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Dem Wasser auf den Grund gehen –
Geologische Detektivarbeit im Grenzbereich
Leadpartner
Saský zemský úřad pro životní prostředí, zemědělství a geologii
Friedrich.Mihm@smul.sachsen.de
Partner
Partneři projektu 2
Výzkumný ústav vodohospodářský T.G. Masaryk
zbynek.hrkal@vuv.cz
Partneři projektu 1
Česká Geologická Služba
stepanka.mrazova@geology.cz
Více informací
http://www.resibil.eu
Ein Projekt im Rahmen des Förderprogramms Sachsen Tschechien 2014-2020
Methodik
Für die Zielstellungen des Projektes war es notwendig im ersten Schritt eine gemeinsame
geologische Karte zu erstellen. In dieser wurden grenzüberschreitenden Strukturen und
geologische Einheiten erfasst und dargestellt. Dabei flossen die neuesten Ergebnisse des
tschechischen „Rebilance“-Projektes ein.
Zusätzlich unterstützten neue geophysikalische Untersuchungen (Seismik, Geoelektrik) die
Erstellung der Karte. Bereits im Vorfeld wurden gravimetrische Datensätze beider Länder
zusammengefasst und einheitlich ausgewertet. Mit deren Hilfe konnte eine neue
grenzübergreifende Schwerekarte (Gravimetrie) erstellt werden. Aufgrund unterschiedlicher
Gesteinsdichten ist es möglich verschiedene Einheiten und wichtige verdeckte Strukturen zu
erkennen und zu unterscheiden.
Ein besonderer Blick galt der Umgebung des Zittauer Gebirges. Durch geophysikalische und
strukturgeologische Analysen wurde versucht die komplizierte tektonische Situation vor Ort
besser zu erkennen. Diese wurden durch die führenden Experten auf dem Gebiet der Kreide
unterstützt. Durch seismische Erkundungen konnte das Gebiet um die Lausitzer
Überschiebung im Raum Lückendorf mit hoher Detailgenauigkeit untersucht werden. Ein
weiterer Schritt erfolgt mit der Erstellung eines gemeinsamen 3D-Modell für das Projektgebiet,
indem die wichtigsten geologischen Einheiten dargestellt werden.
Abb. 2.
Seismisches Profil senkrecht zur Lausitzer Überschiebung (Tiefenkonvertierte Zeitmigration). Links im Bild die
Kreidesedimente (grün) des Zittauer Gebirges. Auf der rechten Seite tertiäre Sedimente (gelb) und in der Bildmitte
gestörte Bereiche. Die Basis im Untergrund bildet der Lausitzer Granodiorit (rot). Zur Korrelation wurden vorhandene
Bohrungen genutzt.
Abb. 3.
Räumliche Darstellung der gemessenen Seismik-Profile und geoelektrischen Detailuntersuchungen.
Ergebnisse
Die neue Gravimetriekarte gewährt einen Einblick in den tiefen Untergrund Sachsens und
Tschechiens und spiegelt den Aufbau des Grundgebirges wider. Dazu gehören u.a. der
Lausitzer Granodiorit, die Sandsteine der Sächsisch-Böhmischen Schweiz und wichtige
Störungen. Hierbei konnte der Verlauf der Mittelsächsischen Störung, welche die hoch-
metamorphen Gesteine des Erzgebirges gegen die schwach-metamorphen Schiefer des
Elbtalschiefergebirges versetzt, genauer bestimmt werden. Zudem ergeben sich Hinweise auf
die weitere Ausdehnung der Westlausitzer Störung nach Osten in Richtung des Isergebirges.
Wichtige Erkenntnisse zum komplexen tektonischen Bau des Zittauer Gebirges fließen im
Rahmen des Projektes in die strukturgeologische Übersichtskarte ein. Hinzu kommen bereits
gewonnen Erkenntnisse vergangener Erkundungen.
Die gewonnenen Ergebnisse des Projektes verbessern das Verständnis des geologischen
Baus
im
sächsischen
und
tschechischen
Grenzgebiet
und
unterstützen
die
anwendungsbezogene Nutzung des Untergrundes.
Abb. 4.
Gravimetrische Übersichtskarte des Projektgebietes (gelb). In roter Farbe dargestellt: Schwere-Hoch und in blau: Schwere-
Tief. Die schwarzen Linien zeigen regionale Störungen, die die gekennzeichneten Großeinheiten voneinander trennen.
Einführung
Das
EU-Projekt
ResiBil
beschäftigt
sich
mit
der
Bilanzierung
zukünftiger
Grundwasserressourcen im Sächsisch-Tschechischen Grenzraum.
Als Basis dieser Arbeit wurde in enger Kooperation zwischen dem LfULG (Sächsisches
Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie) und dem Geologischen Dienst ČGS der
Tschechischen Republik (Česká geologická služba) die Geologie im nördlichen Teil des
Böhmischen Kreidebeckens, zu dem auch das Elbsandsteingebirge gehört, neu bearbeitet. Sie
bildet die Grundlage für die weiterführenden Arbeiten zur Einschätzung der gemeinsamen
Grundwasservorräte und für das zukünftige Grundwasser-Management. Der Fokus richtet sich
hierbei
besonders
auf
die
kreidezeitlichen
Ablagerungen,
welche
als
potentielle
Grundwasserspeicher für beide Länder von enormer Bedeutung sind.
Abb. 1.
Geologische Karte des Projektgebietes.
O. KRENTZ
1
und R. JUNGE
1
1
SÄCHSISCHES LANDESAMT FÜR UMWELT, LANDWIRTSCHAFT UND GEOLOGIE
Referat 102 | Geologische Kartierung, Geophysik | Halsbrücker Str. 31a | 09599 Freiberg