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LANDESAMT FÜR
SCHULE UND BILDUNG
Fach- und Belegarbeit
in Fachoberschule und
Beruflichem Gymnasium
Handreichung zum wissenschaftlichen Arbeiten

| 1
Landesamt für Schule und Bildung
Handreichung
zum wissenschaftlichen Arbeiten
2018

2 |
Inhaltsverzeichnis
Vorbemerkungen
1
Ziele und Aufgaben
4
2
Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten: Phasen und Schwerpunkte
5
2.1
Vorbereitung
5
2.1.1
Betreuung und Kooperation
5
2.1.2
Wahl und Eingrenzung des Themas
7
2.1.3
Fragestellung oder These
10
2.1.4 Eigenanteil
11
2.1.5
Literatur-/Quellenrecherche und -beurteilung
14
2.2 Durchführung
16
2.2.1 Schreibprozess
16
2.2.2
Aufbau und Form
19
2.2.3 Zitieren
22
2.2.4 Bibliografieren
25
2.2.5 Überprüfen
28
2.3 Auswertung
29
2.3.1
Grundlagen der Bewertung
29
2.3.2
Formen der Bewertung
30
2.3.3
Anregungen zu Auswertungsverfahren
33
2.3.4
Feedback und Reflexion
34
3 Materialkoffer
36
3.1 Vorbereitung
37
3.2
Durchführung
51
3.3
Auswertung
57
4 Glossar
70
5 Literaturverzeichnis
72
6
Tabellen- und Abbildungsverzeichnis
75

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| 3
Vorbemerkungen
Die Handreichung richtet sich an Lehrer und Schüler
1
und unterstützt die Erstellung einer wissenschaftlichen Arbeit in
studienqualifizierenden Bildungsgängen im Freistaat Sachsen.
Das Arbeitsmaterial trägt Empfehlungscharakter und bietet ein grundlegendes Methodenrepertoire für die Anfertigung
einer Fach-/Belegarbeit. Die Handreichung gibt auch außerschulischen Kooperationspartnern wesentliche Informationen
zur Betreuung und Bewertung der Fach-/Belegarbeit. Für die Bewertung der Arbeit sind die konkreten Festlegungen ver-
bindlich, die in der Fachkonferenz der Schule getroffen werden.
Die Schüler der Fachoberschule (FOS) erstellen eine Facharbeit in der Klassenstufe 12 und die des Beruflichen Gymnasi-
ums (BGY) eine Belegarbeit während eines Kurshalbjahres in den Jahrgangsstufen 12 oder 13.
Empfehlenswert ist die Anfertigung der Belegarbeit in der Jahrgangsstufe 12 des BGY, um die Schüler für die Möglichkeit
der Einbringung einer Besonderen Lernleistung (BELL) in der Jahrgangsstufe 13 zu sensibilisieren.
Das erste Kapitel erläutert die Bedeutung des wissenschaftlichen Arbeitens für studienqualifizierende Bildungsgänge. Im
zweiten Kapitel werden zentrale theoretische Grundlagen erörtert, die stets mit Querverweisen auf das dritte Kapitel,
den sogenannten Materialkoffer, kombiniert sind. In diesem Bereich sind unterschiedliche Anregungen, Materialien
und Beispiele zu finden, die bei der Vorbereitung, Durchführung und Auswertung der Fach-/Belegarbeit vielfältige und
konkrete Unterstützung leisten können.
Der Aufbau der Handreichung orientiert sich an den drei Phasen der Erstellung einer wissenschaftlichen Arbeit. Alle drei
Phasen tragen gleichbedeutend zum Arbeitsergebnis bei und finden entsprechende Berücksichtigung. Das zielführende
Arbeiten der Schüler wird durch Transparenz und Verlässlichkeit während des gesamten Arbeitsprozesses unterstützt.
Abbildung 1: Aufbau der Handreichung
In der Handreichung werden folgende Symbole verwendet:
Symbol
Bedeutung in der
Handreichung
Kurzerläuterung
Empfehlungen
Theoretische Erläuterungen werden durch praktische Hinweise und Beispiele
untersetzt und abgerundet.
Hinweis auf
Kapitel 3
Materialkoffer
Unterstützungsangebote umfassen Veranschaulichungen, Beispiele,
Übungen, Fragebögen, Checklisten, Formulare. Diese Materialien sind mit
den Buchstaben V, D oder A sowie Nummerierung und Titel gekennzeichnet.
Die Buchstaben bilden die genannten Phasen ab:
V
... Vorbereitung
D
... Durchführung
A
... Auswertung
Glossar
Gibt einen Hinweis im Text auf die Erklärung fachspezifischer Begriffe im Glossar.
schulische und
außerschulische
Betreuung
Themenfindung
Problemstellung
Eigenanteil
Literatur-/Quellen-
recherche und
-beurteilung
Schreibprozess/
schriftliche Dokumen-
tation
Zitieren
Bibliografieren
Überprüfen vor Abgabe
rechtliche Grundlagen
mehrdimensionale
Bewertung
Anregungen zur
Auswertung
Feedback und Reflexion
A
us-
wertung
D
urch-
führung
V
orbe-
reitung
1
1
Die Bezeichnung „Lehrer“, „Schüler“ und „Betreuer“ steht für Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler sowie Betreuerinnen und Betreuer.

4 |
1
Ziele und Aufgaben
„Interesse entsteht selbstbestimmt – aber nicht von selbst.“
2
- Anke Grotlüschen -
Mit dem Abschluss eines studienqualifizierenden Bildungsganges in der berufsbildenden Schule
erwerben die Schüler die Berechtigung zum Hochschulstudium und sind fähig, wissenschaftlich
zu arbeiten. Der Fach-/Belegarbeit kommt eine besondere Bedeutung zu. Sie orientiert sich an den
Kriterien des wissenschaftlichen Arbeitens und ermöglicht den Schülern erstmalig, wissenschaft-
liche Erkenntnisse zu gewinnen.
Im Entstehungsprozess der Fach-/Belegarbeit können bereits bestehende individuelle Interessen
einbezogen oder neue geweckt, gefördert und stärker ausgeprägt werden. Um das Interesse am
weiteren wissenschaftlichen Arbeiten zu initiieren, lernen die Schüler das grundlegende wissen-
schaftliche Methodenrepertoire mit möglichst kreativen Gestaltungselementen kennen.
Die Schüler werden an wissenschaftliche Arbeitsmethoden herangeführt und lernen, Quellenre-
cherchen durchzuführen, thematische Problemstellungen zu erkennen, Fragestellungen zu for-
mulieren und Lösungsvorschläge zu finden. Dabei sind Sachverhalte zu erfassen und zu ana-
lysieren, Gedanken zu strukturieren und in Zusammenhängen zu dokumentieren. Des Weiteren
werden die Schüler befähigt, ganzheitlich an die Lösung von fachübergreifenden Aufgabenstel-
lungen unter Einbeziehung ihrer Erfahrungen aus der Fachpraxis heranzugehen. Dabei werden
sie von dem betreuenden Fachlehrer bzw. außerschulischem Kooperationspartner inhaltlich und
organisatorisch vorbereitet und unterstützt.
Der Unterstützungsbedarf differiert in Abhängigkeit von den individuellen Lernvoraussetzungen
der Schüler. In den drei Phasen des gesamten Bearbeitungszeitraumes benötigen alle Schüler
Transparenz und Verlässlichkeit bezüglich der Anforderungen und Bewertungsmaßstäbe.
3
Die mit individuellen Interessen häufig verbundene Suche nach einem Erkenntnisgewinn ist ein
wesentliches Merkmal wissenschaftlichen Arbeitens. Das schulische Ziel, an die Interessen sowie
die Lebenswelt der Schüler anzuknüpfen, kann mit dem Erstellen der Fach-/Belegarbeit erreicht
werden. Das interessengesteuerte Lernen fördert die Selbstintentionalität des Handelns, positive
Emotionen beim Lernen, eine hohe individuelle Bedeutsamkeit sowie ein fundiertes Wissen über
den Interessengegenstand.
Mit der Fach-/Belegarbeit wird die berufliche Orientierung der Schüler gefördert und intensiviert.
Die Wahl des Themas ermöglicht vertiefte Erkundungen und Wissenserwerb in einem potentiellen
Berufsbereich.
Ein zentrales Ziel des wissenschaftlichen Arbeitens ist der Erwerb von Handlungs- und Wertori-
entierungen. Wissen und Kompetenzen bleiben wertneutral, solange diese nicht in einen verbind-
lichen Handlungskodex eingebettet werden. „Pädagogische Patentrezepte gibt es dafür nicht. Re-
flexive Diskurse in Gruppen, der Aufbau von persönlichen Gewohnheiten, vorbildhaftes Handeln,
mehrperspektivische lebensnahe Beispiele und eine Schulkultur, in der sich verbindliche Regeln,
individuelle Freiheiten und ein faires Sozialverhalten verbinden, sind günstige Möglichkeiten zur
Förderung von Handlungs- und Wertorientierungen.“
4
Förderung
individueller
Interessen
Wissenschafliche
Methoden
Transparenz und
Verlässslichkeit
Lebensbezug
Berufliche
Orientierung
Handlungs- und
Werteorientierung
1
2
Grotlüschen, Anke (2010): Erneuerung der Interessetheorie. Die Genese von Interesse an der Erwachsenen-
und Weiterbildung. Theorie und Empirie lebenslangen Lernens. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften, S. 293.
3
Vgl. Bohl, Torsten (2001): Prüfen und Bewerten im Offenen Unterricht. Studientexte für das Lehramt, Band 11
(Hrsg. Jürgens, Eiko). Neuwied, Kriftel: Verlag Luchterhand, S. 45.
4
Weinert, Franz Emanuel (2001): Leistungsmessung in Schule. Weinheim: Beltz Verlag, S. 80.

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| 5
2
Einführung in das wissenschaftliche
Arbeiten: Phasen und Schwerpunkte
„Persönlichkeiten werden nicht durch schöne Reden geformt,
sondern durch Arbeit und eigene Leistung.“
5
- Albert Einstein -
2.1 Vorbereitung
2.1.1 Betreuung und Kooperation
Eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Schüler und betreuendem Fachlehrer basiert auf
einer ausgewogenen Fach- und Betreuungskompetenz. Dem Schüler ist zu empfehlen, einen
Lehrer aufzusuchen, der sich für das Thema interessiert und die Betreuung fach- und sozial-
kompetent wahrnimmt.
6
Aufgrund der Themen und Schulartspezifik sind folgende Möglichkeiten der Betreuung des
Schülers denkbar:
a) Betreuung durch einen Fachlehrer der Schule
Jeder Schüler wird durch einen geeigneten Fachlehrer betreut. Bei einer fächerübergreifenden/
-verbindenden Themenstellung sollte nach Absprache ebenso
ein
Fachlehrer die Betreuung
übernehmen.
Hilfreich für Lehrer und Schüler ist die Dokumentation von schulorganisatorischen Informatio-
nen, wie z. B. eine Betreuungsvereinbarung, die dem Schüler in einem ersten Vorgespräch aus-
gehändigt und in den anschließenden Konsultationen ergänzt wird. Diese bietet sowohl Hilfe
für den Schüler während des Bearbeitungszeitraumes in den unterschiedlichen Arbeitsphasen
als auch verbindliche Aussagen zu den Bewertungskriterien.
Hinweise zum Vorgespräch bzgl. der Betreuung durch den Fachlehrer:
Zustimmung des Fachlehrers einholen
Arbeitsthema und weiteres Vorgehen absprechen (ggf. Anfertigung eines Exposés, Erstellen
eines Arbeits- und Zeitplans, Portfolios oder Lerntagebuchs)
auf möglichen Einbezug eines Kooperationspartners hinweisen
Betreuungsvereinbarung aushändigen
V 1: Portfolio-Konzept
Betreuersuche
Hinweise für
Betreuung und
Konsultationen
1
5
Einstein, Albert (1979): Wider Vorurteile und Denkgewohnheiten. Wiesbaden: Vieweg Verlag, S. 72.
6
Vgl. Peterßen, Wilhelm H. (1999): Wissenschaftliche(s) Arbeiten. Eine Einführung für Schule und Studium. 6.,
überarbeitete und erweiterte Auflage, München: Oldenbourg Verlag, S. 41.

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6 |
Tipp:
Betreuung
vereinbaren
Transparenz und
Verlässlichkeit
Außerschulische
Betreuung
1
7
gemäß § 12 Abs. 3 Schulordnung Fachoberschule (FOSO) vom 27. Februar 2017 in der jeweils gültigen Fassung (i. d. j. g. F.)
8
gemäß § 14 Abs. 3 Schulordnung Berufliche Gymnasien (BGySO) vom 10. November 1998 i. d. j. g. F.
Empfehlenswert für das Erstellen einer Betreuungsvereinbarung, die u. a. den
Prozesscharakter dokumentiert, sind die folgenden Aspekte:
Name des Schülers, des betreuenden Fachlehrers und ggf. des außerschulischen Betreuers
Fach
Arbeitsthema
verbindliche Konsultationstermine
Arbeitsaufträge für Konsultationen
Belehrung
Informationen zu den Bewertungskriterien und -verfahren
Abgabetermin
Die Betreuungsvereinbarung wird sowohl vom betreuenden Fachlehrer als auch vom Schüler
signiert.
Formularservice F 1: Betreuungsvereinbarung
Die Betreuung umfasst die Phase der Themenabsprache, den gesamten Arbeitsprozess und die
Auswertung der Fach-/Belegarbeit. Zwei bis drei Konsultationstermine sind für diesen Zeitraum
empfehlenswert.
Ziel der Konsultationen ist die individuelle fachliche und pädagogische Unterstützung des
Schülers zum Erreichen von kontinuierlichen Lernfortschritten.
Unterstützung und Steuerung durch den Lehrer
Die Intensität der Betreuung und der Grad der Steuerung durch den betreuenden
Lehrer stehen in Abhängigkeit zum Leistungsstand bzw. individuellen Bedarf des
Schülers. Dabei sollten u. a. Selbstständigkeit und individueller Lernzuwachs in
der Prozessbewertung berücksichtigt werden.
Vor dem offiziellen Beginn des Bearbeitungszeitraumes ist in der Fachkonferenz über Bewertungs-
formen und -kriterien zu entscheiden.
7, 8
Die Transparenz der Bewertungen und die vergleichbaren
Anforderungen in den unterschiedlichen Fächern stehen im Fokus.
Ein einheitliches Vorgehen der beteiligten Lehrer, soweit es die Fachspezifik zulässt, ist anzustreben.
V 2: Kriterienkatalog zur Erstellung der Fach-/Belegarbeit
b) zusätzliche Betreuung durch außerschulischen Kooperationspartner
Bei Themenstellungen, die aus Kontakten außerhalb der Schule, absolvierten Betrieb-
spraktika oder bereits vorliegenden Berufserfahrungen resultieren, ist eine Begleitung
durch Kooperationspartner möglich.

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| 7
Tipp:
Kooperations-
vereinbarung
Versicherungs-
schutz bei
außerschulischer
Betreuung
Themenwahl
im Kontext von
Praxisbezug und
Interessen
Kooperationspartner können öffentliche Einrichtungen, Unternehmen, Vereine oder Instituti-
onen der Region sowie Berufsakademien, Hochschulen, Universitäten oder Forschungseinrich-
tungen sein. In diesem Fall empfiehlt sich eine Kooperationsvereinbarung zur Abstimmung der
Betreuungsaufgaben zwischen dem betreuenden Fachlehrer gemeinsam mit dem außerschu-
lischen Betreuer, in der die Aufgaben klar geregelt sind.
Diese Kooperationsvereinbarung sollte folgende Aussagen der Zusammenarbeit
enthalten:
Name und Anschrift des Kooperationspartners
Benennung der betreuenden Fachkraft des Kooperationspartners
Ziel der Kooperation
Zeitraum und Arbeitszeit (unter Berücksichtigung des Jugendarbeitsschutzgesetzes)
Aufgaben des Kooperationspartners (z. B. Belehrungen, Schutzkleidung, Arbeitsschutz)
Aufgaben der Schule
Aufgaben des Schülers
Versicherungsschutz
Formularservice F 2: Inhalte und Hinweise für die Kooperationsvereinbarung
Für die Schüler, die von außerschulischen Kooperationspartnern während der Erstellung der
Fach-/Belegarbeit betreut werden, besteht Versicherungsschutz. Arbeitsunfälle sind im Unfall-
buch des Kooperationspartners festzuhalten und unverzüglich der betreffenden Schule zu mel-
den. Die Schule ist für die Unfallmeldung an den Versicherungsträger zuständig.
Die Betreuung durch Externe obliegt dem organisatorischen Verantwortungsbereich der Schule.
Wichtig ist, dass die Schule während dieser Zeit Einfluss auf die Situation vor Ort hat, z. B.
durch den betreuenden Fachlehrer. Die Schulleiterin bzw. der Schulleiter ordnet die Zusam-
menarbeit an und entscheidet über die Organisationsform.
2.1.2 Wahl und Eingrenzung des Themas
Der folgende Abschnitt gibt einige Anregungen und Hinweise, wie ein geeignetes
Thema im
Rahmen der Erstellung einer wissenschaftlichen Arbeit formuliert werden kann.
Das fachrichtungsbezogene Thema der Fach-/Belegarbeit ist von den Schülern zu wählen und
vom jeweiligen Fachlehrer zu bestätigen. Unterstützend kann durch die Schule ein Themenkata-
log zur Verfügung gestellt werden, der Vorschläge aus allen Fächern der Fachrichtung enthält.
Die Auswahl des Themas kann nach dessen inhaltlichem Bezug für ein angestrebtes Studium
oder Berufsziel erfolgen. Primär sollte das Thema der Fach-/Belegarbeit interessenbezogen bzw.
-orientiert gewählt werden (z. B. Hobby, Vereinstätigkeit, Ehrenamt). Dabei muss auf den not-
wendigen persönlichen Abstand zur Thematik geachtet werden, um ein objektives Arbeiten zu
gewährleisten. Eine starke subjektive Betroffenheit könnte die Zuverlässigkeit der Erkenntnisge-
winnung beeinträchtigen (z. B. Untersuchung einer Erkrankung, die Schüler oder Familie betrifft).
Im Idealfall knüpft das Thema an vorhandenes Wissen des Schülers aus Lernbereichen und The-
menfeldern des allgemeinbildenden oder fachrichtungsbezogenen Unterrichts, Praktika oder
bisheriger Berufserfahrungen o. Ä. an.

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8 |
Ausdifferenzierung
des Themas
Themeneingrenzung
Die Wahl des Themas für die Fach-/Belegarbeit kann sich auch ergeben aus:
der Projektarbeit im Rahmen des fachpraktischen Teils der Ausbildung der Klassenstufe 11
der Fachoberschule
Projekten und Praktikum der Klassenstufe 11 des Beruflichen Gymnasiums
den Kontakten der Schule bzw. der Schüler zu Unternehmen, Behörden oder Praktikums-
betrieben, anderen Experten etc.
Aufgabenstellungen, mit denen Unternehmen und andere Institutionen an die Schule heran-
treten etc.
Folgende Leitfragen können bei der Themenfindung hilfreich sein:
Wo liegen meine Interessen/Stärken/besonderen Fähigkeiten?
Zu welchen Themenfeldern habe ich bereits Vorkenntnisse/Materialien?
Welche Kontakte/Experten/Ressourcen kann ich nutzen?
Welche beruflichen Ziele verfolge ich perspektivisch?
Für einen ersten Überblick zum gewählten Thema sollte zunächst eine gedankliche Auseinan-
dersetzung stattfinden. Dabei werden alle Assoziationen in Form eines Brainstormings/-writings
eingefangen. So entsteht zunächst eine unstrukturierte Sammlung von Schlagwörtern rund um
die Ausgangsidee.
Mögliche Leitfragen können sein:
Was weiß ich bereits über das Thema?
Was möchte ich über das Thema wissen?
Was finde ich interessant/spannend/fragwürdig am Thema?
Welche Fragen/Probleme/Herausforderungen sind zu klären/zu bewältigen?
Im nächsten Schritt erfolgt die Gruppierung bzw. Strukturierung der Notizen. Dafür ist die Er-
stellung einer Mindmap oder eines Clusters hilfreich. An dieser Stelle können Zusammenhänge,
interessante Schwerpunkte oder mögliche Leerstellen deutlich werden, die helfen, das Thema
zu spezifizieren und einzugrenzen. Im Rahmen der Auseinandersetzung mit der Idee bauen die
Schüler diese zu einem geeigneten, vorläufigen Thema aus.
V 3/V 3L: Arbeitsauftrag zur Themenwahl (Übung und Lösungsbeispiel)
V 4: Checkliste zur Themenfindung
Die Eingrenzung des Themas durch die Formulierung des Arbeitstitels ist einer der wichtigsten
Schritte bei der Erstellung der Fach-/Belegarbeit. Dieser entscheidet nicht selten darüber, ob die
Arbeit erfolgreich abgeschlossen werden kann.
Das konkrete Thema ist die Visitenkarte der Fach-/Belegarbeit. Vom Arbeitstitel sollte also ein-
deutig auf den Inhalt geschlossen werden können. Er muss aussagekräftig und informativ sein
sowie einen ganz konkreten Gegenstand behandeln.

| 9
Thematischer
Fachrichtungsbezug
Themenbeispiele für
die Facharbeit an
der Fachoberschule
Die Thematik muss möglichst genau eingegrenzt sein.
Die Eingrenzung kann
zeitlich,
geografisch/nach bestimmten Regionen,
nach Institutionen/Organisationen/Arbeitsfeldern/bestimmten Systemen,
nach Personengruppen,
nach Konzepten/Modellen,
nach Theorie- bzw. Erklärungsansätzen,
nach Einflussfaktoren,
nach berufsrelevanten Handlungsfeldern/Herausforderungen oder
anhand einzelner Beispiele/Fallstudien erfolgen.
Dennoch sollte das Thema genügend Freiräume eröffnen, damit eine ausreichende Literatur-
und Quellenbasis vorhanden ist. An dieser Stelle verschafft sich der Schüler einen ersten groben
Überblick über den Literatur- und Quellenbestand und bedenkt dabei die Realisierbarkeit des
Eigenanteils. Die Ergebnisse spricht der Schüler mit dem betreuenden Fachlehrer bzw. außer-
schulischem Betreuer ab.
Die Themen im Rahmen der Facharbeit an der Fachoberschule müssen einen deutlichen Bezug
zur jeweiligen Fachrichtung aufweisen, im Beruflichen Gymnasium ist eine Orientierung an der
Fachrichtung wünschenswert.
Im Folgenden sind mögliche Verbindungen von allgemeinbildenden Fächern mit dem fachrich-
tungsbezogenen Fach Gesundheitsförderung und Soziale Arbeit der Fachoberschule beispielhaft
dargestellt.
Themenbeispiele mit Fachrichtungsbezug
Mathematik + Gesundheitsförderung und Soziale Arbeit
Frühmathematische Bildung in Kindergärten – Unterstützung des Zahlbegriffserwerbs
mittels ausgewählter Spielmaterialien
Geschichte/Gemeinschaftskunde + Gesundheitsförderung und Soziale Arbeit
Umsetzung ausgewählter Leistungen des Bildungspakets – exemplarische Untersuchung
an der Grundschule ... und dem dazugehörigen Hort
Sport + Gesundheitsförderung und Soziale Arbeit
Planung, Organisation und Durchführung eines Bewegungsangebotes für pflege-
bedürftige Menschen am Beispiel der Seniorenresidenz ...
Deutsch + Gesundheitsförderung und Soziale Arbeit
Bilderbuchbetrachtungen in der Kindertagestätte ... – ein Projekt zum
Dialogischen Lesen

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10 |
2.1.3 Fragestellung oder These
Die zentrale Fragestellung oder die These der Fach-/Belegarbeit präzisiert das Thema und legt
das inhaltliche Ziel der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Thematik fest. Es wird
genau herausgestellt, was mit der Fach-/Belegarbeit untersucht werden soll. Zudem grenzt die
zentrale Fragestellung bzw. These die Fach-/Belegarbeit von anderen Arbeiten innerhalb eines
ähnlichen Themenbereiches ab.
Zur Erarbeitung einer zentralen Fragestellung werden zunächst so viele W-Fragen wie möglich zur
gewählten Thematik in einem Fragekatalog notiert (Wer? Wie? Was? Warum? Wozu? Wo? Wann?
Welche? Wogegen? Wodurch?).
Anschließend wird verdeutlicht, welches Ziel die Fach-/Belegarbeit verfolgt. Bietet das Thema eher
die Möglichkeit zu definieren, zu erklären, zu beschreiben, zu analysieren, zu beweisen, zu verglei-
chen oder zu argumentieren? Hilfreich ist bei diesem Arbeitsschritt die Orientierung an Leitfragen.
V 5: Fragekatalog zur Entwicklung einer zentralen Fragestellung
Statt einer zentralen Fragestellung kann auch eine
These der schriftlichen Arbeit vorangestellt
werden. Die nachfolgende Tabelle stellt beide Formen gegenüber.
Tabelle 1: Fragestellung und These im Vergleich
Grundsätzlich gilt, dass Thema und Fragestellung bzw. These logisch aufgebaut, lückenlos, gut
verständlich und widerspruchsfrei sein müssen.
Die zentrale Fragestellung bzw. These sollte darauf geprüft werden, ob diese im vorgegebenen
Rahmen (Zeit, Umfang) mit den vorhandenen Möglichkeiten (wissenschaftliche Methode, Lite-
ratur- und Quellenbasis) realisiert werden kann.
Das Verfassen eines
Exposés durch den Schüler bis zur ersten Konsultation mit
dem betreuenden Fachlehrer bzw. außerschulischen Betreuer kann als Diskussions-
grundlage dienen und spiegelt den Stand der Erkenntnisse bis zum gegenwärtigen
Zeitpunkt wider. Es gibt allen Beteiligten einen Überblick bzw. eine erste Orientierung
über die Thematik und das Ziel. Das Exposé ermöglicht dem Schüler, das Thema um-
fassend inhaltlich zu planen und zu durchdenken. Es stellt damit die Grundlage
für alle weiteren Arbeitsschritte dar.
V 6: Erstellung eines Exposés
Fragestellung
These
Fragestellung und
These im Vergleich
Tipp:
Exposé
Fragestellung
These
Formulierung
offene Frage
geschlossene Behauptung
Herangehen
Erkunden von Antworten
Erkunden des Wahrheitsgehaltes
der Behauptung
Ergebnis
begründete Erkenntnis
eine widerlegte oder bestätigte
Theorie
Beispiel
Wie beeinflussen Klanggeschichten
die Sprachentwicklung von Kindern
unter drei Jahren?
Klanggeschichten fördern die Sprach-
entwicklung von Kindern unter drei
Jahren.

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| 11
2.1.4 Eigenanteil
Im Rahmen der Themenfindung und -eingrenzung kristallisiert sich aufgrund von Literatur-
recherche, Erfahrung und persönlichem Interesse eine konkrete Problemstellung heraus. Folglich
stellt sich die Frage: Welches methodische Vorgehen eignet sich zur Lösung des Problems bzw.
zur Beantwortung der daraus abgeleiteten zentralen Fragestellung oder These?
Abbildung 2: Ablauf wissenschaftlichen Arbeitens
Es ist zu überlegen, wie die Fach-/Belegarbeit methodisch umgesetzt werden soll. Dabei
sind Vor- und Nachteile abzuwägen, die in der Tabelle 2 (siehe Seite 13) zusammenfassend
dargestellt sind.
Prinzipiell gilt für das wissenschaftliche Vorgehen
9
:
klare und präzise Beschreibungen, eindeutige Begriffsbestimmungen
(Fachsprache)
genaue Angaben über das methodische Vorgehen zur Erkenntnisgewinnung
Berücksichtigen der Gütekriterien
Objektivität,
Reliabilität und
Validität
V 7/ V 7L: Erarbeitung von Thema, Titel, Fragestellung/These und Eigenanteil
(Übung und Lösungsvorschlag)
Ablauf wissen-
schaftlichen
Arbeitens
Prinzipien des
wissenschaft-
lichen Vorgehens
1
9
Vgl. Hobmair, Hermann (2014): Soziologie. 3. Auflage, Köln: Bildungsverlag EINS, S. 51.
bestehende theoretische
Grundlagen erfassen
zentrale Fragestellung
oder These ableiten
Problem eingrenzen
und konkretisieren
Problem
beschreiben
Fragestellung beantworten
oder
These bestätigen/widerlegen
geeignetes methodisches
Vorgehen wählen
Ergebnisse
dokumentieren
Daten erfassen, auswerten,
interpretieren
Literatur, Erfahrung,
Bedarf
Literaturrecherche
Literaturanalyse
Interesse, Neugierde,
persönliche Motivation

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12 |
Zur Untersuchung einer bestimmten Fragestellung bzw. These wählt der Schüler zwischen
theoretischen Arbeitsmethoden, wie literarische Textanalyse, historische Quellenarbeit,
mathematische Beweisführung, aufgabenbezogenes Programmieren etc. und/oder
❙ ➚
empirischen Arbeitsmethoden, wie Beobachtung, Befragung oder Experiment.
Bei empirischen Erhebungen ist unbedingt auf die Anonymisierung personenbezogener
Daten zu achten. Das bedeutet, dass keine Namen angegeben werden und auch keine
Rückschlüsse auf Personen, Unternehmen o. Ä. möglich sein dürfen.
Biometrische, Foto- und Videoaufnahmen sind nicht anonymisierbar. Zusätzlich sind
schriftliche Einverständniserklärungen jedes Teilnehmers durch den Schüler einzuholen
und zu dokumentieren.
10, 11
Bei Erhebungen an Schulen bedarf es einer Genehmigung
der oberen Schulaufsichtsbehörde.
12
Des Weiteren kann der Eigenanteil auch die Herstellung eines Produktes sein, wie z. B. in den
Fächern Kunst (FOS, BGY) oder Künstlerisch-ästhetische Praxis der Fachrichtung Gestaltung
(FOS). Die eigenschöpferische Arbeit wird durch eine schriftliche Dokumentation begleitet, die
den Schaffensprozess begründet.
V 8: Fachrichtungsspezifische Ideen für den Eigenanteil
Tabelle 2: Empirische Arbeitsmethoden und Instrumente
13, 14, 15
Arbeitsmethoden
Wichtige Hinweise
bei Erhebungen
Beispiele für
Eigenanteil
Methoden und
Instrumente
Methoden
Beobachtung
Experiment
Befragung/Interview
Merkmale
geplante, gezielte und
systematische Wahr-
nehmung von Verhal-
tensweisen, Vorgängen
und Ereignissen in
Abhängigkeit bestimm-
ter Situationen
bestimmte Form der
Beobachtung
Beobachten eines
absichtlich und plan-
mäßig herbeigeführten
Vorganges unter
festgelegten Umwelt-
bedingungen
willkürlich, variierbar
und wiederholbar
mündliche oder schrift-
liche Befragung zur
Datengewinnung
zielt auf Beantwortung
von Fragen bestimmter
Personen/Personen-
gruppen ab
mündliche, zielge-
richtete Befragung
zu einem bestimmten
Thema
Aussagen elektronisch
aufzeichnen bzw. voll-
ständig oder in Stich-
punkten notieren
1
10
Vgl. Sydow, Gernot (Hrsg.) (2017): Europäische Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Handkommentar.
Baden-Baden: Nomos.
11
gemäß Verwaltungsvorschrift (VwV) des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus (SMK) über Schuldatenschutz vom
11. Juli 2018
12
gemäß VwV des SMK über Sponsoring, Spenden und Erhebungen an Schulen vom 23. Juli 2008, die durch die
Verwaltungsvorschrift vom 30. Juni 2015 geändert worden ist, zuletzt enthalten in der Verwaltungsvorschrift vom
11. Dezember 2017
13
Vgl. Hobmair, Hermann (2013): Psychologie. 5. Auflage, Köln: Bildungsverlag EINS, S. 55 - 60.
14
Vgl. Hobmair, Hermann (2013): Psychologie. 5. Auflage, Köln: Bildungsverlag EINS, S. 56 - 62.
15
Vgl. Voss, Rödiger (2017): Wissenschaftliches Arbeiten ... leicht verständlich! 5., überarbeitete Auflage, Konstanz und
München: UVK Verlagsgesellschaft mbH, S. 43 - 45.

| 13
Methoden
Beobachtung
Experiment
Befragung/Interview
Vorteile
großer Anwendungs-
bereich
kaum bzw. geringe
Kosten
vom Schüler selbst-
ständig durchführbar
Reflexion des eigenen
Verhaltens möglich
Bedingungen variierbar
Experiment beliebig
oft in gleicher Weise
durchführbar
dadurch Gewinn
großer Datenmengen
möglich
Situation, Ort und Zeit
selbst bestimmbar
Wirkungen sofort bzw.
direkt beobachtbar
Befragung vieler un-
terschiedlicher Men-
schen zeitlich parallel
möglich
dadurch Gewinn
großer Datenmengen
zu einem bestimmten
Thema
dokumentierte Ergeb-
nisse jederzeit nach-
vollziehbar
Nachteile
auf bestimmte Situa-
tionen beschränkt
zeitlich nur bedingt
flexibel
begrenzte Wahrneh-
mung des Beobachters
Schüler als Beobach-
ter unterliegt Beo-
bachtungsfehlern
wertfreie Dokumen-
tation erforderlich,
bedarf vorheriger
Übung
Laborausstattung
notwendig
ggf. zusätzliche Kosten
erforderlich
Verletzungsgefahr
ggf. Gesundheitsge-
fährdung
Aufsicht des Schülers
durch Betreuer aus
versicherungstech-
nischen Gründen
notwendig
Genehmigung von den
Interviewten notwendig
Befragung derselben
Person zum gleichen
Thema nicht beliebig
oft durchführbar
präzise und zielgerich-
tete Fragen erforder-
lich, um Fehlerquote zu
minimieren
Frage-
kompetenz
Wahrheitsgehalt der
Aussagen von Befragten
schwer zu überprüfen
Formen
Selbst- und Fremdbeo-
bachtung
Laborbeobachtung
verdeckte/offene Beo-
bachtung
teilnehmende/nicht
teilnehmende Beo-
bachtung
Laborexperiment
(künstliche Rahmen-
bedingungen)
Feldexperiment
(natürliche Rahmen-
bedingungen)
Einzel- oder Gruppen-
befragungen
Face to face-Befra-
gungen
Online-Befragungen
postalische Briefbefra-
gungen
Umfragen
Experteninterviews
Leitfadeninterviews
Instrumente
Beobachtungsbogen
ggf. Video-/Filmauf-
zeichnung
Protokoll
Fragebogen
Interviewleitfaden
Beispiele
Kauf- und Verkaufs-
verhalten
Kommunikationsver-
halten
Wirkung von Gemäl-
den auf Betrachter
Konfliktverhalten
Durchführung Erster
Hilfe-Maßnahmen
naturwissenschaftliche
Experimente
lebensmittelchemische
Untersuchungen
technische Untersu-
chungen
Qualitätsuntersu-
chungen von Geräten,
Maschinen etc.
Produktbeurteilung
Ernährungsgewohn-
heiten
Stressbewältigung
Lebensgeschichte/
Biografie
Nutzung von Medien
Meinungsforschung

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14 |
2.1.5 Literatur-/Quellenrecherche und -beurteilung
Angesichts der Fülle der vielen ungefilterten und unredigierten Informationen im öffentlichen
Raum stehen alle Beteiligten vor besonderen Herausforderungen. Daraus ergibt sich die Not-
wendigkeit einer strukturierten Arbeitsweise. Die Recherche und Auswertung von Quellen be-
gleitet den gesamten Arbeitsprozess der Fach-/Belegarbeit.
Zuerst gilt es, das angestrebte Thema zu überblicken. Nach dem üblichen individuellen Einstieg
in die Thematik über Internet-Suchmaschinen wie
Google
oder freie Online-Enzyklopädien
wie
Wikipedia
unterstützen insbesondere Quellen, die Zusammenfassungen anbieten. Allge-
mein zugängliche und von Nutzern beliebig erweiter- und veränderbare Portale stellen keine
wissenschaftliche Literaturquelle dar. Als Ausgangspunkt für eine Literaturrecherche können
sie jedoch nützlich sein. Zuverlässiger sind Lexika, Fachwörterbücher, Schul-/Lehrbücher, aber
auch eigene Unterrichtsaufzeichnungen. Hier finden sich wichtige Schlagwörter, Autoren und
Literaturhinweise, die eine weitere, detaillierte Recherche vereinfachen können. Dieses Prinzip
wird auch das „Schneeball-System“ genannt. Gleich eines Schneeballs, der den Berg hinabrollt
und dabei immer mehr an Substanz gewinnt, generieren sich aus einer Quelle zahlreiche neue,
indem an Schlagwörtern, Autoren und Quellenangaben angeknüpft und weitere Recherchear-
beit betrieben wird.
Quellen für die Informationsgewinnung können sein:
Bibliotheken und deren Kataloge
Interviews mit Fachpersonal
Internet
allgemeine Suchmaschinen, wie z. B.
Google
oder
DuckDuckGo
Metasuchmaschinen, welche Ergebnisse clustern, wie z. B.
MetaGer
oder
Yippy
auf wissenschaftliche Inhalte spezialisierte Suchmaschinen, wie z. B.
Google Scholar
oder
Base
Datenbanken - Nutzung wissenschaftlicher Datenbanken über den kooperativen Service
Datenbank-Infosystem (DBIS)
(siehe Abbildung 3)
Abbildung 3: DBIS der SLUB Dresden
16
V 9: Auswahl an Datenbanken
Literatur-/
Quellenrecherche
in der Vorbereitung
Informationsquellen
16
2.1.5 Literatur-/Quellenrecherche und -beurteilung
Angesichts der Fülle der vielen ungefilterten und unredigierten Informationen im
öffentlichen Raum stehen alle Beteiligten vor besonderen Herausforderungen.
Daraus ergibt sich die Notwendigkeit einer strukturierten Arbeitsweise. Die Re-
cherche und Auswertung von Quellen begleitet den gesamten Arbeitsprozess der
Fach-/Belegarbeit.
Zuerst gilt es, das angestrebte Thema zu überblicken. Nach dem üblichen indivi-
duellen Einstieg in die Thematik über Internet-Suchmaschinen wie
Google
oder
freie Online-Enzyklopädien wie
Wikipedia
unterstützen insbesondere Quellen, die
Zusammenfassungen anbieten. Allgemein zugängliche und von Nutzern beliebig
erweiter- und veränderbare Portale stellen keine wissenschaftliche Literaturquelle
dar. Als Ausgangspunkt für eine Literaturrecherche können sie jedoch nützlich
sein. Zuverlässiger sind Lexika, Fachwörterbücher, Schul-/Lehrbücher, aber auch
eigene Unterrichtsaufzeichnungen. Hier finden sich wichtige Schlagwörter, Auto-
ren und Literaturhinweise, die eine weitere, detaillierte Recherche vereinfachen
können. Dieses Prinzip wird auch das
„Schneeball-System“
genannt. Gleich ei-
nes Schneeballs, der den Berg hinabrollt und dabei immer mehr an Substanz
gewinnt, generieren sich aus einer Quelle zahlreiche neue, indem an Schlagwör-
tern, Autoren und Quellenangaben angeknüpft und weitere Recherchearbeit be-
trieben wird.
Quellen für die Informationsgewinnung können sein:
Bibliotheken und deren Kataloge
Interviews mit Fachpersonal
Internet
- allgemeine Suchmaschinen, wie z. B.
Google
oder
DuckDuckGo
- Metasuchmaschine, welche Ergebnisse clustern wie z. B.
MetaGer
oder
Yippy
auf wissenschaftliche Inhalte spezialisierte Suchmaschinen wie z. B.
Google
Scholar
oder
Base
Datenbanken - Nutzung wissenschaftlicher Datenbanken über den kooperati-
ven Service
Datenbank-Infosystem (DBIS)
(siehe Abbildung 3)
Abbildung 3: DBIS der SLUB Dresden
16
16
CC-BY, SLUB Dresden: Datenbank-Infosystem (DBIS). Hinweise zur Benutzung des Datenban-
ken-Infosystem. URL:
http://rzblx10.uni-regensburg.de/dbinfo/index.php?bib_id=slub&colors-
=31&ocolors=40&ref=hinweis;
http://rzblx10.uni-regensburg.de/
dbinfo/index.php?bib_id=-
slub&colors=31&ocolors=40&ref=hinweis#recherchefunktionen [letzter Zugriff am 27.04.2018].
Die Veröffentlichung der Abbildung erfolgt mit freundlicher Genehmigung der SLUB Dresden und
UB Regensburg.
Literatur-/
Quellenrecher-
che in der
Vorbereitung
Informations-
quellen
Zugangsart über
DBIS mittels
„Ampelsystem“
1
16
CC-BY, SLUB Dresden: Datenbank-Infosystem (DBIS). Hinweise zur Benutzung des Datenbanken-Infosystem.
URL:
http://rzblx10.uni-regensburg.de/dbinfo/index.php?bib_id=slub&colors¬=31&ocolors=40&ref=hinweis;
http://rzblx10.uni-regensburg.de/dbinfo/index.php?bib_id=¬slub&colors=31&ocolors=40&ref=hinweis#recherche-
funktionen [letzter Zugriff am 27.04.2018].
Die Veröffentlichung der Abbildung erfolgt mit freundlicher Genehmigung der SLUB Dresden und UB Regensburg.

image
| 15
Quellen-
beurteilung
Tipp:
Exzerpieren
1
17
Theisen, Manuel René (2006): ABC des wissenschaftlichen Arbeitens. Erfolgreich in Schule, Studium und Beruf.
München: Beck im dtv Deutscher Taschenbuch Verlag, S. 107.
Das recherchierte Informationsmaterial muss hinsichtlich seiner Brauchbarkeit für die eigene
wissenschaftliche Arbeit beurteilt werden. Dabei helfen nachstehende Fragestellungen.
Nach folgendem Fragekatalog können Quellen auf ihre Zuverlässigkeit geprüft werden:
Sind die Informationen nachprüfbar; d. h. sind Quellen genannt?
Wird der Autor genannt? (weitere Recherche zur Vertrauenswürdigkeit
empfehlenswert: Beruf/Tätigkeit des Autors; weitere Publikationen)
Wird Wissenschafts- statt Alltagssprache verwendet?
Werden klare und eindeutige Formulierungen/Definitionen verwendet?
Wird das Thema sachlich und objektiv behandelt?
Wahrt der Autor eine kritische Distanz zur eigenen Arbeit? (z. B. Selbstkritik)
Wichtig ist, den eigenen kritischen Blick zu wahren und möglichst zum Ursprung der Informa-
tion vorzudringen. Aussagen können von anderen Autoren aus dem Zusammenhang gerissen
oder falsch wiedergegeben werden. Diese Fehler in die eigene Arbeit zu übernehmen, würde eine
Fehlerkette fortsetzen. Erfüllt eine gefundene Quelle demnach nicht oben genannte Kriterien,
kann sie immer noch für die eigene Überblicksarbeit verwendet werden, aber nicht für die Stüt-
zung von Argumenten innerhalb der eigenen wissenschaftlichen Arbeit. Hier müssen Thesen und
Argumente eindeutig auf den Urheber zurückgeführt werden. Je seriöser die Quellenlage, desto
besser die eigene Arbeit.
Weitere Internetauftritte von Behörden können für die Recherche hilfreich sein:
Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)
zahlreiche (oft kostenlose) Publikationen zu
politischen und gesellschaftlichen Themen
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
diverse (oft kostenfreie) Publikationen
zu gesundheitlichen Themen
Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz
verschiedene Gesetze und Verordnungen
Statistisches Bundesamt/Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen
vielfältige
Statistiken und Publikationen
Veröffentlichungen weiterer Kommunen, Landes- und Bundesministerien
Eine Möglichkeit, die ermittelten Quellen auszuwerten, ist das Exzerpieren. Diese Methode
ist im Gegensatz zu Kopieren und Downloaden aufwendig, aber „[...] zwingt zur
kritischen Lektüre und Erarbeitung der wesentlichen Gedanken eines Autors.“
17
Es können einerseits direkte Zitate mit vollständiger bibliografischer Angabe gesammelt und
anderseits wesentliche Kernaussagen des Gelesenen unter der Berücksichtigung der zentralen
Fragestellung bzw. These notiert werden. Auch hier sind die exakten Quellenangaben des Ma-
terials hinzuzufügen, um die Übersicht zu behalten.
V 10: Aufbau eines Exzerpts

16 |
2.2 Durchführung
2.2.1 Schreibprozess
Für ein gelingendes, kontinuierliches und stressminimiertes Anfertigen einer wissenschaftlichen
Arbeit ist ein optimales Zeitmanagement enorm wichtig. Beispielhaft wird hier die ALPEN-Methode
nach
VOSS
18
vorgestellt.
Abbildung 4: ALPEN-Methode
19
Der Schreibprozess ist ein wesentliches Element der Durchführung und beinhaltet zusätzlich Aufgaben
der Vorbereitung sowie den Prozess der Reflexion. Die entsprechenden Zeiträume sind einzuplanen.
Tabelle 3: Beispiel für einen sechsmonatigen Arbeits- und Zeitplan
20
Phase
Aufgaben
Dauer in
Wochen
Vorbereiten
allgemeine Literatur- und Materialrecherche
Sichten und Ordnen des Materials
Themenfindung
Wahl des schulischen Betreuers und ggf. Suche eines außer-
schulischen Kooperationspartners
ca. 3
Formulierung eines Arbeitstitels
Erstellen einer Arbeitsgliederung
Festlegen des methodischen Vorgehens, wie z. B. theoretische
und empirische Arbeitsmethoden
ca. 3
Zeitmanagement
Arbeits- und
Zeitplan
1
18
Vgl. Voss (2017), S. 53. Die Veröffentlichung der Abbildung in der durch das LaSuB-STOR bearbeiteten Form erfolgt
mit freundlicher Genehmigung des Autors.
19
Vgl. ebd., S. 53 - 57.
20
Vgl. Bänsch, Axel; Alewell, Dorothea (2009): Wissenschaftliches Arbeiten. 10., verbesserte und erweiterte Auflage,
München: Oldenbourg Verlag, S. 43.
Aufgabe
notieren
Länge
schätzen
Pufferzeiten
berücksichtigen
Entscheidungen
fällen
Nachkontrolle
• To-do-
Liste
anfertigen
• Unter-
stützung
durch
Betreu-
ungslehrer
• persön-
lichen
Zeitplan
aufstellen
• Zeitauf-
wand für
jeweilige
Aufgaben
großzügig
einschät-
zen
• für einzelne
Arbeits-
schritte
Pufferzeit
für un-
vorher-
gesehene
Probleme
einplanen
• Aufgaben wie
Themen-
findung,
Literatur-
recherche,
Schreib-
prozess,
Abgabe nach
Dringlichkeit
sortieren
und zeitlich
strukturieren
• eigenes
Arbeitstempo,
Leistungsfä-
higkeit am
Tag sowie
Pausen be-
rücksichtigen
• Kontrolle
der eigenen
Planung
• ggf. Arbeits-
plan anpas-
sen
• gesetzte Ter-
mine respek-
tieren und
abschließen

image
image
| 17
1
21
Vgl. Beck, Barbara; Lübeck, Anja (2016): Wissenschaftliches Arbeiten am Beispiel der Facharbeit in der gymnasialen Oberstufe.
Eine Handreichung für Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler. Beiträge zur Schulentwicklung. Münster:
Waxmann Verlag, S. 17.
22
Vgl. Krampen, Günter (2016): Vom Aktiv zum Passiv? Ich-Tabu oder Selbstdarstellung in wissenschaftlichen Texten.
In: Forschung & Lehre, Jahrgang 2016, Heft 5, S. 224 - 226.
Durchführen
weitere gezielte Literatur- und Materialrecherche/Literaturanalyse
Realisieren des Eigenanteils
Schreiben der Erstfassung mit parallelem Lesen von Literatur
Anpassen der Gliederung
ca. 12
Überarbeiten und Erstellen der vorläufigen Endfassung
Eigenkorrektur
ca. 4
Korrekturlesen durch Dritte
Korrekturen einarbeiten
Überarbeiten von Abbildungen, Verzeichnissen etc.
Reinschrift und abschließender Ausdruck
Heften oder ggf. Binden der Arbeit
Digitalisieren und Abgabe
ca. 2
Bei der Erstellung des individuellen Arbeits- und Zeitplanes sollte der betreuende Fachlehrer
unterstützend wirken. Dieses Instrument ist in das Portfolio aufzunehmen. In weiteren Konsul-
tationen ist der Arbeitsfortschritt des Schülers mit seinem Zeitplan abzugleichen. Bei größeren
Abweichungen ist der Zeitplan dem realistischen Arbeitsstand anzupassen oder der Schüler ist
aufzufordern, die Zeitlimits konsequent einzuhalten (siehe Abbildung 4: Phase Nachkontrolle
ALPEN-Methode).
D 1: Formblatt für einen individuellen Arbeits- und Zeitplan
Der Schüler kann ein Fach-/Belegarbeitsportfolio anlegen. In diesem sammelt er alle
Notizen und recherchierten Materialien, wie z. B. Fachtexte, wissenschaftliche Artikel,
Exzerpte, Checklisten etc. Die Arbeit mit dem Portfolio bietet die Chance zur
prozessorientierten Betreuung und Bewertung.
A 4: Selbst- und Fremdeinschätzung des Arbeitsverhaltens
Mangelhafte oder falsche Literatur- und Materialrecherchen, fachliche Unklarheiten, ungenaue
Frage- und Zielstellungen, Schwierigkeiten im Formulieren des Fachtextes für die Fach-/Belegarbeit
sowie zu hohe persönliche Erwartungen können den Schreibprozess hemmen bzw. blockieren. Solche
Schreibblockaden sollten frühzeitig in den Konsultationen kommuniziert werden.
21
Im Gespräch mit
dem betreuenden Fachlehrer ist es hilfreich, die Ursache dafür zu analysieren. Für diese unvorherseh-
baren Probleme sind die oben genannten Pufferzeiten nach der ALPEN-Methode sinnvoll.
Um Schreibblockaden vorzubeugen oder aufzulösen, sei hier auf die Unterstützungsangebote
des Materialkoffers hingewiesen.
Für die zielgerichtete Durchführung des Schreibprozesses sind neben schul- und fachrich-
tungsspezifischen auch formale Vorgaben zu beachten. Konkrete Ausführungen dazu sind
im Abschnitt 2.2.2 zu finden. An dieser Stelle soll kurz auf den aktuellen Diskurs zur Wissen-
schaftssprache eingegangen werden.
Formulierungen in wissenschaftlichen Texten unterliegen Veränderungen. In Abhängigkeit der
Fachwissenschaften sind aktive und passive Darstellungsformen in der Sprache zulässig.
Zunehmend wird eine Verschiebung zur aktiven „Ich-Form“ festgestellt. Hierbei ist das richtige
Maß zwischen aktiver und passiver Formulierung zu finden.
22
Tipp:
Portfolio
Schreibblockaden
Aktiv oder Passiv?

image
18 |
Wissenschaftliches
Schreiben
Vorsicht Plagiat
Tipp:
Plagiat vermeiden
1
23
Vgl. Noll, Maria; Vode, Dzifa (2016): Wissenschaftliche Sprache. Handout. Technische Hochschule Nürnberg.
URL:
https://www.th-nuernberg.de/fileadmin/abteilungen/sll/Dokumente/Schreibzentrum/Handouts/161214_
Wissenschaftliche_Sprache.pdf [letzter Zugriff am 27.05.2018].
24
gemäß § 17 Abs. 2 FOSO vom 27. Februar 2017 i. d. j. g. F.
25
gemäß § 22 Abs. 1 BGySO vom 10. November 1998 i. d. j. g. F.
Empfehlungen:
aktive Form (Ich-Form): z. B. in der Einleitung, im Schlussteil nutzen
Einbindung von persönlichen Erfahrungen, Gefühlen, Erläuterungen zum Entstehen des
Themas, Darstellen und Beurteilen der eigenen Untersuchungsergebnisse, Bilden eigener
Wertungen, Reflektieren des eigenen Handelns, methodischen Vorgehens und Eigenanteils
passive Formulierung: z. B. im Hauptteil verwenden
Darstellung von allgemeingültigen Standpunkten/Ansichten, Bezug auf Studien
oder empirische Daten, Wahrung der Objektivität einer Aussage bzw. wissenschaft-
lichen Theorie (Gefahr der Datenfälschung, Plagiat!)
Grundsätze der Wissenschaftssprache
23
Alle wissenschaftlichen Schriften dienen der Kommunikation zwischen Experten und richten
sich folglich an Leser mit Vorwissen. Deshalb sollte ein fachlich höheres Niveau als in der Stan-
dardsprache angestrebt werden. Um ein hohes Textverständnis bei der Leserschaft zu erreichen,
sollte der Text folgende Eigenschaften besitzen:
sachbezogen, belegt, neutral
präzise und eindeutig
kurz und prägnant
formal
D 2: Wissenschaftliche Sprache nach
NOLL und VODE
Bei Verdacht auf ein
Plagiat wird in einem vertrauensvollen Gespräch zwischen dem
betreuenden Fachlehrer und dem Schüler geklärt, wie der Schüler seine Arbeit erstellt hat. Dabei
sollte das Prinzip des pädagogischen Forderns und Förderns je nach individueller Ausprägung des
Plagiierens zur Anwendung kommen.
Verstöße dieser Art bewirken einen Abzug in der Bewertung/von Bewertungseinheiten oder die
Rückgabe der Arbeit. Bei wissentlich fehlenden Angaben handelt es sich um Betrug. In diesem
Fall und bei mehrheitlichem Auftreten erfolgt die Beurteilung der Leistung mit „ungenügend“.
24, 25
Maßnahmen zur Vermeidung von Plagiaten:
alle Rechercheergebnisse sofort mit vollständiger bibliografischer Angabe versehen
direkt während des Schreibens (nach den Vorschriften der Schule) zitieren
Zusammenfassungen oder
Exzerpte zu einzelnen Werken mit Literaturangaben,
die wieder auffindbar sein müssen, anfertigen
den roten Faden bzw. die eigenständige Argumentation bei der Auswahl und
Zusammenstellung der Literatur beachten

image
| 19
Titelblatt
Inhaltsverzeichnis/
Gliederung
2.2.2 Aufbau und Form
a) Aufbau
Die Fach-/Belegarbeit sollte folgende Bestandteile beinhalten:
Titelblatt
Das Titelblatt enthält keine Seitenzahl.
D 3: Beispiel für ein Titelblatt
ggf. Vorbemerkungen
Die Vorbemerkungen umfassen maximal eine Seite, die u. a. für eine Danksagung an den außer-
schulischen Betreuer oder für die Erläuterung besonderer Schwierigkeiten bei der Umsetzung
des gewählten Themas genutzt werden kann. Sie erhalten keine Klassifikationsnummer im
Inhaltsverzeichnis. In der Fach-/Belegarbeit ist das Verfassen einer Vorbemerkung aufgrund
des Umfanges nicht zwingend notwendig.
Inhaltsverzeichnis/Gliederung
Das Inhaltsverzeichnis muss alle wesentlichen Elemente der Arbeit mit Seitenangabe enthalten.
Es kann z. B. in Form einer „Dezimalklassifikation“ (siehe Abbildung 5) erstellt werden:
Abbildung 5: Beispiel für eine Gliederung mit Dezimalklassifikation
Dezimalklassifikation
linksbündig
Seite
1
Einleitung
2
Kapitelüberschrift
2.1
Abschnittsüberschrift
2.2
Abschnittsüberschrift
2.2.1
Unterabschnittsüberschrift
2.2.2
Unterabschnittsüberschrift
2.2.3
3
Kapitelüberschrift
3.1
Abschnittsüberschrift
3.2
Abschnittsüberschrift
3.2.1
Unterabschnittsüberschrift
3.2.2
Unterabschnittsüberschrift
3.2.3
4
Fazit
5
Quellenverzeichnis
6
Literaturverzeichnis
7
Anlagenverzeichnis
8
Selbstständigkeitserklärung

image
20 |
Das gewählte Gliederungssystem ist einheitlich anzuwenden. Die Gliederungsunterpunkte (z. B.
2.1 und 2.2.1) können eingerückt werden, um die Gewichtung der Kapitel und Abschnitte zu ver-
deutlichen. In Anbetracht des begrenzten Umfanges für die Fach-/Belegarbeit sollte eine zu starke
Untergliederung eines Kapitels vermieden werden. Wenn ein Kapitel oder Abschnitt untergliedert
wird, müssen mindestens zwei Unterpunkte erscheinen (z. B. 2.1 und 2.2 bzw. 2.2.1 und 2.2.2).
Die Überschriften sind inhaltsbezogen und kurz zu formulieren. Die im Inhaltsverzeichnis rechts-
bündig angegebene Seitenzahl muss mit der im laufenden Text der Fach-/Belegarbeit überein-
stimmen. Alle notwendigen Verzeichnisse und Anlagen sind ebenfalls anzugeben.
D 4: Checkliste für ein Inhaltsverzeichnis/eine Gliederung
Ausführungen
Die Ausführungen bestehen aus drei unterschiedlich umfangreichen Hauptabschnitten:
einer Einleitung, einem Haupt- und einem Schlussteil. Insgesamt sollten diese in der Beleg-
arbeit (BGY) höchstens zehn
26
und in der Facharbeit (FOS) mindestens zehn bis maximal 15
Seiten
27
umfassen.
Die
Einleitung
führt in das Thema ein.
beschreibt das Problem.
begründet kurz die Relevanz der Fragestellung(en) oder These.
grenzt das eigene Thema von anderen ab.
benennt die methodische Vorgehensweise (theoretisch, wie z. B. quellenbasiert, biografisch,
historisch, statistisch oder empirisch, wie z. B. Beobachtungen, Befragungen, Experimente).
gibt einen Überblick über die Gliederung der Arbeit.
Der Anteil sollte nicht mehr als 10 Prozent des Gesamttextes überschreiten. Die einleitenden Aus-
führungen sollten sich inhaltlich von den Vorbemerkungen, die ggf. die Arbeit eröffnen, abgrenzen.
Der
Hauptteil
spiegelt deutlich den Eigenanteil wider.
gliedert die Ausführungen in Abschnitte nach inhaltlichen und logischen Gesichtspunkten.
berücksichtigt Begriffsdefinitionen, um ein einheitliches Verständnis in der Fachsprache zu schaffen.
umfasst die strukturierte inhaltliche Bearbeitung der zentralen Fragestellung oder These.
erläutert fachliche Grundlagen und/oder Theorien, die für die Fach-/Belegarbeit notwendig sind.
erläutert die methodische Vorgehensweise.
stellt die Ergebnisse und Erkenntnisse zur Beantwortung der Fragestellung oder zur
Bestätigung/Widerlegung der These dar.
Der
Schlussteil (auch Fazit)
rundet die schriftliche Arbeit inhaltlich ab.
fasst relevante Aussagen in Bezug auf die zentrale Fragestellung oder These zusammen.
bewertet die Ergebnisse.
gewichtet die Erkenntnisse und
gibt ggf. einen Ausblick auf weiterführende oder neue Fragestellungen.
Der Schlussteil sollte sich auf ca. 10 Prozent des Gesamttextes beschränken.
Quellenverzeichnis
Alle im Text verwendeten direkten und indirekten Zitate werden durch eine vollständige biblio-
grafische Angabe der Quelle und der jeweils zitierten Seite nachgewiesen.
Einleitung
Hauptteil
Schlussteil/Fazit
Quellenverzeichnis
1
26
gemäß § 16 Abs. 6 BGySO vom 10. November 1998 i. d. j. g. F.
27
gemäß § 14 Abs. 1 FOSO vom 27. Februar 2017 i. d. j. g. F.

image
image
| 21
Literatur-
verzeichnis
Anlagenver-
zeichnis/Anhang
Tabellen- und Ab-
bildungsverzeichnis
Selbstständigkeits-
erklärung
Unter Quellen werden hier neben Texten aus der Literatur weitere Quellen, wie z. B. Bilddateien,
Fotos, Plakate, Audio-CDs, Schallplatten, DVD-Videos, Filmdateien im Internet verstanden.
28
Bei ei-
ner Fach-/Belegarbeit ist ein Quellenverzeichnis bei einer Fülle an Quellen i. d. R. empfehlenswert.
Literaturverzeichnis
Wurden vorrangig Texte aus Literaturquellen, die von Verlagen, Organisationen und Institutionen in
gedruckter oder elektronischer Form veröffentlicht wurden, wie z. B. Fachbücher, Artikel aus Zeit-
schriften, Aufsätze und Online-Dokumente verwendet, ist ein Literaturverzeichnis ausreichend.
29
Hier werden die Quellen mit der vollständigen bibliografischen Angabe aufgeführt. Grundsätzlich
sind die Einheitlichkeit, Übersichtlichkeit und die Vollständigkeit der Angaben von Bedeutung.
Im Literaturverzeichnis werden
alle
für das Erstellen der Fach-/Belegarbeit genutzten Materialien
in alphabetischer Reihenfolge beginnend mit dem (ersten) Nachnamen des Verfassers aufgelistet.
Wurde auf mehrere Titel eines Autors zurückgegriffen, so sind sie in zeitlich aufsteigender Rei-
henfolge aufzulisten. Weitere Besonderheiten sind im Abschnitt 2.2.4 Bibliografieren aufgeführt.
Zur besseren Übersichtlichkeit kann das Verzeichnis nach Quellenarten untergliedert werden. Bei
umfänglicher Verwendung von Quellen können Literaturverwaltungsprogramme genutzt werden.
Anlagenverzeichnis/Anhang
Die Anlagen umfassen ergänzende Materialien und Dokumente, z. B. größere Abbildungen, statistische
Daten, die zum Verständnis wichtig sind, aber im Textteil stören würden. In den Ausführungen muss
auf die Anlagen Bezug genommen werden. Jede Anlage ist mit einer Überschrift zu versehen. Werden
mehrere Anlagen erstellt, sind sie fortlaufend zu nummerieren: Anlage 1, Anlage 2 etc. Ihnen wird ein
Anlagenverzeichnis vorangestellt. Besteht die Anlage aus mehreren Seiten, sind sie zu nummerieren.
Beispiele für mögliche Anhänge:
Gesetzestexte
Versuchsanleitungen bei Experimenten
Tabellen zur Angebots-/Projektplanung
transkribierte Interviews (anonymisiert)
Beobachtungsprotokolle (blanko)
Fragebogen (blanko)
Darstellungen, Abbildungen, Diagramme
umfangreiches statistisches Material
Fotos
D 5: Beispiel für ein Anlagenverzeichnis
ggf. Abkürzungsverzeichnis
Zusätzlich kann ein Abkürzungsverzeichnis erstellt werden. Darin sind alle in der Arbeit vor-
kommenden Abkürzungen zu erklären.
ggf. Tabellen- und Abbildungsverzeichnis
Bei Verwendung von Abbildungen und Tabellen ist ein Tabellen- und Abbildungsverzeichnis anzufügen.
Selbstständigkeitserklärung
Die Selbstständigkeitserklärung ist als Pflichtbestandteil jeder wissenschaftlichen Arbeit
zu unterschreiben.
Formularservice F 3: Selbstständigkeitserklärung
1
28
Vgl. Schultka, Holger (2011): Literaturverzeichnis – Bibliographische Beschreibung – Zitat – Quellenverzeichnis. Merk-
und Arbeitshilfe (Stand: 15.03.2011), S. 8. URL:
https://www.uni-erfurt.de/fileadmin/user-docs/bibliothekspaedagogik/
Texte/Handout_Zitieren.pdf. [letzter Zugriff am 19.06.2018].
29
Ebd.

22 |
b) Form
Bei der Gestaltung der Fach-/Belegarbeit ist folgende Form einzuhalten:
Format: DIN A 4, unlinierte Blätter, einseitig mit Computer beschrieben und gedruckt
Ausrichtung: linksbündig oder Blocksatz; automatische Silbentrennung
Schriftarten/Schriftgröße: Arial 11 Pt., Times New Roman 12 Pt., Fußnote 9 Pt.
Zeilenabstand: 1,5 Zeilen
Rand: links 2,5 cm; rechts 2,0 cm; oben 2,0 cm; unten 2,0 cm
Seitennummerierung: beginnend mit der Einleitung
Abbildungen/Tabellen nummerieren und sinnvoll in den Textfluss integrieren
(Abbildung: Unterschrift/Tabelle: Überschrift)
Für die Gestaltung des Textbildes wird folgende Form empfohlen:
vor Überschriften zwei Leerzeilen
nach Überschriften eine Leerzeile
zwischen den Absätzen eine Leerzeile
2.2.3 Zitieren
Die Grundfunktion des Zitates in wissenschaftlichen Arbeiten besteht darin, eigene Überlegungen
wissenschaftlich abzusichern und Bezüge innerhalb der wissenschaftlichen Diskurse herzustellen.
Um eigene und fremde Gedankengänge nachvollziehbar zu machen, werden direkte und indirekte
Zitate im Text gekennzeichnet.
a) Direktes Zitieren
Eine Textstelle wird wörtlich zitiert, wenn
ein Autor einen für die Arbeit grundlegenden Gedanken trefflich formuliert hat,
eine Textpassage im Ablauf der Fach-/Belegarbeit interpretiert und kommentiert werden soll,
eine Textpassage als überzeugender Beleg eigener Behauptungen herangezogen werden kann,
Fachbegriffe und Definitionen zweckmäßig übernommen werden sollen und/oder
eine gegensätzliche Position zur Autorenmeinung dargestellt werden soll, ausgehend von
der direkt zitierten Textpassage.
30
Direkte Zitate werden durch Anführungszeichen markiert.
„Seit Einführung der allgemeinen Schulpflicht kann jeder in Europa schreiben. Also kann er
auch wissenschaftlich arbeiten.“ (Theisen 2013, S. 281
)
Ein Zitat innerhalb eines Zitats erhält halbe (einfache) Anführungszeichen. Nach dem direkten
Zitat folgt die Quellenangabe.
„Das 20. Jahrhundert kann man aus unterschiedlichen Gründen als ‚Jahrhundert der Jugend‘
bezeichnen.“ (Sander 2000, S. 1)
Auslassungen durch den Zitierenden sind durch eckige Klammern [...] zu kennzeichnen.
„Seit Einführung der allgemeinen Schulpflicht kann jeder […] schreiben.“ (Theisen 2013, S. 281
)
Form- und
Textgestaltung
Zitieren im
laufenden Text
Direktes Zitieren
Zitat im Zitat
Auslassungen
im Zitat
1
30
Vgl. Bünting, Karl-Dieter; Bitterlich, Axel; Pospiech, Ulrike (2000): Schreiben im Studium: mit Erfolg. Ein Leitfaden.
Berlin: Cornelsen, S. 69 - 72.

| 23
Ergänzende
Hinweise im Zitat
Zitat am Satzende
Zitat mit einge-
schobenem Satz
Zitat mit Fehler
Eingefügte Zitate
im eigenen Text
Indirektes Zitieren
Jedoch dürfen Zitate nicht aus dem Zusammenhang gerissen oder in ihrem Sinn entstellt werden.
„Seit Einführung der allgemeinen Schulpflicht kann jeder in Europa […] arbeiten.“
(Theisen 2013, S. 281)
Unklarheiten innerhalb des Zitats, wie z. B. fehlende Bezüge zu zitierten Personen, Überset-
zungen o. Ä., werden durch entsprechende Hinweise in eckiger Klammer dargelegt und mit den
Initialen des Verfassers gekennzeichnet.
„Seit Einführung der allgemeinen Schulpflicht [im Jahr 1717; Anmerkung ...] kann jeder in
Europa schreiben. Also kann er auch wissenschaftlich arbeiten.“ (Theisen 2013, S. 281)
Folgt das Zitat am Satzende, muss das Satzzeichen nicht erneut gesetzt werden.
Sokrates sagte: „Ich weiß, dass ich nichts weiß.“
Der Autor fragt: „Welche Ziele verfolgt die Wissenschaft?“
ABER: Fragt Sokrates „Ich weiß, dass ich nichts weiß.“?
Ein eingeschobener Satz wird in Kommas geschlossen.
„Seit Einführung der allgemeinen Schulpflicht“, so Manuel René Theisen (2013, S. 281),
„kann jeder in Europa schreiben. Also kann er auch wissenschaftlich arbeiten.“
Literaturangabe entfällt
Das Zitat muss im exakten Wortlaut übernommen werden. Auch offenkundige Fehler (z. B. Recht-
schreibfehler) sind zu übernehmen. Sie können mit [!] oder [sic] angezeigt werden.
„Seit Einführung der allgemeinen Schulflicht [sic] kann jeder in Europa schreiben. Also
kann er auch wissenschaftlich arbeiten.“ (Theisen 2013, S. 281)
Wird ein Zitat in den eigenen Text eingefügt, muss es in der Grammatik und/oder Syntax
angepasst werden. Diese Veränderungen werden in eckigen Klammern angegeben.
Theisen meint dazu, dass „seit Einführung der allgemeinen Schulpflicht jeder in Europa
schreiben [kann]. Also kann er auch wissenschaftlich arbeiten.“ (Theisen 2013, S. 281)
b) Indirektes Zitieren
Die sinngemäße bzw. indirekte Wiedergabe von Aussagen kann in mehreren Sätzen ausge-
drückt werden. Dies wird als globales Zitieren bzw. Paraphrasieren bezeichnet und muss
ebenfalls am Ende des Abschnittes mit der entsprechenden Literaturangabe gekennzeichnet
werden.
Beim indirekten Zitieren wird fremdes Gedankengut nicht wörtlich, sondern sinngemäß über-
nommen. Dieses wird durch die Wiedergabe im Konjunktiv I, der indirekten Rede, verdeutlicht.
Auch hier muss ein Literaturnachweis geführt werden, denn es handelt sich um fremdes
Gedankengut.
Laut Theisen könne jeder nach der Einführung der Schulpflicht in Europa schreiben und
daher auch wissenschaftlich arbeiten. (Vgl. Theisen 2013, S. 281)
Da wie oben bereits erwähnt nur sinngemäß zitiert wird, steht vor der Zitatangabe die Ab-
kürzung
Vgl.
für „Vergleiche“. Sowohl bei der ausführlichen Literaturangabe in der Fußnote
als auch beim Kurzbeleg im Fließtext (siehe oben).
Vgl. Theisen, Manuel René (2013): Wissenschaftliches Arbeiten. Erfolgreich bei
Bachelor- und Masterarbeit. 16. Auflage, München: Franz Vahlen, S. 281.

24 |
Zitiersysteme
Es gibt unterschiedliche Zitiersysteme. Zu Beginn der Arbeit muss ein Zitiersystem gewählt und
im Verlauf der Arbeit kontinuierlich angewandt werden.
a) Zitieren in Fußnoten
Fußnoten können in Textverarbeitungsprogrammen durch Tastenkombinationen erstellt werden.
Bei der ersten Nennung ist die literarische Quelle ausführlich wie unter 2.2.3 beschrieben
anzugeben. Bei der zweiten Nennung darf
verkürzt
wiedergegeben werden.
Verkürzte Schreibweise: Nachname (Jahr), Seite.
1
Jeßing (2003), S. 141.
Beziehen sich die Literaturangaben hintereinander mehrmals auf das gleiche Werk, ist eine
verkürzte Schreibweise mit
Ebd.
für „Ebenda“ möglich. Bei veränderter Seitenzahl muss diese
angepasst werden.
1
Jeßing (2003), S. 141.
2
Ebd.
3
Ebd., S. 154.
Wurde indirekt zitiert, ist vor die Literaturangabe
Vgl.
für „Vergleiche“ zu schreiben.
1
Vgl. Jeßing (2003), S. 141.
Jede Literaturangabe beginnt mit einem
Großbuchstaben
. Alle Angaben werden mit einem
Punkt abgeschlossen.
b) Zitieren im Fließtext
Die Literaturangabe im Text erfolgt durch eine verkürzte Schreibweise in Klammern: (Nach-
name des Autors, Jahr und Seite) beim direkten Zitieren oder (Vgl. Nachname des Autors,
Jahr, Seite) beim indirekten Zitieren.
Mit gesichtsbedrohend meint SACHWEH jene Gesprächsverhaltensweisen des Pflegepersonals,
die „den Bewohnern nicht den Status eines Kindes zuschreiben.“ (Sachweh 2003, S. 156)
c) Sonstige Regelungen
Bezieht sich eine Zitatangabe nicht nur auf eine Seite, sondern geht darüber hinaus, wird
dies mit Angabe der ersten Seitenzahl sowie
f.
für „folgende“ abgekürzt. Bei mehr als zwei
Seiten werden die erste und letzte der betreffenden Seiten angegeben (von - bis).
Der Nachweis erfolgt auf der gleichen Seite wie das direkte oder indirekte Zitat. Das ent-
bindet nicht von der Pflicht, alle verwendete Literatur in einem Verzeichnis zusammen-
gefasst anzuführen.
Zitiersysteme
Kurzbeleg
Angabe gleicher
Werke
Indirektes Zitieren
Harvard-System
Sonstige
Regelungen

| 25
Quellen- und
Literaturverzeichnis
Tipp:
Umgang mit
Literatur- und
Quellenangaben
Quellenangaben in
Verzeichnissen
Bücher mit einem
oder mehreren
Autoren
Sammelwerke,
Handbücher,
Lexika o. Ä.
2.2.4 Bibliografieren
Ein Quellenverzeichnis umfasst sämtliches genutztes Material, d. h. Diagramme, Bilder, Texte,
Software etc. Ein Literaturverzeichnis dagegen listet verwendete Bücher, Zeitschriften und
Artikel auf. Hierbei werden Primär- und Sekundärliteratur unterschieden.
Primärliteratur sind Originalschriften des Verfassers. Sekundärliteratur umfasst alle Fach- und
Sachbücher, die sich mit Primärliteratur auseinandersetzen. Beispielsweise zählen Studien zur
Primärliteratur. Populärwissenschaftliche Sachbücher, die sich mit den Studienergebnissen aus-
einandersetzen, sind dagegen Sekundärliteratur.
Genutzte Literatur bzw. Quellen werden im Verzeichnis nach Rubriken geordnet und alphabe-
tisch sortiert. Bei gleichem Nachnamen erfolgt die alphabetische Sortierung nach Vornamen, bei
identischem Nach- und Vornamen nach Erscheinungsjahr der Quelle.
Diese Form der Literatur-/Quellenangaben ist als Vorschlag zu betrachten. Selbst in
der Wissenschaft variieren die Angaben von Fakultät zu Fakultät erheblich. Aus
diesem Grund sei jeder Schule nahegelegt, sich auf einheitliche interne Vorgaben
zu verständigen. Die Grundlage bildet die aktuelle DIN.
Nachfolgende Angaben werden für das Erstellen eines Literatur- und Quellenverzeichnisses
empfohlen. Grundsätzlich gilt, dass jeder Eintrag in das Literatur- und Quellenverzeichnis mit
einem Großbuchstaben beginnt. Alle Einträge werden mit einem Punkt abgeschlossen.
Bücher mit einem oder mehreren Autoren
Nachname, Vorname (ggf. abgekürzt) des/der Autors/en (Erscheinungsjahr): Titel. Untertitel.
ggf. Auflagenziffer (Angabe ab 2. Auflage), Erscheinungsort: Verlag.
Jeßing, Benedikt (2003): Bibliographieren für Literaturwissenschaftler. Stuttgart: Reclam.
Bis zu drei
Autoren oder Herausgeber werden in der Literatur- bzw. Quellenangabe
aufgeführt; überschreitet ein Werk diese Anzahl, wird lediglich
ein
Autor/Herausgeber
genannt und auf die weiteren mit
et al.
, lat. et alii für „und andere“, verwiesen.
Friezen, Werner et al. (2008): deutsch.kompetent. Trainingsheft schriftliches Abitur.
Oberstufe. Stuttgart: Klett.
oder
Dieckerhoff, Willi; Friedrichs, Karl; Jung, Christoph u. a. (2015): Wirtschaftslehre für
höhere gewerbliche Vollzeitschulen technisch und gewerblich. 2. Auflage, Köln:
Bildungsverlag EINS.
Beiträge aus Sammelwerken, Handbüchern, Lexika, Nachschlagewerken o. Ä.
Es gibt einen Herausgeber und mehrere Autoren, die Einzelaufsätze in diesem Werk
verfasst haben.
Nachname, Vorname (ggf. abgekürzt) des Autors (Erscheinungsjahr): Titel. Untertitel. In:
Nachname, Vorname (ggf. abgekürzt) des Herausgebers des Gesamtwerkes (Hrsg.): Titel des
Gesamtwerkes. Untertitel. Anfangsseite bis Endseite des Artikels. Erscheinungsort: Verlag.
Walther, Sabine (2005): Sprechen als Pflegehandlung. In: Abt-Zegelin, Angelika;
Schnell, Martin W. (Hrsg.): Sprache und Pflege. Bern: Verlag Hans Huber, S. 51 - 55.

26 |
Beiträge in Zeitschriften oder vergleichbaren periodisch erscheinenden Veröffentlichungen
Nachname, Vorname (ggf. abgekürzt) vom/von Autor/en des Artikels (Erscheinungsjahr):
Titel. Untertitel des Artikels. In: Name der Zeitschrift, Jahrgangsnummer, Heftnummer,
Anfangs- bis Endseite des Artikels.
Wittmann, Alexandra; Biber, Jörg; Simmert, Hartmut Reinhard: Feedbacksysteme –
Nutzungsansätze für die Unterrichtsgestaltung und Aktivierung der Lernenden im
beruflichen Unterricht. In: Die berufsbildende Schule, 69. Jahrgang 2017, Heft 6, S. 225 - 231.
Artikel in Zeitungen
Nachname, Vorname (ggf. abgekürzt): Aufsatztitel. Untertitel. In: Name der Zeitung
Erscheinungsdatum. Nummer, Seitenzahl.
Günther, Alfred: Das moderne französische Drama. In: Dresdner Neueste Nachrichten vom
26.4.1913. Nr. 11, S. 2.
Internetseiten
Nachname, Vorname (ggf. abgekürzt) vom Autor (Erscheinungsjahr): Titel. Untertitel der
Internetseite. vollständige URL [Datum des letzten Zugriffs].
Das NETTZ (2017): Neue Lösungen für ein altes Problem. URL:
https://www.das-nettz.de/
neue-loesungen-fuer-ein-altes-problem [letzter Zugriff am 12.02.2018].
Standards/Regelwerke
Norminstitut (Ausgabejahr) Norm-Nr.: Titel der Norm: Untertitel. Erscheinungsort: Verlag,
Ausgabedatum.
Deutsches Institut für Normierung e.V. (2010) DIN EN 81346-1:2010-05: Industrielle
Systeme, Anlagen und Ausrüstungen und Industrieprodukte – Strukturierungsprinzipien
und Referenzkennzeichnung – Teil 1: Allgemeine Regeln. Berlin: Beuth, 00.05.2010.
Software
Name: Version.
Fortran H.: Extended Vers. 2.3. Computer-Software. White Plains, NY.: IBM.
Protokolle, eigene Aufzeichnungen
Mustermann, Hans, Leiter der Medienzentrale Berlin, in einem Interview am 03.11.2000,
nach Aufzeichnungen des Verfassers.
Schriften des sogenannten „grauen Marktes“ und der „grauen Literatur“
Darunter sind Merkblätter oder sonstige Broschüren zu verstehen, die oft keine Verfasser-,
Orts- oder Jahresangabe enthalten. Zur „grauen Literatur“ zählen Publikationen, die nicht
über den Buchhandel veröffentlicht wurden.
Landesamt für Schule und Bildung (Hrsg.) (o. J.): Webbasierte Unterstützungsangebote
für sächsische Lehrerinnen und Lehrer. Radebeul.
Zeitschriften
Zeitungen
Internetseiten
Standards/
Regelwerke
Software
Graue Literatur

| 27
Online-Videos
Apps
Interviews
Fotos,
Abbildungen,
Grafiken
Filme
Online-Videos
31
Namen oder Benutzernamen des Erstellers (nicht den des Betreibers des Channels)
soweit verfügbar, das Datum der Veröffentlichung
voller Titel des Videos und eine vollständige URL mit Datum des letzten Zugriffs
Plattform, die zur Publikation verwendet wurde
Nachname, Vorname (oder Herausgeber): Titel des Videos. In: Videoplattform [online].
Veröffentlichungsdatum. Online unter: vollständige URL [Datum des letzten Zugriffs].
SLUB Dresden: SLUBcast – Warum ist Zitieren notwendig?. In: YouTube [online]. 11.01.2018.
Online unter:
https://www.youtube.com/watch?v=VqSGteJT-tM
[letzter Zugriff am 28.05.2018].
Apps
32
Name des Rechteinhabers (Jahr). Name Software/Programm (Version-Nummer)
[Mobile application software]. Abgerufen von: vollständige URL [Datum des letzten Zugriffs].
Deutschlandradio (2018). Dlf Audiothek (Version 1.1.3) [Mobile application software]. Abgerufen
von: https://play.google.com/store/apps/details?id=de.deutschlandfunk.lfaudiothek&hl=de
[letzter Zugriff am 28.05.2018].
Interviews
33
i. S. von persönlicher Kommunikation
Angabe im Anhang: Nachname, Vorname des Interviewten, Jahr. Interview durch Name des
Interviewers.
Ort, Datum des Interviews.
Verweis im Text auf den Anhang; keine Aufführung im Literaturverzeichnis
Aus einem Interview mit dem Abteilungsleiter wurde deutlich, dass …
(P. Müller, persönliche Kommunikation, 3. März 2015).
oder
P. Müller zufolge (persönliche Kommunikation, 3. März 2015) kann das Problem gelöst werden,
indem …
Beitrag aus einem in der Presse oder online veröffentlichten Interview: z. B. Nachname,
Vorname des Interviewten, Jahr. Titel: Untertitel. Interview durch Nachname, Vorname des Inter -
viewers. In: Quelle [online]. Datum des Interviews. vollständige URL [Datum des letzten Zugriffs].
Fotos, Abbildungen, Grafiken
Nachname, Vorname des Fotografen. (Tag, Monat, Jahr): Titel des Fotos [Foto/Grafik].
Abgerufen von: vollständige URL [Datum des letzten Zugriffs].
Spielfilme/Dokumentationen
34
Nachname, Vorname (Produzent) & Nachname, Vorname (Regisseur) (Erscheinungsjahr):
Titel des Films [Film]. Entstehungsland: Name des Filmstudios.
Healy, J. (Produzent), Balda, K. (Regisseur) & Coffin, P. (Regisseur) (2015): Minions [Film].
Santa Monica, CA: Illumination Entertainment.
1
31
Vgl. Bibliothek der Technischen Hochschule Ingolstadt (2015): Zitierregeln nach DIN ISO 690, S. 7. URL: https://
www.uni-
saarland.de/fileadmin/user_upload/Professoren/fr41_Prof¬SolteGresser/Dokumente/Zitieren_nach_
DIN_ISO_690.pdf [letzter Zugriff am 09.07.2018].
32
Vgl. Driessen, Koen (2017): Beispiel APA-Richtlinien: Apps. URL:
https://www.scribbr.de/apa-standard/beispiel/apps/
[letzter Zugriff am 06.07.2018].
33
Vgl. Driessen, Koen (2017): Beispiel APA-Richtlinien: Interview. URL:
https://www.scribbr.de/apa-beispiele/interview/
[letzter Zugriff am 06.07.2018].
34
Vgl. Driessen, Koen (2017): Beispiel APA-Richtlinien: Spielfilm/Dokumentation. URL:
https://www.scribbr.de/apa-
standard/beispiel/spielfilm/ [letzter Zugriff am 10.07.2018].

image
28 |
Radio
Name, Vorname (Funktion als Moderator, DJ etc.) (Tag, Monat, Jahr). Titel des Beitrags.
[Format]. In: Name, Vorname (Produzent). Name der Sendereihe, ggf. Sendezeit. Stadt, Staat/
Land: Produzent.
35
online verfügbare Hörfunkbeiträge:
Photochemie. Licht als Zutat für chemische Reaktionen (2018): Deutschlandfunk,
09.07.2018, 16.35 - 17.00 Uhr, Forschung aktuell. Reuning, Arndt; URL:
https://www.
deutschlandfunk.de/photochemie-licht-als-zutat-fuer-chemische-reaktionen.
676.de.html?dram:article_id=422423 [letzter Zugriff am 10.07.2018].
Besonderheiten:
Handelt es sich um eine
Monografie
(Buch
eines
Autors) im Literaturverzeichnis,
werden keine Seiten angegeben, da das ganze Werk gemeint ist; bei
Aufsätzen aus
einem Sammelband
oder
Artikeln aus Zeitschriften
müssen immer alle Seiten
(von - bis) angegeben werden, die der entsprechende Text umfasst.
2.2.5 Überprüfen
Mit der Abgabe der Fach-/Belegarbeit endet der Prozess des wissenschaftlichen Arbeitens.
Bevor diese zum vereinbarten Termin abgegeben wird, sollten letzte Arbeitsschritte beachtet
werden
36
:
Vorlage an einen Dritten zum Korrekturlesen auf Rechtschreibungs-, Grammatik- und Zeichen-
setzungsfehler
doppelte Datensicherung vor dem letzten Ausdruck (Empfehlung: externes Speichermedium)
abschließendes Ausdrucken in entsprechender Anzahl ohne Zeitdruck (mind. zwei bis drei Tage
vor Abgabetermin)
Prüfen auf Vollständigkeit und Reihenfolge aller Bestandteile sowie Lesbarkeit der ausge-
druckten Seiten
Heften und ggf. Binden der ausgedruckten Seiten
Die Abgabe der Fach-/Belegarbeit in digitaler Form bietet sich über ein Online-Portal
der Schule an. Die Möglichkeit wird prinzipiell über Lernplattformen wie OPAL/LernSax
bereitgestellt.
V 2: Kriterienkatalog zur Erstellung der Fach-/Belegarbeit
Radio
Besonderheiten
Letztes Überprüfen
vor Abgabe
Fehlende Angaben nach Recherche
Abkürzung
ohne Autor
o. A. für „ohne Autor“
kein angegebener Erscheinungsort
o. O. für „ohne Ort“
fehlendes Erscheinungsjahr
o. J. für „ohne Jahr“
fehlende Jahrgangsnummer
o. Jg. für „ohne Jahrgang“
1
35
Vgl. Driessen, Koen (2017): Beispiel APA-Richtlinien: Radio/TV-Sendung. URL:
https://www.scribbr.de/apa-beispiele/
radiotv-sendung/ [letzter Zugriff am 06.07.2018].
36
Vgl. Burchert, Heiko; Sohr, Sven (2008): Praxis des wissenschaftlichen Arbeitens. Eine anwendungsorientierte
Einführung. 2. Auflage, München: Oldenbourg Verlag, S. 26 f.

| 29
Rechtliche
Grundlagen
Regelungen zur
Bewertung und
Aufbewahrung der
Facharbeit (FOS)
Regelungen zur
Bewertung und
Aufbewahrung der
Belegarbeit (BGY)
1
37
Die zur Freigabe der vorliegenden Handreichung jeweils geltenden Fassungen befinden sich im Literaturverzeichnis.
38
gemäß § 14 Abs. 3 FOSO vom 27. Februar 2017 i. d. j. g. F.
39
Vgl. ebd.
40
gemäß § 16 Abs. 6 BGySO vom 10. November 1998 i. d. j. g. F.
2.3 Auswertung
2.3.1 Grundlagen der Bewertung
Die Fach-/Belegarbeit ist ein schulartspezifischer Leistungsnachweis, deren Bewertung durch
Rechtsordnungen legitimiert wird. Schulordnungen und Verwaltungsvorschriften stellen die
rechtlichen Grundlagen dar. Wesentliche Rechtsvorschriften
37
für die Fach-/Belegarbeit sind im
Folgenden zusammengefasst:
FOSO vom 27. Februar 2017 i. d. j. g. F.
BGySO vom 10. November 1998 i. d. j. g. F.
VwV des SMK über Zeugnisse berufsbildender Schulen i. d. j. g. F.
VwV des SMK über Aufbewahrung und Aussonderung schulischer Unterlagen (VwV AusSchul)
i. d. g. F.
VwV des SMK zur Abiturprüfung an Beruflichen Gymnasien (VwV AbiBGy) i. d. j. g. F.
Voraussetzung für die Bewertung ist die Erstellung der Fach-/Belegarbeit als
Einzelleistung.
Fachoberschule (FOS)
Die Note der Facharbeit geht als Leistungsnachweis mit der Gewichtung einer Klassenarbeit in
die Jahresnote für das betreffende Fach ein.
38
Liegt eine fächerübergreifende/-verbindende Thematik vor, geht die Note der Facharbeit in
das Fach ein, in dem das fachrichtungsbezogene Thema der Arbeit aus fachlicher Sicht vor-
dergründig eingeordnet werden kann. Die Einordnung der Bewertung ist mit dem Fachleiter
abzustimmen.
Das Thema und die Note der Facharbeit sind im Zeugnis der Fachhochschulreife bzw.
Abgangszeugnis der Fachoberschule unter Bemerkungen einzutragen.
39
Die Facharbeiten sind wie schriftliche Abschlussprüfungen zu behandeln, zehn Jahre aufzube-
wahren und können bei Einwilligung des Schülers als Anschauungsmaterial von der jeweiligen
Schule genutzt werden. Modelle können als Fotodokumentation aufbewahrt werden.
Berufliches Gymnasium (BGY)
Die Notenpunkte der Belegarbeit sind als schriftlicher Leistungsnachweis mit der Gewichtung
einer zusätzlichen Klausur in die Leistungsbewertung des betreffenden Grundkurs- oder
Leistungskursfaches für das zutreffende Kurshalbjahr zu berücksichtigen.
40
Liegt eine fächerübergreifende/-verbindende Thematik vor, gehen die Notenpunkte der
Belegarbeit in das Grundkurs- oder Leistungskursfach ein, in dem das (fachrichtungsbezogene)
Thema der Arbeit aus fachlicher Sicht vordergründig eingeordnet werden kann. Die Einordnung
der Bewertung ist mit dem Fachleiter abzustimmen.
Es ist davon auszugehen, dass die Belegarbeit während eines Kurshalbjahres der Qualifikati-
onsphase wie Prüfungsunterlagen behandelt wird. Deshalb wird eine Aufbewahrung von zehn
Jahren empfohlen. Die Regelung des § 21 BGySO zur Besprechung schriftlich erbrachter Leis-
tungen bleibt davon unberührt.
Bei Einwilligung des Schülers kann die Belegarbeit als Anschauungsmaterial von der jeweiligen
Schule genutzt werden.

image
image
30 |
Ergebnis- und
prozessorientierte
Bewertung
Ergebnisorientierte
Bewertung
Tipp:
Form der Bewertung
Prozessorientierte
Bewertung
1
41
Vgl. Comenius-Institut (o. J.): Projektgruppe Leistungsermittlung und Leistungsbewertung, S. 1 f.
42
Vgl. ebd.
43
Vgl. ebd., S. 2.
44
Vgl. Bohl, Thorsten (2004): Prüfen und Bewerten im Offenen Unterricht. 2., erweiterte Auflage, Weinheim und Basel:
Beltz Verlag, S. 126 f.
2.3.2 Formen der Bewertung
Die Fach-/Belegarbeit stellt an die Schüler komplexe Anforderungen in einem größeren zeit-
lichen und inhaltlichen Umfang. Das Anforderungsspektrum fordert eine mehrdimensionale,
ergebnis- und prozessorientierte Bewertung. Die seit der Vorbereitungsphase durchgängige
Transparenz und Verlässlichkeit hinsichtlich der Bewertungskriterien gehören zu den Voraus-
setzungen einer fairen Auswertung. Geeignete Kriterien müssen bereits vor der Erstellung der
wissenschaftlichen Arbeit festgelegt werden und dem Schüler bekannt sein.
41
In der Betreu-
ungsvereinbarung und den Konsultationen werden die Schüler über die verbindlich festste-
henden Bewertungskriterien informiert.
V 2: Kriterienkatalog zur Erstellung der Fach-/Belegarbeit
Die Bewertung der Fach-/Belegarbeit erfolgt anhand von
Kriterien, mit denen die Qualität
des Ergebnisses beschrieben wird.
Um festzustellen, inwieweit das jeweilige Kriterium erfüllt wurde, müssen
Indikatoren
entwickelt werden. Letztlich kann nur mit deren Hilfe eine begründete und differenzierte
Bewertung der Fach-/Belegarbeit erfolgen.
42
A 1: Bewertung der Fach-/Belegarbeit
A 2: Gesamteinschätzung der Fach-/Belegarbeit
Neben der Angabe von erreichten Bewertungseinheiten zu den einzelnen Kriterien ist es
sinnvoll, eine kurze verbale Gesamteinschätzung (Worturteil) als Reflexion der Fach-/
Belegarbeit mit Bezug auf fachliche Inhalte, Stärken und Defizite zu ergänzen. Bei einer
Betreuung unter Beteiligung eines Kooperationspartners ist eine gemeinsame Beurteilung
durch den betreuenden Fachlehrer und den außerschulischen Betreuer zu empfehlen.
Neben den Ergebnissen ist auch der Entstehungsprozess zu bewerten. Somit können Aussagen da-
rüber getroffen werden, inwieweit entscheidende Phasen des individuellen Lernprozesses erfolgreich
durchlaufen wurden. Wenn sich ein Schüler mit einer komplexen wissenschaftlichen Aufgabenstellung
befasst, ist für die Leistungsbeurteilung der Lernprozess als Veränderung des Wissensstandes zwischen
dem Beginn und dem Abgabezeitpunkt von zentraler Bedeutung. Daraus lassen sich Schlüsse über den
Grad der Selbständigkeit des Schülers ableiten. Um die Qualität dieses individuellen Lernprozesses zu
beschreiben, sind auch bei der prozessorientierten Bewertung transparente Kriterien und Indikatoren
heranzuziehen. Derartige Leistungsparameter können am Ergebnis meist nicht mehr ermittelt werden.
43
Das Erstellen von individuellen Arbeitsprozessberichten nach
BOHL
44
durch die Schüler ist eine
valide, d. h. gültige Möglichkeit für das Erfassen von Lernverläufen und -fortschritten. In diesen
Prozessberichten dokumentieren und reflektieren sie ihre Selbsteinschätzung von der Vorberei-
tungs- bis zur Durchführungsphase. In Arbeitsprozessberichten können die Schüler ihren per-
sönlichen Kenntnisstand vom Beginn bis zum Abschluss der Fach-/Belegarbeit, das individuelle
Vorgehen, die Arbeitsweisen sowie die Arbeitsbedingungen beschreiben und reflektieren. Bei
zeitlich paralleler, kurzer und prägnanter Ausführung ist der Aufwand überschaubar. Es entsteht
eine inhaltliche Dokumentation aus direkter Sichtweise der Schüler. Ähnliche Bewertungsin-
strumente zum Beschreiben von Lernprozessen aus der Perspektive der Selbstwahrnehmung
der Schüler sind das Portfolio, das Lerntagebuch sowie Zeit- und Arbeitsplandokumentationen.

image
| 31
Ergebnis- und
prozessorientierte
Bewertung im
Vergleich
Der betreuende Fachlehrer und der außerschulische Betreuer können lediglich die Perspektive
der Fremdwahrnehmung einnehmen und zusätzlich das Arbeitsverhalten des Schülers ein-
schätzen. Aus beiden Einschätzungen können Übereinstimmungen und Differenzen zwischen
Selbst- und Fremdbild abgeleitet werden.
A 3: Zusatzmodul zur Einschätzung des Arbeitsprozesses
A 4: Selbst- und Fremdeinschätzung des Arbeitsverhaltens
Die nachfolgende Übersicht fasst die Charakteristik der
ergebnis- und prozessorientierten
Bewertung
zusammen:
Tabelle 4: Ergebnis- und prozessorientierte Bewertung
45
ergebnisorientierte Bewertung
prozessorientierte Bewertung
Ziel
Erfassen des aktuellen Lern-
stands des Schülers
Bewerten eines Ergebnisses bzw.
Produktes
Erfassen der Art und Weise der
Auseinandersetzung des Schülers
mit einem Lerngegenstand
Bewerten des Vollzugs des Lern-
prozesses
Fokus
Fach-/Belegarbeit als Lern-
ergebnis
Gestaltung des Entstehungs-
prozesses der Fach-/Belegarbeit
Bewertungs-
kriterien und
-indikatoren
(Beispiele)
sachliche Richtigkeit
Vollständigkeit
Fachsprache
logische Anordnung der Argu-
mente
Umfang und Qualität der Re-
cherche
Selbstständigkeit
Effektivität der Herangehensweise
Anstrengungsbereitschaft
Methodenbewusstsein
Konfliktfähigkeit
Kooperationsfähigkeit bei außer-
schulischer Betreuung
Instrumente und
Formen
46
Beobachtungs- und Bewer-
tungsbögen für die schriftliche
Leistung (Fach-/Belegarbeit) und
die mündliche (Vorträge, Diskus-
sionen, Präsentationen, Fachge-
spräche, Verteidigungen)
Bewertungsraster für die
praktische Leistung (z. B. selbst
hergestellte Produkte)
Beobachtungs- und Bewertungs-
bögen für die mündliche Leistung
Beobachtungsbögen für Selbst-
und Fremdeinschätzung der
Schüler
Selbsteinschätzung mit Hilfe von
strukturierten Gesprächen
Portfolios
Lerntagebücher
Zeit-/Arbeitsplandokumentationen
Gesprächsprotokolle
Bezugsnorm
sachlich
individuell
1
45
Vgl. Comenius-Institut (o. J.), S. 2.
46
Vgl. Comenius-Institut (2005): Übersicht zu Formen der Leistungsermittlung und -bewertung, S. 7 f.

image
32 |
Bewertung
Präsentation
Präsentation/
mündliche
Verteidigung
Praktische
Hinweise
1
47
Vgl. Bohl (2004), S. 90.
Eine Präsentation bzw. mündliche Verteidigung der Fach-/Belegarbeit kann zusätzlich durchgeführt
werden. Diese ist jedoch nicht verbindlich festgeschrieben. Sie ermöglicht dem Schüler, die Ziel- und
Problemstellung(en), das methodische Vorgehen, die Gliederung der Inhalte und Ergebnisse seiner schrift-
lichen Arbeit zu erläutern, kritisch zu reflektieren und mit dem Betreuungslehrer und ggf. zweiten anwe-
senden Fachlehrer sowie interessierten Schülern zu diskutieren. Dadurch werden die Entstehung und der
damit verbundene, zeitliche Verlauf des Lernprozesses des Schülers bei der Fach-/Belegarbeit transparent
und nachvollziehbar. Aus diesem Grund kann die mündliche Präsentation auch für die prozessorientierte
Bewertung eingesetzt werden. Darüber hinaus begründet sich der Mehrwert des Präsentierens wie folgt:
die individuelle Leistung zu Zielen, Problemstellungen, methodischem Vorgehen, Inhalten und
Ergebnissen erfassen (Eigen- versus Fremdleistung)
den Neigungen des Schülers entsprechen (eher der mündliche Typ)
Chance zur Analyse und Reflexion seiner Stärken und Schwächen geben
Begründen seines Erkenntnisweges, Aufzeigen alternativer Methoden, Korrektur fachlicher
Fehler ermöglichen
Bekräftigung oder Überdenken der eigenen Meinung initiieren
Studierfähigkeit fördern (Vorbereitung auf Referate, Bewusstmachen der eigenen Wirkung auf
Publikum, Rhetorik und Körpersprache, Stärkung der Medienkompetenz, Reaktionsvermögen
auf Nachfragen, Sicherheit im Formulieren und Argumentieren)
sehr valides Bewertungsverfahren, es kann kaum getäuscht werden
Präsentationen laufen i. d. R. einmalig ab und sind somit flüchtig. Es ist wichtig, dass Organisation,
Inhalte und Bewertungskriterien von Anfang an bekannt sind und feststehen.
47
Wie könnte eine Präsentation bzw. mündliche Verteidigung ablaufen?
Inhalte:
Themenwahl und -eingrenzung begründen
zentrale Fragestellung bzw. Problemstellung(en) vorstellen
methodisches Vorgehen erläutern und begründen
wichtigste Ergebnisse aufzeigen und kritisch reflektieren
Literatur/Quellen/Materialien aufzeigen
Zeit:
ca. 30 min
Durchführung:
ca. 15 min Vortrag des Schülers, danach ca. 15 min Fachgespräch/Diskussion
Visualisierung erwünscht z. B. Präsentationsfolien oder Poster, Handout
Bewertung:
Schwerpunktsetzung und Qualität der Inhalte
Art und Weise der Präsentation
Reaktion auf Fragen und Beiträge
A 5: Checkliste zur Vorbereitung und Durchführung der Präsentation
Ein Stichwortzettel bietet Orientierung und Sicherheit während der Präsentation der Ergebnisse. In
der Regel sollte möglichst frei vorgetragen werden. Eine Ausnahme bildet z. B. die Wiedergabe von
direkten Zitaten oder Definitionen. Es ist insgesamt auf die Verwendung der Standardsprache zu
achten, dabei sind die Sätze kurz, prägnant und verständlich zu formulieren. Die Überleitungen zwi-
schen den Vortragsbestandteilen, das sprachliche Hervorheben zentraler Aspekte und Zwischenfazits
gewähren die Nachvollziehbarkeit des Vortrages. Passende Fachtermini sollten genutzt werden.

image
image
| 33
Die Artikulation sollte deutlich und dialektreduziert, das Sprechtempo fließend und die Lautstärke
raum- und situationsangepasst sein. Das Einbauen bewusster „Sprechdenkpausen“ bietet einer-
seits dem Schüler die Möglichkeit, Spannung zu erzeugen, die Stimme zu schonen und die eigenen
Gedanken zu sortieren. Andererseits ist es für den Zuhörer eine Gelegenheit, das Gesagte zu verar-
beiten und wirken zu lassen. Der direkte Blickkontakt mit den Zuhörern und der bewusste Einsatz
von Mimik und Gestik unterstützen einen lebendigen Vortragsstil. Eine entspannte, dem Zuhörer
zugewandte Körperhaltung zeigt Sicherheit und Souveränität. Es ist darauf zu achten, dass die
Veranschaulichungsmittel und Präsentationsmedien den Inhalt unterstützen.
A 6: Tipps für die Präsentation der Fach-/Belegarbeit
Über eine Möglichkeit der Selbst- und Mitbewertung des Schülers sollte nachgedacht werden. Es
fördert die Selbstkompetenz, insbesondere die Fähigkeit zur Selbstreflexion und -kritik. Das selbst-
ständige Erkennen der eigenen Fehler und das Aufzeigen möglicher alternativer Lösungswege
könnten angemessen in der Bewertung der Präsentation bzw. mündlichen Verteidigung einfließen.
A 7: Bewertung der Präsentation bzw. mündlichen Verteidigung der Fach-/Belegarbeit
An der Präsentation im Fachgespräch sollte nach Möglichkeit neben dem betreuenden Fach-
lehrer ein zweiter fachkundiger Lehrer teilnehmen. Bei der Teilnahme eines zweiten Kollegen
ist die Bewertung der mündlichen Leistung in Absprache vorzunehmen und zu protokollieren.
Die Gewichtung der mündlichen Leistung erfolgt zur schriftlichen Arbeit im Verhältnis 1:2.
Es wird entsprechend der Bewertungsrichtlinien nur eine Gesamtnote bzw. Gesamtnoten-
punkte erteilt.
2.3.3 Anregungen zu Auswertungsverfahren
In einem Auswertungsgespräch sollte der Schüler neben der schriftlichen auch eine mündliche
Rückmeldung zur Bewertung der Fach-/Belegarbeit erhalten. Dazu ist im Vorfeld ein Auswertungs-
termin mit dem Schüler zu vereinbaren. Für dieses Gespräch ist eine wertschätzende Atmosphäre
zu schaffen. Die Mitteilung der Bewertung der schriftlichen Arbeit erfolgt sachbezogen. Der kri-
teriale Bewertungsbogen mit kurzer verbaler Gesamteinschätzung (Worturteil) wird dem Schü-
ler möglichst unkommentiert ausgehändigt. Es wird Zeit für das Lesen und Nachvollziehen der
schriftlichen Bewertung gegeben und Fragen zu seinem Verständnis beantwortet. Weitere Rück-
meldungen zur Einschätzung des Arbeitsprozesses können mithilfe ergänzender Materialien, wie
z. B. Lerntagebuch, Portfolio, Fremd- und Selbsteinschätzungsbogen erfolgen.
Des Weiteren ist es ratsam, das Gespräch zu nutzen, um dem Schüler Informationen zur Präsen-
tation bzw. mündlichen Verteidigung zu geben.
Die Bewertung erfolgt nach zuvor aufgestellten Kriterien. Bei Entscheidung zur Mitbewertung
durch anwesende Schüler sind Bewertungsbögen bereitzulegen und nach Festlegung der Fach-
konferenz zu berücksichtigen. Sowohl die Auswertung dieser Bewertungsbögen als auch Gesamt-
auswertung der Präsentation erfolgt durch den betreuenden Fachlehrer, den zweiten Fachkolle-
gen und/oder außerschulischen Betreuer. Unter Beachtung des Datenschutzes sind dem Schüler
das Einzelergebnis der Präsentation mit kurzer Begründung und das abschließende Gesamtergeb-
nis der Fach-/Belegarbeit bekanntzugeben.
Sehr innovative Fach-/Belegarbeiten können besonders durch ein Präsentieren in öffentlichen
Foren der Schule wertgeschätzt werden, wie z. B. in Kolloquien für alle Schüler, im Rahmen eines
Elternabends, einer Gesamtlehrerkonferenz oder zum Tag der offenen Tür.
Selbst- und
Mitbewertung
der Schüler
Gewichtung bei
schriftlicher und
mündlicher
Leistung
Auswertung der
ergebnis- und
prozessorien-
tierten Leistung
Auswertung der
Präsentation

image
34 |
Tipp:
Präsentieren in
öffentlichen Foren
der Schule
Tipp:
Feedbackregeln
Exkurs
Fehlerkultur
1
48
Vgl. Antons, Klaus (2011): Praxis der Gruppendynamik. Übungen und Techniken. 9., durchgesehene und ergänzte
Auflage, Göttingen u. a.: Hogrefe Verlag, S. 109.
49
Comenius-Institut (2005), S. 5.
In der Schulpraxis können Präsentationen sehr gut in den Unterricht integriert
werden, indem leistungsstarke Schüler ihre Arbeiten dem nachfolgenden Schüler-
jahrgang vorstellen. Ein Vorteil ist, dass die Schüler des Folgejahrganges über die
Fach-/Belegarbeiten informiert und darüber hinaus auch zu guten Leistungen
motiviert werden. Alternativ können z. B. auf OPAL/LernSax multimediale Foren zum
Austausch über die Arbeiten unter den Schülern eingerichtet oder Science Slams
organisiert werden. Der Aufwand, Science Slams vorzubereiten, rechtfertigt sich
durch die gute Interaktivität und die kulturellen Dimensionen solcher Veranstaltungen.
Diese Erfahrungen dürften die teilnehmenden Schüler und Lehrer künftig noch stärker
für das wissenschaftliche Arbeiten interessieren und motivieren.
2.3.4 Feedback und Reflexion
Feedbackgespräche mit dem einzelnen oder mehreren Schülern sind in allen Phasen der Fach-/
Belegarbeit wichtig und notwendig. Insbesondere für den Auswertungsprozess ist es hilfreich,
Feedbackregeln anzuwenden, um eine angemessene und relativ entspannte Kommunikation
zu gestalten. Die Akzeptanz der Rückmeldungen bestimmt den Lerneffekt und die Chance zur
Weiterentwicklung. Grundsätzlich unterstützen folgende Aspekte das Feedbackgespräch: Ich-
Botschaften senden, Vorgehen strukturieren sowie konkrete Aussagen formulieren. Es kann
ggf. ein Protokoll verwendet werden.
Weitere Tipps für ein Feedbackgespräch nach
ANTONS
48
:
Beschreiben statt bewerten und interpretieren!
Konkrete Verhaltensweisen ansprechen!
Angemessenes Feedback unter Berücksichtigung des Empfängers geben!
Auf veränderbare Verhaltensweisen eingehen!
Bereitschaft des Empfängers zur Annahme des Feedbacks beachten!
Möglichst zeitnah Rückmeldungen zum beobachteten Verhalten geben!
Klare und präzise Informationen geben!
Korrekte und nachprüfbare Beobachtungen mitteilen!
Darüber hinaus kann eine Metakommunikation im Klassen- oder Kursverband zur Reflexion
der drei Phasen Vorbereitung, Durchführung und Auswertung der Fach-/Belegarbeit über In-
strumente, wie z. B. Blitzlicht, Zielscheibe, Spinnennetz, SWOT-Analyse oder Feedback-Burger
durchgeführt werden.
A 8: Reflexion nach dem Prinzip des Feedback-Burgers
Für Schüler und Lehrer muss es selbstverständlich sein, „dass Fehler nützlicher Bestandteil
im Lernprozess sind, weil sie zu einem tieferen Verständnis und zu einer Korrektur bzw. Neu-
ordnung von Vorstellungen führen.“
49
In entstandenen Fehlern und deren Reflexion/Analyse
verbirgt sich demnach ein Lernpotential, das die Wissenserweiterung und die Entfaltung zum
offenen und kritischen Problemlöseverhalten unterstützt. Dies setzt eine respektvolle, aber
auch wertschätzende Haltung Fehlern gegenüber voraus.

| 35
In Fehlerbesprechungen mit den einzelnen Schülern sollte der Lehrer nach
OESER und SPYCHIGER
50
nicht bloß stellen,
ermutigen und Fürsorge walten lassen,
positive Mitschüler-Reaktionen fördern,
gute Strategien der Schüler und Intensität der Auseinandersetzung mit dem Falschen fördern,
hemmende Emotionen bei dem Schüler erkennen,
Fehlerbereitschaft des Schülers und Bedeutsamkeitseinschätzungen fördern,
eigene Fehlerbereitschaft und -toleranz überprüfen,
sich selbst eigene Fehler zugestehen und sich zu ihnen zu bekennen,
Korrekturen und Repetitionsmöglichkeiten anbieten.
Bei dem Betreuungsprozess sollte der Lehrer Techniken und Methoden berücksichtigen, die den
Schülern helfen, Fehler zunehmend selbstständig festzustellen und zu bearbeiten. Damit wird
neben dem Erwerb von Methoden- die Selbstkompetenz unterstützt.
1
50
Vgl. Oeser, Fritz; Spychiger, Maria (2005): Lernen ist schmerzhaft. Zur Theorie des Negativen Wissens und zur Praxis
der Fehlerkultur. Weinheim und Basel: Beltz Verlag, S. 168 f.

36 |
3 Materialkoffer
„Talente finden Lösungen - Genies entdecken Probleme.“
51
- Hans Krailsheimer -
Phase
Nr.
Titel
Art
Seite
Vorbereiten
V 1
Portfolio-Konzept
Mustervorlage
37
V 2
Kriterienkatalog zur Erstellung der Fach-/Belegarbeit
Kopiervorlage
38
V 3
Arbeitsauftrag zur Themenwahl
Übung
41
V 3L
Lösungsbeispiel für den Arbeitsauftrag zur Themenwahl
Lösungsblatt
42
V 4
Checkliste zur Themenfindung
Kopiervorlage
43
V 5
Fragekatalog zur Entwicklung einer zentralen Fragestellung
Informationstext
44
V 6
Erstellung eines Exposés
Übung
45
V 7
Erarbeitung von Titel, Thema, Fragestellung/These und
Eigenanteil
Übung
46
V 7L Lösungsvorschlag zur Erarbeitung von Titel, Thema,
Fragestellung/These und Eigenanteil
Lösungsblatt
47
V 8
Fachrichtungsspezifische Ideen für den Eigenanteil
Informationstext
48
V 9
Auswahl an Datenbanken
Informationstext
49
V 10
Aufbau eines Exzerpts
Mustervorlage
50
Durchführen
D 1
Formblatt für einen individuellen Arbeits- und Zeitplan
Kopiervorlage
51
D 2
Wissenschaftliche Sprache nach
NOLL und VODE
Informationstext
52
D 3
Beispiel für ein Titelblatt
Mustervorlage
54
D 4
Checkliste für ein Inhaltsverzeichnis/eine Gliederung
Kopiervorlage
55
D 5
Beispiel für ein Anlagenverzeichnis
Mustervorlage
56
Auswerten
A 1
Bewertung der Fach-/Belegarbeit
Mustervorlage
57
A 2
Gesamteinschätzung der Fach-/Belegarbeit
Kopiervorlage
58
A 3
Zusatzmodul zur Einschätzung des Arbeitsprozesses
Mustervorlage
60
A 4
Selbst- und Fremdeinschätzung des Arbeitsverhaltens
Kopiervorlage
61
A 5
Checkliste zur Vorbereitung und Durchführung der
Präsentation
Kopiervorlage
62
A 6
Tipps für die Präsentation der Fach-/Belegarbeit
Informationstext
63
A 7
Bewertung der Präsentation bzw. mündlichen Verteidigung
der Fach-/Belegarbeit
Mustervorlage
64
A 8
Reflexion nach dem Prinzip des Feedback-Burgers
Kopiervorlage
66
Formularservice
alle
F 1
Betreuungsvereinbarung
Mustervorlage
67
F 2
Inhalte und Hinweise für die Kooperationsvereinbarung
Informationstext
68
F 3
Selbstständigkeitserklärung
Mustervorlage
69
1
51
Krailsheimer, Hans (2002): Nenn mich nicht dämlich. Norderstedt: Verlag BoD – Books on Demand, S. 50.

| 37
3.1 Vorbereitung
V 1: Portfolio-Konzept
Portfolio im Überblick
52
(1) Deckblatt: Name des Schülers, Klasse/Kurs, Bearbeitungszeitraum
(2) Fortlaufendes Inhaltsverzeichnis: zeitliche Dokumentation von zugefügten und entfernten Materialien/
Texten/Arbeitsständen etc.
(3) Alle Formblätter: Betreuungsvereinbarung, Kooperationsvereinbarung, Selbstständigkeitserklärung,
Bewertungskriterien
(4) Lösungen zu Pflichtaufgaben: V 3: Arbeitsauftrag zur Themenwahl (Mindmap), Arbeitsgliederung,
V 7: Erarbeitung von Titel, Thema, Fragestellung/These und Eigenanteil (Übung), ggf. V 6: Erstellung
eines Exposés, ggf. Literaturverzeichnis, D 1: Erstellung eines individuellen Arbeits- und Zeitplans
(5) Fakultative Aufgaben: mind. eine freie Arbeit, die mit der zentralen Fragestellung der Thematik zusammenhängt
Portfolio-Planer
Konsultations- und Beratungstermine
1. Konsultation: ...................................
2. Konsultation: ....................................
3. zusätzliche Beratungen:
Nr. der
Woche
Datum
Welche Aufgaben
sind zu lösen?
Bis wann sind
die Aufgaben
zu lösen?
Wie gehe ich vor?
Welche Unterstützung
benötige ich?
Wieviel
Arbeitszeit
plane ich ein
(in min/h)?
Aufgabe
in der Zeit
geschafft?
Nr.
Termin
Institution/
Name des Beraters
Inhalt der Beratung
Beratung war hilfreich:
voll
teils/
teils
kaum
1
52
Vgl. Wiederhorn, Thomas (2006): Das Portfolio-Konzept in der Sekundarstufe. Individualisiertes Lernen organisieren.
Mühlheim an der Ruhr: Verlag an der Ruhr, S. 85.

38 |
V 2: Kriterienkatalog zur Erstellung der Fach-/Belegarbeit
Dieser Kriterienkatalog dient zur Abbildung des Lernprozesses in den Phasen der Vorbereitung, Durchfüh-
rung und Auswertung. Die Bewertung der Fach-/Belegarbeit wird auch für die prozessorientierte Bewertung
im Vorfeld durch die Fachkonferenz festgelegt.
Name der Schülerin/des Schülers:
Datum:
Phase des Arbeitsprozesses:
Vorbereitung
Ȼ
Durchführung
Ȼ
Auswertung
Ȼ
Kriterium
Indikator
Ausprägungsgrad
Bemerkungen
voll erfüllt
überwiegend
erfüllt
teilweise
erfüllt
kaum erfüllt
1. Inhaltlicher Aspekt
Titel
Die Themenstellung ist sinnvoll einge-
grenzt.
Der Titel ist eindeutig/präzise formuliert.
Das Thema weist einen Fachrichtungsbe-
zug auf (FOS).
Einleitung
Es erfolgt eine Hinführung zum Thema
(Relevanz, Motivation, aktueller Bezug).
Es wird eine klare Fragestellung/These
formuliert.
Es wird ein kurzer Überblick über den
Aufbau der Arbeit gegeben.
Hauptteil
Die theoretische Auseinandersetzung
mit dem Thema erfolgt differenziert und
strukturiert.
Ein der Fach-/Belegarbeit angemes-
sener wissenschaftlicher Erkenntnisge-
winn ist vorhanden.
Die Auswertung und Interpretation der
Ergebnisse erfolgt differenziert, schlüssig
und nachvollziehbar.
Schluss/
Fazit
Die Schlussfolgerungen sind präzise
und logisch nachvollziehbar.
Es erfolgt eine Reflexion der Ergebnisse.
Es wird ein Ausblick auf weiterführende
und/oder neue Fragestellungen aufgezeigt.
2. Methodischer Aspekt
Methoden-
bewusstsein
Die eigene Untersuchung wird erläutert und
die Wahl für den Eigenanteil begründet.
Die Ergebnisse werden dargestellt und
ausgewertet.
Die Arbeitsmethode wird kritisch reflek-
tiert und bewertet.

| 39
Kriterium
Indikator
Ausprägungsgrad
Bemerkungen
voll erfüllt
überwiegend
erfüllt
teilweise
erfüllt
kaum erfüllt
Zusammen-
hänge/
vernetztes
Denken
Der Gedankengang ist durchgehend
nachvollziehbar und klar strukturiert.
Die Argumentationsketten sind vollstän-
dig und nachvollziehbar.
Es werden Bezüge zwischen Einleitung,
Hauptteil und Schluss hergestellt.
Umgang
mit wissen-
schaftlicher
Literatur
Die Literatur- und Quellenrecherche ist
in Umfang und Tiefe hinreichend.
Die direkten Zitate werden in einem
angemessenen Umfang in den eigenen
Text integriert.
Es wird klar zwischen Darstellung von
Fakten, der Wiedergabe der Meinung
anderer und der eigenen Position unter-
schieden.
3. Sprachlicher Aspekt
Text-
verständnis
Die Arbeit entspricht den standard-
sprachlichen Normen.
Die sprachliche Darstellung ist verständlich
und präzise, vermeidet Wiederholungen.
Fach-
sprache
Die Fachtermini werden korrekt ange-
wendet und ggf. definiert.
Sprachliche
Gestaltung
Der Ausdruck und Stil sind differenziert
und gewandt.
Die Grammatik wird durchgehend korrekt
umgesetzt.
Die Orthografie und Interpunktion sind
durchgehend korrekt.
4. Formaler Aspekt
Gesamt-
eindruck
Die Druckqualität ist sauber und ordent-
lich.
Vollständig-
keit
Titelblatt, Gliederung, Einleitung, Haupt-
teil, Schluss, Literaturverzeichnis, ggf.
Quellenverzeichnis, Anhang, unter-
schriebene Selbstständigkeitserklärung
sind vollständig vorhanden.
Titelblatt
Das Titelblatt enthält alle relevanten
Angaben.

40 |
Kriterium
Indikator
Ausprägungsgrad
Bemerkungen
voll erfüllt
überwigend
erfüllt
teilweise
erfüllt
kaum erfüllt
Text-
gestaltung
Die formalen Vorgaben für Seitenauf-
bau, Layout, Schriftgröße etc. wurden
eingehalten.
Die Überschriften sind prägnant und in
der Gestaltung einheitlich und stimmen
im Inhaltsverzeichnis und Text überein.
Tabellen/Abbildungen (falls vorhanden)
sind in der Größe ausreichend und gut
lesbar.
Zitier-
technik
Direkte und indirekte Zitate sind durch-
gehend gekennzeichnet und korrekt
wiedergegeben.
Tabellen/Abbildungen (falls vorhan-
den) sind fortlaufend nummeriert und
mit Unterschrift sowie Literaturangabe
versehen.
Literatur-/
Quellen-
verzeichnis
Das Literaturverzeichnis enthält alle
zitierten Quellen aus dem Text.
Das Literaturverzeichnis enthält unter-
schiedliche Arten von Literatur (z. B.
Monografie, Aufsatz aus Sammelband,
Zeitschriftenartikel, Onlinedokument).
Literatur und Quellen sind formal richtig
angegeben.

| 41
V 3: Arbeitsauftrag zur Themenwahl
Mindmap, Cluster
Besonders zu Beginn der Arbeit ist es wichtig, den Überblick über ein Thema zu gewinnen. Bereits vor der
Literaturrecherche wird deutlich, auf welchem Vorwissen Sie die Arbeit aufbauen können und ob das Thema
genügend oder zu viele Aspekte bietet. Die Anwendung von Methoden kann Ihnen bei der Erarbeitung helfen.
1) Brainstorming: Notieren Sie in Einzelarbeit alle Gedanken und Ideen zu Ihrem Thema. Sammeln Sie diese
zunächst ungefiltert, ohne bereits zu ordnen, einzuengen oder zu sortieren.
2) Tauschen Sie sich anschließend über Ihre Erfahrungen, Erlebnisse und Kenntnisse bezüglich des Themen-
schwerpunktes aus. Beziehen Sie Fragen und Anregungen anderer (Lehrer, Experten, Mitschüler) in Ihre
Überlegungen ein.
3) Entwickeln Sie ein Cluster.
4) Erstellen Sie zu Ihrem thematischen Schwerpunkt eine Mindmap.

image
42 |
V 3L: Lösungsbeispiel für den Arbeitsauftrag zur Themenwahl
Abbildung 6: Mindmap Fach-/Belegarbeit

| 43
V 4: Checkliste zur Themenfindung
Kontrollfragen
Haben Sie Ihre Interessen, Hobbys und Vorlieben auf mögliche Themen hin untersucht?
Ȼ
Haben Sie Ihre bisherigen Erfahrungen und Vorkenntnisse zu möglichen Themen
überprüft? (Vereinstätigkeit, Praktika, Ehrenamt etc.)
Ȼ
Haben Sie Zugang zu möglichen Experten/externen Kooperationspartnern?
Ȼ
Haben Sie sich einen Überblick zu verfügbaren und zugänglichen Materialien verschafft?
Ȼ
Haben Sie sich mit Hilfe unterschiedlicher Informationsquellen einen ersten Überblick
zum Thema verschafft und bei der Literaturrecherche eine Leseliste erstellt?
Ȼ
Haben Sie mit Ihren Mitschülern und Ihrem Fach-/Belegarbeitsbetreuer über Ihr
vorläufiges Thema gesprochen und deren Ideen notiert/eingearbeitet?
Ȼ
Haben Sie ein/e Cluster/Mindmap zu Ihrem Thema erstellt?
Ȼ
Haben Sie Ihr Thema anhand bestimmter Kriterien eingegrenzt und einen vorläufigen
Arbeitstitel formuliert?
Ȼ
Haben Sie möglichst viele W-Fragen zum Thema aufgestellt, um eine zentrale
Fragestellung für Ihre Arbeit zu finden?
Ȼ
Haben Sie sich bereits erste Gedanken über die methodische Vorgehensweise und
den Eigenanteil gemacht?
Ȼ
Haben Sie sich damit auseinandergesetzt, ob Ihr Thema in der verfügbaren Zeit realisierbar ist?
Ȼ

44 |
V 5: Fragekatalog zur Entwicklung einer zentralen Fragestellung
53
Leitfrage
Aufgabe
Ziel
Was ist der Fall?
Wie sieht die Realität aus?
Wahrnehmung und Beschreibung
eines Zustandes/Prozesses
Beschreibung
Warum ist etwas der Fall?
Begreifen/Erklären einer Situation/
eines Phänomens/Prozesses durch
Verstehen der Zusammenhänge
Erklärung
Wie wird etwas künftig aussehen?
Welche Veränderungen werden
eintreten?
Zukünftige Ereignisse/Zustände
vorhersagen
Prognose
Welche Maßnahmen sind geeignet, um
ein bestimmtes Ziel zu erreichen?
Maßnahmen zur Zielerreichung
entwerfen/bewerten, Entscheidungen
verbessern
Gestaltung
Wie ist ein bestimmter Zustand vor
dem Hintergrund explizit genannter
Kriterien zu bewerten?
Kritik am Bestehenden üben,
Bewertung von Zuständen/
Prozessen/Phänomen
Kritik/Bewertung
Wie wird die Welt von morgen
aussehen?
Spekulieren, Querdenken, wissen-
schaftliche Überlegungen zu Sinn/Ethik
Utopie
1
53
Vgl. Wytrzens, Hans Karl; Schauppenlehner-Kloyber, Elisabeth; Sieghardt, Monika u. a. (2012): Wissenschaftliches
Arbeiten. Eine Einführung. 3., aktualisierte Auflage, Wien: Facultas Verlags- und Buchhandels AG, S. 79.

image
| 45
V 6: Erstellung eines Exposés
Was ist ein wissenschaftliches Exposé?
Das Exposé kann als Ihr Projektplan verstanden werden. Das vorherige Verfassen dient als Zwischen-
schritt in Ihrem Schreibprojekt und stellt damit die Grundlage für die weiteren Arbeitsschritte dar.
Mit ihm wird eine
wissenschaftliche Arbeit geplant, indem eine eigene Fragestellung/These sowie
die damit verbundenen methodischen und theoretischen Herangehensweisen entwickelt werden.
Kurz gesagt stellt das Exposé dar:
WAS SIE UNTERSUCHEN WOLLEN,
WIE SIE ES UNTERSUCHEN WOLLEN UND
WARUM SIE ES UNTERSUCHEN WOLLEN.
Es führt Sie dazu, zu fokussieren, die Anforderungen zu fixieren und gibt Ihnen und Ihrem Betreuer
einen Überblick bzw. eine erste Orientierung über die Thematik und das Ziel Ihrer Fach-/Belegarbeit.
Es ist eine Diskussionsgrundlage für Ihre erste Konsultation und spiegelt den Stand Ihrer Erkenntnisse
bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt wider. Dass die Planung, die formulierte Gliederung u. a. unter Um-
ständen noch mehrfach abgeändert wird, liegt in der Natur des wissenschaftlichen Arbeitens.
Arbeitsauftrag
Erstellen Sie …
1) ein Deckblatt mit Ihrem vorläufigem Thema/Arbeitstitel der Fach-/Belegarbeit.
2) eine vorläufige Gliederung (späteres Inhaltsverzeichnis) der Fach-/Belegarbeit.
3) ein vorläufiges Literaturverzeichnis/mögliche Quellen.
4) einen kurzen Überblick über den geplanten Inhalt Ihrer Fach-/Belegarbeit.
Verfassen Sie dazu einen kurzen Fließtext, der folgende möglichen Schwerpunkte abdeckt:
eine kurze Hinführung zu Ihrem Thema (aktuelle Debatte/aktuelle Forschung etc.)
eine Beschreibung/Eingrenzung Ihres Themas/ggf. Ausgangssituation
die (vorläufige) Fragestellung oder These oder Problemstellung der Fach-/Belegarbeit
Ihre mögliche methodische Vorgehensweise in der Fach-/Belegarbeit
Ihre persönliche Zielstellung im Rahmen der Bearbeitung der Thematik
etc.

46 |
V 7: Erarbeitung von Thema, Titel, Fragestellung/These und Eigenanteil
Arbeitsauftrag
Untersuchen Sie die Titelvorschläge der Fach-/Belegarbeiten hinsichtlich folgender Kriterien:
sinnvolle Eingrenzung der Thematik (nicht zu weit/zu eng gefasst)
sprachlich präzise Formulierung (Vermeidung von Dopplungen und „Worthülsen“)
Schätzen Sie zuerst jeden Titel nach den oben genannten Kriterien in exakt, teilweise ungenau oder ungenau
begründet ein.
Konkretisieren Sie bei Bedarf den Titelvorschlag. Leiten Sie daraus eine mögliche Fragestellung oder
These ab. Schlagen Sie kurz Ihr methodisches Vorgehen unter Berücksichtigung des Eigenanteils vor.
THEMENBEREICH
Entwicklung
Förderung
von Kleinkindern
Ökologie
Lebensmittel-
analytik
Optik
TITELVORSCHLAG
Der spezifische Ent-
wicklungsabschnitt
der Pubertät und
seine besondere
Problemstellung bei
Menschen mit gei-
stiger Behinderung
Musikalische
Früherziehung
und Möglichkeiten
zur praktischen
Anwendung
Kann die Energie-
versorgung in
Deutschland
durch regenerative
Energien komplett
abgelöst werden?
Tropanalkaloide in
Lebensmitteln
Der Regenbogen
als physikalisches
Phänomen
BEGRÜNDETETE EINSCHÄTZUNG:
exakt – teilweise ungenau – ungenau
KONKRETISIERTER TITEL
FRAGESTELLUNG/THESE
EIGENANTEIL/METHODE

| 47
V 7L: Lösungsvorschlag zur Erarbeitung von Thema, Titel, Fragestellung/These und Eigenanteil
THEMENBEREICH
Entwicklung
Förderung
von Kleinkindern
Ökologie
Lebensmittel-
analytik
Optik
TITELVORSCHLAG
Der spezifische Ent-
wicklungsabschnitt
der Pubertät und
seine besondere
Problemstellung bei
Menschen mit gei-
stiger Behinderung
Musikalische
Früherziehung
und Möglichkeiten
zur praktischen
Anwendung
Kann die Energie-
versorgung in
Deutschland
durch regenerative
Energien komplett
abgelöst werden?
Tropanalkaloide in
Lebensmitteln
Der Regenbogen
als physikalisches
Phänomen
BEGRÜNDETETE EINSCHÄTZUNG:
exakt – teilweise ungenau – ungenau
teilweise ungenau
,
da Eingrenzungen
nach Inhalt, Ziel-
gruppe (Behinde-
rungsart) fehlen,
Doppelung „spe-
zifischer Entwick-
lungsabschnitt“
teilweise unge-
nau
, da Eingren-
zungen nach Insti-
tution, Alter, Inhalt,
Methode fehlen
geschlossene
Frage, die allge-
meiner formuliert
werden muss und
teilweise ungenau
ist
, da Eingren-
zungen nach Ener-
giearten, Regionen,
Zeiträumen fehlen
ungenau
, keine
Eingrenzung auf
Inhalte, Begriffe,
Zielgruppen
teilweise un-
genau
, weitere
Eingrenzung auf
Beschreibung, Er-
klärung, Prognose
wünschenswert
KONKRETISIERTER TITEL
Die Auswirkungen
des Down-Syn-
droms auf die
Selbstständigkeit
am Beispiel der
Haushaltsführung
bei Jugendlichen
im Wohnheim ...
Musikalische
Früherziehung
und ihre Wirkung
auf sprachliche
Bildung – eine
Klanggeschichte
für Kinder unter
drei Jahren
Untersuchung der
Solarstromerträge
von Photovoltaikan-
lagen in Wohnsied-
lungen der Stadt ...
Beurteilung der Ge-
sundheitgefährdung
von Tropanalkalo-
iden in Lebensmit-
teln – eine Untersu-
chung verschiedener
Getreideerzeugnisse
für Kinder und Ju-
gendliche
Der Regenbogen
als physikalisches
Phänomen – eine
experimentelle
Untersuchung
FRAGESTELLUNG/THESE
Welche Auswir-
kungen hat die Pu-
bertät bei Menschen
mit Down-Syndrom
auf die Selbststän-
digkeit am Beispiel
der eigenen Haus-
haltsführung?
Die Klangge-
schichte ist eine
geeignete Methode
zur Förderung der
sprachlichen Ent-
wicklung für Kinder
unter drei Jahren.
Wie hoch sind die
Solarstromerträge
von Photovoltaik-
anlagen zweier
Einfamilienhäuser
im Vergleich?
Besonders beim
Verzehr von Getrei-
deprodukten mit
hohen Tropanalka-
loidgehalten treten
Gesundheitsbeein-
trächtigungen auf.
Welche Experi-
mentalanordnungen
sind geeignet, um
Rückschlüsse auf
die Entstehung
eines Regenbogens
zu ziehen?
EIGENANTEIL/METHODE
Dokumentieren und
Auswerten der
Ver-
haltensbeobach-
tung
während der
Ausübung einer
bestimmten Haus-
haltstätigkeit in
einer Wohngruppe
Gestaltung, Durch-
führung, Reflexion
einer Klangge-
schichte mittels
teilnehmender
Beobachtung
der
Kinder unter drei
Jahren in Bezug auf
ihr Sprachverhalten
Auswerten, Verglei-
chen und Beurtei-
len der
Messwert-
protokolle von
zwei Eigenheimen
Beschaffung,
Auswertung und
Interpretation von
Referenz- und
Analysedaten
über Europäische
Behörde für Lebens-
mittelsicherheit
(EFSA) und/oder
Landesämter
Planung, Aufbau,
Durchführung,
Auswertung, Doku-
mentation von
zwei Experimen-
tiersettings
zum
Teilchen- und
Wellenmodell

48 |
V 8: Fachrichtungsspezifische Ideen für den Eigenanteil
* Auf Doppelnennungen in beiden Schularten wird verzichtet.
Fächer* (BGY/FOS)
Beispiele
sprachliche/
literarische/
künstlerische
Fächer
Deutsch, Fremdsprachen,
Kunst, Musik, Literatur,
Künstlerisch-ästhetische
Praxis
Textinterpretation
Textanalyse
Textproduktion
Buchrezension
Poetry Slam
Podcast
Entwickeln einer Klanggeschichte
Liedkomposition
Spielanleitung
Theaterstück
Illustration, Comic, Gemälde, Graphik
Fotoausstellung
Video u. a. Mediengestaltung
Anwendung künstlerischer Techniken/Methoden
mit unterschiedlichen Materialien
gesellschafts-
wissenschaftliche
Fächer
Geschichte/Gemeinschafts-
kunde, Kunstgeschichte,
Gesundheit und Soziales,
Gesundheitsförderung und
Soziale Arbeit, Volks- und
Betriebswirtschaftslehre mit
Rechnungswesen sowie
Wirtschaftslehre/Recht
Zeitzeugeninterview
Meinungsumfrage
Planung eines thematischen Galeriebesuchs
Podcast
Poetry Slam
Angebotsplanung für bestimmte Zielgruppe
Projektplanung für bestimmte Zielgruppe
Pflegeplanung
Businessplan
Dokumentation und Auswertung von statistischen
Daten
mathematische/
naturwissenschaftliche/
technische Fächer
Agrartechnik mit Biologie,
Agrarbiologie, Biotechnik,
Biologie, Chemie, Ernäh-
rungslehre mit Chemie, In-
formatik, Informatiksysteme,
Mathematik, Physik, Ange-
wandte Physik, Technologie,
Technik, Technikwissen-
schaften
Untersuchung von Ökosystemen
Dokumentation von mikroskopischen Beobach-
tungen
Bestandsanalyse von pflanzlichen/tierischen
Organismen
Modell zu neuartigem Molekül
Untersuchung/Entwicklung von Apps
Ernährungsplan für bestimmte Zielgruppe/
spezielle Kostform
Befragung zum Ernährungsverhalten
lebensmittelchemische(s) Untersuchung bzw.
Experiment
Experiment zu Eigenschaften von Baustoffen
Werkstoffprüfung
Untersuchung zum Brandschutz
Bauzeichnung
Modellbau/-reflexion
CAD/CAM-Zeichnung
sonstige Fächer
Sport, Evangelische Religion,
Katholische Religion, Ethik
Trainingsplan für bestimmte Zielgruppe
Analyse von Bewegungsabläufen
Stoffwechselanalyse bei unterschiedlichen
Belastungen /Sportarten
Planung eines Kindergottesdienstes
Zuarbeit für Stolpersteinprojekt
Themenwanderung zum christlichen Brauchtum
der Region
Ausstellung in/für Kirche

| 49
V 9: Auswahl an Datenbanken
* Auf Doppelnennungen in beiden Schularten wird verzichtet.
Fächer* (BGY/FOS)
Empfehlungen geeigneter Fachdatenbanken
54
alle Fächer
DBIS (Datenbank-Informationssystem)
DNB (Deutsche Nationalbibliothek)
ZDB (Zentrale bibliografische Datenbank für
Zeitschriften/Zeitungen)
Statistik Sachsen (amtliche Statistik des Frei-
staates Sachsen)
sprachliche/
literarische/
künstlerische
Fächer
Deutsch, Fremdsprachen,
Kunst, Musik, Literatur,
Künstlerisch-ästhetische
Praxis
BDSL (dt. Sprach- und Literaturwissenschaften)
GENIOS (Kultur)
gesellschafts-
wissenschaftliche
Fächer
Geschichte/Gemeinschafts-
kunde, Kunstgeschichte,
Gesundheit und Soziales,
Gesundheitsförderung und
Soziale Arbeit, Volks- und
Betriebswirtschaftslehre mit
Rechnungswesen sowie
Wirtschaftslehre/Recht
Sowiport (Sozialwissenschaften, Politik)
UBA (Umweltthemen)
PsychSpider (Psychologie)
Fachportal Pädagogik
WISO (Wirtschafts-/Sozialwissenschaften)
Destatis (amtliche Statistik des Bundes)
RKI (Krankheitsüberwachung und -prävention)
mathematische/
naturwissenschaftliche/
technische Fächer
Agrartechnik mit Biologie,
Agrarbiologie, Biotechnik,
Biologie, Chemie, Ernäh-
rungslehre mit Chemie, In-
formatik, Informatiksysteme,
Mathematik, Physik, Ange-
wandte Physik, Technologie,
Technik, Technikwissen-
schaften
BELIT (Bioethik)
Pubmed (Medizin, englischsprachig)
GetInfo (Naturwissenschaften, Technik)
WISO (Technik)
UBA (Umweltthemen)
sonstige Fächer
Sport, Evangelische Religion,
Katholische Religion, Ethik
Sport-if (Sport)
BELIT (Bioethik)
Fachportal Pädagogik (Religion)
UBA (Umweltthemen)
PsychSpider (Psychologie)
Fachportal Pädagogik
1
54
Vgl. Beck, Lübeck (2016), S. 59 f. Die Veröffentlichung der Fachdatenbanken in der durch das LaSuB-STOR bearbeiteten
Form erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Waxmann Verlags.

50 |
V 10: Aufbau eines Exzerpts
55
Literatur-/Quellenangabe (Autor, Erscheinungsjahr, Titel, ggf. Auflage,
Erscheinungsort, Verlag)
Standort
(Bibliothek, privat,
Datenbank etc.)
Thema/Fragestellung/These
Schlagwörter Exzerpt
(Zitat/Textauszug/Zusammenfassung)
Seite
eigene Anmerkungen
1
55
Vgl. Beck, Lübeck (2016), S. 84. Die Veröffentlichung des Musters für Exzerpt in der durch das LaSuB-STOR bearbeiteten
Form erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Waxmann Verlags.

| 51
3.2
Durchführung
D 1: Formblatt für einen individuellen Arbeits- und Zeitplan
_________________
_________________
_________________
_________________
_________________
_________________
D 1: Formblatt für einen individuellen Arbeits- und Zeitplan
Individueller Arbeits- und Zeitplan
Themenwahl in der Vorbereitungsphase
Literatur-/Quellenarbeit
Recherchieren
Beurteilen
Exzerpieren
Strukturieren
Problemstellung
Formulierung der Fragestellung oder These
Bearbeitung des Eigenanteils
Durchführung, Analyse und Auswertung der Ergebnisse
Erster Textentwurf
ergänzendes und vertiefendes Literaturstudium
Überarbeitung
Fazit
Beantwortung der Fragestellung bzw.
Bestätigung oder Widerlegung der These
Interpretation und Verwendung der Rechercheergebnisse
Drucken
Digitalisieren
Heften, ggf. Binden
Erstellen einer Gliederung
Erarbeitung und Schreibprozess in der Durchführungs-
phase
Anpassung der Gliederung
Fertigstellung und Auswertung/Reflexion
Reinschrift
Korrekturlesen
Korrekturlesen lassen
Korrekturen einarbeiten
____________________
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Abgabetermin:
____________________
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___________________
___________________
___________________
Meine Erfah-
rungen:
Meine Vor-
kenntnisse:
Meine
Interessen:
V
D
A

52 |
D 2: Wissenschaftliche Sprache nach
NOLL und VODE
56
1/2
Eigenschaften
Beispiele
Begründung
SACH-
BEZOGEN
Formulieren Sie As-
pekte, die für Ihr
Thema an dieser Stelle
relevant sind.
Die in Rot und Grün
gehaltene Verpa-
ckung weist Soll-
bruchstellen auf,
damit sie leichter zu
öffnen ist.
Die Verpackung weist
Sollbruchstellen auf,
damit sie leichter zu
öffnen ist.
In diesem Fall ist es
nicht relevant, welche
Farbe die Verpackung
hat, da es nur um die
Sollbruchstelle geht.
BELEGT
Stellen Sie nur Erkennt-
nisse dar, die nach-
prüfbar und belegbar
sind. Stellen Sie keine
subjektiven Vermu-
tungen an.
Die Studie der Kran-
kenkasse ... ergab,
dass viele Jugendli-
che ihre Ernährung
umstellten. Ernäh-
rungsseminare sind
gut für Schulkinder.
Der ... -Studie aus dem
Jahr 2011 ist zu ent-
nehmen, dass 73 %
der Kinder im Alter
von 12 - 17 Jahren
bewusster mit ihren
Ernährungsgewohn-
heiten umgingen. Sie
hatten an schulischen
Projekten wie „For-
schungsreise durch
den Supermarkt“ und
„Ausgewogene Ernäh-
rung – Was ist das?“
teilgenommen.
Wörter wie „viele“ sind
zu ungenau. Auch
Studien sollten genau
benannt sein sowie
deren Zweck.
NEUTRAL
Vermeiden Sie Wer-
tungen und eigene
Einschätzungen.
Eine Statistik aus
dem Jahre 2012 zeigt
jedoch, dass die Kri-
minalrate in den letz-
ten 20 Jahren leider
gestiegen ist. Dies ist
laut einer Studie des
Kriminalamtes wahr-
scheinlich auf die viel
zu hohe Verbreitung
von Schusswaffen
zurückzuführen.
Eine Statistik aus dem
Jahre 2012 zeigt, dass
die Kriminalrate in
den letzten 20 Jahren
gestiegen ist. Dies ist
laut einer Studie des
Kriminalamtes auf die
steigende Verbreitung
von Schusswaffen
zurückzuführen.
„Viel zu hohe“ und
„wahrscheinlich“ sind
sowohl wertende als
auch vage Wörter.
PRÄZISE UND EINDEUTIG
Vermeiden Sie Füllwör-
ter und kommen Sie
möglichst schnell auf
den Punkt.
Natürlich muss die
Abwärme einer isother-
men Verdichtung ab-
geführt werden, doch
um dies zu tun, ist die
Verdichtung allerdings
viel zu klein.
Um die Abwärme einer
isothermen Verdich-
tung abzuführen, ist
diese zu klein.
Füllwörter wie „aller-
dings“ und „viel“ sind
überflüssig.
Verwenden Sie keine
mehrdeutigen Adjek-
tive.
In der heutigen Gene-
ration ist jugendlicher
Übermut nicht selten.
In der heutigen Gene-
ration ist Übermut der
Jugend nicht selten.
Jugendlicher Über-
mut kann auch einen
60-Jährigen betreffen
und ist somit kein
jugendspezifisches
Problem. Das Adjektiv
„jugendlich“ ist hier
nicht eindeutig.
1
56
Vgl. Noll, Maria; Vode, Dzifa (2016): Wissenschaftliche Sprache. Handout. Technische Hochschule Nürnberg, S. 1 - 2.
URL:https://www.th-nuernberg.de/fileadmin/abteilungen/sll/Dokumente/Schreibzentrum/Handouts/161214_Wissen
schaftliche_Sprache.pdf [letzter Zugriff am 27.05.2018]. Die Veröffentlichung zur Wissenschaftlichen Sprache in der
durch das LaSuB-STOR bearbeiteten Form erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Autorinnen der TH Nürnberg.

| 53
D 2: Wissenschaftliche Sprache nach
NOLL und VODE
57
2/2
Eigenschaften
Beispiele
Begründung
PRÄZISE UND EINDEUTIG
Vermeiden Sie lange
Umschreibungen, die
Sie mit einem Fachbe-
griff ausdrücken können.
Aber erklären Sie den
Fachbegriff einmal in Ih-
rem wissenschaftlichen
Text.
An dieser Stelle
empfehlen Experten
Schulen, die über
den vormittäglichen
Unterricht hinaus an
mindestens drei Ta-
gen in der Woche ein
ganztägiges Angebot
haben, das täglich
mindestens sieben
Zeitstunden umfasst.
An dieser Stelle emp-
fehlen Experten Ganz-
tagsschulen.
Nicht jeder Laie muss
Ihren Text verstehen
können. Achten Sie
hierbei auf Ihre Ziel-
gruppe.
KURZ UND PRÄGNANT
Lange, verschachtelte
Sätze sind für den Leser
schwierig zu verstehen.
Lassen Sie deshalb un-
wichtige Informationen
weg. Bilden Sie lieber
zwei Sätze statt einen
langen. Auch deshalb
sollten Sie Füllwörter
vermeiden, denn sie
verlängern den Satz nur
unnötig.
Aufgrund des wei-
terhin anhaltenden
Wachstums des
Internets hinsichtlich
Teilnehmerzahlen und
Datenaufkommen,
aber auch durch die
gestiegenen Anfor-
derungen ständig
wachsenden An-
wendungsspektrums
lassen sich zahlreiche
Anwendungen mit den
traditionellen, auf Cli-
ent-Server-Ansätzen
basierenden Metho-
den oft nur noch mit
erheblichem Aufwand
realisieren.
Zahlreiche Anwen-
dungen des Internets
lassen sich mit der
Client-Server-Technik
realisieren – heute
jedoch nur noch mit
erheblichem Aufwand.
Gründe dafür sind
die ständig steigende
Teilnehmerzahl und die
wachsenden Anforde-
rungen neuer Anwen-
dungsarten.
Bis der Leser zum
Ende dieses langen
und verschachtelten
Satzes kommt, hat
er den Anfang schon
wieder vergessen.
FORMAL
Vermeiden Sie eine
übertrieben förmliche
Sprache.
In Justizvollzugsan-
stalten sind Menschen
inhaftiert, die ihr Le-
ben dem Verbrechen
dezidiert haben.
In Justizvollzugsan-
stalten sind straffällig
gewordene Menschen
inhaftiert.
Das Wort „dezidiert“ ist
in diesem Zusammen-
hang ungewöhnlich
und wirkt abgehoben.
Vermeiden Sie Um-
gangssprache und
Jargon.
Die Jugendlichen in
dieser Schule tragen
häufig alte und schä-
bige Klamotten.
Die Jugendlichen in
dieser Schule tragen
häufig verschlissene
Kleidung.
Die Formulierung
„schäbige Klamotten“
ist umgangssprachlich
und wertend.
Vermeiden Sie Werbe-
sprache.
Die Erfolgsstory
von FIT UND AKTIV
begann vor ca. 70
Jahren.
Das Programm für
Senioren FIT UND
AKTIV besteht seit
1946.
Die Wendung „Erfolgs-
story“ vermittelt den
Eindruck von Werbe-
sprache. Die Formu-
lierung „vor ca. 70
Jahren“ ist unpräzise.
1
57
Vgl. Noll, Vode (2016), S. 2 - 4. Die Veröffentlichung zur Wissenschaftlichen Sprache in der durch das LaSuB-STOR
bearbeiteten Form erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Autorinnen der TH Nürnberg.

54 |
D 3: Beispiel für ein Titelblatt
Berufliches Schulzentrum …
Fachoberschule/Berufliches Gymnasium
Fachrichtung ...
Facharbeit/Belegarbeit
im Fach …
Titel
............................
ggf. Untertitel
............................
Verfasserin/Verfasser:
Klasse/Kurs:
Schuljahr/Kurshalbjahr:
Betreuerin/Betreuer:
Ort, Datum:

| 55
D 4: Checkliste für ein Inhaltsverzeichnis/eine Gliederung
58
Checkliste für Inhaltsverzeichnis/Gliederung
Meine Fach-/Belegarbeit enthält alle Bestandteile:
Titelblatt, Inhaltsverzeichnis/Gliederung, Literatur- und ggf. Quellenverzeichnis,
Selbstständigkeitserklärung, ggf. Tabellen- und Abbildungsverzeichnis, Anhang, CD
Ȼ
Meine Arbeit enthält Einleitung, Hauptteil und Schluss.
Ȼ
Der Hauptteil ist in verschiedene Abschnitte untergliedert.
Ȼ
Alle Gliederungspunkte stehen in Bezug zu meiner Fragestellung/These.
Ȼ
Es ist ein roter Faden für meine Arbeit erkennbar.
Ȼ
Die Überschriften aller Kapitel und Abschnitte sind aussagekräftig.
Ȼ
Ich habe alle formalen Aspekte zur Gliederung eingehalten.
Ȼ
Die Einleitung enthält alle notwendigen Aspekte.
Ȼ
Im Schluss/Fazit beantworte ich die zentrale Fragestellung bzw. bestätige/widerlege die These.
Ȼ
1
58
Vgl. Beck, Lübeck (2016), S. 49. Die Veröffentlichung der Checkliste in der durch das LaSuB-STOR bearbeiteten Form
erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Waxmann Verlags.

56 |
D 5: Beispiel für ein Anlagenverzeichnis
Anlagenverzeichnis
Seite
Anlage 1
Artikel aus der Fachzeitschrift ...
16
Anlage 2
Fragebogen zum Thema ...
17
Anlage 3
x
Anlage 4
x
Anlage 5
x

| 57
3.3
Auswertung
A 1: Bewertung der Fach-/Belegarbeit
1
59
Die Verteilung der BE auf einzelne Bewertungskriterien entscheidet die jeweilige Fachkonferenz der Schule.
Schule ...
Bewertung der Fach-/Belegarbeit
Name der Schülerin/des Schülers:
Klasse/Kurs:
Thema/Fach/Fachrichtung:
Name der betreuenden Fachlehrerin/des betreuenden Fachlehrers und ggf. der Kooperationspartnerin/des
Kooperationspartners:
Bewertungskriterien
Bewertungseinheiten
59
(BE)
erreicht
maximal
1. Inhaltlicher Aspekt
(Themenwahl/-eingrenzung, zentrale Fragestellung/These, Originalität, Qualität und Umfang
der Recherchen, Bezug zu relevanter Fachliteratur, gezielte theoretische Auseinandersetzung,
Exaktheit und Logik in der Darstellung, Reflexion der Ergebnisse, Nachvollziehbarkeit der
Schlussfolgerungen, wissenschaftlicher Erkenntnisgewinn)
20
2. Methodischer Aspekt
(Wahl, Anwendung und kritische Reflexion des methodischen Vorgehens, Darstellung und Aus-
wertung der Ergebnisse, Zusammenhänge/vernetztes Denken, Argumentationsketten, fachspe-
zifischer Einsatz von Grafiken und Abbildungen, Darstellung eigener Positionen, Umgang mit
wissenschaftlicher Literatur)
10
3. Sprachlicher Aspekt
(Textverständnis, Eigenständigkeit in der Textverfassung, Sprachniveau, Fachsprache, Ausdruck/
Stil, Rechtschreibung, Grammatik)
10
4. Formaler Aspekt
(Gesamteindruck, Vollständigkeit, Titelblatt, Textgestaltung, Zitiertechnik, Literaturverzeichnis,
Selbstständigkeitserkärung)
10
GESAMT:
50 BE
Verbale Gesamteinschätzung (Worturteil)
siehe Rückseite
NOTENPUNKTE/NOTE:
Bewertung durch: ..........................................................................................................................
(Ort, Datum/Unterschrift der Korrektorin/des Korrektors)
Kenntnisnahme durch: ...................................................................................................................
(Ort, Datum/Unterschrift der Schülerin/des Schülers)

58 |
A 2: Gesamteinschätzung der Fach-/Belegarbeit
Diese Tabelle liefert standardisierte Textbausteine für ein eine kurze verbale Gesamteinschätzung (Worturteil). Sie dient als Ausgangspunkt für eine Gesamt-
einschätzung, die die Individualität der Schülerleistung würdigt.
Kriterium
Gesamteinschätzung (Worturteil)
Eine sehr gute Leistung liegt vor, wenn ...
Eine gute Leistung liegt vor, wenn ...
Eine befriedigende Leistung liegt vor, wenn ...
Inhaltlicher Aspekt
die Aufgabe in besonderem Maße erfasst ist.
die Aufgabe vollständig erfasst ist.
die Aufgabe im Allgemeinen erfasst ist.
die Gliederung konsequent themenbezogen
und logisch aufgebaut ist.
der rote Faden durchweg klar erkennbar ist.
die Gliederung themenbezogen und überwie-
gend logisch aufgebaut ist.
der rote Faden klar erkennbar ist.
die Gliederung themenbezogen und logisch,
mit geringfügigen Mängeln aufgebaut ist.
der rote Faden im Wesentlichen klar erkennbar ist.
die schriftlichen Ausführungen von einer
souveränen Sachkenntnis zeugen.
Fachtexte zur Fragestellung/These durchweg
überzeugend, kritisch und fehlerfrei bearbei-
tet sind.
die schriftlichen Ausführungen von einer
angemessenen Sachkenntnis zeugen.
Fachtexte zur Fragestellung/These überzeu-
gend, kritisch und fehlerfrei bearbeitet sind.
die schriftlichen Ausführungen von einer im Allge-
meinen angemessenen Sachkenntnis zeugen.
Fachtexte zur Fragestellung/These überwie-
gend richtig und kritisch mit Ungenauigkeiten
bearbeitet sind.
Methodischer Aspekt
die Vorarbeiten, Recherchen und das me-
thodische Vorgehen zur Fragestellung/These
sehr umfänglich und fundiert sind.
eine kritische Reflektion der Methode tief-
gründig erfolgt.
die Vorarbeiten, Recherchen und das me-
thodische Vorgehen zur Fragestellung/These
ausgewogen sind.
eine kritische Reflektion der Methode gründ-
lich erfolgt.
die Vorarbeiten, Recherchen und das me-
thodische Vorgehen zur Fragestellung/These
etwas unausgewogen sind.
eine kritische Reflektion der Methode überwie-
gend richtig mit einzelnen Schwächen erfolgt.
ein gezielter und korrekter Einsatz von
fachspezifischen Grafiken, Abbildungen etc.
vorliegt.
ein nahezu gezielter und korrekter Einsatz
von fachspezifischen Grafiken, Abbildungen
etc. vorliegt.
ein überwiegend zielorientierter und fehler-
freier Einsatz von fachspezifischen Grafiken,
Abbildungen etc. vorliegt.
eine eigene Position deutlich erarbeitet wird.
eine eigene Position überzeugend erarbeitet
wird.
eine eigene Position im Wesentlichen über-
zeugend erarbeitet wird.
eine durchweg überzeugende Darstellung
und eine klar gegliederte Argumentation
erkennbar sind.
eine überzeugende Darstellung und eine klar
gegliederte Argumentation erkennbar sind.
eine im Wesentlichen überzeugende Darstel-
lung und Argumentation erkennbar sind.
Sprachlicher Aspekt
die sprachliche Gestaltung treffend, gewandt,
differenziert ist und in besonderem Maße der
Norm entspricht.
die sprachliche Gestaltung flüssig, differen-
ziert ist und voll der Norm entspricht.
die sprachliche Gestaltung noch flüssig ist
und im Allgemeinen der Norm entspricht.
Formaler Aspekt
die Form vorbildlich den Anforderungen ent-
spricht, Zitate eindeutig gekennzeichnet sind,
das Literaturverzeichnis korrekt und ausführ-
lich erstellt ist.
die Form den Anforderungen entspricht, Zitate
mit wenigen Ausnahmen deutlich gekenn-
zeichnet sind, das Literaturverzeichnis korrekt
erstellt ist.
die Form im Allgemeinen den Anforderungen
entspricht, Zitate überwiegend regelkonform
gekennzeichnet sind, das Literaturverzeichnis
vollständig, mit geringen Mängeln erstellt ist.
Selbstständigkeit
durchweg selbstständiges Arbeiten nachge-
wiesen worden ist.
selbstständiges Arbeiten mit vereinzelten
Hilfestellungen nachgewiesen worden ist.
überwiegend selbstständiges Arbeiten mit eini-
gen Hilfestellungen nachgewiesen worden ist.

| 59
Kriterium
Gesamteinschätzung (Worturteil)
Eine ausreichende Leistung liegt vor, wenn ...
Eine mangelhafte Leistung liegt vor, wenn ...
Eine ungenügende Leistung liegt vor, wenn ...
Inhaltlicher Aspekt
die Aufgabe teilweise erfasst ist.
die Aufgabe ansatzweise erfasst ist.
die Aufgabe nicht erfasst ist.
die Gliederung weitgehend themenbezogen
und noch logisch aufgebaut ist.
der rote Faden teilweise erkennbar ist.
die Gliederung ansatzweise themenbezogen
und logisch aufgebaut ist.
der rote Faden in Ansätzen erkennbar ist.
die Gliederung nicht themenbezogen und
logisch aufgebaut ist.
der rote Faden nicht erkennbar ist.
die schriftlichen Ausführungen von ausrei-
chender Sachkenntnis zeugen.
Fachtexte zur Fragestellung/These im
Großen und Ganzen richtig, aber oberfläch-
lich und ansatzweise kritisch bearbeitet sind.
die schriftlichen Ausführungen von mangeln-
der Sachkenntnis zeugen.
Fachtexte zur Fragestellung/These häufig
oberflächlich, teilweise verfehlt und kaum
kritisch bearbeitet sind.
die schriftlichen Ausführungen von ungenü-
gender Sachkenntnis zeugen.
Fachtexte zur Fragestellung/These sehr ober-
flächlich, fehlerhaft und verworren bearbeitet
sind.
Methodischer Aspekt
die Vorarbeiten, Recherchen und das me-
thodische Vorgehen zur Fragestellung/These
unausgewogen sind.
eine kritische Reflektion der Methode ober-
flächlich ist und einige Mängel aufweist.
die Vorarbeiten, Recherchen und das me-
thodische Vorgehen zur Fragestellung/These
kaum abgestimmt sind.
eine kritische Reflektion der Methode un-
vollständig erfolgt ist und deutliche Mängel
aufweist.
die Vorarbeiten, Recherchen und das me-
thodische Vorgehen zur Fragestellung/These
nicht abgestimmt sind.
eine kritische Reflektion der Methode nicht
erfolgt ist oder große Mängel aufweist.
fachspezifische Grafiken, Abbildungen etc. teil-
weise sinnvoll, mit einigen Mängeln vorliegen.
fachspezifische Grafiken, Abbildungen etc.
häufig nicht sinnvoll und fehlerhaft vorliegen.
fachspezifischen Grafiken, Abbildungen etc.
nicht sinnvoll, mit großen Mängeln oder gar
nicht vorliegen.
eine eigene Position teilweise überzeugend
erarbeitet wird.
eine eigene Position in Ansätzen überzeu-
gend erarbeitet wird.
eine eigene Position nicht überzeugend, falsch
oder gar nicht erarbeitet wird.
eine teilweise überzeugende Darstellung und
Argumentation erkennbar sind.
eine ansatzweise überzeugende Darstellung
und Argumentation erkennbar sind.
durchweg keine überzeugende Darstellung
und Argumentation erkennbar sind.
Sprachlicher Aspekt
die sprachliche Gestaltung teilweise unange-
messen, einförmig und fehlerhaft ist.
das Textverständnis stellenweise beeinträchtigt ist.
die sprachliche Gestaltung erhebliche Mängel
aufweist und einförmig ist.
das Textverständnis erheblich eingeschränkt ist.
die sprachliche Gestaltung unangemessen, sehr
einförmig und schwerwiegend fehlerhaft ist.
der Text kaum oder nicht verständlich ist.
Formaler Aspekt
die Form im Ganzen noch den Anforderun-
gen entspricht, Mängel aufweist, Zitate nur
teilweise regelkonform gekennzeichnet sind,
das Literaturverzeichnis oberflächlich und nur
teilweise korrekt erstellt ist.
die Form vereinzelt den Anforderungen
entspricht, Zitate ansatzweise regelkonform
gekennzeichnet sind, das Literaturverzeichnis
unvollständig und fehlerhaft erstellt ist.
die Form nicht den Anforderungen entspricht,
Zitate nicht gekennzeichnet sind (Plagiat), das
Literaturverzeichnis größtenteils mangelhaft
oder gar nicht erstellt ist.
Selbstständigkeit
teilweise selbstständiges Arbeiten mit häufigen
Hilfestellungen nachgewiesen worden ist.
kaum selbstständiges Arbeiten mit sehr häu-
figen Hilfestellungen nachgewiesen worden ist.
kein selbstständiges Arbeiten mit permanenter
Hilfestellung nachgewiesen worden ist.

60 |
A 3: Zusatzmodul zur Einschätzung des Arbeitsprozesses
A 3.1 Selbsteinschätzung durch den Schüler
A 3.2 Fremdeinschätzung durch den Fachlehrer und/oder außerschulischen Betreuer
Indikatoren eines individuellen Arbeitsprozessberichtes
60
:
1. Grundlegende Daten: Thema, Titel, Zeitraum der Fach-/Belegarbeit
2. Chronologische Tätigkeitsbeschreibung in den jeweiligen Arbeitsphasen
3. Welche Arbeitsschritte konnten gut gelöst werden?
4. An welchen Stellen sind Schwierigkeiten aufgetreten?
5. Wie wurden die Schwierigkeiten gelöst?
6. Persönliche Zufriedenheit in Bezug auf das Ergebnis und die Ziele?
7. Perspektiven für folgende Projekte?
Kriterium
Indikator
Ausprägungsgrad
Bemerkungen
voll erfüllt
überwigend
erfüllt
teilweise
erfüllt
kaum erfüllt
Selbstständig-
keit
Es wurden kaum Hilfestellungen des Betreu-
ers vor dem Entstehungsprozess benötigt.
Es wurden kaum Hilfestellungen des
Betreuers während des Entstehungspro-
zesses benötigt.
Die Konsultationen wurden für konkrete
Fragestellungen genutzt.
Zuverlässig-
keit
Konsultationstermine wurden pünktlich
und vorbereitet wahrgenommen.
Absprachen/Vereinbarungen wurden ein-
gehalten.
Arbeits-
organisation
Ein individueller realistischer Arbeits- und
Zeitplan wurde vorgelegt.
Eigene Ideen und Ausarbeitungen wurden
zu den Konsultationen vorgestellt.
Kritikfähigkeit Mit kritischen Anregungen des Betreuers
wurde situationsgerecht umgegangen.
Anregungen des Betreuers wurden aufge-
nommen und umgesetzt.
1
60
Vgl. Bohl, Thorsten (2004): Prüfen und Bewerten im Offenen Unterricht. 2., erweiterte Auflage, Weinheim und Basel:
Beltz Verlag, S. 127.

| 61
A 4: Selbst- und Fremdeinschätzung des Arbeitsverhaltens
Schätzen Sie folgende Kriterien zum Arbeitsverhalten ein.
Nutzen Sie dafür das individuelle Portfolio der Fach-/Belegarbeit.
Durchführung:
Kreuzen Sie für jedes Kriterium auf der entsprechenden Achse von 1 bis 5 im Spinnennetz an. Verbinden Sie
alle Kreuze miteinander.
Hinweis:
Die Achsenmarkierungen beschreiben folgende Ausprägungsgrade
61
:
5 ... vollständig erfüllt, 4 ... überwiegend erfüllt, 3 ... teilweise erfüllt, 2 ... wenig erfüllt, 1 ... nicht erfüllt
Auswertung:
Das entstandene Spinnennetzbild spiegelt die Stärken und Schwächen optisch wider. Parallel kann eine indi-
viduelle Analyse zwischen Schüler – Lehrer – ggf. außerschulischem Betreuer erstellt werden, damit sich der
Schüler effektiv mit den Fremdeinschätzungen vergleichen kann. Darüber hinaus können mehrere Schüler-
bewertungen einer Klasse oder eines Kurses übereinander gelegt werden, um Klassen-/Kursvergleiche eines
Jahrganges zu erhalten.
65
A 4: Selbst- und Fremdeinschätzung des Arbeitsverhaltens
Schätzen Sie folgende Kriterien zum Arbeitsverhalten ein.
Nutzen Sie dafür das individuelle Portfolio der Fach-/Belegarbeit.
Durchführung:
Kreuzen Sie für jedes Kriterium auf der entsprechenden Achse von 1 bis 5 im Spinnennetz an.
Verbinden Sie alle Kreuze miteinander.
Hinweis:
Die Achsenmarkierungen beschreiben folgende Ausprägungsgrade
61
:
5 ... vollständig erfüllt, 4 ... überwiegend erfüllt, 3 ... teilweise erfüllt, 2 ... wenig erfüllt, 1 ... nicht erfüllt
Auswertung:
Das entstandene Spinnennetzbild spiegelt die Stärken und Schwächen optisch wider. Parallel
kann eine individuelle Analyse zwischen Schüler
Lehrer
ggf. außerschulischem Betreuer
erstellt werden, damit sich der Schüler effektiv mit den Fremdeinschätzungen vergleichen kann.
Darüber hinaus können mehrere Schülerbewertungen einer Klasse oder eines Kurses überei-
nander gelegt werden, um Klassen-/Kursvergleiche eines Jahrganges zu erhalten.
61
Hinweis: Die Ausprägungsgrade entsprechen keinen Noten.
1
2
3
4
5
eigenständiges
Verfassen von Texten
sorgfältige
Literaturrecherche
Lösen der
Pflichtaufgaben
umfangreiche
themenorientierte
Zusatzmaterialien
strukturierte Sammlung
von Arbeitsmaterialien
Einhaltung des Arbeits-
und Zeitplans
kontinuierliches
Arbeitsverhalten
Einschätzung des Arbeitsverhaltens
Schüler/in
Lehrer/in
außerschulische(r) Betreuer/in
1
61
Hinweis: Die Ausprägungsgrade entsprechen keinen Noten.

62 |
A 5: Checkliste zur Vorbereitung und Durchführung der Präsentation
Checkliste zur Vorbereitung und Durchführung der Präsentation
Überlegungen vor der Präsentation …
die eigene Fach-/Belegarbeit genau lesen
Ȼ
zentrale Zielsetzung verdeutlichen
Ȼ
wesentliche Inhalte der Fach-/Belegarbeit herauskristallisieren
Ȼ
relevante, verwendete Literatur wiederholend lesen
Ȼ
formale Vorgaben beachten (z. B. zeitlicher Rahmen)
Ȼ
geeignete Präsentationsmedien wählen
Ȼ
organisatorische Aspekte bedenken (Moderationsschritte, Raumgestaltung, passendes
Outfit)
Ȼ
Augenmerk während der Präsentation …
Thema/wissenschaftliche Fragestellung oder These vorstellen
Ȼ
Zielstellung verdeutlichen
Ȼ
Gliederung der eigenen Präsentation darlegen und Aufbau kurz erläutern
Ȼ
Präsentation klar strukturieren
Ȼ
rotem Faden (Einleitung, Hauptteil, Schluss) folgen
Ȼ
wesentliche Ergebnisse/Kern der Fach-/Belegarbeit darstellen
Ȼ
verständliche Formulierungen verwenden
Ȼ
Begriffsdefinitionen einsetzen/mit Fachtermini korrekt umgehen
Ȼ
sprachliche Signale setzen (z. B. Bearbeitung VIER wesentlicher Punkte)
Ȼ
KEINE pauschalisierten, verallgemeinernden Aussagen verwenden
Ȼ
Alltagssprache vermeiden/Wissenschaftlichkeit wahren
Ȼ
wichtige Daten und Fakten visualisieren
Ȼ
kritische Reflexion der eigenen Arbeit (Methode und Ergebnisse)
Ȼ
Zusammenfassung/Fazit geben
Ȼ
Rückschluss auf Eingangsfrage oder These ziehen
Ȼ
ZEITVORGABE einhalten
Ȼ
Vorsicht bei …
Prüfen der Angemessenheit/Relevanz ausgewählter Inhalte für die Präsentation
Ȼ
Verwendung von Medien
Ȼ
Überprüfen der Zuverlässigkeit der Literatur-/Quellen
Ȼ
Angabe der Literatur-/Quellen (z. B. Statistiken, Zitate, Bilder)
Ȼ
formaler Gestaltung wie Schriftgröße (mind. 12/14 Pt.), Schriftart und -farbe
Ȼ

| 63
A 6: Tipps für die Präsentation der Fach-/Belegarbeit
Kontaktaufbau zwischen dem Präsentator und den Zuhörern
Zuhörer begrüßen
eigene Person vorstellen (falls den Zuhörern unbekannt)
Zuhörer ggf. über organisatorischen Rahmen informieren
(Zeit, Umgang mit Fragen etc.)
Darstellung der Kerninhalte der Fach-/Belegarbeit in der klassischen Dreiteilung
I. Einleitung (ca. 10 %)
Thema und Zielsetzung
Interesse erzeugen, Aufmerksamkeit wecken (sog. „Ohr-Öffner“)
Thema vorstellen
Auswahl des Themas begründen
zentrale Fragestellung oder These erläutern
Auswahl der methodischen Vorgehensweise begründen
Gliederung vorstellen und zentrale Gliederungspunkte nennen
II. Hauptteil (ca. 80 %)
Themenrelevante Sachinformationen und Vorstellung der Ergebnisse
wichtige Aussagen/Erkenntnisse der Fach-/Belegarbeit präsentieren
Resultate/Ergebnisse/zentrale Inhalte, Beispiele darlegen
auf die eingangs gestellte(n) Frage(n) oder These(n) eingehen
zentrale wissenschaftliche Fragestellung beantworten
mit der eigenen Untersuchung kritisch auseinandersetzen
III. Schluss (ca. 10 %)
Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick
Schlussfolgerungen/Resümee ziehen
Ausblick geben
Verabschiedung der Zuhörer

64 |
A 7: Bewertung der Präsentation bzw. mündlichen Verteidigung der Fach-/Belegarbeit
Kriterien
Indikatoren
Ausprägungsgrad
trifft voll-
ständig zu
(2 BE)
trifft teil-
weise zu
(1 BE)
trifft kaum/
nicht zu
(0 BE)
Umfang/Reduktion des Inhalts
Das Zeitlimit wird eingehalten.
Die Kerninhalte werden gleichmäßig gewürdigt.
Der Inhalt der Fach-/Belegarbeit wird thesenartig, strukturiert zusammengefasst.
Aufbau/Gliederung
Der Einstieg weckt Interesse.
Die Zielorientierung wird klar formuliert.
Die Präsentation ist konsequent auf das Thema fokussiert.
Die Argumentation ist logisch aufgebaut.
Die klassische Dreiteilung (Einleitung, Hauptteil, Schluss) ist klar erkennbar.
Wissenschaftlichkeit
Die theoretische oder/und empirische Arbeitsmethode wurde begründet
vorgestellt und die Ergebnisse reflektiert.
Die Präsentation beweist souveränes Hintergrundwissen, bezieht wissenschaft-
liche Ergebnisse zur Unterstützung der eigenen Position ein.
Die Zusammenhänge sind fachlich korrekt dargestellt.
Mögliche Fragen der Zuhörer werden im Vorfeld berücksichtigt.
Wissenschaftliche Arbeitsweisen (z. B. Zitieren, Bibliografieren) werden
korrekt angewendet.
Vortragsweise/Rhetorik/Körpersprache
Die Präsentation ist flüssig und wird weitgehend frei gehalten.
Die Fachsprache ist exakt.
Die Formulierungen sind treffend, prägnant und verständlich.
Betonung, Sprechtempo und Lautstärke sind optimal.
Der Blickkontakt zu den Zuhörern wird nahezu durchgängig gehalten.
Mimik und Gestik unterstützen die Ausführungen sinnvoll.
Veranschaulichung/Medieneinsatz
Die Materialien zur Veranschaulichung sind originell, gut lesbar und fehlerfrei.
Das Arbeitsblatt/Handout fasst das Wichtigste zur Präsentation zusammen.
Der Einsatz von Medien und Hilfsmitteln ist zweckmäßig.
Fachgespräch/Diskussion
Auf Nachfragen der Zuhörer reagiert der Präsentator sicher.
Fachfragen werden richtig beantwortet.
Fachliche Fehler in der Präsentation werden selbst erkannt und berichtigt.
Gesamtleistung
/50 BE
Notenpunkte/Note
Unterschriften
------------------------------------------------
(Fachlehrer/in 1 und Fachlehrer/in 2)

| 65
Notizen/Bemerkungen:

image
image
66 |
A 8: Reflexion nach dem Prinzip des Feedback-Burgers
Abbildung 7: Phasen nach dem Prinzip des Feedback-Burgers
62
A 8:
Reflexion nach dem Prinzip des Feedback-Burgers
CC0/Pixabay/URL: https://pixabay.com
Abbildung 7: Phasen nach dem Prinzip des Feedback-Burgers
62
Schritt
Phasen
Reflexion der Fach-/Belegarbeit
5
Wertschätzendes
4
Wunsch
3
Wirkung
2
Wahrnehmung
1
Wertschätzendes
62
Bildernachweis: CC0, URL: https://pixabay.com/de/abstrakt-barbeque-bbq-sch%C3%B6nheit-1238246/
[letzter Zugriff am 15.05.2018].
1. Wertschätzendes
Kritisches in drei W
4. Wunsch
3. Wirkung
2. Wahrnehmung
5. Wertschätzendes
1
62
Bildernachweis: CC0, URL: https://pixabay.com/de/abstrakt-barbeque-bbq-sch%C3%B6nheit-1238246/ [letzter Zugriff
am 15.05.2018].
Schritt
Phasen
Reflexion der Fach-/Belegarbeit
5
Wertschätzendes
4
Wunsch
3
Wirkung
2
Wahrnehmung
1
Wertschätzendes

| 67
Formularservice
F 1: Betreuungsvereinbarung
63
1
63
Die Veröffentlichung der Mustervorlage zur Betreuungsvereinbarung in der durch das LaSuB-STOR bearbeiteten Form
erfolgt mit freundlicher Genehmigung des BSZ Kamenz.
Schule: ......................................................................................................................................................
Name der Schülerin/des Schülers: .............................................................................................................
Klasse/Kurs: ..............................................................................................................................................
Fach: ..................................................................
Betreuerin/Betreuer der Schule:
................................................................................
außerschulische Betreuerin/außerschulischer
Betreuer:
................................................................................
Arbeitsthema:
..................................................................................................................................................................
..................................................................................................................................................................
..................................................................................................................................................................
Belehrung:
- Bei Nichterfüllung des Leistungsnachweises wird die Note „ungenügend“ erteilt. (Versäumnis eines
Leistungsnachweises gemäß § 22 BGySO vom 10. November 1998 i. d. j. g. F. bzw. § 16 FOSO vom
27. Februar 2017 i. d. j . g. F.)
- Terminverlängerung wird nur in begründeten Ausnahmefällen, z. B. bei Krankheit, nach schriftlicher
Beantragung beim betreuenden Fachlehrer gewährt.
- Die Zitatkennzeichnung erfolgt nach Vorschrift der Schule.
Konsultationen
Datum
Signum der Fachlehrerin/des Fachlehrers
(1)
(2)
(3)
Abgabetermin:
Bemerkungen:
z. B.
- Informationen zur Bewertung
- Aushändigung des Portfolios
- etc.
....................................................................................................................................
Unterschrift Fachlehrerin/Fachlehrer
Ort, Datum
Unterschrift Schülerin/Schüler

68 |
F 2: Inhalte und Hinweise für die Kooperationsvereinbarung
Inhalte
Hinweise
Name, Anschrift und Kontaktdaten des
außerschulischen Kooperationspartners
Benennung des verantwortlichen Betreuers
Name des Schülers, Geburtsdatum, private
Anschrift, Kontaktdaten
Vertretung durch Personensorgeberechtigte, wenn
Lebensalter des Schülers unter 18 Jahren
Name des betreuenden Lehrers, Name und
Anschrift der Schule
Ziel(e) der Kooperation
Dauer und Zeit der Kooperation
Aufgaben des Kooperationspartners
Anweisungen des Kooperationspartners befolgen
keine unangemessenen oder gesundheitsgefährdenden
Tätigkeiten ausüben, ggf. erforderliche Atteste vorlegen
Rückgabe der zur Verfügung gestellten Materialien,
Unterlagen, Gegenstände und Arbeitsschutzkleidung
Meldung im Krankheitsfall
Regelung zur Fürsorge und Aufsichtspflicht
Einhaltung Jugendarbeitsschutzgesetz
Belehrungen/Unterweisungen: Betriebsordnungen,
Arbeitsschutz- und Unfallverhütungsvorschriften
Vergütung/Aufwandsentschädigung
keine Vergütung für Schüler während der Kooperation
Versicherungen
Unfallschutz
Deckungsschutz für Haftpflicht- und Sachschäden
Geheimhaltung
Umgang mit vertraulichen internen Informationen und
Daten des Kooperationspartners
Verwendung der Kooperationsergebnisse
Einverständnis zur Veröffentlichung der in Zusammen-
arbeit mit dem Kooperationspartner erhaltenen Unter-
suchungsergebnisse des Schülers
Sonstiges
vorzeitige Auflösung der Kooperation
Einverständnis zur Speicherung der Daten für die
Organisation der Kooperation

| 69
F 3: Selbstständigkeitserklärung
Selbstständigkeitserklärung
Ich erkläre, dass ich die vorliegende Arbeit selbstständig und ohne fremde Hilfe verfasst und keine
anderen Hilfsmittel als angegeben verwendet habe. Insbesondere versichere ich, dass ich alle
wörtlichen und sinngemäßen Übernahmen aus anderen Werken als solche kenntlich gemacht habe.
Ort/Datum:
Unterschrift:

70 |
4 Glossar
Bezugsnormen
Jede Leistung wird auf der Grundlage einer bestimmten Norm bewertet. Es wird die individuelle, soziale oder sach-
liche Bezugsnorm unterschieden.
Sachliche
Bezugsnormen legen die inhaltlichen, auf den Lerngegenstand bezogenen Anforderungen fest und
sind damit gruppenunabhängig.
Soziale
Bezugsnormen setzen die Schülerleistung ins Verhältnis zur Leistung der gesamten Lerngruppe, dessen
Mitglied der Lernende ist.
Individuelle
Bezugsnormen beziehen sich auf den Lernfortschritt des einzelnen Schülers.“
64
Die Leistungsentwick-
lung des Einzelnen über eine Zeitspanne wird deutlich. Es erfolgt kein Vergleich seiner Leistung mit denen der
anderen Schüler.
Empirische Arbeitsmethoden
Durch gezielte, systematisch geplante Beobachtungen und Beschreibungen von Ausschnitten der Wirklichkeit und
der Gewinnung von Daten durch Messungen können theoretische Ansätze oder Gesetzmäßigkeiten erklärt bzw. neue
Erkenntnisse gewonnen werden. Beobachtungen, Befragungen, Interviews, Experimente und Dokumentenanalysen
(z. B. empirische Datenerhebungen aus Briefen, Urkunden, Zeitungsartikeln) gehören zu den empirischen Unter-
suchungsmethoden.
65
Empirische Methoden können in qualitative (zum Verstehen beitragende), wie z. B. ein nicht
standardisiertes Interview, und quantitative (objektiv messende) Verfahren, wie z. B. eine standardisierte Befragung,
unterschieden werden.
Exposé
Das Exposé kann als Projektplan verstanden werden. Mit ihm wird eine wissenschaftliche Arbeit geplant, indem eine
eigene Fragestellung und die damit verbundenen methodischen und theoretischen Herangehensweisen entwickelt
werden.
Gütekriterien
Die Gütekriterien Objektivität, Reliabilität und Validität gelten für jede Untersuchung, um die Anforderungen des
wissenschaftlichen Vorgehens umfassend zu erfüllen.
Indikatoren
Indikatoren sind beobachtbare Zeichen (Anzeiger) für das Vorhandensein und die Ausprägung eines Kriteriums.
66
Kriterien
Kriterien beschreiben wichtige Merkmale einer Kompetenz und liefern damit die notwendige Grundlage zur
Bewertung. Kriterien werden durch Indikatoren beobachtbar.
Objektivität (Unabhängigkeit)
Die Untersuchung erfolgt unabhängig von der Person. Verschiedene Personen gelangen unabhängig voneinander
unter den gleichen Bedingungen bzw. Umständen zum(r) gleichen Ergebnis/Bewertung/Urteil.
Plagiat
Ein Plagiat liegt vor, wenn der Verfasser ohne Zitieren bzw. Literatur-/Quellenangabe fremde Texte wörtlich über-
nimmt oder Gedanken, Theorien und Ideen Dritter sinngemäß in eigene Textbausteine integriert sowie Bilder und
Diagramme verwendet.
67, 68
1
64
Comenius-Institut (2005): Positionen zur Leistungsermittlung und Leistungsbewertung, S. 3.
65
Vgl. Hobmair (2014), S. 48.
66
Comenius-Institut (o. J.): Projektgruppe Leistungsermittlung und Leistungsbewertung. Ergebnis- und prozessorientierte Bewertung im
Unterricht, S. 1.
67
Vgl. Theisen (2006), S. 125.
68
Vgl. Maier, Pat; Barney, Anna; Price, Geraldine (2011): Survival-Guide für Erstis. München: Pearson Studium, S. 314.

| 71
Portfolio
Unter Portfolio im Bildungsbereich wird eine dynamische, zielgerichtete und systematische Sammlung von Ar-
beiten und Materialien verstanden, die den Lernfortschritt dokumentiert und reflektiert.
69
Im Rahmen der Fach-/
Belegarbeit unterstützt es einerseits die Selbststeuerung des Lernprozesses und andererseits die prozessorientierte
Bewertung der individualisierten Leistung des Schülers.
Reliabilität (Zuverlässigkeit)
Die Untersuchung ist verlässlich. Die Person kommt unter den gleichen Bedingungen bzw. Umständen zum späteren
Zeitpunkt wiederholt zum(r) gleichen Ergebnis/Bewertung/Urteil.
Thema
Unter Thema wird ein zu untersuchender Gegenstandsbereich einer wissenschaftlichen Arbeit verstanden, der eine
aus der Praxis stammende Problemstellung beschreibt. Das Thema kann durch eine passende Fragestellung oder These
präzisiert werden.
70
These
Sie ist als themenbezogene Behauptung, die des Beweises bedarf, zu verstehen. Dieser Behauptungssatz sollte prägnant,
klar verständlich und inhaltlich fokussiert sein sowie zur Diskussion anregen.
71
Validität (Gültigkeit)
Die Art und Weise der Untersuchung ist geeignet für das, was die Person wirklich erfassen bzw. messen will.
1
69
Vgl. Wiederhorn, Thomas (2006): Das Portfolio-Konzept in der Sekundarstufe. Individualisiertes Lernen organisieren. Mühlheim an der Ruhr:
Verlag an der Ruhr, S. 10.
70
Vgl. Peterßen (1999), S. 44.
71
Vgl. Theisen (2006), S. 225.

72 |
5 Literaturverzeichnis
Antons, Klaus (2011): Praxis der Gruppendynamik. Übungen und Techniken. 9., durchgesehene und ergänzte Auflage,
Göttingen u. a.: Hogrefe Verlag.
Bänsch, Axel; Alewell Dorothea (2009): Wissenschaftliches Arbeiten. 10., verbesserte und erweiterte Auflage, München:
Oldenbourg Verlag.
Beck, Barbara; Lübeck, Anja (2016): Wissenschaftliches Arbeiten am Beispiel der Facharbeit in der gymnasialen Oberstufe.
Eine Handreichung für Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler. Beiträge zur Schulentwicklung. Münster: Waxmann.
Bibliothek der Technischen Hochschule Ingolstadt (2015): Zitierregeln nach DIN ISO 690. URL:
https://www.uni-
saarland.de/fileadmin/user_upload/Professoren/fr41_ProfSolteGresser/Dokumente/Zitieren_nach_DIN_ISO_690.pdf
[letzter Zugriff am 09.07.2018].
Bohl, Thorsten (2004): Prüfen und Bewerten im Offenen Unterricht. 2., erweiterte Auflage, Waldheim und Basel: Beltz
Verlag.
Bohl, Thorsten (2001): Prüfen und Bewerten im Offenen Unterricht. Studientexte für das Lehramt, Band 11
(Hrsg. Jürgens, Eiko). Neuwied, Kriftel: Verlag Luchterhand.
Bosch, Gerhard (2016): Ist die industrielle Ausbildung ein Auslaufmodell? In: IAQ-Standpunkt. Aktuelle Stellungnahmen
aus dem Institut Arbeit und Qualifikation. Fakultät für Gesellschaftswissenschaften. Universität Duisburg-Essen.
Ausgabe: 2016-01.
Bünting, Karl-Dieter; Bitterlich, Axel; Pospiech, Ulrike (2000): Schreiben im Studium: mit Erfolg. Ein Leitfaden. Berlin:
Cornelsen.
Burchert, Heiko; Sohr, Sven (2008): Praxis des wissenschaftlichen Arbeitens. Eine anwendungsorientierte Einführung.
2. Auflage, München: Oldenbourg Verlag.
Comenius-Institut (2001): Handreichung zur Erstellung einer Facharbeit in der Fachoberschule.
Comenius-Institut (2005): Positionen zur Leistungsermittlung und Leistungsbewertung.
Comenius-Institut (o. J.): Projektgruppe Leistungsermittlung und Leistungsbewertung. Ergebnis- und prozessorientierte
Bewertung im Unterricht.
Driessen, Koen (2017): Beispiel APA-Richtlinien: Apps. URL:
https://www.scribbr.de/apa-standard/beispiel/apps/
[letzter
Zugriff am 06.07.2018].
Driessen, Koen (2017): Beispiel APA-Richtlinien: Interview. URL:
https://www.scribbr.de/apa-beispiele/interview/
[letzter
Zugriff am 06.07.2018].
Driessen, Koen (2017): Beispiel APA-Richtlinien: Radio/ TV-Sendung. URL:
https://www.scribbr.de/apa-beispiele/radiotv-
sendung/ [letzter Zugriff am 06.07.2018].
Driessen, Koen (2017): Beispiel APA-Richtlinien: Spielfilm/ Dokumentation. URL:
https://www.scribbr.de/apa-standard/
beispiel/spielfilm/ [letzter Zugriff am 10.07.2018].
Einstein, Albert (1979): Wider Vorurteile und Denkgewohnheiten. Wiesbaden: Vieweg Verlag.
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Grotlüschen, Anke (2010): Erneuerung der Interessetheorie. Die Genese von Interesse an der Erwachsenen- und Weiter-
bildung. Theorie und Empirie lebenslangen Lernens. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften.

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Haines, Maria (2009): ABC der wissenschaftlichen Abschlussarbeit. Paderborn: Ferdinand Schöningh.
Hobmair, Hermann (2013): Psychologie. 5. Auflage, Köln: Bildungsverlag EINS.
Hobmair, Hermann (2014): Soziologie. 3. Auflage, Köln: Bildungsverlag EINS.
Krampen, Günter (2016): Vom Passiv zum Aktiv? Ich-Tabu oder Selbstdarstellung in wissenschaftlichen Texten.
In: Forschung & Lehre. Jahrgang 2016, Heft 5, S. 224 - 226.
Peterßen, Wilhelm H. (1999): Wissenschaftliche(s) Arbeiten. Eine Einführung für Schule und Studium. 6., überarbeitete
und erweiterte Auflage, München: Oldenbourg Verlag.
Maier, Pat; Barney, Anna; Price, Geraldine (2011): Survival-Guide für Erstis. München: Pearson Studium.
Melzer, Wolfgang; Al-Diban, Sabine (2001): Vermittlung von Fachleistungs-, Sozial- und Selbstkompetenzen als zentrale
Bildungsaufgabe von Schule. In: Melzer, W.; Sandfuchs, U. (Hrsg.): Was Schule leistet. Funktionen und Aufgaben von
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Memm, Monika (Hrsg.) (2013): Wissenschaftliches Arbeiten lernen – Das Seminarfach. Anregungen für die Unterrichts-
gestaltung. Bad Berka: Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (Thillm).
Müller, Ragnar; Plieninger, Jürgen; Rapp, Christian (2013): Recherche 2.0. Finden und Weiterverarbeiten in Studium und
Beruf. Wiesbaden: Springer Fachmedien.
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April 2018 (SächsGVBl. S. 198) geändert worden ist. URL:
https://www.revosax.sachsen.de/vorschrift/3349-Schulord-
nung-Berufliche-Gymnasien#p16 [letzter Zugriff am 19.07.2018].
Sächsisches Staatsministerium für Kultus (2004): Verwaltungsvorschrift des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus
über Aufbewahrung und Aussonderung schulischer Unterlagen vom 7. Oktober 2004 (SächsABl. S. 1154), zuletzt enthal-
ten in der Verwaltungsvorschrift vom 11. Dezember 2017 (SächsABl.SDr. S. S 409). URL:
https://www.revosax.sachsen.
de/vorschrift/1734-VwV-AusSchul [letzter Zugriff am 19.07.2018].
Sächsisches Staatsministerium für Kultus (2009): Verwaltungsvorschrift des Sächsischen Staatsministeriums für
Kultus zur Abiturprüfung am Beruflichen Gymnasium vom 10. Februar 2009 (MBl.SMK S. 82), zuletzt enthalten in
der Verwaltungsvorschrift vom 11. Dezember 2017 (SächsABl.SDr. S. S 409). URL:
https://www.revosax.sachsen.de/
vorschrift/10704-VwV-AbiBGy#romV [letzter Zugriff am 19.07.2018].
Sächsisches Staatsministerium für Kultus (2015): Verwaltungsvorschrift des Sächsischen Staatsministeriums für
Kultus über Sponsoring, Werbung, Spenden, Erhebungen, Wettbewerbe und den Warenverkauf an Schulen vom
23. Juli 2008, die durch die Verwaltungsvorschrift, vom 30. Juni 2015 geändert worden ist, zuletzt enthalten in
der Verwaltungsvorschrift vom 11. Dezember 2017. URL:
https://www.revosax.sachsen.de/vorschrift/10406-VwV-
Sponsoring-Spenden-und-Erhebungen-an-Schulen#romVI [letzter Zugriff am 30.05.2018].
Sächsisches Staatsministerium für Kultus (2017): Schulordnung Fachoberschule vom 27. Februar 2017 (SächsGVBl. S. 128),
die zuletzt durch Artikel 38 der Verordnung vom 26. April 2018 (SächsGVBl. S. 198) geändert worden ist. URL:
https://www.revosax.sachsen.de/vorschrift/17188-Schulordnung-Fachoberschule
[letzter Zugriff am 17.07.2018].

74 |
Sächsisches Staatsministerium für Kultus (2017): Verwaltungsvorschrift des Sächsischen Staatsministeriums für
Kultus über Zeugnisse für berufsbildende Schulen vom 7. Dezember 2017 (MBl.SMK S. 466), enthalten in der
Verwaltungsvorschrift vom 11. Dezember 2017 (SächsABl.SDr. S. S 409). URL:
https://www.revosax.sachsen.de/
vorschrift/17513-VwV-Zeugnisse-berufsbildende-Schulen [letzter Zugriff am 19.07.2018].
Sächsisches Staatsministerium für Kultus (2018): Verwaltungsvorschrift des Sächsischen Staatsministeriums für
Kultus über den Datenschutz bei der Verarbeitung personenbezogener Daten an Schulen vom 11. Juli 2018 (MBl.
SMK S. 282). URL:
https://www.revosax.sachsen.de/vorschrift/17794-VwV-Schuldatenschutz#vwv1
[letzter Zugriff
am 09.08.2018].
Schultka, Holger (2011): Literaturverzeichnis – Bibliographische Beschreibung – Zitat – Quellenverzeichnis. Merk- und
Arbeitshilfe (Stand: 15.03.2011). URL:
https://www.uni-erfurt.de/fileadmin/user-docs/bibliothekspaedagogik/Texte/
Handout_Zitieren.pdf. [letzter Zugriff am 19.06.2018].
Stang, Christian (2003): Teste deine Allgemeinbildung. Neue Rechtschreibung und Zeichensetzung. 2., vollständig
aktualisierte Auflage, Baden-Baden: Humboldt Verlag.
Sydow, Gernot (Hrsg.) (2017): Europäische Datenschutzgrundverordnung (DSGVO): Handkommentar. Baden-Baden:
Nomos.
Theisen, Manuel René (2006): ABC des wissenschaftlichen Arbeitens. Erfolgreich in Schule, Studium und Beruf.
München: Beck im dtv Deutscher Taschenbuch Verlag.
Theisen, Manuel René (2013): Wissenschaftliches Arbeiten. Erfolgreich bei Bachelor- und Masterarbeit. 16., vollständig
überarbeitete Auflage, München: Verlag Franz Vahlen.
Voss, Rödiger (2017): Wissenschaftliches Arbeiten ... leicht verständlich! 5., überarbeitete Auflage, Konstanz und
München: UVK Verlagsgesellschaft mbH.
Weinert, Franz Emanuel (Hrsg.) (2001): Leistungsmessungen in Schulen. Weinheim: Beltz Verlag.
Wiederhorn, Thomas (2006): Das Portfolio-Konzept in der Sekundarstufe. Individualisiertes Lernen organisieren.
Mühlheim an der Ruhr: Verlag an der Ruhr.
Wytrzens, Hans Karl; Schauppenlehner-Kloyber, Elisabeth; Sieghardt, Monika u. a. (2012): Wissenschaftliches Arbeiten.
Eine Einführung. 3., aktualisierte Auflage, Wien: Facultas Verlags- und Buchhandels AG.

| 75
6
Tabellen- und Abbildungsverzeichnis
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1:
Fragestellung und These im Vergleich
Tabelle 2:
Empirische Arbeitsmethoden und Instrumente
Tabelle 3:
Beispiel für einen sechsmonatigen Arbeits- und Zeitplan
Tabelle 4:
Ergebnis- und prozessorientierte Bewertung
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1:
Aufbau der Handreichung
Abbildung 2:
Ablauf wissenschaftlichen Arbeitens
Abbildung 3:
DBIS der SLUB Dresden
Abbildung 4:
ALPEN-Methode
Abbildung 5:
Beispiel für eine Gliederung mit Dezimalklassifikation
Abbildung 6:
Mindmap Fach-/Belegarbeit
Abbildung 7:
Phasen nach dem Prinzip des Feedback-Burgers
10
12
16
31
3
11
14
16
19
42
66

76 |
Herausgeber und Redaktion:
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Standort Radebeul
Dresdner Straße 78 c
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Die Handreichung wurde erarbeitet am
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unter Mitarbeit von:
Frau Anke Weimann
Landesamt für Schule und Bildung, Standort Radebeul
Frau Dr. Sabine Al-Diban
Technische Universität Dresden,
Fakultät Erziehungswissenschaften
Frau Inga Ihle
BSZ für Gesundheit und Sozialwesen „Karl August Lingner“ Dresden
Frau Ev Drechsel
BSZ Kamenz
Frau Anett Wolf-Maywald
BSZ Meißen-Radebeul
Frau Dr. Karola Grunwald
BSZ für Wirtschaft, Ernährung und Sozialwesen Lichtenstein/Sa.

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