image

 
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
2
Inhaltsverzeichnis
1.
Kenndaten ............................................................................................................. 6
2.
Übersicht über die Durchführung des Operationellen Programms ...................... 11
2.1
Ergebnisse und Fortschrittsanalyse .................................................................... 11
2.1.1 Angaben über den Stand der materiellen Abwicklung des Operationellen
Programms .......................................................................................................... 11
2.1.2 Finanzielle Angaben ............................................................................................ 18
2.1.3 Angaben über die Verwendung der Fondsmittel ................................................. 20
2.1.4 Unterstützung, aufgeschlüsselt nach Zielgruppen ............................................... 20
2.1.5 Zurückgezahlte oder wiederverwendete Unterstützung ...................................... 24
2.1.6 Qualitative Analyse .............................................................................................. 24
2.2
Angaben zur Vereinbarkeit mit dem Gemeinschaftsrecht ................................... 48
2.3
Wesentliche aufgetretene Probleme und getroffene Abhilfemaßnahmen ........... 51
2.4
Änderung der Durchführungsbestimmungen des operationellen Programms ..... 51
2.5
Wesentliche Änderungen gemäß Artikel 57 der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006
(Dauerhaftigkeit des Vorhabens) ........................................................................ 53
2.6
Komplementarität mit anderen Instrumenten ...................................................... 53
2.7
Begleitung und Bewertung .................................................................................. 57
2.8
Nationale Leistungsreserve gem. Art. 50 der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006) . 61
3.
Durchführung nach Prioritätsachsen ................................................................... 62
3.1
Prioritätsachse A - Steigerung der Anpassungsfähigkeit und
Wettbewerbsfähigkeit von Beschäftigten und Unternehmen ............................... 62
3.1.1 Ergebnisse und Fortschrittsanalyse .................................................................... 62
3.1.2 Wesentliche aufgetretene Probleme und getroffene Abhilfemaßnahmen ........... 81
3.2
Prioritätsachse B - Verbesserung des Humankapitals ........................................ 82
3.2.1 Ergebnisse und Fortschrittsanalyse .................................................................... 82
3.2.2 Wesentliche aufgetretene Probleme und getroffene Abhilfemaßnahmen ......... 110
3.3
Prioritätsachse C - Verbesserung des Zugangs zu Beschäftigung sowie der
sozialen Eingliederung von benachteiligten Personen ...................................... 111
3.3.1 Ergebnisse und Fortschrittsanalyse .................................................................. 111
3.3.2 Wesentliche aufgetretene Probleme und getroffene Abhilfemaßnahmen ......... 143
3.4
Prioritätsachse E - Transnationale Maßnahmen ............................................... 144
3.4.1 Ergebnisse und Fortschrittsanalyse .................................................................. 144
3.4.2 Wesentliche aufgetretene Probleme und getroffene Abhilfemaßnahmen ......... 152
4.
ESF-Programme: Kohärenz und Konzentration ................................................ 153
5.
Technische Hilfe ................................................................................................ 155
6.
Information und Öffentlichkeitsarbeit ................................................................. 156

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
3
Tabellen- und Anlagenverzeichnis
Tabelle 1:
Stand der materiellen Abwicklung des Operationellen Programms
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)
Tabelle 2:
Stand der materiellen Abwicklung des Operationellen Programms
(Status: bewilligt)
Tabelle 3:
Prioritätsachsen, aufgeschlüsselt nach Finanzierungsquellen (in EUR)
Tabelle 4: Kumulierte Zuweisung der Gemeinschaftsmittel, aufgeschlüsselt nach Be-
reichen (in EUR) / Code der Dimension 1
Tabelle 5:
Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der
Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachsen (kumuliert)
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)
Tabelle 6:
Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der
Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachsen (kumuliert)
(Status: bewilligt)
Tabelle 7:
EU-Benchmarks (Stand: 2009)
Tabelle 8:
Earmarking (in EUR)
Tabelle 9:
Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse A
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)
Tabelle 10: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse A
(Status: bewilligt)

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
4
Tabelle 11: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der
Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse A
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)
Tabelle 12: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der
Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse A
(Status: bewilligt)
Tabelle 13: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse B
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)
Tabelle 14: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse B
(Status: bewilligt)
Tabelle 15: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der
Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse B
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)
Tabelle 16: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der
Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse B
(Status: bewilligt)
Tabelle 17: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse C
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)
Tabelle 18: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse C
(Status: bewilligt)
Tabelle 19: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der
Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse C
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
5
Tabelle 20: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der
Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse C
(Status: bewilligt)
Tabelle 21: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse E
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)
Tabelle 22: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse E
(Status: bewilligt)
Tabelle 23: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der
Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse E
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)
Tabelle 24: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der
Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse E
(Status: bewilligt)
Tabelle 25: Bewertung der Informations- und Publizitätsmaßnahmen
Anlage 1:
Kumulierte Zuweisung der Gemeinschaftsmittel, aufgeschlüsselt nach
Bereichen (in EUR) / Kombination der Codes der Dimension 1 bis 5
Anlage 2:
ESF und EFRE: Sichtbar in Sachsen - Beurteilung der Informations- und
Publizitätsmaßnahmen 2007 – 2010

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
6
1. Kenndaten
Operationelles Programm
Ziel:
Konvergenz
Fördergebiet:
Freistaat Sachsen
Programmplanungszeitraum:
2007 - 2013
Referenznummer des Programms (CCI-Code):
2007 DE 051 PO 004
Bezeichnung des Programms:
Europäischer Sozialfonds
Jährlicher Durchführungsbericht Berichtsjahr:
2010
Datum der Genehmigung des Berichts durch den
Programmbegleitausschuss: 25. Mai 2011

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
7
1. Sozio-ökonomische Rahmenbedingungen
1.1. Demographische Entwicklung
Rund 4.147.173 Einwohner lebten nach vorläufigen Berechnungen am 31. Dezember
2010 in Sachsen. Das waren 21.559 Personen bzw. 0,5 Prozent weniger als Ende 2009.
Hauptgrund dafür ist weiterhin das Geburtendefizit. Daneben wirken sich die auftreten-
den Wanderungsverluste nachteilig aus. Die 5. Regionalisierte Bevölkerungsprognose
für den Freistaat Sachsen geht bis 2025 von einem anhaltenden Rückgang der Bevölke-
rung aus. Zum Ende des Prognosezeitraums wird eine Bevölkerungszahl zwischen 3,6
und 3,8 Millionen erwartet. Die Relationen zwischen Alt und Jung werden sich weiter
verändern. Die Bevölkerung im Erwerbsalter (20 bis unter 65 Jahre) wird gleichzeitig
schrumpfen und altern. Der Schrumpfungsprozess wird bestimmt vom Rückgang der
erwerbsfähigen Bevölkerung im Alter von unter 55 Jahren um knapp ein Drittel. Demge-
genüber nimmt die Zahl der älteren Erwerbsfähigen (über 55 bis 67) bis 2025 zu (rd.
9 %).
1.2. Gesamtwirtschaftliche Situation
2009 sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland um 4,7 % (preisbereinigt), be-
dingt vor allem durch einen massiven Einbruch im Winterhalbjahr 2008 /2009. Seit dem
2. Quartal 2009 konnten wieder positive Werte erzielt werden (jeweils gegenüber dem
Vorquartal). Allmählich hat sich die Konjunktur nach dem schwersten wirtschaftlichen
Einbruch seit Bestehen der Bundesrepublik wieder gefestigt. Massive Interventionen von
Regierungen und Notenbanken und in der Folge ein Abebben der weltweiten Vertrau-
enskrise haben dazu beigetragen. Im 2. und 3. Quartal 2010 entwickelte sich die deut-
sche Wirtschaft überraschend dynamisch (+2,2 % bzw. 0,7 % über dem Vorquartal und
jeweils +3,9 % über dem Vorjahresquartal). Auch im 4. Quartal wurde ein Plus erreicht
(gegenüber Vorquartal +0,4 %, gegenüber Vorjahresquartal +4,0 %). Für 2010 konnte
insgesamt ein kräftiges Wachstum von rd. 3,6 % (preisbereinigt) erzielt werden.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
8
Maßgeblich verursacht war die Krise durch den weltweiten Einbruch der Nachfrage nach
Investitions- und langlebigen Konsumgütern. Dieser Nachfrageschock hatte die deut-
sche Wirtschaft aufgrund der hohen Außenhandelsabhängigkeit und der Spezialisierung
auf besonders konjunkturreagible Industrieerzeugnisse überdurchschnittlich getroffen.
Die Finanzkrisen in Griechenland und Irland sowie drohende weitere Finanzierungsprob-
leme südeuropäischer Mitgliedstaaten erhöhen immer noch vorübergehend die Unsi-
cherheiten über die weitere Entwicklung im Euroraum.
Auch Sachsen konnte sich der Krise nicht entziehen.
Im Jahr 2009 ging die Wirtschaftsleistung auf 92,9 Mrd. Euro zurück. Gegenüber dem
Vorjahr sank sie damit um 3,8 % (preisbereinigt). Die sächsische Wirtschaft entwickelte
sich erwartungsgemäß nicht so schlecht wie der Bundesdurchschnitt, aber ungünstiger
als die Wirtschaft der neuen Flächenländer insgesamt (-3,5 %). Der Schätzung von ifo
Dresden zu Folge erzielte Sachsen 2010 ein Wachstum von rd. 3 %, das über dem ost-
deutschen Durchschnitt (2,8 %), aber unter dem von Deutschland insgesamt lag.
Wesentliche Gründe für diese Entwicklungen:
-
Gewicht und die Struktur des Verarbeitenden Gewerbes in Sachsen (Maschinen-
bau, Chipindustrie, Automobilbau) haben sich in der globalen Rezession ver-
gleichsweise nachteilig und im Aufholprozess vorteilhaft auf die wirtschaftliche
Entwicklung ausgewirkt.
-
Vergleichbar wirkte der im ostdeutschen Vergleich hohe Exportanteil der sächsi-
schen Industrie.
1.3. Arbeitsmarkt – Erwerbstätigkeit und Beschäftigung
Im Jahr 2010 war die Arbeitsplatzdichte in Sachsen mit 468 Erwerbstätigen je 1.000
Einwohner etwas höher als im Vorjahr. Im Vergleich der neuen Länder (ohne Berlin) ist
in Sachsen damit nach wie vor die höchste Arbeitsplatzdichte zu verzeichnen. Der Ab-
stand zu den alten Flächenländern ist jedoch unverändert hoch (500 ET je 1.000 EW).

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
9
Die Zahl der Arbeitslosen in Sachsen ging gegenüber dem Vorjahr zurück und lag im
Jahresdurchschnitt 2010 bei rd. 253.500 Personen. Die Arbeitslosenquote, gemessen
an allen zivilen Erwerbspersonen, betrug 11,9 % (2009: 12,9 %).
Vom Rückgang der Arbeitslosenzahl konnten Männer mit einem Anteil von 52,8 % et-
was stärker profitieren.
Die Zahl arbeitsloser Jüngerer unter 25 Jahren ging 2010 ebenfalls zurück. Mit knapp
26.000 gemeldeten Arbeitslosen in dieser Altersgruppe lag der Rückgang gegenüber
dem Jahresdurchschnitt 2009 bei 17,5 %.
In der Altersgruppe 25 bis 50 Jahre verringerte sich die Arbeitslosenzahl im Vorjahres-
vergleich um 10,5 %. Insgesamt waren 140.460 Arbeitslose zwischen 25 und 50 Jahren
arbeitslos gemeldet.
Bei 50jährigen und älteren Personen war der Rückgang der Arbeitslosenzahl mit 3,0 %
deutlich geringer. Der Anteil älterer Arbeitsloser an allen Arbeitslosen stieg im Vorjah-
resvergleich um zwei Prozentpunkte auf 34,3 %. Die Zahl der arbeitslosen Älteren lag im
Jahresdurchschnitt 2010 bei knapp 87.100 Personen.
Insgesamt waren in Sachsen im Jahresdurchschnitt 2010 rd. 336,2 Tsd. Personen ar-
beitslos gemeldet oder in einer arbeitsmarktentlastenden Maßnahme tätig. Die Quote
der Unterbeschäftigung lag bei 15,6 % (JD 2009: 16,7 %).
Auch 2010 hat sich der sächsische Arbeitsmarkt als relativ robust erwiesen. Trotz globa-
ler Wirtschafts- und Finanzkrise in den Jahren 2008/2009 ist die sozialversicherungs-
pflichtige Beschäftigung um rd. 20 Tsd. Personen im Vorjahresvergleich (jeweils Januar
– November) angestiegen. Gleichzeitig verringerte sich die Unterbeschäftigung um rd.
27 Tsd. Personen. Neben einer positiven konjunkturellen Entwicklung hat jedoch auch
die nach wie vor intensive Nutzung der Kurzarbeiterregelungen zum Rückgang der Ar-
beitslosigkeit beigetragen. Von Januar bis Juni 2010 waren in Sachsen durchschnittlich
rd. 43.700 Personen von Kurzarbeit betroffen. Aber auch der Rückgang des Erwerbs-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
10
personenpotentials durch die demografische Entwicklung hat die Entwicklung positiv
beeinflusst. Gleichwohl ist festzustellen, dass die Arbeitslosigkeit in Sachsen sowie in
Ostdeutschland nach wie vor nahezu doppelt so hoch ist wie in Westdeutschland.
1.4. Wirtschaftliche Situation und Arbeitsmarkt – Prognose
Die Forschungsinstitute (Gemeinschaftsdiagnose „Deutschland im Aufschwung - Wirt-
schaftspolitik vor wichtigen Entscheidungen“, Oktober 2010) erhöhten ihre Wachstums-
prognose für Deutschland 2011 bereits kräftig auf 2,0 %. Damit würde Deutschlands
Wirtschaft zwar deutlich langsamer wachsen als im vergangenen Jahr aber stärker als
der europäische Durchschnitt (EU-27: + 1,3 %). Die Bundesregierung geht in ihrer aktu-
ellen Projektion (Januar 2011) von einer gegenüber 2010 nachlassenden Wachs-
tumsdynamik aus und erwartet ein Wachstum von 2,3 % (2012: +1,8 %). Das ifo Institut
schätzt in seiner Prognose vom Jahresanfang das Wachstum für 2011 auf 2,4 %.
Die Erholung im laufenden Jahr dürfte zunehmend auch von der Inlandsnachfrage ge-
tragen werden. Die Institute gehen davon aus, dass die Finanzpolitik zunächst noch
sehr expansiv ausgerichtet ist; der finanzpolitische Impuls (gemessen am BIP) gegen-
über 2009 dürfte in 2010 noch 0,9 % betragen haben, für das laufende Jahr wird ein
allmähliches Umschwenken auf einen Konsolidierungskurs erwartet (fiskalischer Impuls
noch 0,2 %). Dann dürfte der private Konsum zunehmend das Wachstum tragen, wäh-
rend die Impulse aus dem Ausland nachlassen dürften. Dieser Entwicklung entspre-
chend erwarteten die Institute auch eine weitere Fortsetzung des Aufschwungs am Ar-
beitsmarkt.
Das ifo Institut geht in seiner aktuellen Prognose für Sachsen (Januar 2011) von einem
spürbar niedrigeren Wachstum (2,1 %) für 2011 als im Vorjahr aus, das aber über dem
ostdeutschen Durchschnitt (2,0 %) und etwas unter dem gesamtdeutschen Durchschnitt
liegen dürfte. Die Zahl der Erwerbstätigen dürfte der Prognose zu Folge in diesem Jahr
moderat um 0,6 % steigen, vergleichbar mit Ostdeutschland im Durchschnitt.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
11
2.
Übersicht über die Durchführung des Operationellen Programms
2.1 Ergebnisse und Fortschrittsanalyse
2.1.1 Angaben über den Stand der materiellen Abwicklung des Operationellen
Programms
Gemäß Artikel 67 Abs. 2 Buchst. a) der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 wird im folgen-
den Abschnitt über den Stand der Durchführung des Operationellen Programms (OP)
und der Prioritätsachsen gemessen an den überprüfbaren spezifischen Zielen berichtet.
Die in folgenden beiden Tabellen aufgeführten Angaben entsprechen den im OP verein-
barten Indikatoren nach Artikel 37 Abs. 1 Buchst. c) der Verordnung (EG) Nr.
1083/2006. In der ersten Tabelle beruht die Erfassung der Outputindikatoren auf ver-
wendungsnachweisgeprüften Daten, die verbindlich und gesichert sind. Als Vergleich
hierzu werden in der zweiten Tabelle die Outputindikatoren auf der Grundlage der Bewil-
ligungen dargestellt. Die Bewilligungen erfassen im Unterschied zu verwendungsnach-
weisgeprüften Daten den Umsetzungsstand besser, sind aber noch nicht abschließend
belastbar, da es durchaus möglich ist, dass eine bewilligte Maßnahme nicht wie vorge-
sehen stattfindet. Die Ergebnisindikatoren werden aus amtlichen Statistiken oder Evalu-
ierungen ermittelt. Insofern werden Ergebnisindikatoren nach der Bewilligung, oft auch
erst nach der Verwendungsnachweisprüfung oder im Falle von Statistiken auf andere
Weise eruiert. Aus diesem Grund wurde auf diesbezügliche Eintragungen in der Tabelle
basierend auf Bewilligungen verzichtet. Die bereits ermittelten Ergebnisindikatoren wur-
den aus Gründen der einheitlichen Darstellung der Indikatoren in der Tabelle mit ver-
wendungsnachweisgeprüften Daten erfasst, wenngleich diese lediglich die Basis für da-
ran aufsetzende Evaluierungen sind. Die Aussagen dieses Abschnittes gelten auch für
die in Gliederungspunkt 3 dieses Berichts enthaltenen Auszüge der beiden Tabellen.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
12
Tabelle 1: Stand der materiellen Abwicklung des Operationellen Programms
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)
Indikatoren*
Art 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015
Insge-
samt
Indikator 1 –
Ergebnisindikator
Zahl der erfolgreich
abgeschlossenen
Weiterbildungen
Ergebnis
100 %
43,99 % 89,72%
84,68 %
82,75 %
Zielvorgabe
90 %
Ausgangswert
80 %
Indikator 2 –
Outputindikator
Erwerbstätige die an
Weiterbildung /
Beratung teilnehmen
Ergebnis 1 1.639 7.176 6.911 15.727
Zielvorgabe
79.500
Ausgangswert
Indikator 3 –
Outputindikator
Beratene Unternehmen
Ergebnis 1 167 1.579 1.546 3.293
Zielvorgabe
14.500
Ausgangswert
Indikator 4 –
Ergebnisindikator
Zahl neuer Arbeitsplätze bei
den geförderten Gründern
aus dem Hochschulbereich
Ergebnis
150
150
Zielvorgabe
1.000
1.000
2.000
Ausgangswert
Indikator 5 –
Outputindikator
Beratene und gecoachte
angehende Gründer
Ergebnis 0 0 69 182 251
Zielvorgabe
10.500
Ausgangswert
Indikator 6 –
Ergebnisindikator
Verringerung der
Schulabgänger ohne
Hauptschulabschluss
Ergebnis
8,7 %
8,8 %
8,9 %
9,8 %
9,8 %
Zielvorgabe
6,5 %
Ausgangswert
8,6 %
Indikator 7 –
Outputindikator
Geförderte Schüler und
Ausbildungsplatzsuchende
Ergebnis 0 17 2.442 6.449 8.908
Zielvorgabe
220.000
Ausgangswert
Indikator 8 –
Ergebnisindikator
Reduzierung der
Versorgungslücke
Ergebnis
9.142
0
0
Zielvorgabe
7.973
Ausgangswert
25.470
Indikator 9 –
Outputindikator
Geförderte
Ausbildungsplätze
Ergebnis 4 5.832 13.059 12.300 31.195
Zielvorgabe
16.600
Ausgangswert

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
13
Indikator 10 –
Ergebnisindikator
Verbesserung der Beschäf-
tigungsquote
von Akademikern – Steige-
rung der Weiterbildungs-
quote von Hochschulabsol-
venten
Ergebnis
k. A.
1
Zielvorgabe
51,0 %
Ausgangswert
49,0 %
Indikator 11 –
Outputindikator
Geförderte Weiterbildungs-
Projekte (Konzeption und
Weiterentwicklung), erreich-
te Teilnehmer
Ergebnis 0 0 0 1
1
2
Zielvorgabe
48.000
Ausgangswert
Indikator 12 –
Ergebnisindikator
Promotionsquote
Ergebnis
6,8 %
7,6 %
7,3 %
k. A.
3
7,3 %
Zielvorgabe
10,0 %
Ausgangswert
8,2 %
Indikator 13 –
Outputindikator
Geförderte Promovenden
Ergebnis 0 0 0 2 2
Zielvorgabe
250
Ausgangswert
Indikator 14 –
Ergebnisindikator
Verbesserung von
Hochschulnetzwerken
Ergebnis
11
k. A.
4
11
Zielvorgabe
Ausgangswert
Indikator 15 –
Outputindikator
Unterstützte Projekte
Ergebnis 0 0 0 0 0
Zielvorgabe
Ausgangswert
Indikator 16 –
Ergebnisindikator
Geförderte Teilnehmer sind
zwei Jahre nach Beginn der
Förderung beschäftigt
Ergebnis
70,0 %
70,0 %
Zielvorgabe
70,0 %
Ausgangswert
70,0 %
Indikator 17 –
Outputindikator
Langzeitarbeitslose
Ergebnis 0 29 1.740 2.270 4.039
Zielvorgabe
6.400
Ausgangswert
1
Für Indikator 10 kann kein neuerer Wert angegeben werden. Als Datenquelle existiert aktuell lediglich das „Berichts-
system Weiterbildung IX“ auf Basis von Erhebungsdaten aus dem Jahr 2003. Aus der Erhebung des Jahres 2007 lie-
gen bisher erst Eckdaten zu Auswertungsergebnissen vor, aus denen nicht auf die differenzierten Merkmale des Indi-
kators (Zielgruppe Akademiker im Freistaat Sachsen) geschlossen werden kann. Zudem zeigen erste Ergebnisse der
begleitenden Evaluierung, dass der Indikator für die Begleitung und Bewertung des OP wenig geeignet ist und daher
zukünftig entfallen sollte.
2
Indikator 11 erfasst nur geförderte Projekte, da teilweise nur die Konzipierung, Entwicklung und Erprobung gefördert
wird; die Anzahl der Projekte und Teilnehmer sind nicht zu kumulieren.
3
Angaben für die Berechnung der Promotionsquote 2010 lagen zum Zeitpunkt der Erstellung des Jahresberichts 2010
von Seiten des Statistischen Landesamtes Sachsen noch nicht vor und werden daher mit Jahresbericht 2011 eingetra-
gen.
4
Auf die Quantifizierung eines Zielwertes wurde im OP verzichtet, da sich hinter den Netzwerkprojekten sehr unter-
schiedliche Vorhaben verbergen. Das bestätigen erste Ergebnisse der begleitenden Evaluierung. Ohne Zielwert ist
der Indikator für die Begleitung und Bewertung des OP aber wenig geeignet und sollte daher zukünftig entfallen.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
14
Indikator 18 –
Ergebnisindikator
Anteil der Personen, die
gegründet haben und zwei
Jahre später noch selbst-
ständig sind
Ergebnis
65,0 %
65,0 %
Zielvorgabe
65,0 %
Ausgangswert
65,0 %
Indikator 19 –
Outputindikator
Geförderte Gründer und
Teilnehmer aus der AL
Ergebnis 0 1 557 575 1.133
Zielvorgabe
7.000
Ausgangswert
Indikator 20 –
Ergebnisindikator
Zusätzlich aktivierte
LZA
Ergebnis
14.085
14.085
Zielvorgabe
48.300
Ausgangswert
Indikator 21 –
Outputindikator
Aktivierte / geförderte LZA
und schwer Vermittelbare
Ergebnis 0 0 2.564 8.963 11.527
Zielvorgabe
48.300
Ausgangswert
Indikator 22 –
Ergebnisindikator
Erhöhung der Teilnahme an
transnationaler
Qualifizierung
Ergebnis
1.200
1.200
2.400
Zielvorgabe
12.810
Ausgangswert
Indikator 23 –
Outputindikator
Personen, die an trans-
nationalen Maßnahmen
teilnehmen
Ergebnis 0 0 19 3 22
Zielvorgabe
8.400
Ausgangswert
* Angaben lt. OP, eine Aufschlüsselung nach Geschlecht ist nicht vorgesehen.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
15
Tabelle 2: Stand der materiellen Abwicklung des Operationellen Programms
(Status: bewilligt)
Indikatoren*
Art 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015
Insge-
samt
Indikator 1 –
Ergebnisindikator
Zahl der erfolgreich
abgeschlossenen
Weiterbildungen
Ergebnis
Zielvorgabe
90 %
Ausgangswert
80 %
Indikator 2 –
Outputindikator
Erwerbstätige die an
Weiterbildung /
Beratung teilnehmen
Ergebnis 645 7.516 11.374 12.763 32.298
Zielvorgabe
79.500
Ausgangswert
Indikator 3 –
Outputindikator
Beratene Unternehmen
Ergebnis 72 1.271 1.767 867 3.977
Zielvorgabe
14.500
Ausgangswert
Indikator 4 –
Ergebnisindikator
Zahl neuer Arbeitsplätze bei
den geförderten Gründern
aus dem Hochschulbereich
Ergebnis
Zielvorgabe
1.000
1.000
2.000
Ausgangswert
Indikator 5 –
Outputindikator
Beratene und gecoachte
angehende Gründer
Ergebnis 0 14.154 125 302 14.581
Zielvorgabe
10.500
Ausgangswert
Indikator 6 –
Ergebnisindikator
Verringerung der
Schulabgänger ohne
Hauptschulabschluss
Ergebnis
Zielvorgabe
6,5 %
Ausgangswert
8,6 %
Indikator 7 –
Outputindikator
Geförderte Schüler und
Ausbildungsplatzsuchende
Ergebnis 120 12.876 25.645 17.943 56.584
Zielvorgabe
220.000
Ausgangswert
Indikator 8 –
Ergebnisindikator
Reduzierung der
Versorgungslücke
Ergebnis
Zielvorgabe
7.973
Ausgangswert
25.470
Indikator 9 –
Outputindikator
Geförderte
Ausbildungsplätze
Ergebnis 12.080 22.131 20.391 14.065
68.667
Zielvorgabe
16.600
Ausgangswert

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
16
Indikator 10 –
Ergebnisindikator
Verbesserung der Beschäf-
tigungsquote von Akademi-
kern – Steigerung der
Weiterbildungsquote von
Hochschulabsolventen
Ergebnis
Zielvorgabe
51,0 %
Ausgangswert
49,0 %
Indikator 11 –
Outputindikator
Geförderte Weiterbildungs-
Projekte (Konzeption und
Weiterentwicklung), erreich-
te Teilnehmer
Ergebnis 0 2 25 27
54
5
Zielvorgabe
48.000
Ausgangswert
Indikator 12 –
Ergebnisindikator
Promotionsquote
Ergebnis
Zielvorgabe
10,0 %
Ausgangswert
8,2 %
Indikator 13 –
Outputindikator
Geförderte Promovenden
Ergebnis 0 32 92 38 162
Zielvorgabe
250
Ausgangswert
Indikator 14 –
Ergebnisindikator
Verbesserung von
Hochschulnetzwerken
Ergebnis
Zielvorgabe
Ausgangswert
Indikator 15 –
Outputindikator
Unterstützte Projekte
Ergebnis 0 2 9 5 16
Zielvorgabe
Ausgangswert
Indikator 16 –
Ergebnisindikator
Geförderte Teilnehmer sind
zwei Jahre nach Beginn der
Förderung beschäftigt
Ergebnis
Zielvorgabe
70,0 %
Ausgangswert
70,0 %
Indikator 17 –
Outputindikator
Langzeitarbeitslose
Ergebnis 947 9.024 4.300 2.571 16.842
Zielvorgabe
6.400
Ausgangswert
Indikator 18 –
Ergebnisindikator
Anteil der Personen, die
gegründet haben und zwei
Jahre später noch selbst-
ständig sind
Ergebnis
Zielvorgabe
65,0 %
Ausgangswert
65,0 %
Indikator 19 –
Outputindikator
Geförderte Gründer und
Teilnehmer aus der AL
Ergebnis 0 780 775 979 2.534
Zielvorgabe
7.000
Ausgangswert
5
Indikator 11 erfasst nur geförderte Projekte, da teilweise nur die Konzipierung, Entwicklung und Erprobung gefördert
wird; die Anzahl der Projekte und Teilnehmer sind nicht zu kumulieren.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
17
Indikator 20 –
Ergebnisindikator
Zusätzlich aktivierte
LZA
Ergebnis
Zielvorgabe
48.300
Ausgangswert
Indikator 21 –
Outputindikator
Aktivierte / geförderte LZA
und schwer Vermittelbare
Ergebnis 570 12.582 8.362 5.594 27.108
Zielvorgabe
48.300
Ausgangswert
Indikator 22 –
Ergebnisindikator
Erhöhung der Teilnahme an
transnationaler
Qualifizierung
Ergebnis
Zielvorgabe
12.810
Ausgangswert
Indikator 23 –
Outputindikator
Personen, die an trans-
nationalen Maßnahmen
teilnehmen
Ergebnis 0 708 507 53 1.268
Zielvorgabe
8.400
Ausgangswert
* Angaben lt. OP, eine Aufschlüsselung nach Geschlecht ist nicht vorgesehen.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
18
2.1.2 Finanzielle Angaben
Zum Ende des Berichtsjahres waren mit insgesamt 693,7 Mio. Euro fast 60 % des ge-
samten Programmvolumens gebunden. Damit wurde ein planmäßiger Programmfort-
schritt erreicht.
Zwischen den einzelnen Prioritätsachsen gibt es deutliche Unterschiede. So beträgt der
Umsetzungsstand in der Prioritätsachsen D (Technische Hilfe) knapp 40 % während in
der Prioritätsachsen C (Verbesserung des Zugangs zu Beschäftigung sowie der sozia-
len Eingliederung von benachteiligten Personen) bereits 77 % der Programmmittel ge-
bunden sind. Dementsprechend unterschiedlich sind auch die in Tabelle 3 dargestellten
Durchführungsraten der einzelnen Prioritätsachsen. Insgesamt wurden im Berichtsjahr
mit Zahlungsantrag vom 29. November 2010, der den Ausgabenstand zum 31. Juli 2010
umfasst, reichlich 17 % der gesamten Programmmittel zur Erstattung beantragt. Die n+2
–Regelung konnte damit erfüllt werden.
Die Mittel für die Region mit Übergangsunterstützung sind zu 61 % gebunden und die
Mittel für die Regionen ohne Übergangsunterstützung zu knapp 60 %. Die hier im Vor-
jahr noch bestehenden deutlichen Unterschiede konnten durch Steuerungsmaßnahmen
der Fondsbewirtschafter erkennbar ausgeglichen werden.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
19
Die folgende Tabelle stellt die finanzielle Abwicklung gemäß Artikel 67 Abs. 2 Buchst. b)
der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 für jede Prioritätsachse dar. Es wurden keine ge-
sonderten Finanzindikatoren vereinbart.
Tabelle 3: Prioritätsachsen, aufgeschlüsselt nach Finanzierungsquellen (in EUR)
Finanzmittel insge-
samt des operatio-
nellen Programms
(Europäische
Union und national)
in Euro
Grundlage
für Berech-
nung des
EU-Beitrags
(öffentliche
oder Ge-
samtkosten)
Gesamthöhe der
von den Begünstig-
ten gezahlten för-
derfähigen Ausga-
ben (1)
In Euro
Entsprechender
öffentlicher Bei-
trag (1) in Euro
Durchfüh-
rungsrate in
%
a
b
c
d
e = c : a,
wenn Ge-
samtkos-
ten,
oder e = d
:a, wenn
öffentliche
Kosten
Prioritätsachse A:
Steigerung der Anpassungsfähig-
keit und Wettbewerbsfähigkeit von
Beschäftigten und Unternehmen
250.399.336 G 40.982.913,17 35.041.009,03
16,37
Prioritätsachse B:
Verbesserung des Humankapitals
490.482.965 G 70.472.209,05 70.022.982,23
14,37
Prioritätsachse C:
Verbesserung des Zugangs zu
Beschäftigung sowie der sozialen
Eingliederung von benachteiligten
Personen
318.551.509 G 77.027.158,54 76.200.282,10
24,18
Prioritätsachse E:
Transnationale Maßnahmen
51.342.161 G 6.085.664,33 5.973.141,34
11,85
Technische Hilfe
46.605.723 G 4.487.117,17 4.487.117,17
9,63
Gesamtbetrag
1.157.381.694
199.055.062,26 191.724.531,87
(
1
) Kumulative Zahlen

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
20
*
2.1.3 Angaben über die Verwendung der Fondsmittel
Die vollständige Information über die Aufschlüsselung der Mittelverwendung gemäß An-
hang II, Teil C der Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 erfolgt auf Grund des Umfangs in der
Anlage 1
zu diesem Bericht und stellt die „five dimensions“ dar.
Im Folgenden wird zur Übersicht eine „one dimension“ Tabelle angeführt. Diese wurde
auf Basis der „five dimension“ auf das vorrangige Thema und deren zugewiesenen Ge-
meinschaftsbeteiligungen reduziert.
Tabelle 4: Kumulierte Zuweisung der Gemeinschaftsmittel, aufgeschlüsselt nach Bereichen (in
EUR) / Code der Dimension 1
Vorrangiges Thema
Zugewiesene Gemeinschaftsbeteiligung (in Euro)
62 19.658.557,37
66 18.849.458,99
67 1.502.786,38
68 16.269.143,85
69 10.689.387,25
70 6.941.230,74
71 22.850.254,69
72 1.862.024,01
73 59.559.242,37
74 6.390.580,50
85 2.873.433,71
86 1.150.246,94
Stand: 31. Dezember 2010
rundungsbedingte Abweichungen im Cent-Bereich möglich
Die Erreichung der Zielvorgaben, die auf den Ausgabenkategorien in Anhang IV der Ar-
tikels 9 Abs. 3 der Verordnung (EG) 1083/2006 beruhen (Earmarking), findet sich im
Abschnitt
2.1.6
.
2.1.4 Unterstützung, aufgeschlüsselt nach Zielgruppen
Die Zielgruppen des ESF in Sachsen ergeben sich aus dem OP. Danach hat sich der
Freistaat zum Ziel gesetzt, in der gesamten Förderperiode rund 444.950 Personen zu
unterstützen. Die Erreichung dieses zu Beginn der Förderperiode gesetzten Ziels
scheint zur Halbzeit der Förderperiode realistisch. So wurden bis Ende 2010 214.234

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
21
Eintritte im Status bewilligt und davon 110.271 im Status verwendungsnachweisgeprüft
gezählt. Der ESF in Sachsen liegt somit hinsichtlich des Verhältnisses aus Zeitablauf
und Teilnehmerzahl auf Kurs. Sollte sich dieser sehr positive Trend fortsetzen, kann das
Ziel unter Umständen sogar übertroffen werden.
Die Erfassungsgrundlage der Teilnehmer in der ersten Tabelle sind verwendungsnach-
weisgeprüfte Daten. Die Erfassungsgrundlage der Teilnehmer in der zweiten Tabelle
sind bewilligte Daten und werden zur unverbindlichen Kenntnisnahme zur Darstellung
der Entwicklung der Umsetzung des ESF in Sachsen im Bericht angeführt. Die Aussa-
gen dieses Abschnittes gelten auch für die in Gliederungspunkt 3 dieses Berichts enthal-
tenen Auszüge der beiden Tabellen.

image
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
22
Tabelle 5: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die gesamten Priorität-
sachsen (kumuliert) (Status: verwendungsnachweisgeprüft)

image
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
23
Tabelle 6: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die gesamten Priorität-
sachsen (kumuliert) (Status: bewilligt)

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
24
2.1.5 Zurückgezahlte oder wiederverwendete Unterstützung
Im Berichtsjahr wurden keine Streichungen vorgenommen, deshalb sind für den vorlie-
genden Bericht keine Angaben über die infolge der Streichung des Beitrags zurückge-
zahlten oder wiederverwendeten Mittel gem. Art. 57 und 98 Abs. 2 der Verordnung (EG)
Nr. 1083/2006 zu machen.
2.1.6 Qualitative Analyse
Mit der Genehmigung des OP durch die Europäische Kommission wurde eine Reihe von
Indikatoren für den ESF im Freistaat Sachsen vereinbart, deren Zielerreichungsgrad
zum Jahresende 2010 dargestellt und analysiert wird. Dabei ist zu berücksichtigen, dass
für einen Teil der bewilligten Projekte zum Jahresende 2010 noch keine Daten erfasst
waren (datenverarbeitungstechnisch bedingte zeitliche Verschiebungen). Daher wird der
tatsächliche Stand der Zielerreichung tendenziell geringfügig unterzeichnet. Dieser Ef-
fekt war jedoch vor allem in der Anlaufphase des OP von Bedeutung und wird im Zeit-
verlauf an Gewicht verlieren. Gegenüber den Berichtsjahren 2008 und 2009 sind nun
bereits signifikante, sich in Indikatoren widerspiegelnde Ergebnisse zu verzeichnen.
Qualitative Analyse der Ergebnisse zu den Indikatoren
Indikator 1 – Ergebnisindikator: Zahl der erfolgreich abgeschlossenen Weiterbildungen
und
Indikator 2 – Outputindikator: Erwerbstätige, die an Weiterbildung/Beratung teilnehmen
Für 2010 wurden Weiterbildungen/Beratungen für 12.763 Erwerbstätige bewilligt. Im
gleichen Zeitraum wurden 6.911 Weiterbildungen/Beratungen nachgewiesen. Seit 2007
sind somit 32.298 Weiterbildungen/Beratungen bewilligt worden. Angesichts dieses Um-
setzungsstandes zur Halbzeit erscheint es realistisch, dass das Ziel 79.500 Erwerbstäti-
ge weiterzubilden erreicht werden kann. Trotzdem ist beabsichtigt, die Annäherung an
die Zielvorgabe intensiv zu beobachten und diese gegebenenfalls anzupassen. Der An-
teil der erfolgreich abgeschlossenen Weiterbildungen lag im Jahr 2010 bei 84,68 % und
damit über dem Ausgangswert von 80 %, jedoch noch unter der Zielvorgabe von 90 %.
Da sich die Quote von 82,75 % erfolgreicher Weiterbildungen bislang nur auf 15.727

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
25
Förderfälle bezieht, erscheint ein Erreichen des Zielwertes von insgesamt 90% noch
möglich, es setzt allerdings voraus, dass in Zukunft ein durchschnittlich höherer Anteil
an erfolgreichen Weiterbildungen erreicht wird. Die Entwicklung der ambitionierten Er-
folgsquote wird genau beobachtet.
Indikator 3 – Outputindikator: Beratene Unternehmen
Im Jahr 2010 wurden 867 Unternehmen beraten. Damit ist die Gesamtzahl der Beratun-
gen auf 3.977 gestiegen. Insgesamt wurden bis Ende 2010 3.293 Beratungen nachge-
wiesen. Die Zielvorgabe für Beratungen für den gesamten Förderzeitraum liegt bei
14.500 beratenen Unternehmen. Somit wurde zur Halbzeit der Umsetzung des OP nur
rund ein Fünftel der Zielvorgabe erreicht. Deshalb ist beabsichtigt, diesen Indikator zu
prüfen und ggf. anzupassen.
Indikator 4 – Ergebnisindikator: Zahl neuer Arbeitsplätze bei den geförderten Gründern
aus dem Hochschulbereich
Dieser Indikator soll planmäßig wieder im Jahr 2012 im Rahmen der Begleitenden Eva-
luierung erhoben werden. Jedoch zeigen erste Ergebnisse der begleitenden Evaluie-
rung, dass der Indikator für die Begleitung und Bewertung des OP eher wenig geeignet
erscheint und daher gegeben falls geändert werden sollte.
Indikator 5 – Outputindikator: Beratene und gecoachte angehende Gründer
Zielvorgabe sind gemäß OP 10.500 angehende Gründer. Im Jahr 2010 wurden 302 ange-
hende Gründer im Rahmen der Fördergegenstände Vorgründungsberatung, Seed-Coaching
und Seed-Stipendium unterstützt. Die Gesamtzahl der bewilligten Gründungscoachings und
-beratungen liegt unter Einbezug des Fördergegenstandes Gründerinitiativen (14.154 Teil-
nahmen) bei 14.581. Für eine qualitativ genauere Unterlegung des Indikators ist es notwen-
dig, Mehrfachzählungen zu vermeiden und nur die Zahl der tatsächlichen Einfachteilnehmer
im Fördergegenstand Gründerinitiativen zu berücksichtigen. Hierzu findet derzeit eine Ver-
fahrensabstimmung mit der SAB statt. Die vorläufig ermittelte Zahl umfasst schätzungswei-
se 950 Einfachteilnehmer pro Jahr bei den Gründerinitiativen. Zusammen mit den beratenen
und gecoachten angehenden Gründern von Seed-Stipendium, Seed-Coaching sowie den
Vorgründungsberatungen ergibt sich daraus ein vorläufiger Gesamtwert i. H. v. ca. 3.300

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
26
Einfachteilnehmern. Von diesen ist in 251 Fällen die Nachweisführung erfolgt. Es wurde im
vierten Jahr der Umsetzung des OP die Zielvorgabe zu einem Drittel erreicht. Auch mit einer
weiteren Intensivierung der Anstrengungen in diesem Bereich erscheint es unrealistisch,
dass der Zielwert erreicht wird, weshalb beabsichtigt ist, diesen anzupassen.
Indikator 6 – Ergebnisindikator: Verringerung der Schulabgänger ohne Hauptschulab-
schluss
Ausgehend von einer Quote von 8,6 % der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss
zu Beginn des Förderzeitraums wird im Operationellen Programm eine Verminderung
dieses Anteils auf 6,5 % angestrebt. Mit aktuell 9,8 % konnte bisher keine Verringerung
des Anteils erreicht werden, der Wert liegt allerdings deutlich unter dem für 2013 prog-
nostizierten Wert von 13,0 % (Prognose der Kultusministerkonferenz, Statistische Veröf-
fentlichung der Kultusministerkonferenz Januar 2005 - Vorausberechnung der Schüler-
und Absolventenzahlen 2003 bis 2020). Aufgrund der demografischen Entwicklung sinkt
derzeit die Zahl der Schüler stark. Im Jahr 2010 waren dies 2.341 Schüler, im Jahr 2009
waren es noch 2.690 Schüler. Jedoch sinkt diese Zahl nicht in demselben Maße wie die
Zahl der Schulabgänger mit einem Abschluss. Hierbei sind verschiedene Faktoren aus-
schlaggebend. So sinkt derzeit die Zahl der Absolventen der Gymnasien stärker als die
Zahl der Absolventen der Mittelschulen und Förderschulen, da der Geburtenknick jetzt
an den Gymnasien angekommen ist. Weiterhin sind zum Beispiel bildungsnahe Familien
mobiler als bildungsferne Familien, d.h. bildungsnahe Familien sind eher gewillt, einen
Beruf in einem anderen Bundesland zu ergreifen und hierfür Sachsen zu verlassen. Von
den angegebenen 9,8 % der Schüler ohne einen Hauptschulabschluss verlassen knapp
die Hälfte (d.h. 4,5 % aller Schüler) die Schule mit einem Förderschulabschluss. Seit
dem Schuljahr 2009/2010 kann der Förderschulabschluss in Sachsen erworben werden.
Der Anteil der Schüler, die ohne einen schulischen Abschluss die Schule verlassen, liegt
somit bei nur 5,3 %. Die mit Mitteln des ESF ergriffenen Maßnahmen konnten aufgrund
der Dauer der Projekte und der eher längerfristigen Wirkung von Bildungsprojekten noch
keinen vollständigen Einfluss entfalten. Selbst Schüler, die bereits im Jahr 2008 an einer
Maßnahme teilnahmen, haben noch nicht zwingend die Schule abgeschlossen. Mit Blick
auf die Größe der Zielgruppe abschlussgefährdeter Schüler und das zur Förderung ein-
gesetzte Instrumentarium ist der Indikator nach einer ersten Einschätzung im Rahmen

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
27
der begleitenden Evaluierung durch ESF-Förderaktivitäten in beträchtlichem Maße be-
einflussbar. Dabei hängt die Entwicklung der Quote der Schulabgänger ohne Haupt-
schulabschluss aber nicht allein vom Umfang der ESF-Förderung ab, vielmehr ist die
Leistungsfähigkeit des Schulsystems insgesamt der maßgebliche Faktor. An der Ziel-
vorgabe von 6,5 % wird festgehalten, da sich der Freistaat Sachsen dem Thema Schü-
lern ohne Hauptschulabschluss verstärkt annehmen möchte. So werden bereits jetzt
intensiv die Möglichkeiten genutzt, nachträglich einen allgemeinbildenden Schulab-
schluss zu erwerben. Diese Abschlüsse fließen nicht in die obige Statistik ein. So haben
im Schuljahr 2009/2010 insgesamt 750 Schüler an Berufsschulen nachträglich einen
Hauptschulabschluss erreicht. Eine genaue Zuordnung der Schüler auf die einzelnen
Jahrgänge der allgemeinbildenden Schulen ist dabei jedoch nicht möglich. In Sachsen
werden außerdem verstärkt Maßnahmen ergriffen, u.a. von der Bundesagentur für Ar-
beit, damit junge Menschen nachträglich einen allgemeinbildenden Schulabschluss er-
langen können. Durch die Schulfremdenprüfung konnten im Jahr 2010 insgesamt 517
junge Menschen nachträglich einen Hauptschulabschluss (einschließlich qualifizierender
Hauptschulabschluss) oder Realschulabschluss erreichen. Weitere 149 Personen konn-
ten einen Hauptschulabschluss oder qualifizierenden Hauptschulabschluss an der
Abendmittelschule erwerben. In diesem Kontext ist auch der Mikrozensus von 2008 zu
sehen, der einen Anteil von 2,1 % derjenigen sächsischen Einwohner in der Altersgrup-
pe der 20 bis unter 30-Jährigen ergab, die keinen Hauptschulabschluss haben. Dieser
Wert lag 2008 in Gesamtdeutschland bei 3,3 % und somit in Sachsen deutlich darunter.
Indikator 7 – Outputindikator: Geförderte Schüler und Ausbildungsplatzsuchende
Im Jahr 2010 wurden 17.943 Förderungen von Schülern und Ausbildungsplatzsuchen-
den durchgeführt. Damit ist die Gesamtzahl auf 56.584 angestiegen. Von diesen sind
bereits 8.908 nachgewiesen. Insgesamt werden 220.000 Förderungen mit dem OP an-
gestrebt. Im vierten Jahr der Umsetzung des OP wurde die Zielvorgabe zu rund 25 %
erreicht. Da nach einer ersten Einschätzung im Rahmen der begleitenden Evaluierung
rund 80 % der jährlichen Teilnehmerzahl auf Maßnahmen der Berufs- und Studienorien-
tierung im Verantwortungsbereich von Schulen entfallen - in denen mit ESF-Projekten
tatsächlich eine erhebliche Breitenwirkung erzielt werden kann - und in Anbetracht einer
beabsichtigten weiteren Intensivierung der Umsetzung, erscheint es möglich aber ein-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
28
gedenk der Halbzeit des Förderzeitraums auch ambitioniert, die Zielvorgabe zu errei-
chen. Es ist daher beabsichtigt, die weitere Entwicklung intensiv zu beobachten und ge-
geben falls die Zielvorgabe auf eine realistische Grundlage zu stellen.
Indikator 8 – Ergebnisindikator: Reduzierung der Versorgungslücke
Ausgehend von einer Versorgungslücke von 25.470 fehlenden Ausbildungsplätzen zu
Beginn des Förderzeitraums, wurde im OP eine Zielvorgabe für das Ende des Förder-
zeitraums von 7.973 gemacht. Im Jahr 2008 wurde die Versorgungslücke bereits auf
9.142 reduziert. Im Jahr 2009 wurde die Größe der Versorgungslücke planmäßig nicht
erhoben. Aktuellen Erhebungen für das Jahr 2010 ist zu entnehmen, dass keine Versor-
gungslücke mehr besteht. Somit wurde erfreulicherweise früher als erwartet ein wesent-
liches Ziel des OP erreicht. Der Indikator wird zu Informationszwecken im OP belassen.
Indikator 9 – Outputindikator: Geförderte Ausbildungsplätze
Im Jahr 2010 wurden 14.065 Ausbildungsplätze gefördert. Insgesamt wurden im Zeit-
raum 2007 bis 2010 68.667 Ausbildungsplatzsuchende gefördert. Von diesen sind be-
reits 31.195 nachgewiesen. Die Zielvorgabe von 16.600 geförderten Ausbildungsplätzen
im gesamten Förderzeitraum wurde somit bereits in den ersten drei Umsetzungsjahren
des OP weit übertroffen. Eine Ursache hierfür ist die begrenzte Prognostizierbarkeit län-
gerfristiger Entwicklungstrends am Ausbildungsmarkt und die damit einhergehende Un-
sicherheit beim Festlegen des Zielwertes. Angesichts der gravierenden Veränderungen
am sächsischen Ausbildungsmarkt war eine Vorausschätzung für die gesamte Förder-
periode nicht möglich. Da sich die Versorgungslücke, bedingt durch ESF-Engagement
aber auch aufgrund des Einsatzes anderer Politikinstrumente geschlossen hat, ist beab-
sichtigt, die bisherigen teilnehmerintensiven Programme nicht mehr neu aufzulegen. Die
Weiterführung einiger zielgruppenspezifischer Maßnahmen ist beabsichtigt, ebenso wie
die Prüfung und Anpassung des Zielwertes.
Indikator 10 – Ergebnisindikator: Verbesserung der Beschäftigungsquote von Akademi-
kern – Steigerung der Weiterbildungsquote von Hochschulabsolventen
Dieser Indikator soll planmäßig wieder im Jahr 2012 im Rahmen der begleitenden Eva-
luierung erhoben werden. Jedoch zeigen erste Ergebnisse der begleitenden Evaluie-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
29
rung, dass der Indikator nach intensiver Prüfung eine eher geringe Repräsentativität und
Steuerungsfähigkeit aufweist und daher für die Begleitung und Bewertung des OP eher
wenig geeignet erscheint und somit gegebenenfalls überdacht werden sollte.
Indikator 11 - Outputindikator: Geförderte Weiterbildungsprojekte (Konzeption und Wei-
terentwicklung); erreichte Teilnehmer
Im Jahr 2010 wurden 27 Weiterbildungsprojekte gefördert, damit erhöht sich die Ge-
samtzahl auf 54. Es handelt sich um postgraduale Bildungsangebote, Nachwuchsfor-
schergruppen und Kompetenzschulen. Da die Förderung der Weiterbildungsprojekte
erst im Jahr 2008 begann und alle Projekte mehrjährig sind, konnte 2010 erst ein Vor-
haben abgeschlossen und der Verwendungsnachweis geprüft werden. Im OP wird als
Zielvorgabe für diesen Indikator angegeben, dass bis zum Ende des Förderzeitraums
48.000 Weiterbildungsprojekte und Teilnehmer gefördert werden sollen. Diese Zielvor-
gabe ist im Ergebnis der begleitenden Evaluierung zu hoch angesetzt, da eine erhebli-
che Anzahl der Projekte und der damit verbundenen Ausgaben in der Konzipierung,
Entwicklung und Erprobung von E-Learning-Angeboten besteht, die dauerhafte Durch-
führung dagegen nicht mehr gefördert wird. Diesen Weiterbildungsprojekten ist es im-
manent, dass während der Förderdauer keine echten Teilnehmer qualifiziert werden,
vielmehr die nachhaltige Weiterführung (Fördervoraussetzung) erst nach Auslaufen der
Anschubförderung durch Implementierung der E-Learning-Angebote bei den Projektver-
antwortlichen erfolgt. Dabei handelt es sich ausschließlich um sächsische Hochschulen,
die als Teil der mittelbaren Staatsverwaltung im Freistaates Sachsen agieren und im
Rahmen der geförderten Entwicklungsphase erst Kurrikula sowie persönliche Anforde-
rungen (z.B. Grad des akademischen Abschlusses, Berufserfahrung) genauer bestim-
men. Im Rahmen der Bewilligung wird u.a. durch die Fachstelle (AK E-
Learning/Fondsbewirtschafter) geprüft, ob ein entsprechender Bedarf nach qualifizierten
Fachkräften vorhanden ist und die Größe des potentiellen Adressatenkreises der E-
Learning-Maßnahme im angemessenen Verhältnis zu den beantragten Konzipierungs-,
Entwicklungs- und Erprobungsausgaben steht. Insoweit kann die tatsächliche Teilneh-
meranzahl (Hochschulabsolventen mit entsprechenden Berufsspezifika) durch Inan-
spruchnahme der E-Learning-Angebote nach Ablauf der Förderung im Freistaat Sach-
sen
nicht durch die Bewilligungsstelle beeinflusst werden. Der Umfang der tatsächlichen

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
30
Nutzung der geförderten E-Learning-Angebote kann im Hochschulbereich nur mit sehr
großem technischem Aufwand erfolgen. Dafür wäre es erforderlich, dass jede sächsi-
sche Hochschule nach Abschluss des Förderverfahrens bis zum Ende der Förderperio-
de für jede vormals geförderte E-Learning-Maßnahme konkrete Teilnehmerzahlen er-
fasst, an die Bewilligungsstelle weitermeldet und durch diese erfasst werden. Durch das
Begleitsystem während der Förderdauer kann aus systematischen Gründen nur Teil-
nehmer in der Pilotphase erfasst werden, wobei im Vordergrund dieser Erprobungspha-
se noch nicht die Qualifizierung der Testpersonen, sondern die Prüfung der Anwen-
dungstauglichkeit der entwickelten E-Learning-Module steht. Demnach erscheint der
Indikator für die Begleitung und Bewertung des OP eher wenig geeignet und sollte modi-
fiziert werden oder gegeben falls entfallen. Aufbauend darauf wurde geprüft, wie der
Indikator an Aussagekraft gewinnen kann. Als Konsequenz der Prüfung ist beabsichtigt,
zukünftig nur die Anzahl der geförderten Projekte zu erfassen und nicht einzelne Teil-
nehmer. Teilnehmer sind in der Phase der Konzipierung und Erprobung solcher Ange-
bote - wenn überhaupt - nur in geringer Anzahl vorhanden und insofern scheint es irre-
führend, sie zu zählen. In diesem Fall müsste auch die Zielvorgabe entsprechend dras-
tisch abgesenkt werden, da die Zahl von 48.000 maßgeblich auf der Zählung von Teil-
nehmern beruht.
Indikator 12 – Ergebnisindikator: Promotionsquote
Für das Jahr 2010 liegen noch keine statistischen Angaben zur Promotionsquote vor.
Der Wert für 2010 wird im Jahresbericht 2011 nachgetragen, genauso wie mit diesem
Bericht der Wert für 2009 nachgetragen wird. Im Jahr 2009 betrug die Promotionsquote
7,3 %. Ziel ist, am Ende des Förderzeitraums eine Promotionsquote von 10,0 % zu er-
reichen. Bislang hat eine Annäherung an den im OP festgelegten Zielwert nicht stattge-
funden, vielmehr ist die Promotionsquote in Sachsen in den letzten Jahren gesunken ist
– bei gleichzeitigem Anstieg der Zahl an Promotionen. Eine Ursache hierfür ist die Um-
stellung auf das Bachelor-/ Master-System, die mit einer starken Erhöhung der Zahl der
Studienabschlüsse einherging, so dass der Basiswert für die Berechnung der Quote
stark gestiegen ist. Bei gleich bleibender Zahl von Promotionen führt das zwangsläufig
zu einem Sinken der Promotionsquote. Deshalb erscheint eine Erhöhung der Promoti-
onsquote auf den im OP gesetzten Zielwert nicht erreichbar. Sofern die laut OP ange-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
31
strebte Steigerung der Promotionsquote allein durch die ESF-Maßnahmen erreicht wer-
den sollte, müsste die Zahl der ESF-Stipendien pro Jahr etwa verzehnfacht werden. Vor
diesem Hintergrund ist der Indikator für die Begleitung und Bewertung des OP wenig
geeignet, weshalb dieser zukünftig entfallen sollte.
Indikator 13 – Outputindikator: Geförderte Promovenden
Im Jahr 2010 wurden 38 Promovenden gefördert. Damit ist die Gesamtzahl auf 162 an-
gestiegen. Von diesen wurden erst zwei Promotionsverfahren erfolgreich abgeschlos-
sen, da die Förderung der Promovenden erst im Jahr 2008 begann und Promotionsvor-
haben i. d. R. mehr als zwei Jahre dauern. Die Zielvorgabe für das Ende des Förderzeit-
raums wurde im OP mit 250 geförderten Promovenden angegeben. Somit wurde zur
Halbzeit des OP die Zielvorgabe zu über 60 % erreicht. Das Erreichen der Zielvorgabe
erscheint deshalb und angesichts zuletzt zurückgehender Bewilligungszahlen realis-
tisch.
Indikator 14 – Ergebnisindikator: Verbesserung von Hochschulnetzwerken
und
Indikator 15 – Outputindikator: Unterstützte Projekte
Durch Evaluierung wurde für den Ergebnisindikator 14 im Jahr 2009 ermittelt, dass alle
11 bisher geförderten Vorhaben zur Verbesserung vernetzter Angebote an Hochschulen
beitragen. Bis zum Ende des Jahres 2010 wurden 16 Projekte gefördert. Dabei handelt
es sich um Forschungsnetzwerke, Mentoringnetzwerke und Career Services, die 2009
und 2010 bewilligt wurden sowie durchweg mehrjährige Projektlaufzeiten aufweisen. .
Eine Zielvorgabe für die Anzahl der unterstützten Projekte wurde im OP nicht quantifi-
ziert. Im OP wird auch darauf hingewiesen, dass die zu erwartenden Ergebnisse der
Förderung komplex sind. Die Angebote von Career Services stehen grundsätzlich allen
Studenten und Promovenden der jeweils geförderten Hochschule offen. Insofern können
Hochschulnetzwerke durch Indikatoren allenfalls zahlenmäßig als Projekt erfasst, nicht
aber bewertet werden. Die begleitende Evaluierung bestätigt diese Einschätzung, ver-
bergen sich doch hinter den Netzwerkprojekten auch inhaltlich sehr unterschiedliche
Projekte. Vor diesem Hintergrund erscheinen die Indikatoren für die Begleitung und Be-
wertung des OP wenig geeignet, weshalb eine Streichung der Indikatoren vorgeschla-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
32
gen wird bzw. allenfalls eine Zählung der Projektanzahl in Erwägung gezogen werden
sollte.
Indikator 16 – Ergebnisindikator: Geförderte Teilnehmer sind zwei Jahre nach Beginn
der Förderung beschäftigt
Dieser Indikator soll planmäßig wieder im Jahr 2012 im Rahmen der Begleitenden Eva-
luierung erhoben werden.
Indikator 17 – Outputindikator: Langzeitarbeitslose
Im Jahr 2010 wurden 2.571 Langzeitarbeitslose gefördert, damit halbierte sich die Zahl
im Vergleich zum Vorjahreswert. Die Zahl der Förderfälle ist damit gegenüber 2008 auf
ein Viertel gesunken. Der starke Rückgang der Förderung im Vergleich zu 2009 ist ins-
besondere darauf zurückzuführen, dass die Einstellungszuschüsse und Maßnahmen zur
Qualifizierung arbeitsloser Älterer im Jahr 2010 beendet wurden. Die Entscheidung zur
Beendigung der Förderung wurde neben erforderlichen Maßnahmen zur Mittelsteuerung
u.a. auch wegen des umfangreichen Angebots von nationalen Fördermöglichkeiten für
die Zielgruppe getroffen. Insgesamt wurde im Zeitraum 2007 bis 2010 16.842 Förderun-
gen zugestimmt. Von diesen ist bei 4.039 der Nachweis geführt worden. Die Zielvorgabe
für den gesamten Förderzeitraums liegt bei 6.400 geförderten Langzeitarbeitslosen.
Somit wurde zur Halbzeit die Zielvorgabe um mehr als 100% übertroffen. Trotz erhebli-
chen Rückgangs der Förderintensität wird der ESF auch weiterhin in diesem Bereich
aktiv sein, weshalb beabsichtigt ist, den Zielwert zu prüfen und anzupassen.
Indikator 18 – Ergebnisindikator: Anteil der Personen, die gegründet haben und zwei
Jahre später noch selbstständig sind
Dieser Indikator soll planmäßig wieder im Jahr 2012 im Rahmen der Begleitenden Eva-
luierung erhoben werden.
Indikator 19 – Outputindikator: Geförderte Gründer und Teilnehmer aus der Arbeitslosig-
keit
Im Jahr 2010 wurden 979 Förderungen für Gründer und Teilnehmer aus der Arbeitslo-
sigkeit bewilligt. Insgesamt wurden bereits 2.534 Teilnahmen gefördert und bei 1.133

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
33
der Nachweis erbracht. Die Zielvorgabe für das Ende des Förderzeitraums wurde im OP
mit 7.000 geförderten Gründern und Teilnehmern aus der Arbeitslosigkeit angegeben.
Somit wurde zur Halbzeit der Umsetzung des OP die Zielvorgabe zu über einem Drittel
erreicht. Dennoch wird erwogen, diesen Zielwert zu überprüfen, da die Zahl der sol-
chermaßen geförderten Arbeitslosen maßgeblich von anderen Faktoren (z. B. nationale
Förderung) beeinflusst wird, als vom Förderangebot des ESF. Hier könnte zwar durch
Anpassung von Förderkonditionen – etwa durch Erweiterung des Kreises der An-
spruchsberechtigten – die Zielerreichung beeinflusst werden, doch wäre das kaum im
Sinne der Strategie des OP.
Indikator 20 – Ergebnisindikator: Zusätzlich aktivierte LZA
Dieser Indikator soll planmäßig wieder im Jahr 2012 im Rahmen der Begleitenden Eva-
luierung erhoben werden. Jedoch zeigen erste Ergebnisse der begleitenden Evaluie-
rung, dass der Indikator für die Begleitung und Bewertung des OP eher wenig geeignet
erscheint und daher gegebenenfalls entfallen sollte.
Indikator 21 – Outputindikator: Aktivierte / geförderte Langzeitarbeitslose und schwer
Vermittelbare
Im Jahr 2010 wurden Maßnahmen zur Aktivierung und Förderung von 5.594 Langzeitar-
beitslosen und schwer Vermittelbaren bewilligt. Insgesamt wurden im Zeitraum 2007 bis
2010 27.108 Bewilligungen ausgesprochen. Von diesen ist bereits bei 11.527 der
Nachweis geführt worden. Die Zielvorgabe für das Ende des Förderzeitraums wurde im
OP mit 48.300 aktivierten bzw. geförderten Langzeitarbeitslosen und schwer Vermittel-
baren angegeben. Somit wurde zur Halbzeit der Umsetzung des OP die Zielvorgabe
über die Hälfte erreicht. Das Erreichen der Zielvorgabe erscheint somit realistisch,
wenngleich ein Absinken der Förderintensität erkennbar ist. Es ist beabsichtigt, diese
Entwicklung intensiv zu beobachten und gegebenenfalls die Zielvorgabe anzupassen.
Indikator 22 – Ergebnisindikator: Erhöhung der Teilnehmer an transnationaler Qualifizie-
rung
Dieser Indikator soll planmäßig wieder im Jahr 2012 im Rahmen der Begleitenden Eva-
luierung erhoben werden. Jedoch zeigen erste Ergebnisse der begleitenden Evaluie-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
34
rung, dass mit Blick auf den Informationsgehalt dieser Indikator als einer der beiden In-
dikatoren für die Prioritätsachse B keine zusätzliche Relevanz hat und somit für die Be-
gleitung und Bewertung des OP verzichtbar erscheint und folglich gegebenfalls entfallen
sollte.
Indikator 23 – Outputindikator: Personen, die an transnationalen Maßnahmen teilneh-
men
Im Jahr 2010 traten 53 Personen neu in transnationale Maßnahmen ein. Insgesamt
wurden im Zeitraum 2007 bis 2010 für 1.268 Personen transnationale Maßnahmen be-
willigt. Von diesen ist bisher erst bei 22 der Verwendungsnachweis geführt worden, da
eine Ausbildung in der Regel 2 bis 3,5 Jahre dauert und folglich die davon betroffenen
Vorhaben eine Laufzeit bis 2013/2014 haben und deren Verwendungsnachweis erst
nach Ende geführt werden kann. Die Zielvorgabe für das Ende des Förderzeitraums
wurde im OP mit 8.400 Personen angegeben. Selbst bei einer großzügigen Schätzung
des Umsetzungsstandes auf Basis der bereits realisierten Teilnahmen, bleibt die Um-
setzung bislang sehr niedrig. Im „Landesergänzungsprogramm LEP trans“ konnten so-
wohl 2008 als auch 2009 trotz erheblicher Anstrengungen nicht alle geplanten Plätze
besetzt werden; des Weiteren wurde auf Grund der positiven Entwicklung auf dem
Ausbildungsstellenmarkt (demografischen Entwicklung) die Förderung von zusätzlichen
betriebsnahen Ausbildungsplätzen (Landesergänzungsprogramm – transnational) ab
2010 eingestellt.
Die im Jahr 2010 durchgeführten gezielten Werbe- und Informationsaktivitäten für
Transnationale Aktivitäten, konnten keine signifikante Verbesserung der Umsetzung bei
den Fördergegenständen „Auslandsaufenthalte sächsischer Auszubildender“ und
„Spracherwerb/interkulturelle Kompetenz“ bewirken. Da die erheblichen Anstrengungen
nicht auf eine beträchtliche positive Resonanz gestoßen sind ist beabsichtigt, die Ziel-
vorgabe zu prüfen und gegebenenfalls anzupassen.
Zusammenfassende Schlussfolgerungen:
Im Rahmen der Erstellung des OP wurden zur Ermittlung des Programmfortschritts und
Programmerfolgs Output- und Ergebnisindikatoren vereinbart. Bei der Umsetzung des

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
35
OP stellte die Verwaltungsbehörde ESF insbesondere im Rahmen des Monitorings und
der jährlichen Berichterstattung gegenüber der Europäischen Kommission fest, dass die
Konzeption und die Quantifizierung der Output- und Ergebnisindikatoren verbesse-
rungswürdig sind. Diese Feststellung wurde im Rahmen der begleitenden Evaluierung
eingehend untersucht und bestätigt. Auf Grundlage der Untersuchung wurde ein Vor-
schlag zur Weiterentwicklung des Indikatorensystems erarbeitet. Dieser Vorschlag wur-
de der Europäischen Kommission im Zuge des 1. Änderungsantrages Ende 2010 über-
mittelt.
Beitrag des Operationellen Programms zur Erreichung der Lissabon-Ziele
Im Hinblick auf die im OP ausgewählten Lissabon-Benchmarks ergibt sich folgende Si-
tuation:
Der Lissabon-Zielwert von
70 % Gesamtbeschäftigungsquote
wurde im Jahr 2010 er-
reicht, nachdem sich in den Jahren 2007 mit 64,5 %, 2008 mit 67,3 % und 2009 mit 69,3
% bereits ein sehr positiver Trend abgezeichnet hatte.
Der Lissabon-Zielwert für die
Mindestquote für die Beschäftigung von Frauen von 60 %
wurde wie bereits in den Jahren 2007 mit 61,7 %, 2008 mit 64,1 % und 2009 mit 66,5 %
auch im Jahr 2010 wieder erreicht und sogar übertroffen, wonach die
Beschäftigungs-
quote von Frauen
nun 67,4 % beträgt.
Der Lissabon-Zielwert von
50 % für die Beschäftigung älterer Arbeitskräfte (55-64 Jahre)
wurde auch im Jahr 2010 erreicht und mit 55,5 % sogar erheblich übertroffen, nachdem
sich in den Jahren 2007 mit 47,5 %, 2008 mit 44,1 % und 2009 mit 52,7 % trotz kurzfris-
tiger Rückschläge bereits ein positiver Trend abgezeichnet hatte.
Der Lissabon-Zielwert für die
durchschnittliche Schulabbrecherquote für die Europäische
Union von 10 %
konnte wie in den Jahren 2007 mit 8,6 %, 2008 mit 8,4 % und 2009 mit
8,9 % im Jahr 2010 trotz steigender Tendenz mit exakt 10 % erreicht werden.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
36
Vom Lissabon-Zielwert, dass der
durchschnittliche Anteil der Erwachsenen im erwerbs-
fähigen Alter (25-64 Jahre) in der EU, die am Lebensbegleitenden Lernen teilnehmen,
mindestens 12,5 %
betragen soll, wurde sich gegenüber dem Jahren 2007 mit 7,1 %
2008 und 2009 mit jeweils 7,4 % im Jahr 2010 mit 7,0 % wieder leicht entfernt.
Die
Armutsquote
in Sachsen liegt entsprechend der Angaben des neuesten Datenmate-
rials bei 12,0 % und konnte so gegenüber 2009 mit 19,0 % erheblich gesenkt werden.
Die Annäherung an den Lissabon-Zielwert, dass
3 % des BIP auf Forschung und Ent-
wicklung
entfallen soll, blieb gegenüber den Jahren 2007 und 2008 mit jeweils 2,3 %,
und dem Jahr 2009 mit 2,6 % im Jahr 2010 mit 2,6 % auf dem höheren Level des Jah-
res 2009 konstant.
Dem Lissabon-Zielwert, dass
zwei Drittel der FuE-Ausgaben aus dem Wirtschaftssektor
kommen sollen, wurde sich gegenüber den Jahren 2007 mit 45,9 %, 2008 mit 48,1 %
und 2009 mit 51,9 % weiter genähert, wenngleich im Jahr 2010 mit 51,9 % der Zielerrei-
chungsgrad gegenüber dem Jahr 2009 konstant geblieben ist.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
37
Tabelle 6: EU-Benchmarks (Stand: 10. Februar 2011)
Nr.
Indikator
EU-
Ziel
D-
D-West
D-Ost
(mit Berlin)
Sachsen
(2000)
Sachsen (2010)
1
70 % Gesamtbeschäftigungsquote
70,0
70,2
1
70,5
1
69,1
1
62,8
70,0
1
2
Mindestquote von 60 % für die Beschäf-
tigung von Frauen
60,0
65,0
1
64,7
1
66,8
1
58,0
67,4
1
3
Mindestquote von 50 % für die Beschäf-
tigung älterer Arbeitskräfte (55—64
Jahre)
50,0
55,9
1
56,3
1
54,2
1
32,8
55,5
1
4
Jedem Arbeitslosen wird ein Neuanfang
ermöglicht, und zwar binnen sechs
Monaten nach Eintritt der AL im Fall von
Jugendlichen, binnen zwölf Monaten im
Fall von Erwachsenen
4
jeweils
100,0
Jugendl.
97,3
Erwachs.
98,3
- - -
5
Bis zum Jahr 2010 sollten 25 % der
LZA an einer aktiven Maßnahme in
Form einer Ausbildung, Umschulung,
Berufserfahrung oder einer anderen
Beschäftigungsmaßnahme teilnehmen
5
25,0
Jugendl.
32,4
Erwachs.
12,8
- - -
6
Das effektive Durchschnittsalter beim
Ausscheiden aus dem Erwerbsleben
auf EU-Ebene wird um fünf Jahre an-
gehoben
64,9
61,3 - - -
7
Die durchschnittliche Schulabbrecher-
quote für die Europäische Union wird
auf höchstens 10 % gesenkt
Da der EU-Benchmark „early school
leavers“ nicht auf Länderebene verfüg-
bar ist, wird als Ersatzindikator die
Quote der Absolventen ohne Haupt-
schulabschluss verwendet. Die ausge-
wiesenen Werte sind ca. 4-5 Prozent-
Punkte geringer als der EU-Benchmark
„early school leavers“.
10,0
6,6
1
6,1
1
9,1
1
12,1
10,0
8
Mindestens 85 % der 20- bis 24-
Jährigen in der Europäischen Union
sollen die Sekundarstufe II abgeschlos-
sen haben
85,0
72,0
7
-
- - -
9
Der durchschnittliche Anteil der Er-
wachsenen im erwerbsfähigen Alter
(25-64 J,) in der EU, die am Lebensbe-
gleitenden Lernen teilnehmen, soll
mindestens 12,5 % betragen
12,5
7,8
1
7,7
2
8,2
2
5,4
7,0
1
10
Armutsquote
6
kein
8,2
1,8
6,9
1,8
13,4
1,8
-
12,0
1,8
Weitere wichtige Kennzahlen
3% des BIP sollen auf Forschung und Ent-
wicklung entfallen
3,0
2,5
2
2,6
2
2,1
2
2,4
3
2,6
2
Zwei Drittel der FuE-Ausgaben aus dem
Wirtschaftssektor
66,7
70,0
2
74,1
2
43,0
2
50,3
3
51,9
2
(1) Werte für 2009; (2) Werte für 2007; (3) Werte für 2001; (4) Diese Werte beziehen sich auf das Angebot einer
Maßnahme im Rahmen eines konkreten Eingliederungsplans, und zwar für Jugendliche für den Zeitraum 7/2004 bis
6/2005 und für Erwachsene für den Zeitraum 1/2004 bis 12/2004. Betrachtet man lediglich die Inanspruchnahme einer
aktiven arbeitsmarktpolitischen Leistung im engeren Sinne (ohne Profiling und Eingliederungsvereinbarung), so be-
trägt die Quote für Jugendliche 82,5 % und für Erwachsene 87,2 %; (5) Gesamtwert für alle Langzeitarbeitslosen liegt
aktuell nicht vor. (6) Armutsquoten (unter 60 % des Medianeinkommens) können auf Bundesebene sowie West- und
Ost-Ebene mittels des SOEP (jährlich) und der EVS (alle 5 Jahre) berechnet werden. Als Grundlage dient das regio-
nale Medianeinkommen; Werte Frühjahr 2004. Auf Länderebene wird als Ersatzindikator die SGB II-Quote (Personen
in Bedarfsgemeinschaften bezogen auf Bevölkerung insgesamt) vorgeschlagen; Werte für Dez. 2008 (SGB II-Quote
für Deutschland insgesamt: 8,0).(7) Wert für 2006. (8) Personen in Bedarfsgemeinschaften bezogen auf Bevölkerung
insgesamt.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
38
Beitrag des Operationellen Programms zur Erreichung der Ziele gem. Art. 9 Abs. 3
der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006
Entsprechend der Vorgaben des Art. 9 Abs. 3 der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 ist
die vom ESF mitfinanzierte Förderung auf die EU-Prioritäten Förderung der Wettbe-
werbsfähigkeit und Schaffung von Arbeitsplätzen, insbesondere auch auf die Erreichung
der Ziele der integrierten Leitlinien für Wachstum und Beschäftigung (2008-2010) ge-
mäß der Entscheidung 2008/618/EG des Rates ausgerichtet.
Demnach müssen 60 % der Ausgaben für das Ziel „Konvergenz“ aller Mitgliedstaaten
der Europäischen Union in deren Zusammensetzung vor dem 1. Mai 2004 für die vorer-
wähnten Prioritäten vorgesehen werden. Diese Zielvorgaben, die auf den Ausgabenka-
tegorien in Anhang IV der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 beruhen, gelten als ein
Durchschnittswert über den gesamten Förderzeitraum.
Der Freistaat Sachsen hat im Jahr 2010 97,78 % der auf dem OP beruhenden Ausga-
ben inklusive der Ausgaben im Rahmen der Technischen Hilfe für das Ziel „Konvergenz“
ausgegeben und konnte somit die Ergebnisse der Jahre 2008 mit 91,53 % und 2010 mit
97,44 % nochmals steigern. Der Freistaat Sachsen liegt demzufolge weit über der Ziel-
vorgabe des Rates. Betrachtend man die auf Basis des OP beruhenden Ausgaben ex-
klusive der Ausgaben im Rahmen der Technischen Hilfe für das Ziel „Konvergenz“, so
kann konstatiert werden, dass 100,00 % der auf dem OP beruhenden Ausgaben für das
Ziel „Konvergenz“ ausgegeben wurden. Somit besteht eine vollkommene Kongruenz
zwischen den Zielen der Europäischen Union und den hierauf bezogenen Ausgaben des
ESF im Freistaat Sachsen.

image
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
39
Tabelle 7: Earmarking (in EUR)
Demonstration der Wirkungen der Durchführung des operationellen Programms
zur Förderung der Chancengleichheit von Männern und Frauen,
Beschreibung von Partnerschaftsvereinbarungen (1 %-Regelung)
In den ESF-Richtlinien ist festgelegt, dass Männer und Frauen auf Grundlage des
Rechts auf Gleichbehandlung den gleichen Zugang zu den Maßnahmen und Program-
men haben. Alle Vorhaben sind so zu realisieren, dass die chancengleiche Teilhabe von
Frauen und Männern gesichert wird. Die Förderung soll insbesondere auch dazu beitra-
gen, dass Frauen und Männer die gleichen Chancen für existenzsichernde Arbeit am
Arbeitsmarkt erhalten, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert wird und
geschlechtsstereotype Berufs- und Karrieremuster überwunden werden.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
40
Für die geplante Umsetzung von abgestimmten Projekte der Wirtschafts- und Sozial-
partnern mit einem Umfang von bis zu 1% der ESF-Mittel wurden die formellen Voraus-
setzungen (Förderrichtlinie, Förderbausteine) gestaltet und abgestimmt.
Darstellung der durchgängigen Berücksichtigung des Gleichstellungsaspekts
gem. Artikel 10 der Verordnung (EG) Nr. 1081/2006
Zur Herstellung der Chancengleichheit von Frauen und Männern auf dem Arbeitsmarkt
wurde ein dualer Ansatz gewählt: Einerseits wird die Chancengleichheit als Quer-
schnittsziel in das OP wie auch in alle ESF-Richtlinien implementiert. Andererseits wer-
den mit spezifischen Aktionen für Frauen und Männer bestehende geschlechtsspezifi-
sche Benachteiligungen am Arbeitsmarkt abgebaut.
Für die Umsetzung der Chancengleichheit von Frauen und Männer als Querschnittsziel
wurde von der Leitstelle für Gleichstellung von Frau und Mann gemeinsam mit der Ver-
waltungsbehörde ESF eine Handreichung zur Beachtung von Genderaspekten bei der
Erarbeitung von ESF-Förderrichtlinien zur Verfügung gestellt. Das bedeutet, dass alle
ESF-Richtlinien gegendert sind bzw. werden und damit die Berücksichtigung der Chan-
cengleichheit von Frauen und Männern bereits für die Aufstellung der Förderkonzeptio-
nen zu beachten ist. Für die Bewertung der geschlechtsspezifischen Auswirkungen be-
darf es klar definierter qualitativer und quantitativer Indikatoren sowie nach Geschlecht
aufgeschlüsselter Statistiken, die eine Überwachung und Evaluierung der Ergebnisse
ermöglichen. Die EU fordert insbesondere über die Verwaltungsbehörden dafür Sorge
zu tragen, dass nach Geschlecht aufgeschlüsselte Statistiken wie auch die Bewertung
geschlechtsspezifischer Auswirkungen zu einem festen Bestandteil der Strukturfondsin-
terventionen werden. Das OP greift diese Zielstellung auf.
Bezüglich des Abbaus geschlechtsspezifischer Benachteiligungen am Arbeitsmarkt mit-
tels einzelner spezieller Fördermaßnahmen fördert die Leitstelle für Gleichstellung von
Frau und Mann einerseits berufsbegleitende Maßnahmen für Frauen. Dazu gehören
beispielsweise Qualifizierungen für Frauen in Führungspositionen, um den Anteil von
Frauen in leitenden Positionen langfristig zu steigern. Mütter und Väter mit ruhendem

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
41
Arbeitsverhältnis in der Elternzeit können die Familienphase zu Qualifizierungen nutzen,
um Kenntnisse aufzufrischen und so die Chancen auf einen erfolgreichen beruflichen
Wiedereinstieg nach der Elternzeit steigern. Zur Steigerung der Erwerbsquote allge-
mein, aber besonders zur Erhöhung der Frauenerwerbsquote, tragen andererseits spe-
zielle Qualifizierungen für arbeitslose Frauen und Männer bei. So finden Frauen und
Männer, die wegen Kindererziehung oder der Pflege von Angehörigen ihre Erwerbstä-
tigkeit für längere Zeit aufgeben haben, nur schwer Zugang zum Arbeitsmarkt. Spezielle
Qualifizierungen sind für die Berufsrückkehrerinnen und Berufsrückkehrer oftmals unab-
dingbare Voraussetzungen, um wieder eine Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt auf-
nehmen zu können.
Um den Anteil von Frauen in technischen und naturwissenschaftlichen Berufen zu stei-
gern, werden u. a. Praktika gefördert, die Mädchen dazu ermutigen, frauenuntypische
Berufe kennen zu lernen. Die Jungen werden wiederum dazu angehalten, Berufe im
Gesundheits- und Pflegebereich zu ergreifen.
Darstellung der Umsetzung der Aktionen für Migranten gem. Artikel 10 der Ver-
ordnung (EG) Nr. 1081/2006)
In den ESF-Richtlinien ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Män-
nern sowie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethni-
schen Herkunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder
einer sexuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind.
Alle Vorhaben sind hinsichtlich ihrer diesbezüglichen Auswirkungen zu überprüfen, um
geschlechterbezogenen Benachteiligungen oder anderen Diskriminierungen entgegen
zu wirken. Ein Fördergegenstand wurde ausschließlich zur Förderung von Aktionen für
Migranten implementiert. Darüber hinaus ist die Umsetzung der Aktionen für Migranten
als Querschnittsziel im OP 2007-2013 verankert. Demnach hat dieses Ziel in jedem För-
dergegenstand der jeweiligen ESF-Richtlinie Beachtung zu finden. Weitere spezifische
Auswertung nach Prioritätsachsen siehe die Punkte 3.1.1, 3.2.1, 3.3.1.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
42
Darstellung der Umsetzung der Aktionen der Integration von Minderheiten gem.
Artikel 10 der Verordnung (EG) Nr. 1081/2006
Die Integration von Minderheiten
6
wird gewährleistet, da im Rahmen der ESF-Richtlinien
keine positive Diskriminierung sorbischer Angelegenheiten vorgesehen ist und keine
Fördergegenstände auf programmatischer Ebene implementiert wurden, die die Förde-
rung von Aktionen der Integration von Minderheiten zum Ziel haben. Vielmehr richtet
sich das Programm sowohl an sorbische und deutsche Bürger des Freistaates Sachsen
gleichermaßen. So sind beispielsweise sorbische Studierende, Promovierende und aka-
demische Nachwuchskräfte ebenso Endbegünstigte der geplanten Vorhaben wie ihre
deutschen Kommilitonen und Kollegen. Insgesamt wurden in allen Förderbereichen
(Querschnitt) im Zeitraum 2007 bis 2010 1.335 Teilnehmer gefördert, die den Status
einer Minderheitenangehörigkeit besitzen. Dies entspricht einem Anteil von 0,6 % der
Gesamtteilnehmereintritte. Darüber hinaus ist die Umsetzung der Aktionen der Integrati-
on von Minderheiten als Querschnittsziel im OP verankert. Demnach hat dieses Ziel in
jedem Fördergegenstand der jeweiligen ESF-Richtlinie Beachtung zu finden.
Darstellung der Umsetzung der Aktionen der Integration anderer benachteiligter
Gruppen gem. Artikel 10 der Verordnung (EG) Nr. 1081/2006
In den ESF-Richtlinien ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Män-
nern sowie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethni-
schen Herkunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder
einer sexuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind.
Alle Vorhaben sind hinsichtlich ihrer diesbezüglichen Auswirkungen zu überprüfen, um
geschlechterbezogenen Benachteiligungen oder anderen Diskriminierungen entgegen
zu wirken. Auf programmatischer Ebene wurden zahlreiche Fördergegenstände imple-
mentiert, die die Förderung von Aktionen der Integration anderer benachteiligter Grup-
pen zum Ziel haben. Zu diesen Gruppen zählen u. a. Alleinerziehende, benachteiligte
Jugendliche, Langzeitarbeitslose, körperlich oder geistig Behinderte, Suchtabhängige
und Ältere. Darüber hinaus ist die Umsetzung der Aktionen der Integration anderer be-
nachteiligter Gruppen als Querschnittsziel im OP verankert. Demnach hat dieses Ziel in
6
Sorben, Dänen, Friesen

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
43
jedem Fördergegenstand der jeweiligen ESF-Richtlinie Beachtung zu finden. Weitere
spezifische Auswertung nach Prioritätsachsen siehe die Punkte 3.1.1, 3.2.1, 3.3.1. Im
herausgehobenen Maße werden unter dem Aspekt der Integration Benachteiligter Pro-
jekte zur Alphabetisierung von funktionalen Analphabeten gefördert. Diese zielen auf die
Erhöhung der Beschäftigungsfähigkeit der Teilnehmer, ihrer möglichen Eingliederung in
das Erwerbsleben und ihrer besseren sozialen Integration. Die Alphabetisierungsmaß-
nahmen werden in Teilzeitkursen einschließlich sozialpädagogischer Betreuung durch-
geführt. Jährlich sollen Alphabetisierungskurse für etwa 190 funktionale Analphabeten
angeboten werden, wofür pro Jahr Gesamtausgaben in Höhe von 1.188.800 EUR, da-
von ESF-Mittel in Höhe von 892.700 EUR, geplant sind. Darüber hinaus werden be-
nachteiligte Personengruppen zum Beispiel über Existenzgründer- und Einstellungszu-
schüsse, Projekte zur Qualifizierung arbeitsloser Existenzgründer, Qualifizierungen von
Arbeitslosen zu einem anerkannten Berufsabschluss und Projekte zur Verbesserung der
Beschäftigungsfähigkeit von Langzeitarbeitslosen gefördert. Im Mai 2010 waren bereits
mehr als zwei Drittel der hierfür zur Verfügung stehenden Mittel gebunden. Um aufgrund
der weiter fortgeschrittenen Inanspruchnahme der Förderung eine vorzeitige Ausschöp-
fung der zu verhindern und parallele Angebote zu den bestehenden Fördermöglichkei-
ten der Bundesagentur für Arbeit zu vermeiden, wurde im Juni 2010 entschieden, die
Förderung von
-
Zuschüssen für Existenzgründungen aus der Arbeitslosigkeit,
-
die Qualifizierung arbeitsloser Existenzgründer,
-
Zuschüsse für die Einstellung arbeitsloser Personen,
-
die Qualifizierung von älteren Arbeitslosen,
-
die Qualifizierung von Beschäftigten des Bundesprogramms Kommunal-Kombi und
-
die Förderung von gemeinwohlorientierte Beschäftigungsverhältnissen
zu beenden.
Hintergrund dieser Entscheidung war die Empfehlung der Evaluatoren, wegen der star-
ken Inanspruchnahme der Mittel und der Vielzahl an Fördergegenständen in der Priori-
tätsachse C des OP insgesamt, eine stärkere Fokussierung und Prioritätensetzung bei

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
44
der Förderung vorzunehmen. Förderschwerpunkte bilden seit Juni 2010 Projekte zur
„Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit“ von Langzeitarbeitslosen und die „Qualifi-
zierung von Arbeitslosen ohne Berufsabschluss zu einem anerkannten Berufsabschluss“
(QAB II). Zur modellhaften Erprobung und zur Übertragung erfolgreicher Vorhaben nach
Sachsen werden darüber hinaus weiterhin innovative Projekte sowie Modell- und Trans-
fervorhaben gefördert
Darstellung der Umsetzung der Aktionen Innovative Maßnahmen gem. Artikel 10
der Verordnung (EG) Nr. 1081/2006
Im Jahr 2010 wurde begonnen, eine Reihe von Projekten zur Förderung innovativer Pro-
jekte der beruflichen Bildung, Fachkräftesicherung und Personalentwicklung zu fördern.
Hierzu zählen kooperative Studiengänge für zukünftige Berufsschullehrer, die die aka-
demische Ausbildung mit einer Berufsausbildung im zukünftig vertretenem Fachbereich
verbinden sowie ein Projekt zur Thematik „Ausstiegsmanagement“, d.h. der Förderung
fließender Übergänge von älteren Beschäftigten in den Ruhestand unter Nachnutzung
und Weitergabe ihrer speziellen Kenntnisse und Kompetenzen. Bereits in der Antrags-
stellung ist durch den Antragsteller darzustellen, wie die Projektergebnisse der interes-
sierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht sowie nach Projektabschluss nachhaltig ver-
wertet werden können. Innovative Projekte werden teilweise wissenschaftlich durch ex-
terne Dienstleister begleitet. Projekte mit nachweislich guten Ergebnissen werden nach
Möglichkeit in die Regelförderung übernommen. Innovative Projekte für Arbeitslose und
Benachteiligte können seit September 2009 gefördert werden. Im Jahr 2010 wurde das
Projekt „Chance auf Arbeit – Sozialwerkstatt“ in Nebelschütz (Kreis Kamenz) zur Förde-
rung ausgewählt. Über das Modellprojekt werden schwervermittelbare Langzeitarbeitlo-
se individuell bedarfsgerecht, nachhaltig und wirtschaftsnah wieder fit für den Arbeits-
markt gemacht. Eingesetzt werden können die Teilnehmer in verschiedenen Berufsfel-
dern und arbeiten dort an realen Aufträgen für Unternehmen mit. Dabei werden sie qua-
lifiziert und sozialpädagogisch betreut. Nach Auslaufen der ESF-Förderung im Jahr
2013 soll das Projekt mit Unterstützung des Landkreises durch die erwirtschafteten Er-
löse fortgeführt werden.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
45
Darstellung der Umsetzung der Transnationalen/interregionalen Maßnahmen gem.
Artikel 10 der Verordnung (EG) Nr. 1081/2006
Die transnationalen und unterregionalen Maßnahmen werden im Freistaat Sachsen im
Förderzeitraum 2007-2013 im Rahmen einer eigenen Prioritätsachse mit 42,3 Mio. EUR
ESF-Mittel gefördert. Darüber hinaus können Projekte mit transnationaler Komponente
in allen Prioritätsachsen im Sinne eines Querschnittsansatzes gefördert werden.
Die Zielsetzung, die Zielgruppen und der Umsetzungsstand der Förderung stellen sich
im Jahre 2010 in den einzelnen Einsatzfeldern folgendermaßen dar:
Im Einsatzfeld 1 „Berufsbegleitende Qualifizierung; Steigerung der Wettbewerbsfähig-
keit“ hatte das Sächsische Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft „Bildungsprojekte“
und „Studienkonzepte“ als förderfähige Maßnahmen festgelegt. Die Förderung von
transnationalen Projekten einschließlich Studien und Konzepten ist dort in der ESF-
Richtlinie „Berufliche Bildung vorgesehen. In 2010 wurden keine Maßnahmen gefördert,
da keine Nachfrage zu verzeichnen war.
Im Einsatzfeld 3 „Berufsbildung für Jugendliche“ wurden „Auslandspraktika“, „Sprach-
kurse“ und „interkulturelle Seminare“ mit Fokus auf die Nachbarländer Tschechien und
Polen durch das verantwortliche Sächsische Ministerium für Kultus und Sport in den Mit-
telpunkt der Förderung von Transnationalität gestellt. Unter dem Aspekt der Transnatio-
nalität wurden hier insgesamt 54 Projekte, davon 17 in 2010, bewilligt, die mehrmonati-
ge Auslandspraktika für Berufsfachschüler in der Ausbildung zum Fremdsprachenkor-
respondenten, Assistenten für Hotelmanagement oder zum Internationalen Touristikas-
sistenten zum Gegenstand haben. Von den Maßnahmen haben bisher insgesamt über
900 Schüler profitiert. Allein im Jahr 2010 wurden 241 Teilnehmereintritte verzeichnet.
Im Einsatzfeld 3 werden zudem Vorhaben für sächsische Grund- und Mittelschullehrer
gefördert, die die Vermittlung von Sprachkenntnissen in Tschechisch oder Polnisch zur
Verbesserung der interkulturellen Kompetenzen in Bezug auf die beiden Nachbarländer
zum Gegenstand haben. Hierzu wurden in 2010 zwei Dienstleistungsvereinbarungen im
Umfang von 230.000 EUR geschlossen. Zurzeit ist noch nicht absehbar, ob diese

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
46
Dienstleistungsvereinbarungen tatsächlich umgesetzt werden können, da sich bislang
aufgrund der Rahmenbedingungen für eine Teilnahme noch nicht genügend Interessen-
ten gefunden haben. Derzeit wird an der Veränderung der Rahmenbedingungen (z.B.
Gewährung von Anrechnungsstunden) gearbeitet.
Im Einsatzfeld 4 „Berufsbildung für Jugendliche“, in dem sich die gemeinsame Richtlinie
des Sächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr und des Sächsischen
Ministeriums für Umwelt und Landewirtschaft bewegt, wurden „Auslandsaufenthalte im
Rahmen der betrieblichen Erstausbildung und betriebsnahen Ausbildung“ als Schwer-
punkte für transnationale Maßnahmen definiert. Im Rahmen der beruflichen Erstausbil-
dung wird damit der Erwerb interkultureller Kompetenzen während der betrieblichen Be-
rufsausbildung durch Auslandspraktika gefördert. Im Programm LEP Trans werden zu-
sätzliche betriebsnahe Ausbildungsplätze mit integrierten Ausbildungsabschnitten im
Ausland gefördert. Ziel des Auslandsaufenthalts ist die Erweiterung des Fachwissens,
die Erweiterung beruflicher Erfahrungen sowie das Kennenlernen der Arbeitswelt, der
Kultur und der Lebensweise des Ziellandes. 2010 wurden keine Neubewilligungen vor-
genommen. Die Programme aus den Jahren 2008 und 2009 laufen aber noch bis ca.
2012 bzw. 2013.
Die seit Oktober 2009 geförderte Beratungseinrichtung APIK (AuslandsPraktikaInterkul-
turelle Kompetenz) konnte in 2010 durch gezielte Unterstützungsmaßnahmen für Unter-
nehmer, Mitarbeiter, Auszubildende und Eltern erste Erfolge erreichen. Nach dem zö-
gerlichen Anlaufen der Auslandspraktika konnte 2010 eine leicht positive Tendenz in der
Inanspruchnahme verzeichnet werden. In 2010 wurden 34 Auslandsaufenthalte bewil-
ligt. Dies ist eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Stand Ende 2009 mit lediglich
acht Auslandsaufenthalten. Dennoch ist die Zahl der realisierten Auslandsaufenthalte
immer noch geringer als ursprünglich angenommen. Als Hindernisse für die Entsendung
ins Ausland wurden im vergangenen Jahr häufig die wirtschaftliche Situation der Unter-
nehmen sowie Unentbehrlichkeit der Auszubilden-den/Mitarbeiter angegeben. Im Rah-
men der gleichen ESF-Richtlinie wurde in 2010 die Förderung der Berufsweltmeister-
schaften WorldSkills 2013 in Leipzig bewilligt. Dieses Projekt dient der Förderung inter-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
47
kultureller und sprachlicher Kompetenzen sowie des Austauschs über die Chancen und
Grenzen der verschiedenen Berufsausbildungssysteme.
Und schließlich ist Einsatzfeld 5 „Humanpotential in Forschung und Innovation sowie
Vernetzung der Akteure“ mit den sog. „Transnationalen Studienabschlussstipendien“ zu
nennen, die vom Sächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst als Kern der För-
derung von Transnationalität im Wissenschaftsbereich vorgesehen wurden. Inhaltlich
geht es bei diesem Fördergegenstand darum, jungen Studierenden aus osteuropäi-
schen Staaten die Möglichkeit zu geben, im Freistaat Sachsen ihr Studium zu beenden.
Als Voraussetzung für die Förderung ist u. a. ein Nachweis von Beziehungen des Stu-
dierenden zu sächsischen Unternehmen gefordert. Dadurch soll gesichert werden, dass
nachhaltige Beziehungen zwischen sächsischen Unternehmen und den Herkunftslän-
dern der Studierenden aufgebaut werden, so dass die jungen Akademiker entweder in
diesen Unternehmen im Freistaat Sachsen ihre Berufstätigkeit aufnehmen oder aber
Kontakte in ihre Heimatstaaten geknüpft werden. Nach einer Vereinfachung des Förder-
verfahrens in 2009 konnte bis Ende 2010 insgesamt 16 Vorhaben mit einer Mittelbin-
dung von ca. 162 000 EUR bewilligt werden. Im Rahmen einer im Herbst 2010 vollzoge-
nen Richtlinienänderung wurden darüber hinaus weitere Fördergegenstände für die
transnationale Ausgestaltung zugelassen. Hierzu gehören: Mentoringnetzwerke, Nach-
wuchsforschergruppen, Career-Services, Innovative Pilot- und Entwicklungsvor-haben
und Postgraduale Bildungsangebote.
Detaillierte Angaben zur Umsetzung der Förderung beinhalten die Evaluierungsberichte,
darunter insbesondere der Bericht zur Fachevaluierung der Prioritätsachse E vom 22.
Januar 2010 sowie der Bericht zur Programmevaluierung der Prioritätsachse E vom 26.
März 2010. Auch im Rahmen des Abschlussberichts zur dritten Bewertung des Operati-
onellen Programms des Freistaates Sachsen für den Europäischen Sozialfonds im Ziel
Konvergenz in der Förderperiode 2007 bis 2013 finden sich Bezüge auf die Förderung
der transnationalen und interregionalen Zusammenarbeit im Rahmen der Prioritätsachse
E.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
48
Um die Förderung transnationaler Zusammenarbeit im ESF qualitativ weiterzuentwi-
ckeln, wurde im ersten Halbjahr 2010 im Rahmen einer ressortübergreifenden Arbeits-
gruppe das Förderverfahren für transnationale Vorhaben, die im Sinne eines Quer-
schnittsansatzes außerhalb des Schwerpunktes in der Prioritätsachse E auch in den
anderen Prioritätsachsen A, B und C gefördert werden, konkretisiert und durch gezielte
Kommunikationsmaßnahmen ergänzt. Begleitend dazu nahm die sächsische ESF-
Verwaltung in 2010 selbst am transnationalen / interregionalen Erfahrungsaustausch
teil. So wurde in Abstimmung mit der Verwaltungsbehörde für den ESF beim Tschechi-
schen Ministerium für Arbeit und Soziales am 7. Mai 2010 in Prag ein eintägiger Work-
shop zu Fragen der Umsetzung der Transnationalität im ESF durchgeführt. Darüber hin-
aus fand ein weiterer Austausch im Rahmen einer Seminarreihe „Wir sprechen dasselbe
in zwei Sprachen – Mówimy jedno w dwuch językach“ des Woiwodschaftsarbeitsamtes
der Woiwodschaft Niederschlesien mit dem Sächsischen Staatsministerium für Wirt-
schaft, Arbeit und Verkehr zur Unterstützung der grenzüberschreitenden Mobilität von
Arbeitnehmern am 25. November 2010 im polnischen Kreisau (Krzyżowa) statt. Schließ-
lich wurde in 2010 regelmäßig über die bestehenden EU-Lernnetzwerke informiert. Ei-
gene Aktivitäten in diesem Zusammenhang fanden nicht statt.
2.2 Angaben zur Vereinbarkeit mit dem Gemeinschaftsrecht
Für die Förderung wird bei den entsprechenden Förderprogrammen seit Anfang 2009
die Verordnung (EG) Nr. 800/2008 (allgemeine Gruppenfreistellungsverordnung) zu
Grunde gelegt. Deren Artikel 1 Abs. 6 Buchst. c) bestimmt, dass die Verordnung nicht
für Unternehmen in Schwierigkeiten gilt. Absatz 7 der Vorschrift enthält die Definition
eines Unternehmens in Schwierigkeiten. Einerseits ist zu begrüßen, dass die Prüfungs-
voraussetzungen für KMU einen geringeren Umfang haben, als die Prüfungsvorausset-
zungen für Großunternehmen, für die weiterhin die Kriterien nach den Leitlinien für Un-
ternehmen in Schwierigkeiten gelten. Die in Artikel 1 Abs. 7 der Verordnung enthaltenen
sehr allgemeinen Tatbestandsmerkmale, zum Beispiel "Kapital ist verschwunden", "min-
destens einige Gesellschafter", machen die Rechtsanwendung dennoch nicht einfacher.
Insoweit hat die Vorschrift zu einer Zunahme von Prüfungstätigkeiten im Zusammen-
hang mit der Bewilligung geführt. Ebenfalls nicht vereinfacht wird die Prüfung der beihil-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
49
ferechtlichen Voraussetzungen dadurch, dass in der Verordnung (EG) Nr. 1998/2006 für
Beihilfen, die den De-minimis-Regeln unterfallen, ein Ausschluss der Unternehmen in
Schwierigkeiten vorgesehen ist, jedoch ohne eine Definition wie in der Verordnung (EG)
Nr. 800/2008. Daher scheint bei den De-minimis-Beihilfen auch für KMU der wesentlich
weiter gehende Prüfungsrahmen nach den Leitlinien für Unternehmen in Schwierigkei-
ten zu gelten."
Im Zuge des eingeleiteten Notifizierungsverfahrens der Maßnahmen zur Förderung der
beruflichen Qualifizierung von Gefangenen in Sachsen (N 145/2010) stellte die Europäi-
sche Kommission fest, dass die Maßnahme keine Beihilfe darstellt. Aufgrund der im No-
tifizierungsverfahren aufgeführten allgemeinen Grundsätze der Trägerförderung im Frei-
staat Sachsen, die auch in anderen ESF-Förderbereichen Anwendung finden, kann da-
von ausgegangen werden, dass grundsätzlich keine beihilferechtlichen Bedenken bei
der Trägerförderung im ESF bestehen. Voraussetzung dafür ist, dass ein offenes, trans-
parentes und diskriminierungsfreies Auswahlverfahren, identisch mit dem Auswahlver-
fahren der Bildungsträger bei der Qualifizierung von Gefangenen, durchgeführt wird, da
die Erstattung der tatsächlichen Ausgaben des Bildungsträgers dann zum Marktpreis
erfolgt und kein Vorteil gewährt wird.
Zur Umsetzung dieses Verfahrens wird durch die Verwaltungsbehörde ESF einmal im
Monat eine Bekanntmachung im Sächsischen Amtsblatt veröffentlicht. In dieser Be-
kanntmachung erfolgen Informationen über Fördermöglichkeiten aus dem ESF, darüber
hinaus werden Bewertungskriterien für die Anträge veröffentlicht. Diese entsprechen
den Bewertungskriterien gemäß der von der Bewilligungsstelle (Sächsische Aufbaubank
- SAB) angewendeten Bewertungsmatrix. Auf der Internet-Seite der SAB finden sich
Förderbausteine, in denen weitere spezifische Anforderungen und Auswahlkriterien an
die beantragten Vorhaben definiert werden. Eingereichte Projektvorschläge oder -
anträge müssen nach einem vorgegebenen Muster aufgebaut sein, um eine Vergleich-
barkeit der Anträge sicherzustellen (einheitliches Antragsverfahren). Die SAB nimmt da-
nach eine Bewertung der nach dem vorgegebenen Muster eingereichten Anträge mit
Hilfe einer internen Bewertungsmatrix vor. Die Bewertungsmatrix ermöglicht es, für die
Qualität der Angaben im Antrag Punkte zu vergeben. Anträge werden nur gefördert,
wenn mindestens 60 Punkte erreicht werden.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
50
Gemäß Art. 60 Buchst. a) und Art. 57 Abs. 3 der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 dürfen
Vorhaben aus dem ESF nur gefördert werden, wenn die vom Begleitausschuss be-
schlossenen jeweiligen Auswahlkriterien eingehalten werden. Die in Sachsen geltenden
Auswahlkriterien sind auf der Internet-Seite der Bewilligungsstelle SAB veröffentlicht.
Auch dort wird im Teil A das Auswahlverfahren für die Vorhaben erläutert. Nicht unmit-
telbar betroffen von dieser Thematik sind Förderprogramme, die von der Europäischen
Kommission notifiziert und von ihr genehmigt wurden, die eine direkte Auszahlung der
Zuwendungen an die Begünstigten vorsehen und bei deren Umsetzung kein Träger ein-
geschaltet wird, bei denen die Zuwendungen im Ergebnis einer öffentlichen Ausschrei-
bung (Verfahren betreffend das öffentliche Auftragswesen) ausgereicht werden.
Im Zuge der Erstellung des Jahresberichtes Beihilfen für 2009 im Jahr 2010 ergaben
sich teilweise neue Anforderungen zu einer detaillierten Berichterstattung der auf der
Grundlage der Allgemeinen Freistellungsverordnung (Verordnung (EG) Nr. 800/2008)
gewährten Beihilfen. Diese konnten für 2009 nicht erfüllt werden, da die neu vorgenom-
mene Untergliederung der Beihilferegelungen in Sektoren (bzw. Wirtschaftszweige nach
NACES II-Code), die Unterscheidung von Beihilferegelungen nach Art. 40 und 41 der
Verordnung (EG) Nr. 800/2008 oder auch nach allgemeinen und spezifischen Ausbil-
dungsmaßnahmen nach Art. 38 Nrn. 1 und 2 der Verordnung (EG) Nr. 800/2008 in den
Datensystemen der Bewilligungsstelle in den Vorjahren nicht erforderlich waren, deshalb
nicht hinterlegt sind und auch nicht rückwirkend erfasst werden können. Im Jahresbe-
richt 2009 wurde der Europäischen Kommission deshalb mitgeteilt, dass eine Unter-
scheidung der Beihilfen nach den neuen Vorgaben nicht möglich ist. Da es dazu keine
weitere Rückmeldung seitens der Europäischen Kommission gegeben hat, wird davon
ausgegangen, dass die bisher gemeldeten Daten auskömmlich gewesen sind und auch
für den Jahresbericht 2010 fortgeschrieben zu melden sind.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
51
2.3
Wesentliche aufgetretene Probleme und getroffene Abhilfemaßnah-
men
Es hat keine wesentlichen bei der Durchführung des OP aufgetretenen Probleme und
schwerwiegenden Probleme, die im Rahmen des Verfahrens nach Art. 62 Abs. 1 Buch-
stabe d Ziffer i der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 festgestellt worden wären im Be-
richtszeitraum gegeben.
2.4 Änderung der Durchführungsbestimmungen des operationellen Pro-
gramms
Auch im Jahr 2010 wirkten noch die Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise. Nach ei-
nem starken Auftragseinbruch in vielen Wirtschaftsbereichen und einer massiven Ver-
unsicherung der Akteure auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt verstärkte sich zu-
nächst die Freisetzung von benachteiligten Beschäftigtengruppen wie Geringqualifizier-
ten oder Zeitarbeitnehmern. Das Tal dieser Entwicklung ist jedoch durchschritten, Wirt-
schaft und Arbeitsmarkt stabilisieren sich kontinuierlich. Es ist jedoch noch nicht sicher
abzusehen, ob diese positive Entwicklung in Deutschland einen nachhaltigen Auf-
schwung in Sachsen nach sich zieht oder ob weiter bestehende Unsicherheiten in der
Eurozone diese Erfolge wieder gefährden können.
Die krisenbedingte bundesweite Ausweitung von Fördermöglichkeiten für Weiterbil-
dungsmaßnahmen von Beschäftigten führte zur Notwendigkeit einer Neubewertung der
nachrangigen Förderung von Maßnahmen aus dem ESF. Mit Jahresbeginn 2011 wird
das Spektrum der nationalen Fördermaßnahmen jedoch wieder auf das Vorkrisenniveau
zurückgeführt.
Negativ auf die Durchführung einiger ESF-Programme wirken Änderungen der rechtli-
chen Rahmenbedingungen für die Arbeitsmarktpolitik, die eine Schlechterstellung von
Teilnehmern an ESF-Maßnahmen gegenüber Teilnehmern an nationalen Maßnahmen
der aktiven Arbeitsförderung beinhalten oder eine programmkonforme Umsetzung er-
schweren.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
52
Im Rahmen der Umsetzung des vorübergehenden Gemeinschaftsrahmens wurde für
einige Maßnahmen auf die Regelung zur vorübergehenden Gewährung geringfügiger
Beihilfen im Geltungsbereich der Bundesrepublik Deutschland während der Finanz- und
Wirtschaftskrise („Bundesregelung Kleinbeihilfen“) zurückgegriffen. Die Regelung findet
auf Anträge Anwendung, die bis zum 31. Dezember 2010 gestellt wurden.
Im Zusammenhang mit der Finanz- und Wirtschaftskrise hat sich gezeigt, dass das
sächsische OP für den ESF einen ausreichend großen Handlungsspielraum aufwies, da
die grundsätzlichen Ziele der ESF-Förderung im Freistaat Sachsen vor dem Hintergrund
dieser neuen Herausforderungen keine wesentlichen Änderungen erfahren mussten. So
konnten im Antragsverhalten keine krisenbedingten Rückgänge erkannte werden. Die
Bewilligungsstelle hat eher eine steigende Anzahl von Antragseingängen registriert.
Der Freistaat Sachsen nutzt die mit Verordnung (EG) Nr. 396/2009 eröffneten Möglich-
keiten der Förderung mittels Pauschalen u. a. für eine Pauschale für Verwaltungskosten,
welche auch mit der Kommission abgestimmt worden ist. Die Verwaltungskostenpau-
schale wurde inzwischen in 28 Förderbereichen eingeführt, in 12 Förderbereichen ist sie
verpflichtend anzuwenden. Der Nachweis der indirekten Kosten anhand von Einzelbele-
gen ist damit nicht mehr vorgesehen. Dies schafft sowohl bei Zuwendungsempfängern
wie auch der Bewilligungsstelle Klarheit bei den zu fördernden Verwaltungsausgaben
und vereinfacht den Verfahrensablauf für alle Beteiligten wesentlich. Die Förderung mit-
tels Pauschalen soll ausgebaut und diesbezügliche Chancen genutzt werden, um weite-
re Verwaltungsvereinfachungen bei der Umsetzung des ESF im Freistaat Sachsen zu
erreichen.
Die bisherige phasing-out-Problematik konnte durch Mittelumschichtungen der Verwal-
tungsbehörde ESF geregelt bzw. an die tatsächlichen Verhältnisse angepasst werden.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
53
2.5 Wesentliche Änderungen gemäß Artikel 57 der Verordnung (EG) Nr.
1083/2006 (Dauerhaftigkeit des Vorhabens)
Im Berichtszeitraum sind keine Fälle verzeichnet worden, in denen eine wesentliche Än-
derung gemäß Artikel 57 der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 (Dauerhaftigkeit) festge-
stellt worden ist.
2.6 Komplementarität mit anderen Instrumenten
Im Allgemeinen setzt die Europäische Union strukturpolitische Maßnahmen ein, um die
Entwicklung der Strukturen in dem betreffenden Sektor anzupassen und zu lenken. Un-
ter „Strukturen“ sind die Infrastrukturanlagen zu verstehen, die für die Herstellung von
Gütern sowie für die Organisation der Produktionsprozesse erforderlich sind. Im Übrigen
ist es seit jeher eines der wichtigsten Ziele der Europäischen Union, den wirtschaftlichen
und sozialen Zusammenhalt (die Solidarität) zwischen den Regionen zu verstärken. Zu
diesem Zweck hat die Union verschiedene Fonds errichtet, um die Finanzhilfen auf die
Gebiete, Personen und Unternehmenstypen zu konzentrieren, die sie am dringendsten
benötigen. Zu diesen Fonds zählen der Europäische Fonds für regionale Entwicklung
(EFRE), der Europäische Sozialfonds (ESF), der Europäische Landwirtschaftsfonds für
die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und der Europäische Fischereifonds
(EFF), der für den Zeitraum 2007-2013 eingerichtet wurde.
Im Folgenden wird gem. Artikel 9 Abs. 4 der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 über die
Maßnahmen berichtet, die die Abgrenzung von und Koordinierung mit den Interventio-
nen des EFRE, des ESF, des Kohäsionsfonds, des ELER, des EFF sowie den Interven-
tionen der Europäischen Investitionsbank (EIB) und anderer vorhandener Finanzinstru-
mente gewährleisten.
Auf nationaler Ebene findet die Sicherung der Kohärenz über die Zusammenarbeit mit
der beim Bund zuständigen Stelle statt. Praktisch erfolgt die Abstimmung der Maßnah-
men des OP mit anderen nationalen Förderprogrammen durch Förderkonzepte und

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
54
Richtlinien. Gleichzeitig finden die Informationen über die Fachpolitiken des Bundes ihre
Berücksichtigung bei der Umsetzung des OP.
Die Abstimmung mit den anderen gemeinschaftlichen Politiken, insbesondere den Akti-
onen des EFRE und dem Ziel 3 „Europäische Territoriale Zusammenarbeit“ in der Aus-
richtung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit erfolgt innerhalb des Sächsischen
Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr und über die Abwicklung in der
zwischengeschalteten Stelle Sächsische Aufbaubank - Förderbank - (SAB). In der prak-
tischen Umsetzung bedeutet das, dass die Verwaltungsbehörden der Interventionsbe-
reiche des ESF, EFRE und des Ziels 3 „Europäische Territoriale Zusammenarbeit“ eng
zusammenarbeiten, so dass die Koordinierung der Fördergrundlagen gewährleistet ist.
Zudem sind die Verwaltungsbehörden EFRE und „Grenzübergreifende Zusammenar-
beit“ im ESF-Begleitausschuss 2007-2013 vertreten, so dass auch im Rahmen der
Steuerung des OP eine Abstimmung zwischen den Förderprogrammen erfolgen kann.
Im Übrigen findet der Vollzug der ESF-, EFRE- und der Ziel 3-Förderung unter dem ge-
meinsamen Dach der SAB statt.
Die Kohärenz und Konsistenz des ESF mit dem EFRE und dem Ziel 3 „Europäische
Territoriale Zusammenarbeit“, aber auch den anderen Fonds der EU-Förderung (ELER,
EFF) wird in mehreren Stufen sichergestellt: bei der Aufstellung des OP über die Res-
sortabstimmungen und bei der Umsetzung des OP durch die Abwicklungsmodalitäten.
Hierdurch werden Kohärenz und Konsistenz zwischen den Vorhaben ermöglicht und
Doppelförderungen ausgeschlossen. Die Strukturen ermöglichen auch die Erzeugung
von Synergien.
ELER-ESF
Bereits bei der Erstellung des OP wurde auf eine strenge Trennung der Einsatzbereiche
ELER und ESF geachtet. Durch die Konzentration der Fondsverwaltung ELER, Fonds-
bewirtschaftung ESF, Teil Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirt-
schaft (SMUL) sowie die partielle Richtlinienverantwortung ESF-Richtlinie, Teil SMUL in
einem Referat wird die Koordinierung und der ordnungsgemäße Einsatz der verschie-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
55
denen Finanzierungsquellen gewährleistet. Im Sinne einer stringenten Trennung der
Einsatzbereiche des ELER und ESF zur Vermeidung von Doppelförderung und der Ge-
währleistung eines verwaltungstechnisch, effizienten Verfahrens wird im Freistaat Sach-
sen die Bildung für den Bereich Land-, Forst- und Hauswirtschaft, ländliche Entwicklung
und Umwelt konzentriert grundsätzlich nur über den ESF realisiert. Dies sichert eine
einheitliche Verfahrensweise gegenüber den potenziellen Projektträgern sowie Syner-
gieeffekte. Die ESF-Förderung umfasst damit:
-
die Erstausbildung Land-, Forst- und Hauswirtschaft,
-
die berufliche Weiterbildung,
-
die Weiterbildung von ehrenamtlich tätigen oder privaten Personen
-
die transnationale Bildung in den o. g. Bereichen sowie
-
das Freiwillige ökologische Jahr.
Damit können alle relevanten Weiterbildungsnotwendigkeiten im Agrarsektor und in den
Bereichen Forst- und Hauswirtschaft, ländliche Entwicklung sowie Umwelt- eingeordnet
in ein einheitliches Gesamtverfahren - unterstützt werden. Zusätzliche Impulse kann der
Sektor durch die Möglichkeit der transnationalen Bildung erhalten. Eine Ausnahme bildet
die Unterstützung der Teilnahme an Qualifizierungsmaßnahmen außerhalb Sachsens
sowie an Fachtagungen und Kongressen für leitende ehrenamtliche Akteure der ländli-
chen Entwicklung, die über den ELER realisiert werden soll. Durch Konzentration der
Fondsverwaltung ELER und Fondsbewirtschaftung ESF, Teil SMUL, in einem Referat
wird gewährleistet, dass relevante Belange aus den Bereichen Land- und Forstwirtschaft
sowie ländliche Entwicklung entsprechend berücksichtig werden.
Im Rahmen des Begleitausschusses für das Entwicklungsprogramm für den ländlichen
Raum im Freistaat Sachsen 2007 - 2013 wurden den Teilnehmern am 9. Dezember
2010 die Möglichkeiten sowie der aktuelle Stand der ESF-Förderung im Bereich
Erstausbildung und berufliche Weiterbildung in der Land-, Forst- und Hauswirtschaft
vorgestellt.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
56
EFRE-ESF
Für den Interventionsbereich des EFRE wurde ein Risikokapitalfonds eingerichtet. Da-
neben existiert im Freistaat Sachsen bereits ein ebenfalls EFRE-finanzierter Beteili-
gungsfonds. Für den ESF ist es optional vorgesehen, neben dem im Jahr 2005 einge-
richteten ESF-Mikrodarlehensfonds weitere Finanzierungsinstrumente für Existenzgrün-
der und KMU einzurichten. Während die EFRE-Finanzierungsinstrumente aber vor allem
auf wachstumsstarke und in der Regel technologieintensive Unternehmen zielen, steht
bei den möglichen ESF-Instrumenten der Abbau von Hemmnissen für Klein- und
Kleinstgründungen im Mittelpunkt. Im ESF bezieht sich die Förderung von Netzwerken
und Kooperationen ausschließlich auf Fragen der Personalentwicklung und Fachkräfte-
sicherung. Im EFRE stehen demgegenüber die Netzwerke im Bereich Beschaffung,
Produktion, Forschung Entwicklung und Innovation (FuEuI) und Vertrieb im Mittelpunkt
der Unterstützung. In Abgrenzung zum EFRE erfolgt im ESF eine personenbezogene
Förderung von Unternehmensgründern im Wesentlichen durch Seminare und Bera-
tungsleistungen. Im EFRE wird eine reine unternehmensbezogene Förderung erfolgen
(Risikokapital für junge Technologieunternehmen, einzelbetriebliche Zuschüsse für Un-
ternehmen). Bei der Gestaltung der sächsischen ESF-Förderung besteht ein intensiver
Kontakt mit dem Bund. Im OP des ESF im Freistaat Sachsen findet die Existenzgrün-
dungsförderung mit zwei Zielstellungen statt, die sich dementsprechend in den Priorität-
sachsen A und C wieder spiegeln. In der Prioritätsachse C erfolgt die Förderung von
Existenzgründungen vorrangig mit dem Ziel, Arbeitslosen eine Möglichkeit zu geben,
sich ihren eigenen Arbeitsplatz zu schaffen. In der Prioritätsachse A werden die Unter-
nehmensgründungen zur Stärkung des Unternehmergeists gefördert. Im EFRE erfolgt
die Unterstützung von beruflicher Erstausbildung durch investive Maßnahmen in Bil-
dungseinrichtungen wie z. B. Berufsakademien und Zentren für berufliche Bildung.
Demgegenüber sollen im ESF nicht-investive Maßnahmen z. B. Zuschüsse zum Le-
bensunterhalt, sozialpädagogische Maßnahmen sowie nicht-investive Ausbildungskos-
ten insgesamt gefördert werden.
Ziel 3 - ESF
Einige unter Ziel 3 vorgesehenen Vorhabensbereiche stellen eine zweckmäßige Ergän-
zung zu den Zielsetzungen der ESF-Förderung um eine grenzübergreifende Dimension

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
57
dar. Die Verwaltungsbehörden des ESF und der Grenzübergreifenden Zusammenarbeit
arbeiten eng zusammen, insbesondere auch mit Blick auf die ESF-Prioritätsachse E –
Transnationale Maßnahmen. Die Verwaltungsbehörde der Grenzübergreifenden Zu-
sammenarbeit ist in der interministeriellen Arbeitsgruppe „Transnationalität“ sowie im
ESF Begleitausschuss 2007 – 2013 vertreten. Damit kann im Rahmen der Pro-
grammsteuerung eine Abstimmung zwischen den Förderprogrammen erfolgen. Die Ziel-
3-Programme werden ebenso wie der ESF über die zwischengeschaltete Stelle SAB
abgewickelt. Eine Koordinierung der Fördergrundlagen ist damit gewährleistet.
EFF-ESF
Im Rahmen des EFF sollen Maßnahmen aus dem fischwirtschaftlichen Bereich unter-
stützt werden. Dies umfasst sowohl investive als auch nichtinvestive Aktivitäten. Allge-
meine Verbraucherinformationen im Bereich Fisch- und Fischerzeugnisse sollen mit Mit-
teln des EFF befördert werden. Eine Unterstützung durch den ESF ist für die Förderung
von Kompetenzen und Zusatzqualifikationen für Arbeitnehmer bzw. Unternehmen des
Bereichs vorgesehen. Die bereits in den OP`s festgelegte Trennung zwischen den Zu-
ständigkeitsbereichen des EFF und des ESF wurde bei der Erarbeitung der jeweiligen
Förderrichtlinien beachtet.
2.7 Begleitung und Bewertung
Der Begleitausschuss für den Europäischen Sozialfonds im Freistaat Sachsen tagte im
Jahr 2010 zwei Mal – am 1. Juni 2010 und am 23. November 2010. Im Rahmen des ers-
ten Termins (6. Sitzung im Förderzeitraum 2007-2013) wurden neben dem Durchfüh-
rungsbericht 2009 die umgesetzten Folgemaßnahmen aus den Endberichten zur beglei-
tenden Programm- und Fachevaluierung für die Prioritätsachse A des Operationellen
Programms vorgestellt. Darüber hinaus wurde das Gremium über den aktuellen Stand
der Umsetzung der ESF-Förderung sowie über die Ergebnisse der repräsentativen Um-
fragen für die Europäischen Strukturfonds im Freistaats Sachsen informiert.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
58
Auch beim zweiten Termin (7. Sitzung) gab es Berichte zum Stand der Umsetzung und
zur Kommunikationsarbeit. Die Tagesordnung umfasste darüber hinaus den jährlichen
Kontrollbericht der Prüfbehörde, die Ergebnisse aus der begleitenden Evaluierung sowie
die Aktualisierung der Auswahlkriterien für das Operationelle Programm ESF. Darüber
hinaus wurde über aktuelle Entwicklungen bei der Einführung von Pauschalen sowie in
der Förderung der transnationalen Zusammenarbeit berichtet. Den thematischen
Schwerpunkt der Beratung bildete der Änderungsantrag zum Operationellen Programm
für den ESF im Freistaat Sachsen. Zum Abschluss der Sitzung wurde über die aktuelle
Debatte über die Zukunft der Kohäsionspolitik informiert.
Im Sinne der Umsetzung des Partnerschaftsprinzips wurden auch in 2010 die Vertreter
der Wirtschafts- und Sozialpartner aktiv in die Begleitung und Durchführung des Opera-
tionellen Programms für den ESF in Sachsen eingebunden. Sie wirkten neben dem Be-
gleitausschuss im Lenkungsausschuss Begleitende Evaluierung, der insgesamt elfmal
im Jahr zusammentraf. Um eine aktive Teilnahme an den Sitzungen des Begleitaus-
schusses in 2010 zu ermöglichen, organisierte die Verwaltungsbehörde eine Reihe von
Veranstaltungen, die sich an den Kreis aller Wirtschafts- und Sozialpartner richteten und
der Stärkung ihrer Kapazitäten dienten. So wurden jeweils im Vorfeld der Sitzungen des
Begleitausschusses Seminare zur inhaltlichen Vorbereitung organisiert. Darüber hinaus
fanden drei Fachworkshops statt, die Möglichkeit zum Austausch über die Themen Eva-
luierung und Publizität im ESF sowie über die Herausforderungen und Handlungsoptio-
nen bei der Umsetzung der Förderprogramme auch aus Sicht der Bewilligungsstelle bo-
ten. Diese Angebote wurden durch regelmäßige Information in Form eines Newsletters
abgerundet. Die sog. ESF-Infomail wurde unter Mitwirkung der Fondsbewirtschafter und
der Bewilligungsstelle quartalsweise in elektronischer Form an die Wirtschafts- und So-
zialpartner versandt.
Auch von Seiten der Fondsbewirtschafter und der Bewilligungsstelle selbst fand reger
Austausch mit Wirtschafts- und Sozialpartner im Rahmen von zahlreichen Fachveran-
staltungen. So wurden durch die Bewilligungsstelle zahlreiche zielgruppenspezifische
Informationsveranstaltungen durchgeführt sowie im Rahmen regulärer Gremienarbeit
Fachgespräche begleitet. Einige Fondsbewirtschafter führten darüber hinaus Jahresge-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
59
spräche mit den Wirtschafts- und Sozialpartnern im jeweiligen Zuständigkeitsbereich
durch. Weiterhin fanden thematische Diskussionsrunden statt, die sich beispielsweise
der Gestaltung neuer Förderverfahren oder der Auswertung für Projekte mit Stichtags-
regelung widmeten. Die Wirtschafts- und Sozialpartner wurden schließlich anlassbezo-
gen über neue Sachverhalte in Bezug auf einzelne ESF-Richtlinien, Fördergegenstände
oder Evaluierungsergebnisse informiert.
Das bereits im Jahr 2008 eingerichtete Monitoringsystem für das OP konnte auch im
Jahr 2010 wichtige Erkenntnisse für ein darauf aufbauendes Controlling liefern. Das
Monitoringsystem umfasst das materielle und finanzielle Monitoring.
Zum materiellen Monitoring gehört inhaltlich die Überwachung des Fortschritts der Out-
putziele, Ergebnis- und Wirkungsindikatoren sowie der spezifischen und strategischen
Ziele der Prioritätsachsen. Das finanzielle Monitoring umfasst die Überwachung des
Fortschritts hinsichtlich der Bewilligungen, Zahlungen und Ausgabenerklärungen ein-
schließlich diesbezüglicher Prognosen.
Adressaten des Monitorings sind die Verwaltungsbehörde ESF und die Fondsbewirt-
schafter. Akteure des Monitoring sind vorrangig die Fondsbewirtschafter und übergrei-
fend die Verwaltungsbehörde ESF.
Das Monitoring der Verwaltungsbehörde ESF liefert Daten für den jährlichen Durchfüh-
rungsbericht gem. Artikel 67 der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006, informiert den Be-
gleitausschuss über die effektive und ordnungsgemäße Durchführung des OP gem. den
Anforderungen der Artikel 65 und 66 der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 und liefert Da-
ten für die Bewertung (Evaluierung) des OP.
Die ESF-Interventionen im Freistaat Sachsen werden im laufenden Förderzeitraum be-
gleitend evaluiert, d. h. dass Halbzeitbewertungen und Aktualisierungen der Halbzeitbe-
wertungen nicht mehr stattfinden.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
60
Die Verwaltungsbehörde ESF ist für die Evaluierung des Gesamtprogramms (strategi-
sche Ziele des OP und Ziele auf Ebene Prioritätsachsen) zuständig. Die Fondsbewirt-
schafter führen die Fachevaluierung, d. h. auf Ebene einzelner Richtlinien, Vorhaben
und Fördergegenständen durch.
Die Durchführung der ersten Phase der begleitenden Evaluierung wurde Mitte 2008
ausgeschrieben und Ende 2008 an einen externen Dienstleister vergeben. Die Durch-
führung der zweiten Phase der begleitenden Evaluierung wurde Anfang 2010 ausge-
schrieben und gegen Mitte 2010 an einen externen Dienstleister vergeben.
Diese erste Phase der begleitenden Evaluierung umfasste den Zeitraum Januar 2009
bis Juni 2010. Die zweite Phase der begleitenden Evaluierung begann im Juli 2010 und
soll planmäßig bis Dezember 2012 laufen.
Im Jahr 2010 tagte der Lenkungsausschuss Begleitende Evaluierung elf Mal – am 15.
Januar 2010, 19. Februar 2010, 12. März 2010, 9. April 2010, 5. Mai 2010, 21. Mai
2010, 25. Juni 2010, 13. August 2010, 24. September 2010, 15. Oktober 2010 und 25.
November 2010.
Im Rahmen der Ausschusssitzungen wurden folgende Evaluierungsberichte diskutiert
und abgenommen:
-
Endberichte zur Programm- und Fachevaluierung der Prioritätsachse C
-
Endberichte zur Programm- und Fachevaluierung der Prioritätsachse E
-
Endberichte zur Programm- und Fachevaluierung der Prioritätsachse B
-
Endbericht zur zweiten Bewertung des OP
-
Zwischen- und Endbericht zur Ad hoc-Evaluierung des OP
-
Zwischenbericht zur dritten Bewertung des OP
In Hinblick auf die Endberichte zur Programm- und Fachevaluierung der Prioritätsachse
C, Endberichte zur Programm- und Fachevaluierung der Prioritätsachse B, Endberichte
zur Programm- und Fachevaluierung der Prioritätsachse E und dem Endbericht zur

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
61
zweiten Bewertung des OP sowie dem Endbericht zur Ad hoc-Evaluierung des OP
konnten auf Basis der darin von den Evaluatoren gegebenen Handlungsempfehlungen
Folgemaßnahmen bis hin zum 1. Änderungsantrag zum OP entwickelt und größtenteils
auch schon umgesetzt werden.
Darüber hinaus wurde auch der Evaluierungsprozess der Etappen und „Programm- und
Fachevaluierung der Prioritätsachse C“ „Programm- und Fachevaluierung der Prioritäts-
achse B“ „Programm- und Fachevaluierung der Prioritätsachse E“, „zweite Bewertung
des OP“ und „Ad hoc Evaluierung des OP“ zwischen der Verwaltungsbehörde ESF, den
Fondsbewirtschaftern und den Wirtschafts- und Sozialpartnern diskutiert. Hieraus ge-
wonnene Verbesserungsvorschläge wurden in den weiteren Verlauf der begleitenden
Evaluierung integriert.
Der Lenkungsausschuss Begleitende Evaluierung beriet im Jahr 2010 zudem über An-
passungen des Evaluierungsplans und die Verdingungsunterlagen für die zweite Phase
der begleitenden Evaluierung, die für den Zeitraum Juli 2010 bis Dezember 2012 ge-
plant ist.
2.8
Nationale Leistungsreserve gem. Art. 50 der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006)
Aussagen zur nationalen Leistungsreserve nach Maßgabe der Angaben in Artikel 50 der
Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 sind für den vorliegenden Bericht nicht zu treffen.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
62
3. Durchführung nach Prioritätsachsen
3.1 Prioritätsachse A - Steigerung der Anpassungsfähigkeit und Wettbewerbs-
fähigkeit von Beschäftigten und Unternehmen
3.1.1 Ergebnisse und Fortschrittsanalyse
Materielle und finanzielle Fortschritte der Prioritätsachse A
Tabelle 9: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse A
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)
Indikatoren* Art 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015
Insge-
samt
Indikator 1 –
Ergebnisindikator
Zahl der erfolgreich
abgeschlossenen
Weiterbildungen
Ergebnis 100 % 43,99 % 89,72% 84,68%
82,75%
Zielvorgabe
90 %
Ausgangswert**
80 %
Indikator 2 –
Outputindikator
Erwerbstätige die an
Weiterbildung /
Beratung teilnehmen
Ergebnis
1
1.639 7.176 6.911
15.727
Zielvorgabe
79.500
Ausgangswert
Indikator 3 –
Outputindikator
Beratene Unternehmen
Ergebnis
1 167 1.579 1.546
3.293
Zielvorgabe
14.500
Ausgangswert
Indikator 4 –
Ergebnisindikator
Zahl neuer Arbeitsplätze bei
den geförderten Gründern
aus dem Hochschulbereich
Ergebnis
150
150
Zielvorgabe
1.000
1.000
2.000
Ausgangswert
Indikator 5 –
Outputindikator
Beratene und gecoachte
angehende Gründer
Ergebnis
0 0 69 182
251
Zielvorgabe
10.500
Ausgangswert
* Angaben lt. OP, eine Aufschlüsselung nach Geschlecht ist nicht vorgesehen

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
63
Tabelle 10: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse A
(Status: bewilligt)
Indikatoren* Art 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015
Insge-
samt
Indikator 1 –
Ergebnisindikator
Zahl der erfolgreich
abgeschlossenen
Weiterbildungen
Ergebnis
Zielvorgabe
90 %
Ausgangswert**
80 %
Indikator 2 –
Outputindikator
Erwerbstätige die an
Weiterbildung /
Beratung teilnehmen
Ergebnis
645
7.516
11.374
12.763
32.298
Zielvorgabe
79.500
Ausgangswert
Indikator 3 –
Outputindikator
Beratene Unternehmen
Ergebnis
72
1.271
1.767
867
3.977
Zielvorgabe
14.500
Ausgangswert
Indikator 4 –
Ergebnisindikator
Zahl neuer Arbeitsplätze bei
den geförderten Gründern
aus dem Hochschulbereich
Ergebnis
Zielvorgabe
1.000
1.000
2.000
Ausgangswert
Indikator 5 –
Outputindikator
Beratene und gecoachte
angehende Gründer
Ergebnis
0
14.154
125
302
14.581
Zielvorgabe
10.500
Ausgangswert
* Angaben lt. OP, eine Aufschlüsselung nach Geschlecht ist nicht vorgesehen

image
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
64
Tabelle 11: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse A
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)

image
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
65
Tabelle 12: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse A
(Status: bewilligt)

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
66
Qualitative Analyse
A.
Analyse der Ergebnisse anhand der finanziellen Angaben (Nummer 2.1.2.), der
materiellen Indikatoren (Nummer 3.1.1) und sonstiger relevanter Angaben
Vorhabensbereich Weiterbildung, Beratung, innovative Projekte:
Die Förderaktivitäten in diesem Bereich sind im Wesentlichen darauf ausgerichtet, ein dauer-
haft ausreichendes Angebot an qualifizierten Fachkräften in Sachsen zu gewährleisten und
die Wettbewerbsfähigkeit der Beschäftigten zu erhöhen. Dazu gehören auch innovative Pro-
jekte, die neue Wege zu anerkannten beruflichen Abschlüssen erproben oder die Durchläs-
sigkeit zwischen beruflicher und akademischer Ausbildung erhöhen.
Zum Stand vom 31. Dezember 2010 wurden insgesamt Projekte mit einem Fördervolumen
von 67,3 Mio. EUR und damit 50% der Gesamtmittel bewilligt (Stand 31. Dezember 2009:
46,6 Mio. EUR). Die Bewilligungen beinhalten kumuliert 5.200 Projekte mit 24.700 geplanten
Teilnehmern.
Das größte Mittelvolumen wurde 2010 in der Förderung von Weiterbildungsmaßnahmen für
einzelne Unternehmen umgesetzt. Die Ausreichung von Fördermitteln an Bildungsträger
wurde dagegen zurückgefahren, um dem konkreten Weiterbildungsbedarf von Unternehmen
besser zu entsprechen. Neu aufgelegt wurde ein Förderverfahren, das sich an individuell be-
nachteiligte Beschäftigte richtet. Der „Weiterbildungsscheck Sachsen“ unterstützt Beschäftig-
te mit einem geringen Einkommen und / oder atypischem Beschäftigungsverhältnis bei ar-
beitgeberunabhängigen Weiterbildungsaktivitäten, um eine Stabilisierung bzw. Verbesserung
des Beschäftigungsverhältnisses sowie den Erwerb neuer Kompetenzen zu erreichen. Die
Inanspruchnahme des neuen Förderinstruments übertrifft die Erwartungen deutlich. Die voll-
ständige Bewilligung der Mittel im Bereich der Weiterbildung von Beschäftigten bis zum Ende
des Förderzeitraums ist damit nunmehr als realistisch einzuschätzen.
Als unbefriedigend ist derzeit noch der Stand der Auszahlungen und demzufolge der erklär-
baren Ausgaben einzuschätzen. Hintergrund ist teilweise die Bewilligung langjähriger Projek-
te, so dass eine planmäßige Verzögerung des Mittelabrufs eintritt. Es bleibt jedoch eine Un-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
67
sicherheit hinsichtlich der tatsächlichen Verausgabung von gebundenen Mittel in Teilberei-
chen, der mit strengeren Regelungen zu möglichen Auszahlungsverlagerungen in Folgejahre
begegnet werden soll.
Die bisher nachweisbaren Ergebnisse hinsichtlich der erfolgreich absolvierten Weiterbildun-
gen (Indikator 1) sind durch die verzögerte Erfassung bei noch laufenden Maßnahmen inter-
pretationsbedürftig. Die Zahl der registrierten Teilnehmerabbrüche liegt weiterhin bei unter
einem Prozent der Teilnehmerzahl. Die Zielstellung von 90,0 % erfolgreichen Teilnahmen
wird wahrscheinlich übertroffen.
Die weiteren materiellen Zielstellungen wurden im OP-Änderungsantrag z.T. an eine abwei-
chende Programmdurchführung angepasst. So wurden mehr Mittel im Bereich innovative
Projekte umgesetzt, als dies bei der Programmerstellung vorgesehen war. Da die eingesetz-
ten Mittel je Teilnehmer bei innovativen Projekten i.d.R. die Durchschnittswerte der Stan-
dardprogramme übersteigen, ist eine Anpassung der Zielwerte erforderlich. Derzeit wird mit
ca. 25.000 geplanten Teilnehmern die Hälfte des ursprünglichen Zielwertes für diese Vorha-
ben erreicht. Die Zielerreichung liegt damit auch gemessen an den ursprünglichen Zielwerten
in einem akzeptablen Bereich.
Vorhabensbereich: Innovationsassistent
In der Prioritätsachse A gehört die Innovationsassistentenförderung zum Einsatzfeld 1 “Be-
rufsbegleitende Qualifizierung; Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit“. Die Innovationsassis-
tentenförderung trägt zur weiteren Erhöhung der technologischen Wettbewerbsfähigkeit der
sächsischen kleinen und mittleren Unternehmen und zur Sicherung und Schaffung zukunfts-
fähiger Arbeitsplätze bei. Gleichzeitig wirkt diese Förderung auch der Abwanderung von Ab-
solventen in wirtschaftlich stärkere Regionen oder der Bevorzugung von größeren Unter-
nehmen als Arbeitgeber entgegen.
Erste Bewilligungen aus Mitteln des OP erfolgten Ende 2007. Bis zum 31. Dezember 2010
hat die Bewilligungsstelle insgesamt Zuschüsse i. H. v. rd. 9,4 Mio. EUR (ESF-Mittel) bewil-
ligt, davon 2010 Zuschüsse i. H. v. rd. 3,7 Mio. EUR. Damit konnten mehr ESF-Mittel als für

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
68
die Jahre 2007 bis 2010 vorgesehenen mit Projekten untersetzt werden. Die Bewilligungs-
stelle hat davon bis zum 31. Dezember 2010 Zuschüsse i. H. v. insgesamt rd. 3,4 Mio. EUR
an die Zuwendungsempfänger ausgezahlt. Das sind 44 % der insgesamt bis Ende 2010 be-
willigten Mittel. Der Fondsbewirtschafter konnte gegenüber der Verwaltungsbehörde zum 31.
Juli 2010 Ausgaben i. H. v. rd. 4,2 Mio. EUR (davon ESF-Mittel rd. 3,2 Mio. EUR) erklären.
Die Bewilligungsstelle hat bis zum 31. Dezember 2010 71 Verwendungsnachweise abschlie-
ßend geprüft.
Der zeitlich versetzte Mittelabfluss hat mehrere Ursachen, zum einen die mehrjährige Pro-
jektlaufzeit selbst, und zum anderen die Nachschüssigkeit der Auszahlungen. Hinzukommt,
dass die Bewilligungsstelle die Schlussrate i. H. v. 20 % der getätigten Ausgaben erst nach
Prüfung des Verwendungsnachweises an den Zuwendungsempfänger auszahlt. Das Prinzip
der Nachschüssigkeit der Auszahlungen und das Prinzip der Auszahlung nach 100%iger
Prüfung der Originalbelege haben sich bewährt. Damit wurde erreicht, dass zu einem Stich-
tag die Höhe der erklärten Ausgaben fast der Höhe der ausgezahlten Mittel entspricht.
Vorhabensbereich: Weiterbildung, Beratung in Land und Forstwirtschaft, ländlicher Raum,
Umwelt
Entsprechend dem Indikator 2 ist festzustellen, dass die Maßnahmen der Beruflichen Wei-
terbildung in allen Bereichen nicht in dem Maße nachgefragt werden, wie zu Beginn der För-
derperiode gewünscht und prognostiziert. Dies gilt auch für die Weiterbildung in der Land-
Forst- und Hauswirtschaft, im ländlichen Raum und Umweltbereich, wo die Zielvorgaben bis-
her leider verfehlt worden sind. Für den Bereich des SMUL ist, wenn auch auf einem niedri-
gen Grundniveau, im Vergleichszeitraum 2009 zu 2010 ein Anstieg der Weiterbildungstätig-
keit zu verzeichnen.
Es wird davon ausgegangen, dass diese positive Tendenz fortgesetzt werden kann. Insbe-
sondere wurde durch die Vergabe der Umsetzung von Förderkonzepten sowie durch eine
verstärkte zielgruppenspezifische Öffentlichkeitsarbeit, insbesondere in 2009, die Vorausset-
zungen für die Durchführung von Weiterbildungsmaßnahmen deutlich verbessert und das
Bewusstsein für die Notwendigkeit der beruflichen Weiterbildung gestärkt.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
69
Es muss jedoch davon ausgegangen werden, dass die zu Beginn der Förderperiode ange-
strebten Zielwerte nicht zu erreichen sind und dem entsprechend angepasst werden.
Vorhabensbereich: berufsbegleitende Qualifizierung im Gesundheits-, Sozial- und Wohnbe-
reich
Bei den geförderten Projekten handelt es sich im Wesentlichen um berufsbegleitende Vorha-
ben zur Vermittlung von arbeitsfeld- oder funktionsbezogenen Kenntnissen und Fähigkeiten
in Gesundheitsfachberufen. Des Weiteren zielt die Förderung im Suchtbereich auf die Ver-
mittlung von Kenntnissen und Fähigkeiten zum anerkannten Abschluss Sozialtherapeut/-in
Sucht ab. Zur Verbesserung der Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am Arbeitsleben
und am Leben in der Gemeinschaft können den Beschäftigten in Einrichtungen für behinder-
te Menschen entsprechende Kompetenzen vermittelt werden. Im Bereich Sozialpsychiatrie
werden berufsbegleitende Vorhaben zur Vermittlung von arbeitsfeld- oder funktionsbezoge-
nen Kenntnissen und Fähigkeiten als Zusatzqualifikation gefördert. Die Auswirkung der Ein-
führung des Einzelbetrieblichen Förderverfahrens führte zu einer spürbaren Erhöhung der
Antrags- und Bewilligungszahlen. Durch die Schaffung der neuen Fördergegenstände „Wei-
terbildung Familienhebamme“ (ab dem 3. November 2010) und „Fortbildung für medizinische
und zahnmedizinische Fachangestellte“ (ab dem 14. Oktober 2010) konnte weiteren Ziel-
gruppen des Gesundheitsbereiches dieser Vorhabensbereich zugänglich gemacht werden.
Die besonders innovativen Projekte der Gesundheitswirtschaft aus dem Ideenwettbewerb
„Demografie und Gesundheit – Ideen für die Zukunft“ 2009 konnten vollständig bewilligt wer-
den.
In der Ausgabenerklärung vom 31. Juli 2010 wurden 143 Teilzahlungen in Höhe von
614.804,09 EUR für die EU-Zahlungsanträge gemeldet. Dies entspricht einem Anteil von
rund 8 % bei einer Vorhabensbereichsplanung von insgesamt 7,4 Mio. EUR EU-Mittel für den
Förderzeitraum 2007-2013.
Zum Stand 31. Dezember 2010 beträgt die Mittelbindung in diesem Bereich 2,1 Mio. EUR
EU-Mittel. Dies entspricht einem Anteil von rund 28 % bei einer Vorhabensbereichsplanung
von insgesamt 7,4 Mio. EUR EU-Mittel für den Förderzeitraum 2007-2013.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
70
In den Vorhabensbereichen wurden 369 Projekte bewilligt. Davon befanden sich 62 Projekte
in der Verwendungsnachweisprüfung und 108 Projekte wurden abschließend geprüft. Im
Vergleich mit dem Vorjahr hat sich die Zahl der abschließend geprüften Verwendungsnach-
weise damit um 61 Projekte erhöht.
In diesem Bereich wurden insgesamt 2.151 Teilnehmer gefördert. Das festgelegte Ziel, im
Förderzeitraum 2007-2013 4.400 Teilnehmer zu erreichen, wurde damit zu 49 % erfüllt. In
Bezug auf die Gesamtteilnehmerzahl betrug der Frauenanteil rund 92 % (TN = 1.976). Unter
der gesamten Teilnehmerzahl befanden sich 2.070 Teilnehmeraustritte (w = 1.909, m = 161)
und 17 Teilnehmerabbrüche (w = 16, m = 1). 1.904 Teilnehmer (w = 1.780, m = 124) traten
mit Teilnahmebestätigung aus. Unter vorzeitig positiven Austritten wurden 31 Teilnehmer (w
= 29, m = 2) erfasst.
Vorhabensbereich: Chancengleichheit: Berufsbegleitende Qualifizierung, Vereinbarkeit von
Beruf und Familie
Bei den geförderten Projekten handelt es sich im Wesentlichen um Unternehmensbezogene
Maßnahmen zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie berufsbeglei-
tende Qualifizierungen von Frauen in Führungspositionen, Vorhaben zur Erhöhung des
Frauenanteils in zukunftsträchtigen Berufen und Qualifizierungen von Personen in der El-
ternzeit (ruhendes Arbeitsverhältnis). Im Bereich Beruf und Familie ist seit dem 30. Juni 2010
eine Förderung nur noch durch themenbezogene Interessenaufrufe möglich. Diese Aufrufe
dienen der Gestaltung und Erhöhung der Transparenz in diesem Förderbereich.
In der Ausgabenerklärung vom 31. Juli 2010 wurden 19 Teilzahlungen in Höhe von
341.666,80 EUR für die EU-Zahlungsanträge gemeldet. Dies entspricht einem Anteil von
rund 6 % bei einer Vorhabensbereichsplanung von insgesamt 5,9 Mio. EUR EU-Mittel für den
Förderzeitraum 2007-2013.
Zum Stand 31. Dezember 2010 beträgt die Mittelbindung in diesem Bereich 0,9 Mio. EUR
EU-Mittel. Dies entspricht einem Anteil von rund 15 % bei einer Vorhabensbereichsplanung
von insgesamt 5,9 Mio. EUR EU-Mittel für den Förderzeitraum 2007-2013.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
71
In den Vorhabensbereichen wurden neun Projekte bewilligt. Davon befand sich ein Projekt in
der Verwendungsnachweisprüfung und drei Projekte wurden abschließend geprüft. Im Ver-
gleich mit dem Vorjahr hat sich die Zahl der abschließend geprüften Verwendungsnachweise
damit um zwei Projekte erhöht.
In diesem Bereich wurden insgesamt 60 Teilnehmer gefördert. Das festgelegte Ziel, im För-
derzeitraum 2007-2013 300 Teilnehmer zu erreichen, wurde damit zu 20 % erfüllt. In Bezug
auf die Gesamtteilnehmerzahl betrug der Frauenanteil rund 85 % (TN = 51). Unter der ge-
samten Teilnehmerzahl befanden sich 45 Teilnehmeraustritte (w = 38, m = 7). Davon traten
45 Teilnehmer (w = 38, m = 7) mit Teilnahmebestätigung aus. Unter vorzeitig positiven Aus-
tritten wurde eine Teilnehmerin erfasst.
Vorhabensbereich: berufsbegleitende Qualifizierung im Bereich Kindertagesbetreuung
Im Bereich der Kindertagesbetreuung werden Vorhaben der berufsbegleitenden Qualifizie-
rung des Betreuungspersonals gefördert.
In der Ausgabenerklärung zum 31. Juli 2010 wurden ca. 54.300 EUR (davon 39.500 EUR
EU-Mittel) erklärt. Die niedrige Summe begründet sich darin, dass der Fördergegenstand erst
im Frühjahr 2009 in die Förderung aufgenommen wurde. Vorher war diese Förderung Be-
standteil eines größeren Vorhabensbereiches. Die Mittelbindung lag zum 31. Juli 2010 für die
Förderung seit März 2009 bei 488.000 EUR und damit im Bereich der Planung.
Der Fördergegenstand ist aufgrund des geringen Umfangs nicht mit einem Indikator unter-
legt. Von März 2009 bis zum 31. Juli 2010 wurden 635 Teilnehmereintritte registriert. Dies
übertrifft die Erwartungen (geplant sind 375 Teilnehmer pro Jahr).
Vorhabensbereich: Unternehmensgründungen aus der Wissenschaft
Durch die Förderung von stärker wissens- und technologiebasierten Gründungen aus den
Hochschulen und Forschungseinrichtungen werden positive Effekte auf die wirtschaftliche
Entwicklung und die Zahl der Unternehmensgründungen im Freistaat Sachsen erwartet.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
72
Hochschulen sowie außeruniversitäre Forschungseinrichtungen werden bei ihren Bemühun-
gen unterstützt, das gründungsbezogene Angebot zu ergänzen und das Potenzial an grün-
dungswilligen Wissenschaftlern durch praxisorientierte Betreuungsangebote stärker auszu-
schöpfen (Gründerinitiativen). Durch das Förderangebot futureSAX Seed-Stipendium werden
Existenzgründer mit akademischem Hintergrund unterstützt. Darüber hinaus werden durch
die Beratungsförderung in der Vorgründungsphase Entscheidungshilfen für die Vorbereitung
und Durchführung von Gründungsvorhaben gegeben (Vorgründungsberatung). Die Förde-
rung von vier Gründerinitiativen (mit elf beteiligten sächsischen Hochschulen) startete im III.
Quartal 2008.
Mit der Ausgabenerklärung zum 31. Juli 2010 wurden ESF-Mittel in Höhe von insgesamt
rund 1,4 Mio. EUR erklärt. Davon entfallen auf die Gründerinitiativen ca. 873.000 EUR, auf
die Vorgründungsberatung 450.000 EUR sowie 74.000 EUR auf das futureSAX Seed-
Stipendium. Beim futureSAX Seed-Coaching waren zu diesem Zeitpunkt noch keine Ausga-
ben zu verzeichnen.
Für die Realisierung der Gründerinitiativen im Zeitraum Oktober 2008 bis September 2011
wurden ESF-Mittel in Höhe von 4,56 Mio. EUR bewilligt. Seit Projektbeginn waren ca. 13.300
Teilnahmen zu verzeichnen.
Das futureSAX Seed-Coaching wurde aufgrund zu geringer Nachfrage zum 30. Juni 2010
eingestellt. Es wurden drei Bewilligungen mit einem ESF-Anteil in Höhe von ca. 65.000 EUR
erteilt. Insgesamt konnten bisher 55 Anträge beim futureSAX Seed-Stipendium bewilligt und
ESF-Mittel in Höhe von rund 997.000 EUR gebunden werden. Im Bereich der Vorgründungs-
beratung wurden bisher insgesamt 373 Anträge und ESF-Mittel in Höhe von ca. 1,13 Mio.
EUR bewilligt. Es sind kontinuierlich steigende Antragszahlen zu verzeichnen bzw. zu erwar-
ten.
Vorhabensbereich: Mikrodarlehen
Der ESF-Mikrodarlehensfonds II hat seine Arbeit am 17. Juli 2009 aufgenommen. Er ist mit
15 Mio. EUR ausgestattet, davon 11,25 Mio. EUR ESF-Mittel. Das Förderprogramm stellt

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
73
Existenzgründern und Kleinstunternehmen bis drei Jahre nach der Gründung Mikrodarlehen
bis zu 20.000 EUR für die Finanzierung von Investitionen und Betriebsmitteln zur Verfügung.
In der zweiten Jahreshälfte 2009 war die Darlehensnachfrage u. a. durch die Lage am Ar-
beitsmarkt und die gewachsene Bekanntheit des Förderprogramms deutlich angestiegen.
Diese Entwicklung setzte sich im Jahr 2010 fort. Die ursprüngliche Planung von 5 Mio. EUR
Bewilligungsvolumen pro Jahr wurde deutlich übertroffen. 2010 sind 604 Darlehensanträge
mit einem Volumen von 9,18 Mio. EUR bewilligt worden. Seit seiner Einrichtung hat der
Fonds insgesamt 13,31 Mio. EUR an Existenzgründer und Kleinstunternehmen in Sachsen
ausgezahlt. Das ursprüngliche Fondsvolumen ist damit fast vollständig bewilligt. Die Darle-
hensausfälle sind mit 2,4 % des Bewilligungsvolumens bisher gering. In über dreißig Bran-
chen sind durch die Förderung sachsenweit neue Kleinstgewerbeunternehmen entstanden.
Besonders im Einzelhandel, in Dienstleistungsbranchen, im Handwerk und Gesundheitswe-
sen haben Existenzgründer die Chance ergriffen, ihre Geschäftsideen mit Hilfe des Mikrodar-
lehens zu realisieren. Neben den Arbeitsplätzen der Gründer werden in den geförderten Vor-
haben bis zu 340 weitere Arbeitsplätze entstehen. Mit Hilfe des Mikrodarlehens gelingt es,
Gründer zu mobilisieren, die fachlich qualifiziert sind, den Weg in die Selbständigkeit aber
nicht eigenständig finanzieren können. Um diese erfolgreiche Förderung dem aktuellen Be-
darf entsprechend fortsetzen zu können, startet der ESF-Mikrodarlehensfonds II mit einem
aufgestockten Fondsvolumen in die folgenden Jahre.
B.
Angaben über die Wirkungen der Förderung der Chancengleichheit von Männern
und Frauen (gegebenenfalls)
Vorhabensbereich: Weiterbildung, Beratung, innovative Projekte
In den ESF-Richtlinien Berufliche Bildung und Beschäftigungschancen ist festgelegt, dass
Männer und Frauen auf Grundlage des Rechts auf Gleichbehandlung den gleichen Zugang
zu den Maßnahmen und Programmen haben. Alle Vorhaben sind so zu realisieren, dass die
chancengleiche Teilhabe von Frauen und Männern zur Umsetzung der Chancengleichheits-
ziele des OP gesichert wird. Die Förderung soll insbesondere auch dazu beitragen, dass
Frauen und Männer die gleichen Chancen für existenzsichernde Arbeit am Arbeitsmarkt er-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
74
halten, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert wird und geschlechtsstereo-
type Berufs- und Karrieremuster überwunden werden.
Durch die Ausrichtung der Förderung des Wirtschaftsministeriums im Bereich der betriebli-
chen Weiterbildung an dem betriebsspezifischen Personalentwicklungsbedarf der Unterneh-
men (vorwiegend KMU) und den Ausschluss von Unternehmen der Sozial- und Gesund-
heitsbranche kommt es in der Förderpraxis zu einer überproportionalen Inanspruchnahme
der Fördermittel durch Männer, gemessen am geschlechtsspezifischen Anteil an allen Be-
schäftigten. Die Neuentwicklung des Förderprogramms „Weiterbildungsscheck Sachsen“
wird dieses Ungleichgewicht teilweise ausgleichen, da auch die überwiegend weiblichen Be-
schäftigten des Sozial- und Gesundheitswesens partizipieren. Eine geschlechtsspezifische
Einschränkung des Fördermittelzugangs in den anderen Förderverfahren wird jedoch nicht
als sinnvoll eingeschätzt.
Vorhabensbereich: Innovationsassistent
Entsprechend der Richtlinie erfolgt die Förderung diskriminierungsfrei, ohne Ansehen des
Geschlechts. Der Zuwendungsempfänger muss die Einhaltung der einschlägigen gleichstel-
lungsrechtlichen Bestimmungen verbindlich bestätigen.
Vorhabensbereich: Weiterbildung, Beratung in Land und Forstwirtschaft, ländlicher Raum,
Umwelt
Traditionell sind insbesondere im Bereich der Land- und Forstwirtschaft mehr Männer als
Frauen beschäftigt. Dies spiegelt sich auch in den Teilnehmerzahlen der beruflichen Weiter-
bildung wider. So kommen derzeit auf einen weiblichen Teilnehmer etwa zwei männliche. Es
sind allerdings keine Tatsachen bekannt, die Frauen bei der Teilnahme an Weiterbildungs-
veranstaltungen benachteiligen und somit eine Beeinträchtigung der Chancengleichheit von
Männern und Frauen vermuten lassen.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
75
Vorhabensbereich: berufsbegleitende Qualifizierung im Gesundheits-, Sozial- und Wohnbe-
reich und
Vorhabensbereich: Chancengleichheit: Berufsbegleitende Qualifizierung, Vereinbarkeit von
Beruf und Familie
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern sowie
die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Herkunft, der
Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer sexuellen Ausrich-
tung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind. Alle Vorhaben sind hin-
sichtlich ihrer diesbezüglichen Auswirkungen zu überprüfen, um geschlechterbezogenen Be-
nachteiligungen oder anderen Diskriminierungen entgegen zu wirken. Auf der programmati-
schen Ebene wurden zahlreiche Fördergegenstände implementiert, die die Förderung der
Chancengleichheit von Männern und Frauen zum Ziel haben. Auch im Jahr 2010 waren über
zwei Drittel der geförderten Teilnehmenden weiblich (67 %). Darüber hinaus ist die durch-
gängige Berücksichtigung des Gleichstellungsaspekts als Querschnittsziel im OP 2007-2013
verankert. Demnach hat dieses Ziel in jedem Fördergegenstand der jeweiligen ESF-Richtlinie
Beachtung zu finden.
Vorhabensbereich: berufsbegleitende Qualifizierung im Bereich Kindertagesbetreuung
Entsprechend den Monitoringdaten sind die Projekte in diesem Bereich im Hinblick auf die
Chancengleichheit von Mann und Frau als überwiegend neutral einzuschätzen. Dies hat sei-
ne Ursache darin, dass sich die Maßnahmen gleichermaßen an männliche und weibliche
Teilnehmer richten. Zwar wurden bis zum 31. Juli 2010 609 Eintritte weiblicher Teilnehmer
registriert und nur 26 Eintritte männlicher Teilnehmer, jedoch entspricht dies ungefähr dem
Anteil von Frauen und Männern im Bereich der Kindertagesbetreuung. Die Evaluierung unter
den Teilnehmern ergab zudem, dass mehr als 40 % einschätzten, dass während ihrer Wei-
terbildung auf das Thema geschlechtsspezifischer Unterschiede eingegangen und Kenntnis-
se für den Umgang mit der Thematik in der Praxis vermittelt wurden.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
76
Vorhabensbereich: Unternehmensgründungen aus der Wissenschaft
Die Fördermaßnahmen sind so konzipiert, dass Frauen und Männer den gleichen Zugang zu
allen Förderangeboten haben. Bisher sind keine Tatsachen bekannt, die eine Diskrepanz bei
der Chancengleichheit von Männern und Frauen vermuten lassen.
Vorhabensbereich: Mikrodarlehen
Von 908 bewilligten Darlehen seit Einrichtung des ESF-Mikrodarlehensfonds II sind 352 Dar-
lehen von Frauen in Anspruch genommen worden. Diese Quote von 38,7 %
liegt über dem Anteil der Frauen an den Selbständigen in Sachsen (ca. 33 %). Das Mikrodar-
lehen kommt dem Finanzierungsbedarf von Gründerinnen entgegen. Häufiger als Männer
gründen Frauen aus dem Status der Nichterwerbstätigkeit (Berufsrückkehrerinnen) heraus.
Besonders für diese Frauen ist es auf Grund ihrer Erwerbsbiografie oft schwieriger, ausrei-
chend Rücklagen zu bilden und die für einen Bankkredit notwendigen Sicherheiten aufzu-
bringen. Das Mikrodarlehen wird ohne Sicherheiten ausgezahlt und ist ein ausreichendes
Startkapital, um erst Investitionen und Betriebsmittel für den Aufbau einer tragfähigen
Kleinstgewerbegründung zu finanzieren. Das Mikrodarlehen verbessert insofern die Erwerb-
schancen von Frauen.
C.
Analyse der Verwendung der Fonds gemäß Art. 34 Absatz 2 der Verordnung (EG)
Nr. 1083/2006 verwendet wurde. Für ESF-Programme sind die Angaben gemäß
Art. 10 der Verordnung (EG) 1081/2006 zu liefern.
a)
Durchgängige Berücksichtigung des Gleichstellungsaspekts sowie etwaiger ge-
schlechtsspezifischer Aktionen;
b)
Aktionen zur Förderung der Teilnahme von Migranten am Erwerbsleben und dadurch
zur Förderung ihrer sozialen Eingliederung;
c)
Aktionen zur Förderung der Integration von Minderheiten ins Erwerbsleben und dadurch
Förderung ihrer sozialen Eingliederung;

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
77
d)
Aktionen zur Förderung der Integration anderer benachteiligter Gruppen, einschließlich
Menschen mit Behinderungen, ins Erwerbsleben und zur Förderung ihrer sozialen Ein-
gliederung;
e)
Innovative Maßnahmen, einschließlich einer Darlegung der Themen und der Ergebnis-
se sowie der Verbreitung und durchgängigen Berücksichtigung;
f)
Transnationale und/oder interregionale Aktionen.
Vorhabensbereich: Weiterbildung, Beratung, innovative Projekte:
a)
In der ESF-Richtlinie Berufliche Bildung ist festgelegt, dass Männer und Frauen auf
Grundlage des Rechts auf Gleichbehandlung den gleichen Zugang zu den Maßnahmen
und Programmen haben. Alle Vorhaben sind so zu realisieren, dass die chancengleiche
Teilhabe von Frauen und Männern zur Umsetzung der Chancengleichheitsziele des OP
gesichert wird. Die Förderung soll insbesondere auch dazu beitragen, dass Frauen und
Männer die gleichen Chancen für existenzsichernde Arbeit am Arbeitsmarkt erhalten,
dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert wird und geschlechtsstereoty-
pe Berufs- und Karrieremuster überwunden werden.
d)
Benachteiligte Personen können bei der Förderung der beruflichen Weiterbildung einen
erhöhten Fördersatz in Anspruch nehmen. Mit dem „Weiterbildungsscheck Sachsen“
werden zudem benachteiligte Beschäftigtengruppen durch Weiterbildungsförderung be-
sonders bei dem beruflichen Fortkommen unterstützt. Angesprochen werden Beschäf-
tigte mit einem unterdurchschnittlichen Einkommen, in Leiharbeit, Befristung oder Teil-
zeit sowie ältere Beschäftigte ab 50 Jahren.
e)
Ein Vorhabensbereich der ESF-Richtlinie Berufliche Bildung beinhaltet die Förderung
innovativer Projekte der beruflichen Bildung, Fachkräftesicherung und Personalentwick-
lung. Folgende Projekte wurden 2010 u.a. begonnen:
-
kooperative Studiengänge für zukünftige Berufsschullehrer, die die akademische
Ausbildung mit einer Berufsausbildung im zukünftig vertretenen Fachbereich ver-
binden,

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
78
-
ein Projekt zur Thematik „Ausstiegsmanagement“, d.h. der Förderung fließender
Übergänge von älteren Beschäftigten in den Ruhestand unter Nachnutzung und
Weitergabe ihrer speziellen Kenntnisse und Kompetenzen,
-
intensiv begleitet werden zudem weiterhin die Projekte zur Etablierung kooperati-
ver Studiengänge mit Teilnehmern aus KMU.
Bereits in der Antragsstellung ist durch den Antragsteller darzustellen, wie die Projekt-
ergebnisse der interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht sowie die Ergebnisse
nach Projektabschluss nachhaltig verwertet werden können. Innovative Projekte werden
teilweise wissenschaftlich durch externe Dienstleister begleitet. Projekte mit nachweis-
lich guten Ergebnissen werden nach Möglichkeit in die Regelförderung übernommen.
Zum Abschluss Projekts „Ausstiegsmanagement“ sollen beispielsweise erstmals syste-
matisiert die organisatorischen und rechtlichen Möglichkeiten eines schrittweisen Aus-
stiegs von Beschäftigten aus der aktiven Erwerbsphase (z.B. Zeitkonten, Projektarbeit
auf Honorarbasis etc.) dargestellt und den sächsischen Unternehmen zugänglich ge-
macht werden. In Modellbetrieben sollen spezielle Tools und Instrumente für KMU er-
probt sowie Qualifizierungsbausteine entwickelt werden, die im Anschluss in Sachsen
allgemein eingesetzt werden können.
f) Die Möglichkeit zur Förderung transnationaler Maßnahmen der Weiterbildung in be-
steht, wird aber weiterhin durch die Unternehmen bzw. Träger noch sehr wenig wahr-
genommen. Auch die Einrichtung einer Beratungseinrichtung zu Auslandsaufenthalten
für Auszubildende und Beschäftigte führte bisher nicht zu einer deutlichen Steigerung
der Antragszahlen in diesem Bereich.
Vorhabensbereich: Innovationsassistent
Entsprechend der Richtlinie erfolgt die Förderung diskriminierungsfrei, insbesondere ohne
Ansehen des Geschlechts, der Rasse, der ethischen Herkunft, der Religion, der Weltan-
schauung oder einer Behinderung. Der Zuwendungsempfänger muss die Einhaltung der ein-
schlägigen gleichstellungsrechtlichen Bestimmungen verbindlich bestätigen.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
79
Vorhabensbereich: Weiterbildung, Beratung in Land und Forstwirtschaft, ländlicher Raum,
Umwelt
Im Vorhabensbereich werden im ESF bisher keine Aktionen finanziert, die in den Interventi-
onsbereich des EFRE fallen.
Es sind keine Tatsachen bekannt, die eine Diskrepanz bei der Chancengleichheit von Män-
nern und Frauen vermuten lassen. Unabhängig vom Geschlecht haben Frauen und Männern
im gleichen Maße Zugang zu alle Fördergegenständen. Geschlechtsspezifische Aktionen
wurden deshalb bisher nicht durchgeführt.
Gesonderte Aktionen zur Förderung von Frauen, zur Integration von Minderheiten oder be-
nachteiligten Gruppen werden im Bereich der Beruflichen Weiterbildung in der Land- und
Forstwirtschaft, dem ländlichen Raum und der Umwelt nicht durchgeführt.
Der Bereich der Beruflichen Weiterbildung bietet grundsätzlich die Möglichkeit für die Umset-
zung innovativer Maßnahmen (insbesondere im Rahmen von Modellprojekten).
Transnationale und / oder interregionale Aktionen werden im Rahmen der Prioritäts-achse E
umgesetzt.
Vorhabensbereich: berufsbegleitende Qualifizierung im Gesundheits-, Sozial- und Wohnbe-
reich
a)
Anmerkungen siehe Ausführungen zur Analyse der Ergebnisse.
b)
c)
Siehe Ausführungen zu Punkt 2.1.6.
d)
e)
Mit dem Ideenwettbewerb „Demografie und Gesundheit – Ideen für die Zukunft“ wurden
geeignete Vorhaben im Bereich der sächsischen Gesundheitswirtschaft ausgewählt, die
die im Operationellen Programm ESF Sachsen 2007 - 2013 im Rahmen einer SWOT-
Analyse aufgezeigten Chancen zur Steigerung der Anpassungs- und Wettbewerbsfä-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
80
higkeit von Beschäftigten und Unternehmen sowie zur Verbesserung des Humankapi-
tals vor allem unter folgenden Aspekten aufgreifen:
-
Perspektiven im Dienstleistungssektor für Frauen können Abwanderungen entge-
genwirken,
- Forcierung von Netzwerken von Unternehmen und Bildungseinrichtungen zur
Fachkräftesicherung und -entwicklung,
-
Fachkräftezuwanderung aus Mittel- und Osteuropa einschließlich Aufbau
- grenzübergreifender Weiterbildungsangebote,
-
Anpassungsqualifizierung von gering Qualifizierten und Älteren zur Überwindung
der demografischen Lücke,
-
positive Unternehmensentwicklung im tertiären Sektor, insbesondere in den
-
unternehmensnahen und personenbezogenen Dienstleistungen sowie im Touris-
mus,
-
Entwicklung einer Strategie zum Ausbau des Dienstleistungssektors auch zur
-
Erhöhung der Beschäftigungschancen von Frauen und
-
Förderung von berufsbegleitender Qualifizierung zur Stabilisierung des
-
Fachkräftepotenzials und somit zur Sicherung der Unternehmensstruktur sowie
des erforderlichen Personalaufbaus bei Ansiedlungs- und Erweiterungsvorhaben
von Unternehmen.
f)
Der Vorhabensbereich ist derzeit nicht in der Prioritätsachse E aktiv.
Vorhabensbereich: Chancengleichheit: Berufsbegleitende Qualifizierung, Vereinbarkeit von
Beruf und Familie
a)
Weitere Anmerkungen siehe Ausführungen zur Analyse der Ergebnisse.
b)
c)
Siehe Ausführungen zu Punkt 2.1.6.
d)
e)
In diesem Bereich gab es keine innovativen Maßnahmen.
f)
Der Vorhabensbereich ist derzeit nicht in der Prioritätsachse E aktiv.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
81
Vorhabensbereich: berufsbegleitende Qualifizierung im Bereich Kindertagesbetreuung
Die Maßnahmen in diesem Bereich sind im Hinblick auf die Querschnittsziele neutral. Die
Projekte richten sich gleichermaßen an alle Beschäftigten von privaten Einrichtungen im Kin-
dertagesbereich.
Vorhabensbereich: Unternehmensgründungen aus der Wissenschaft
Im Bereich der Unternehmensgründungen aus der Wissenschaft wurden keine Maßnahmen
in den genannten Bereichen durchgeführt.
3.1.2 Wesentliche aufgetretene Probleme und getroffene Abhilfemaßnahmen
Es hat keine schwerwiegenden Probleme im Rahmen der Prüfung nach Artikel 62 Abs. 1
Buchst. d) Ziffer i) der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 im Berichtszeitraum gegeben.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
82
3.2
Prioritätsachse B - Verbesserung des Humankapitals
3.2.1
Ergebnisse und Fortschrittsanalyse
Materielle und finanzielle Fortschritte der Prioritätsachse B
Tabelle 13: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse B
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)
Indikatoren*
Art
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
Insgesamt
Indikator 6 –
Ergebnisindikator
Verringerung der
Schulabgänger ohne
Hauptschulabschluss
Ergebnis
8,7 %
8,8 %
8,9 %
9,8 %
9,8 %
Zielvorgabe
6,5 %
Ausgangswert
8,6 %
Indikator 7 –
Outputindikator
Geförderte Schüler und
Ausbildungsplatzsuchende
Ergebnis
0
17
2.442
6.449
8.908
Zielvorgabe
220.000
Ausgangswert
Indikator 8 –
Ergebnisindikator
Reduzierung der
Versorgungslücke
Ergebnis
9.142
0
0
Zielvorgabe
7.973
Ausgangswert
25.470
Indikator 9 –
Outputindikator
Geförderte
Ausbildungsplätze
Ergebnis
4
5.832
13.059
12.300
31.195
Zielvorgabe
16.600
Ausgangswert
Indikator 10 –
Ergebnisindikator
Verbesserung der Beschäf-
tigungsquote von Akademi-
kern – Steigerung der
Weiterbildungsquote von
Hochschulabsolventen
Ergebnis
k. A
7
.
Zielvorgabe
51,0 %
Ausgangswert
49,0 %
Indikator 11 –
Outputindikator
Geförderte Weiterbildungs-
Projekte (Konzeption und
Weiterentwicklung, erreich-
te Teilnehmer
Ergebnis
0 0 0 1
1
8
Zielvorgabe
48.000
Ausgangswert
7
Für Indikator 10 kann kein neuerer Wert angegeben werden. Als Datenquelle existiert aktuell lediglich das „Berichtssys-
tem Weiterbildung IX“ auf Basis von Erhebungsdaten aus dem Jahr 2003. Aus der Erhebung des Jahres 2007 liegen
bisher erst Eckdaten zu Auswertungsergebnissen vor, aus denen nicht auf die differenzierten Merkmale des Indikators
(Zielgruppe Akademiker im Freistaat Sachsen) geschlossen werden kann. Zudem zeigen erste Ergebnisse der begleiten-
den Evaluierung, dass aus Sicht der Evaluatoren der Indikator für die Begleitung und Bewertung des OP wenig geeignet
ist und daher zukünftig entfallen sollte.
8
Indikator 11 erfasst nur geförderte Projekte, da teilweise nur die Konzipierung, Entwicklung und Erprobung gefördert wird;
die Anzahl der Projekte und Teilnehmer sind nicht zu kumulieren.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
83
Indikator 12 –
Ergebnisindikator
Promotionsquote
Ergebnis
6,8 %
7,6 %
7,3 %
k. A.
9
7,23 %
Zielvorgabe
10,0 %
Ausgangswert
8,2 %
Indikator 13 –
Outputindikator
Geförderte Promovenden
Ergebnis
0 0 0 2
2
Zielvorgabe
250
Ausgangswert
Indikator 14 –
Ergebnisindikator
Verbesserung von
Hochschulnetzwerken
Ergebnis
11
k. A
10
.
11
Zielvorgabe
Ausgangswert
Indikator 15 –
Outputindikator
Unterstützte Projekte
Ergebnis
0 0 0 0
0
Zielvorgabe
Ausgangswert
* Angaben lt. OP, eine Aufschlüsselung nach Geschlecht ist nicht vorgesehen
Tabelle 14: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse B
(Status: bewilligt)
Indikatoren*
Art
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
Insgesamt
Indikator 6 –
Ergebnisindikator
Verringerung der Schulab-
gänger ohne Hauptschulab-
schluss
Ergebnis
Zielvorgabe
6,5 %
Ausgangswert
8,6 %
Indikator 7 –
Outputindikator
Geförderte Schüler und
Ausbildungsplatzsuchende
Ergebnis
120
12.876
25.645
17.943
56.584
Zielvorgabe
220.000
Ausgangswert
Indikator 8 –
Ergebnisindikator
Reduzierung der Versor-
gungslücke
Ergebnis
Zielvorgabe
7.973
Ausgangswert
25470
Indikator 9 –
Outputindikator
Geförderte Ausbildungs-
plätze
Ergebnis
12.080
22.131
20.391
14.065
68.667
Zielvorgabe
16.600
Ausgangswert
9
Angaben für die Berechnung der Promotionsquote 2010 lagen zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts von Seiten
des Statistischen Landesamtes Sachsen noch nicht vor und werden daher im Jahresbericht 2011 eingetragen.
10
Auf die Quantifizierung eines Zielwertes wurde im OP verzichtet, da sich hinter den Netzwerkprojekten sehr unterschiedli-
che Vorhabenstypen verbergen. Das bestätigen erste Ergebnisse der begleitenden Evaluierung. Ohne Zielwert ist der Indi-
kator für die Begleitung und Bewertung des OP aber wenig geeignet und sollte daher künftig entfallen.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
84
Indikator 10 –
Ergebnisindikator
Verbesserung der Beschäf-
tigungsquote von Akademi-
kern – Steigerung der
Weiterbildungsquote von
Hochschulabsolventen
Ergebnis
Zielvorgabe
51,0 %
Ausgangswert
49,0 %
Indikator 11 –
Outputindikator
Geförderte Weiterbildungs-
Projekte (Konzeption und
Weiterentwicklung, erreich-
te Teilnehmer
Ergebnis
0
2
25
27
54
11
Zielvorgabe
48.000
Ausgangswert
Indikator 12 –
Ergebnisindikator
Promotionsquote
Ergebnis
Zielvorgabe
10,0 %
Ausgangswert
8,2 %
Indikator 13 –
Outputindikator
Geförderte Promovenden
Ergebnis
0
32
92
38
162
Zielvorgabe
250
Ausgangswert
Indikator 14 –
Ergebnisindikator
Verbesserung von Hoch-
schulnetzwerken
Ergebnis
Zielvorgabe
Ausgangswert
Indikator 15 –
Outputindikator
Unterstützte Projekte
Ergebnis
0 2 9 5
16
Zielvorgabe
* Angaben lt. OP, eine Aufschlüsselung nach Geschlecht ist nicht vorgesehen
11
Indikator 11 erfasst nur geförderte Projekte, da teilweise nur die Konzipierung, Entwicklung und Erprobung gefördert wird;
die Anzahl der Projekte und Teilnehmer sind nicht zu kumulieren.

image
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
85
Tabelle 15: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse B
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)

image
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
86
Tabelle 16: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse B
(Status: bewilligt)

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
87
Qualitative Analyse
A.
Analyse der Ergebnisse anhand der finanziellen Angaben (Nummer 2.1.2),
der materiellen Indikatoren (Nummer 3.1.1) und sonstiger relevanter Angaben
Vorhabensbereich: Berufs- und Studienorientierung, Verbesserung des Schulerfolgs
Einsatzfeld 3 "Förderung des Lebensbegleitenden Lernens und Verbesserung der Be-
rufswahlkompetenz"
Handlungsoptionen "Verbesserung des Schulerfolgs" und "Verbesserung der Berufs-
und Studienorientierung"
In diesem Einsatzfeld werden verschiedene Maßnahmen gefördert. Unter die Hand-
lungsoption „Verbesserung des Schulerfolgs“ fallen die „Komplexen schul- und schul-
artübergreifenden Projekte mit Kooperationspartnern“, die „Schülercamps“, die „Ferien-
akademien“, „Vorhaben zur Erhöhung der Quote der Schüler, die einen Abschluss errei-
chen“ sowie „Andere, internationale Abschlüsse“. Weiterhin werden Projekte der Berufs-
und Studienorientierung in diesem Einsatzfeld gefördert, mit denen die Schüler bei der
Berufswahl unterstützt werden sollen und gleichzeitig auch informiert werden, wie die
Bedarfe und Zukunftschancen bezüglich der verschiedenen Berufe in der Region sind.
Komplexe schul- und schulartübergreifende Projekte mit Kooperationspartnern umfas-
sen Projekt im musischen, künstlerischen und handwerklichen Bereich. Ziel dieser Pro-
jekte ist die Entwicklung von Problemlösekompetenzen und Kreativität sowie die Förde-
rung von Lernmotivation, Lernpotenzial und Lernbereitschaft.
Schülercamps sollen die Schüler bei der Entwicklung von Selbst- und Sozialkompeten-
zen, von Teamfähigkeit und Verantwortungsbereitschaft unterstützen sowie der indivi-
duellen Förderung und Erhöhung der Lernmotivation der Schüler dienen, um so eine
Verzögerung der Schullaufbahn zu vermeiden und letztendlich einen Schulabschluss zu
erreichen.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
88
Mit Ferienakademien werden begabte und interessierte Schüler bei der Vertiefung von
Fach- und Methodenkompetenz im mathematisch-naturwissenschaftlichen, sprachli-
chen, gesellschaftswissenschaftlichen oder musischen Bereich unterstützt.
Vorhaben zur Erhöhung der Quote der Schüler, die einen Abschluss erreichen zielen auf
abschlussgefährdete Schüler, die durch ein Tätigwerden an Praxislernorten in einem
realen beruflichen Umfeld beim Erlangen eines Schulabschlusses unterstützt werden
sollen.
Mit dem Fördergegenstand „Andere, internationale Abschlüsse“ soll leistungsstarken
Schülern die Möglichkeit eröffnet werden, neben dem Abitur einen weiteren Schulab-
schluss zu erreichen (International Baccalaureate oder AbiBac).
Bis zum 31. Juli 2010 wurden Ausgaben in Höhe von ca. 6,4 Mio. EUR gegenüber der
EU erklärt. Die vergleichsweise niedrige Summe begründet sich u. a. darin, dass in die-
sem Einsatzfeld völlig neue Fördergegenstände aufgenommen wurden. Dadurch lief die
Förderung zunächst nur zögerlich an. Inzwischen werden die Fördergegenstände immer
besser angenommen. Zum 31. Juli 2010 waren Projekte im Umfang von ca. 33 Mio.
EUR bewilligt. Ein weiterer Grund liegt in der Dauer der Projekte zur Berufs- und Studi-
enorientierung. Zahlreiche Berufs- und Studienorientierungsprojekte haben eine längere
Laufzeit als bei Beginn der Förderperiode angenommen. Diese Projekte beinhalten da-
bei aufeinander aufbauende Maßnahmen, die in verschiedenen Klassenstufen wirksam
werden. Diese Vorgehensweise der Projektträger ist zu begrüßen, da hierdurch erreicht
wird, dass die Berufs- und Studienorientierung als laufender Prozess begriffen und be-
handelt wird. Dadurch sinkt jedoch die Gesamtzahl der Teilnehmer, da diese nicht an
mehreren aufeinander aufbauenden Projekten, sondern an einem größeren Projekt teil-
nehmen. Der Umfang der Berufs- und Studienorientierung nimmt dadurch jedoch kei-
neswegs ab.
Mit den Fördergegenständen in diesem Einsatzfeld werden die Indikatoren 6 und 7 be-
dient.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
89
Indikator 6
Dieser Indikator wird durch die Fördergegenstände „Berufs- und Studienorientierung“,
„Komplexe schul- und schulartübergreifende Projekte mit Kooperationspartnern“, „Schü-
lercamps“ und „Vorhaben zur Erhöhung der Quote der Schüler, die einen Abschluss er-
reichen“ bedient. Die Quote der Schüler, welche die Schule ohne einen Abschluss ver-
lassen, ist im Jahr 2010 mit 9,8 % über dem Zielwert für 2013 mit 6,5 %, jedoch unter
dem für 2013 prognostizierten Wert von 13,0 %. In diesem Zusammenhang wird auf die
weiteren Ausführungen in Nummer 2.1.6 verwiesen.
Indikator 7
Dieser Indikator wird von allen Fördergegenständen dieses Einsatzfeldes bedient. Die
Zahl der geförderten Schüler und Auszubildenden bleibt hinsichtlich der bereits verwen-
dungsnachweisgeprüften Projekte mit ca. 8.800 Teilnehmern deutlich hinter den erwar-
teten Zielzahlen (bis 2013 220.000 Teilnehmer) zurück. Dies ist jedoch auch dem Um-
stand geschuldet, dass hier nur die Teilnehmer aus Projekten berücksichtigt werden, die
aufgrund der nachfolgenden Verwendungsnachweisprüfung bereits vor längerer Zeit das
Projekt durchlaufen haben. Hinsichtlich der Teilnehmerzahlen zu den bewilligten Projek-
ten stellt sich der Sachverhalt mit ca. 55.000 Teilnehmern deutlich anders dar. Zwar
bleibt auch diese Zahl hinter den ursprünglichen Planungen zurück. Dies ist teilweise
dem schleppenden Beginn der Förderung zuzuschreiben. Aufgrund der teilweisen Neu-
artigkeit einiger Fördergegenstände sowie der Veröffentlichung der entsprechenden
Förderrichtlinie erst Mitte 2007 konnten zu Anfang keine nennenswerten Teilnehmerzah-
len erreicht werden. Nach dem derzeitigen Entwicklungsstand liegt nach Einführung des
Fördergegenstandes „Qualitätsmanagement an sächsischen Schulen“ die prognostizier-
te Teilnehmerzahl bei ca. 190.000, weshalb die Entwicklung der Zielvorgabe von
220.000 Teilnehmern intensiv beobachtet und gegebenenfalls angepasst werden muss
Vorhabensbereich: Freiwilliges Soziales Jahr, Projekte für Schulverweigerer / Schulso-
zialarbeit
Bei den geförderten Projekten handelt es sich um Vorhaben zur Durchführung des Frei-
willig Sozialen Jahres (FSJ), Sozialpädagogische Vorhaben zur Kompetenzentwicklung
von Schülerinnen und Schülern, Innovative Vorhaben zur Intervention bei Schuldistanz

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
90
und Produktionsschulorientierte Vorhaben. Aufgrund der Evaluationsergebnisse wurden
im Bereich FSJ verstärkt öffentlichkeitswirksame Maßnahmen durchgeführt, die eine
Erhöhung der Antragszahlen nach sich zogen. Die besonders innovativen Projekte zur
Vermeidung von Schuldistanz und zur Förderung von Schlüsselkompetenzen bei be-
nachteiligten Schülern rückten 2010 stärker in das Blickfeld. Nach der erfolgreichen Be-
endigung der ersten drei modellhaften Projekte im Bereich Produktionsschulen erfolgte
eine zweijährige Verlängerung der Laufzeit.
In der Ausgabenerklärung vom 31. Juli 2010 wurden 19 Teilzahlungen in Höhe von
729.068,25 EUR für die EU-Zahlungsanträge gemeldet. Dies entspricht einem Anteil von
rund 7 % bei einer Vorhabensbereichsplanung von insgesamt 10,1 Mio. EUR EU-Mittel
für den Förderzeitraum 2007-2013.
Zum Stand 31. Dezember 2010 beträgt die Mittelbindung in diesem Bereich rund 8,5
Mio. EUR EU-Mittel. Dies entspricht einem Anteil von rund 84 % bei einer Vorhabensbe-
reichsplanung von insgesamt 10,1 Mio. EUR EU-Mittel für den Förderzeitraum 2007-
2013.
In den Vorhabensbereichen wurden 37 Projekte bewilligt. Davon befand sich ein Projekt
in der Verwendungsnachweisprüfung und fünf Projekte wurden abschließend geprüft. Im
Vergleich mit dem Vorjahr hat sich die Zahl der abschließend geprüften Verwendungs-
nachweise damit um fünf Projekte erhöht.
In diesem Bereich wurden insgesamt 706 Teilnehmer gefördert. Das festgelegte Ziel, im
Förderzeitraum 2007-2013 1.600 Teilnehmer zu erreichen, wurde damit zu 44 % erfüllt.
In Bezug auf die Gesamtteilnehmerzahl betrug der Frauenanteil rund 49 % (TN = 347).
Unter der gesamten Teilnehmerzahl befanden sich 242 Teilnehmeraustritte (w = 148, m
= 94) und 46 Teilnehmerabbrüche (w = 24, m = 22). 190 Teilnehmer (w = 119, m = 71)
traten mit Teilnahmebestätigung aus. Unter vorzeitig positiven Austritten wurden 49
Teilnehmer (w = 22, m = 27) erfasst.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
91
Die Projekte dieses Bereiches bedienen einen Indikator. Dem Indikator 7 wurden 40
Projekte zugeordnet. Davon ist kein Projekt verwendungsnachweisgeprüft. Bei 7 abge-
schlossenen Projekten konnten 65 Teilnehmer erfasst werden. Als Zielwert wurden 83
Teilnehmer festgelegt. Für 33 bewilligte und erstbewilligte Projekte wurde ein Zielwert
von 1.046 Teilnehmern festgelegt, davon konnten bis dato 774 Teilnehmer im Ist-Wert
erfasst werden.
Die Abweichungen zwischen dem Plan- und Ist-Wert beruhen weitgehend auf vorzeiti-
gen positiven Teilnehmeraustritten. Bei der Zielgruppe handelt es sich um Jugendliche
im Übergang von Schule in Ausbildung oder Beruf. Eine gewisse Anzahl von Teilneh-
mern an den ESF-Maßnahmen kann während des Kurses in eine Ausbildung oder Ar-
beit vermittelt werden. Auch künftig wird es geringfügige Abweichungen zwischen den
Plan- und Ist-Werten geben.
Vorhabensbereich: Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ)
Das FÖJ wird schuljahresbezogen durchgeführt. Im Schuljahr 2008 / 2009 wurden zur
Finanzierung erstmals Mittel der aktuellen Förderperiode eingesetzt. Das FÖJ-Jahr
2007/2008 konnte noch aus Mitteln der alten Förderperiode finanziert werden.
In den relevanten Schuljahren war das FÖJ-Programm in Sachsen vollständig aus-
gelastet. Aufgrund der gleichbleibend hohen Nachfrage (in den vergangenen Jahren
kamen durchschnittlich 10 Bewerber auf einen FÖJ-Platz) wurde die Kapazität mit dem
Schuljahr 2009/2010 um 60 Plätze auf insgesamt 300 erhöht. Die Auslastung blieb kon-
stant.
Bezogen auf die Förderperiode sollten die Zielvorgaben somit erreicht werden.
Vorhabensbereich
:
Berufsorientierung und -vorbereitung
Mit der Förderung sollen das Engagement der Wirtschaft für die Berufsorientierung ge-
steigert und die Aktivitäten der verschiedenen Akteure koordiniert und gebündelt wer-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
92
den. Die Bewilligungen haben sich im Jahr 2010 mit 363.000 EUR gegenüber den Vor-
jahren (2008: 852.000 EUR; 2009: 634.000 EUR) weiter reduziert. Ein besonderer Fo-
kus liegt auf sehr wirtschaftsnahen und praxisorientierten Projekten mit möglichst hohem
Transferpotenzial und nachhaltigem Nutzen. Den Anbietern dieser Maßnahmen fällt es
weiterhin schwer, gerade die letzten beiden Anforderungen ausreichend umzusetzen.
Mit bereits rd. 4.000 geförderten Schülern wird das angestrebte Ziel von 7.000 Teilneh-
mern an den Maßnahmen voraussichtlich aber weiterhin erreicht werden können.
Vorhabensbereich: Chancengleichheit: Lebenslanges Lernen, Verbesserung der Be-
rufswahlkompetenz
Bei den geförderten Projekten handelt es sich um Vorhaben zur Stärkung eines gender-
sensiblen Wahlverhaltens von Jungen und Mädchen im Hinblick auf die künftige Teil-
nahme am Arbeitsmarkt.
In der Ausgabenerklärung vom 31. Juli 2010 wurde eine Teilzahlung in Höhe von
14.776,41 EUR für die EU-Zahlungsanträge gemeldet. Dies entspricht einem Anteil von
rund 1 % bei einer Vorhabensbereichsplanung von insgesamt 1,1 Mio. EUR EU-Mittel
für den Förderzeitraum 2007-2013.
Zum Stand 31. Dezember 2010 beträgt die Mittelbindung in diesem Bereich rund 0,1
Mio. EUR EU-Mittel. Dies entspricht einem Anteil von rund 1 % bei einer Vorhabensbe-
reichsplanung von insgesamt 1,1 Mio. EUR EU-Mittel für den Förderzeitraum 2007-
2013.
In dem Vorhabensbereich wurden vier Projekte bewilligt. Davon wurde ein Projekt als
abschließend geprüft erfasst.
Insgesamt wurden in diesem Bereich 180 Teilnehmer gefördert. Das festgelegte Ziel, im
Förderzeitraum 2007-2013 200 Teilnehmer zu erreichen, wurde damit zu 90 % erfüllt. In
Bezug auf die Gesamtteilnehmerzahl betrug der Frauenanteil rund 92 % (TN = 165).
Unter der gesamten Teilnehmerzahl befanden sich 102 Teilnehmeraustritte (w = 102)

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
93
und zwei Teilnehmerabbrüche (w = 2). 100 Teilnehmer (w = 100) traten mit Teilnahme-
bestätigung aus.
Vorhabensbereich: Förderung betriebliche/betriebsnaher Ausbildung
Die Fördermaßnahmen in diesem Bereich dienen der Verbesserung der Qualität der
Ausbildung in KMU sowie der Erhöhung des Ausbildungspotenzials, indem Teile der
Ausbildung ergänzend zur betrieblichen Ausbildung in anderen Unternehmen oder Ein-
richtungen durchgeführt werden.
Des Weiteren wird benachteiligten Jugendlichen durch die Bereitstellung von zusätzli-
chen betriebsnahen Ausbildungsplätzen eine Chance auf eine anerkannte Berufsausbil-
dung gegeben.
Per 31. Dezember 2010 konnten insgesamt für 7.010 Vorhaben Fördermittel in Höhe
von 137,3 Mio. EUR bewilligt werden (per 31. Dezember 2009 waren es 5.395 Vorhaben
mit einem Mittelvolumen in Höhe von 101,8 Mio. EUR).
Von dieser Summe entfallen 16,7 Mio. EUR auf die überbetriebliche Lehrunterweisung
im Handwerk, 20,3 Mio. EUR auf die Förderung betrieblicher Ausbildungsplätze im
Rahmen der Förderung der Verbundausbildung, von Zusatzqualifikationen sowie der
Förderung bestimmter benachteiligter Zielgruppen.
Für die Bereitstellung zusätzlicher betriebsnaher Ausbildungsplätze im Rahmen der
Ausbildungsplatzprogramme Ost und ergänzender Landesprogramme wurden bisher
insgesamt 100,1 Mio. EUR bewilligt, das sind ca. 71 % der dafür ursprünglich im För-
derzeitraum geplanten Mittel.
Da auf Grund der veränderten Situation auf dem Ausbildungsstellenmarkt keine neuen
Programme für die Förderung von zusätzlichen betriebsnahen Ausbildungsplätzen mehr
aufgelegt werden, wird sich das Volumen der Neubewilligungen in diesem im Bereich
bis zum Ende des Förderzeitraumes spürbar verringern.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
94
Infolge der damit veränderten Bedingungen auf dem Ausbildungsmarkt ist nicht mit Si-
cherheit absehbar, ob die veranschlagten Mittel vollumfänglich gebunden werden.
Der Fokus der Förderung wird sich in den folgenden Jahren über den bisherigen Zuge-
winn an Ausbildungsplätzen hinaus stärker daran orientieren, die Qualität der Ausbil-
dung zu erhöhen und weitere Unterstützungsmöglichkeiten für Auszubildende zu gene-
rieren. Eine Anpassung der Mittelausstattung für diesen Vorhabensbereich wird deshalb
geprüft.
Vorhabensbereich: Förderung betrieblicher/betriebsnaher Ausbildung in Land und
Forstwirtschaft
Auch im Bereich der betrieblichen und betriebsnahen Ausbildung in der Land-, Forst-
und Hauswirtschaft fließen die Mittel der aktuellen Förderperiode im Wesentlichen erst
seit Beginn des Schuljahres 2008 / 2009 ab. Für die extremen Abweichungen zwischen
Ist-Wert und Zielvorgabe beim Indikator 9 sind aufgrund des geringen Anteils des SMUL
an diesem Indikator, diese Fördermaßnahmen nicht ursächlich. Unabhängig davon gilt
es jedoch zu beachten, dass die Umsetzung im Wesentlichen erst mit dem Schuljahr
2008 / 2009 begann.
Vorhabensbereich: Zusatzqualifikation für Berufsfachschüler
Mit diesem Fördergegenstand sollen Berufsfachschüler zusätzliche, über den Lehrplan
hinausgehende, Qualifikationen erwerben, die für den Arbeitsmarkt relevant sind und
dadurch die Beschäftigungschancen der Teilnehmer erhöhen.
Mit der Ausgabenerklärung vom 31. Juli 2010 wurden bislang erst ca. 31.000 EUR er-
klärt. Die Mittelbindung lag zum 31. Juli 2010 für die Förderung seit März 2009 bei
152.000 EUR. Damit bleibt der Fördergegenstand hinter den ursprünglichen Erwartun-
gen zurück. Die geringere Inanspruchnahme erklärt sich aus der Verringerung der Schü-
lerzahl bei gleichzeitiger Verbesserung der Situation auf dem Lehrstellenmarkt, die im
Vorfeld so nicht absehbar war. Dadurch erhalten die Berufsfachschulen einen geringe-
ren Zulauf. Dies wirkt sich letztlich auch auf die Zahl der Projekte aus.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
95
Mit dem Fördergegenstand wird Indikator 7 bedient. Hierzu wird auf die Ausführungen
zu dem Vorhabensbereich „Verbesserung des Schulerfolgs, Berufs- und Studienorientie-
rung“ verwiesen. Bis zum 31. Juli 2010 wurden 609 Teilnehmereintritte registriert. Dies
bleibt deutlich unter den ursprünglichen Erwartungen zurück, ist aber aufgrund der be-
reits genannten Gründe nachvollziehbar.
Vorhabensbereich: Personal- und Qualitätssicherung im Gesundheits- und Sozialbe-
reich
Bei den geförderten Projekten handelt es sich um Vorhaben, die durch die Verbesse-
rung der Qualität der Ausbildung im Bereich des Gesundheits- und Sozialwesens mittels
qualifizierten Personals eine Steigerung der Beschäftigungsfähigkeit der Schülerinnen
und Schüler auf dem ersten Arbeitsmarkt im Freistaat Sachsen bewirken sollen, um da-
mit den zukünftigen Anforderungen im Gesundheits- und Sozialwesen gerecht zu wer-
den. Im Rahmen der Auswertung der Evaluationsergebnisse wurde der Fördervollzug
2010 eingestellt. Die durch die Einstellung freigewordenen Mittel wurden in der Priorität-
sachse B umverteilt.
In der Ausgabenerklärung vom 31. Juli 2010 wurden sechs Teilzahlungen in Höhe von
8.412,87 EUR für die EU-Zahlungsanträge gemeldet. Dies entspricht einem Anteil von
rund 0,1 % bei einer Vorhabensbereichsplanung von insgesamt 7,8 Mio. EUR EU-Mittel
für den Förderzeitraum 2007-2013.
Zum Stand 31. Dezember 2010 beträgt die Mittelbindung in diesem Bereich rund 0,3
Mio. EUR EU-Mittel. Dies entspricht einem Anteil von rund 4 % bei einer Vorhabensbe-
reichsplanung von insgesamt 7,8 Mio. EUR EU-Mittel für den Förderzeitraum 2007-
2013.
In dem Vorhabensbereich wurden 30 Projekte bewilligt. Davon befanden sich acht Pro-
jekte in der Verwendungsnachweisprüfung und 16 Projekte wurden abschließend ge-
prüft. Im Vergleich mit dem Vorjahr hat sich die Zahl der abschließend geprüften Ver-
wendungsnachweise damit um 15 Projekte erhöht.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
96
In diesem Bereich wurden insgesamt 2.783 Teilnehmer gefördert. Das festgelegte Ziel,
im Förderzeitraum 2007-2013 2.625 Teilnehmer zu erreichen, wurde bereits mit dem
jetzigen Stand um 6 % übertroffen. In Bezug auf die Gesamtteilnehmerzahl betrug der
Frauenanteil rund 85 % (TN = 2.375). Unter der gesamten Teilnehmerzahl befanden
sich 1.900 Teilnehmeraustritte (w = 1.601, m = 299) und 115 Teilnehmerabbrüche (w =
92, m = 23). 1.496 Teilnehmer (w = 1.252, m = 244) traten mit Teilnahmebestätigung
aus. Unter vorzeitig positiven Austritten wurden 23 Teilnehmer (w = 18, m = 5) erfasst.
Vorhabensbereich: Wissens- und Know-how-Transfer
Analog der Ausführungen im Jahresbericht 2009 kann aufgrund der durchgängig mehr-
jährig konzipierten Fördergegenstände und somit auch der angezeigten Vorhaben, noch
keine Einschätzung der qualitativen Wirkung der ESF-Förderung abgegeben werden.
Das bisherige Fördergeschehen und die derzeitige Nachfrage sind allerdings enorm.
Zum Stichtag 31. Dezember 2010 sind 254 Vorhaben (davon 160 Promotionen/ zwei
Habilitationen) mit einem Gesamt-Fördervolumen von ca. 70,8 Mio. EUR bewilligt wor-
den. Weitere Anträge oder Antragsskizzen weisen darüber hinaus für das Jahr 2011 auf
einen erheblichen Förderbedarf hin, der das derzeitige Gesamtbudget der Richtlinie ESF
Hochschule und Forschung deutlich übersteigt. Die weiterhin überaus starke Nachfrage
nach der ESF-Förderung für Hochschulen im Freistaat Sachsen ist Beleg dafür, dass die
analysierten Handlungsoptionen „Wissens- und Know-How-Transfer“ und „Verbesse-
rung der Leistungsfähigkeit der Hochschulen“ den Bedarf der sächsischen Hochschulen
deutlich und treffend widerspiegeln.
Nachwuchsforschergruppen:
Nachwuchsforschergruppen befähigen akademische Nachwuchskräfte im Rahmen der
gemeinsamen Forschungsarbeit zum Wissens- und Technologietransfer und zur Netz-
werkbildung zwischen sächsischen Hochschulen und Unternehmen. Es handelt sich um
zwei bzw. dreijährige Großprojekte mit mindestens drei und höchstens 10 Nachwuchs-
forschern. Bis 31. Dezember 2010 wurden Förderungen für 27 Nachwuchsforschergrup-
pen an sächsischen Hochschulen ausgesprochen. Die Mittelbindung beträgt bislang
28,27 Mio. EUR. Es ist noch kein Vorhaben abgeschlossen. Für 2011 ist die Bewilligung

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
97
von zehn weiteren Nachwuchsforschergruppen geplant. 13 Mio. EUR stehen hierfür zur
Verfügung.
Landesinnovationspromotionen:
Gefördert werden Vorhaben, die der Qualifizierung akademischer Nachwuchskräfte die-
nen. Gefördert werden Menschen, die im Rahmen ihrer Promotion an sächsischen Uni-
versitäten und Kunsthochschulen Themen mit besonderem Interesse des Freistaates
Sachsen erforschen, die Auswirkungen auf den sächsischen Arbeitsmarkt erwarten las-
sen. Es handelt sich um zwei- bis dreijährige Vorhaben, wovon ein Vorhaben abge-
schlossen ist. Förderungen für 78 Promovenden wurde bis zum 31. Dezember 2010
bewilligt. Geplant ist, dass 2011 weitere 36 Promovenden eine Förderung in Form eines
Promotionsstipendiums erhalten werden.
Kooperative Promotionen:
Im Rahmen eines kooperativen Promotionsverfahrens erhalten unter den Voraus-
setzungen des Sächsischen Hochschulgesetzes exzellente Fachhochschulabsolventen
die Gelegenheit zur Promotion und werden gefördert. Promotionsvorhaben von Fach-
hochschulabsolventen waren bisher eher die Ausnahme. 2009 wurden 29 (Angabe im
Jahresbericht 2009: 30, ein Promovend hat die Förderung nicht in Anspruch genom-
men.) 2010 erfolgte in diesem Fördergegenstand keine Förderung, da die zuständige
Fachstelle die mit der Richtlinienänderung verbundene Umstellung auf Stipendienförde-
rung abwarten wollte, um eine größere Anzahl von Studenten zu fördern. 2009 geförder-
ten Vorhaben sind aufgrund der mehrjährigen Laufzeit noch nicht abgeschlossen. Für
2011 ist in diesem Fördergegenstand die Bewilligung von 50 weiteren ESF-Stipendien
geplant.
Vorhabensbereich: Stärkung Leistungsfähigkeit der Hochschulen (Berufsakademien)
Anpassungsqualifikationen:
Um eine Zugangsberechtigung zum Hochschulstudium oder Studium an der Berufsaka-
demie Sachsen auch ohne Abitur zu erhalten, ist entsprechend den gesetzlichen Vorga-
ben im Freistaat Sachsen, eine erfolgreich bestandene Prüfung notwendig. Maßnahmen

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
98
in diesem Fördergegenstand dienen der Konzipierung, Erprobung und Durchführung zur
zielgerichteten Vorbereitung auf diese Prüfung. Zwei bereits 2009 überregionale (hoch-
schul- und studienakademieübergreifende) Großvorhaben sind aufgrund der mehrjähri-
gen Förderdauer noch nicht abgeschlossen. Diese Vorhaben decken den Gesamtbedarf
der Sächsischen Hochschulen und Studienakademien ab, weitere Vorhaben sind nicht
geplant.
Ausbilderqualifizierungen:
Maßnahmen dienen der Qualitätssteigerung der Ausbildung im dualen System der
Berufsakademie Sachsen durch Qualifizierung der an der dualen Ausbildung (BA-
Studium) beteiligten Praxisbetriebe. 2010 wurde ein sachsenweites Großvorhaben be-
willigt, das die Staatliche Studienakademie Leipzig federführend unter Beteiligung der
anderen sechs staatlichen Studienakademien umsetzt. Es handelt sich um ein mehrjäh-
riges Vorhaben, das noch nicht beendet ist. Das Vorhaben deckt den gesamten Bedarf.
Weitere Vorhaben sind nicht geplant.
Vorhabensbereich: Stärkung Leistungsfähigkeit der Hochschulen (postgraduale Studi-
engänge, Forschung und Innovation)
Career Services:
Bis zum 31. Dezember 2010 wurde der Aus- und Ausbau von elf Career Services mit ca.
9,46 Mio. EUR gefördert. Es handelt sich um mehrjährige Großprojekte, die der Schaf-
fung von nachhaltigen Strukturen an sächsischen Hochschulen dienen und die Planung
und Gestaltung der weiteren Karriere akademischer Nachwuchskräfte und die Verbes-
serung des Übergangs vom Studium zur Beschäftigung verfolgen und dabei den Bedarf
der regionalen Wirtschaft nach Fachkräften aufgreifen. Es handelt sich um mehrjährige
Vorhaben, von denen 2010 noch kein Vorhaben abgeschlossen wurde. 2011 ist die Be-
willigung eines weiteren und damit vorerst letzten Career Services an der HTW Dresden
geplant. Die Förderrichtlinie sieht vor, dass eine Verlängerung der Vorhaben bei degres-
siver Förderung möglich ist. Es wird erwartet, dass fast alle Hochschulen von dieser
Möglichkeit Gebrauch machen werden.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
99
Industriepromotionen:
Diese mehrjährigen Vorhaben dienen der Qualifizierung akademischer Nachwuchskräfte
durch Forschungsarbeit im Rahmen einer Promotion, insbesondere in naturwissen-
schaftlichen und technischen Forschungsfeldern, die ein gemeinsames Interesse der
Unternehmen und der Universität aufweisen. 28 Promotionsvorhaben wurden bis zum
31. Dezember 2010 bewilligt. 2010 deutlich mehr, als 2009 was möglicher Weise auf die
Erholung der Wirtschaft nach der Wirtschaftskrise zurückzuführen ist. Es handelt sich
um mehrjährige Vorhaben von denen noch kein Vorhaben abgeschlossen wurde. 2011
ist die Bewilligung weiterer 40 Industriepromotionen geplant.
Vorhaben zur Vereinbarkeit von Familie und wissenschaftlicher Karriere:
26 Akademikern konnte bis zum 31. Dezember 2010 die Fortsetzung der Promotions-
oder Habilitationsphase an sächsischen Universitäten nach familienbedingter Unterbre-
chung gefördert werden. Ca. 2 Mio. EUR sind damit in diesem Fördergegenstand bereits
gebunden. Es handelt sich in der Regel um mehrjährige Vorhaben, wobei ein Vorhaben
bereits abgeschlossen wurde. 2011 ist die Bewilligung von 20 weiteren Vorhaben ge-
plant.
Mentoringnetzwerke:
Nach zwei geförderten Vorhaben 2009 konnten 2010 zwei weitere Vorhaben gefördert
werden, das hochschulübergreifende Mentoring Netzwerk Sachsen (MENTO-SA) und
das Mediengestützte Unternehmer-Mentoring Mittelstand. Bei den vier Vorhaben han-
delt sich um mehrjährige Maßnahmen von denen noch kein Vorhaben abgeschlossen
ist. Es kann davon ausgegangen werden, dass der Bedarf gedeckt ist. Die Förderrichtli-
nie sieht vor, dass eine Verlängerung der Vorhaben bei degressiver Förderung möglich
ist. Es wird erwartet, dass alle Zuwendungsempfänger von dieser Möglichkeit Gebrauch
machen werden.
Kompetenzschulen:
Kompetenzschulen sind mehrjährige Vorhaben an sächsischen Universitäten, die der
Qualifizierungen von Promovierenden durch die Vermittlung von ergänzenden Schlüs-
selkompetenzen dienen. Zum 31. Dezember 2010 wurden sieben mehrjährige Vorhaben

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
100
mit einem Fördervolumen von ca. 2,5 Mio. EUR bewilligt. Es ist noch kein Vorhaben ab-
geschlossen.
Postgraduale Bildungsangebote:
Maßnahmen dieses Fördergegenstandes dienen der Konzipierung und Erprobung von
nicht konsekutiven Weiterbildungsstudiengängen an sächsischen Hochschulen, insbe-
sondere unter Nutzung neuer Medien. 13 dieser in der Regel mehrjährigen Großvorha-
ben konnten 2009 mit einem Gesamtfördervolumen von ca. 6,97 Mio. EUR anschubfi-
nanziert werden, wobei ein Vorhaben zwischenzeitlich erfolgreich abgeschlossen wurde.
2010 wurden weitere vier Vorhaben bewilligt. Bei Erstellung des OP und somit noch vor
Erlass der Richtlinie Hochschule und Forschung wurde davon ausgegangen, dass zu-
sätzlich zur Konzipierung und Erprobung auch die Durchführungsphase gefördert wer-
den sollte. Dies führte zur Gesamtzielvorgabe von 48.000 geförderten Teilnehmern. Um
insbesondere die Nachhaltigkeit zu gewährleisten, hat sich der Fondsbewirtschafter nur
für die Förderung der Konzipierung- und Erprobungsphasen entschlossen. Geförderte
Teilnehmer gibt es in diesen Phasen nicht. Deshalb können nur geförderte Vorhaben
erfasst werden.
Die Förderrichtlinie sieht vor, dass eine Verlängerung der Vorhaben bei degressiver
Förderung möglich ist. Es wird erwartet, dass alle Zuwendungsempfänger von dieser
Möglichkeit Gebrauch machen werden. Für 2011 ist ein Budget von ca. 10 Mio. EUR für
neue Vorhaben vorgesehen.
B.
Angaben über die Wirkungen der Förderung der Chancengleichheit von
Männern und Frauen (gegebenenfalls)
Vorhabensbereich: Berufs- und Studienorientierung, Verbesserung des Schulerfolgs
Zu den Projekten ist Mädchen wie Jungen der gleiche Zugang zu gewähren. Für die
Projekte der Berufs- und Studienorientierung gelten überdies die Qualitätskriterien zur
Berufs- und Studienorientierung. Die Projekte der Berufs- und Studienorientierung müs-
sen dabei der Heterogenität der Teilnehmer gerecht werden und diese nicht bloß tolerie-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
101
ren, sondern die vorhandenen Unterschiede zum Vorteil aller Schüler nutzbar machen.
Dabei werden die Ansätze des Gender Mainstreamings und des Intercultural
Mainstreamings vereint.
Vorhabensbereich: Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ), Projekte für Schulverweige-
rer/Schulsozialarbeit
Die Projekte fördern insbesondere die Wiedereingliederung von benachteiligten Jungen,
da diese Gruppe einen besonders hohen Anteil an den Schulverweigerern hat. Weitere
Anmerkungen siehe Ausführungen zur Analyse der Ergebnisse.
Vorhabensbereich: Freiwillige Ökologische Jahr
Es sind keine Tatsachen bekannt, die eine Beeinträchtigung der Chancengleichheit von
Männern und Frauen vermuten lassen. In der bisherigen Förderperiode waren 63 % der
Teilnehmer weiblich. Gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Chancengleichheit
wurden daher nicht getroffen.
Vorhabensbereich: Berufsorientierung und -vorbereitung
Es wird bei allen Maßnahmen vorausgesetzt, dass der gleichberechtigte Zugang von
Frauen und Männern gewährleistet und bei der inhaltlichen Gestaltung den Unterschie-
den der Geschlechter Rechnung getragen wird. Das geschlechtsstereotype Berufswahl-
verhalten ist zu berücksichtigen und mit geeigneten Maßnahmen soll das Interesse auch
für atypische Berufe geweckt werden.
Anhand der geförderten Teilnehmerzahlen zeigt sich ein ausgewogenes Verhältnis von
rd. 2.000 männlichen und rd. 2.000 weiblichen Teilnehmern.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
102
Vorhabensbereich: Chancengleichheit: Lebenslanges Lernen, Verbesserung der Be-
rufswahlkompetenz
Die durchgeführten Projekte zeigen besonders Mädchen in strukturschwachen ländli-
chen Gebieten neue Beschäftigungsmöglichkeiten auf. Weitere Anmerkungen siehe
Ausführungen zur Analyse der Ergebnisse.
Vorhabensbereich: Förderung betrieblicher/betriebsnaher Ausbildung
Bisher sind keine Tatsachen bekannt, die eine Diskrepanz bei der Chancengleichheit
von Männern und Frauen vermuten lassen. Grundsätzlich sind alle Ausbildungsplätze
geschlechtsneutral.
Die Förderung der Berufsausbildung für bestimmte benachteiligte Zielgruppen wie z. B.
junge Mütter und Väter unterstützt die Chancengleichheit der Betroffenen in einer be-
sonders herausfordernden Lebenssituation zu Beginn ihrer Berufsbiografie.
In die Fördermaßnahmen zusätzlicher betriebsnaher Ausbildungsplätze münden über-
proportional männliche Jugendliche. Eine Erklärung dafür existiert darin, dass die Zahl
der männlichen Ausbildungsplatzbewerber seit dem Jahr 2000 generell diejenige von
weiblichen Bewerberinnen übersteigt. Zusätzlich ist die Gefährdung eines erfolgreichen
Einmündens in den ersten Arbeitsmarkt durch schlechte Schulabschlüsse und geringe
Mobilität bei männlichen Jugendlichen deutlich erhöht.
Die Fördervorhaben unterstützen aber insgesamt einen chancengleichen Zugang zu
einer anerkannten Berufsausbildung, indem die Zugangskriterien vorrangig am Problem-
fall und der Benachteiligung am Arbeitsmarkt orientiert sind.
Vorhabensbereich: Förderung betrieblicher/betriebsnaher Ausbildung in Land und
Forstwirtschaft
Traditionell sind im Bereich der Land- und Forstwirtschaft mehr Männer als Frauen be-
schäftigt. Dies spiegelt sich auch in den Teilnehmerzahlen der betrieblichen und be-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
103
triebsnahen Ausbildung wider. So kommt derzeit auf einen weiblichen Teilnehmer etwa
drei männliche. Es sind allerdings keine Tatsachen bekannt, die Frauen bei der Teil-
nahme an Ausbildungsveranstaltungen benachteiligen und somit eine Beeinträchtigung
der Chancengleichheit von Männern und Frauen vermuten lassen. Gezielte Maßnahmen
zur Verbesserung der Chancengleichheit wurden daher nicht getroffen.
Vorhabensbereich: Zusatzqualifikation für Berufsfachschüler
Es wird bei allen Maßnahmen zwingend vorausgesetzt, dass der gleichberechtigte Zu-
gang von Frauen und Männern gewährleistet und bei der inhaltlichen Ausgestaltung den
Unterschieden der Geschlechter Rechnung getragen wird.
Vorhabensbereich: Personal- und Qualitätssicherung im Gesundheits- und Sozialbe-
reich
Anmerkungen siehe Ausführungen zur Analyse der Ergebnisse.
Vorhabensbereich: Wissens- und Know-how-Transfer
Im Rahmen der ESF-Richtlinie Hochschule und Forschung ist keine positive Diskriminie-
rung von Frauen oder Männern vorgesehen. Weibliche Studierende, Promovierende und
akademische Nachwuchskräfte sind ebenso Endbegünstigte der geplanten Vorhaben
wie ihre männlichen Kommilitonen und Kollegen. Zielgruppe von Mentoringnetzwerken
sind sowohl weibliche als auch männliche Mentees. Die Förderung von Promotionsvor-
haben, die der Fortsetzung der oder dem Eintritt in die Promotionsphase nach familien-
bedingter Unterbrechung der wissenschaftlichen Tätigkeit dienen, ist gleichermaßen für
Männer und Frauen möglich.
Vorhabensbereich: Stärkung Leistungsfähigkeit der Hochschulen (Berufsakademien)
Im Rahmen der ESF-Richtlinie Hochschule und Forschung ist keine positive Diskriminie-
rung von Frauen oder Männern vorgesehen. Weibliche Studierende, Promovierende und
akademische Nachwuchskräfte sind ebenso Endbegünstigte der geplanten Vorhaben

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
104
wie ihre männlichen Kommilitonen und Kollegen. Zielgruppe von Mentoringnetzwerken
sind sowohl weibliche als auch männliche Mentees. Die Förderung von Promotionsvor-
haben, die der Fortsetzung der oder dem Eintritt in die Promotionsphase nach familien-
bedingter Unterbrechung der wissenschaftlichen Tätigkeit dienen, ist gleichermaßen für
Männer und Frauen möglich.
Vorhabensbereich: Stärkung Leistungsfähigkeit der Hochschulen (postgraduale Studi-
engänge, Forschung und Innovation)
Im Rahmen der ESF-Richtlinie Hochschule und Forschung ist keine positive Diskriminie-
rung von Frauen oder Männern vorgesehen. Weibliche Studierende, Promovierende und
akademische Nachwuchskräfte sind ebenso Endbegünstigte der geplanten Vorhaben
wie ihre männlichen Kommilitonen und Kollegen. Zielgruppe von Mentoringnetzwerken
sind sowohl weibliche als auch männliche Mentees. Die Förderung von Promotionsvor-
haben, die der Fortsetzung der oder dem Eintritt in die Promotionsphase nach familien-
bedingter Unterbrechung der wissenschaftlichen Tätigkeit dienen, ist gleichermaßen für
Männer und Frauen möglich.
C.
Analyse der Verwendung der Fonds gemäß Art. 34 Absatz 2 der Verordnung
(EG) Nr. 1083/2006 verwendet wurde. Für ESF-Programme sind die Angaben
gemäß Art. 10 der Verordnung (EG) 1081/2006 zu liefern.
a)
Durchgängige Berücksichtigung des Gleichstellungsaspekts sowie etwaiger ge-
schlechtsspezifischer Aktionen;
b)
Aktionen zur Förderung der Teilnahme von Migranten am Erwerbsleben und
dadurch zur Förderung ihrer sozialen Eingliederung;
c)
Aktionen zur Förderung der Integration von Minderheiten ins Erwerbsleben und
dadurch Förderung ihrer sozialen Eingliederung;
d)
Aktionen zur Förderung der Integration anderer benachteiligter Gruppen, ein-
schließlich Menschen mit Behinderungen, ins Erwerbsleben und zur Förderung ih-
rer sozialen Eingliederung;

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
105
e)
Innovative Maßnahmen, einschließlich einer Darlegung der Themen und der Er-
gebnisse sowie der Verbreitung und durchgängigen Berücksichtigung;
f)
Transnationale und/oder interregionale Aktionen.
Vorhabensbereich: Berufs- und Studienorientierung, Verbesserung des Schulerfolgs
Zu den Projekten ist Mädchen wie Jungen der gleiche Zugang zu gewähren. Für die
Projekte der Berufs- und Studienorientierung gelten überdies die Qualitätskriterien zur
Berufs- und Studienorientierung. Die Projekte der Berufs- und Studienorientierung müs-
sen dabei der Heterogenität der Teilnehmer gerecht werden und diese nicht bloß tolerie-
ren, sondern die vorhandenen Unterschiede zum Vorteil aller Schüler nutzbar machen.
Dabei werden die Ansätze des Gender Mainstreamings und des Intercultural
Mainstreamings vereint. Dadurch sollen die Schüler die vorhandene Vielfältigkeit positiv
wahrnehmen und erleben, beispielsweise durch Gruppenarbeiten, in denen jeder seine
individuellen Stärken einbringen kann, sodass die Gruppe insgesamt profitiert.
Vorhabensbereich: Freiwillige Soziale Jahr, Projekte für Schulverweige-
rer/Schulsozialarbeit
f)
Anmerkungen siehe Ausführungen zur Analyse der Ergebnisse.
g)
h)
Siehe Ausführungen zu Punkt 2.1.6.
i)
Im Bereich Innovative Vorhaben zur Intervention bei Schuldistanz wurden 154 Ju-
gendliche ohne Schulabschluss gefördert. Im Bereich Sozialpädagogische Vorha-
ben zur Kompetenzentwicklung von Schülerinnen und Schülern wurden 83 Ju-
gendliche ohne Schulabschluss gefördert.
j)
Im Bereich von Projekten mit Schulverweigerern werden innovative Vorhaben zur
Intervention bei Schuldistanz und Produktionsschulen gefördert. Insgesamt wurden
dafür rund 6,5 Mio. EUR EU-Mittel bewilligt. Durch die erweiterten innovativen Pro-
jekte der Schulverweigerung wird unmittelbar dem Ziel der EU entsprochen die
Schulabbrecherquote in den Mitgliedsstaaten auf unter 10 % zu senken.
k)
Der Vorhabensbereich ist derzeit nicht in der Prioritätsachse E aktiv.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
106
Vorhabensbereich: Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ)
Im Vorhabensbereich werden im ESF bisher keine Aktionen finanziert, die in den Inter-
ventionsbereich des EFRE fallen.
Es sind keine Tatsachen bekannt, die eine Diskrepanz bei der Chancengleichheit von
Männern und Frauen vermuten lassen. Unabhängig vom Geschlecht haben Frauen und
Männern im gleichen Maße Zugang zu alle Fördergegenständen im Vorhabensbereich.
Geschlechtsspezifische Aktionen wurden deshalb bisher nicht durchgeführt.
Gesonderte Aktionen zur Förderung von Frauen, zur Integration von Minderheiten oder
benachteiligten Gruppen werden im Bereich des FÖJ nicht durchgeführt.
In diesem Vorhabensbereich sind keine innovativen Maßnahmen sowie transnationale
und / oder interregionale Aktionen geplant.
Vorhabensbereich: Berufsorientierung und -vorbereitung
a)
vgl. Ausführungen zur Chancengleichheit
b)
bis e) nicht zutreffend
f)
Berufsorientierungsprojekte mit transnationaler bzw. interregionaler Ausrichtung
wurden bislang nicht gefördert.
Vorhabensbereich: Chancengleichheit: Lebenslanges Lernen, Verbesserung der Be-
rufswahlkompetenz
a)
Anmerkungen siehe Ausführungen zur Analyse der Ergebnisse.
b)
c)
Siehe Ausführungen zu Punkt 2.1.6.
d)
Im Bereich Chancengleichheit: Verbesserung der Berufswahlkompetenz wurden
137 Jugendliche ohne Schulabschluss gefördert.
e)
In diesem Bereich gab es keine innovativen Maßnahmen.
f)
Der Vorhabensbereich ist derzeit nicht in der Prioritätsachse E aktiv.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
107
Vorhabensbereich: Förderung betrieblicher/betriebsnaher Ausbildung
Im Bereich der betrieblichen/betriebsnahen Ausbildung werden im ESF in geringem
Ausmaß Projektbestandteile gefördert, die in den Interventionsbereich des EFRE fallen.
a)
Die Förderung der Berufsausbildung für bestimmte benachteiligte Zielgruppen wie
z. B. junge Mütter und Väter unterstützt die Chancengleichheit der Betroffenen in
einer besonders herausfordernden Lebenssituation zu Beginn ihrer Berufsbiogra-
fie. Die Förderung betriebsnaher zusätzlicher Ausbildungsplätze wird überproporti-
onal von männlichen Jugendlichen genutzt. Die Gefährdung eines erfolgreichen
Einmündens in den ersten Arbeitsmarkt durch schlechte Schulabschlüsse und ge-
ringe Mobilität ist bei männlichen Jugendlichen deutlich erhöht. Die Fördervorha-
ben unterstützen für diese Zielgruppe einen chancengleichen Zugang zu einer an-
erkannten Berufsausbildung.
d)
Die zusätzlichen betriebsnahen Ausbildungsplätze werden durch marktbenachtei-
ligte oder individuelle benachteiligte Jugendliche genutzt. Die Chancen einer Ein-
mündung in den ersten Arbeitsmarkt werden durch einen anerkannten Berufsab-
schluss deutlich gesteigert. In der Förderung besonderer Zielgruppen wird die
Einmündung in betriebliche Ausbildungsverhältnisse insbesondere von Alleinerzie-
henden sowie Absolventen von Berufsvorbereitungsmaßnahmen unterstützt.
f)
Transnationale Maßnahmen für Jugendliche in der Erstausbildung werden in dem
Berichtsteil zur Prioritätsachse E dargestellt.
Vorhabensbereich: Förderung betrieblicher/betriebsnaher Ausbildung in Land und
Forstwirtschaft
Im Vorhabensbereich werden im ESF bisher keine Aktionen finanziert, die in den Inter-
ventionsbereich des EFRE fallen.
Es sind keine Tatsachen bekannt, die eine Diskrepanz bei der Chancengleichheit von
Männern und Frauen vermuten lassen. Unabhängig vom Geschlecht haben Frauen und

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
108
Männern im gleichen Maße Zugang zu alle Fördergegenständen im Vorhabensbereich.
Geschlechtsspezifische Aktionen wurden deshalb bisher nicht durchgeführt.
Gesonderte Aktionen zur Förderung von Frauen oder zur Integration von Minderhei-ten
werden im Bereich der betrieblichen und betriebsnahen Ausbildung in der Land- und
Forstwirtschaft nicht durchgeführt. Für benachteiligte Jugendliche und junge Erwachse-
ne besteht die Möglichkeit der Berufsausbildungsplatzförderung. Diese Möglichkeit wur-
de bisher auch in einem zufriedenstellenden Umfang genutzt.
Der Bereich der betrieblichen und betriebsnahen Ausbildung bietet grundsätzlich die
Möglichkeit für die Umsetzung innovativer Maßnahmen (insbesondere im Rahmen von
Modellprojekten).
Transnationale und / oder interregionale Aktionen werden im Rahmen der Prioritäts-
achse E umgesetzt.
Vorhabensbereich: Zusatzqualifikation für Berufsfachschüler
Es wird bei allen Maßnahmen zwingend vorausgesetzt, dass der gleichberechtigte Zu-
gang von Frauen und Männern gewährleistet und bei der inhaltlichen Ausgestaltung den
Unterschieden der Geschlechter ausreichend Rechnung getragen wird. Die Projekte
sind für Migranten und Minderheiten ebenfalls in gleichem Maße offen.
Vorhabensbereich: Personal- und Qualitätssicherung im Gesundheits- und Sozialbe-
reich
a)
Anmerkungen siehe Ausführungen zur Analyse der Ergebnisse.
b)
c)
Siehe Ausführungen zu Punkt 2.1.6.
d)
e)
In diesem Bereich gab es keine innovativen Maßnahmen
f)
Der Vorhabensbereich ist derzeit nicht in der Prioritätsachse E aktiv.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
109
Vorhabensbereich: Wissens- und Know-how-Transfer, Stärkung Leistungsfähigkeit der
Hochschulen (Berufsakademien), Stärkung Leistungsfähigkeit der Hochschulen (post-
graduale Studiengänge, Forschung und Innovation)
a) Durchgängige Berücksichtigung des Gleichstellungsaspekts sowie etwaiger ge-
schlechtsspezifischer Aktionen: Die durchgängige Berücksichtigung des Gleichstel-
lungsaspekts erfolgt. Geschlechtsspezifische Maßnahmen sind im Rahmen der
Richtlinie ESF Hochschule und Forschung nicht vorgesehen.
Bei Auf- und Ausbau von Mentoringnetzwerken besteht keine Vorgabe zum aus-
schließlichen Equal-Gender Mentoring. Männliche und weibliche Promovenden
sind nach familienbedingter Unterbrechung ihres Promotionsvorhabens im Förder-
gegenstand Vereinbarkeit von Familie und wissenschaftlicher Karriere antragsbe-
rechtigt.
b) Aktionen zur Förderung der Teilnahme von Migranten am Erwerbsleben und da-
durch zur Förderung ihrer sozialen Eingliederung: Eine negative oder positive Dis-
kriminierung von Personen mit Migrationshintergrund erfolgt nicht, vielmehr können
auch Personen mit Migrationshintergrund Endbegünstigte der Maß-nahmen sein.
c) Aktionen zur Förderung der Integration von Minderheiten ins Erwerbsleben und
dadurch Förderung ihrer sozialen Eingliederung: Besondere Maßnahmen zur För-
derung der Integration von Minderheiten ins Erwerbsleben sind im Rahmen der
Richtlinie ESF Hochschule und Forschung nicht vorgesehen.
d) Aktionen zur Förderung der Integration anderer benachteiligter Gruppen, ein-
schließlich Menschen mit Behinderungen, ins Erwerbsleben und zur Förderung ih-
rer sozialen Eingliederung: Besondere Maßnahmen zur Förderung der Integration
anderer benachteiligter Gruppen, einschließlich Menschen mit Behinderungen,
sind im Rahmen der Richtlinie ESF Hochschule und Forschung nicht vorgesehen.
Auch behinderte Studierende, Promovierende oder Nachwuchsforscher können
Endbegünstigte von Maßnahmen sein.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
110
e) Innovative Maßnahmen, einschließlich einer Darlegung der Themen und der Er-
gebnisse sowie der Verbreitung und durchgängigen Berücksichtigung: Bislang
wurden acht Innovative Pilot- und Entwicklungsprojekte mit einem Gesamtvolumen
von ca. 1,25 Mio. EUR bewilligt. Dabei handelt es sich um Vorhaben an sächsi-
schen Hochschulen, der Entwicklung der Wissensvermittlung dient, indem diese
kurzfristig auf aktuelle Entwicklungen auf dem sächsischen Arbeitsmarkt reagieren
und so Studierende in neue Berufsfelder führen.
f) Transnationale und/oder interregionale Aktionen: Derartige Maßnahmen sind für
die Folgejahre geplant.
3.2.2 Wesentliche aufgetretene Probleme und getroffene Abhilfemaßnahmen
Es hat keine schwerwiegenden Probleme im Rahmen der Prüfung nach Artikel 62 Abs.
1 Buchst. d) Ziffer i) der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 im Berichtszeitraum gegeben.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
111
3.3 Prioritätsachse C - Verbesserung des Zugangs zu Beschäftigung sowie der
sozialen Eingliederung von benachteiligten Personen
3.3.1 Ergebnisse und Fortschrittsanalyse
Materielle und finanzielle Fortschritte der Prioritätsachse C
Tabelle 17: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse C
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)
Indikatoren*
Art
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
Insge-
samt
Indikator 16 –
Ergebnisindikator
Geförderte Teilnehmer sind
zwei Jahre nach Beginn der
Förderung beschäftigt
Ergebnis
70,0 %
70,0 %
Zielvorgabe
70,0 %
Ausgangswert
70,0 %
Indikator 17 –
Outputindikator
Langzeitarbeitslose
Ergebnis
0
29
1.740
2.270
4.039
Zielvorgabe
6.400
Ausgangswert
Indikator 18 –
Ergebnisindikator
Anteil der Personen, die
gegründet haben und zwei
Jahre später noch selbst-
ständig sind
Ergebnis
65,0 %
65,0 %
Zielvorgabe
65,0 %
Ausgangswert
65,0 %
Indikator 19 –
Outputindikator
Geförderte Gründer und
Teilnehmer aus der AL
Ergebnis
0
1
557
575
1.133
Zielvorgabe
7.000
Ausgangswert
Indikator 20 –
Ergebnisindikator
Zusätzlich aktivierte LZA
Ergebnis
14.085
14.085
Zielvorgabe
48.300
Ausgangswert
Indikator 21 –
Outputindikator
Aktivierte / geförderte LZA
und schwer Vermittelbare
Ergebnis
0
0
2.564
8.963
11.527
Zielvorgabe
48.300
Ausgangswert
* Angaben lt. OP, eine Aufschlüsselung nach Geschlecht ist nicht vorgesehen

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
112
Tabelle 18: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse C
(Status: bewilligt)
Indikatoren*
Art
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
Insge-
samt
Indikator 16 –
Ergebnisindikator
Geförderte Teilnehmer sind
zwei Jahre nach Beginn der
Förderung beschäftigt
Ergebnis
Zielvorgabe
70,0 %
Ausgangswert
70,0 %
Indikator 17 –
Outputindikator
Langzeitarbeitslose
Ergebnis
947
9.024
4.300
2.571
16.842
Zielvorgabe
6.400
Ausgangswert
Indikator 18 –
Ergebnisindikator
Anteil der Personen, die
gegründet haben und zwei
Jahre später noch selbst-
ständig sind
Ergebnis
Zielvorgabe
65,0 %
Ausgangswert
65,0 %
Indikator 19 –
Outputindikator
Geförderte Gründer und
Teilnehmer aus der AL
Ergebnis
0
780
775
979
2.534
Zielvorgabe
7.000
Ausgangswert
Indikator 20 –
Ergebnisindikator
Zusätzlich aktivierte LZA
Ergebnis
Zielvorgabe
48.300
Ausgangswert
Indikator 21 –
Outputindikator
Aktivierte / geförderte LZA
und schwer Vermittelbare
Ergebnis
570
12.582
8.362
5.594
27.108
Zielvorgabe
48.300
Ausgangswert
* Angaben lt. OP, eine Aufschlüsselung nach Geschlecht ist nicht vorgesehen

image
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
113
Tabelle 19: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse C
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)

image
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
114
Tabelle 20: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse C
(Status: bewilligt)

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
115
Qualitative Analyse
A.
Analyse der Ergebnisse anhand der finanziellen Angaben (Nummer 2.1.2),
der materiellen Indikatoren (Nummer 3.1.1) und sonstiger relevanter Angaben
Vorhabensbereich: Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Mit dem Vorhabensbereich soll der Transport von Schülern der Klassenstufen 5 und 6
gefördert werden, der dazu dient, dass die Schüler zusätzliche Ganztagsangebote der
Schulen wahrnehmen können, die über die eigentliche Unterrichtszeit hinausgehen.
Dadurch soll erreicht werden, dass die Personensorgeberechtigten Beruf und Familie
besser miteinander vereinbaren können.
Bis zum 31. Juli 2010 wurden ca. 25.000 EUR erklärt. Im Jahr 2010 wurden in diesem
Vorhabensbereich vier Vorhaben mit einem Umfang von ca. 53.000 EUR bewilligt. Da-
mit bleiben die Auszahlungen in diesem Bereich deutlich hinter den ursprünglichen Pla-
nungen zurück. Geschuldet ist dieser Umstand der Tatsache, dass die Träger der Schü-
lerbeförderung zwischenzeitlich den Schülertransport mit eigenen Mitteln so organisiert
haben, dass das Förderziel bereits ohne den Einsatz von Mitteln aus dem Europäischen
Sozialfonds weitestgehend erreicht wurde.
Vorhabensbereich: Chancengleichheit: Qualifizierungsmaßnahmen für Arbeitslose
Bei den geförderten Projekten handelt es sich zum einen um Vorhaben, zur Qualifizie-
rung von Müttern und Vätern, die sich in Elternzeit befinden und die unmittelbar im An-
schluss arbeitslos sind. Die Vorhaben zielen auf die Vermittlung von Kenntnissen und
Fähigkeiten zur Erhöhung der Chancen des Wiedereinstiegs auf dem Arbeitsmarkt nach
der Elternzeit und zur Erhaltung von Kontakten zur Arbeitswelt ab. Einen weiteren För-
dergegenstand bildet die Qualifizierung von arbeitslosen Frauen in zukunftsträchtigen
Berufen sowie von Berufsrückkehrerinnen und Berufsrückkehrern. In diesem Bereich
wird die Vermittlung von Kenntnissen und Fähigkeiten zur Aufnahme einer Beschäfti-
gung im ersten Arbeitsmarkt sowie die Ausübung eines Berufs in technischen oder
technologischen Bereichen, der Informations-/Kommunikationselektronik und neue Me-
dien sowie in anderen zukunftsträchtigen Berufen gefördert. Im Zuge der Auswertung

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
116
der Ergebnisse des Auswahlverfahrens wurde im Vorhabensbereich „Qualifizierungs-
vorhaben für arbeitslose Personen – Qualifizierung von arbeitslosen Frauen in zukunfts-
trächtigen Berufen und Qualifizierung von Berufsrückkehrern“ eine Stichtagsregelung
eingeführt. Die Förderung in diesem Vorhabensbereich wurde zur besseren Charakteri-
sierung des Merkmals der Zukunftsträchtigkeit auf Schwerpunkte konzentriert, bei denen
sich grundsätzlich ein zukünftiger Bedarf an Arbeitskräften abzeichnet.
In der Ausgabenerklärung vom 31. Juli 2010 wurden 388 Teilzahlungen in Höhe von
9.063.186,02 EUR für die EU-Zahlungsanträge gemeldet. Dies entspricht einem Anteil
von rund 43 % bei einer Vorhabensbereichsplanung von insgesamt 20,9 Mio. EUR EU-
Mittel für den Förderzeitraum 2007-2013.
Zum Stand 31. Dezember 2010 beträgt die Mittelbindung in diesem Bereich rund 17,1
Mio. EUR EU-Mittel. Dies entspricht einem Anteil von rund 82 % bei einer Vorhabensbe-
reichsplanung von insgesamt 20,9 Mio. EUR EU-Mittel für den Förderzeitraum 2007-
2013.
In den Vorhabensbereichen wurden 206 Projekte bewilligt. Davon befanden sich 33 Pro-
jekte in der Verwendungsnachweisprüfung und 122 Projekte wurden abschließend ge-
prüft. Im Vergleich mit dem Vorjahr hat sich die Zahl der abschließend geprüften Ver-
wendungsnachweise damit um 70 Projekte erhöht.
In diesem Bereich wurden insgesamt 3.142 Teilnehmer gefördert. Das festgelegte Ziel,
im Förderzeitraum 2007 - 2013 5.600 arbeitslose benachteiligte Personen zu fördern,
wurde damit zu 56 % erfüllt. In Bezug auf die Gesamtteilnehmerzahl betrug der Frauen-
anteil rund 96 % (TN = 3.031). Unter der gesamten Teilnehmerzahl befanden sich 2.335
Teilnehmeraustritte (w = 2.246, m = 89) und 194 Teilnehmerabbrüche (w = 187, m = 7).
Eine Teilnehmerin trat mit Teilnahmebestätigung aus. Unter vorzeitig positiven Austritten
wurden 266 Teilnehmer (w = 261, m = 5) erfasst.
Die Projekte dieses Bereiches bedienen einen Indikator. Dem Indikator 17 wurden 228
Projekte zugeordnet. Davon sind 46 Projekt verwendungsnachweisgeprüft, bei denen

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
117
621 Teilnehmer erreicht wurden. Geplant war ein Zielwert von 730 Teilnehmern. Weitere
99 Projekte konnten mit 1.166 Teilnehmern abgeschlossenen werden. Als Zielwert wur-
den 1.421 Teilnehmer festgelegt. Für 83 bewilligte und erstbewilligte Projekte wurde ein
Zielwert von 1.377 Teilnehmern festgelegt, davon konnten bis dato 954 Teilnehmer im
Ist-Wert erfasst werden.
Die geringfügigen Abweichungen zwischen dem Plan- und Ist-Wert beruhen weitgehend
auf vorzeitigen positiven Teilnehmeraustritten. Bei der Zielgruppe handelt es sich um
langzeitarbeitslose Menschen. Eine gewisse Anzahl von Teilnehmern an den ESF-
Maßnahmen kann während des Kurses in eine anderweitige Ausbildung oder Arbeit
vermittelt werden. Auch künftig wird es geringfügige Abweichungen zwischen den Plan-
und Ist-Werten geben.
Vorhabensbereich: Anpassungsfortbildung für medizinisches Personal; Qualifizierung für
Menschen mit Migrationshintergrund
Bei den geförderten Projekten handelt es sich um spezielle Anpassungslehrgänge für
medizinisches Personal aus Drittländern, um Sprachkurse für Ärztinnen und Ärzte, so-
wie Zahnärztinnen und Zahnärzte aus Drittländern und Qualifizierungsvorhaben für
Menschen mit Migrationshintergrund (QSA). Aufgrund mangelnder Antragszahlen wurde
mit Wirkung zum 31. Mai 2010 der Fördervollzug zu den speziellen Anpassungslehr-
gängen für medizinisches Personal aus Drittländern sowie für die Sprachkurse außer
Kraft gesetzt. Zur Einschränkung des Antragsaufkommens wurden im Bereich der QSA
zwei jährliche Stichtage eingeführt.
In der Ausgabenerklärung vom 31. Juli 2010 wurden 186 Teilzahlungen in Höhe von
6.300.429,88 EUR für die EU-Zahlungsanträge gemeldet. Dies entspricht einem Anteil
von rund 59 % bei einer Vorhabensbereichsplanung von insgesamt 10,7 Mio. EUR EU-
Mittel für den Förderzeitraum 2007-2013.
Zum Stand 31. Dezember 2010 beträgt die Mittelbindung in diesem Bereich rund 11,7
Mio. EUR EU-Mittel. Dies entspricht einem Anteil von rund 109 % bei einer Vorhabens-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
118
bereichsplanung von insgesamt 10,7 Mio. EUR EU-Mittel für den Förderzeitraum 2007-
2013.
In den Vorhabensbereichen wurden 104 Projekte bewilligt. Davon befanden sich 16 Pro-
jekte in der Verwendungsnachweisprüfung und 63 Projekte wurden abschließend ge-
prüft. Im Vergleich mit dem Vorjahr hat sich die Zahl der abschließend geprüften Ver-
wendungsnachweise damit um 29 Projekte erhöht.
In diesem Bereich wurden insgesamt 1.868 Teilnehmer gefördert. Das festgelegte Ziel,
im Förderzeitraum 2007-2013 4.015 Teilnehmer zu erreichen, wurde damit zu 47 % er-
füllt. In Bezug auf die Gesamtteilnehmerzahl betrug der Frauenanteil rund 47 % (TN =
871). Unter der gesamten Teilnehmerzahl befanden sich 1.427 Teilnehmeraustritte (w =
683, m = 744) und 119 Teilnehmerabbrüche (w = 58, m = 61). Fünf weibliche Teilneh-
mer traten mit Teilnahmebestätigung aus. Unter vorzeitig positiven Austritten wurden 35
Teilnehmer (w = 33, m = 2) erfasst.
Die Projekte dieses Bereiches bedienen einen Indikator. Dem Indikator 17 wurden 117
Projekte zugeordnet. Davon sind 22 Projekte verwendungsnachweisgeprüft, bei denen
363 Teilnehmer erreicht wurden. Geplant war ein Zielwert von 400 Teilnehmern. Weitere
55 Projekte konnten mit 752 Teilnehmern abgeschlossenen werden. Als Zielwert wurden
853 Teilnehmer festgelegt. Für 40 bewilligte und erstbewilligte Projekte wurde ein Ziel-
wert von 726 Teilnehmern festgelegt, davon konnten bis dato 518 Teilnehmer im Ist-
Wert erfasst werden.
Die geringfügigen Abweichungen zwischen dem Plan- und Ist-Wert beruhen weitgehend
auf vorzeitigen positiven Teilnehmeraustritten. Bei der Zielgruppe handelt es sich um
langzeitarbeitslose Menschen. Eine gewisse Anzahl von Teilnehmern an den ESF-
Maßnahmen kann während des Kurses in eine anderweitige Ausbildung oder Arbeit
vermittelt werden. Auch künftig wird es geringfügige Abweichungen zwischen den Plan-
und Ist-Werten geben.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
119
Vorhabensbereich: Gesundheitsziele, Modellvorhaben, Studien
Der Vorhabensbereich Gesundheitsziele, Modellvorhaben, Studien wurde nicht im För-
dervollzug angewendet.
Vorhabensbereich: Qualifizierung für Arbeitslose
Beim Programm Qualifizierung für Arbeitslose II (QAB II) haben die zugewiesenen Teil-
nehmer nach einer Berufsfindungsphase inzwischen mit den Qualifizierungen begonnen
und werden diese entsprechend der individuell abgestimmten Curricula und Förderpläne
bis ca. 2013 mit einem anerkannten Berufsabschluss oder arbeitsmarktrelevanter Teil-
qualifikation abschließen. Das Vorgängerprogramm QAB I wurde zum 30. September
2010 beendet. Zu diesem Zeitpunkt hatten 2.260 Teilnehmer einen vollständigen
Berufsabschluss sowie 880 Teilnehmer einen arbeitsmarktrelevanten Teilabschluss
(z.B. CNC-Fachkraft) erreicht. Trotz des zurückhaltenden Einstellungsverhaltens der
Unternehmen insbesondere in 2009 sind über 70% der Absolventen, deren Abschluss
bereits mehr als 12 Monate zurückliegt, inzwischen in den ersten Arbeitsmarkt integriert.
Vorhabensbereich: Qualifizierung für arbeitslose Ältere
Die Qualifizierung von arbeitslosen Älteren wurde im Jahr 2010 zunächst auf geringem
Niveau fortgeführt und im weiteren Jahresverlauf beendet. Insgesamt wurden für diesen
Fördergegenstand 6,9 Mio. EUR bewilligt und 23 Projekte gefördert. Trotz Beendigung
dieses Förderbereichs bilden Ältere auch weiterhin eine wichtige Zielgruppe bei der
ESF-Förderung und können an der überwiegenden Anzahl bestehender Förderangebote
(u. a. im Bereich der Weiterbildung über das einzelbetriebliche Förderverfahren, den
Weiterbildungsscheck Sachsen oder an Maßnahmen zur Verbesserung der Beschäfti-
gungsfähigkeit) gleichberechtigt teilnehmen.
Vorhabensbereich: Arbeitsmarktförderung (Einstellung von Benachteiligten)
Die im Jahr 2009 vorgenommenen Änderungen bei den Förderbedingungen (u.a. Rege-
lungen zur Zusätzlichkeit, Nachbeschäftigungsfrist sowie Aufhebung der Beschränkung

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
120
auf KMU) führten im Jahr 2010 kaum zu einer stärkeren Inanspruchnahme der Förde-
rung. Die geringfügige Steigerung bei den geförderten Einstellungen in der ersten Jah-
reshälfte 2010 (bis Juli ca. 40 Bewilligungen/Monat) im Vergleich zum Jahr 2009 (rd. 30
Bewilligungen/Monat) dürfte vielmehr auf die positive Wirtschaftsentwicklung nach der
Krise und dem daraus resultierenden Personalbedarf der Unternehmen zurückzuführen
sein.
Aufgrund der Evaluierungsergebnisse wurde die Förderung der ESF-Einstellungs-
zuschüsse im weiteren Jahresverlauf beendet. Ausschlaggebend waren u.a. die geringe
Zielgenauigkeit des Programms sowie die bestehenden Förderangebote der Bunde-
sagentur für Arbeit.
Insgesamt wurden im aktuellen Förderzeitraum mehr als 1.100 Einstellungszuschüsse
mit einem Volumen von 9,6 Mio. EUR bewilligt. Per 31. Dezember 2010 wurden 650
erfolgreiche Teilnehmeraustritte erreicht. Die finanziellen und materiellen Zielwerte wur-
den mit dem OP-Änderungsantrag angepasst.
Vorhabensbereich: Existenzgründungsförderung von Arbeitslosen
Auch die Förderung von Existenzgründerzuschüssen für Arbeitslose und die Qualifizie-
rung arbeitsloser Existenzgründer wurde im Jahr 2010 u.a. wegen bestehender nationa-
ler Förderangebote für die Zielgruppe beendet.
Die Neuausgestaltung der Existenzgründerzuschüsse im Jahr 2009 und die Aufsto-
ckungsmöglichkeit für Empfänger des Gründungszuschusses nach dem SGB III hatten
davor zu einer deutlichen Steigerung der Förderfälle geführt. Im Jahr 2010 wurden bis
August 2010 723 Bewilligungen, d.h. rd. 90 Bewilligungen monatlich vorgenommen. Im
Jahr 2009 bewilligte die Sächsische Aufbaubank (SAB) im gleichen Zeitraum lediglich
273 Existenzgründerzuschüsse. Qualifizierungsprojekte für arbeitslose Existenzgründer
wurden im Jahr 2010 bis zur Beendigung der Förderung nur noch vereinzelt in der Regi-
on Leipzig durchgeführt. Dies ist insbesondere auf die vorrangigen nationalen Förderan-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
121
gebote für die Zielgruppe und die Komplexität des ESF-Förderverfahrens zurückzufüh-
ren.
Insgesamt wurden im Bereich der Existenzgründungsförderung von Arbeitslosen per 31.
Dezember 2010 14,3 Mio. EUR bewilligt und 1.400 Teilnehmer erfolgreich gefördert. Die
finanziellen und materiellen Zielwerte wurden mit dem OP-Änderungsantrag angepasst.
Vorhabensbereich: Qualifizierungs- und Beschäftigungsprojekte für Benachteiligte
(JBH), Integrationsprojekte für schwerbehinderte Menschen und psychisch Kranke oder
Suchtkranke
Im Bereich der Jugendberufshilfe (JBH) handelt es sich bei den geförderten Projekten
um sozialpädagogisch begleitete Qualifizierungs- und Beschäftigungsvorhaben für sozi-
al benachteiligte oder individuell beeinträchtigte junge Menschen als niedrigschwelliges
Angebot der Berufsorientierung und Berufsvorbereitung zur Unterstützung des Über-
gangs in Ausbildung oder weiterführende Maßnahmen der Berufsvorbereitung (1.
Schwelle) sowie zur Unterstützung des Übergangs in die Erwerbstätigkeit (2. Schwelle).
Im Bereich der Integrationsprojekte für psychisch Kranke oder Suchtkranke werden
Qualifizierungs- und Beschäftigungsvorhaben für Menschen mit psychischen Erkran-
kungen und Suchterkrankungen als niedrigschwelliges Angebot der beruflichen Orientie-
rung zur Unterstützung des Übergangs in den allgemeinen Arbeitsmarkt (1. Stufe) sowie
zur Unterstützung des Übergangs in die Erwerbstätigkeit (2. Stufe) gefördert. Um das
Antragsaufkommen im Bereich der JBH zu regulieren, ist für das Jahr 2011 die Einfüh-
rung einer Stichtagsregelung geplant.
Im Vorhabensbereich Integrationsprojekte für Schwerbehinderte wurden ursprünglich
die Förderung einer sozialpädagogischen Betreuung und Begleitung sowie Qualifizie-
rung der schwerbehinderten Beschäftigten und die Qualifizierung der die schwerbehin-
derten Menschen betreuenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angestrebt. Aus Additio-
nalitätsgründen konnten die Erwartungen im Bereich Integrationsprojekte für Schwerbe-
hinderte bisher nicht erfüllt werden.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
122
In der Ausgabenerklärung vom 31. Juli 2010 wurden 233 Teilzahlungen in Höhe von
5.284.795,42 EUR für die EU-Zahlungsanträge gemeldet. Dies entspricht einem Anteil
von rund 29 % bei einer Vorhabensbereichsplanung von insgesamt 18,3 Mio. EUR EU-
Mittel für den Förderzeitraum 2007-2013.
Zum Stand 31. Dezember 2010 beträgt die Mittelbindung in diesem Bereich rund 17,6
Mio. EUR EU-Mittel. Dies entspricht einem Anteil von rund 96 % bei einer Vorhabensbe-
reichsplanung von insgesamt 18,3 Mio. EUR EU-Mittel für den Förderzeitraum 2007-
2013.
In den Vorhabensbereichen wurden 155 Projekte bewilligt. Davon befanden sich 24 Pro-
jekte in der Verwendungsnachweisprüfung und 58 Projekte wurden abschließend ge-
prüft. Im Vergleich mit dem Vorjahr hat sich die Zahl der abschließend geprüften Ver-
wendungsnachweise damit um 42 Projekte erhöht.
In diesem Bereich wurden insgesamt 3.368 Teilnehmer gefördert. Das festgelegte Ziel,
im Förderzeitraum 2007-2013 5.250 Teilnehmer zu erreichen, wurde damit zu 64 % er-
füllt. In Bezug auf die Gesamtteilnehmerzahl betrug der Frauenanteil rund 33 % (TN =
1.108). Unter der gesamten Teilnehmerzahl befanden sich 2.565 Teilnehmeraustritte (w
= 836, m = 1.729) und 710 Teilnehmerabbrüche (w = 158, m = 552). Drei Teilnehmer
traten mit Teilnahmebestätigung aus (w = 1, m = 2). Unter vorzeitig positiven Austritten
wurden 464 Teilnehmer (w = 164, m = 300) erfasst.
Die Projekte dieses Bereiches bedienen einen Indikator. Dem Indikator 21 wurden 160
Projekte zugeordnet. Davon sind 26 Projekte verwendungsnachweisgeprüft, bei denen
407 Teilnehmer erreicht wurden. Geplant war ein Zielwert von 435 Teilnehmern. Weitere
38 Projekte konnten mit 790 Teilnehmern abgeschlossenen werden. Als Zielwert wurden
786 Teilnehmer festgelegt. Für 96 bewilligte und erstbewilligte Projekte wurde ein Ziel-
wert von 1.816 Teilnehmern festgelegt, davon konnten bis dato 1.344 Teilnehmer im
Istwert erfasst werden.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
123
Die Abweichungen zwischen dem Plan- und Ist-Wert beruhen weitgehend auf vorzeiti-
gen positiven Teilnehmeraustritten. Bei der Zielgruppe handelt es sich um Jugendliche
im Übergang von Schule in Ausbildung oder Beruf. Eine gewisse Anzahl von Teilneh-
mern an den ESF-Maßnahmen kann während des Kurses in eine anderweitige Ausbil-
dung oder Arbeit vermittelt werden. Auch künftig wird es geringfügige Abweichungen
zwischen den Plan- und Ist-Werten geben.
Vorhabensbereich: Kleinvorhaben zum Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit und des sozi-
alen Zusammenhalts (TAURIS)
Bei den geförderten Projekten handelt es sich um Kleinvorhaben, in denen sich Perso-
nen bürgerschaftlich engagieren, welche Leistungen nach dem SGB II beziehen. Insbe-
sondere werden bei der Umsetzung der Erhalt und die Verbesserung der Beschäfti-
gungsfähigkeit, die Stärkung der Eigenmotivation, Eigeninitiative und der sozialen Kom-
petenz angestrebt. Ein verbundenes Ziel ist damit die Integration in das gesellschaftliche
Leben durch Tätigkeiten und Aufgaben außerhalb der traditionellen Erwerbsarbeit.
Das Förderkonzept dieses Vorhabensbereiches war befristet ausgestaltet. Der Förder-
vollzug lief zum 15. Dezember 2010 aus. Eine Verlängerung dieses Vorhabensberei-
ches ist nicht vorgesehen. Im Vorhabensbereich Lokales Kapital für soziale Zwecke ste-
hen weitere Fördermöglichkeiten für Kleinprojekte zur Verfügung.
In der Ausgabenerklärung vom 31. Juli 2010 wurden vier Teilzahlungen in Höhe von
2.562.007,51 EUR für die EU-Zahlungsanträge gemeldet. Dies entspricht einem Anteil
von rund 13 % bei einer Vorhabensbereichsplanung von insgesamt 20 Mio. EUR EU-
Mittel für den Förderzeitraum 2007-2013.
Zum Stand 31. Dezember 2010 beträgt die Mittelbindung in diesem Bereich rund 6,7
Mio. EUR EU-Mittel. Dies entspricht einem Anteil von rund 34 % bei einer Vorhabensbe-
reichsplanung von insgesamt 20 Mio. EUR EU-Mittel für den Förderzeitraum 2007-2013.
In dem Vorhabensbereich wurde ein Projekt bewilligt. Bei diesem Projekt handelt es sich
um die TAURIS Stiftung, die als Zwischengeschaltete Stelle mit dem Fördervollzug be-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
124
traut wurde. Insgesamt konnten 3.581 Teilnehmer gefördert werden. Die Anzahl der
Teilnehmer blieb damit zum Vorjahr unverändert. Das festgelegte Ziel, im Förderzeit-
raum 2007-2013 3.500 Teilnehmer zu erreichen, wurde damit um rund 2 % übertroffen.
In Bezug auf die Gesamtteilnehmerzahl betrug der Frauenanteil rund 64 % (TN = 2.303).
Die Projekte dieses Bereiches bedienen einen Indikator. Dem Indikator 21 wurde ein
Projekt zugeordnet. Das Projekt wurde als bewilligt erfasst. Der festgelegte Zielwert von
4.609 zu erreichenden Teilnehmern wurde zu 100 % erfüllt.
Vorhabensbereich: Lokales Kapital für soziale Zwecke (LOS)
Bei den geförderten Projekten handelt es sich um Kleinvorhaben zur Mobilisierung des
lokal vorhandenen Potentials zur Beschäftigungsentwicklung und zur Eingliederung in
den Arbeitsmarkt. Des Weiteren sollen die Vorhaben zum Erhalt und zur Verbesserung
der Beschäftigungsfähigkeit dienen. Im Vordergrund stehen dabei die Stärkung der so-
zialen Kompetenz und die Aktivierung von Eigenmotivation und Eigeninitiative zur Auf-
nahme einer Beschäftigung oder Qualifikation. Die Teilnehmer sind mit Tätigkeiten und
Aufgaben außerhalb der traditionellen Erwerbsarbeit, wie beispielsweise mit bürger-
schaftlichen Engagement betraut und sollen dadurch in das gesellschaftliche Leben in-
tegriert werden.
Den Empfehlungen der Evaluation folgend sollen Schwerpunkte in der Förderung ge-
setzt werden. 2010 wurde daher ein Aufruf zur Einreichung von Projektvorschlägen zum
Thema Alltagsbegleitung für Senioren initiiert. Die ausgewählten Projekte wurden bereits
bewilligt.
Mit dem Ziel der Weiterentwicklung der Beschäftigungsfähigkeit wird auf eine qualifizie-
rende Begleitung der Projektteilnehmer zunehmend Wert gelegt. Mit der an den Inhalten
des Projektes ausgerichteten Qualifizierung soll eine nachhaltige Ausgestaltung der Pro-
jektideen erreicht werden. Zusätzlich zu den bisherigen Fördermöglichkeiten können die
Projektträger zudem eine Aufwandsentschädigung für die Teilnehmer in Anspruch neh-
men, wenn die Tätigkeit den Merkmalen einer ehrenamtlichen Tätigkeit entspricht.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
125
In der Ausgabenerklärung vom 31. Juli 2010 wurden 385 Teilzahlungen in Höhe von
1.132.643,94 EUR für die EU-Zahlungsanträge gemeldet. Dies entspricht einem Anteil
von rund 26 % bei einer Vorhabensbereichsplanung von insgesamt 4,3 Mio. EUR EU-
Mittel für den Förderzeitraum 2007-2013.
Zum Stand 31. Dezember 2010 beträgt die Mittelbindung in diesem Bereich rund 3,8
Mio. EUR EU-Mittel. Dies entspricht einem Anteil von rund 88 % bei einer Vorhabensbe-
reichsplanung von insgesamt 4,3 Mio. EUR EU-Mittel für den Förderzeitraum 2007-
2013.
In dem Vorhabensbereich wurden 552 Projekte bewilligt. Davon befanden sich 89 Pro-
jekte in der Verwendungsnachweisprüfung und 251 Projekte wurden abschließend ge-
prüft. Im Vergleich mit dem Vorjahr hat sich die Zahl der abschließend geprüften Ver-
wendungsnachweise damit um 191 Projekte erhöht.
Es wurden insgesamt 6.604 Teilnehmer in diesem Bereich gefördert. Das festgelegte
Ziel, im Förderzeitraum 2007-2013 10.000 Teilnehmer zu erreichen, wurde damit zu 66
% erfüllt. In Bezug auf die Gesamtteilnehmerzahl betrug der Frauenanteil rund 61 % (TN
= 4.046). Unter der gesamten Teilnehmerzahl befanden sich 4.993 Teilnehmeraustritte
(w = 3.089, m = 1.904) und 157 Teilnehmerabbrüche (w = 75, m = 82). 824 Teilnehmer
traten mit Teilnahmebestätigung aus (w = 379, m = 445). Unter vorzeitig positiven Aus-
tritten wurden 983 Teilnehmer (w = 688, m = 295) erfasst.
Die Projekte dieses Bereiches bedienen einen Indikator. Dem Indikator 21 wurden 597
Projekte zugeordnet. Davon sind 88 Projekte verwendungsnachweisgeprüft, bei denen
1.194 Teilnehmer erreicht wurden. Geplant war ein Zielwert von 1.155 Teilnehmern.
Weitere 208 Projekte konnten mit 3.250 Teilnehmern abgeschlossenen werden. Als
Zielwert wurden 2.931 Teilnehmer festgelegt. Für 301 bewilligte und erstbewilligte Pro-
jekte wurde ein Zielwert von 3.861 Teilnehmern festgelegt, davon konnten bis dato
2.777 Teilnehmer im Ist-Wert erfasst werden.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
126
Die Abweichungen zwischen dem Plan- und Ist-Wert beruhen weitgehend auf vorzeiti-
gen positiven Teilnehmeraustritten oder -eintritten. Bei der Zielgruppe handelt es sich
um langzeitarbeitslose Menschen. Eine gewisse Anzahl von Teilnehmern an den ESF-
Maßnahmen kann während des Kurses in eine anderweitige Ausbildung oder Arbeit
vermittelt werden. Gleichzeitig werden bei der Durchführung der Kurse vereinzelt neue
Teilnehmer gewonnen. Auch künftig wird es geringfügige Abweichungen zwischen den
Plan- und Ist-Werten geben.
Vorhabensbereich: Weiterbildung ehrenamtlich tätiger oder privater Personen
Bei der Weiterbildung ehrenamtlich tätiger oder privater Personen konnten die Zielvor-
gaben nicht erreicht werden. Insgesamt ist bei den ehrenamtlich tätigen oder privaten
Personen eine sehr geringe Weiterbildungsneigung zu verzeichnen.
Insbesondere im Bereich des Landtourismus und im Forstbereich wurden jedoch bereits
gezielt Maßnahmen ergriffen (u. a. Vergabe eines Qualifizierungskonzeptes, Infoveran-
staltungen mit den entsprechenden Wirtschafts- und Sozialpartnern, um diese als Multi-
plikatoren zu aktivieren, Arbeitsgespräche mit geeigneten Bildungsträgern) um die För-
deraktivitäten in der Prioritätsachse C zu erhöhen.
Da ein spürbarer Anstieg der Fördertätigkeit bislang dennoch ausbleibt und die zu Be-
ginn der Förderperiode prognostizierten Gesamtzielvorgaben nicht mehr erreichbar
scheinen, wurde bereits 2008 eine Mittelumschichtung innerhalb der Prioritätsachse
vorgenommen. Im Zusammenhang mit der strukturellen Anpassung des Indikators 21
wird demzufolge auch eine Anpassung der Zielwerte erfolgen.
Vorhabensbereich: Förderung der Beschäftigungsfähigkeit
Als Folge der Evaluierungsempfehlungen wurde die Förderung von gemeinwohlorien-
tierten Beschäftigungsprojekten beendet. Die Regelförderung beschränkt sich inzwi-
schen auf Projekte, die sich am individuellen Förderbedarf von Langzeitarbeitslosen ori-
entieren. Durch die Beendigung mehrerer Fördergegenstände in der ESF-Richtlinie Be-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
127
schäftigungschancen und Mittelumschichtungen kann die Förderung dieser Projekte
auch in den nächsten Jahren fortgeführt werden. Eine konsequente Mittelsteuerung
durch stichtagsgebundene Auswahlrunden ist aber aufgrund der starken Nachfrage in
diesem Förderbereich unumgänglich. Im Jahr 2010 wurden 18 Projekte zur Verbesse-
rung der Beschäftigungsfähigkeit mit rd. 500 Teilnehmern und einem Volumen von 3,7
Mio. EUR gefördert. Bei der Auswahl der Projekte stehen die Ausrichtung der Projekte
auf den ersten Arbeitsmarkt und eine individuell bedarfsgerechte Herangehensweise im
Vordergrund. Die finanziellen und materiellen Zielwerte wurden mit dem OP-
Änderungsantrag angepasst.
Vorhabensbereich: Maßnahmen zur Alphabetisierung
Unter dem Aspekt der Integration Benachteiligter werden Projekte zur Alphabetisierung
von funktionalen Analphabeten gefördert. Diese zielen auf die Erhöhung der Beschäfti-
gungsfähigkeit der Teilnehmer, ihrer möglichen Eingliederung in das Erwerbsleben und
ihrer besseren sozialen Integration. Die Alphabetisierungsmaßnahmen werden in Teil-
zeitkursen einschließlich sozialpädagogischer Betreuung durchgeführt. Jährlich sollen
Alphabetisierungskurse für etwa 190 funktionale Analphabeten angeboten werden, wo-
für pro Jahr Gesamtausgaben in Höhe von ca. 1,2 Mio. EUR, davon ESF-Mittel in Höhe
von ca. 0,9 Mio. EUR geplant sind.
Bis zum 31. Juli 2010 wurden ca. 1,4 Mio. EUR erklärt. Dies ist ein zufriedenstellender
Wert. Bewilligt wurden bis zu diesem Zeitpunkt Projekte im Umfang von 5,2 Mio. EUR.
Den bislang 735 Teilnehmereintritten und 426 Teilnehmeraustritten stehen lediglich 35
Abbrüche gegenüber. Mithin konnte das mit der Förderung gesetzte Ziel, dass mindes-
tens 80 Prozent der Teilnehmer eine Bestätigung der erfolgreichen Teilnahme erhalten,
erreicht werden. Die Förderung wird daher sehr gut angenommen.
Der Leistungsstand der Teilnehmer am Ende der Alphabetisierungskurse ist stark von
den individuellen Fähigkeiten abhängig und reicht vom fehlerfreien Lesen und Abschrei-
ben einfacher Wörter bis hin zur fehlerfreien schriftlichen Wiedergabe kleiner Texte. Da-
neben erfahren die Teilnehmer nach Beobachtungen der Projektträger weitere persönli-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
128
che Entwicklungen, die im Hinblick auf ihre Beschäftigungsfähigkeit und soziale Integra-
tion positiv zu bewerten sind. Insgesamt wird bei allen Unterschieden in den Vorausset-
zungen und Lernerfolgen der Teilnehmer durch die Träger übereinstimmend einge-
schätzt, dass die Teilnehmer durch die Kurse einen Zuwachs an Selbstbewusstsein und
Integrationsbereitschaft bzw. -zuversicht zeigen. Es gibt natürlich auch den Rückzug in
das gewohnte Umfeld. Für viele ist es ein Erfolg, sich zu outen und überhaupt an der
Maßnahme teilzunehmen. Regelmäßiges und pünktliches Erscheinen ist ebenfalls ein
Erfolg. Die allgemeine Sprachkompetenz und die Schriftsprachkompetenz werden ge-
steigert. Die Teilnehmer registrieren eine persönliche Steigerung in den Kategorien:
Lern- und Arbeitshaltung, Soziale und Personale Kompetenzen, Lernkompetenzen. Im
Ergebnis ist für alle Teilnehmer neben der Erhöhung ihrer Lese- und Schreibkenntnisse
eine Verbesserung ihrer gesellschaftlichen Teilhabemöglichkeit zu verzeichnen.
Darüber hinaus wurde 2010 die Koordinierungsstelle Alphabetisierung eingerichtet, die
dazu beitragen soll, dauerhafte Kooperationsbeziehungen zwischen den Akteuren in der
Alphabetisierungsarbeit aufzubauen bzw. weiterzuführen sowie die Zahl und die Qualität
(durch Einführung von Qualitätsstandards) der über den Europäischen Sozialfonds mit-
finanzierten Alphabetisierungsmaßnahmen, die flächendeckend in ganz Sachsen ange-
boten werden sollen, zu erhöhen.
Vorhabensbereich: Qualifizierung und Eingliederung Strafgefangener
Gefördert werden Vorhaben, die die Beschäftigungsfähigkeit und die Vermittelbarkeit
von Gefangenen auf dem Arbeitsmarkt erhalten bzw. verbessern sowie die Vorbereitung
auf die berufliche Integration nach der Haftentlassung unterstützen. Mit dieser Zielset-
zung fanden im Jahr 2010 in den 10 sächsischen Justizvollzugsanstalten ca. 60 berufli-
che und sozialpädagogische Vorhaben für Gefangene mit ca. 720 Teilnehmerplätzen
statt. Insgesamt wurden im aktuellen Förderzeitraum bisher 166 Vorhaben bewilligt.
Da die Mehrzahl der Inhaftierten über keine abgeschlossenen Schul- oder Berufs-
ausbildungen verfügen und vor dem Haftantritt zumeist keiner regelmäßigen Beschäfti-
gung nachgingen, eröffnen die angebotenen Qualifizierungsmaßnahmen für den Einzel-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
129
nen eine berufliche Perspektive und eine Chance auf ein straffreies Leben nach der
Haftentlassung. Für den Vorhabensbereich C.7.7 stehen 28,96 Mio. EUR ESF-Mittel zur
Verfügung. Davon wurden bis 31. Dezember 2010 14,78 Mio. EUR gebunden und 9,65
Mio. EUR ausgezahlt. Somit wurden bis Ende 2009 rund 51% der Mittel gebunden und
rund 33% ausgezahlt.
Vorhabensbereich: Chancengleichheit: Soziale Eingliederung für Alleinerziehende
Bei den geförderten Projekten handelt es sich um Vorhaben, die geeignet sind, die Be-
schäftigungsfähigkeit besonders benachteiligter Personen durch unterstützende Maß-
nahmen zu erhöhen und ihnen damit eine Möglichkeit der Eingliederung und Wiederein-
gliederung in den Arbeitsmarkt zu geben. Hierzu werden die Bereitstellung und Beset-
zung von Berufsausbildungsplätzen für besonders benachteiligte alleinerziehende Emp-
fängerinnen oder Empfänger von Leistungen nach dem SGB II gefördert, die über kei-
nen nach Landesrecht oder Berufsbildungsgesetz geregelten Berufsabschluss verfügen.
Zudem wird eine sozialpädagogische Betreuung während der Ausbildung gefördert, um
die Effizienz und Effektivität der Ausbildung zu erhöhen. Vor dem Hintergrund des offen-
sichtlich fehlenden Bedarfs wurde dieser Fördergegenstand eingestellt.
In der Ausgabenerklärung vom 31. Juli 2010 wurden sieben Teilzahlungen in Höhe von
23.500,00 EUR für die EU-Zahlungsanträge gemeldet. Dies entspricht einem Anteil von
rund 1 % bei einer Vorhabensbereichsplanung von insgesamt 2 Mio. EUR EU-Mittel für
den Förderzeitraum 2007-2013.
Zum Stand 31. Dezember 2010 beträgt die Mittelbindung in diesem Bereich rund 32.500
EUR EU-Mittel. Dies entspricht einem Anteil von rund 2 % bei einer Vorhabensbereichs-
planung von insgesamt 2 Mio. EUR EU-Mittel für den Förderzeit-raum 2007-2013.
In dem Vorhabensbereich wurden 10 Projekte bewilligt. Alle Projekte wurden im Jahr
2010 abschließend geprüft. Im Vergleich mit dem Vorjahr hat sich die Zahl der abschlie-
ßend geprüften Verwendungsnachweise damit um fünf Projekte erhöht.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
130
In diesem Bereich wurden insgesamt 11 Teilnehmer gefördert. Das festgelegte Ziel, im
Förderzeitraum 2007-2013 10 Teilnehmer zu erreichen, wurde damit um 10 % übertrof-
fen. In Bezug auf die Gesamtteilnehmerzahl betrug der Frauenanteil 100 %. Unter der
gesamten Teilnehmerzahl befanden sich 11 Teilnehmeraustritte und zwei Teilneh-
merabbrüche. Neun Teilnehmerinnen traten mit Teilnahmebestätigung aus.
Die Projekte dieses Bereiches bedienen einen Indikator. Dem Indikator 21 wurden 10
Projekte zugeordnet. Davon sind drei Projekte verwendungsnachweisgeprüft, bei denen
drei Teilnehmer erreicht wurden. Geplant war ein Zielwert von drei Teilnehmern. Sieben
Projekte konnten mit acht Teilnehmern abgeschlossenen werden. Als Zielwert wurden
acht Teilnehmer festgelegt.
Damit wurde das festgelegte Ziel zu 100 % erfüllt.
B.
Angaben über die Wirkungen der Förderung der Chancengleichheit von
Männern und Frauen (gegebenenfalls)
Vorhabensbereich: Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Bei allen Maßnahmen wird zwingend vorausgesetzt, dass der gleichberechtigte Zugang
von Frauen und Männern gewährleistet ist und bei der inhaltlichen Ausgestaltung den
Unterschieden der Geschlechter ausreichend Rechnung getragen wird.
Vorhabensbereich: Chancengleichheit: Qualifizierungsmaßnahmen für Arbeitslose
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern so-
wie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Her-
kunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer se-
xuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind. Alle
Vorhaben sind hinsichtlich ihrer diesbezüglichen Auswirkungen zu überprüfen, um ge-
schlechterbezogenen Benachteiligungen oder anderen Diskriminierungen entgegen zu
wirken. Auf der programmatischen Ebene wurden zahlreiche Fördergegenstände im-
plementiert, die die Förderung der Chancengleichheit von Männern und Frauen zum Ziel

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
131
haben. Auch im Jahr 2010 waren über zwei Drittel der geförderten Teilnehmenden weib-
lich (67 %). Darüber hinaus ist die durchgängige Berücksichtigung des Gleichstellungs-
aspekts als Querschnittsziel im OP 2007-2013 verankert. Demnach hat dieses Ziel in
jedem Fördergegenstand der jeweiligen ESF-Richtlinie Beachtung zu finden.
Weitere Anmerkungen siehe Ausführungen zur Analyse der Ergebnisse.
Vorhabensbereich: Anpassungsfortbildung für medizinisches Personal; Qualifizierung für
Menschen mit Migrationshintergrund
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern so-
wie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Her-
kunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer se-
xuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind. Alle
Vorhaben sind hinsichtlich ihrer diesbezüglichen Auswirkungen zu überprüfen, um ge-
schlechterbezogenen Benachteiligungen oder anderen Diskriminierungen entgegen zu
wirken. Auf der programmatischen Ebene wurden zahlreiche Fördergegenstände im-
plementiert, die die Förderung der Chancengleichheit von Männern und Frauen zum Ziel
haben. Auch im Jahr 2010 waren über zwei Drittel der geförderten Teilnehmenden weib-
lich (67 %). Darüber hinaus ist die durchgängige Berücksichtigung des Gleichstellungs-
aspekts als Querschnittsziel im OP 2007-2013 verankert. Demnach hat dieses Ziel in
jedem Fördergegenstand der jeweiligen ESF-Richtlinie Beachtung zu finden.
Weitere Anmerkungen siehe Ausführungen zur Analyse der Ergebnisse.
Vorhabensbereich: Gesundheitsziele, Modellvorhaben, Studien
Siehe Ausführungen zur Analyse der Ergebnisse.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
132
Vorhabensbereich: Qualifizierung für Arbeitslose
Gefördert wird die Qualifizierung von arbeitslosen Personen ohne auf dem Arbeitsmarkt
verwertbaren Berufsabschluss zu einem anerkannten Berufsabschluss. Grundlage für
eine erfolgreiche Qualifizierung ist die individuelle Umsetzung des Programms (umfang-
reiche Eignungsfeststellung und berufliche Orientierung, Ermittlung der vorhandenen
Berufserfahrung, Stärken und Schwächen, Erarbeitung eines individuellen Curriculums
für jeden Teilnehmer gemäß der persönlichen Voraussetzungen und Lebensbedingun-
gen). Hinzu kommen bedarfsgerechte Unterstützungsmaßnahmen und eine sozialpäda-
gogische Betreuung, so dass soziale Benachteiligungen kompensiert werden können
und auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert wird. Frauen und Männer
erhalten die gleichen Chancen auf existenzsichernde Arbeit am Arbeitsmarkt. So wer-
den z. B. im Rahmen dieses Programms u. a. auch die zusätzlichen Kinderbetreuungs-
kosten gefördert.
Vorhabensbereich: Qualifizierung für arbeitslose Ältere
Im Bereich „Qualifizierung für arbeitslose Ältere“ sind bisher keine Tatsachen bekannt,
die eine Diskrepanz hinsichtlich der Chancengleichheit von Männern und Frauen vermu-
ten lassen. Alle Projektträger sind zu einer Projektumsetzung mit chancengleicher Teil-
habe von Männern und Frauen verpflichtet.
Vorhabensbereich: Arbeitsmarktförderung (Einstellung von Benachteiligten)
In den ESF-Richtlinien Berufliche Bildung und Beschäftigungschancen ist festgelegt,
dass Männer und Frauen auf Grundlage des Rechts auf Gleichbehandlung den gleichen
Zugang zu den Maßnahmen und Programmen haben.
Die Zielgruppe der Förderung ergibt sich aus dem Benachteiligtenbegriff der Allgemei-
nen Gruppenfreistellungsverordnung der Kommission. Danach erfolgt keine Unterschei-
dung zwischen männlichen oder weiblichen Geschlecht (z. B. Personen, die älter als 50
Jahre sind oder Personen, die in den vorangegangenen sechs Monaten keiner regulär
bezahlten Beschäftigung nachgegangen sind), sodass die chancengleiche Teilnahme

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
133
gegeben ist. Jedoch ist die Entscheidung zur Bewilligung der Einstellung einer Person
letztlich davon abhängig, ob alle Fördervoraussetzungen erfüllt sind.
Der Anteil geförderter Frauen betrug per 31. Dezember 2010 61 Prozent (1.066 Teil-
nehmereintritte insgesamt, davon 653 Frauen). Frauen sind bei den ESF-
Einstellungszuschüssen damit deutlich stärker vertreten als es ihrem Anteil an sv-
pflichtig Beschäftigten insgesamt entspricht (49,7 Prozent lt. Bundesagentur für Arbeit
2009).
Vorhabensbereich: Existenzgründungsförderung von Arbeitslosen
In den ESF-Richtlinien Berufliche Bildung und Beschäftigungschancen ist festgelegt,
dass Männer und Frauen auf Grundlage des Rechts auf Gleichbehandlung den gleichen
Zugang zu den Maßnahmen und Programmen haben. Alle Vorhaben sind so zu realisie-
ren, dass die chancengleiche Teilhabe von Frauen und Männern zur Umsetzung der
Chancengleichheitsziele des OP gesichert wird. Die Förderung soll insbesondere auch
dazu beitragen, dass Frauen und Männer die gleichen Chancen für existenzsichernde
Arbeit am Arbeitsmarkt erhalten, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbes-
sert wird und geschlechtsstereotype Berufs- und Karrieremuster überwunden werden.
Mit rund 56 Prozent der geförderten Teilnehmer sind Frauen bei der ESF-
Existenzgründungsförderung im Vergleich zum Frauenanteil bei Gründungen insgesamt
(41,4 Prozent lt. KFW Gründungsmonitor 2009) deutlich überrepräsentiert. Der geringe-
re Anteil von Frauen im Gründungsgeschehen insgesamt lässt sich u.a. auf die höhere
Risikoaversion von Frauen zurückführen. Der vergleichsweise hohe Anteil geförderter
Frauen über ESF dürfte im Wesentlichen auf die Zielgruppe (vorrangig Nichtleistungs-
empfänger) zurückzuführen sein. In Ostdeutschland sind rd. zwei Drittel der Nichtleis-
tungsempfänger Frauen (Quelle: Sonderauswertung der Bundesagentur für Arbeit vom
März 2009).

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
134
Vorhabensbereich: Qualifizierungs- und Beschäftigungsprojekte für Benachteiligte
(JBH), Integrationsprojekte für schwerbehinderte Menschen und psychisch Kranke oder
Suchtkranke,
Vorhabensbereich: Kleinvorhaben zum Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit und des sozi-
alen Zusammenhalts,
Vorhabensbereich: Lokales Kapital für soziale Zwecke
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern so-
wie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Her-
kunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer se-
xuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind. Alle
Vorhaben sind hinsichtlich ihrer diesbezüglichen Auswirkungen zu überprüfen, um ge-
schlechterbezogenen Benachteiligungen oder anderen Diskriminierungen entgegen zu
wirken. Auf der programmatischen Ebene wurden zahlreiche Fördergegenstände im-
plementiert, die die Förderung der Chancengleichheit von Männern und Frauen zum Ziel
haben. Auch im Jahr 2010 waren über zwei Drittel der geförderten Teilnehmenden weib-
lich (67 %). Darüber hinaus ist die durchgängige Berücksichtigung des Gleichstellungs-
aspekts als Querschnittsziel im OP 2007 - 2013 verankert. Demnach hat dieses Ziel in
jedem Fördergegenstand der jeweiligen ESF-Richtlinie Beachtung zu finden.
Weitere Anmerkungen siehe Ausführungen zur Analyse der Ergebnisse.
Vorhabensbereich: Weiterbildung ehrenamtlich tätiger oder privater Personen
Es sind keine Tatsachen bekannt, die eine Beeinträchtigung der Chancengleichheit von
Männern und Frauen vermuten lassen. Insofern wurde bisher keine Notwendigkeit ge-
sehen, gezielte Maßnahmen zur Erhöhung der Chancengleichheit zu treffen.
Vorhabensbereich: Förderung der Beschäftigungsfähigkeit
Im Bereich „Förderung der Beschäftigungsfähigkeit“ sind bisher keine Tatsachen be-
kannt, die eine Diskrepanz bei der Chancengleichheit von Männern und Frauen vermu-
ten lassen. 48 Prozent der bislang eingetretenen Teilnehmer waren weiblich, 52 %

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
135
männlich. Der Anteil geförderter Frauen im Bereich Förderung der Beschäftigungsfähig-
keit entspricht damit in etwa dem Frauenanteil an Arbeitslosen insgesamt.
Vorhabensbereich: Maßnahmen zur Alphabetisierung
Bei allen Maßnahmen wird zwingend vorausgesetzt, dass der gleichberechtigte Zugang
von Frauen und Männern gewährleistet ist und bei der inhaltlichen Ausgestaltung den
Unterschieden der Geschlechter ausreichend Rechnung getragen wird.
Vorhabensbereich: Qualifizierung und Eingliederung Strafgefangener
Bei der Konzeption und Durchführung der Qualifizierungsmaßnahmen wird auf eine
chancengleiche Teilnahme von weiblichen Gefangenen geachtet.
Vorhabensbereich: Chancengleichheit: Soziale Eingliederung für Alleinerziehende
Grundlegende Anmerkungen siehe Ausführungen zu Punkt 2.1.6.
Weitere Anmerkungen siehe Ausführungen zur Analyse der Ergebnisse.
C.
Analyse der Verwendung der Fonds gemäß Art. 34 Absatz 2 der Verordnung
(EG) Nr. 1083/2006 verwendet wurde. Für ESF-Programme sind die Angaben
gemäß Art. 10 der Verordnung (EG) 1081/2006 zu liefern.
a)
Durchgängige Berücksichtigung des Gleichstellungsaspekts sowie etwaiger ge-
schlechtsspezifischer Aktionen;
b)
Aktionen zur Förderung der Teilnahme von Migranten am Erwerbsleben und
dadurch zur Förderung ihrer sozialen Eingliederung;
c)
Aktionen zur Förderung der Integration von Minderheiten ins Erwerbsleben und
dadurch Förderung ihrer sozialen Eingliederung;
d)
Aktionen zur Förderung der Integration anderer benachteiligter Gruppen, ein-
schließlich Menschen mit Behinderungen, ins Erwerbsleben und zur Förderung ih-
rer sozialen Eingliederung;

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
136
e)
Innovative Maßnahmen, einschließlich einer Darlegung der Themen und der Er-
gebnisse sowie der Verbreitung und durchgängigen Berücksichtigung;
f)
Transnationale und/oder interregionale Aktionen.
Vorhabensbereich: Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Bei allen Maßnahmen wird zwingend vorausgesetzt, dass der gleichberechtigte Zugang
von Frauen und Männern wie auch von Minderheiten und Menschen mit Migrationshin-
tergrund gewährleistet ist.
Transnationale Maßnahmen spielen in diesem Vorhabensbereich keine Rolle.
Vorhabensbereich: Chancengleichheit: Qualifizierungsmaßnahmen für Arbeitslose
a)
Anmerkungen siehe Ausführungen zur Analyse der Ergebnisse.
b)
c)
Siehe Ausführungen zu Punkt 2.1.6.
d)
e)
In diesem Bereich gab es keine innovativen Maßnahmen.
f)
Derzeit nicht in der Prioritätsachse E aktiv.
Vorhabensbereich: Anpassungsfortbildung für medizinisches Personal; Qualifizierung für
Menschen mit Migrationshintergrund
a)
Weitere Anmerkungen siehe Ausführungen zur Analyse der Ergebnisse.
b) Die Maßnahmen richten sich an Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler sowie
daueraufenthaltsberechtigte Ausländerinnen und Ausländer. In diesem Bereich
wurden 1.868 Migranten erfasst.
c)
Siehe Ausführungen zu Punkt 2.1.6.
d)
e) Im September 2010 wurde eine Studie zur Berufsanerkennung von im Ausland
erworbenen Abschlüssen veröffentlicht. Ziel war es, eine Bestandsaufnahme der
Situation in Sachsen zu erstellen, die Grundlage für die Durchführung künftiger

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
137
Anerkennungsverfahren sein kann. Aus den Ergebnissen sollen Umsetzungsmaß-
nahmen entwickelt werden, zukünftig ausländische Fachkräfte schneller in den
sächsischen Arbeitsmarkt zu integrieren.
f)
Derzeit nicht in der Prioritätsachse E aktiv.
Vorhabensbereich: Gesundheitsziele, Modellvorhaben, Studien
Siehe Ausführungen zur Analyse der Ergebnisse.
Vorhabensbereich: Qualifizierung für Arbeitslose
a)
siehe Ausführungen zur Chancengleichheit
c)
Der Förderbereich Qualifizierung für Arbeitslose zielt auf die Integration von (Lang-
zeit-) Arbeitslosen in den ersten Arbeitsmarkt mittels des Erwerbs aktuell auf dem
Arbeitsmarkt nachgefragter Qualifikationen. Ein Ergebnis der Evaluierung ist eben-
falls die starke positive Wirkung auf die soziale Eingliederung der Teilnehmer.
d) Das Programm „Qualifizierung für Arbeitslose zu einem anerkannten Berufsab-
schluss“ ist in seiner Ausgestaltung hinsichtlich einer verkürzten modularen Qualifi-
zierung zur Vorbereitung auf die Externenprüfung mit der individuellen Unterstüt-
zung durch Stützunterricht sowie sozialpädagogischer Begleitung deutschlandweit
einmalig. Ein Transfer der Ergebnisse in Maßnahmen der Arbeitsverwaltung sowie
Förderprojekte des Bundes wird kontinuierlich angestrebt.
Vorhabensbereich: Qualifizierung für arbeitslose Ältere
a)
siehe Ausführungen zur Chancengleichheit
d)
Die Projekte zur Qualifizierung Älterer unterstützen die Eingliederung von Benach-
teiligten (älteren Arbeitslosen) in das Erwerbsleben.
Vorhabensbereich: Arbeitsmarktförderung (Einstellung von Benachteiligten)
a)
siehe Ausführungen zur Chancengleichheit

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
138
d) Es wurden ausschließlich benachteiligte Zielgruppen entsprechend der EU-
Definition gefördert.
Vorhabensbereich: Existenzgründungsförderung von Arbeitslosen
a)
siehe Ausführungen zur Chancengleichheit
d)
Mit der Förderung wurden ausschließlich Arbeitslose unterstützt. Personen mit be-
sonderen Benachteiligungsmerkmalen (z.B. Migrationshintergrund, Ältere, Lang-
zeitarbeitslose) konnten die Fördermöglichkeiten gleichberechtigt in Anspruch
nehmen.
Vorhabensbereich: Qualifizierungs- und Beschäftigungsprojekte für Benachteiligte
(JBH), Integrationsprojekte für schwerbehinderte Menschen und psychisch Kranke oder
Suchtkranke
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern so-
wie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Her-
kunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer se-
xuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind. Alle
Vorhaben sind hinsichtlich ihrer diesbezüglichen Auswirkungen zu überprüfen, um ge-
schlechterbezogenen Benachteiligungen oder anderen Diskriminierungen entgegen zu
wirken. Auf der programmatischen Ebene wurden zahlreiche Fördergegenstände im-
plementiert, die die Förderung der Chancengleichheit von Männern und Frauen zum Ziel
haben. Auch im Jahr 2010 waren über zwei Drittel der geförderten Teilnehmenden weib-
lich (67 %). Darüber hinaus ist die durchgängige Berücksichtigung des Gleichstellungs-
aspekts als Querschnittsziel im OP 2007-2013 verankert. Demnach hat dieses Ziel in
jedem Fördergegenstand der jeweiligen ESF-Richtlinie Beachtung zu finden.
a)
Anmerkungen siehe Ausführungen zur Analyse der Ergebnisse.
b)
c)
Siehe Ausführungen zu Punkt 2.1.6.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
139
d)
Im Bereich Qualifizierungs- und Beschäftigungsvorhaben für benachteiligte junge
Menschen – Jugendberufshilfe wurden 1.939 Jugendliche ohne Berufsabschluss
gefördert. Im Bereich Integrationsvorhaben für psychisch Kranke oder Suchtkranke
wurden 209 arbeitslose psychisch Kranke und Suchtkranke gefördert.
e)
Zum Erwerb interkultureller Kompetenzen und beruflicher Handlungsfähigkeit star-
tete zum 29. April 2010 das erste transnationale Austauschprojekt im Bereich der
Jugendberufshilfe.
f)
Derzeit nicht in der Prioritätsachse E aktiv.
Vorhabensbereich: Kleinvorhaben zum Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit und des sozi-
alen Zusammenhalts
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern so-
wie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Her-
kunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer se-
xuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind. Alle
Vorhaben sind hinsichtlich ihrer diesbezüglichen Auswirkungen zu überprüfen, um ge-
schlechterbezogenen Benachteiligungen oder anderen Diskriminierungen entgegen zu
wirken. Auf der programmatischen Ebene wurden zahlreiche Fördergegenstände im-
plementiert, die die Förderung der Chancengleichheit von Männern und Frauen zum Ziel
haben. Auch im Jahr 2010 waren über zwei Drittel der geförderten Teilnehmenden weib-
lich (67 %). Darüber hinaus ist die durchgängige Berücksichtigung des Gleichstellungs-
aspekts als Querschnittsziel im OP 2007-2013 verankert. Demnach hat dieses Ziel in
jedem Fördergegenstand der jeweiligen ESF-Richtlinie Beachtung zu finden.
a)
Anmerkungen siehe Ausführungen zur Analyse der Ergebnisse.
b)
c)
Siehe Ausführungen zu Punkt 2.1.6.
d)
Im Förderbereich Kleinvorhaben zum Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit und des
sozialen Zusammenhalts wurden 3.581 Langzeitarbeitslose gefördert.
e)
In diesem Bereich gab es keine innovativen Maßnahmen.
f)
Derzeit nicht in der Prioritätsachse E aktiv.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
140
Vorhabensbereich: Lokales Kapital für soziale Zwecke (LOS)
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern so-
wie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Her-
kunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer se-
xuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind. Alle
Vorhaben sind hinsichtlich ihrer diesbezüglichen Auswirkungen zu überprüfen, um ge-
schlechterbezogenen Benachteiligungen oder anderen Diskriminierungen entgegen zu
wirken. Auf der programmatischen Ebene wurden zahlreiche Fördergegenstände im-
plementiert, die die Förderung der Chancengleichheit von Männern und Frauen zum Ziel
haben. Auch im Jahr 2010 waren über zwei Drittel der geförderten Teilnehmenden weib-
lich (67 %). Darüber hinaus ist die durchgängige Berücksichtigung des Gleichstellungs-
aspekts als Querschnittsziel im OP 2007-2013 verankert. Demnach hat dieses Ziel in
jedem Fördergegenstand der jeweiligen ESF-Richtlinie Beachtung zu finden.
a)
Weitere Anmerkungen siehe Ausführungen zur Analyse der Ergebnisse.
b)
Nach kursorischer Auswertung der sozioökonomischen Daten, beläuft sich der An-
teil der geförderten Teilnehmer in dem Förderbereich Lokales Kapital für soziale
Zwecke auf 2.988 Migranten.
c)
Siehe Ausführungen zu Punkt 2.1.6.
d)
Im Bereich des Lokalen Kapitals für soziale Zwecke wurden 4.815 Jugendliche oh-
ne Schulabschluss, 4.776 Langzeitarbeitslose, 1.959 ältere Arbeitnehmer über 50
Jahre 1.726 Alleinerziehende, 937 Menschen mit Behinderung, Sucht- und psy-
chisch Kranke gefördert.
e)
Im Rahmen des Aufrufes Alltagsbegleitung für Senioren konnten 34 Projekte bewil-
ligt werden.
f)
Derzeit nicht in der Prioritätsachse E aktiv.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
141
Vorhabensbereich: Weiterbildung ehrenamtlich tätiger oder privater Personen
Im Vorhabensbereich werden im ESF bisher keine Aktionen finanziert, die in den Inter-
ventionsbereich des EFRE fallen.
Es sind keine Tatsachen bekannt, die eine Diskrepanz bei der Chancengleichheit von
Männern und Frauen vermuten lassen. Unabhängig vom Geschlecht haben Frauen und
Männern im gleichen Maße Zugang zu alle Fördergegenständen im Vorhabensbereich.
Geschlechtsspezifische Aktionen wurden deshalb bisher nicht durchgeführt.
Gesonderte Aktionen zur Förderung von Frauen, zur Integration von Minderheiten oder
benachteiligten Gruppen werden im Bereich der Weiterbildung von ehrenamtlich tätigen
oder privaten Personen nicht durchgeführt.
Der Bereich der Weiterbildung von ehrenamtlich tätigen oder privaten Personen bietet
grundsätzlich die Möglichkeit für die Umsetzung innovativer Maßnahmen.
Transnationale und / oder interregionale Aktionen werden im Rahmen der Prioritäts-
achse E umgesetzt.
Vorhabensbereich: Förderung der Beschäftigungsfähigkeit
a)
siehe Ausführungen zur Chancengleichheit
d)
Die Förderung richtet sich an Langzeitarbeitslose mit in der Regel mehreren Ver-
mittlungshemmnissen.
e)
Innovative Projekte für Arbeitslose und Benachteiligte können seit der Neuauflage
der ESF-Richtlinie Beschäftigungschancen ab September 2009 gefördert werden.
Im Jahr 2010 wurde das Projekt „Chance auf Arbeit – Sozialwerkstatt“ in Nebel-
schütz (Kreis Kamenz) zur Förderung ausgewählt. Über das Modellprojekt werden
schwervermittelbare Langzeitarbeitlose individuell bedarfsgerecht, nachhaltig und
wirtschaftsnah wieder fit für den Arbeitsmarkt gemacht. Eingesetzt werden können
die Teilnehmer in verschiedenen Berufsfeldern und arbeiten dort an realen Aufträ-
gen für Unternehmen mit. Dabei werden sie qualifiziert und sozialpädagogisch be-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
142
treut. Nach Auslaufen der ESF-Förderung im Jahr 2013 soll das Projekt mit Unter-
stützung des Landkreises durch die erwirtschafteten Erlöse fortgeführt werden.
Vorhabensbereich: Maßnahmen zur Alphabetisierung
Unter dem Aspekt der Integration Benachteiligter werden Projekte zur Alphabetisierung
von funktionalen Analphabeten gefördert. Diese zielen auf die Erhöhung der Beschäfti-
gungsfähigkeit der Teilnehmer, ihrer möglichen Eingliederung in das Erwerbsleben und
ihrer besseren sozialen Integration.
Bei allen Maßnahmen wird zwingend vorausgesetzt, dass der gleichberechtigte Zugang
von Frauen und Männern, wie auch Minderheiten und Menschen mit Migrationshinter-
grund gewährleistet ist und diesem bei der inhaltlichen Ausgestaltung ausreichend
Rechnung getragen wird. Für Menschen mit Migrationshintergrund wurden die Kurse
dahingehend geöffnet, dass sie teilnehmen können, wenn eine Teilnahme an einem
Kurs des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge nicht möglich ist.
Transnationale Maßnahmen spielen in diesem Vorhabensbereich keine Rolle.
Vorhabensbereich: Qualifizierung und Eingliederung Strafgefangener
Die Möglichkeit nach Art. 34 Abs. 2 VO (EG) Nr. 1083/2006 bis zu 10% der Gemein-
schaftsbeteiligung der Prioritätsachse für bestimmte Teile der ESF-Vorhaben zu ver-
wenden, die in den Interventionsbereich des EFRE fallen, wurde nicht in Anspruch ge-
nommen.
Sofern Migranten, Minderheiten und anderer benachteiligter Gruppen zur Zielgruppe der
ESF-Richtlinie Qualifizierung Gefangener gehören, haben sie ebenfalls in Abhängigkeit
von persönlichen Fähigkeiten und der Art der Maßnahme grundsätzlich gleiche Zu-
gangsmöglichkeiten. Konkrete Fallzahlen liegen nicht vor.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
143
Vorhabensbereich: Chancengleichheit: Soziale Eingliederung für Alleinerziehende
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern so-
wie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Her-
kunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer se-
xuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind. Alle
Vorhaben sind hinsichtlich ihrer diesbezüglichen Auswirkungen zu überprüfen, um ge-
schlechterbezogenen Benachteiligungen oder anderen Diskriminierungen entgegen zu
wirken. Auf der programmatischen Ebene wurden zahlreiche Fördergegenstände im-
plementiert, die die Förderung der Chancengleichheit von Männern und Frauen zum Ziel
haben. Auch im Jahr 2010 waren über zwei Drittel der geförderten Teilnehmenden weib-
lich (67 %). Darüber hinaus ist die durchgängige Berücksichtigung des Gleichstellungs-
aspekts als Querschnittsziel im OP 2007-2013 verankert. Demnach hat dieses Ziel in
jedem Fördergegenstand der jeweiligen ESF-Richtlinie Beachtung zu finden.
a)
Anmerkungen siehe Ausführungen zur Analyse der Ergebnisse.
b)
c)
Siehe Ausführungen zu Punkt 2.1.6.
d)
e)
In diesem Bereich gab es keine innovativen Maßnahmen.
f)
Derzeit nicht in der Prioritätsachse E aktiv.
3.3.2 Wesentliche aufgetretene Probleme und getroffene Abhilfemaßnahmen
Es hat keine schwerwiegenden Probleme im Rahmen der Prüfung nach Artikel 62 Abs.
1 Buchst. d) Ziffer i) der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 im Berichtszeitraum gegeben.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
144
3.4 Prioritätsachse E - Transnationale Maßnahmen
3.4.1 Ergebnisse und Fortschrittsanalyse
Materielle und finanzielle Fortschritte der Prioritätsachse E
Tabelle 21: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse E
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)
Indikatoren*
Art
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
Insge-
samt
Indikator 22 –
Ergebnisindikator
Erhöhung der Teilnahme an
transnationaler Qualifizie-
rung
Ergebnis
1.200
1.200
2.400
Zielvorgabe
12.810
Ausgangswert
Indikator 23 –
Outputindikator
Personen, die an trans-
nationalen Maßnahmen
teilnehmen
Ergebnis
0
0
19
3
22
Zielvorgabe
8.400
Ausgangswert
* Angaben lt. OP, eine Aufschlüsselung nach Geschlecht ist nicht vorgesehen
Tabelle 22: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse E
(Status: bewilligt)
Indikatoren*
Art
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
Insge-
samt
Indikator 22 –
Ergebnisindikator
Erhöhung der Teilnahme an
transnationaler Qualifizie-
rung
Ergebnis
Zielvorgabe
12.810
Ausgangswert
Indikator 23 –
Outputindikator
Personen, die an trans-
nationalen Maßnahmen
teilnehmen
Ergebnis
0
708
507
5
1.268
Zielvorgabe
8.400
Ausgangswert
* Angaben lt. OP, eine Aufschlüsselung nach Geschlecht ist nicht vorgesehen

image
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
145
Tabelle 23: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse E
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)

image
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
146
Tabelle 24: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse E
(Status: bewilligt)

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
147
Qualitative Analyse
A.
Analyse der Ergebnisse anhand der finanziellen Angaben (Nummer 2.1.2),
der materiellen Indikatoren (Nummer 3.1.1) und sonstiger relevanter Angaben
Vorhabensbereich: transnationale Bildung
Die Förderung von transnationalen Maßnahmen ist in der ESF-Richtlinie „Berufliche Bil-
dung vorgesehen. Dabei sollen Projekte einschließlich Studien und Konzepte gefördert
werden, die zum Erwerb wirtschaftlicher, fachlicher oder interkultureller Kompetenzen
von Auszubildenden, Arbeitnehmern und Unternehmen beitragen. Eine Nachfrage zur
Unterstützung von transnationalen Vorhaben seitens der Projektträger lag bisher noch
nicht vor. Insbesondere durch die Arbeitsergebnisse der AG Transnationalität wird er-
warten, dass bis zum Ende der Förderperiode wenigstens noch 1, 2 repräsentative Pro-
jekte in diesem Vorhabensbereich durchgeführt werden. Bei einer Informationsveranstal-
tung mit den Wirtschafts- und Sozialpartnern wurden diese Fördermöglichkeiten wieder-
holt beworben.
Vorhabensbereich: Qualifizierung von Lehrern, Auslandspraktika für Berufsfachschüler
Auslandspraktika für Berufsfachschüler
Unter dem Aspekt der Transnationalität werden Projekte gefördert, die mehrmonatige
Auslandspraktika für Berufsfachschüler, die sich in der Ausbildung zum Fremdspra-
chenkorrespondenten, Assistenten für Hotelmanagement oder zum Internationalen Tou-
ristikassistenten befinden, zum Gegenstand haben. Die Praktika können in Mitgliedstaa-
ten der Europäischen Union, in Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz, in der
Russischen Föderation oder einem anderen osteuropäischen Drittland durchgeführt
werden und müssen inhaltlich so ausgestaltet sein, dass sie den Teilnehmern Sicherheit
im Gebrauch der Fremdsprache in Beruf und Alltag und ausreichende Kenntnisse zu
Wirtschaft, Politik und Kultur des Gastlandes vermitteln. Ziel ist die Verbesserung der
sprachlichen und interkulturellen Kompetenzen und damit die Steigerung der Einstel-
lungschancen der Berufsfachschüler auf dem ersten Arbeitsmarkt. Für diese Maßnahme
sind jährliche Gesamtausgaben in Höhe von ca. 1,8 Mio. EUR, davon ESF-Mittel in Hö-
he von ca. 1,4 Mio. Euro, geplant.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
148
Bis zum 31. Juli 2010 wurden Ausgaben im Umfang von 1,9 Mio. EUR erklärt. Die Mittel-
bindung lag zu diesem Zeitpunkt bei ca. 4,0 Mio. EUR Darüber hinaus wurden bis zu
diesem Zeitpunkt 906 Teilnehmereintritte verzeichnet. Die Daten zeigen, dass dieser
Vorhabensbereich trotz geringer werdender Schülerzahlen und einer Erholung des Aus-
bildungsmarktes sehr gut angenommen wird. Die Förderung kann als erfolgreiches In-
strument in Bezug auf Transnationalität bewertet werden. Die Evaluierung dieses Vor-
habensbereiches ergab, dass nahezu alle Teilnehmer wie auch die Lehrkräfte eine Zu-
nahme der sprachlichen und interkulturellen Fähigkeiten feststellten. Ganz überwiegend
wurden eine Zunahme der sprachlichen Sicherheit bzw. so große Fortschritte festge-
stellt, dass sich die Schüler nun ohne Schwierigkeiten in der jeweiligen Sprache ver-
ständigen können.
Sprachkurse für Lehrer
Es werden zudem Vorhaben für etwa 30 sächsische Grund- und Mittelschullehrer geför-
dert, die die Vermittlung von Sprachkenntnissen in Tschechisch oder Polnisch zur Ver-
besserung der interkulturellen Kompetenzen in Bezug auf die beiden Nachbarländer
zum Gegenstand haben. Dadurch sollen die Lehrer in die Lage versetzt werden, in Pol-
nisch- und Tschechisch-Arbeitsgemeinschaften und in gleichartigen Neigungskursen
den Schülern ein sprachliches und interkulturelles Niveau zu vermitteln, das es ihnen
ermöglicht, nach ihrer beruflichen Ausbildung in der Grenzregion beruflich tätig zu wer-
den. Im Jahr 2010 wurden zwei Kurse ausgeschrieben und Dienstleistungsvereinbarun-
gen mit entsprechenden Kursanbietern geschlossen.
Vorhabensbereich: transnationale Ausbildung
Im Vorhabensbereich „transnationale Ausbildung“ wurden per 31. Dezember 2010 ins-
gesamt 52 Projekte mit einem Mittelvolumen in Höhe von 16,7 Mio. EUR bewilligt.
Insgesamt wurden 805 Teilnehmereintritte verzeichnet, davon 771 in den laufenden
Programmen LEP trans 2008 und 2009.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
149
Wie bereits unter B ausgeführt, werden im Förderzeitraum infolge der veränderten Aus-
bildungssituation (Schulabgängerrückgang -weniger Bewerber) keine weiteren zusätzli-
chen betriebsnahen Ausbildungsplätze gefördert werden.
Die materiellen Zielvorgaben (Indikator 23) wurden im OP Änderungsantrag 2010 ent-
sprechend angepasst.
Zum Erwerb interkultureller Kompetenzen während der beruflichen Erstausbildung wer-
den Praktika für Auszubildende in ausländischen Unternehmen gefördert. Flankierend
informiert die ESF-finanzierte Beratungseinrichtung APIK seit November 2009 sachsen-
weit Unternehmen und Auszubildende bei allen Fragen rund um den Auslandsaufenthalt
und unterstützt bei der Planung und Organisation der Praktika.
Nach einer längeren Anlaufphase und durch die Aktivitäten von APIK zeigt sich inzwi-
schen eine leicht positive Tendenz bei der Inanspruchnahme der Förderung. Im Jahr
2010 wurden 34 Auslandsaufenthalte bewilligt. Dies ist eine deutliche Steigerung im
Vergleich zum Stand Ende 2009 mit lediglich acht bewilligten Auslandsaufenthalten.
Dennoch ist die Zahl der realisierten Auslandsaufenthalte immer noch geringer als ur-
sprünglich angenommen. Als Hindernisse für die Entsendung ins Ausland wurden im
vergangenen Jahr häufig die wirtschaftliche Situation der Unternehmen sowie Unent-
behrlichkeit der Auszubildenden/Mitarbeiter angegeben.
B.
Angaben über die Wirkungen der Förderung der Chancengleichheit von
Männern und Frauen (gegebenenfalls)
Vorhabensbereich: transnationale Bildung
Es sind keine Tatsachen bekannt, die eine Beeinträchtigung der Chancengleichheit von
Männern und Frauen vermuten lassen. Insofern wurde bisher keine Notwendigkeit ge-
sehen, gezielte Maßnahmen zur Erhöhung der Chancengleichheit zu treffen.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
150
Vorhabensbereich: Qualifizierung von Lehrern, Auslandspraktika für Berufsfachschüler
Bei allen Maßnahmen wird zwingend vorausgesetzt, dass der gleichberechtigte Zugang
von Frauen und Männern gewährleistet ist und bei der inhaltlichen Ausgestaltung den
Unterschieden der Geschlechter ausreichend Rechnung getragen wird.
Vorhabensbereich: transnationale Ausbildung
Bisher sind keine Tatsachen bekannt, die eine Diskrepanz bei der Chancengleichheit
von Männern und Frauen vermuten lassen. Grundsätzlich stehen alle die Maßnahmen
allen Frauen und Männern gleichermaßen offen.
Vorhabensbereich: Stärkung der Leitungsfähigkeit der Hochschulen
Die durchgängige Berücksichtigung des Gleichstellungsaspekts erfolgt. Ge-
schlechtsspezifische Maßnahmen sind im Rahmen der Richtlinie ESF Hochschule und
Forschung nicht vorgesehen.
C.
Analyse der Verwendung der Fonds gemäß Art. 34 Absatz 2 der Verordnung
(EG) Nr. 1083/2006 verwendet wurde. Für ESF-Programme sind die Angaben
gemäß Art. 10 der Verordnung (EG) 1081/2006 zu liefern.
a)
Durchgängige Berücksichtigung des Gleichstellungsaspekts sowie etwaiger ge-
schlechtsspezifischer Aktionen;
b)
Aktionen zur Förderung der Teilnahme von Migranten am Erwerbsleben und
dadurch zur Förderung ihrer sozialen Eingliederung;
c)
Aktionen zur Förderung der Integration von Minderheiten ins Erwerbsleben und
dadurch Förderung ihrer sozialen Eingliederung;
d)
Aktionen zur Förderung der Integration anderer benachteiligter Gruppen, ein-
schließlich Menschen mit Behinderungen, ins Erwerbsleben und zur Förderung ih-
rer sozialen Eingliederung;
e)
Innovative Maßnahmen, einschließlich einer Darlegung der Themen und der Er-
gebnisse sowie der Verbreitung und durchgängigen Berücksichtigung;

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
151
f)
Transnationale und/oder interregionale Aktionen.
Vorhabensbereich: transnationale Bildung
Im Vorhabensbereich werden im ESF bisher keine Aktionen finanziert, die in den Inter-
ventionsbereich des EFRE fallen.
Es sind keine Tatsachen bekannt, die eine Diskrepanz bei der Chancengleichheit von
Männern und Frauen vermuten lassen. Unabhängig vom Geschlecht haben Frauen und
Männer im gleichen Maße Zugang zu alle Fördergegenständen im Vorhabensbereich.
Geschlechtsspezifische Aktionen wurden deshalb bisher nicht durchgeführt.
Gesonderte Aktionen zur Förderung von Frauen, zur Integration von Minderheiten oder
benachteiligten Gruppen sind im Bereich der transnationalen Bildung nicht geplant.
Innovative Maßnahmen könnten bei Bedarf unterstützt werden.
Vorhabensbereich: Qualifizierung von Lehrern, Auslandspraktika für Berufsfachschüler
Bei allen Maßnahmen wird zwingend vorausgesetzt, dass der gleichberechtigte Zugang
von Frauen und Männern wie auch Minderheiten und Menschen mit Migrationshinter-
grund gewährleistet ist und bei der inhaltlichen Ausgestaltung den Unterschieden der
Geschlechter ausreichend Rechnung getragen wird.
Die Auslandspraktika stellen dabei insgesamt eine transnationale Maßnahme dar, da die
Schüler im Ausland in das dortige Berufsleben integriert werden und so umfassende
sprachliche und interkulturelle Fähigkeiten und Kompetenzen erwerben.
Vorhabensbereich: transnationale Ausbildung
f)
Die Projekte dienen dem Erwerb von interkulturellen Kompetenzen, sprachlichen
Fähigkeiten sowie von Wissen über die Zielländer. Zudem soll der transnationale
Austausch zu Fragen der Berufsbildung unterstützt werden

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
152
Vorhabensbereich: Stärkung der Leitungsfähigkeit der Hochschulen
Der Fördergegenstand trat mit Änderung des Sächsischen Hochschulgesetzes (Sächs-
HSG) zum 1. Januar 2009 in Kraft. Transnationale Studienabschlussstipendien dienen
der Vernetzung von Studierenden an sächsischen Hochschulen aus mittel- und osteuro-
päischen Staaten mit der sächsischen Wissenschaft und Wirtschaft. Studierenden aus
den Staaten Mittel- und Osteuropas sollen durch die Vergabe von Stipendien in Höhe
von 638 EUR p.m., die dem Lebensunterhalt dienen, die Beendigung des fachspezifi-
schen Studiums an sächsischen Hochschulen und das Kennenlernen der sächsischen
Wirtschaft ermöglicht werden. Die Förderung beträgt längstens zwei Jahre. 2010 wurden
10 Stipendien (im Vergleich: 2009/6 Stipendien) an Studenten aus Mittel- und Osteuropa
bewilligt. Aufgrund der mehrjährigen Förderdauer wurde erst ein Vorhaben abgeschlos-
sen. Dem Fördergegenstand ist ein Budget von 2,115 Mio. EUR zugeordnet. Für 2011
werden weitere Anträge erwartet, zumal der Kreis der Herkunftsländer erweitert wurde.
3.4.2 Wesentliche aufgetretene Probleme und getroffene Abhilfemaßnahmen
Es hat keine schwerwiegenden Probleme im Rahmen der Prüfung nach Artikel 62 Abs.
1 Buchst. d) Ziffer i) der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 im Berichtszeitraum gegeben.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
153
4.
ESF-Programme: Kohärenz und Konzentration
Deutschland hat mit der Fortschreibung des Nationalen Reformprogramm (NRP) im Jahr
2010 seinen Beitrag zur Umsetzung der Integrierten Leitlinien für Wachstum und Be-
schäftigung und damit auch der Beschäftigungspolitischen Leitlinien erbracht. Die Hand-
lungsfelder des NRP skizzieren die Bereiche, in denen die Bundesregierung besondere
Aktionen anstrebt. Für den Interventionsbereich des ESF sind das die Felder "Wissens-
gesellschaft und Innovation voranbringen" und "Arbeitsmarkt auf neue Herausforderun-
gen ausrichten - demografischen Veränderungen begegnen".
Der Nationale Strategische Rahmenplan (NSRP) der Mitgliedstaaten orientiert sich an
den Strategischen Leitlinien der Kohäsionspolitik. Das für den Einsatz des ESF relevan-
te Entwicklungsziel des NSRP lautet "Arbeitsmarkt auf neue Herausforderungen aus-
richten - mehr und bessere Arbeitsplätze". Zu diesem Ziel wurden im NSRP thematische
Prioritäten und strategische Ansatzpunkte festgelegt.
Die Förderungen im Rahmen des OP leisten einen Beitrag zu den vom Europäischen
Rat formulierten übergeordneten Zielen der Europäischen Beschäftigungsstrategie so-
wie den Prioritäten und Leitlinien der Kohäsionspolitik. Wieder Vollbeschäftigung zu er-
reichen und die hohe Arbeitslosigkeit mit ihren vielfältigen negativen Auswirkungen auf
die sozialen Sicherungssysteme abzubauen, ist das wichtigste wirtschafts- und arbeits-
marktpolitische Ziel des Freistaates Sachsen wie der Bundesrepublik Deutschland.
Der Rat der Europäischen Union hat empfohlen, dass Deutschland zum einen den ge-
gen die strukturelle Arbeitslosigkeit eingeschlagenen Reformkurs beibehält und zum
anderen dafür sorgt, dass die Sozialschutzsysteme ihrer Rolle als automatische Stabi-
lisatoren gerecht werden können. Zur Bewältigung der negativen Folgen nach der Wirt-
schaftskrise, hinsichtlich Beschäftigung und den sozialem Zusammenhalt sind weiterhin
besondere Anstrengungen nötig, um die Eingliederung benachteiligter Menschen in den
Arbeitsmarkt zu verbessern und einen verbesserten Zugang zu Qualifizierungsmaß-
nahmen zu erreichen. Darüber hinaus soll der ESF in vollem Umfang flexibel und zügig

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
154
eingesetzt werden, um die sozialen Auswirkungen nach der Krise abzuschwächen, in-
dem die schnelle Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt gefördert wird. Der Einsatz
des ESF im Freistaat Sachsen hat im Jahr 2010 den in Artikel 4 Absatz 1 der Verord-
nung (EG) Nr. 1081/2006 aufgeführten beschäftigungspolitischen Zielen der EU Rech-
nung getragen und wird seit Beginn der Wirtschaftskrise flexibel genutzt, um die sozia-
len Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise zu minimieren.
Zur Sicherstellung der Kohärenz zu Bundes- und Landesprogrammen sind die ESF-
Maßnahmen komplementär zur Bundesarbeitspolitik angelegt und beziehen sich vor-
rangig auf qualitative Zielsetzungen, die auf Grund der spezifischen Rahmenbedingun-
gen durch den Bund nicht oder nicht ausreichend berücksichtigt werden.
Vergleichbar den Vorgaben, wie sie für die Erarbeitung der OPs gelten, sind für alle
Förderbereiche auf der Grundlage sozioökonomischer Eckpunkte auf die einzelnen Ein-
satzfelder bezogene Ziele und Instrumente definiert und geeignete Ergebnis- und Wir-
kungsindikatoren festgelegt wurden. Dabei wurde die jeweils gewählte Strategie insbe-
sondere in Hinblick auf die zentralen Prioritäten im Freistaat Sachsen und der Gemein-
schaft geprüft.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
155
5. Technische Hilfe
Die Technische Hilfe steht als Instrument der Verwaltungsbehörde bei der Umsetzung
des ESF zur Verfügung. Finanziert werden hieraus Maßnahmen zur Vorbereitung,
Durchführung, Begleitung (Monitoring), Kontrolle, Bewertung (Evaluierung), Information
und Kommunikation sowie Studien zusammen mit Maßnahmen zum Ausbau der Ver-
waltungskapazitäten.
Die Technische Hilfe dient durch eine personelle und materielle Verstärkung der beteilig-
ten Akteure und durch die Unterstützung des partnerschaftlichen Dialoges der Gewähr-
leistung des effektiven Einsatzes der Strukturfondsmittel des ESF im Freistaat Sachsen.
Bis zum Jahresende 2010 wurden insgesamt 214 Vorhaben beantragt und 117 Vorha-
ben verwendungsnachweisgeprüft.
Im Förderzeitraum 2007 bis 2013 ist nach dem Finanzierungsplan zum Operationellen
Programm eine Gemeinschaftsbeteiligung von insgesamt 34.954.292 EUR für die Tech-
nische Hilfe vorgesehen.
Bis zum 31. Dezember 2010 waren Mittel in Höhe von insgesamt 13,72 Mio. EUR aus
dem Gemeinschaftshaushalt gebunden, davon 9,89 Mio. EUR für Maßnahmen der
Durchführung, Begleitung (Monitoring) und Kontrolle sowie 2,72 Mio. EUR für Maßnah-
men der Information und Kommunikation und 1,11 Mio. EUR für Maßnahmen der Be-
wertung (Evaluierung) sowie für Studien.
Damit waren 39,25 % der gesamten geplanten Gemeinschaftsmittel für die Technische
Hilfe zum 31. Dezember 2010 bewilligt.
Zum Jahresende 2010 beliefen sich die Auszahlungen für die Technische Hilfe aus dem
Gemeinschaftshaushalt auf insgesamt 5,94 Mio. EUR.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
156
6. Information und Öffentlichkeitsarbeit
Im Jahr 2010 wurden umfassende Maßnahmen der Informations- und Öffentlichkeitsar-
beit zu den EU-Strukturfonds ESF und EFRE durchgeführt. Die Verwaltungsbehörden
ESF und EFRE arbeiten bei fondsübergreifenden Publizitätsmaßnahmen eng zusam-
men und setzen den für beide Fonds gemeinsam erstellten Kommunikationsplan um.
Der Arbeitsbereich Publizität in der VB ESF konzipiert zudem ESF-spezifische Maß-
nahmen und koordiniert die Öffentlichkeitsarbeit der ESF-Fondsbewirtschafter.
Kommunikationsstrategie
Leitidee
Die im Kommunikationsplan verankerte Leitidee „Europa bietet Chancen und Perspekti-
ven für Sachsen und für den Einzelnen“ wurde konsequent umgesetzt. Sie wurde bei
allen Publikationen und Aktionen vermittelt. Insbesondere durch den Claim „Europa för-
dert Sachsen“ in den sächsischen ESF- und EFRE-Logos wird der Mehrwert der euro-
päischen Förderung für Sachsen sichtbar.
Ziele und Zielgruppen
Der europäische Gedanke wurde durch verschiedene öffentlichkeitswirksame Aktionen,
durch den bei allen Kommunikationsmaßnahmen eingesetzten Claim „Europa fördert
Sachsen“ und entsprechende Publikationen vermittelt. Damit wurde die Zielgruppe „All-
gemeine Öffentlichkeit“ erreicht.
Die Information der Zielgruppe der potenziellen Begünstigten über die Fördermöglichkei-
ten erfolgte bei Veranstaltungen, durch auf konkrete Förderangebote bezogene Anzei-
gen in sächsischen Printmedien, Radiospots, Pressemitteilungen, die Bereitstellung von
Informationsmaterial und die Bekanntmachung der Adresse des übergreifenden Inter-
netauftritts
www.strukturfonds.sachsen.de.
Diese Adresse wird insbesondere bei Print-
produkten, Werbemitteln und online kommuniziert.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
157
Die Gesamtheit der Maßnahmen ist geeignet das Ziel zu erreichen, größtmögliche
Transparenz über den Zugang zu Fördermöglichkeiten und die Verwendung der EU-
Mittel zu gewährleisten.
Strategie und Instrumente
Beim Gros der Produkte in Print, Online, bei den Tafeln der Best-Practice-Ausstellung
und der Verkehrsmittelwerbung wurden größtenteils real geförderte Personen abgebil-
det. So wird die Wirksamkeit europäischer Förderung nachvollziehbar und sichtbar. Zu-
sätzlich wurden zur Erhöhung des Wiedererkennungswerts der Förderangebote und für
erhöhte Aufmerksamkeit originelle Motive eingesetzt.
Die im Kommunikationsplan verankerte Leitmarke bzw. das einheitliche Erscheinungs-
bild für Publizitätsmaßnahmen wurde konsequent eingehalten. Alle Publikationen folgen
der Prämisse, die Inhalte klar, transparent und verständlich zu formulieren.
Instrumente zielgruppenspezifischer Publizitätsmaßnahmen
Die Fondsbewirtschafter führten mit Unterstützung der VB ESF zahlreiche zielgruppen-
spezifische Publizitätsmaßnahmen zur Bekanntmachung der einzelnen ESF-
Förderprogramme durch. Dies umfasste z.B. die Durchführung und Teilnahme an Ver-
anstaltungen und Workshops, Erstellung und Distribution von Flyern, Broschüren und
Plakaten, die Produktion und Schaltung von Anzeigen, die Erstellung von Pressemittei-
lungen sowie die Verteilung von Werbemitteln.
Zielgruppen der Publizitätsmaßnahmen waren potenzielle Antragsteller, die Begünstig-
ten, Multiplikatoren sowie die an der Umsetzung der Förderung Beteiligten. Dabei han-
delte es sich um Vertreter von Arbeitsverwaltung, Berufsverbänden, Kammern, Hoch-
schulen, Einrichtungen der Jugendhilfe, Unternehmen, Kommunen und Schulen.
Instrumente übergreifender Publizitätsmaßnahmen
Die VB ESF und VB EFRE führten unter Einbeziehung der Fondsbewirtschafter zahlrei-
che Publizitätsmaßnahmen mit fondsübergreifendem Charakter durch. Dazu gehören
neben Medienarbeit die Teilnahme an bzw. Durchführung von Veranstaltungen und öf-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
158
fentlichkeitswirksamen Aktionen, die Herstellung und Distribution von Publikationen und
Werbeartikeln, die Pflege des übergreifenden Internetauftritts sowie Maßnahmen zur
Bekanntmachung der grundsätzlichen Fördermöglichkeiten und der Rolle der Europäi-
schen Gemeinschaft, zum Beispiel mit Hilfe von Kinospots und Verkehrsmittelwerbung.
Im gesamten Berichtszeitraum war die Europaflagge vor dem Dienstgebäude der Ver-
waltungsbehörde ESF gehisst.
Die Publizitätsmaßnahmen fanden kontinuierlich statt und waren über das ganze Jahr
verteilt.
Publizitätsmaßnahmen 2010 im Überblick
Internetpräsentation
Der gemeinsame Internetauftritt
www.strukturfonds.sachsen.de
der Verwaltungsbehör-
den ESF und EFRE bietet allgemeine Informationen zu den Strukturfonds und wird re-
gelmäßig aktualisiert. Er bündelt zahlreiche Informationen zu EU-Themen.
Der Internetauftritt wurde im ersten Quartal 2010 inhaltlich und strukturell überarbeitet,
um die Informationen leichter zugänglich zu machen. Das Ergebnis ist ein übersichtli-
cherer, auf das Wesentliche reduzierter Auftritt. Zum Inhalt der Förderangebote wird
thematisch strukturiert informiert und der Nutzer erhält für eine detaillierte Antragsbera-
tung die Kontaktdaten der bewilligenden Stelle, der Sächsischen Aufbaubank (SAB). Für
Unternehmen und Kommunen wurde jeweils ein eigener Abschnitt mit Informationen zu
den relevanten Förderprogrammen eingerichtet. Alle Ausgaben der Zeitschrift „Struk-
turfonds Aktuell“ und aktuelle Informationsmaterialien wie Flyer und Broschüren werden
hier zum Download angeboten. Das Online-Angebot enthält auch Informationen zu ge-
förderten Projekten und bietet die Möglichkeit, die ESF-/EFRE-Kinospots anzuschauen.
Verzeichnis der Begünstigten
Das Verzeichnis der Begünstigten listet die ESF-geförderten Projekte auf und ist im In-
ternet unter
www.strukturfonds.sachsen.de
zu finden. Das Verzeichnis wird mindestens
einmal jährlich, in der Regel jedoch häufiger, aktualisiert.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
159
Medienarbeit
Zu aktuellen Anlässen, zum Beispiel Richtlinienänderungen, der Vorstellung von För-
derprogrammen, Berichten über erfolgreiche Programme und der ESF-EFRE-
Jahrestagung wurden zahlreiche Medieninformationen herausgegeben. Weiterhin wur-
den Journalisten zu Pressegesprächen und verschiedenen Terminen eingeladen. In der
Regel wurden die Informationen zumindest in verkürzter Form in den sächsischen
Printmedien wiedergegeben. Die Auswertung des wöchentlichen Pressespiegels zur
Berichterstattung über die EU-Förderinstrumente legt nahe, dass die Förderung vor al-
lem lokal und regional eine bedeutende Rolle bei Journalisten und Lesern spielt. Über-
regional griff die Berichterstattung EU-Themen anlassbezogen auf, z.B. bei Besuchen
von Vertretern der EU-Kommission und anlässlich der Diskussion über etwaige EU-
Fördermittel für Sachsen ab 2014.
In Spezialveröffentlichungen sächsischer Tageszeitungen zu den Themen Aus- und
Weiterbildung und Beruf & Karriere wurden redaktionelle Texte zum ESF und den För-
derangeboten platziert. Für den „Sachsenlandkurier“ des sächsischen Städte- und Ge-
meindetags wurde ein umfassender mehrseitiger Artikel zu den EU-Fördermöglichkeiten
für Kommunen verfasst.
Publikationen / Informationsmaterial
Auch im Jahr 2010 wurden vier Ausgaben der Zeitschrift „Strukturfonds Aktuell“ heraus-
gegeben, die mehrmals jährlich erscheint. Je Ausgabe betrug die Auflagenhöhe 15.000
Exemplare. In der Regel wird über die Förderangebote und erfolgreiche ESF- und
EFRE-geförderte Projekte berichtet. Die Verteilung der Zeitung erfolgt über öffentliche
Einrichtungen (Arbeitsverwaltung, Landratsämter, Rathäuser) und verschiedene Anlauf-
stellen für Förderinformationen (Kammern, SAB, Wirtschaftförderung). Außerdem wer-
den die Zeitungen an einen festen Adressatenkreis mit 1.700 Adressen verschickt.
Die VB ESF und die VB EFRE haben gemeinsam die Broschüre „Ihr Unternehmen auf
Erfolgskurs“ neu aufgelegt, die alle für Unternehmen relevanten Förderangebote enthält,
ebenso die Broschüre „Ihre Kommune – gefördert“, die gesammelt die Förderangebote
für Kommunen enthält. Ebenfalls aktualisiert wurde die Broschüre „Europa fördert Sach-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
160
sen“, mit der die breite Öffentlichkeit auf das Wirken der EU-Förderung aufmerksam
gemacht wird.
Zu den konkreten Fördermöglichkeiten des ESF wurde eine Vielzahl von Flyern, Bro-
schüren, Plakaten und weiteren Informationsschriften aufgelegt und z.B. bei Veranstal-
tungen und an Informationsknotenpunkten wie öffentlichen Einrichtungen verteilt. Wei-
terhin informierten einzelne Fondsbewirtschafter die Öffentlichkeit oder Multiplikatoren
mit elektronischen Newslettern. In allen Einrichtungen der SAB wird ESF- und EFRE-
Infomaterial verteilt. Um den Zusammenhang „Europa fördert Sachsen“ deutlich zu ma-
chen, wurde die SAB mit Prospektständern ausgestatten, die entsprechend der Leitmar-
ke gestaltet sind.
Alle produzierten Informationsmaterialien werden beim Zentralen Broschürenversand
der Sächsischen Staatsregierung hinterlegt und können kostenlos bestellt werden.
ESF-EFRE-Sonderzeitung
Im Dezember 2010 an alle Haushalte verteilt wurde eine Sonderzeitung, die auf 12 Sei-
ten gebündelte Informationen zu den ESF- und EFRE-Förderprogrammen enthält und
erfolgreich geförderte Projekte vorstellt. Titel: „Das Sprungbrett für Ihren Erfolg – Europa
fördert Sie und Ihre Ideen.“ Die Sonderzeitung wird auch als pdf-Datei unter
www.strukturfonds.sachsen.de
zum Download angeboten, weitere Exemplare werden
noch im Jahr 2011 auf Veranstaltungen verteilt. Die Rücksendungen zum integrierten
Gewinnspiel (Lösung: „Europäischer Sozialfonds“), bei dem „EU-Pakete“ mit Werbemit-
teln verlost wurden, sind ein Indiz dafür, dass die Sonderzeitung in der Fläche Sachsens
wahrgenommen wurde und auch zahlreiche Leser in ländlichen Regionen erreicht hat.
Etwa 600 sächsische Bürger haben am Gewinnspiel teilgenommen (249 Postkarten,
353 E-Mails). Zudem bezogen sich Anrufer im ESF-Service-Center der Sächsischen
Aufbaubank bei der Frage nach Fördermöglichkeiten auf die Sonderzeitung.
Kinospot-Schaltung
Begleitend zur Verteilung der Sonderzeitung wurden vom 2. bis 22. Dezember 2010 die
bereits im Jahr 2009 produzierten ESF- und EFRE-Kinospots (3 ESF-Spots, 1 EFRE-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
161
Spot) auf allen verfügbaren Leinwänden in Sachsen geschaltet. Ein ESF-Spot hatte das
Thema Ausbildung/ Berufsorientierung für Jugendliche zum Inhalt, der zweite das The-
ma berufliche Weiterbildung und der dritte hatte zum Ziel, den ESF insgesamt in seiner
positiven Wirkung für Sachsen darzustellen. Der EFRE-Spot stellte das Wirken des
EFRE insgesamt dar.
Im Schaltzeitraum von drei Wochen in 38 Orten auf insgesamt 202 Leinwänden wurden
laut ex-post-Analyse 350.000 Kontakte erreicht.
Die Kinospots wurden auch zum Aktionsstand auf der Veranstaltung „Tag der Sachsen“
und im Rahmen einer Wanderausstellung zu geförderten Projekten gezeigt. Bereits im
Jahr 2009 wurde eine Fragebogenaktion zu den Kinospots durchgeführt. Die Auswer-
tung von über 1.000 Fragebogen ergab, dass die Spots eine hohe Akzeptanz bei den
Zuschauern aufwiesen und die Inhalte verstanden wurden.
Radiospots zur Weiterbildungsförderung
Vom 6. bis 17. Dezember 2010 liefen sachsenweit zwei Radiospots, die auf die Förde-
rung von Weiterbildung durch den ESF in Sachsen aufmerksam machten. Im ESF-
Service-Center der Sächsischen Aufbaubank war daraufhin ein spürbar gestiegenes
Informationsbedürfnis von Anrufern zu verzeichnen, die sich für eine Weiterbildungsför-
derung interessieren und durch die Radiospots davon erfahren hatten. Zum im Novem-
ber 2010 neu gestarteten Programm „Weiterbildungsscheck Sachsen“ verzeichnete die
SAB allein innerhalb der ersten drei Monate über 1.000 Anträge. Dies ist mit Sicherheit
auf die Attraktivität des Programms, aber auch auf entsprechende Werbemaßnahmen
wie Radiospots, Sonderzeitung oder Flyer zurückzuführen, mit denen der „Weiterbil-
dungsscheck“ bekannt gemacht wurde.
Anzeigen
In einer im April 2010 erschienenen Verlagsbeilage der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
(F.A.Z.) mit der Schwerpunktregion Sachsen wurden in Form redaktioneller Texte und in
Form von Anzeigen die innovativen Leistungen im Freistaat, die durch die EU-
Unterstützung ermöglicht werden, präsentiert. In Absprache mit den Fondsbewirtschaf-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
162
tern haben sich EFRE und ESF mit einer gemeinsamen Anzeige zum Thema „Innovati-
on in Sachsen durch Europa“ beteiligt. Der Veröffentlichungstermin wurde auf das Ei-
genkapitalforum ausgerichtet, das am 28./29. April 2010 in Dresden stattfand. Damit
wurde ein maximaler bundesweiter Fokus mit der Reichweite der F.A.Z von rund 1 Mio.
Lesern täglich erreicht.
In Zusammenarbeit mit den ESF-Fondsbewirtschaftern wurden über das Jahr verteilt zu
verschiedenen Förderangeboten zahlreiche Anzeigen in Spezialpublikationen wie Hoch-
schulzeitungen, Wirtschaftspublikationen und Schülerzeitschriften geschaltet.
Kampagne zur Bekanntmachung der Fördermöglichkeiten zur Alphabetisierung
Zur Bewerbung der ESF-geförderten Kurse für funktionale Analphabeten und die zur
Vernetzung eingerichtete Koordinierungsstelle Alphabetisierung (koalpha) wurde über
das zweite Halbjahr 2010 verteilt eine integrierte Cross-Media-Kampagne begonnen.
Ziele der Aktion sind, die ESF-Fördermöglichkeit bekannt zu machen, Personen im Um-
feld funktionaler Analphabeten für dieses Thema zu sensibilisieren, und als Anlaufstelle
die zentrale Telefonnummer der Koordinierungsstelle koalpha zu kommunizieren. Be-
standteile waren zunächst eine sachsenweite Plakataktion in Bussen und Bahnen und
die sachsenweite Verteilung von Citycards. Zusätzlich wurden Aufkleber gestaltet, die
auf Veranstaltungen der Koordinierungsstelle koalpha auf Lebensmittelverpackungen
(Buchstabensuppe, Russisch Brot) aufgebracht werden. Die Kampagne wird in 2011 mit
der Nutzung der Werbeflächen auf der Frischmilchpackung des Unternehmens Sach-
senmilch (Auflage 6 Millionen Exemplare, Zeitraum März bis Dezember 2011) fortge-
setzt.
Veranstaltungen
Herausragende fondsübergreifende Veranstaltungen zur Information der breiten Öffent-
lichkeit und potenzieller Begünstigter waren die Aktionen zur Europawoche, zum Tag
der Sachsen 2010 in Oelsnitz/Erzgebirge und zum Tag der Deutschen Einheit in Dres-
den. Bei allen Veranstaltungen werden Informationsmaterialien und Werbemittel verteilt.
Anlässlich der Europawoche im Mai 2010 wurde je eine publikumswirksame eintägige
Aktion in Hoyerswerda, Chemnitz und Torgau durchgeführt. An den Ständen wurden

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
163
Bürger über die Umsetzung der EU-Strukturfonds ESF und EFRE und die damit verbun-
denen Chancen sowohl für den einzelnen Bürger und als auch für den gesamten Frei-
staat informiert.
Auf Sachsens größtem Volksfest, dem Tag der Sachsen, wurde vom 3. bis 5. Septem-
ber 2010 mit einem großflächigen Stand im Zelt der Staatsregierung über die EU-
Förderung informiert. Highlight war eine Fotoaktion, bei der die Besucher virtuell in eu-
ropäische Hauptstädte reisen konnten und abschließend ein Erinnerungsfoto mit dem
Slogan „Europa ist näher als Sie denken“ erhielten. Auf weiterführende Informationen
unter
www.strukturfonds.sachsen.de
und
www.europa.eu
wurde verwiesen. Mit einem
Europa-Quiz wurden Werbemittel verlost, zudem wurden die Kinospots wurden gezeigt.
Eine weitere Attraktion war ein im Layout der sächsischen Strukturfonds-Leitmarke ge-
stalteter Eisstand, an dem blaues „Europaeis“ unter dem Motto „Zum Anbeißen. Die
Förderung von Europa“ an die Besucher verteilt wurde.
Zum Tag der Deutschen Einheit auf dem Bürgerfest im Dresdner Regierungsviertel wur-
den wiederum die Fotoaktion, das Europaquiz und kleinere Aktionen für Kinder (Luftbal-
lons, Stempel, Bastelwürfel) eingesetzt. Bei einer Feedback-Aktion mit Postkarten: „Was
wünschen Sie sich als Aktion zur Europawoche, um über die EU-Fördermöglichkeiten in
Sachsen informiert zu werden?“ wurden die besten drei Ideen mit einem „Europa-Paket“
mit Werbemitteln prämiert.
Intensiviert wurde im Jahr 2010 die Zusammenarbeit mit der Sächsischen Aufbaubank
(SAB) bei Informationsveranstaltungen, Bildungs-, Wirtschafts- und weiteren regionalen
Messen. Genutzt wurde die gemäß der Leitmarke gestaltete Messeausrüstung sowie
das Informations- und Werbematerial. Während Promoter die Besucher direkt anspra-
chen und auf die Fördermöglichkeiten aufmerksam machten, stellte die SAB vor Ort An-
sprechpartner für detaillierte Beratungsgespräche zur Verfügung. So konnten Veranstal-
tungen wie die Bildungsmesse „Karriere Start“ in Dresden, die „Bautzener Unternehmer-
tage“ oder der „Wirtschaftstag Sächsische Schweiz“ optimal genutzt werden.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
164
Seitens der ESF-Fondsbewirtschafter fanden zahlreiche Informationsveranstaltungen,
Messeauftritte, Fachveranstaltungen und Workshops statt, bei denen gezielt über För-
dermöglichkeiten informiert wurde.
Best-Practice-Wanderausstellung
Die von der VB ESF und der VB EFRE gemeinsam konzipierte und umgesetzte Best-
Practice-Ausstellung besteht aus derzeit 52 Tafeln, auf denen anschaulich anhand ge-
förderter Personen und Projekte die Fördermöglichkeiten sichtbar werden. Die Ausstel-
lung wurde im Jahr 2010 um elf neue Tafeln ergänzt, die erstmals zur ESF-EFRE Jah-
restagung 2010 zum Einsatz kamen.
Von August bis Dezember 2010 wurden die Ausstellungstafeln als Wanderausstellung
an insgesamt neun verschiedenen öffentlich zugänglichen Standorten, darunter Rathäu-
ser, Universitäten und Ministerialgebäude, gezeigt. Die Tafeln werden je nach Ort the-
matisch sortiert ausgewählt und um weitere Elemente ergänzt, z.B. um Broschürenstän-
der mit weiterem Informationsmaterial zu den Förderprogrammen, einen stilisierten
„Förderwegweiser“ sowie eine Mediawand mit Monitoren, auf denen die ESF-/EFRE-
Kinospots zu sehen sind. Es ist geplant, die Wanderausstellung in 2011 fortzusetzen.
ESF-EFRE Jahrestagung 2010
An der Jahresveranstaltung des EFRE und des ESF mit dem Titel „RAUM FÜR CHAN-
CEN“ am 25. Oktober 2010 im Deutschen Hygiene-Museum in Dresden nahmen etwa
400 Gäste und Akteure teil. Thema der Konferenz war, wie Sachsen mit europäischen
Mitteln Menschen sozial integriert und Stadtgebiete entwickelt.
20 Projekte wie zum Beispiel die Produktionsschule Moritzburg oder das Medienkultur-
zentrum Dresden nutzten auf einem „Markt der Möglichkeiten“ die Gelegenheit, ihre Ar-
beit vorzustellen. In acht Foren konnten die Gäste in intensiven inhaltlichen Austausch
mit Fachleuten aus Politik, Vereinen, Kommunen und dem Freistaat treten. Auf der Büh-
ne im Großen Saal des Hygiene-Museums wurde ein ganztägiges Bühnenprogramm mit

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
165
Projektvorstellungen, Interviews, Filmen und Musik geboten. Ausstellungen und The-
menwände mit Daten zur Halbzeit der Förderperiode ergänzten das Angebot.
Werbemittel
Im Jahr 2010 wurden Werbemittel auf Messen, bei Veranstaltungen etc. eingesetzt. Die
Werbemittel richteten sich an die breite Öffentlichkeit und potenzielle Begünstigte, wie-
sen auf den Mehrwert der europäischen Förderung hin und bewarben die Adresse
www.strukturfonds.sachsen.de.
Zu den Werbemitteln gehörten Kugelschreiber, A4-
Blöcke, Lineale, Luftballons, Fruchtgummitütchen, Aufkleber, USB-Sticks und verschie-
dene Kalender.
Verkehrsmittelwerbung
Die seit Juli 2009 im sächsischen Strukturfondslayout gestalteten Straßenbahnen und
Busse machten auch im Jahr 2010 auf die Fördermöglichkeiten des ESF und des EFRE
aufmerksam. Je eine europablau gestaltete Straßenbahn fährt in Dresden, Chemnitz
und Leipzig und je zwei europablau gestaltete Busse fahren in den Regionen Dresden,
Chemnitz und Leipzig. In den Straßenbahnen informieren zudem eigens gestaltete Pla-
kate über die Fördermöglichkeiten. Die Bahnen und Busse sind unübersehbar im Stra-
ßenverkehr und sollen die breite Öffentlichkeit ansprechen und gemäß Kommunikati-
onsplan den europäischen Gedanken vermitteln.
Maßnahmen der Bewilligungsstelle Sächsische Aufbaubank (SAB)
Kundencenter: Die Bewilligungsstelle verfügte im Jahr 2010 neben dem Hauptsitz in
Dresden über zwei weitere Kundencenter in Chemnitz und Leipzig sowie darüber hinaus
vier Regionalbüros in Görlitz, Plauen, Annaberg-Buchholz und Torgau.
Internet: Das ESF-Internet-Portal der SAB ist unter
www.esf-in-sachsen.de
erreichbar
und enthält alle Detailinformationen zur Antragstellung.
Veranstaltungen: Die SAB informierte bei Veranstaltungen umfassend zu den Förderan-
geboten. Mit insgesamt 135 Veranstaltungen wurden 7.277 Teilnehmer erreicht. Zudem

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
166
war die SAB auf neun Messen präsent, wobei sie seitens der VB ESF mit Messeausrüs-
tung sowie Informations- und Werbematerial unterstützt wurde.
Beratungen: 5.024 persönliche Beratungsgespräche führte die SAB in allen Kundencen-
tern und Regionalbüros durch.
Telefonische Beratung: Insbesondere im ESF-Callcenter am Standort Dresden, das wo-
chentags in der Zeit von 8:00 bis 18:00 Uhr erreichbar ist, wurden Fragen zur Förderung
beantwortet, Terminvereinbarungen für Beratungsgespräche vorgenommen, Anträge
und Unterlagen verschickt und Gespräche vermittelt. Bei insgesamt 81.918 angenom-
menen Telefonaten wurden 8.987 telefonische Beratungsgespräche geführt.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2010
167
Tabelle 25: Bewertung der Informations- und Publizitätsmaßnahmen
Informations- und Publizitäts-
maßnahme
Bewertungskriterien
Angaben zu den Bewertungskriterien
Internetauftritt
www.strukturfonds.sachsen.de
Internetzugriffe
Aufgrund datenschutzrechtlicher Vorbe-
halte konnten die Zugriffszahlen bis jetzt
nicht ermittelt werden; nach einer daten-
schutzrechtlichen Prüfung und entspre-
chenden Vereinbarungen ist angekün-
digt, dass erste Informationen zu Zu-
griffszahlen zur Jahresmitte 2011 vorlie-
gen.
Medienarbeit, Pressemitteilun-
gen, Presseveranstaltungen
Resonanz in den Medien;
erreichte Leser/ Zuhörer/
Zuschauer
45 Pressemitteilungen mit mehrfacher
Resonanz in regionalen Tageszeitungen,
Rundfunk- und TV-Beiträge
Publikationen/ Werbemittel Auflage; verteilte Exemp-
lare
Auflistung der produzierten und verteil-
ten Werbemittel
Zeitschrift „Strukturfonds Aktuell“
Auflage, Verteilung
Auflage 15.000 Exemplare, umfangrei-
cher Verteiler, zusätzliche Verteilung auf
allen Messen, Veranstaltungen etc.
ESF-EFRE-Sonderzeitung
Auflage, Verteilung, Re-
sonanz
Auflage ca. 1,8 Mio. Exemplare, sach-
senweite Verteilung, erhöhtes Anru-
feraufkommen bei der SAB, zahlreiche
Teilnahmen am Gewinnspiel
Kinospot-Schaltung Reichweite/ Zuschauer-
zahlen, Akzeptanz
Schaltzeitraum 3 Wochen, 38 Orte, 202
Leinwände, 350.000 erreichte Kontakte
Radiospots zur Weiterbildungs-
förderung
Medienreichweite, Bera-
tungsanfragen bei der
SAB
Nettoreichweite der Kampagne ca. 1,15
Mio. Kontakte, was etwa 50 % der be-
rufstätigen Sachsen entspricht; Steige-
rung des Beratungsbedarfs potenzieller
Begünstigter im Schaltzeitraum, erhöhte
Anruferzahlen bei der SAB-ESF-Hotline
Anzeigen
Anzahl der Leserreich-
weite des betreffenden
Mediums
Anzeigenschaltungen in verschiedenen
Tageszeitungen/ Fachzeitschriften
Potenziell erreichte Leser: mehrere Milli-
onen
Kampagne Alphabetisierung
Auflage, Verteilung,
Feedback
City Cards: sachsenweite Verteilung,
Auflage 144.000 Stück, 4 Motive, Zeit-
raum: 6 Wochen; positives Feedback
zahlreich bei Koordinierungsstelle koal-
pha eingegangen
Messeauftritte, Präsentation auf
Veranstaltungen
Besucherzahlen
Beispielhafte Zahlen: 20.000 Besucher
bei der Messe KarriereStart, 350.000
Besucher auf dem „Tag der Sachsen“,
400 Teilnehmer und Akteure bei ESF-
EFRE-Jahrestagung
Verkehrsmittelwerbung
Einwohnerzahl der Regi-
onen, Schaltzeitraum
12monatiger Schaltzeitraum sichert kon-
tinuierliche Wahrnehmbarkeit im Stra-
ßenbild, potenziell 1,2 Millionen Einwoh-
ner in den Regionen Chemnitz, Leipzig,
Dresden können erreicht werden

Jahresbericht zum ESF in Sachsen 2010
_____________________________________________________________________________________________
Anlage 1
______________________________________________
Ziel Vorrangiges Thema
Finanzierungsform
Gebiet Wirtschaftszweig Gebiet Zugewiesene Gemeinschaftsbeteiligung in
Euro
Summe in
Euro
CON 62
01
01
18
DED1
1.955.572,82
CON 62
01
01
06
DED1
1.062.417,62
CON 62
01
01
03
DED1
1.044,00
CON 62
01
01
12
DED3
43.596,17
CON 62
01
01
16
DED3
14.347,55
CON 62
01
01
14
DED2
19.515,64
CON 62
01
05
12
DED1
21.270,00
CON 62
01
05
19
DED2
562,50
CON 62
01
05
03
DED2
25.571,35
CON 62
01
01
08
DED3
18.337,57
CON 62
01
05
18
DED1
143.539,15
CON 62
01
05
18
DED2
203.777,11
CON 62
01
05
22
DED2
234.644,63
CON 62
01
01
22
DED1
1.208.367,31
CON 62
01
01
00
DED2
25.311,13
CON 62
01
01
01
DED3
2.265,01
CON 62
01
01
05
DED1
17.156,31
CON 62
01
01
20
DED1
20.491,88
CON 62
01
01
15
DED2
7.761,78
CON 62
01
05
11
DED3
10.737,04
CON 62
01
05
11
DED1
697,50
CON 62
01
01
22
DED2
2.756.350,62
CON 62
01
05
06
DED2
255.658,77
CON 62
01
01
19
DED2
67.592,86
CON 62
01
01
06
DED2
930.471,99
CON 62
01
05
22
DED3
75.653,77
CON 62
01
05
00
DED2
2.679,91
CON 62
01
05
16
DED1
2.290,96
CON 62
01
01
16
DED2
18.713,77
CON 62
01
05
11
DED2
38.792,52
CON 62
01
01
18
DED3
3.402.576,52
CON 62
01
05
19
DED1
4.545,02
CON 62
01
01
14
DED1
8.418,78
CON 62
01
01
11
DED2
18.527,06
CON 62
01
01
12
DED1
102.653,01
CON 62
01
01
19
DED3
43.481,41
CON 62
01
05
12
DED3
10.110,04
CON 62
01
05
19
DED3
4.500,98
CON 62
01
01
21
DED1
6.203,69
CON 62
01
05
05
DED1
4.935,02
CON 62
01
01
06
DED3
492.162,85
CON 62
01
01
13
DED3
168.193,82
CON 62
01
05
01
DED3
30.650,91
CON 62
01
05
05
DED2
27.612,10
CON 62
01
01
05
DED2
47.201,81
CON 62
01
01
03
DED2
18.611,14
CON 62
01
05
13
DED1
55.062,43
CON 62
01
01
11
DED3
10.974,04
CON 62
01