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STRIMA II
SÄCHSISCH- TSCHECHISCHES HOCHWASSERRISIKOMANAGEMENT II
Schadensvorsorge an
Fließgewässern
Leitfaden und Steckbriefe zur
Maßnahmenplanung
Systematisierung von Maßnahmen
Kriterien zur Maßnahmenbewertung
• Synergie- und Konfliktbetrachtung
Umsetzungshinweise & Eintragungs muster
Stephan Garack & Luisa Fraaß
Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung
Dresden e.V.
www.ioer
.de

 
Impressum:
Herausgeber:
Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e.V.
Weberplatz 1, 01217 Dresden
Autor:
Stephan Garack
unter Mitarbeit von:
Luisa Fraaß
Lektorat:
Antje Knechtel, Jörg Hennersdorf
Satz & Layout:
Antje Knechtel
Cover:
Kerstin Ludewig
Projektwebseite:
https://www.ioer
.de/projekte/strima-ii/
https://www.strima.sachsen.de/
Ort/Jahr:
Dresden, Februar 2021

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INHALT
1
Anlass und Zielstellung .................................................................. 3
2
Systematisierung von Anpassungsoptionen .................................. 5
2.1
Wirkungsbereiche und Raumskalen ....................................... 7
2.2
Bewertung von Anpassungsmaßnahmen ............................... 9
2.2.1
Kosten ........................................................................... 12
2.2.2
Wirksamkeit .................................................................. 14
2.2.3
Synergien ...................................................................... 16
2.2.4
Übergeordnete Maßnahmenart HWRM/LAWA-
BLANO ........................................................................... 18
2.2.5
Weitere zu beachtende Rahmenbedingungen............. 18
3
Zusammenfassung und Hinweise ................................................ 21
4
Literatur ....................................................................................... 22
5
Anhang: Maßnahmensteckbriefe ................................................ 25
Bildquellen: Garack 2017-2020

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3
1
Anlass und Zielstellung
Neben Gebäuden, Verkehrsinfrastrukturen und landwirtschaftlichen
Flächen können auch beschädigte oder zerstörte
Fließgewässerabschnitte enorme Kosten im Rahmen der
Hochwasserschadensbeseitigung hervorrufen. Analysen vergangener
Hochwasser- und Starkregenereignisse haben gezeigt, dass
angemessene Risikovorsorge an Fließgewässern die zu beziffernde
Schadenshöhe reduziert hätte (L
FULG 2015, HAJDUKIEWICZ ET AL. 2016).
Insbesondere bei einer Vielzahl von kleinen Fließgewässern weisen
die vorhandenen
Ufer- und Sohlbauweisen
oftmals einen
unzureichenden
Unterhaltungszustand
auf oder sind für die
hydraulischen Belastungen im Hochwasserfall nicht ausreichend
widerstandsfähig
errichtet.
Verschärfend kommt dabei hinzu, dass in der Vergangenheit ein
überwiegender Anteil von Bächen und Flüssen anthropogen
überprägt wurde und die vorhandenen Begradigungen,
Laufverkürzungen und Profileinengungen die ablaufenden
Hochwasserereignisse bei Verringerung der hydraulischen
Leistungsfähigkeit zusätzlich dynamisieren (vgl. z. B. F
RÜHMÜLLER ET AL.
2015). Aufgrund von meist punktuellen Instandsetzungsarbeiten oder
anderen Bauvorhaben, die den Zuständigkeitsbereich der Gewässer
tangieren, haben sich bis heute höchst heterogen verbaute
Fließgewässer entwickelt, die z. T. sehr empfindlich auf
Hochwassereinwirkungen reagieren. Durch Über- und
Hinterspülungen im
Gewässerumfeld
können selbst
widerstandsfähige Bauweisen (und in Folge deren angrenzende
Nutzungen) durch Schäden betroffen sein. Bei den einsetzenden
Schadensprozessen spielen somit neben der Art und Ausführung der
Bauweisen
deren
Unterhaltungszustand
sowie die Charakteristik des
Abflussprofils
und dessen Einbettung in das unmittelbare
Gewässerumfeld
eine entscheidende Rolle.
Der im Rahmen des dreijährigen EU-INTERREG-VA-Projektes
„STRIMA II“ entstandene Leitfaden greift Schwerpunkte der
pflichtgemäßen Aufgabe der Schadensvorsorge an Fließgewässern
für Städte und Kommunen auf, zeigt Ansatzpunkte möglicher
Anpassungsmaßnahmen und beschreibt Priorisierungsmethoden, die
im Sinne einer Entscheidungsunterstützung den Planungs- und
Umsetzungsprozess erleichtern. Zur Einordnung des Leitfadens und
der zugehörigen Maßnahmensteckbriefe sei darauf hingewiesen,
dass die hier aufgeführten Maßnahmen der Prämisse der
Schadensvorsorge
und Verminderung der Schadensausbreitung
folgen und andere Bedarfe, wie beispielsweise
Renaturierungsaspekte, als synergetische Wirkungen in jedem Fall zu
berücksichtigen sind.
Insbesondere für Siedlungsgebiete, die zumeist einem besonderen
Flächennutzungsdruck unterliegen und dementsprechend eine Reihe
von Restriktionen die Wiederherstellung naturnaher Gewässer
erschweren, soll dieser Leitfaden für die verantwortlichen Behörden
und Planer eine Hilfestellung sein, um notwendige
Hochwasserschutzanlagen und Sicherungsbauwerke möglichst
widerstandsfähig zu gestalten. Für Gewässer in der freien Landschaft
sollten demgegenüber in jedem Fall die
Notwendigkeit
einer Ufer-
oder Sohlsicherung hinterfragt werden und entsprechend dem
Leitgedanken „
Wo kein Bauwerk, da kein Schaden
“ agiert werden.
Dies empfiehlt sich nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen (Kosten-
Nutzen-Vergleich), sondern auch, um den Gewässern den
notwenigen Ausbreitungsraum zu geben und die Wiedervernetzung
von Wasserkörpern zu gewährleisten. Dahingehend unterstützt die

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4
im Folgenden beschriebene Planungshilfe ganzheitliche Ansätze
unter Berücksichtigung von Synergiewirkungen, einer
Systematisierung von Anpassungsmaßnahmen und Hinweisen zur
Umsetzungsrangfolge (Kap. 2).
Abbildung 1-1 Begrünter Steinsatz am Gewässer Smědá in Frýdlant (CZ) – ein
guter Kompromiss zwischen Widerstandsfähigkeit und Naturnähe.
(Bild: Garack 2019)
Der Leitfaden knüpft dabei an die Methode zur Ermittlung der
Verletzbarkeit von Fließgewässern gegenüber Hochwasser
an
(G
ARACK & SCHINKE 2019), wodurch die verschiedenen
Maßnahmentypen
anhand spezifischer
Betrachtungsskalen
kategorisiert werden können. Die erste Seite der
Maßnahmensteckbriefe
dient der jeweiligen Beschreibung der
Maßnahmen und nennt zu berücksichtigende Bewertungs- und
Umsetzungskriterien. Die Gestaltung der zweiten Seite ermöglicht es
dem Anwender, fallspezifisch eigene Eintragungen vorzunehmen.
Dies wird durch Hinweise zu Praxisbeispielen unterstützt und stellt
etwaige Querbezüge zu bereits umgesetzten Maßnahmen her.
Aufgrund der Vielzahl bereits bestehender und im Rahmen von
Beteiligungsprozessen intensiv abgestimmter Maßnahmenkataloge
(z. B. LAWA 2020), die u. a. auch Ansätze zur Schadensvorsorge an
Fließgewässern beinhalten, werden derartige Querbezüge ebenfalls
in den Maßnahmensteckbriefen angeführt; auch, um vorhandene
integrative Ansätze innerhalb der hier vorgeschlagenen Maßnahmen
bei der Planungsvorbereitung zu berücksichtigen. In diesem
Zusammenhang sei ebenso auf die Fortschreibung der Deutschen
Anpassungsstrategie an den Klimawandel verwiesen, insbesondere
auf das Handlungsfeld Wasser und die hierfür vorgeschlagenen
Anpassungsmaßnahmen und Handlungshinweise (Monitoring-
bericht UBA 2019, abrufbar unter der URL
https://www.umweltbundesamt.de/das-handlungsfeld-
wasser?parent=42474#wasserhaushalt-wasserwirtschaft-kusten-
und-meeresschutz
).

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5
2
Systematisierung von
Anpassungsoptionen
Ausgehend von den festgestellten Wirkungszusammenhängen zur
Ermittlung der hochwasserinduzierten Verletzbarkeit von
Fließgewässern und den daraus resultierenden Anpassungsoptionen,
weisen die vorgeschlagenen Anpassungsmaßnahmen auf den
unterschiedlichen
Betrachtungsebenen
einen
übertragbaren
Raumbezug auf. Im Rahmen der konkreten Ableitung von
Maßnahmen wurde wirkungsanalytisch überprüft, auf welche
Bewertungsparameter der Verletzbarkeit auf den
Betrachtungsebenen „
Bauweise
“, „
Fließgewässerabschnitt
“ oder
Fließgewässer
“ mögliche Anpassungsmaßnahmen eine
schadensreduzierende oder schadensvorsorgende Wirkung haben
können.
Grundsätzlich können hierbei die Veränderung der
Gefährdungslage
(Niederschlags-Abfluss-Verhältnisse/hydraulisch
hervorgerufene
Belastungsparameter:
Fließgeschwindigkeit, Schleppspannung,
Anströmdauer, Strömungsrichtung
) und die Herabsetzung der
Verletzbarkeit
mittels Modifikation von Bauweisen-bezogenen
Wirkparametern (
Oberflächenrauheit, Anprallbeständigkeit
) sowie
die Regulierung von abschnittsbezogenen, schadensrelevanten
Randbedingungen
(punktuell, linear, flächenbezogen) einen Beitrag
zur Schadensvorsorge leisten. Daran anlehnend kann eine
Systematisierung von Maßnahmen anhand von
Wirkungsbereichen
vorgenommen werden, die die methodische Basis für eine
lagekonkrete und in ihrer Abfolge optimierte Maßnahmenplanung
zur Schadensvorsorge an Fließgewässern beschreibt.
Im Zuge von Maßnahmen zur Hochwasserschadensvorsorge bzw.
nachhaltigen Hochwasserschadensbeseitigung sind zudem
individuelle und gewässertypspezifische Zielsetzungen und
Rahmenbedingungen zu berücksichtigen (Fließgewässertyp,
Gewässergröße, Längsgefälle, Querprofil und spezifische
hydromorphologische Rahmenbedingungen), um potenzielle
Überflutungssituationen zu analysieren und entsprechende
Anpassungsbedarfe zu charakterisieren.
Abbildung 2-1 Hydraulisch ungünstiger Übergang vom Trapezprofil in
Massivbauweise in eine Verrohrung an einem Gewässer
2. Ordnung. Bei weiter steigendem Wasserstand drohen
Überspülung, Beschädigung der Uferbauweisen und Erosion im
Gewässerumfeld. (Bild: Garack 2013)
Folgt man der oben beschriebenen Herangehensweise, ist dabei
zunächst für jede in Frage kommende Maßnahme der räumliche
Bezug anhand des
Wirkungsbereiches
und bereits bestehender
Datengrundlagen zu klären. Aus diesen Angaben und unter

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6
Berücksichtigung möglicher hydraulischer Belastungsparameter
müssen je nach Größe der Fläche am oder im Fließgewässer
Umfang
und
Handlungsspielräume
der baulichen Ausführung (Alternativen)
untersucht werden.
Der vorliegende Leitfaden sowie die beigefügten Maßnahmen-
steckbriefe sollen hierbei auf konzeptioneller Ebene als
Unterstützungswerkzeug Planungsvorschläge unterbreiten, ersetzen
jedoch keinesfalls eine fallspezifische Untersuchung, die im Rahmen
konkreter Planungsvorhaben durchzuführen ist. Die Einschätzung der
Wirksamkeit
einer Anpassungsmaßnahme in Bezug auf
einzusetzende finanzielle Mittel ist für erste konzeptionelle
Überlegungen der wichtigste Schritt. Bei technischen
Hochwasserschutzmaßnahmen werden hierfür im Planungsprozess
beispielsweise Kosten-Nutzen-Untersuchungen mit Varianten-
vergleich durchgeführt.
Abbildung 2-2 Renaturierter Koitzschgraben im Stadtgebiet von Dresden. Hoch-
wasservorsorge wurde mit Aspekten der Naherholung, Klima-
anpassung und gewässerökologischer Aufwertung verbunden. Ein
Best-Practice-Beispiel für die Entwicklung kleiner urbaner
Fließgewässer. (Bild: Garack 2017)
Neben der rein monetären Betrachtung des „Nutzens“ können im
Sinne von „Wirksamkeiten“ aber auch andere Faktoren in die
Entscheidungsfindung zur Umsetzung von Maßnahmen Eingang
finden, wie beispielsweise Synergien zur
Klimaanpassung
sowie zum
Umwelt- und Naturschutz
. Aufgrund des stetig steigenden Bedarfs an
nutzungsintegrierten Maßnahmenkonzepten, die diese und andere
Aspekte „mitdenken“, sind diese Kriterien auch für Maßnahmen der
Schadensvorsorge an Fließgewässern zu beleuchten. Welche
methodischen Ansätze für diese komplexen Fragestellungen
verwendet werden können, wird in den folgenden Kapiteln erläutert.
Für einen kurzen Gesamtüberblick wurden in den Steckbriefen neben
der Wirkungsweise der Maßnahmen und deren Zuordnung zum

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7
Wirkungsbereich die genannten Synergien, aber auch mögliche
Konflikte stichwortartig festgehalten. Aufgrund der beschriebenen
Vorgehensweise und als Hilfestellung zur Interpretation der
Maßnahmensteckbriefe ergeben sich folgende Ziele, die bei der
Ermittlung und Beschreibung von Anpassungsmaßnahmen verfolgt
wurden:
1. Systematisierung von
Wirkungsbereichen
anhand von
Raumskalen
2.
Abschätzung von
Umfang
und
Handlungsspielräumen
3.
Beurteilung der
Wirksamkeit
4.
Identifizierung von
Bewertungskriterien
5.
Anwendungsbereite
Maßnahmensteckbriefe
6.
Zusammenfassung in Form eines
Leitfadens.
2.1
Wirkungsbereiche und Raumskalen
Wie eingangs erwähnt, können – ausgehend von den Raumskalen –
zur Ermittlung der Verletzbarkeit von Fließgewässern entsprechende
Anpassungsoptionen zur Schadensvorsorge ermittelt werden. Das
von Hochwassern verursachte Schadensausmaß an Fließgewässern
ist je nach Ereignisfall von verschiedenen standortspezifischen
Faktoren abhängig, kann aber grundlegend, ausgehend von den
verwendeten
Materialien
(BBSR 2018)
und dem jeweiligen
Unterhaltungszustand
des Gerinnes (M
ÜLLER 2010), beurteilt
werden. Auf
mikroskaliger
(lagekonkreter) Betrachtungsebene
sollten somit Maßnahmen zur Verringerung der
Verletzbarkeit von
Bauweisen
(i) die Optimierung der
Widerstandsfähigkeit
und (ii) die
Verbesserung des
baulichen Zustands
fokussieren. Gefahrenstellen,
die durch Abflusshindernisse bzw. hydrodynamische Spitzen im
Gerinne und im unmittelbaren Gewässerumfeld hervorgerufen
werden,
können
auf
einer
mesoskaligen
(lokalen)
Betrachtungsebene mit Hilfe eines gezielten Managements von
Fließgewässerabschnitten
beseitigt werden. Hier können
Anpassungsmaßnahmen, die sich auf eine Optimierung von
schadensrelevanten
Randbedingungen
konzentrieren,
die
Verletzbarkeit des Gewässerabschnittes senken. Übergeordnete
Maßnahmen, die die
Belastungskapazität
des gesamten
Fließgewässers
grundlegend
verbessern,
sind
Umgestaltungsmaßnahmen, die den gesamten Gewässerlauf
betreffen und demnach eine Wirkung im
makroskaligen
(überörtlichen) Kontext entfalten. Diese Maßnahmen tragen zur
Minderung der Verletzbarkeit bei, indem sie direkten Einfluss auf die
Größe von Überflutungsflächen nehmen bzw. die Scheitel von
Hochwasserabflüssen herabsenken und somit die hydraulischen
Belastungen im Gerinne vermindern.
Abbildung 2-3 Naturferner Uferbewuchs und bebaute Gewässerrandstreifen
können zu Erosionsschäden führen. (Bild: Garack 2015)

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8
Abbildung 2-4 Schematische Verortung schadensrelevanter Randbedingungen in
den Wirkungsbereichen (rot), die bei Hochwasser zu Schäden im
Fließgewässer und zu Folgeschäden im Gewässerumfeld führen
können.
In diesem Zusammenhang stellen auch angepasste Flächennutzungen
unterstützende Maßnahmen zur Verringerung der
Einwirkungsintensität
(z. B. Wasserstand) mit Langzeitwirkung und
hohem Synergiepotenzial im
Einzugsgebiet
(regional) dar (B
LÖSCHL ET
AL
. 2007, BERNSTEINOVÁ ET AL. 2015, NEUPANE & KUMAR 2015). Für die
ganzheitliche Betrachtung im Flussgebietsmanagement müssen
demzufolge auch flächenbezogene Maßnahmen in Haupt- und
Teileinzugsgebieten für eine Schadensvorsorge an Gewässern
Beachtung finden. Insbesondere in Hochwasserentstehungsgebieten
und erosionsgefährdeten Bereichen können ausgewählte
retentionsfördernde Maßnahmen zur Verminderung der
Verletzbarkeit von ganzen Fließgewässernetzen beitragen und sollen
aus diesem Grund auch Eingang in die vorliegende
Maßnahmenbetrachtung finden (vgl. z. B. C
RISTIANO ET AL. 2017, WU ET
AL. 2017, LUO ET AL. 2018, HUNG ET AL. 2020).
Neben den genannten Möglichkeiten der Schadensminderung
können auch weitere Strategien des Hochwasserrisikomanagements,
wie „
Vermeidung
“ oder „
Ausweichen
“, als Maßnahmen oder
Maßnahmenkonzepte für Sohl- und Uferbefestigungen adaptiert
werden. Beispielsweise weisen ehemals verbaute und heute
naturnah umgestaltete Gerinne mit optimierter hydraulischer
Leistungsfähigkeit ein vergleichsweise geringeres Schadenspotenzial
auf – allein durch das weitgehende Fehlen von Ufer- und
Sohlbefestigungen, den vergrößerten Abflussquerschnitt und die
damit verbundene Vermeidung von Schäden.
Ebenso können in Einzugsgebieten mit engen Bachtälern und
zahlreichen Nutzungsansprüchen aufgrund des stark begrenzten
Flächenangebotes Maßnahmen zum zeitweisen Wasserrückhalt oder
zur Abflussverzögerung zielführend sein. Durch eine verbesserte
großflächige Wasserrückhaltung könnten die Abflussprozesse
unterstützend gesteuert und mit Beiträgen zum Geschiebe- und
Sedimentmanagement kombiniert werden, wie es beispielsweise
über einen naturnahen Waldumbau oder die Begrünung von
erosionsgefährdeten Abflussbahnen geschehen kann. Die Investition
in noch höhere oder massivere Ufermauern wird im Talbereich
umgangen und über ein verbessertes Niederschlags-Abfluss-
Management die Belastung der Bauweisen für den Großteil
potenzieller Hochwasserereignisse in einem unkritischen Bereich
gehalten – die Maßnahmen weichen sozusagen „in das Einzugsgebiet
aus“. In jedem Fall müssen auch hier entsprechende wirtschaftliche
und umweltbezogene Folgen kritisch geprüft und weitere optionale
Lösungen in die Entscheidungsfindung und zur Vermeidung von
Zielkonflikten einbezogen werden.

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9
Die Systematisierung von Maßnahmen zur Schadensvorsorge an
Fließgewässern greift die beschriebenen Möglichkeiten und
Anpassungsstrategien auf und fasst sämtliche Maßnahmen in den
folgenden räumlichen
Kategorien
zusammen:
(1) Maßnahmen zur Erhöhung der
Widerstandsfähigkeit
und zur
Verbesserung des
baulichen Zustands
von Bauweisen
(2) Maßnahmen zur
Reduzierung des Einflusses
schadensrelevanter Randbedingungen
(3)
Fließgewässerbezogene
Maßnahmen
(4) Maßnahmen im
Einzugsgebiet.
Die Untersetzung der Kategorien mit einzelnen Steckbriefen wurde für
Maßnahmen der Gruppen (1) bis (3) durchgeführt. Die
flächenbezogenen Maßnahmen zur Reduzierung der
Einwirkungsintensität bzw. hydraulischen Belastung wurden im
Rahmen der Projektarbeit in Abstimmung mit den Projektpartnern der
Universität Usti und Universität Prag in deren Maßnahmenkatalog zu
„naturnahen Maßnahmen“ eingegliedert
(http://storm.fsv.cvut.cz/data/files/STRIMAII/katalogPBPO.pdf),
da es
aufgrund der z. T. vielfältigen synergetischen Wirkung zu größeren
Überschneidungen in der Maßnahmenbeschreibung kam.
Neben der Betrachtung von rein technischen Anpassungsmaßnahmen
sollen aus Gründen der nachhaltigen Wiederherstellung eines
optimierten Gewässerzustandes je Wirkungsbereich auch Fragen der
Verhaltensvorsorge geklärt werden. Die hierfür erstellten Steckbriefe
sind als Ergänzung bzw. als konzeptioneller Rahmen für die detaillierter
beschriebenen Steckbriefe zu verstehen.
2.2
Bewertung von Anpassungsmaßnahmen
Idealerweise berücksichtigt eine nachhaltige Schadensvorsorge die
Gebietsspezifik der betreffenden Einzugsgebiete und beschreibt
dabei eine Umsetzungsrangfolge der identifizierten Maßnahmen.
Hierdurch kann den maßgebenden Niederschlags-
Abflussverhältnissen entsprochen und Fehlplanungen vermieden
werden.
Beispielsweise stellt eine punktuelle Instandsetzung einer Ufermauer
einen unnötigen Kostenpunkt dar, wenn spätere Planungen zur
grundlegenden Umgestaltung des betreffenden
Fließgewässerabschnittes den vollständigen Abbruch des Bauwerks
beinhalten. Gleiches gilt, wenn auch mit geringeren monetären
Folgen, für die nachträgliche Bepflanzung von Gewässerrandstreifen
bei Gewässern mit unzureichender hydraulischer Leistungsfähigkeit.
Der dabei zu Grunde liegende Gedanke der naturnahen Gestaltung
des direkten Gewässerumfeldes, welches gleichzeitig auch der
Stabilisierung des Abflussprofils dient, ist grundsätzlich positiv zu
werten. Potenziell nachteilige Folgen, die durch eine zu geringe
hydraulische Bemessung hervorgerufen werden können, reichen in
diesem Fall von der Eintiefung der Gerinnesohle über Verklausung
und Rückstau bis hin zur Beschädigung angrenzender Nutzungen und
Infrastrukturen. Man spricht in diesem Fall von einer sogenannten
„grünen Verrohrung“.

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10
Abbildung 2-5 Schematische Darstellung der Wirkungszusammenhänge und
Umsetzungsrangfolgen der Anpassungsmaßnahmen.
Langfristig wirkende Maßnahmen sollten daher auch aus
Effizienzgründen den kurzfristig wirksamen Maßnahmen vorgezogen
werden und einer Umsetzungsrangfolge, wie sie in Abbildung 2-4
illustriert wird, folgen.
Im Vorfeld konkret umzusetzender Maßnahmen werden
insbesondere im Hochwasserrisikomanagement in der Regel die
finanziellen Aufwendungen mit dem zu erwartenden „Mehrwert“ in
Beziehung gesetzt. Eine entsprechende Bilanzierung von
Maßnahmen zur Hochwasserschadensvorsorge anhand einer
Gegenüberstellung der aufzuwendenden
Kosten
mit dem
prognostizierten
Nutzen
kann in diesem Zuge hilfreich sein, um die
jeweilige Auswahl an Maßnahmen zu begründen, deren
prognostizierte Wirkung einzuschätzen sowie eine Akzeptanz bei
Entscheidungsträgern und Betroffenen zu erreichen. Nicht immer
gelingt es hier, eine „Inwertsetzung“ anhand eines rein monetären
Vergleichs durchzuführen (vgl. Diskussion um Ökosystemleistungen:
C
OSTANZA ET AL. 1997, BFN 2012, GRUNEWALD & BASTIAN 2013). In der
Umweltplanung können bei ähnlichen Problemstellungen spezielle
Instrumentarien verwendet werden, um schädigende Wirkungen mit
ausgleichenden Maßnahmen gegeneinander abzuwägen. Neben den
häufig zur Anwendung kommenden Kosten-Nutzen-Untersuchungen
werden auch
Kosten-Wirksamkeits-Untersuchungen
oder
Multikriterienanalysen zur Beurteilung herangezogen, wenn positive
Effekte anstatt durch monetäre Angaben durch nicht-monetäre
Zielindikatoren ausgedrückt werden müssen. Alle Verfahren haben
dabei gemeinsam, dass sowohl positive als auch negative Aspekte in
die Bewertung der Maßnahmen anhand ausgewählter Kriterien
einfließen. Eine geeignete Methode soll auch bei der
Maßnahmenauswahl zur Reduzierung der Verletzbarkeit von
Fließgewässern gegenüber Hochwasserereignissen Anwendung
finden (vgl. z. B. F
ÜSSEL 2007, BMVBS 2013, CARTER ET AL. 2017). Für die
Zielerreichung, die hochwasserinduzierte Verletzbarkeit von
Fließgewässern zu reduzieren, sind sämtliche Maßnahmen zunächst
hinsichtlich ihrer
Wirksamkeit
(Nutzwert) zu beurteilen.
Beispielsweise kann durch die Instandsetzung einer Ufermauer in
Massivbauweise die einstige maximale Widerstandsfähigkeit
wiederhergestellt werden, wodurch die Verletzbarkeit auf „1 – sehr
gering“ sinkt. Ergibt sich unter Berücksichtigung der aufgewendeten
Finanzmittel ein positives Fazit, so ist diese Maßnahme zu
bevorzugen. Im Rahmen eines Variantenvergleichs können dabei im
Vorfeld Maßnahmen ausgewählt werden, mit denen das Ziel mit dem
geringsten Investitionsaufwand erreicht wird. Da neben den Kosten
auch andere Bewertungskriterien zur Entscheidungsunterstützung
beitragen sollen, wurde eine innovative Methodik zur

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11
Maßnahmenbewertung entwickelt, die im Folgenden kurz
beschrieben werden soll und auf weitere Themenfelder der
Umweltplanung und Klimaanpassung übertragbar ist.
Die Maßnahmenbewertung des vorliegenden Leitfadens folgt dabei
grundlegend der normativen Bewertung der „Wirksamkeit“ und
basiert demnach auf der Methodik einer
Kosten-Wirksamkeits-
Untersuchung
. Neben der Wirksamkeit wurden weitere potenzielle
Bewertungskriterien dahingehend überprüft, ob diese mit
Indikatoren oder Nutzwerten normativ untersetzt werden können
und wie diese in den Bewertungsablauf integriert werden können.
Die potenziell für eine Maßnahmenbewertung in Betracht gezogenen
Bewertungskriterien waren zunächst:
Wirkungsweise/Nutzen: Einfluss auf die Bewertung der
Verletzbarkeit
Investitionskosten
Förderinstrumente
Synergien & Konflikte Natur- und Umweltschutz / Klimaanpassung
/ Stadt- und Regionalentwicklung
Übergeordnete Maßnahmenart HWRM / LAWA-BLANO
Gesetzliche Rahmenbedingungen
Zuständigkeiten
Weitere Akteure/Stakeholder
Umsetzungszeitraum.
Aufgrund der Komplexität, die in der Regel bei der Umsetzung von
Gestaltungsmaßnahmen an Fließgewässern auftritt, und der in
diesem Zusammenhang vorherrschenden großen Unsicherheiten
hinsichtlich der örtlichen Rahmenbedingungen, konnten nicht für alle
Bewertungskriterien verallgemeinernde und übertragbare
Indikatoren oder Nutzwerte formuliert werden. So ist beispielsweise
die Art und Weise einer möglichen finanziellen Förderung der
Maßnahme fallspezifisch zu bewerten und oftmals an befristete
Planungs- oder Umsetzungszeiträume gekoppelt. Zudem ist die
Förderlandschaft auf Bundes- und Landesebene höchst heterogen
und unterliegt fortwährenden Schwankungen – dies gilt u. U. auch für
die gesetzlichen Rahmenbedingungen und deren
Auslegungsmöglichkeiten, wenn auch nicht im gleichen Ausmaß.
Außerdem können Zuständigkeiten und notwendige
Akteursbeteiligungen fördernd oder limitierend auf eine konkrete
Maßnahmenumsetzung wirken – auch hier ist eine generelle
Beurteilung nicht möglich. Andere Bewertungskriterien, wie z. B.
Synergien, sind auszählbar, aber in ihrer Bedeutung untereinander
nur schwer gegeneinander abzuwägen. Zur Lösung von Interessens-
konflikten sind vor der Umsetzung einzelner Maßnahmen oft
Beteiligungsprozesse zur Kompromissfindung mit den betroffenen
Akteuren und Stakeholdern durchzuführen – auch deren
unvorhersehbare Ergebnisse können nicht verallgemeinert und
indikatorbasiert bewertet werden.
Schließlich kann ein potenziell langfristiger Planungsprozess mit einer
sich anschließenden langfristigen Umsetzungsphase sowohl negativ
als auch positiv konnotiert werden. Dabei sind kurzfristige
Ausbesserungs- und Unterhaltungsmaßnahmen, die einer
langfristigen Sicherung des Gewässerzustandes dienen, von
Maßnahmen zu unterscheiden, die kurzfristig punktuelle
Gefahrenbereiche in einem langfristig nicht widerstandsfähigen
Gerinne entschärfen. Letztere sind aus Nachhaltigkeits- und
Effizienzgründen negativ zu bewerten, demgegenüber sind die
erstgenannten, ebenfalls kurzfristig umsetzbaren Maßnahmen
aufgrund der Verbesserung der Dauerhaftigkeit positiv zu betrachten.

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12
Einzelheiten zu den in Frage kommenden Bewertungskriterien sind in
den folgenden Unterkapiteln aufgeführt; Aspekte, die nicht in die
Maßnahmenbewertung einfließen, werden später zusammenfassend
diskutiert.
Aufgrund der beschriebenen methodischen Herausforderungen und
zur schrittweisen Annäherung an ein geeignetes
Bewertungsverfahren wurden folgende Festlegungen getroffen:
1. Beibehaltung der grundlegenden Methodik: „
Kosten-
Wirksamkeits-Untersuchung
2. Charakterisierung der
Wirksamkeit
anhand der Beeinflussung
der
Verletzbarkeit
3. Berücksichtigung einer vorgegebenen
Gewässerstrecke
4. Berücksichtigung und methodische Integration der
Bewertungskriterien
:
a.
Synergien
(Anzahl n)
b.
Konflikte
(Anzahl n)
c.
Zuordnung zu einer übergeordneten/gleichgestellten
Maßnahmenart
(Anzahl n).
Die Kostenwirksamkeit der Vorsorgeansätze wird demnach anhand
der Verringerung der Verletzbarkeit abgebildet, welche nach der
Methodik von G
ARACK & SCHINKE (2019) berechnet werden kann. Die
Bewertungskriterien
„Synergien“, „Konflikte“ und „Zuordnung
Maßnahmenart“ werden in die Berechnung der Wirksamkeit
integriert. Die Kostenwirksamkeit (
KW
) pro Gewässerstrecke (
GS
)
[lfm] errechnet sich schließlich anhand einer Erweiterung der
Verfahren von H
ILLEBRANDT ET AL. (2001) und LFW (2003) aus dem
Quotienten der aufzuwendenden Kosten (
K
) [€] und der
Verbesserung der Verletzbarkeitsklasse Δ
VK
multipliziert mit der um
die Anzahl der Konflikte (
k
) verminderten Anzahl der Synergien (
s
)
und der zugeordneten Maßnahmenart(en) (
MA
). Sind mehr Konflikte
als Synergien vorhanden, so ist der Term
(s – k) = 1
zu setzen.
Maßnahmenart, Synergien und Konflikte sind dimensionslose Zahlen,
die ungleich 0 gesetzt werden. Sollten weder Synergien, Konflikte,
noch übergeordnete Maßnahmenarten vorhanden sein, sind die
Terme aus der Gleichung zu streichen.
Gleichung (1)
=
×(
×
Folgt man den Angaben von HILLEBRANDT ET AL. (2001) und LFW (2003),
so kann eine grobe Einteilung der Kostenwirksamkeit anhand
folgender Richtwerte auf die in diesem Leitfaden vorgenommene
Kosten-Wirksamkeits-Untersuchung übertragen werden:
Sehr gut
< 50 [(€/lfm)
]
Gut
50 – 100 [(€/lfm)
]
Mittel
100 – 150 [(€/lfm)
]
Mäßig
> 150 [(€/lfm)
]
2.2.1
Kosten
Die Kostenansätze von Maßnahmen können im Allgemeinen in
Planungskosten
,
Herstellungskosten
und
Unterhaltungskosten
unterschieden werden. Für eine frühzeitige Abschätzung von
Aufwand und Dimensionierung einzelner Maßnahmen ist die
Verwendung von sogenannten Einheitspreisen (z. B. in €/m²)
geeignet, sofern diese aus bereits abgeschlossenen Bauvorhaben
übertragbar sind. Neben den Planungs- und Herstellungskosten sind
etwaige regelmäßig durchzuführende Unterhaltungskosten ebenfalls
zu berücksichtigen. Hierbei sind in jedem Fall die jeweiligen

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13
Zuständigkeiten frühzeitig zu klären, um Vollzugsdefiziten
vorzubeugen.
Abbildung 2-6 Die Herstellung von Ufermauern kann insbesondere aufgrund
angrenzender Nutzungen kostenintensiv werden. (Bild: Garack
2018)
Beispielsweise fallen bei aufwendig gemauerten Bauweisen höhere
Herstellungskosten an als bei Schüttbauweisen. Allerdings sind
gemauerte Bauweisen weniger oft zu unterhalten (Einflussparameter
„baulicher Zustand“), stellen jedoch bei einer Zerstörung ein viel
höheres Schadenspotenzial dar. Entsprechende Abwägungen sind
somit im Planungsprozess und der Maßnahmenbewertung
durchzuführen.
Eine Möglichkeit zur Beurteilung der jeweiligen Kostenansätze ist die
Durchführung der Rechenvorschrift nach Gleichung 1 für die
jeweiligen Kostenklassen. Zur groben Abschätzung des Umfanges von
Maßnahmen im Gewässerlauf sei an dieser Stelle auf eine
Möglichkeit zur überschlägigen Abschätzung des Kostenaufwands
verwiesen: Sollen explizit im Gerinne (Sohle und Ufer) Maßnahmen
zur Erhöhung der Widerstandsfähigkeit und zur Verbesserung des
baulichen Zustands durchgeführt werden, so können bereits
bestehende Datengrundlagen aus der Methodik zur Ermittlung der
Gewässerstrukturgüte für einen ersten groben Überblick
herangezogen werden – auch wenn sich dies zunächst auf die
berichtsrelevanten Gewässer nach EG-WRRL mit einem Einzugsgebiet
> 10 km² beschränkt. Einerseits ermöglichen die Bewertungstabellen
Aussagen zur „Charakterisierung des Ist-Zustandes“ (LANUV NRW
2012) und somit erste Anhaltspunkte zur Dimensionierung eines
Fließgewässers. Andererseits können anhand des Profiltyps auch
Aussagen zum Querprofil und zum jeweiligen Erneuerungs- und
Restaurierungsaufwand abgeleitet werden.
Abbildung 2-6 zeigt hierfür die beispielhafte Herleitung der
Böschungslänge aus Angaben der Gewässerstrukturgütebewertung,
wobei die Ausprägung des Profiltyps („Einzelparameter 4.1“, LANUV
NRW 2012) die notwendigen Hinweise zur Gestalt des Querprofils im
Gewässerabschnitt gibt. Ansatzweise können über eine
Zusammenführung dieser Angaben mit den jeweiligen
Einheitspreisen für Neubau, Umbau oder Ausbesserung Mengen- und
Kostenangaben „vom Schreibtisch aus“ überschlägig ermittelt
werden, wenn eine Vor-Ort-Kartierung aus Kosten- oder Zeitgründen
nicht durchführbar oder (noch) nicht notwendig ist.

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14
Abbildung 2-7 Begriffe zur Charakterisierung eines Fließgewässer-Querschnitts
mit ableitbaren Angaben zur Berechnung der Böschungslänge
(Eigene Abbildung).
Diese vereinfachte Methode zur Abschätzung der Dimensionierung
kann weiterführend für die Ermittlung von Kosten zur (Gewässer-)
Unterhaltung genutzt werden. Der § 39 WHG setzt hierfür die
Gewässerunterhaltung „als öffentlich-rechtliche Aufgabe, die sich
der Pflege und Entwicklung oberirdischer Gewässer
“ widmet, fest.
Satz 1 konkretisiert diese Aufgabe im Hinblick der „
Sicherung eines
ordnungsgemäßen Wasserabflusses
“. Im § 3 des Sächsischen
Wassergesetzes (SächsWG) wird in Satz 6 bestimmt, dass bei
ausgebauten Gewässerstrecken der Ausbauzustand zu erhalten ist,
sofern nicht etwas anderes bestimmt ist.“
Die „Erhaltung“ bezieht
sich dabei u. a. auf klassische Unterhaltungsmaßnahmen an Anlagen
im Gewässer, die regelmäßig oder bedarfsweise durchzuführen sind.
Entsprechende Kosten sind denen der Herstellungskosten zwar
untergeordnet, können aber in Abhängigkeit des Verbauungsgrades
der Gewässer hohe, regelmäßig wiederkehrende Kosten
verursachen.
Für die im Rahmen der Gewässerunterhaltung und Anlagen-
unterhaltung durchzuführenden Maßnahmen gelten aus
Kalkulationsgründen idealerweise Einheitspreise. Wie bereits
erwähnt, ist anhand des Durchführungsintervalls bei regelmäßig
wiederkehrenden und aufwendigen Unterhaltungsmaßnahmen mit
einer erhöhten finanziellen Belastung des Unterhaltungslastträgers
zu rechnen. Die absolute Bezifferung der Kosten ist daher schwierig
zu verallgemeinern und im Ereignisfall zu ermitteln, da diese zum
einen planungsabhängig ist und eine Aufgabe der zuständigen
Behörden und Planer darstellt.
2.2.2
Wirksamkeit
Zur Beurteilung der Wirksamkeit einer Anpassungsmaßnahme wird
der Einfluss der betreffenden Maßnahme auf die Ermittlung der
Verletzbarkeit analysiert. Dabei kann zum einen aufgezeigt werden,
in welchem Maße die Verletzbarkeit durch Optimierung von
baulichem Zustand und Widerstandsfähigkeit von Ufer- und
Sohlbefestigungen gesenkt werden kann. Zum anderen wird deutlich,
inwiefern ein Beitrag zur Reduktion hydrodynamischer Belastungen
geleistet werden kann, d. h., ob und in welchem Umfang
beispielsweise eine Reduktion der Fließgeschwindigkeit zu erwarten
ist. Die Bewertung der Wirksamkeit („Nutzwert“) wird der gesamten
finanziellen Aufwendung zur Realisierung der Maßnahme
(Investition, Unterhaltung) unter Berücksichtigung der weiteren
Bewertungskriterien gegenüber gestellt (vgl. Gleichung (1) und Kap.
2.2.1). Ein „sehr gutes“ Verhältnis der beiden Größen zueinander
spiegelt dann einen effizienten und effektiven Mitteleinsatz wider.
Mögliche Handlungsspielräume (Alternativen) können zudem anhand
von Variantenvergleichen untersucht werden.

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15
Zur Beurteilung der Wirksamkeit auf
mikroskaliger
Betrachtungsebene sind, wie bereits erwähnt, die Auswirkungen
einer Verbesserung des baulichen Zustands oder der
Widerstandsfähigkeit zu analysieren. Eine generelle Beeinflussung
von hydrodynamisch wirksamen Belastungsparametern (z. B.
Fließgeschwindigkeit) kann in Bezug auf Maßnahmen, die sich auf
einzelne Bauweisen beziehen, nicht geschlussfolgert werden,
wenngleich einzelne Umgestaltungsmaßnahmen durchaus Effekte
zeigen (z. B. von der Ufermauer zur naturnahen Bauweise).
Abbildung 2-8 Stark beschädigter Steinsatz und sogenannter „Wilder Verbau“ im
Prallhangbereich eines kleinen Gewässers. Eine grundhafte
Erneuerung der Uferbefestigung ist aufgrund der angrenzenden
Nutzungen unumgänglich. (Bild: Garack 2017)
Generell treten bei der Sanierung an der Bauweise selbst
Veränderungen der Oberflächenstruktur auf, was eine Beeinflussung
der Bauweisen-eigenen Wirkparameter zur Folge hat. Entsprechend
können Maßnahmen der Kategorie
(1)
(vgl. Kap. 2.1) vereinzelt
hydrodynamisch günstigere Zustände zum Ergebnis haben, ihre
Wirksamkeit beschränkt sich jedoch zumeist auf die Bauweisen-
spezifische Oberflächenrauheit oder Formrauigkeit.
Die im Bereich der
Mesoskale
bzw. der Gewässerabschnitte in Frage
kommenden Maßnahmen zur Beeinflussung
schadensrelevanter
Randbedingungen
beziehen sich hinsichtlich ihrer Wirksamkeit
zunächst auf die folgenden, rechtlich als auch naturräumlich
gegebenen Zonierungen am und im Gewässer:
Gerinne (Sohle, Ufer)
Gewässerrandstreifen
Entwicklungskorridor
Natürliche Aue
Im Hochwasserfall kommt es neben der erhöhten Belastung im
Gerinne auch zu schadenswirksamen Strömungsmechanismen, die
durch die Ausuferung von Gewässern hervorgerufen werden und in
Abhängigkeit der jeweiligen Ufer- und Flächennutzung Schäden am
Gewässer induzieren können. Zur Optimierung der
Strömungsbedingungen sind Maßnahmen geeignet, die die
schadensrelevanten Randbedingungen betreffen und beispielsweise
Fließhindernisse verringern. Bei der Beurteilung einer zu
realisierenden Maßnahme sind demnach die Auswirkungen auf die
Bewertung punktueller, linearer und flächiger Randbedingungen zu
ermitteln. Hierbei können neben einzelnen Verbesserungen auch
multiple Wirkungen berücksichtigt werden, die durch eine
gegenseitige Beeinflussung von Maßnahmen entstehen.
So können Maßnahmen zur Verbesserung einer einzelnen
Randbedingung Vorteile für eine Reihe weiterer Randbedingungen

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16
oder lokale Aspekte (Rückkopplung zur Mikroskale) bewirken. Als
Beispiel sei die hydraulisch optimierte Ausgestaltung von Brücken
oder Durchlässen genannt, die neben dem unmittelbaren Schutz der
angrenzenden Befestigungen und des Bauwerks selbst auch zur
Verbesserung der
Gerinnegeometrie
, weniger
Geometrieübergängen
sowie der Verhinderung von
Rückstaubereichen
mit entsprechenden Folgeerscheinungen führen
kann (Folgeschäden durch Verklausung, Sedimentation etc.).
Abbildung 2-9 Einengung des Querprofils aufgrund angrenzender Nutzungen führt
im Hochwasserfall zu einer besonderen hydraulischen
Beanspruchung der Uferbefestigung in Fließrichtung links. (Bild:
Garack 2013)
Großräumig umzusetzende Maßnahmen, die die
Überflutungssituation bzw. die Gefährdungslage entschärfen, sind
hinsichtlich ihrer Wirksamkeit in der Regel im Rahmen einer
Variantenuntersuchung gegenüberzustellen. Dabei ist die derzeitige
und zukünftige Verletzbarkeit für Bauweisen und
Gewässerabschnitte (oder Bauabschnitte/Lose) zu ermitteln.
Offenlegungen oder Aufweitungen ganzer Gewässerprofile mit
vollständiger Umgestaltung des Abflussquerschnitts können
beispielsweise als Maßnahmenkonzepte einander gegenübergestellt
und hinsichtlich der Verletzbarkeit (und weiterer Faktoren) im Vorfeld
untersucht werden. Die in diesem Zusammenhang potenziell
auftretenden Synergien und Konflikte können gegeneinander
abgewogen und übergeordnete Maßnahmenarten herausgestellt
werden. Insbesondere bei kleinen Fließgewässern in
Siedlungsgebieten können bei gegebener Flächenverfügbarkeit
beeindruckende Kosten-Wirksamkeits-Verhältnisse erreicht werden.
2.2.3
Synergien
Als Komponente des Natur- und Wasserhaushalts gilt eine Vielzahl
der Gewässer immer noch als stark anthropogen überprägt. Um die
grundlegenden Funktionen der Gewässernetze wiederherzustellen,
sind neben den Aspekten des Hochwasserschutzes eine Reihe
weiterer
Ökosystemleistungen
zu berücksichtigen (vgl. P
ODSCHUN ET
AL
. 2018. Demnach ist auch bei der Erstellung des vorliegenden
Leitfadens, der sich verstärkt der ökonomisch orientierten
Schadensvorsorge widmet, das Maßnahmenset auf entsprechende
Synergien hin überprüft worden. Neben der Betrachtung der
„Wirksamkeit“ haben somit auch andere Faktoren Einfluss auf die
Entscheidungsfindung zur Umsetzung ausgewählter Maßnahmen,
wie beispielsweise Synergien zu EG-WRRL oder Zielen des Natur- und
Umweltschutzes (vgl. DWA 2018).

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17
Bereits im Artikel 9 der Europäischen Hochwasserrisikomanagement-
Richtlinie wird auf diese Zusammenhänge hingewiesen: „
Die HWRM-
Planung ist mit den Maßnahmen aus der Umsetzung der
Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) zu koordinieren. Für die
Maßnahmenplanung geschieht dies durch den Maßnahmentyp W01-
01, der die Übernahme von Maßnahmen aus den
Bewirtschaftungsplänen/Maßnahmenprogrammen der WRRL
ermöglicht
“ (EU 2007).
Diese gewässerspezifischen Synergien können zusätzlich durch einen
Mehrwert für die Aspekte
Klimaschutz
,
Klimaanpassung
oder
Bodenschutz
ergänzt werden, welche bei der Bewertung des
Synergiekriteriums Berücksichtigung finden. So sind beispielsweise
Maßnahmen des in Deutschland verfügbaren LAWA-BLANO-
Maßnahmenkatalogs im Jahr 2020 hinsichtlich ihrer Wirksamkeit für
eine
Anpassung an den Klimawandel
beurteilt worden, respektive,
ob die Auswirkungen des Klimawandels die Wirksamkeit der
Maßnahme beeinträchtigen. Weitere Synergien, wie Beiträge zum
Naturschutz
, zur
Biodiversität
,
Stadtentwicklung
oder zur
Landschaftsgestalt
und
Erholungsaspekten
am Gewässer, sind im
Zuge der Maßnahmenbewertung auszuzählen und in die Berechnung
der Kosten-Wirksamkeit aufzunehmen („
s
“).
So sind Ufermauern beispielsweise besonders widerstandsfähig
gegenüber Hochwassereinwirkungen, stellen jedoch
hydromorphologische Belastungen dar und verhindern die
Zugänglichkeit zum Gewässer, welche insbesondere in urbanen
Räumen zunehmend gefragt ist (Abbildung 2-9 Vordergrund).
Abgeflachte Böschungen mit standortgerechten Gehölzen erweitern
den Abflussquerschnitt und lassen das Gewässer erlebbar werden.
Die Gehölzstrukturen sichern die Uferbereiche zudem auf natürliche
Weise, sorgen für Beschattung im Sommer und somit für eine
Regulierung der Wassertemperatur, liefern wertvolles Substrat als
Lebensgrundlage für eine Vielzahl von Gewässerorganismen, steigern
die Biodiversität im Gewässerumfeld und sind stadtklimatisch als
grüne Infrastruktur zur nachhaltigen Klimaanpassung wirksam
(Abbildung 2-10 Hintergrund).
Entstehen durch die Umsetzung von Maßnahmen im Gegenzug
Konflikte, die sich potenziell nachteilig auf die Erreichung von
Umweltzielen oder Klimaanpassungsstrategien auswirken, sind diese
ebenfalls aufzuführen und von den ermittelten Synergien abzuziehen
(„
k
“).
Abbildung 2-10 Strukturelle Gegensätze an kleinen Gewässern liegen
insbesondere im urbanen Gebieten oft eng beieinander. (Bild:
Garack 2017)

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18
2.2.4
Übergeordnete Maßnahmenart HWRM / LAWA-BLANO
Im Zuge der Hochwasserschadensvorsorge werden die allgemeinen
Ziele des Hochwasserrisikomanagements durch einzelne
Maßnahmen untersetzt und auf Bundes- oder Landesebene in
Maßnahmenkatalogen beschrieben (z. B. LAWA 2020, LANUV NRW
2012). Als Bewertungskriterium für Anpassungsmaßnahmen an
Fließgewässern ist die
Zuordenbarkeit
einer Maßnahme zu diesen
übergeordneten Maßnahmenkatalogen aufgrund einer besseren
Begründbarkeit und der in diesem Zusammenhang steigenden
Umsetzungschancen zu berücksichtigen.
Abbildung 2-11 Aktuelle Fassung des LAWA-BLANO-Maßnahmenkatalogs.
(Quelle: LAWA 2020)
Eine Zuordnung zu bereits beschriebenen Zielen und Maßnahmen
unterstützt zudem Fachplaner bei der Formulierung der konkreten
Ausführungsform. Dabei soll der Verweis auf bereits existierende
Kataloge in den im Anhang befindlichen Maßnahmensteckbriefen
eine redundante Nennung von Informationen vermeiden. Zudem
werden die fachliche Interaktion und Einbindung der auf Basis dieses
Leitfadens vorgeschlagenen Maßnahmen in bereits laufende
Planungen der Gewässerrenaturierung oder
Hochwasserschadensbeseitigung ermöglicht sowie potenzielle
Ergänzungen bei der Aufstellung von Risikomanagementplänen
vermittelt.
Für den Bewertungsansatz zur Kosten-Wirksamkeit von Maßnahmen
sind die identifizierten übergeordneten Maßnahmen auszuzählen
und in die Bewertung aufzunehmen („
MA
“).
2.2.5
Weitere zu beachtende Rahmenbedingungen
Rechtliche Vorgaben
Im Vorfeld einer Maßnahmenumsetzung, die das Wasser-, Bau- oder
Naturschutzrecht tangiert, ist im Austausch mit den zuständigen
Genehmigungsbehörden stets die aktuelle Fassung der
Rechtsvorschriften anzuwenden. Dabei sind auf oberster Ebene die in
nationales Recht umgesetzten EU-Richtlinien zum Schutz und zur
nachhaltigen Bewirtschaftung von Gewässern („EG-
Wasserrahmenrichtlinie“ – RL 2000/60/EG, WRRL) sowie zum Hoch-
wasserrisikomanagement (Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie“
– RL 2007/60/EG, HWRM-RL) zu beachten. Mit Hilfe der
Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie (HWRM-RL) wird ein
Rahmen für die Bewertung und das Management der
Hochwasserrisiken geschaffen, um hochwasserbedingte nachteilige
Folgen für die menschliche Gesundheit, die Umwelt, das Kulturerbe

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19
und wirtschaftliche Tätigkeiten in der Gemeinschaft zu verringern.
Die in diesem Leitfaden vorgestellten und im Sinne des
Hochwasserrisikomanagements fungierenden Maßnahmen
orientieren sich demnach grundlegend an diesen Vorschriften.
Die zur Umsetzung der EG-WRRL festgelegten Ziele und
Planungsschritte werden flussgebietsbezogen in Maßnahmen-
programmen und Bewirtschaftungsplänen zusammengefasst.
Aspekte von Maßnahmen, die zugleich zuträglich für die Umsetzung
der EG-WRRL sind, werden unter „Synergien“ zusammengefasst und
sind in der Bewertung von Maßnahmen aufzuführen (siehe Kap.
2.2.3). Das „
Gesetz zur Ordnung des Wasserhaushalts
(Wasserhaushaltsgesetzes - WHG) als national geltendes Instrument
setzt u. a. die Vorgaben der EG-WRRL und HWRM-RL auf
Bundesebene um. Als weitere wichtige Vorschrift, die EU-Recht in
Bundesrecht umsetzt, ist die „
Verordnung zum Schutz der
Oberflächengewässer
“ (Oberflächengewässerverordnung - OGewV)
zu nennen. Sie „dient dem Schutz der Oberflächengewässer und der
wirtschaftlichen Analyse der Nutzungen ihres Wassers“ (§ 1 OGewV).
Auf Landesebene sind die jeweiligen Wassergesetze zu beachten, die
die Grundsätze nationaler Verordnungen und Gesetzgebungen in
Länderrecht umsetzen und ggf. anpassen. Neben dem Sächsischen
Wassergesetz existiert zudem seit 2018 das „Sächsische
Gewässerunterhaltungsunterstützungsgesetz“, welches sich explizit
mit der Unterstützung der Unterhaltung von Gewässern 2. Ordnung
im Freistaat Sachsen beschäftigt und zunächst für die Jahre 2019 und
2020 gilt. Neben der Wassergesetzgebung sind je nach Lage und
Ausmaß der der Maßnahme weitere Richtlinien, Gesetze und
Verordnungen zu berücksichtigen oder zu beachten. Hierzu gehören
u. a.:
Naturschutz-, und Umweltrecht (z. B. BNatschG, UVPG)
Agrarrecht (LwG, FlurbG, BwaldG, SächsFischG)
Baurecht (ROG, BauGB).
Förderinstrumente
Zur Unterstützung der Finanzierung und des Vollzugs geltender
Rechtsvorschriften existieren themenspezifische Förderrichtlinien,
die neben der Flächenverfügbarkeit und der Akzeptanz der
Betroffenen ein entscheidender Faktor bei der Realisierung von
Maßnahmen sind. Dabei können sowohl die Planung, der Erwerb von
Flächen als auch die eigentlichen baulichen Maßnahmen als
Fördergegenstand geltend gemacht werden. Hierbei kann eine Reihe
von Förderoptionen relevant sein, die zudem untereinander
kombiniert werden und Synergien mit anderen Akteuren hervorrufen
können (bspw. Naturschutz, Gewässerschutz, Bodenschutz). Wie bei
den Rechtsvorschriften, existiert auch hinsichtlich der
Förderorganisationen und Förderprogramme eine Abschichtung von
EU- auf Bundes- und Landesebene:
EU (ELER, EFRE, EMF, LIFE+)
Bund (z. B. Blaues Band)
Land (z. B: „Gewässer/Hochwasserschutz“ in Sachsen)
Kommunen (Ökokonto, Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen)
Patenschaften, Stiftungen und weitere.
Die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
bereitgestellte Förderdatenbank unterstützt dabei potenzielle
Antragsteller mit Hilfe einer Suchfunktion, geeignete Finanzhilfen zu
beantragen. (Die Förderdatenbank ist abrufbar unter der URL:
https://www.foerderdatenbank.de/FDB/DE/Home/home.html
)

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20
Zuständigkeit der Umsetzung
Von den Vorhabenträgern werden Maßnahmen bevorzugt
umgesetzt, deren Kosten in großem Umfang oder vollständig über
Fördermittel finanziert werden können. Dabei sind im Vorhinein die
entsprechenden Zuständigkeiten und Verantwortungsbereiche mit
allen Akteuren und Flächeneigentümern abzustimmen. Generell gilt,
dass Maßnahmen auf Flächen in kommunaler oder staatlicher
Zuständigkeit in der Regel einfacher und schneller geplant, umgesetzt
und besser unterhalten werden können. Hierfür sind im § 40 WHG
sowie § 32 SächsWG die Träger der Unterhaltungslast festgelegt.
Nach Wasserhaushaltsgesetz obliegt dem Eigentümer der Gewässer
die Unterhaltung, soweit nicht nach Landesgesetzgebung
Gebietskörperschaften, Wasser- und Bodenverbänden,
gemeindlichen Zweckverbänden oder sonstigen Körperschaften des
öffentlichen Rechts diese Aufgabe zugewiesen wird.
Das Sächsische Wassergesetz konkretisiert dazu, dass die
Unterhaltung bei Gewässern erster Ordnung dem Freistaat Sachsen,
d. h. der Landestalsperrenverwaltung, bei Gewässern zweiter
Ordnung den Gemeinden bzw. entsprechenden
Gewässerunterhaltungs-, Wasser- oder Bodenverbänden obliegt.
Somit sind die Kommunen unterhaltungspflichtig für Standgewässer
im Haupt- und Nebenschluss an Fließgewässer zweiter Ordnung und
alle natürlichen Fließgewässer, die Gewässern zweiter Ordnung
zuzuordnen sind. Entsprechend obliegt die Verantwortung bei der
Umsetzung von Maßnahmen ebenfalls den Kommunen und bedarf
der Zustimmung aller Betroffenen. Im Zuge einer Planung sind dabei
in der Regel intensive Abstimmungen mit Planern, Eigentümern,
Pächtern und weiteren Behörden durchzuführen.
Einbindung weiterer Akteure/Stakeholder
Eine Abstimmung von Maßnahmen im und am Gewässer ist unter
Umständen mit viel Überzeugungsarbeit verbunden, und selbst nach
einem langen Abstimmungsprozess können einzelne Stakeholder die
Umsetzung einer allgemein akzeptierten Maßnahme verhindern
(H
ELLMICH 2018). Diese meist mit Flächeninanspruchnahmen
verbundenen Maßnahmen sind jedoch nicht selten die, die zuvor als
besonders wirksam identifiziert wurden. Demzufolge ist es ratsam,
frühzeitig alle von der Maßnahme Betroffenen zu ermitteln und in
den Abstimmungsprozess einzubinden. Neben Flächeneigentümern
und Pächtern sind so beispielsweise auch Fachbehörden, Verbände
oder Interessenvertreter des Naturschutzes in die Planung und
Maßnahmenumsetzung zu integrieren.
Abbildung 2-12 An Fließgewässern konkurrieren oftmals eine Reihe von
Ansprüchen und Flächenbedarfe miteinander – insbesondere im
urbanen Raum. Die Beteiligung aller Interessenvertreter ist
demnach Grundvoraus-setzung für die Akzeptanz von Maßnahmen
am Gewässer. (Bild: Garack 2019)

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21
3
Zusammenfassung und Hinweise
Der vorliegende Leitfaden entstand während der Laufzeit des
INTERREG VA-Projektes STRIMA II und beschreibt eine beispielhafte
Herangehensweise einer nachhaltigen Schadensvorsorge an
Fließgewässern. Hierfür wurden zunächst Bauweisentypen und
charakteristische Schadensbilder an verschiedenen Ufer- und
Sohlbefestigungen systematisiert und klassifiziert. Aufgrund der
Vielzahl von Schadensmechanismen, die zur teilweisen Beschädigung
oder vollständigen Zerstörung von Befestigungen im Gerinne führen
können, wurden sogenannte „schadensrelevante Randbedingungen“
auch im Gewässerumfeld berücksichtigt und in die Methode zur
Einschätzung der Verletzbarkeit von Gewässerabschnitten integriert.
Des Weiteren konnten im Rahmen der Methodenentwicklung auch
gewässertypspezifische Merkmale herausgestellt werden, mit denen
Fließgewässertypen untereinander hinsichtlich ihrer
Schadensanfälligkeit bei Hochwasser beurteilt werden können.
Als Beitrag zur Schadensvorsorge an Fließgewässern wurden über
60 Steckbriefe entwickelt und mit Bewertungskriterien versehen,
wodurch für potenzielle Anwender eine umfassende Grundlage zur
Einschätzung von Notwendigkeit und Kosten-Wirksamkeits-
Verhältnissen bereitsteht. Neben den Anforderungen, die für ein
möglichst robustes und hochwassersicheres Gewässer zu erfüllen
sind, wurden sowohl Synergiegehalt, übergeordnete
Maßnahmenkataloge und Fördermöglichkeiten von Maßnahmen als
auch Aspekte berücksichtigt, die den immer stärkeren Anspruch eines
integrativen Charakters von effektiven und effizienten
Maßnahmenplanungen adressieren. Dabei werden auch Hinweise zur
Abfolge von Maßnahmenumsetzungen im Sinne einer ganzheitlichen
Betrachtung von Fließgewässern gegeben, um Fehlplanungen in
Zukunft zu vermeiden.
Der Leitfaden und die sich anschließenden Steckbriefe können im
Rahmen von konzeptionellen Projekten oder Objektplanungen als
Entscheidungsunterstützungswerkzeug genutzt werden, um
Problemstellungen zu beschreiben und Abwägungsprozesse zu
unterstützen. Dabei greifen Leitfaden und Steckbriefe den auf
Planungsebene durchzuführenden Einzelfallbetrachtungen nicht vor.
Die Frage, welche
Elemente
der Maßnahmenplanungen in jedem Fall
zu berücksichtigen sind, beantworten die Maßnahmensteckbriefe
dieses Leitfadens (unter Beachtung einer stetigen Weiterentwicklung
von Gesetzesgrundlagen und Fördermöglichkeiten und sich
verändernder Planungs- sowie Umsetzungskosten in Zukunft).
Ein optimales Kosten-Nutzen-Verhältnis ist zudem nicht
ausschließlich für den Aspekt der Schadensvorsorge relevant,
sondern im Rahmen einer integrativen ganzheitlichen
Maßnahmenplanung zu ermitteln, um möglichst viele Bedarfe am
Fließgewässer und in den Einzugsgebieten abzudecken. Welche
Instrumente dabei als optimale Grundlage für Maßnahmen am
Gewässer dienen und mit welchen Monetarisierungsansätzen auch
weiche Faktoren wie „Landschaftsgestalt“ oder „Erholungsfunktion“
in Entwicklungskonzepte für Fließgewässer einfließen, sollte
weiterhin Gegenstand der Forschung sein.
Da Maßnahmen an Fließgewässern und in den Einzugsgebieten
immer auch Flächennutzungskonkurrenzen und die damit in
Verbindung stehenden Abstimmungsprozesse verlangen, sind
frühzeitig alle Akteure in den Planungsprozess einzubeziehen. Auch
hierfür geben Leitfaden und Steckbriefe Hinweise für die Beteiligten.

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22
4
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L
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GEOLOGIE (2015):
Ereignisanalyse Hochwasser Juni 2013
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Dresden
LFW – Landesamt für Wasserwirtschaft Rheinland-Pfalz (Hrsg.)
(2003):
Wirksame und kostengünstige Maßnahmen zur
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24
PODSCHUN, S. A.; THIELE, J.; DEHNHARDT, A.; MEHL, D.; HOFFMANN, T. G.;
ALBERT, C.; VON HAAREN C.; DEUTSCHMANN, K.; FISCHER, C.; SCHOLZ,
M.; COSTEA, G.; PUSCH, M. T. (2018):
Das Konzept der
Ökosystemleistungen – eine Chance für Integratives
Gewässermanagement
– Hydrologie & Wasserbewirtschaftung,
62, (6), 453-468; DOI: 10.5675/HyWa_2018.6 _7

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25
5
Anhang: Maßnahmensteckbriefe
Informationen zu den Bewertungskriterien finden sich in einer
verkürzten Form auch auf den zugehörigen Maßnahmensteckbriefen
wieder. Ein Maßnahmenteckbrief wird dabei aus Gründen der
Übersichtlichkeit mit folgenden Merkmalen ausgestattet:
Piktogramm (schnelle visuelle Zuordenbarkeit)
Nummerierung (Systematisierung der Wirkungsbereiche)
Bezeichnung (Name der Maßnahme)
Beschreibung (verbale Darstellung der Art und Weise der
Umsetzung)
Kategorie (abhängig von Systematisierung, vgl. Kap. 2.1)
Aussagen zu den Bewertungskriterien (vgl. Kap. 2.2).
Als anwendungsorientierte Handreichung können dem Nutzer
zusätzliche Hilfestellungen zum Verständnis in Form von Beispielfotos
der Problemstellung und/oder umgesetzter Maßnahmen gegeben
werden. Hierfür bietet sich die zweite Seite des jeweiligen
Maßnahmensteckbriefes an.

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
1
Kategorie: Maßnahmen an Bauweisen und baulichen Anlagen im Gewässerbett
BW1 Austausch von Sohlbefestigungen
4
BW2 Austausch von Uferbefestigungen
6
BW3 Erneuerung Sohlbefestigung
8
BW4 Neubau Sohlbefestigung
10
BW5 Ersatzloser Rückbau Sohlbefestigung
12
BW6 Naturnahe Sohlsicherung
14
BW7 Erneuerung Uferbefestigung
16
BW8 Neubau Uferbefestigung
18
BW9 Naturnahe Ufersicherung
20
BW10 Ersatzloser Rückbau Uferbefestigung
22
BW11 Sohlanhebung
24
BW12 Entfernung unerwünschter Vegetation und Neophyten an Bauweisen
26
Z1 Instandsetzung Sohlbefestigung
28
Z2 Instandsetzung Uferböschung
30
Z3 Instandsetzung Ufermauer
32
Z4 Instandsetzung naturnahe Sohl- und Uferbefestigung
34
V1 Verbot privater Ergänzungsbauwerke
36
V2 Verbot privater Ergänzungspflanzungen
38
V3 Gewässerbegehungen zur Beurteilung des Unterhaltungszustandes
40
V4 Gutachterliche Prüfung wasserbaulicher Anlagen im Schadensfall
42
Kategorie: Maßnahmen in Fließgewässerabschnitten: „Punktuelle schadensrelevante Randbedingungen“
P1.1 Umbau von Kreuzungsbauwerken
44
P1.2 Umbau von Querbauwerken und sonstigen wasserwirtschaftlichen Anlagen
46
P1.3 Spülung / Räumung an Kreuzungsbauwerken
48
P1.4 Spülung / Räumung von Querbauwerken und Verrohrungen
50
P1.5 Beseitigung von Sohl- und Uferbewuchs in unmittelbarer Nähe von Quer- und Kreuzungsbauwerken
52
P2.1 Umbau der Mündungsbereiche von Nebengewässern und größeren Einleitstellen
54

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
2
P2.2 Rückhalt von Geschiebe und Treibgut
56
V5 Verbot privater Quer- und Kreuzungsbauwerke (z.B. Stege, Wehre, Schwellen)
58
V6 Gutachterliche Prüfung von Quer- und Kreuzungsbauwerken
60
L1.1 Laufverlängerung
62
L1.2 Strömungsoptimierte Ausprägung von Prall- und Gleithängen
64
L2.1 Optimierung der Gerinnegeometrie gegenüber hydraulischen Belastungen
66
L2.2 Umgestaltung besonderer Beanspruchungsbereiche an Prallhängen
68
L3.1 Strömungsoptimierte Ausprägung von Geometrieübergängen
70
L3.2 Verringerung der Anzahl von Geometrieübergängen durch Umgestaltung/Anpassung des Gerinneprofils
72
L4.1 Strömungsoptimierte Ausprägung von Bauweisenübergängen
74
L4.2 Verringerung der Anzahl von Bauweisenübergängen durch Umgestaltung/Anpassung des gesamten Gerinneprofils
76
L5.1 Optimierung der hydraulischen Durchgängigkeit, insbesondere an Quer- und Kreuzungsbauwerken
78
L5.2 Regelmäßige Entfernung unnatürlicher Ablagerungen zur Gewährleistung eines leistungsfähigen Abflussprofils
80
L6.1 Gewährleistung eines nutzungsfreien oder nutzungsintegrierten Uferstreifens
82
L6.2 Entfernen nicht genehmigter Bauwerke und Ablagerungen im Uferbereich
84
L6.3 Ersetzen nicht bodenständiger, standortfremder Ufergehölze durch standortgerechte Ufervegetation
86
L7.1 Modifizierte ökologische Gewässerunterhaltung
88
L7.2 Beräumung des Gerinnes von unbrauchbaren Stoffen/Müll
90
L7.3 Krautigen Sohl- und Uferbewuchs pflegen
92
L7.4 Gehölzaufwuchs pflegen
94
L7.5 Sedimentmanagement
96
V7 Aufklärungsmaßnahmen zu Rechten und Pflichten von Gewässeranliegern
98
V8 Erstellung von Gewässerentwicklungskonzepten
100
F1.1 Angepasste Nutzung und naturnahe Ausgestaltung von Gewässerrandstreifen
102
F1.2 Freihaltung des überschwemmbaren Auenbereichs von Abflusshindernissen
104
F1.3 Strömungsgünstige Ausgestaltung angrenzender Flächennutzungen und Vorlandmanagement
106

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
3
Kategorie: Gewässerbezogene Maßnahmen
G1 Offenlegung überbauter Gewässerabschnitte
108
G2 Aufweitung des Abflussprofils
110
G3 Umverlegung des Gewässerlaufes
112
G4 Umbau von Stauanlagen und Hochwasserrückhalteanlagen
114
G5 Neubau von Stauanlagen und Hochwasserrückhalteanlagen
116
G6 Renaturierung von Gewässern
118
G7 Rückbau nicht mehr benötigter Hochwasserschutzeinrichtungen
120
V9 Aufklärungsmaßnahmen zu Hochwasserrisiken für die Öffentlichkeit
122
V10 Identifizierung und Beachtung von Synergien im Fließgewässermanagement mit anderen Sektoren
124
Kategorie: Maßnahmen im Einzugsgebiet
EZG1 Ökologisch angepasste Bewirtschaftung von land- und forstwirtschaftlichen Flächen
126
EZG2 Anpassung der Flächennutzung in den Einzugsgebieten
128
EZG3 Erhalt und Entwicklung von Strukturen zur Lenkung und Reduktion des oberflächennahen Abflusses
130
EZG4 Entsiegelung von Flächen und Verhinderung der ausgleichslosen Neuversiegelung
132
EZG5 Schaffung von Anlagen zur Verbesserung der Regenwasserversickerung
134
EZG6 Wiederanschluss von Geländestrukturen mit Retentionspotenzial
136
EZG7 Hochwassersichere Ausführung und Sanierung angrenzender Anlagen & Infrastrukturen
138
Quellen
140

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
4
Nr.
Maßnahmentyp
Beschreibung
BW1
Austausch von
Sohlbefestigungen
Ersetzen einer gering widerstandsfähigen Bauweise durch eine widerstandsfähigere Bauweise.
Der Sohlverbau (Bsp. Massivsohle, Steinschüttung) als anthropogen errichtetes Sohlendeckwerk
sollte nur in besonders beanspruchten Bereichen verwendet werden.
Kategorie:
Maßnahmen an Bauweisen und baulichen Anlagen im Gewässerbett
Wirkungsweise/Nutzen
Erhöhung der Belastungskapazität (z. B. großes Längsgefälle, im Bereich von Querbauwerken und Brücken/Durchlässen),
Gewährleistung des schadlosen Abflusses. Bei der Ausführung ist auf eine fachgerechte Einbindung der Bauweisen in die
Umgebung bzw. angrenzende Nutzungen zu achten. Vorteil: z. T. extrem hohe Widerstandsfähigkeit, Nachteil: besonders glatte
Bauweisen erhöhen die Fließgeschwindigkeit selbst. Sie können zu Turbulenzen in angrenzenden Fließgewässerabschnitten führen
und Schadensprozesse initiieren.
Gesetze & Richtlinien
Wassergesetzgebung
Naturschutzgesetzgebung
Baugesetzgebung
§ 39; §§ 67-70 WHG, OGewV
Abstimmungsbedarf gegeben
ROG, BauGB
Übergeordnete Maßnahmenart
EU-Maßnahmenart HWRM
LAWA-BLANO-Maßnahmenkatalog
Sonstige
Abflussregulierungen und morphologische
Veränderungen: Morphologie
Möglicher Konflikt mit M70, M71, M72
WRRL/OW
-
Konflikte/Synergien
EU-Wasserrahmenrichtlinie, Wassergesetze
Naturschutzgesetzgebung, LANUV-NRW
Sonstige
§ 27, § 67 WHG
§ 14, § 21, § 61 BNatSchG, SHS_02
Denkmalschutz/Freiraumgestaltung
Kosten
Abbruch ca. 40 - 50 €/m², Herstellung ca. 50 - 100 €/m
2
in Abhängigkeit der verwendeten Materialien und der Gewässergröße
Förderinstrumente
Synergetisch wirksame Maßnahmen im Rahmen der GH/2018 möglich (Punkt 2.1)
Zuständigkeit
Siehe § 40 WHG (Unterhaltung) oder § 68 WHG (Ausbau) bzw. § 32 SächsWG
Weitere Akteure/Stakeholder
Betroffene, Anlieger, angrenzende Nutzungen
Umsetzungschancen
Im Rahmen der Gewässerunterhaltung (Plangenehmigung): kurzfristig; Gewässerausbau (Planfeststellung): mittelfristig

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
5
BW1 Austausch von Sohlbefestigungen
Gewässername
Beispielgewässer 1
Beispielgewässer 2
Beispielgewässer 3
Stationierung/Lage/Adresse
Bauweise
Zustand
Grund
Dimensionierung
Zuständigkeit
Kostenschätzung
Erwarteter Nutzen
Fördermöglichkeiten
Priorität
Status
In Planung
In Bau
fertiggestellt
Bemerkungen
Praxisbeispiel
Sicherung der Gewässersohle der Řasnice mit Massivverbau im Stadtgebiet von Frýdlant (Foto: Garack 2020)

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
6
Nr.
Maßnahmentyp
Beschreibung
BW2
Austausch von
Uferbefestigungen
Ersetzen einer gering widerstandsfähigen Bauweise durch eine widerstandsfähigere Bauweise.
Der Uferverbau (Bsp. Beton/Mauerwerk, Steinschüttung) als anthropogen errichtete
Befestigung des Ufers zur Sicherung vor Erosion sollte dementsprechend nur in besonders
beanspruchten Bereichen errichtet werden (z. B. aufgrund angrenzender Nutzungen).
Kategorie:
Maßnahmen an Bauweisen und baulichen Anlagen im Gewässerbett
Wirkungsweise/Nutzen
Erhöhung der Widerstandsfähigkeit, Gewährleistung des schadlosen Abflusses bei steigenden Wasserständen und der damit
verbundenen Erhöhung der hydraulischen Belastungen im Uferbereich. Bei Art und Ausführung der Bauweise ist auf eine
fachgerechte Einbindung der Bauweisen in die Umgebung bzw. angrenzende Nutzungen zu achten. Vorteil: z. T. extrem hohe
Widerstandsfähigkeit, Nachteil: besonders glatte Bauweisen erhöhen die Fließgeschwindigkeit selbst und können zu Turbulenzen
in angrenzenden Fließgewässerabschnitten führen und Schadensprozesse initiieren.
Gesetze & Richtlinien
Wassergesetzgebung
Naturschutzgesetzgebung
Baugesetzgebung
§ 39; §§ 67-70 WHG, OGewV
Abstimmungsbedarf gegeben
ROG, BauGB
Übergeordnete Maßnahmenart
EU-Maßnahmenart HWRM
LAWA-BLANO-Maßnahmenkatalog
Sonstige
Abflussregulierungen und morphologische
Veränderungen: Morphologie
Möglicher Konflikt mit M70, M72 WRRL/OW
Klimaanpassungskonzepte
Konflikte/Synergien
EU-Wasserrahmenrichtlinie, Wassergesetze
Naturschutzgesetzgebung, LANUV-NRW
Sonstige
§ 27, § 67 WHG
§ 14, § 21, § 61 BNatSchG, UFS_02
Denkmalschutz/Freiraumgestaltung
Kosten
Abbruch ca. 40 - 50 €/m², Herstellung ca. 50 - 100 €/m
2
in Abhängigkeit der verwendeten Materialien und der Gewässergröße
Förderinstrumente
Synergetisch wirksame Maßnahmen im Rahmen der GH/2018 möglich (Punkt 2.1)
Zuständigkeit
Siehe § 40 WHG (Unterhaltung) oder § 68 WHG (Ausbau) bzw. § 32 SächsWG
Weitere Akteure/Stakeholder
Betroffene, Anlieger, angrenzende Nutzungen
Umsetzungschancen
Im Rahmen der Gewässerunterhaltung (Plangenehmigung): kurzfristig; Gewässerausbau (Planfeststellung): mittelfristig

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
7
BW2 Austausch von Uferbefestigungen
Gewässername
Beispielgewässer 1
Beispielgewässer 2
Beispielgewässer 3
Stationierung/Lage/Adresse
Bauweise
Zustand
Grund
Dimensionierung
Zuständigkeit
Kostenschätzung
Erwarteter Nutzen
Fördermöglichkeiten
Priorität
Status
In Planung
In Bau
fertiggestellt
Bemerkungen
Praxisbeispiel
Rasengittersteine stellen keine widerstandsfähige Bauweise zur Böschungssicherung dar, eine Alternative zur Integration des Gehölzbestandes
wäre beispielsweise ein Steinsatz. (Bild:
https://www.lebendigealster.de/2017/06/02/uferverbau/)

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
8
Nr.
Maßnahmentyp
Beschreibung
BW3
Erneuerung
Sohlbefestigung
Wiederherstellung einer beschädigten widerstandsfähigen Sohlbefestigung zum Schutz der
bestehenden Bauweise vor weiterer Beschädigung und Eintiefung. Dimensionierung und
Auswahl von Bauweise und Material sind anhand der vorherrschenden hydraulischen Belastung
auszuführen.
Kategorie:
Maßnahmen an Bauweisen und baulichen Anlagen im Gewässerbett
Wirkungsweise/Nutzen
Deutliche Verbesserung der Widerstandsfähigkeit durch Herstellung einer einwandfreien Bauweise nach aktuellem Stand der
Technik. Um Schadensprozesse zu vermeiden ist auf eine fachgerechte Einbindung der Bauweisen in die Umgebung bzw.
angrenzende Nutzungen zu achten. Im Unterschied zur teilweisen Verbesserung des baulichen Zustands wird hier die komplette
Bauweise grundlegend erneuert.
Gesetze & Richtlinien
Wassergesetzgebung
Naturschutzgesetzgebung
Baugesetzgebung
§ 39; §§ 67-70 WHG, OGewV
Abstimmungsbedarf gegeben
ROG, BauGB
Übergeordnete Maßnahmenart
EU-Maßnahmenart HWRM
LAWA-BLANO-Maßnahmenkatalog
Sonstige
Abflussregulierungen und morphologische
Veränderungen: Morphologie
Möglicher Konflikt mit M72 WRRL/OW
Klimaanpassungskonzepte
Konflikte/Synergien
EU-Wasserrahmenrichtlinie, Wassergesetze
LANUV-NRW
Sonstige
§ 27, § 67 WHG
Möglicher Konflikt mit SHS_02
Denkmalschutz/Freiraumgestaltung
Kosten
Fallspezifisch je nach verwendeten Materialien und Schadensausmaß
Förderinstrumente
Synergetisch wirksame Maßnahmen im Rahmen der GH/2018 möglich (Punkt 2.1)
Zuständigkeit
Siehe § 40 WHG (Unterhaltung) oder § 68 WHG (Ausbau) bzw. § 32 SächsWG
Weitere Akteure/Stakeholder
Betroffene, Anlieger, angrenzende Nutzungen
Umsetzungschancen
Im Rahmen der Gewässerunterhaltung (Plangenehmigung): kurzfristig; Gewässerausbau (Planfeststellung): mittelfristig

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
9
BW3 Erneuerung Sohlbefestigung
Gewässername
Beispielgewässer 1
Beispielgewässer 2
Beispielgewässer 3
Stationierung/Lage/Adresse
Bauweise
Zustand
Grund
Dimensionierung
Zuständigkeit
Kostenschätzung
Erwarteter Nutzen
Fördermöglichkeiten
Priorität
Status
In Planung
In Bau
fertiggestellt
Bemerkungen
Praxisbeispiel
Erneuerung einer Sohlbefestigung mit pendelnder Niedrigwasserrinne durch Sohlriegel (Quelle: Landesanstalt für Umwelt, Messungen und
Naturschutz Baden-Württemberg 2015)

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
10
Nr.
Maßnahmentyp
Beschreibung
BW4
Neubau
Sohlbefestigung
Herstellung einer notwendigen Sicherungsbauweise an der Gewässersohle zur Erhöhung der
Widerstandsfähigkeit und zur Sicherung des schadlosen Abflusses. Der Sohlverbau (Bsp.
Massivsohle, Steinschüttung) als anthropogen errichtetes Sohlendeckwerk ist nur in besonders
beanspruchten Bereichen herzustellen (z. B. aufgrund angrenzender Nutzungen).
Kategorie:
Maßnahmen an Bauweisen und baulichen Anlagen im Gewässerbett
Wirkungsweise/Nutzen
Erhöhung der Widerstandsfähigkeit, Gewährleistung des schadlosen Abflusses bei steigenden Wasserständen und der damit
verbundenen Erhöhung der hydraulischen Belastungen im Uferbereich. Die Entscheidung zur Art und Ausführung der Bauweise
ist fallspezifisch zu treffen. Dabei ist auf eine fachgerechte Einbindung der Bauweisen in die Umgebung bzw. angrenzende
Nutzungen zu achten. Vorteil: z. T. extrem hohe Widerstandsfähigkeit, Nachteil: besonders glatte Bauweisen erhöhen die
Fließgeschwindigkeit selbst und können zu Turbulenzen in angrenzenden Fließgewässerabschnitten führen und
Schadensprozesse initiieren.
Gesetze & Richtlinien
Wassergesetzgebung
Naturschutzgesetzgebung
Baugesetzgebung
§ 39; §§ 67-70 WHG, OGewV
-
ROG, BauGB
Übergeordnete Maßnahmenart
EU-Maßnahmenart HWRM
LAWA-BLANO-Maßnahmenkatalog
Sonstige
Abflussregulierungen und morphologische
Veränderungen: Morphologie
Möglicher Konflikt mit M70, M71, M72
WRRL/OW
-
Konflikte/Synergien
EU-Wasserrahmenrichtlinie, Wassergesetze
Naturschutzgesetzgebung, LANUV-NRW
Sonstige
§ 27, § 67 WHG
§ 14, § 21, § 61 BNatSchG, SHS_02
Denkmalschutz/Freiraumgestaltung
Kosten
Herstellung ca. 50-100 €/m
2
, in Abhängigkeit der verwendeten Materialien und der Gewässergröße
Förderinstrumente
Synergetisch wirksame Maßnahmen im Rahmen der GH/2018 möglich (Punkt 2.1)
Zuständigkeit
i.d.R. § 68 WHG (Ausbau) (bzw. § 32 SächsWG)
Weitere Akteure/Stakeholder
Betroffene, Anlieger, angrenzende Nutzungen
Umsetzungschancen
Im Rahmen der Gewässerunterhaltung (Plangenehmigung): kurzfristig; Gewässerausbau (Planfeststellung): mittelfristig

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
11
BW4 Neubau Sohlbefestigung
Gewässername
Beispielgewässer 1
Beispielgewässer 2
Beispielgewässer 3
Stationierung/Lage/Adresse
Bauweise
Zustand
Grund
Dimensionierung
Zuständigkeit
Kostenschätzung
Erwarteter Nutzen
Fördermöglichkeiten
Priorität
Status
In Planung
In Bau
fertiggestellt
Bemerkungen
Praxisbeispiel
Wiederaufbau Braunsbach (Quelle:
https://www.leonhard-weiss.de/de/portfolio/strassenbau/gewaesserbau.html)

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
12
Nr.
Maßnahmentyp
Beschreibung
BW5
Ersatzloser
Rückbau
Sohlbefestigung
Entfernung (Abbruch) beschädigter bzw. hochwassersensibler Sohlbefestigungen zur
Verringerung des Schadenspotenzials.
Wirkungsweise/Nutzen
Entfernung von Bauweisen, die bei Beschädigung vermeidbare Kosten verursachen. Freilegung des natürlichen Substrats und
Ermöglichung der Laufentwicklung. Der Rückbau führt insgesamt zu einer nachhaltigen Kostensenkung (v. a. Unterhaltung) sowie
zur Struktur- und Habitatverbesserung. Entsprechende Vorhaben müssen immer die vorherrschenden Strömungsverhältnisse
Ober- und Unterstrom der Maßnahme berücksichtigen, um neue hydraulische Überlastungssituationen zu vermeiden.
Gesetze & Richtlinien
Wassergesetzgebung
Naturschutzgesetzgebung
Baugesetzgebung
§ 39; §§ 67-70 WHG, OGewV
§ 1 (3) Nr. 3; § 61 BNatSchG
ROG, BauGB
Übergeordnete Maßnahmenart
EU-Maßnahmenart HWRM
LAWA-BLANO-Maßnahmenkatalog
Sonstige
Vermeidung: Entfernung oder Verlegung
M70 WRRL/OW; M305 HWRM-RL
-
Konflikte/Synergien
EU-Wasserrahmenrichtlinie
LANUV-NRW
Sonstige
Verbesserungsgebot
SHS_04
-
Kosten
Abbruch ca. 40 - 50 €/m²
Förderinstrumente
Synergetisch wirksame Maßnahmen im Rahmen der GH/2018 möglich (Punkt 2.1)
Zuständigkeit
Siehe § 40 WHG (Unterhaltung) oder § 68 WHG (Ausbau) bzw. § 32 SächsWG
Weitere Akteure/Stakeholder
Betroffene, Anlieger, angrenzende Nutzungen
Umsetzungschancen
Im Rahmen der Gewässerunterhaltung (Plangenehmigung): kurzfristig

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
13
BW5 Ersatzloser Rückbau Sohlbefestigung
Gewässername
Beispielgewässer 1
Beispielgewässer 2
Beispielgewässer 3
Stationierung/Lage/Adresse
Bauweise
Zustand
Grund
Dimensionierung
Zuständigkeit
Kostenschätzung
Erwarteter Nutzen
Fördermöglichkeiten
Priorität
Status
In Planung
In Bau
fertiggestellt
Bemerkungen
Praxisbeispiel
Entnahme des Sohlverbaus (Quelle:
https://www.lpv.de/fileadmin/user_upload/data_files/Veranstaltungen/2012/WRRL-
Qualifizierung_2012/Baden-W%C3%BCrttemberg/3_Doebbelt-Gruene_Ma%C3%9Fnahmen_Gew%C3%A4sser.pdf)

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
14
Nr.
Maßnahmentyp
Beschreibung
BW6
Naturnahe
Sohlsicherung
Herstellung einer naturnahen Sicherungsbauweise an der Gewässersohle (z. B.
Steinschüttung/Sohlriegel). Die Sohle sollte dabei so gestaltet werden, dass auch in
Niedrigwasserphasen eine Mindestwassertiefe gewährleistet werden kann
(Niedrigwasserrinne).
Kategorie:
Maßnahmen an Bauweisen und baulichen Anlagen im Gewässerbett
Wirkungsweise/Nutzen
Unterstützung und Entwicklung der natürlichen Widerstandsfähigkeit von Fließgewässersohlen durch die Erhöhung des
Fließwiderstandes und damit Regulierung der Fließgeschwindigkeit. Naturnahe Sohlsicherungen können u. a. das naturgemäße
Abflussregime begünstigen sowie durch Differenzierung der Strömungsverhältnisse und Verbesserung der Sohlstruktur und
Substratdiversität wertvolle Habitate etablieren.
Gesetze & Richtlinien
Wassergesetzgebung
Naturschutzgesetzgebung
Baugesetzgebung
§ 39; §§ 67-70 WHG, OGewV
§ 1 (3) Nr. 3; § 61 BNatSchG
ROG, BauGB
Übergeordnete Maßnahmenart
EU-Maßnahmenart HWRM
LAWA-BLANO-Maßnahmenkatalog
Sonstige
Abflussregulierungen und morphologische
Veränderungen: Morphologie
M70 WRRL/OW
-
Konflikte/Synergien
EU-Wasserrahmenrichtlinie
LANUV-NRW
Sonstige
§ 27, § 67 WHG
SHS_03
Denkmalschutz/Freiraumgestaltung
Kosten
Herstellung ca. 50 - 100 €/m
2
, in Abhängigkeit vom Maßnahmenumfang (punktuell oder flächig), der verwendeten Materialien und der
Gewässergröße
Förderinstrumente
Synergetisch wirksame Maßnahmen im Rahmen der GH/2018 möglich (Punkt 2.1)
Zuständigkeit
Siehe § 40 WHG (Unterhaltung) oder § 68 WHG (Ausbau) bzw. § 32 SächsWG
Weitere Akteure/Stakeholder
Betroffene, Anlieger, angrenzende Nutzungen
Umsetzungschancen
Im Rahmen der Gewässerunterhaltung (Plangenehmigung): kurzfristig; Gewässerausbau (Planfeststellung): mittelfristig

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
15
BW6 Naturnahe Sohlsicherung
Gewässername
Beispielgewässer 1
Beispielgewässer 2
Beispielgewässer 3
Stationierung/Lage/Adresse
Bauweise
Zustand
Grund
Dimensionierung
Zuständigkeit
Kostenschätzung
Erwarteter Nutzen
Fördermöglichkeiten
Priorität
Status
In Planung
In Bau
fertiggestellt
Bemerkungen
Praxisbeispiel
Einbau von Sohlriegeln und Steinschüttung (Quelle: gewaesserbau.eu)

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
16
Nr.
Maßnahmentyp
Beschreibung
BW7
Erneuerung
Uferbefestigung
Wiederherstellung einer beschädigten widerstandsfähigen Uferbefestigung aufgrund
unzureichendem Schutz der bestehenden Bauweise vor weiterer Beschädigung und Erosion.
Dimensionierung und Auswahl von Bauweise und Material sind anhand der vorherrschenden
hydraulischen Belastung auszuführen.
Kategorie:
Maßnahmen an Bauweisen und baulichen Anlagen im Gewässerbett
Wirkungsweise/Nutzen
Deutliche Verbesserung der Widerstandsfähigkeit durch Herstellung einer einwandfreien Bauweise nach aktuellem Stand der
Technik. Um Schadensprozesse zu vermeiden ist auf eine fachgerechte Einbindung der Bauweisen in die Umgebung bzw.
angrenzende Nutzungen zu achten. Im Unterschied zur teilweisen Verbesserung des baulichen Zustands wird hier die komplette
Bauweise grundlegend erneuert.
Gesetze & Richtlinien
Wassergesetzgebung
Naturschutzgesetzgebung
Baugesetzgebung
§ 39; §§ 67-70 WHG, OGewV
-
ROG, BauGB
Übergeordnete Maßnahmenart
EU-Maßnahmenart HWRM
LAWA-BLANO-Maßnahmenkatalog
Sonstige
Abflussregulierungen und morphologische
Veränderungen: Morphologie
Möglicher Konflikt mit M70, M72 WRRL/OW
Klimaanpassungskonzepte
Konflikte/Synergien
EU-Wasserrahmenrichtlinie
LANUV-NRW
Sonstige
§ 27, § 67 WHG
§ 1 (3) Nr. 3; § 61 BNatSchG, UFS_02
Denkmalschutz/Freiraumgestaltung
Kosten
Abbruch ca. 40 - 50 €/m², Herstellung ca. 50 - 100 €/m
2
, in Abhängigkeit der verwendeten Materialien und der Gewässergröße
Förderinstrumente
Synergetisch wirksame Maßnahmen im Rahmen der GH/2018 möglich (Punkt 2.1)
Zuständigkeit
Siehe § 40 WHG (Unterhaltung) oder § 68 WHG (Ausbau) (bzw. § 32 SächsWG)
Weitere Akteure/Stakeholder
Betroffene, Anlieger, angrenzende Nutzungen
Umsetzungschancen
Im Rahmen der Gewässerunterhaltung (Plangenehmigung): kurzfristig; Gewässerausbau (Planfeststellung): mittelfristig

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
17
BW7 Erneuerung Uferbefestigung
Gewässername
Beispielgewässer 1
Beispielgewässer 2
Beispielgewässer 3
Stationierung/Lage/Adresse
Bauweise
Zustand
Grund
Dimensionierung
Zuständigkeit
Kostenschätzung
Erwarteter Nutzen
Fördermöglichkeiten
Priorität
Status
In Planung
In Bau
fertiggestellt
Bemerkungen
Praxisbeispiel
Wiederaufbau nach Flutkatastrophe bei Orlach (Quelle:
https://www.leonhard-weiss.de/de/portfolio/strassenbau/gewaesserbau.html)

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
18
Nr.
Maßnahmentyp
Beschreibung
BW8
Neubau
Uferbefestigung
Herstellung einer Sicherungsbauweise im Uferbereich zur Erhöhung der Widerstandsfähigkeit
und zur Sicherung des schadlosen Abflusses. Der Uferverbau (Bsp. Beton/Mauerwerk,
Steinschüttung) als anthropogen errichtete Befestigung des Ufers zur Sicherung vor Erosion
sollte dementsprechend nur in besonders beanspruchten Bereichen errichtet werden (z. B.
aufgrund angrenzender Nutzungen).
Kategorie:
Maßnahmen an Bauweisen und baulichen Anlagen im Gewässerbett
Wirkungsweise/Nutzen
Erhöhung der Widerstandsfähigkeit, Gewährleistung des schadlosen Abflusses bei steigenden Wasserständen und der damit
verbundenen Erhöhung der hydraulischen Belastungen im Uferbereich. Bei Art und Ausführung der Bauweise ist auf eine
fachgerechte Einbindung der Bauweisen in die Umgebung bzw. angrenzende Nutzungen zu achten.
Vorteil: z. T. extrem hohe
Widerstandsfähigkeit, Nachteil: besonders glatte Bauweisen erhöhen die Fließgeschwindigkeit selbst und können zu Turbulenzen
in angrenzenden Fließgewässerabschnitten führen und Schadensprozesse initiieren.
Gesetze & Richtlinien
Wassergesetzgebung
Naturschutzgesetzgebung
Baugesetzgebung
§ 39; §§ 67-70 WHG, OGewV
-
ROG, BauGB
Übergeordnete Maßnahmenart
EU-Maßnahmenart HWRM
LAWA-BLANO-Maßnahmenkatalog
Sonstige
Abflussregulierungen und morphologische
Veränderungen: Morphologie
Möglicher Konflikt mit M70, M72 WRRL/OW
Klimaanpassungskonzepte
Konflikte/Synergien
EU-Wasserrahmenrichtlinie, Wassergesetze
LANUV-NRW
Sonstige
§ 27, § 67 WHG
§ 14, § 21, § 61 BNatSchG, UFS_02
Denkmalschutz/Freiraumgestaltung
Kosten
Herstellung ca. 50 - 100 €/m
2
, in Abhängigkeit der verwendeten Materialien und der Gewässergröße
Förderinstrumente
Synergetisch wirksame Maßnahmen im Rahmen der GH/2018 möglich (Punkt 2.1)
Zuständigkeit
Siehe § 40 WHG (Unterhaltung) oder § 68 WHG (Ausbau) bzw. § 32 SächsWG
Weitere Akteure / Stakeholder
Betroffene, Anlieger, angrenzende Nutzungen
Umsetzungschancen
Im Rahmen der Gewässerunterhaltung (Plangenehmigung): kurzfristig; Gewässerausbau (Planfeststellung): mittelfristig

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
19
BW8 Neubau Uferbefestigung
Gewässername
Beispielgewässer 1
Beispielgewässer 2
Beispielgewässer 3
Stationierung/Lage/Adresse
Bauweise
Zustand
Grund
Dimensionierung
Zuständigkeit
Kostenschätzung
Erwarteter Nutzen
Fördermöglichkeiten
Priorität
Status
In Planung
In Bau
fertiggestellt
Bemerkungen
Praxisbeispiel
Neubau Ufermauer am Beginn des offengelegten Bachabschnittes des Nöthnitzbaches (Quelle:
https://www.dresden.de/media/pdf/umwelt/ub_05_06_Anlage1.pdf
S. 49)

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
20
Nr.
Maßnahmentyp
Beschreibung
BW9
Naturnahe
Ufersicherung
Herstellung einer naturnahen Sicherungsbauweise im Uferbereich ggf. mit Hilfe
ingenieurbiologischer Bauweisen (bspw. Begrünter Steinsatz, Faschinen, Spreitlage). Naturnahe
Uferbauweisen erfüllen neben der Sicherungsfunktion (präventiver Hochwasserschutz)
zusätzlich Ziele der naturnahen Gewässerentwicklung.
Kategorie:
Maßnahmen an Bauweisen und baulichen Anlagen im Gewässerbett
Wirkungsweise/Nutzen
Unterstützung und Entwicklung der natürlichen Widerstandsfähigkeit von Fließgewässerufern durch die Erhöhung des
Fließwiderstandes und damit Regulierung der Fließgeschwindigkeit. Naturnahe Ufersicherungen können u. a. das naturgemäße
Abflussregime wiederherstellen sowie durch Differenzierung der Strömungsverhältnisse und Verbesserung der Uferstruktur
wertvolle Habitate etablieren.
Gesetze & Richtlinien
Wassergesetzgebung
Naturschutzgesetzgebung
Baugesetzgebung
§ 39; § 67 WHG
§ 1 (3) Nr. 3; § 61 BNatSchG
ROG, BauGB
Übergeordnete Maßnahmenart
EU-Maßnahmenart HWRM
LAWA-BLANO-Maßnahmenkatalog
Sonstige
Abflussregulierungen und morphologische
Veränderungen: Morphologie
M70 WRRL/OW
Klimaanpassungskonzepte
Konflikte/Synergien
EU-Wasserrahmenrichtlinie
LANUV-NRW
Sonstige
Verbesserungsgebot (guter ökol. Zustand)
UFS_03
Denkmalschutz/Freiraumgestaltung
Kosten
Faschine 14 - 50 €/lfm, Spreitlage 30 - 80 €/lfm, Raubaum 50 - 250 €/Stk, Steinbuhnen 250 - 1.000 €/Stk, Böschungsschutzmatte 3 - 10 €/m²
[2]
Förderinstrumente
Synergetisch wirksame Maßnahmen im Rahmen der GH/2018 möglich (Punkt 2.1)
Zuständigkeit
Siehe § 40 WHG (Unterhaltung) oder § 68 WHG (Ausbau) bzw. § 32 SächsWG
Weitere Akteure/Stakeholder
Betroffene, Anlieger, angrenzende Nutzungen
Umsetzungschancen
Im Rahmen der Gewässerunterhaltung (Plangenehmigung): kurzfristig; Gewässerausbau (Planfeststellung): mittelfristig

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
21
BW9 Naturnahe Ufersicherung
Gewässername
Beispielgewässer 1
Beispielgewässer 2
Beispielgewässer 3
Stationierung/Lage/Adresse
Bauweise
Zustand
Grund
Dimensionierung
Zuständigkeit
Kostenschätzung
Erwarteter Nutzen
Fördermöglichkeiten
Priorität
Status
In Planung
In Bau
fertiggestellt
Bemerkungen
Praxisbeispiel
Abb. links: Einbau von Weidenspreitlagen; Abb. rechts: Ineinander verzahnte Wurzelstöcke (Quelle:
https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/publikation/long/3747.pdf)

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
22
Nr.
Maßnahmentyp
Beschreibung
BW10
Ersatzloser
Rückbau
Uferbefestigung
Entfernung (Abbruch) beschädigter bzw. hochwassersensibler Uferbefestigungen zur
Verringerung des Schadenspotenzials. Bei der Entfernung der Uferbefestigung ist auf einen
ausreichenden angrenzenden Randstreifen zu achten, da die Eigenentwicklung des Gewässers
angeregt wird.
Kategorie:
Maßnahmen an Bauweisen und baulichen Anlagen im Gewässerbett
Wirkungsweise/Nutzen
Entfernung von Bauweisen, die bei Beschädigung vermeidbare Kosten verursachen. Freilegung der natürlichen Uferstruktur
(dient als Lebensraum) und Ermöglichung der Laufentwicklung. Der Rückbau führt insgesamt zu einer nachhaltigen
Kostensenkung (v.a. Unterhaltung) sowie zur Struktur- und Habitatverbesserung. Entsprechende Vorhaben müssen immer die
vorherrschenden Strömungsverhältnisse Ober- und Unterstrom der Maßnahme berücksichtigen, um neue hydraulische
Überlastungssituationen zu vermeiden.
Gesetze & Richtlinien
Wassergesetzgebung
Naturschutzgesetzgebung
Baugesetzgebung
§ 39; §§ 67-70 WHG, OGewV
§ 1 (3) Nr. 3; § 61 BNatSchG
ROG, BauGB
Übergeordnete Maßnahmenart
EU-Maßnahmenart HWRM
LAWA-BLANO-Maßnahmenkatalog
Sonstige
Vermeidung: Entfernung oder Verlegung
M70 WRRL/OW; M305 HWRM-RL
-
Konflikte/Synergien
EU-Wasserrahmenrichtlinie
LANUV-NRW
Sonstige
Verbesserungsgebot (guter ökol. Zustand)
UFS_04
-
Kosten
a) 110 - 135 €/m³ (Ø 122,50 €/m³) b) 3,65 €/m² [3]
Förderinstrumente
Synergetisch wirksame Maßnahmen im Rahmen der GH/2018 möglich (Punkt 2.1)
Zuständigkeit
Siehe § 40 WHG (Unterhaltung) oder § 68 WHG (Ausbau) bzw. § 32 SächsWG
Weitere Akteure/Stakeholder
Betroffene, Anlieger, angrenzende Nutzungen
Umsetzungschancen
Im Rahmen der Gewässerunterhaltung (Plangenehmigung): kurzfristig

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
23
BW10 Ersatzloser Rückbau Uferbefestigung
Gewässername
Beispielgewässer 1
Beispielgewässer 2
Beispielgewässer 3
Stationierung/Lage/Adresse
Bauweise
Zustand
Grund
Dimensionierung
Zuständigkeit
Kostenschätzung
Erwarteter Nutzen
Fördermöglichkeiten
Priorität
Status
In Planung
In Bau
fertiggestellt
Bemerkungen
Praxisbeispiel
Entnahme des Uferverbaus (Quelle:
https://www.lpv.de/fileadmin/user_upload/data_files/Veranstaltungen/2012/WRRL-
Qualifizierung_2012/Baden-W%C3%BCrttemberg/3_Doebbelt-Gruene_Ma%C3%9Fnahmen_Gew%C3%A4sser.pdf)

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
24
Nr.
Maßnahmentyp
Beschreibung
BW11
Sohlanhebung
Reduzierung hydraulischer Belastungen durch Wiederherstellung naturnaher
Strömungsverhältnisse im Längs- und Querprofil. Umgestaltung unnatürlich tief
eingeschnittener Querprofile durch Aufweitung, Abflachung und Verbreiterung. Bei der
Umsetzung ist die Fließgewässertyp-spezifische potenzielle natürliche Sohlbreite zu
berücksichtigen, die von der Ausbausohlbreite zu unterscheiden ist.
Kategorie:
Maßnahmen an Bauweisen und baulichen Anlagen im Gewässerbett
Wirkungsweise/Nutzen
Vermeidung von Schadensmechanismen durch Reduzierung der Fließgeschwindigkeit, Synergien zum Wasserhaushalt: Häufigere
Überflutung der Aue durch Wiederherstellung einer gewässertypischen hydrologischen Wiedervernetzung von Gewässer und
Aue. Förderung der Wiedervernässung und Verbesserung der Grundwasserverhältnisse.
Gesetze & Richtlinien
Wassergesetzgebung
Naturschutzgesetzgebung
Baugesetzgebung
§ 39; §§ 67-70 WHG, OGewV
§ 1 (3) Nr. 3; § 61 BNatSchG
ROG, BauGB
Übergeordnete Maßnahmenart
EU-Maßnahmenart HWRM
LAWA-BLANO-Maßnahmenkatalog
Sonstige
Abflussregulierungen und morphologische
Veränderungen: Morphologie
Möglicher Konflikt mit M70, M71, M72
WRRL/OW
-
Konflikte/Synergien
EU-Wasserrahmenrichtlinie, Wassergesetze
Naturschutzgesetzgebung, LANUV-NRW
Sonstige
§ 27, § 67 WHG
§ 14, § 21, § 61 BNatSchG, SHL_01
Denkmalschutz/Freiraumgestaltung
Kosten
Bodenaushub 5 - 10 €/m³ und Bodeneinbau ca. 10 - 30 €/m³, je nach örtlichen Verhältnissen und Bodenzusammensetzung, Herstellung
fallspezifisch
Förderinstrumente
Synergetisch wirksame Maßnahmen im Rahmen der GH/2018 möglich (Punkt 2.1)
Zuständigkeit
Siehe § 40 WHG (Unterhaltung) oder § 68 WHG (Ausbau) bzw. § 32 SächsWG
Weitere Akteure/Stakeholder
Betroffene, Anlieger, angrenzende Nutzungen
Umsetzungschancen
Im Rahmen der Gewässerunterhaltung (Plangenehmigung): kurzfristig; Gewässerausbau (Planfeststellung): mittelfristig

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
25
BW11 Sohlanhebung
Gewässername
Beispielgewässer 1
Beispielgewässer 2
Beispielgewässer 3
Stationierung/Lage/Adresse
Bauweise
Zustand
Grund
Dimensionierung
Zuständigkeit
Kostenschätzung
Erwarteter Nutzen
Fördermöglichkeiten
Priorität
Status
In Planung
In Bau
fertiggestellt
Bemerkungen
Praxisbeispiel
Abb. links: Sohlanhebung mittels Sohlrechen aus Eichenholz; Abb. rechts: Sohlanhebung mittels Fichtenstubben mit anschließender Schüttung
von Buntsandsteinen (Quelle:
https://www.lpv.de/fileadmin/user_upload/data_files/Veranstaltungen/2012/WRRL-Qualifizierung_2012/Baden-
W%C3%BCrttemberg/3_Doebbelt-Gruene_Ma%C3%9Fnahmen_Gew%C3%A4sser.pdf
)

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
26
Nr.
Maßnahmentyp
Beschreibung
BW12
Entfernung un-
erwünschter
Vegetation und
Neophyten an
Bauweisen
Vermeidung von Beschädigungen an Ufer- und Sohlbauweisen, die durch die sukzessive
Beschädigung des Bauweisengefüges hervorgerufen werden können. Neophyten verhindern
darüber hinaus eine natürliche Ufersicherung. Bei der Entfernung holziger
Vegetationsstrukturen sind teilweise einzelne Bestandteile der Bauweise wiederherzustellen.
Kategorie:
Maßnahmen an Bauweisen und baulichen Anlagen im Gewässerbett
Wirkungsweise/Nutzen
Die durch den Pflanzenaufwuchs verursachten Schäden, insbesondere an Uferbauweisen, werden vermieden bzw. gemindert.
Das Eintreten von Schadensprozessen bei Hochwasserereignissen wird minimiert. Diese Maßnahme ist vom bewussten Anlegen
ingenieurbiologischer Bauweisen zu unterscheiden, deren Aufbau und Ausführung von der Verzahnung technischer und
lebender Bauweisenbestandteile ausgeht. Eine mögliche Synergiewirkung, die durch Belassen krautiger Strukturen und
Gehölzaufwuchs entstehen kann, ist fallspezifisch zu beurteilen.
Gesetze & Richtlinien
Wassergesetzgebung
Naturschutzgesetzgebung
Baugesetzgebung
§§ 27-41 WHG
§ 1 Abs. 3 Nr. 3, § 40 BNatSchG
-
Übergeordnete Maßnahmenart
EU-Maßnahmenart HWRM
LAWA-BLANO-Maßnahmenkatalog
Sonstige
Abflussregulierungen und morphologische
Veränderungen: Morphologie
Möglicher Konflikt mit M79, M80 WRRL/OW
-
Konflikte/Synergien
EU-Wasserrahmenrichtlinie
Naturschutzgesetzgebung, LANUV-NRW
Sonstige
Vermeidung/ Reduzierung möglicher
Belastungen
§21 Abs. 5, § 39, BNatschG, GHZ_02
-
Kosten
Flächige Maßnahmen: 5 - 10 €/m
2
, Gehölze Roden 30 - 80 €/Stk., in Abhängigkeit des Stammdurchmessers
Förderinstrumente
Synergetisch wirksame Maßnahmen im Rahmen der GH/2018 möglich (Punkt 2.1), siehe auch Gewässerunterhaltungsunterstützungsgesetz
Sachsen
Zuständigkeit
i.d.R. § 40 WHG (Unterhaltung) bzw. § 32 SächsWG
Weitere Akteure/Stakeholder
Betroffene, Anlieger, angrenzende Nutzungen
Umsetzungschancen
Im Rahmen der Gewässerunterhaltung (Plangenehmigung): kurzfristig

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
27
BW12 Entfernung unerwünschter Vegetation und Neophyten an Bauweisen
Gewässername
Beispielgewässer 1
Beispielgewässer 2
Beispielgewässer 3
Stationierung/Lage/Adresse
Bauweise
Zustand
Grund
Dimensionierung
Zuständigkeit
Kostenschätzung
Erwarteter Nutzen
Fördermöglichkeiten
Priorität
Status
In Planung
In Bau
fertiggestellt
Bemerkungen
Praxisbeispiel
Abb. links: Aushubarbeiten an Steirischen Fließgewässern; Abb. rechts: Regelmäßige Mahd am Schwarzaubach (Quelle:
http://www.wasserwirtschaft.steiermark.at/cms/beitrag/12323711/4579595/)

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
28
Nr.
Maßnahmentyp
Beschreibung
Z1
Instandsetzung
Sohlbefestigung
Punktuelle Schadensbeseitigung/Restauration/Ausbesserung an Sohlbauweisen zur Behebung
von Schadstellen. Wiederherstellung der ursprünglichen Widerstandsfähigkeit sowie der
hydraulischen Leistungsfähigkeit.
Kategorie:
Maßnahmen an Bauweisen und baulichen Anlagen im Gewässerbett
Wirkungsweise/Nutzen
Verbesserung des Abflussverhaltens durch Wiederherstellung und Erosionssicherung der Gewässersohle, Sicherung des
schadlosen Abflusses durch Verringerung von Strömungsturbulenzen an Schadstellen und der damit verbundenen
Schadensprozesse.
Gesetze & Richtlinien
Wassergesetzgebung
Naturschutzgesetzgebung
Baugesetzgebung
§ 39; §§ 67-70 WHG, OGewV
§ 1 (3) Nr. 3; § 61 BNatSchG
ROG, BauGB
Übergeordnete Maßnahmenart
EU-Maßnahmenart HWRM
LAWA-BLANO-Maßnahmenkatalog
Sonstige
Abflussregulierungen und morphologische
Veränderungen: Morphologie
M70 WRRL/OW
-
Konflikte/Synergien
EU-Wasserrahmenrichtlinie
LANUV-NRW
Sonstige
Möglicher Konflikt mit Verschlechterungsverbot
Möglicher Konflikt mit SHS_01, SHS_03
Denkmalschutz/Freiraumgestaltung
Kosten
Herstellung ca. 50 - 100 €/m
2
, in Abhängigkeit von Zustand und Maßnahmenumfang
Förderinstrumente
Synergetisch wirksame Maßnahmen im Rahmen der GH/2018 möglich (Punkt 2.4)
Zuständigkeit
i.d.R. § 40 WHG (Unterhaltung) (bzw. § 32 SächsWG)
Weitere Akteure/Stakeholder
Betroffene, Anlieger, angrenzende Nutzungen
Umsetzungschancen
Im Rahmen der Gewässerunterhaltung (Plangenehmigung): kurzfristig

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
29
Z1 Instandsetzung Sohlbefestigung
Gewässername
Beispielgewässer 1
Beispielgewässer 2
Beispielgewässer 3
Stationierung/Lage/Adresse
Bauweise
Zustand
Grund
Dimensionierung
Zuständigkeit
Kostenschätzung
Erwarteter Nutzen
Fördermöglichkeiten
Priorität
Status
In Planung
In Bau
fertiggestellt
Bemerkungen
Praxisbeispiel
Instandsetzung Großhartmannsdorfer Bach – Sohlbefestigung Pflaster (Quelle:
http://www.ibq.de/html/ibq_wasserbau_gewaesserausbau.html)

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
30
Nr.
Maßnahmentyp
Beschreibung
Z2
Instandsetzung
Uferböschung
Punktuelle Schadensbeseitigung/Restauration/Ausbesserung an Uferbauweisen zur Behebung
von Schadstellen. Wiederherstellung der ursprünglichen Widerstandsfähigkeit sowie der
hydraulischen Leistungsfähigkeit.
Kategorie:
Maßnahmen an Bauweisen und baulichen Anlagen im Gewässerbett
Wirkungsweise/Nutzen
Verbesserung des Abflussverhaltens durch Wiederherstellung und Erosionssicherung der Uferbereiche. Sicherung des
schadlosen Abflusses durch Verringerung von Strömungsturbulenzen an Schadstellen und der damit verbundenen
Schadensprozesse.
Gesetze & Richtlinien
Wassergesetzgebung
Naturschutzgesetzgebung
Baugesetzgebung
§ 39; §§ 67-70 WHG, OGewV
§ 1 (3) Nr. 3; § 61 BNatSchG
ROG, BauGB
Übergeordnete Maßnahmenart
EU-Maßnahmenart HWRM
LAWA-BLANO-Maßnahmenkatalog
Sonstige
Abflussregulierungen und morphologische
Veränderungen: Morphologie
M70 WRRL/OW
-
Konflikte/Synergien
EU-Wasserrahmenrichtlinie
LANUV-NRW
Sonstige
Möglicher Konflikt mit Verschlechterungsverbot
Möglicher Konflikt mit UFS_01, UFS_03
-
Kosten
Herstellung ca. 50 - 100 €/m
2
, in Abhängigkeit von Zustand und Maßnahmenumfang
Förderinstrumente
Synergetisch wirksame Maßnahmen im Rahmen der GH/2018 möglich (Punkt 2.4)
Zuständigkeit
i.d.R. § 40 WHG (Unterhaltung) (bzw. § 32 SächsWG)
Weitere Akteure/Stakeholder
Betroffene, Anlieger, angrenzende Nutzungen
Umsetzungschancen
Im Rahmen der Gewässerunterhaltung (Plangenehmigung): kurzfristig

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
31
Z2 Instandsetzung Uferböschung
Gewässername
Beispielgewässer 1
Beispielgewässer 2
Beispielgewässer 3
Stationierung/Lage/Adresse
Bauweise
Zustand
Grund
Dimensionierung
Zuständigkeit
Kostenschätzung
Erwarteter Nutzen
Fördermöglichkeiten
Priorität
Status
In Planung
In Bau
fertiggestellt
Bemerkungen
Praxisbeispiel
Abb. links: Mit Wasserbausteinen gesicherte Uferböschung des Omsewitzer Grabens (Quelle:
https://www.dresden.de/media/pdf/umwelt/ub_05_06_Anlage1.pdf
S. 50); Abb. rechts: Instandsetzung Rodelandbach (Quelle:
https://www.aqua-saxonia.de/referenzen/wasserbau/referenz/gewaesserinstandsetzung-rodelandbach.html)

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
32
Nr.
Maßnahmentyp
Beschreibung
Z3
Instandsetzung
Ufermauer
Punktuelle Schadensbeseitigung/Restauration/Ausbesserung an der Bauweise zur Behebung
von Schadstellen. Wiederherstellung der ursprünglichen Widerstandsfähigkeit sowie der
hydraulischen Leistungsfähigkeit.
Kategorie:
Maßnahmen an Bauweisen und baulichen Anlagen im Gewässerbett
Wirkungsweise/Nutzen
Verbesserung des Abflussverhaltens durch Wiederherstellung und Erosionssicherung an Ufermauern mit erhöhten statischen
Ansprüchen. Sicherung des schadlosen Abflusses durch Verringerung von Strömungsturbulenzen an Schadstellen und der damit
verbundenen Schadensprozesse.
Gesetze & Richtlinien
Wassergesetzgebung
Naturschutzgesetzgebung
Baugesetzgebung
§ 39; §§ 67-70 WHG, OGewV
§ 1 (3) Nr. 3; § 61 BNatSchG
ROG, BauGB
Übergeordnete Maßnahmenart
EU-Maßnahmenart HWRM
LAWA-BLANO-Maßnahmenkatalog
Sonstige
Abflussregulierungen und morphologische
Veränderungen: Morphologie
M70 WRRL/OW
-
Konflikte/Synergien
EU-Wasserrahmenrichtlinie
LANUV-NRW
Sonstige
Möglicher Konflikt mit Verschlechterungsverbot
Möglicher Konflikt mit UFS_01, UFS_03
-
Kosten
Herstellung ca. 50 - 100 €/m
2
, in Abhängigkeit von Zustand und Maßnahmenumfang
Förderinstrumente
Synergetisch wirksame Maßnahmen im Rahmen der GH/2018 möglich (Punkt 2.4)
Zuständigkeit
i. d. R. § 40 WHG (Unterhaltung) (bzw. § 32 SächsWG)
Weitere Akteure/Stakeholder
Betroffene, Anlieger, angrenzende Nutzungen
Umsetzungschancen
Im Rahmen der Gewässerunterhaltung (Plangenehmigung): kurzfristig

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
33
Z3 Instandsetzung Ufermauer
Gewässername
Beispielgewässer 1
Beispielgewässer 2
Beispielgewässer 3
Stationierung/Lage/Adresse
Bauweise
Zustand
Grund
Dimensionierung
Zuständigkeit
Kostenschätzung
Erwarteter Nutzen
Fördermöglichkeiten
Priorität
Status
In Planung
In Bau
fertiggestellt
Bemerkungen
Praxisbeispiel
Wiederhergestellte Ufermauer mit profilierter und gesicherter Böschung am Tännichtgrundbach (Quelle:
https://www.dresden.de/media/pdf/umwelt/ub_05_06_Anlage1.pdf
S. 66)

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
34
Nr.
Maßnahmentyp
Beschreibung
Z4
Instandsetzung
naturnahe Sohl-
und
Uferbefestigung
Punktuelle Schadensbeseitigung/Restauration/Ausbesserung an Sohle und Ufer, ggf. durch
ingenieurbiologische Bauweisen. Wiederherstellung der ursprünglichen Widerstandsfähigkeit
sowie der hydraulischen Leistungsfähigkeit, beispielsweise durch Nachpflanzung oder erneuten
Materialauftrag.
Kategorie:
Maßnahmen an Bauweisen und baulichen Anlagen im Gewässerbett
Wirkungsweise/Nutzen
Verbesserung des Abflussverhaltens durch naturnahe Wiederherstellung und Erosionssicherung der Sohle und des Ufers.
Sicherung des schadlosen Abflusses durch Ausbesserung von Schadstellen und Vermeidung von Schadensprozesse.
Gesetze & Richtlinien
Wassergesetzgebung
Naturschutzgesetzgebung
Baugesetzgebung
§ 39; § 67 WHG
§ 1 (3) Nr. 3; § 61 BNatSchG
ROG, BauGB
Übergeordnete Maßnahmenart
EU-Maßnahmenart HWRM
LAWA-BLANO-Maßnahmenkatalog
Sonstige
Abflussregulierungen und morphologische
Veränderungen: Morphologie
M70 WRRL/OW
Klimaanpassungskonzepte
Konflikte/Synergien
EU-Wasserrahmenrichtlinie
LANUV-NRW
Sonstige
Verbesserungsgebot (guter ökol. Zustand)
SHS_03, UFS_03
Denkmalschutz/Freiraumgestaltung
Kosten
Faschine 14 - 50 €/lfm, Spreitlage 30 - 80 €/lfm, Raubaum 50 - 250 €/Stk, Steinbuhnen 250 - 1.000 €/Stk, Böschungsschutzmatte 3 - 10 €/m²
[2]
Förderinstrumente
Synergetisch wirksame Maßnahmen im Rahmen der GH/2018 möglich (Punkt 2.4)
Zuständigkeit
i.d.R. § 40 WHG (Unterhaltung) (bzw. § 32 SächsWG)
Weitere Akteure/Stakeholder
Betroffene, Anlieger, angrenzende Nutzungen
Umsetzungschancen
Im Rahmen der Gewässerunterhaltung (Plangenehmigung): kurzfristig

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
35
Z4 Instandsetzung naturnahe Sohl- und Uferbefestigung
Gewässername
Beispielgewässer 1
Beispielgewässer 2
Beispielgewässer 3
Stationierung/Lage/Adresse
Bauweise
Zustand
Grund
Dimensionierung
Zuständigkeit
Kostenschätzung
Erwarteter Nutzen
Fördermöglichkeiten
Priorität
Status
In Planung
In Bau
fertiggestellt
Bemerkungen
Praxisbeispiel
Hochwasserschadensbeseitigung an der Zschonerbachmündung in Dresden – Herstellung eines naturnahen Gewässerverlaufes (Quelle:
https://www.ocs-online.eu/referenzen/264/hochwasserschadensbeseitigung-an-der-zschonerbachmuendung-in-die-elbe-in-dresden/)

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
36
Nr.
Maßnahmentyp
Beschreibung
V1
Verbot privater
Bauwerke
Verbot in Eigenregie hergestellter Bauwerke an Fließgewässern (bspw. in Form von Bauschutt,
Zäunen, Mauern, Treppen etc.).
Kategorie:
Maßnahmen an Bauweisen und baulichen Anlagen im Gewässerbett
Wirkungsweise/Nutzen
Vermeidung ungewollter hydraulischer Belastungssituationen bzw. wenig widerstandsfähiger Strukturen im Gewässerprofil, die
im Hochwasserfall Schadensprozesse initiieren. Vermeidung von Fließhindernissen, die im Hochwasserfall das Gerinne zusätzlich
einengen sowie Rückstau und Überströmung angrenzender Nutzungen hervorrufen können.
Gesetze & Richtlinien
Wassergesetzgebung
Naturschutzgesetzgebung
Baugesetzgebung
§ 38 Abs. 4 Satz 4 WHG, §24 SächsWG
§ 13, § 14 (1), § 15 (1) BNatSchG
ROG, BauGB
Übergeordnete Maßnahmenart
EU-Maßnahmenart HWRM
LAWA-BLANO-Maßnahmenkatalog
Sonstige
Abflussregulierungen und morphologische
Veränderungen
M85 WRRL/OW
Klimaanpassungskonzepte
Konflikte/Synergien
EU-Wasserrahmenrichtlinie
LANUV-NRW
Sonstige
Verschlechterungsverbot
ggf. SHS_03-06, UFS_03-04
Denkmalschutz/Freiraumgestaltung
Kosten
-
Förderinstrumente
-
Zuständigkeit
i. d. R. (Untere) Wasserbehörde (§ 93 (2) SächsWG), ggf. Bauaufsichtsbehörde
Weitere Akteure/Stakeholder
Betroffene, Anlieger, angrenzende Nutzungen
Umsetzungschancen
Kurz- bis langfristig, je nach rechtlichen Regelungserfordernissen

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
37
V1 Verbot privater Ergänzungsbauwerke
Gewässername
Beispielgewässer 1
Beispielgewässer 2
Beispielgewässer 3
Stationierung/Lage/Adresse
Bauweise
Zustand
Grund
Dimensionierung
Zuständigkeit
Kostenschätzung
Erwarteter Nutzen
Fördermöglichkeiten
Priorität
Status
Bemerkungen
Praxisbeispiel
Abb. links: Wilder Verbau (Foto: Garack 2018); Abb. rechts: Zugang/Treppen (Foto: Garack 2020)

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
38
Nr.
Maßnahmentyp
Beschreibung
V2
Verbot privater
Pflanzungen
Verbot und Entfernung in Eigenregie hergestellter nicht standortgerechter Vegetation an
Fließgewässern.
Kategorie:
Maßnahmen an Bauweisen und baulichen Anlagen im Gewässerbett
Wirkungsweise/Nutzen
Schutz vor nachteiligen Veränderungen des Gewässers in Bezug auf die Widerstandsfähigkeit von Ufern und dem
Gewässerumfeld, insbesondere hinsichtlich potenzieller Rückstau- und Erosionsprozesse durch die gegebene geringe
hydraulische Belastbarkeit.
Gesetze & Richtlinien
Wassergesetzgebung
Naturschutzgesetzgebung
Baugesetzgebung
§ 38 Abs. 4 Satz 2 WHG, § 24 SächsWG
§ 13, § 14 (1), § 15 (1) BNatSchG
-
Übergeordnete Maßnahmenart
EU-Maßnahmenart HWRM
LAWA-BLANO-Maßnahmenkatalog
Sonstige
Andere anthropogene Auswirkungen:
Eingeschleppte Spezies
ggf. M94 WRRL/OW
Klimaanpassungskonzepte
Konflikte/Synergien
EU-Wasserrahmenrichtlinie
LANUV-NRW
Sonstige
Verschlechterungsverbot
GHZ_02
Denkmalschutz/Freiraumgestaltung
Kosten
-
Förderinstrumente
-
Zuständigkeit
i. d. R. (Untere) Wasserbehörde, (untere) Naturschutzbehörde (§ 93 SächsWG), Flächeneigentümer
Weitere Akteure/Stakeholder
Kommunale Planung, Naturschutz
Umsetzungschancen
Kurz- bis langfristig

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
39
V2 Verbot privater Ergänzungspflanzungen
Gewässername
Beispielgewässer 1
Beispielgewässer 2
Beispielgewässer 3
Stationierung/Lage/Adresse
Bauweise
Zustand
Grund
Dimensionierung
Zuständigkeit
Kostenschätzung
Erwarteter Nutzen
Fördermöglichkeiten
Priorität
Status
Bemerkungen
Praxisbeispiel
Fehlende Zugänglichkeit zum Ufer, u. a. für Unterhaltungszwecke und Erosionsgefahr bei Hochwasser.
Quelle:
https://rp.baden-
wuerttemberg.de/rpt/Abt5/Ref56
/Netzwerk-
Naturschutz/Documents/nn_plen
um2017_bergmann_gewaesserra
ndstreifen.pdf
Folie
45

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
40
Nr.
Maßnahmentyp
Beschreibung
V3
Gewässer-
begehungen zur
Beurteilung des
Unterhaltungs-
zustandes
Regelmäßige Überprüfung des Unterhaltungszustandes von Fließgewässern zur
Hochwasserschadensvorsorge, insbesondere mit Hinblick auf Schäden, Vegetationsaufwuchs
und Verstößen gegen das geltende Wasserrecht.
Kategorie:
Maßnahmen an Bauweisen und baulichen Anlagen im Gewässerbett
Wirkungsweise/Nutzen
Erhaltung und Förderung des schadlosen Hochwasserabflusses im Gerinne. Schutz vor nachteiligen Veränderungen des
Gewässers, Dokumentation von Abflusshindernissen und in Eigenregie hergestellter Anlagen und Ablagerungen.
Gesetze & Richtlinien
Wassergesetzgebung
Naturschutzgesetzgebung
Baugesetzgebung
§ 93 SächsWG
§ 6 BNatSchG
-
Übergeordnete Maßnahmenart
EU-Maßnahmenart HWRM
LAWA-BLANO-Maßnahmenkatalog
Sonstige
Wiederherstellung/Regeneration und
Überprüfung: Sonstige
M328 HWRM-RL
-
Konflikte/Synergien
EU-Wasserrahmenrichtlinie
LANUV-NRW
Sonstige
Vermeidung/Reduzierung möglicher
Belastungen (Verschlechterungsverbot)
-
-
Kosten
Kosten beschränken sich zunächst auf Personalkosten/Ingenieurleistungen
Förderinstrumente
Ggf. im Rahmen der GH/2018 möglich (Punkt 2.1)
Zuständigkeit
Siehe § 93 SächsWG (Gewässerschau)
Weitere Akteure/Stakeholder
Kommunale Planung; ggf. Landwirtschaft, Forst
Umsetzungschancen
Kurzfristig, in der vegetationsfreien Zeit von Anfang November bis Anfang April

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
41
V3 Gewässerbegehungen zur Beurteilung des Unterhaltungszustandes
Gewässername
Beispielgewässer 1
Beispielgewässer 2
Beispielgewässer 3
Stationierung/Lage/Adresse
Bauweise
Zustand
Grund
Dimensionierung
Zuständigkeit
Kostenschätzung
Erwarteter Nutzen
Fördermöglichkeiten
Priorität
Status
Bemerkungen
Praxisbeispiel
Durchführung einer Gewässerbegehung/Gewässerschau (Quelle:
https://www.wbw-fortbildung.net/pb/site/wbw-fortbildung/get/params_E-
387329166/824048/Leitfaden_Gewaesserschau_Webversion.pdf)

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
42
Nr.
Maßnahmentyp
Beschreibung
V4
Gutachterliche
Prüfung
wasserbaulicher
Anlagen im
Schadensfall
Überprüfung des baulichen Zustands von Sohlbefestigungen und der Standsicherheit von
Uferbauweisen nach Hochwasserereignissen zur Vermeidung der Schadensausbreitung.
Kategorie:
Maßnahmen an Bauweisen und baulichen Anlagen im Gewässerbett
Wirkungsweise/Nutzen
Rechtzeitige Schadensdokumentation und Initialisierung von Sofortmaßnahmen zur Verhinderung der Schadensausbreitung in
bisher unbeschädigte Gewässerabschnitte im Vorfeld einer nachhaltigen Hochwasserschadensbeseitigung.
Gesetze & Richtlinien
Wassergesetzgebung
Naturschutzgesetzgebung
Baugesetzgebung
§ 27 SächsWG, ggf. § 36 WHG
-
BauGB
Übergeordnete Maßnahmenart
EU-Maßnahmenart HWRM
LAWA-BLANO-Maßnahmenkatalog
Sonstige
Schutz: Regulierung Wasserabfluss;
Wiederherstellung/Regeneration/Überprüfung
M315, M328 HWRM-RL
-
Konflikte/Synergien
EU-Wasserrahmenrichtlinie
LANUV-NRW
Sonstige
Vermeidung/Reduzierung möglicher
Belastungen (Verschlechterungsverbot)
-
-
Kosten
Kosten beschränken sich zunächst auf Personalkosten/Ingenieurleistungen
Förderinstrumente
-
Zuständigkeit
Siehe § 40 WHG (Unterhaltung), Prüfingenieure für Standsicherheit, bei Sonderbauten: Bauaufsichtsbehörde
Weitere Akteure/Stakeholder
ggf. Verkehrs- und Tiefbaubehörden
Umsetzungschancen
Bedarfsweise, kurzfristig

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
43
V4 Gutachterliche Prüfung wasserbaulicher Anlagen im Schadensfall
Gewässername
Beispielgewässer 1
Beispielgewässer 2
Beispielgewässer 3
Stationierung/Lage/Adresse
Bauweise
Zustand
Grund
Dimensionierung
Zuständigkeit
Kostenschätzung
Erwarteter Nutzen
Fördermöglichkeiten
Priorität
Status
Bemerkungen
Praxisbeispiel
Nach Hochwasserereignissen sind oftmals Sofortsicherungsmaßnahmen notwendig. Die sich anschließende Überprüfung der Standsicherheit
und Schadensbilder sollte im kompletten Gewässer durchgeführt werden, auch im Umfeld offensichtlicher Beschädigungen. (Quelle:
https://live.goslarsche.de/post/view/5af44e4fa2f394501f646af1/Goslar/Regen-wird-etwas-weniger)

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
44
Nr.
Maßnahmentyp
Beschreibung
P1.1
Umbau von
Kreuzungs-
bauwerken
Umbau und Ertüchtigung von Brücken, Durchlässen und Stegen zur Gewährleistung einer
erhöhten hydraulischen Leistungsfähigkeit bzw. günstigeren Anströmbedingungen. Beseitigung
von Engstellen und Strömungshindernissen, die im Hochwasserfall zur Verklausung und
Schadensausbreitung führen können.
Kategorie:
Maßnahmen in Fließgewässerabschnitten: „Punktuelle schadensrelevante Randbedingungen“
Wirkungsweise/Nutzen
Verringerung punktuell auftretender hydrodynamischer Belastungsspitzen (Fließgeschwindigkeit, Schleppspannung,
Sekundärströmungen) und verbesserte Integration der Kreuzungsbauwerke in den hydraulisch wirksamen Gewässerschlauch.
Orientierung an die Oberstrom und Unterstrom des Bauwerks vorhandene Gerinnegeometrie im Quer- und Längsprofil und
vorherrschende Ufer- und Sohlbefestigung, sofern vorhanden.
Gesetze & Richtlinien
Wassergesetzgebung
Naturschutzgesetzgebung
Baugesetzgebung
§ 36 WHG
§ 21 Abs. 5 BNatSchG (Vernetzungsfunktion)
BauGB
Übergeordnete Maßnahmenart
EU-Maßnahmenart HWRM
LAWA-BLANO-Maßnahmenkatalog
Sonstige
Abflussregulierungen und morphologische
Veränderungen: Wasserhaushalt
HW-angepasstes Planen, Bauen, Sanieren (306)
INSEKs, La-Pläne
Konflikte/Synergien
EU-Wasserrahmenrichtlinie
LANUV-NRW
Sonstige
Verbesserungsgebot (ökolog. Durchgängigkeit)
§ 14, § 21, § 61 BNatSchG, DGH_01 bis DGH_06
Verkehrsinfrastruktur, INSEKs, La-Pläne
Kosten
Fallspezifisch, je nach Bauwerksbreite und überspanntem Gewässerprofil
Förderinstrumente
Synergetisch wirksame Maßnahmen im Rahmen der GH/2018 möglich (Punkt 2.1)
Zuständigkeit
Verantwortliche der Verkehrs- und Tiefbaubehörden auf Bundes-, Landes-, Kreis- und Kommunalebene (siehe auch § 27 SächsWG)
Weitere Akteure/Stakeholder
Zuständige der Gewässer 1. Ordnung, 2. Ordnung, Betroffene, Anlieger, angrenzende Nutzungen
Umsetzungschancen
Ingenieurbauwerke der zuständigen Fachbehörden, u. U. Gewässerausbau (Planfeststellung): mittelfristig

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
45
P1.1 Umbau von Kreuzungsbauwerken
Gewässername
Beispielgewässer 1
Beispielgewässer 2
Beispielgewässer 3
Stationierung/Lage/Adresse
Bauweise
Zustand
Grund
Dimensionierung
Zuständigkeit
Kostenschätzung
Erwarteter Nutzen
Fördermöglichkeiten
Priorität
Status
In Planung
In Bau
fertiggestellt
Bemerkungen
Praxisbeispiel
Kraichtal-Gochsheim – Neubau Brücke (Quelle:
http://reif-
gruppe.net/de/service/referenzen/projektdetails.html?tx_hprojektverwaltung_hprojektauswahl%5Bkategorie%5D=7&tx_hprojektverwaltung_h
projektauswahl%5Baction%5D=list&tx_hprojektverwaltung_hprojektauswahl%5Bcontroller%5D=Kategorie&cHash=77d608f2e441305b443133
7e621d77b2)

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
46
Nr.
Maßnahmentyp
Beschreibung
P1.2
Umbau von
Querbauwerken
und sonstigen
wasserwirtschaft-
lichen Anlagen
Ertüchtigung von Querbauwerken zur Gewährleistung einer erhöhten hydraulischen
Belastbarkeit unter optimierten Strömungsbedingungen. Beseitigung von Abflusshindernissen.
Soweit möglich, Umbau in (naturnahe) raue Sohlrampen/Sohlgleiten und Anpassung an
gewässerspezifisches Substrat.
Kategorie:
Maßnahmen in Fließgewässerabschnitten: „Punktuelle schadensrelevante Randbedingungen“
Wirkungsweise/Nutzen
Verringerung der hydrodynamischen Belastung und Herstellung der hydraulischen Durchgängigkeit durch Reduzierung der
Fließgeschwindigkeit und der damit verbundenen Strömungsturbulenzen.
Gesetze & Richtlinien
Wassergesetzgebung
Naturschutzgesetzgebung
Baugesetzgebung
§ 36 WHG
§ 21 Abs. 5 BNatSchG (Vernetzungsfunktion)
BauGB
Übergeordnete Maßnahmenart
EU-Maßnahmenart HWRM
LAWA-BLANO-Maßnahmenkatalog
Sonstige
Abflussregulierungen und morphologische
Veränderungen: Wasserhaushalt
M61, M62 WRRL/OW
Klimalotse, INSEKs, La-Pläne
Konflikte/Synergien
EU-Wasserrahmenrichtlinie
LANUV-NRW
Sonstige
Verbesserungsgebot (ökolog. Durchgängigkeit)
§ 14, § 21, § 61 BNatSchG, DGH_08
Wasserkraft/Energieerzeugung/Garten
bau
Kosten
Fallspezifisch, je nach Art und Abmessungen des Bauwerks und dessen technischen Besonderheiten
Förderinstrumente
Synergetisch wirksame Maßnahmen im Rahmen der GH/2018 möglich (Punkt 2.1)
Zuständigkeit
i.d.R. (untere) Wasserbehörde (§ 93 (2) SächsWG), ggf. Bauaufsichtsbehörde, Flächeneigentümer
Weitere Akteure/Stakeholder
Ggf. Eigentümer oder zuständige kommunale Gebietskörperschaft
Umsetzungschancen
Ingenieurbauwerke der zuständigen Fachbehörden bzw. jeweilige Eigentümer, u. U. Gewässerausbau (Planfeststellung): mittelfristig

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
47
P1.2 Umbau von Querbauwerken und sonstigen wasserwirtschaftlichen Anlagen
Gewässername
Beispielgewässer 1
Beispielgewässer 2
Beispielgewässer 3
Stationierung/Lage/Adresse
Bauweise
Zustand
Grund
Dimensionierung
Zuständigkeit
Kostenschätzung
Erwarteter Nutzen
Fördermöglichkeiten
Priorität
Status
In Planung
In Bau
fertiggestellt
Bemerkungen
Praxisbeispiel
Rückbau einer Sohlschwelle und Herstellung einer rauen Rampe (Quelle:
https://www.wwa-
la.bayern.de/fluesse_seen/massnahmen/vils/lebensraum/index.htm)

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
48
Nr.
Maßnahmentyp
Beschreibung
P1.3
Spülung / Räumung
an Kreuzungs-
bauwerken
Gewährleistung der hydraulischen Leistungsfähigkeit an Brücken und Durchlässen im Gewässer,
Beseitigung von Abflusshindernissen und Anlandungen, Entnahme von Sedimenten/ Totholz/
Pflanzen und Objekten aus dem Gewässer, die die Durchflusskapazität wesentlich verringern.
Kategorie:
Maßnahmen in Fließgewässerabschnitten: „Punktuelle schadensrelevante Randbedingungen“
Wirkungsweise/Nutzen
Gewährleistung eines hydraulisch wirksamen Gewässerschlauches, Sicherung des schadlosen Abflusses. Vorbeugender
Hochwasserschutz durch Gewährleistung der erforderlichen Durchflussmenge im Rahmen der Gewässerunterhaltung.
Gesetze & Richtlinien
Wassergesetzgebung
Naturschutzgesetzgebung
Baugesetzgebung
§ 39 WHG
§ 21 Abs. 5 BNatSchG (Vernetzungsfunktion)
-
Übergeordnete Maßnahmenart
EU-Maßnahmenart HWRM
LAWA-BLANO-Maßnahmenkatalog
Sonstige
Abflussregulierungen und morphologische
Veränderungen: Wasserhaushalt
M62 WRRL/OW
-
Konflikte/Synergien
EU-Wasserrahmenrichtlinie
LANUV-NRW
Sonstige
Verbesserungsgebot (ökol. Durchgängigkeit)
§ 14, § 21, § 61 BNatSchG,
DGH_06
-
Kosten
Entschlammung: 5,10 - 61,36 €/m³ (Ø 20,64 €/m³) [3]
Förderinstrumente
Synergetisch wirksame Maßnahmen im Rahmen der GH/2018 möglich (Punkt 2.1)
Zuständigkeit
Siehe § 40 WHG (Unterhaltung) (bzw. § 32 SächsWG)
Weitere Akteure/Stakeholder
Betroffene, Anlieger, angrenzende Nutzungen
Umsetzungschancen
Im Rahmen der Gewässerunterhaltung (Plangenehmigung): kurzfristig, u. U. Ingenieursbauwerke der zuständigen Fachbehörden

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
49
P1.3 Spülung / Räumung an Kreuzungsbauwerken
Gewässername
Beispielgewässer 1
Beispielgewässer 2
Beispielgewässer 3
Stationierung/Lage/Adresse
Bauweise
Zustand
Grund
Dimensionierung
Zuständigkeit
Kostenschätzung
Erwarteter Nutzen
Fördermöglichkeiten
Priorität
Status
In Planung
In Bau
fertiggestellt
Bemerkungen
Praxisbeispiel
Krautiger Aufwuchs oder Verbuschung führt zu Sediment- und Treibgutablagerungen und kann im Hochwasserfall die Verklausungsgefahr von
Brücken und Durchlässen erhöhen. (Fotos: Garack 2020)

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
50
Nr.
Maßnahmentyp
Beschreibung
P1.4
Spülung / Räumung
von
Querbauwerken
und Verrohrungen
Gewährleistung der geforderten Durchflussmenge an Verrohrungen im Gewässer und
Sedimententnahme in Rückstaubereichen von Querbauwerken.
Kategorie:
Maßnahmen in Fließgewässerabschnitten: „Punktuelle schadensrelevante Randbedingungen“
Wirkungsweise/Nutzen
Schutz vor Ausuferungen des Gewässers durch Gewährleistung der geforderten Durchflussmenge. Schutz vor
Verklausungserscheinungen an Verrohrungen und nachfolgender Ausuferungs- und Schadensprozesse.
Gesetze & Richtlinien
Wassergesetzgebung
Naturschutzgesetzgebung
Baugesetzgebung
§ 39 WHG
§ 21 Abs. 5 BNatSchG (Vernetzungsfunktion)
-
Übergeordnete Maßnahmenart
EU-Maßnahmenart HWRM
LAWA-BLANO-Maßnahmenkatalog
Sonstige
Abflussregulierungen und morphologische
Veränderungen: Wasserhaushalt
M62 WRRL/OW
-
Konflikte/Synergien
EU-Wasserrahmenrichtlinie
LANUV-NRW
Sonstige
Verbesserungsgebot (ökol. Durchgängigkeit)
§ 14, § 21, § 61 BNatSchG,
DGH_06
-
Kosten
Entschlammung: 5,10 - 61,36 €/m³ (Ø 20,64 €/m³) [3]
Förderinstrumente
Synergetisch wirksame Maßnahmen im Rahmen der GH/2018 möglich (Punkt 2.1)
Zuständigkeit
Siehe § 40 WHG (Unterhaltung) (bzw. § 32 SächsWG)
Weitere Akteure/Stakeholder
Betroffene, Anlieger, angrenzende Nutzungen
Umsetzungschancen
Im Rahmen der Gewässerunterhaltung (Plangenehmigung): kurzfristig

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
51
P1.4 Spülung / Räumung von Querbauwerken und Verrohrungen
Gewässername
Beispielgewässer 1
Beispielgewässer 2
Beispielgewässer 3
Stationierung/Lage/Adresse
Bauweise
Zustand
Grund
Dimensionierung
Zuständigkeit
Kostenschätzung
Erwarteter Nutzen
Fördermöglichkeiten
Priorität
Status
In Planung
In Bau
fertiggestellt
Bemerkungen
Praxisbeispiel
Wartung eines Einlaufbauwerkes Holthauser Bach (Quelle:
https://www.wbh-hagen.de/gruen/gewaesser.html)

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
52
Nr.
Maßnahmentyp
Beschreibung
P1.5
Beseitigung von Sohl-
und Uferbewuchs in
unmittelbarer Nähe
von Quer- und
Kreuzungsbauwerken
Gewährleistung eines optimalen Unterhaltungszustandes durch Unterbindung von
Wurzeldruck und Beschädigungen der Bauwerkskonstruktionen durch Pflanzenwachstum.
Kategorie:
Maßnahmen in Fließgewässerabschnitten: „Punktuelle schadensrelevante Randbedingungen“
Wirkungsweise/Nutzen
Gewährleistung eines einwandfreien Zustands von Quer- und Kreuzungsbauwerken und Verringerung der Anfälligkeit gegenüber
Hochwassereinwirkungen.
Gesetze & Richtlinien
Wassergesetzgebung
Naturschutzgesetzgebung
Baugesetzgebung
§ 39 WHG (Gewässerunterhaltung)
Konfliktpotenzial ökolog. Durchgängigkeit
ROG, BauGB
Übergeordnete Maßnahmenart
EU-Maßnahmenart HWRM
LAWA-BLANO-Maßnahmenkatalog
Sonstige
Abflussregulierungen und morphologische
Veränderungen: Morphologie
M79 WRRL/OW
Klimaanpassungskonzepte
Konflikte/Synergien
EU-Wasserrahmenrichtlinie
LANUV-NRW
Sonstige
Möglicher Konflikt mit dem Qualitätsziel eines
„natürl. vorkommenden Pflanzenbestandes“
GHZ_02
Denkmalschutz/Freiraumgestaltung
Kosten
Flächige Maßnahmen: 5 - 10 €/m
2
, Gehölze roden 30 - 80 €/Stk., in Abhängigkeit des Stammdurchmessers
Förderinstrumente
Synergetisch wirksame Maßnahmen im Rahmen der GH/2018 möglich (Punkt 2.1)
Zuständigkeit
Siehe § 40 WHG (Unterhaltung) (bzw. § 32 SächsWG)
Weitere Akteure/Stakeholder
Betroffene, Anlieger, angrenzende Nutzungen
Umsetzungschancen
Im Rahmen der Gewässerunterhaltung (Plangenehmigung): kurzfristig

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
53
P1.5 Beseitigung von Sohl- und Uferbewuchs in unmittelbarer Nähe von Quer- und Kreuzungsbauwerken
Gewässername
Beispielgewässer 1
Beispielgewässer 2
Beispielgewässer 3
Stationierung/Lage/Adresse
Bauweise
Zustand
Grund
Dimensionierung
Zuständigkeit
Kostenschätzung
Erwarteter Nutzen
Fördermöglichkeiten
Priorität
Status
In Planung
In Bau
fertiggestellt
Bemerkungen
Praxisbeispiel
Entfernung von Anlandungen und krautigem Bewuchs Oberstrom einer Brücke und Böschungsfußsicherung mit Steinschüttung (Quelle:
https://www.wasserverbandstag.de/fileadmin/user_upload/Intern/Informationen/Gewaesserunterhaltung/Leitfaden_Gewaesserunterhaltun
g_LSA.pdf)

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
54
Nr.
Maßnahmentyp
Beschreibung
P2.1
Umbau der
Mündungs-
bereiche von
Nebengewässern
und größeren
Einleitstellen
Herstellung einer hydraulisch optimierten Zuführung von Wassermengen aus
Entwässerungssystemen und Nebengewässern.
Kategorie:
Maßnahmen in Fließgewässerabschnitten: „Punktuelle schadensrelevante Randbedingungen“
Wirkungsweise/Nutzen
Reduzierung des Schadenpotenzials durch Vermeidung hydraulisch besonders beanspruchter Belastungssituationen.
Vermeidung von Erosionsprozessen durch Verhinderung von Kolken an Abstürzen und Einleitungsrohren.
Gesetze & Richtlinien
Wassergesetzgebung
Naturschutzgesetzgebung
Baugesetzgebung
§ 39 WHG
§ 1 Abs. 3 Nr. 3, § 40 BNatSchG
BauGB
Übergeordnete Maßnahmenart
EU-Maßnahmenart HWRM
LAWA-BLANO-Maßnahmenkatalog
Sonstige
Abflussregulierungen und morphologische
Veränderungen: Morphologie
M75 WRRL/OW
INSEKs, La-Pläne
Konflikte/Synergien
EU-Wasserrahmenrichtlinie
LANUV-NRW
Sonstige
Möglicher Konflikt mit Einleiten/Freisetzen
prioritärer, gefährlicher Stoffe
-
Denkmalschutz/Freiraumgestaltung
Kosten
Fallspezifisch je nach Art und Umfang der Maßnahme
Förderinstrumente
Synergetisch wirksame Maßnahmen im Rahmen der GH/2018 möglich (Punkt 2.1)
Zuständigkeit
Siehe § 40 WHG (Unterhaltung) oder § 68 WHG (Ausbau) (bzw. § 32 SächsWG)
Weitere Akteure/Stakeholder
Zuständige der Gewässer 1. Ordnung, 2. Ordnung, Betroffene, Anlieger, angrenzende Nutzungen
Umsetzungschancen
Kurz- bis mittelfristig

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
55
P2.1 Umbau der Mündungsbereiche von Nebengewässern und größeren Einleitstellen
Gewässername
Beispielgewässer 1
Beispielgewässer 2
Beispielgewässer 3
Stationierung/Lage/Adresse
Bauweise
Zustand
Grund
Dimensionierung
Zuständigkeit
Kostenschätzung
Erwarteter Nutzen
Fördermöglichkeiten
Priorität
Status
In Planung
In Bau
fertiggestellt
Bemerkungen
Praxisbeispiel
Mündung eines kleineren Gewässers (blauer Fließpfeil) und vollständige Erosion der in Fließrichtung rechtsseitigen Steinschüttung (rot) (Bild:
Garack 2018)

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
56
Nr.
Maßnahmentyp
Beschreibung
P2.2
Rückhalt von
Geschiebe und
Treibgut
Einbau von Grobrechen, Sediment- und Totholzfängen zur Senkung der Verklausungsgefahr an
Brücken, Durchlässen und Verrohrungen sowie anderen Engstellen.
Kategorie:
Maßnahmen in Fließgewässerabschnitten: „Punktuelle schadensrelevante Randbedingungen“
Wirkungsweise/Nutzen
Sicherung eines schadlosen Abflusses, Reduzierung des Schadenpotenzials, Vermeidung von Rückstaubereichen und künstlicher
Erhöhung des Wasserspiegels.
Gesetze & Richtlinien
Wassergesetzgebung
Naturschutzgesetzgebung
Baugesetzgebung
§ 39 WHG (Gewässerunterhaltung)
-
-
Übergeordnete Maßnahmenart
EU-Maßnahmenart HWRM
LAWA-BLANO-Maßnahmenkatalog
Sonstige
Abflussregulierungen und morphologische
Veränderungen: Morphologie
M77 WRRL/OW
-
Konflikte/Synergien
EU-Wasserrahmenrichtlinie
LANUV-NRW
Sonstige
Minderung der Auswirkungen von
Überschwemmungen
DGH_06
-
Kosten
Fallspezifisch
Förderinstrumente
Ggf. synergetisch wirksame Maßnahmen im Rahmen der GH/2018 möglich (Punkt 2.1)
Zuständigkeit
Siehe § 40 WHG (Unterhaltung) bzw. § 32 SächsWG
Weitere Akteure/Stakeholder
Naturschutzbehörde
Umsetzungschancen
Im Rahmen der Gewässerunterhaltung (Plangenehmigung): kurzfristig

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
57
P2.2 Rückhalt von Geschiebe und Treibgut
Gewässername
Beispielgewässer 1
Beispielgewässer 2
Beispielgewässer 3
Stationierung/Lage/Adresse
Bauweise
Zustand
Grund
Dimensionierung
Zuständigkeit
Kostenschätzung
Erwarteter Nutzen
Fördermöglichkeiten
Priorität
Status
In Planung
In Bau
fertiggestellt
Bemerkungen
Praxisbeispiel
Totholzfang am Einlauf einer Verrohrung eines kleinen Gewässers (Foto: Garack 2017)

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
58
Nr.
Maßnahmentyp
Beschreibung
V5
Verbot privater Quer-
und Kreuzungs-
bauwerke (z.B. Stege,
Wehre, Schwellen)
Verbot und Rückbau in Eigenregie hergestellter Quer- und Kreuzungsbauwerke zur
Gewährleistung der Leistungsfähigkeit des Fließgewässers und Vermeidung von
ungewollten Verringerungen des Abflussquerschnitts.
Kategorie:
Maßnahmen in Fließgewässerabschnitten: „Punktuelle schadensrelevante Randbedingungen“
Wirkungsweise/Nutzen
Verhinderung punktueller hydraulischer Belastungen im Gerinne, die durch Unterbrechung des gleichförmigen Abflusses
hervorgerufen werden. Dies gilt für Querbauwerke aufgrund der plötzlichen Erhöhung der Fließgeschwindigkeit und
Kreuzungsbauwerke/Verrohrungen aufgrund der erhöhten Verklausungsgefahr bei Hochwasser und der damit verbundenen
Induzierung von Schadensprozessen.
Gesetze & Richtlinien
Wassergesetzgebung
Naturschutzgesetzgebung
Baugesetzgebung
§ 38 WHG, § 24 SächsWG
§ 13, § 14 (1), § 15 (1) BNatSchG
ROG, BauGB
Übergeordnete Maßnahmenart
EU-Maßnahmenart HWRM
LAWA-BLANO-Maßnahmenkatalog
Sonstige
Abflussregulierungen und morphologische
Veränderungen
M85 WRRL/OW
-
Konflikte/Synergien
EU-Wasserrahmenrichtlinie
LANUV-NRW
Sonstige
Verschlechterungsverbot
ggf. SHS_03-06, UFS_03-04
Denkmalschutz/Freiraumgestaltung
Kosten
-
Förderinstrumente
-
Zuständigkeit
i. d. R. (Untere) Wasserbehörde (§93 (2) SächsWG), ggf. Bauaufsichtsbehörde
Weitere Akteure/Stakeholder
Betroffene, Anlieger, angrenzende Nutzungen
Umsetzungschancen
Kurz- bis langfristig, je nach Umfang der erforderlichen Maßnahmen

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
59
V5 Verbot privater Quer- und Kreuzungsbauwerke (z.B. Stege, Wehre, Schwellen)
Gewässername
Beispielgewässer 1
Beispielgewässer 2
Beispielgewässer 3
Stationierung/Lage/Adresse
Bauweise
Zustand
Grund
Dimensionierung
Zuständigkeit
Kostenschätzung
Erwarteter Nutzen
Fördermöglichkeiten
Priorität
Status
Bemerkungen
Praxisbeispiel
In Eigenregie errichtete Gewässerquerungen können Schäden am Fließgewässer hervorrufen und gefährden die angrenzenden Nutzungen.
(Foto: Garack 2018)

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
60
Nr.
Maßnahmentyp
Beschreibung
V6
Gutachterliche
Prüfung von Quer-
und Kreuzungs-
bauwerken
Überprüfung der Standsicherheit von Quer- und Kreuzungsbauwerken im Rahmen der Pflichten
zur Gewässerunterhaltung und Verkehrssicherung.
Kategorie:
Maßnahmen in Fließgewässerabschnitten: „Punktuelle schadensrelevante Randbedingungen“
Wirkungsweise/Nutzen
Gewährleistung eines einwandfreien baulichen Zustands, der Dauerhaftigkeit und ggf. der Verkehrssicherheit. Reduzierung der
hochwasserbedingten Anfälligkeit der Anlagen und Bauwerke.
Gesetze & Richtlinien
Wassergesetzgebung
Naturschutzgesetzgebung
Baugesetzgebung
§ 27 SächsWG, ggf. § 36 WHG
-
BauGB
Übergeordnete Maßnahmenart
EU-Maßnahmenart HWRM
LAWA-BLANO-Maßnahmenkatalog
Sonstige
Schutz: Regulierung Wasserabfluss;
Wiederherstellung, Regeneration, Überprüfung
M315, M328 HWRM-RL
-
Konflikte/Synergien
EU-Wasserrahmenrichtlinie
LANUV-NRW
Sonstige
Vermeidung/Reduzierung möglicher
Belastungen
-
-
Kosten
Kosten für Ingenieurleistungen/Personalkosten/Gutachtertätigkeiten
Förderinstrumente
-
Zuständigkeit
Gewässerunterhaltungspflichtige und Träger der Straßenbaulast
Weitere Akteure/Stakeholder
ggf. Verkehrs- und Tiefbaubehörden
Umsetzungschancen
-

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
61
V6 Gutachterliche Prüfung von Quer- und Kreuzungsbauwerken
Gewässername
Beispielgewässer 1
Beispielgewässer 2
Beispielgewässer 3
Stationierung/Lage/Adresse
Bauweise
Zustand
Grund
Dimensionierung
Zuständigkeit
Kostenschätzung
Erwarteter Nutzen
Fördermöglichkeiten
Priorität
Status
Bemerkungen
Praxisbeispiel
Brückenprüfschiff (Quelle:
https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Anlage/StB/dokumentation-bauwerkspruefung-nach-din-
1076.pdf?__blob=publicationFile)

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
62
Nr.
Maßnahmentyp
Beschreibung
L1.1
Laufverlängerung
Umgestaltung begradigter Gewässerabschnitte durch Annäherung an den typspezifischen
Windungsgrad.
Kategorie:
Maßnahmen in Fließgewässerabschnitten: „Lineare schadensrelevante Randbedingungen“
Wirkungsweise/Nutzen
Überwindung von Höhenunterschieden im Längsgefälle auf einer längeren Gewässerstrecke. Reduzierung der
Strömungsbelastungen durch Verringerung der Fließgeschwindigkeit und Erhöhung der Strömungsdiversität. Erhöhung der
fließenden Retention mit entsprechender raum-zeitlicher Verschiebung der Abflussmaxima.
Gesetze & Richtlinien
Wassergesetzgebung
Naturschutzgesetzgebung
Baugesetzgebung
§39 & § 67 WHG
§ 1 (3) Nr. 3; § 61 BNatSchG
ROG, BauGB
Übergeordnete Maßnahmenart
EU-Maßnahmenart HWRM
LAWA-BLANO-Maßnahmenkatalog
Sonstige
Abflussregulierungen und morphologische
Veränderungen
M71, 72, (M93) WRRL/OW
Klimaanpassungskonzepte,
Stadtplanung
Konflikte/Synergien
EU-Wasserrahmenrichtlinie
LANUV-NRW
Sonstige
Minderung der Auswirkungen von
Überschwemmungen
V_01
Denkmalschutz/Freiraumgestaltung
Kosten
Fallspezifisch in Abhängigkeit des Maßnahmenumfangs
Förderinstrumente
Synergetisch wirksame Maßnahmen im Rahmen der GH/2018 möglich (Punkt 2.1)
Zuständigkeit
i. d. R. § 40 WHG (Unterhaltung) (bzw. § 32 SächsWG)
Weitere Akteure/Stakeholder
Betroffene, Anlieger, angrenzende Nutzungen
Umsetzungschancen
Gewässerausbau (Planfeststellung): mittel- bis langfristig

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
63
L1.1 Laufverlängerung
Gewässername
Beispielgewässer 1
Beispielgewässer 2
Beispielgewässer 3
Stationierung/Lage/Adresse
Bauweise
Zustand
Grund
Dimensionierung
Zuständigkeit
Kostenschätzung
Erwarteter Nutzen
Fördermöglichkeiten
Priorität
Status
In Planung
In Bau
fertiggestellt
Bemerkungen
Praxisbeispiel
Fließgewässerrenaturierung Hache (Quelle:
https://www.nabu-weyhe.de/projekte-und-themen/flie%C3%9Fgew%C3%A4sser-renaturierung-
hache/)

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
64
Nr.
Maßnahmentyp
Beschreibung
L1.2
Strömungs-
optimierte
Ausprägung von
Prall- und
Gleithängen
Optimierung des Querprofils in Prall- und Gleithangsituationen unter Berücksichtigung von
Erosions- und Ablagerungsprozessen. Vermeidung plötzlicher Veränderungen von Rauigkeit und
Geometrien sowie Rückbau von Fließhindernissen.
Kategorie:
Maßnahmen in Fließgewässerabschnitten: „Lineare schadensrelevante Randbedingungen“
Wirkungsweise/Nutzen
Gewährleistung des schadlosen Abflusses durch Sicherstellung gleichförmiger Abflussprozesse in Hochwassersituationen.
Vermeidung schadensinduzierender Sekundärströmungen.
Gesetze & Richtlinien
Wassergesetzgebung
Naturschutzgesetzgebung
Baugesetzgebung
§ 39; §§ 67-70 WHG, OGewV
§ 1 (3) Nr. 3; § 61 BNatSchG
ROG, BauGB
Übergeordnete Maßnahmenart
EU-Maßnahmenart HWRM
LAWA-BLANO-Maßnahmenkatalog
Sonstige
Abflussregulierungen und morphologische
Veränderungen: Morphologie
M70 WRRL/OW
Klimaanpassungskonzepte
Konflikte/Synergien
EU-Wasserrahmenrichtlinie
LANUV-NRW
Sonstige
Verbesserungsgebot (guter ökol. Zustand)
SHL_07, UFS_04
Denkmalschutz/Freiraumgestaltung
Kosten
Fallspezifisch in Abhängigkeit des Maßnahmenumfangs
Förderinstrumente
Synergetisch wirksame Maßnahmen im Rahmen der GH/2018 möglich (Punkt 2.1)
Zuständigkeit
Siehe § 40 WHG (Unterhaltung) (bzw. § 32 SächsWG)
Weitere Akteure/Stakeholder
Naturschutzbehörde, Flächeneigentümer
Umsetzungschancen
Im Rahmen der Gewässerunterhaltung (Plangenehmigung): kurzfristig, Gewässerausbau (Planfeststellung): mittel- bis langfristig

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
65
L1.2 Strömungsoptimierte Ausprägung von Prall- und Gleithängen
Gewässername
Beispielgewässer 1
Beispielgewässer 2
Beispielgewässer 3
Stationierung/Lage/Adresse
Bauweise
Zustand
Grund
Dimensionierung
Zuständigkeit
Kostenschätzung
Erwarteter Nutzen
Fördermöglichkeiten
Priorität
Status
In Planung
In Bau
fertiggestellt
Bemerkungen
Praxisbeispiel
Grundriss und Querschnitte von Mäandern (Quelle:
https://www.spektrum.de/lexikon/geographie/maeander/4867)

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
66
Nr.
Maßnahmentyp
Beschreibung
L2.1
Optimierung der
Gerinnegeometrie
gegenüber
hydraulischen
Belastungen
Umgestaltung besonderer hydraulischer Belastungsbereiche durch Anpassung der vorhandenen
Querprofile. Erhöhung der Leistungsfähigkeit und Sicherung von Erosionsprofilen.
Kategorie:
Maßnahmen in Fließgewässerabschnitten: „Lineare schadensrelevante Randbedingungen“
Wirkungsweise/Nutzen
Beeinflussung des Abflussgeschehens durch Reduzierung der Fließgeschwindigkeit und Verhinderung ungewollter
Sekundärströmungen. Besondere Beachtung von bereits vorhandenen Erosionsprofilen bei sensibler angrenzender
Flächennutzung. Vermeidung von Kanalisierungseffekten.
Gesetze & Richtlinien
Wassergesetzgebung
Naturschutzgesetzgebung
Baugesetzgebung
§ 39 & § 67 WHG
Abstimmungsbedarf gegeben
ROG, BauGB
Übergeordnete Maßnahmenart
EU-Maßnahmenart HWRM
LAWA-BLANO-Maßnahmenkatalog
Sonstige
Abflussregulierungen und morphologische
Veränderungen: Morphologie
M71, 72 WRRL/OW
Klimaanpassungskonzepte
Konflikte/Synergien
EU-Wasserrahmenrichtlinie
LANUV-NRW
Sonstige
Minderung der Auswirkungen von
Überschwemmungen
SHL_07
Denkmalschutz/Freiraumgestaltung
Kosten
Fallspezifisch in Abhängigkeit des Maßnahmenumfangs
Förderinstrumente
Synergetisch wirksame Maßnahmen im Rahmen der GH/2018 möglich (Punkt 2.1)
Zuständigkeit
Siehe § 40 WHG (Unterhaltung) oder § 68 WHG (Ausbau)
Weitere Akteure/Stakeholder
Betroffene, Anlieger, angrenzende Nutzungen
Umsetzungschancen
Im Rahmen der Gewässerunterhaltung (Plangenehmigung): kurzfristig; Gewässerausbau (Planfeststellung): mittelfristig

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
67
L2.1 Optimierung der Gerinnegeometrie gegenüber hydraulischen Belastungen
Gewässername
Beispielgewässer 1
Beispielgewässer 2
Beispielgewässer 3
Stationierung/Lage/Adresse
Bauweise
Zustand
Grund
Dimensionierung
Zuständigkeit
Kostenschätzung
Erwarteter Nutzen
Fördermöglichkeiten
Priorität
Status
In Planung
In Bau
fertiggestellt
Bemerkungen
Praxisbeispiel
Unterschiede in der Strömungsdynamik in sich aufweitenden und wieder verengenden Kastenprofilen bei Hochwasser: die starren
Geometrieveränderungen sorgen für turbulente Strömungsverhältnisse, die schadeninduzierend wirken können. (Foto: Garack 2013)

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
68
Nr.
Maßnahmentyp
Beschreibung
L2.2
Umgestaltung
besonderer
Beanspruchungs-
bereiche an
Prallhängen
Vermeidung von Erosionsprozessen und Engstellen in hydraulisch besonders beanspruchten
Bereichen durch lokal begrenzte besonders widerstandsfähige Bauweisen und
strömungsoptimierte Gerinneprofilierungen.
Kategorie:
Maßnahmen in Fließgewässerabschnitten: „Lineare schadensrelevante Randbedingungen“
Wirkungsweise/Nutzen
Erhöhung der Widerstandsfähigkeit gegenüber Abflussspitzen durch besondere Sicherungsmaßnahmen oder Erhöhung des
Abflussquerschnitts.
Gesetze & Richtlinien
Wassergesetzgebung
Naturschutzgesetzgebung
Baugesetzgebung
§ 39 WHG
§ 1 Abs. 3 Nr. 3, § 40 BNatSchG
BauGB
Übergeordnete Maßnahmenart
EU-Maßnahmenart HWRM
LAWA-BLANO-Maßnahmenkatalog
Sonstige
Abflussregulierungen und morphologische
Veränderungen: Morphologie
M70 WRRL/OW
Klimaanpassungskonzepte,
Stadtplanung
Konflikte/Synergien
EU-Wasserrahmenrichtlinie
LANUV-NRW
Sonstige
Minderung der Auswirkungen von
Überschwemmungen
SHL_07
Denkmalschutz/Freiraumgestaltung
Kosten
Fallspezifisch
Förderinstrumente
Synergetisch wirksame Maßnahmen im Rahmen der GH/2018 möglich (Punkt 2.1)
Zuständigkeit
Siehe § 40 WHG (Unterhaltung)
Weitere Akteure/Stakeholder
Betroffene, Anlieger, angrenzende Nutzungen
Umsetzungschancen
Im Rahmen der Gewässerunterhaltung (Plangenehmigung): kurzfristig, Gewässerausbau (Planfeststellung): mittel- bis langfristig

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
69
L2.2 Umgestaltung besonderer Beanspruchungsbereiche an Prallhängen
Gewässername
Beispielgewässer 1
Beispielgewässer 2
Beispielgewässer 3
Stationierung/Lage/Adresse
Bauweise
Zustand
Grund
Dimensionierung
Zuständigkeit
Kostenschätzung
Erwarteter Nutzen
Fördermöglichkeiten
Priorität
Status
In Planung
In Bau
fertiggestellt
Bemerkungen
Praxisbeispiel
Besonders widerstandsfähige Ufermauer im Prallhangbereich eines Mittelgebirgsbaches (Foto: Garack 2017)

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
70
Nr.
Maßnahmentyp
Beschreibung
L3.1
Strömungs-
optimierte
Ausprägung von
Geometrie-
übergängen
Vermeidung plötzlicher Geometriewechsel, Gestaltung in Form von dreidimensional
gleichmäßig ausgestalteten Geometrieübergängen unter Vermeidung von Kanten und
Fließhindernissen.
Kategorie:
Maßnahmen in Fließgewässerabschnitten: „Lineare schadensrelevante Randbedingungen“
Wirkungsweise/Nutzen
Gewährleistung eines gleichförmigen Energieabbaus durch Vermeidung turbulenter Strömungssituationen bei
Hochwasserereignissen.
Gesetze & Richtlinien
Wassergesetzgebung
Naturschutzgesetzgebung
Baugesetzgebung
§39 & § 67 WHG
§ 1 (3) Nr. 3; § 61 BNatSchG
ROG, BauGB
Übergeordnete Maßnahmenart
EU-Maßnahmenart HWRM
LAWA-BLANO-Maßnahmenkatalog
Sonstige
Abflussregulierungen und morphologische
Veränderungen
M71, 72, (M93) WRRL/OW
Klimaanpassungskonzepte,
Stadtplanung
Konflikte/Synergien
EU-Wasserrahmenrichtlinie
LANUV-NRW
Sonstige
Vermeidung/ Reduzierung möglicher Belastungen
-
Denkmalschutz/Freiraumgestalt
ung
Kosten
Fallspezifisch in Abhängigkeit des Maßnahmenumfangs
Förderinstrumente
Synergetisch wirksame Maßnahmen im Rahmen der GH/2018 möglich (Punkt 2.1)
Zuständigkeit
Siehe § 40 WHG (Unterhaltung) oder § 68 WHG (Ausbau) (bzw. § 32 SächsWG)
Weitere Akteure/Stakeholder
Betroffene, Anlieger, angrenzende Nutzungen
Umsetzungschancen
Im Rahmen der Gewässerunterhaltung (Plangenehmigung): kurzfristig; Gewässerausbau (Planfeststellung): mittelfristig

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
71
L3.1 Strömungsoptimierte Ausprägung von Geometrieübergängen
Gewässername
Beispielgewässer 1
Beispielgewässer 2
Beispielgewässer 3
Stationierung/Lage/Adresse
Bauweise
Zustand
Grund
Dimensionierung
Zuständigkeit
Kostenschätzung
Erwarteter Nutzen
Fördermöglichkeiten
Priorität
Status
In Planung
In Bau
fertiggestellt
Bemerkungen
Praxisbeispiel
Übergang von Trapezprofil in einseitiges Kastenprofil (links) und von einem einseitigen Kastenprofil in ein zweiseitiges Kastenprofil (rechts) -
gleichmäßige, strömungsgünstige Übergänge ohne plötzliche Hindernisse durch Kanten. (Foto links: Garack 2013, Foto rechts: Garack 2018)

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
72
Nr.
Maßnahmentyp
Beschreibung
L3.2
Verringerung der Anzahl
von Geometrieüber-
gängen durch Umgestal-
tung/Anpassung des
Gerinneprofils
Verringerung der Geometrie-Vielfalt durch Typen-konforme Sicherung des Gerinneprofils.
Kategorie:
Maßnahmen in Fließgewässerabschnitten: „Lineare schadensrelevante Randbedingungen“
Wirkungsweise/Nutzen
Gewährleistung eines gleichförmigen Energieabbaus durch Vermeidung turbulenter Strömungssituationen bei
Hochwasserereignissen.
Gesetze & Richtlinien
Wassergesetzgebung
Naturschutzgesetzgebung
Baugesetzgebung
§39 & § 67 WHG
§ 1 (3) Nr. 3; § 61 BNatSchG
ROG, BauGB
Übergeordnete Maßnahmenart
EU-Maßnahmenart HWRM
LAWA-BLANO-Maßnahmenkatalog
Sonstige
Abflussregulierungen und morphologische
Veränderungen
M71, 72 WRRL/OW
Klimaanpassungskonzepte, Stadtplanung
Konflikte/Synergien
EU-Wasserrahmenrichtlinie
LANUV-NRW
Sonstige
Minderung der Auswirkungen von
Überschwemmungen
-
Denkmalschutz/Freiraumgestaltung
Kosten
Fallspezifisch in Abhängigkeit des Maßnahmenumfangs
Förderinstrumente
Synergetisch wirksame Maßnahmen im Rahmen der GH/2018 möglich (Punkt 2.1)
Zuständigkeit
Siehe § 40 WHG (Unterhaltung) oder § 68 WHG (Ausbau) (bzw. § 32 SächsWG)
Weitere Akteure/Stakeholder
Betroffene, Anlieger, angrenzende Nutzungen
Umsetzungschancen
Im Rahmen der Gewässerunterhaltung (Plangenehmigung): kurzfristig; Gewässerausbau (Planfeststellung): mittelfristig

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
73
L3.2 Verringerung der Anzahl von Geometrieübergängen durch Umgestaltung/Anpassung des Gerinneprofils
Gewässername
Beispielgewässer 1
Beispielgewässer 2
Beispielgewässer 3
Stationierung/Lage/Adresse
Bauweise
Zustand
Grund
Dimensionierung
Zuständigkeit
Kostenschätzung
Erwarteter Nutzen
Fördermöglichkeiten
Priorität
Status
In Planung
In Bau
fertiggestellt
Bemerkungen
Praxisbeispiel
Trotz unterschiedlich ausgeführter Bauweisen und vereinzelter Geometrieübergänge kann ein gleichmäßiger Hochwasserabfluss
gewährleistet werden. (Foto: Garack 2013)

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
74
Nr.
Maßnahmentyp
Beschreibung
L4.1
Strömungsoptimierte
Ausprägung von
Bauweisen-übergängen
Umgestaltung von Fließgewässerabschnitten unter Vermeidung plötzlicher
Bauweisenwechsel, (Bruch-)Kanten, Zergliederung und Fließhindernissen.
Kategorie:
Maßnahmen in Fließgewässerabschnitten: „Lineare schadensrelevante Randbedingungen“
Wirkungsweise/Nutzen
Gewährleistung eines hydraulisch gleichförmig belastbaren Gewässerabschnittes bei Hochwassersituationen.
Gesetze & Richtlinien
Wassergesetzgebung
Naturschutzgesetzgebung
Baugesetzgebung
§39 & § 67 WHG
§ 1 (3) Nr. 3; § 61 BNatSchG
ROG, BauGB
Übergeordnete Maßnahmenart
EU-Maßnahmenart HWRM
LAWA-BLANO-Maßnahmenkatalog
Sonstige
Abflussregulierungen und morphologische
Veränderungen
M71, 72 WRRL/OW
Klimaanpassungskonzepte,
Stadtplanung
Konflikte/Synergien
EU-Wasserrahmenrichtlinie
LANUV-NRW
Sonstige
Vermeidung/ Reduzierung möglicher Belastungen
Möglicher Konflikt mit SHS_03 & UFS_03
Denkmalschutz/Freiraumgestaltu
ng
Kosten
Fallspezifisch in Abhängigkeit des Maßnahmenumfangs
Förderinstrumente
Synergetisch wirksame Maßnahmen im Rahmen der GH/2018 möglich (Punkt 2.1)
Zuständigkeit
Siehe § 40 WHG (Unterhaltung) oder § 68 WHG (Ausbau) (bzw. § 32 SächsWG)
Weitere Akteure/Stakeholder
Betroffene, Anlieger, angrenzende Nutzungen
Umsetzungschancen
Im Rahmen der Gewässerunterhaltung (Plangenehmigung): kurzfristig; Gewässerausbau (Planfeststellung): mittelfristig

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
75
L4.1 Strömungsoptimierte Ausprägung von Bauweisenübergängen
Gewässername
Beispielgewässer 1
Beispielgewässer 2
Beispielgewässer 3
Stationierung/Lage/Adresse
Bauweise
Zustand
Grund
Dimensionierung
Zuständigkeit
Kostenschätzung
Erwarteter Nutzen
Fördermöglichkeiten
Priorität
Status
In Planung
In Bau
fertiggestellt
Bemerkungen
Praxisbeispiel
Diese Ausführung von Bauweisenübergängen führt im Hochwasserfall zu Strömungsbedingungen und Turbulenzen, die auch bei geringen
baulichen Mängeln schnell zu größeren Beschädigungen führen können. (Foto: Garack 2018)

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
76
Nr.
Maßnahmentyp
Beschreibung
L4.2
Verringerung der
Anzahl von Bau-
weisenübergängen
durch Umgestaltung
des gesamten
Gerinneprofils
Verringerung der Bauweisen-Vielfalt durch Typen-konforme Sicherung und Umgestaltung des
Gerinneprofils.
Kategorie:
Maßnahmen in Fließgewässerabschnitten: „Lineare schadensrelevante Randbedingungen“
Wirkungsweise/Nutzen
Vereinheitlichung der Bauweisenausführung zur Gewährleistung eines hydraulisch gleichförmig belasteten Gewässerabschnittes
bei Hochwassersituationen.
Gesetze & Richtlinien
Wassergesetzgebung
Naturschutzgesetzgebung
Baugesetzgebung
§39 & § 67 WHG
§ 1 (3) Nr. 3; § 61 BNatSchG
ROG, BauGB
Übergeordnete Maßnahmenart
EU-Maßnahmenart HWRM
LAWA-BLANO-Maßnahmenkatalog
Sonstige
Abflussregulierungen und morphologische
Veränderungen: Morphologie
Möglicher Konflikt mit M70 WRRL/OW
Klimaanpassungskonzepte, Stadtplanung
Konflikte/Synergien
EU-Wasserrahmenrichtlinie
LANUV-NRW
Sonstige
Vermeidung/ Reduzierung möglicher
Belastungen
Möglicher Konflikt mit SHS_03 & UFS_03
Denkmalschutz/Freiraumgestaltung
Kosten
Fallspezifisch in Abhängigkeit des Maßnahmenumfangs
Förderinstrumente
Synergetisch wirksame Maßnahmen im Rahmen der GH/2018 möglich (Punkt 2.1)
Zuständigkeit
Siehe § 40 WHG (Unterhaltung) oder § 68 WHG (Ausbau) (bzw. § 32 SächsWG)
Weitere Akteure/Stakeholder
Betroffene, Anlieger, angrenzende Nutzungen
Umsetzungschancen
Im Rahmen der Gewässerunterhaltung (Plangenehmigung): kurzfristig; Gewässerausbau (Planfeststellung): mittelfristig

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
77
L4.2 Verringerung der Anzahl von Bauweisenübergängen durch Umgestaltung/Anpassung des gesamten Gerinneprofils
Gewässername
Beispielgewässer 1
Beispielgewässer 2
Beispielgewässer 3
Stationierung/Lage/Adresse
Bauweise
Zustand
Grund
Dimensionierung
Zuständigkeit
Kostenschätzung
Erwarteter Nutzen
Fördermöglichkeiten
Priorität
Status
In Planung
In Bau
fertiggestellt
Bemerkungen
Praxisbeispiel
Bauweisenübergänge können bei schlechtem Unterhaltungszustand oder mangelhafter Ausführung im Hochwasserfall schnell zu größeren
Beschädigungen führen. (Foto: Garack 2017)

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
78
Nr.
Maßnahmentyp
Beschreibung
L5.1
Optimierung der
hydraulischen
Durchgängigkeit,
insbesondere an
Quer- und Kreu-
zungsbauwerken
Ermöglichung eines gleichförmigen Fließgeschwindigkeitsprofils an Zwangspunkten zur
Reduzierung von Erosionserscheinungen und Ablagerungsprozessen.
Kategorie:
Maßnahmen in Fließgewässerabschnitten: „Lineare schadensrelevante Randbedingungen“
Wirkungsweise/Nutzen
Vergleichmäßigung des Abflussgeschehens an Schwellen, Wehren und Abstürzen bei Hochwasserereignissen und Reduzierung der
Verklausungsgefahr.
Gesetze & Richtlinien
Wassergesetzgebung
Naturschutzgesetzgebung
Baugesetzgebung
§39 & § 67 WHG
§ 1 (3) Nr. 3; § 61 BNatSchG
ROG, BauGB
Übergeordnete Maßnahmenart
EU-Maßnahmenart HWRM
LAWA-BLANO-Maßnahmenkatalog
Sonstige
Abflussregulierungen und morphologische
Veränderungen: Durchgängigkeit
M69 WRRL/OW
Klimaanpassungskonzepte, Stadtplanung
Konflikte/Synergien
EU-Wasserrahmenrichtlinie
LANUV-NRW
Sonstige
Verbesserungsgebot (ökol. Zustand);
Reduzierung möglicher Belastungen
DGH_09
Denkmalschutz/Freiraumgestaltung
Kosten
Fallspezifisch in Abhängigkeit des Maßnahmenumfangs
Förderinstrumente
Synergetisch wirksame Maßnahmen im Rahmen der GH/2018 möglich (Punkt 2.1)
Zuständigkeit
Siehe § 40 WHG (Unterhaltung) oder § 68 WHG (Ausbau) (bzw. § 32 SächsWG)
Weitere Akteure/Stakeholder
Betroffene, Anlieger, angrenzende Nutzungen
Umsetzungschancen
Im Rahmen der Gewässerunterhaltung (Plangenehmigung): kurzfristig; Gewässerausbau (Planfeststellung): mittelfristig

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
79
L5.1 Optimierung der hydraulischen Durchgängigkeit, insbesondere an Quer- und Kreuzungsbauwerken
Gewässername
Beispielgewässer 1
Beispielgewässer 2
Beispielgewässer 3
Stationierung/Lage/Adresse
Bauweise
Zustand
Grund
Dimensionierung
Zuständigkeit
Kostenschätzung
Erwarteter Nutzen
Fördermöglichkeiten
Priorität
Status
In Planung
In Bau
fertiggestellt
Bemerkungen
Praxisbeispiel
Abstürze können aufgrund der plötzlich auftretenden turbulenten Strömungsverhältnisse stromabwärts Schäden im Gewässerbett induzieren.
(Foto: Garack 2018)

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
80
Nr.
Maßnahmentyp
Beschreibung
L5.2
Regelmäßige Entfernung
unnatürlicher
Ablagerungen zur
Gewährleistung eines
leistungsfähigen
Abflussprofils
Entfernung von Schwemmgut, unbrauchbaren Stoffen im Gerinne.
Kategorie:
Maßnahmen in Fließgewässerabschnitten: „Lineare schadensrelevante Randbedingungen“
Wirkungsweise/Nutzen
Gewährleistung der hydraulischen Leistungsfähigkeit und Durchflusskapazität durch rechtzeitiges Entfernen von Fließhindernissen
oder störenden/abschwemmbaren Stoffen.
Gesetze & Richtlinien
Wassergesetzgebung
Naturschutzgesetzgebung
Baugesetzgebung
§§ 27 - 41 WHG
§ 1 Abs. 3 Nr. 3, § 40 BNatSchG
-
Übergeordnete Maßnahmenart
EU-Maßnahmenart HWRM
LAWA-BLANO-Maßnahmenkatalog
Sonstige
Abflussregulierungen und morphologische
Veränderungen: Durchgängigkeit
M69 WRRL/OW
-
Konflikte/Synergien
EU-Wasserrahmenrichtlinie
LANUV-NRW
Sonstige
Vermeidung/ Reduzierung möglicher
Belastungen
Ggf. DGH_03
-
Kosten
Fallspezifisch in Abhängigkeit des Maßnahmenumfangs und der zu beräumenden Stoffe, ggf. Entsorgung
Förderinstrumente
-
Zuständigkeit
Siehe § 40 WHG (Unterhaltung) bzw. § 32 SächsWG
Weitere Akteure/Stakeholder
Betroffene, Anlieger, angrenzende Nutzungen
Umsetzungschancen
Im Rahmen der Gewässerunterhaltung (Plangenehmigung): kurzfristig

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
81
L5.2 Regelmäßige Entfernung unnatürlicher Ablagerungen zur Gewährleistung eines leistungsfähigen Abflussprofils
Gewässername
Beispielgewässer 1
Beispielgewässer 2
Beispielgewässer 3
Stationierung/Lage/Adresse
Bauweise
Zustand
Grund
Dimensionierung
Zuständigkeit
Kostenschätzung
Erwarteter Nutzen
Fördermöglichkeiten
Priorität
Status
In Planung
In Bau
fertiggestellt
Bemerkungen
Praxisbeispiel
Insbesondere vor Kreuzungsbauwerken sind potenzielle Strömungshindernisse, wie Bestandteile zerstörter Bauweisen, zu entfernen. (Foto:
Garack 2018)

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
82
Nr.
Maßnahmentyp
Beschreibung
L6.1
Gewährleistung
eines nutzungsfreien
oder
nutzungsintegrierten
Uferstreifens
Vermeidung schadenswirksamer Sekundärströmungen durch Reduzierung von Anlagen im
Uferbereich und Nutzungsauflagen.
Kategorie:
Maßnahmen in Fließgewässerabschnitten: „Lineare schadensrelevante Randbedingungen“
Wirkungsweise/Nutzen
Schaffung eines nutzungsoptimierten Überflutungsbereiches zur Vermeidung von Sekundärströmungen, die zum Hinterspülen von
Uferbefestigungen führen und entsprechende Schadensprozesse bewirken können.
Gesetze & Richtlinien
Wassergesetzgebung
Naturschutzgesetzgebung
Baugesetzgebung
§§ 38, 39 WHG, ggf. § 78 WHG
§ 13, § 14 (1), § 15 (1) BNatSchG
ROG, BauGB
Übergeordnete Maßnahmenart
EU-Maßnahmenart HWRM
LAWA-BLANO-Maßnahmenkatalog
Sonstige
Abflussregulierungen und morphologische
Veränderungen: Morphologie
M73 WRRL/OW; ggf. M305 HWRM-RL
Klimaanpassungskonzepte
Konflikte/Synergien
EU-Wasserrahmenrichtlinie
LANUV-NRW
Sonstige
Verbesserungsgebot (guter ökol. Zustand)
GHZ_03-05
Denkmalschutz/Freiraumgestaltung
Kosten
Fallspezifisch in Abhängigkeit des Maßnahmenumfangs
Förderinstrumente
Synergetisch wirksame Maßnahmen im Rahmen der GH/2018 möglich (Punkt 2.1)
Zuständigkeit
Siehe § 40 WHG (Unterhaltung) bzw. § 32 SächsWG
Weitere Akteure/Stakeholder
Naturschutzbehörde, Betroffene, Eigentümer, kommunale Planung
Umsetzungschancen
Im Rahmen der Gewässerunterhaltung (Plangenehmigung): kurzfristig, Flächennutzungsplanung: langfristig

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
83
L6.1 Gewährleistung eines nutzungsfreien oder nutzungsintegrierten Uferstreifens
Gewässername
Beispielgewässer 1
Beispielgewässer 2
Beispielgewässer 3
Stationierung/Lage/Adresse
Bauweise
Zustand
Grund
Dimensionierung
Zuständigkeit
Kostenschätzung
Erwarteter Nutzen
Fördermöglichkeiten
Priorität
Status
In Planung
In Bau
fertiggestellt
Bemerkungen
Praxisbeispiel
Abb. links: Uferstreifen an einem ausgebauten Gewässer, Abb. rechts: Uferstreifen an einem naturnahen Gewässer (Quelle:
https://www.lfu.bayern.de/wasser/gewaessernachbarschaften/themen/uferstreifen/doc/arbeitshilfe.pdf)

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
84
Nr.
Maßnahmentyp
Beschreibung
L6.2
Entfernen nicht
genehmigter
Bauwerke und
Ablagerungen im
Uferbereich
Vermeidung schadenswirksamer Sekundärströmungen durch eine Reduzierung von Anlagen
und Ablagerungen im Uferbereich.
Kategorie:
Maßnahmen in Fließgewässerabschnitten: „Lineare schadensrelevante Randbedingungen“
Wirkungsweise/Nutzen
Gewährleistung der hydraulischen Leistungsfähigkeit und Durchflusskapazität durch rechtzeitiges Entfernen von Fließhindernissen
oder störenden/abschwemmbaren Stoffen.
Gesetze & Richtlinien
Wassergesetzgebung
Naturschutzgesetzgebung
Baugesetzgebung
§§ 38, 39 WHG; § 24 SächsWG
§ 13, § 14 (1), § 15 (1) BNatSchG
ROG, BauGB
Übergeordnete Maßnahmenart
EU-Maßnahmenart HWRM
LAWA-BLANO-Maßnahmenkatalog
Sonstige
Abflussregulierungen und morphologische
Veränderungen: Morphologie
M71 WRRL/OW
Klimaanpassungskonzepte
Konflikte/Synergien
EU-Wasserrahmenrichtlinie
LANUV-NRW
Sonstige
Verbesserung des ökol. Zustandes; Reduzierung
mögl. Belastungen
SHS_04; UFS_04; ggf. DGH_04
Denkmalschutz/Freiraumgestaltung
Kosten
Fallspezifisch in Abhängigkeit des Maßnahmenumfangs
Förderinstrumente
Synergetisch wirksame Maßnahmen im Rahmen der GH/2018 möglich (Punkt 2.1)
Zuständigkeit
Unterhaltungslastträger/Wasserbehörden
Weitere Akteure/Stakeholder
Betroffene, Anlieger, angrenzende Nutzungen
Umsetzungschancen
Kurz- bis langfristig, je nach Umfang der erforderlichen Maßnahmen

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
85
L6.2 Entfernen nicht genehmigter Bauwerke und Ablagerungen im Uferbereich
Gewässername
Beispielgewässer 1
Beispielgewässer 2
Beispielgewässer 3
Stationierung/Lage/Adresse
Bauweise
Zustand
Grund
Dimensionierung
Zuständigkeit
Kostenschätzung
Erwarteter Nutzen
Fördermöglichkeiten
Priorität
Status
In Planung
In Bau
fertiggestellt
Bemerkungen
Praxisbeispiel
In Eigenregie hergestellte Ufermauern und Gewässerquerungen können zu ungünstigen Strömungssituationen führen und Schäden im
Gewässerbett hervorrufen. (Foto: Garack 2018)

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
86
Nr.
Maßnahmentyp
Beschreibung
L6.3
Ersetzen nicht
bodenständiger,
standortfremder
Ufergehölze durch
standortgerechte
Ufervegetation
Erhöhung der natürlichen Sicherungsfunktion standortgerechter Ufervegetation und Vermeidung
von Schäden durch nicht standsichere Stauden, Sträucher und Gehölze. Verwendung
standortgerechter, gewässertypischer, autochthoner sowie robuster Pflanzen.
Kategorie:
Maßnahmen in Fließgewässerabschnitten: „Lineare schadensrelevante Randbedingungen“
Wirkungsweise/Nutzen
Erhöhung der Widerstandsfähigkeit anhand der Etablierung naturnaher krautiger Vegetation oder Gehölzbestände im
Uferbereich. Insbesondere Weiden, Erlen und Eschen bewirken durch ihre Durchwurzelung eine naturnahe Ufersicherung und
stellen gleichzeitig wichtige Verbindungselemente mit dem Gewässerumfeld dar.
Gesetze & Richtlinien
Wassergesetzgebung
Naturschutzgesetzgebung
Baugesetzgebung
§§ 38, 39 WHG; § 24 SächsWG
§ 1 (3) Nr. 3; § 61 BNatSchG
ROG, BauGB
Übergeordnete Maßnahmenart
EU-Maßnahmenart HWRM
LAWA-BLANO-Maßnahmenkatalog
Sonstige
Abflussregulierungen und morphologische
Veränderungen: Morphologie
M73 WRRL/OW
Klimaanpassungskonzepte
Konflikte/Synergien
EU-Wasserrahmenrichtlinie
LANUV-NRW
Sonstige
morphologische Veränderungen: Morphologie
GHZ_02, GHZ_05
Denkmalschutz/Freiraumgestaltung
Kosten
Fallspezifisch in Abhängigkeit der vorhandenen Ufergehölze, der Zielvegetation und des Entwicklungszeitraums (z. B. krautiger
Bewuchs/Gehölze)
Förderinstrumente
Synergetisch wirksame Maßnahmen im Rahmen der GH/2018 möglich (Punkt 2.1)
Zuständigkeit
i. d. R. § 40 WHG (Unterhaltung) (bzw. § 32 SächsWG)
Weitere Akteure/Stakeholder
Betroffene, Anlieger, angrenzende Nutzungen
Umsetzungschancen
Im Rahmen der Gewässerunterhaltung (Plangenehmigung): kurzfristig

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
87
L6.3 Ersetzen nicht bodenständiger, standortfremder Ufergehölze durch standortgerechte Ufervegetation
Gewässername
Beispielgewässer 1
Beispielgewässer 2
Beispielgewässer 3
Stationierung/Lage/Adresse
Bauweise
Zustand
Grund
Dimensionierung
Zuständigkeit
Kostenschätzung
Erwarteter Nutzen
Fördermöglichkeiten
Priorität
Status
In Planung
In Bau
fertiggestellt
Bemerkungen
Praxisbeispiel
Aus Lebendfaschinen hervorgegangene Erlen sichern auf natürliche Weise die Uferbereiche. (Foto: Garack 2017)

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
88
Nr.
Maßnahmentyp
Beschreibung
L7.1
Modifizierte
ökologische
Gewässerunter-
haltung
Beitrag zum vorbeugenden Hochwasserschutz durch fachgerechte ökologisch angepasste
Gewässerunterhaltung. Die Gewässerunterhaltung betrifft je nach Eigentumsverhältnissen die
Sohle, das Ufer sowie das Umfeld.
Kategorie:
Maßnahmen in Fließgewässerabschnitten: „Lineare schadensrelevante Randbedingungen“
Wirkungsweise/Nutzen
Gewährleistung der hydraulischen Leistungsfähigkeit des Gerinnes unter Berücksichtigung von Erhalt und Entwicklung der
ökologischen Funktionsfähigkeit des Gewässers. Verbesserung der natürlichen Hochwasserschutzfunktionen und Ermöglichung
der fließenden Retention.
Gesetze & Richtlinien
Wassergesetzgebung
Naturschutzgesetzgebung
Baugesetzgebung
§ 39 WHG (Gewässerunterhaltung)
§ 1 Abs. 3 Nr. 3, § 40 BNatSchG
-
Übergeordnete Maßnahmenart
EU-Maßnahmenart HWRM
LAWA-BLANO-Maßnahmenkatalog
Sonstige
Abflussregulierungen und morphologische
Veränderungen: Morphologie
M79 WRRL/OW
Stadtplanung
Konflikte/Synergien
EU-Wasserrahmenrichtlinie
LANUV-NRW
Sonstige
Verbesserung des ökol. Zustands
GHZ_01-05; ggf. SHL_01-07
Freiraumgestaltung
Kosten
Fallspezifisch je nach Gewässergröße und Lage des Gewässerabschnittes (Siedlungsbereich/Übergangsbereich/freie Landschaft)
Förderinstrumente
Synergetisch wirksame Maßnahmen im Rahmen der GH/2018 möglich (Punkt 2.1)
Zuständigkeit
i. d. R. § 40 WHG (Unterhaltung) bzw. § 32 SächsWG
Weitere Akteure/Stakeholder
Betroffene, Anlieger, angrenzende Nutzungen
Umsetzungschancen
Im Rahmen der Gewässerunterhaltung (Plangenehmigung): kurzfristig

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
89
L7.1 Modifizierte ökologische Gewässerunterhaltung
Gewässername
Beispielgewässer 1
Beispielgewässer 2
Beispielgewässer 3
Stationierung/Lage/Adresse
Bauweise
Zustand
Grund
Dimensionierung
Zuständigkeit
Kostenschätzung
Erwarteter Nutzen
Fördermöglichkeiten
Priorität
Status
In Planung
In Bau
fertiggestellt
Bemerkungen
Praxisbeispiel
Abb. links: angepasste Gewässerunterhaltung an der Murg, Abb. rechts: Modifizierte Unterhaltung bei Sohlkrautung und Böschungsmahd
https://www.umweltbundesamt.de/n
aturnahe-gewaesserunterhaltung-
als#naturnahe-gewasserunterhaltung
https://www.lfu.bayern.de/wasser/ge
waessernachbarschaften/doc/weniger

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
90
Nr.
Maßnahmentyp
Beschreibung
L7.2
Beräumung des
Gerinnes von
unbrauchbaren
Stoffen/Müll
Verringerung der Verklausungsgefahr durch Entfernung von abschwemmbaren Stoffen/Müll aus
dem Gerinneprofil bzw. Gewässerumfeld und Überflutungsbereich. Beachtung der gesetzlichen
Vorgaben zu Rechten und Pflichten im Gewässerrandstreifen.
Kategorie:
Maßnahmen in Fließgewässerabschnitten: „Lineare schadensrelevante Randbedingungen“
Wirkungsweise/Nutzen
Gewährleistung der hydraulischen Leistungsfähigkeit und Durchflusskapazität durch rechtzeitiges Entfernen von Fließhindernissen
oder störenden/abschwemmbaren Stoffen.
Gesetze & Richtlinien
Wassergesetzgebung
Naturschutzgesetzgebung
Baugesetzgebung
§ 39 WHG
§ 1 Abs. 3 Nr. 3, § 40 BNatSchG
-
Übergeordnete Maßnahmenart
EU-Maßnahmenart HWRM
LAWA-BLANO-Maßnahmenkatalog
Sonstige
Schutz: Management von
Oberflächengewässern
M320 HWRM-RL
-
Konflikte/Synergien
EU-Wasserrahmenrichtlinie
LANUV-NRW
Sonstige
Reduzierung prioritärer, gefährlicher Stoffe
Ggf. DGH_03
-
Kosten
Grabenräumung: 2,20 - 11 €/m² (Ø 7,25 €/m) [3]
Förderinstrumente
Synergetisch wirksame Maßnahmen im Rahmen der GH/2018 möglich (Punkt 2.1)
Zuständigkeit
Siehe § 40 WHG (Unterhaltung) bzw. § 32 SächsWG
Weitere Akteure/Stakeholder
Betroffene, Anlieger, angrenzende Nutzungen
Umsetzungschancen
Im Rahmen der Gewässerunterhaltung (Plangenehmigung): kurzfristig

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
91
L7.2 Beräumung des Gerinnes von unbrauchbaren Stoffen/Müll
Gewässername
Beispielgewässer 1
Beispielgewässer 2
Beispielgewässer 3
Stationierung/Lage/Adresse
Bauweise
Zustand
Grund
Dimensionierung
Zuständigkeit
Kostenschätzung
Erwarteter Nutzen
Fördermöglichkeiten
Priorität
Status
In Planung
In Bau
fertiggestellt
Bemerkungen
Praxisbeispiel
Die Entsorgung von Hausmüll im Gewässer kann im Hochwasserfall zur Verklausung von Engstellen im Gewässer führen und angrenzende
Nutzungen durch Überschwemmungen gefährden. (Quelle:
www.mv-online.de)

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Schadensvorsorge an Fließgewässern – Maßnahmensteckbriefe
92
Nr.
Maßnahmentyp
Beschreibung
L7.3
Krautigen Sohl- und
Uferbewuchs
pflegen
Pflege und Mahd von krautigem Uferbewuchs zur Gewährleistung der hydraulischen
Leistungsfähigkeit des Abflussprofils.
Kategorie:
Maßnahmen in Fließgewässerabschnitten: „Lineare schadensrelevante Randbedingungen“
Wirkungsweise/Nutzen
Eine regelmäßige Mahd fördert die Durchwurzelung des Bodens und erhöht dadurch die Stabilität der Böschung. Verbesserung
des Erosionsschutzes und Verhinderung von Anlandungen und Verbuschung.
Gesetze & Richtlinien
Wassergesetzgebung
Naturschutzgesetzgebung
Baugesetzgebung
§ 39 WHG
§ 1 Abs. 3 Nr. 3, § 40 BNatSchG
-
Übergeordnete Maßnahmenart
EU-Maßnahmenart HWRM
LAWA-BLANO-Maßnahmenkatalog