Rahmenhygieneplan für Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen
Stand Dezember 2017
1
Rahmenhygieneplan
gemäß § 23 Infektionsschutzgesetz
für Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen
erarbeitet vom:
Länder-Arbeitskreis
zur Erstellung von Rahmenhygieneplänen nach §§ 23 und 36 IfSG
Autorenkollektiv
aktuell (alphabetisch nach Bundesländern):
Dr. Bertram Geisel, Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg
Dipl.-Med. Gudrun Widders, Gesundheitsamt im Bezirksamt Spandau von Berlin
Antje Schmidt, Landesamt für Arbeitsschutz und Gesundheit Brandenburg
Dr. Margret Seewald, Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie Brandenburg
Dr. Rosmarie Poldrack, Landesamt für Gesundheit und Soziales Mecklenburg-Vorpommern
Dr. Axel Hofmann, Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen Sachsen
Dr. Claudia Kohlstock, Landesamt für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt
Dr. Bernhard Schicht, Landesamt für Verbraucherschutz Sachsen Anhalt
Alexander Spengler, Thüringer Landesamt für Verbraucherschutz
Stand: Dezember 2017

Rahmenhygieneplan für Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen
Stand Dezember 2017
2
Inhaltsverzeichnis
1
Einleitung
4
2
Risikobewertung, Hygienemanagement und Verantwortlichkeit
5
2.1
Risikobewertung
5
2.2
Hygienemanagement und Verantwortlichkeit
5
3
Basishygiene
6
3.1
Hygieneanforderungen an Standort, Gebäude, Räume und Ausstattung
6
3.2
Reinigung, Desinfektion
7
3.2.1
Grundsätzliche Hinweise
7
3.2.2
Händehygiene
8
3.2.3
Haut- und Schleimhautantiseptik
9
3.2.4
Reinigung und Desinfektion von Flächen, Fußböden und Gegenständen
10
3.3
Aufbereitung von Medizinprodukten
11
3.3.1
Aufbereitung endoskopischen Instrumentariums
12
3.4
Wäschehygiene und Bekleidung
13
3.4.1
Patientenwäsche
13
3.4.2
Arbeits- und Schutzkleidung
14
3.5
Umgang mit Lebensmitteln
15
3.5.1
Personal im Küchen-/Lebensmittelbereich (§ 42 IfSG)
16
3.5.2
Belehrung von Personal im Küchen- und Lebensmittelbereich (§ 43 IfSG)
16
3.6
Sonstige hygienische Anforderungen
17
3.6.1
Abfallbeseitigung
17
3.6.2
Schädlingsprophylaxe und -bekämpfung
18
3.6.3
Trinkwasser, Schwimm- und Badebeckenwasser
19
3.6.3.1 Trinkwasser
19
3.6.3.2 Schwimm- und Badebeckenwasser
21
4
Hygienische Anforderungen an Bereiche, in denen Kinder betreut werden
23
4.1
Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen
24
5
Anforderungen nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) - Meldepflicht, Surveillance und
Antibiotikamanagement
24

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Stand Dezember 2017
3
5.1
Vorgehen bei meldepflichtigen Infektionskrankheiten
25
5.2
Surveillance nosokomialer Infektionen, resistenter Erreger und Antibiotikamanagement
26
6
Anforderungen nach der Biostoffverordnung
26
6.1
Gefährdungsbeurteilung
26
6.2
Arbeitsmedizinische Prävention
27
6.2.1
Grundlegendes
27
6.2.2
Arbeitsmedizinische Vorsorge
27
6.2.3
Impfungen für die Beschäftigten
28
7
Erste Hilfe
28
8
Hygiene bei speziellen Behandlungs- und Pflegemaßnahmen
29
9
Umgang mit Verstorbenen
36
10
Mikrobiologisches Monitoring und hygienische Untersuchungen
36
10.1
Mikrobiologisches Monitoring
36
10.2
Hygienische Untersuchungen
36
Anlage 1
Beispiel-Reinigungs- und Desinfektionsplan
32
Anlage 2
Verhalten bei Auftreten multiresistenter Erreger (MRE)
37
Anlage 3
Literatur – wichtige rechtliche Grundlagen und fachliche Standards
41
Hinweis:
Zur Vereinfachung und besseren Lesbarkeit wird im vorliegenden Rahmenhygieneplan darauf
verzichtet, bei jedem personenbezogenen Begriff jeweils die weibliche und männliche Form zu
nennen. Selbstverständlich sind aber beide Geschlechter ausdrücklich gemeint.

 
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Stand Dezember 2017
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1
Einleitung
Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen fungieren als Schnittstelle zwischen akutmedizini-
scher Versorgung und Wiedereingliederung in den normalen Alltag. Ziel des Aufenthaltes in
einer Rehabilitationseinrichtung ist die Wiederherstellung von körperlicher, geistiger und psychi-
scher Leistungsfähigkeit. Nach der Stabilisierung in der klinischen Akutversorgung ist für viele
Patienten die rasche Übernahme in die Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtung eine wichtige
Voraussetzung für den Therapieerfolg. Das kann aber auch bedeuten, dass abwehrgeschwäch-
te und somit infektionsgefährdete Patienten ein umfangreiches und personalintensives Thera-
pieprogramm durchlaufen. Aus krankenhaushygienischer Sicht ist dies eine besondere Heraus-
forderung an die Maßnahmen zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionen, da sie mit den
Erfordernissen der Rehabilitationsmedizin in Einklang gebracht werden müssen.
Übertragbaren Krankheiten beim Menschen vorzubeugen, Infektionen frühzeitig zu erkennen
und ihre Weiterverbreitung zu verhindern, ist Zweck des
Infektionsschutzgesetzes (IfSG)
. Das
Gesetz setzt neben behördlichen Zuständigkeiten insbesondere auf die
Eigenverantwortung
von Trägern und Leitern der Rehabilitationseinrichtungen sowie jedes Einzelnen.
Nach § 23 Abs. 5 IfSG müssen Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen die
innerbetrieblichen Verfahrensweisen zur Infektionshygiene in
Hygieneplänen
festlegen. Für die
Erstellung der Pläne enthält das Gesetz keine Vorgaben, sondern überlässt dies weitgehend
dem Ermessen der jeweiligen Einrichtung. Empfohlen wird, auf eine Standardisierung der Pläne
hinzuwirken.
Der vorliegende Rahmenhygieneplan kann als Muster für die Erarbeitung eines auf die
speziel-
len Bedingungen der Einrichtung
abgestimmten Hygieneplans und als Entscheidungshilfe
dienen. Im Hygieneplan sollten auch Maßnahmen der Gesundheitsförderung angesprochen
werden, die zur Prävention von nichtübertragbaren Krankheiten beitragen. Idealerweise sind die
Erfordernisse des Patienten- und Personalschutzes in einem Hygieneplan zusammenzufassen.
Zu berücksichtigen sind neben den fachlichen Empfehlungen der Kommission für Kranken-
haushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut (RKI) sowie anderer
Fachgesellschaften auch Rechtsregelungen auf Bundes- und Landesebene (z. B. Hygienever-
ordnungen für medizinische Einrichtungen), Vorschriften des Arbeitsschutzes (TRBA 250) und
technische Regelwerke (z. B. DIN-Normen, VDI-Richtlinien).

 
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Stand Dezember 2017
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2
Risikobewertung, Hygienemanagement und Verantwortlichkeit
2.1
Risikobewertung
Das Infektionsrisiko wird allgemein von der Anwesenheit primär oder fakultativ pathogener Kei-
me, den Übertragungswegen der Krankheitserreger (direkte oder indirekte, natürliche oder
künstliche Übertragungswege) und der Abwehr- und Immunsituation der Patienten bestimmt. In
den Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen wird je nach Aufgabenstellung die gesamte
Breite der Infektionsrisiken angetroffen. Diese reicht von geringen Risiken (z. B. in „Mutter-Kind-
Kliniken“ oder psychosomatisch ausgerichteten Kliniken) bis zu hohen und sehr hohen Infekti-
onsrisiken bei der Anschlussheilbehandlung von organtransplantierten Patienten oder in der
neurologischen Frührehabilitation.
Für sie und für Patienten mit Risikofaktoren für eine Besiedlung bzw. Infektion mit multiresisten-
ten Erregern gelten ähnliche Verhältnisse wie im Akutkrankenhaus. Hier treten häufig die glei-
chen Übertragungswege auf, in erster Linie über die Hände des Personals und über invasive
Maßnahmen. Besonderes Augenmerk muss multiresistenten Erregern (z. B. MRSA, 4MRGN)
bei Verlegungen zwischen den Rehabilitationseinrichtungen und den Akutkrankenhäusern zu-
kommen. Insbesondere bei Patienten, die pflegerisch oder invasiv betreut werden, sind noso-
komiale Infektionen sowie Ausbrüche wahrscheinlicher und müssen verhindert bzw. bekämpft
werden. Wichtig ist hierbei auch die rechtzeitige Informationsübermittlung bei Aufnahme an das
Personal der Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtung selbst sowie bei Verlegungen oder Ent-
lassungen an die weiterbetreuende Einrichtung, den Hausarzt und ggf. den ambulanten Pflege-
dienst. Genauere Regelungen sind in den Hygieneverordnungen für medizinische Einrichtungen
der Länder zu finden.
Auf Grund der großen Differenziertheit des Infektionsrisikos ist für jede Vorsorge- und Rehabili-
tationseinrichtung eine gesonderte ärztliche Risikobewertung zur Prävention nosokomialer In-
fektionen vorzunehmen. Hiernach richten sich die in der Einrichtung durchzuführenden Hygie-
nemaßnahmen.
2.2
Hygienemanagement und Verantwortlichkeit
Der
Leiter der Einrichtung
trägt die Verantwortung für die Einhaltung der hygienischen Erfor-
dernisse und nimmt seine Verantwortung durch Anleitung und Kontrolle wahr. Nach § 23 Abs. 3
IfSG hat der Leiter von Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen, in denen eine den Kran-
kenhäusern vergleichbare medizinische Versorgung erfolgt, sicherzustellen, dass die nach dem
Stand der medizinischen Wissenschaft erforderlichen Maßnahmen umgesetzt werden, um no-
sokomiale Infektionen zu verhüten und die Weiterverbreitung von Krankheitserregern, insbe-
sondere solcher mit Resistenzen, zu vermeiden.
Nach der Hygieneverordnung für medizinische Einrichtungen des jeweiligen Bundeslandes ist
eine Hygienekommission, i. d. R. bestehend aus ärztlicher Leitung, Verwaltungsleitung, Pflege-
dienstleitung, Krankenhaushygieniker, Hygienefachkräften, hygienebeauftragten Ärzten und
ggf. weiteren Mitgliedern (z. B. Apotheker, Betriebsarzt, Hygienebeauftragte in der Pflege) zu
bilden. Bei Einrichtungen mit geringem Infektionsrisiko kann von o. g. Zusammensetzung ab-
gewichen werden. Fortbildungen nach aktuellen fachlichen Gesichtspunkten sind zu gewähr-
leisten. Die spezifischen Regelungen der Bundesländer zur Notwendigkeit und Zusammenset-
zung der Hygienekommission müssen beachtet werden.
Die Sicherung der personellen, materiell-technischen und räumlichen Voraussetzungen liegt in
der Verantwortlichkeit des jeweiligen Trägers.
Zu den Aufgaben der Hygienekommission gehören u. a.:
Erstellung und Aktualisierung des Hygieneplanes
Kontrolle der Meldungen von Infektionskrankheiten und -häufungen
Überwachung der Einhaltung festgelegter Maßnahmen

 
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Durchführung hygienischer Untersuchungen (ggf. in Absprache mit dem Gesundheitsamt)
Durchführung und Dokumentation von Hygieneschulungen
Aufrechterhaltung des Kontaktes zum Gesundheitsamt
Der
Hygieneplan
ist jährlich hinsichtlich seiner Aktualität zu überprüfen und ggf. zu ändern.
Er muss für alle Beschäftigten jederzeit zugänglich und einsehbar sein.
Die Beschäftigten werden mindestens einmal im Jahr zu den erforderlichen Hygienemaßnah-
men belehrt. Die
Belehrung
ist schriftlich zu dokumentieren. Bei Einweisungen von Mitarbeitern
aus Fremdfirmen sind die Besonderheiten der Einrichtung zu beachten und bei der vertragli-
chen Gestaltung zu berücksichtigen.
Zu empfehlen sind kontinuierliche Schulungen zu konkreten hygienischen Fragestellungen in
der Praxis, die vor Ort, z. B. im Rahmen von Hygienevisiten, vorgenommen werden.
3
Basishygiene
3.1
Hygieneanforderungen an Standort, Gebäude, Räume und Ausstattung
Gebäude, Räume und Ausstattungen müssen den Anforderungen der Hygiene, der Bauord-
nung des Bundeslandes, den Unfallverhütungsvorschriften, den Bestimmungen der Arbeitsstät-
tenverordnung sowie den brandschutztechnischen Vorschriften genügen.
Insbesondere sind zu beachten:
Standort (Lärm, lufthygienische und klimatische Belastungen, Altlasten)
Hygienische Anforderungen an Bauweise, Oberflächengestaltung und Ausstattung einzelner
Räume (Patientenzimmer, Gemeinschaftsräume, Therapieräume, Schwimmbäder, Sanitär-
räume, Küchen und Wirtschaftsräume, Personalräume, Funktions- und Nebenräume, wie z.
B. Laborräume und Verbandszimmer etc.) sowie an Raumlufttechnische Anlagen (VDI 6022,
DIN 1946).
Barrierefreie und körperbehindertengerechte Gestaltung (DIN 18024 und 18025)
Oberflächen
Oberflächen, z. B. in Patientenzimmern, Untersuchungs- und Behandlungsräumen, Pflegear-
beitsräumen, Entsorgungsräumen und Sanitärbereichen sowie in Küchen müssen feucht zu
reinigen und zu desinfizieren sein. Bereiche der Patientenversorgung bzw. Bereiche, in denen
mit biologischem Material gearbeitet wird, müssen glatt, abwischbar und - soweit relevant - fu-
gendicht sein sowie mit Desinfektionsmitteln und -verfahren in den angegebenen Konzentratio-
nen und Einwirkzeiten desinfiziert werden können. Die Verträglichkeit der Flächen mit Desinfek-
tionsmitteln und -verfahren ist zu gewährleisten. Die Effizienz der Reinigung und Desinfektion
hängt wesentlich von der Beschaffenheit der Oberflächen ab. Schadhafte oder korrodierte
Oberflächen entsprechen nicht den Anforderungen an eine leichte Reinigung und Desinfektion.
Eine kontinuierliche planmäßige bauliche Instandhaltung und Renovierung ist notwendige Vo-
raussetzung für jede effektive Reinigung und Desinfektion.
Schimmelpilzbefall und dessen Ursache sind umgehend zu beseitigen.
Medizinisch-technische Einrichtungsgegenstände und Geräte sollen möglichst glatte Oberflä-
chen haben und insbesondere an den Bedienelementen leicht zu reinigen und desinfizieren
sein.
Fußböden
Untersuchungs- und Behandlungsräume, Pflegearbeitsräume, Entsorgungsräume, Sanitärbe-
reiche sowie Küchen sind mit wischfesten Fußbodenbelägen auszustatten. Die Art des Fußbo-
denbelages von Patientenzimmern sollte nach durchgeführter Risikoanalyse in Abhängigkeit
vom Infektionsrisiko gewählt werden. Die Verwendung von textilen Belägen ist in Patientenbe-

 
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reichen prinzipiell kritisch zu sehen. Da es schwierig ist, textile Fußbodenbeläge zu pflegen und
zu reinigen, insbesondere desinfizierend zu reinigen, sollte eine Verlegung dieser überall dort
unterlassen werden, wo eine regelmäßige Reinigung und häufige Desinfektion aus infektions-
prophylaktischen Gründen notwendig ist. In Intensiv-Pflegebereichen (z. B. in der Frührehabili-
tation) sowie in Nass- und Pflegearbeitsräumen sind Teppichböden grundsätzlich nicht zu ver-
wenden.
3.2
Reinigung, Desinfektion
3.2.1 Grundsätzliche Hinweise
Eine
effektive Desinfektion
wird nur dann erreicht, wenn ein geeignetes Desinfektionsmittel
mit vorgeschriebener Konzentration und Einwirkzeit verwendet wird.
Routinemäßige Desinfektion
ist dort erforderlich, wo zu vermuten oder anzunehmen ist,
dass die Flächen mit erregerhaltigem Material kontaminiert wurden und Weiterverbreitungs-
möglichkeiten bestehen.
Gezielte Desinfektionsmaßnahmen
sind durchzuführen bei erkennbarer Kontamination
(z. B. Verunreinigungen mit Erbrochenem, Blut, Stuhl, Urin oder anderen Körperflüssigkei-
ten), als Schlussdesinfektion, bei Ausbruchssituationen sowie bei Auftreten spezieller Erre-
ger.
Die Desinfektionsmittel sind nach dem Anwendungsgebiet aus der jeweils gültigen Desinfek-
tionsmittelliste des Verbundes für Angewandte Hygiene e.V. (VAH-Liste) mit der entspre-
chenden Konzentration und Einwirkzeit auszuwählen.
-
Auf den Behältnissen der Händedesinfektionsmittel soll das Anbruchdatum dokumentiert
sein.
-
Für Händedesinfektionsmittel und Hautantiseptika sind Originalgebinde zu verwenden, ein
Umfüllen ist nicht zulässig.
-
Nach direktem oder indirektem Kontakt zu Patienten, die an einer virusbedingten Infektion
leiden, sollten Mittel zur Verfügung stehen, deren Wirksamkeit belegt ist.
In jeder Einrichtung müssen
Reinigungs- und Desinfektionspläne
erarbeitet und gut sicht-
bar ausgehängt werden (siehe Anlage 1).
-
Die Pläne sollen konkrete Festlegungen zur Reinigung und Desinfektion (was, wann, wo-
mit, wie, wer) und Aussagen zur Überwachung enthalten, besonders bei Vergabe von
Reinigungsarbeiten an Fremdfirmen (vertragliche Regelungen, Belehrung der Mitarbeiter
über spezifische Belange).
-
Diese sind mindestens jährlich auf Aktualität zu überprüfen und ggf. zu ändern. Das Prüf-
bzw. Änderungsdatum ist zu dokumentieren.
Bei
Auftreten meldepflichtiger übertragbarer Krankheiten
oder bei begründetem Ver-
dacht sind spezielle Maßnahmen erforderlich, die vom Gesundheitsamt veranlasst oder mit
diesem abgestimmt werden. Für diesen Fall kann das Gesundheitsamt Desinfektionsmittel
und -verfahren aus der jeweils aktuellen Fassung der Desinfektionsmittelliste des Robert
Koch-Institutes vorgeben.
Reinigungs- und Desinfektionsmittel sind vor dem unberechtigten Zugriff geschützt aufzube-
wahren.

 
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3.2.2 Händehygiene
Durch vielfältige Kontakte mit der Umgebung und zu anderen Menschen erfolgt die Übertragung
der meisten Krankheitserreger hauptsächlich über die Hände. Die Compliance des Personals
bei der Händedesinfektion hat einen direkten Einfluss auf die Übertragung von Infektionserre-
gern und die Entstehung nosokomialer Infektionen.
Die Erfassung des Händedesinfektionsmittelverbrauches als Parameter für die Compliance
kann deshalb Bestandteil des Hygienemanagements sein.
Die Anforderungen
an das Händewaschen,
an die Händepflege,
an das Tragen von Schutzhandschuhen,
an die hygienische Händedesinfektion (auch nach dem Ablegen benutzter Handschuhe),
an die Ausstattung der Handwaschplätze
sind im Hygieneplan auf Grundlage der aktuellen
Empfehlung der Kommission für Kranken-
haushygiene und Infektionsprävention
beim
Robert Koch-Institut „Händehygiene in Ein-
richtungen des Gesundheitswesens”
und der
TRBA 250
zu erstellen.
Schmuck und Fingernägel
Als Voraussetzung für die Händehygiene dürfen in Arbeitsbereichen mit erhöhter Infektionsge-
fährdung an Händen und Unterarmen keine Schmuckstücke, einschließlich Uhren und Eherin-
ge, getragen werden.
Die Fingernägel sind kurz und rund zu schneiden und sollen die Fingerkuppen nicht überragen.
Auf das Tragen von künstlichen Fingernägeln ist zu verzichten. Das Auftragen von Nagellack
sollte je nach Gefährdungsbeurteilung unterbleiben.
Händewaschen
reduziert die Keimzahl auf den Händen, jedoch werden Übertragungswege
nicht wirksam unterbrochen. Die Händedesinfektion ist immer dem Waschen vorzuziehen und
die Händewaschung auf das Nötigste zu beschränken.
Die
hygienische Händedesinfektion
muss erfolgen:
vor Patientenkontakt
vor aseptischen Tätigkeiten
nach Kontakt mit potentiell infektiösem Material
nach Patientenkontakt
nach Kontakt mit der direkten Patientenumgebung
nach Ablegen von Schutzhandschuhen
Durchführung
der hygienischen Händedesinfektion
3 bis 5 ml des Präparates werden in die trockenen Hände eingerieben, wobei Fingerkuppen,
Fingerzwischenräume, Daumen und Nagelfalze besonders zu berücksichtigen sind.
Während der Einwirkzeit (in der Regel 30 sec.) müssen die Hände vom Desinfektionsmittel
feucht gehalten werden.
Sichtbare grobe Verschmutzungen (z. B. Ausscheidungen) sind vor der Desinfektion mit ei-
nem desinfektionsmittelgetränkten Zellstoff oder Einmaltuch zu entfernen.
Schutz vor Kontamination
Nicht-Kontamination der Hände ist sicherer als jede nachträgliche Maßnahme zur Eliminierung
von Infektionserregern. Dies kann durch Non-Touch-Techniken und das Tragen von Handschu-
hen erreicht werden. Nach Ablegen der Schutzhandschuhe ist grundsätzlich eine hygienische
Händedesinfektion durchzuführen.

 
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3.2.3 Haut- und Schleimhautantiseptik
Hinweise zur Hautantiseptik enthält die aktuelle Desinfektionsmittelliste des VAH.
Die Haut- und Schleimhautantiseptik
soll eine Abtötung/Beseitigung von Anflugkeimen (tran-
siente Flora) und eine Reduktion der Standortflora (residente Flora) bewirken. Sie ist vor allen
medizinischen Eingriffen, bei denen Barrieren verletzt oder überwunden werden, erforderlich,
z. B. bei:
Punktionen,
Injektionen,
Katheterisieren.
Die Hautantiseptik erfolgt in Abhängigkeit von Art und Invasivität der Maßnahme. Dabei ist fol-
gendermaßen zu verfahren:
Vor Kapillarblutentnahmen, subkutanen und intrakutanen Injektionen sowie vor intrave-
nösen Punktionen zur Blutentnahme oder Injektion
ist die hygienische Händedesinfektion durchzuführen, auch vor dem Anziehen von Schutz-
handschuhen,
ist ein Hautantiseptikum mittels Sprüh- oder Wischverfahren aufzubringen, wobei die Ein-
wirkzeit (EWZ) in der Regel 15 sec beträgt (Herstellerangaben beachten).
Bei Wischdesinfektion sind Materialien zu verwenden, die den Anforderungen an asepti-
sches Vorgehen genügen (sterile bzw. sterilisierte Tupfer).
Nach der Hautantiseptik darf die Punktionsstelle nicht mehr berührt werden.
Die Einstichstelle muss trocken sein, ggf. ist ein gesonderter Tupfer nach dem Ende der
Einwirkzeit einzusetzen.
Bei Kapillarblutentnahmen bietet sich in der Praxis an, die Punktionsstelle mit einem getränk-
ten sterilisierten Tupfer oder mit einem Einmal-Alkohol-Tupfer einzureiben.
Nach der Blutentnahme ist die Einstichstelle mit einem Tupfer abzudrücken und/oder mit
einem Pflaster abzudecken.
Vor intramuskulären Injektionen oder vor dem Legen peripherer Venenkatheter
ist wie oben beschrieben zu verfahren. Empfohlen wird, die Hautantiseptik zweimal hinterei-
nander durchzuführen. Dabei gilt der erste Vorgang als Reinigung.
In talgdrüsenreichen Körperregionen (Stirn, Kopfhaut, Region längs des Rückgrats) sollte die
Einwirkzeit länger, bis zu 10 Minuten, eingehalten werden.
Vor intraartikulären Punktionen oder Injektionen, vor Punktionen von primär sterilen
Körperhöhlen, vor Arterienpunktionen oder vor dem Legen zentraler Gefäßkatheter
muss eine hygienische Händedesinfektion erfolgen und sind sterile Handschuhe anzulegen.
Es sind mit dem Desinfektionsmittel (vorzugsweise mit Remanenzwirkung) satt getränkte
sterile Tupfer
zu verwenden bzw. sind zum Wischen nach dem satten Aufsprühen des Des-
infektionsmittels sterile Tupfer zu benutzen.
Dabei ist die Einwirkzeit entsprechend den Herstellerangaben zu beachten (mindestens 1
Minute, ggf. zweimalige Durchführung mit gesonderten Tupfern).
In talgdrüsenreichen Körperregionen (z. B. Region längs des Rückgrats) ist eine längere
Einwirkzeit, u. U. bis zu 10 Minuten, zu beachten.
Bei arteriellen Punktionen, Punktionen oder Injektionen von Gelenken und beim Legen von
zentralen Gefäßkathetern sind zusätzliche aseptische Kautelen (z. B. geeigneter Eingriffs-

 
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raum, chirurgische Händedesinfektion, Mund-Nasen-Schutz, ggf. Haarschutz, sterile Klei-
dung, sterile Abdeckung) zu beachten.
3.2.4 Reinigung und Desinfektion von Flächen, Fußböden und Gegenständen
Eine
Risikobewertung
von Flächen als Erregerreservoir und Kontaminationsquelle in medizini-
schen Einrichtungen wird in den Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und
Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut (RKI)
„Anforderungen an die Hygi-
ene bei der Reinigung und Desinfektion von Flächen”
gegeben. Nach der Risikoanalyse
sind entsprechende einrichtungsspezifische Maßnahmen im Hygieneplan festzulegen.
Eine
regelmäßige gründliche Reinigung
häufig benutzter Flächen und Gegenstände ist we-
sentliche Voraussetzung für einen guten Hygienestatus.
Folgende
Grundsätze
sind
bei Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen
zu berücksichti-
gen:
Es ist
geeignete Schutzkleidung
(z. B. Handschuhe, Schürze/Kittel) zu tragen.
Es ist
nass
zu reinigen (Ausnahme: textile Beläge).
Bei den angewendeten
Reinigungs- und Desinfektionsmethoden
ist eine Schmutzver-
schleppung zu verhindern (z. B. Bezugwechselverfahren oder Nutzung industrieller Reini-
gungsgeräte).
Innerhalb der
Einwirkzeit
der Desinfektionsmittellösungen dürfen die Flächen nicht trocken-
oder nachgewischt werden. Sie dürfen nach Abtrocknung wieder benutzt werden.
Nach erfolgter Desinfektion ist zu lüften.
Für die
Pflege textiler Beläge
sind Geräte mit Mikro- oder Absolutfiltern zu verwenden.
Teppichböden sind täglich abzusaugen. Mindestens 2-mal jährlich ist eine Feuchtreinigung
(nach Herstellerangaben, z. B. Sprüh-Extraktionsmethode) vorzunehmen.
Alle wiederverwendbaren
Reinigungsutensilien
(Tücher oder Wischbezüge) sind nach dem
Gebrauch maschinell thermisch bzw. chemothermisch mit einem nachgewiesenermaßen
desinfizierenden Waschverfahren aufzubereiten und bis zur erneuten Verwendung trocken
zu lagern.
Beim Einsatz von Desinfektionstüchern aus Tuch-Spendersystemen für die Flächendesinfek-
tion sind Herstellerangaben zur Wirksamkeit der Wirkstofflösung in Kombination mit den Tü-
chern einzufordern und zu beachten. Weiterhin sind Aufbereitungsanforderungen einzuhal-
ten.
Eine
Reinigung
ist in der Regel ausreichend für:
Fußböden in Patientenzimmern (außer bei Pflegebedürftigkeit und invasiven Maßnahmen),
Untersuchungszimmern, Lager-, Aufenthalts- und Speiseräumen, Arzt- und Schwesternzim-
mern, Fluren, Treppenhäusern,
Mobiliar in Patientenzimmern, Lager-, Aufenthalts- und Speiseräumen und in Büros,
Der
Reinigungsrhythmus
muss sich an Nutzungsart und -intensität orientieren. Stark frequen-
tierte Flächen (incl. Waschbecken, Toilettensitze u. ä.) sind täglich, die übrigen Flächen mindes-
tens einmal wöchentlich, zu reinigen. Bei sichtbarer Verschmutzung ist sofort zu reinigen.
Zweimal pro Jahr ist eine
Grundreinigung
unter Einbeziehung von Lampen, Fenstern, Heiz-
körpern, Türen, Teppichböden, Vorhängen, Jalousien, Rohrleitungen, Verkleidungen, Regalen
etc. durchzuführen.
Routinemäßig zu desinfizieren
sind
täglich:
patientennahe Flächen mit häufigem Handkontakt im Pflegebereich und in Eingriffsräumen,

 
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Arbeitsflächen in Pflegearbeitsräumen und Entsorgungsräumen,
Arbeitsflächen von Laborarbeitsplätzen,
Arbeitsflächen in Funktionsräumen, in denen Anwendungen oder invasive Maßnahmen vor-
bereitet und durchgeführt werden,
gemeinschaftliche Sanitäranlagen, Sanitäranlagen zu Mehrbettzimmern (auch die Fußbö-
den),
nach jeder Benutzung:
Steckbecken und Urinflaschen (in Reinigungs- und Desinfektionsautomaten),
nach jeder Benutzung (sofern keine personengebundene Nutzung erfolgt):
Toilettenstühle, Badewanne, Duschwannen, Waschschüsseln u. ä.,
Fieberthermometer, Blutdruckmanschetten, Stethoskope u. a.,
Flächen von Inhalationsplätzen,
bei Patientenwechsel:
Sanitäranlagen auch in Einzelzimmern
(incl. Waschbecken, Konsolen, Duschwanne, Duschvorhang, Toilettensitz, Spülgriff),
Türklinken,
Überzüge von Matratzen, Nackenrollen u. ä.
Reinigung und Desinfektion werden in der Regel in einem Arbeitsgang ausgeführt. Eigenständi-
ges Mischen von Reinigungs- und Desinfektionsmitteln ist nicht erlaubt.
3.3
Aufbereitung von Medizinprodukten
Die Aufbereitung aller medizinisch genutzten Instrumente, Geräte und Pflegeutensilien
muss so erfolgen, dass eine Weiterverbreitung bzw. Übertragung von pathogenen und
fakultativ pathogenen Krankheitserregern grundsätzlich ausgeschlossen ist.
Bei allen benutzten Medizinprodukten (z. B. Instrumente) ist davon auszugehen, dass sie mit
krankheitserregenden Keimen kontaminiert sein können.
Für die Aufbereitung gelten
das Medizinproduktegesetz (MPG), die Medizinprodukte-
Betreiberverordnung (MPBetreibV)
und die Empfehlungen der Kommission für Krankenhaus-
hygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut (RKI) sowie des Bundes-
institutes für Arzneimittel und Medizinprodukte
“Anforderungen an die Hygiene bei der Auf-
bereitung von Medizinprodukten”.
Danach ist die maschinelle Aufbereitung im Reinigungs-
und Desinfektionsgerät (RDG) der manuellen vorzuziehen und sind die Prozesse der Reini-
gung, Desinfektion und Sterilisation mit
geeigneten validierten Verfahren
durchzuführen, so
dass
Sicherheit und Gesundheit
von Patienten, Anwendern oder Dritten nicht gefährdet wer-
den.
Die Aufbereitung muss sicherstellen, dass von dem aufbereiteten Medizinprodukt bei der fol-
genden Anwendung keine Gefahr von Gesundheitsschäden ausgeht, insbesondere im Sinne
von
Infektionen,
pyrogenbedingten Reaktionen,
allergischen Reaktionen,

 
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toxischen Reaktionen,
oder aufgrund veränderter technisch-funktioneller Eigenschaften des Medizinproduktes.
Die Aufbereitung umfasst in der Regel folgende Einzelschritte:
das sachgerechte Vorbereiten (z. B. Vorbehandeln, Sammeln, Vorreinigen und ggf. Zerle-
gen) der angewendeten Medizinprodukte und deren zügigen, sicheren, Verletzungen, Kon-
taminationen und Beschädigungen vermeidenden Transport zum Ort der Aufbereitung,
die Reinigung,
ggf. die Zwischenspülung,
die Desinfektion,
die Spülung und Trocknung,
die Prüfung auf Sauberkeit und Unversehrtheit (z. B. Korrosion, Materialbeschaffenheit),
die Pflege und Instandsetzung,
die Funktionsprüfung,
je nach Erfordernis die Kennzeichnung,
das Verpacken,
die Sterilisation,
die Lagerung und den Transport.
Die Aufbereitung endet mit der dokumentierten Freigabe des Medizinproduktes zur Anwendung.
In Anlehnung an die DIN 58953-8 können folgende Lagerbedingungen definiert werden:
DIN-gerechte
Sterilverpackung
Lagerung
im Sterilbarrieresystem
(alt: Primärverpackung)
Lagerung
im Verpackungssystem
(alt: Lagerverpackung)
Lagerart
ungeschützt
geschützt
in Schränken oder
Schubladen
Lagerungszeit
alsbaldiger Ver-
brauch
innerhalb von ma-
ximal 48 Stunden
6 Monate
jedoch nicht län-
ger als gem. Ver-
fallsdatum
5 Jahre
sofern keine andere Ver-
fallsfrist vom Hersteller fest-
gelegt ist
Für Sterilgutcontainer gilt die DIN 58953-9. Die Lagerfrist beträgt 6 Monate.
Die
Entnahme des Sterilgutes
hat unter aseptischen Bedingungen unmittelbar vor dem Ge-
brauch zu erfolgen. Die Entnahme darf nur mit sterilen Schutzhandschuhen erfolgen.
3.3.1 Aufbereitung endoskopischen Instrumentariums
Durch unzureichende Aufbereitung von Endoskopen können Infektionserreger übertra-
gen werden (z. B. Mykobakterien, Salmonellen, Helicobacter pylori, HBV, HCV, HIV, Pro-
tozoen, multiresistente gramnegative Bakterien). Sowohl für Patienten als auch für das
Personal besteht dann ein erhöhtes Infektions- bzw. Übertragungsrisiko.
Bei der Aufbereitung von Endoskopen ist die Anlage 8 „Anforderungen an die Hygiene bei der
Aufbereitung flexibler Endoskope und endoskopischen Zusatzinstrumentariums“ der
KRINKO/BfArM-Empfehlung
„Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Me-
dizinprodukten”
einzuhalten.

 
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Stand Dezember 2017
13
3.4
Wäschehygiene und Bekleidung
Grundlage für
diese Ausführungen
ist die Anlage zu den Ziffern 4.4.3 und 6.4 der Richtlinie für
Krankenhaushygiene und Infektionsprävention des Robert Koch-Institutes
“ Anforderungen
der Hygiene an die Wäsche aus Einrichtungen des Gesundheitsdienstes, die Wäscherei
und den Waschvorgang und Bedingungen für die Vergabe von Wäsche an gewerbliche
Wäschereien”.
Das Einsammeln und der Transport gebrauchter Wäsche müssen in reißfesten, ausreichend
keimdichten und ggf. feuchtigkeitsdichten Textil- oder Foliensäcken bzw. Wäschebehältern
erfolgen.
Für Schmutzwäsche aus Rehabilitationseinrichtungen gilt: kein nachträgliches Sortieren.
Beim Transport der Wäschesäcke in Gitterboxwagen sollen diese mit einer textilen Umhül-
lung versehen sein.
Bei der Lagerung und beim Transport ist eine strikte Trennung zwischen Schmutzwäsche
und sauberer Wäsche vorzunehmen.
Saubere Wäsche ist vor Rekontamination zu schützen und staubgeschützt zu lagern (vor-
zugsweise im Schrank oder verpackt bzw. abgedeckt).
Mindestens 1- bis 2-mal in der Woche ist die Schmutzwäsche abzutransportieren.
Hauseigene und gewerbliche Wäschereien müssen die Eignung der genutzten Waschverfah-
ren regelmäßig nachweisen.
Die
Häufigkeit des Wäschewechsels
ist vom Verschmutzungsgrad abhängig. Grundsätz-
lich ist verunreinigte Wäsche sofort zu wechseln. Darüber hinaus können folgende
Richtwer-
te
herangezogen werden:
3.4.1 Patientenwäsche
Wäschewechsel:
bei Verschmutzung sofort, Bettwäsche sonst in der Regel alle 2 Wochen, bei Bettlägerigen
wöchentlich,
Handtücher 2-mal wöchentlich,
Waschlappen täglich, besser ist der Einmalgebrauch.
Wäschebehandlung:
Wäsche aus Rehabilitationseinrichtungen ist so zu behandeln, dass sie frei von Mikroorganis-
men ist, die Infektionen auslösen können. Das gilt insbesondere für Leibwäsche, Bettwäsche,
Handtücher, Seiflappen, u. ä.
Die Behandlung hat mit einem VAH- bzw. RKI-gelisteten desinfizierenden Waschverfahren
zu erfolgen.
Die Wirksamkeit desinfizierender Waschverfahren ist nur gegeben, wenn die der Listung
zugrunde gelegten Prozessparameter eingehalten werden (insbesondere Dosierung, Flot-
tenverhältnis, Temperatur, Einwirkzeit). Haushaltwaschmaschinen sind deshalb nur bei Si-
cherstellung der Einhaltung der Prozessparameter nutzbar.
Für Privat- und Oberbekleidung, die vom Patienten selbst in der Einrichtung gewaschen wird,
ist im Allgemeinen kein desinfizierendes Verfahren notwendig.
Aufbereitung von Kopfkissen, Einziehdecken, Matratzen:
Empfohlen wird,
Matratzen und Kopfkissen zum Schutz vor Kontamination und Ver-
schmutzung mit desinfizierbaren, flüssigkeits- und keimdichten sowie luftdurchlässi-
gen Überzügen (Vollencasing) zu versehen
. Diese können wischdesinfiziert, bei Bedarf

 
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Stand Dezember 2017
14
auch chemothermisch oder thermisch desinfiziert werden. Eine Desinfektion ist bei Kontami-
nation sofort durchzuführen und in Risikobereichen ggf. auch bei Bettwäsche- sowie bei Pa-
tientenwechsel. Die
Matratzendesinfektion
kann mittels Dampf-Verfahren erfolgen.
Kissen und Decken
sollen waschbar sein. Das Material muss eine Desinfektion (thermisch
oder chemothermisch) zulassen (Herstellerangaben beachten). Die Aufbereitung erfolgt bei
Verunreinigung sofort und regelmäßig (z. B. nach Patientenwechsel). Wenn kein Vollen-
casing angewendet wird, erfolgt sie mit Desinfektionswaschverfahren oder Dampfdesinfekti-
on.
Bei Patientenwechsel ist der Matratzenbezug auf poröse Stellen zu kontrollieren (Encasing
öffnen und Verschmutzung der Matratze überprüfen, ggf. Austausch oder Aufbereitung).
3.4.2 Arbeits- und Schutzkleidung
Arbeitskleidung
Personal in Rehabilitationseinrichtungen sollte insbesondere in Pflegebereichen anstelle
oder in Ergänzung der Privatkleidung Arbeitskleidung (Berufs-, Bereichskleidung) tragen, die
vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt wird.
Arbeitskleidung ist regelmäßig (entsprechend den Gegebenheiten vor Ort i. d. R. im 2-
Tagesrhythmus) sowie bei Kontamination sofort zu wechseln und mit einem nachgewiesen
wirksamen desinfizierenden Waschverfahren (Verfahren/Mittel entsprechend VAH-Liste) zu
reinigen.
Wird Privatkleidung als Arbeitskleidung getragen, z. B. in Arbeitsbereichen mit geringen hy-
gienischen Anforderungen, ist sicherzustellen, dass diese bei Kontamination gewechselt
(Mitführen von privater Wechselkleidung) und vom Arbeitgeber mit einem desinfizierenden
Waschverfahren in einer Wäscherei (Verfahren/Mittel entsprechend VAH-Liste) gewaschen
wird. Kontaminierte Privatkleidung darf zur Reinigung nicht mit nach Hause genommen wer-
den (beachte: eine Kontamination ist nicht immer mit bloßem Auge erkennbar, vgl. Punkte
2.4 und 4.2.7 der TRBA 250).
Arbeitskleidung ist getrennt vom Arbeitsplatz aufzubewahren und anzulegen (getrennte Um-
kleidemöglichkeit).
Arbeitskleidung mit Barrierefunktion muss den Anforderungen des Medizinprodukterechts
entsprechen und patientenbezogen getragen werden (Hygienekleidung). Entsprechend der
Risikobewertung muss für bestimmte Arbeiten mit aseptischen Anforderungen sterile Hygie-
nekleidung getragen werden.
Ist der Beschäftigte bei möglichem Kontakt zu Krankheitserregern zu schützen, ist anstelle
oder in Ergänzung der Arbeitskleidung persönliche Schutzausrüstung/Schutzkleidung zu tra-
gen.
Persönliche Schutzausrüstung (PSA) einschließlich Schutzkleidung
siehe auch TRBA 250
Bei möglicher Kontamination der Beschäftigten oder deren Arbeits- bzw. Privatkleidung mit
Körperflüssigkeiten oder Ausscheidungen sind Schutzkleidung und persönliche Schutzaus-
rüstung zu tragen, z. B. Kittel mit langem Arm bzw. Schürze, Schutzhandschuhe, ggf. Augen-
/Gesichtsschutz, Mund-Nasen-Schutz oder Atemschutz.
Bei möglicher Durchnässung der Kleidung ist flüssigkeitsdichte Schutzkleidung zu tragen.
Schutzhandschuhe (z. B. medizinische Handschuhe mit AQL ≤ 1,5) sind zu tragen, wenn
-
die Hände mit Blut, Ausscheidungen, Eiter oder hautschädigenden Stoffen in Berührung
kommen können (z. B. Verbandwechsel, Entleerung Urinbeutel) oder
-
benutzte Instrumente, Geräte oder Flächen gereinigt oder desinfiziert werden.

 
Rahmenhygieneplan für Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen
Stand Dezember 2017
15
-
In Abhängigkeit von den Tätigkeiten können weitere Handschuheigenschaften erforderlich
sein.
Augen- oder Gesichtsschutz (z. B. Bügelbrille mit Seitenschutz, Visier) ist zu tragen, wenn
mit dem Verspritzen oder Versprühen potenziell infektiösen Materials zu rechnen ist.
Ein eng anliegender, mehrlagiger und im Nasenbereich modellierbarer Mund-Nasen-Schutz
(MNS) oder eine partikelfiltrierende Halbmaske der Klasse 2 (FFP2-Maske) sowie ggf. eine
Schutzbrille sind zu tragen, wenn mit infektiösen Tröpfchen (MNS) oder Aerosolen (FFP2-
Maske) zu rechnen ist (z. B. Pflege von Patienten mit Erkrankungen durch luftübertragbare
Krankheitserreger, Erbrechen bei Norovirusinfektionen, herkömmliches Absaugen). Das Tra-
gen eines geeigneten MNS schützt vorrangig Patienten vor Spritzern des Behandlers, ist
kein Atemschutz, kann aber den Träger wirkungsvoll vor dem Auftreffen makroskopischer
Tröpfchen auf die Mund- und Nasenschleimhaut schützen und schützt Mund/Nase vor Be-
rührungen durch kontaminierte Hände.
Der Arbeitgeber hat geeignete PSA/Schutzkleidung in ausreichender Stückzahl und Größe
zur Verfügung zu stellen.
PSA/Schutzkleidung, die geleichzeitig eine Barrierefunktion hat, muss neben den Anforde-
rungen der PSA-Benutzerverordnung/Verordnung über das Inverkehrbringen von PSA den
Anforderungen des Medizinprodukterechts entsprechen und patientenbezogen getragen
werden. Entsprechend der Risikobewertung muss für Arbeiten mit aseptischen Anforderun-
gen sterile PSA/Schutzkleidung getragen werden.
Getragene Schutzkleidung ist getrennt von anderer Kleidung aufzubewahren. Der Arbeitge-
ber hat die Reinigung, Desinfektion und Instandhaltung bzw. Entsorgung sicher zu stellen.
PSA/Schutzkleidung ist nach Abschluss der Tätigkeit sicher abzulegen und zu entsorgen
(Einmalprodukte). Mehrfach nutzbare PSA/Schutzkleidung ist sicher zu sammeln, mit einem
nachgewiesen wirksamen desinfizierenden Waschverfahren (Verfahren/Mittel entsprechend
VAH-Liste) aufzubereiten und in Stand zu halten.
3.5
Umgang mit Lebensmitteln
Die Vorgaben der
EU-Verordnungen zur Lebensmittelhygiene
und andere rechtliche
Grundlagen sowie Normen und Leitlinien sind einzuhalten.
Grundsätzlich gilt das
HACCP-Konzept
(Hazard analysis and critical control points).
Um lebensmittelbedingte Erkrankungen und Erkrankungshäufungen in Gemeinschaftsein-
richtungen zu verhindern, müssen an den Umgang mit Lebensmitteln
besonders hohe An-
forderungen
gestellt werden.
Verantwortlich
für die Lebensmittelhygiene ist der Träger/ Betreiber der Einrichtung.
Es dürfen nur
sichere Lebensmittel
in den Verkehr gebracht werden, von denen keine Ge-
fahr für die menschliche Gesundheit ausgeht.
Alle Beschäftigten, die mit Lebensmitteln in der Gemeinschaftsverpflegung in Berührung
kommen, müssen die Inhalte der §§ 42 und 43 IfSG kennen und eine Bescheinigung des
Gesundheitsamtes nach § 43 vorweisen können.
In Abstimmung mit der Lebensmittelüberwachungsbehörde ist ein separater
Hygieneplan
für
den Küchenbereich zu erstellen.
Leicht verderbliche Lebensmittel sind
kühl zu lagern
, auch solche, für die der Hersteller dies
vorschreibt (Überwachung der Temperatur und Dokumentation durch das Personal).
Die
Anlieferung
von Speisen darf nur in ordnungsgemäß gereinigten und geschlossenen
Behältern erfolgen.
Vor der Zubereitung und Ausgabe von Essen sind die
Hände antiseptisch zu waschen
oder zu desinfizieren.
Kurze naturbelassene Fingernägel sind zwingend erforderlich, keine
künstlichen Fingernägel, kein Nagellack inkl. Frenching. Schmuck (Ringe, Armband etc.) an
Händen und Armen ist abzulegen.

 
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Stand Dezember 2017
16
Personal mit
eitrigen Wunden
an den Händen darf keinen Umgang mit unverpackten Le-
bensmitteln haben.
Bei Verletzungen an den Händen sind beim Umgang mit Lebensmitteln
Handschuhe
zu
tragen.
Für die
Essenausgabe
sind saubere Gerätschaften zu benutzen.
Warme Speisen müssen bei der Ausgabe bis zur Esseneinnahme eine
Temperatur von
65°C
aufweisen.
Auf Lebensmittel darf nicht
gehustet oder geniest
werden.
Übrig gebliebene zubereitete Speisen sind zu
entsorgen
. Das Einfrieren von Resten ist ver-
boten.
Die Ausgabe von
Rohmilch
ist nicht zulässig.
Lebensmittel, für deren Herstellung
rohe Bestandteile von Hühnereiern
verwendet werden,
müssen vor der Abgabe ausreichend erhitzt werden.
Alle
benutzten Geschirr- und Besteckteile
sind heiß zu reinigen, z. B. bei 65 °C in einer
Geschirrspülmaschine.
Die
Geschirrspülautomaten
sind regelmäßig zu warten und hinsichtlich ihrer Reinigungs-
und Desinfektionsleistung zu prüfen.
Geschirrtücher und Lappen
sind nach Benutzung aufzubereiten oder zu verwerfen.
Tische, Essentransportwagen und Tabletts
sind nach der Esseneinnahme zu reinigen.
Jedes Buffet ist
mit Husten-, Anhauch- und Spuckschutz
auszustatten
.
Bei gastrointestinalen Infektionsausbrüchen ist die Buffetversorgung einzustellen, die
Stationsküchen sollten nicht benutzt werden!
3.5.1 Personal im Küchen-/Lebensmittelbereich (§ 42 IfSG)
Personen, die im Küchen- bzw. Lebensmittelbereich von Gemeinschaftseinrichtungen beschäf-
tigt sind, dürfen nicht tätig sein oder beschäftigt werden, wenn sie
an Typhus, Paratyphus, Cholera, Shigellenruhr, Salmonellose, einer anderen infektiösen
Darmerkrankung oder Virushepatitis A oder E (infektiöse Gelbsucht) erkrankt oder dessen
verdächtig sind,
an infizierten Wunden oder Hautkrankheiten erkrankt sind, bei denen Krankheitserreger über
Lebensmittel übertragen werden können oder
Krankheitserreger wie Shigellen, Salmonellen, enterohämorrhagische Escherichia coli oder
Choleravibrionen ausscheiden.
3.5.2 Belehrung von Personal im Küchen- und Lebensmittelbereich (§ 43 IfSG)
Die Erstausübung von Tätigkeiten im Küchen- bzw. Lebensmittelbereich ist nur möglich,
wenn eine nicht mehr als 3 Monate alte Bescheinigung des Gesundheitsamtes oder eines
vom Gesundheitsamt beauftragten Arztes nachgewiesen werden kann. Diese muss eine in
mündlicher und schriftlicher Form durchgeführte Belehrung über genannte Tätigkeitsverbote
und Verpflichtungen enthalten. Außerdem muss der Beschäftigte darin schriftlich erklären,
dass bei ihm keine Tatsachen für ein Tätigkeitsverbot vorliegen bzw. ihm bekannt sind.
Treten nach Tätigkeitsaufnahme Hinderungsgründe auf, so hat der Beschäftigte dieses un-
verzüglich dem
Arbeitgeber mitzuteilen
.
Der Arbeitgeber hat die Belehrung für die Beschäftigten im Küchen- bzw. Lebensmittelbe-
reich nach Aufnahme der Tätigkeit und im Weiteren alle zwei Jahre zu wiederholen, den
Nachweis über die Belehrung zu dokumentieren und der zuständigen Behörde auf Verlangen
vorzulegen.
Es wird empfohlen, die Belehrung nach § 43 IfSG und die Schulung nach EG-VO 853/2004
durch den Arbeitgeber in einer Einheit zusammenzufassen.

 
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Stand Dezember 2017
17
3.6
Sonstige hygienische Anforderungen
3.6.1 Abfallbeseitigung
Erarbeitung entsprechender Festlegungen im Hygieneplan auf der Grundlage der Mitteilung 18
der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA) "Vollzugshilfe zur Entsorgung von Abfällen
aus Einrichtungen des Gesundheitsdienstes", Stand Januar 2015
Art der Abfälle und ihre Entsorgung
Abfallschlüssel
Art der Abfälle
Entsorgung
AS 20 03 01
[ehem. Gruppe A]
Abfälle, an deren Entsorgung aus in-
fektionspräventiver und umwelthygie-
nischer Sicht keine besonderen An-
forderungen zu stellen sind:
Hausmüll, hausmüllähnliche Abfälle
(Siedlungsabfälle), z. B. Zeitschriften,
Papier, Kunststoff, Glas, Verpackungs-
material, Küchenabfälle
wie Hausmüll, jeweiliges Erfas-
sungssystem (Verwertung oder
Restmüll)
Papier, Abfall, spezielle Glas-
container
gelber Sack, gelbe Tonne
Biotonne
AS 18 01 01
[ehem. Gruppe B]
Spitze und scharfe Gegenstände:
geöffnete Ampullen, Kanülen; Skalpelle;
scharfe, spitze, zerbrechliche Gegen-
stände
alle geöffneten Ampullen, be-
nutzten Kanülen, scharfe, spitze
oder zerbrechliche Gegenstände
(
auch gesicherte Instrumente
)
sind in bruch- und durchstichsiche-
ren verschließbaren Einwegbehäl-
tern (Nummer 4.2.5 TRBA 250) zu
sammeln und können über den
Hausmüll entsorgt werden (ge-
meinsam mit 180104 möglich)
AS 18 01 02
[ehem. Gruppe E]
Körperteile, Organe, Blutbeutel, Blut-
konserven:
Körperteile, Organabfälle, mit
Blut/Blutprodukten gefüllte Behältnisse
getrennt, in geeigneten, sicher
verschließbaren Behältnissen
sammeln und zur gesonderten
Beseitigung in zugelassener Ver-
brennungsanlage bereitstellen
der Inhalt einzelner mit
Blut/Blutprodukten gefüllte Behält-
nisse kann unter Beachtung hygie-
nischer Gesichtspunkte dem Ab-
wasser zugeführt werden
AS 18 01 03
[ehem. Gruppe C]
Abfälle, an deren Entsorgung aus in-
fektionspräventiver Sicht besondere
Anforderungen zu stellen sind:
sog. Infektiöse bzw. ansteckungsgefähr-
liche Abfälle, die mit nach IfSG melde-
pflichtigen Krankheitserregern behaftet
sind
in reißfesten, flüssigkeitsbe-
ständigen, dichten Behältnissen
verpacken und in zugelassenen
fest verschließbaren Einwegbe-
hältnissen sammeln
Entsorgung als besonders
überwachungsbedürftiger Abfall
durch zugelassenen Entsorger

 
Rahmenhygieneplan für Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen
Stand Dezember 2017
18
(ggf. über Krankenhaus)
nach thermischer Desinfektion
mit einem vom RKI zugelassenen
Verfahren Entsorgung wie
180101/04
AS 18 01 04
[ehem. Gruppe B]
Abfälle, an deren Entsorgung aus in-
fektionspräventiver Sicht keine be-
sonderen Anforderungen zu stellen
sind:
mit Blut, Sekreten, Exkreten behaftete
Abfälle (z. B. Wund-, Gipsverbände,
Einwegwäsche, -artikel, Stuhlwindeln)
in reißfesten, feuchtigkeitsbe-
ständigen und dichten Behältnis-
sen sammeln und verschlossen in
zugelassenen Anlagen (vorzugs-
weise Verbrennung) entsorgen;
Entsorgung mit Siedlungsabfällen
möglich
größere Flüssigkeitsmengen
können unter Beachtung hygieni-
scher Gesichtspunkte dem Abwas-
ser zugeführt werden
Allgemeine Hinweise zum Sammeln, Transport, Lagern und zur Entsorgung von Abfällen
Bei der Entsorgung von Abfällen sind darüber hinaus landesrechtliche Regelungen und regi-
onale Festlegungen zu beachten.
Das Sammeln und Lagern von Abfällen sowie das Bereitstellen zur Entsorgung hat so zu
erfolgen, dass davon keine Gefahr für Dritte (z. B. spielende Kinder) ausgehen kann.
Spitze und scharfe Instrumente/Arbeitsgeräte (gesicherte und ungesicherte) sind in durch-
stichsicheren Behältern entsprechend Nummer 4.2.5 (6) TRBA 250 zu sammeln und zu ent-
sorgen.
Abfälle nach AS 18 01 04, AS 18 01 01 und AS 18 01 03 sowie Abfälle nach AS 18 01 02
dürfen nicht sortiert, umgefüllt oder vorbehandelt werden (ausgenommen Aufgabe AS 18 01
04 in Presscontainer).
Abfall nach AS 18 01 02 und 18 01 03 darf nicht mit Siedlungsabfällen gemischt werden.
Abfälle nach AS 18 01 03 und 18 01 02 sind in einem gesonderten Raum und bei einer
Temperatur von unter 15°C zu lagern (längstens eine Woche). Durch deutlich niedrigere
Temperaturen lässt sich die Lagerzeit verlängern.
Einwegbehältnisse müssen undurchsichtig, verschließbar, transportfest, feuchtigkeitsbestän-
dig und keimundurchlässig sein.
Bei Chemikalien, Arzneimitteln oder radioaktiven Stoffen sind besondere Vorschriften der
Entsorgung zu beachten. Sie unterliegen der Sonderentsorgung als besonders überwa-
chungsbedürftiger Abfall mit Entsorgungsnachweis.
Abwasser aus Rehabilitationskliniken entspricht mit seiner mikrobiologischen Belastung dem
gemeindlichen Abwasser. Deshalb ist keine Desinfektion bei der Einleitung in eine Kläranla-
ge notwendig.
3.6.2 Schädlingsprophylaxe und -bekämpfung
Durch das Unterbinden von Zutritts- bzw. Zuflugsmöglichkeiten für Schädlinge, das Vermei-
den von Verbergeorten, das Beseitigen baulicher Mängel (z. B. loser Fliesen oder Fußleisten

 
Rahmenhygieneplan für Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen
Stand Dezember 2017
19
oder von Rissen im Fundament) und die Einhaltung von Ordnung und Sauberkeit in Gebäu-
den, Küchenbereichen und auf dem Außengelände ist einem Schädlingsbefall vorzubeugen.
Regelmäßige Befallskontrollen sind durchzuführen und zu dokumentieren.
In
Küchenbereichen
sind nach der Erarbeitung einer Gefahrenanalyse Kontrollpunkte fest-
zulegen, die regelmäßig zu überwachen sind (Dokumentation). Dabei sollte täglich eine
Sichtkontrolle vorgenommen werden.
Die Beurteilung des Auftretens von Organismen mit unklarem Schädlingspotential oder von
Spuren (z. B. Trittsiegel, Kot- oder Häutungsreste) sollte durch fachkundige Personen erfol-
gen.
Bei der Feststellung eines Schädlingsbefalls sind unverzüglich das Gesundheitsamt zu in-
formieren und ein sachkundiger Schädlingsbekämpfer mit der Bekämpfung zu beauftragen.
3.6.3 Trinkwasser, Schwimm- und Badebeckenwasser
3.6.3.1
Trinkwasser
Die hygienischen Anforderungen an das Trinkwasser werden durch die
“Verordnung über die
Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch (Trinkwasserverordnung – TrinkwV
2001)
und die §§ 37 bis 39
Infektionsschutzgesetz
geregelt. Die folgenden Ausführungen gel-
ten nur in Verbindung mit einem Anschluss an die öffentliche Trinkwasserversorgung. Deshalb
wird nur auf die Regelungen zur Trinkwasser-Installation eingegangen. Werden eigene Brunnen
zur Trinkwassergewinnung eingesetzt, gelten zusätzliche Regelungen.
Das in den Rehabilitationseinrichtungen verwendete Warm- und Kaltwasser für den mensch-
lichen Gebrauch (Trinken, Kochen, Zubereitung von Speisen und Getränken, Körperpflege
und -reinigung, Reinigung von Gegenständen, die bestimmungsgemäß mit Lebensmitteln in
Berührung kommen und Reinigung von Gegenständen, die bestimmungsgemäß nicht nur
vorübergehend mit dem menschlichen Körper in Kontakt kommen) muss generell der Trink-
wasserverordnung entsprechen.
Veränderungen an der Trinkwasseranlage durch Neubau, Rekonstruktion oder Wiederinbe-
triebnahme nach langer Nichtnutzung sind dem Gesundheitsamt spätestens 4 Wochen vor-
her anzuzeigen. Das Gesundheitsamt entscheidet über die Notwendigkeit einer Wasserana-
lyse und ggf. nachfolgender Maßnahmen. Sind die Anlagen normgerecht gebaut und erfolgt
die Aufbereitung nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik, kann eine hygienisch
gute Wasserqualität erwartet werden.
Neuerrichtungen von Trinkwasserversorgungsanlagen sowie bauliche und betriebstechni-
sche Veränderungen an Wasserversorgungsanlagen einschließlich Trinkwasser-
Installationen sind nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik von Fachfirmen
durchführen zu lassen, die bei dem Wasserversorger registriert sind. Dabei sind die Anforde-
rungen aus dem technischen Regelwerk zu beachten, insbesondere die technischen Regeln
für Trinkwasser-Installationen DIN EN 806 ff. und DIN 1988 ff., die VDI/DVGW-Richtlinie
6023 „Hygiene in Trinkwasser-Installationen - Anforderungen an Planung, Ausführung, Be-
trieb und Instandhaltung“ sowie verschiedene DVGW-Arbeitsblätter. Für Trinkwasser-
Installationen ist aktuell das DVGW- Arbeitsblatt W 556 (Dezember 2015) „Hygienisch-
mikrobielle Auffälligkeiten in Trinkwasser-Installationen; Methodik und Maßnahmen zu deren
Behebung“ zu beachten. Ziel muss die bestimmungsgemäße Nutzung der gesamten Anlage
der Trinkwasser-Installation sein.
In Einrichtungen mit Nutzungen, die erhöhte Anforderungen an die Hygiene stellen, ist die
Erstellung eines Instandhaltungs- und Hygieneplans erforderlich (VDI/DVGW 6023, Pkt. 6.5),
der zwischen Bauherrn, Hygieniker der Einrichtung und Gesundheitsamt abgestimmt werden
soll. Dieser Instandhaltungs- und Hygieneplan umfasst auch einen Plan der Trinkwasser-

Rahmenhygieneplan für Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen
Stand Dezember 2017
20
Installation mit nutzungs- und anlagenspezifischen Angaben einschließlich des Inspektions-
plans (siehe auch Musterhygieneplan Tabelle A2 der Richtlinie).
Bei Anschluss von medizinischen Geräten oder dezentralen Aufbereitungsanlagen sollten
zur Vermeidung einer Aufkeimung im Trinkwasser Desinfektionsmöglichkeiten vorgesehen
sein.
Das gesamte Regelwerk bezieht sich auch auf Warmwasseranlagen. Diese müssen so be-
trieben werden, dass es zu keiner Gefährdung der menschlichen Gesundheit kommen kann.
Insbesondere ist eine gesundheitsgefährdende Vermehrung von Legionellen durch betriebs-
technische Maßnahmen und entsprechendes Entnahmeverhalten zu vermeiden (VDI/DVGW
6023 und DVGW-Arbeitsblatt W 551 „Trinkwassererwärmungs- und Trinkwasserleitungsan-
lagen; Technische Maßnahmen zur Verminderung des Legionellenwachstums; Planung, Er-
richtung, Betrieb und Sanierung von Trinkwasser-Installationen“).
Seit 2011 ist in der TrinkwV 2001 ein technischer Maßnahmenwert für Legionella spec. von
100 KBE/100 ml festgelegt. Für Einrichtungen mit besonderem Gefährdungspotential gelten
zusätzlich die Hinweise der Empfehlungen des Umweltbundesamtes (UBA) „Periodische Un-
tersuchung auf Legionellen in zentralen Erwärmungsanlagen der Hausinstallation …“, Bun-
desgesundheitsblatt 2006 (49) S. 697.
Wasseruntersuchungen auf der Grundlage der Trinkwasserverordnung und der Anlage zu
Ziffer 5.6 der Richtlinie für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention
“Hygienische Un-
tersuchungen in Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen”
müssen
unter Einbeziehung von Legionella sp. und Pseudomonas aeruginosa regelmäßig durchge-
führt und protokolliert werden.
Für die Durchführung der Legionellen-Untersuchung und für die bei Auftreten eines Mess-
wertes über dem technischen Maßnahmenwert sind folgende UBA-Empfehlungen verbind-
lich:
-
„Systemische Untersuchungen von Trinkwasser-Installationen auf Legionellen nach
Trinkwasserverordnung“ vom 23.08.2012
-
Empfehlungen für die Durchführung einer Gefährdungsanalyse gemäß Trinkwasserver-
ordnung vom 14.12.2012
Ein ausreichender Wasseraustausch im Leitungssystem muss sichergestellt sein.
Endstränge und Versorgungsbereiche mit stagnierendem Wasser sind zu vermeiden. Im
Warmwassersystem sind Zirkulationsleitungen zu nutzen.
Regenwasser darf für den menschlichen Gebrauch entsprechend der TrinkwV nicht verwen-
det werden.
Qualitätssicherung
1) Eigenkontrolle
Der Unternehmer oder sonstige Inhaber einer Trinkwasserversorgungsanlage (das gilt auch
für Betreiber einer Trinkwasser-Installation) ist für den bestimmungsgemäßen Betrieb seiner
Anlage verantwortlich. Überschreitungen der Parameterwerte sind dem Gesundheitsamt un-
verzüglich anzuzeigen.
Nach Trinkwasserverordnung sind Überwachungsuntersuchungen nach § 14 Abs. 3 TrinkwV
2001 hinsichtlich der Legionellen durchzuführen, sofern eine Großanlage zur Trinkwasserer-
wärmung vorhanden ist. Die Untersuchungshäufigkeit regelt sich nach Anlage 4 Teil II Buch-
stabe b der TrinkwV 2001.
Bei Beanstandungen der Trinkwasserqualität sind unverzüglich Untersuchungen zur Aufklä-
rung und Maßnahmen zur Abhilfe durchzuführen.
Das Gesundheitsamt kann zusätzliche Untersuchungen anordnen.

 
Rahmenhygieneplan für Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen
Stand Dezember 2017
21
2) Überwachung durch das Gesundheitsamt
Auf der Grundlage der §§ 18 bis 19 TrinkwV 2001 erfolgt die Überwachung der Trinkwasserver-
sorgungsanlagen durch die Gesundheitsämter.
Nach § 19 Abs. 7 TrinkwV 2001 hat das Gesundheitsamt ein Programm zur Überwachung der
Parameter, die sich in der Trinkwasser-Installation nachteilig verändern können, einzurichten. In
dieses Überwachungsprogramm sind auch die Anlagen der Trinkwasser-Installation einzube-
ziehen.
3.6.3.2
Schwimm- und Badebeckenwasser
Allgemeine Anforderungen an Badewasser, Verfahrenskombinationen der Aufbereitung und
planerische Aspekte für Schwimmbäder sind in der
DIN 19643
fixiert. Die Forderungen an die
mikrobiologische und chemische Beschaffenheit basieren auf
§§ 37 bis 39 IfSG.
Von Schwimm- und Therapiebecken darf keine Schädigung der Gesundheit ausgehen. Deshalb
bestehen besondere hygienische Sorgfaltspflichten. Für Vorsorge- und Rehabilitationseinrich-
tungen haben vor allem Therapiebecken, Warmsprudelbecken, Tretbecken, Kaltbecken und
Bewegungsbecken eine hygienische Relevanz.
Anforderungen an die Wasserbeschaffenheit
Zur Sicherstellung hygienischer Verhältnisse sind an
Ausstattung,
Reinigung,
Desinfektion,
Wartung,
der Betriebsanlagen und Becken besondere Anforderungen zu stellen.
Aufbereitung
und anschließende
Desinfektion
sind
ständig
zu betreiben. Ein Abschalten,
z. B. nachts, ist nicht zulässig. Außerhalb der Badebetriebszeit ist ein Teillastbetrieb unter
Einhaltung der Vorgaben der DIN 19643 möglich.
Alle
wasserbenetzten Flächen
dürfen die physikalischen und chemischen Eigenschaften
des Wassers nicht beeinflussen und der Vermehrung von Mikroorganismen und Phytoplank-
ton keinen Vorschub leisten.
Zur Wassererneuerung und zur Verdünnung der im Aufbereitungsprozess nicht eliminierba-
ren Stoffe sind je Badegast mindestens 30 l Beckenwasser gegen Füllwasser auszutau-
schen.
Therapiebecken
sollen je nach Therapieintention eine Wassertemperatur zwischen 32°C
und 35°C aufweisen, die Wassertiefe darf 1,35 m nicht überschreiten. Therapiebecken wer-
den von Patienten mit erhöhter Infektionsgefährdung genutzt. Die Gestaltung der Becken
muss den Bedürfnissen der medizinisch indizierten Behandlung angepasst sein.
Haltegriffe
sind notwendig. Die Werte für freies Chlor im Beckenwasser müssen im Bereich von 0,3 bis
0,6 mg/l, bei Vorhandensein einer Ozonstufe im Bereich von 0,2- bis 0,5 mg/l liegen. Thera-
piebecken müssen an Aufbereitungsanlagen mit einer Ozonstufe im Bereich von 0,2 - 0,5
mg/l liegen. Therapiebecken müssen an Aufbereitungsanlagen mit einer Ozonstufe (DIN
19643-3) oder an Aufbereitungsanlagen mit virendichter Membranfilteranlage (DIN 19643-4)
angeschlossen werden.
Für
Warmsprudelbecken
gibt es detaillierte Festlegungen in der DIN 19643, Teil 1 (Be-
ckenwasser: Gehalt an freiem Chlor 0,7 bis 1,0 mg/l).
Tretbecken
sollen eine Wassertiefe von 0,35 bis 0,40 m haben. Die Temperatur soll 15°C
nicht überschreiten. Das Füllwasser ist mit 0,3 bis 0,6 mg/l freiem Chlor zu versetzen. Über-
laufrinnen sind nicht erforderlich.

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22
Kaltwassertauchbecken
haben eine Wassertiefe von 1,10 bis 1,35 m und eine Wasserflä-
che bis max. 10m
2
. Bei einem Volumen unter 2,0 m
3
können sie mit einem ständigen Füll-
wasserdurchfluss betrieben werden (Temperatur < 15 °C, Beckenwasser: 0,3 bis 0,6 mg/l
freies Chlor). Bei einer Füllmenge über 2,0 m³ ist der Anschluss an eine Aufbereitungsanlage
erforderlich.
Bewegungsbecken
sollten, wenn möglich, an eine Aufbereitung mit Ozonstufe angeschlos-
sen sein. Die Wassertiefe darf 1,35 m nicht überschreiten, die Wassertemperatur liegt bei
32°C. Der Gehalt an freiem Chlor muss im Bereich von 0,3 bis 0,6 mg/l liegen, bei Vorhan-
densein einer Ozonstufe im Bereich von 0,2 bis 0,5 mg/l.
Die Einhaltung mikrobiologischer und chemischer Parameter ist Grundlage für eine gute gleich-
bleibende Wasserqualität in Bezug auf Hygiene, Sicherheit und Ästhetik.
Dabei ist auch das Wohlbefinden der Badegäste und des Personals, z. B. durch Minimierung
von Desinfektionsnebenreaktionsprodukten, zu berücksichtigen.
Reinigung und Desinfektion
Becken
Zur Sicherstellung hygienischer Verhältnisse sind an die Reinigung und Wartung der Becken
besondere Anforderungen zu stellen:
Protokollierung im Betriebsbuch,
Beckenboden mindestens zweimal in der Woche absaugen,
Beckenwände mindestens alle 2 Wochen reinigen,
Überlaufrinnen sind mindestens wöchentlich zu reinigen, ebenfalls wöchentlich sind die Rin-
nenroste abzunehmen und zu reinigen.
Wasserspeicher sind alle 6 Monate zu leeren, zu reinigen und zu desinfizieren.
Einmal im Jahr muss die Leerung des Schwimmbeckens (Reinigung, Desinfektion, Repara-
tur) erfolgen.
Besonderheiten
Warmsprudelbecken sind mindestens einmal wöchentlich zu leeren, zu reinigen und zu des-
infizieren, zugehörige Wasserspeicher sind mindestens alle 3 Monate zu leeren, zu reinigen
und zu desinfizieren.
Durchschreit-, Tret- und Kaltbecken unter 2 m³ Füllmenge sind täglich zu leeren, zu reinigen
und zu desinfizieren.
Bewegungs- und Therapiebecken mit einem
Volumen 20 m³
sind mindestens alle 2 Mona-
te zu leeren, zu reinigen und zu desinfizieren.
Planschbecken sind bei hohem Verunreinigungsgrad nach Betriebsende, ggf. auch zwi-
schenzeitlich, zu leeren, zu reinigen und zu desinfizieren.
Die Prüfung der Anlagenteile und Geräte muss täglich erfolgen, die Wartung bei Bedarf.
Sanitär- und Barfußbereich
Ziel der Flächendesinfektion ist die Reduzierung von fakultativ und obligat pathogenen Erre-
gern. Besonders bei Patienten in der Rekonvaleszenz, die noch infektionsgefährdet sein kön-
nen, haben Desinfektionsmaßnahmen eine besondere Bedeutung. Ein Reinigungs- und Desin-
fektionsplan ist vom Betreiber zu erstellen.
Zu reinigen und zu desinfizieren sind:
Umkleideräume und -schränke,
Fußböden, Wände, Beckenumgänge, Liegeflächen,

 
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Stand Dezember 2017
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Keramikwärmebecken, Haltegriffe und Lifter an Bewegungsbecken.
Es sind scheuernde Reinigungsverfahren mit schwach alkalischen Mitteln anzuwenden. Möglich
ist der Einsatz von Gummischiebern, Bürsten- und Saugmaschinen oder Hochdruckreinigern.
Eine Kontamination des Beckenwassers mit Reinigungs- und Desinfektionsmitteln muss ver-
mieden werden.
Zur Abtötung von Bakterien sind VAH-gelistete Desinfektionsmittel mit nachgewiesener bakteri-
zider Wirksamkeit einzusetzen.
Konzentration und Einwirkzeit sind entsprechend der Liste zu beachten!
Zur Inaktivierung von Viren oder humanpathogenen Hefen und Pilzen, z. B. im Barfußbereich,
sind viruzide sowie fungizide Desinfektionsmittel anzuwenden (z. B. Aldehyde, Peressigsäure,
Chlorverbindungen).
Grundsätzlich ist die Verwendung von Badeschuhen zu empfehlen.
Qualitätssicherung
1) Eigenkontrolle
Nach DIN 19643 und der Empfehlung des Umweltbundesamtes (UBA) „Hygieneanforderun-
gen an Bäder und deren Überwachung“ (2013) ist das Badebeckenwasser aus Becken in
geschlossenen Räumen, aus Becken, die sich z. T. im Freien befinden, und aus Kaltwasser-
becken im Freien, die ausschließlich zu Saunabetrieben gehören, im Abstand von längstens
1 Monat mikrobiologisch zu untersuchen. Wasser aus sonstigen Becken im Freien ist in der
Badesaison mindestens 3-mal, außerhalb der Saison bei starker Nutzung mindestens 2-mal
monatlich mikrobiologisch zu untersuchen.
Mindestens im Abstand von 2 Monaten muss eine Untersuchung der chemischen Parameter
im Schwimm- und Badebeckenwasser erfolgen.
Die Ergebnisse sind dem Gesundheitsamt vorzulegen. Über- bzw. Unterschreitungen sind
dem Gesundheitsamt sofort anzuzeigen.
Bei Beanstandungen der Badewasserqualität sind unverzüglich Untersuchungen zur Aufklä-
rung und Maßnahmen zur Abhilfe durchzuführen.
2) Überwachung durch das Gesundheitsamt
Auf Grundlage der §§ 37 bis 39 IfSG erfolgt die Überwachung der Badebecken und der Was-
serqualität durch die Gesundheitsämter.
Das Gesundheitsamt überwacht regelmäßig durch:
Kontrolle der Erfüllung der Pflichten des Badbetreibers (Kontrolle der Betriebsbücher, Auf-
zeichnungen der Untersuchungsergebnisse, technische Unterlagen)
Ortsbesichtigungen (Wasseraufbereitung, Hausinstallation für die Duschen, Barfußbereiche
und Sitzflächen, raumlufttechnische Anlagen)
Probenahmen erfolgen bei Verdacht auf eine Gesundheitsgefährdung (Verfolgsproben, Be-
schwerden, Havarien u. ä.), ansonsten jährlich.
4
Hygienische Anforderungen an Bereiche, in denen Kinder betreut werden
Zusätzliche besondere Anforderungen an Bereiche, in denen Kinder betreut werden, ergeben sich
aus dem Infektionsschutzgesetz (§§ 33 bis 36).
Gemäß § 35 IfSG müssen Arbeitgeber von Beschäftigten in Gemeinschaftseinrichtungen zur Kin-
derbetreuung diese vor erstmaliger Aufnahme ihrer Tätigkeit und im Weiteren alle 2 Jahre über die
gesundheitlichen Anforderungen und Mitwirkungspflichten nach § 34 IfSG belehren. Bei diesen

 
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Stand Dezember 2017
24
Belehrungen sollen auch Maßnahmen der Reinigung und Desinfektion, der Körperpflege, zum
Verhalten beim Auftreten von ansteckenden Krankheiten und Läusebefall behandelt werden.
Die Möglichkeit zur
Isolierung kranker Kinder
muss gegeben sein.
4.1
Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen
Der
Reinigungsrhythmus
muss sich an der jeweiligen Nutzungsart und -intensität orientieren.
Bei sichtbarer Verschmutzung ist sofort zu reinigen.
Für die routinemäßige Reinigung und Desinfektion (ggf. desinfizierende Reinigung) gelten die
im Abschnitt Reinigung und Desinfektion von Flächen bereits genannten Empfehlungen. Dar-
über hinaus kann folgender Rhythmus zugrunde gelegt werden:
Türen (im Griffbereich der Kinder) incl. Türklinken
im Sanitärbereich sind täglich zu reini-
gen.
Gebrauchsgegenstände
(z. B. Spielzeug, Laufgitter, Beschäftigungsmaterial) sind wöchent-
lich gründlich zu reinigen, bei Verschmutzung sofort.
Spielzeuge für Säuglinge und Krabbler sind in die Reinigung einzubeziehen.
Toilettenbürsten
sind außerhalb des Zugriffsbereichs der Kinder aufzubewahren und re-
gelmäßig zu reinigen bzw. zu wechseln.
Töpfchen
sind kindbezogen bereitzustellen, nach Benutzung zu reinigen, trocken aufzube-
wahren und bei Wechsel des Kindes zu desinfizieren. Werden Töpfchen abweichend von
dieser Empfehlung von mehreren Kindern genutzt, sind sie nach jeder Benutzung desinfizie-
rend zu reinigen und trocken aufzubewahren.
Wickeltische und Säuglingswaagen
sind nach jeder Benutzung desinfizierend zu reinigen.
Die Desinfektion kann entfallen, wenn Einmalunterlagen verwendet und nach jeder Benut-
zung gewechselt werden.
Säuglingsbadewannen
sind nach jeder Benutzung desinfizierend zu reinigen.
Windelbehälter für
schmutzige Windeln
sind täglich zu leeren und
nach
erfolgter Desinfek-
tion zu reinigen. Mülltüten mit Einwegwindeln sind mit dem Hausmüll zu entsorgen.
Babyflaschen für Kleinkinder
sind in einem Geschirrspüler bei über 60°C zu spülen und zu
trocknen und bis zur nächsten Verwendung trocken und geschützt aufzubewahren.
Wiederverwendbare
Sauger und Babyflaschen für Säuglinge
sind thermisch zu desinfizie-
ren.
Zahnputzbecher und -bürsten, Kämme und Haarbürsten
sind personengebunden zu
verwenden, ggf. täglich zu reinigen und regelmäßig zu wechseln.
Eine
sofortige gezielte Desinfektion
von Flächen und Gegenständen ist notwendig bei sicht-
barer Verunreinigung durch Körpersekrete und -ausscheidungen (z. B. Erbrochenes, Stuhl,
Urin, Blut).
Beim
Auftreten übertragbarer Krankheiten
sind Desinfektionsmaßnahmen als gezielte
Schutzmaßnahmen gegen eine Weiterverbreitung nach Absprache mit dem Gesundheitsamt
durchzuführen.
5
Anforderungen nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) - Meldepflicht, Surveillance
und Antibiotikamanagement
Neben der Pflicht zur namentlichen Meldung von Erkrankungen nach §6 IfSG und der Meldung
des Nachweises von Krankheitserregern nach §7 IfSG existieren nach §23 IfSG spezielle Rege-
lungen zur Verhütung nosokomialer Infektionen und zur Verhinderung der Verbreitung von
Krankheitserregern, insbesondere multiresistenter Bakterien.

 
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Stand Dezember 2017
25
Den Leitern medizinischer Einrichtungen kommt hierbei eine besondere Verantwortung zu (s.
auch Kapitel 2.2).
5.1
Vorgehen bei meldepflichtigen Infektionskrankheiten
Nach §§ 6 und 7 IfSG und gemäß Verordnung über die Anpassung der Meldepflicht nach dem
Infektionsschutzgesetz an die epidemische Lage (IfSG-Meldepflicht-Anpassungsverordnung)
vom 18. März 2016 sind bestimmte Infektionskrankheiten bzw. der Nachweis bestimmter Infek-
tionserreger meldepflichtig. Grundsätzlich ist nach § 8 IfSG der feststellende Arzt verpflichtet,
das Auftreten bzw. den Verdacht der im § 6 genannten Infektionskrankheiten bzw. der Leiter
des diagnostizierenden Labors die im § 7 verzeichneten Erreger unverzüglich und spätestens
innerhalb von 24 Stunden dem zuständigen Gesundheitsamt namentlich zu melden. In Kran-
kenhäusern oder anderen Einrichtungen der stationären Pflege ist für die Einhaltung der Mel-
depflicht auch der leitende Arzt, bei mehreren Abteilungen der leitende Abteilungsarzt, verant-
wortlich. Die internen Zuständigkeiten müssen festgelegt sein.
Ist das jedoch primär nicht erfolgt, so muss die Meldung nach § 8 Abs.1 Nr.5 durch einen An-
gehörigen eines anderen Heil- oder Pflegeberufs, der für die Berufsausübung oder die Führung
der Berufsbezeichnung eine staatlich geregelte Ausbildung oder Anerkennung erfordert (z. B.
Krankenschwester), erfolgen.
Meldewege nach § 8 IfSG und zur Meldung verpflichtete Personen
(vereinfacht)
Dem zuständigen Gesundheitsamt ist außerdem gemäß § 6 Abs. 3 unverzüglich (spätestens 24
Stunden nach Feststellung des Ausbruchs) das gehäufte Auftreten von zwei oder mehr noso-
komialen Infektionen, bei denen ein epidemischer Zusammenhang wahrscheinlich ist oder ver-
mutet wird, als Ausbruch nichtnamentlich zu melden. Nach §10 IfSG soll die Meldung auch ein-
zelfallbasierte Informationen und Angaben zu allen mit dem Ausbruchsgeschehen wahrschein-
lich oder vermutlich in epidemischem Zusammenhang stehenden Kolonisationen beinhalten.
Wichtige Meldeinhalte der namentlichen Meldung (§ 9 IfSG):
Art der Erkrankung bzw. des Verdachtes
Name, Vorname, Geburtsdatum, Geschlecht des Patienten
Anschrift der Hauptwohnung, ggf. des derzeitigen Aufenthaltsortes
Art des Untersuchungsmaterials, Nachweismethode, Untersuchungsbefund
Name, Anschrift, Telefonnummer des Arztes bzw. der Einrichtung
Gesundheitsamt
leitender Arzt (§ 6)
Beschäftigte
der Reha-Einrichtung
feststellender Arzt (§ 6)
Leiter des Labors (§ 7)

 
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Stand Dezember 2017
26
Kontaktpersonen (Mitpatienten, Personal, Angehörige)
Wichtige Maßnahmen:
Basishygiene/Schutzmaßnahmen (z. B. Isolierung Betroffener)
Feststellung möglicher Infektionsquellen
Ermittlung von Kontaktpersonen
Verständigung von Angehörigen und Besuchern
Zusätzliche Meldeverordnungen der Bundesländer sind darüber hinaus zu beachten.
5.2
Surveillance nosokomialer Infektionen, resistenter Erreger und Antibiotikama-
nagement
Nach § 23 Abs. 4 IfSG sind Leiter von Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen, in denen
eine den Krankenhäusern vergleichbare medizinische Versorgung erfolgt, verpflichtet, vom Ro-
bert Koch-Institut festgelegte nosokomiale Infektionen und das Auftreten von Krankheitserre-
gern mit speziellen Resistenzen und Multiresistenzen fortlaufend in einer gesonderten Nieder-
schrift aufzuzeichnen, zu bewerten und sachgerechte Schlussfolgerungen hinsichtlich Präventi-
onsmaßnahmen abzuleiten. Diese sind dem Personal mitzuteilen und umzusetzen. Diese For-
derung gilt analog auch für die Anwendung und den Verbrauch von Antibiotika in der Einrich-
tung. Darüber hinaus ist die Hygieneverordnung für medizinische Einrichtungen des jeweiligen
Bundeslandes zu beachten.
Detailliertere Angaben finden sich in den Veröffentlichungen bzw. Empfehlungen des RKI, der
KRINKO sowie der Kommission Antiinfektiva, Resistenz und Therapie (ART) (s.
www.rki.de).
Die Aufzeichnungen zu nosokomialen Infektionen, Erregerresistenzen und zum Antibiotikaein-
satz sind zehn Jahre nach deren Anfertigung aufzubewahren.
Dem zuständigen Gesundheitsamt ist auf Verlangen Einsicht in die Aufzeichnungen, Bewertun-
gen und Schlussfolgerungen zu gewähren.
6
Anforderungen nach der Biostoffverordnung
6.1
Gefährdungsbeurteilung
Gemäß § 5 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) ist der Arbeitgeber verpflichtet, durch eine Beurtei-
lung der arbeitsplatzbedingten Gefährdungen die notwendigen Schutzmaßnahmen zu ermitteln.
Bei der beruflichen Arbeit mit Patienten in Einrichtungen der Vorsorge- und Rehabilitation kön-
nen durch diese Tätigkeiten Krankheitserreger auftreten und freigesetzt werden, Beschäftige
können mit diesen in Kontakt kommen. Das sind Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen im
Sinn der Biostoffverordnung (BioStoffV). Biologische Arbeitsstoffe (Biostoffe) sind u. a. Mikroor-
ganismen, wie Viren, Bakterien, Pilze, die die Gesundheit des Menschen schädigen können,
z. B. durch Infektionen, übertragbare Krankheiten, Toxinbildung oder sensibilisierende Wirkun-
gen.
Die Durchführung der Gefährdungsbeurteilung und die Festlegung der erforderlichen Schutz-
maßnahmen für Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen erfolgt entsprechend der
Biostoffverordnung (BioStoffV) i. V. m. den Technischen Regeln für Biologische Arbeitsstoffe
TRBA 400 „Handlungsanleitung zur Gefährdungsbeurteilung und für die Unterrichtung der Be-
schäftigten bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen“ und TRBA 250 „Biologische Arbeits-
stoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege“. Einrichtungen der Vorsorge und Re-
habilitation sind im Sinne der BioStoffV Einrichtungen des Gesundheitsdienstes (§ 2 Abs. 14
BioStoffV).

 
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Stand Dezember 2017
27
Insbesondere in Rehabilitationseinrichtungen mit Pflegeabteilungen ist davon auszugehen,
dass Beschäftigte durch den Kontakt mit Blut, Sekreten und Exkreten Biostoffen der Risiko-
gruppe 2 und 3 ausgesetzt sind und eine Übertragung möglich ist. Diese Tätigkeiten sind im
Sinne der BioStoffV nicht gezielte Tätigkeiten. Eine Schutzstufenzuordnung einzelner Tätigkei-
ten oder Arbeitsbereiche erfolgt in Abhängigkeit von der tätigkeitsbedingten Infektionsgefähr-
dung. Ausschlaggebend sind ein möglicher Kontakt zu potentiell infektiösem Material oder der
Infektions- bzw. Kolonisationsstatus eines Patienten. Bei Tätigkeiten mit Kontakt zu Körperflüs-
sigkeiten (z. B. invasive Eingriffe, Blutentnahmen, Wundversorgung, Verletzungsmöglichkeiten
durch spitze und scharfe Arbeitsmittel) besteht eine erhöhte Infektionsgefahr und es sind min-
destens Maßnahmen der Schutzstufe 2 festzulegen. Liegen keine entsprechenden Tätigkeiten
bzw. Gefährdungen vor, sind bei der beruflichen Arbeit mit Menschen zum Schutz der Beschäf-
tigten die Mindestschutzmaßnahmen der Schutzstufe 1 entsprechend Punkt 4.1 TRBA 250 aus-
reichend.
Bei Tätigkeiten in einem der Einrichtung angeschlossenem medizinischem Labor ist die TRBA
100 „Schutzmaßnahmen für Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen in Laboratorien“ zu be-
achten.
6.2
Arbeitsmedizinische Prävention
6.2.1 Grundlegendes
Zur arbeitsmedizinischen Prävention gehört neben der Durchführung einer allgemeinen ar-
beitsmedizinischen Beratung im Rahmen der Unterweisung (§ 14 Abs. 2 BioStoffV), dass bei
Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen der Arbeitgeber in Abhängigkeit von der Gefähr-
dungsbeurteilung eine angemessene arbeitsmedizinische Vorsorge sicherzustellen hat (§ 3
i.V.m. Anhang Teil 2 Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV)). Hierzu ge-
hört, dass bei Tätigkeiten nach Anhang Teil 2 ArbMedVV mit beruflicher Exposition gegenüber
bestimmten Mikroorganismen eine spezielle arbeitsmedizinische Vorsorge veranlasst (
Pflicht-
vorsorge
) und ansonsten eine arbeitsmedizinische Vorsorge angeboten (
Angebotsvorsorge
)
werden muss. Dies gilt auch für Schüler, Studierende und sonstige Personen, die Tätigkeiten
mit biologischen Arbeitsstoffen in diesen Einrichtungen ausführen (§ 12 BioStoffV).
Ist eine Pflichtvorsorge erforderlich, ist diese Voraussetzung für die Tätigkeit. Der Arbeitgeber
hat eine Vorsorgekartei zu führen und nach Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses dem
Beschäftigten eine Kopie der ihn betreffenden Angaben auszuhändigen.
6.2.2 Arbeitsmedizinische Vorsorge
In Einrichtungen der Vorsorge und Rehabilitation hat der Arbeitgeber eine arbeitsmedizinische
Pflichtvorsorge zu veranlassen, wenn Beschäftigte einen regelmäßigen Kontakt zu Körperflüs-
sigkeiten, Ausscheidungen oder -geweben haben (Abs. 1 Nr. 3 Anhang Teil 2 ArbMedVV).
Ist keine Pflichtvorsorge zu veranlassen und werden Tätigkeiten der Schutzstufe 2, bei denen
trotz der getroffenen Schutzmaßnahmen eine Infektionsgefährdung nicht auszuschließen ist,
durchgeführt, hat der Arbeitgeber den betroffenen Beschäftigten eine arbeitsmedizinische An-
gebotsvorsorge anzubieten (Abs. 2 Nr. 1b Anhang Teil 2 ArbMedVV).
Darüber hinaus ist eine arbeitsmedizinische Vorsorge unverzüglich anzubieten, wenn sich Be-
schäftigte eine Erkrankung zugezogen haben, die auf eine Tätigkeit mit biologischen Arbeits-
stoffen zurückzuführen ist. Dies gilt auch für Beschäftigte mit vergleichbaren Tätigkeiten. Ein
Vorsorgeangebot ist ebenfalls zu unterbreiten, wenn infolge einer beruflichen Exposition mit
einer schweren Infektionskrankheit gerechnet werden muss und Maßnahmen der post-
expositionellen Prophylaxe möglich sind bzw. eine Infektion erfolgt ist.
Mit der Durchführung der arbeitsmedizinischen Vorsorge ist ein Facharzt für Arbeitsmedizin
oder ein Arzt mit der Zusatzbezeichnung „Betriebsmedizin“ zu beauftragen, vorrangig der Be-
triebsarzt (§ 3 Abs. 2 ArbMedVV).

 
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Stand Dezember 2017
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Zur arbeitsmedizinischen Vorsorge siehe auch
www.baua.de
(„Themen von A bis Z“
„Aus-
schüsse“ „Ausschuss für Arbeitsmedizin“).
6.2.3 Impfungen für die Beschäftigten
Den Beschäftigten sind im Rahmen der arbeitsmedizinischen Vorsorge durch den beauftragten
Arzt Impfungen anzubieten, sofern das Risiko einer Infektion tätigkeitsbedingt und im Vergleich
zur Allgemeinbevölkerung erhöht ist und nicht bereits ein ausreichender Immunschutz besteht
(§ 6 Abs. 2 ArbMedVV). Die Kosten sind vom Arbeitgeber zu tragen.
Bei Beschäftigten, bei denen mit einer Infektionsgefährdung durch Blut zu rechnen ist, soll ein
aktueller Impfschutz gegen Hepatitis B-Virus vorliegen.
Unabhängig von einer durch den Arbeitgeber anzubietenden Impfung sollte im Interesse des
öffentlichen Gesundheitsschutzes entsprechend den Impfempfehlungen der Ständigen Impf-
kommission (STIKO) ein vollständiger, altersgemäßer und ausreichender Impfschutz gegeben
sein. Insbesondere die jährliche Grippeschutzimpfung wird zum Schutz der Patienten und des
Personals empfohlen.
7
Erste Hilfe
Durch den Träger/Betreiber der Einrichtung ist zu veranlassen, dass das Personal entspre-
chend den geltenden Arbeitsschutzvorschriften i. V. m. der Unfallverhütungsvorschrift DGUV
Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention“ vor Beginn der Tätigkeit und danach mindestens jähr-
lich zu Gefahren und Maßnahmen zum Schutz einschließlich der Ersten Hilfe unterwiesen wird.
Er hat dafür zu sorgen, dass entsprechend
DGUV Vorschrift 1; § 25 Abs. 2
zur Ersten Hilfe und
zur Rettung der Versicherten die erforderlichen Einrichtungen, Sachmittel und geeignete Perso-
nen zur Verfügung stehen.
Geeignetes Erste-Hilfe-Material enthält z. B.:
Großer Verbandkasten nach DIN 13169 “Verbandkasten E”
Kleiner Verbandkasten nach DIN 13157 “Verbandkasten C”.
Zusätzlich ist der Verbandkasten mit einem alkoholischen
Desinfektionsmittel
zur Händedes-
infektion auszustatten. Art und Anzahl der Verbandskästen sind abhängig von der Zahl der Ver-
sicherten und der Betriebsart.
Entnommene bzw. abgelaufene Materialien (z. B. Einmalhandschuhe oder Pflaster) sind umge-
hend zu ersetzen, regelmäßige
Bestandskontrollen
der Erste-Hilfe-Kästen sind durchzufüh-
ren. Insbesondere ist das Ablaufdatum des Händedesinfektionsmittels zu überprüfen und die-
ses erforderlichenfalls zu ersetzen.
Alle Erste-Hilfe-Einrichtungen, Materialien und Geräte müssen schnell zu finden sein. Deshalb
sind die Einrichtungen und Aufbewahrungsorte zu kennzeichnen.
Der Ersthelfer hat bei Kontakt mit Körperflüssigkeiten und Ausscheidungen Einmalhandschuhe
zu tragen und sich vor sowie nach der Hilfeleistung die Hände zu desinfizieren.
Parallel zur Erstversorgung ist vom Ersthelfer zu entscheiden, ob sofortige ärztliche Hilfe zur
weiteren Versorgung des Verletzten hinzuzuziehen ist.
Weitere Informationen zur Ersten Hilfe enthalten die DGUV Information 204-006 „Anleitung zur
Ersten Hilfe“, DGUV Information 204-022 "Erste Hilfe im Betrieb", „Erste Hilfe-Plakat, DIN A2
DGUV Information 204-002“, Dokumentation der Erste-Hilfe-Leistungen (Meldeblock) DGUV
Information 204-021.

 
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Stand Dezember 2017
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8
Hygiene bei speziellen Behandlungs- und Pflegemaßnahmen
Im Folgenden werden Hinweise zu den wichtigsten medizinischen und pflegerischen Maßnah-
men unter Berücksichtigung von hygienischen Schwerpunkten dargelegt.
Als Basis für Festlegungen im einrichtungsspezifischen Hygieneplan sind die jeweiligen aktuel-
len Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim Ro-
bert Koch-Institut (KRINKO) sowie weitere hygienisch relevante Empfehlungen zu berücksichti-
gen. Bei der Auswahl der Hygienemaßnahmen ist eine Risikobewertung (z. B. Infektionen, Be-
siedlungen, Abwehrlage des Patienten) zu Grunde zu legen.
Injektionen/Punktionen/Infusionstherapie
Die vorgeschriebenen Desinfektionsmaßnahmen (Händedesinfektion und Hautantiseptik)
sind korrekt auszuführen. Einmalhandschuhe sind zu tragen.
Auf die Verwendung von sterilem Instrumentarium ist zu achten (Verwendbarkeitsfristen dür-
fen nicht überschritten werden, Verpackung muss intakt sein).
Nutzung von gesicherten Instrumenten für Blutentnahmen.
Zu applizierende Medikamente sind auf Verfallsdatum, Verfärbungen/Trübungen und Ausflo-
ckungen zu prüfen, vorgeschriebene Lagerungsbedingungen sind zu kontrollieren.
Der Inhalt größerer Ampullen, die kühl gelagert wurden, ist vor der Applikation in der Hand
auf Körpertemperatur zu erwärmen.
Während der Injektion ist der Patient zu beobachten, bei auftretenden Nebenwirkungen ist
die Injektion ggf. abzubrechen.
Die Entsorgung gebrauchter Spritzen, Sicherheitskanülen und Materialien ist unter Vermei-
dung von Verletzungs- und Infektionsgefahren in durchstichsicheren Behältnissen über den
Hausmüll vorzunehmen.
Die Dokumentation über die Injektion ist mit Datum/Uhrzeit, Name des Medikamentes und
Signum des Ausführenden ordnungsgemäß zu führen.
Weiterführende Empfehlungen:
- Prävention von Infektionen, die von Gefäßkathetern ausgehen (KRINKO)
-
Anforderungen an die Hygiene bei Punktionen und Injektionen (KRINKO)
- Hygienemaßnahmen bei Liquorpunktionen, Liquorableitungen und Injektionen am ZNS (AWMF)
-
Intraartikuläre Punktionen und Injektionen: Hygienemaßnahmen (AWMF)
- Hygienemaßnahmen bei intravasaler Medikamentenapplikation (AWMF)
Insulininjektionen mit PEN durch das Personal
Eine Hautantiseptik ist analog der subkutanen Injektion durchzuführen. Einmalkanülen sind
vor jeder Injektion neu aufzusetzen.
Vor Injektionen durch den Patienten selbst muss er darauf hingewiesen werden, dass Pen-
kanülen Einmalprodukte sind und wiederholte Anwendungen zu Dosierungenauigkeiten füh-
ren.
Weiterführende Empfehlungen:
-
Anforderungen an die Hygiene bei Punktionen und Injektionen (KRINKO)
- Konsensuspapier zur Mehrfachverwendung von Injektionsnadeln bei Insulinpens und Insulin-
Einmalspritzen, Hautantiseptik (Hautdesinfektion) vor der subcutanen Insulininjektion (DGKH)
Wundverbände/Verbandwechsel
Ein Verbandwechsel ist bei sezernierenden Wunden ggf. mehrmals täglich, bei Verschmut-
zung und Durchnässung sofort, erforderlich.
Alle für den Verbandwechsel benötigten Materialien/Instrumente sind in ausreichendem

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Stand Dezember 2017
30
Umfang bereitzuhalten (möglichst als Set).
Arbeitsflächen sind zu desinfizieren.
Schutzkleidung (Schutzkittel oder Einmalschutzschürze) ist anzulegen.
Vor dem Anlegen der Schutzhandschuhe (ggf. sind sterile Handschuhe zu tragen) ist eine
hygienische Händedesinfektion durchzuführen (niemals Wunden mit der bloßen Hand berüh-
ren).
Der alte Verband wird mit einer Pinzette abgenommen (Handschuhwechsel, wenn verse-
hentlich der alte Verband berührt wurde).
Wundreinigung und -antiseptik sind entsprechend ärztlicher Anordnung durchzuführen.
Das Anlegen eines sterilen Wundverbandes erfolgt unter aseptischen Bedingungen (sterile
Pinzette oder sterile Handschuhe).
Gebrauchtes Material wird sofort in verschlossenen Behältnissen in den Hausmüll entsorgt,
wieder verwendbares Instrumentarium wird in geeigneten Behältern zur Wiederaufbereitung
befördert.
Nach Ablegen der Schutzhandschuhe ist eine hygienische Händedesinfektion durchzufüh-
ren.
Weiterführende Empfehlungen:
-
Prävention postoperativer Infektionen im Operationsgebiet (KRINKO)
- Postoperatives Wundmanagement: Hygienische Anforderungen (AWMF)
-
Anforderungen der Hygiene bei chronischen und sekundär heilenden Wunden (AWMF)
- Strategien zur Prävention von postoperativen Wundinfektionen (AWMF)
Absaugung/Pneumonieprophylaxe
Das Absaugen von Schleim oder Sekret ist dann erforderlich, wenn der Patient nicht in der
Lage ist, selbständig abzuhusten. Es soll verhindert werden, dass durch Aspiration eine
Pneumonie entstehen kann. Außerdem soll eine Verbesserung der Atmung erreicht werden.
Vor und nach dem Absaugen ist eine hygienische Händedesinfektion erforderlich.
Einmalhandschuhe sind anzulegen.
Die eingesetzten Absaugkatheter müssen steril sein; für jeden Absaugvorgang ist ein neuer
Absaugkatheter einzusetzen.
Beim offenen endotrachealen Absaugen sind sterile Katheter, sterile Handschuhe und MNS
(z. B. bei MRE-Patienten) zu verwenden und anschließend nach einmaliger Nutzung zu ver-
werfen.
Zur Spülung des vom Patienten bereits diskonnektierten Überleitungsschlauches zum Be-
hältnis für Absaugflüssigkeit ist keimarme Flüssigkeit ausreichend.
Zur Mobilisierung von Atemwegssekret sind sterile Flüssigkeiten zu verwenden.
Anwendung geeigneter Präventionsmaßnahmen zur Pneumonieprophylaxe: regelmäßige
Querlüftung, kräftiges Abhusten, Atemschulung, Atemgymnastik, vorsichtiges Abklopfen,
Vibrationsmassage nach Absprache mit dem Arzt.
Zu beachten ist: Atemtrainer sind Einmalgeräte und nur personenbezogen anzuwenden,
wieder verwendbare Geräte (z. B. Vibrationsmassagegeräte) müssen nach jedem Patienten
desinfiziert werden (Herstellerangaben beachten).
Einmaltaschentücher oder Zellstoff mit abgehustetem Schleim sind unmittelbar nach den
Behandlungsmaßnahmen im Abfallbeutel zu entsorgen.
Weiterführende Empfehlungen:
-
Prävention der nosokomialen beatmungsassoziierten Pneumonie (KRINKO)
Inhalation/Sauerstoffinsufflation

Rahmenhygieneplan für Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen
Stand Dezember 2017
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Hygienische Händedesinfektion und das Tragen von Einmalhandschuhen sind beim Umgang
mit Medikamentenverneblern erforderlich.
Alle Teile des Medikamentenverneblers sind alle 24 Stunden sowie bei jedem Pa-
tientenwechsel gemäß den Angaben des Herstellers aufzubereiten.
Spezielle Verneblersysteme mit bakteriendichter Trennfläche zwischen Medikamentenreser-
voir und Inspirationsschenkel erlauben eine längere Verwendungsdauer. Entscheidend sind
die Herstellerangaben.
Falls möglich, sollen Einmalvernebler eingesetzt werden, um Aufbereitungs- und Lagerungs-
probleme zu vermeiden.
Die für die Inhalationstherapie verwendeten Medikamente sind aus sterilen Einmalgebinden
zu entnehmen und ausschließlich patientenbezogen zu verwenden.
Bei patientenbezogener Anwendung sind Mundstücke unter fließendem Wasser zu reinigen.
Mundstücke, Masken- und Schlauchsysteme sowie Inhalatbehälter müssen bei Nutzung
durch einen Patienten einmal täglich desinfiziert und ggf. sterilisiert werden (länderspezifi-
sche Regelungen sind zu beachten).
Bei der Sauerstoffinsufflation ist zu beachten:
Grundsätzlich sind personengebundene Geräte für Patienten mit Atemwegsinfektion einzu-
setzen.
Die Nasenbrille ist personengebunden zu nutzen und nach jeder Anwendung zu reinigen
(Wechsel nach sichtbarer Verschmutzung bzw. zweimal pro Woche).
Der Verlängerungsschlauch ist nach sichtbarer Verschmutzung, Kondensatbildung, jedoch
spätestens wöchentlich zu wechseln.
Zur Befeuchtung eingesetztes Wasser muss steril sein.
Sprudlerbehälter (Sauerstoffgeräte) müssen täglich gereinigt, desinfiziert, getrocknet und
ggf. sterilisiert werden. Sie sind nach chemischer Desinfektion unmittelbar vor der Anwen-
dung mit sterilem Wasser auszuspülen und zu befüllen.
Weiterführende Empfehlungen:
-
Prävention der nosokomialen beatmungsassoziierten Pneumonie (KRINKO)
Katheterisierung der Harnblase
Jede Anwendung eines Harnblasenkatheters ist von einer strengen medizinischen Indikation
nach ärztlicher Entscheidung abhängig zu machen. Diese ist zu dokumentieren.
Die Liegedauer eines Harnblasenverweilkatheters ist stets auf ein erforderliches Minimum zu
beschränken.
Die strenge Beachtung der Regeln der Basishygiene und die regelmäßige Schulung von
ärztlichem und pflegerischem Personal sind zur erfolgreichen Prävention von Katheter-
assoziierten Infektionen unerlässlich.
Personen, die eine Katheterisierung vornehmen, sind zum aseptischen Vorgehen, zum Um-
gang mit dem liegenden Katheter und in der Erkennung Katheter-assoziierter Komplikationen
regelmäßig zu schulen.
Vor und nach jeder Manipulation am Harnblasenverweilkatheter oder Drainagesystem ist
eine hygienische Händedesinfektion vorzunehmen (Basishygiene). Die Katheterisierung ist
aseptisch durchzuführen (Basishygiene). Dabei sind sterile Handschuhe, steriles Abdeckma-
terial (Lochtuch), sterile Tupfer und ggf. eine Pinzette zur aseptischen Katheterinsertion zu
verwenden. Für die Dekontamination der Harnröhrenöffnung und ihrer Umgebung ist ein
Schleimhautantiseptikum einzusetzen. Sterile Gleitmittel sind zu verwenden (Basishygiene,
wenn möglich Verwendung von Katheter-Sets).

Rahmenhygieneplan für Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen
Stand Dezember 2017
32
Weiterführende Empfehlungen:
- Prävention und Kontrolle Katheter-assoziierter Harnwegsinfektionen (KRINKO)
-
Die Harndrainage (AWMF)
Physiotherapie
Bei offenen Wunden im Anwendungsbereich sind Einmalhandschuhe zu tragen.
Generell ist zwischen den Behandlungen von Patienten eine hygienische Händedesinfektion
durchzuführen.
Alle Geräte und Hilfsmittel, die in der Physiotherapie eingesetzt werden, müssen desinfizier-
bar und ggf. sterilisierbar sein.
Elektroden des Reizstromgerätes sind nach jedem Patienten zu wechseln.
Bäder/Wannen sind nach jedem Patienten zu wischdesinfizieren.
Roste, Wannen, Liegen, Sitze, Fußböden usw. sind täglich desinfizierend zu reinigen.
Kontaktflächen an Turngeräten sind täglich desinfizierend zu reinigen.
Massagebänke/Kopfstützen sind für jeden Patient mit frischer Papierauflage oder patienten-
bezogenem Baumwolllaken zu bedecken und einmal täglich am Arbeitsende desinfizierend
reinigen.
Patienten-Heber-Sitze sind nach jedem Patienten zu desinfizieren.
Wanne und Umwälzsystem der Unterwassermassagewanne müssen am Arbeitsende mit
Desinfektionsmittel durchgespült werden (dabei das Umwälzsystem mindestens 5 bis 10 Mi-
nuten laufen lassen).
Massageöle, Kontaktgels und Cremes sind verschlossen aufzubewahren.
Es dürfen nur Tuben, Einzelpackungen oder Behälter mit Dosierpumpe verwendet werden.
Fango darf nur mit Kunststofffolie versehen am Patienten angewendet werden. Bei der mehr-
fachen Nutzung von Fango-Packungen sind die Herstellerangaben zu beachten.
Nicht erhitzbare Moorpackungen sind stets nur für den gleichen Patienten verwendbar.
Es dürfen nur sterile Inhalate benutzt werden (verschlossen aufbewahren und max. 2 Wo-
chen verwenden). Sie sind bei Anbruch mit einem Datum zu versehen. Angesetzte Inhalate
sind stets zum sofortigen Verbrauch.
Umgang mit Medikamenten
Die Lagerung von Medikamenten muss trocken, zugriffssicher, staub- und lichtgeschützt
erfolgen, wenn vom Hersteller vorgeschrieben, im Kühlschrank (+2 bis +8 °C). Die Kühl-
schranktemperatur ist täglich zu kontrollieren und zu dokumentieren, auch das Verstellen
des Reglers.
Das Verfallsdatum ist einzuhalten. Verfallene Medikamente sind entsprechend den kommu-
nalen Abfallsatzungen zu entsorgen (z. B. über eine Apotheke).
Mehrdosenbehältnisse mit konserviertem Inhalt (z. B. Augentropfen, Heparine) sind mit dem
Anbruchsdatum zu versehen und nach den Herstellerangaben zu verwenden sowie zu la-
gern.
Sondenernährung
Die enterale Ernährung sollte einer parenteralen Ernährung vorgezogen werden.
Bei unsachgemäßer Lagerung oder bei Manipulationen an den Sonden oder Überleitungs-
systemen besteht die Gefahr einer Keimvermehrung.
Vor Verabfolgung der Nahrung bzw. vor dem Spülen der Sonde sind die Hände zu desinfizie-
ren.

Rahmenhygieneplan für Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen
Stand Dezember 2017
33
Spülspritzen, Gefäße für die Spülflüssigkeit und Ernährungsspritzen sind nach jeder Mahlzeit
gründlich zu reinigen sowie trocken und staubfrei zu lagern (die Spülspritze ist nach Möglich-
keit täglich zu wechseln, Gefäße für die Spülflüssigkeit sind thermisch aufzubereiten).
Die Sonde ist nach jeder Mahlzeit zu spülen (frisch abgekochtes und abgekühltes Wasser,
frisch zubereiteter und abgekühlter fruchtsäurefreier Tee, frisches stilles Mineralwasser).
Überleitungssysteme sind nur einmal zu verwenden. Die Sonde ist bis zur nächsten Verab-
reichung zu verschließen.
Sterile Sondennahrung ist zu bevorzugen. Angebrochene sterile Nahrung darf entsprechend
den Herstellerangaben im Kühlschrank aufbewahrt werden (i.d.R. maximal 24 Stunden). An-
gerührte Nahrung muss umgehend verbraucht werden.
Bei der PEG (perkutane endoskopische Gastrostomie) muss die Eintrittspforte der Sonde
gepflegt werden. Der Verbandwechsel ist regelmäßig unter sterilen Bedingungen durchzu-
führen oder bei Verunreinigung notwendig.
Bei reizloser Eintrittspforte ist ein Verband nicht erforderlich.
Weiterführende Empfehlungen:
- Infektionsprävention in Heimen (KRINKO)
- Hygieneanforderungen beim Umgang mit Lebensmitteln in Krankenhäusern, Pflege- und Rehabili-
tationseinrichtungen“ Empfehlung der DGKH (April 2008)
- Prävention der nosokomialen beatmungsassoziierten Pneumonie (KRINKO)
Stomapflege (Uro- und Enterostoma)
Das pflegerische Vorgehen ist bei frischen und abgeheilten Stomata verschieden.
Vor und nach jeder Manipulation an Stomata ist eine Händedesinfektion durchzuführen.
Mobile Patienten sind in einem gesonderten Raum (z. B. im Bad) zu versorgen.
Bei der Versorgung im Bett ist eine Einmalunterlage zu verwenden.
Das Pflegepersonal hat zum Personalschutz mindestens eine Schürze (z. B. Einmalschürze)
und Einmalhandschuhe zu tragen und die hygienische Händedesinfektion durchzuführen.
Stomasysteme sind staubgeschützt zu lagern.
Gebrauchte Materialien sind sofort zu entsorgen.
Beutel sollten bereits bei einer Füllung von etwa einem Drittel entleert werden.
Gebrauchte Materialien sind sofort als Müll der Abfallart AS 180104 (früher B-Müll) zu ent-
sorgen.
Eine sorgfältige Reinigung und Pflege der peristomalen Haut ist durchzuführen.
Weiterführende Empfehlungen:
-
Infektionsprävention in Heimen (KRNKO)
Tracheostomapflege
In den ersten postoperativen Tagen (ca. 7 bis 10 Tage) besteht durch das Tracheostoma
eine besondere Infektionsgefährdung. Ein Verbandwechsel ist täglich durchzuführen. Auf
Komplikationen ist zu achten (z. B. Läsion der Trachea, Blutungen, Hautemphysem, Kanü-
lendislokation, lokale Infektion, Mediastinitis).
Verbandwechsel erfolgen bis zur Heilung der Tracheostomawunde aseptisch unter Verwen-
dung eines geeigneten Wundantiseptikums und eines alkoholischen Hautantiseptikums. Zur
Reinigung und Desinfektion der Wundumgebung ist ein Hautantiseptikum einzusetzen. In
keinem Fall dürfen antibiotikahaltige Salben oder Lösungen angewendet werden.
Innenkanülenwechsel werden bei Risikopatienten und nicht abgeheilten Tracheostomata
immer aseptisch vorgenommen.

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Stand Dezember 2017
34
Bei der Wiederaufbereitung der Trachealkanülen ist der Zustand des Tracheostomas aus-
schlaggebend. Bei noch nicht abgeheilter Tracheotomiewunde muss die Kanüle steril sein.
Bei abgeheilter Tracheotomiewunde ist es zulässig, gereinigte Trachealkanülen einzusetzen.
Dazu wird die Kanüle gründlich unter fließendem Wasser von außen und innen mit einer
sauberen Bürste gereinigt. Die Bürste kann im Anschluss im Geschirrspüler aufbereitet wer-
den, ansonsten ist sie abzukochen.
Ist das Tracheostoma infiziert und/oder weist es schmierige Beläge auf, ist eine Wundreini-
gung durchzuführen.
Weiterführende Empfehlungen:
- Infektionsprävention in Heimen (KRNKO)
Hautreinigung/Hautpflege/Dekubitusprophylaxe
Es sind hautschonende Waschpräparate zu verwenden.
Auf eine regelmäßige Hautpflege ist zu achten (insbesondere bei der Dekubitusprophylaxe).
Zuerst wird der Oberkörper gewaschen, danach der Unterkörper. Ober- und Unterkörper sind
mit gesonderten Waschlappen und Handtüchern zu waschen und abzutrocknen. Im Rahmen
der Dekubitusprophylaxe ist die Haut sorgfältig abzutrocknen.
Mindestens wöchentlich sollte geduscht oder ein Wannenbad genommen werden.
Gegenstände zur Haar-, Bart- und Nagelpflege sind personengebunden anzuwenden.
Bei Verunreinigungen mit Blut ist zu desinfizieren.
Eine regelmäßige Hautpflege ist durchzuführen (und insbesondere bei der Dekubitusprophy-
laxe zu beachten).
Bei bettlägerigen Pflegebedürftigen ist erforderlich: tägliche Inspektion der Prädilektionsstel-
len, bei Hautrötungen (Dekubitus Grad I) sofortige Anwendung weicher Auflagen, 30°-
Seitenlagerung, 2-stündiger Lagewechsel ist abzusichern, Laken nicht zu straff spannen,
Faltenbildung vermeiden, eine Antidekubitusmatratze sollte verwendet werden.
Bei Dekubitalulcera ist eine sachgerechte Wundpflege durchzuführen, die Kontrolle auf Infek-
tionszeichen ist dabei vorzunehmen.
Zum Spülen von Wunden sind sterile Lösungen zu verwenden, Wundverbände sind asep-
tisch auszuführen.
Weiterführende Empfehlungen:
- Infektionsprävention in Heimen (KRNKO)
- Händehygiene in Einrichtungen des Gesundheitswesens (KRINKO)
Mund- und Zahnpflege
Mindestens zweimal täglich sind Mund- und Zahnpflege einschließlich der Prothesenreini-
gung durchzuführen.
Antiseptische Spülungen sind bei immunsupprimierten Personen sowie bei Foetor ex ore
(Mundgeruch) sinnvoll (ggf. Beratung durch den behandelnden Zahnarzt).
Bei Schwerstpflegebedürftigen:
Das Auswischen des Mundes erfolgt mit einem sterilisierten, mit Mundpflegelösung getränk-
ten und an einer Klemme befestigten Tupfer.
Für jeden Vorgang ist ein frischer Tupfer zu verwenden. Das Material ist täglich zu erneuern
und tagsüber staubgeschützt aufzubewahren.
Einmal-Mundpflegesets sind bevorzugt anzuwenden.
Weiterführende Empfehlungen:

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Stand Dezember 2017
35
- Infektionsprävention in Heimen (KRINKO)
Haar-, Nagelpflege und Rasur
Das Waschen des Kopfhaares ist mindestens einmal wöchentlich durchzuführen. Dabei soll-
ten alkaliseifenfreie Haarwaschmittel verwendet werden.
Nagelpflege: Entfernung sichtbaren Schmutzes, sorgfältige Behandlung der Nagelfalze und
der -haut, Nägel so kürzen, dass sie zirkulär etwas überstehen.
Die Rasur soll täglich erfolgen.
Weiterführende Empfehlungen:
-
Infektionsprävention in Heimen (KRINKO)

 
Rahmenhygieneplan für Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen
Stand Dezember 2017
36
9
Umgang mit Verstorbenen
Nach der ärztlichen Leichenschau ist der Verstorbene durch ein Bestattungsunternehmen in
eine Leichenhalle zu überführen.
Beim Umgang mit Verstorbenen sind Schutzkleidung und Einmalhandschuhe zu tragen, an-
schließend ist eine Händedesinfektion durchzuführen.
Beim Umgang mit an
Infektionskrankheiten
Verstorbenen ist den Anweisungen des Gesund-
heitsamtes zu folgen.
10
Mikrobiologisches Monitoring und hygienische Untersuchungen
10.1
Mikrobiologisches Monitoring
Untersuchungen zur Erkennung und Bekämpfung von in der Einrichtung erworbenen Infektio-
nen sind besonders wichtig in Zentren mit ausgesprochenen Intensiv-Pflegebereichen, z. B. der
neurologischen Frührehabilitation und der Behandlung von Transplantierten
.
Dem Erkennen von Keimträgern (insbesondere von multiresistenten Erregern) und des Vor-
kommens dieser Erreger in der Patientenumgebung gilt hierbei besondere Aufmerksamkeit.
Patienten in der neurologischen Frührehabilitation der Phasen B und C sind aufgrund der be-
sonderen Risikofaktoren in ihrer Anamnese (Hirnschädigung, periphere neurologische Schädi-
gung, Polytrauma, Fremdkörper, Dekubitalulcera, lange Liegedauer) besonders infektanfällig.
Eine erste Untersuchung auf bestimmte multiresistente bakterielle Erreger (MRE) erfolgt bei
Indikation zum
Zeitpunkt der Aufnahme des Patienten (Aufnahmescreening)
.
Bei MRE sind die zu untersuchenden Prädilektionsstellen nach Einschätzung des Infektions-
risikos (Kreuzkontamination) einrichtungsspezifisch festzulegen.
Bei weiteren Untersuchungen ist entsprechend den Empfehlungen der Kommission für Kran-
kenhaushygiene und Infektionsprävention beim Robert Koch-Institut zu verfahren.
Zusätzliche Untersuchungen sind bei Infektionshäufungen oder bei Auftreten infektionsepi-
demiologisch bedeutsamer Erreger in Absprache mit dem Hygienefachpersonal der Einrich-
tung vorzunehmen.
Detaillierte Hinweise zu MRE sind in Anlage 2 enthalten.
10.2
Hygienische Untersuchungen
Hygienische Untersuchungen sind ein Bestandteil der medizinischen Qualitätssicherung mit
dem Ziel, die hygienischen Bedingungen den allgemein anerkannten Regeln der Hygiene anzu-
passen und damit das Infektionsrisiko auf ein unvermeidbares Mindestmaß zu reduzieren.
Sie sollen helfen,
Infektionsrisiken zu erkennen und ihnen vorzubeugen,
Reinigung, Desinfektion, Sterilisation und andere hygienische Maßnahmen zu kontrollieren,
hygienisches Fehlverhalten aufzudecken,
die Mitarbeiter zur Einhaltung hygienischer Standards zu motivieren.

Rahmenhygieneplan für Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen
Stand Dezember 2017
37
Grundlage des Vorgehens ist die Anlage zu Ziffer 5.6 der Richtlinie für Krankenhaushygiene
und Infektionsprävention
“Hygienische Untersuchungen in Krankenhäusern und anderen
medizinischen Einrichtungen”
.
Spezifische Länderverordnungen sind darüber hinaus zu berücksichtigen.
Zur Qualitätssicherung in Rehabilitationseinrichtungen sollen gezielte mikrobiologisch- hygieni-
sche Untersuchungen erfolgen. Schwerpunkte liegen in
intensivmedizinischen Bereichen
(z. B. neurologische Frührehabilitation),
an Inhalationsplätzen
sowie im
Bäderbereich
. Wich-
tig sind auch die Überprüfungen von technischen Anlagen und Verfahren der Aufbereitung von
Medizinprodukten (z. B. Reinigungs- und Desinfektionsgeräte, Sterilisatoren), der Wäsche und
des Geschirrs. Gegebenenfalls sind die zuständigen Gesundheitsbehörden einzubeziehen.
Eine Überprüfung von technischen Anlagen und Verfahren der Aufbereitung von Medizinpro-
dukten außerhalb der routinemäßigen Validierungs- und Qualitätskontrollintervalle ist ergän-
zend anlassbezogen und unter Einbeziehung der zuständigen Gesundheitsbehörden durchzu-
führen. Zusätzliche Kontrollen der Wäsche und des Geschirrs bei nachweisbar standardisierten
Wasch- und Aufbereitungsverfahren sind ebenfalls anlassbezogen in Absprache mit dem Ge-
sundheitsamt zu veranlassen.

Rahmenhygieneplan für Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen
Stand Dezember 2017
38
Anlagen
Anlage 1
Beispiel-Reinigungs- und Desinfektionsplan für Reha-Einrichtungen –
nach Risikoanalyse für spezielle Bereiche detailliert zu erstellen
Reinigungs- oder
Desinfektionsbereich
R
einigung/
D
esinfektion/
S
terilisation
Wann?
Womit?
Einwirkzeit/
Konzentra-
tion/Zuberei
tung
Wie?
Wer?
Hände waschen
R
zum Dienstbeginn,
vor Umgang mit Lebensmit-
teln, bei Verschmutzung,
nach Toilettenbenutzung
Waschlotion
in Spendern
auf die feuchte
Haut geben und
mit Wasser auf-
schäumen
Personal
Hände desinfizieren
D
vor Patientenkontakt,
vor aseptischen Tätigkeiten,
nach Kontakt mit potentiell
infektiösem Material,
nach Patientenkontakt,
nach Kontakt mit der direk-
ten Patientenumgebung,
nach Ablegen von Schutz-
handschuhen
Händedesinfek-
tionsmittel
Empfehlung
des VAH/
gebrauchs-
fertig
mind. 3-5 ml Des-
infektionsmittel
auf der trockenen
Haut gut verrei-
ben, bei sichtba-
rer grober Ver-
schmutzung diese
vorher mit Zell-
stoff beseitigen
Personal
Hautantiseptik am Pati-
enten
D
vor invasiven Maßnahmen
alkoholisches
Hautantisepti-
kum
Empfehlung
des VAH,
Herstelleran-
gaben
mit desinfekti-
onsmittelgetränk-
ten, je nach An-
wendung sterili-
sierten oder steri-
len Tupfern mit
entsprechender
Einwirkzeit
Personal

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Stand Dezember 2017
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Reinigungs- oder
Desinfektionsbereich
R
einigung/
D
esinfektion/
S
terilisation
Wann?
Womit?
Einwirkzeit/
Konzentra-
tion/Zuberei
tung
Wie?
Wer?
Kontaminierte Flä-
chen/Gegenstände
D
sofort
Flächendesin-
fektionsmittel
Empfehlung
des VAH,
Herstelleran-
gaben
Wisch-
desinfektion, nach
Entfernung grober
Verunreinigungen
Personal
Arbeitsflächen in
Funktionsräumen
D
täglich
Flächendesin-
fektionsmittel
Empfehlung
des VAH,
Herstelleran-
gaben
Wisch-
desinfektion
Personal
In Pflegebereichen:
Griffbereich des Bettge-
stells, Nachttisch, Tisch,
Türklinken, Handläufe
R
D
(nach Risi-
kobewer-
tung)
täglich
täglich
Reinigungs-
lösung
Flächendesin-
fektionsmittel
Empfehlung
des VAH,
Herstelleran-
gaben
Nassreinigung
Wisch-
desinfektion
Reinigungskräf-
te
Reinigungskräf-
te
Schränke, Türen
R
wöchentlich
Reinigungslö-
sung
Nassreinigung
Reinigungskräf-
te
Gemeinschaftssani-
täreinrichtungen:
WC-Sitz und Zubehör,
Handwaschbecken,
Badewanne, Dusche,
Waschschüsseln,
Toilettenstühle, Türen
und Türklinken
D
täglich bzw. nach Benutzung
Flächendesin-
fektionsmittel
Empfehlung
des VAH,
Herstelleran-
gaben
Wisch-
desinfektion
Reinigungskräf-
te/ Personal

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Stand Dezember 2017
40
Reinigungs- oder
Desinfektionsbereich
R
einigung/
D
esinfektion/
S
terilisation
Wann?
Womit?
Einwirkzeit/
Konzentra-
tion/Zuberei
tung
Wie?
Wer?
Steckbecken,
Urinflaschen
R, D
nach Benutzung
RDG
Herstelleran-
gaben
thermisch
Personal
Nackenrollen,
Knierollen
D
bei
Nutzerwechsel
Flächendesin-
fektionsmittel
Empfehlung
des VAH,
Herstelleran-
gaben
Wischdesinfektion
Personal
Fieberthermometer
D
nach jeder
Benutzung
Desinfektions-
mittel oder
-tuch
(Schutzhülle)
Herstelleran-
gaben
Wisch-
desinfektion
Personal
Vernebler, Sauerstoff-,
Befeuchter-, Absaug-
systeme
(Mehrwegmaterial)
D, (S)
täglich,
bei Patientenwechsel
RDG
Empfehlung
des VAH,
Herstelleran-
gaben
RDG,
anschließende
Sterilisation
falls erforderlich
Personal
Instrumente
D, (S)
nach Gebrauch
RDG,
Instrumenten-
desinfektions-
mittel
Empfehlung
des VAH,
Herstelleran-
gaben
RDG oder Ein-
tauchverfahren,
anschließende
Sterilisation, falls
erforderlich
Personal
Fußböden:
Zimmer, Korridore usw.
textile Beläge
R
täglich
täglich
Fußbodenreini-
ger
Bürststaubsau-
ger
Nassreinigung
Staubsauger mit
Mikro-
/Absolutfilter
Reinigungsper-
sonal

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Stand Dezember 2017
41
Reinigungs- oder
Desinfektionsbereich
R
einigung/
D
esinfektion/
S
terilisation
Wann?
Womit?
Einwirkzeit/
Konzentra-
tion/Zuberei
tung
Wie?
Wer?
textile Beläge
Gemeinschaftssanitär-
anlagen, Schmutzar-
beitsräume
D
mind. 2 x jährlich, abhängig
vom Verschmutzungsgrad
täglich
Feuchtsaugen
Flächendesin-
fektionsmittel
Empfehlung
des VAH,
Herstelleran-
gaben
Sprühextraktions-
gerät
Wischdesinfektion
Reinigungsper-
sonal
Reinigungsgeräte,
Reinigungstücher,
Wischbezüge
D
wöchentlich
arbeitstäglich
Flächendesin-
fektionsmittel
bzw. desinfizie-
rendes Wasch-
verfahren
Empfehlung
des VAH,
Herstelleran-
gaben
Waschmaschine
(über 60°C),
anschließend
trocknen
Reinigungsper-
sonal

Rahmenhygieneplan für Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen
Stand Dezember 2017
42
Anlage 2
Verhalten bei Auftreten multiresistenter Erregern (MRE), insbesondere MRSA und
4MRGN
Der einer Rehabilitationsmaßnahme häufig vorangegangene längere Aufenthalt in einem
Akutkrankenhaus bedingt, dass Reha-Patienten schon zum Zeitpunkt der Aufnahme mit mul-
tiresistenten Erregern besiedelt oder infiziert sein können.
Bedeutung für den Aufenthalt in einer Rehabilitationsklinik können vor allem Methicillin-
resistente Staphylococcus aureus (MRSA), multiresistente gramnegative Bakterien (MRGN,
insbesondere 4MRGN) sowie Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) haben.
Der Durchführung der Rehabilitationsmaßnahme kommt höchste Priorität zu. Bei Nachweis
eines MRE besteht in der Regel kein Grund für den Ausschluss des Patienten von Thera-
pien. Deshalb ist eine ärztliche Risikoanalyse zur Festlegung der Hygiene- und Präventi-
onsmaßnahmen in Rehabilitationseinrichtungen besonders wichtig. Hierbei ist zum einen zu
klären, ob allgemein das Risikoprofil der Klinik eher dem eines Krankenhauses oder dem
einer Pflegeeinrichtung entspricht, zum anderen, welche Übertragungsmöglichkeiten im Ein-
zelfall bestehen. Durch gezielte Hygienemaßnahmen kann das Risiko einer Übertragung von
MRE vermindert werden. Im Einzelfall sollen bestimmte therapeutische Maßnahmen nicht
durchgeführt werden.
In diesem Zusammenhang wird auf die entsprechenden KRINKO-Empfehlungen (MRSA
bzw. MRGN) verwiesen.
Übliche soziale Kontakte der Patienten untereinander sind in der Regel auch bei MRE-
Besiedelung möglich, sofern es sich nicht um unkooperative, schwerstpflegebedürftige oder
immunsupprimierte Patienten handelt.
Die wichtigste Schutzmaßnahme gegen eine Weiterverbreitung multiresistenter Erreger ist
die
strikte Einhaltung der Basishygiene, insbesondere der Händehygiene des gesam-
ten Personals
bei Pflege- und Behandlungsmaßnahmen. Das setzt Information und regel-
mäßige Schulung zu hygienisch korrektem Verhalten voraus.
Maßnahmen beim Auftreten von MRE:
Allgemein
Bei Nachweis von multiresistenten Erregern sind alle Hygienemaßnahmen mit dem Hygi-
enefachpersonal abzustimmen.
Alle Mitarbeiter, die an Betreuung, Pflege und Rehabilitationsmaßnahmen beteiligt sind
(einschließlich externer Dienstleister), erhalten Informationen und Unterweisungen zum
Umgang mit den Patienten, die mit MRE besiedelt oder infiziert sind.
Information des Personals über neue MRE-Patienten
Erfassung positiver Befunde
Bei Auftreten von zwei oder mehr Fällen im zeitlichen und räumlichen Zusammenhang sind
weitere Maßnahmen gemeinsam mit dem Gesundheitsamt zu koordinieren.
Händehygiene, Schutz vor Kontamination
Das Personal hat auf eine strikte hygienische Händedesinfektion zu achten (s. Kapitel
3.2.2).
Beim Umgang mit dem Patienten, mit infektiösem Material und potenziell kontaminierten
Gegenständen sind Schutzhandschuhe und Schutzkleidung zu tragen. Schutzkleidung ist
nach jeder (auch personenbezogenen) Nutzung zu wechseln. Deshalb wird Einmal-
schutzkleidung empfohlen.

Rahmenhygieneplan für Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen
Stand Dezember 2017
43
Ein enganliegender Mund-Nasenschutz ist anzulegen bei (Mindestanforderung):
-
Pflegemaßnahmen am Patienten, insbesondere bei Gefahr eines infektiösen Aerosols,
-
Richten des Bettes, wenn der Patient stark schuppende Haut hat,
-
Besiedelung des Nasen-Rachen-Raumes des Patienten bei gleichzeitig vorliegendem
respiratorischen Infekt.
Patienten sollen Papiertaschentücher benutzen und eine strikte Händehygiene einhalten.
Harnwegskatheter sollen nur bei strenger Indikationsstellung gelegt und dabei nur ge-
schlossene Systeme verwendet werden.
Mitarbeiter mit chronischen Hautveränderungen (z. B. Ekzeme) sollten MRSA-positive
Patienten nicht betreuen.
Reinigung/Desinfektion
Flächen und Fußböden
im Patientenzimmer sind je nach ärztlicher Risikoanalyse täglich
zu wischdesinfizieren, bei Kontamination sofort.
Reinigungsdienste sind zu informieren und zu belehren.
Bei Patientenwechsel ist eine übliche
Schlussreinigung/-desinfektion
als Wischdesin-
fektion durchzuführen.
Instrumente:
Einweginstrumente sind bevorzugt einzusetzen.
Instrumentendesinfektion sollte im Zimmer oder nach Transport im geschlossenen Be-
hältnis zur Aufbereitung erfolgen.
Steckbecken/Urinflaschen:
Desinfektion in einem RDG (thermische Desinfektion, A
0
-
Wert empfohlen mindestens 600)
Wäsche:
Bettwäsche, Handtücher, Unterbekleidung sind während der Dekolonisierung
täglich zu wechseln.
Patientenwäsche ist im Zimmer in flüssigkeitsdichten Säcken zu sammeln, die Aufberei-
tung erfolgt mittels VAH- oder RKI-gelisteter desinfizierender Waschverfahren.
Geschirr:
Reinigungsverfahren über 60°C sind vor Ort oder zentral (Transport ohne Zwi-
schenlagerung) anzuwenden.
Entsorgung
als Abfall der Gruppe AS 180104 (ehemals B) in dicht verschließbaren Plastiksäcken,
spitze und scharfe Gegenstände (AS 180101) in durchstichsicheren Behältern,
Lagerung und Transport verschlossen und kontaminationssicher.
Räumliche und funktionelle Isolierung
Diese ist nicht grundsätzlich, sondern nur nach ärztlicher Risikoanalyse in Absprache mit
dem Hygienefachpersonal notwendig.
Eine Isolierung des Patienten sollte erfolgen bei:
erhöhter Infektionsgefährdung des Patienten selbst bzw. bei Kontakt zu besonders infek-
tionsgefährdeten Mitpatienten (offene Wunden, Atemwegsinfektionen, Katheter, Sonden,
Absaugen usw.),
mangelnder Compliance,
mangelnder persönlicher Hygiene,
Nachweis von 4MRGN nach ärztlicher Risikoanalyse in Abstimmung mit dem Hygiene-
fachpersonal.

Rahmenhygieneplan für Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen
Stand Dezember 2017
44
Durchführung der Isolierung:
Einzelzimmer mit eigener Nasszelle, nach Möglichkeit Wandspender mit Händedesinfek-
tionsmittel, wischdesinfizierbare Oberflächen, kein Teppichboden, keine Textilstühle o. ä.
Die Zahl der Kontaktpersonen sollte auf das Notwendige reduziert bleiben, ohne dass die
rehabilitativen und therapeutischen Maßnahmen einschränkt werden.
Eine Kohortenisolierung ist beim Nachweis eines identischen Erregers möglich.
Die Teilnahme des MRE-Trägers an Rehabilitationsmaßnahmen bzw. am Gemeinschafts-
leben ist bei kooperativen Patienten unter Beachtung folgender Punkte möglich:
-
Vermeidung enger körperlicher Kontakte zu Mitpatienten (z. B. bei Gruppentherapien),
-
Desinfektion von Kontaktflächen nach Benutzung,
-
Durchführung von Inhalationen im Patientenzimmer (personenbezogene Geräte),
-
Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes bei akuten respiratorischen Infekten und MRSA-
Nachweis im Nasen-Rachen-Bereich,
-
Schwimmbadnutzung nicht bei offenen Wunden oder Stuhlinkontinenz,
-
Teilnahme an Kochkursen nach ärztlicher Risikoeinschätzung,
-
tiergestützte Therapien nach individueller ärztlicher Risikoeinschätzung.
Bei nicht absprachefähigen/unkooperativen Patienten sollte eine individuelle ärztliche Risi-
koanalyse in Abstimmung mit dem Krankenhaushygieniker und/oder dem hygienebeauftrag-
ten Arzt erfolgen.
Verlegung und Transport in andere Abteilungen/Einrichtungen (z. B. Diagnostikabtei-
lung, Akutkrankenhaus, Hausarzt)
Zieleinrichtung und Transportdienste sind unter Beachtung der datenschutzrechtlichen
Vorgaben der Hygieneverordnung des Bundeslandes zum Infektionsrisiko oder/und zu
besonderen Hygienemaßnahmen zu informieren.
Bei einem MRSA-Nachweis ist möglichst vor dem Transport ein antiseptisches Bad ein-
schließlich einer antiseptischen Haarwäsche durchführen.
Der Transport soll möglichst als Einzeltransport mit frischer Bett- und Körperwäsche erfol-
gen.
Wunden oder Läsionen sind abzudecken.
Bei Besiedelung des Nasen-Rachen-Raumes soll der Patient einen Mund-Nasen-Schutz
tragen.
Screening bei Verdacht auf MRSA oder 4MRGN
Ein Screening kann u. a. in folgenden Situationen notwendig sein (genauere Angaben s.
entsprechende KRINKO-Empfehlungen):
Wiederaufnahme von Patienten mit bekannter MRE-Anamnese,
Behandlung von Patienten aus Einrichtungen oder Ländern mit hoher MRSA-/4MRGN-
Prävalenz,
Patienten, die Kontakt zu entsprechenden MRE-Trägern hatten,
Patienten, die Risikofaktoren aufweisen, z. B.: chronische Pflegebedürftigkeit, liegender
Katheter, Hautulcera, Gangrän, chronische Wunde, tiefe Weichteilinfektion, Brandverlet-
zung, Dialysepflichtigkeit, Antibiotikatherapie in den zurückliegenden 6 Monaten.
Die Art des Probenmaterials richtet sich nach dem vermuteten Erreger (z. B. Nasenab-
strich, Rektalabstrich, Stuhlprobe).

Rahmenhygieneplan für Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen
Stand Dezember 2017
45
Dekolonisierung bei MRSA-Besiedlung
Eine im Krankenhaus begonnene Dekolonisierung soll unter ärztlicher Kontrolle unmittelbar
fortgeführt werden. Auch während der Dekolonisierung können Rehabilitationsmaßnahmen
durchgeführt werden.
Die Dekolonisierung beinhaltet folgende Schritte:
lokalantibiotische bzw. lokalantiseptische Dekolonisierung
(Mupirocin-Salbe bei nachgewiesener Empfindlichkeit des Erregers, Octenidin-Salbe),
antiseptische Behandlung von Mundhöhle und Rachen (Gurgeln, Austupfen usw.),
tägliche antiseptische Ganzkörperwaschung einschließlich der Haare unter Einhaltung der
Einwirkzeit des Mittels,
Wechsel der Bettwäsche und der persönlichen Wäsche,
Verzicht auf Deoroller, Lippenstift u. ä.,
Desinfektion oder Austausch persönlicher Gebrauchsgegenstände (auch Tastaturen oder
Telefone) und Pflegeutensilien (z. B. Rasierer, Zahnbürste).
Eine im Krankenhaus begonnene Dekolonisierung ist fortzuführen. Dabei sind deko-
lonisierungshemmende Faktoren (z. B. Dauerkatheter, atopisches Ekzem, chronische
Wunde) zu berücksichtigen.
Erfolgskontrollen:
Werden ab dem 3. Tag nach Abschluss der Dekolonisierung durchgeführt.
Erfolgreich war die Dekolonisierung bei 3 negativen Abstrichen an aufeinander folgenden
Tagen.
Ggf. sind weitere Kontrollen nach längeren Zeitabständen durchzuführen.
Ein
Screening von Mitarbeitern
sollte nur in besonderen Ausbruchssituationen in Erwä-
gung gezogen werden.
Angehörige, Besucher, Betreuer
sind vom Personal über notwendige Hygienemaßnahmen
aufzuklären (z. B.: hygienische Händedesinfektion nach Verlassen des Zimmers, Nichtnut-
zung des Sanitärbereiches des Patientenzimmers, Vermeidung engen körperlichen Kontakts,
insbesondere bei Besuchern mit Risikofaktoren).

Rahmenhygieneplan für Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen
Stand Dezember 2017
46
Anlage 3
Ausgewählte Literatur - wichtige rechtliche Grundlagen und fachliche Standards
(Angabe der bei Redaktionsschluss aktuellen Fassungen!)
Gesetze/Verordnungen
(nachzulesen z. B. unter
http://www.gesetze-im-internet.de)
Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen (Infek-
tionsschutzgesetz – IfSG) vom 25.07.2000 (BGBl. I Nr. 33, S. 1045 ), zuletzt geändert
durch Artikel 1 des Gesetzes vom 17. Juli 2017 (BGBl. I S. 2615)
Länderverordnungen zur Hygiene in medizinischen Einrichtungen
Sozialgesetzbuch (SGB) - Elftes Buch (XI) - Soziale Pflegeversicherung (Artikel 1 des
Gesetzes vom 26. Mai 1994, BGBl. I S. 1014), zuletzt geändert durch Art. 2 G v.
21.02.2017 (BGBl. I S. 265)
Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch LFGB (Lebensmittel- und
Futtermittelgesetzbuch) vom 01.09.2005 (BGBl. I Nr. 55 S. 2618), zuletzt geändert durch
Art. 10 des Gesetzes vom 10. März 2017 (BGBl. I S. 420)
Verordnung über Anforderungen an die Hygiene beim Herstellen, Behandeln und Inver-
kehrbringen von Lebensmitteln (Lebensmittelhygiene-Verordnung – LMHV) vom 8. August
2007, neugefasst durch Bek. v. 21.6.2016 I 1469
Verordnung über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch (Trinkwasser-
verordnung – TrinkwV 2001) in der Fassung der Bekanntmachung vom 10. März 2016
(BGBl. I S. 459), zuletzt geändert durch Artikel 4 Absatz 21 des Gesetzes vom 18. Juli
2016 (BGBl. I S. 1666)
jeweils geltende Landesgesetze und Vorschriften: z. B. Bauordnung, Bauliche Richtlinien,
Bestattungsgesetz
Gesetz über Medizinprodukte (Medizinproduktegesetz – MPG) in der Fassung der Be-
kanntmachung vom 7. August 2002 (BGBl. I S. 3146), zuletzt geändert durch Artikel 16
des Gesetzes vom 23.12.2016 (BGBl. I S. 3191)
Verordnung über das Errichten, Betreiben und Anwenden von Medizinprodukten (Medi-
zinprodukte-Betreiberverordnung – MPBetreibV) in der Fassung der Bekanntmachung
vom 21. August 2002 (BGBl. I S. 3396), zuletzt geändert durch Artikel 2 der Verordnung
vom 27. September 2016 (BGBl. I S. 2203)
Europäisches Arzneibuch, 8. Ausgabe, Grundwerk 2014 (Ph. Eur. 8.00) und Nachträge
Gesetz über die Durchführung von Maßnahmen des Arbeitsschutzes zur Verbesserung
der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten bei der Arbeit (Arbeits-
schutzgesetz – ArbSchG) vom 07. August 1996 (BGBl. I S. 1246) zuletzt geändert durch
Artikel 427 der Verordnung vom 31. August 2015 (BGBl. I S. 1474)
Verordnung über Arbeitsstätten (Arbeitsstättenverordnung – ArbstättV) vom 12. August
2004 (BGBl. I S. 2179) zuletzt geändert durch Artikel 1 der Verordnung vom 30. Novem-
ber 2016 (BGBl. I S. 2681)
Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei Tätigkeiten mit biologischen Ar-
beitsstoffen (Biostoffverordnung – BioStoffV) vom 15. Juli 2013 (BGBl. I S. 2514)
Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) vom 18. Dezember 2008
(BGBl. I S. 2768), zuletzt geändert durch Artikel 3 Absatz 1 der Verordnung vom 15. No-
vember 2016 (BGBl. I S. 2549)
Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Benutzung persönlicher
Schutzausrüstungen bei der Arbeit (PSA-Benutzungsverordnung – PSA-BV) vom 4. De-
zember 1996 (BGBl. I S. 1841)

Rahmenhygieneplan für Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen
Stand Dezember 2017
47
Siebtes Buch Sozialgesetzbuch - Gesetzliche Unfallversicherung - (Artikel 1 des Gesetzes
vom 7. August 1996, BGBl. I S. 1254), zuletzt geändert durch Artikel 8 des Gesetzes vom
23. Dezember 2016 (BGBl. I S. 3234)
Technische Regeln
(nachzulesen unter
www.baua.de)
Technische Regeln für Biologische Arbeitsstoffe
-
TRBA 250: Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspfle-
ge
-
TRBA 400: Handlungsanleitung zur Gefährdungsbeurteilung und für die Unterrichtung
der Beschäftigten bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen
Technische Regeln Gefahrstoffe
-
TRGS 401: Gefährdungen durch Hautkontakt – Ermittlung, Beurteilung, Maßnahmen
Vorschriften, Regeln, Informationen der Deutschen Unfallversicherung (DGUV)
(nachzulesen unter
www.dguv.de/inhalt/medien/datenbank/index.jsp)
Unfallverhütungsvorschriften
-
BGV/GUV-V A 1 „Grundsätze der Prävention“
-
BGV/GUV-V A 4 „Arbeitsmedizinische Vorsorge“ (DGUV Vorschrift 6/7)
Regeln
-
BGR/GUV-R A 1 „Grundsätze der Prävention“
-
BGR/GUV-R 189 „Benutzung von Schutzkleidung“ (DGUV Regel 112-189/112-989)
-
BGR/GUV-R 190 „Benutzung von Atemschutz“ (DGUV Regel 112-190/112-990)
-
BGR/GUV-R 195 „Benutzung von Schutzhandschuhen“ (DGUV Regel 112-195/112-
995)
-
BGR/GUV-R 206 „Desinfektionsarbeiten im Gesundheitsdienst“ (DGUV Regel 107-
002/107-003)
-
BGR 208 „Reinigungsarbeiten mit Infektionsgefahr in medizinischen Bereichen“ (DGUV
Regel 101-017)
-
BGR/GUV-R 500 Betreiben von Arbeitsmitteln, Kapitel 2.6: Betreiben von Wäschereien
Informationen
-
GUV-I 512 „Erste Hilfe - Material“
-
BGI 853 „Betriebsanweisungen nach Biostoffverordnung“ (DGUV Information 203-016)
-
GUV-I 8536 „Verhütung von Infektionskrankheiten“ (DGUV Information 207-009)
Informationen zum Einsatz von Sicherheitsgeräten und zum Vorgehen nach Stich-
und Schnittverletzungen
-
„Risiko Virusinfektionen“ Broschüre M612/613
(http://www.bgw-online.de/DE/Medien-
Service/Medien-Center/Medientypen/bgw-themen/M612-M613-Risiko-
Virusinfektion.html)
-
„Verzeichnis sicherer Instrumente“ der Unfallkasse NRW und der BGW
(http://www.sicheres-krankenhaus.de/apps/verzeichnis_sicherer_produkte/)
-
Vorgehen nach Stich- und Schnittverletzungen - Begründung für das Regeluntersu-
chungsprogramm
der
BGW
(http://www.bgw-online.de/DE/Arbeitssicherheit-
Gesundheitsschutz/Grundlagen-Forschung/GPR-Medientypen/Fachartikel/Regel-
untersuchungsprogramm-Nadelstichverletzungen.html)
-
http://www.nadelstichverletzung.de/content/home.html
-
http://www.stop-nadelstich.de/

Rahmenhygieneplan für Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen
Stand Dezember 2017
48
Fachliche Standards
Mitteilungen und Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektions-
prävention beim Robert Koch-Institut
(www.rki.de),
insbesondere:
-
Personelle und organisatorische Voraussetzungen zur Prävention nosokomialer Infek-
tionen
-
Händehygiene in medizinischen Einrichtungen
-
Anforderungen an die Hygiene bei der Reinigung und Desinfektion von Flächen
-
Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten
-
Hygiene bei Punktionen und Injektionen
-
Prävention Gefäßkatheter-assoziierter Infektionen
-
Prävention und Kontrolle Katheter-assoziierter Harnwegsinfektionen
-
Prävention der nosokomialen beatmungsassoziierten Pneumonie
-
Prävention und Kontrolle von Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus-Stämmen
(MRSA) in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen
-
Hygienemaßnahmen bei Infektionen oder Besiedlung mit multiresistenten gramnegati-
ven Stäbchen
Leitlinien der AWMF
(www.awmf.org)
Empfehlungen der DGKH
(www.dgkh.de)
Liste der vom Robert-Koch-Institut geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und -
verfahren;
www.rki.de
Desinfektionsmittelliste des Verbundes für Angewandte Hygiene (VAH)
Liste der nach den Richtlinien der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft (DVG)
geprüften und als wirksam befundenen Desinfektionsmittel für den Lebensmittelbereich
Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO);
www.rki.de
Vollzugshilfe zur Entsorgung von Abfällen aus Einrichtungen des Gesundheitsdienstes
der Länder-Arbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA-AG);
www.laga-online.de
VDI 6022 Hygienische Anforderungen an Raumlufttechnische Anlagen
VDI 6023 Hygienebewusste Planung, Ausführung, Betrieb und Instandhaltung von Trink-
wasseranlagen
DVGW W 551 Trinkwassererwärmungs- und Leitungsanlagen. Technische Maßnahmen
zur Verminderung des Legionellenwachstums
UBA-Empfehlungen für Trinkwasserinstallationen
DIN 19643 Aufbereitung von Schwimm- und Badebeckenwasser
DIN/ EN/ ISO-Normen zur Aufbereitung und Lagerung von Medizinprodukten