Bevölkerungsanalysen
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Volkszählungen als Grundlage der amtlichen Einwohnerzahl
Volkszählungen in der BRD und DDR sowie nach der Wiedervereinigung in Deutschland
Aufgrund der Erfahrungen aus der Volkszählung 1987 wurde mit dem Zensustest 2001 ein Methodenwechsel
erprobt. Im Rahmen des Zensustests wurde die Nutzung von Verwaltungsregistern wie z.B. dem Melderegister
oder den Daten der Bundesagentur für Arbeit geprüft. Gleichzeitig sollte sich die Auskunftspflicht für die Gebäude-
und Wohnungsdaten auf die Eigentümer reduzieren.
Im Ergebnis dessen fand am 9. Mai 2011 der erste gesamtdeutsche registergestützte Zensus statt. Dieser
ordnete sich in die verpflichtende EU-weite Durchführung von Volkszählungen ein. Neben der Nutzung der
vorhandenen Verwaltungsregister wie den Melderegistern wurden die Eigentümer von Gebäuden und
Wohnungen zu deren Merkmalen befragt. Zusätzlich wurde eine Haushaltebefragung durchgeführt, um neben
qualitätssichernden Maßnahmen auch bildungs- oder erwerbsstatistische Merkmale zu erheben. Der für 2021
geplante Zensus wird auf den 15. Mai 2022 verschoben.
Volkszählungen fanden im früheren Bundesgebiet in den Jahren 1950, 1961, 1970 und 1987 sowie in der DDR in
den Jahren 1950, 1964, 1971 und 1981 statt. Bis dahin wurden die Bevölkerungs- und Wohnungsdaten durch die
Befragung aller Bürgerinnen und Bürger erhoben. Dieses Verfahren war mit einem großen Aufwand verbunden.
So waren für die Volkszählung 1987 im früheren Bundesgebiet rund 500 000 Interviewerinnen und Interviewer im
Einsatz.
Themengebiet : Bevölkerungsbestand
Das Statistische Bundesamt definiert eine Volkszählung wie folgt: Eine Volkszählung ist eine vollständige
Erhebung von Daten über die Bevölkerung eines Landes zu einem Stichtag. Volkszählungen haben zunächst das
Ziel einer Bestandsaufnahme, um wieder eine verlässliche Basis für die Bevölkerungsfortschreibung zu haben.
Sie dienen aber auch der Erhebung weiterer Personenmerkmale wie z.B. Haushaltszusammenhänge, Bildungs-
und Berufsangaben. In Verbindung mit der Personenerhebung in einer Volkszählung findet oftmals auch eine
Gebäude- und Wohnungszählung statt.
Neben der Notwendigkeit an einer neuen Basis für die Bevölkerungsfortschreibung ist der Bedarf an exakten
Einwohnerzahlen für viele wirtschaftliche oder politische Entscheidungen notwendig. So basieren die
Finanzausgleichszahlen zwischen Bund und Ländern, aber auch zwischen Land und Gemeinden auf der
amtlichen Einwohnerzahl.
© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen