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CircUse
Umwelteffekte
der Flächennutzung
Lehrmaterialien
für SchülerInnen
ab der 9. Schulstufe
This project is implemented through the CENTRAL EUROPE programme co-fi nanced by the ERDF

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Impressum
1
Gefördert durch das CENTRAL Europe Programm zur Europäischen Territorialen Zusammenarbeit und durch EFRE Mittel ko-finanziert
Impressum
Das vorliegende Heft „Umwelteffekte der Flächennutzung“ wurde im Rah-
men des Projektes
CIRCUSE
(Circular Flow Land Use Management) erstellt.
Das Projekt wird mit Mitteln des EFRE Fonds (Fonds zur Förderung der regi-
onalen Entwicklung) im Rahmen des Central Europe Programmes kofinan-
ziert. Folgende Organisationen und Personen wirkten an der Erstellung die-
ser Unterlagen mit:
Das Material wurde auf Basis der anderen
Partner vom Sächsischen Landesamt für Um-
welt, Landwirtschaft und Geologie an sächsi-
sche / deutsche Gegebenheiten angepasst.
(René Otparlik, Nicole Schäfer, Bernd Siemer)
Das Lehrmaterial wurde vom Umweltbundes-
amt Wien erstellt
(Barbara Birli und Gundula Prokop)
Das Deutsche Institut für Urbanistik leistete
fachliche Unterstützung
(Thomas Preuss und Maic Verbüchelen).
Für die Testanwendung in der Steiermark
vermittelte der Telepark Bärnbach eine inte-
ressierte Schule
(Michaela Geidl, Bern Osprian)
Die AHS Köflach stellte sich als Testschule zur
Verfügung.
(Regina Götz, Alois Ruprecht, die Klassen 5B
und 6C des Jahrganges 2010/2011)
Schabl Consulting e.U. Datenerfassung und
Analyse regionaler GIS-Daten (GIS-
Steiermark, Gemeinden und Raumplaner).
Das vorliegende Heft kann in deutscher und englischer Sprache von der
CIRCUSE Webseite bezogen werden:
http://www.circuse.eu

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Das Project CIRCUSE
2
Gefördert durch das CENTRAL Europe Programm zur Europäischen Territorialen Zusammenarbeit und durch EFRE Mittel ko-finanziert
Das Project CIRCUSE
Im Forschungsvorhaben „Circular flow land use management (Cir-
cUse)“ widmen sich 6 europäische Länder u. a. der Aufgabe, attrak-
tive Lösungen für eine neue klimafreundliche Vision der Bodennut-
zung zu entwickeln und zu erproben. Dazu werden mittels einer neu
entwickelten Kartieranleitung unterschiedliche Flächenreserven, wie
z.B. Siedlungs- und Gewerbebrachen, bauliche Landwirtschaftsbra-
chen sowie untergenutzte Flächen räumlich erfasst und bewertet.
Die Flächeninformationen werden in das kommunale Management-
system eingetragen und sollen für den Flächenschutz prioritär ge-
nutzt werden. In Sachsen werden in 2011 die flächenhaften Unter-
suchungen in der Kreisstadt Freiberg durchgeführt. Die Flächennut-
zung in Sachsen ist gleichermaßen durch massiven Flächen-
verbrauch sowie durch abnehmende Bevölkerungszahlen, bis 2020
Rückgang auf ca. 3,8 Mio. Einwohner, gekennzeichnet. Durch Bo-
denversiegelung werden Böden vernichtet. Der Wasserrückhalt in
der Fläche geht zurück. Die Veränderung des Landschaftsbildes so-
wie Lärm– und Luftveränderungen beeinträchtigen Erholungsfunkti-
onen. Hohe Versiegelungen können erhöhte Hochwassergefahr ver-
ursachen. Zusätzlich werden durch neue Siedlungsausdehnungen im
Außenbereich (in Sachsen seit 1990 > 60.000 Hektar) die Innen-
räume weniger genutzt. Es entstehen Verödungen im Siedlungsbe-
stand. Gleichzeitig müssen immer weniger Menschen die Aufwen-
dungen für den Unterhalt der zusätzlichen Fläche tragen.
Das Vorhaben läuft bis 03/2013 und weiterführende Informationen
sind auf der Webseite des Sächsischen Landesamtes für Umwelt,
Landwirtschaft und Geologie sowie auf der Projektwebseite zu fin-
den:
http://www.umwelt.sachsen.de/umwelt/boden/21288.htm
http://www.circuse.eu

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Lehrmaterialien Reduzierung der Flächeninanspruchnahme
3
Gefördert durch das CENTRAL Europe Programm zur Europäischen Territorialen Zusammenarbeit und durch EFRE Mittel ko-finanziert
Lehrmaterialien Reduzierung der Flächeninan-
spruchnahme
Generelle Überlegungen zum Ablauf
Das Modul hat das Ziel SchülerInnen für die Thematik der Re-
duzierung der Flächeninanspruchnahme zu sensibilisieren. Die
Materialien sind für den Einsatz an zwei Schultagen (getestet
an der AHS Köflach (Regina Götz, Alois Ruprecht, die Klassen
5B und 6C des Jahrganges 2010/2011)) oder fünf Doppel-
stunden in den Profillinien der Fächer Geographie, Biolo-
gie/Ökologie und Gemeinschaftskunde konzipiert. Die
Hausaufgabe in „Aufgabe 3 - Wohnen heute und früher“ bein-
haltet Interviews in der Familie zu führen bzw. Daten zu er-
heben, so dass hier eine Vorbereitung erfolgen muss.
Der Ablauf könnte etwa so aussehen:

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Lehrmaterialien Reduzierung der Flächeninanspruchnahme
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Gefördert durch das CENTRAL Europe Programm zur Europäischen Territorialen Zusammenarbeit und durch EFRE Mittel ko-finanziert
Tag 1
Einführung: Flächennutzung und
Umweltauswirkungen
45 min
Großgruppe
Wohnwünsche - Poster
45 min
Kleingruppen
Berechnung der „Wunsch“ Flächen-
inanspruchnahme
Kleingruppe
Diskussion und Vorstellung der
Kleingruppen
30 min
Kleingruppen/
Großgruppe
Exkursion 60 min Kleingruppe
Hausaufgabe
Präsentation der Exkursionsergeb-
nisse
Kleingruppen
Interview der Eltern/Großeltern
Einzeln
Suchen von Fotos, auf denen ein
Haus des Heimatortes zu sehen ist,
einscannen
Einzeln
Tag 2
Präsentation der Exkursion
60 min
Kleingruppen
Herleitung Wohnen heute und früher
30 min
Großgruppe
Präsentation der Bilder und der In-
terviews
45 min
Großgruppe
Auswirkung der Flächeninanspruch-
nahme am Beispiel CO
2
45 min
Großgruppe
Abschluss & Feedback
45 min
Großgruppe

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Lehrmaterialien Reduzierung der Flächeninanspruchnahme
5
Gefördert durch das CENTRAL Europe Programm zur Europäischen Territorialen Zusammenarbeit und durch EFRE Mittel ko-finanziert
Alternativ:
Woche 1
Einführung: Flächennutzung und
Umweltauswirkungen
45 min
Großgruppe
Wohnwünsche - Poster
45 min
Kleingruppen
Hausaufgabe
Berechnung der „Wunsch“ Flächen-
inanspruchnahme
Kleingruppe
Woche 2
Diskussion und Vorstellung der
Kleingruppen
30 min
Kleingruppen/
Großgruppe
Exkursion 60 min Kleingruppe
Hausaufgabe
Präsentation der Exkursionsergeb-
nisse
Kleingruppen
Woche 3
Ergebnispräsentation (Exkursion)
60 min
Kleingruppen
Herleitung Wohnen heute und früher
30 min
Großgruppe
Hausaufgabe
Interview der Eltern/Großeltern
Einzeln
Suchen von Fotos, auf denen ein
Haus des Heimatortes zu sehen ist,
einscannen
Einzeln
Woche 4
Präsentation der Bilder und der In-
terviews
45 min
Großgruppe
Auswirkung der Flächeninanspruch-
nahme am Beispiel CO
2
45 min
Großgruppe
Woche 5
Abschluss & Feedback
45 min
Großgruppe

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Warum Flächensparen?
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Gefördert durch das CENTRAL Europe Programm zur Europäischen Territorialen Zusammenarbeit und durch EFRE Mittel ko-finanziert
Warum Flächensparen?
Die Nutzung einer Fläche wird über den Flächennutzungs-
/Bebauungsplan geregelt. Er ordnet jedem Grundstück eine
bestimmte Nutzung zu, die festlegt, wie das Grundstück ge-
nutzt werden kann (Bauland, Grünland/Freiland, Verkehrsflä-
che, andere Nutzungen).
Definition
Flächeninanspruchnahme ("Flächenverbrauch")
ent-
spricht dem unmittelbaren und dauerhaften Verlust biologisch
produktiven Bodens durch Verbauung und Versiegelung für
Siedlungs- und Verkehrszwecke, aber auch für intensive Er-
holungsnutzungen, Deponien, Abbauflächen, Kraftwerksanla-
gen und ähnliche Intensivnutzungen verstanden. Flächenin-
anspruchnahme im weiteren Sinne findet innerhalb der für
die land- und forstwirtschaftliche Primärproduktion nutzbaren
Fläche statt.
Die Wohnsprüche steigen.
Seit 1950 ist die Flächeninan-
spruchnahme in Deutschland rasant gestiegen. Die Siedlungs-
fläche pro Kopf hat sich zwischen 1950 und heute mehr als
verdoppelt während im gleichen Zeitraum die Bevölkerung um
nur 20% gewachsen ist. Die Menschen haben steigende
Wohnansprüche und benötigen immer mehr Fläche. Daher
siedeln sich immer mehr Menschen außerhalb der Städte in
den so genannten Speckgürteln an und pendeln zu ihrem Ar-
beitsplatz.

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Warum Flächensparen?
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Gefördert durch das CENTRAL Europe Programm zur Europäischen Territorialen Zusammenarbeit und durch EFRE Mittel ko-finanziert
Die Wege werden länger.
Diese Siedlungsentwicklung führt
zu höherem Verkehrsaufkommen, weil zwischen Wohnort und
Arbeitsplatz weitere Wege zurückgelegt werden müssen. Auch
für Kinder und Jugendliche verlängern sich die Alltagswege
zunehmend; Kindergärten und Schulen können vielfach nicht
mehr fußläufig erreicht werden.
Die kommunale Infrastruktur wird teurer
. Vergrößert
sich die Siedlungsfläche, so fallen zusätzlichen Kosten für die
Bereitstellung von Straßen und Kanalisation an. Die soge-
nannte
kommunale Infrastruktur
beinhaltet die Abfallentsor-
gung, die Erstellung und Wartung von Leitungen für Strom,
Wasser, Gas, und Abwasser aber auch die Erhaltung der Stra-
ßen. Diese wird umso teurer je weitläufiger eine Siedlung ist.
Die Kosten für die Errichtung und Erhaltung der kommunalen
Infrastruktur werden zum Teil von den Kommunen getragen.
Bebauungsformen.
Flächeninanspruchnahme ist auch von
der Bebauungsform abhängig. Frei stehende Einfamilienhäu-
ser benötigen im Vergleich besonders viel Fläche. Auf 1 Hek-
tar Fläche passen rund 10 Einfamilienhäuser. Beim Bau einer
Reihenhaussiedlung können bereits doppelt so viele Wohnun-
gen, rund 20, errichtet werden. Im Geschoßwohnbau sind bis
zu 60 Wohneinheiten auf einem Hektar möglich.
Was der Boden kann.
Viele Böden sind landwirtschaftlich
oder forstwirtschaftlich genutzt und liefern Holz und Nah-
rungsmittel. Natürliche Böden bergen Naturräume und bieten
Lebensräume für wild lebende Tiere und Pflanzen. Grünflä-
chen und schöne Landschaften sind auch Naherholungsräume
für die Menschen. Zersiedelung führt zur Zerschneidung, Ver-
inselung und Einengung von natürlichen Lebensräumen. Von
der beanspruchten Fläche ausgehende Umweltbelastungen,

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Warum Flächensparen?
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Gefördert durch das CENTRAL Europe Programm zur Europäischen Territorialen Zusammenarbeit und durch EFRE Mittel ko-finanziert
wie Schadstoffe und Lärm strahlen auf die umliegende Fläche
aus.
Zielsetzung in Deutschland.
In
Deutschland wurde von der Bun-
desregierung im Jahr 2002 die
Zielsetzung zur Reduktion der
Flächeninanspruchnahme in der
Nationalen Nachhaltigkeitsstrate-
gie festgelegt
1
. Darin wird das
jährliche Flächenverbrauchsziel
von 30 Hektar/Tag ab 2020 gefordert. In Deutschland liegt
die Flächeninanspruchnahme noch weit über diesem Zielwert.
Zielsetzung in Sachsen
Die Flächeninanspruchnahme hat sich nach 2006 deutlich er-
höht und erreicht nach 2008 den Trend übersteigende Grö-
ßen. Unter Annahme des sächsischen Nachhaltigkeitszielwer-
tes von < 2 Hektar pro Tag ab dem Jahr 2020 (= < 730 Hek-
tar pro Jahr ab 2020) ergibt sich aus der Trendanalyse eine
aktuelle Abweichung von 200% vom Zielwert. Im Freistaat
Sachsen wird bei unveränderten Einflüssen auf eine effektive
Reduzierung der Flächeninanspruchnahme bis einschließlich
2020 eine Inanspruchnahme von Flächen für Siedlungs- und
Verkehrszwecke in Höhe von ca. durchschnittlich 2200 Hektar
pro Jahr erwartet.
1
Die Bundesregierung (2002): Perspektiven für Deutschland. Unsere Strategie für eine nachhalti-
ge Entwicklung.
http://www.bundesregierung.de/nsc_true/Content/DE/__Anlagen/2006-
2007/perspektiven-fuer-deutschland-
langfassung,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/perspektiven-fuer-deutschland-
langfassung
Abbildung 1: Flächenverbrauch in
Deutschland [UBA-Dessau 2009]

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Warum Flächensparen?
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Gefördert durch das CENTRAL Europe Programm zur Europäischen Territorialen Zusammenarbeit und durch EFRE Mittel ko-finanziert
Entwicklung von Bevölkerung und Flächeninanspruchnahme
nach Art der tatsächlichen Nutzung (2000 = 100%)
90
95
100
105
110
115
2000
2002
2004
2006
2008
2010
%
Bevölkerung
Siedlungs- und Verkehrsfläche
Abbildung 2: Entwicklung von Bevölkerung und Flächeninanspruchnahme
im Zeitraum 2000 – 2010
Flächenverbrauch reduzieren.
Die angestrebte Reduktion
der Flächeninanspruchnahme soll vor allem durch Innenent-
wicklung realisiert werden. Das heißt neues Bauland am Orts-
rand soll nur dann entwickelt werden, wenn es keine anderen
Möglichkeiten gibt und vorhandene Infrastrukturen sollen bes-
ser und effizienter genutzt werden. In diesem Zusammenhang
wird oft von
Nachverdichtung
gesprochen, das bedeutet,
dass Baulücken genutzt und vorhandene Häuser aufgestockt
oder besser genutzt werden sollen. Ebenso sollen leerstehen-
de Gebäude besser verwertet werden, in vielen Fällen ist das
nur mit einer Nutzungsumstellung möglich.

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Warum Flächensparen?
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Gefördert durch das CENTRAL Europe Programm zur Europäischen Territorialen Zusammenarbeit und durch EFRE Mittel ko-finanziert
Diskussion.
Besprecht in der Klasse die Flächeninanspruchnahme in eurer
unmittelbaren Nähe: Welche Gebäude, Straßen und sonstige
Anlagen wurden in den letzten Jahren neu errichtet.
Besprecht die Vor- und Nachteile der neuen Strukturen.
Wo wurde gebaut? Ist eine bereits verbaute Fläche
verwendet worden oder eine Grünfläche?
Hätte man diese Bauvorhaben auch „bodenschonen-
der“ verwirklichen können?

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Aufgabe 1 - Wie möchte ich wohnen?
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Gefördert durch das CENTRAL Europe Programm zur Europäischen Territorialen Zusammenarbeit und durch EFRE Mittel ko-finanziert
Aufgabe 1 - Wie möchte ich wohnen?
Bringt von zu Hause ein Foto mit, das ein Haus oder eine
Wohnform zeigt, die euch gefällt. Ihr könnt auch aus Immobi-
lienkatalogen ein Bild ausschneiden oder eine Zeichnung ma-
chen.
In Kleingruppen werden Plakate mit allen Fotos/Abbildungen
erstellt und anschließend präsentiert. Diskutiert in der Groß-
gruppe die Vor- und Nachteile anhand der Fotos.
Abbildung 3: Beispielposter aus Pilotschule
Schätzt anschließend die Größe eurer Grundstücke in Quad-
ratmeter. Das Grundstück umfasst sowohl das Gebäude, als
auch den Garten, die Garage und andere Strukturen wie zum

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Aufgabe 1 - Wie möchte ich wohnen?
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Gefördert durch das CENTRAL Europe Programm zur Europäischen Territorialen Zusammenarbeit und durch EFRE Mittel ko-finanziert
Beispiel das Gartenhäuschen oder den Swimmingpool. Also
wie groß muss dein Grundstück sein, damit dein Wohnwunsch
erfüllbar wird?
Flächeninanspruchnahme durch Wohnwünsche
Name
Typ
m
2
SchülerIn 1
zB. Haus
750m
2
SchülerIn 2
zB. Villa
1500m
2
SchülerIn 3
zB. Hütte am See
400m
2
Einfamilienhaus
Wohnhaus
Reihenhaus
Abbildung 4: Beispiele verschiedener Wohnformen (aus Pilotschule)
Berechnung:
Das Einfamilienhaus im Grünen ist in Deutsch-
land die beliebteste Wohnform. Aber was bedeutet es wenn
allen dieser Wunsch erfüllt wird? Rechne nach:

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Aufgabe 1 - Wie möchte ich wohnen?
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Gefördert durch das CENTRAL Europe Programm zur Europäischen Territorialen Zusammenarbeit und durch EFRE Mittel ko-finanziert
Rechenbeispiel: „Alle wohnen im Traumhaus“
Einwohner Deutschland
Ermittelt die
Einwohnerzahl in deinem Land
Flächeninanspruchnah-
me eines “Traumhau-
ses”
Schätzt die durchschnittliche Grund-
stücksgröße eines „Traumhauses“ ab
Flächeninanspruchnahme Traum-
haus [m²]
Durchschnittliche Haus-
haltsgröße
Wie viele Personen leben in einem Haus-
halt. Vergleicht innerhalb der Klasse und
ermittelt einen Durchschnittswert.
durchschnittliche Haushaltsgröße
[Personen / Haushalt]
Wie viele „Traumhäu-
ser“ werden benötigt
Dividiert die Anzahl der Einwohner durch
die durchschnittliche Haushaltsgröße
Anzahl der benötigten Traumhäu-
ser
Flächeninanspruchnah-
me der „Traumhäuser“
Multipliziert die Anzahl der benötigten
Häuser mit der durchschnittlichen Flä-
cheninanspruchnahme. Rechnet um in
km²
Wie hoch ist die Flächeninan-
spruchnahme in km²
Aktuelle Flächeninan-
spruchnahme in deinem
Land
Ermittle aktuelle Zahlen zur Flächeninan-
spruchnahme in deinem Land; z.B.
Deutschland 2009: 47.422 km²
Flächeninanspruchnahme in dei-
nem Land in km²
Neu hinzukommende
Flächeninanspruchnah-
me durch “Traumhäu-
ser“
Die Traumhäuser vergrößern die
Flächeninanspruchnahme um
………%.

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Aufgabe 1 - Wie möchte ich wohnen?
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Gefördert durch das CENTRAL Europe Programm zur Europäischen Territorialen Zusammenarbeit und durch EFRE Mittel ko-finanziert
Überlegt anschließend in Kleingruppen:
Neue Flächeninanspruchnahme bedeutet, dass weite-
re Grünflächen, landwirtschaftliche Flächen oder Wäl-
der verloren gehen. Ist die ausgerechnete Zahl ver-
kraftbar?
Bedenke, dass du neben den Baugrundstücken auch
Platz für Straßen, Geschäfte, Gewerbebetriebe, Schu-
len etc. benötigst.
Ist dein Traumhaus für die Zukunft geeignet oder
möchtest du es neu designen?

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Aufgabe 2 – Exkursion Erfassung der Flächenpotenziale
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Gefördert durch das CENTRAL Europe Programm zur Europäischen Territorialen Zusammenarbeit und durch EFRE Mittel ko-finanziert
Aufgabe 2 – Exkursion Erfassung der Flächen-
potenziale
Unter Bodenversiege-
lung ist das luftdichte
Verschließen mit ei-
nem künstlichen Mate-
rial, wie beispielsweise
Asphalt oder Beton,
gemeint. Die Befesti-
gung und Versiege-
lung von Flächen (Bo-
denversiegelung) wirkt
sich negativ auf den
natürlichen Wasser-
haushalt aus, da der
Boden nicht mehr als Speicher und Puffer dient. Die Versicke-
rung von Regenwasser wird verhindert, die natürliche Ver-
dunstung vermindert und der Lebensraum für Tiere und Pflan-
zen an der Erdoberfläche und im Boden zerstört.
Siedlungs- und Verkehrsflächen sind nicht immer ganz versie-
gelt. Bei Straßen wird eine durchschnittliche Versiegelung von
60% angenommen und bei Bauflächen rund 30%.
Bei Regenfall läuft das Regenwasser über versiegelte Flächen
in den Kanal ab, bei starkem Regen, kann der Kanal überlas-
tet werden wodurch es zu Überschwemmungen kommt.
Abbildung 5: Bodenversiegelung in Freiberg

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Aufgabe 2 – Exkursion Erfassung der Flächenpotenziale
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Gefördert durch das CENTRAL Europe Programm zur Europäischen Territorialen Zusammenarbeit und durch EFRE Mittel ko-finanziert
Erstellung der Präsentation
Beschreibt, was ihr auf der Exkursion gesehen habt.
Welche Oberflächentypen habt ihr gefunden? Welche Ei-
genschaften hatten diese Böden?
Habt ihr auch unversiegelten Boden gefunden, der
trotzdem verbaut war?
Was passiert wenn viel Regen fällt?
Welche Auswirkungen gibt es durch Versiegelung auf
Boden, Grundwasser und Biologische Vielfalt

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Aufgabe 2 – Exkursion Erfassung der Flächenpotenziale
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Gefördert durch das CENTRAL Europe Programm zur Europäischen Territorialen Zusammenarbeit und durch EFRE Mittel ko-finanziert
Exkursionsfragebogen Versiegelung
Oberflächentyp Oberfläche of-
fen oder ver-
siegelt?
Beschreibe den Boden:
(Farbe, hart, weich, …)
Asphalt
Wiese
Rasengittersteine
Waldboden
Kies
Weitere Böden:

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Aufgabe 3 - Wohnen heute und früher
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Gefördert durch das CENTRAL Europe Programm zur Europäischen Territorialen Zusammenarbeit und durch EFRE Mittel ko-finanziert
Aufgabe 3 - Wohnen heute und früher
Suche zu Hause ein Foto von früher, auf dem ein Haus deines
Heimatortes zu sehen ist oder ein Ort den du kennst (euer
Haus, das Haus der Großeltern, Rathaus usw.) Scanne dieses
Bild ein.
Mache ein Interview mit deinen Eltern/Großeltern. Wie wurde
früher gewohnt?
Wie groß war in etwa das Gebäude?
Wie viele Zimmer waren da?
Wie viel Platz gab es für jedes Familienmitglied?
Wie viele m
2
Platz gibt es heute und wie ist das Ver-
hältnis zwischen Wohnfläche (Gebäude) und Grund-
fläche?
Erstellung der Präsentation
Beschreibe das Foto und den Ort an dem es aufge-
nommen wurde.
Beschreibe, wie es dort heute aussieht.
Was hat sich verändert?
Was bedeutet das?
Erkennt ihr Änderungen der Flächeninanspruchnah-
me? Überlegt wie das in Zukunft weiter gehen kann.

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Aufgabe 3 - Wohnen heute und früher
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Gefördert durch das CENTRAL Europe Programm zur Europäischen Territorialen Zusammenarbeit und durch EFRE Mittel ko-finanziert
Beispiel: Veränderung der Wohnansprüche

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Aufgabe 4
– Auswirkungen der Flächeninanspruchnahme (z.B. CO2)
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Gefördert durch das CENTRAL Europe Programm zur Europäischen Territorialen Zusammenarbeit und durch EFRE Mittel ko-finanziert
Aufgabe 4 – Auswirkungen der Flächeninan-
spruchnahme (z.B. CO
2
)
Diese Aufgabe sollte jeder Schüler alleine durchführen.
Berechne deine Alltagswege.
Mache eine Auflistung wie
weit (in km) du an einem Tag unterwegs bist.
Welche Wege legst du pro Tag zurück und welche Transport-
mittel benützt du, um zur Schule zu kommen. Besprich mit
deinen Eltern die Weglänge. Trage die Gesamtanzahl km dei-
ner Wege in die Tabelle auf der rechten Seite ein.
Berechne in der untersten Zeile die CO
2
Emissionen deiner
Alltagswege. Nimm dazu die untenstehende Tabelle zu Hilfe.
CO
²
Emissionen unterschiedlicher Fortbewegungsmittel
2
Auto 150 g/km Bus 20 g/km
Motorrad 105 g/km Zu Fuß 0
Bahn 40 g/km Fahrrad 0
Bewerte die Ergebnisse
Stelle deine Wege pro Tag dar, berechne wenn mög-
lich auch den CO
2
Ausstoß
Welche Verkehrsmittel stoßen viel CO
2
aus, welche
wenig?
Gibt es Verbesserungsmöglichkeiten?
2
http://www.co2-emissionen-vergleichen.de/verkehr/CO2-PKW-Bus-Bahn.html

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Aufgabe 4 –
Auswirkungen der Flächeninanspruchnahme (z.B. CO2)
21
Gefördert durch das CENTRAL Europe Programm zur Europäischen Territorialen Zusammenarbeit und durch EFRE Mittel ko-finanziert
Länge und Fortbewegungsmittel unserer Alltagswege

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CircUse Lehrmaterial - Sachsen
René Otparlik, Bernd Siemer
Sächs. Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
T: +49-(0)3731 - 294/2813 -/2816
rene.otparlik@smul.sachsen.de
bernd.siemer@smul.sachsen.de
This project is implemented through the CENTRAL EUROPE programme co-financed by the ERDF
Telepark Bärn-
bach
Higher Institute
on Territorial
Systems for
Innovation
Institute for
Sustainable
Development of
Settlements
German Insti-
tute of Urban
The Usti
Affairs
Region
Asti Munici-
pality
Institute for Eco-
logy of Industrial
Areas/Poland
LEAD PARTNER
Slovak Universi-
ty of Technology
SPECTRA Centre
of Excellence
City of Trnava
City of Piekary
Slaskie
CircUse Project Partners
Umweltbundesamt
Saxon State Office for the Environment,
Agriculture and Geology
www.circuse.eu