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Archäologie in Sachsen - Das Landesamt
Die Archäologie (griechisch, archaios – „alt“ und logos – „Lehre“;
also Altertumskunde) beschäftigt sich, im Gegensatz zu den Ge-
schichtswissenschaften, mit den materiellen Hinterlassenschaf-
ten vergangener Kulturen.
In Deutschland gehört die Archäologie zu den Aufgaben der
Bundesländer. „Das Landesamt für Archäologie ist Fachbehörde
und anerkannte Forschungseinrichtung für alle Fragen des ar-
chäologischen Denkmalschutzes und der Bodendenkmalpflege,
insbesondere für unbewegliche und bewegliche archäologische
Sachzeugen und deren Sammlungen. [1]“
Bestandteil des Landesamtes für Archäologie Sachsen ist das
ehemalige „Landesmuseum für Vorgeschichte Dresden“, das,
vordem im Japanischen Palais in Dresden beheimatet, im Mai
2014 als „Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz“ im
ehemaligen Kaufhaus Schocken in Chemnitz neueröffnet wurde.
In ihm werden die Entwicklungsgeschichte der Menschen und
der Landschaft über einen Zeitraum von zirka 280 000 Jahren in
Mitteldeutschland und darüber hinaus aufgezeigt.
Als Behörde mit landesweiter Zuständigkeit ist das Landes-
amt für Bewahrung, Schutz, Pflege, Archivierung und Rettung
archäologischer Kulturdenkmäler und –güter unserer Heimat
zuständig. Fundstücke müssen registriert und gegebenenfalls
in den eigens vorhandenen Werkstätten restauriert werden.
Eindeutig beschriftet werden sie dann im Archäologischen
Archiv Sachsen mit seinen nahezu 19 Millionen Fundobjekten
aufbewahrt. Funde, Befunde und Grabungsaktivitäten müssen
in einem Dokumentations- und Informationssystem erfasst
werden, Akten- und Bildarchive gepflegt und sukzessive digitali-
siert werden. Eine stetig wachsende und öffentlich zugängliche
Fachbibliothek mit annähernd 100.000 Werken ist ebenfalls Teil
des Landesamtes. Neben der Verwaltungstätigkeit gehört aber
auch die Forschung zu den Aufgaben dieser Landesbehörde. Zu
den zirka 100 regulären Ausgrabungen im Jahr kommen zahlrei-
che weitere Forschungsvorhaben. Oft werden diese in Zusam-
menarbeit mit anderen Forschungseinrichtungen und auch in
grenzüberschreitender Kooperation durchgeführt.

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Die Landesarchäologie ist aber kein Selbstzweck und geschieht
auch nicht still und heimlich, sie steht im Dienste der Öffent-
lichkeit. Bewegliche archäologische Sachzeugen werden im
Rahmen von Ausstellungen präsentiert. Grabungs- und For-
schungsergebnisse werden der Öffentlichkeit durch Publika-
tionen, Vorträge und Veranstaltungen zugänglich gemacht, in
einem Internetauftritt informiert das Landesamt für Archäologie
Sachsen über seine Aktivitäten. Portal e. V. unterstützt mit dem
Projekt „Archäologie für den Bürger“ dessen Öffentlichkeitsar-
beit.
Über tausende von Jahren haben die Menschen nichts aufge-
schrieben, sie haben jedoch Spuren hinterlassen. Diese Spu-
ren, in Form von Bodenfunden und Bodendenkmälern, werden
wissenschaftlich ausgewertet, um Fragen nach dem Wirt-
schafts- und Siedlungswesen, nach Gesellschaftsstrukturen,
künstlerischen Entwicklungen und vielem mehr zu beantworten.
Die Archäologie, so wie sie heute verstanden wird, ist zu einer
Methode geworden, den Mensch und seine Umwelt zu verste-
hen.
Das archäologische Landesamt übernimmt diese Aufgabe in
und für Sachsen.
[1] Aus: Verwaltungsvorschrift des Sächsischen Staatsministeriums für Wis-
senschaft und Kunst für das Landesamt für Archäologie (Statut des Landesam-
tes für Archäologie) vom 21. September 2012.