Abschlussbericht zum Forschungsvorhaben
Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft
Prävalenz und Tenazität des Duncker’schen Muskelegels
in verschiedenen Wildtierspezies in Sachsen
(51-9210.71/145)
Kurztitel: DME Sachen
Zuwendungsempfänger/
Ausführende Stellen:
Universität Leipzig,
Veterinärmedizinische Fakultät
Institut für Lebensmittelhygiene
An den Tierkliniken 1
D-04301 Leipzig
Projektleitung :
Prof. Dr. Ernst Lücker (luecker@vmf.uni-leipzig.de)
Tel.: 0341-97-38222, Fax: -38249
Dr. Ahmad Hamedy (hamedy@vetmed.uni-leipzig.de)
Tel.: 0341-97-38226
TA Stefan Birka (Stefan.Birka@vmf.uni-leipzig.de)
Tel.: 0341-97-38-223
Förderungskennzeichen:
51-9210.71/145
Laufzeit:
01.05.2014 – 30.06.2015

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2!
Berichtszeitraum: 01.05.2014-28.08.2015
Autoren und Mitarbeiter
Sandra Dolle, Stefan Birka, Martin Köthe, Gregor Makrutzki, Jasem Saffaf, Ahmad
Hamedy und Ernst Lücker

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3!
Inhaltsverzeichnis
1 Ziele und Aufgabenstellung des Projektes!............................................................................!6
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1.1 Planung und Ablauf des Vorhabens!................................................................................................!8
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1.1.1 Prävalenzstudie!...................................................................................................................................................!8
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1.1.2 Monitoring!...............................................................................................................................................................!8
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1.1.3 Tenazitätsstudie!..................................................................................................................................................!9
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1.2 Wissenschaftlicher und technischer Stand an den angeknüpft wurde!............................!9
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1.2.1 Einleitung!................................................................................................................................................................!9
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1.2.2 Lebenszyklus!.....................................................................................................................................................!11
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1.2.4 Pathogenität und Infektionen des Menschen!...................................................................................!15
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1.2.5 Tenazität!...............................................................................................................................................................!21
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1.2.6 Wirte des Parasiten – Geographische Verbreitung – Prävalenz!............................................!24
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1.2.7 Nachweisverfahren!.........................................................................................................................................!30
!
1.2.8 Jagd und Wildverzehr in Deutschland und Sachsen!....................................................................!34
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1.2.10 Verbraucherschutz!.......................................................................................................................................!36
!
2.1 Prävalenzstudie!
......................................................................................................................................!37
!
2.1.1 Material / Probenbeschaffung!...................................................................................................................!37
!
2.1.2 Datenerhebung!.................................................................................................................................................!37
!
2.1.3 AMT!........................................................................................................................................................................!38
!
3.1.4 Statistische Datenauswertung!..................................................................................................................!40
!
2.2 Monitoring!................................................................................................................................................!
40
!
2.3 Tenazität!....................................................................................................................................................!
40
!
2.3.1
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Tenazität von Mesozerkarien in gefrorenem Fleisch im Hinblick auf verschiedene
Temperatur- und Zeit-Profile!..................................................................................................................................!40
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2.3.2
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Toleranz gegenüber Kochsalz, Nitritpökelsalz und Pfeffer (Rohwurstherstellung)!...!41
!
3 Ergebnisse!
........................................................................................................................................!41
!
3.1 Prävalenz!..................................................................................................................................................!
41
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3.2 Monitoring!................................................................................................................................................!
53
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3.3 Tenazität!....................................................................................................................................................!
56
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3.3.1 Tenazität von Mesozerkarien in gefrorenem Fleisch im Hinblick auf verschiedene
Temperatur- und Zeit-Profile!..................................................................................................................................!56
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3.3.2 Toleranz gegenüber Kochsalz, Nitritpökelsalz und Pfeffer (Rohwurstherstellung)!......!57
!
4 Zusammenfassung!.......................................................................................................................!59
!
5 Literaturverzeichnis!
......................................................................................................................!61
!

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4!
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Lebenszyklus und mögliche Beziehungen zwischen den Wirten der
einzelnen Stadien von
Alaria alata
(ODENING 1963)!
..............................................................!15!
Abbildung 2: Aufbau eines AMT-Ansatzes!..............................................................................................!34!
Abbildung 3: Zwei
Alaria alata
Mesozerkarien zu verschiedenen Zeitpunkten. Zu
erkennen ist das typisches Bewegungsmuster des DME (RIEHN et al. 2010).!.........!39!
Abbildung 4: Balkendiagramm zur Übersicht der prozentualen Anteile (Y–Achse) an
positiv (grün) und negativ (rot) untersuchten Tieren in den 13 Kreisen / kreisfreien
Städten (X–Achse).!
.....................................................................................................................................!43!
Abbildung 5:!Balkendiagramm zur Übersicht des Untersuchungsergebnisses (X–Achse)
aller in Sachsen untersuchten Tiere (Y–Achse) in den Altersklassen 0 (schwarz), 1
(grau) und 2 (hellgrau).!.............................................................................................................................!45!
Abbildung 6:!Balkendiagramm zur Übersicht des prozentualen Anteils (Y–Achse) der
positiv (grün) und negativ (rot) untersuchten Tiere aus Sachsen in den
Altersklassen 0, 1 und 2 (X–Achse).!.................................................................................................!46!
Abbildung 7: Balkendiagramm zur Übersicht von positiv (grün) und negativ (rot)
untersuchten Tieren (Y–Achse) in den Altersklassen 0, 1 und 2 (X–Achse) in
Gruppe 1 (Görlitz und Bautzen).!
..........................................................................................................!46!
Abbildung 8: Balkendiagramm zur Übersicht von positiv (grün) und negativ (rot)
untersuchten Tieren (Y–Achse) in den Altersklassen 0, 1 und 2 (X–Achse) in
Gruppe 2 (Landkreis Leipzig, Stadt Leipzig, Meißen, Nordsachsen).!.............................!
47!
Abbildung 9: Balkendiagramm zur Übersicht von positiv (grün) und negativ (rot)
untersuchten Tieren (Y–Achse) in den Altersklassen 0, 1 und 2 (X–Achse) in
Gruppe 3 (Dresden, Zwickau, Vogtland, Chemnitz, Mittelsachsen, Erzgebirge,
Sächsische Schweiz).!...............................................................................................................................!47!
Abbildung 10: Balkendiagramm zur Übersicht des prozentualen Anteils (Y–Achse) der
positiv (grün) und negativ (rot) untersuchten Tiere aus Sachsen männlichen und
weiblichen Geschlechts (X–Achse).!..................................................................................................!48!
Abbildung 11: Jahresübersicht des DME-Vorkommens im Freistaat Sachsen. Angeben
sind prozentuale Anteile (Y–Achse) von negativ (rot) und positiv (grün) untersuchten
Wildschweinen in den einzelnen Monaten (X–Achse).!
............................................................!50!
Abbildung 12: Diagramm zur Korrelation von Wasserfläche und Prävalenz der 13 Kreise
/ kreisfreien Städte. Die Prävalenz wird auf der Y–Achse in % und der Anteil der
Wasserfläche an der Gesamtfläche des Kreises auf der X–Achse in % angegeben.
Die Punkte stellen die 13 Kreise dar.!................................................................................................!51!
Abbildung 13: Diagramm zur Korrelation von Anzahl der aus positiv untersuchten
Wildschweinen isolierten DME (Y–Achse) und deren Körpergewicht (X–Achse).!....!52!
Abbildung 14: Verteilung der DME-Funde im Landkreis Bautzen!...............................................!54!
Abbildung 15: Verteilung der DME Funde im Landkreis Görlitz!...................................................!55!
Abbildung 16: Überleben der
A. alata
Meozerkarien (n = 125) bei einer Temperatur von -
18±2° C.!
............................................................................................................................................................!57!

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5!
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Übersicht der bislang bekannten Wirte des mesozerkarialen Stadiums von
A.
alata
!....................................................................................................................................................................!28!
Tabelle 2: Übersicht der 13 Kreise / kreisfreien Städte mit jeweiligem
Untersuchungszeitraum, Anzahl untersuchter Tiere und Prävalenz.!
...............................!43!
Tabelle 3: Übersicht der Altersklassen nach Kreisen / kreisfreien Städte mit jeweiligen
Untersuchungszahlen und Prävalenzen.!........................................................................................!45!
Tabelle 4: Übersicht der Geschlechter nach Kreisen / kreisfreien Städte mit jeweiligen
Untersuchungszahlen und Prävalenzen!
..........................................................................................!49!
Tabelle 5: Übersicht zur Gesamtfläche, Wasserfläche und dem sich daraus ergebenen
Anteil der Wasserfläche zur Gesamtfläche der 13 Kreise / kreisfreien Städte.
Zusätzlich werden Anzahl der untersuchten Tiere, Anzahl der positiv untersuchten
Tiere und die sich daraus ergebene Prävalenz angegeben.!................................................!51!

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6!
1 Ziele und Aufgabenstellung des Projektes
Seit dem Jahr 2002 kommt es auf dem gesamten Gebiet der Bundesrepublik
regelmäßig zu Meldungen über Nachweise des sogenannten Duncker’schen
Muskelegels (DME) in Wildfleisch. Es handelt sich dabei um den parasitären Saugwurm
Alaria alata
. Es ist bislang nicht auszuschließen, dass
Alaria alata
Mesozerkarien durch
infiziertes Wildbret auch auf den Menschen übertragen werden und schwerwiegende
Erkrankungen verursachen können. Eine abschließende wissenschaftliche Bewertung
des humanen Expositionsrisikos war bislang nicht möglich, da die vornehmlich mit dem
Referenzverfahren nach VO (EG) Nr. 2075/2005 erfassten Ergebnisse hinsichtlich (i) der
Verteilung des Duncker’schen Muskelegels im paratenischen Wirt sowie (ii) der
Erfassung der geographischen Verbreitung und Häufigkeit des Vorkommens des DME
und (iii) seiner Befallsstärke in Wildbret unter dem Vorbehalt erheblicher Fehlerraten
interpretiert werden müssen. Durch den Einsatz der neuentwickelten
Alaria alata
mesocercariae migration technique
(AMT; RIEHN et al. 2010) innerhalb der amtlichen
Untersuchung besteht nun erstmals die Möglichkeit diese Wissenslücken zu schließen.
Gleichzeitig ergibt sich aus der Verfügbarkeit der AMT erstmals die Möglichkeit, die
Überlebensfähigkeit des Duncker’sche Muskelegels in Fleisch und Fleischprodukten
während der verschiedenen Phasen des Fertigungs- und Reifungsprozesses zu
dokumentieren. Ziel dieses Untersuchungsschritts ist die Identifizierung von Fertigungs-
und Behandlungskriterien, die eine sichere Abtötung des DME bewirken.
Das Projekt dient dem Schutz der berechtigten Interessen der am Verkehr mit Wildbret
beteiligten Wirtschaftskreise, wobei der Jägerausübende als Primärerzeuger hierbei im
Mittelpunkt steht. Aufgrund der fehlenden Daten über die geographische Verteilung, das
Vorkommen, der Prävalenz sowie der Verteilung des Muskelegels im Tierkörper kann
durch den Verzehr von Wildschweinfleisch eine Gefahr für den Menschen ausgehen und
eventuell zu schwerwiegenden Erkrankungen führen. In seiner Stellungnahme Nr.
027/2007 vom 1. Juli.2007 spricht sich das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), mit
Hinweis auf das zoonotische Potential des Erregers, dafür aus, dass Fleisch, in
welchem die Mesozerkarie des Saugwurms
Alaria alata
nachgewiesen wurde, aus
Gründen
des
gesundheitlichen
Verbraucherschutzes
als
untauglich
für
den

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7!
menschlichen Verzehr zu beurteilen ist (BfR 2007). Der Nachweis des DME erfolgt
bislang im Rahmen der Trichinellenuntersuchungen (TU) mittels Sammelproben. Diese
weist eine extrem geringe Sensitivität auf, so dass falsch-negative Ergebnisse nicht zu
vermeiden
sind.
Dem
zufolge
ist
bei
Anwendung
von
Verfahren
der
Trichinellenuntersuchung
eine
Identifikation
befallener
Stücke
aus
positiven
Sammelproben nahezu unmöglich. Da zum momentanen Zeitpunkt weiterführende
Erkenntnisse zum Ansteckungsrisiko und der Widerstandsfähigkeit des DME in
Wildfleisch nicht verfügbar sind, werden alle potenziell infizierten Wildtiere als
genussuntauglich eingestuft und der unschädlichen Beseitigung zugeführt. Der
wirtschaftliche Schaden wird allein vom "Primärerzeuger", dem Jagdausübenden
getragen. Eine abschließende Bewertung des Risikos kann aufgrund der mangelhaften
Datenlage bezüglich der Prävalenz des Parasiten in den Wildtierbeständen und der
Verteilung im Tierkörper zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorgenommen werden. Daher ist
es das Ziel des geplanten Forschungsvorhabens, die Häufigkeit und die Befallsstärke
des Duncker’schen Muskelegels in Wildbret in Sachsen insbesondere innerhalb
potentiell endemischen Gebieten zu erfassen.
Die Arbeitsziele des Forschungsvorhabens wurden entsprechend der Hauptaufgaben
des Antrages sowie des Zuwendungsbescheides folgendermaßen definiert:
Klärung des Vorkommens des Parasiten in der sächsischen Wildtierpopulation,
maßgeblich der Wildschweinpopulation, mittels AMT (
Prävalenzstudie
)
Einschätzung der Gesamtbelastung der sächsischen Wildtierpopulation und
Identifikation von Verbreitungsschwerpunkten (
Monitoring
)
Überprüfung der Tenazität des DME im Hinblick auf das alimentäre humane
Expositionsrisiko (
Tenazitätsstudie
)

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8!
1.1 Planung und Ablauf des Vorhabens
Für den Berichtszeitraum vom Projektbeginn im Mai 2014 bis zum Termin der Abgabe
des Abschlussberichts am 15. September 2015 wurden in Anlehnung an die oben
aufgeführten wissenschaftlichen Arbeitsziele die nachfolgend näher beschriebenen
Arbeitsschritte durchgeführt:
1.1.1 Prävalenzstudie
Die Prävalenzstudie wurde innerhalb der Projektlaufzeit als zusätzliche Untersuchung im
Rahmen der amtlichen Untersuchung auf Trichinellen mittels der AMT durchgeführt.
Durch
Zusammenarbeit
mit
den
TU-Untersuchungsstellen
der
sächsischen
Veterinärämter erfolgte eine Nutzung des Untersuchungsmaterials für die gesetzlich
vorgeschriebene Trichinellenuntersuchung für Schwarzwild. Geeignete Reste der
trichinellen-negativen Rückstellproben wurden entweder im Amt selbst oder im Institut
für Lebensmittelhygiene der Universität Leipzig auf den DME untersucht. Im letzteren
Fall wurde das Probenmaterial von den Untersuchungsstellen gesammelt und durch den
Kurier der Sächsischen Landesuntersuchungsanstalt (LUA) an das Institut geliefert.
1.1.2 Monitoring
Die in der Prävalenzstudie gewonnen Daten dienen in Verbindung mit dem Ringversuch
als Grundlage für eine von der Länderarbeitsgemeinschaft Verbraucherschutz,
Arbeitsgruppe Fleisch- und Geflügelfleischhygiene und fachspezifische Fragen von
Lebensmitteln tierischer Herkunft (AFFL) vorgeschlagene Aufnahme in weitere
Monitoring-Untersuchungen. Durch die mittels der Wildurspungsscheine gewährleistete
Rückverfolgbarkeit jeder Probe ist es möglich, Funde von DME präzise ihrer genauen
geografischen
Position
innerhalb
eines
Landkreises
zuzuordnen.
Verbreitungsschwerpunkte des Parasiten können so genau identifiziert werden und
gegebenenfalls auch zeitliche Häufungen in gewissen Gebieten festgestellt werden.

!
9!
1.1.3 Tenazitätsstudie
Zur Bestimmung der Tenazität von
Alaria alata
wurden verschiedene Untersuchungen
durchgeführt, wobei sich deutliche Unterschiede hinsichtlich der Widerstandsfähigkeit
einzelner Isolate gegenüber den verschiedenen physikalischen und chemischen
Belastungen zeigten. Die gewonnenen Erkenntnisse können als Basis für eine
eventuelle
rechtliche
Implementierung
von
Behandlungsverfahren
für
die
Brauchbarmachung von infiziertem Wildtierfleisch dienen. Ein amtlich zugelassenes
Behandlungsverfahren könnte in diesem Zusammenhang die Einhaltung eines hohen
Verbraucherschutzniveaus unter Wahrung der Interessen der am Verkehr mit
Wildfleisch beteiligten Wirtschaftskreise gewährleisten.
1.2 Wissenschaftlicher und technischer Stand an den angeknüpft
wurde
1.2.1 Einleitung
Seit dem Jahr 2002 kommt es auf dem gesamten Gebiet der Bundesrepublik
regelmäßig zu Meldungen über Nachweise des sogenannten Duncker’schen
Muskelegels (DME) in Wildfleisch. Im Rahmen der routinemäßigen durchgeführten
amtlichen Fleischuntersuchung auf Trichinellen wurde der Muskelegel in den letzten
Jahren mehrfach als Zufallsbefund in Wildschweinfleisch nachgewiesen (GROßE und
WÜSTE 2006). Bei dem Parasiten handelt es sich um das infektiöse Zwischenstadium,
die Mesozerkarie des Saugwurms
Alaria alata
. Die Aufnahme dieser Mesozerkarien, vor
allem durch Verzehr von unzureichend erhitzen Froschschenkeln, hat beim Menschen
mehrfach zu schwerwiegenden Erkrankungen geführt, in einem Fall sogar mit
Todesfolge (FREEMAN et al. 1976; FERNANDES et al. 1976; BEAVER et al. 1977;
MCDONALD et al. 1994; KRAMER et al. 1996). Bislang ist nicht auszuschließen, dass
der Muskelegel durch infiziertes Wildbret auf den Menschen übertragen werden kann.
Eine abschließende wissenschaftliche Bewertung des humanen Expositionsrisikos ist
bisher noch nicht möglich. Dem zufolge ist es im Sinne des vorbeugenden
Verbraucherschutzes dringend erforderlich, dass das Wildschweinfleisch vor dem
Verzehr fleischhygienisch kontrolliert, auf den DME untersucht und begutachtet wird, um

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10!
eine Infektionsgefahr für den Verbraucher ausschließen zu können. An dieser Stelle
muss die besonders hohe Verantwortung der Jagdausübenden erwähnt werden. Das
Schweizer Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft gruppiert
Alaria alata
in die
Sicherheitsstufe 2 (Z) ein, wobei Z für Zoonose steht. Das BfR empfiehlt daher, das
Fleisch
beim
Nachweis
des
Erregers
aus
Gründen
des
vorbeugenden
Verbraucherschutzes als genussuntauglich für den menschlichen Verzehr zu beurteilen
und nicht für den Verzehr freizugeben. Laut Kapitel VIII der Verordnung (EG) Nr.
854/2004 ist das Fleisch von freilebenden Wild auch dann als genussuntauglich zu
erklären, wenn die Untersuchung auf Merkmale hinweist, dass das Fleisch
gesundheitlich bedenklich ist und das BfR betont, dass Parasitenbefall zu diesen
Merkmalen gehört. Das genussuntaugliche Fleisch muss der unschädlichen Beseitigung
zugeführt werden und der gesamte wirtschaftliche Schaden wird allein vom
„Primärerzeuger“, dem Jagdausübenden getragen. Leider fehlen bislang viele
Informationen über die Prävalenz, die geographische Verteilung, die Befallsstärke und
Dissemination im Wirtstier und die Tenazität des Parasiten. Für eine bessere Detektion
von
Alaria alata
in Fleischproben wurde am Institut für Lebensmittelhygiene eine neue
Methode entwickelt (RIEHN et al. 2010). Mit der sogenannten
Alaria alata
mesocercariae migration technique
(AMT) können die Mesozerkarien in verschiedenen
Organen und Geweben der paratenischen Wirte sicher identifiziert werden. Durch den
Einsatz dieser Methode in der amtlichen Untersuchung besteht so erstmals die
Möglichkeit den Duncker’schen Muskelegel einfach und sicher nachzuweisen. Das
Bundesinstitut für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) betont ausdrücklich, dass die
AMT alle analytischen Anforderungen nach geltendem Gemeinschaftsrecht (VO (EG)
882/2004 Art. 11 Abs. 1 b und Abs. 3) erfüllt und nach AVV LmH Anlage 4 (analog BU
oder SU) im amtlichen Rahmen direkt angewendet werden kann. Das Verfahren wurde
im Institut für Lebensmittelhygiene optimiert und in diversen Ringversuchen validiert
(RIEHN et al. 2010).

!
11!
1.2.2 Lebenszyklus
Der vollständige Lebenszyklus des Parasiten
Alaria alata
wurde in der Mitte des
Zwanzigsten Jahrhunderts erarbeitet (PETROV et al. 1950a, b; POTEKHINA 1950;
SAVINOV 1953a, b; SAVINOV 1954). Auch der Zusammenhang zwischen dem
Duncker’schen Muskelegel, der bereits 1881 entdeckt wurde, und dem Zyklus von
Alaria
alata
konnte erst in diesem Zeitraum erkannt werden (ODENING 1963). MÖHL et al.
(2009) haben den Entwicklungszyklus (Abbildung 1) wie folgt zusammengefasst:
Mitglieder des Genus
Strigeata
haben üblicherweise einen obligaten 4-Wirtezyklus,
jedoch haben sich die
Alaria
spp. zu einem obligatorischen 3-Wirtezyklus mit einem
fakultativen vierten Wirt entwickelt (ODENING 1963). Diese Art von Lebenszyklus wurde
erstmals von BOSMA (1934) beschrieben. Die adulte Trematode
Alaria alata
parasitiert
im Dünndarm der Endwirte. Laut ODENING (1963) können nur Mitglieder (Arten) der
Familie
Canidae
als Endwirte für diese Parasitenart fungieren, doch laut aktuelleren
Studien kommen auch andere Karnivore wie
Felidae
(BOSMA 1934; IASTREB 2005)
und
Mustelidae
(BOSMA 1934; IVANOV 2000; THIESS 2001, 2005) als Endwirte in
Frage. Die adulten Trematoden scheiden im Dünndarm der Endwirte unembryonierte
Eier aus, welche gemeinsam mit den Faeces in die Umwelt gelangen. Nach zwei
Wochen schlüpfen im Wasser aus den Eiern die Miraciden, welche aktiv in die ersten
obligatorischen Zwischenwirte eindringen. Diese Zwischenwirte sind Schnecken der
Spezies
Planorbis
,
Heliosoma
,
Lymnea
und
Ansius
(RUSZKOWSKI 1922; CORT und
BROOKS 1928; BOSMA 1934; ODLAUG 1940; POTEKHINA 1951; PEARSON 1956;
NIKITINA 1986; WOYCIK 2001). In den Süßwasserschnecken findet eine multiple
Vermehrung statt (HIEPE 1985) und nach circa einem Jahr Reifung lassen die
Tochtersporozysten Zerkarien frei, welche einen gegabelten Schwanz aufweisen
(Furozerkarien). Diese Zerkarien schwimmen lebhaft im Wasser umher, dringen aktiv in
den zweiten obligatorischen Zwischenwirt ein und entwickeln sich dort weiter zur
Mesozerkarie. Beim Eindringen in den Wirt werfen sie ihren Schwanz ab. Der zweite
Zwischenwirt kann eine Kaulquappe, ein Frosch oder andere Amphibien sein. Die
Amphibien übertragen die Infektion von aquatisch lebenden Tieren auf terrestrisch
lebende Wirte (DÖNGES 1969). Durch Aufnahme der Amphibien infiziert sich der
Endwirt, in welchem der Parasit eine zyklische transenteropulmoenterale Wanderung
vollzieht (ODENING 1963). Er wandert durch die Darmwand in die Bauchhöhle und

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12!
passiert das Zwerchfell, um weiter in die Brusthöhle zu gelangen. In der Lunge
entwickelt sich die Mesozerkarie weiter zur Metazerkarie. Diese wird hochgehustet,
abgeschluckt und gelangt so schließlich wieder in den Dünndarm. Dort entwickelt sie
sich innerhalb von 14 bis 35 Tagen (CUCKLER 1940, 1949; SAVINOV 1953b;
PEARSON 1956; SHOOP und CORKUM 1983a; SCHNIEDER 2006) zum Adultus um
dort wieder Eier abzulegen und den Zyklus zu vollenden (SAVINOV 1953a; CUCKLER
1940, 1949; PEARSON 1956; ODENING 1963; JOHNSON 1968; HIEPE 1985;
SCHNIEDER 2006). Diese gesamte Entwicklung vom Ei zum adulten Parasiten kann
zwischen 92 und 114 Tage andauern (LUCIUS et al. 1988).
Dieser Lebenszyklus kann durch das Einschalten sogenannter paratenischer Wirte
erheblich erweitert werden, da sich die Mesozerkarie ihren Wirten gegenüber sehr
unspezifisch verhält. Zunächst wurde dieser Begriff als „hotes d`attente“ (= Wartewirt)
von JOYEUX und BAER (1934) eingeführt. Paratenische Wirtsarten sind zum Beispiel
Schweine, Waschbären, Rinder, Pferde und Nagetiere. Diese Spezies sind fakultative
Mesozerkarienwirte und nicht essentiell für die Entwicklung des Parasiten, vollenden
aber den Lebenszyklus aus ökologischer Sicht, da der paratenische Wirt in der
Ernährung des Endwirtes eine größere Rolle spielen könnte als der zweite Zwischenwirt
(MÖHL et al. 2009). Andererseits kann sich dieser Wartewirt auch als „cul-de-sac“
herausstellen, wenn er nicht zum Nahrungsspektrum der Endwirte gehört und sich somit
als Sackgasse für den Parasiten erweist (PEARSON 1956). In den paratenischen Wirten
fällt die Mesozerkarie in eine Art „Ruheform“, welche morphologisch durch das
Vorhandensein von Penetrationsdrüsen und einer Zyste, welche vom Wirtsgewebe
gebildet wird, charakterisiert ist. In diesem Ruhezustand entwickelt sich der Parasit nicht
weiter, kann aber monatelang infektiös bleiben, sich ansammeln und nach Aufnahme
durch einen Endwirt seine Entwicklung fortsetzen (ODENING 1963; BOCH 1992; MÖHL
2009). Des Weiteren können sich die paratenischen Wirte untereinander mit dem DME
infizieren, wobei dieser mehrere solcher Wirtswechsel unbeschadet überstehen kann
(MÖHL 2009; MURPHY 2012).
Im paratenischen Wirt vollzieht die Mesozerkarie eine transenteralsomatische
Wanderung (ODENING 1963). Sie wandert durch die Darmwand in die Bauchhöhle,
weiter in die Muskulatur, vornehmlich der vorderen Körperhälfte, bzw. setzt sich an oder
in die unterschiedlichen Organe fest mit einer hohen Affinität zum angrenzenden

!
13!
Fettgewebe (HIEPE 1985). Aus den Untersuchungen von ODENING (1963) geht hervor,
dass sich die Larven in glasklaren, dünnwandigen Zysten vor allem im Fettgewebe des
Herzbeutels, der Leber, des Zwerchfells und des Gekröses, außerdem im Fett- und
Bindegewebe der Rippenmuskulatur und in Muskeln, Bindegewebe und Sehnen von
Schulter-, Nacken-, Hals- und Schlundmuskulatur befanden. Er erkannte diese Zysten
bereits mit bloßem Auge als kleine helle Bläschen und mit Hilfe einer Lupe erkannte er
innerhalb der Bläschen weiße, bewegliche Mesozerkarien. Zur einwandfreien Diagnose
empfiehlt er das Mikroskop zu benutzen.
Eine Verteilung der Mesozerkarie im Wirtskörper durch den Blutkreislauf wird von
einigen Autoren ebenfalls in Betracht gezogen. So konnte PEARSON (1956) bei einem
experimentell infizierten Fuchs
Alaria canis
Mesozerkarien im Blut der Leber
nachweisen. Auch ALLEN und MILLS (1971) sind der Ansicht, dass Mesozerkarien die
Lunge über das Blut durch die hintere Hohlvene und die rechte Herzkammer erreichen
können. SHOOP und CORKUM (1983a) konnten Mesozerkarien in Herz und Leber,
aber keinerlei Schäden an Gefäßen oder Leberkapsel feststellen. Sie gehen daher
davon aus, dass die Larven keine aktive Körperwanderung vollzogen haben, sondern
passiv über das Blut verteilt wurden. IASTREB et al. (2005) konnten ebenfalls
Mesozerkarien im Blut von Hunden und Katzen nachweisen.
Neben dem oralen gibt es laut SCHNIEDER (2006) einen weiteren, transmammären
Infektionsweg. Es sind 38 Helminthenspezies bekannt, bei denen eine vertikale
Übertragung nachgewiesen wurde. Nur sechs davon gehören zu der Klasse der
Trematoden. Für nur vier von diesen ist von einer postnatalen Übertragung über die
Muttermilch auszugehen, darunter zählen unter anderem die Arten
Alaria marcianae
und
Alaria alata
(SHOOP 1991, 1994). Der Autor ist der Meinung, dass dieser
Übertragungsweg einen signifikanten Mechanismus im Lebenszyklus der Parasiten
darstellt. Eindeutige Belege für die transmammäre Übertragung konnten anhand
experimenteller Infektionen für Karnivore, Nagetiere und Primaten erarbeitet werden
(SHOOP und CORKUM 1983b, 1984, 1987, SHOOP et al. 1990). So konnte
nachgewiesen werden, dass Katzen (Endwirt) nach einmaliger Infektion mit
Mesozerkarien von
A. marcianae
den Parasiten mit der Muttermilch auf die
Neugeborenen von bis zu 5 aufeinander folgenden Würfen übertragen können (SHOOP
und CORKUM 1981). Ähnliche Ergebnisse konnten in Versuchen mit Mäusen und

!
14!
Ratten, die mit Mesozerkarien von
A. marcianae
infiziert wurden, erzielt werden
(SHOOP und CORKUM 1983, 1984). SHARPILO und TKACH (1989) konnten dies in
ihrer Studie für
A. alata
in Russland verifizieren. Klar herausgestellt wurde, dass die
vertikale Übertragung nicht nach der F1-Generation abbricht, sondern über mehrere
Generationen fortgeführt wird. Der einzige Unterschied zwischen den Versuchen bei
Katzen (Endwirt) und Nagetieren (paratenischer Wirt) ist, dass der Parasit sich in der
Katze zum Adulten weiterentwickelt, in den Nagetieren die Entwicklung aber nicht
fortgeführt wird und der Parasit im mesozerkarialen Stadium verbleibt. Der Stimulus, der
die Mesozerkarien dazu veranlasst von ihrem transenteropulmoenteralen Weg
abzuweichen, um in die Milchdrüse zu gelangen, ist bislang nicht hinreichend geklärt.
Miller (1981) geht allerdings von einem hormonellen Stimulus aus. Der gleiche vertikale
Übertragungsweg wurde für Florida-Panther (FOSTER et al. 2009) und Kojoten (PENCE
et al.1988) nachgewiesen.
Im Zuge der transmammären Übertragung konnten SHOOP und CORKUM (1987, 1991)
den Begriff
Amphiparatenensis
prägen. Laut ihrer Definition ist ein amphiparatenischer
Wirt eine Wirtspezies, die zum einen als Endwirt und zum anderen als paratenischer
Wirt fungieren kann. Infiziert sich ein laktierender Endwirt, entwickeln sich die
Mesozerkarien nicht weiter zum adulten Parasiten sondern werden an die Jungtiere
weitergegeben und entwickeln sich erst in diesen zum Adultus. Somit stellen in ein und
derselben Tierart die Muttertiere die paratenischen Wirte und deren Nachkommen die
Endwirte dar. Diese Gegebenheiten konnten SHOOP und CORKUM (1983) bei Katzen
belegen. Das gleiche Phänomen konnten sie für die Spezies Maus, Waschbär und
Primat, welche eigentlich als paratenische Wirte fungieren, nachweisen. Der
Unterschied zur Katze besteht darin, dass in den genannten Spezies unter keinen
bekannten Umständen der Parasit zum Adultus ausreifen würde (SHOOP und
CORKUM 1983, SHOOP et al. 1990). Zusätzlich konnte diese amphiparatenische
Strategie von PENCE et al. (1988) bei Kojoten bestätigt werden.

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!
15!
1.2.4 Pathogenität und Infektionen des Menschen
Mehrere Autoren waren der Meinung, dass der Duncker’sche Muskelegel keine Gefahr
für den Verbraucher darstellt und daher in der Fleischhygiene vernachlässigt werden
kann (OSTERTAG und SCHÖNBERG 1955; LERCHE et al. 1957; BEUTLING 2004).
ODENING (1961) wies jedoch nach, dass der Muskelegel experimentell auf Affen
übertragen werden kann. Dazu verfütterte er eine Kreuzotter (
Vipera berus
), die eine
Dosis von 40 Mesozerkarien enthielt, an einen Rhesusaffen (
Macaca mulatta
Shaw).
Nach etwa einem Monat konnten während der Sektion des Affen 30 dieser Larven
wiedergefunden werden. Unter Abwägung der Besonderheiten des Lebenszyklus von
Alaria alata
kommt ODENING (1963) zu dem Schluss: „Rein theoretisch ist es nun sehr
unwahrscheinlich, dass die bezüglich ihrer Wirte so unspezifische Mesozerkarie von
A
.
alata
vor dem Menschen halt machen würde.“ Dies bestätigt die beiden Autoren
SAVINOV (1954) und SUDARIKOV (1959), die eine Infektion des Menschen durch orale
Aufnahme von DME-positivem Schweinefleisch ebenfalls für möglich hielten. 1969
wiesen auch HASSLINGER und NAGLER (1969) darauf hin, dass der Parasit für den
Menschen potentiell pathogen sei. Einige Jahre später, beschrieben verschiedene
Autoren mehrere Fälle der humanen larvalen Alariose, wobei die klinischen Symptome
von leichten kutanen und respiratorischen Symptomen bis hin zum anaphylaktischen
Abbildung 1:
Lebenszyklus und mögliche Beziehungen zwischen den Wirten der
einzelnen Stadien von
Alaria alata
(ODENING 1963)
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!
16!
Schock mit letalem Ausgang reichten (FALLIS et al. 1973; SHEA et al. 1973; BYERS
und KIMURA 1974; WALTERS et al. 1975; FERNANDES et al. 1976; FREEMAN et al.
1976; BEAVER et al. 1977; MCDONALD et al. 1994; KRAMER et al. 1996; HEDGES
2000; BIALASIEWICZ 2000). Wegen der potentiellen Infektiösität des Parasiten
gegenüber dem Menschen zählt diese Krankheit zu den Zoonosen (SMYTH 1995).
Auch das Schweizer Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft gruppiert
Alaria alata
in die Sicherheitsstufe 2 (Z) ein, wobei das Z für Zoonose steht (BAFU 2011). In
Zusammenhang mit der larvalen Alariose wurde die Infektion des Auges wohl am
häufigsten beschrieben.
SHEA et al. (1973) berichtet von einer kanadischen Frau aus Ontario. Sie wurde im
Januar 1972 wegen intermittierender Sehstörungen des linken Auges über 6 Jahre in
einem Krankenhaus vorstellig. Diese Sehstörungen beschrieb sie initial als schmierig
flatternde Linien. Die Ursache dafür konnte von mehreren Ärzten nicht identifiziert
werden und so gewöhnte sie sich an die Symptome. Im September 1971 aber
verschlechterte sich das Sehvermögen deutlich und im Dezember des gleichen Jahres
bemerkte sie einen schattenartigen Punkt auf ihrem Auge, welcher sich wellenförmig
und wurmartig bewegte. Im Krankenhaus konnte neben einem retinalen Ödem und
oberflächlichen Blutungen ein kleiner weißlicher beweglicher „Wurm“ in der Nähe der
Macula diagnostiziert werden. Dieser „Wurm“ wurde rein optisch anhand seiner Größe,
seiner Morphologie und seiner Bewegung als Mesozerkarie von
Alaria spp
. bestimmt. In
der Anamnese stellte sich heraus, dass die Patientin ihr ganzes Leben lang selbst
Frösche gefangen und im eigenen Haushalt Froschschenkel zubereitet hat. Da auch in
einer
Probe
Froschschenkel
von
1971
aus
der
Kühltruhe
der
Patienten
Diplostomumlarven gefunden werden konnten, lag die Vermutung nahe, dass sie sich
über die Frösche mit dem Parasiten infiziert haben musste. Wahrscheinlich wurde die
Mesozerkarie mit dem Finger ins Auge übertragen und sie penetrierte anschließend
direkt das Auge. Anfängliche Zweifel, dass eine Mesozerkarie über einen Zeitraum von
sechs Jahren die beschriebenen Symptome ausgelöst haben soll, konnten durch
DÖNGES (1969) beseitigt werden. Er beschrieb Larven, die bis zu sieben Jahre lang
überlebten. Nachdem sich das Sehvermögen der Patientin weiter verschlechterte,
entschied man sich, die Larve durch Photokoagulation mittels Argon-Laser abzutöten.

!
17!
Nach einem Monat konnte keine Entzündung durch den toten Wurm festgestellt werden
und das Sehvermögen der Frau verbesserte sich deutlich (SHEA et al. 1973).
BYERS und KIMURA (1974) berichten von einem 17jährigen Jungen aus San
Francisco, Kalifornien, der wegen eines plötzlich eintretenden Gesichtsfeldausfalles
vorstellig wurde. Dem Patienten fiel eine sich aktiv bewegende Larve im Auge auf. Das
Auge zeigte nur minimale Reaktionen auf die Larve in der Retina, aber der Patient
entwickelte Symptome wie Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen und blutigen Husten, die
über drei Tage lang anhielten. Nach der Gabe von Antihelmintika starb die Larve ab und
löste sich auf. Das Auge reagierte mit einer starken Glaskörperreaktion und einer
Makulopathie, das Sehvermögen verschlechterte sich. Nach Prednisolongabe beruhigte
sich das Auge innerhalb von 3 Wochen und auch das Sehvermögen verbesserte sich
wieder. Leider konnte die Larve nicht näher bestimmt werden und auch die
Infektionsquelle konnte nicht eindeutig identifiziert werden (BYERS und KIMURA 1974).
MCDONALD et al. berichten 1994 gleich von 2 Fällen mit humaner intraokulärer
Infektion, die von Mesozerkarien von
Alaria spp
. ausgelöst wurden. Beide Patienten
waren asiatische Männer aus San Francisco, Kalifornien. Im ersten Fall 1989 wurde ein
35jähriger Mann wegen intermittierend schlechtem Sehvermögen im rechten Auge über
die letzten 2 bis 3 Jahre vorstellig. Neben meanderförmigen, pigmentierten Narben und
Blutungen in der Retina fand man eine ca. 500 µm große, gelbe Masse, die sich
zusammenziehend bewegte. Der Parasit wurde fotografiert und anhand seiner Größe,
Morphologie und Bewegung bestimmt. Daraufhin wurde er mit einem Laser
photokoaguliert. Das Auge erholte sich kurze Zeit danach und das Sehvermögen des
Patienten kam zurück. Im zweiten Fall wurde ein 38jähriger Mann wegen
verschwommenen Sehens im linken Auge vorstellig. Man diagnostizierte eine Vaskulitis,
eine Retinitis, einen leicht entzündeten Sehnerv und retinale Blutungen. Die Behandlung
mit Kortikosteroiden linderte die Symptome zunächst, doch 21 Monate später wurde der
Patient erneut vorstellig. Diesmal konnte eine sich bewegende, grau-weißliche Zyste mit
einem Durchmesser von 3 mm im Glaskörper entdeckt werden. Darin bewegte sich ein
circa 500 µm langer, weißer Parasit. Dieser wurde mittels Vitrektomie aus dem Auge
entfernt und im Anschluss wurde die genaue Parasitenart bestimmt. Nach der Operation
erholte sich der Patient schnell und auch sein Sehvermögen kam zurück. Die Anamnese

!
18!
ergab bei beiden Patienten, dass sie mehrmals Froschschenkel in asiatischen
Restaurants konsumiert hatten. Da diese in einer Soße oder Tunke serviert wurden,
konnten die Patienten nicht sicher sagen, ob die Froschschenkel komplett durchgegart
waren. Da keiner der beiden Kontakt zu lebenden Fröschen oder rohen Froschfleisch
hatte, geht der Autor davon aus, dass es sich um eine orale Infektion mit Mesozerkarien
von
Alaria spp
. handelte (MCDONALD 1994).
BIALASIEWICZ (2000) erwähnt in seiner Abhandlung über Neuroretinitis Mesozerkarien
von
Alaria mesocercaria
und
Alaria americana
als einen möglichen infektiösen Auslöser
der diffusen unilateralen subakuten Neuroretinopathie (DUSN). Die Patienten mit DUSN
sind vor allem in den USA und in Ostasien beobachtet worden, in Europa ist diese
Krankheit laut dem Autor eher eine Rarität. Nur bei 25 % der Patienten mit der
Verdachtsdiagnose einer DUSN kann zum Zeitpunkt der Erstvorstellung ein mobiler
Wurm
entdeckt
werden.
Auch
eine
spezifische
Allgemeinsymptomatik
fehlt,
wahrscheinlich weil nur wenige Larven oral aufgenommen werden und noch weniger
Larven vom Dünndarm in die Blutbahn gelangen. Bei der okulären Symptomatik zeigen
75 % der Patienten Visusverlust. Des Weiteren treten Verschwommensehen,
Dyschromatopsie, Netzhaut- und Papillenödeme, Gesichtsfeldausfälle und Blutungen
auf. Einige Patienten können Wurmbewegungen wahrnehmen. Als biomikroskopisch
fassbare Schäden sind grau-weiße chorioretinale Herde, depigmentierte Areale und
chorioretinale Straßen (s.g. „tracks“) beschrieben. Eine sichere Diagnose ist schwierig,
da die Augenmanifestation meist eine Spätfolge der hämatogenen Aussaat darstellt und
daher selten Zeichen einer Allgemeinerkrankung erkennbar sind. Oft wird durch das
Licht der Spaltlampe eine Fluchtreaktion des Parasiten in tiefere Netz- und
Aderhautschichten ausgelöst, was die Diagnostik zusätzlich erschwert. Als Therapie
empfiehlt der Autor Photokoagulation mittels Laser oder das manuelle Entfernen des
Parasiten in einer Pars-plana-Vitrektomie. Zusätzlich wird die Gabe von Kortikosteroide
empfohlen. Er empfiehlt weiterhin das Durchgaren von rohen Speisen, wie Fisch,
Schlangen und Froschschenkel (BIALASIEWICZ 2000).
Auch bei Tieren wird die Infektion des Auges mit Mesozerkarien von
Alaria spp
. von
mehreren Autoren beschrieben. PEARSON (1956) hat in seiner umfassenden Arbeit zu
Alaria spp
. in Ontario zufällig eine Mesozerkarie gefunden, die sich an der Kornea eines
Frosches befestigt hatte und begann ins Auge einzudringen. Er ging dieser

!
19!
Beobachtung aber nicht weiter nach. ASHTON (1969) berichtete von einem Katarrakt
bei Süßwasserfischen, ausgelöst durch Trematoden der Familie
Diplostomatidae
.
WALTERS et al. (1975) übertrugen Mesozerkarien von
Alaria spp
., die aus einem
Frosch isoliert wurden, auf die Kornea von Kaninchen. Sie stellten fest, dass die
Mesozerkarien das Auge penetrierten, im Innern des Auges überlebten und nur wenige
Abwehrreaktionen im Auge auslösten. LESTER und FREEMAN (1976) applizierten in
ihren Versuchen Zerkarien von
Alaria marcinae
auf die Augen von Ratten,
Meerschweinchen, Kaninchen und Fröschen. Diese penetrierten das Auge sofort und
nach 24 Stunden wurden noch 10 % und nach 7 Tagen noch 1 % der Zerkarien in den
Säugetieraugen wiedergefunden. In den Augen der Frösche überlebten 67 % der
Zerkarien die ersten 24 Stunden und 14 % die erste Woche. Die längste Überlebenszeit
der Larven betrug im Rattenauge 18 Tage und im Froschauge 28 Tage. Die meisten
Larven drangen nur bis zur Bowman’schen Membran vor und die wenigen, die bis ins
Stroma eindrangen, waren zu 90 % nach drei Tagen wieder verschwunden. Die Autoren
vermuten, dass sie zurück auf die Kornea gewandert sind und dort vom Augenlid
weggewischt wurden (LESTER und FREEMAN 1976). Ein Jahr später machten sie
ähnliche Versuche, die nun auch das menschliche Auge umfassten. Aufgrund der
Ergebnisse, gehen die Autoren davon aus, dass die dickere menschliche Kornea nicht
von den Zerkarien penetriert werden kann und diese somit nicht von außen, z.B. beim
Baden in das Innere des menschlichen Auges gelangen können und lediglich
oberflächliche pathologische Veränderungen am Auge hervorrufen (LESTER und
FREEMAN 1976).
Zwei Autoren beschreiben Fälle, wo es durch die Mesozerkarie zu Infektionen der Haut
kam. BEAVER et al. (1977) sprechen von einem 43jährigen Mann aus Denham Springs,
Louisiana. Er wurde im Januar 1975 wegen einer 1 x 1 cm großen intradermalen Masse
in der Leistengegend am linken Oberschenkel vorstellig. Nach 3 Wochen fiel eine
ähnliche Gewebsveränderung in der linken Lendengegend auf Höhe des Beckenkamms
auf. Beide Veränderungen wurden entfernt und pathologisch untersucht. Neben
deutlichen Entzündungszellinfiltraten konnten „Würmer“ gefunden werden, die durch
Computer-Rekonstruktion anhand von Größe und Morphologie als Mesozerkarien der
Unterfamilie
Alariae
bestimmt werden konnten. Der Patient zeigte keine weiteren

!
20!
Symptome. Durch die Anamnese wurde der Verzehr eines Waschbären und anderer
Wildtiere, wie Reh, Hase und Eichhörnchen als mögliche Infektionsquelle identifiziert.
KRAMER et al. (1996) sprechen von einem 38jährigen Mann aus Kalifornien, der kurz
nach
seinem
einwöchigen
Kanadaurlaub
im
Oktober
1993
wegen
eines
intermittierenden Hautausschlags und Bronchospasmus vorstellig wurde. Auch eine
Eosinophilie konnte festgestellt werden. Nach oraler Antihistaminikagabe und Inhalation
von Kortikosteroiden klangen die Symptome innerhalb von 6 Wochen ab. Als mögliche
Infektionsquelle kam der Verzehr von rohem Gänsefleisch in Kanada in Betracht. Im
November 1994 hatte der Mann keine Symptome mehr, es wurde aber ein 1 bis 1,5 cm
großer subkutaner Knoten an der Brust entdeckt. In der pathologischen Untersuchung
konnte eine Trematoden-Larve identifiziert werde. Es wurde nicht sicher festgestellt ob
es sich um
Alaria spp
. oder
Strigea spp
. handelte. Auch die Infektionsquelle für den
Knoten war nicht eindeutig zuzuordnen. Da der Mann im Juli Frösche in seiner
Umgebung gefangen, zubereitet und gegessen hatte, könnte er sich neben dem rohen
Gänsefleisch ebenfalls ein weiteres Mal mit dem Froschfleisch infiziert haben.
1976 beschrieben FERNANDES et al. (1976) und FREEMAN et al. (1976) erstmals eine
generalisierte Infektion mit
Alaria spp
. Mesozerkarien. Der 24jährige Patient aus Kanada
wurde mit Symptomen wie Fieber, abdominalen Schmerzen, blutigem Husten,
Kurzatmigkeit und subkutanen Emphysemen ins Krankenhaus eingeliefert, in welchem
er am fünften Tag trotz Behandlung eine dissemenierte intravasale Koagulopathie
entwickelte und nach Lungen- und Hirnblutungen schließlich einem Hirntod erlag. Diese
generalisierte anaphylaktische Reaktion wurde vermutlich durch wiederholte orale
Aufnahme von infiziertem Material ausgelöst, da im Körper des Patienten in der
pathologischen Untersuchung insgesamt mehrere Tausend Mesozerkarien von
Alaria
americana
gefunden
wurden.
Diese
befanden
sich
im
Perikarderguss,
im
Bronchialsekret und vielen Organen, v.a. in den Lymphknoten. Die Gänge des Parasiten
konnten nachverfolgt werden, doch eine entzündliche Reaktion um jeden Parasiten
fehlte. Eine für Helmintheninfektionen kennzeichnende Eosinophilie (FREY und
LÖSCHER 2005) konnte während der gesamten Krankheitszeit nicht festgestellt
werden. Dieses initiale Fehlen ist mit den Untersuchungen von CURTSINGER und
SHOOP (1986) zu erklären. Sie zeigten anhand eines Mäusemodels, dass bei es bei
einer Infektion mit
Alaria spp
. erst nach ca. 10 Tagen zu einem Anstieg der

!
21!
eosinophielen Leukozyten kommt. Die Infektionsquelle konnte nicht eindeutig
identifiziert werden, jedoch lag der wiederholte Verzehr von Froschschenkeln als
auslösende Ursache in dem beschriebenen Fall nahe. Es wurden einige Frösche aus
der Umgebung des Patienten untersucht. 5 von 9 Grünfröschen, 3 Leopardfrösche und
7 Ochsenfrösche hatten insgesamt 7500 Mesozerkarien in sich, wovon allein 7000 auf
die Ochsenfrösche verteilt waren. Die meisten waren Larven von
Alaria americana
, aber
auch einige Larven von
Alaria asisaemoides
und
marcianae
konnten gefunden werden.
In einem großen Ochsenfrosches konnten allein in dessen Hintergliedmaßen
dreitausend Mesozerkarien isoliert werden, welches die hohe Infektionsrate des
erkrankten Mannes erklären könnte (FREEMAN et al. 1976).
1.2.5 Tenazität
Die Tenazität von
Alaria
spp. Mesozerkarien wurde gegenüber verschiedene äußerer
Einflüsse geprüft. Dabei zeigte der Parasit eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber
physikalischer und chemischer Reize. SHOOP (1985) führte bereits Versuche zum
Temperaturverhalten der Mesozerkarie durch und zeigte, dass die Larven stets entlang
eines positiven Gradienten zur wärmeren Temperatur hin wandern und zusätzlich ab
einer Temperatur von 25° C eine verstärkte Motilität aufweisen. Die Larven legen bei
dieser Temperatur Strecken von 2,5 cm in nur 5 Minuten zurück. In Kontrollversuchen
wurde der Einfluss andere Umweltreize auf dieses Verhalten ausgeschlossen. Diese
Ergebnisse bestätigen die Theorie von MCCUE und THORSON (1964) und THORSON
et al. (1964), welche besagt, dass alle Helminthen entlang eines solchen positiven
Temperaturgradienten wandern. Die Autoren wiesen nach, dass die Larven sogar soweit
wandern, bis sie Temperaturbereiche erreichen, in denen sie absterben. Für die Autoren
stellt dies eine fehlgeleitete thermotaktische Reaktion dar. Sie führen diese
„Leerlaufreaktion“ darauf zurück, dass den Parasiten eine negative Rückkopplung fehlt.
Das genaue Gegenteil zu diesen in vitro Versuchen zeigt das Verhalten des Parasiten in
vivo. Denn in lebenden Säugetieren wandern die Mesozerkarien aus dem warmen
Magen-Darm-Trakt in distale Körperregionen bis hin zum Unterhautfettgewebe mit
niedrigeren Temperaturen (SHOOP 1985). Hinsichtlich der Tenazität gegenüber
unterschiedlicher Temperaturen wurden viele Studien durchgeführt, die zwar sehr

!
22!
unterschiedliche Ergebnisse brachten, jedoch gemeinsam zeigten, dass
Alaria
spp.
Mesozerkarien sehr widerstandsfähig gegenüber diverser Temperaturen sind. So
überlebten die Mesozerkarien von
A. alata
bei DUNCKER (1896) 3 bis 4 Tage bei
Kühlschranktemperatur, zeigten jedoch ab 8° C keinerlei Bewegungen mehr. BUGGE
(1942a) konnte bei gleichen Temperaturen noch nach 16 bis 18 Tagen lebende Larven
nachweisen. Bei GONZÁLES-FUENTES et al. (2015) überlebten sie 7 bis 13 Tage im
Kühlschrank. Die Egel konnten innerhalb dieser Zeit durch Wärme immer wieder
stimuliert werden, woraufhin sie erneut Bewegungen zeigten. WALTERS et al. (1975)
konnten in ihren Versuchen zeigen, dass die Mesozerkarien bei 8° C bis zu 3 Monaten
überlebten. Abwechselndes Abkühlen auf Kühlschranktemperatur und Erwärmen auf
Zimmertemperatur überlebten die Parasiten bis zu einem Monat (FREEMAN et al.
1976). In Einfrierversuchen zeigten HASSLINGER und NAGLER (1969) und HIEPE
(1985), dass die Larven bei -20° C bis zu 8 Wochen überleben können. Dies bestätigt
die Aussage von RAU und GORDON (1978), dass die Mesozerkarien von
Alaria
spp. in
ihren poikilothermen Wirten (z.B. in Strumpfbandnattern,
Thamnophis sirtalis sirtalis
) die
kanadischen Winter, in welchen es bis zum -15° C kalt wird, überstehen. Bei weiteren
Versuchen zur Brauchbarmachung von Fleisch konnten Überlebenszeiten von maximal
2 Stunden (GONZÁLES-FUENTES et al. 2015) bis 5 Tagen (VALLÈE 2006; PORTIER
et al. 2011) bei -18° C festgestellt werden.
In Versuchen zur Toleranz gegenüber Wärme zeigten GONZÁLES-FUENTES et al.
(2015), dass die Überlebenszeit der Larven umso kürzer ist, je höher die Temperatur ist.
So starben die Mesozerkarien von
A. alata
in Ringerlösung bei 60° C nach 3 Minuten
ab, während sie bei 30° C hingegen bis zu 28 Stunden überlebten. Bei dem Erhitzen
von Fleisch in einer Mikrowelle (8 kW, 2450 MHz) überlebten die Larven Zeiten von 90
Sekunden, in denen das Fleisch eine Temperatur von ca. 63° C erreichte.
JOHNSON et al. (1985) führten Tenazitätsversuche mit
A. arisaemoides
,
A. marcianae
und
A. mustelae
gegenüber verschiedenen Medien durch. Sie prüften das Verhalten der
Larven im standardisierten NCTC 135-Medium und Triple-Eagle-Medium einzeln oder
kombiniert mit Serum von Hühnern, Hunden, Pferden, Kälbern und Menschen. In
keinem der Medien entwickelte sich die Mesozerkarie weiter zur Metazerkarie.
A. marcianae
wies mit bis zu 27 Tagen die höchste Überlebenszeit in NCTC 135-
Medium gemischt mit Kälberserum auf. In den anderen Medien überlebten in der

!
23!
gleichen Zeit deutlich weniger Mesozerkarien. Auch GONZÁLES-FUENTES et al.
(2014b) überprüften das Verhalten der Larven in verschiedenen Medien. Sie konnten
zeigen, dass die Larven in 1 %iger NaCl-Lösung bis zu 23 Tage überlebten und in
3 %iger NaCl-Lösung hingegen schon nach 24 Stunden abstarben. Bei hohen Ethanol-
Konzentrationen (>8 %) reichte eine Minute Verweilzeit im Medium aus, um die Larven
abzutöten. Bei Ethanol-Konzentrationen unter 5 % hingegen überlebten die Larven
zwischen 30 und 300 Minuten. Des Weiteren simulierten die Autoren eine menschliche
Verdauung mittels der Medien, welche beim Magnetrührverfahren laut VO (EG) Nr.
2075/2005 zur Untersuchung auf Trichinellen eingesetzt werden (8 ml 25 % HCl, 5 g
Pepsin). Unter diesen Bedingungen überlebten die
A. alata
Mesozerkarien maximal 120
Minuten.
Im Rahmen der Brauchbarmachung von Fleisch wurde die Tenazität gegenüber
verschiedenen Herstellungsverfahren von Fleischprodukten untersucht. So konnten
HASSLINGER und NAGLER (1969) und HIEPE (1985) zeigen, dass die Mesozerkarien
in Schweinefleisch den Vorgang des Pökelns bis zu 10 Tage überlebten. In Versuchen
mit Rohschinken, konnten GONZÁLES-FUENTES et al. (2014a) belegen, dass nach 24
Stunden keine lebenden DME mehr während der Produktionsschritte nachgewiesen
werden konnten. In hergestellten und mit DME beimpften Salami und Rohwürsten
(„Knacker“) wurden innerhalb der ersten 24 Stunden noch mehrere lebende
Mesozerkarien gefunden, danach waren allerdings alle Larven abgestorben.
Die Widerstandsfähigkeit der Mesozerkarien gegenüber Trockenheit wurde bislang nur
in einer Studie untersucht. In den Versuchen überlebten die Larven nicht länger als 50
bis 60 Stunden bei Trockenheit und zeigten sich daraufhin im Kompressorium völlig
reaktionslos (HASSLINGER und NAGLER 1969).
FREEMAN et al. (1976) führten einige in vitro Versuche durch, um die Wirksamkeit
einiger Medikamente gegenüber den Mesozerkarien von
A. americana
zu prüfen. Die
Parasiten stammten von einem kanadischen Mann, welcher sich durch den Verzehr von
Froschschenkeln infiziert hatte. Bei den Antiparasitika Bithional und Niridazol reichten
minimale Konzentrationen aus, um die Larven innerhalb von 20 Minuten abzutöten.
Andere Substanzen, wie Antimon-Tartarate, Chloroqouin-PO
4
und Emetin-HCl, zeigten
auch in höchsten Konzentrationen keine direkte Wirkung, sodass die Larven noch bis zu
2 Tage weiterlebten.

!
24!
1.2.6 Wirte des Parasiten – Geographische Verbreitung – Prävalenz
Die unterschiedlichen
Alaria
spp. sind weltweit verbreitet. In Europa und Asien ist
bislang nur eine Art,
Alaria alata
, in der Literatur erwähnt, während in Amerika mehrere
Arten,!
A. arisaemoides, A. canis, A. marcinae, A. mustulae, A. nasuae, A. taxidae
,
erwähnt sind. Das Spektrum an potentiellen Wirten der Trematode ist sehr breit und ist
zum einen abhängig von der jeweiligen
Alaria
Art und zum anderen von der
geographischen Lage und den geoklimatischen Gegebenheiten. Die diversen
Entwicklungsstufen des Parasiten infizieren Schnecken, Amphibien, Reptilien und
Säugetiere. Da vor allem Säugetiere meist Gegenstand eingehender parasitologischer
Untersuchungen sind, ist insbesondere diese Wirbeltierklasse hinsichtlich der Prävalenz
gut erforscht. Vor allem wildlebende Tiere sind häufig infiziert. MEHLHORN (2008)
schätzt, dass ca. 30 % der Wildcaniden Träger von
Alaria alata
sind. Die Liste der
potentiellen Wirte ist in den letzten Jahren durch neue Funde zusätzlich erheblich
erweitert worden.
1) Zerkarienwirte
Die Zerkarie von
Alaria
spp. befindet sich im ersten obligatorischen Zwischenwirt.
Diesen stellen verschiedene Gattungen (
Planorbis
,
Anisus
,
Planorbula
,
Helisoma
) der
Familie
Planorbidae
(Tellerschnecken) und der Familie
Lymnaea
(Schlammschnecken)
dar, die beide zu den
Basommatophora
(Wasserlungenschnecken) gehören. Das
Vorkommen von
Alaria alata
im ersten Zwischenwirt wurde bislang nur in Weißrussland
untersucht. So ermittelte NIKITINA (1986) für die Gemeine Tellerschnecke (
Planorbis
planorbis
) eine Prävalenz von 1,28 % und für die Spitzschlammschnecke (
Lymnaea
stagnalis
) eine Prävalenz von 1,7 %. Für diese Untersuchung wurden die Schnecken in
ein Wasserbecken gesetzt und das Wasser alle zwei Stunden über drei Tage lang auf
Zerkarien untersucht. JOHNSON (1968) fand in Minnesota (USA) Zerkarien von
Alaria
marcianae
in
Helisoma trivolis
(63,33 %),
Helisoma campanulatum
(100 %) und
Helisoma corpulentum
(71,43 %). Im gleichen Untersuchungsgebiet konnte bei
Planorbula armigera
eine Prävalenz von 16,67 % festgestellt werden (JOHNSON 1979).

!
25!
2) Mesozerkarienwirte
Die Mesozerkarien der
Alaria
spp. finden sich zum einen in verschiedenen Amphibien,
die den zweiten obligatorischen Zwischenwirt darstellen und zum anderen in
verschiedenen Amphibien, Reptilien und Säugetieren, die paratenische Wirte darstellen.
Tabelle 1 gibt eine kurze Übersicht, über die Arten aus diversen Ordnungen, die als
Mesozerkarienwirte fungieren können.
2a) 2. Obligatorischer Zwischenwirt
Anura
(Froschlurche) aus der Klasse der Amphibien stellen die zweiten
obligatorischen Zwischenwirte dar, in welchen sich die Zerkarie zur Mesozerkarie
entwickelt. Bislang sind 24 Arten der Familien
Ranidae
(Echte Frösche),
Bufonidae
(Echte Kröten),
Pelobatidae
(Europäische Schaufelfußkröten) und
Hylaidae
(Baumfrösche) als Träger der Mesozerkarie bekannt. Die Prävalenz von
Alaria alata
Mesozerkarien wurde vor allem in Osteuropa untersucht. So wurden
bei verschiedenen Krötenarten in Russland Prävalenzen von bis zu 70 %
gefunden (SHIMALOV und SHIMALOV 2001b, d). Im Osten Deutschlands konnte
ANDREAS (2006) für diese
Alaria
Art Prävalenzen von 6,1 % beim Teichfrosch
(
Rana kl. esculenta
) und bis zu 55,6 % beim Moorfrosch (
Rana arvalis
)
nachweisen. SHOOP und CORKUM (1981) fanden in Louisiana (USA) bei
verschiedenen Amphibienarten Prävalenzen für
Alaria marcianae
zwischen 33,33
und 100 %. In Nordamerika (Arizona und Nord-/Süddakota) lagen die
Prävalenzwerte
für
Alaria
spp.
bei
Rana
catesbiana
(Amerikanischer
Ochsenfrosch) und
Rana pipiens
(Leopardfrosch) zwischen 4 und 55 %
(GOLDBERG et al. 1998, 2001).
b) paratenische Wirte
Die Verbreitung des Parasiten erfolgt nicht nur über die Eier, die der Endwirt mit
seinen Fäzes in die Umwelt ausscheidet, sondern auch über paratenische Wirte,
die den potentiellen Endwirten als Beute und Nahrung dienen. Sowohl zahlreiche
Säugetiere als auch Reptilien und Amphibien sind Wirte für die Mesozerkarien,
die sich in ihnen allerdings nicht weiterentwickeln oder vermehren, sondern
lediglich anreichern. Über diese paratenischen Wirte kann sich auch der Mensch,
welcher selbst ein paratenischer Wirt ist, infizieren. In dieser Hinsicht dürfte das

!
26!
Wildschwein die wohl bedeutsamste Rolle spielen. Daher überrascht es nicht,
dass vor allem Wildschweine häufig Gegenstand von Untersuchungen auf diesen
Parasiten sind. Vor allem in den letzten Jahren gab es vermehrt DME-Funde bei
dieser Tierart, vorrangig Zufallsfunde während der vorgeschrieben Untersuchung
auf Trichinellen, insbesondere in Deutschland, Frankreich und Osteuropa
(JAKSIC 2002; VALLEÉ 2006; 2005; WINKELS 2013). Bei Wildschweinen
kommen hohe Befallsraten zustande, weil sie sich omnivor ernähren und neben
Fröschen auch paratenische Wirte wie Nager, Reptilien und weitere Amphibien
aufnehmen (DÖNGES 1969). Vor allem Gewebe wie Lymphknoten, Kehlkopf,
Bauchfell, Zwerchfell und Zunge sind bei Wildschweinen häufig von den
Mesozerkarien befallen (WINKELS 2013). Hinsichtlich der Prävalenz des
Parasiten bei dieser Tierart hat WINKELS (2013) Ergebnisse aus vielen Gebiete
Deutschlands gesammelt. GROßE und WÜSTE (2007) konzentrierten sich auf
das Bundesland Brandenburg. Die Prävalenzwerte für
Alaria alata
in
Wildschweinen in den unterschiedlichen Regionen lagen zwischen 0,02 und
3,1 %. Im Allgemeinen kann gesagt werden, dass die Werte in wasserreichen
Gebieten signifikant höher liegen als in wasserarmen Gebieten (BUGGE 1942b;
WOJCIK et al. 2001). So zeigte die Untersuchung in 2 Jagdgebieten, dass in der
wasserreichen Region neben dem Vorkommen der infizierten Zwischen- und
Endwirten auch die Infektionsrate bei den paratenischen Wirten hoch war. In der
wasserarmen Region fehlten bereits die Zwischenwirte, sodass bei alle anderen
Wirten auch keine Infektionen nachweisbar waren. Prävalenzwerte bei anderen
paratenischen Wirten wurden v.a. in Weißrussland erfasst. Die Werte variieren
zwischen 0,6 % bei
Apodemus agrarius
(Brandmaus; SHIMALOV 2002a) und
11,7 % bei
Talpa europaea
(Europäischer Maulwurf; SHIMALOV und SHIMALOV
2001b). Reptilien und Eidechsen wurden vor allem in Polen auf Mesozerkarien
untersucht, wobei die maximale Prävalenz von 22,6 % bei einer Kreuzotter
(
Vipera berus
) festgestellt wurde (SHIMALOV 2000b). SHOOP und CORKUM
(1981) konnten in Louisiana (USA) bei 87 % der von ihnen untersuchten
Schlangenarten (
Agkistrodon piscivorus
,
Coluber constrictor
,
Farancia abacura
,
Lampropeltis getulus
,
Necordia cyclopion
,
Necordia erythrogaster
,
Necordia
fasciata
,
Regina rigida
,
Thamnophis proximus
) Mesozerkarien von
Alaria

!
27!
marcianae
finden. In den Schlangen befinden sich die Mesozerkarien
insbesondere im Fettkörper. Darüber hinaus konnten ein Chamäleon (
Anolis
carolinensis
) und ein Alligator (
Alligator mississipiensis
) experimentell infiziert
werden (SHOOP und CORKUM 1981).
Ob Fische auch als paratenische Wirte für
Alaria
spp. fungieren können, ist
bislang noch nicht hinreichend geklärt. Es ist bekannt, dass Diplostomatiden-
Larven die Linse und den Glaskörper im Fischauge befallen können (ASHTON et
al. 1969; HOFFMANN 1976; LEIBOVITZ et al. 1980) und so wiesen RIIS et al.
(1981) lebende Mesozerkarien im periokulären Gewebe bei einem Austernfisch
(
Opsanus tau
) nach. Bei einem Versuch mit Goldfischen, denen PEARSON
(1956) Mesozerkarien von
Alaria canis
fütterte, konnten diese zwar in der
Bauchhöhle wiedergefunden werden, allerdings waren alle Larven abgestorben
und befanden sich in verschiedenen Stadien der Abkapselung. Weder in der
Muskulatur, noch in den Eingeweiden konnten Parasiten nachgewiesen werden.
Weitere acht Fischarten wurden von SHOOP und CORKUM (1981) untersucht,
doch ließen sich bei keiner von ihnen Mesozerkarien nachweisen.

!
28!
Tabelle 1: Übersicht der bislang bekannten Wirte des mesozerkarialen Stadiums von
A. alata
Amphibien
Reptilien
Säugetiere
Ordnung
Anura
Familie
Ranidae
R.
arvalis
(Moorfrosch);
R.
catesbeiana
(Amerikanischer
Ochsenfrosch);
R.
chiricahua
(Chiricahua
leopard
frog);
R.
clamitans
(Schreifrosch);
R. fusca
(brauner Grasfrosch);
R. kl. esculenta
(Teichfrosch);
R.
palustris
(Amerikanischer
Sumpffrosch)
R.
pipiens
(Leopardfrosch);
R.
temporaria
(Grasfrosch);
R.
utricularia
(Südlicher Leopardfrosch)
Familie
Bufonidae
B.
americanus
(Amerikanische
Kröte);
B. bufo
(Erdkröte);
B. calamita
(Kreuzkröte);
B.
viridis
(Wechselkröte)
Familie
Hylidae
H.
chrysoscelis
(Copes
Grauer
Grasfrosch);
H.
cinerea
(Amerikanischer
Laubfrosch);
H.
regilla
(Pacific tree frog);
Pseudacris
nigrita
(Southern Chorus Frog)
Familie
Pelobatidae
P. fusca
(Knoblauchkröte)
Ordnung Squamata
Familie: Viperidae
Agkistrodon
piscivorus
(Wassermokassinotter);
Vipera
berus (Kreuzotter)
Familie: Colubridae
Coluber constrictor (Schwarznatter);
Coronella austriaca (Schlingnatter);
Lampropeltis getulus (Kettennatter);
Natrix natrix (Ringelnatter); Nerodia
cyclopion (Grüne Schwimmnatter);
N.
erythrogaster
(Rotbauch-
Kukrinatter);
N.
fasciata
(Gebänderte
Wassernatter);
Thamnophis
cyrtopsis
(Schwarznacken-
Strumpfbandnatter);
T.
eques
(Mexikanische Strumpfbandnatter);
T.
marcianus
(Karierte
Strumpfbandnatter); T. proximus
(Westliche Bändernatter); T. sirtalis
(Gewöhnliche Strumpfbandnatter)
Familie: Lacertidae
Lacerta agilis (Zauneidechse); L.
vivpara (Waldeidechse);
Familie: Dactyloidae
Anolis carolinensis (Amerikanisches
Chamäleon)
Ordnung Crocodylia
Familie: Alligatoridae
Alligator
mississippiensis
(Mississippi-Alligator)
Ordnung
Anseriformes
Familie
Anatidae
Anas boschas
(Stockente)
Ordnung
Rodentia
Familie
Muridae
Apodemus sylvaticus
(Waldmaus);
Mus
musculus
(Hausmaus);
Rattus rattus
(Hausratte)
Familie
Cricetidae
Peromyscus leucopus
(Weißfußmaus)
Ordnung
Artiodactyla
Familie
Bovidae
Bos taurus
(Hausrind)
Ordnung
Carnivora
Familie
Canidae
Cerdocyon
thous
(Maikong);
Pseudalopex
gymnocercus
(Pampasfuchs)
Familie
Felidae
Oncifelis
geoffroyi
(Kleinfleckkatze);
Puma concolor
(Florida-Panther)
Familie
Mustelidae
Lontra
canadensis
(Nordamerikanischer
Flussotter);
Martes
martes
(Baummarder);
M.
zibellina
(Zobel);
Meles
meles
(Europäischer Dachs); M. erminea
(Hermelin); M. lutreola (Europäischer
Nerz); M. nivalis (Mauswiesel); M.
putorius (Europäischer Iltis);
Taxidae
taxus
(Silberdachs)
Familie
Mephitidae
Spilogale
putorius
(Östlicher
Fleckenskunk)
Familie
Procyonidae
Procyon lotor
(Waschbär)
Familie
Ursidae
Ursus arctos
(Braunbär)
Ordnung
Artiodactyla
Familie
Suidae
Sus scrofa
(Wildschwein);
Sus scrofa
domestica (Hausschwein)
Ordnung
Eulipotyphla
Familie
Talpidae
Talpa
europaea
(Europäischer
Maulwurf)
Familie
Eeinaceidae
Erinaceidae
(Igel)
Ordnung
Galliformes
Familie
Phasianidae
Gallus gallus
(Haushuhn)
Ordnung
Primaten
Familie
Cercopithecidae
Macaca mulatta
(Rhesusaffe)
Ordnung
Didelphimorphia
Familie
Didelphidae
Didelphis virginiana
(Opposum)

!
29!
3) Wirte des adulten Parasiten
In den Endwirten entwickelt sich die Mesozerkarie über die Metazerkarie bis hin zum
adulten Parasiten, welcher im Dünndarm verweilt und Eier ausscheidet, die wiederum
mit dem Kot der Endwirte in die Umwelt gelangen. Aufgrund der Möglichkeit den
Parasiten bei den Endwirten im Kot nachzuweisen, ist diese Wirtsgruppe die die wohl
am genausten und meisten studiert wurde.
Der Rotfuchs (
Vulpes vulpes
), welcher ein weit verbreiteter
Canidae
in Europa ist, stellt
den am häufigsten untersuchten Endwirt dar. Die Prävalenzen wurden für
Alaria alata
,
Alaria marcianae
,
Alaria spp
.,
Alaria mustelae
,
Alaria arisaemoides
und
Alaria
americana
festgestellt. Für
Alaria alata
sind in Deutschland Werte von 15 (NICKEL
1980) bis 30 % (LUCIUS et al. 1988) bekannt, in Polen erreichten sie sogar 76,5 %
(FURMAGA 1951). Besonders bei Untersuchungen des Rotfuches wird die Korrelation
zwischen Prävalenzen von
Alaria
spp. und den geoklimatischen Verhältnissen der
untersuchten Region deutlich. In wasserreichen Gebieten, wo die obligatorischen
Zwischenwirte des Parasiten vorhanden waren, konnten immer höhere Prävalenzwerte
für
Alaria
spp. ermittelt werden, als in wasserarmen Gebieten (LOOS-FRANK und
ZEHYLE 1982; LUCIUS et al. 1988; STEINBACH et al. 1994; MANKE und STOYE
1998; RAMISZ und BALICKA-RAMISZ 2001; SEGOVIA et al. 2002; BALICKA-RAMISZ
et al. 2003; EIRA et al. 2006). WOLFE (2001) konnte darüberhinaus nachweisen, dass
die Prävalenzwerte bei Füchsen in der Fortpflanzungszeit (Januar bis Juni) signifikant
niedriger sind als die der restlichen Zeit des Jahren (Juli bis Dezember).
Ein weiterer sowohl häufig befallener, als auch häufig untersuchter Endwirt ist der Wolf
(
Canis lupus
). Die Prävalenzen für
Alaria alata
liegen hier zwischen 2 % in Spanien
(SEGOVIA 2003) und 89 % in Estland (MOKS et al. 2006).
Alaria
spp. ist weltweit
betrachtet die wohl häufigste Trematode in den nearktischen (Nordamerika bis
Nordmexiko bis Grönland) und paläarktischen (Europa, Nordafrika bis zum Südrand der
Sahara und Asien) Wolfspopulationen. Die mittleren Prävalenzen liegen dabei zwischen
3 und 5 % und
Alaria canis
weist mit 5,1 % in den mittleren Breiten die höchste
Prävalenz auf (CRAIG und CRAIG 2005). Infizierte Wildschweine stellen die
Hauptinfektionsquelle für Wölfe dar, wobei infizierte Kleinnager und Frösche als
Überträger der Infektion nicht auszuschließen sind (BAGRADE et al 2009).

!
30!
Der Marderhund (
Nyctereutes procyonoides
) stellt einen weiteren gut untersuchten
Endwirt dar, welcher vor allem in Osteuropa und seit 1960 auch in Ostdeutschland stark
verbreitet ist.
Alaria alata
zeigt in dieser Tierart in Ostdeutschland Prävalenzen von über
70 % mit einer Befallsintensität von bis zu 16.200 Parasiten pro Tier und ist somit die
wohl am häufigsten nachgewiesene Trematode bei dieser Tierart (THIESS et al. 2001;
THIESS 2004). In Osteuropa sind beim Marderhund Prävalenzen zwischen 23,52 % im
Wolgadelta (IVANOV und SEMENOVA 2000) und 50,8 % in Polesien (SHIMALOV und
SHIMALOV 2002b) bekannt. Weitere Endwirte des Parasiten in Europa sind der
Eurasische Luchs (
Lynx lynx
) mit einer Prävalenz von 6 % in Polen (SZCZESNA 2008),
der Amerikanische Nerz (
Neovison vison
) mit 12,5 % in Polen (GORSKI 2006) bis 21 %
im Wolgadelta (IVANOV 2000), der Fischotter (
Lutra lutra
) mit 2,6 % in Polen (GORSKI
2006)
und
der
Goldschakal
(
Canis
aureus)
mit
20 %
in
Griechenland
(PAPADOPOULOS 1997). In Steinmardern (
Martes foina
) konnten PFEIFFER et al.
(1989) keine
Alaria spp
. nachweisen, obwohl Zwischenwirte vorhanden waren und
Alaria spp
. in Steinmardern aus Nordamerika mit relativ hohen Prävalenzen gefunden
wurden.
Auch domestizierte Tiere, wie Hunde (
Canis lupus familiaris
) und Katzen (
Felis silvestris
catus
) sind als Endwirte bekannt und wurden hinsichtlich der Prävalenz von
Alaria spp
.
untersucht. Auffällig war, dass streunende Tiere im Allgemeinen stärker befallen sind
(PAUNOVIC 1994). Die Prävalenzen beim Hund liegen in Europa zwischen 0,43 % in
Südschweden (JOGELAND et al. 2002) und 16,67 % in Belgrad (KULISIC et al. 1998).
In den USA und Kanada sind Prävalenzen zwischen 7 und 10 % bekannt (ALLEN und
MILLS 1971; UNRUH et al. 1973). Katzen wurden bislang nur in Moskau (IASTREB
2005) und Uruguay (CASTRO 2009) untersucht, wobei Prävalenzen von 1,1 % und
25 % festgestellt wurden.
1.2.7 Nachweisverfahren
Da die adulten Parasiten im Dünndarm der Endwirte verweilen und dort ihre Eier
ablegen,
können
zum
einen
Eier
im
Kot
mittels
Sedimentationsverfahren
(PAPAZAHARIADOU et al. 2007; POPIOLEK et al. 2007; SZCZESNA et al. 2008;

!
31!
BAGRADE et al. 2009; BRIDGER und WHITNEY 2009) und zum anderen die Adulten
bei einer Sektion im Dünndarm nachgewiesen werden.
Für den Nachweis der Larven dieser Trematode gibt es verschiedene Möglichkeiten.
Einige Autoren berichten davon, dass sie die Mesozerkarien bereits makroskopisch oder
nur mit Hilfe einer Lupe im Gewebe identifizieren konnten (BOSMA 1931; BUGGE 1943;
ODENING 1960, 1961a, 1963; HIEPE 1985). Unter der Lupe stellten sich im Gewebe
dünnwandige, glasklare Zysten dar, in deren Inneren bewegliche Larven zu erkennen
waren (BOSMA 1931; BUGGE 1943; ODENING 1961; HIEPE 1985). BAARS (1942)
konnte Paraffinblock-Schnittpräparate von Wildschweinmuskulatur anfertigen, in denen
große, durch Bindegewebe abgegrenzte Hohlräume lagen, in welchen sich
Mesozerkarien befanden.
Mit
der
vornehmlich
für
den
Nachweis
von
Trichinellen
angewandte
Kompressionsmethode konnte DUNCKER 1881 auch Mesozerkarien von
A. alata
nachweisen. Später bedienten sich immer mehr Autoren dieser Methode für den
Nachweis des Trematodenstadiums (BAARS 1942; BUGGE 1942 a, b, 1943;
HASSLINGER und NAGLER 1969; WITTROCK und ULMER 1974). Dieses
Kompressionsverfahren sollte seit dem 01.01.2010 nach Einführung der VO (EG) Nr.
2075/2005 nicht mehr in den EU-Mitgliedsstaaten eingesetzt werden. Stattdessen wurde
eine Verdauung als Magnetrührverfahren als neue offizielle Referenzmethode zum
Trichinellennachweis eingeführt (VO (EG) Nr. 2075/2005 Anhang, Kapitel 1), welche auf
einer 30minütigen HCl/Pepsin-Verdauung basiert. Dazu werden die Gewebeproben bei
einer Konzentration von 8 +/- 0,25 ml von 25 %igem Hydrochlorid und 5 +/- 0,1 g Pepsin
(2000FIP) pro 1 Liter Wasser bei 46 bis 48° C verdaut. Anschließend folgt eine
30minütige Sedimentation des Ansatzes. Das Sediment wird daraufhin unter einem
Stereomikroskop / Trichinoskop auf Trichinellen untersucht. Bei dieser Methode kam es
zu einigen Zufallsfunden des Duncker’schen Muskelegels (GROßE und WÜSTE 2006;
BfR 2007; MÖHL et al. 2009). Viele Nicht-EU-Mitgliedsstaaten wenden weiterhin die
Kompressionsmethode zum Nachweis von Trichinellen und somit auch zum Nachweis
von
A. alata
Mesozerkarien an. In einer kroatischen Studie konnten mit dieser Methode
bei 3 von 120 Wildschweinen Mesozerkarien nachgewiesen werden (JAKSIC et al.
2002).

!
32!
Auch der Nachweis von Mesozerkarien im Blut lebender Tiere ist möglich. IASTREB et
al. (2005) entwickelten eine Methode bei der venöses Blut mit 5 %igem Natriumcitrat im
Verhältnis 1:20 versetzt wird. 1 ml Blut wird in einem Zentrifugenröhrchen mit 9 ml
destilliertem Wasser versetzt und für 5 Minuten ruhen gelassen, damit die Erythrozyten
hämolysieren können. Anschließen wird das Röhrchen für 5 Minuten bei 2000 U/min
zentrifugiert. Der Überstand wird verworfen und das Sediment (0,5 ml) auf einen
Objektträger überführt. Mit einem Deckgläschen abgedeckt wird es mithilfe einer
Stereomikroskops bei 10facher Vergrößerung untersucht. Somit können freie und
enzystierte Mesozerkarien nachgewiesen werden.
Da der Nachweis der Larven im Blut aufwendig ist und bei dem Verdauungsverfahren
eher nur Zufallsfunde zu verzeichnen sind, bedurfte es einer sicheren Nachweismethode
für
A. alata
Mesozerkarien. RIEHN et al. (2010) entwickelten die sogenannte
Alaria alata
mesocercariae migration technique
(AMT). Dieses Verfahren geht auf das
Larvenauswanderungsverfahren nach Baermann zurück, welches Anfang des 20.
Jahrhunderts entwickelt wurde, um Erdproben auf Nematodenlarven zu untersuchen
(BAERMANN 1917). Später wurde dieses Verfahren noch oft modifiziert (CORT et al.
1922; DINABURG 1942; PILLMORE 1958, 1959; TODD et al. 1970). Durch die
Erkenntnis, dass die Larven von
A. alata
eine hohe Affinität zu Flüssigkeiten zeigen und
aktiv
aus
Gewebe
auswandern,
konnten
RIEHN
et
al.
(2010)
das
Auswanderungsverfahren weiter modifizieren. Für die AMT (Abbildung 2) wird lediglich
einen Glastrichter benötigt, welcher in einem Ständer fixiert wird und am unteren Ende
mit einem ca. 10 cm langen Gummischlauch verbunden ist. Dieser wird mit einer
Klemme nach Mohr verschlossen. Das Probenmaterial wird in ein Plastiksieb eingefüllt
und dieses in den Glastrichter überführt. Der Trichter wird mit 46 bis 48° C warmen
Wasser gefüllt, sodass das gesamte Probenmaterial mit Wasser bedeckt ist. Dieser
Ansatz wird 45 Minuten ruhen gelassen, damit die Larven aus dem Gewebe
auswandern und anschließend in der Flüssigkeit zu Boden sinken können. Nach dieser
Migration und Sedimentation werden ca. 20 ml der Flüssigkeit schnell in ein Becherglas
abgelassen und unter einem Stereomikroskop auf das Vorhandensein von
Mesozerkarien
untersucht.
In
ihrer
Studie
verglichen
die
Autoren
das
Verdauungsverfahren, ein modifiziertes Verdauungsverfahren (mit Pankreatin© und
Gallensäure) und die neu entwickelte AMT (RIEHN et al. 2010). Schon bei dem

!
33!
Vergleich
zwischen
dem
Verdauungsverfahren
und
dem
modifiziertem
Verdauungsverfahren zeigten die Larven im modifizierten Verfahren eine höhere
Vitalität. Bei der offiziellen Verdauungsmethode waren die Larven sehr geschwächt oder
sogar tot. Der direkte Vergleich zeigte, dass die neue AMT bis zu 60 % sensitiver ist als
das Referenzverfahren für die Trichinellenuntersuchung (RIEHN et al. 2010). Diese
Tatsache scheint im Anbetracht der erheblich unterschiedlichen Biologie von
Trichinellen und
Alaria alata
nicht verwunderlich (MÖHL et al. 2009). RIEHN et al.
(2010) konnten anhand verschiedener Versuche zeigen:
-
der Zerkleinerungsgrad der Gewebeproben hat wenig bis keinen Einfluss auf die
Anzahl der in der AMT isolierten DME.
-
die Zugabe von Ringer- oder Laktatlösung, einfachem Salz oder Glucose (5 %)
erhöht die Anzahl an isolierten DME nicht, sondern verringert sie zunehmend.
-
die Auswanderungszeit konnte auf 30 Minuten herabgesetzt werden, ohne dass
nennenswerte Verluste in der Anzahl der isolierten DME auffielen.
-
die Wärme des Wassers hat einen positiven Einfluss auf die Aktivität und Motilität
und somit auf die Auswanderung der Larven aus dem Gewebe.
-
da der DME eine Vorliebe für Fett- und Drüsengewebe zeigt, ist die offizielle
Gewebeprobe für die Trichinellenuntersuchung (distale Vordergliedmaßen)
ungeeignet für die Untersuchung auf den DME. Zwerchfell und Zunge stellen die
beste Gewebeprobe für den Nachweis von DME dar.
Zusammenfassend konnte in dieser Studie gezeigt werden, dass das Trichinellen-
Referenzverfahren für den Nachweis von
A. alata
Mesozerkarien ungeeignet ist und
die AMT eine einfache, schnelle und kostengünstige Methode für den Nachweis
dieser Mesozerkarien darstellt. Die AMT bedarf keinerlei Chemikalien, wodurch eine
höhere Überlebensrate und Motilität der Larven garantiert ist, was wiederum die
Diagnose erheblich erleichtert, da der DME vor allem durch sein typisches
Bewegungsmuster identifiziert werden kann. Darüberhinaus wird durch das
Einsparen der Chemikalien das Arbeits- und Umweltrisiko und die Kosten der
Untersuchung minimiert. Die AMT kann somit sehr gut als Routineuntersuchung in
Veterinärämtern eingesetzt werden (RIEHN et al. 2010). Die Eignung und
Praktikabilität der Methode konnte in diversen Ringversuchen validiert werden
(RIEHN et al. 2013b).

image
!
34!
1.2.8 Jagd und Wildverzehr in Deutschland und Sachsen
Die Bundesrepublik Deutschland weist bei einer Gesamtfläche von 357.168 km
2
eine
Jagdfläche von 31,98 Millionen Hektar auf. Laut letzter Meldungen des Deutschen
Jagdschutz Verbandes (DJV) aus dem Jahr 2014 stehen dieser Fläche 368.904
deutsche Jagdscheininhaber gegenüber. Im Jagdjahr 2013/14 konnten diese und
Jagdgäste aus dem Ausland schätzungsweise ein Rohaufkommen von Wildbret (in
Decke / Schwarte) in Höhe von 37.395 Tonnen für die 4 Hauptschalenwildarten Rot-,
Reh-, Dam- und Schwarzwild generieren, was einer reinen Wildfleischmenge von
16.021
Tonnen
entspricht.
Deutschland
weist
in
Europa
die
größte
Schwarzwildpopulation auf (STEINBACH 2010) und so wurden im Jagdjahr 2013/14
474.287 Wildschweine erlegt, was einer Fleischmenge von 18.576 Tonnen entspricht.
Diese Menge reicht jedoch nicht aus, um die Nachfrage auf dem nationalen Markt zu
Abbildung 2: Aufbau eines AMT-Ansatzes

!
35!
decken, sodass allein im Jahr 2013 1.673 Tonnen Wildschweinfleisch und 17.393
Tonnen anderes Wildfleisch aus der EU und Drittländern importiert werden mussten
(DJV 2015). Diese Importzahlen und die Streckendaten ergeben einen ungefähren
Verbrauch von ca. 0,45 kg Wildfleisch pro Bundesbürger.
Nach Angaben des Deutschen Jagdschutz Verbandes (DJV) wurde im Freistaat
Sachsen für das Jagdjahr 2013/14 eine Wildschweinstrecke von 26.173 Stück
ausgewiesen. Sachsen liegt mit 1,7 erlegten Stücken Schwarzwild pro 100 Hektar im
gehobenen Mittelfeld der Länderstatistik. Laut einer Wildtiererfassung im Jahre 2011 im
Freistaat wurde Schwarzwild in 98 % der beteiligten Jagdbezirke bestätigt, in nur 12
Gebieten kam es nicht vor, sodass man von einer flächendeckenden Verbreitung
sprechen kann. In 39 % der untersuchten Gemeinden kam Schwarzwild als Standwild
vor, dabei überwiegend in den waldreichen Regionen, wie die Sächsische Schweiz, der
Oberlausitz, der Dübener und der Dahlener Heide. In 38 % kam das Schwarzwild
sowohl als Stand- als auch als Wechselwild vor, in 19 % nur als Wechselwild. Bei der
Auswertung der Jagdbezirke kamen die Autoren zu dem Schluss, dass in den Gebieten
mit einem mittleren Flächenverhältnis von Wald zu landwirtschaftlicher Fläche von 50:50
in der Regel das Wild als Standwild vorkommt und in Revieren mit mittlerem Wald-Feld-
Verhältnis von 15:85 als Wechselwild. Im dem Jagdjahr 2010/11 konnten ca. 51 % der
Landesstrecke ausgewertet werden. Die Zahl der erlegten Wildschweine schwankte von
0 (in 19 Jagdgebieten) bis zu 9 Stück / 100 Hektar (Landkreis Nordsachsen). Die
höchste Strecke wurde im Landkreis Sächsischen Schweiz / Osterzgebirge verzeichnet.
Auch die Landkreise Nordsachsen, Mittelsachsen, Leipzig, Görlitz und Dresden wiesen
hohe Strecken (>2 Stück / 100 ha) auf (Landesjagdverband Sachsen e.V.). Geht man
von einem durchschnittlichen Gewicht des Tieres von 41 kg aus, dann ergibt sich allein
für den Freistaat Sachsen ein Rohaufkommen von 1.074 Tonnen Wildschweinfleisch.
Des Weiteren wurden im Jagdjahr 2013/14 im Freistaat Sachsen 3.581 Stück Rotwild,
809 Stück Damwild und 32.864 Stück Rehwild erlegt, was einem zusätzlichem
Wildbretaufkommen von ca. 671 Tonnen entspricht (DJV 2015). In diesem
Zusammenhang wird deutlich, dass das Schwarzwild mit Abstand den Hauptteil des in
Sachsen erjagten Wildfleisches darstellt. Wenn man dabei berücksichtigt, dass Sachsen
nach den Stadtstaaten Bremen, Hamburg und Berlin das schlechteste Einwohner /
Jäger Verhältnis aufweist, zeigen diese Zahlen einerseits wie wildreich die sächsischen

!
36!
Wälder sind und andererseits wie effizient die Jagd in Sachsen praktiziert wird. Der
Wildverzehr in Sachsen spielt wie im gesamten Bundesgebiet eine untergeordnete Rolle
im Gesamtfleischverbrauch. Jedoch ist eine zunehmende Positionierung im Bereich der
Premium- und Biolebensmittel zu beobachten.
1.2.10 Verbraucherschutz
ODENING (1961) übertrug erfolgreich
A. alata
Mesozerkarien experimentell auf einen
Rhesusaffen und schloss daraus, dass auch der Mensch ein potentieller paratenischer
Wirt ist. Er legte schon 1963 ausdrücklich nahe, dass eine mögliche Übertragung des
Parasiten durch Fleischverzehr auf den Menschen kommuniziert werden müsse. Er hielt
es daher für überaus wichtig die Mesozerkarie während der Fleischuntersuchung gezielt
zu diagnostizieren und sich nicht wie bislang mit Zufallsfunden zufrieden zu geben.
Dazu erschienen ihm fett- und bindegewebsreiche Proben von Rippenmuskulatur, Hals
und Schultergürtel sinnvoll. Weiterhin empfahl er positiv untersuchtes Fleisch nicht mehr
bedenkenlos für den menschlichen Verzehr freizugeben (ODENING 1963). Vermehrte
Zufallsfunden des DME während der Trichinellenuntersuchung vor allem in Brandenburg
führten 2002 erneut zur Diskussion über eine mögliche Verbrauchergefährdung
(GROßE und WÜSTE 2004, 2005, 2006, 2008). 2007 veröffentlichte das Bundesinstitut
für Risikobewertung eine Stellungnahme zu diesem Thema (BFR 2007). Das
Bundesinstitut betont, dass für den Menschen die Möglichkeit besteht durch den
Verzehr von Wildschweinfleisch an der larvalen Alariose zu erkranken. Im Hinblick auf
die Fleischuntersuchung bei frei lebendem Wild (Kapitel VIII der Verordnung (EG) Nr.
854/2004) ist das Fleisch nicht nur im Falle des Vorkommens von Trichinellen, sondern
auch dann für genussuntauglich zu erklären, wenn die Untersuchung auf Merkmale
(einschließlich Parasitenbefall) hinweist, dass das Fleisch gesundheitlich bedenklich ist.
Laut BfR sollte Fleisch, welches positiv auf den DME untersucht wurde aus Gründen
des vorbeugenden Verbraucherschutzes als untauglich für den menschlichen Verzehr
beurteilt werden. Weiterhin wurde
Alaria alata
vom Schweizer Bundesamt für Umwelt,
Wald und Landschaft (BUWAL) in die Sicherheitsstufe 2 (Z) eingruppiert. (Z) klassifiziert
dabei zoonotische Parasiten, die Wirbeltiere infizieren und in ihnen ein wichtiges
Reservoir bilden können, beziehungsweise die von Wirbeltieren auf Menschen und
umgekehrt übertragbar sind (BAFU 2011).

!
37!
2 Material / Methode
2.1 Prävalenzstudie
2.1.1 Material / Probenbeschaffung
Im Zeitraum vom 03.07.2014 (Datum der Erlegung) bis zum 02.08.2015 wurden
insgesamt 7.303 Gewebeproben von erlegten Wildschweinen gesammelt. Dabei
handelte es sich um Reste von geeigneten Trichinellenproben, die von der Jägerschaft
in den 13 Veterinäruntersuchungsämtern des Freistaat Sachsens eingereicht wurden.
Die Gewebeproben stammten aus den Bereichen der Zwerchfellmuskulatur, der Zungen
und Zwischenrippenmuskulatur und wurden vom Jagdausübenden selbst gewonnen wie
es im Rahmen der Trichinellenuntersuchung geläufig ist (nach VO (EG) Nr. 2075/2005,
Anh., Kap. ,Nr. 2). Da bei der Durchführung der Verdauungsmethode nach Anhang 1
Kapitel 1 VO (EG) Nr. 2075/2005 nur 5 g des Gewebes benötigt und in den meisten
Fällen mehr Gewebe vom Jagausübenden eingereicht wurde, konnten die Reste in
Plastikbeutel verpackt und aufbewahrt werden. Die Plastikbeutel wurden mit der
Wildursprungsnummer
des
jeweiligen
Wildschweines
gekennzeichnet.
Die
Veterinärämter Görlitz und Stadt Leipzig untersuchten die bei ihnen eingereichten
Proben selbständig. Die Proben der übrigen 11 Veterinärämter wurden vom jeweiligen
Amt über die LUA Sachsen in das Institut für Lebensmittelhygiene der Universität
Leipzig weitergeleitet. Bis zur Abholung der Proben vom sogenannten LUA–Kurier
wurden sie in den Ämtern gekühlt gelagert. Auch bei der LUA wurden sie weiterhin
gekühlt gelagert. Nach ihrem Eintreffen im Institut für Lebensmittelhygiene wurden sie
bis zu ihrer Untersuchung bei ca. + 4° C gelagert.
2.1.2 Datenerhebung
Anhand des Wildursprungscheines, welcher mithilfe der Wildursprungsnummer jeder
Probe eindeutig zugeordnet wurde, konnten alle wesentlichen Daten zu den beprobten
Tieren erhoben werden. Neben Erlegungsort und -datum, wurden Altersklasse, Gewicht
und Geschlecht protokolliert. Da die Wildursprungsscheine vom Jäger selbst ausgefüllt
wurden, muss hier von der Richtigkeit ihrer Angaben ausgegangen werden. Im

!
38!
Anschluss an die Untersuchung wurden das Datum der AMT-Untersuchung und das
Ergebnis mit Anzahl der detektierten Larven pro Probe (i.d.R. 30 g) erfasst.
2.1.3 AMT
Das Probenmaterial wurde mittels der
Alaria alata mesocercariae migration technique
(AMT) (RIEHN et al. 2010) untersucht.
1. Materialien
- Messer (Friedr. Dick GmbH & Co. KG, Deizisau, Deutschland), Schere und Pinzette
- Schneidbrett (Westfalia Werkzeugcompany GmbH & Co KG, Hagen, Deutschland)
- Mehrtrichterstativ (Eigenbau, für 10 Trichter)
- Glastrichter, Durchmesser 10 cm (Glaswarenfabrik Karl Hecht KG, Sondheim,
Deutschland)
- Kunststoffsieb, Durchmesser 9 cm, Ø Maschenweite 335 x 125 µm (Fackelmann
GmbH & Co. KG, Hersbruck, Deutschland)
- Gummischlauch, ca. 8 cm lang, Durchmesser 10 mm (Deutsch & Neumann GmbH
Laborerzeugnisse, Berlin, Deutschland)
- Quetschhähne nach Mohr, 60 mm (Glaswarenfabrik Karl Hecht KG, Sondheim,
Deutschland)
- Bechergläser 50 ml (Glaswarenfabrik Karl Hecht KG, Sondheim, Germany) oder
Trichoview 50 ml (MAKRUTZKI et al. 2014)
- Stereomikroskop (Olympus SZX12, Olympus Deutschland GmbH, Hamburg,
Deutschland) oder Inversmikroskop (Zeiss PrimoVert, Carl Zeiss Microscopy GmbH,
Jena, Deutschland )
- Larvenzählbecken, aus 3 mm starken Acrylplatten; Seitenwände (lange Seite)
230 x 20 mm; Seitenwände (kurze Seite) 40 x 20 mm; Boden 180 x 40 mm, eingeteilt in
10 x 10 mm große Felder (Robert Kind GmbH, Lichtenfels, Deutschland)
- Lauwarmes Leitungswasser, 40 – 43° C
- Waage (Typ Sartorius BP610, Sartorius AG, Göttingen, Deutschland)
- Kurzzeitwecker (Roth GmbH & Co.KG, Karlsruhe, Deutschland)

image
!
39!
2. Verfahren
- Die Glastrichter wurden im Stativ fixiert und die Gummischläuche an den
Trichterstielen angebracht.
- Unter die Schläuche wurde je ein Becherglas / Trichoview zum Ablassen des
Sediments platziert.
- In jeden Trichter wurde ein Sieb eingesetzt.
- Die Gewebeproben (i.d.R. 30 g) wurden mit dem Messer grob zerkleinert (Ø 1 cm).
- Das Untersuchungsmaterial wurde in ein Sieb gegeben.
- Der Trichter wurde dann mit etwa 150 ml lauwarmem (40 – 43° C) Leitungswasser
aufgefüllt, wobei auf die vollständige Bedeckung des Probenmaterials geachtet wurde.
- Der Probenansatz wurde für 45 Minuten bei Raumtemperatur belassen, damit
eventuell enthaltene Larven auswandern konnten.
- Nach dieser Zeit wurden ca. 20 ml Flüssigkeit schnell in das Becherglas / den
Trichoview abgelassen.
- Danach wurde die Flüssigkeit mittels Stereomikroskop / Inversmikroskop mit 2,5– bis
4facher Vergrößerung untersucht. Bei verdächtigen Bereichen oder Formen wurde die
Vergrößerung erhöht.
- Der DME ist in der Regel an seiner Form und seinem charakteristischem
Bewegungsmuster eindeutig zu erkennen (Abbildung 3)
-
Abbildung 3: Zwei
Alaria alata
Mesozerkarien zu verschiedenen Zeitpunkten. Zu erkennen ist
das typisches Bewegungsmuster des DME (RIEHN et al. 2010).
!

!
40!
3.1.4 Statistische Datenauswertung
Die statistische Auswertung wurde mit der Software GraphPad Prism 4 berechnet. Bei
der Infektionsrate / Prävalenz wird der p – Wert nach einem Chi-Square-test angegeben.
Der Auswertung wurde dabei ein Signifikanzniveau von α = 0,05 zugrunde gelegt. Bei
der Ermittlung von Korrelationskoeffizienten zwischen DME-Anzahl und Gewicht der
infizierten Tiere und zwischen Prävalenz und Anteil der Wasserflächen der einzelnen
Kreise / kreisfreien Städte waren die Werte nicht normalverteilt. Daher wurden
eventuelle Korrelationen mithilfe des Spearman-Tests überprüft.
2.2 Monitoring
Verbreitungsschwerpunkte
Anhand der Wildursprungsscheine können die erlegten Tiere zum einem den 13
Landkreisen / kreisfreien Städte und zum anderen genauen Jagdgebieten zugeordnet
werden. Durch die Auswertung dieser Informationen von den DME-positiv beurteilten
Tieren können geographische Verbreitungsschwerpunkte ermittelt werden. Die Daten
aus den Wildursprungsscheinen wurden mit Hilfe des Programms Excel 2011 (Microsoft,
Redmond, USA) erfasst, sortiert und ausgewertet. Des Weiteren konnte mit dem
Programm Google Earth (Google, Mountain View, USA) eine Karte mit den
Jagdgebieten, in denen DME-positive Wildschweine identifiziert wurden, erstellt werden.
2.3 Tenazität
2.3.1 Tenazität von Mesozerkarien in gefrorenem Fleisch im Hinblick auf
verschiedene Temperatur- und Zeit-Profile
Als Ausgangsmaterial für diesen Versuch diente das infizierte Fleisch von hochpositiven
Wildschweinen. Insgesamt wurden fünf Versuche durchgeführt. Das Fleisch wurde in 25
Einzelproben zu je 30 g portioniert und in jede Probe wurden fünf vitale Larven
eingesetzt. Alle Proben wurden einzeln verpackt und beschriftet. Die Proben wurden
anschließend bei -19° C (± 1° C) eingefroren und über einen Zeitraum von 3 bis 7 Tage
gelagert und täglich untersucht. An jedem Untersuchungstag wurden je drei Proben

!
41!
mittels AMT untersucht und die Tenazität der Mesozerkarien anhand ihrer Motilität
überprüft.
2.3.2 Toleranz gegenüber Kochsalz, Nitritpökelsalz und Pfeffer
(Rohwurstherstellung)
Auch für diesen Versuch diente hochpositives Wildschweinfleisch als Ausgangsmaterial.
Das Fleisch (1,5 kg) wurde in Würfel mit 1 cm Kantenlänge geschnitten und in 3
Gruppen (je 500 g) geteilt. Der ersten Gruppe wurde nichts (Kontrollgruppe), der zweiten
Gruppe 12 g Kochsalz und der dritten Gruppe 12 g Nitritpökelsalz und 1,5 g schwarzer
Pfeffer zugesetzt. Im Anschluss wurden diese Massen in Kunststoffdärme (Kaliber
40 mm) abgefüllt. Insgesamt wurden so 30 Würste nach Art einer groben Mettwurst
hergestellt. Die Würste reiften 24 h hängend bei Raumtemperatur, wurden dann in einer
Räucheranlage für 60 min getrocknet und abschließend bei 22° C und 75 % geräuchert.
Abschließend wurden die Proben mittels der AMT untersucht und die detektierten
Larven hinsichtlich ihrer Motilität untersucht und die Tenazität bewertet.
3 Ergebnisse
3.1 Prävalenz
Über den Zeitraum vom 03.07.2014 bis zum 02.08.2015 wurden insgesamt 7.303
Wildschweine aus ganz Sachsen mittels der AMT untersucht. Von diesen 7.303 Tieren
wurden insgesamt 243 (3,33 %) Tiere positiv auf den DME getestet. Bezogen auf die 13
einzelnen Landkreise / kreisfreien Städte im Freistaat Sachsen variieren diese
Prävalenzen stark. Die Prävalenzwerte beziehen sich allerdings nur auf die Tiere, die
tatsächlich mit der AMT untersucht wurden und nicht auf alle im Freistaat erlegten und
auf Trichinellen untersuchten Wildschweine. Die Werte stellen also keine absoluten
Zahlen für den jeweiligen Kreis / kreisfreie Stadt dar. Die verschiedenen Kreise haben
nicht alle im gleichen Zeitraum Proben untersucht bzw. für die Untersuchung an unser
Institut gesandt. Zusätzlich war die Anzahl an untersuchten Tieren innerhalb der
einzelnen Kreise sehr unterschiedlich, was zum einen an den unterschiedlichen

!
42!
Gesamtstrecken des jeweiligen Kreises und zum anderen an der unterschiedlichen
Länge des Untersuchungszeitraumes liegt. Die Prävalenzwerte einzelner Kreise können
aufgrund dieser geringen oder auf den Jahresverlauf gesehen lückenhaften Daten
eventuell geringfügig über- bzw. unterschätzt sein. Des Weiteren sollte erwähnt werden,
dass die Proben aus dem Landkreis Görlitz vorselektiert wurden. Da in diesem
Landkreis das DME-Problem klar erkannt wurde und aktuell nach Lösungen gesucht
wird, teilen die Verantwortlichen den Kreis in verschiedene Risiko-Zonen ein. Die
untersuchten Proben stammen aus den risikoreicheren Zonen, sodass die Prävalenz
dieses Landkreises wahrscheinlich überschätzt wird.
In 3 Kreisen / kreisfreien Städten (Dresden, Zwickau und Chemnitz) wurde bei keinem
Tier DME nachgewiesen (Prävalenz 0 %). In den anderen 9 Kreisen / kreisfreien
Städten lagen die Prävalenzen zwischen 0,18 und 27,73 %. Die Prävalenzen der 13
Kreise / kreisfreien Städte mit dem jeweiligen Untersuchungszeitraum und der jeweiligen
Anzahl an beprobten Tiere ist in Tabelle 2 dargestellt.
Die statistische Auswertung zeigte, dass die Prävalenzen innerhalb der 13 Kreise /
kreisfreien Städte signifikante Unterschiede aufweisen (p < 0,0001; Abbildung 4). Für
die weitere Analyse wurden die 13 Kreise in 3 Gruppen eingeteilt. In der Gruppe 1
bestehend aus Görlitz und Bautzen weisen die Kreise Prävalenzen deutlich über 20 %
auf. In der Gruppe 2 bestehend aus Landkreis Leipzig, Stadt Leipzig, Meißen und
Nordsachsen, weisen die Kreise Prävalenzen von über 1 % auf. In der Gruppe 3,
bestehend aus Dresden, Chemnitz, Zwickau, Vogtland, Mittelsachsen, Erzgebirge und
der Sächsischen Schweiz, weisen die Kreise Prävalenzen zwischen 0 und 1 % auf.
Innerhalb der jeweiligen Gruppe waren keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich der
Prävalenz nachweisbar (Gruppe 1 p = 0,1623; Gruppe 2 p = 0,3963; Gruppe 3
p = 0,6686). Beim Vergleich der 3 Gruppen zueinander wurde deutlich, dass sich alle
Gruppen signifikant voneinander unterscheiden (p < 0,0001).

!
43!
Tabelle 2:
Übersicht der 13 Kreise / kreisfreien Städte mit jeweiligem Untersuchungszeitraum, Anzahl
untersuchter Tiere und Prävalenz.
Kreis
Zeitraum
n
positive %
Landkreis Leipzig
22.07.2014-05.07.2015 1776
38
2,14
Stadt Leipzig
02.07.2014-28.06.2015 280
3
1,07
Dresden
16.07.2014-26.03.2015 19
0
0
Görlitz
03.07.2014-02.08.2015 552
125
22,65
Zwickau
19.07.2014-16.06.2015 650
0
0
Meißen
03.01.2015-28.06.2015 240
7
2,92
Vogtland
14.06.2014-24.06.2015 552
1
0,18
Bautzen
29.01.2015-23.06.2015 220
61
27,73
Chemnitz
09.10.2014-10.11.2014 10
0
0
Mittelsachsen
30.07.2014-09.07.2915 1064
1
0,09
Nordsachsen
17.07.2014-04.07.2015 86
3
3,49
Erzgebirge
21.10.2014-18.04.2015 154
1
0,65
SächsischeSchweiz /
Osterzgebirge
12.07.2014-19.05.2015 1700
3
0,18
alle 13 Kreise
03.07.2014-02.08.2015 7303
243
3,33
!
Abbildung 4:
Balkendiagramm zur Übersicht der prozentualen Anteile (Y–Achse) an positiv (grün) und
negativ (rot) untersuchten Tieren in den 13 Kreisen / kreisfreien Städten (X–Achse).
2,1%%
1,1%%
0,0%% 22,6%% 0,0%%
2,9%%
0,2%% 27,7%% 0,0%%
0,1%%
3,5%%
0,6%%
0,2%%
0%%
10%%
20%%
30%%
40%%
50%%
60%%
70%%
80%%
90%%
100%%
Landkreis%Leipzig%
Stadt%Leipzig%
Dresden%
Görlitz%
Zwickau%
Meißen%
Vogtland%
Bautzen%
Chemnitz%
MiLelsachsen%
Nordsachsen%
Erzgebirge%
SächsischeSchweiz%
neg%
pos%

!
44!
Altersklassen
In Tabelle 3 ist eine Übersicht der Altersklassen nach Kreisen / kreisfreien Städten
getrennt mit jeweiligen Untersuchungszahlen und Prävalenzen zu finden. Von den 7.303
Tieren wurden anhand der von den Jägern ausgefüllten Wildursprungsscheinen 3.063
der Altersklasse (AK) 0, 3.222 der AK 1, 891 der AK 2, 54 der AK 3 und 6 der AK 4
zugeordnet. Bei 67 Tieren war keine Altersklasse angegeben, auch die Gewichtsangabe
bei diesen Tieren fehlte, sodass sie keiner AK zugeordnet werden konnten. In Sachsen
ist das Einordnen von Wildschweinen in die AK 3 oder 4 schon seit Langem nicht mehr
üblich, allerdings wurde von der Richtigkeit der von den Jägern ausgefüllten
Wildursprungsscheine ausgegangen und daher diese Daten so übernommen. Im
gesamten Freistaat konnten bei 71 (2,3 %) Tieren der AK 0, bei 141 (4,4 %) Tieren der
AK 1, bei 28 (3,1 %) Tieren der AK 2 und bei 2 (3,7 %) Tieren der AK 3 DME
nachgewiesen. In den 6 Tieren der AK 4 konnten keine DME isoliert werden. Von den
67 (1,5 %) Tieren, die keiner Altersklasse zugeordnet werden konnten, ist ein Tier als
positiv bewertet worden.
Für die statistische Auswertung wurden die Altersklassen 3 und 4 der AK 2 zugeordnet,
da diese Einteilung tatsächlich fachlichen korrekt wäre. Zunächst wurden die
Altersklassen aller Wildschweine aus Sachsen verglichen (Abbildung 5 und 6). Dabei
wurde ein signifikanter Unterschied (p < 0,0001) zwischen der AK 0 und AK 1
nachgewiesen. Alle anderen Altersklassen unterschieden sich nicht signifikant
voneinander (AK 0 und 2 p = 0,1867; AK 1 und 2 p = 0,1149). Des Weiteren wurden die
Altersklassen innerhalb der drei zuvor gebildeten Kreis-Gruppen miteinander verglichen.
Hierbei konnten keine signifikanten Unterschiede nachgewiesen werden (Gruppe 1
p = 0,9686; Gruppe 2 p = 0,5856; Gruppe 3 p = 0,2570; Abbildungen 7,8 und 9).

image
image
image
image
image
image
image
image
image
!
45!
Tabelle 3:
Übersicht der Altersklassen nach Kreisen / kreisfreien Städte mit jeweiligen
Untersuchungszahlen und Prävalenzen.
Kreis
n / positive %
AK 0
%
AK 1
%
AK 2
%
AK 3 %
AK 4 %
o.A.
%
Landkreis Leipzig
1776 / 38
2,14
751 / 17
2,3
790 / 14
1,8
205 / 5
2,4
23 / 2 8,7 4 / 0
0
3 / 0
0
Stadt Leipzig
280 / 3
1,07
154 / 1
0,7
88 / 2
2,3
35 / 0
0
1 / 0
0
-
-
2 / 0
0
Dresden
19 / 0
0
3 / 0
0
6 /0
0
4 / 0
0
-
-
-
-
6 / 0
0
Görlitz
552 / 125
22,65 162 / 42
25,9 330 / 70
21,2 51 / 13
25,5 1 / 0
0
-
-
8 / 0
0
Zwickau
650 / 0
0
331 / 0
0
216 / 0
0
91 / 0
0
5 / 0
0
1 / 0
0
6 / 0
0
Meißen
240 / 7
2,92
66 / 0
0
135 / 5
3,7
33 / 2
6,1
2 / 0
0
-
-
4 / 0
0
Vogtland
552 / 1
0,18
209 / 0
0
252 / 0
0
81 / 1
1,2
5 / 0
0
-
-
5 / 0
0
Bautzen
220 / 61
27,73 40 / 8
20,0 153 / 46
30,1 21 / 6
28,6 3 / 0
0
-
-
3 / 1
33,3
Chemnitz
10 / 0
0
6 / 0
0
1 / 0
0
1 / 0
0
-
-
-
-
2 / 0
0
Mittelsachsen
1064 / 1
0,09
482 / 0
0
459 / 1
0,2
107 / 0
0
5 / 0
0
-
-
11 / 0 0
Nordsachsen
86 / 3
3,49
14 / 0
0
44 / 3
6,8
27 / 0
0
1 / 0
0
-
-
-
-
Erzgebirge
154 / 1
065
77 / 1
1,3
57 / 0
0
18 / 0
0
-
-
-
-
2 / 0
0
SächsischeSchweiz 1700 / 3
0,18
768 / 2
0,3
691 / 0
0
217 / 1
0,5
8 / 0
0
1 / 0
0
15 / 0 0
alle 13 Kreise
7303 / 243
3,33
3063 / 71 2,3
3222 / 141 4,4
891 / 28 3,1
54 /2 3,7 6 / 0
0
67 / 1 1,5
!
Abbildung 5:
!
Balkendiagramm zur Übersicht des Untersuchungsergebnisses (X–Achse) aller in
Sachsen untersuchten Tiere (Y–Achse) in den Altersklassen 0 (schwarz), 1 (grau) und 2 (hellgrau).
Alle
neg
pos
0
500
1000
1500
2000
2500
3000
3500
0
1
2
DME Sachsen Altersklassen.pzf:Alle graph - Thu Aug 20 14:27:57 2015
Ergebnis der AMT
Anzahl Tiere
Altersklasse
0
1
2
!

image
image
image
image
image
image
image
image
image
!
46!
!
!
!
!
Abbildung 6:
!
Balkendiagramm zur Übersicht des prozentualen Anteils (Y–Achse) der positiv (grün)
und negativ (rot) untersuchten Tiere aus Sachsen in den Altersklassen 0, 1 und 2 (X–Achse).
!
!
!
Abbildung 7: Balkendiagramm zur Übersicht von positiv (grün) und negativ (rot) untersuchten Tieren
(Y–Achse) in den Altersklassen 0, 1 und 2 (X–Achse) in Gruppe 1 (Görlitz und Bautzen).
Bautzen/Görlitz
0
1
2
0
100
200
300
400
neg
pos
DME Sachsen Altersklassen.pzf:Bautzen/Görlitz graph - Thu Aug 20 14:27:57 2015
Altersklasse
Anzahl Tiere
Gruppe 1
neg
pos

image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
!
47!
!
Abbildung 8: Balkendiagramm zur Übersicht von positiv (grün) und negativ (rot) untersuchten Tieren
(Y–Achse) in den Altersklassen 0, 1 und 2 (X–Achse) in Gruppe 2 (Landkreis Leipzig, Stadt Leipzig,
Meißen, Nordsachsen).
!
Abbildung 9: Balkendiagramm zur Übersicht von positiv (grün) und negativ (rot) untersuchten Tieren
(Y–Achse) in den Altersklassen 0, 1 und 2 (X–Achse) in Gruppe 3 (Dresden, Zwickau, Vogtland,
Chemnitz, Mittelsachsen, Erzgebirge, Sächsische Schweiz).
DD...
0
1
2
0
1000
2000
neg
pos
DME Sachsen Altersklassen.pzf:DD... graph - Thu Aug 20 14:27:57 2015
Altersklasse
Anzahl Tiere
Gruppe 3
neg
pos
LL...
0
1
2
0
250
500
750
1000
1250
neg
pos
Altersklasse
Anzahl Tiere
Gruppe 2
neg
pos

image
!
48!
Geschlecht
In Tabelle 4 ist eine Übersicht der Untersuchungszahlen und Prävalenzen nach Kreisen
/ kreisfreien Städten und Geschlecht der Tiere gegeben. Von den 7.303 Tieren waren
3.911 (53,6 %) männlichen und 3.305 (45,3 %) weiblichen Geschlechts. Bei 87 (1,2 %)
Tieren wurde kein Geschlecht angegeben. Im gesamten Freistaat konnten bei 130
(3,3 %) männlichen Tieren und bei 111 (3,40 %) weiblichen Tieren DME nachgewiesen
werden. Von den 87 Tieren, bei denen kein Geschlecht angegeben war, sind 2 (2,3 %)
positiv bewertet worden.
Statistisch gab es hinsichtlich der Befallshäufigkeit zwischen den Geschlechtern keinen
signifikanten Unterschied (p = 0,9875; Abbildung 10).
!
Abbildung 10:
Balkendiagramm zur Übersicht des prozentualen Anteils (Y–Achse) der positiv (grün)
und negativ (rot) untersuchten Tiere aus Sachsen männlichen und weiblichen Geschlechts (X–Achse).
!
!
!
!
!
!
!
!
!

!
49!
Tabelle 4:
Übersicht der Geschlechter nach Kreisen / kreisfreien Städte mit jeweiligen
Untersuchungszahlen und Prävalenzen
Kreis
n/positive %
m
%
W
%
o.A.
%
Landkreis Leipzig
1776 / 38
2,14
952 / 16
1,7
814 / 22
2,7
10 / 0
0
Stadt Leipzig
280 / 3
1,07
133 / 1
0,8
141 / 2
1,4
6 / 0
0
Dresden
19 / 0
0
8 / 0
0
5 / 0
0
6 / 0
0
Görlitz
552 / 125
22,65
301 / 69
22,9
247 / 56
22,7
4 / 0
0
Zwickau
650 / 0
0
333 / 0
0
311 / 0
0
6 / 0
0
Meißen
240 / 7
2,92
140 / 4
2,9
99 / 3
3
1 / 0
0
Vogtland
552 / 1
0,18
299 / 0
0
243 / 1
0,4
10 / 0
0
Bautzen
220 / 61
27,73
129 / 37
28,7
89 / 23
25,8
2 / 1
50,0
Chemnitz
10 / 0
0
2 / 0
0
5 / 0
0
3 / 0
0
Mittelsachsen
1064 / 1
0,09
615 / 0
0
432 / 1
0,2
17 / 0
0
Nordsachsen
86 / 3
3,49
48 / 1
2,1
36 / 2
5,6
2 / 0
0
Erzgebirge
154 / 1
0,65
77 /0
0
74 / 0
0
3 / 1
33,3
SächsischeSchweiz /
Osterzgebirge
1700 / 3
0,18
874 / 2
0,2
809 / 1
0,1
17 / 0
0
alle 13 Kreise
7303 / 243 3,33
3911 / 130 3,3
3305 / 111
3,4
87 / 2
2,3
Jahresverlauf
Wie in Abbildung 11 dargestellt, gibt es im Jahresverlauf hinsichtlich des Auftretens des
DME einige Schwankungen. Deutlich erkennbar sind gehäufte DME-Nachweise in den
Monaten April, Mai und Juni, wobei zwischen den Monaten März und April ein
erkennbarer Anstieg und im Monat Juli ein erkennbarer Abfall zu verzeichnen ist. Diese
gehäuften Nachweise könnten mit der Amphibienwanderung, welche vornehmlich in den
Monaten März, April und Mai stattfindet, in Verbindung gebracht werden. Zu dieser Zeit
treten Frösche, die als zweiter Zwischenwirt die Mesozerkarie der Trematode auf die
Wildschweine überträgt, zeitlich und mengenmäßig gehäuft auf. Somit ist die
Wahrscheinlichkeit, dass die Wildschweine Frösche aufnehmen zu dieser Zeit höher.
Die hingegen geringe Nachweishäufigkeit in den Monaten August, September und
Oktober könnte mit der Tatsache assoziiert sein, dass die Wildschweine sich zu dieser
Zeit überwiegend in den Maisfeldern aufhalten und dort ihre Nahrung suchen.

image
!
50!
!
Abbildung 11:
Jahresübersicht des DME-Vorkommens im Freistaat Sachsen. Angeben
sind prozentuale Anteile (Y–Achse) von negativ (rot) und positiv (grün) untersuchten
Wildschweinen in den einzelnen Monaten (X–Achse).
!
Prävalenz vs. Wasserfläche
In Tabelle 5 ist ein Überblick zu der Gesamtfläche, der Wasserfläche und dem sich
daraus ergebenen Anteil der Wasserfläche zur Gesamtfläche der 13 Kreise / kreisfreien
Städte dargestellt. Zusätzlich werden Anzahl der untersuchten Tiere, Anzahl der positiv
bewerteten Tiere und die sich daraus ergebene Prävalenz angegeben. Der prozentuale
Anteil an Wasserflächen zur Gesamtfläche der Kreise / kreisfreien Städte wurde mit der
Prävalenz der jeweiligen Kreise mit Hilfe des Spearman-Tests verglichen. Bei einem
r = 0,8283 ergab sich ein starker Zusammenhang (r
2
= 0,6972) zwischen der
Wasserfläche und der Prävalenz (Abbildung 12).
Anteil (%)

!
51!
Tabelle 5:
Übersicht zur Gesamtfläche, Wasserfläche und dem sich daraus ergebenen Anteil der
Wasserfläche zur Gesamtfläche der 13 Kreise / kreisfreien Städte. Zusätzlich werden Anzahl der
untersuchten Tiere, Anzahl der positiv untersuchten Tiere und die sich daraus ergebene Prävalenz
angegeben.
Kreis&
n/positive&
%&
Kreisfläche&
(km
2
)&
Wasserfläche&
(km
2
)&
Anteil&
Wasserfläche&
von&Gesamtfläche&(%)&
Landkreis*Leipzig*
1776*/*38*
2,14*
1647*
43,7*
2,7*
Stadt*Leipzig*
280*/*3*
1,07*
297*
11*
3,7*
Dresden*
19*/*0*
0*
328*
6,8*
2,1*
Görlitz*
552*/*125*
22,65* 2106*
59,2*
2,8*
Zwickau*
650*/*0*
0*
949*
9,9*
1*
Meißen*
240*/*7**
2,92*
1452*
31,9*
2,2*
Vogtland*
552*/*1*
0,18*
1412*
17,4*
1,2*
Bautzen*
220*/*61*
27,73* 2391*
94,8*
4*
Chemnitz*
10*/*0*
0*
221*
2,3*
1*
Mittelsachsen*
1064*/*1*
0,09*
2113*
23,9*
1,1*
Nordsachsen*
86*/*3*
3,49*
2020*
42,6*
2,1*
Erzgebirge*
154*/*1*
0,65*
1828*
20,24*
1,1*
SächsischeSchweiz* 1700*/*3*
0,18*
1654*
18*
1,1*
alle&13&Kreise&
7303*/*243*
3,33*
18420*
381,6*
2,1*
!
Abbildung 12:
Diagramm zur Korrelation von Wasserfläche und Prävalenz der 13 Kreise / kreisfreien
Städte. Die Prävalenz wird auf der Y–Achse in % und der Anteil der Wasserfläche an der Gesamtfläche
des Kreises auf der X–Achse in % angegeben. Die Punkte stellen die 13 Kreise dar.
0
1
2
3
4
5
0
10
20
30
Spearman r=0.8283
r
2
=0.6972
Wasserfläche [%]
Prävalenz [%]
DME Sachsen Wasserfläche.pzf:Wasserfläche graph - Thu Aug 20 12:53:50 2015

!
52!
Befallsintensität
Aus den Proben (i.d.R. 30 g Zwerchfell) der 243 positiv untersuchten Wildscheinen
konnten insgesamt 1.367 DME isoliert werden. Das Minimum lag bei 1 und das
Maximum bei 268 isolierten DME pro Probe. Durchschnittlich lag die Befallsintensität bei
5,6 DME. Es wurde eine Korrelation zwischen Anzahl isolierter DME in der
Gewebeprobe (ca. 30 g) zum Gewicht des positiv getesteten Wildschweines mit Hilfe
des Spearman-Tests überprüft (Abbildung 13). Bei einem r = 0,16 ergab sich kein
Zusammenhang zwischen diesen beiden Parametern (r
2
= 0,004).
!
Abbildung 13:
Diagramm zur Korrelation von Anzahl der aus positiv untersuchten Wildschweinen
isolierten DME (Y–Achse) und deren Körpergewicht (X–Achse).
!
!
!
!
0
10 20 30 40 50 60 70 80 90 100
0
10
20
40
50
60
100
200
300
Spearman r = -0,1607
r
2
= 0,004
Gewicht [kg]
Anzahl DME
DME Sachsen Gewicht.pzf:Data 1 graph - Thu Aug 20 15:47:32 2015

!
53!
3.2 Monitoring
3.2.1 Verbreitungsschwerpunke
Insgesamt zeigt sich, dass das Vorkommen von DME maßgeblich mit stehenden
Gewässern assoziiert ist. Hierbei sind vorrangig die bereits seit mehreren Jahrhunderten
bestehende Fischzuchtteiche der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft zu nennen.
Die in diesem Gebiet liegenden Landkreise Görlitz und Bautzen weisen mit Abstand die
höchsten Findungsraten auf. Da es sich bei diesem Gebiet ebenfalls um ein recht
waldreiches Gebiet handelt, bieten sich gute Lebensbedingungen für die Endwirte des
DME.
Aber auch regional kann es Schwerpunkte geben, was sich anhand des Landkreises
Leipzig zeigen lässt. Insgesamt 32 von 38 positiv getesteten Wildschweinen aus diesem
Landkreis konnten einem kleinen Gebiet zwischen den Städten Böhlen, Belgershain und
Borna zugeordnet werden. Auch in diesem Bereich ist durch die Renaturierung von
Bergbaufolgelandschaften eine Seelandschaft entstanden, die anscheinend die
Habitatsansprüche des DME erfüllt.
Ein ähnliches Bild einer starken Zonierung zeigt sich im Landkreis Bautzen (Abbildung
14), der eine sehr hohe Zahl an positiv getesteten Wildschweinen aufweist. Nur drei der
61 positiv getesteten Proben konnten einem Jagdgebiet südlich der Autobahn A4
zugeordnet werden. Dabei handelt es sich um eine schwach positive (1 DME) Probe aus
dem Bereich Cunewalde und 2 schwachpositive Proben aus dem Bereich
Neukirch/Oberlausitz. Der Rest der positiven Proben liegt in einem Gebiet zwischen den
Städten Kamenz, Oßling und Lohsa sowie entlang der Kreisgrenze an der Bundesstraße
B156.

image
!
54!
!
Abbildung 14: Verteilung der DME-Funde im Landkreis Bautzen
Daran anschließend erstreckt sich dieses Gebiet weiter in den Landkreis Görlitz
(Abbildung 15). Im Landkreis Görlitz ist hierbei eine ähnliche Verteilung vorzufinden wie
im Landkreis Bautzen. Die positiven Probenbefunde ballen sich im nördlich der
Autobahn 4 gelegenen Teil des Landkreises. Hierbei sind durchgängige Funde von der
Westgrenze des Landkreises bis an die bundesdeutsche Grenze im Osten zu
verzeichnen. Sehr häufig sind Funde um die Ortschaften Klitten, Kreba, Quolsdorf und
Horka zu verzeichnen. In den 2 Landkreisen können somit die vor allem durch
pflanzenreiche
Fischzuchtteiche
geprägten
Gebiete
als
deutlicher
Verbreitungsschwerpunkt identifiziert werden. Im Landkreis Meißen sind die 5 DME-
Nachweise im Wesentlichen entlang der Ostgrenze des Kreises zu finden und schließen
somit an das Verbreitungsgebiet des Landkreises Bautzen an. Auch in diesem Bereich
erfüllt die Moritzburger Teichlandschaft offensichtlich die Habitatsansprüche des DME.

image
!
55!
Das komplette Gegenteil der stark belasteten Kreise Görlitz und Bautzen zeigen
Landkreise wie z.B. der Vogtlandkreis , Mittelsachsen, Stadt Leipzig, Erzgebirgskreis
und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Dort konnten trotz großer Probenzahlen und
flächig gut verteilten Proben nur insgesamt 7 DME-positive Wildschweine bestätigt
werden. Geografisch ließen sich keine Schwerpunkte aus diesen Funden ableiten.
Der Landkreis Nordsachen weist ebenfalls eine relativ geringe Anzahl an DME-Funden
(3) auf, jedoch sind diese auffällig in sehr gewässerreichen Gebieten im Norden und
Osten des Kreises gelegen.
Keine DME konnten in den Kreisen Chemnitz, Dresden und Zwickau nachgewiesen
werden. Allerdings ist hierbei festzuhalten, dass von den Veterinärämtern Dresden und
Chemnitz sehr wenige Proben über einen sehr begrenzten Zeitraum eingegangen sind.
Abschließen ist darauf hinzuweisen, dass eine Aussage zu Verbreitungsschwerpunkten
des DME nur getroffen werden konnte, wenn auch tatsächlich Proben in ausreichendem
Maße aus dem entsprechenden Landstrich eingegangen sind. Aufgrund der Zonierung
Abbildung 15: Verteilung der DME Funde im Landkreis Görlitz

!
56!
der
Fleischuntersuchungsgebiete
und
einer
somit
nicht
überall
gegebenen
Zentralisierung der Trichinellenuntersuchung ist eine umfassende Aussage nur im
geringen Umfang möglich.
3.3 Tenazität
3.3.1 Tenazität von Mesozerkarien in gefrorenem Fleisch im Hinblick auf
verschiedene Temperatur- und Zeit-Profile
Bei einer Lagerung bei -19,0° C, erreichten die Fleischstücke nach 0,5, 1,0 und 1,5
Stunden eine Innenkerntemperatur von -4,0° C, -7,8° C und -10,6° C. Zu diesen
Zeitpunkten waren die Mesozerkarien teilweise noch vital. Nach 2 Stunden waren alle
Larven abgestorben, obwohl die innere Kerntemperatur des Fleisches noch nicht die
Soll-Temperatur des Gefrierens erreicht hatte (Abbildung 16). Auch nach 24 Stunden
konnten keine lebenden Larven mehr nachgewiesen werden. Eine längere Gefrierzeit
als 24 Stunden oder niedrigere Temperaturen führten in unseren Versuchen also zu
einer definitiven Inaktivierung der Larven. PORTIER et al. (2011) zeigten hingegen, dass
eine
A. alata
Mesozerkarie noch nach fünf Tagen bei -18 ± 2° C lebte. Zusätzlich
beschrieb HIEPE (1985), dass
A. alata
Mesozerkarien in Schweinefleisch bis zu 8
Wochen bei -20° C überlebten. Unsere Untersuchungsergebnisse und die von anderen
Autoren variieren also stark. Daher müssen die von uns durchgeführten Versuche
sicherlich erweitert und wiederholt werden, um sichere Aussagen über die Tenazität
treffen zu können. Erwiesen ist, dass das Einfrieren zur Inaktivierung von Parasiten in
Fleisch genutzt werden kann. Bei einer Erhöhung der Probengrößer ist es erforderlich
die Gefrierzeit zu verlängern, um die beabsichtigte Zieltemperatur im Kern zu erreichen.

!
57!
!
Abbildung 16: Überleben der
A. alata
Meozerkarien (n = 125) bei einer Temperatur von -18±2° C.
!
!
!
3.3.2
Toleranz
gegenüber
Kochsalz,
Nitritpökelsalz
und
Pfeffer
(Rohwurstherstellung)
Es zeigte sich, dass nach 24 Stunden weiterhin lebende Larven aus den Würsten aller 3
Gruppen isoliert werden konnten. Danach, ab dem 1. Untersuchungstag waren keine
lebenden Mesozerkarien mehr in den Würsten nachweisbar.
Unsere Daten zeigen, dass in einem frühen Stadium der Produktion von Rohwürsten die
Mesozerkarien noch lebend und aktiv sein können. Dieser Umstand gewinnt an
Bedeutung, wenn kurzgereifte Produkte wie z.B. die Knackwurst direkt nach der
Herstellung „roh“ verzehrt werden. Dies stellt eine nicht selten Praxis unter den
Verbrauchern dar. Obwohl empfohlen wird diese Produkte vor dem Verzehr zu
erwärmen, werden sie häufig vom Verbraucher als verzehrsfertige Produkte
wahrgenommen, daher werden Rohwürste meist ohne richtiges Kochen gegessen.
Einige Bevölkerungsgruppen unterliegen dabei einem deutlich höheren Risiko, sich mit
DME zu infizieren. Dazu gehören insbesondere Wildfleisch-Verbraucher und Jäger.
Daher ist für die Prävention von Infektionen eine eingehende Aufklärung der
Verbraucher und Jäger notwendig, vor allem bei denjenigen, die Wildtierfleisch roh und
mendations can be adopted for the inactivation of DMS in
game meat.
Similarly, it is assumed that the effect of refrigeration de-
creases the vitality of DMS in game meat. According to the
European legislation, bagged and dressed game has to be
in game
cumula
of para
and ou
posure
the surv
was ob
core, al
small va
the temp
be reas
cated close
treatmen
within
used mi
In this se
0.0
0.5
1.0
1.5
2.0
2.5
3.0
0.00
0.25
0.50
0.75
1.00
t (h)
Survival of DMS
Fig. 4 Survival of Alaria alata mesocercariae (DMS) (n=240) subjected
to freezing temperature (−18±2.0 °C)
Zeit (Stunden)
Überleben der DME

!
58!
ungekocht verzehren. Die zuständigen Behörden sollten das Problem prüfen und eine
Reihe von Maßnahmen vorschlagen, die die Verfahrenstechnik soweit verbessern, dass
Wildfleisch-Produkte sicher für den menschlichen Verzehr erzeugt werden.

!
59!
4 Zusammenfassung
Seit dem Jahr 2002 kommt es auf dem gesamten Gebiet der Bundesrepublik
regelmäßig zu Meldungen über Nachweise von Mesozerkarien des parasitären
Saugwurms
Alaria alata
in Wildfleisch. Der so genannte Duncker’sche Muskelegel kann
durch infiziertes Wildbret auch auf den Menschen übertragen werden. Das
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sprach sich in seiner Stellungnahme Nr.
027/2007 vom 1. Juli 2007 mit Hinweis auf das zoonotische Potential des Parasiten,
dafür aus, dass Fleisch, in welchem die Mesozerkarie des Saugwurms
Alaria alata
nachgewiesen wurde, aus Gründen des gesundheitlichen Verbraucherschutzes als
untauglich für den menschlichen Verzehr zu beurteilen ist (BfR 2007). Informationen zur
Vorkommenshäufigkeit und geographischen Verbreitung des DME, vor allem im
Freistaat Sachsen, waren jedoch bislang noch lückenhaft. Das Hauptziel des aktuellen
Forschungsvorhaben war es die Prävalenz und Verbreitungsschwerpunkte von DME-
infizierten Wildschweinen in Sachsen zu ermitteln.
Dazu wurden im Zeitraum vom 03.07.2014 bis 02.08.2015 Proben von 7.303
Wildschweinen aus allen 13 Kreisen / kreisfreien Städten Sachsens gesammelt und mit
Hilfe der
Alaria alata mesocercariae migration technique
(AMT) untersucht. Im Ganzen
konnten 243 Wildschweinen detektiert werden, welche den DME aufwiesen. Somit weist
Sachsen eine Gesamtprävalenz von 3,33 % auf, welche sich allerdings nur auf die mit
der AMT untersuchten Wildschweine bezieht und nicht für die Gesamtstrecke des
Jahres gilt. Die Prävalenzen in den einzelnen Kreisen / kreisfreien Städte variiert
beträchtlich. In 3 Kreisen (Dresden, Zwickau, Chemnitz) wurde kein DME nachgewiesen
(0 %), in 4 Kreisen (Vogtland, Mittelsachsen, Erzgebirge, Sächsische Schweiz /
Osterzgebirge) lag die Nachweisrate unter 1 %, in 4 Kreisen (Landkreis Leipzig, Stadt
Leipzig, Meißen, Nordsachsen) lag die Nachweisrate über 1 % und 2 Kreise (Bautzen,
Görlitz) wiesen Werte von über 20 % auf. Mit Hilfe der statistischen Auswertung konnte
gezeigt werden, dass ein starker Zusammenhang zwischen den Nachweisraten und
dem Anteil der Wasserflächen zu den Gesamtflächen der Kreise besteht. Aus den 243
DME-positiven Wildschweinen wurden insgesamt 1.367 Mesozerkarien isoliert.
Durchschnittlich wurden somit 6 DME pro Probe (i.d.R. 30 g Zwerchfell) detektiert. Aus
vielen Proben konnte nur 1 DME isoliert werden, allerdings gab es auch höchstpositive

!
60!
Proben, in denen 107 und 268 DME gefunden wurden. Im Jahresverlauf ist deutlich zu
erkennen, dass es in den Monaten April, Mai und Juni erhöhte Nachweisezahlen von
DME-infizierten Wildschweinen gab.
Als Schwerpunkte konnten die Bereiche der Oberlausitzer Teichlandschaft in den
Landkreisen Görlitz und Bautzen sowie die daran anschließende Moritzburger
Teichlandschaft identifiziert werden. Im Landkreis Leipzig liegt ein weiterer Schwerpunkt
im Großraum Borna-Rötha. Deutlich zu erkennen ist die unmittelbare Nähe zu vielen
und großen Wasserflächen.
Anhand der Tenazitätsstudie konnte gezeigt werden, dass bei Temperaturen im
Gefrierschrank nach 2 Stunden keine vitalen DME mehr nachweisbar waren. Bei der
Herstellung von Rohwürsten waren nach 24 Stunden alle Mesozerkarien abgestorben.
Da sich diese Ergebnisse nicht mit denen anderer Autoren in der Literatur decken, sollte
die Tenazität des DME in weiteren, zusätzlichen und ergänzenden Versuchen überprüft
werden. Erst dann können gesicherte Aussagen zur Tenazität des DME und
Brauchbarmachung von DME-infiziertem Fleisch getroffen werden.

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61!
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Danksagungen
Das Forschungsprojekt „Prävalenz und Tenazität des Duncker’schen Muskelegels in
verschiedenen Wildtierspezies in Sachsen“ (51-9210.71/145) wurde mit Mitteln des
Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) gefördert.
Unser Dank gilt Frau Lia Kieker, Herrn Heiko Wellner sowie Herrn Lutz Gumpert für die
technische Mitarbeit. Für die Unterstützung beim Probentransport möchten wir uns bei
der sächsischen Landesuntersuchungsanstalt (LUA), im Besonderen bei Frau Regina
Junker recht herzlich bedanken.
Wir möchten an dieser Stelle allen Veterinärämtern für ihre Unterstützung und
engagierte Mitarbeit danken.
Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt Bautzen, Bahnhofstr. 7, 02626 Bautzen
Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt Chemnitz , Eslasser Str. 8, 09120
Chemnitz
Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt Dresden, Burkersdorfer Weg 18, 01189
Dresden
Landratsamt Erzgebirgskreis, Referat Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt,
Wettinerstr. 61 08280
Landratsamt Görlitz, Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt, Georgewitzer
Straße 58, 02708 Löbau
Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsamt Leipzig, Theodor-Heuss-Str. 43, 04328 Leipzig
Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt Landkreis Leipzig,
Stauffenbergstraße 4, 04552 Borna
Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt Meißen, Dresdner Str. 25, 01662 Meißen

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73!
Landratsamt Mittelsachsen Abteilung 33 Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt,
Am Landratsamt 3, 09648 Mittweida
Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt Nordsachsen,
Richard-Wagner Straße 17, 04509 Delitzsch
Lebensmitttelüberwachungs- und Veterinärdienst Sächsische Schweiz- Osterzgebirge,
Dr. - Friedrich- Str. 2, 01744 Dippoldiswalde
Landratsamt Vogtlandkreis, Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt,
Stephanstr. 9, 08606 Oelsnitz
Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt Zwickau, Chemnitzer Str. 29, 08371
Glauchau