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1
FBZ Kamenz (06.01.2020 - Schmochtitz)
Gemeinsame Agrarpolitik nach 2020

2 | 07.01.2020 |
Klaus Wallrabe
GAP nach 2020
1.
Welche EU-Mittel kommen bisher in Sachsen an?
2.
Welche neuen EU-Rahmenvorgaben werden gesetzt?
a)
Mittelfristiger Finanzrahmen
b)
Verhandlungsbox Landwirtschaft
c)
Entscheidungskompetenzen
3.
Wie verändern sich die Elemente des Direktzahlungssystems?
a)
Elemente
b)
System
c)
Bedingungen
4.
Worauf einstellen?
1.
Rückblick
2.
KOM-Vorschläge
a. MFR
b. Landwirtschaft
c. Kompetenzen
3.
Umsetzung DE
a. Elemente
b. System
c. Bedingungen
4.
Ausblick

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3 | 07.01.2020 |
Klaus Wallrabe
Entwicklung der EU-Agrarausgaben
Quelle:
Europäische Kommission
SN 243 Mio. €
DE Umsetzungsmodell
4,5% Umschichtung
7,3% Umverteilung
Einheitsprämie 2019
1. Rückblick
2.
KOM-Vorschläge
a. MFR
b. Landwirtschaft
c. Kompetenzen
3.
Umsetzung DE
a. Elemente
b. System
c. Bedingungen
4.
Ausblick

4 | 07.01.2020 |
Klaus Wallrabe
Relevante Rechtstexte für Landwirtschaft
Mehrjähriger Finanzrahmen
MFR
2021-2027
Strategieplan
Verordnung
SP-VO
RAG Horizontale Agrarfragen
Horizontale
Verordnung
H-VO
RAG Agrarfinanzielle Fragen
Änderung
GMO
VO 1308-2013
RAG Agrarerzeugnisse
Sonderausschuss Landwirtschaft
(SAL)
/ EU-Agrarrat
Ratsarbeitsgruppen
(RAG)
/ Ausschuss d. Ständigen Vertreter
(AStV)
/ Allgemeiner Rat
1.
Rückblick
2. KOM-Vorschläge
a. MFR
b. Landwirtschaft
c. Kompetenzen
3.
Umsetzung DE
a. Elemente
b. System
c. Bedingungen
4.
Ausblick

5 | 07.01.2020 |
Klaus Wallrabe
Gemeinsame
Agrarpolitik und
Fischerei
Wirtschaftlicher,
sozialer und
territorialer
Zusammenhalt
Neue und neu
gewichtete
Prioritäten
Verwaltung
0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
1988-1992
1993-1999
1995-1999*
2000-2006
2007-2013
2014-2020
2021-2027
Quelle:
Europäische Kommission (*Bereinigt um Erweiterung 1995)
Mehrjähriger Finanzrahmen - EU-Politikbereiche
Kontext
Defizit ca. 15-16%
12 Mrd. € Brexit-Lücke
10 Mrd. € neue Prioritäten
(u. a. Migration, Sicherheit,
Verteidigung, Klimaschutz,
sozialer Zusammenhalt)
KOM Vorschlag
50% über
Einsparung
50% über
BNE Erhöhung
Auslaufen Korrekturen und
Rabatte
(innerhalb 5 Jahren)
neue Eigenmittel
(Emissionshandel, Kunststoff-
verpackungs- und Kerosinsteuer)
GAP Anteil
am EU Haushalt sinkt
2014-2020
2021-2027
Anteil GAP
37.6%
34,7% in 2020
28.5%
26,9% in 2027
Anteil des BNE
EU-28
1,03%
EU-27
1,16%
EU-27
1,114%
Quelle:
Europäische Kommission
-9,1%
1.
Rückblick
2. KOM-Vorschläge
a. MFR
b. Landwirtschaft
c. Kompetenzen
3.
Umsetzung DE
a. Elemente
b. System
c. Bedingungen
4.
Ausblick

6 | 07.01.2020 |
Klaus Wallrabe
Legt u. a. fest :
Budget
GAP
Aufteilung
der Mittel in EU
Flexibilität
zwischen Säulen
Konvergenz
(Annäherung) der
Direktzahlungen
Kürzung
der Direktzahlungen
Kofinanzierungssätze
ELER
Agrarreserve
Aufhebung von
Mittelbindungen
DEU
Absolut
2021-2027
Veränderung zu
2014-2020
Mio. €
jeweilige Preise
Δ%
Direktzahlung
33.761,8
-3,9
Ländliche
Entwicklung
6.929,5
-15,3
Märkte
296,5
2,9
GAP
40.987,8
-6
MFR Verhandlungsbox - Landwirtschaft
Quelle: eigene Darstellung (Basis: KOM Vorschlag)
1.
Rückblick
2. KOM-Vorschläge
a. MFR
b. Landwirtschaft
c. Kompetenzen
3.
Umsetzung DE
a. Elemente
b. System
c. Bedingungen
4.
Ausblick

7 | 07.01.2020 |
Klaus Wallrabe
Öff. Ausgaben
EPLR 2014-2020
DZ 2018
Summe /Jahr
Basis
SN
162.714.286 €
241.223.478 €
403.937.764 €
proportionale
Kürzungen
relativ
15,3%
3,9%
8,5%
absolut
24.895.286 €
9.407.716 €
34.303.001 €
Bezugsgröße
Fläche
SN
LF SN
ha
1.844.996
900.868
€/ha
13
10
„Milchmädchenrechnung“
1. Theoretisch minimaler Kürzungsbetrag infolge MFR Kürzung!
2. Tatsächlicher Kürzungsbetrag ist wesentlich höher!
WARUM???

8 | 07.01.2020 |
Klaus Wallrabe
Entscheidungskompetenzen
Land
Umsetzung
BUND
Strategieplan
Umschichtung
EU
Mittelfristiger
Finanzrahmen
Strategieplan-
VO
Horizontale VO
Änderung GMO
1. Säule
Umschichtung
DZ-Modell:
- Gekoppelt
- Entkoppelt EkSt
Konditionalität
Definitionen
Neues
Verteilungsmodell
Operationelle
Programme
* Obst, Bienenzucht
2. Säule
Mittelverteilung
NOG ELER – BL
Interventionen
Bundeseinheitliche
Maßnahmen
Regionalspezifische
Maßnahmen
Kontext
Zusammenführung EGFL
/ELER (
eigenständiger EPLR
Sachsen entfällt!
)
nur noch
ein deutscher
Strategieplan
Orientierung auf
EU-Ziele
Kompetenzverlagerung
Bund
Land
1.
Rückblick
2. KOM-Vorschläge
a. MFR
b. Landwirtschaft
c. Kompetenzen
3.
Umsetzung DE
a. Elemente
b. System
c. Bedingungen
4.
Ausblick

9 | 07.01.2020 |
Klaus Wallrabe
Entkoppelte Direktzahlungen im Vergleich
2019/20
I. Umschichtung
ab 2022
100%
DE Plafond EGFL DZ
100%
4,5 / 6 %
1. zu 2. Säule; Junglandwirte
max. 32%
keine
gekoppelte Direktzahlungen; Eiweißpflanzen
max. 12%
100%
II. DE Verteilungsmodell
?
Basisprämie
BP
61,7%
EST-B
Einkommensgrundstützung
für Nachhaltigkeit
?
Umverteilungs-
prämie
UvP
7,3%
eEST-U
ergänzende
Umverteilungs-
einkommensstützung
für Nachhaltigkeit
?
Junglandwirte-
prämie
JuP
1%
eEST-J
ergänzende Einkommens-
stützung für
Junglandwirte
min. 2%
ÖR
Regelungen für Klima und
Umwelt
(Öko-Regelung)
?
Greeningprämie
GP
30%
Erläuterung:
unterliegen der Kürzung Art. 15 (Degression, Kappung)
Übergangsjahr 2021
1.
Rückblick
2.
KOM-Vorschläge
a. MFR
b. Landwirtschaft
c. Kompetenzen
3. Umsetzung DE
a. Elemente
b. System
c. Bedingungen
4.
Ausblick

10 | 07.01.2020 |
Klaus Wallrabe
Alle Einkommensstützungen
Kürzungssätze
60-75 T€
25%
>75-90 T€
50%
> 90-100 T€
75%
> 100 T€
100%
mit landwirtschaftlicher Tätigkeit
verbundenen Löhne und Gehälter
(inklusive regulär, unbezahlter Arbeit für
Betriebsleiter, Angehörige)
i. S. des „echten Landwirts“
Mittelverwendung: eEST-U, sonstige
eEST
vollständige Mittelübertragung 2. Säule
mgl. (gemäß Art. 90)
del. Rechtsakt (Berechnung Kürzung)
Kappung ex-ante Kalkulation MS
Berücksichtigung Betriebsleiter – wie?
Umfang der Arbeitsleistung (Erklärung des
Betriebsleiters)
X
durchschnittliche Lohnansätze (amtl.
Statistiken)
Plausibilität (kalkulatorischer Aufwand je
Produktionsverfahren)
Art. 15 Kürzung von Zahlungen
- Degression und Kappung -
Nicht berücksichtigungsfähig
:
Lohnunternehmerleistungen
(=ausgelagerte Vertragsleistung)
Tätigkeiten außerhalb Anhang I

11 | 07.01.2020 |
Klaus Wallrabe
„anteilige“ Stützung
Einkommensstützung
Kürzung Art. 15
(*prioritär)
17% ELER
83% EGLF
15+15+2% Umschichtung
z.Z. 2019: 4,5%; 2020: 6%
Schlüssel ELER
= Umverteilung
zwischen BL
entkoppelte DZ =100
EST-B
eEST-U**
eEST-J
min. 2%
ÖR
gekoppelte DZ
bis max. 10% der NOG DZ
61,7%
7,3%
1%
30%
0%
„indirekter“ Schlüssel EGFL
= Umverteilung zwischen BL
= direkte Mittel für Unternehmen
65 UK-BV*
66 AZL
67 AgV
68 INV
69 ExG
70 RisikM
71 ZuA
72 WTI
Degressionseffekte ab 60 T€
Kappung ab 100 T€
AK-Freibetrag
**verbundene Unternehmen
„echter“ Betriebsinhaber
max. 4% TH
ohne
Kofinanz.
= Mittel für
Bundesland
Kleinerzeugerpauschale
1.250 €
100% GAP D
= indirekte Mittel für Unternehmen
„Kommunizierende Röhren“
1.
Rückblick
2.
KOM-Vorschläge
a. MFR
b. Landwirtschaft
c. Kompetenzen
3. Umsetzung DE
a. Elemente
b. System

12 | 07.01.2020 |
Klaus Wallrabe
Was wäre wenn?
2019 D
2018 SN
Umschichtung
4,5%
4,5 %
gekoppelte Zahllungen
-
-
Plafond DZ entkoppelt
95,5%
901.048 ZA
€/ha
€/ha
Basisprämie
BP
175,97
175,30
Greeningprämie
GP
86,07
84,57
Umverteilungs-
prämie
UvP_30
UvP_16
51,08
30,64
8,66
Junglandwirte-
prämie
JuP_90
44,27
1,36
Kleinerzeuger
KEZ
1.250
0,88
270,76
ab 2022 D
Umschichtung
32%
gekoppelte Zahllungen
4%
Plafond DZ entkoppelt
66%
=100%
€/ha
Einkommens-
grundstützung
EST-B
61,7
114,33
Öko Regelung
ÖR
29
53,74
Umverteilung
eEST-U
7,3
13,52
Junglandwirte
eEST-J
2
3,71
Kleinerzeuger
KEZ
konstant
konstant
kürzungsrelevant
185,29
SN
DZ 2018
BP
157.950.827,66
GP
76.198.665,71
UvP
7.803.163,43
JuP
1.226.142,68
KEZ
790.647,05
Summe
243.969.446,53
Relation für SN:
gezahlte entkoppelte
Direktzahlungen 2018

13 | 07.01.2020 |
Klaus Wallrabe
Cross Compliance
I+II
7 GLÖZ
13 GAB
Greening I
a. Anbaudiversifizierung
b. Dauergrünland
c. Ökolog. Vorrangflächen
AUKM II
BL_A
erweiterte Konditionaltät
für Säule I + II
(
EU weite Basisanforderungen
)
10 GLÖZ = MS Ausgestaltung
16 GAB = EU einheitlich
Option B
UKBV
Öko-Regelung
„AUKM-Modell“
Anforderungsniveau
Option A
verpflichtend
freiwillig
GAP 2014-2020
GAP 2021-2027
Vergleich der Konditionalitäten
Option MS = über allg. Basisniveau hinausgehende Maßnahmen
I. Säule
I. Säule
II. Säule
+ÖR
2. Säule
+
?
AUKM II
BL_B
UKBV
Öko-Regelung
„Greening Modell“
UKBV
= Umwelt, Klima- und andere Bewirtschaftungsverpflichtungen
Für Landwirt …
„Grüne Architektur“
1.
Rückblick
2.
KOM-Vorschläge
a. MFR
b. Landwirtschaft
c. Kompetenzen
3.
Umsetzung DE
a. Elemente
b. System
c. Bedingungen
4.
Ausblick

14 | 07.01.2020 |
Klaus Wallrabe
ÖR-Modelle in Diskussion
Greening-Modell
Öko-Punkte Modell
AUKM-Modell
Prinzip
bundeseinheitliche Maß-
nahmenpaket (ja/nein-
Entscheidung für Landwirt)
mit Punkten bewertete
Einzelmaßnahmen (frei
wähl- und kombinierbar)
exakt definierte Auflagen je
Maßnahme
regionale Differenzierung
möglich
möglich
möglich
Anreizkomponente
möglich
möglich
nur Kosten- und
Einkommensausgleich
Ausgleich
Pauschale für alle
Betriebsflächen
je Punkt bestimmten
Zahlbetrag
nur für Flächen mit
Auflagen
Wichtig:
1. Säule Maßnahmen (an förderfähige Fläche gebundene Direktzahlungen)
klare inhaltliche Abgrenzung zu Konditionalitäten notwendig!
fakultative jährliche Beantragung (Stichtag: 15.05.)
einjährige Umsetzung und Kontrollierbarkeit (vollständiger Mittelabfluss)!
Vorteile
geringerer
Verwaltungsaufwand
höhere Treffsicherheit (Umweltziel)
Rechtsanspruch auf Zahlungen (ohne Auswahlverfahren i. S. der 2. Säule)
jährlich neue Entscheidungsmöglichkeit („probieren“ = hohe Flexibilität)
Nachteile
Über- oder Unterzeichnung im Vgl. zum geplanten Ansatz (Kürzung / Mittelrückfluss EU)
Jährlichkeit!

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15 | 07.01.2020 |
Klaus Wallrabe
1.
Rückblick
2.
KOM-Vorschläge
a. MFR
b. Landwirtschaft
c. Kompetenzen
3.
Umsetzung DE
a. Elemente
b. System
c. Bedingungen
4. Ausblick

16 | 07.01.2020 |
Klaus Wallrabe
Konsequenzen
1.
Einkommensstützungen werden sinken
(größere Betriebe insbesondere infolge Kappung
stärker betroffen).
2.
Ausmaß hängt von Ausgestaltung
des deutschen Umsetzungsmodells
ab
! Politik ist
gefordert, möglichst
zeitnah Grundsatzentscheidungen für „Stellschrauben“
des
deutschen Modells zu treffen.
1. Säule:
größere Umverteilungseffekte
innerhalb Deutschlands
erwartet
Verzicht auf Zahlungsansprüche
möglich
2. Säule: Status quo schwer zu halten! (
Priorisierung notwendig
)
3.
Umweltdienstleistungen
können
alternatives Einkommen
generieren, federn
Stützungsverluste jedoch nur marginal ab.
4.
Anforderungen
an Produktionsverfahren
steigen weiter
höhere „Umwelteffizienz“; stärkere Verknüpfung mit Umwelt- u. Klimazielen
faire Kompromisse zwischen Ökologie und Ökonomie (Anpassungskosten)
5.
Herausforderung
für
verwaltungstechnische Umsetzung
(neue Wege suchen)
!
Übergangsverordnung (KOM Vorschlag: 1 Jahr = 2021)
=
Landwirtschaftliche Unternehmen
bereits jetzt
Anpassungsstrategien
entwickeln!!!

17 | 07.01.2020 |
Klaus Wallrabe
DANKESCHÖN
für Ihre
Aufmerksamkeit!