ermöglichen
Kontakt
Bildungsinstitut PSCHERER gGmbH
Reichenbacher Straße 39
08485 Lengenfeld
Tel. 037606 390
info@pscherer-online.de
www.pscherer-online.de
Fachkraft für Biotechnologie
Weiterbildung mit englischsprachiger Ausrichtung
3. Preis 2005
Bildungsinstitut PSCHERER gGmbH
Unsere Vision
Als Bildungsinstitut verstehen wir uns
als regionaler Moderator, der die Fäden
zwischen den Partnern, die an verschie-
denen Bildungs-, Beratungs- und
Entwicklungsprozessen beteiligt sind,
in effektiver und konstruktiver Weise
verknüpft.

image
| 41
Beruf und Arbeitswelt
Ausbildung zur Fachkraft für Biotechnologie
Seit 1991 führt das Bildungsinstitut PSCHERER gGmbH (Lengenfeld / Vogtland) an seiner
staatlich anerkannten Berufsfachschule laborbezogene Ausbildungen mit staatlichem
Abschluss durch. In Erwartung des Ausbaus der Biotechnologie in Sachsen begannen
ab 1997 die Vorbereitungen zur Aufnahme einer diesbezüglichen Erstausbildung. So
startete im Jahre 1999 die Ausbildung von »Technischen Assistenten / Assistentinnen für
chemische und biologische Laboratorien« an der Berufsfachschule für Technik Lengenfeld.
Im Jahr 2000 wurde im Rahmen des Vogtländischen Energie- und Umweltparkes Lengenfeld
ein neues chemisch-biologisches Laboratorium in Betrieb genommen. Ausgehend von
der Erkenntnis, dass die Inhalte der zweijährigen Ausbildung zum Beruf »Technische*r
Assistent*in für chemische und biologische Laboratorien« in Bezug auf die Anforderungen
der Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen der Biotechnologie-Sparte noch
ausbaubar ist, entwickelte das Bildungsinstitut PSCHERER gGmbH in Abstimmung mit
Unternehmen der Region im selben Jahr die Weiterbildungsmaßnahme »Fachkraft für
Biotechnologie«.
In Sachsen zum ersten Mal »Fachkräfte für Biotechnologie« ausgebildet
Den Teilnehmern, die aus ganz Sachsen kamen, wurde eine moderne Ausbildung zuteil,
die einen Theorie- und einen Laborteil umfasst und in den Betriebspraktika in Sachsen
sowie besonders in England ihren Höhepunkt hatte.
Der Qualifizierung lag ein Stoffverteilungsplan mit folgenden inhaltlichen Schwerpunkten
zugrunde: Grundlagen der Biotechnologie, Biochemie, Molekularbiologie und Molekular-
genetik, angewandte Biotechnologie, Bioethik, Information und Kommunikation, Rechts-
kunde und Biotechnologie, Europäische Union, Qualitäts- und Umweltmanagement,
Laborpraktische Ausbildung in fünf thematischen Praktika, zwei 6-wöchige Betriebs-
praktika in Deutschland und England, Englisch in Umgangssprache und Labor.
Besonderer Wert wurde auf labortechnische Grundfertigkeiten in folgenden Einzel-
praktika gelegt: Methodenpraktikum Chemie, Zytologisches Praktikum, Zell- und Gewebe-
kultur-Praktikum, Biotechnologisches Praktikum, Biochemiepraktikum.
Der 2. Durchgang konnte bereits 2002 beginnen. Im gleichen Jahr wurde das Projekt
»Fachkraft für Biotechnologie« im Rahmen des europäischen Forschungsprojekts »Local
actions for employment« (Generaldirektion der EU-Kommission – Beschäftigung und
lokale Entwicklung) als »European best practice« – Beispiel benannt und im Mai 2003
in Maastricht auf dem »International meeting exchange ideas, experiences and instru-
ments« vorgestellt.
Orientierung auf das Auslandspraktikum in Großbritannien
Ausgerüstet mit dem »Europass Berufsbildung«, den Zertifikaten der Universitäten
Cambridge und Leicester, den Bescheinigungen der deutschen Praktikumbetriebe sowie
den Zeugnissen der Ausbildung im Bildungsinstitut PSCHERER gGmbH konnten die
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Jahrgangs 2002/03 Arbeitsplätze in renommierten
Firmen und Instituten akquirieren. Keiner der Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieses
Jahrgangs wurde aus der Maßnahme in die Arbeitslosigkeit entlassen. Der dritte Durchgang
der »Fachkraft für Biotechnologie« begann mit 16 Teilnehmern am 1. September 2004.
Dazu war der Lehrplan weiterentwickelt worden.
Unter Beachtung der Erfordernisse der BIOTEC-Unternehmen wurde der Laboraus-
bildungsteil um mehrere Praktika erweitert. Auch das Sprachmodul Englisch wurde
noch konsequenter auf biotechnologisches Laborenglisch ausgerichtet, was sich auch
in Deutschland bewährte, wo Englisch in einigen Unternehmen die Arbeitssprache ist.
Sieben mal wurde das EU-Projekt bisher durchgeführt. Insgesamt 90 junge Menschen
konnten mit der Ausbildung Fachkraft für Biotechnologie ihre Chancen und Einsatz-
möglichkeiten am Arbeitsmarkt deutlich erhöhen. Gefördert wurden die Maßnahmen
durch den europäischen Sozialfonds und den Freistaat Sachsen.

image
42 |
Zielgruppe
Kinder und Jugendliche
Institutionelle Nutzergruppen
Wirtschaftsunternehmen
verschiedener Branchen, Unternehmen,
die Nachwuchs suchen
Projektziele
Junge Menschen werden für die
Zusammenhänge zwischen Technik,
Naturwissenschaft und Wirtschaft
interessiert und sensibilisiert. Sie
können sich beruflich besser orientieren
und sich auf eine mögliche Existenz-
gründung vorbereiten. Langfristig strebt
das Projekt an, den Fachkräfte- und
Unternehmensnachwuchs von morgen
zu rekrutieren und das Konzept
»GaraGe« zum Exportartikel Leipzigs
und Sachsens zu entwickeln.
Kontakt
VDI – GaraGe gemeinnützige GmbH
(vormals: Technologiecentrum
für Jugendliche gGmbH GaraGe)
Karl-Heine-Straße 97
04229 Leipzig
Tel. 0341 870860
kontakt@g-a-r-a-g-e.biz
www.g-a-r-a-g-e.biz
Der neue Lernort
Technologiecentrum für Jugendliche mit Lehrangeboten,
Beratung etc. zur Vermittlung zwischen Schule und Wirtschaft
3. Preis 2003
Technologiecentrum für Jugendliche gGmbH GaraGe
Unsere Vision
Das Konzept für das Modellprojekt
»GaraGe« wird weiter ausgebaut und
den Erfordernissen potenzieller Nutzer
angepasst. Dabei gilt es verstärkt,
die einzelnen Angebote methodisch-
didaktisch professionell abzusichern,
damit die GaraGe im Wettbewerb
der Bildungseinrichtungen bestehen
kann und als »Lernort« bundesweit
transferierbar wird.

image
| 43
Beruf und Arbeitswelt
Erstes Technologiecentrum für Kinderund Jugendliche in Sachsen
Das Technologiecentrum bietet mit seinen über 80 Lehrangeboten / -programmen für
schulische und außerschulische Beschäftigung mit Technik, Naturwissenschaft und
Wirtschaft, seiner Praktikumsbörse, der Beratung und Betreuung von Schülerunter-
nehmen usw. ein fächerübergreifendes Lehr- und Ausbildungsangebot für Kinder und
Jugendliche, Lehrer und Eltern sowie Multiplikatoren.
Vermittlung zwischen Schule und Wirtschaft
Die GaraGe ist ein Kompetenzzentrum für die Themen Jugend und Technik sowie Jugend
und Wirtschaft. Die Einmaligkeit des Konzeptes besteht in seiner Vermittlung zwischen
Schule und Wirtschaft. Die so entstehende Dynamik von Partnern und Ressourcen
garantiert die Qualität der Angebote auf hohem professionellem Niveau. Die GaraGe
versteht sich auch als Kommunikationszentrum zwischen den genannten Zielgruppen,
um Leistungsanforderungen und Leistungsfähigkeiten zu definieren. Die Mitarbeiter
der GaraGe verfügen über das Know-How und die Erfahrungen, alle Beteiligten für diesen
Dialog zu aktivieren, ihn zu organisieren und letztlich ergebnisorientiert zu steuern.
Die Weiterentwicklung des Projekts
Im Jahr 2002 besuchten insgesamt 58.000 Kinder und Jugendliche das Technologie-
centrum. Die Tatsache, dass die GaraGe als Non-Profit-Unternehmen bereits jetzt in
ein komplexes Marktsystem eingebunden ist, das sich durch einen hohen Vernetzungs-
grad auszeichnet, bewirkt außerdem eine stetige Ausdehnung des nationalen Einzugs-
bereiches. Besucherklassen aus den westlichen Bundesländern sind keine Ausnahme
mehr, gegenwärtig wird der Transfer des Konzeptes in einige andere deutsche Städte
vorbereitet. Hier wird die GaraGe als Service den Transfer sowie die Beratung und
Betreuung der zukünftigen Partner anbieten.

image
44 |
Zielgruppe
Unternehmer
Führungskräfte
Fachkräfte
Jugendliche
Arbeitsuchende
Projektziele
im Bereich der beruflichen Bildung
Fachkräfte mit Kompetenzen
im Umgang mit modernster CNC-
Steuerungstechnik ausbilden
dem Mangel von CNC-Fachkräften
in 79 Unternehmen entgegenarbeiten
die Kooperation der Träger durch
aufeinander abgestimmte Investitionen
und in der Lehrorganisation
Kontakt
Bildungswerk der
Sächsischen Wirtschaft e. V.
Rudolf-Walther-Straße 4
01156 Dresden
Postfach 280364
01143 Dresden
Tel. 0351 425020
info@bsw-mail.de
www.bsw-ev.de
CNC-Kompetenzzentrum
Kooperatives Unternehmensnetzwerk zur Qualifizierung von CNC-Fachkräften
2. Preis 2002
Bildungswerk der Sächsischen Wirtschaft e. V.
Unsere Vision
Hoher Wirkungsgrad mit Weiterbildung
in Sachsen

image
image
| 45
Beruf und Arbeitswelt
Das CNC-Kompetenzzentrum
ist ein Netzwerk aus den Einrichtungen »BbV – Berufsbildungsverein Annaberg«, »bsw –
Bildungswerk der Sächsischen Wirtschaft« und »BZE – Bildungszentrum Erzgebirge«.
Ausgangspunkt war eine spezifische Herausforderung: 79 Unternehmen brauchten
CNC-Fachkräfte. Für deren Qualifizierung wurde ein Konzept geschaffen, und zwar in
Zusammenarbeit von Arbeitsamt, Unternehmen und den Bildungsträgern. Auf dieser
Grundlage wurden Qualifizierungsmaßnahmen durchgeführt. Die ersten drei Lehrgänge
erreichten eine Vermittlungsquote von 100 Prozent. Mittlerweile wurden 232 Personen
qualifiziert. 92 Prozent konnten eine Arbeit aufnehmen.
Leitidee und Innovation
Beim CNC-Kompetenzzentrum besteht die Leitidee darin, berufliche Fähigkeiten und
Fertigkeiten in ihrem Gesamtspektrum genau zu beschreiben, und zwar bezogen auf die
regional eingesetzten Steuerungen von CNC-Maschinen, daraus Bildungsmaßnahmen
abzuleiten, die jeweils einen Teilbereich erfassen und diese Teilbereiche mit verschiedenen
Trägern zu verwirklichen, wobei die Teilnehmer in einem Rotationsprinzip alle Teilbe-
reiche und damit alle Träger durchlaufen. Darin liegt zugleich die Innovation des
Projektes: in einer Verbindung aus Arbeitsteilung und Kooperation zwischen Bildungs-
einrichtungen, die eigentlich Konkurrenten sind.
Vorteile
betriebswirtschaftlich und bildungsökonomisch: nötige Neuinvestitionen für die
Qualifizierungsmaßnahmen geschehen nach Absprache, sodass – einfach gesagt –
nicht einer alles kaufen muss und außerdem noch eine Vielfalt an Maschinen-
technik mit unterschiedlichen Steuerungen erreicht wird;
regionalwirtschaftlich und arbeitsmarktpolitisch: Stärkung der regionalen
Wirtschaft durch präzise Qualifizierung;
individuell für den einzelnen Nutzer: Erwerbstätigkeit in der eigenen Heimatregion
Man kann also durchaus von einem Modell sprechen. Dementsprechend kommt es zu
Nachnutzungen (Arbeitsamtsbezirke Bautzen und Riesa und Interesse in Karlovy
Vary / Tschechien). Innovation betrifft somit zum einen die Ideen. Sie geben Kraft und
Zielrichtung. Innovation betrifft aber auch die Umsetzung, d. h. die Struktur. Das CNC-
Kompetenzzentrum hat seinen Kern in der arbeitsteiligen Kooperation der drei Bildungs-
träger. Zu diesem innovativen Kooperationsverbund gehören außerdem die Handwerks-
kammer Chemnitz (Abnahme der Prüfungen), die Firma Henka Rittersgrün (als direkte
Vertretung der Wirtschaft im CNC-Kompetenzzentrum), weitere Unternehmen der
Wirtschaftsregion Erzgebirge und das Arbeitsamt Annaberg-Buchholz. Auf Letzteres
sei besonders hingewiesen. Hieran wird nämlich deutlich, wie viel Innovationsmöglich-
keit in der herkömmlichen Struktur steckt und auch verwirklicht wird. In der aktuellen
Diskussion zu Arbeitsamt und geförderter Weiterbildung wird das manchmal übersehen.
Damit schließt sich der Kreis zu dem Motto »Herausforderung der Zeit und Antwort
durch Lernen und Bildung«.

image
46 |
© unsplash.com | Rock Staar

image
Preisträger der Kategorie:
Kultur und Interkulturalität
Weiterbildung - Was am Anfang einer Bildungslaufbahn
mühselig erscheinen mag, trägt im Laufe des aktiv
gelebten Lebens immer mehr zur Horizonterweiterung und Bereicherung
in der Persönlichkeitsentwicklung bei. Diesen umfassenden Bildungs-
prozess durch einen Innovationspreis zu mobilisieren, dient den
Einzelnen und der Gesellschaft als Ganzes, sei es für die lebendige
Auseinandersetzung mit der Geschichte, sei es für die Ertüchtigung
engagierter Bürgerinnen und Bürger, insgesamt für eine Kultur
des Verstehens und der Verständigung einer zunehmend diversen
Gesellschaft.
Dr. Norbert Haase
Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus
Referent, Referat 21, Allgemeine Kulturangelegenheiten, Sorben,
Erinnerungskultur
Technologische und mediale Veränderungen beeinflussen
nicht nur unsere Alltags-, sondern auch die Berufswelt.
Für die Weiterbildung ist es von enormer Bedeutung diese
Veränderungen mit einfließen zu lassen und das nicht nur inhaltlich.
Die Preisträger*innen zeigen, wie man sich auf »digitale Füße«
stellen kann.
Janet Torres Lupp
AWO Akademie Mitteldeutschland und Koordinierungsstelle Medienbildung
Leiterin Bereich Weiterbildung (AWO) und Projektleiterin (KSM)
Durch die aktuellen politischen Entwicklungen und gesell-
schaftlichen Notwendigkeiten in Sachsen herausgefordert,
gehören Projekte zum Thema «Kultur und Interkulturalität” seit
der Auslobung des Sächsischen Innovations preises Weiterbildung
immer wieder zu den für mich bemerkenswertesten Projekten.
Ihre besondere Stärke: Integration wird als ein umfassender
Bildungsprozess aufgefasst, der bei der Zielgruppe Kopf, Herz und
Hand betrifft.
Reinhard Langer
Verband Sächsischer Bildungsinstitute e. V., Hauptgeschäftsstelle
Kulturelle Vielfalt bereichert unser Land. Interkulturelle
Weiterbildung hilft, Menschen aus anderen Kulturen als eine
solche Bereicherung zu begreifen.
Prof. Gerald Svarovsky (Juryvorsitz)
Repräsentant der ESO Education Group
Bereich Bildung und Arbeitsmarkt

image
48 |
»Engagierte Stadt Görlitz –
Gemeinsam qualifizieren und vernetzen«
Bürgerschaftlich Engagierte als aktive Gestalterinnen und Gestalter
von Gesellschaft und Demokratie stärken
1. Preis 2019
Görlitz für Familie e. V.
Zielgruppe
Menschen, die sich kurz- oder
langfristig bürgerschaftlich
engagieren in Vereinen, Initiativen,
Verbänden, Projekten etc.
Engagierte aus allen Bereichen
(wie bspw. Familienhilfe, internationale
Jugendarbeit, Senior*innenarbeit,
Soziokultur, Kunst und Kultur, Natur-
und Umweltschutz, Demokratie-
förderung, Stadtpolitik oder Sport)
Menschen, die sich künftig gern
freiwillig engagieren möchten
Projektziele
Vereine und Engagierte als aktive
Gestalter*innen von Stadt und
Gesellschaft stärken und in ihrer
Selbstorganisation befähigen
mehr Görlitzer*innen für ein
frei williges Engagement begeistern
Kontakt
Görlitz für Familie e. V.
Demianiplatz 7
02826 Görlitz
Daniel Wiesner (Vorstandsmitglied)
vorstand@goerlitz-fuer-familie.de
Anna Olbrich (Projektkoordination)
engagierte-stadt@goerlitz-fuer-familie.de
Tel. 03581 8790282
www.engagiertes-goerlitz.de
www.goerlitz-fuer-familie.de
www.facebook.com/engagiertestadtgoerlitz
Unsere Vision
Görlitz hat eine vielfältige und aus-
geprägte Engagementlandschaft.
Mehr als 400 Vereine und zahlreiche
Initiativen ermöglichen eine aktive
Teilhabe am gesellschaftlichen Leben:
die Menschen machen die Stadt!
Unsere Vision: bürgerschaftliches
Engagement ist eine selbstbewusste
und an erkannte Säule der Stadt-
entwicklung. Dafür bauen wir an nach-
haltigen Struk turen für die gezielte
Zusammenarbeit von Zivilgesellschaft,
Stadt verwaltung und Wirtschaft und
entwickeln Qualifizierungs- und
Vernetzungsangebote für Engagierte.

image
| 49
Kultur und Interkulturalität
Komplexe Anforderungen an bürgerschaftlich Engagierte
Freiwillig Engagierte stehen vor vielfältigen Herausforderungen und haben häufig einen
Balanceakt zwischen Beruf, Familie und Verein zu meistern. Neben ihrer eigentlichen
ehrenamtlichen Tätigkeit in der Nachbarschaft mit Senior*innen oder bei kulturellen
Veranstaltungen übernehmen sie immer mehr verantwortungsvolle Aufgaben bspw.
als Projektmanager*innen ihrer eigenen Organisation.
Qualifizierung von bürgerschaftlich Engagierten
Mit dem Projekt wollen wir Vereine und Engagierte als aktive Gestalter*innen von
Stadt und Gesellschaft stärken und in ihrer Selbstorganisation befähigen. Dazu bieten
wir verschiedene digitale und analoge Begegnungs- und Lernmöglichkeiten an, die
Akteur*innen aus Zivilgesellschaft, aber auch Verwaltung und Wirtschaft zusammen-
bringen, Identität stiften und Synergien erschließen.
Angebote kooperativ und bedarfsgerecht entwickeln
Alle Angebote zielen darauf ab, miteinander und voneinander lernen zu können. Vor-
handenes lokal-regionales Wissen wird sichtbar gemacht und persönlicher Austausch –
sowohl unter den Engagierten wie auch den kooperierenden Organisationen – ange-
regt. Die Angebote werden nicht im Alleingang des Projektträgers umgesetzt. Gute
bestehende Konzepte werden aufgegriffen und gemeinsam weiterentwickelt; Partner-
schaften zur Umsetzung neuer Konzepte werden geschlossen. Regelmäßiger Austausch
und Abstimmung finden statt im Netzwerk der Koordinierungsstellen für bürger-
schaftliches Engagement sowie in der AG Weiterbildung. Dem ganzheitlichen Netz-
werkcharakter des Projekts entsprechend, liegen der Entwicklung von Angeboten
auch immer wieder Bedarfsabfragen bei der Zielgruppe zugrunde, bspw. mittels einer
Online-Umfrage.
Angebote der Engagierten Stadt Görlitz
Engagierte Stadt Camp |
Die ganztägige kompakte Weiterbildungsveranstaltung im
Format eines Barcamps versorgt ca. 50 Engagierte mit mehreren Kurzworkshops zu
Themen der Vereins- und Projektarbeit und bietet ausreichend Raum für kollegialen
Erfahrungsaustausch.
Ideenlabor |
Das Ideenlabor ist ein niedrigschwelliges mobiles Beratungsangebot mit
dem die Netzwerk partner*innen der Engagierten Stadt auf Festen und Veranstaltungen
im öffentlichen Raum in Görlitz unterwegs sind. Als erfahrene Projektemacher*innen und
Verwaltungsmitarbeitende helfen sie bei der Entwicklung von kleineren Projektideen,
wie bspw. eine nachbarschaftliche Kennenlernaktion umzusetzen, weiter.
Onlineplattform für Engagement mit Wissens-Blog |
Interessantes für die Vereins-
und Projektarbeit bietet der Blog auf der Plattform
www.engagiertes-goerlitz.de.
Die
Netzwerkpartner*innen und andere Organisationen aus dem Engagementbereich stellen
hier Wissen und Erfahrungen zu Freiwilligenmanagement, Fördermittel akquise oder
Projektstrukturierung zur Verfügung und informieren über aktuelle Ausschreibungen
oder Aufrufe.
EngagementBörse |
Ca. 40 – 45 Vereine, Initiativen etc. präsentieren sich einer breiten
Öffentlichkeit an bunten Marktständen und kommen in kollegialen Austausch unter-
einander als auch mit Menschen, die sich für Engagementmöglichkeiten interessieren.
Die Börse fand erstmals auf Initiative des SeniorKompetenzTeams GörlitZgorzelec und
des Ideenfluß e. V. statt.
SpeedBeratung |
In jeweils 10-minütigen Runden treffen Vertreter*innen von Vereinen
auf Fachexpert*innen (meist Unternehmer*innen) und können drängende Fragen zu
bspw. Vereinsrecht, Konfliktmanagement oder Öffentlichkeitsarbeit loswerden und
erhalten erste Tipps und hilfreiche Kontakte. Die SpeedBeratung fand erstmals auf
Initiative der Sozialen Netzwerk Lausitz gGmbH statt.
Vereinsstammtisch |
In entspannter Feierabendatmosphäre in einem Café in der Görlitzer
Altstadt finden monatlich Kurz-Inputs zu Themen wie Social Media, Nachwuchsgewin-
nung etc. mit anschließendem Erfahrungsaustausch statt. Der Stammtisch ist eine
Initiative der Volkshochschule Görlitz und des Oberlausitzer Kreissportbundes.

image
50 |
Zielgruppe
Personen mit Mehrfach – oder
Einzeleinschränkungen, so z. B.
körperlichen, psychischen, geistigen
Einschränkungen sowie blinde
und gehörlose Menschen
Kinder, Jugendliche mit verhalten-
sauffälligem Hintergrund
Erwachsene jeden Alters,
auch mit Migrationshintergrund
Ehrenamtliche Mitarbeiter
Menschen jeglicher Konfession,
Nationalität und Kultur / Geschlecht
Projektziele
Das Zusammenspiel von Menschen
verschiedener Generationen, Natio-
nalitäten und Menschen mit und ohne
Einschränkungen, das gleichberechtigte
und achtungsvolle Zusammenspiel
sollen nicht nur bei den Mitwirkenden,
sondern auch beim Publikum zu
einem Abbau von Barrieren führen.
Die Botschaft – ein respektvoller und
toleranter Umgang miteinander
über vermeintliche Grenzen hinweg.
Jeder Mensch ist wertvoll und
im Rahmen seiner Möglichkeiten
leistungsfähig.
Kontakt
Förderkreis Centro Arte Monte Onore e. V.
Lochmühlenstraße 8
09648 Kriebstein OT Ehrenberg
Pier Giorgio Furlan
Künstlerischer Leiter
Rosa Louise Dekker
Projektkoor dinatorin
Petra Pietzsch
Künstlerische Assistenz
Tel. 034327 58787
centromonteonore@t-online.de
www.centro-monte-onore.de
»Innovatives Theaterprojekt ›MARCO POLO‹«
Ein gemeinsames Werk erschaffen durch einen generationenübergreifenden
Lernprozess von Menschen mit und ohne Behinderung aus unterschiedlichen
Nationen, Kulturen und Religionen
2. Preis 2019
Förderkreis Centro Arte Monte Onore e. V., Rittergut Ehrenberg
Unsere Vision
Der Verein beschäftigt sich seit 2000
mit dem Thema Inklusion und Diversität
von Menschen mit verschiedensten
Einschränkungen und Altersklassen in
Zusammenarbeit mit Personen ohne
Einschränkung. Im Laufe der Jahre hat
sich die Erfahrung auf diesem Gebiet
immer mehr erweitert. So arbeiteten wir
in den letzten Jahren z. B. mit Seh-
behinderten, Gehörlosen und Schwerst-
eingeschränkten zusammen. Durch
die auch überregionale Bekanntschaft
unserer kulturellen Angebote haben
neue Mitstreiter ihr Interesse bekundet
und wurden in das Theaterprojekt mit
einbezogen.

image
| 51
Kultur und Interkulturalität
Ziel des Projektes war die Begegnung und Zusammenarbeit verschiedener Menschen
bei der Erarbeitung und Aufführung eines selbstentwickelten Theaterstückes beruhend
auf den Reiselegenden von Marco Polo. Die Darsteller zeigten in ihren Spielen keine
Theatershow, sondern präsentierten sinnlich-romantische Phantasien und Anekdoten
in Form von Tanz, Spiel und Pantomime. Mit der Erfahrung des vorherigen Projektes
wollten wir neue Zielgruppen aus anderen Einrichtungen mit einbeziehen. Auch Gäste
der vorangegangenen Theaterstücke sowie Teilnehmer und Besucher anderer Projekte
mit dem Thema Inklusion wollten sich gern aktiv an diesem Projekt beteiligen.
Menschen, die sich in ihrem normalen Alltag eher weniger begegnen, sollten zusammen-
finden, gemeinsam Ideen entwickeln und dabei die Erfordernisse im gegenseitigen
Miteinander kennenlernen. Erfolgserlebnisse entstanden durch die Verwirklichung des
Projektes mit dem Ziel einer öffentlichen Aufführung. Die Kommunikation zwischen
allen Beteiligten wurde dadurch gefördert. Das Ziel war ein barrierefreies Theater –
nicht in Bezug auf räumliche Gegebenheiten, sondern auf den Abbau von Barrieren im
Umgang miteinander, dessen Ergebnis das gemeinsame Spiel auf der Bühne war. Dabei
sollte jeder Teilnehmer seine eigenen Grenzen ausloten und überwinden. Dies konnte
man im Wesentlichen durch die drei Phasen Ich – Wir – Die Anderen beschreiben.
Die erste Phase umfasste die Überlegung, wie sich die einzelnen Teilnehmer bzw.
Gruppen in das zu entstehende Stück einbringen möchten und welche Aussage ihr
Teil in der Inszenierung haben sollte. In der zweiten Phase stand die Überlegung, mit
welchen Mitteln diese Aussage zum Ausdruck gebracht werden sollte, wie die Emotio-
nen, Gefühle und Erfahrungen auch für die Anderen sichtbar gemacht werden konnten.
Außerdem war die Abstimmung mit den weiteren Mitgliedern der Gruppe wichtig,
damit am Ende der Arbeit ein Gesamtkunstwerk entstehen konnte, in dem sich jeder
Einzelne, aber auch die Gruppe als Gesamtheit wiederfand. Die dritte Phase war dann
die Aufführung vor Publikum. Dabei konnte man faszinierende Dinge erleben.
Menschen, die es bisher nie gewagt hatten, vor Anderen zu spielen, traten nun vor
einem Publikum in der Öffentlichkeit auf und präsentierten ihr Werk. Durch dieses
Medium Kunst und auch durch das Publikum verschwanden Berührungsängste und
aus diesem gemeinsamen Erleben erwuchs die Anerkennung der Leistung der Anderen
und wurde zu einem positiven Erlebnis für alle Mitwirkenden.
Durch die Zusammenarbeit von Laien, Jugendlichen, Gehörlosen, Blinden, körperlich
Schwersteingeschränkten, Kindern aus sozial schwachen Familien, Jugendlichen, Arbeit-
suchenden usw. wurde ein Produkt geschaffen, das von den Zuschauern anerkannt
und angenommen wurde.
Das Etikett »Behindertenprojekt« sollte verschwinden und nur die Anerkennung für
ein »Menschenprojekt« sollte in Erinnerung bleiben. Zuerst erarbeitete sich jede Gruppe
ein Maskenspiel zum Thema »Marco Polo«. Anschließend entstand ein gemeinsames
Theaterstück aus den einzelnen Arbeiten. Jede Gruppe präsentierte sich dabei selbst.
Es entstanden aber auch neue gemeinsame Stücke, in denen die Teilnehmer mitein-
ander und gruppenübergreifend agierten. Insgesamt nahmen 10 – 13 Gruppen teil.
Phasen des Projektes: – Ideenfindung – Themenfindung, Auswahl der Stücke, Schreiben
des Drehbuches – Maskenherstellung – Anfertigen der Kostüme – Auswahl der Musik –
Kulissenbau – Marionettenbau – Einstudieren der Szenen – verbunden zu einem
komplexen Gesamtbild. Die einzelnen Szenen sollten mit kleinen Intermezzi miteinander
verbunden werden, so dass inspiriert von den Reisegeschichten von Marco Polo ein
theatralisches Reisetagebuch an der Grenze zwischen Realität und Extravaganz entstand,
dabei die kollektive Phantasie beflügelnd und eine parallele Welt bauend, in welcher
der Phantasie keine Grenzen gesetzt waren.
Im Februar fanden dann die beiden Aufführungen des Gesamtwerkes in der Oper
Chemnitz statt. Die einzelnen Inhalte der Szenen wurden als Texte während der Auffüh-
rung für das Publikum in die musikalische Umrahmung integriert. Für gehörlose Be-
sucher standen Gebärdendolmetscher zur Übersetzung der Handlung zur Verfügung.

image
52 |
Zielgruppe
Erwachsene Geflüchtete in sächsischen
Erstaufnahmeeinrichtungen
Projektziele
Entwicklung und Erprobung eines
Curriculums für die sprachliche und
kulturelle Erstorientierung von
Geflüchteten in sächsischen Erst-
aufnahmeeinrichtungen
Kontakt
Sächsischer Volkshochschulverband e. V.
Prof. Dr. Ulrich Klemm
Bergstraße 61
09113 Chemnitz
Tel. 0371 35427-50
info@vhs-sachsen.de
www.vhs-sachsen.de
ARBEIT UND LEBEN
Sachsen e. V.
Stefan Grande
Löhrstraße 17
04105 Leipzig
Tel. 0341 710050
info@arbeitundleben.eu
www.arbeitundleben.eu
»Wegweiserkurse für Asylsuchende
in Erstaufnahmeeinrichtungen«
Entwicklung und Erprobung eines Curriculums für die sprachliche und kulturelle
Erstorientierung von Geflüchteten in sächsischen Erstaufnahmeeinrichtungen
2. Preis 2017
Sächsischer Volkshochschulverband e. V. und ARBEIT UND LEBEN Sachsen e. V.
Unsere Vision
Miteinander – Voneinander – Füreinander lernen, und das
mit Kopf, Herz und Hand. Unter dieser Prämisse entwickelten
wir die einwöchigen Wegweiserkurse für Asylsuchende in
Erstaufnahmeeinrichtungen. Menschen also, die erst seit
kurzem in Deutschland leben und doch ihren Alltag in der
fremden Umgebung meistern müssen.
Um hierbei Unterstützung zu geben, werden in der Sprach-
werkstatt des Kurses grundlegende Deutschkenntnisse für
den alltäglichen Gebrauch vermittelt.
Im Kursteil »Alltagsorientierung« vermitteln Kulturmittler mit
eigener Migrations erfahrung in der Muttersprache der
Zielgruppe wichtige Informationen zum Zusammenleben
in Deutschland.

image
| 53
Kultur und Interkulturalität
Erstorientierung
Ziel des Projektes war die Entwicklung und Erprobung eines Curriculums für die sprach-
liche und kulturelle Erstorientierung von Geflüchteten in sächsischen Erstaufnahme-
einrichtungen. Dies bedeutet, dass Asylsuchende, die erst seit kurzer Zeit in Deutschland
leben, unter der Verantwortung des Sächsischen Volkshochschulverbandes und von
ARBEIT UND LEBEN Sachsen eine Erstorientierung nach dem Ankommen erhalten.
Dabei geht das Konzept der Wegweiserkurse nicht nur von der Integrations- Prämisse
»Auf den Anfang kommt es an« aus, sondern hat auch das Ziel, einen Prozess des
Verstehens und der Selbsterklärung in Gang zu setzen.
Herausforderungen und Perspektiven
Ein besonderer Fokus der Kurse lag auf den Themenbereichen:
räumliche Orientierung
Leben in der Erstaufnahmeeinrichtung
Asylverfahren
Bildung und Arbeit
Zusammenleben in Deutschland
(Werte und Normen)
Mobilität
Gesundheit
Umwelt
Kommunikation
Selbstlernmöglichkeiten.
Frühzeitig und auf einfache Art wurden im Unterricht aber auch sensible Themen des
Zusammenlebens, wie das Geschlechterverhältnis und Diskriminierung behandelt.
Diese Informationen erleichtern die Orientierung in Deutschland und helfen, Konflikte
zu vermeiden sowie das Verständnis der Geflüchteten für die alltäglichen kulturellen –
und institutionellen – Gegebenheiten vor Ort zu fördern. So wurden die Teilnehmenden
in der Bewältigung ihres Alltags unterstützt, in ihrer Sprachkompetenz geschult, in ihrer
Selbstwirksamkeit gestärkt.
Transfer in die Praxis
Zum Einsatz in den Kursen kamen neben erfahrenen Sprachdozenten insbesondere
auch Muttersprachler*innen mit eigenen Migrationserfahrungen als Kulturmittler*innen.
Dabei handelte es sich um Menschen, welche die gleiche Muttersprache wie die Asyl-
suchenden sprechen und die die Herausforderungen bei der Orientierung in einer
anderen Kultur nachvollziehen können. Das bot zudem einen zusätzlichen Raum für
gemeinsame Diskussionen und individuelle Fragen der Teilnehmenden und ermöglichte
eine besondere Verständigungs- und Vertrauensebene.
Die Wegweiserkurse zeigen, dass Methoden aus der interkulturellen Bildung, in denen
ARBEIT UND LEBEN über langjährige Erfahrungen verfügt, auch im Integrationsprozess
Zugewanderter eine bedeutsame Rolle spielen können. Der Sächsische Volkshochschul-
verband e. V. (SVV) und ARBEIT UND LEBEN Sachsen e. V. führen den Kurs in Kooperation
mit den lokalen Volkshochschulen durch. Dem SVV oblag dabei die Gesamtkoordination
des Projektes inklusive der Organisation der einzelnen Kurse, die Gestaltung des Deutsch-
unterrichts und die Ausbildung der Deutsch-Lehrkräfte. ARBEIT UND LEBEN Sachsen
sicherte das Projekt-Controlling und – Monitoring sowie die Gewinnung, Ausbildung
und die fachliche und pädagogische Begleitung der Kulturmittler*innen.
Das Modellprojekt wurde im Auftrag und mit Unterstützung der Sächsischen Staats-
ministerin für Integration und Gleichstellung durchgeführt. Mit Wirkung vom 01.09.2017
werden die Wegweiserkurse als Erstorientierungskurse in Verantwortung der Erstaufnahme-
einrichtungen mit fachlicher Begleitung des Sächsischen Volkshochschulverbandes und
ARBEIT UND LEBEN Sachsen fortgeführt.

image
54 |
Zielgruppe
ehrenamtlich tätige Bürgerinnen
und Bürger aller Altersgruppen und
Einsatzgebiete
Projektziele
Schaffung einer Willkommenskultur
in Dresden
Vermittlung von Wissen und
Entwicklung von Basis- und Fach-
kompetenzen für vielfältige
Bereiche des gesellschaftlichen Lebens
Wertschätzung ehrenamtlicher
Tätigkeit
Kontakt
Volkshochschule Dresden e. V.
Projektleitung: Ulrike Struck und
Ivo Gerhard
Schilfweg 3
01237 Dresden
Tel. 0351 254400
post@vhs-dresden.de
»Erwachsenenbildung
als Dienst an der Bürgergesellschaft«
»Willkommen in Dresden« und »EhrenamtsKomPass« –
Weiterbildungskursefür ehrenamtlich tätige Bürgerinnen und Bürger
2. Preis 2015
Volkshochschule Dresden e. V.
Unsere Vision
Wir wünschen uns eine lebendige Bürger-
gesellschaft, an deren Ausgestaltung
sich möglichst viele Bürgerinnen und
Bürger freiwillig beteiligen – und dass
sie dabei die nötige Anerkennung
und Unterstützung finden.

image
image
| 55
Kultur und Interkulturalität
Basiskompetenzen für das Ehrenamt
Um eine lebendige Bürgergesellschaft nachhaltig zu fördern, nahm die Volkshoch-
schule Dresden Kurse in ihr Angebot auf, die sich speziell an Erwachsene mit Interesse
an bürgerschaftlichem Engagement richten. Mit der Weiterbildungsreihe »Ehrenamts-
KomPass« bietet sie diesen die Möglichkeit, Kenntnisse zu erwerben, die für eine
qualifizierte ehrenamtliche Tätigkeit in vielen gesellschaftlichen Bereichen wichtig sind.
In einem Zeitraum von vier Semestern werden Basiskompetenzen zu den Themenfeldern
»Recht, Finanzen und Verwaltung, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit« sowie »Kom-
munikation und Persönlichkeit« vermittelt. Nach Ablauf eines vollständigen Zyklus
beginnt die Kursreihe erneut. Dies bietet die Gelegenheit, zu unterschiedlichen Zeit-
punkten in das Programm einzusteigen. Die einzige Voraussetzung für die Teilnahme
an den Weiterbildungskursen besteht darin, dass sich die Bewerberinnen und Bewerber
nachweislich bereits bürgerschaftlich engagiert haben.
Unterstützung von Asylbewerber-Begleitern
Diese Weiterbildungsreihe ergänzte die Volkshochschule Dresden durch einen neuen
Angebotskomplex. Er wendet sich speziell an die Bürgerinnen und Bürger, die Asyl-
suchende auf ihren ersten Schritten in der neuen Umgebung begleiten möchten.
Unter dem Thema »Willkommen in Dresden« bietet das Veranstaltungsportfolio Wissens-
vermittlung und praxisorientierte Übungen zu den drei Bereichen »Sprache und Ver-
ständigung«, »Hintergründe und Zusammenhänge« sowie »Hilfe und Begleitung«. Im
Mittelpunkt der einzelnen Veranstaltungen stehen Themen wie »Fremdenfeindlichkeit und
ethische Toleranz« oder »Traumatische Erfahrungen von Flüchtlingen«. Auch Fragen
der Asylgesetzgebung in Deutschland und des kultursensiblen Umgangs mit Asyl-
suchenden werden behandelt.
Vielfältige Arbeitsformen, kompetente Partner
Die Auswahl der Inhalte und Methoden für die einzelnen Weiterbildungsveranstaltungen
orientiert sich am konkreten Bedarf und wird in Abstimmung mit aktuellen und poten-
ziellen Kursteilnehmerinnen und – teilnehmern entwickelt. Dabei bezieht die Volks-
hochschule Dresden als Initiator und Organisator des Projekts zahlreiche Netzwerk-
Partner wie Vereine und Initiativen ein. So nutzt sie für die Veranstaltungen auch
Räumlichkeiten dieser Partner. Außerdem werden geeignete Referentinnen und Refe-
renten einbezogen, die bereits in diesen Einrichtungen als Lehrende tätig waren. Die
angewandten Kursformen sind vielfältig und hängen von den jeweiligen Zielen und
Inhalten ab. Sie reichen vom Lehrervortrag über Gruppen- und Partnerarbeit und
Rundgespräche bis zu Teilnehmerreferaten und Planspielen. Im Mittelpunkt stehen
stets die Teilnehmenden, die selbsttätig Kompetenzen erwerben und somit ihre indi-
viduellen Fähigkeiten und Anlagen entfalten können.
Nachhaltigkeit gesichert
Alle Veranstaltungen sind so angelegt, dass sie Hilfe zur Selbsthilfe bieten. Viele der
erworbenen theoretischen Kenntnisse werden erst bei ihrer Anwendung in der Praxis
erprobt und manifestieren sich in neuen Fähigkeiten. Daher werden die Kursteilneh-
merinnen und -teilnehmer von vornherein ermutigt, in den jeweiligen Praxisfeldern
ständig mit-, um- und weiterzulernen. Infolgedessen können sie ihr Wissen sowie ihre
Erfahrungen an andere ehrenamtlich Tätige weitergeben. Um die Qualität der Angebote
zu gewährleisten, wird jeder einzelne Kurs evaluiert.
Alle Kurse beider Teilprojekte – »EhrenamtsKomPass« und »Willkommen in Dresden« –
werden durch die Landeshauptstadt Dresden gefördert.

image
56 |
Zielgruppe
Menschen mit Lernbehinderung
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
in Einrichtungen und Diensten der
Behindertenhilfe
Projektziele
Schulung von Menschen mit
Behinderungen zur UN-Behinderten-
rechtskonvention und Ausbildung
zur Trainerin / zum Trainer – die in
der Lage sind, ihr Wissen methodisch
abwechslungsreich, strukturiert
und anschaulich an Mitarbeitende
in Einrichtungen und Diensten der
Behindertenhilfe weiterzugeben
Kontakt
Diakonische Akademie
für Fort- und Weiterbildung e. V.
Bahnhofstraße 9
01468 Moritzburg
Tel. 035207 84350
info@diakademie.de
www.diakademie.de
Meine Rechte – Meine Stimme
Menschen mit Lernbehinderung werden zu Trainerinnen und Trainern in
Bezug auf die UN-Behindertenrechtskonvention ausgebildet und lernen,
wie sie Mitarbeitende in Einrichtungen der Behindertenhilfe schulen können
1. Preis 2013
Diakonische Akademie für Fort- und Weiterbildung e. V., Moritzburg
Unsere Vision
Inklusion verwirklichen!
Menschen mit Behinderung haben
mit ihren Rechten und Erwartungen
einen Platz inmitten der Gesellschaft.
Dafür stehen die Kursangebote der
Diakonischen Akademie für Fortund
Weiterbildung.

| 57
Kultur und Interkulturalität
Menschen mit Behinderungen als Trainerinnen und Trainer
Die UN-Behindertenrechtskonvention (BRK), die 2009 in Deutschland in Kraft trat, fordert
die Inklusion von Menschen mit Behinderungen in die Gesellschaft. Dies bedeutet,
dass sich nicht der Mensch mit Behinderung anzupassen hat, um am gesellschaftlichen
Leben teilhaben zu können, sondern dass sich alle gesellschaftlichen Bereiche den
Bedürfnissen der Menschen anpassen müssen. Es ist unerlässlich, Menschen mit Be-
hinderungen am Prozess der Umsetzung dieses wichtigen Übereinkommens zu betei-
ligen. Dies ist der Ausgangspunkt und gleichzeitig ein wesentlicher innovativer Aspekt
des Projektes »Meine Rechte – Meine Stimme«. Im Rahmen des Projektes schult die
Diakonische Akademie für Fort- und Weiterbildung e. V. Menschen mit Behinderungen
zur BRK und bildet sie zu Trainerinnen und Trainern aus, die dann im Rahmen von
Weiterbildungsveranstaltungen an der Akademie als »Experten in eigener Sache« Mit-
arbeitende aus Einrichtungen der Behindertenhilfe schulen.
Inhalte und Methoden der Ausbildung
Die künftigen Trainerinnen und Trainer werden zu ihren Aufgaben vor, in und nach
einem Seminar sowie zu Fragen der BRK von Menschen mit Behinderungen geschult.
Diese werden dabei durch Co-Trainer unterstützt, die nicht behindert sind. Im Rahmen
dieser Ausbildung werden vor allem solche Schwerpunkte berücksichtigt, die sich durch
Befragungen von Werkstatträten und Heimbeiräten in Sachsen als für die Betroffenen
besonders wichtig herauskristallisiert haben. So wurden u. a. Themen wie »Selbst-
bestimmt leben«, »Wohnen und Familie«, »Bildung«, »Arbeit« und »Mobilität« im Konzept
aufgegriffen. In Form von Gruppenarbeiten, Präsentationen, Rollenspielen und Unter-
richtsgesprächen tauschen die Teilnehmenden eigene Erfahrungen aus, erlangen
Kenntnisse zum jeweiligen Thema und erarbeiten gemeinsam mit den Trainerinnen
und Trainern, welche Möglichkeiten es gibt, aktiv seine Rechte einzufordern und
selbst zur Umsetzung der BRK beizutragen. Spezielle Seminareinheiten widmen sich
der Befähigung zur Trainerin / zum Trainer. In ihnen geht es um deren / dessen Rolle
und Kompetenzen, Trainingsmethoden und – materialien, Kommunikationsformen
und den Ablauf eines Trainingskurses. Durch diese Kombination der Schulungsinhalte
erlangen die Teilnehmenden zunehmend Sicherheit in der Anwendung von Methoden
und Materialien. Sie werden in die Lage versetzt, selbstbewusst, fachlich fundiert und
abwechslungsreich Trainings durchzuführen.
Phasengliederung
Das Projekt gliedert sich in zwei Phasen: Die erste umfasst die Schulung der Menschen
mit Behinderung zu Trainerinnen und Trainern, die zweite deren Einsatz in Weiter-
bildungsveranstaltungen der Diakonischen Akademie für Mitarbeitende in Einrichtungen
und Diensten der Behindertenhilfe. Vorgesehen sind dafür die Heilpädagogische Zusatz-
qualifikation für Mitarbeitende in Wohnformen, Beratungsstellen u. ä. (HPZ), die Sonder-
pädagogische Zusatzqualifikation für Gruppenleiter in Werkstätten für behinderte
Menschen (SPZ) und die Zusatzausbildung »Sozialpsychiatrie« für Mitarbeitende, die
mit psychisch kranken Menschen arbeiten (SPs). Es ist ein wichtiges Anliegen, auch
nach der Projektlaufzeit die Schulungen fortzuführen und als festen Bestandteil in
Fortbildungsprogrammen zu etablieren. Deshalb ist vorgesehen, gemeinsam mit den
bereits ausgebildeten Trainerinnen und Trainern weitere Seminare anzubieten – auch
in Kooperation mit anderen Einrichtungen und Bildungsträgern.
Solide Finanzierung
Sowohl die erste Schulungswoche für Menschen mit Behinderung als auch die erste
Schulung von Mitarbeitenden durch die ausgebildeten Trainerinnen und Trainer wurden
aus EU-Mitteln finanziert. Um im Anschluss an die Projektphase die nachhaltige Etablie-
rung der Schulungen als regelmäßiges Angebot zu ermöglichen, wird für die Zukunft
eine reguläre Finanzierung über Teilnehmerbeiträge und Weiterbildungsangebote
geplant. – Der Preis berücksichtigt alle entstehenden Kosten wie z. B. Honorare, Miete
usw., damit gewährleistet ist, dass die Schulungen weiterhin unter angemessenen
Rahmenbedingungen und in hoher Qualität stattfinden können.

image
58 |
Zielgruppe
Kinder
Jugendliche
Erwachsene
Projektziele
Erlernen handwerklicher und gestalte-
rischer Fertigkeiten und Fähigkeiten
Erlangen sozialer Kompetenz im
gemeinsamen kreativen Lernen
von Menschen unterschiedlichen
Alters, auch mit Behinderungen
und Beeinträchtigungen
Kontakt
KJF e. V.
Bernsdorfer Straße 135
09126 Chemnitz
Tel. 0371 49502100
Kjf-chemnitz@kjf-online.de
www.kjf-online.de
Kreativzentrum
Liddy-Ebersberger-Straße 2
09127 Chemnitz
Tel. 0371 49502430
kreativzentrum@kjf-online.de
»Wanderer« – Legende und Visionen
Ein ungewöhnlicher Weg, die Industriekultur der »Wanderer«-Werke in Chemnitz
aufzuarbeiten und künstlerisch zu interpretieren
2. Preis 2012
Kinder-, Jugend- und Familienhilfe e. V. (KJF), Chemnitz
Unsere Vision
Unsere Vision war, ist und bleibt, Menschen
aller Generationen, unterschiedlicher
Herkunft und in individuellen Lebens-
situa tionen dabei zu unterstützen, sich
die Welt, die sie umgibt, bewusst zu
machen. Wir möchten sie auf dem Weg
begleiten, auf ihre ganz persönliche
Weise auszudrücken, wie sie ihre Welt
empfinden, wie sie sie sich wünschen
und wie sie sie verändern können.

image
| 59
Kultur und Interkulturalität
Der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe e. V. Chemnitz ist ein freier Träger der Jugendhilfe,
der seit 1992 Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsangebote für Kinder, Jugendliche,
Eltern und Familien unterbreitet. Seit 2004 gehört das Kreativzentrum, das sich 1990
als »Keramik kreativ e. V.« gegründet hat, zur Angebotspalette des KJF e. V. Chemnitz.
Vergangenes forschend und lernend hinterfragen
Zurückliegende Projekte widmeten sich bedeutenden Persönlichkeiten, die maßgeblich
zur Entwicklungsgeschichte der Stadt Chemnitz beigetragen haben. Anlass für dieses
Projekt war die Gründung der »Wanderer«-Werke vor etwa 100 Jahren in Chemnitz. Es
ging um die Visionen, den unbedingten Willen und die Besessenheit früherer »Industrie-
pioniere«. Die Verarbeitung des Wissens um die Legende der »Wanderer«-Werke, das
Wirken der Gründer, das Wachsen des Industriezweiges sowie eigene Visionen, all das
bot eine Menge an Anregungen für das Projekt. Was Herbert Esche für die Textil-
industrie und Richard Hartmann als »Sächsischer Lokomotivkönig« in der zweiten
Hälfte des 19. Jahrhunderts für Chemnitz, waren Winkelhofer und Jaenicke als Gründer
der »Wanderer«-Werke zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Sie waren die »Urväter« der
Fahrrad-, Auto- und Büromaschinenherstellung.
Die Beschäftigung mit der Geschichte seiner Heimatstadt in allen ihren Facetten eröffnet
Möglichkeiten, Vergangenheit zu hinterfragen, Gegenwart besser zu verstehen und
dieses Wissen in die Zukunft mitzunehmen. Mit den Ausdrucksweisen der Malerei,
Grafik, Plastik, Objektgestaltung und Fotografie haben die Teilnehmerinnen und Teil-
nehmer ihre Gedanken, Ideen und Befindlichkeiten zum Thema sichtbar gemacht.
Eine Wandgestaltung aus Keramik-Reliefplatten (1,80 m x 0,75 m), die Strukturen,
Firmenzeichen, Produkte und Gebäude der »Wanderer«-Werke wiedergeben, wurde
durch eine Frauengruppe erarbeitet. Seit März 2012 hat sie ihren Platz im Sächsischen
Fahrzeugmuseum gefunden. Malerei und Grafik sowie plastische Objekte werden im Laufe
des Jahres in verschiedenen Ausstellungen gezeigt. Ein Textilfries (1,50 x 3,00 m)
entstand in einer generationsübergreifenden Gruppe (18 bis 75 Jahre).
Menschen mit den unterschiedlichsten Voraussetzungen arbeiteten mit
Kinder der Mal- und Zeichenwerkstatt des Kreativzentrums, Kinder und junge Menschen
im Alter von 6 bis 16 Jahren mit individuell unterschiedlichen sozialen, bildungs- und
damit lernbedingten Voraussetzungen – einige Kinder dieser Gruppe sind hör- und
sprachgeschädigt–, Schüler eines Kunstkurses der Klassen 8 bis 10, Schüler der Werkstufe
(17 bis 19 Jahre) der Förderschule für geistig Behinderte, Erwachsene und Jugendliche
unserer Weiterbildungskurse Malerei / Grafik und Keramik (18 bis 75 Jahre, vorwiegend
Seniorinnen) waren in zwei Teilprojekten aktiv.
Im Teilprojekt »Spurensuche« hinterfragten sie die historische Entwicklung, verbunden
mit der Produktentwicklung. Die Vermittlung von Fakten in Bezug auf die Gesamtheit
des Wissens um die geschichtliche, technische, kulturhistorische und soziologische
Entwicklung der »Wanderer«-Werke war dabei Voraussetzung für individuelles »Nach-
forschen«. Intensive Materialstudien in Archiven, im Industrie- und Fahrzeugmuseum
gingen der künstlerischen Arbeit voraus.
Beim Teilprojekt »Wanderer«-Aktionen führten geistig behinderte Jugendliche eine
mehrtägige Fotoaktion zu Gebäuden der »Wanderer«-Werke, zur »Wanderer«-Siedlung
und ins Sächsische Fahrzeugmuseum durch. Hier war eine besonders feinfühlige, den
individuellen Auffassungs- und Verarbeitungsmöglichkeiten der einzelnen Behinderten
angemessene Anleitung und Wissensvermittlung notwendig.
Ausstellung in der »Villa Esche«
Es entstanden zahlreiche Einzelarbeiten der Malerei und Grafik sowie Objekte unter-
schiedlichster Aussagen zum Thema. Ein großer Teil der Arbeiten konnte in einer
Ausstellung von November 2011 bis Februar 2012 in der von Henry van der Velde um
1900 erbauten »Villa Esche« in Chemnitz einem breiten Publikum vorgestellt werden.

image
60 |
Zielgruppe
Eltern von Kindern im Schulalter
Projektziele
Entwicklung eines empathischen
Netzwerkes mit allen Akteuren
der Elternakademie
(Eltern und Projektpartner)
Schaffung einer sozialen Bildungs-
und Beratungs dienstleistung für Eltern
Förderung der Vernetzung der Eltern
untereinander
Kontakt
Volkshochschule Leipziger Land
Jahnstraße 24 a
04552 Borna
Ralph Egler
(Leiter der VHS)
Tel. 03433 201091
r.egler@vhsleipzigerland.de
www.vhsleipzigerland.de
Elternakademie der Volkshochschule
Leipziger Land in Kooperation mit der
Paul-Guenther-Schule Geithain
Plattform zur Schulung von Eltern und zum elterlichen Erfahrungsaustausch
2. Preis 2011
Volkshochschule Leipziger Land
Unsere Vision
Das Projekt ist Bestandteil der
Bemühungen der Volkshochschule
Leipziger Land zur regionalen
Entwicklung des ländlichen Raumes.
Wir verstehen uns als Initiator und
Moderator von gemeinwesenorientierten
Bildungsangeboten im Aktionsrahmen
regionaler Netzwerkstrukturen und
hoffen auf die systema tische Ermög-
lichung der Nachhaltigkeit und eines
gemeinnützigen Ideentransfers des
vorgestellten Projektes.

image
| 61
Kultur und Interkulturalität
Eltern als Partner von Schule
Trotz vielfältiger Aktivitäten zur Unterstützung der Kinder seitens der Schule und
anderer Träger findet ein wesentlicher Partner in der Erziehungsarbeit bisher kaum das
notwendige Augenmerk – die Eltern, deren sachliche Kompetenz die Potenzialentfaltung
der Kinder entscheidend beeinflusst.
Die Idee der Einrichtung einer Elternakademie knüpft an den steigenden Bedarf an
pädagogisch-psychologischer Beratung und Betreuung angesichts der stetig anwach-
senden Anforderungen an Eltern und Kinder bei der Bewältigung familiärer und
schulischer Situationen an: Mit der Elternakademie in Geithain wurde erstmalig eine
Einrichtung geschaffen, in der aktuelle pädagogische und psychologische Erfahrungen
und Erkenntnisse zu Bildung und Erziehung systematisch populärwissenschaftlich
vermittelt und mit Eltern diskutiert werden.
Elterncafé – die Basis
Die Elternakademie in Geithain organisiert sich neben der Bereitstellung einer Internet-
plattform vorrangig über das Angebot des sogenannten Elterncafés. In Rahmen dieser
Bildungs- und Kommunikationsplattform stehen drei Komponenten gleichermaßen
im Vordergrund: Wissensvermittlung, gemeinsamer Austausch und Vernetzung.
Wissensvermittlung |
Im Elterncafé werden Bildungsund Entwicklungsprozesse von
Kindern sowie aktuelle Erkenntnisse aus der Pädagogik und Erziehung wissenschaft-
lich, aber dennoch in einer für Eltern verständlichen Weise vermittelt und diskutiert.
Die Eltern haben die Möglichkeit, selbst gewählte, sie persönlich berührende Fragen
zu diskutieren.
Gemeinsamer Austausch |
Das Elterncafé dient dem Erfahrungsaustausch der Eltern
über alltägliche, schulische und familiäre Problemlagen: Am Beispiel eigener Erfahrungen
und der Erfahrung anderer werden mögliche Lösungen für Problemlagen der Kindes-
entwicklung entworfen. Dabei werden die elterlichen Kompetenzen zur Entwicklung
konkreter Bewältigungsstrategien für den familiären Alltag einbezogen.
Vernetzung |
Erklärtes Ziel des Elterncafés ist die Kontaktknüpfung und Beziehungs-
gestaltung der Eltern untereinander. Auf diese Weise soll ein empathisches Netzwerk
entstehen, in welchem alle Akteure gleichberechtigt und füreinander agieren. Dies
bedeutet auch, dass die Kommunikation auf gegenseitiger Wertschätzung und Aner-
kennung basiert. In den Elterncafés werden deshalb unter anderem empathische
Umgangs- und Kommunikationsformen besprochen.
Psychologen als Begleiter und Experten
Die Treffen der interessierten Eltern werden von spezialisierten Psychologen des Zentrums
für Bildungsgesundheit Leipzig begleitet. Die anfängliche Begleitung durch diese Psycho-
logen dient der Entwicklung der Gesprächsführung und des Erfahrungsaustausches
sowie der Befähigung der Akteure, die Diskussion auch gesellschaftlich tabuisierter
Themen auf Augenhöhe zunehmend selbstständig zu gestalten und aus dieser Diskussion
heraus Themen zu präferieren, welche Gegenstand weiterer Psychoedukation sein
könnten.
Die Initiatorinnen und Initiatoren des Projektes beabsichtigen, die Projektidee inhaltlich
weiter auszubauen und für einen längeren Zeitraum zu etablieren. Auch zu diesem
Zweck wird das Projekt durch das Zentrum für Bildungsgesundheit Leipzig begleitet
und evaluiert. Im Ergebnis soll die Nachhaltigkeit des Projektes gesichert werden.

image
62 |
Zielgruppe
wohnungslose Menschen
Bürgerinnen und Bürger
Projektziele
Verbindung von praktischer Arbeit der
Zielgruppe im Sinne von praktischer
Ausbildung mit Theorieinhalten im
Bereich Garten- und Landschaftsbau
psychosoziale Arbeit mit der
Zielgruppe, insbesondere Nach-
reifungsprozesse des Selbstwert-
gefühls und persönlicher sowie
sozialer Kompetenzen.
Schaffung einer öffentlichen Präsenz,
Erlebbarkeit von Kommunikation
und Akzeptanz für das bisher
tabuisierte Thema der Wohnungs-
losigkeit in der Stadt Hainichen.
Schaffung eines Ortes der Entspannung
und der Begegnung
Kontakt
Roland Koppka
Oberdorfstraße 40
OT Mühlbach
09669 Frankenberg
Tel. 037206 84979
m-weigel-koppka@t-online.de
Gartenlabyrinth Hainichen
Wege zwischen Vergangenheit und Zukunft
Lebenslanges Lernen als biografische Aufgabe
Förderung der Kompetenzen und des Selbstbewusstseins wohnungsloser Menschen
3. Preis 2011
Lebensräume e. V., Hainichen
Unsere Vision
Wir Menschen gestalten unsere
Lebensräume lebenswert und ermöglichen
damit Begegnungen und Beziehungen,
im Einklang mit unserer natürlichen
Umwelt.

image
| 63
Kultur und Interkulturalität
Wohnungslose werden lernend aktiv,
ein Prozess des Umdenkens wird vorangetrieben
Wesentlicher Bestandteil der Arbeit des Vereins Lebensräume e. V. ist die Betreuung der
wohnungslosen Menschen in Hainichen. Anliegen bei der Projektumsetzung des Garten-
labyrinths war die Einbeziehung dieser Menschen in die Bauarbeiten. Das Projekt ver-
bindet praktische Arbeit / Ausbildung der Zielgruppe mit der Vermittlung von Wissen
im Bereich Garten- und Landschaftsbau sowie Informationen zu Sinn und Geschichte
von Labyrinthen. Psychosoziale Arbeit wird verknüpft mit der Förderung der öffentlichen
Akzeptanz von Wohnungslosen und der Auseinandersetzung mit dem bislang weitgehend
tabuisierten Thema der Wohnungslosigkeit in Hainichen. Dies betraf die unwürdige
Unterbringung der Wohnungslosen. Mittlerweile gab es Gespräche mit dem Stadtrat,
einen Workshop zum Thema und auch den Umzug des Wohnungslosenprojektes in
neue Räume.
Lernen einmal ganz anders
Mit dem Gartenlabyrinth-Projekt als einem niederschwelligen Bildungsangebot soll
die Zielgruppe der wohnungslosen Menschen besser erreicht werden. Soweit es geht,
werden Theorieinhalte mit unmittelbarem Bezug zur momentanen praktischen Tätigkeit
vermittelt. Die Beteiligten erhalten ein positives und konstruktives Tagesfeedback zum
Arbeitstag, durch das eine kontinuierliche Selbstwertsteigerung und Selbstreflexion
erreicht werden soll. In Gruppengesprächen (Soziofeedback) werden die Reaktionen
der Hainichener Bürger, Passanten und Anwohner besprochen – kritische Äußerungen
können in der Gruppe so besser aufgefangen werden. Zusätzlich wird eine intensive
sozialpädagogische Beratungsarbeit aufgebaut, die dem Aufbau tragfähiger und ver-
trauensvoller Beziehungen als Grundlage für die Lernarbeit dienen soll – sowohl
zwischen Projektleiterinnen und Projektleiter und Teilnehmerinnen und Teilnehmern als
auch zwischen den Beteiligten untereinander. Die wohnungslosen Beteiligten erhalten
eine weitergehende Begleitung der persönlichen Wandlungsprozesse, zum Beispiel bei
der (erneuten) Suche nach eigenem Wohnraum oder Arbeit.
Mehr als nur Bildung
Das Gartenlabyrinth ist ein vielschichtiges und vielfältiges Bildungsprojekt. Dies ent-
spricht der Grundphilosophie des Vereins: Räume sind lebendig, wenn sie alle zur
Verfügung stehenden Dimensionen nutzen und viele darin enthaltene Entfaltungs-
möglichkeiten provozieren. Die Bildungsprozesse beziehen sich in erster Linie auf die
Labyrinth-Erbauerinnen und - erbauer, aber auch auf die Bürgerinnen und Bürger der
Stadt Hainichen und die unmittelbaren Anwohnerinnen und Anwohner. Mit dem Projekt
wird Bildung als sozialräumliches Geschehen öffentlich erlebbar und wächst damit über
die reine Wissensvermittlung hinaus. Das Projekt verknüpft die individuelle Fähigkeits-
erweiterung (insbesondere persönlicher Kompetenzen) mit der unmittelbaren Erfahrung
von gesellschaftlicher Reaktion und Resonanz.
Auch die »Lehrenden« nehmen etwas aus dem Bau des Gartenlabyrinthes mit – so die
Aussagen und das Erleben der Projektleiterinnen und Projektleiter: »Das war ein tolles
Erlebnis, die Wohnungslosen zu motivieren, etwas so Ästhetisches und Schönes wie das
Labyrinth zu bauen, etwas, das man sehen, riechen, hören (Klangschalen), schmecken
(Kräuter) und fühlen kann – etwas, das sie in ihrem Alltag kaum erleben oder ganz
lange nicht erlebt haben. Da standen sie (die Erbauerinnen und Erbauer) mit Stolz vor
ihrer Arbeit.«

image
image
64 |
Zielgruppe
Menschen mit geistiger
(z. T. mehrfacher) Behinderung
Projektziele
Das Projekt »Sprachbilder 2008« ist ein
innovatives Weiterbildungsprogramm
mit dem Ziel, auf der Grundlage eines
ganzheitlichen Herangehens und unter
gezieltem Einsatz künstlerischer Mittel die
Sprach-, Schreib- und Lesefähigkeiten
dieser Menschen anzuregen oder neu zu
beleben und je nach individuellen Fähig-
keiten zu erweitern.
Kontakt
Evangelische Erwachsenenbildung
Sachsen, Landesstelle
Barlachstraße 3
01219 Dresden
Pfarrer Karl-Heinz Maischner
Tel. 0351 4717295
Mobil 0177 2375787
maischner@eeb-sachsen.de
www.eeb-sachsen.de
»Sprachbilder 2008«
Ein Kunst- und Weiterbildungsprojekt für Menschen mit Behinderung
3. Preis 2009
Evangelische Erwachsenenbildung Sachsen
Unsere Vision
Eine gesellschaftliche Leitidee ganz -
heit licher Bildung setzt sich durch,
die alle Bereiche ergreift und die
Menschen in einem System lebens-
begleitenden Lernens – in allen
Altersstufen – unterstützt. Ihr Ziel
ist es, dass alle Menschen neben
einer soliden fachlichen Ausbildung
auch eine gute Allgemeinbildung,
Urteils-kraft und gesellschaftliche
Hand lungs fähigkeit
erwerben.

image
| 65
Kultur und Interkulturalität
In vier Werkstattgruppen wandten sich Künstlerinnen und Künstlern, Pädagoginnen und
Pädagogen sowie 31 Teilnehmende auf unterschiedliche Weise dem Thema Sprache
zu. Die Kurse mit jeweils 40 Veranstaltungen à 4 x 45 Minuten fanden jeweils an drei
Tagen der Woche statt.
Sprach- und Musikwerkstatt
Diese Werkstatt widmete sich der spielerisch-musikalischen Förderung der Sprach-
fähigkeit. Zunächst wurden einzelne Buchstaben gesprochen und dann spielerisch in
Tonfolgen und chorische Gesänge verwandelt. Der Buchstabenchor wurde geboren. In
der Auswahl von Orff-Instrumenten gestalteten die Teilnehmer grafische Blätter mit
Zeichen und Buchstabenfolgen und schrieben, passend zu ihren Instrumenten, kleine
Kompositionen, die dann einstudiert wurden. Höhepunkte waren die öffentlichen Auf-
führungen der entstandenen Musiktheaterinszenierung in der Kleinen Szene Dresden.
Buchstabenwerkstatt
Hier reaktivierten und erweiterten die Teilnehmer ihre Schreib- und Lesekenntnisse von
Buchstaben und einzelnen Worten. Zusätzlich stellten sie in enger Zusammenarbeit
mit der Musik- und Sprachwerkstatt Requisiten und Spielmaterialien her und ent-
wickelten für die am Ende der Projektzeit geplante Musiktheaterinszenierung einen
Bühnenraum. Bei der Arbeit an großen Formaten und Objekten gewannen sie Einblicke
in die handwerklichen und gestalterischen Anforderungen im Bereich der Theater-
technik.
Schreib- und Textwerkstatt
In dieser Werkstatt ging es um das Schreiben kleiner Geschichten bzw. literarischer Texte.
Nach einem gemeinsamen »Einstieg« in spielerischer Form suchte sich jeder Teilnehmer
ein persönliches Thema, um konkret daran zu arbeiten. Durch »Fantasiereisen« wurden
die Beteiligten in verschiedene Orte als mögliche Handlungsschauplätze einer Ge-
schichte eingeführt. Als sehr beliebt erwies sich dann das Schreiben in Reimen, das
auch für ein »Tier-ABC«, ein Gemeinschaftswerk der Gruppe, genutzt wurde. Unter
Beteiligung der anderen drei Projektgruppen entstand schließlich eine gestaltete
Mappe mit allen im Gedicht beschriebenen Tieren.
Buchwerkstatt
Hier wurde zunächst das Verständnis von Texten vermittelt. Den nicht lesenden bzw.
hörenden Teilnehmenden wurden die Inhalte durch Vorlesen, Umsetzen in einfache
Sprache oder erklärende Zeichnungen nahe gebracht. Gemeinsam wurden Ideen für
Illustrationen entwickelt und in verschiedenen Techniken umgesetzt. Ausgehend von
den Texten aus der Schreibwerkstatt entstanden u. a. mehrere Bücher. Im September
präsentierten die Buchund die Textwerkstatt ihre Arbeiten in einer sechswöchigen
Ausstellung im Werkstattladen im Kunsthof. Abschließender Höhepunkt war eine
öffentliche Lesung im Societaetstheater. Der Schauspieler Albrecht Goette trug
gemeinsam mit den Autorinnen und Autoren Texte vor. Diese wurden musikalisch
umrahmt von Teilnehmern der Musikwerkstatt und den Musikern Hartmut Dorschner
und Karoline Schulz.

image
66 |
Zielgruppe
Personal von Kinder-
tageseinrichtungen
Kinder und Eltern
Projektziele
gelebte Vielfalt in Leipziger Kinder-
tageseinrichtungen
Pädagogisches Personal, Kinder und
deren Eltern sollen für ein inter-
kulturelles Zusammenleben sensibilisiert
werden und entsprechende Metho-
den erlernen
Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und
Rechtsextremismus entgegenwirken
durch das Erleben von Vielfalt als
normales und bereicherndes Element
von Kindesbeinen an
Kontakt
ARBEIT UND LEBEN Sachsen e. V.
Löhrstraße 17
04105 Leipzig
info@arbeitundleben.eu
www.arbeitundleben.eu
Für eine Kultur des Verstehens und
der Verständigung in Kitas der Stadt Leipzig
Interkulturelle pädagogische Arbeit mit in Leipzig lebenden Paten aus Europa,
Afrika und Südamerika
1. Preis 2008
ARBEIT UND LEBEN Sachsen e. V.
Unsere Vision
Unsere Vision ist es, mit den Bildungs-
angeboten Menschen zu befähigen,
ihre jeweiligen Arbeits und Lebens-
verhält nisse bewusster und kompetenter
zu gestalten. Wir fördern den Abbau
sozialer, kultureller und gesellschaftlicher
Diskriminierungen und die gesellschaft-
liche Teilhabe innerhalb und außerhalb
der Arbeitssphäre.

image
| 67
Kultur und Interkulturalität
Pädagogisches Personal, Kinder und deren Eltern
für ein interkulturelles Zusammenleben sensibilisieren
Das Projekt wurde im Zeitraum von Oktober 2007 bis September 2008 in Kindertages-
stätten der Stadt Leipzig realisiert. Sechs in Leipzig wohnhafte Bürger und Bürgerinnen
aus Partnerstädten in Honduras, Äthiopien, Tansania und Kamerun wurden eingeladen
und qualifiziert, von Januar bis Juli 2008 in drei Kindertagesstätten der Stadt Leipzig
aktiv mitzuarbeiten. Sie übernahmen dabei eine Patenschaft im Sinne eines interkultu-
rellen Austauschs und begleiteten sechs Monate lang den pädagogischen Alltag, indem
sie ihn mit ihren Ideen, spezifischen Kompetenzen und interkulturellen Aktivitäten
bereicherten.
Als Paten in die Kitas
Die Zusammenarbeit war besonders darauf ausgerichtet, Rassismus, Fremdenfeindlich-
keit und Rechtsextremismus entgegenzuwirken und Erzieherinnen, Eltern und Kinder
mit der Normalität des friedvollen Zusammenlebens der Kulturen vertraut zu machen.
Die Paten kamen zwei Tage pro Woche in die Einrichtungen, um mit den Kindern zu
lernen, zu spielen und ihnen ihre Kultur näherzubringen (z. B. »Backen wie in Äthiopien«,
»Schmuck aus Tansania« etc.). Die Erzieherinnen bekamen dadurch eine »Weiterbildung
on the job«, indem sie interkulturelle Methoden in der Praxis kennenlernten. Der Weiter-
bildung des pädagogischen Personals dienten zusätzlich einrichtungsübergreifende
Veranstaltungen, auf denen sich die Mitarbeiter der drei Einrichtungen mit den Projekt-
kooperationspartnern austauschten und die Weiterarbeit planten. Auch unter den Paten
fand ein Erfahrungsaustausch statt: Mehrere Schulungen gaben ihnen die Möglich-
keit, ihre Erfahrungen in den Einrichtungen zu artikulieren und neue Ideen zur inter-
kulturellen frühkindlichen Erziehung miteinander zu diskutieren. Das Projekt wurde
fortlaufend von einem Coach und einem Evaluationsteam betreut.
Aufdecken von Stereotypen im Denken und Verhalten
gegenüber Menschen aus anderen Ländern
Der ursprüngliche Wunsch seitens der Kindertageseinrichtungen, dass die Paten vor
allem ihre »traditionelle Kultur« repräsentieren sollten, zeigte das unbewusste Fortwirken
typischer Klischees. Deshalb wurde besonders darauf geachtet, dass die jeweiligen
persönlichen Kompetenzen der Paten zum Ausdruck kamen. Nicht die Herkunft sollte
als wichtigstes Merkmal herausgestellt werden. Daher wurden auch Familien und
biographische Erfahrungen der Paten in Leipzig in die Gestaltung des Arbeitsalltags
einbezogen. Die Erzieherinnen erlebten, dass der Ansatz, direkt auf Ereignisse bzw. auf
Äußerungen der Kinder einzugehen, günstig für interkulturelles Lernen ist. So wurde
beispielsweise der Ausspruch eines Kindes: »Schau mal, der ist ja schwarz und dreckig!«
als Thema einer Veranstaltung genutzt, bei der über Hautfarbenunterschiede bei allen
Menschen gesprochen wurde.
Einbeziehung ausländischer Kinder und Eltern in die pädagogische Arbeit
Die Arbeit am Projekt bewirkte, dass die Erzieherinnen von sich aus über weitere Möglich-
keiten der interkulturellen Öffnung nachdachten und verstärkt Kinder und Eltern anderer
Herkunft in die pädagogische Arbeit einbezogen. So gestaltete z. B. der irakische Vater
eines in der Kita betreuten Kindes gemeinsam mit den Paten ein Frühlingsfest. Beobach-
tungen ergaben, dass die Kinder in den Einrichtungen sehr daran interessiert waren,
neue Länder kennenzulernen und Freude in der Zusammenarbeit mit den Paten zeigten.
Ihre anfänglichen Ängste und Ablehnungen gegenüber dem »fremden schwarzen Mann«
wurden durch das gemeinsame Tun und Gestalten im Kindergartenalltag überwunden.
Transfer
Der Projektansatz wurde 2009 mit Unterstützung des Preisgeldes bestimmungsgemäß
in andere Regionen Sachsens transferiert. In Kooperation mit der Volkshochschule
Sächsische Schweiz sowie der Heilpädagogischen Kindertagesstätte Pirna und der
Kindertagesstätte Flohkiste in Heidenau wurden dabei sowohl die Erzieherinnen und
Erziehern und die Kita-Leitungen als auch die Kinder und Eltern in ihren interkultu-
rellen Kompetenzen gestärkt. Im Jahr 2011 erfolgte der Transfer der Projektidee in die
Region Chemnitz.

image
68 |
Zielgruppe
Kinder und Jugendliche,
junge Familien,
junge Erwachsene,
die sich auf weiterführende Bildungs-
wege vorbereiten oder besonderen
Interessen nachgehen möchten
Projektziele
Jugendliche für Bildung außerhalb
des Unterrichtes interessieren
im Rahmen des Projektes den Teil -
nehmerinnen und Teilnehmern
das besondere Metier der darstellenden
und bildenden Künste nahebringen
den Jugendlichen vermitteln, dass
Hochkultur mit ihrem Leben zu
tun hat und dass Oper ein lebendiges
Gesamtkunstwerk darstellt
Kontakt
Volkshochschule Dresden e. V.
Schilfweg 3
01237 Dresden
Tel. 0351 254400
post@vhs-dresden.de
www.vhs-dresden.de
Musiktheater für junge Leute
Workshops zur Heranführung an die darstellenden und bildenden Künste
2. Preis 2006
Volkshochschule Dresden e. V.
Unsere Vision
Gesamtgesellschaftliches Engagement
für die Entwicklung unserer Kinder
und Jugendlichen, Zugang zu Kunst
und Kultur und Chancengleichheit
für alle

image
| 69
Kultur und Interkulturalität
Bildung außerhalb des Unterrichts
Das Projekt wurde in Kooperation der Sächsischen Staatsoper Dresden und der Volks-
hochschule Dresden e. V., Fachbereich Junge Volkshochschule, unter Mitwirkung der
Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und des Staatsschauspiels Dresden realisiert.
Im Prozess der Erarbeitung der Aufführung wurden die Jugendlichen von den Mitarbei-
terinnen und Mitarbeitern der Volkshochschule angeleitet und mit Workshops für die
Gestaltungsteams unterstützt. Die 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer pro Projekt
wurden durch die Zusammenarbeit von MitarbeiterInnen der Volkshochschule und
Direktorinnen und Direktoren mehrerer Dresdner Gymnasien gewonnen. Das Projekt
förderte Persönlichkeitsfindung und -entwicklung, soziale und kulturelle Kompetenz und
Allgemeinbildung neben spezifischer Wissensvermittlung. Die Jugendlichen lernten Kultur
als Bestandteil von Bildung verstehen. Sie erlernten fächerübergreifendes Denken,
erfuhren Stimulation für Innovation und Kreativität, die nicht nur für Kunst- oder Geistes-
wissenschaften nutzbar ist, sondern ebenso für naturwissenschaftliche Orientierungen.
Kunst ist nicht gleich »elitäre Hochkultur«
Die Ernsthaftigkeit der künstlerischen Auseinandersetzung mit den Problemen unserer
Zeit verstehen Jugendliche am besten, wenn sie in den Prozess der Entstehung eines
Kunstwerkes Einblick erhalten und in ihn einbezogen werden. Das Gesamtkunstwerk
Musiktheater bietet hierfür ein umfangreiches Bildungspotenzial zu aktuellen Themen
wie Gewalt, Fremdenfeindlichkeit oder Umweltzerstörung, das mit diesem Konzept voll
ausgeschöpft werden kann. Das Projekt bestand aus 5 Workshops, die zeitnah statt-
fanden. »Einstimmung und Einführung in das Projekt«, »Bild in Bewegung – Was hat
in Bild mit Theater zu tun?«, »Welche Sprache spricht der Tanz?«, »Wort in Bewegung –
Wieso Schau-Spiel?«, »Emotion in Bewegung – Wie wirkt Musik? Was kann Gesang?«,
»Alles in Bewegung – Bild, Wort, Bewegung, Musik – Warum das alles Oper ist«. In den
ersten vier Workshops wurde das Gesamtkunstwerk Musiktheater in seine Bestandteile
zerlegt, im fünften Workshop in der Semperoper wieder zusammengesetzt und als
Aufführung erlebt. Danach folgte eine sechste Veranstaltung in der Volkshochschule,
die der Auswertung und Festigung des Erlebten diente und in die Erarbeitung einer
Projektpräsentation durch die Jugendlichen mündete.
Gründung eines Jugendclubs
Im Anschluss an das Projekt wurde die Gündung eines Jugendclubs beschlossen und
als weiteres Kooperationsprojekt von Semperoper und Junger Volkshochschule ein
halbes Jahr später als SemperOper-Jugendclub ins Leben gerufen.
Die im Projekt bewährte Zusammenarbeit der beiden Kooperationspartner findet darin
die angestrebte, über den Modellversuch hinaus gehende Fortsetzung. Der SemperOper-
Jugendclub entwickelte sich innerhalb seines ersten Jahres zu einer lebendigen Interessen-
gemeinschaft und verzeichnet einen ständigen Mitgliederzuwachs. Der Verbund aus
Semperoper, Junger Volkshochschule, Kultureinrichtungen der Stadt, Dresdner Schulen
und dem SemperOper-Jugendclub kann nun für die Weiterbildung von Mitarbeitern
aller Verbundpartner und darüber hinaus genutzt werden. Ziel einer solchen Weiter-
bildung ist die Erweiterung des fachspezifischen Wissens der Teilnehmer durch un-
mittelbares Erleben der Vernetzung mit den fachverwandten Nachbargebieten und die
Sensibilisierung für die Entwicklung eigener spartenübergreifender Projekte. Besonders
wünschenswert ist die Weiternutzung durch Jugendliche. Dem SemperOper-Jugendclub
kommt hierbei eine besondere Bedeutung zu.

image
70 |
Zielgruppe
Berufstätige
Eltern
Senioren
Kinder und Jugendliche
Analphabeten
ausländische Mitbürgerinnen
und Mitbürger
Aussiedlerinnen und Aussiedler
sozial Schwache
Projektziele
Architektur und Weiterbildung
verbinden
eine Lernumgebung schaffen, die
nachhaltig Lernmotivation und –
erfolg steigert
moderne Anforderungen an Lernorte
erfüllen und gleichzeitig neue Ideen
realisieren
Kontakt
Volkshochschule Chemnitz
Moritzstraße 20
09111 Chemnitz
Tel. 0371 4884343
Fax 0371 4884399
info@vhs-chemnitz.de
www.vhs-chemnitz.de
Weiterbildung und Architektur – DAStietz
Umbau eines historischen Warenhauses zu einem modernen,
lernförderlichen Bildungsort
2. Preis 2005
Volkshochschule Chemnitz
Unsere Vision
Als Ort der Bildung, Begegnung
und Kommunikation initiiert, fördert
und begleitet die Volkshochschule
lebenslanges Lernen.
Ihr ganzheitliches, innovatives und
finanzierbares Bildungsangebot macht
die Volkshochschule zum Drehund
Angelpunkt für Weiterbildung in allen
Bereichen, für alle Menschen.

image
| 71
Kultur und Interkulturalität
DAStietz – Ort für Bildung und Begegnung
Im Jahre 2001 begann im Herzen von Chemnitz der Umbau des historischen Warenhauses
Tietz zu einem Ort, wo Bildung, Kultur, Begegnung und Handel harmonisch miteinander
verschmelzen. Im Oktober 2004 wurde in gleicher Hülle und doch mit anderer Seele
DAStietz wieder eröffnet. Als Bildungs- und Kultureinrichtung vereint DAStietz die
Volkshochschule, die Stadtbibliothek, das Museum für Naturkunde und die Neue
Sächsische Galerie. Herausforderung des Umbaus war neben der Symbiose aus histo-
rischer Bausubstanz und moderner Innenarchitektur insbesondere die Verbindung
zwischen Architektur und Weiterbildung. In intensiver Zusammenarbeit der Bauherrin
mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Volkshochschule und dem beauftragten
Architekten entstand eine einzigartige Lernumgebung, die pädagogisches Handeln dank
innovativer Innenraumgestaltung im Bau erlebbar macht und die Lernenden in den
Mittelpunkt stellt. DAStietz belebt die Vision, die vielschichtigen Facetten von Erwachsenen-
bildung transparent zu präsentieren, Neugier zu wecken, Hemmschwellen abzubauen
und Freude zu machen.
Vom Warenhaus zum Bildungszentrum
Für das gesamte Haus entwickelten die Beteiligten ein modernes Raum-, Farb- und
Materialkonzept, das sich in die bestehende Bausubstanz einfügt und gleichzeitig die
Anforderungen an moderne Lernorte erfüllt. Fade rechteckige Kursräume wichen
unsymmetrischen Grundrissen mit verschiedenen Wandlängen. Schräg angelegte oder
gar weggelassene Wände sorgen für ständig wechselnde und überraschende Raum-
situationen.
Die Farben Rot, Orange und Gelb wie auch die Materialien Buche, Edelstahl und Glas
wirken freundlich und strahlend. Vor allem aber überraschend, da auf das übliche
neutrale Grau vollständig verzichtet wurde.
Drei helle Lichthöfe charakterisieren DAStietz und machen Weiterbildung in der Volks-
hochschule im wahrsten Sinne des Wortes transparent. Alle den Lichthöfen zugewandten
Wände sind baulich zurückgesetzt und verglast. Dadurch wird bei einem Rundgang
um die Höfe nicht nur der Blick in die Museen und die Bibliothek frei. Auch jedweder
Einblick in die Kursräume und das Bildungsgeschehen steht offen.
Die faszinierende Atmosphäre der neu geschaffenen Räume fördert die Freude am
Lernen und begeisterte bereits kurz nach dem Umzug der Volkshochschule in DAStietz
doppelt so viele Menschen für Bildung wie vor dem Umzug.

image
72 |
Zielgruppe
Erwachsene
Schülerinnen und Schüler
Holzbildhauer
Lehrerinnen und Lehrer
Studierende
Projektziele
Die Teilnehmenden werden im
Rahmen einer Weiterbildung zu den
verschiedenen Kulturen, Traditionen,
Lebensarten und Glaubensrichtungen
fremder Völker aus aller Welt
schulen und parallel eine interne
Lernbefähigung ausbilden.
Die Kursteilnehmer werden Multi-
plikatoren für den Gedanken der
Völkerverständigung und fungieren
später als Dozenten für die haus-
interne Weiterbildung.
Kontakt
Daetz-Stiftung
Schlossallee 2
09350 Lichtenstein
Tel. 037204 585821
contact@daetz-stiftung.org
www.daetz-stiftung.org
Konzeption zur umfassenden Weiterbildung
im Daetz-Centrum
Kurse, Symposien und Workshops zur Entfaltung eigener schöpferischer Kräfte
und zur Sensibilisierung für eine Verständigung der Völker
3. Preis 2002
Daetz-Stiftung Lichtenstein
Unsere Vision
Junge Menschen während der
Aus bildung für die Weiterbildung,
für das lebenslange Lernen,
für das Verständnis für fremde
Völker sensibilisieren
Die bessere Nutzung der
Verbin dungen zwischen Kultur,
Wirtschaft und Bildung

image
| 73
Kultur und Interkulturalität
»Leben und Kunst in Bildung und Lernen«
Im Mittelpunkt der Lern-Aktivität steht die künstlerische Arbeit mit Holz, und dies in
den beiden Hauptzugängen, die es immer gibt im Zusammenhang mit Kunst:
rezeptiv: wahrnehmen, aufnehmen,
auf sich wirken lassen;
produktiv: ins Mitschwingen kommen,
reagieren, tun, selbst gestalten.
Für den einen Zugang steht die Dauerausstellung mit mehr als 600 Holzbildhauerar-
beiten aus fünf Kontinenten, eingebettet in ihren jeweiligen kulturellen Rahmen, z. B.
durch landestypische Musik. Die Ausstellung bietet Elemente zum Miterleben. In diesem
Impuls zum lebendigen Bildungsgeschehen zeichnet sich der andere Zugang ab: das
eigene aktive Gestalten. Dieses Gestalten hat seinen zentralen Platz in der Entwicklung
künstlerischer Professionalität. Das Daetz-Centrum bietet hierfür künstlerisch-wissen-
schaftliche Weiterbildung durch Seminare, Symposien und Workshops für Holzbildhauer
aus aller Welt an, außerdem die berufliche Fortbildung für Lehrkräfte in der Schnitzerei
und Holzbildhauerei, aber auch für Kunsterzieher und andere Lehrkräfte allgemein bilden-
der Schulen, und schließlich die künstlerische Ausbildung durch den Studiengang
Holzbildhauerkunst.
Persönlichkeitsbildung durch die Entfaltung schöpferischer Fähigkeiten
Dazu gehören Programme mit Schulen und Bildungsund Begegnungs-Angebote für
Erwachsene, wobei »Begegnung« sowohl den lebendigen Austausch mit Künstlern als
auch die Beschäftigung mit anderen Kulturen einschließt. Die Leitidee und Innovation
des Ganzen liegt in dem, was für Kunst generell gilt: Kunst nimmt Leben auf. Sie
verdichtet es zu neuem Leben in einem Werk: in der Tonkunst zu einer Melodie, in der
Choreographie zu einer Sequenz von tänzerischen Bewegungen – oder eben in der
Holzbildhauerkunst zu einer Skulptur. Dieses Werk wiederum löst in uns Reaktionen aus,
Empfindungen, Einfälle. Das heißt: Wir antworten darauf mit unserem eigenen Leben.
Kunst verdichtet Leben, und davon geht neues Leben aus
Deshalb lautet unser Leitwort »Leben und Kunst«, und wir können es auch umkehren:
»Kunst und Leben«, weil das Werk in den Menschen weiter wirkt und dadurch Leben
verändert. Der eine Aspekt der innovatorischen Leistung besteht also darin, dass Kunst
und Leben durch Bildung und Lernen miteinander verbunden werden. Der andere Aspekt
von Innovation liegt darin, dass dies integrativ geschieht. Die Bildungsaktivitäten
umgreifen verschiedene Lebensalter (Senioren, Menschen in mittleren Jahren, junge
Erwachsene, Schüler), verschiedene Orientierungen (Kunst als Beruf, Kunst als Lieb-
haberei, künstlerisches Tun als Teil persönlicher Entwicklung), verschiedene Gegen-
standsbereiche (Holzbildhauerei, kulturelles Wissen, historisches Wissen, praktische
Fähigkeiten).
Innovationsaspekt Struktur
Struktur ist schon beinahe selbst ein Kunstwerk: Es gibt Stifterpersönlichkeiten (das Ehe-
paar Daetz), die eine umfangreiche Sammlung von Holzbildhauerarbeiten zur Verfügung
stellen. Hierfür rekonstruierte eine Kommune (die Stadt Lichtenstein) ein repräsenta-
tives Gebäude (das Schlosspalais) und errichtete einen Neubau. Es entstand ein privat-
wirtschaftliches Zentrum, das von einer Gesellschaft mit kommunalen und privaten
Teilhabern (Stadt Lichtenstein, Landkreis Chemnitzer Land und die Daetz- Stiftung) be-
trieben wird. Der Studiengang Holzbildhauerkunst wird getragen von einer Fachhoch-
schule (der Westsächsischen Hochschule Zwickau mit ihrem Fachbereich Angewandte
Kunst Schneeberg), die verantwortlich ist für die fachliche Seite und das Prüfungswesen,
und vom Daetz-Centrum, zuständig für die sachliche und personelle Ausstattung und
das Budget. Vereinbarungen mit Berufsverbänden, Ausbildungseinrichtungen und In-
nungen – auch international – wurden getroffen. Diese Struktur ist bemerkenswert
kooperativ angelegt. Sie verbindet beispielhaft privates und öffentliches Engagement
zum Wohle von Bildung und Lernen, Kultur und Kunst.

image
© unsplash.com | Robin Worrall

image
Preisträger der Kategorie:
Medien und Technik
Digitalisierung ist mehr als ein rein technischer Prozess
und Medienkompetenz mehr als das Bedienen von
Geräten. Die Preisträgerprojekte der vergangenen Jahre haben
eindrucksvoll gezeigt, dass Medienbildung viele Dimensionen hat
und die Voraus setzung für Teilhabe an der Gesellschaft im
digitalen Zeitalter ist
Robert Helbig | Sächsischer Volkshochschulverband e. V.
Geschäftsführer
Die Corona-Pandemie hat neue gesellschaftliche
Herausforderungen mit sich gebracht und Herausforderungen
aufgezeigt, die auch in Weiterbildungsformate Eingang finden
werden. Das große Thema »Digitalisierung« wird uns die nächsten
Jahre beschäftigen, der Innovationspreis bietet hervorragende
Anreize dafür.
Andrea Gaede | Landesverband Soziokultur Sachsen e. V.
stv. Geschäftsführerin und Grundsatzreferentin
Die Digitalisierung geht nicht »vorbei«, sie ist nicht
irgendein technologischer Trend. Vorbeigehen wird
höchstens der Gedanke daran, dass sie vorbeigeht. (M. Pachmajer)
Die Digitalisierung braucht den Menschen nicht, sie erweitert
vielmehr seine Möglichkeiten. (P. Bartels)
Reinhard Langer
Verband Sächsischer Bildungsinstitute e. V.
Hauptgeschäftsstelle
Die gezielte Nutzung der sozialen Medien und der sich
stets verbessernden technischen Möglichkeiten beinhaltet
Chancen und Risiken zugleich. Weiterbildungsangebote in diesen
Bereichen helfen, aus den Chancen das Beste für die Gesellschaft
zu machen.
Prof. Gerald Svarovsky (Juryvorsitz) | Repräsentant der ESO Education Group,
Bereich Bildung und Arbeitsmarkt

image
image
image
image
76 |
Zielgruppe
Menschen der Stadt Bernsdorf
Menschen jeden Alters
und Geschlechts
Bernsdorfer Vereine und Initiativen
Projektziele
Konzeptionierung einer eigenen
digitalen Bürger*innenplattform
für die Stadt Bernsdorf
Ausgestaltung der Inhalte der
Webseite
Einbindung der Bernsdorfer*innen
zur Umsetzung der Seite
Stärkung digitaler Kompetenzen
Förderung des Verständnis
für abstrakte Digitalisierungs-
mechanismen
Kontakt
Forum für Kultur und
Bildung gemeinnützige UG
(haftungsbeschränkt)
Oliver Gibtner-Weidlich
Sebastian-Bach-Straße 27
04109 Leipzig
Tel. 0341 23106874
post@f-kub.org
f-kub.org
Unsere Vision
Unsere Vision ist es, Menschen aller
Alters gruppe durch die selbstständige,
aktive Arbeit mit Medien zu befähigen,
an der digitale Gesellschaft teil-
zuhaben, selbst aktiv zu werden und
eigene Ideen umzusetzen.
»Bernsdorf digital –
Medienkompetenz generationenübergreifend«
Medienkompetenz vermitteln, Generationen verbinden, Gemeinschaft stärken
Sonderpreis »Weiterbildung verbindet!
Gesellschaftlicher Zusammenhalt in besonderen Zeiten« 2021
Forum für Kultur und Bildung gemeinnützige UG, Leipzig

image
image
| 77
Medien und Technik
Menschen aus der Kleinstadt Bernsdorf (Oberlausitz), von Jugendlichen bis zu Senior*innen,
haben gemeinsam, im Rahmen eines medienpädagogischen Prozesses, eine eigene Online-
plattform von und für Bürger*innen ihrer Stadt entwickelt: mein-bernsdorf.de
Im Laufe eines Jahres wurde gemeinsam mit den Ein wohner*innen der Kleinstadt an
einer Plattform gearbeitet, die das kulturelle und gesellschaftliche Leben digital unter-
stützen und vernetzen soll.
Das Projekt wurde dabei durch Medienpädagog*innen des Forums für Kultur und Bildung
und in enger Zusammenarbeit mit dem Mehrgenerationenhaus Bernsdorf ermöglicht.
Auf dem Weg zur digitalen Gesellschaft
Der Prozess startete im Januar 2020 mit einer zentralen Frage, die die Teilnehmenden
erarbeiten sollten: Was kann eine digitale Bürger*innenplattform für die Gemeinschaft
in unserer Stadt leisten?
Bei regelmäßigen Treffen (in Präsenz und digital) sowie in einer eigens angelegten
digitalen Beteiligungsplattform wurde entwickelt, diskutiert und moderiert. Insgesamt
beteiligten sich über 40 Personen an »Bernsdorf digital«.
Das Herausragende am Projekt Bernsdorf digital: Die Teilnehmenden haben die Plattform
von Grund auf selbst konzipiert, entwickelt und immer wieder getestet. Nichts war vor-
gegeben, gestartet wurde mit dem sprichwörtlichen weißen Blatt.
Alle Funktionen, das Aussehen, der Name und vieles mehr wurde von den Teilnehmenden
in einem medienpädagogischen Prozess diskutiert, entwickelt und ausprobiert. Dabei
wurden Themen wie Datenschutz, (online) Verhaltensregeln und die Möglichkeiten digitaler
Angebote besprochen, aber auch die Fragestellung, ob die künftigen User*innen auf der
Plattform mit Du oder Sie angesprochen werden sollen.
Auf Basis der Vorstellungen und Entwicklungen der Teilnehmenden aus Bernsdorf wurde
die Plattform Stück für Stück programmiert.
Im November ging der erste vollständige Prototyp der von den Teilnehmenden entwickel-
ten Plattform online, welcher dann umfassend getestet wurde, um mögliche Änderungen
und Anpassungen vorzunehmen. Im März 2021 fand ein Nutzer*innentest mit diversen
Ver tre ter*innen der Bernsdorfer Gesellschaft statt.
Seit Anfang Mai ist die Plattform offiziell für alle Menschen in Bernsdorf online. Der
Entwicklungsprozess war aber nur der Anfang: Die Plattform wird von freiwilligen
Bernsdorfer*innen redaktionell betreut und wird gemeinsam mit dem Mehrgenerationen-
haus und dem Forum für Kultur und Bildung weiterentwickelt.
Was bietet mein-bernsdorf?
Die von den Teilnehmenden entwickelte Plattform bietet u. a. einen News-Bereich, ein
schwarzes Brett für Nachbarschaftshilfe, eine Job- und Ausbildungsbörse, Möglich-
keiten für Vereine und andere engagierte Gruppen sich und die eigenen Angebote zu
präsentieren sowie einen Veranstaltungskalender.
Menschen aus Bernsdorf sowie Vereine und Initiativen können sich auf der Plattform
unkompliziert anmelden und teilhaben, auch die Mitarbeit in der Redaktion ist für alle
offen. Nutzer*innen mit fehlenden Erfahrungen im Umgang mit Onlineangeboten
werden durch Hilfsangebote im Mehrgenerationenhaus unterstützt, zudem können
für diese Nutzer*innen auch E-Mailadressen auf der Plattform angelegt werden. So
soll der Zugang allen Menschen in Bernsdorf ermöglicht werden.
Das Projekt »Bernsdorf digital« vermittelt Medienkompetenz, verbindet Generationen
miteinander und stärkt die Gemeinschaft!

image
78 |
Zielgruppe
Menschen die bisher wenig digitale
Lernangebote genutzt haben
Frauen, die sich bisher nicht für das
(männerdominierte) Thema Grillen
interessieren
Männer die sich bisher nicht für die
Lernangebote der vhs interessieren
(vhs-Kurse werden zu 75 % von
Frauen besucht)
Projektziele
Förderung der digitalen Bildung
Bekanntmachung der Lernplattform
»vhs.cloud«
Förderung der gesunden Ernährung
Kontakt
Volkshochschule Leipzig
Löhrstr. 3 – 7
04105 Leipzig
Frau Heike Richter
(Leiterin)
Herr Peter Kabitzsch
(Pädagogischer Mitarbeiter)
Tel. 0341 1236069
vhs@leipzig.de
www.vhs-leipzig.de
»grillMOOC - Ernährungsbildung online«
Vier Themenwochen zum Grillen – online und live an den beteiligten Volkshochschulen
1. Preis 2020
Volkshochschule Leipzig
Unsere Vision
Unsere Vision ist, möglichst viele
Menschen mit den Möglichkeiten
digitaler Bildung vertraut zu
machen und damit erweiterte Möglich-
keiten zur Teilhabe an Bildung zu
schaffen.

| 79
Medien und Technik
Die Volkshochschule Leipzig verfolgt das Ziel, Menschen mit den Möglichkeiten digi-
taler Bildung vertraut zu machen und damit erweiterte Möglichkeiten zur Teilhabe an
Bildung zu schaffen. Dafür haben die Volkshochschulen mit der vhs.cloud eine Lern-
plattform entwickelt, die die technische Basis für digitale Lernangebote bildet. Die
meisten Teilnehmer*innen der Volkshochschulkurse haben bisher wenig Erfahrungen
mit digitalen Lernangeboten gemacht. Mit dem ubiquitären Thema »Grillen« sollte
diese Zielgruppe mit der vhs.cloud und der Möglichkeit, Volkshochschule digital zu
erleben, vertraut gemacht werden.
Der grillMOOC war von seiner Konzeption darauf angelegt, deutschlandweit von
Teilnehmer*innen der Volkshochschulen bearbeitet werden zu können.
Im Mai 2019 wurde das Thema Grillen innerhalb von vier Wochen als Massive Open
Online Course sowohl in digitalen Lernbausteinen in der vhs.cloud als auch analog in
drei großen Veranstaltungen in den Volkshochschulen vor Ort, bearbeitet.
Dafür wurden vier Themenwochen geplant. Die erste Woche stand unter dem Gesichts-
punkt von Ökologie und Nachhaltigkeit. Es wurden die Themen energieeffizientes Grillen,
nachhaltiges (Einweg-)Geschirr und Grillgut, Plastikvermeidung beim Einkauf sowie
verschiedene Alternativen zur Holzkohle aus Bambus, Olivenabfällen und Kokosnuss-
schalen behandelt. In der zweiten Themenwoche wurde der Fokus auf die gesundheit-
lichen Aspekte des Grillens gelegt. In der dritten Themenwoche standen Grillmethoden,
Grillgeräte und Zubehör im Mittelpunkt.
Es wurden viele verschiedene Grillgeräte mit unterschiedlichen Brennmaterialen vor-
gestellt und getestet und das Thema »Grillen in der Stadt« mittels indoor-tauglichen
Grillgeräten den Lernenden näher gebracht. Zum Abschluss des grillMOOCs wurde das
für die Volkshochschulen, die in ihren Kursen Teilnehmer*innen aus vielen Kulturen
unterrichten, naheliegende Thema des interkulturellen Grillens gewählt und korrespon-
dierende Getränke vorgestellt.
In den MOOCbars anderer Volkshochschulen konnte gemeinsam mit den Teilnehmenden
der Livestream über Edudip (Software für online durchgeführte Seminare) verfolgt
werden. Unter dem Begriff einer MOOCbar wurden in anderen MOOCs lokale Veran-
staltungen der begleitenden Bildungseinrichtungen verstanden, in denen sich vor Ort
über die Inhalte des MOOCs ausgetauscht werden konnte. Diese MOOCbars dienen
dazu, die Teilnehmer*innen aus der (gefühlten) Anonymität digitaler Lernangebote
zurück in bekannte Präsenzformen zu holen und einen direkten Austausch zu ermög-
lichen Die Lerninhalte des grillMOOC wurden online als Lernbausteine im Kursraum der
vhs.cloud bereitgestellt, welche wochenweise freigeschaltet wurden. In den Lernbau-
steinen wurden verschiedene Darstellungsformen und interaktive Lernüberprüfungen
in Form von Quizzen, Zuordnungsaufgaben oder Multiple Choice Tests durchgeführt.
Für die zweite und dritte Themenwoche wurden Lernvideos angefertigt. Die Entschei-
dung, diese Themen in Form von Lernvideos und darauf aufbauendem Wissenstest zu
erstellen, liegt darin begründet, dass sich Handlungsabläufe filmisch besser darstellen
lassen als in reiner Textform.
Die Vermittlung durch (bewegtes) Bild und Ton spricht verschiedene Sinneskanäle an.
Die Videos sind strukturell gleich aufgebaut, um den Zuschauer*innen eine Orientierung
zu geben. Die Dauer der Videos liegt zwischen zwei und sechs Minuten, um die Auf-
merksamkeitsspanne der Zuschauenden nicht zu überreizen. Des Weiteren standen in
dem Kursraum die Rezepte der Kursleitenden als Download zur Verfügung, konnten
Bilder der MOOCbars hochgeladen werden und es erfolgte ein Austausch mit den
Teilnehmer*innen über das Forum. Einige Tage nach den Grillevents wurde die Auf-
zeichnung der Liveshows zum Nachschauen zur Verfügung gestellt.
Die Lernbausteine, Lernmaterialien und Videos stehen unter
www.grillmooc.de
auf
einer offenen Seite der vhs.cloud zur Verfügung.

image
80 |
Zielgruppe
ehren- und hauptamtliche
Mitarbeiter*innen steuerbegünstigter
Organisationen, Initiativen und
Projekte
Privatpersonen mit Bezug zu
gemeinnütziger, mildtätiger oder
kirchlicher Tätigkeit
die nachwachsende Generation der
sog. »Digital Natives«
die ältere Generation und Lehrpersonal,
die jeweils im Umgang mit digitalen
Medien geschult werden sollen
Projektziele
Zentrale Herausforderung und Strategie
des Projekts sind zum einen die Trans-
formation der klassischen Weiterbildungs-
formate in digitale Formate(Live-Online-
seminare / Video on Demand (VoD))
sowie die Schaffung und Etablierung
völlig neuer digitaler Weiterbildungs-
angebote und -kanäle (Vodcast, Podcast,
VSZ-App, Training: Fit fürs E-Teaching!)
Zudem gehört zur Strategie des
Projektes stets, die Weiterbildungs-
angebote immer so nah wie möglich an
die Zielgruppe heran zu tragen, keine
Bevölkerungsschicht auszuschließen
und zugleich stets eine hohe Reichweite
zu erzeugen.
Kontakt
Vereins- und Stiftungszentrum e. V.
Vorstand:
Jens Trocha, Jan Graupner
Erna-Berger-Straße 5
01097 Dresden
Tel. 0351 2067000
Fax 0351 20670019
mail@vereine-stiftungen.de
www.vereine-stiftungen.de
»VSZ.digital«
Digitale Weiterbildungsangebote für Vereine und Stiftungen
2. Preis 2020
Vereins- und Stiftungszentrum e. V., Dresden
Unsere Vision
Das Projekt »VSZ.digital« soll die Nachteile und Zugangsbarrieren der klassischen
Weiterbildungsformate überwinden und internetbasierte, mobil verfügbare Formate
der Bildung etablieren. Dabei soll die damit verbundene höhere Reichweite bewusst
genutzt werden. Unsere Vision ist, ein Weiterbildungsangebot zu schaffen, dessen
Zugang jedem Menschen, zu jeder Zeit, an jedem Ort über eine Vielzahl von Kanälen
auf die jeweils vom Teilnehmer*innen bevorzugte Weise zu einem erschwinglichen
Preis möglich ist.
Weiterbildung soll dann stattfinden können, wenn der Nutzer*innen nach dieser
verlangt und in einer für ihn effektiven und nutzbringenden Form. Der Fokus
liegt auf der Unabhängigkeit, da wir dadurch auch einem gewissen Ausgleich
bestehender regionaler Disparitäten schaffen können.

| 81
Medien und Technik
Nach anfänglich ersten kleineren Testausflügen in die digitale Onlinewelt und der daraus
resultierenden positiven Resonanz der Nutzer unseres Digitalangebotes, wurde das
Projekt »VSZ.digital« im Herbst 2019 ins Leben gerufen und in der Folgezeit umgesetzt.
Unser Projekt »VSZ.digital« beinhaltet derzeit die Umsetzung von drei verschiedenen
digitalen Formaten über zwei Kanäle sowie ein Kompetenztraining für Referent*innen
zur Anwendung digitaler Bildungsformate. Zum Beispiel folgende:
Digitales Weiterbildungsformat:
Live-Onlineseminare
Hierbei handelt es sich um Vorträge in Echtzeit, welche live über das Internet gestreamt
werden. Mit diesem Format schafft das VSZ generell die Möglichkeit, die Vortragsinhalte
allen Interessierten via Livestream zeitgleich an alle gewünschten Orte mit Internet-
verbindung (z. B. Wohnung, Büro, Verkehrsmittel, externe Veranstaltungsräume etc.)
zu übertragen. Durch die öffentliche Ausstrahlung des Livestreams in den Vereins-
Zentren und Freiwilligenagenturen können Personen erreicht werden, die z. B. aufgrund
fehlender Mobilität nicht persönlich am Seminar teilnehmen können.
Digitales Weiterbildungsformat:
Video on Demand (VoD)
Bei den VoD handelt es sich um aufgezeichnete Seminare zum Onlinestreaming, weshalb
dieses Format in Bezug auf die flexible Verfügbarkeit des Weiterbildungsangebotes
noch einen Schritt weiter geht: es überwindet nicht nur die Ortsgebundenheit, sondern
ermöglicht eine auch in zeitlicher Hinsicht unabhängige Nutzung. Werden dann hier-
für mobile Geräte eingesetzt (z. B. Smartphones, Tablets), wird hieraus sogar eine
»Weiterbildung zwischendurch« bzw. eine »Weiterbildung-to-go« möglich. Durch diese
Möglichkeiten kann die persönliche Lerngeschwindigkeit selbst festgelegt werden
und das Gehörte individuell noch einmal gefestigt.
Digitales Weiterbildungsformat:
Vodcast/Podcast
Die eigens durch das VSZ produzierten Vodcasts (= digitale Videobeiträge) und Podcasts
(= digitale Audiobeiträge), geben kurze Fachbeiträge zu ausgewählten Themen wieder.
Hierbei handelt es sich bei uns nicht um Seminare oder Vorträge, sondern um
Experten/-innen-Interviews mit einer Länge von ca. 5 – 10 min. Dieses Angebot stellt
eine sinnvolle Ergänzung zu den obig beschriebenen Formaten dar.
Zudem gibt es eine eigene VSZ-APP für die mobil optimierte Nutzung der Formate.
Die oben genannten Weiterbildungsangebote können jederzeit wahrgenommen werden.
Dies ist vor allem vor dem Hintergrund wichtig, da der Bedarf an einer Weiterbildung
erfahrungsgemäß meist situativ entsteht und ein Aufschub nur selten sinnvoll ist.
Wenn sich Mitglieder und Mitarbeiter*innen in Vereinen und Stiftungen zu bestimmten
Themen zu einem konkreten Zeitpunkt informieren wollen, ist es nur bedingt hilfreich,
auf ein möglicherweise in der Zukunft irgendwann stattfindendes Seminar angewiesen
zu sein. Die einzigen Alternativen hierzu bilden die eigene zeitaufwendige Recherche
in der Fachliteratur und/oder Internet oder konkrete Beratungstermine bei Fachleuten,
welche durch die 1:1-Beratung meist sehr kostenintensiv sind.
Weitere strategische Ansätze
Wir legen im Rahmen des Projektes Wert auf die Bereitstellung qualitativ hochwertiger
Inhalte bei gleichzeitig möglichst geringen technischen Anforderungen für die
Nutzer*innen, damit eine uneingeschränkte Nutzung durch Jedermann möglich ist.
So vermeiden wir bei der Auswahl und Nutzung der Formate und Kanäle, das
Nutzer*innen erst komplexe Softwareprogramme installieren, zusätzliche Datenüber-
tragungsvolumen buchen oder Hardwarekomponenten erneuern müssen, um unsere
Weiterbildungsangebote wahrnehmen zu können.
Wir haben uns das Ziel gesetzt, das E-Learning, Vod- und Podcast, VoD, Online-Semi-
nare & Co. im Bereich des bürgerschaftlichen Engagements hierzulande aus den
Kinderschuhen erwachsen zu lassen.
Durch die Umsetzung unseres Projekts »VSZ.digital« haben wir es geschafft, eine breit
gefächerte digitale Angebotspalette zu entwickeln, die konsequenter Weise über ver-
schiedene digitale Kanäle stationär, aber auch problemlos mobil nutzbar ist. Damit wird
die digitale Transformation nicht nur punktuell durchgeführt, sondern durchdringt
folgerichtig den gesamten Produktlebenszyklus der Weiterbildungsangebote.

image
82 |
Zielgruppe
Kinder und Jugendliche zwischen
13 – 19 Jahren. Darüber hinaus
intergenerationelle Angebote
fürMenschen von 20 – 85 Jahren
Projektziele
Digital kulturelle Bildung für
Jugendliche
Revitalisierung des ländlichen
Raumes
Vermittlung von
Creative Technologies für Laien
Inspiration zum Nachahmen
und Selbermachen
Kontakt
Constitute e. V. Dresden
Herr Sebastian Piatza
Jordanstraße 16
01099 Dresden
Mobil 0151 59215114
sebastian@fabmobil.org
www.fabmobil.org
»Fab-Mobil«
Ein fahrendes Kunst- und Digitallabor für die Oberlausitz
Sonderpreis »Erwachsenenbildung in der digitalisierten Welt« 2018
Constitute e. V. Dresden
Unsere Vision
Das Fab-Mobil ist ein fahrendes Kunst-,
Kultur- und Zukunfts labor für die Ober-
lausitz. Es ist ein mit Digitaltechnik
und Werkzeugmaschinen ausgestatteter
Doppeldeckerbus und bietet Workshops
und Kurse an – für Kids, Jugendliche
und darüber hinaus. Ziel des Fab-Mobils
ist es, creative Technologies wie 3D-Druck,
Virtual Reality, Robotik und Program-
mierung in den ländlichen Raum zu
bringen, zur Vitalisierung und Aktivierung
bestehender Angebote und zum Aufbau
neuer, digitaler und zeitgenössischer
Kultur- und Erlebnisformate.
Das Fab-Mobil ist regelmäßig in Ost -
sachsen unterwegs und fährt Schulen,
Jugendzentren und Begegnungsorte an.

image
| 83
Medien und Technik
Projektidee
Unser Fab-Mobil ist als ein fahrendes Kunst- und Digitallabor mit aktueller Digital- und
Prototypingtechnologie ausgestattet. Zu diesen neuen Technologien gehören 3D-Drucker,
Lasercutter, Robotikbausätze, Mikroelektronik, 360°-Kameras und Virtual Reality
Headsets. Die dazu erforderlichen Kenntnisse werden von geschulten Workshopleitern,
teils spielerisch, vermittelt. Ähnlich einer Fahrbücherei fährt der Bus wöchentlich
Schulen, Kulturzentren und Begegnungsstätten in der ostsächsischen Oberlausitz an.
In regelmäßigen Workshops und einer offenen Medienwerkstatt bieten wir Jugendli-
chen die Möglichkeit, Kreativtechnologien unter Betreuung auszutesten und Kompe-
tenzen in digital- und gesellschaftspolitischen Bereichen zu erlangen.
Projektablauf
Das Fab-Mobil versteht sich als sinnstiftender und mobiler Agent für außergewöhnliche
Kultur- und Bildungsangebote – ein bewusst offenes Kulturlabor mit kosmopolitischer
und interkultureller Ausrichtung für den ländlichen Raum. Im Verlauf der kontinuier-
lichen Zusammenarbeit mit Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen möchten
wir eine Transformation der Jugendlichen vom Konsumenten hin zum kulturellen Pro-
duzenten anstoßen. Durch unser Angebot fördern wir kulturelle Selbstverwirklichung,
berufliche Qualifizierung und eine breite soziokulturelle Teilhabe. Mobile Workshops,
Kurse und kreativkulturelle Erlebnisangebote ermöglichen dabei ein ergebnis offenes
Experimentieren und vermitteln ein offenes Gesellschaftsbild.
Das Fab-Mobil bietet den jungen Akteuren einen beständigen und verlässlichen Freiraum
zur Entwicklung und Erprobung neuer ortsbezogener, digitaler Kulturformate. Projekt-
basiertes Miteinander ist wichtig: Das freie und unterstützte Ausprobieren, die Freude
am Experiment und das spielerische Lernen eröffnen neue Perspektiven für die berufliche
und private Zukunft.
Ziele der verschiedenen Workshopangebote
Begeisterung für technologie-
basierte und künstlerische Kultur
erzeugen
emanzipatorische Praktiken
und kulturelle Bildung vermitteln
individuelle Kritikfähigkeit gegenüber
neuen digital-technologischen Trends
fördern
selbstbewussten, schöpferischen und
sozial-reflektierten Umgang mit
(Online-) Technologie entwickeln
Konkrete Ziele und Methoden
Es gibt in den ländlichen Regionen Ostdeutschlands eine extreme Leerstelle im Bereich
der kulturell-politischen Bildung und der Bildung mit Neuen Medien. Ziel dieses Projektes
ist es, durch regelmäßiges Entwerfen, Testen und Arbeiten mit neuen Technologien
ein tieferes Verständnis für Digitalität zu erlangen. Dies ist unserer Meinung nach für
einen zukünftigen Lebensweg im 21. Jahrhundert unabdingbar. Dabei thematisieren
wir inhaltlich vor allem kulturelle, soziale und gesellschafts-politische Aspekte.
Es ist uns ein persönliches Anliegen, einen gesellschaftspolitischen und nachhaltigen
Beitrag zur Verbesserung der kulturellen, künstlerischen und sozialen Kompetenz der
Jugendlichen in diesen Gebieten zu leisten. Dass wir mit dem Fab-Mobil direkt zu den
Jugendlichen gelangen, ist auf dem Land ein großer Vorteil.
Das Fab-Mobil verbindet darüber hinaus in intergenerationellen Angeboten jugendliche
Smartphoneprofis mit arbeitserfahrenen und teils pensionierten Technikexperten – so
kann ein langfristiger und generationsübergreifender Lernprozess entstehen. Durch
den mobilen Charakter des Projektes entsteht eine engere Vernetzung der in der Region
verteilten Kultur- und Bildungsorte. Somit wird das Informationsmaterial breiter
verteilt und Aufmerksamkeit für ein regionales Kulturangebot erzeugt, was zur Knüp-
fung von neuen Netzwerken führen kann.
Gefördert durch
Das Projekt ist gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, die Kulturstiftung des
Freistaates Sachsen, das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst
sowie die PwC-Stiftung.

image
84 |
Zielgruppe
Jugendliche als Hauptzielgruppe
Lehrerinnen und Lehrer
verschiedener Schularten
Projektziele
Konzepterstellung für ein innovatives
regionales Bildungszentrum, das
nach einheitlichem Grundmodell,
aber regional modifizierbar in verschie-
denen Kommunen aufgebaut werden
kann
langfristige Unterstützung der
Nach wuchsgewinnung
und
-förderung, insbesondere für
Unternehmen der Region
Kontakt
VDI-GaraGe gGmbH
Dr. Angelika Träger-Nestler
Karl-Heine-Straße 97
04229 Leipzig
Tel. 0341 870860
kontakt@g-a-r-a-g-e.biz
www.g-a-r-a-g-e.com
»Techniklernwelten: ein neues, integratives und
adaptierbares Konzept für Bildung mit Zukunft«
Modular aufgebautes Konzept zur optimalen Vermittlung von technischem
Grund wissen für Jugendliche sowie Weiterbildungsangebot für Lehrende vor Ort
1. Preis 2016
VDI-GaraGe gemeinnützige GmbH, Leipzig
Unsere Vision
Technische Bildung ist ein wesentlicher
Bestandteil der ganzheitlichen Erziehung,
der Allgemeinbildung undunserer Kultur.
Mit dem Wissen um die rasante Ent -
wicklung von Technik, den modernen
Technologien und dem Einfluss auf die
gesellschaftliche Entwicklung sehen
wir es als unsere Aufgabe, technischer
Bildung mehr Raum und Aufmerksamkeit
zu geben.

image
| 85
Medien und Technik
Projektidee und -ziel
Die VDI-GaraGe Leipzig verzeichnet jährlich rund 80.000 Besucher, die die unterschied-
lichsten Lehr- und Lernangebote im Bereich der technischen Bildung und Berufsorien-
tierung nutzen. Arbeit und Produktion, Transport und Verkehr, Bauen und Wohnen,
Information und Kommunikation sowie Versorgung und Entsorgung sind Themenge-
biete, die als Kernkompetenz technischer Bildung an Jugendliche vermittelt werden
sollen. Angepasst an die Erfahrungen der jungen Lernenden, ihre Lebenswelt, ihr Wissen,
ihre Interessen und Neigungen werden verschiedene Programme und Projekte ange-
boten. Diese sind sowohl im Rahmen der schulischen Ausbildung als auch in der Freizeit
nutzbar. Pädagogisches Ziel ist die Entwicklung der Fach-, Handlungsund Sozialkompe-
tenzen der jugendlichen Teilnehmenden mit dem Ziel einer langfristigen Nachwuchs-
gewinnung und -förderung für regionale Unternehmen. Zudem werden Weiterbildungs-
und Qualifizierungsmöglichkeiten für Lehrende angeboten. Eine fachliche Begleitung
durch Betreuer der VDI-GaraGe führt zur Entlastung der Schulen und fördert Kontakte
für und mit Unternehmen.
Das Konzept »Techniklernwelten«
Im Projekt wurde ein bisher einzigartiges, neues und reales Techniklernkonzept entwickelt
sowie konzeptionell und räumlich umgesetzt. Dieses wird als Best-Practice-Modell
deutschlandweit zur Verfügung gestellt und soll als Alternative zu vielen Einzelangeboten
gesehen werden. Das modular aufgebaute Konzept steht für ein zeitgemäßes Kennen-
lernen und Erleben von Technik, Berufen im Ingenieur- und Technikbereich sowie
Unternehmensabläufen. Aktives Forschen und Arbeiten sollen dazu beitragen, Verände-
rungen erlebbar zu machen sowie Interesse und Motivation für die Gestaltung der
Zukunft zu wecken. Darüber hinaus wurden gesellschaftsrelevante Zukunftstechnologien
über ein Szenario abgebildet und in das Konzept aufgenommen. Damit bietet das
Konzept mehr Motivation und Inspiration für die Nutzer, ein pädagogisch ausgereiftes
Vorgehen, ein Höchstmaß an Handlungsorientierung und Flexibilität für die Lernenden.
Es stellt zugleich einen Beitrag zur Digitalisierung der Bildung in Sachsen dar. Der
Transfer des Projektes in andere Städte wird vorbereitet, wodurch dessen Nachhaltigkeit
gefördert wird.
Ein Grundmodell und seine Anwendung
Auf der Grundlage einer Analyse der Lehrpläne für Technik- und Naturwissenschaften
sowie angrenzender Lernbereiche wurde ein Grundmodell mit verschiedenen Lernwelten
erarbeitet. Sowohl das Grundmodell als auch die modularen Erweiterungen gliedern
sich in Themenbereiche. Sie umfassen die Erlebnis- und Techniklernwelten »Werkstoffe
und Materialien«, »Elektrotechnik und Elektronik«, »Automatisierungstechnik – Indus-
trie 4.0«, »Bionik«, »Robotik«, »Informations- und Kommunikationstechnik« sowie »Res-
sourcen«. Die Thermenbereiche stellen unterschiedliche Lehr- und Lernangebote zur
Nutzung zur Verfügung. Mittels einer für sie geschaffenen »Unternehmens- und Berufe-
welt« erwerben junge Lernende beispielsweise Wissen über Fertigungs- und Verfahrens-
abläufe. Und in einer »transparenten Fabrik« (Industrie 4.0) erleben sie selbst, wie
spannend Technik und Naturwissenschaften sein können.
Arbeitsformen und Methoden
Für die konkreten Unterrichtseinheiten wurden und werden Handlungsabläufe und
Handreichungen für Lehrende und Lernende erarbeitet bzw. vorhandenes Material
aufbereitet und modifiziert. Die nach Altersstufen und Technikbereichen neu konzi-
pierten, modular aufbereiteten Lehrprogramme können der jeweiligen Situation ent-
sprechend modifiziert werden. Sie sind angepasst an die Bildungsbedarfe der Lernenden,
an das zur Verfügung stehende Zeitvolumen sowie an die zu nutzenden Unterrichts-
einheiten. Dadurch wird eine interessante, aktuelle und zukunftsorientierende Vermitt-
lung technischer Bildung möglich.

image
86 |
Zielgruppe
Menschen mit und ohne Behinderung
Projektziele
Unterstützung des gleichberechtig-
ten Zusammenlebens von Menschen
mit und ohne Behinderung
Ermöglichung individueller Weiter-
bildung und aktiver Teilnahme der
Zielgruppe am kulturellen Leben
Sensibilisierung für Ideen, Gedanken
und Gefühle von Behinderten,
Wahrnehmung als Bereicherung
für unsere Gesellschaft
Kontakt
Evangelische Erwachsenenbildung
Sachsen
Karl-Heinz Maischner
Tauscherstraße 44
01277 Dresden
Tel. 0351 6561540
www.eeb-sachsen.de
info@eeb-sachsen.de
Projektleitung: Kathleen Roth
Redaktion2013@yahoo.de
www.redaktion-kaffeepause.de
Gründung der Zeitschrift »kaffeepause«
Besondere Menschen gestalten eine Zeitschrift für Bildung, Kultur und
Kommunikation zum Lesen für alle Interessierten
3. Preis 2014
Evangelische Erwachsenenbildung Sachsen, Dresden
Unsere Vision
Mit der Zeitschrift »kaffeepause« wollen
wir auch in Zukunft Anlässe schaffen,
damit sich Menschen Zeit nehmen, um
sich mit »Genuss« in ihrer Verschieden-
artigkeit kennenzulernen.

| 87
Medien und Technik
Projektidee und -ziel
In vorangegangenen Projekten fand sich eine kleine Gruppe von Autoren zusammen, die
großes Interesse am Formulieren und Mitteilen eigener Standpunkte hat. Daraus ent-
stand der Gedanke, eine Zeitschrift herauszugeben, in der Menschen mit Behinderung tätig
sind. Mit der Arbeit an der Zeitschrift werden zum einen die individuellen Kompetenzen
der Teilnehmenden gesteigert und zum anderen verdichtet sich die Kommunikation
zwischen den Beteiligten und den Lesern.
Im Wesentlichen werden folgende Ziele erreicht:
1. Weiterentwicklung der Fähigkeiten
zur Kommunikation und im Umgang
mit Kommunikationstechnik
2. Integration von Menschen
mit geistiger Behinderung in der
Gesellschaft
3. Einbindung von Menschen
mit geistiger und mehrfacher
Behinderung in gesellschaftliche
Prozesse
Inhalte und Methoden
Die Zeitschrift, »zubereitet von besonderen Menschen zum Lesen für alle«, bietet die
Möglichkeit des projektbezogenen Lernens und geht auf die Bedürfnisse nach Kommuni-
kation und Selbstverwirklichung ein. Dadurch entsteht einerseits die Motivation aktiv zu
sein und andererseits die Bereitschaft eigene Kompetenzen zu erweitern.
Drei Arbeitsbereiche mit unterschiedlichen Methoden führen zum Ziel des Projektes:
Themenfindung:
in Interviews und Gruppengesprächen
Gestaltung:
Freude am Mitteilen durch spiele-
rischen Umgang mit Sprache und Bild
Vermittlung von Kenntnissen über
verschiedene Strukturen von Text
Bildsprache als eigenständiges
Ausdrucksmittel
Kennenlernen des Computers
als Arbeitsmittel
Organisation / Kommunikation:
Zusammenarbeit in der Gruppe in
wöchentlicher Redaktionssitzung
Wissensaustausch zwischen den
Arbeitsgruppen in Projekt sitzungen
bei beteiligten Trägereinrichtungen
Chance der Integration durch
Kommunikation mit allen Leserinnen
und Lesern
Kooperationen
Die Redaktionsgruppe, dreizehn Menschen mit Behinderung, traf sich wöchentlich im
Ambulanten Behindertenzentrum des Diakonischen Werkes. Dieses stellte kosten los
Räumlichkeiten und bestehende Infrastrukturen zur Verfügung, bewarb das Projekt und
stellte die Ergebnisse in einer Dauerausstellung aus. Die Hochschule für Bildende Künste
Dresden bildet Künst lerinnen und Künstler in einem Aufbaustudium im Fachbereich
Kunsttherapie aus. Zwei Praktikantinnen der Hochschule assistierten den Teilnehmenden
beim Schreiben. Rehabilitationswerkstätten für Menschen mit Behinderungen in Dresden
und Umgebung nahmen aktiv teil am Projekt. Sie stellten Gruppen zusammen, waren
Bindeglied zwischen Gruppen und Projektleitung und bewarben und verteilten die Zeit-
schrift. Besonders kooperativ war die Zusammenarbeit mit dem Atelier der Inpuncto
Werkstätten der Lebenshilfe in Radebeul, mit dem es eine gemeinsame Ausstellung gibt.
Nachhaltigkeit
Mit der Erweiterung der persönlichen Kompetenzen der Teilnehmenden und den Im-
pulsen, die durch den Dialog von Menschen mit und ohne Behinderung gegeben werden,
erreicht das Projekt einen nachhaltigen Bildungseffekt. Die Zeitschrift bleibt über den
Projektzeitraum hinaus als Dokumentation der Arbeit des Projektes erhalten. Sie kann
somit auch als Ausgangsmaterial in neuen Arbeits zusammenhängen genutzt werden. Die
Projektidee lässt sich auf andere Weiterbildungssituationen übertragen. Zeitschriften
von Menschen mit Behinderung können in allen Bundesländern erscheinen. Die Methoden
der Projektidee lassen sich in vielen Bildungsbereichen, wie z. B. Förderschulen, einsetzen.

image
88 |
Zielgruppe
funktionale Analphabeten
Multiplikatoren, Vereine, Verbände
aus dem Bereich Alphabetisierung
und Grundbildung
Menschen, denen das Thema
Analphabetismus nicht oder
kaum bekannt ist
Projektziele
Selbstwahrnehmung der Projekt-
teilnehmer schärfen
Selbstvertrauen und Glauben an
die eigenen Fähigkeiten der Projekt-
teilnehmer stärken
Funktionalen Analphabeten
Mut machen, sich an eine Bildungs-
einrichtung zu wenden
Fähigkeiten funktionaler Analphabeten
verdeutlichen
Bevölkerung, Unternehmen und
Institutionen für die Problematik des
funktionalen Analphabetismus
sensibilisieren
Wissenshorizont bezüglich der
Thematik erweitern
Tabuisierung und Stigmatisierung
abbauen
Kontakt
Volkshochschule Chemnitz
Moritzstraße 20
09111 Chemnitz
Stefan Markov
Tel. 0371 4884343
Fax 0371 4884399
info@vhs-chemnitz.de
www.vhs-chemnitz.de
ALPHAFILM - leben schreiben
Filmprojekt als sozial-integrative und öffentlichkeitswirksame Maßnahme für
und von funktionalen Analphabeten mit künstlerischem und pädagogischem Auftrag
zur Förderung gesellschaftlicher Teilhabe, Steigerung eigener Kompetenzen und
Bildung von Nachhaltigkeit
1. Preis 2010
Volkshochschule Chemnitz
Unsere Vision
Als Ort der Bildung, Begegnung und
Kommunikation initiiert, fördert und
begleitet die Volkshochschule Chemnitz
lebenslanges Lernen. Ihr ganzheitliches,
innovatives und finanzierbares Bildungs-
angebot macht die Volkshochschule
zum Dreh- und Angelpunkt für Weiter-
bildung in allen Bereichen, für alle
Menschen.

image
| 89
Medien und Technik
Ausgangssituation
In Deutschland leben 7,5 Millionen funktionale Analphabetinnen und Analphabeten.
In Sachsen wird die Zahl derer, die nicht ausreichend lesen und schreiben können, auf
200.000 geschätzt. Allein in Chemnitz müssen 12.000 Menschen mit schriftsprachlichen
Anforderungen kämpfen, die sich ihnen im Alltag stellen. Diese Zahlen belegen: Das
Phänomen des Analphabetismus ist aktuell und brisant. Die Darstellung des Analpha-
betismus in den Medien begrenzt sich oftmals auf die Beschreibung einzelner Schicksale
und ist stark problemfixiert. In Abgrenzung dazu stehen im Projekt ALPHAFILM der
Volkshochschule Chemnitz nicht die Einschränkungen, sondern die Fähigkeiten von
Analphabeten im Fokus. Ansatz des Projektes ist, dass sie durchaus in der Lage sind,
mit Hilfe professioneller Unterstützung komplexe Vorgänge – wie beispielsweise die
Filmproduktion – zu bewältigen, selbst wenn ihre Biografien eher durch ein bildungsfernes
Milieu geprägt sind.
Aufgabe
Das Projekt ALPHAFILM sollte die Teilnehmerinnen und Teilnehmern motivieren, den
drängenden Fragen ihres Lebens selbst nachzugehen. Sie nutzten das Medium Film, um
etwas zu erzählen, wozu sonst die Schriftsprache dient. Nicht vor der Kamera, sondern
als Dramaturgen, Regisseure und Kameraleute bewährten sich die angehenden Filme-
macher hinter der Linse.
Für den eigenen Film setzten sie sich selbstständig mit einer Erfahrung, einem Ereignis
oder einer Begegnung auseinander und nahmen die Rolle der aktiv Fragenden ein. Ob
dabei Lesen und Schreiben die vorrangige Rolle spielen sollte, entschied jeder selbst.
Ergebnis
Es entstanden sechs individuelle Kurzfilme, die nicht nur Auszüge aus dem Leben der
Teilnehmerinnen und Teilnehmer, sondern eindrucksvolle Dokumente unerwarteter
Fähigkeiten funktionaler Analphabeten sind. Die Filmbeiträge ermöglichen einen
spannenden Sichtwechsel, der den Projektteilnehmerinnen und – teilnehmer neue Pers-
pektiven auf ihre individuelle Situation eröffnet und die Zuschauerinnen und Zuschauer
für den Moment des Filmes durch andere Augen sehen lässt.
Die Kurzfilme sind eingebettet in einen Begleitfilm, in dem die Protagonisten porträtiert
und bei der Arbeit am eigenen Film vorgestellt werden. Dadurch erhalten die Filmbeiträge
einen Rahmen und die Geschichten einen Hintergrund.
Vielfältige Herausforderungen
Gefordert waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht nur von den vielen Aufgaben,
die es zu bewältigen galt, sondern auch von der konsequenten Verfolgung eines Kon-
zepts. Ideen wurden entwickelt, verworfen, überdacht und wieder aufgenommen. Die
Bedienung der Kamera musste bewältigt werden, Interviews waren zu führen, das um-
fangreiche Material war zu sichten, zu sortieren und zu schneiden. Unterstützt wurden
sie in ihrem Vorhaben durch ein Filmteam, bestehend aus einer Drehbuchautorin, einer
Regisseurin und Cutterin sowie einer pädagogischen Fachkraft.
Für die Dreharbeiten mussten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zunächst daran
gewöhnen, die Kamera direkt auf ihren Interviewpartner zu richten. Für manche war es
ungewohnt, Fragen zu stellen, die nicht unmittelbar sie selbst betrafen. Auch die Bedie-
nung der Kamera war Neuland. Schritt für Schritt machten sich die Teilnehmerinnen
und Teilnehmer mit der Filmtechnik, aber auch und vor allem mit der eigenen Persönlich-
keit und den eigenen Fähigkeiten vertraut.

image
90 |
Zielgruppe
Jugendliche mit sonder-
pädagogischem Förderbedarf im
Förderschwerpunkt Lernen
Projektziele
Ziel des Projektes ist die Produktion
eines Lehrfilms mit dem Titel
»Schwierigkeiten mit dem Gesetz«
welcher im Kampf gegen die Kinder-
und Jugendkriminalität eingesetzt
werden und als Weiterbildungs-
angebot der Kriminalpolizei Bautzen
dienen soll. Wesentliche Ziele des
Projekts bestehen darin, die Präven-
tions und Aufklärungsarbeit zum
Problemkreis Jugendkriminalität zu
verstärken, das Bewusstsein für die
Notwendigkeit von Zivilcourage
und für demokratisches Engagement
im Alltagsleben zu erhöhen und
vor den Konsequenzen kleinst krimi-
neller Aktivitäten zu warnen. Daneben
sollte das aktive Mitwirken am
Projekt Medienkompetenz vermitteln.
Kontakt
Schule zur Lernförderung 1 Bautzen
»Martin Andersen Nexö«
Am Schützenplatz 6
02625 Bautzen
Tel. 03591 44278
Foerderschule-LB1Btz.M.A.Nexoe
@t-online.de
»Schwierigkeiten mit dem Gesetz«
Lehrfilm über Einstiegskriminalität von diesbezüglich gefährdeten Jugendlichen
für Weiterbildungsangebote der Kriminalpolizei Bautzen