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4. Strategisches Ziel:
Digitale Innovationskraft stärken

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Digitale Innovationskraft stärken
4. Strategisches Ziel: Digitale Innovationskraft stärken
Im globalen Wettbewerb der Standorte und Unternehmen
zählen Innovationen zu den wichtigsten Voraussetzungen
für Wachstum, Beschäftigung und sozialen Zusammenhalt.
Die Innovationskraft eines regionalen Wirtschaftssystems
zeigt sich daran, wie schnell und wie effizient es gelingt,
neues Wissen zu generieren und in erfolgreiche Produk-
te, Verfahren und Dienstleistungen zu überführen. In ei-
nem Industrieland wie Sachsen gilt dies umso mehr für
Innovationen im Zusammenhang mit der Digitalisierung.
Die Innovationen umfassen die Entwicklung von digita-
len Technologien, darauf basierenden neuen Produkten,
Dienstleistungen und Geschäftsmodellen sowie die Ver-
änderung oder sogar die Revolutionierung von bisherigen
Wertschöpfungsketten und Arbeitsprozessen. Im wirt-
schaftlichen Kernbereich der Digitalisierung, der Infor-
mations- und Kommunikationstechnologie (IKT)-Branche,
werden einerseits digitale Innovationen entwickelt und
andererseits die Voraussetzungen für die Nutzung digitaler
Innovationen in allen Wirtschaftsbereichen geschaffen.
Durch seine zukunftsorientierte Technologie- und Innova-
tionspolitik setzt sich der Freistaat Sachsen dafür ein, dass
Unternehmen aller Branchen die besten Voraussetzungen
vorfinden. Das innovationsfreudige Klima in Sachsen soll
weiter ausgebaut werden und vor allem Wegbereiter für
Unternehmen sein, die digitale Innovationen vorantrei-
ben. Mit der IKT-Branche, aber auch im Maschinen- und
Anlagenbau verfügt Sachsen hierfür über entscheidende
Zukunftstechnologien beziehungsweise Kompetenzen.
Gerade diese Branchen stehen jedoch stark unter interna-
tionalem Wettbewerbsdruck. Die Begleitung von Dialog-
prozessen und die Unterstützung bestehender Strukturen
durch den Freistaat Sachsen wird dazu beitragen, die vor
Ort existierenden beachtlichen Stärken weiter auszubauen.
Ziel der Staatsregierung ist es, dass alle Bereiche der säch-
sischen Wirtschaft für den Prozess der Digitalisierung sen-
sibilisiert werden und die Unternehmen – dort wo notwen-
dig – beim Anpassungsprozess ausreichend Unterstützung
erhalten. Letzteres gilt insbesondere für die Entwicklung
neuer Geschäftsmodelle. Deren Einführung und Anwen-
dung wird durch den Freistaat Sachsen mit allen Maßnah-
men der Innovations-, Technologie- und Gründungsför-
derung vorangebracht. Dabei stehen vor allem kleine und
mittlere Unternehmen (KMU) sowie Ausgründungen aus
Hochschulen im Fokus. Unterstützung benötigen dabei alle
Branchen.
Digitale Innovationskraft ist von den Ergebnissen erfolg-
reicher Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten abhän-
gig. Sachsen besitzt eine exzellente Forschungslandschaft
auf Seiten der Hochschulen und außeruniversitären For-
schungseinrichtungen. Außerdem verfügt der sächsische
Mittelstand über überdurchschnittlich innovative KMU
und eine ausgeprägte Kooperationsneigung. Letztere
kommt etwa in der besonders erfolgreichen Partizipation
sächsischer Akteure an forschungs- sowie technologiepo-
litischen Programmen und Wettbewerben des Bundes
zum Ausdruck. Bei der wirtschaftlichen Verwertung von
Forschungsergebnissen besteht allerdings – wie überall in
Deutschland – noch Potenzial. Durch einen gezielten und
bedarfsgerechten Ausbau der Forschungsinfrastruktur
wird der Freistaat Sachsen die Wettbewerbsfähigkeit der
sächsischen Einrichtungen und ihre Kooperationsfähigkeit
mit der Industrie auf hohem Niveau erhalten und ausbauen.

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Schwerpunktbetrachtung: Ausgewählte Akteure
aus dem Bereich digitaler Innovationen
Smart Systems Hub Dresden und Smart Infra-
structure Hub Leipzig als Kristallisationspunkte
der Digitalisierung in Sachsen
Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Chemnitz als
Unterstützer mittelständischer Unternehmen bei
der Erschließung der technologischen und wirt-
schaftlichen Potenziale der Digitalisierung
Kompetenzzentrum Digitales Handwerk Dresden
als Begleiter von Handwerksbetrieben bei der Er-
weiterung ihrer Dienstleistungen und der Entwick-
lung neuer Service-Ideen
futureSAX als Innovationsplattform des Freistaa-
tes Sachsen zur branchenübergreifenden Ver-
netzung von Innovatoren aus Wissenschaft und
Wirtschaft
Operative Ziele
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Neben „Sachsen Digital“ tragen die folgenden strategischen Ansätze der Sächsischen Staatsregierung zur Erreichung der operativen Ziele bei:
- Innovationsstrategie des Freistaates Sachsen
- Industriepolitische Gesamtstrategie „Industrie der Zukunft“ für den Freistaat Sachsen
- Außenwirtschaftsstrategie des Freistaates Sachsen
- Strategie der Sächsischen Staatsregierung für den ländlichen Raum „Vielfalt leben – Zukunft sichern“
- Zukunftsinitiative simul
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de:hubs in Dresden und Leipzig weiter ausbauen
Aufbau eines gesamt-sächsischen IT- und Soft-
wareclusters unterstützen
Venture Capital-Landschaft stärken und Business
Angels für mehr Aktivitäten in Sachsen gewinnen
Sachsen bis 2025 zu einem führenden deutschen
Forschungs- und Innovationsstandort für Künst-
liche Intelligenz entwickeln
Die Entwicklung Sachsens zu einem Leuchtturm
für die Blockchain-Technologie in Deutschland bis
2029 unterstützen
Sachsen zum Vorreiter für automatisiertes Fahren
in Ballungsräumen und zum Leitmarkt für ver-
netzte Mobilität entwickeln
Aufwendungen für Forschung und Entwicklung in
Sachsen bis 2020 auf drei Prozent des Brutto-
inlandsproduktes steigern

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4.1. Handlungsfeld: Hard- und Software
Im digitalen Zeitalter hängt der wirtschaftliche Erfolg von
Regionen in zunehmendem Maße vom Vorhandensein ei-
nes leistungsfähigen Hard- und Software-Sektors ab. Nur
durch die Nutzung moderner Hard- und Software-Lösun-
gen kann es den Anwenderbranchen vor Ort gelingen, den
Anschluss an die globalen Megatrends zu behalten und
diese mitzugestalten. Sachsen bietet dafür ausgezeich-
nete Voraussetzungen. Der Freistaat ist der bedeutendste
Mikroelektronik-Produktionsstandort Europas und Heimat
einer aufstrebenden IT- und Softwarebranche. Diese trägt
wesentlich zur Wertschöpfung im Freistaat bei. Eine wich-
tige sachsenspezifische Grundlage für den Erfolg der Bran-
che ist die ausgezeichnete Arbeit der sächsischen Schulen
und Hochschulen, die für hochqualifizierten Nachwuchs
für die Unternehmen hierzulande sorgen. Qualitativ und
quantitativ bewegt sich die Ausbildung von Fachkräften
für die IKT-Branche in Sachsen auf anerkannt exzellentem
Niveau und wird auch weiterhin zum Wachstum beitragen.
Zur Lösung globaler Herausforderungen und bei wichtigen
Zukunftsthemen wie Industrie 4.0, Künstliche Intelligenz
oder Distributed Ledger-Technologie ist Software das kriti-
sche Innovationselement. Noch wichtiger für die Gesamt-
wirtschaft ist die Wirkung, die sich aus dem Querschnitts-
charakter der Schlüsseltechnologien Mikroelektronik und
Software ergibt. Um die sächsischen Stärken weiter aus-
zubauen und die bislang noch existierenden strukturellen
Nachteile zu beseitigen, unterstützt der Freistaat mit sei-
nem Förderinstrumentarium auch weiterhin vielverspre-
chende IKT-Vorhaben.
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4.2. Handlungsfeld: Wirtschaft 4.0
Ziel der Staatsregierung ist es, sicherzustellen, dass Unter-
nehmen aller Branchen noch stärker für die Potenziale der
Digitalisierung sensibilisiert werden. Mit dem Anspruch zur
Entwicklung einer ganzheitlichen sächsischen „Wirtschaft
4.0“ hat sich die Staatsregierung bewusst für einen sehr
breiten Ansatz zur Begleitung und Unterstützung neuer
Formen des Wirtschaftens entschieden. Denn nicht nur
für die Industrie, sondern auch für die Dienstleistungen,
den Handel, das Handwerk, die Gesundheitswirtschaft,
den Tourismus, die Kultur- und Kreativwirtschaft sowie für
die Landwirtschaft eröffnen sich durch neue Technologi-
en, Produktions- und Arbeitsprozesse neue Markt- sowie
Wachstumschancen.
Die im Freistaat Sachsen bestehenden Kompetenzen und
Ressourcen im Bereich Digitales sollen stärker verbunden
werden. Die Potenziale, die sich nicht nur in betriebsin-
ternen Veränderungsprozessen, sondern auch im Zusam-
menwirken der oft kleinen und mittleren Betriebe und der
Gewerbe untereinander ergeben, müssen gehoben werden.
Branchen, die bisher eher weniger Berührungspunkte hat-
ten, werden künftig öfter zusammenarbeiten. So sind zum
Beispiel die Fähigkeiten der Kunst- und Kreativwirtschaft
zunehmend im produzierenden Gewerbe gefragt. Ein wei-
terer wichtiger Bestandteil einer sich transformierenden
und digitalisierenden Wirtschaft sind neue Geschäftsmo-
delle. Diese werden oft durch Start-ups an den Markt ge-
bracht und geben wichtige Impulse für die wirtschaftliche
Entwicklung. Der Freistaat Sachsen unterstützt die Ent-
wicklung neuer Geschäftsmodelle.
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4.3. Handlungsfeld: Bedarfsorientierter Ausbau der FuE-Infrastruktur
Öffentliche und private Ausgaben für Forschung und Ent-
wicklung (FuE) gelten als wichtiger Innovationsindikator.
Die Steigerung der FuE-Aufwendungen auf drei Prozent
des Bruttoinlandsprodukts ist ein Kernziel der Strategie
Europa-2020. Im europäischen und weltweiten Vergleich
zeigt sich, dass die Anteile der Wirtschaft für Forschungs-
aufwendungen in vielen Staaten ansteigen. Einige die-
ser Standorte sind direkte Wettbewerber Sachsens, bei-
spielsweise in der Mikroelektronik. Um im internationalen
Standortwettbewerb bestehen zu können, unterstützt der
Freistaat die sächsische Wirtschaft mit der Technologie-
und Innovationsförderung dabei, den Anteil der privaten
Ausgaben für Forschung und Entwicklung weiter zu stei-
gern. Darüber hinaus ist es ein erklärtes Ziel der Staatsre-
gierung, den Transfer von Forschungsergebnissen weiter zu
verbessern.
Der Freistaat Sachsen verfügt über eine herausragende
Hochschullandschaft auch und gerade im Hard- und Soft-
warebereich. Auch die außeruniversitäre Forschung um-
fasst ein breites Spektrum an Einrichtungen, Instituten und
Akademien. Vertreten sind alle großen Forschungsorgani-
sationen Deutschlands. Komplettiert wird die außeruniver-
sitäre Forschungslandschaft durch weitere Bundes- und
Landeseinrichtungen. Über die institutionelle Förderung
der Einrichtungen hinaus stehen zur investiven bezie-
hungsweise projektbezogenen Forschungsförderung in al-
len Fachgebieten im Freistaat Sachsen Strukturfondsmit-
tel der Europäischen Union (EFRE, ESF) und Landesmittel
zur Verfügung. Dort wo Bedarf besteht, wird der Freistaat
Sachsen gezielt auf den Ausbau der FuE-Infrastruktur hin-
wirken.
4.4. Handlungsfeld: Innovative Ansätze
in der Gesundheits- und Pflegewirtschaft sowie im Umweltbereich
Die Digitalisierung der Patientenversorgung hat sich bis-
lang vor allem in der Diagnostik etabliert. Darüber hinaus
werden digitale Dienste der Patientenversorgung unter an-
derem auch bei Telemedizinanwendungen eingesetzt. Für
Nutzerinnen und Nutzer von Smartphones stehen zahlrei-
che Anwendungen zur Verfügung. Trotz der Möglichkeiten
dieser digitalen Dienste, ihres Nutzens und der technischen
Reife ihrer Anwendungen werden sie im professionellen
medizinischen Bereich noch verhältnismäßig wenig in An-
spruch genommen. Das Potenzial der digitalen Dienste im
Bereich der Gesundheits- und Pflegewirtschaft in Sach-
sen ist bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Sie können
Patienten und deren Angehörige weit mehr als bisher da-
bei unterstützen, Krankheiten besser zu überwachen und
rechtzeitig geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Insgesamt
können digitale Dienste dabei helfen, die Fähigkeiten von
Patienten und deren Angehörigen zur Gestaltung ihres Le-
bens und ihrer sozialen Lebenswelt zu entwickeln und zu
verbessern. Der Zugang zu fachärztlicher Versorgung in
Gebieten mit Fachärztemangel oder mit schwer zugängli-
cher medizinischer Versorgung kann durch digitale Dienste
ebenfalls erleichtert werden Eine durchgängig digital ge-
stützte und patientenorientierte Versorgung lässt insge-
samt eine erhebliche Verbesserung der Patientenversor-
gung erwarten. Die Weiterentwicklung digitaler Dienste im
Bereich der Gesundheits- und Pflegewirtschaft in Sachsen
soll vor diesem Hintergrund systematisch gefördert wer-
den.
Auch im Umweltbereich gibt es ein vielversprechendes
Potenzial für die Anwendung digitaler Technologien. So
können über neue Plattformen beispielsweise Menschen
für freiwilliges Engagement in der Naturschutzarbeit in-
formiert und gewonnen werden. Der Freistaat Sachsen un-
terstützt dies.

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