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Firmenpräsentation zur Fachtagung Substrate und Düngung im Zierpflanzen-
bau am 16. Oktober 2019
Jens Brune
von der Firma
Kleeschulte Erden
stellte zu
Beginn seiner Ausführungen die
Firmenphilosophie
vor.
Klee-
schulte Erden setzt auf nachhal-
tig gewonnene Rohstoffe. Schon
seit 2000 wird der Fokus auf
torfreduzierte und torffreie Erden
und Substrate für den Profi- und
Hobbybereich gelegt. Der Fir-
mensitz im Sauerland führte
schon frühzeitig dazu, sich mit
Holzfasern als Substratbestand-
teil und Torfersatzstoff zu be-
schäftigen. Die neueste Entwick-
lung ist die Substratfaser topora
aqua. Diese Substratkomponente besitzt wasserspeichernde Eigenschaften, überschüssiges
Wasser wird aus dem Substrat gebunden und später bei Bedarf wieder abgegeben. Topora
aqua ist eine ökologische Alternative zu Kokos- und Torfprodukten.
Thorsten Unterseher
berichtete
von den Aktivitäten der Firma
Gramoflor
. Obwohl die Firma
eigene Torfflächen besitzt, wird
großer Wert auf den Ersatz von
Torfen in den Substraten gelegt.
30 % Torf im Substrat zu erset-
zen, ist sehr gut möglich, ohne
gravierende Eigenschaften des
Substrates zu verändern, die ein
Umdenken des Kultivateurs er-
fordern. Mit gramoXchange steht
ein effektiver Zuschlagstoff zur
Verfügung, der ein hohes Puffe-
rungsvermögen besitzt und den
Luft- und Wasserhaushalt des
Substrates verbessert. Bei 100 % torffreien Substraten muss die ganze Kulturführung darauf
abgestimmt werden.
Bei Gramoflor laufen Torfabbau und Renaturierung der Flächen parallel, um den Eingriff in
die Natur möglichst gering zu halten.
Im Bereich Pflanzengesundheit bietet Gramoflor das MO-CONCEPT an, ein Komplex aus
einer Vielzahl von pflanzenstärkenden Pilzen und Bodenbakterien, ergänzt durch einen
hochwertigen organischen Dünger. Ein Bestandteil des Konzeptes ist MO-COMBI, es wird in
bestimmte Substrate untergemischt und dient der Pflanzenstärkung.

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Richard Buchan
erläuterte das
Herangehen von
Hawita
auf
dem Bereich Erden und Sub-
strate. Es wird eine breite Palet-
te an verschiedenen Produkten
angeboten.
Auch
Sondermi-
schungen nach Kundenwunsch
sind möglich.
Mit verschiedenen Ergänzungs-
stoffen zum Torf wird gearbeitet.
So kommen unter anderem Rin-
denhumus, Kokosfasern oder
Grünkompost zum Einsatz. Be-
sonders wichtig ist Hawita das
Zumischen von Vulkanton. Die
puffernden Eigenschaften des
Substrates werden dadurch erhöht und die Kultursicherheit gewährleistet. Torf ist zu 100 %
ersetzbar, erfordert aber einige Veränderungen in der Kulturführung.
Nachhaltige
und
qualitativ
hochwertige Substrate und Er-
den herzustellen, ist das Fir-
menziel von
Brill
, so führte es
Wilfried Richter
aus. Torf wird
zwar weiterhin ein wichtiger
Ausgangsstoff für Erden und
Substrate sein, aber der Schutz
der Moore und der verantwor-
tungsvolle Umgang mit Torf hat
die Firma schon vor Jahren ver-
anlasst, neue Substratbestand-
teile aus schnell nachwachsen-
den Rohstoffen zu entwickeln.
So kommen schon seit über 20
Jahren
Substratkompost
und
Holzfasern zum Einsatz. Wo immer es möglich ist, werden RAL-gütegesicherte Rohstoffe
eingesetzt. Das ist nicht immer einfach. Gerade Kompost unterliegt starken Schwankungen
in wichtigen Eigenschaften. Dies macht die Herstellung torfreduzierter Substrate teurer, da
der Kunde für seinen Kulturerfolg gleichbleibende Substrateigenschaften benötigt.
Mit der GreenLife-Produktlinie bietet Brill Substrat an, die mindestens 30 % schnell nach-
wachsende Rohstoffe enthalten.
Aus der umfangreichen Pro-
duktpalette von
ICL
griff
Jens
Nobis
zwei Produkte heraus.
Nachdem Osmocote der 4. Ge-
neration eine Doppelumhüllung
besaß, wird es bei Osmocote
der 5. Generation wieder eine
Einfachumhüllung geben. Inten-
siv wird an einem verbesserten,
mikrobiellen Abbau der Dünger-
hülle gearbeitet. Zur Zeit sind
die Düngerkörner mit einem
organischem Harz umhüllt. Ziel
ist eine schneller abbaubare

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Umhüllung, die aber die gewohnten Fließeigenschaften gewährleistet. Weiterhin wurde das
Benetzungsmittel H2Gro vorgestellt. Es ermöglicht über einen längeren Zeitraum die Benetz-
barkeit der Wurzelzone und wird vollständig biologisch abgebaut.
Ulrich Vogel
vertrat gleich zwei Firmen.
PLANTA
hat sich auf die Produktion von vollwas-
serlöslichen
Mineraldüngern
spezialisiert. Mit den Produktli-
nien Ferty und Fertyplant stehen
dem Gärtner für jede Situation
ein entsprechender Dünger zur
Verfügung. Plantamix ist eine
Produktreihe, die spezielle For-
mulierungen zur Aufdüngung
von Substraten mit angepassten
NPK- und Spurenelementgehal-
ten für Torf-, Rinden- oder
Komposterden
enthält.
Mit
Nutricote bietet Planta auch
einen Langzeitdünger an.
Die schweizerische Firma
Hau-
ert
gibt organischen Düngern
den Vorzug und stellt seine Produkte möglichst auf der Basis lokaler nachwachsender Roh-
stoffe her. Für den Profibereich wird ein Sortiment angeboten, das neben Flüssig-, Langzeit-,
Spezial- und umhüllten Düngern auch Nährsalze, Bodenverbesserer und Spurennährstoffe
umfasst.
Roland Richter
vertrat das
Vogteier
Erdenwerk, gelegen in der geografischen Mitte
Deutschlands. Auch in dieser
Firma wird sich intensiv mit dem
Thema Torfersatz auseinander
gesetzt. Alternative Substrat-
ausgangsstoffe werden mög-
lichst selber hergestellt. So ge-
hört auch ein Grünschnittkom-
postwerk zur Firma. In den ver-
schiedenen Produktlinien stehen
für
jeden
Anwendungszweck
entsprechende Substrate zur
Verfügung. So bietet beispiels-
weise THOMASAN Substrate
für alle Kulturen im Erwerbsgar-
tenbau. Zuschlagstoffe wie Sub-
stratton, Perlite, Holzfaser, Rin-
denhumus und Substratkompost kommen je nach Substratzusammensetzung zum Einsatz.
Es gibt auch eine 100 % torffreien Bio-Universalerde.

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Torsten Mick
von
grünerdün-
gen
stellte den veganen Bio-
Dünger KleePura vor. Dieser
wird auf der Basis ökologisch-
zertifiziertem Klee hergestellt.
Der Klee wird getrocknet und
dann zu Pellets in verschiedenen
Größen oder zu Granulat verar-
beitet. Haupteinsatzgebiet ist der
Bio-Gemüsebau, wo ein Dün-
gemittel ohne Schlachtabfälle
und Reststoffe aus der konventi-
onellen Landwirtschaft benötigt
wurde. Aber auch im Hobbybe-
reich ist dieser organische Dün-
ger sehr gut einsetzbar. Der
Stickstoff-Gehalt liegt bei 3,5 %. Das Startup-Unternehmen wurde mit dem sächsischen
Umweltpreis 2017 ausgezeichnet.
Jonas Rothenhöfer
vom Ein-
heitserdewerk
Patzer
betonte,
dass auch Patzer auf die Mi-
schung von hochwertigen Erden
für den Gartenbau und Fach-
handel aus den verschiedensten
Komponenten spezialisiert ist,
was natürlich auch torfreduzierte
und
torffreie
Produkte
ein-
schließt. Zu den Bestanteilen
der Substrate zählen zum einen
Naturton, der in dem überwie-
genden Teil der Produkte enthal-
ten ist. Zum anderen spielen
Holzfasern, Kompost und Rin-
denhumus seit vielen Jahren
eine zunehmende Rolle als Rohstoffe für Substrate, deren Anteile in den Substraten stetig
zunehmen. Wichtig dabei ist aber, den Anteil nur soweit zu erhöhen, wie die positiven Eigen-
schaften des einzelnen Torfersatzstoffes überwiegen. So steht Ton mit seiner puffernden
Wirkung für Sicherheit bei der Pflanzenernährung.
Heiko Steinert
gab einen Über-
blick über die Produktpalette von
COMPO EXPERT
. Zum Portfolio
der Firma gehören Mineraldün-
ger,
Stickstoff-Langzeitdünger
und Depotdünger. Auch hier
steht die Suche nach besser
abbaubaren Umhüllungsmateria-
lien für Depotdünger im Fokus.
Ansatz bei der Beratung ist die
bedarfsorientierte Düngung, die
den Nährstoffbedarf, den Kultur-
zeitraum, den Wachstumsver-
lauf, die Nährstoffmengen des
Substrats-
und
Bodenvorrats,
das Gießwasser und das Dün-

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gesystem berücksichtigt. Grundlage für diese Empfehlung ist immer eine Substratanalyse.
Bewährt hat sich eine zwei Komponentendüngung. Es gibt Basisnährsalze mit einem gerin-
gen Stickstoffgehalt, denen dann bedarfsgerecht als zweite Komponente Stickstoff zuge-
mischt wird.
Dirk Haase
von
Klasmann
stell-
te zu Beginn seiner Ausführun-
gen fest, dass das Ziel gesundes
Wachstum der Pflanzen ist. Es
muss Sicherheit und Kontinuität
für den Gärtner bestehen, wenn
er mit Substraten arbeitet. Des-
halb stellt Klasmann hohe An-
forderungen an seine Substrat-
mischungen. Torf wird reduziert,
soweit es geht. Dafür werden
Holzfasern,
Kokosfasern
und
Kompost verwendet. In Substra-
ten, die nur noch 50 % Torf ent-
halten, kann sehr gut kultiviert
und qualitativ hochwertige Pflan-
zen herangezogen werden. Klasmann hat ein Sortiment verschiedener torfreduzierter Sub-
strate, die für die unterschiedlichen Einsatzbereiche geeignet sind.
(Text: Beate Kollatz, LfULG; Fotos: R. Fehlhaber, LfULG)