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Nossen, Januar 2021, Dr. Michael Grunert
Düngung von Wintergetreide und
Winterraps unter den Bedingungen der DüV 2020
Foto: Grunert, LfULG
Die Ausführungen zur Novellierung von DüV und SächsDüReVO sind nicht vollständig.
Alle Analysen von Boden-/Pflanzenproben erfolgten durch die BfUL in Nossen.

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2 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
Anbau von Wintergetreide und
Winterraps - Herausforderungen
- erheblich zunehmende Auflagen durch rechtliche Rahmenbedingungen
in verschiedensten Themenbereichen
(Düngung, Wasserschutz, gasförmige Emissionen, THG-Bilanz, Biodiversität, Zertifizierungen …..)
- regional zu hohe N-Einträge in Grundwasser und in Atmosphäre
- N als zunehmend limitierender Faktor
- Zunahme Trocken-/Hitze-Phasen
- Qualitätsanforderungen
-zunehmende technische Möglichkeiten
- Krankheiten/Schädlinge und Möglichkeiten des Pflanzenschutzes
-Kosten, Erlöse
-Akzeptanz in Bevölkerung und Medien
- …..
§
Fotos: Grunert, LfULG

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3 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
Wintergetreide und Winterraps
Handlungsfelder für N-Düngung
- fachlich bessere N-Düngebedarfsermittlung
(Standort, N-Nachlieferung aus Boden, Vorfrucht, Zwischenfrucht und organisch. Düngung,
N
min
-Analyse + zeitliche Anrechnung, Bestandesentwicklung und N-Aufnahme …)
- N
min
im Herbst und damit im Frühjahr minimieren
(ZF-Anbau, Untersaaten, kein Herbst-N, wenig Bodenbearbeitung …)
- Ausbringungsstrategien optimieren/anpassen
(Mengen, Gabenaufteilung/Zusammenlegung, Stabilisierung, Platzierung,
Teilschlagspezifika, Exaktheit)
- Management organischer Düngemittel
(wann wieviel zu welcher Kultur mit welcher Technik, …)
- Optimierung anderer Faktoren
(Grunddüngung, PS, Bodenbearbeitung, Sorte, Fruchtfolge, Humus, Erosionsreduzierung …)
- weiterhin Nährstoffbilanzierung (insbes. schlagspezifisch)
Zusätzlich für Nitrat-Gebiete:
- N-Reduzierung je nach Kulturart, Qualitätsziel, Standort
- Kulturen tauschen mit „nicht-Nitrat-Gebiet“
- …..
Keine pauschalen Empfehlungen. Betriebs- und Standort-
spezifisch und abhängig von den Rahmenbedingungen.
Im Folgenden wird auf ausgewählte Punkte eingegangen.
Foto: Grunert, LfULG
Foto: Grunert, LfULG
Foto: Grunert, LfULG

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4 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
Wintergetreide und Winterraps
Handlungsfelder für N-Düngung
1. qualifiziertere N-Düngebedarfsermittlung
(Ermittlung vor erster N-Düngung)
- Standort
- N-Nachlieferung aus:
- Boden und von Vorfrucht
- Zwischenfrucht
- organischer Düngung
- schlagspezifische N
min
-Analyse
Anrechnung des N
min
auf die Teilgaben
- Berücksichtigung der Bestandesentwicklung
und des aufgenommenen N
-…
=> geringerer N-Düngebedarf als nach Methodik der DüV
Keine pauschalen Empfehlungen. Betriebs- und Standort-
spezifisch und abhängig von den Rahmenbedingungen.
Foto: Grunert, LfULG

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5 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
N-Düngedarfsermittlung
fachliche Optimierungspotenziale
N-Düngebedarfsermittlung nach DüV:
z.T. wenig differenzierte Mindestvorgaben
(Gründe: Komplexität, Vollzieh-/Kontrollierbarkeit, differenzierte Bedingungen in Deutschland …..)
- Nachlieferung aus Boden: meist = 0 (nur bei > 4 % Humus: 20 kg N/ha Abzug)
- Vorfruchtabzüge:
oft = 0;
max. -20 kg N/ha (nach Luzerne, Klee …)
- Zwischenfruchtabzüge:
meist 0 oder 10 kg N/ha, keine Anrechnung des
durch die ZF aufgenommenen N
- nur N-Anrechnung organischer Dünger aus Vorjahr (außer Kompost)
- keine Berücksichtigung der Bestandesentwicklung und des aufgenommenen N
- keine Empfehlungen für Gabenaufteilung
=> gegenüber DüV z.T. noch fachlicher Spielraum ohne Ertrag/Qualität zu gefährden
=> für die schlagspezifische Berechnung sind
qualifiziertere Anrechnungen möglich;
z.B. fachlich erweiterte N-Empfehlung im Bilanzierungs-
und Empfehlungssystem Düngung (BESyD)
zusätzlich u.a. wichtig: - realistischer Zielertrag
- schlagspezifische N
min
-Beprobung
Foto: Grunert, LfULG

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6 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
BESyD fachlich erweiterte N-DBE
erweiterte+zusätzliche Korrekturfaktoren
A) fachlich bessere Berücksichtigung von in DüV berücksichtigten Faktoren:
- Standort: ertragsbezogene N-Bedarfswerte nach Boden-Klima-Raum und Kulturart
- N-Nachlieferung (und differenzierte Anrechnung auf N-Teilgaben) aus:
- Vorfrucht: - Koppelproduktertrag und -nutzung
- Zwischenfrucht (Ertrag, Nutzung/Einarbeitung, aufgenommener N)
- organischer Düngung: differenzierte Anrechnung je nach:
Kultur (Menge, Art, Ausbringungsmonat, Kultur) Vorkultur (Menge, Art)
- N
min
in drei Schichten - differenzierte Anrechnung auf Teilgaben
B) Berücksichtigung zusätzlicher Faktoren:
- Bestandesentwicklung und vom Bestand aufgenommener N
- Wintergetreide zu Vegetationsbeginn: EC-Stadium, Bestandesdichte
- Winterraps: Aufwuchs zu Vegetationsende, Blattverluste über Winter,
Bestandesdichte, anteilige Anrechnung des aufgenommenen N
- Vegetationsbeginn
- Höhenlage
- Wetterprognose
=>
N-Düngebedarfsempfehlung BESyD
: - Gesamt (≤ N-Düngebedarfsermittlung nach DüV)
- Empfehlungen für Gabenaufteilung zu Wintergetreide und -raps
(2./3. Gabe zu Wintergetreide: dann bestandesabhängige Präzisierung)
Foto: Grunert, LfULG

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7 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
N
min
-Analyse, Anrechnung
N
min
-Probenahme und Analyse auf jedem Schlag
=> Erfassung der tatsächlichen Bedingungen zeitnah zur geplanten N-Düngung
- Richtwerte geben selten die Wirklichkeit auf dem konkreten Schlag wieder
- Empfehlung: mehrere N
min
-Proben je Schlag (insbesondere bei inhomogenen Schlägen)
differenzierte Anrechnung des festgestellten N
min
- generell volle Anrechnung bei der N-Düngebedarfsermittlung
- fachlich sinnvoll: differenzierte anteilige Anrechnung auf einzelne N-Gaben nach:
- tatsächlicher Pflanzenentwicklung und Durchwurzelungstiefe
- Tiefenverlauf des N
min
Umsetzung in Abhängigkeit von
- Standortbedingungen,
- aktueller Witterung
- …
Verfügbarkeit des N
min
für Wintergetreide zu Vegetationsbeginn

8 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
Faktoren N-Düngebedarfsermittlung
nach DüV und BESyD-Empfehlung
N-
Düngebedarfs-
ermittlung
nach DüV
fachlich erweiterte N-
Empfehlung
BESyD
Berechnungszeitpunkt
vor erster N-Düngung
Zielertrag
identisch
Gesamtsollwert
identisch (Bezug auf Zielertrag)
Humusgehalt
Faustzahl
über Bodenart (Nachlieferung)
Boden-Klima-Raum
-
Korrektur des Sollwertes
Höhe über NN
-
ja
N
min
in drei Tiefen
als Summe
Anrechnung auf N-Teilgaben
Vor/Zwischenfrucht
einfache Werte
differenziertere Werte
N aus Zwischenfrucht -
anteilige Anrechnung
organische Düngung
10 % des N
t
d. organisch.
Düngung des Vorjahres
differenzierte Anrechnung nach Düngung zur
Fruchtart (Herbst), Vorfrucht u. Düngemittelart
i. Herbst gedüngt. N
1)
Abzug 100% verfügbar. N -
Pflanzenentwicklung
-
ja und bei Raps anteilige Anrechnung des N
Vegetationsbeginn
-
ja
Ergebnis
Gesamt-N-Düngebedarf
- Gesamt-
N-Empfehlung; ≤ nach DüV
- konkrete Empfehlung 1. Gabe
- Orientierungswerte für 2./3. Gabe
1) ab N-DBE im Frühjahr 2021

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9 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
N-Düngebedarfsermittlung
DüV und fachlich erweitert
Bsp: Winterraps,
Zielertrag 45 dt/ha
Faktoren
Pflicht
DüV
1)
freiwillige Empfehlung
fachlich erweitert
1) Hier Berechnung nach Methodik DüV 2017
Eingabedaten

10 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
46,1
85,3
98,3
104,2
104,7
102,2
105,5
102,5
103,4
98,2
96,5
40
45
50
55
60
65
70
75
80
85
90
95
100
105
110
Korn-Ertrag dt/ha bei 86 % TS
WGerste: Ertrag, RP%, N-Saldo
in Abhängigkeit von N-Düngung
Nossen, Lö4b, Ut4, AZ63, KWS Meridian, Ø 2017-19
kg N/ha:
0
75
111
148
186
135
185
148
148
148
148
fachlich erweiterte Berechnung BESyD
DüV
Gabenbetonung
Ʃ 1.+2. als
-50%
-25% optimal
+25% 2.: NST
1. -30
2. +30
ENTEC Alzon
neoN
N-Düngung:
Steigerung
Ertrag und RP
Nitratschnelltest
-50N, -3,3dt
(wird angepasst)
DüV: gut, aber
Düngung und
Saldo hoch
N >opt. +38N
+0,5dt (n.s.)
+22N-Saldo
BESyD sehr gut
-1,3 dt (n.s.)
-37N, -20N-Saldo
8,6
9,6
10,5
11,6
12,7
11,2
12,7
11,9
11,5
11,1
10,6 RP%
GD 5%
= 0,13
GD 5%
= 2,6
Betonung
1./2. Gabe:
negativ/neutral
stabilisierte
N-Düngung:
negativ
-57
-40
-33
-20
+2
-24
±0
-21
-17
-3
+4
N-Saldo
Diff.zuDüV

11 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
29,9
59,1
63,1
66,0
66,0
65,1
66,6
65,5
67,4
65,7
64,6
20
25
30
35
40
45
50
55
60
65
70
Korn-Ertrag dt/ha bei 86 % TS
WGerste: Ertrag, RP%, N-Saldo
in Abhängigkeit von N-Düngung
Baruth, D3, lS, AZ32, KWS Meridian, Ø 2017-19
kg N/ha:
0
72
108
143
179
127
166
143
143
143
143
fachlich erweiterte Berechnung BESyD
DüV
Gabenbetonung
Ʃ 1.+2. als
-50%
-25% optimal
+25% 2.: NST
1. -30
2. +30 ENTEC Alzon
neoN
N-Düngung:
Steigerung
Ertrag und RP
Nitratschnelltest
-0,9dt (n.s.) -16N
-11N-Saldo;
DüV: gut, aber
Düngung und
Saldo hoch
N >opt.
±0dt
+36N (>DüV!)
+21N-Saldo
BESyD sehr gut
-0,6dt zu DüV(n.s.)
-23N, -14N-Saldo
8,2
10,2
12,1
13,8
15,0
12,8
14,2
13,4
13,2
12,9
11,8 RP%
GD 5%
= 0,28
GD 5%
= 2,1
Betonung
2. Gabe:
+1,4dt (n.s.)
stabilisierte
N-Düngung:
nicht positiv
N-Saldo Diff.
-71
-48
-33
-14
+7
-25
±0
(38)
-14
-15
-11
+2
zuDüV

12 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
54,0
71,6
81,9
85,6
91,7
82,9
86,9
87,1
87,7
87,2
93,7
50
55
60
65
70
75
80
85
90
95
Korn-Ertrag dt/ha bei 86 % TS
WWeizen: Ertrag, RP%, N-Saldo
in Abhängigkeit von N-Düngung
Patras (A), Pommritz, Lö4c, Ut3, AZ61, Ø 2018-19 (rel. trockene Jahre!)
GD 5%
= 3,3
kg N/ha:
0
95
141
188
235
145
194
145
160
188
188
fachlich erweiterte Berechnung BESyD
DüV
Gabenbetonung
Ʃ 2.+3. als
-50%
-25% optimal
+25% 2./3.:NST
1. -30
2. +30 ENTEC Alzon
neoN
9,9
12,0
13,3
13,8
14,6
12,9
13,9
13,0
13,2
13,8
12,9
RP%
GD 5%
= 0,39
-90
-46
-34
-3
+21
-29
±0
-38
-26
-5
-4
N-Saldo
Diff.zuDüV
N-Düngung:
Steigerung
Ertrag und RP
Nitratschnelltest
-49 kg N, RP<13
-4 dt (wird angepasst)
DüV:
sehr gut,
RP hoch
N >opt.
Düng>DüV
Saldo hoch
BESyD gut
-1,3 dt (n.s.)
-6 kg N
Betonung
1./2. Gabe:
evtl. positiv
stabilis. N:
sehr gut, insb.
AlzonNeoN
(RP aber <13)

13 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
52,5
84,2
93,6
99,2
102,4
97,6
98,1
96,5
100,5
93,2
101,8
40
45
50
55
60
65
70
75
80
85
90
95
100
105
Korn-Ertrag dt/ha bei 86 % TS
WWeizen: Ertrag, RP%, N-Saldo
in Abhängigkeit von N-Düngung
Forchheim, V8a, Sl3, Az33, Patras, Ø 2017-19
kg N/ha:
0
91
135
180
225
177
183
177
177
fachlich erweiterte Berechnung BESyD
DüV
Gabenbetonung
-50%
-25% optimal
+25% 2./3.:NST
1. -30
2. +30
-60
-37
-22
-3
+27
-6
±0
-9
-7
N-Saldo Diff.zuDüV
N-Düngung:
Steigerung
Ertrag und RP
Nitratschnelltest
wird 2020
angepasst
DüV:
gut
N >opt. +3,2 dt
+45N (>DüV!)
+30N-Saldo
BESyD sehr gut
+1,1dt (n.s.) -3 N,
-3N-Saldo (zu DüV)
Betonung
1./2. Gabe:
nicht positiv
9,3
11,2
12,1
13,1
13,7
13,0
13,3
13,3
12,8
RP%
GD
5%
=
3,3
???

14 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
GD 5%
= 2,7
38,1
66,6
72,6
76,9
72,8
72,5
71,3
72,0
71,6
72,8
73,4
35
40
45
50
55
60
65
70
75
80
Korn-Ertrag dt/ha bei 86 % TS
WRoggen: Ertrag, RP%, N-Saldo
in Abhängigkeit von N-Düngung
Baruth, D3, lS, AZ32, KWS Daniello, Ø 2017-19
kg N/ha:
0
67
100
133
167
120
167
133
133
133
133
fachlich erweiterte Berechnung BESyD
DüV
Gabenbetonung
Ʃ 1.+2. als
-50%
-25% optimal
+25% 2.: NST
1. -30
2. +30
ENTEC Alzon
neoN
N-Düngung:
Steigerung
Ertrag und RP
Nitratschnelltest
-47 kg N, -1,2 dt
(wird angepasst)
DüV: Ertrag ge-
ringer, Saldo u.
Düngung hoch
N >opt.: -4,1 dt
+34 N (=DüV),
+27 N-Saldo
BESyD sehr gut
+4,4 dt (sign.)
-34 N (zuDüV)
7,2
8,1
9,3
10,5
11,9
9,5
11,0
10,8
10,5
10,3
9,6 RP%
GD 5%
= 0,33
Betonung
1./2. Gabe:
negativ
stabilisierte
N-Düngung:
negativ
-102
-71
-53
-37
-10
-49
±0
(65)
-35
-30
-32
-25
N-Saldo
Diff.zuDüV

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15 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
Raps – Abzug Herbst-N-Düngung
nach DüV 2020 und
Anrechnung des aufgenommenen N?
Foto: Grunert, LfULG
mit DüV 2020:
- Anrechnung (Abzug) des bis 01.10. zu Winterraps oder Wintergerste
aufgebrachten verfügbaren N (aus organischer und minralischer N-Düngung)
- zusätzlich weiterhin Abzug von 10 % des gesamt-N bei organischer N-Düngung
(Nachlieferung im Folgejahr)
- eine Berücksichtigung des bis Vegetationsende aufgenommenen N bei der
N-DBE kann nicht zusätzlich in vollem Umfang erfolgen (sonst evtl. doppelter Abzug)
- in fachlicher Erweiterung BESyD erfolgt ab 2021 die Berechnung wie bisher:
- anteiligeAnrechnung Biomasse-N
- kein Abzug des verfügb. N aus Sommer/Herbst-N-Düngung
- abschließend Abgleich mit N-DBE nach DüV (≤ DüV)
- positiver Effekt der Berücksichtigung des aufgenommenen
N wird erhalten bleiben, insbesondere bei üppigen
Beständen, auch bei Herbst-N-Düngung

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16 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
kg/m²
Zu-, Abschlag
kg N/ha
0,5
18
10
28
0,6
15
10
25
0,7
12
10
22
0,8
9
10
20
0,9
6
10
20
1
0
20
20
1,1
0
20
20
1,2
0
20
20
1,3
-5
20
15
1,4
-10
20
10
1,5
-15
20
5
1,6
-20
20
0
1,7
-25
20
-5
1,8
-30
20
-10
1,9
-35
20
-15
2
-40
20
-20
2,1
-45
23
-23
2,2
-50
25
-25
2,3
-55
28
-28
2,4
-60
30
-30
2,5
-65
33
-32
2,6
-70
35
-35
2,7
-75
38
-38
2,8
-80
40
-40
2,9
-85
43
-43
3
-90
45
-45
3,1
-90
45
-45
3,2
-90
45
-45
Sproßfrischmasse
Zuschlag bei erheb-
lichen
Blattverlusten
Zu-, Abschlag
gesamt
kg N/ha
N-Düngebedarfsermittlung zu
Winterraps – Berücksichtigung
der Bestandesentwicklung
Fotos: Grunert, LfULG

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17 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
Merkmal
Schlag 1
Schlag 2
Schlag 3
Sprossfrischmasse
kg/m²
aufgenommener N
kg N/ha
0,8
40
1,5
75
2,5
125
erhebliche Blattverluste über Winter
nein
nein
nein
N-Düngung gesamt
kg N/ha
175
150
100
Schlag 4
Schlag 5
Schlag 6
Sprossfrischmasse
kg/m²
aufgenommener N
kg N/ha
0,8
40
1,5
75
2,5
125
erhebliche Blattverluste über Winter
ja
ja
ja
N-Düngung
kg N/ha
185
170
135
optimierte N-Düngung durch
Berücksichtigung gewachsener
Winterraps-Biomasse Beispiele mit differenzierten Aufwüchsen
Grundlage: umfangreiche Exaktversuche
=> meist Reduzierung der N-Düngung - mit gleichem Ertragsergebnis
(zunehmend üppige Bestände, insbes. bei Herbstdüngung; aber: neue Berechnung nach DüV 2020)
=> erhebliche positive ökonomische und ökologische Auswirkungen
Foto: Grunert, LfULG
Foto: Grunert, LfULG

18 | 22.02.2019 |
Dr. Michael Grunert
14,2
28,8
32,1
34,0
33,7
33,0
34,3
34,9
32,6
34,2
33,4
32,6
10
15
20
25
30
35
Samen-Ertrag dt/ha bei 91 % TS
GD = 1,1
(5% gepoolt)
WRaps: Ertrag, Öl%, N-Saldo
in Abhängigkeit von N-Düngung
Baruth, D3, lS, AZ32, Sherpa, Ø 2017-19
kg N/ha:
0
84
125
167
209
170
167
167
167
167
167
163
dav. Herbst
0
0
0
0
0
50
50
0
0
0
0
dav. 1./2. Gabe
47/37 70/55
93/73 117/92 94/75
43/73 93/23 43/123 143/23 167/0 163/0
fachl. erw. Berechnung BESyD
DüV
Herbst-N
Gabenbeton.
ENTEC Alzon
-50%
-25% optimal +25%
Abzug i. Frühj. 1. -50
2. -50
neoN
N-Düngung:
+Ertrag, -Öl%
+N-Saldo
Herbst-N: positiv,
bei Abzug in
zweiter Gabe
DüV:
ähnlich
BESyD
N >opt.: -0,3dt (n.s.)
+42N (> DüV!),
+37N-Salso
BESyD sehr gut
+1 dt (n.sign.)
-3 kg N (zu DüV)
48,9
47,8
46,3
45,1
44,0
44,9
46,6
46,6
45,0
45,4
45,9
45,5 Öl%
Betonung
1./2. Gabe:
nicht positiv
stabilisierte
N-Düngung:
nicht positiv
N-Saldo Diff.
-100
-58
-34
-5
+32
±0
(64)
+1
+1
-1
-4
+1
-3
zuDüV

19 | 22.02.2019 |
Dr. Michael Grunert
28,6
41,1
43,3
44,3
43,8
43,0
42,6
42,1
43,3
43,1
43,8
45,4
20
25
30
35
40
45
50
Samen-Ertrag dt/ha bei 91 % TS
WRaps: Ertrag, Öl%, N-Saldo
in Abhängigkeit von N-Düngung
Forchheim, V8a, Sl3, Az33
, Sherpa, Ø 2017-19
kg N/ha:
0
91
135
180
225
187
180
180
180
180
180
190
dav. Herbst
0
0
0
0
0
50
50
0
0
0
0
dav. 1./2. Gabe
52/39 78/58 103/77 129/96 107/80
53/77 103/27 53/127 153/27 180/0 190/0
fachl. erw. Berechnung BESyD
DüV
Herbst-N
Gabenbeton.
ENTEC Alzon
-50%
-25% optimal +25%
Abzug i. Frühj. 1. -50
2. -50
neoN
N-Düngung:
+Ertrag, -Öl%
+N-Saldo
Herbst-N:
negativ
DüV
schlechter
als BESyD
N >opt.: -0,5dt (n.s.)
+45 N (> DüV! ),
+44N-Saldo
BESyD sehr gut
+1,3 dt (sign.)
-7 N, -11 NSaldo
Betonung
1./2. Gabe:
nicht positiv
ENTEC ähnlich;
ALZONneoN
besser (bei+10N)
GD = 1,3
(5% gepoolt)
N-Saldo Diff.
zuDüV
49,1
47,7
46,9
46,2
45,5
45,9
46,4
46,5
45,6
45,9
46,3
45,4 Öl%
-130
-80
-47
-11
+33
±0
(56)
-3
±0
-10
-7
-8
-7

20 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
29,5
39,9
40,3
41,7
44,6
42,1
40,8
42,6
42,5
43,5
43,1
40,2
25
30
35
40
45
Samen-Ertrag dt/ha bei 91 %TS
WRaps: Ertrag, Öl%, N-Saldo
in Abhängigkeit von N-Düngung
Nossen, Lö4b, Ut4, AZ63
, Sherpa, Ø 2017-19
kg N/ha:
0
74
112
148
186
164
148
148
148
148
148
148
dav. Herbst
0
0
0
0
0
50
50
0
0
0
0
dav. 1./2. Gabe
42/33 63/49
83/65 104/82 93/71
33/65 83/15 33/115 133/15 148/0 148/0
fachl. erw. Berechnung BESyD
DüV
Herbst-N
Gabenbeton.
ENTEC Alzon
-50%
-25% optimal +25%
Abzug i. Frühj. 1. -50
2. -50
neoN
N-Düngung:
+Ertrag, -Öl%
+N-Saldo
Herbst-N
Abzug bei 2.
Gabe positiv
DüV
ähnlich
BESyD
N >opt.: +2,9 dt,
+38 N (>DüV!),
+25 N-Saldo,
BESyD sehr gut
-0,4dt (n. signif.)
-16N, -13N-Saldo
Betonung
1. N-Gabe:
+1,8 (signif.)
ENTEC ähnlich;
ALZONneoN
schlechter
GD = 1,7
(5% gepoolt)
N-Saldo Diff.
zuDüV
47,2
46,4
46,0
45,2
45,0
45,2
45,6
45,9
45,3
45,4
45,7
44,8 Öl%
-113
-74
-40
-13
+12
±0
(29)
-8
-12
-15
-18
-15
-10

21 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
37,6
48,0
51,6
50,6
51,6
51,3
52,0
51,8
50,4
51,3
52,3
52,7
30
35
40
45
50
55
Samen-Ertrag dt/ha bei 91 % TS
WRaps: Ertrag, Öl%, N-Saldo
in Abhängigkeit von N-Düngung
Pommritz, Lö4c, Ut3, AZ61, Sherpa, Ø 2017-19
kg N/ha:
0
81
122
162
203
177
162
162
162
162
162
162
dav. Herbst
0
0
0
0
0
50
50
0
0
0
0
dav. 1./2. Gabe
45/36 68/54
90/72 113/90 98/79
40/72 90/22 40/122 140/20 1628/0 162/0
fachl. erw. Berechnung BESyD
DüV
Herbst-N
Gabenbeton.
ENTEC Alzon
-50%
-25% optimal +25%
Abzug i. Frühj. 1. -50
2. -50
neoN
N-Düngung:
+Ertrag, -Öl%
+N-Saldo
Herbst-N:
gleich
DüV
ähnlich
BESyD
BESyD gut
-0,7 dt (n. signif.)
-15N, -12N-Saldo
Betonung
1./2. N-Gabe:
nicht positiv
stabilisiert:
ähnlich
GD = 1,4
(5% gepoolt)
N-Saldo Diff.
zuDüV
48,9
47,6
46,5
46,1
45,4
45,9
46,1
46,7
46,0
45,7
45,6
46,2 Öl%
-117
-73
-51
-12
+10
±0
(20)
-16
-10
-13
-17
-21
-8
N >opt.: +1dt (n.s.),
+41 N (>DüV!),
+22 N-Saldo,

image
22 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
Wintergetreide und Winterraps
Handlungsfelder für N-Düngung
1. qualifiziertere N-Düngebedarfsermittlung – Schlussfolgerungen
bei N-Düngebedarfsermittlung vor erster N-Düngung je nach Standort- und
Witterungsbedingungen und Kulturart fachliche Verbesserungen erreichbar
Ergebnis: differenziert geringerer N-Düngebedarf bei gleichem Ertrag/Qualität
- durch
qualifiziertere Berücksichtigung von bestehenden Faktoren
:
z.B. N aus Vorfruchtwirkung, N aus Boden-Nachlieferung
- durch
zusätzliche Faktoren
, z.B.: N-Aufnahme vor Winter, Bestandesentwicklung,
von Zwischenfrucht aufgenommener N
- Winterraps:
teilweise deutlich geringere N-Empfehlung
insbesondere durch Anrechnung von vor Winter aufgenommenem N,
Herbstdüngung standortabhängig teilweise vorteilhaft (auch bei N-Abzug im Frühjahr)
- Wintergerste und -roggen:
teilweise deutlich geringere N-Empfehlung,
Berücksichtigung der Bestandesentwicklung
- Winterweizen:
geringere Möglichkeiten
- Umsetzung spezifischer Empfehlungen für Gabenaufteilung
und Anrechnung des N
min
auf die Teilgaben
- Mais, Zuckerrüben:
N aus Boden-Nachlieferung
- …..
Foto: Grunert, LfULG

image
image
23 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
2. N
min
im Herbst und damit im Frühjahr minimieren
N
min
vor Winter: - klarer Zusammenhang mit über Winter verlagertem N;
dieser ist für Pflanzenbau verloren, landet (z.T.) im Grundwasser
- großer Teil aus N-Mineralisierung; nicht aus N-Düngung des Jahres
=> Düngung: nur Teilbeitrag, andere Handlungsfelder mitentscheidend
=> Nur bei geringem N
min
bleibt Spielraum für Bestandesführung!
- Kultur-, Ertrags- u. Standortgerechte schlagspezifische Düngung
- N-Düngung nach Ernte/im Herbst nur bei tatsächlichem Bedarf
- Minimierung der Bodenbearbeitung
möglichst wenige Arbeitsgänge, geringe Bearbeitungstiefe und -intensität
- möglichst keine Biomasse-Einarbeitung mit hohem N-Mineralisierungspotenzial
(Futterleguminosen!, Zwischenfrüchte)
- Absicherung der N-Aufnahme bis zum Vegetationsende:
- Zwischenfruchtanbau
- Untersaaten
- Strohdüngung
- gute Keimbedingungen für Ausfallgetreide, -raps …
- Vermeidung von Brachezeiten ohne Bewuchs
- Verteilung organischer Düngung auf alle Flächen des Betriebes
- …
Foto: Grunert, LfULG
Foto: Grunert, LfULG
Wintergetreide und Winterraps
Handlungsfelder für N-Düngung

image
image
image
image
24 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
Strohdüngung zu Winterweizen
Wirkung auf N
min
vor Winter
Nossen, Lö4b, Ut4, AZ63, Ø 2020 (16 Parzellen, bisher nur einjährig!)
-Weizen nimmt vor Winter
nur 10 - 30 kg N/ha auf;
kann keine größeren N-Mengen
binden und vor Verlagerung schützen
-durch Strohabbau wird verfügbarer N
aus dem Boden gebunden
-wichtig für gute Bestandesetablierung
und weiteres Wachstum:
gleichmäßige Stroheinarbeitung
0
20
40
60
80
100
120
140
60-90 cm
ohne Stroh-
düngung
70 dt/ha Stroh
vor Aussaat
kg N
min
/ha
GD 5%: 0-30 cm 12,7
30-60 cm 17,7
60-90 cm 13,4
0-90 cm 37,8
Fotos: Grunert, LfULG
Versuchsparzellen am 9.12.2020
links mit; rechts ohne Stroh

25 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
0,0
10,0
20,0
30,0
40,0
50,0
60,0
70,0
80,0
90,0
100,0
110,0
120,0
Datenreihen1
Datenreihen2
Zwischenfrucht mit/ohne
Legum.Anteil und N-Düngung
Wirkung auf N
min
zur Weizenaussaat und vor Winter
Nossen, Lö4b, Ut4, AZ63, Ø 2020 (16 Parzellen, bisher nur einjährig!)
30 - 60 cm
Zwisch.frucht
ohne
Legum.-frei 50%Legum.
ohne
Legum.-frei 50%Legum.
kg N/ha zur ZF
0
60
0
60
0
60
0
60
0
60
0
60
0,0
10,0
20,0
30,0
40,0
50,0
60,0
70,0
80,0
90,0
100,0
110,0
120,0
0 - 30 cm
N
min
06.10.2020 nach ZF-Ernte vor Weizenaussaat
kg N
min
/ha
kg N
min
/ha
ZF-Aussaat (mit 0 bzw. 50 % Leguminosenanteil) am 23.07.2020; davor Düngung 0 bzw. 60 kg N/ha
=> deutliche Reduzierung des N
min
durch ZF-Anbau, bei Leguminosen-freier ZF bessere Wirkung
=> erhebliche N-Mineralisierung von Weizenaussaat bis Vegetationsende, nur geringe Aufnahme durch Weizen
N
min
17.11.2020 vor Winter

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image
image
image
image
26 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
Zwischenfrucht mit/ohne
Legum.Anteil und N-Düngung
Wirkung auf N
min
zur Weizenaussaat und vor Winter
Nossen, Lö4b, Ut4, AZ63, Ø 2020 (16 Parzellen, bisher nur einjährig!)
Fotos vom 22.09.2020
ZF-Aussaat (mit 0 bzw. 50 % Leguminosenanteil) am 23.07.2020; davor Düngung 0 bzw. 60 kg N/ha
0% Leguminosenanteil
50% Leguminosenanteil
ohne Zwischenfrucht
0 kg N/ha
60
0
60
0 kg N/ha
Fotos: Grunert, LfULG
Weizenbestand
am 09.12.2020
keine Bestandes-
unterschiede

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27 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
Wintergetreide und Winterraps
Handlungsfelder für N-Düngung
3. N-Ausbringungsstrategien optimieren/anpassen
- gesamt-Menge (siehe Punkt 1.)
- Aufteilung des N-Düngebedarfs auf Teilgaben
- Stabilisierung
- Platzierung
- Berücksichtigung von Teilschlagspezifika
- Exaktheit der Düngemittelausbringung
- …..
Foto: Grunert, LfULG

image
28 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
Entsprechend der konkreten Situation auf dem Schlag, Berücksichtigung von:
- aktueller Bestandesentwicklung (EC-Stadium, Bestandesdichte, N-Versorgung …)
- Qualitätsziel, angebaute Sorte
- Phytopathologie
- Bodeneigenschaften (Bodenart, Struktur, Erwärmung, nFK …)
- aktuelle Witterung (Bodenfeuchte, Prognose …)
- Erfahrungen N-Nachlieferungsvermögen (Vorfrucht, org.Düngung, N-Abschöpfung Vorfrucht,
Tiefenverteilung des vor erster Düngung gemessenen N
min
)
- vom Bestand aufgenommener N (Nährstoffversorgung: Nitratschnelltest, Sensoren, Luftbilder …)
- bisherige N-Düngung und tatsächliche Aufnahme des gedüngten N
=> Verwendung von Nitratschnelltest, Sensoren, Luftbildern ...
Der nach DüV ermittelte N-Düngebedarf darf nicht überschritten werden!
(auch nicht bei Bedarfsermittlung mit Sensoren, Nitratschnelltest o.ä.)
- in der Summe der Teilgaben
- im Mittel des Schlages
Nitratschnelltest wird im Januar 2021 aktualisiert:
- Anpassung an Ertragsentwicklung und an Methodik DüV
- spezifische Empfehlungen für C-, A/B- und E-Weizen
Bemessung von 2./3. N-Gabe
Foto: Grunert, LfULG

image
29 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
Qualitätsweizenanbau
bei stark reduzierter N-Düngung?
N-Gabenaufteilung und Sortenwahl
signifikanter Rückgang von Ertrag und vor allem Rohproteingehalt
Weiterhin A-Qualität? Verschiebung von N in dritte Gabe?
- positive Wirkung der 3. N-Gabe auf RP-Gehalt
- aber weiterer Ertragsrückgang
- nur ca. 50 % des N aus Spätgaben kommen im Korn an, andere 50% sind N-Verluste
- Auswahl von Sorten mit vergleichsweise sicheren Qualitätseigenschaften
- auch bei geringerer 3. N-Gabe
- bei schwankenden Witterungsbedingungen
=> Sortenempfehlungen LfULG
=> Ergebnisse Exaktversuche N-Düngung/Sorte (folgende Abbildungen)
- Günstig wäre gleitende Bezahlung nach analysiertem
Rohproteingehalt (nicht in festen Stufen)
- flexiblere Anbau-/Vermarktungsstrategie

30 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
95,2
96,3
97,8
97,0
98,8
99,8
100,5
102,7
103,6
91,3
93,6
93,6
93,9
94,9
96,4
70
75
80
85
90
95
100
105
Korn-Ertrag dt/ha bei 86 % TS
Wirkung gestaffelter 3. N-Gabe
auf Ertrag, RP-Gehalt und N-Saldo
Weizen A- und E-Sorten,
Forchheim
, V8a, Sl3, Az33, Ø
2015-2017
N-Saldo,
Differenz zum Prüfglied mit dem niedrigsten Wert (kg N/ha)
0
+15
+32
+9
+29
+50
+11
+35
+43
+29
+39
+47
+17
+37
+58
Sorte
Zeppelin (A)
Pionier (A)
Julius (A)
Akteur (E)
Kerubino (E)
3. Gabe
23
53
83
23
53
83
23
53
83
23
53
83
23
53
83
N-Ges.
147
177
207
147
177
207
147
177
207
155
185
215
155
185
215
GD 5%
gepoolt
= 1,6
Deutlich positive Wirkung der 3. N-Gabe. Aber nur 46 % der N-Steigerung um 60 kg N kommen im Ø im Korn an!
(47, 32, 47, 70 bzw. 32 %)
13,6
14,6 15,1
12,7
13,1
13,6
12,1 12,8
13,5
13,3
14,4
15,3
13,1 13,7
14,1
+1,0
+1,5
+0,4
+0,9
+0,7
+1,4
+1,1
+2,0
+0,6
+1,0
RP % GD 5% = 0,16
Hier möglich/sinnvoll: geringe 3. Gabe, entsprechende Erhöhung der 2. N-Gabe
=> gute Sorten für Nitratgebiete (rel. hoher sicherer RP-Gehalt, geringe 3. Gabe)
dt/ha +1,1 +2,6
+1,8 +2,8
+2,2 +3,1
+2,3 +2,3
+1,0 +2,5

31 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
103,0
106,4
106,8
106,7
109,0
111,0
109,6
112,7
112,8
98,7
100,1
100,8
106,2
108,2
107,6
80
85
90
95
100
105
110
115
Korn-Ertrag dt/ha; 86 % TS
Wirkung gestaffelter 3. N-Gabe
auf Ertrag, RP-Gehalt und N-Saldo
Weizen A- und E-Sorten,
Nossen
, Lö4b, Ut4, AZ63, Ø
2015-2017
N-Saldo,
Differenz zum Prüfglied mit dem niedrigsten Wert (kg N/ha)
0
+7
+25
+4
+21
+34
+5
+13
+31
+9
+23
+37
+3
+16
+38
12,8
13,8 14,5
12,1 12,6
13,5
11,8 12,7
13,4
13,4
14,3
15,2
12,8 13,6
14,2
+1,0 +1,7
+0,5 +1,4
+0,9 +1,6
+0,9 +1,8
+0,8 +1,4
RP % GD 5% = 0,19
Sorte
Zeppelin (A)
Pionier (A)
Julius (A)
Akteur (E)
Kerubino (E)
3. Gabe
23
53
83
23
53
83
23
53
83
23
53
83
23
53
83
N-Ges.
168
198
228
168
198
228
168
198
228
178
208
238 178
208
23
GD 5%
gepoolt
= 1,6
positive Wirkung 3. N-Gabe; aber nur ca. 50 % des N der dritten Stufe im Vergleich zur ersten Stufe im Korn
(hier: 58, 50, 57, 53, bzw. 42 %)
RP %
Hier möglich/sinnvoll: entsprechende Erhöhung der 2. N-Gabe
=> gute Sorten für Nitratgebiete (rel. hoher sicherer RP-Gehalt)
dt/ha +3,4 +3,8
+2,3
+4,3
+2,1 +2,2
+1,4
+2,1
+2,0 +1,4

32 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
104,4
105,3
107,3
105,6
108,0
108,2
106,8
105,9
106,3
103,4
102,5
105,2
102,0
102,8
103,0
80
85
90
95
100
105
110
Korn-Ertrag dt/ha bei 86 % TS
Wirkung gestaffelter 3.N-Gabe
auf Ertrag, RP-Gehalt und N-Saldo
A/E-Weizen
Nossen
, Lö4b, Ut4, AZ63, Ø 2018-20, RP%+N-Saldo:
2018-19
N-Saldo,
Differenz zum Prüfglied mit dem niedrigsten Wert (kg N/ha)
0
+14
+33
0
+12
+36
+5
+23
+42
+12
+28
+46
+19
+35
+55
13,7
14,6 15,2
13,4
14,2 14,7
12,9
13,8
14,4
14,1
15,1 15,5
13,8
14,6
15,2
+0,9
+1,5
+0,7
+1,3
+0,9
+1,5
+1,0
+1,4
+0,8
+1,4
Sorte
Spontan (A)
Nordkap (A)
RGT Reform (A)
Ponticus (E)
Kerubino (E)
3. Gabe
13
43
73
13
43
73
13
43
73
18
48
78
18
48
78
N-Ges.
160
190
220
160
190
220
160
190
220
175
205
235
175
205
235
GD 5%
gepoolt
= 1,8
Deutlich positive Wirkung der 3. N-Gabe. Aber nur 41 % der N-Steigerung um 60 kg N kommen im Ø im Korn an!
(45, 40, 38, 43 bzw. 40 %)
RP %
dt/ha +0,9 +2,9
+2,4
+2,6
-0,9
-0,5
-0,9 +1,8
+0,8 +1,0
Hier möglich/sinnvoll: geringe 3. Gabe, entsprechende Erhöhung der 2. N-Gabe
=> gute Sorten für Nitratgebiete (rel. hoher sicherer RP-Gehalt, geringe 3. Gabe)

image
33 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
stabilisierte N-Düngung
Nitrifikationshemmstoffe bei mineralischer und organischer N-Düngung
- verzögerte Umwandlung von NH
4
-N in NO
3
- geringere NO
3
-, N
2
O-, NO-, N
2
-Verluste
- höhere N-Effizienz und Wirtschaftlichkeit - bessere Wirksamkeit in Trockenphasen
- Reduzierung von Überfahrten /Arbeitsgängen
=> N-Dünger mit Nitrifikationshemmern bieten bei an Dünger, Kultur und Standort
angepasster Gabenaufteilung sehr gute Lösungen.
Ureasehemmstoffe
Verzögerung der Umwandlung von Amid-N in Ammonium-N und damit NH
3
-Verlusten.
Keine klassische Stabilisierung! Andere Wirkungsweise und Anwendung.
Foto: Grunert, LfULG
Wirkung verschiedener stabilisierter N-Dünger im Parzellenversuch mit Winterweizen (gleiche N-Menge):

34 | 22.02.2019 |
Dr. Michael Grunert
-31
45
50
45
51
62
53
48
N-Saldo
(kg N/ha)
8,8
15,5
15,5
15,2
15,3
13,7
15,0
15,0
Rohprotein
(% i. TS)
GD
5% gepoolt
= 0,4
WWeizen: Ertrag, Rohprotein,
N-Saldo bei stabilisierter N-Düngung
Baruth, D3, lS, Az 32, Ø 2016-2019
1. N-Gabe
0
79
189
135
79
189
135
79
2. N-Gabe
0
56
0
0
110
0
0
110
3. N-Gabe
0
54
0
54
0
0
54
0
Gesamt
0
189
189
189
189
189
189
189
KAS
ENTEC 26
ALZON neoN
(2016: ALZON46)
ENTEC26:
7,5 % NO3-N + 18,5 % NH4-N + 13 % S; mit Nitrifikationshemmstoff (3,4-Dimethylpyrazolphosphat)
ALZON 46:
46 % Carbamid-N, mit Nitrifikationshemmstoff (Dicyandiamid und 1H-1,2,4 Triazol)
ALZON neoN:
46 % Carbamid-N, mit Nitrifikationshemmstoff (MPA) und Ureasehemmstoff (2-NPT)
=> stabilisierte
N-Dünger bieten
bei jeweils ange-
passter Gaben-
aufteilung sehr
gute Lösungen
In diesem Versuch
erhebliche Jahresun-
terschiede in Ertrag,
RP% und N-Saldo!
62,2
61,4
63,3
61,5
62,7
60,8
63,2
54
56
58
60
62
64
Korn-Ertrag dt/ha 86 % TS
GD=1,8
5% gepoolt
23,4

image
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image
35 | 22.02.2019 |
Dr. Michael Grunert
stabilisierte mineralische
N-Düngung zu Winterweizen
neue Berechnung für BESyD (aus Projekt StaPlaRes)
berücksichtigte Faktoren:
- Qualitätsziel
- N-Düngungs-Strategie
(nur stabilisiert oder kombiniert
mit nicht stabilisiert)
- Höhe N-Düngebedarf
- Trockengebiet
- nFK und Witterungs-
prognose vor 3. Gabe
Einprogrammierung zum nächsten Programm-update;
auch für WRoggen, WGerste, WRaps
Verbundprojekt StaPlaRes
(N-Stabilisierung und wurzelnahe Platzierung als
innovative Technologien zur Optimierung der Ressourceneffizienz bei der
Harnstoff-Düngung)
Projektpartner: SKW Stickstoffwerke Piesteritz GmbH (Projektleitung), TU
München MLU Halle-Wittenberg, Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsfor-
schung, Thünen Institut, Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau
Sachsen-Anhalt, Rauch Landmaschinenfabrik GmbH, Sächsisches Landesamt
für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
Laufzeit: 25.07.2016-31.12.2020

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36 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
Ursachen:
- schlechte Düngerqualität (Homogenität, Kornfestigkeit,
Korngrößenverteilung, Verbackungen …)
- ungeeignete Düngermischungen
- schlechte Aggregat-Einstellung, falscher Anbau
an den Traktor, mangelnde Pflege
- mangelhafte/fehlende Einstellung der Aggregate
auf den konkreten auszubringenden Dünger
- falsche Bedienung der Randstreueinrichtungen
- …..
schlechte Verteilgenauigkeit
(mineral. und organ. Düngemittel)
Foto: Grunert, LfULG
Folgen für:
- Homogenität des Bestandes
(Differenzierungen bei Abreife,
Lagerbildung, Ertrag, Qualität)
- Beerntbarkeit
- Wirtschaftlichkeit
- N-Bilanz
-
…..
Foto: Grunert, LfULG
Verbesserungen betriebsabhängig leicht und ohne große Mehrkosten erreichbar

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37 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
- z.T. große Ungenauigkeiten Schleuderdüngerstreuer-Ausbringung in der Praxis
- Streufehler sind erst ab 30 % Streuungenauigkeit sichtbar
(Daten/Ertragskurve aus WWeizen-N-Düngungsversuch Nossen, Ut4, Lö4b, Az63, im 9-jährigen Mittel:)
N-Düngung
Ertrag
RP
Erlös
N-Bilanz angenomm.
Fehler
kg N/ha
dt/ha
%
€/ha
kg N/ha Flächenanteil
- 50 % N
84
87,6
12,4
1.555 (-191)
-93
35 %
optimal
144
94,4
13,7
1.746
0)
-49
30 %
+ 50 % N
216
94,5
14,3
1.748 ( + 2)
+14
35 %
Gesamt
144
92,1
13,5
1.680
-43
100 %
Differenz
±0
-2,3
-0,2
-66
+6
Wirkung ungenügender
N-Verteilgenauigkeit
Foto: Grunert, LfULG

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38 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
Nährstoffeffizienz - Reserven
bei der Ausbringungsgenauigkeit
02.08.2014
27.02.2015
31.10.2013
10.08.2017
- fehlerhafte Ausbringung über 6 Jahre
- zusätzlich zu hohe Schleppschlauchführung
10.08.2017
Fotos: Grunert, LfULG
23.02.2018

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39 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
Wintergetreide und Winterraps
Handlungsfelder für N-Düngung
3. N-Ausbringungsstrategien optimieren/anpassen - Schlussfolgerungen
- bestandesabhängige Anpassung von Teilgabenhöhe und -termin bietet
insbesondere bei Wintergetreide erhebliches Optimierungspotenzial
- teilschlagspezifische Düngung auf heterogenen Standorten zu empfehlen,
wenn andere (einfachere) Optionen ausgeschöpft sind
- N-Stabilisierung spezifisch angepasst an Kultur und Düngerart
bietet Chancen insbesondere mit zunehmenden Trockenphasen
- Platzierung von Düngemitteln kann Effizienz verbessern
- Exaktheit der Düngemittelausbringung in Menge und Querverteilung
ist betriebsabhängig nach wie vor ein Handlungsfeld
- …..
Foto: Grunert, LfULG
Foto: Grunert, LfULG

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40 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
- Ausbringung weitestgehend zeitgerecht zum Nährstoffbedarf
- gegebenenfalls Einsatz von Nitrifikationsinhibitoren (vor Mais!)
- verlustarme, exakte, bodenschonende Ausbringung
(wo möglich: Schlitz- statt Schleppschlauchtechnik, ggf. strip-till)
- Flächen ohne Pflanzenbewuchs: unverzügliche Einarbeitung
Einarbeitung Stallmist, Kompost
- optimale Verteilung auf verfügbaren Betriebsflächen, zu mehreren Kulturarten
- Kenntnis des konkreten Gärrestes/Gülle (Inhaltsstoffe), evtl. Ausbringung mit NIRS
- fachlich qualifiziertere N-Anrechnung als nach DüV (Düngemittel, Kulturart, Ausbringungszeit …)
- evtl. Separation von Gärrest/Gülle (aber: keine Verbesserung der N-Effizienz;
und: Entlastung für Management nur bei Abgabe und/oder Erzeugung von einspeisefähigem Wasser)
- Ausbringungsplan für Jahresablauf erstellen
- Lagerkapazität erweitern
- aus organischer Düngung aussteigen?
(keine Tiere, kein Biogas?)
- …..
Foto: Grunert, LfULG
Foto: Grunert, LfULG
Wintergetreide und Winterraps
Handlungsfelder für N-Düngung
4. Management organischer Düngemittel

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41 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
deutlich weniger Gülle/Gärrest
vor Winter - wie reagieren?
-
Verschiebung der Ausbringung: in das Frühjahr (zu Wintergetreide, Raps),
keine Aufbringung mehr auf gefrorenen (tagsüber auftauenden) Boden
- Ausbringungstechnik:
- Auslastung sinkt => Kapazität erhöhen (selbst oder überbetrieblich)
- weniger Direkteinarbeitung (Güllegrubber), mehr Schlauch-/Schlitztechnik
- Ausbringung kleiner Mengen ermöglichen
(Gärrest mit 4 kg NH
4
-N/m³: 30 kg NH
4
-N/ha = 7,5 m³/ha)
-
Grenzen bei Befahrbarkeit beachten
-
maximaler Zwischenfruchtanbau
-
Fruchtfolge anpassen (Feldgras statt Mais?)
-
Ausbringungsplan im Jahresverlauf erstellen
-
Gärrest-Aufbereitung oder Verkauf?
-
je nach verfügbarem Lagerraum: Kapazität erhöhen
=> große Herausforderung für viele Betriebe
und Dienstleister!
Foto: Grunert, LfULG

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42 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
Aufbringungsverfahren für
flüssige Wirtschaftsdünger
in Pflanzenbestände
Bewertung durch ausgewählte Kategorien (dicker Balken = hoch)
Prall-
teller
Schlepp-
schlauch
Schlepp-
schuh
Schlitz-
technik
NH
3
-Emission
Geruchs-Emission
Verteilgenauigkeit
Arbeitsbreite
Kulturarten-Eignung
Anschaffungspreis
Zugkraftbedarf
vereinfachte schematische Darstellung
nach verschiedenen Quellen

43 | 22.02.2019 |
Dr. Michael Grunert
55,7
79,6
84,8
88,5
81,7
82,5
84,6
83,0
83,2
82,2
50
55
60
65
70
75
80
85
90
Korn-Ertrag dt/ha bei 86 % TS
Winterweizen-Ertrag nach
differenzierter organischer N-Düngung
Christgrün, sL, V5, Az 35, 2015-2017
1a-Gabe
0
19
38
<--------------------- im Mittel der drei Jahre 57 kg N/ha ------------------->
S c h l e p p s c h l a u c h
S c h l i t z t e c h n i k
KAS
KAS
KAS
Gülle
G ä r r e s t
Gülle
G ä r r e s t
Säure
Säure
1b-Gabe
0
<-------------------------------- im Mittel der drei Jahre 12 kg N/ha als KAS ------------------------------->
2./3.Gabe
0
<---------------------------- im Mittel der drei Jahre 57 + 52 kg N/ha als KAS ---------------------------->
Summe
0
139
158
<-------- im Mittel der drei Jahre 176 kg N/ha ---------------------------------->
angenommenes N-MDÄ für Gülle/Gärrest:
60 % des N
t
Zielertrag für N-Düngebedarfsermittlung:
95 dt/ha
Prüffaktor organische N-Düngung erreicht nur 32 % des ingesamt gedüngten N
Säure = Ansäuerung mit Schwefelsäue bis pH 6,0
GD 5%
=1,6
Ertragssteigerung
durch N-Düngung
Gärrest besser
als Gülle
Ansäuerung: positiv bei Schlepp-
schlauch; nicht bei Schlitztechnik
Tenden-
zen:
Schlitztechnik positiv
gegenüber Schleppschlauch

44 | 22.02.2019 |
Dr. Michael Grunert
70,3
99,9
105,4
106,5
101,3
107,0
106,6
103,7
103,7
105,4
60
65
70
75
80
85
90
95
100
105
110
Korn-Ertrag dt/ha bei 86 % TS
Winterweizen-Ertrag nach
differenzierter organischer N-Düngung
Nossen Lö4b, Ut4, AZ63, 2016-18
1a-Gabe
0
20
40
<--------------------- im Mittel der drei Jahre 60 kg N/ha ------------------->
S c h l e p p s c h l a u c h
S c h l i t z t e c h n i k
KAS
KAS
KAS
Gülle
G ä r r e s t
Gülle
G ä r r e s t
Säure
Säure
1b-Gabe
0
<-------------------------------- im Mittel der drei Jahre 25 kg N/ha als KAS ------------------------------->
2./3.Gabe
0
<---------------------------- im Mittel der drei Jahre 60 + 62 kg N/ha als KAS ---------------------------->
Summe
0
167
187
<-------- im Mittel der drei Jahre 207 kg N/ha ---------------------------------->
GD 5%
=1,7
Ertragssteigerung
durch N-Düngung
Gärrest besser
als Gülle
Ansäuerung: positiv bei Schlitz-
technik; nicht bei Schleppschlauch
Tenden-
zen:
Schlitztechnik positiv
gegenüber Schleppschlauch
angenommenes N-MDÄ für Gülle/Gärrest:
60 % des N
t
Zielertrag für N-Düngebedarfsermittlung:
95 dt/ha
Prüffaktor organische N-Düngung erreicht nur 29 % des ingesamt gedüngten N
Säure = Ansäuerung mit Schwefelsäue bis pH 6,0

45 | 22.02.2019 |
Dr. Michael Grunert
30,0
37,7
40,1
40,5
42,3
41,5
42,7
25
30
35
40
45
Samen-Ertrag dt/ha bei 91 % TS
Winterraps-Ertrag nach
differenzierter organischer N-Düngung
Christgrün, sL, V5, Az 35, 2015-2018
1.N-Gabe
0
31
62
93
95
80
80
S c h l e p p s c h l a u c h
KAS
KAS
KAS
Gülle
G ä r r e s t
Säure
2.N-Gabe
0
76
76
73
78
78
I
78
Summe
0
107
138
169
173
158
I
158
GD 5%
= 1,4
Ertragssteigerung
durch N-Düngung
Gärrest etwas schlechter als
Gülle; aber: 15 kg weniger N
Ansäuerung:
positive Wirkung
Tenden-
zen:
angenommenes N-MDÄ für Gülle/Gärrest: 60 % des N
t
Prüffaktor organische N-Düngung erreicht nur 50-55 % des ingesamt gedüngten N
Säure = Ansäuerung mit Schwefelsäue bis pH 6,0

46 | 22.02.2019 |
Dr. Michael Grunert
34,1
43,7
45,9
46,0
45,6
47,6
46,6
25
30
35
40
45
50
Samen_Ertragdt/ha bei 91 % TS
Winterraps-Ertrag nach
differenzierter organischer N-Düngung
Nossen Lö4b, Ut4, AZ63, 2016-2018
1.N-Gabe
0
22
44
67
70
66
66
S c h l e p p s c h l a u c h
KAS
KAS
KAS
Gülle
G ä r r e s t
Säure
2.N-Gabe
0
55
55
55
55
55
I
55
Summe
0
77
99
122
125
121
I
121
GD 5%
= 1,4
Ertragssteigerung
durch N-Düngung
Gärrest signifikant
besser als Gülle
Ansäuerung: keine
positive Wirkung (n.s.)
Tenden-
zen:
angenommenes N-MDÄ für Gülle/Gärrest: 60 % des N
t
Prüffaktor organische N-Düngung erreicht nur 45 % des ingesamt gedüngten N
Säure = Ansäuerung mit Schwefelsäue bis pH 6,0

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47 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
Gülle/Gärrestmanagement
Auswirkung, Handlungsoptionen
Füllstand des Lagers im Jahresverlauf (%)
(= Abbildung aus Vortrag auf Pflanzenbautagung 2017; weitere Verschärfungen mit DüV 2020)
=> durch Erstellung eines Ausbringungsplans für das Kalenderjahr kann die Auswirkung möglicher
Anpassungen (wieviel, wann, zu welcher Kulturart) auf die notwendige Kapazität geprüft werden

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48 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
Inhaltsstoffe von Gärresten
Untersuchungsergebnisse aus der
Düngemittelverkehrskontrolle in Sachsen
=> Nährstoffgehalte unterliegen größeren Schwankungen
ausgebracht bei Verwendung von o.g. Durchschnittswert und Ziel 100 kg N/ha:
19,6 m³/ha;
tatsächlich aber
53 oder auch 153 kg N/ha
59 kg P
2
O
5
/ha; tatsächlich aber
22 oder auch 257 kg P
2
O
5
/ha
- erhebliche Unterschiede zwischen verschiedenen Anlagen
und im Jahresverlauf innerhalb einer Anlage
- deutliche Auswirkungen auf N-Effizienz und N-Bilanz
=> keine Veröffentlichung von Richtwerten für Gärreste
TM
%
pH
N
kg/t FM
NH
4
-N
kg/t FM
Anteil
NH
4
-N
%
P
2
O
5
kg/t FM
K
2
O
kg/t FM
MgO
kg/t FM
OS
kg/t FM
Ø
11,1
8,3
5,1
2,9
61,1
3,0
5,4
1,4
87,9
Min
2,5
7,8
2,7
1,7
28,6
1,1
1,2
0,4
17
Max
25,3
8,7
7,8
5,6
100
13,1
12,5
4,7
223
(n= 25)
Foto: Grunert, LfULG

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49 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
Gärreste und Düngerecht
weitere Themen
Gärrest-Separierung
- Separierungsprodukte (feste u. flüssige Phase) bleiben unabhängig vom TS-Gehalt
Gärreste - mit allen Vorgaben für Lagerkapazität, Ausbringungszeiten und -mengen
Gärrest-/Gülle-Inhaltsstoff-Analyse mittels NIRS:
- Keine Verwendung von Ergebnissen (z.B. auf Ausbringungsaggregaten)
für düngerechtlich erforderliche Dokumentationen oder Kennzeichnungen!
(für düngemittelrechtliche Kennzeichnung sind zudem wesentlich mehr Angaben erforderlich)
- eine eventuelle DLG-Zertifizierung ist hierfür unerheblich, denn das Verfahren
ist damit noch keine „wissenschaftlich anerkannte Messmethode“
- noch Klärung mehrerer Punkte (Genauigkeit und Streubreite, Erfassung von N, NH
4
-N, P, TS,
regelmäßige Kalibrierung, Dokumentation der Ergebnisse, …..)
Schwefelsäure-Ansäuerung von Gärrest-/Gülle bei der Ausbringung
- Absenkung pH-Wert auf ca. 6,0 durch Schwefelsäue-Zugabe bei Ausbringung
=> Minimierung von NH
3
-Verlusten (insbesondere bei Gärresten, da hohe pH-Werte)
- noch einige Probleme zu klären
(Arbeitsschutz, Straßentransport, Schwefelmenge, Säurepreise …..)
- bundesweite fachliche Abstimmungen laufen
Foto: LfULG

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50 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
Vermeidung von Gefährdungen
für die Bodenstruktur bei flüssiger
organischer Düngung
organische Düngung kritisch durch hohe Radlasten
optimal:
- Transport und Ausbringung mit verschiedenen Maschinen
- Transportfahrzeug verbleibt auf Feldweg
- Ausbringung auf Stoppel der Vorfrucht
- direkte Einarbeitung
- Niederdruckreifen, Reifendruck absenken
- fahren im „Hundegang“
- Ausbringung nur bei Befahrbarkeit der Flächen,
Ausgrenzung von Nassstellen
- Anbau von Zwischenfrüchten, Untersaaten…
Nicht optimal aus Sicht des Bodenschutzes:

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51 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
Gülle/Gärrest im Frühjahr
mögliche Probleme
bei hoher Bodenfeuchte: Fahrspuren mit
bleibenden Wuchsdepressionen,
hier in Weizenbestand am 03.06.2016
nach Gülledüngung im Frühjahr =>
bei späterer Gülledüngung: breite Fahrgassen
mit evtl. bleibenden Wuchsdepressionen
Fotos: Grunert, LfULG

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52 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
Gülleausbringung im Frühjahr
Verlängerung von Einsatztagen durch neue Technologie
Befahrbarkeitstage zwischen 01.02. und 15.04. je nach Gülle-Ausbringungstechnologie
(Gülleverschlauchung u. -selbstfahrer mit LKW-Antransport, Tridem-Pumptankwagen für Transport+Ausbringung)
Beispielstandort mit tonigem Lehm
Quelle: Ledermüller et.al., 2020
Gülleverschlauchung: ca. +20 Einsatztage gegenüber Selbstfahrer
ca. +30 gegenüber Traktor+Tridem
Foto: Grunert, LfULG

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53 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
Wintergetreide und Winterraps
Handlungsfelder für N-Düngung
4. Management organischer Düngemittel - Schlussfolgerungen
- flüssige organische Dünger sind sicher ein Handlungs-Schwerpunkt
- Verbesserungen betriebsabhängig u.a. erreichbar durch:
- Ausweitung der Ausbringung zu weiteren Kulturen wie
WWeizen, WGerste, WRaps
- Optimierung der Ausbringungstechnik:
- emissionsmindernde Applikation
- Verminderung des Bodendrucks
- Verwendung von Nitrifikationshemmstoffen
- Inhaltsstoffanalysen (ggf. zukünftig auch mit NIRS)
- ggf. zukünftig Ansäuerung
- Erstellung von Ausbringungsplan
- …..
Foto: Grunert, LfULG
Foto: Grunert, LfULG

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54 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
Wintergetreide und Winterraps
Handlungsfelder für N-Düngung
5. Optimierung anderer Faktoren
- Grunddüngung (P, K, pH)
- Mikronährstoff- und Schwefelversorgung
- Pflanzenschutz
- Bodenbearbeitung
- Sortenwahl
- Fruchtfolge
- Humusbilanz
- Minimierung von Bodenerosion
- …..
Keine pauschalen Empfehlungen. Betriebs- und Standort-
spezifisch und abhängig von den Rahmenbedingungen.
Foto: Grunert, LfULG
Foto: Grunert, LfULG

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55 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
Wirkung einer P/K-Düngung
auf den Ertrag von Sommergerste
Gefäßversuch, Nossen, Ø 2013 und 2014
Ertragssteigerung
durch K-Düngung
Ertragssteigerung
durch P-Düngung
Ertragssteigerung
durch K + P-Düngung
Ertragssteigerung
durch Bewässerung
Ertragssteigerung durch
P, K und Bewässerung
unteroptimale Wasserversorgung
optimale Wasserversorgung

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56 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
P-Düngewirkung, Dauerversuch
Pommritz, Wintergerste, 20.01.2020
40 kg P/ha
0 kg P/ha

57 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
P [kg/ha]
-
20
40
20
40
20
40
20
Applikation
-
Unterfußdüngung
DAP zur Aussaat
TPS breitwürfig
zur Aussaat
TPS breitwürfig zu
Vegetationsbeginn
geschützter P
breitwürfig zu
Vegetat.beginn
(Top Phos 3-22)
0
5
10
15
20
25
30
35
75%
80%
85%
90%
95%
100%
105%
110%
N-Bilanz [kg/ha]
N-Bilanz nach Abfuhr
P-Entzug nach Abfuhr
Relativer P-Entzug [%]
nach Abfuhr mit PG 5 = 100%
Wirkung differenzierter P-Düngung
auf N-Bilanz (und P-Entzug)
Forchheim, V, sL, P
CAL
vor Anlage: 2,6 mg/100g Boden (B
-
), Dauerversuch
Ø 2011-15
Fruchtfolge: SoGerste-WRaps-WWeizen-WGerste-WWeizen
=> Verbesserung der N-Bilanz um ca. 20 kg N/ha nur durch P-Düngung

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58 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
Ausgabebericht Humusbilanz
Bsp: VDLUFA untere Werte für 4 Jahre
auch möglich: VDLUFA obere und mittlere Werte, standortdifferenzierte Methode

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59 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
Wintergetreide und Winterraps
Handlungsfelder für N-Düngung
5. Optimierung anderer Faktoren - Schlussfolgerungen
- Optimierung der N-Düngung muss und kann einen wesentlichen
Beitrag zur Steigerung der N-Effizienz leisten
- mit zunehmender Ausschöpfung dieser Optimierungspotenziale
gerät dieser Themenkomplex an die Grenzen;
hohe N-Effizienz ist nur erreichbar, wenn die Voraussetzungen
hierfür geschaffen werden, andere Faktoren nicht begrenzend wirken
- große Potenziale: optimale Grunddüngung (P, K, z.T. pH)
- Schwefelversorgung gewinnt mit abnehmenden Einträgen
aus der Luft erheblich an Bedeutung
- Reserven auch bei Mikronährstoffen (Menge, Verfügbarkeit)
- Potenziale bestehen in der Sortenwahl (Qualitätsstabilität)
- grundlegende Faktoren sind desweiteren u.a.:
Ausnutzung der Potenziale der Fruchtfolgeoptimierung,
von Pflanzenschutz und Bodenbearbeitung (incl. Erosionsminderung)
- …..
Foto: Grunert, LfULG
Foto: Grunert, LfULG

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60 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
6. weiterhin Nährstoffbilanzierung
DüV 2020:
- keine Flächenbilanz (N, P) mehr gefordert
sinnvoll und evtl. anzustreben:
- Weiterführung der Bilanzierung
empfehlenswert:
- Schlagbilanzierung
Warum?
- oft größere Betriebe mit verschiedenen Böden
- in Sachsen kleinräumig größere Bodenunterschiede (Entstehungs-bedingt)
- Bewirtschafterwechsel durch hohe Pachtanteile
- differenzierte organische Düngung je nach Lage der Fläche im Betrieb
=> differenzierte Ertragspotenziale, Humus- und verfügbare Nährstoffgehalte,
pH, Wasserkapazität …
=> oft drastische Unterschiede:
in Nährstoffentzügen und damit -bilanzen,
in der Folge deutliche Nährstoffan- oder -abreicherung
Foto: Grunert, LfULG
Foto: Grunert, LfULG
Wintergetreide und Winterraps
Handlungsfelder für N-Düngung

61 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
schlagspezifische P-Bilanzierung
in einem Praxisbetrieb
(dreijährige Mittelwerte)
Quelle: Albert, 2012
1 km
<= -30
<= -25
<= -20
<= -15
<= -10
<= -5
<= 0
<= 5
<= 10
<= 15
<= 20
> 20
P (kg/ha)
1 km
<= -30
<= -25
<= -20
<= -15
<= -10
<= -5
<= 0
<= 5
<= 10
<= 15
<= 20
> 20
P (kg/ha)
=> im Mittel des Betriebes leicht negative P-Bilanz,
trotzdem sowohl extrem schlecht als auch extrem zu gut versorgte Flächen
=> besserer Ertrag und Wirtschaftlichkeit verschenkt

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62 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
BESyD
Ausgabebericht
schlagbezogene
Nährstoffbilanz
(Bsp. für drei Jahre)
x
Fotos: Grunert, LfULG

63 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
Wintergetreide und Winterraps
Handlungsfelder für N-Düngung
7. zusätzlich für Nitrat-Gebiete:
- differenzierte N-Reduzierung je nach Kulturart,
Qualitätsstufe und Standortbedingungen
- Kulturen tauschen mit „nicht-Nitrat-Gebiet“
- …..
Foto: Grunert, LfULG
Foto: Grunert, LfULG
Foto: Grunert, LfULG

64 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
Beispielsrechnung für 2 Schläge
differenzierte N-Reduzierung der
Schläge/Kulturarten im Nitratgebiet
Schlag
1
2
3
4
5
Gesamt
Fläche
ha
50
40
30
20
10
150
> 20 % Reduzierung bei Kulturen, bei denen dies die geringsten
Erlösminderungen erwarten lässt; z.B. Silomais, Braugerste, Zuckerrüben
< 20 % N-Reduzierung (≤ N-DBE nach DüV!) bei N-sensiblen Kulturen (z.B. Qualitätsweizen)
=> Chancen, die Ertrags-/Erlös-mindernde Wirkung abzuschwächen
Die Gesamtsumme aus den um 20 % reduzierten N-DBE der Einzelschläge
des Betriebes im Nitrat-Gebiet darf nicht überschritten werden! (kg N gesamt)
verbleibender Rest aus
Düngung Schläge 1-4
90
(-6)
3.600
(-260)
-20 % N
zur N-DBE
kg N/ha
120
96
80
104
144
kg N
6.000
3.840
2.400
2.080
1.440
15.760
N-DBE
nach DüV
kg N/ha
150
120
100
130
180
kg N
7.500
4.800
3.000
2.600
1.800
19.700
86
(-58)
860
(-560)
15.760
(+/- 0)
tatsächlich
ausgebrachte
N-Düngung
kg N/ha
(Diff. zu -20% N)
150
(+30)
kg N
(Diff. zu -20% N)
7.500
(+1.500)
100
(-4)
2.000
(-80)
60
(-20)
1.800
(-600)

65 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
Flächen mit:
- guten Mineralisierungsbedingungen
- langjähriger organischer Düngung
- eher nicht nach Strohdüngung
- Zwischenfruchtanbau ohne Beerntung
- Vorfrucht mit N-haltigen Ernteresten
- hohem Humusgehalt, engem C:N -Verh.
- hoher Ackerzahl; guter Nährstoffbindg.
- optimaler Nährstoffversorg. (P, K …..)
- optimalem pH-Wert
- optimaler Bodenstruktur
- guter Wasserversorgung
- …..
Wo durch deutlich reduzierte
N-Düngung die geringsten Verluste?
Pflanzenarten/Qualitätsstufen mit:
- flacher Ertragskurve
(geringer Ertragszuwachs je kg gedüng. N, z.B. Mais)
- geringen N-abhäng. Qualitätsansprüchen
(z.B. kein Qualitätsweizen)
- geringem N-Bedarf je dt (z.B. Braugerste)
- langer Vegetationszeit (Spätso./Herbst)
(z.B. Mais, Zuckerrübe)
- intensiver Bodenbearbeitung oder Hacken
- tiefer und/oder intensiver Durchwurzelung
- guter vor-Winter-Entwicklung (z.B. Winterraps)
- vorherigem Zwischenfruchtanbau
(da nach DüV kaum Anrechnung des aufgenommen N)
- organischer Düngung (z.B. Mais)
- voller Abreife bis zur Erntezeit (kein Gemüse)
=> Möglichkeiten zur Variation der reduzierten N-Düngung im Nitratgebiet
=> Nachweis mit Exaktversuchen
=> Nutzung eigener Erfahrungen

66 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
DüV -20%
DüV
BESyD Grenzdiff.
Düngung kg N/ha
118 (-29)
147
135
(5%)
Kornertrag dt/ha
90,1 (-2,2)
92,3
90,7
2,0
Rohprotein % i. TS
11,73 (-0,84)
12,29
12,26
55
60
65
70
75
80
85
90
95
0
20
40
60
80
100
120
140
160
Korn-Ertrag dt/ha bei 86 % TS
N-Düngung kg N/ha
Wintergerste
-20 % N-Düngung
Wirkung auf Ertrag u. Rohprotein
im N-Steigerungsversuch
Christgrün, V5, Lt2, Az35, Ø 2015-2018 (N-DBE nach Methodik DüV 2017)
N-Düngung nach DüV
N-Düngung nach DüV - 20 %
- bei -20% N-Düngung
geringerer Ertrag
- um ca. 1 % geringerer
Rohproteingehalt
(ist aber nicht so entschei-
dend wie beim Weizen)

67 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
N-Düngung kg N/ha
Winterweizen
-20 % N-Düngung
Wirkung auf Ertrag, Rohprotein
im N-Steigerungsversuch
Nossen, Lö4b, Ut4, Az63, Ø 2015-2018 (N-DBE nach Methodik DüV 2017)
50
55
60
65
70
75
80
85
90
95
100
105
110
115
0
20
40
60
80 100 120 140 160 180 200 220 240 260
Korn-Ertrag dt/ha
N-Düngung nach DüV
N-Düngung nach DüV - 20 %
- signifikanter Ertrags-
rückgang
- signifikante Abnahme
des Rohproteingehaltes
keine A-Qualität mehr
- Weiterhin A-Qualität?:
Verschiebung von N in
dritte Gabe
=> weiterer deutlicher
Ertragsrückgang
DüV -20%
DüV
BESyD Grenzdiff.
Düngung kg N/ha
174 (-44)
218
206
(5%)
Kornertrag dt/ha
105,1 (-3,3)
108,4
108,8
1,7
Rohprotein % i. TS
12,86 (-0,58)
13,44
13,49
0,13

68 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
20
22
24
26
28
30
32
34
36
38
40
0
20
40
60
80
100
120
140
160
180
200
Samen-Ertrag dt/ha
DüV -20%
DüV
BESyD Grenzdiff.
Düngung kg N/ha
135 (-34)
169
158
(5%)
Samenertrag dt/ha
37,4 (-0,6)
38,0
38,3
1,2
Ölgehalt % i. TS
47,3 (+1,1)
46,2
46,5
N-Düngung kg N/ha
Winterraps
-20 % N-Düngung
Wirkung auf Ertrag und Ölgehalt
im N-Steigerungsversuch
Baruth, D3, lS, Az32, Ø 2015-2018 (N-DBE nach Methodik DüV 2017)
N-Düngung nach DüV
N-Düngung nach DüV - 20 %
bei -20% N-Düngung:
• gleicher Ertrag
(nicht signifikante
leichte Abnahme)
• leichte Zunahme des
Ölgehaltes

69 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
Handlungsoptionen
Kulturen tauschen mit „nicht-Nitrat-Gebiet“
(nur Option für Betriebe mit ausreichend Flächen außerhalb von Nitratgebieten)
Konzentration von Kulturen ohne N-Düngebedarf im Nitrat-Gebiet:
- kein N-Bedarf (z.B. Erbse oder Kleegras) => keine Reduktion erforderlich
- somit für diese Kulturen keine negative Wirkung
- aber: geringerer Spielraum für Verschiebung zwischen den Kulturen/Schlägen
Konzentration von eher N-extensiven Kulturen/Qualitätsstufen im Nitrat-Gebiet:
- bringt im Kern nichts; es sind immer 20 % vom ermittelten N-DBE abzuziehen
im Nitrat-Gebiet Konzentration von Kulturen, die durch -20%-N-Reduzierung die
geringsten Erlösminderungen erwarten lassen, z.B.:
- Silomais
- Zuckerrüben
- Sommergerste als Braugerste
- Winterraps (insbesondere bei oftmalig üppiger Herbstentwicklung)
aber:
- einseitigere und engere Fruchtfolgen in und außerhalb des Nitratgebiets
mit allen bekannten negativen Wirkungen
- Monitoring der DüV: Erfassung von Gebieten in und außerhalb der Nitratgebiete

70 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
Düngung unter der DüV 2020
Zusammenfassung Wintergetreide
- fachlich vertiefte N-Düngebedarfsermittlung zeigt standortabhängig Spielräume,
zu Wintergerste und Winterroggen stärker als zu Winterweizen
- Reduzierung des N
min
zu Vegetationsende (und in der Folge im Frühjahr)
- erhält Spielräume für die Bestandesführung und reduziert N-Verluste
- beides trifft für Wintergetreide und nochmals verstärkt für Winterweizen zu
- bestandesabhängige Anpassung von Teilgabenhöhe und -termin bietet erhebliches
Optimierungspotenzial (Gesamthöhe auch dann ≤ N-Düngebedarf nach DüV!)
- Nutzung von N-effizienten und Qualitäts-stabilen Sorten
- Vorteile von Stabilisierung, teilschlagspezifischer Düngung evtl. Platzierung nutzen
- Ausbringung flüssiger organischer Düngemittel auch zu Wintergetreide prüfen
- dabei emissionsmindernde Technik einsetzen (z.B. Schlitztechnik)
- mit zunehmender Optimierung der N-Düngung gewinnen Potentiale zur
Verbesserung anderer Faktoren an Bedeutung (P, K, S, Mikronährstoff-Düngung,
Sortenwahl (Qualitätsstabilität), Fruchtfolge, Pflanzenschutz, Bodenbearbeitung …
- 20%ige N-Reduzierung in Nitratgebiet insbes. für Qualitätsweizen sehr kritisch,
evtl. Prüfung differenzierter Reduzierung zu verschiedenen Kulturen

71 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
Düngung unter der DüV 2020
Zusammenfassung Winterraps
- fachlich vertiefte N-Düngebedarfsermittlung zeigt standortabhängig Spielräume,
insbes. durch Berücksichtigung der N-Aufnahme vor Winter (ist quasi fachliche Pflicht)
-Winterraps nimmt bei ausreichendem Bestand hohe N-Mengen vor Winter auf;
N-Düngung zur Aussaat daher meist unkritisch für N
min
zu Vegetationsende;
- standortspezifische Abwägung der Vor-/Nachteile einer Herbst-N-Düngung;
unter Berücksichtigung des geforderten Abzugs des Herbst-N im Frühjahr
- Vorteile von Stabilisierung, teilschlagspezifischer Düngung evtl. Platzierung nutzen
- Ausbringung flüssiger organischer Düngemittel auch zu Winterraps prüfen
- dabei emissionsmindernde Technik einsetzen (strip-till, Schleppschlauch)
- mit zunehmender Optimierung der N-Düngung gewinnen Potentiale zur
Verbesserung anderer Faktoren an Bedeutung (P, K, S, Mikronährstoff-Düngung,
Sortenwahl (Qualitätsstabilität), Fruchtfolge, Pflanzenschutz, Bodenbearbeitung …
- 20%ige N-Reduzierung in Nitratgebiet für Winterraps weniger kritisch als
z.B. für Qualitätsweizen

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72 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
Seit 1.5.2020 gilt die novellierte Düngeverordnung.
Seit dem 1.1.2021 gilt die Sächsische Düngerechtsverordnung vom 30.12.2020.
Bitte beachten Sie, dass teilweise Bundesland-spezifische
Regelungen gelten.
Bitte nutzen Sie das Informationsangebot des LfULG:
- aktuell 32 Hinweisblätter und 34 Datentabellen
- Düngung:
https://www.landwirtschaft.sachsen.de/
duengung-20165.html
- DüV:
https://www.landwirtschaft.sachsen.de/
umsetzungshinweise-dungeverordnung-20300.html
auf dieser Seite auch Hinweise zur SächsDüReVO
- StoffBilV:
https://www.landwirtschaft.sachsen.de/
stoffstrombilanzverordnung-20315.html
- BESyD:
https://www.landwirtschaft.sachsen.de/besyd
aktuelle Version: V08 von 12/2020
Informationen zum Düngerecht

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73 | Januar 2021 |
Dr. Michael Grunert
Dr. Michael Grunert (035242) 631-7201
michael.grunert@smul.sachsen.de
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!
Foto: Grunert