image
Unterrichtsmaterial
7. bis 11. Klasse
Lärmprävention

2
Inhalt
Vom GERÄUSCH zum Lärm! 12
Lärm und Gesundheit!
20
RING
RING
KlingKlong
BLOBBLOB
Sachinformationen für Schüler .......................................... 4
Experimentieranleitungen für den Unterricht ..............7
Handout .................................................................................... 11
Vom Schall zum Hören!
4
Ploong
Sachinformationen für Schüler ........................................12
Experimentieranleitungen für den Unterricht ............14
Handouts ..................................................................................18
Sachinformationen für Schüler ........................................ 20
Experimentieranleitungen für den Unterricht ............22
Handouts .................................................................................. 25
Ganz leise gegen Lärm!
28
Sachinformationen für Schüler ...................................... 28
Experimentieranleitungen für den Unterricht .......... 31
Handouts ................................................................................. 34

3
Einleitung
Lärm
ist heute allgegenwärtig und beeinträchtigt nicht selten unser Wohlbefinden.
Insbesondere in Städten und Ballungsgebieten können wir uns ihm kaum entziehen.
Umso größere Bedeutung hat die Lärmprävention.
Mit Internetseiten, einer Wander-
ausstellung und jährlichen Veranstaltungen informieren deshalb das Sächsische Staats-
ministerium für Umwelt und Landwirtschaft und das Sächsische Landesamt für Umwelt,
Landwirtschaft und Geologie zum Thema „Lärm“ sowie seine Auswirkungen auf Mensch
und Umwelt.
Für die Schülerinnen und Schüler der 7. bis 11. Klassenstufe stehen dazu Lehrmaterialien
und ein „Lärmkoffer“ zur Verfügung. Die fächerübergreifend konzipierten Lehrmaterialien
lassen sich sowohl im Rahmen von Unterrichtseinheiten als auch von Projektveranstal-
tungen einsetzen. Die entsprechenden Lerninhalte werden interaktiv, anschaulich und
einprägsam vermittelt.
Um die Nutzung im Unterricht zu erleichtern, zeichnen sich die Lehrmaterialien durch
einen modularen Aufbau aus. Dies bietet die Möglichkeit, sowohl inhaltlich als auch
bezüglich der zeitlichen Einteilung nach dem Bausteinprinzip vorzugehen. Die Lehr-
materialien gliedern sich in vier Kapitel bzw. Stationen:
Vom Schall zum Hören
Vom Geräusch zum Lärm
Lärm und Gesundheit
Ganz leise gegen Lärm
Zu jedem Kapitel gibt es eine Zusammenfassung der wichtigsten Informationen, die
sich an die Schülerinnen und Schüler richtet. Darüber hinaus enthält jedes Kapitel
Aufgabenstellungen für die Jugendlichen, um sich interaktiv mit dem Thema auseinan-
derzusetzen. Ergänzend dazu finden Lehrer für die einzelnen Experimente Hinweise zu
Schwierigkeitsgrad, Zeitumfang, Gruppengröße* und benötigten Materialien. Die Leh-
rerhandreichungen sowie die Arbeitsmaterialien/Handouts für Schüler können beim
Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft bestellt werden. Dies gilt
auch für den Lärmkoffer, der das Versuchszubehör enthält. Die entsprechenden Inhalte
sind mit einem Koffer-Symbol
gekennzeichnet.
Viel Spaß!
BLOBBLOB
* Um die individuelle Förderung jedes Einzelnen und einen optimalen Lernerfolg zu gewährleisten,
wird eine Gruppengröße von maximal fünf Schülerinnen bzw. Schülern empfohlen.

image
4
Vom Schall
Wie ist das menschliche Ohr aufgebaut?
... zum HÖREN!
1
3
5
4
6
8
10
9
11
Station 1
Außenohr
Bogengänge des
Gl
eic
h
g
e
wic
ht
s
o
rg
ans
Mit einer Längsausdehnung von knapp 4 cm ist das Ohr eines der
kleinsten Sinnesorgane des Menschen. Es wird in Außenohr (Ohr-
muschel, Gehörgang), Mittelohr (Trommelfell, Gehör knöchelchen,
Ohrtrompete) und Innenohr (Hörschnecke mit Haarzellen, Bogen-
gänge des Gleichgewichtsorgans, Hörnerv) unterteilt.
Innenohr
Hörnerv
Ohrmuschel
Gehörgang
Trommelfell
Mittelohr
Ohrtrompete
Hörschnecke
mit Haarzellen
Knöchelchen
(Hammer, Amboss,
Steigbügel)
7
2

image
image
5
Station 1
Hören beginnt schon beim Außenohr (1): Die
Ohrmuschel
(2) wirkt wie ein Trichter. Hier
dringen die Schallwellen ein und werden auf
dem ca. 3,5 cm langen, leicht gekrümmten
Gehörgang
(3) zum
Trommelfell
(5) weiter-
geleitet. Diese elastische, mit zarten Äderchen
durchzogene Membran trennt das Außenohr
(1) vom Mittelohr (4) wasser- und luftdicht ab,
sodass keine Fremdkörper eindringen können.
Die einfallenden Schallwellen versetzten das
Trommelfell in Schwingungen. Die kleinsten
Knochen des menschlichen Körpers –
Hammer,
Amboss und Steigbügel
(6) – nehmen die Vi-
brationen auf, verstärken sie und leiten sie an
das Innenohr (8) weiter. Hier werden die Schwin-
gungen auf eine Flüssigkeit übertragen, mit der
die
Hörschnecke
(10) gefüllt ist. Durch diese Art
der Übertragung erfolgt eine bis zu 22-fache
mechanische Verstärkung des Schalldrucks. Die
entstehenden Wellen bewegen kleinste Haar-
zellen in der Hörschnecke, die das eigentliche
„Mikrofon“ bilden. Je nach Tonhöhe werden die
Haarzellen an unterschiedlichen Stellen bewegt
– hohe Töne am Anfang und tiefe Töne am Ende
der Hörschnecke. Die Impulse werden dort in
elektrische Signale umgewandelt und über den
Hörnerv
(11) zum Gehirn weitergeleitet, wo sie
verarbeitet werden – ein Höreindruck entsteht.
Interessante Fakten:
Das Mittelohr ist über die
Ohrtrompete
mit dem
Nasen-Rachenraum verbunden. Durch das Öffnen
beim Gähnen oder Schlucken kommt es zum
notwendigen Druckausgleich.
Hinter der Hörschnecke befindet sich im Innenohr
das
Gleichgewichtsorgan
, das mit Lymphflüssig-
keit gefüllt ist. Die Flüssigkeit verlagert sich bei
Bewegung des Kopfes und versetzt dabei Sin-
neshaarzellen in Bewegung. Aus den daraus ent-
stehenden Reizen errechnet das Gehirn die Po-
sition des Kopfes und trägt damit dazu bei, das
Gleichgewicht aufrechtzuerhalten.
Ohrschmalz schützt
das Ohr. Er ist bakterien-
abweisend und nimmt
Verunreinigungen
im Gehörgang auf.
Durch Kaubewegungen
transportiert ihn das
Ohr selbstständig nach
außen.
Der Schalldruck ist in
der Akustik und Ton-
technik eine wichtige
Größe zur Beschreibung
der bei der Ausbreitung
des Schalls auftretenden
Druckschwankungen.
Der Schall
Der Schall entsteht durch mechanische
Schwingungen von elastischen Stoffen. Er ist
immer an ein materielles Medium gebunden,
den sogenannten Schallleiter, um sich ausbrei-
ten zu können. Dies kann ein Gas (z. B. Luft),
eine Flüssigkeit (z. B. Wasser) oder ein fester
Stoff (z. B. Gegenstände) sein. Dabei breiten
sich Schallwellen stets mit einer materialab-
hängigen Geschwindigkeit aus. In der Luft be-
trägt diese beispielsweise 340 m/s.
Geraten die Teilchen im Schallleiter in Bewegung
und stoßen wiederum benachbarte Teilchen an,
kann der Schall sich wellenartig ausbreiten. Da
die Moleküle mal mehr, mal weniger dicht bei-
sammen sind, entstehen Druckschwankungen.
Dieser Schalldruck wird durch unsere Ohren als
Ton, Klang oder Geräusch wahrgenommen. Da-
bei gilt prinzipiell: Je größer der Schalldruck ist,
desto lauter die Wahrnehmung. Der niedrigste
wahrnehmbare Schalldruck wird als Hörschwel-
le bezeichnet.
1
Schon gehört?
Wie funktioniert das
menschliche Gehör?
Haaaaaalo
Haaaaaalo
KrrrKrr
KrrrKrr
FFFFFFFFF

image
image
6
6
2
Die Frequenz
Die Anzahl der Schwingungen pro Sekun-
de wird als Frequenz bezeichnet. Der Mensch
kann nur in einem bestimmten Frequenzbereich
hören, und zwar Geräusche mit Frequenzen
zwischen 16 Hertz (Hz) (tiefes Brummen) bis
20000 Hz (hoher Pfeifton). Tiefere Töne un-
terhalb von 16 Hz werden als Infraschall be-
zeichnet, höhere Töne oberhalb von 20000 Hz
sind als Ultraschall bekannt. Beides ist für den
Menschen nicht hörbar. Die wahrgenommene
Tonhöhe ist auf die Frequenz zurückzuführen:
Je schneller ein Ton schwingt, desto größer ist
die Frequenz (hochfrequent) und umso höher
wird ein Ton wahrgenommen – je langsamer er
schwingt, umso kleiner ist die Frequenz (tief-
frequent) und desto tiefer wird der Ton emp-
funden. Für Töne im mittleren Frequenzbereich
(1000 bis 5000 Hz) ist das menschliche Hör-
organ deutlich empfindlicher als für ganz tiefe
oder ganz hohe Töne.
Die Wahrnehmung von Geräuschen durch Tiere
kann von der menschlichen Wahrnehmung zum
Teil erheblich abweichen. So orientieren sich
beispielsweise Fledermäuse über Rufe mit einer
Tonhöhe bis zu 200 kHz (Ultraschall).
die Lautstärkeempfindung
Ob ein Geräusch gehört wird, ist sowohl
vom Schalldruck als auch der Frequenz abhän-
gig. Das Ohr registriert sowohl die Intensität, die
Dauer und die Frequenz des Schalls. Schallwellen
bewegen die Haarzellen im Ohr mit unterschied-
licher Charakteristik, wodurch das Gehirn Töne,
Klänge und Geräusche voneinander unterschei-
den kann.
Interessante Fakten:
Schon geringe lärmbedingte Ausfälle bzw. Ver-
luste von Haarzellen sollten unbedingt ver-
mieden werden, da zerstörte Haarzellen nicht
wieder heilen oder nachwachsen, sondern für
immer verloren sind. Das beeinträchtigt das
Hörvermögen.
3
Die Funktionen
Das Gehör erfüllt mehrere Funktionen:
Mit dem Ohr werden Geräusche, Töne und
Klänge wahrgenommen.
Durch das Hörzentrum (auditiver Cortex) im
Gehirn können Geräusche erkannt, Zeitmuster
bestimmt sowie Entfernungen und Richtun-
gen abgeschätzt werden. Dazu werden die
Geräusche beider Ohren ausgewertet und
weiter verarbeitet. Weil seitlich einfallender
Schall das zugewandte Ohr eher erreicht als
das abgewandte und damit dort lauter ist,
können Schallquellen lokalisiert werden.
Damit unterstützt uns das Gehör auch bei
der Orientierung im Raum, insbesondere im
Dunkeln.
Das Ohr warnt uns vor Gefahren. Dies war
insbesondere früher für das Überleben in der
Natur von großer Bedeutung. Vor allem mitt-
lere Töne mit einer Frequenz zwischen 2000
und 5000 Hz werden als Alarmsignal inter-
pretiert und rufen negative Reaktionen, wie
ein Zucken oder Gänsehaut, hervor. In diesem
Frequenzbereich ist unser Gehör am emp-
findlichsten.
Gehör ist eine wesentliche Grundlage der
Sprache und damit ein wichtiges Instrument
der menschlichen Kommunikation. Dabei las-
sen die Sprachmelodie und die Tonhöhe des
Gesprächspartners Rückschlüsse auf seine
emotionale Situation zu. „Der Ton macht eben
die Musik.“
Hören dient auch dem puren Vergnügen –
z. B. beim Genießen von Musik.
4
Min.
16
Mal
pro Sekunde muss ein
Medium schwingen,
um bei Menschen einen
Höreindruck hervorzu-
rufen.
Das menschliche Ge-
hör ist sensibler und
leistungsfähiger als die
anderen Sinne und kann
Unterschiede in einer
beeindruckenden Genau-
igkeit wahrnehmen.
Während wir z. B. un-
sere Augen verschließen
können, ist das mit den
Ohren nicht möglich.
Das Ohr schläft nie.
Akustisch sind wir
immer wach.
FFFFFFFFF
Pling
Die Schallgeschwindig-
keit ist das Produkt
aus Wellenlänge und
Frequenz. Die Wellen-
länge wird umso
kleiner, je höher die
Frequenz ist.
Bei Schallausbreitung
in Luft gilt:
Frequenz
Wellenlänge
10000
Hz
3,4
cm
1000
Hz
34
cm
100
Hz
340
cm
Frequenz
10.000 Hz
Wellenläng

image
7
Wohlfühlgeräusche
Hören ist einer unserer wichtigsten Sinne, um
zu überleben. Geräusche, Klänge und Töne werden
wahrgenommen, durch das Gehirn erfolgt die In-
formationsverarbeitung. Dabei haben akustische
Reize beim Empfänger auch eine starke emotionale
und verhaltensbestimmende Wirkung. Um diese zu
verdeutlichen, werden den Jugendlichen verschie-
dene aufgenommene Schallsignale vorgespielt.
Diese müssen Sie bewerten: Empfinden Sie die Ge-
räusche als angenehm oder unangenehm?
Lösung:
Mittlere Töne mit einer Frequenz zwischen
2.000 und 5.000 Hz rufen eine besondere
Aufmerksamkeit und manchmal sogar
negative Reaktionen – wie ein Zucken oder
Gänsehaut – hervor, da sie im Gehirn ein
Alarmsignal auslösen. Tiefere Töne werden
oft als angenehmer empfunden.
Als unangenehm werden empfunden:
Ton 1: Kratzen der Gabel auf Glas
Ton 3: kreischende Stimme
Ton 5: Bremsenquietschen
Ton 7: Quietschende Kreide
Als angenehm werden empfunden:
Ton 2: Klatschen einer Menge
Ton 4: Schnurren einer Katze
Ton 6: Plätschern von Wasser
Ton 8: Knistern eines Kaminfeuers
3
Ein guter Einstieg
DER LAUSCHANGRIFF
Das Ohr schläft nie. Es kann nicht einfach
abgeschaltet werden. Jeder ist heute ständig
und überall einer Vielzahl an akustischen Reizen
ausgesetzt. Um den Schülerinnen und Schülern
aufzuzeigen, dass es in ihrer Umgebung nie ganz
still ist, wird ein „Lauschangriff“ gestartet: Die
Aufgabe ist es, fünf Minuten lang still zu sein,
einfach nur dazusitzen und bewusst auf die Ge-
räusche im Klassenraum bzw. der Umgebung zu
achten. Was können die Schüler hören? Wie viele
verschiedene akustische Signale können sie von-
einander unterscheiden? Im Anschluss werden
die Ergebnisse verglichen und diskutiert.
Fazit:
Art und Anzahl der akustischen Reize
werden durch die Jugendlichen bewusst
wahrgenommen.
1
GERÄUSCHERÄTSEL
Der Hörsinn ist sensibler, genauer und
auch leistungsfähiger als das Auge. So werden
akustische Reize durch das Gehirn wesentlich
schneller verarbeitet als Bilder. Um den Schü-
lerinnen und Schülern die Leistungsfähigkeit
des Ohres und unseres Gehörsinnes zu verdeut-
lichen, werden ihnen aufgenommene Klänge
vorgespielt. Diese gilt es zu erkennen und zu
erraten. Die einzelnen Geräuschquellen müssen
der Reihenfolge nach in das Gitterrätsel vom
Handout „Erkennt ihr das Geräusch?“ eingefügt
werden und ergeben das Lösungswort.
Lösung:
1) Sägen 2) Wecker 3) Straßenverkehr
4) Meeresrauschen 5) Toilette
6) Reißverschluss 7) Pfeife 8) Feuer
9) Regen 10) Grille 11) Flugzeug
(Lösungswort = Schallpegel)
2
g
Klassenstärke
}
15
Min.
Schwierigkeitsgrad
leicht
mittel
schwer
Zeitumfang
Gruppengröße
Material
Zettel, Stift, Flipchart o. Ä.
g
10-25
Personen
}
20
Min.
Schwierigkeitsgrad
leicht
mittel
schwer
Zeitumfang
Gruppengröße
Material
Zettel, Stift
Notepad mit Hörbeispielen
g
Klassenstärke
}
20
Min.
Schwierigkeitsgrad
leicht
mittel
schwer
Zeitumfang
Gruppengröße
Material
Handout „Erkennt ihr das
Geräusch?“,
Stift
Notepad mit Hörbeispielen
Station 1
Gänsehaut
Huch
Quietsch

image
image
image
8
Geräuschememory
Ich höre was, was du nicht siehst. Das
Sinnesorgan Ohr empfängt einen Reiz und
übermittelt diesen in Form eines elektrischen
Impulses an das Gehirn, welches die Informa-
tionen analysiert und interpretiert. Um sich
vertiefend mit der akustischen Wahrnehmung
auseinanderzusetzen, sollen die Schülerinnen
und Schüler verschiedene Materialgeräusche
zuordnen. Das Memory funktioniert wie die
klassische Variante, allerdings müssen diesmal
Geräuschepaare gefunden werden. Tipp zur
Selbstkontrolle: Dosen mit demselben Füllma-
terial sind auf der Unterseite mit derselben Zahl
versehen.
Lösung:
In den Dosen befinden sich
Sand, Reis, Mais, Kies,
Holzperlen, Büroklam-
mern, Erde, Holz-
perlen,
Steck nadeln,
Kaffee bohnen.
2
Experimente für den Unterricht
Geräuschewerkstatt
Durch die mechanische Schwingung von
elastischen Stoffen entstehen Geräusche. Die
Anzahl der Schwingungen pro Sekunde be-
stimmt dabei die Tonhöhe: Je langsamer etwas
schwingt, desto tiefer ist der Ton – je schneller
etwas schwingt, umso höher ist der Ton. Um
diesen Zusammenhang herauszuarbeiten,
sollen die Schülerinnen und Schüler eigen-
ständig verschiedene Geräusche erzeugen. Die
Möglichkeiten sind vielfältig und können an
dem zeitlichen Rahmen ausgerichtet werden.
Experimentierbeispiele:
Versuch 1
Die Jugendlichen schnipsen unterschiedlich
dicke Gummibänder gegen ein Gefäß.
Versuch 2
Die Schülerinnen und Schüler schlagen mit
einem Löffel vorsichtig gegen Gläser, die mit
unterschiedlich viel Wasser gefüllt sind.
Versuch 3
Die Jugendlichen beurteilen die Lautstärke des
Weckertickens auf verschiedenen Untergrün-
den – wie z. B. auf einem Holztisch, Stein-, PVC-
oder Teppichboden.
Lösung 1:
Je dicker der Gummi, desto langsamer
schwingt er und der erzeugte Ton ist tiefer. Je
straffer der Gummi gespannt ist, desto schnel-
ler schwingt er und der erzeugte Ton ist höher.
Dieses Prinzip findet man auch in der Musik,
z. B. bei Saiteninstrumenten.
Lösung 2:
Je mehr Wasser im Glas ist, desto tiefer ist
der Ton. Denn die Flüssigkeit bremst die
Schwingungen.
Lösung 3:
Auf dem Holz- und Steinboden ist das
Ticken lauter als auf dem PVC- und Teppich-
boden. Verschiedene Materialien übertragen
den Schall unterschiedlich. Während weiche
Materialien den Schall dämmen, wird er
durch harte und großflächige Materialien
reflektiert, insbesondere dann, wenn diese
Körper durch die Schallquelle selbst auch
noch zu Schwingungen angeregt werden.
1
g
3
Personen
}
20
Min.
Schwierigkeitsgrad
leicht
mittel
schwer
Zeitumfang
Gruppengröße
Material
Zettel, Stift
Materialien aus dem
Lärmkoffer
g
2
Personen
}
15
Min.
Schwierigkeitsgrad
leicht
mittel
schwer
Zeitumfang
Gruppengröße
Material
Memory

image
9
Hört, hört
Grundsätzlich kann das menschliche Ohr
zwar Geräusche von einer Frequenz zwischen
16 und 20000 Hertz (Hz) wahrnehmen, da-
bei werden aber mittleren Frequenzen lauter
wahrgenommen als ganz tiefe oder ganz hohe
Frequenzen. Mit einem speziellen Hörtest kön-
nen die Schülerinnen und Schüler sich mit die-
sem Sachverhalt auseinandersetzen. Auf dem
Notepad befinden sich verschiedene Hörstücke.
Neben einem lauten Hintergrundgeräusch liest
erst eine weibliche Stimme, dann ein männ-
licher Sprecher eine Zahl vor. Können die Ju-
gendlichen diese hören? Die Ergebnisse werden
notiert und anschließend verglichen.
Lösung:
Da tiefe Töne schwerer und leiser wahr-
genommen werden als hohe, sind die
Zahlen der weiblichen Sprecherstimme
deutlicher zu verstehen. Angesagt werden
nacheinander die Zahlen 1 bis 5:
3
Hörspaziergang
Damit die Schülerinnen und Schüler akus-
tische Wahrnehmung intensiv erleben können,
machen Sie einen Hörspaziergang. Je nach Zeit-
umfang gibt es verschiedene Möglichkeiten:
Im Klassenzimmer
Eine Schülerin oder ein Schüler steht mit ver-
bundenen Augen in der Mitte des Klassenzim-
mers. Nacheinander produzieren die anderen
nun Geräusche, welche die „blinde“ Person
erraten muss. Die Möglichkeiten sind vielfältig
und können an die im Klassenzimmer vorhan-
den Materialien angepasst werden: z. B. Papier
zerreißen, Buch umblättern, Tafelbild erstellen,
Flasche Limonade eröffnen, Wasserhahn auf-
drehen, Fenster öffnen oder Klatschen.
Auf dem Schulgelände
Die Schülerinnen und Schüler finden sich paar-
weise zusammen, wobei einem die Augen ver-
bunden werden. Die andere Person führt sie
bzw. ihn nun durch das Schulgebäude oder über
den Schulhof. Um das „Hinhören“ bewusst zu
fördern, wird sie bzw. er aufgefordert, die wahr-
genommenen Geräusche (und deren Richtung)
zu bestimmen. Schnell wird außerdem deutlich:
Die „blinde“ Schülerin bzw. der „blinde“ Schüler
reagiert sensibler auf Geräusche.
Achtung:
Bei Verlassen des Klassenzimmers ist
Vorsicht geboten.
4
g
mind. 2
Personen
}
15
Min.
Schwierigkeitsgrad
leicht
mittel
schwer
Zeitumfang
Gruppengröße
Material
im Klassen zimmer vorhandene
Materialien
Augenbinde
Station 1
Tick
Tack
Pling
Ploong
g
variabel
}
15
Min.
Schwierigkeitsgrad
leicht
mittel
schwer
Zeitumfang
Gruppengröße
Material
Zettel, Stift
Notepad mit Hörbeispielen
Sprecher/
Hörstück
1
2
3
4
5
Weiblich
Männlich

image
image
image
image
10
Richtungshören
Hören findet nicht nur mit den Ohren
statt, denn akustische Reize werden vom Gehirn
analysiert und ausgewertet. So können wir Ge-
räusche nicht nur zuordnen, sondern erkennen
auch Entfernungen und Schalleinfallsrichtun-
gen. Um die Komplexität der Sinnesverarbei-
tung besser nachvollziehen können, führen die
Jugendlichen das Experiment „Richtungshören“
durch. Je nach Zeitumfang gibt es verschiedene
Möglichkeiten:
Versuch 1
Eine Schülerin bzw. ein Schüler befindet sich
mit verbundenen Augen im Klassenzimmer,
während alle anderen still um sie bzw. ihn he-
rum stehen. Nun erzeugt eine Person ein Ge-
räusch – wie z. B.: Spitzer fallen lassen oder auf
eine Trinkflasche klopfen. Die „blinde“ Schü-
lerin bzw. der „blinde“ Schüler zeigt nun an,
aus welcher Richtung das Geräusch kommt.
Noch kniffliger wird es, wenn die Verortung
nicht nur nach links bzw. rechts oder vorne
bzw. hinten erfolgt, sondern auch nach oben
bzw. unten variiert.
Versuch 2
Eine Schülerin bzw. ein Schüler sitzt mit dem
Rücken vor einem Tisch und hält die Enden des
Schlauches so an ihre bzw. seine Ohren, dass der
entstehende Kreis hinter ihr bzw. ihm auf dem
Tisch liegt. Eine Mitschülerin bzw. ein Mitschü-
ler klopft nun mit einem Stift links oder rechts
auf den Schlauch, wobei sie immer näher an die
Mitte heranrückt. Die Versuchsperson muss nun
erkennen, ob links oder rechts geklopft wurde.
Welcher Minimalabstand wird erreicht?
Rechenspaß:
Mithilfe des gemessenen Abstandes kann
auch die zeitliche Differenz berechnet wer-
den, durch welche die Ohren die Richtung
erkannt haben.
t = s:v
t = Zeit
s = Weg
v = Geschwindigkeit (z. B. 340 m/s)
Es ist die Differenz der Laufzeit des Schalles,
die er zwischen dem linken und dem
rechten Ohr (oder umgekehrt) benötigt,
zu bestimmen.
5
g
mind.
2
Personen
}
15
Min.
Schwierigkeitsgrad
leicht
mittel
schwer
Zeitumfang
Gruppengröße
Material
Versuch 1: im Klassen zimmer
vorhandene
Materialien
Augenbinde
Versuch 2: Stift
Augenbinde, 2 m langer
Plastik schlauch
Notizen

11
Vom Schall zum HÖREN
Euch werden verschiedene Geräusche vorge-
spielt, die es zu erkennen und zu benennen
gilt. Die einzelnen Geräuschquellen müssen der
Reihenfolge nach in das Gitterrätsel eingefügt
werden und ergeben das Lösungswort.
Station 1
BLABLA
Ggrrr
Lalalala
BRrrrr
Handout
Erkennt ihr das Geräusch?
1
2
3
4
5
6
7
8
9
11
Das Ohr ist eines der leistungsfähigsten
Sinnesorgane: Der Hörsinn ist sogar sensibler,
genauer und leistungsfähiger als das Auge.
Denn akustische Reize werden durch das Ge-
hirn wesentlich schneller verarbeitet als Bilder.
Außerdem ist der Hörsinn besonders wichtig
für die Kommunikation mit der Umwelt. Ein
Sprichwort sagt: „Blind sein trennt von den
Dingen, taub sein trennt von den Menschen“.
10

12
Vom GERÄUSCH
Was ist ein
Schalldruckpegel?
... zum Lärm!
Station 2
Die Lautstärkeempfindung ist eine rein
subjektive Größe. Sie kann mit einem Mess­
gerät nicht unmittelbar bestimmt werden.
Die Lautstärke eines Geräusches hängt
von der Höhe des Schalldruckes und der
Frequenz des Schalls ab. Deshalb werten
die Messgeräte, die zur Geräuschmessung
benutzt werden, den Schalldruck aus,
wobei im Messgerät die unterschiedliche
Empfindlichkeit unseres Gehörs für die
unterschiedlichen Frequenzen nachge­
bildet wird. Da die wahrnehmbaren
Unterschiede des Schalldruckes einen sehr
großen Bereich umfassen, wird als Mess­
größe statt des Schalldruckes in Pascal
der Schalldruckpegel als logarithmische
Kenngröße verwendet. Der Schalldruckpe­
gel gibt in Dezibel an, wie laut verschie­
dene Geräusche sind.
Die Hörschwelle des Menschen liegt bei
0 dB(A), die Schmerzgrenze bei 130 dB(A).
Schmerzbereich
Schmerzgrenze
Schädigungsbereich
Belästigungsbereich
Sicherer Bereich
Hörschwelle
180 dB
160 dB
140 dB
120 dB
100 dB
80 dB
60 dB
40 dB
20 dB
0 dB

image
13
1 kHz
0 dB
Station 2
Was ist Lärm?
Grundsätzlich kann Lärm im Gegensatz zum
Schalldruckpegel nicht gemessen werden. Ge-
räusche werden stets in unserem Kopf zu Lärm,
wenn wir ein Geräusch als unangenehm, stö-
rend oder lästig empfinden oder das Geräusch
eventuell sogar gesundheitsgefährdend laut
ist. Dabei spielen eine ganze Reihe subjektiver
Faktoren eine Rolle: So ist beispielsweise der
Informationsgehalt eines Geräusches oder der
Zeitpunkt der „Beschallung“ von entscheidender
Bedeutung. Auch die momentane psychische und
physische Situation, die persönliche, soziale und
kulturelle Beurteilung sowie die aktuelle persön-
liche Befindlichkeit fallen bei der Bewertung des
Geräusches ins Gewicht.
Deshalb kann Lärm objektiv durch physikalische
Größen nur näherungsweise erfasst werden: Die
Schallwellen, die auf das Trommelfell Druck aus-
üben, sind als Schalldruckpegel messbar. Um un-
terschiedliche Empfindlichkeit des menschlichen
Ohres für die unterschiedlich hohen Frequenzen
zu berücksichtigen, wird ein sogenanntes A-Filter
verwendet. Das Ergebnis dieser Messung ist der
A-bewertete Schalldruckpegel. Diese Größe wird
in Dezibel angegeben – also dB(A).
Pascal
Pascal (Pa) ist die Einheit für Druck. Unser
Ohr nimmt die durch den Schall bewirkten Druck-
schwankungen wahr. Die kleinste wahrnehmbare
Druckschwankung, das heißt die Hörschwelle, liegt
bei 2 x 10
-5
Pa, die obere Grenze bei 20 Pa. Damit
erstreckt sich der Hörbereich des Menschen über
sechs Zehnerpotenzen – ohne Frage eine erstaun-
liche Leistung.
Dezibel
Praktikabler als die „unhandlichen“ Schall-
druckwerte in Pascal sind die daraus berechneten
Schalldruckpegel. Diese werden in Dezibel (dB) an-
gegeben. Ein Dezibel ist der zehnte Teil eines Bel –
einer Maßeinheit, die auf Alexander Graham Bell,
dem Erfinder des Telefons, zurückgeht. Da das
Gehör nicht linear funktioniert, sondern der Zu-
sammenhang zwischen Reiz und Wahrnehmung
logarithmisch ist, ist der Schalldruckpegel als
ebenfalls logarithmische Größe zur Beschreibung
besonders geeignet. Das heißt z. B.:
Der Schalldruckpegel zweier gleich lauter Quellen
wird nicht als doppelt so laut empfunden – er
ist „nur“ um 3 dB höher, das heißt beispielsweise
50 dB + 50 dB = 53 dB. Nach der gleichen Ge-
setzmäßigkeit gilt ebenso 0 dB + 0 dB = 3 dB.
Der Schalldruckpegel von zehn gleich lauten
Quellen ist um 10 dB höher als der einer ein-
zelnen Quelle, also z. B. 10 x 50 dB = 60 dB.
Der Sprung von 10 dB vermittelt zudem den
Eindruck, dass sich die subjektiv empfundene
Lautstärke verdoppelt.
Ist der Schalldruckpegel einer Quelle deutlich
lauter, so entspricht der Gesamtpegel praktisch
dem höheren Pegel, wie beispielsweise 50 dB +
60 dB
60 dB.
Eine Änderung um ein Dezibel ist gerade so
wahrnehmbar.
Lärmquellen
Werden die Geräusche von Schallquellen als
Lärm empfunden, kann man die Quellen auch als
Lärmquellen bezeichnen. Als besonders störende
Lärmquellen werden oft der Straßen-, Schienen-
und Flugverkehr angesehen. Aber auch Beein-
trächtigungen durch Geräusche aus Industrie- und
Gewerbe, von Baustellen und aus der Nachbar-
schaft sowie durch Freizeit- und Sportaktivitäten
(z. B. Biergärten, Volksfeste, Konzerte) führen häu-
fig bei betroffenen Anwohnern zu Beschwerden
und werden von diesen als Lärm wahrgenommen.
1
2
3
Des einen Freud‘ ist
des anderen Lärm:
Während der eine laute
Musik als angenehm
empfindet, kann sie für
den anderen schon eine
extreme Belastung sein.
Es können aber auch
Geräusche niedriger
oder mittlerer Lautstär-
ke, die noch nicht ge-
hörschädigend sind, als
störend oder belästigend
sein und damit als Lärm
empfunden werden. So
kann beispielsweise ein
leise tropfender Wasser-
hahn in einer ruhigen
Umgebung jemanden,
der Ruhe sucht, zer-
mürben.
Schon gehört?
Beeinträchtigt ein einwir-
kender Schall das kör-
perliche, seelische oder
soziale Wohlbefinden des
Betroffenen oder ist dieser
durch seine Lautstärke und
Struktur für den Menschen
störend, belastend bzw. bei
hohen Schalldruckpegeln
unmittelbar gesundheits-
schädlich, so werden diese
Schall ereignisse als Lärm
bezeichnet.

14
Ein guter Einstieg
Lärmempfinden
Jeder empfindet Geräusche unterschied-
lich: Was den einen nicht stört, kann den an-
deren nerven. Lärm entsteht in unserem Kopf
immer dann, wenn wir einen akustischen Reiz
als unangenehm oder störend wahrnehmen.
Das Belastungsempfinden der Schülerinnen und
Schüler kann mit den Hörbeispielen getestet
werden. Stuft eine Schülerin oder ein Schüler
ein Geräusch als unangenehm ein, soll sie bzw.
er einfach die Hand heben.
Fazit:
Ob ein Geräusch als unangenehm empfunden
wird, hängt zum einen von seiner Lautstärke
und seiner Frequenz ab. So rufen insbesonde-
re laute und hohe Töne negative Reaktionen
hervor. Zum anderen spielt aber auch der
jeweilige Informationsgehalt eine bedeutende
Rolle. Darüber hinaus ist für die Störwirkung
entscheidend, wann und wo diese Geräusche
auftreten und wie lange diese andauern.
2
Lauter, lauter, am lautesten
Wirken mehrere Geräuschquellen gleich-
zeitig ein, steigt der Schalldruckpegel. Doch wie
verändert er sich genau? Ausgerüstet mit einem
Messgerät starten die Schülerinnen und Schü-
ler im Klassenzimmer das Experiment: Zunächst
machen sie dafür mit einem einzelnen Gegen-
stand ein Geräusch (z. B. Schlüssel klappern),
hinzu kommt ein zweites Geräusch (z. B. Klopfen
auf den Tisch), anschließend ein drittes Ge-
räusch (z. B. Pfeifen eines Schülers) usw. Die
gemessenen Werte werden nach jedem Schritt
im Handout „Wie laut ist eigentlich?“ notiert,
verglichen und ausgewertet.
Lösung:
Das Gehör funktioniert nicht linear. So erhöht
sich der Schalldruckpegel zweier gleich lauter
Quellen „nur“ um 3 dB, das heißt beispielsweise
50 dB + 50 dB = 53 dB
10 x 50 dB = 60 dB
50 dB + 60 dB
60 dB
Verdopplung der subjektiv empfunde-
nen Lautstärke durch zehn gleich laute
Schallquellen
3
Ruhestörer
Was ist Lärm? Die Schülerinnen und
Schüler sollen gemeinsam diese Frage beant-
worten und ein Assoziationscluster erstellen. Die
Ergebnisse werden verglichen und ausgewertet.
Fazit:
Schall lässt sich durch die physikalisch mess-
baren Größen Schalldruckpegel und Frequenz
charakterisieren. Als Lärmquellen werden
dabei Geräusche benannt, die als laut, störend
oder lästig bzw. als besonders unangenehm
empfunden werden.
1
g
Klassenstärke
}
15
Min.
Schwierigkeitsgrad
leicht
mittel
schwer
Zeitumfang
Gruppengröße
Material
Zettel, Stift, Flipchart o. Ä.
g
Klassenstärke
}
15
Min.
Schwierigkeitsgrad
leicht
mittel
schwer
Zeitumfang
Gruppengröße
Material
Notepad mit Hörbeispielen
g
Klassenstärke
}
30
Min.
Schwierigkeitsgrad
leicht
mittel
schwer
Zeitumfang
Gruppengröße
Material
Alltagsgegenstände, Handout „Wie
laut ist eigentlich ...?“, Stift
Schalldruckpegelmessgerät
Straßen-
verkehr
Pressluft-
hammer
Feuerwehr-
sirene
laute Musik
???
Was ist Lärm?
tropfender
Wasserhan
Brrrrum
Brrrr
rrrrumm
GRRRR
Schtip
Schtip
Vogelzwitschern
tiefer Orgelton
Wasserfall
Glockenspiel
Klatschen
knallende Tür
Martinshorn
Gewitter
Froschquaken
Presslufthammer
störend
nicht störend
Zu hören sind:

image
15
Es „wimmelt“ vor Lärm
Tagtäglich sind die Menschen in der
Stadt von unzähligen Geräuschen umgeben –
zahlreiche Schallquellen sind auch in dem
Suchbild verborgen. Die Jugendlichen finden
und notieren sich diese. Im Anschluss wird ge-
meinsam ausgewertet. Darüber hinaus werden
sie aufgefordert zu reflektieren, inwieweit sie
diesen Schallquellen im Alltag selbst begegnen,
in welchem Maße sie diese als störend bzw. be-
lastend empfinden und wie sie selbst zu mehr
Ruhe beitragen können.
Lösung:
In dem Suchbild befinden sich zahlreiche
Schallquellen: Straßenverkehr, Flughafen/
Flugzeug, Bahnhof, Schiffsverkehr, Schu-
le, Kindergarten, Spielplatz, Krankenhaus,
Baustelle, Landschaftsarbeiten, Landwirt-
schaft (Bauernhöfe/Mühlen), Hotels, Märkte,
öffentliche Veranstaltungen (Blaskapelle),
Tonpalast, Zirkus, Freizeiteinrichtungen
(Schwimmbad, Fußballstadion), Kircheng-
locken, Café, Burg, eigenes Verhalten (Rufe,
Musik, Moped usw.).
1
g
3
Personen
}
20
Min.
Schwierigkeitsgrad
leicht
mittel
schwer
Zeitumfang
Gruppengröße
Material
Zettel, Stift
Suchbild
Station 2
Experimente für den Unterricht

image
image
image
16
Laut und leise geht’s daher
Im Alltag sind wir fast immer von Ge-
räuschen umgeben – und an viele haben wir
uns schon so gewöhnt, dass wir sie gar nicht
mehr bewusst wahrnehmen. Doch wie laut ist
unsere Umgebung wirklich? Gibt es möglicher-
weise auch anhaltende Lärmquellen mit auf-
fällig hohen Dezibel-Werten, die sogar unsere
Gesundheit belasten? Die Schülerinnen und
Schüler „belauschen“ bei einem „Lärmspazier-
gang“ ihre Umgebung mit einem Schalldruck-
pegelmessgerät. Die Messergebnisse werden
im Handout „Wie laut ist ...?“ notiert und aus-
gewertet.
Mit gezielten Fragestellungen kann Ab-
wechslung in den Arbeitsauftrag gebracht
werden – Wie laut ist es ...
... in Räumen bzw. Gebäuden?
... auf einem leeren Sportplatz?
... an einer Verkehrsstraße?
... in der vollen Schulkantine?
... auf dem Schulhof?
Wo ...
...
ist es am lautesten bzw. leisesten?
...
wirkt der Lärm möglicherweise schon
gesundheitsschädigend?
...
wird die subjektiv empfundene Lautstärke
im Vergleich zum gemessenen Dezibel-Wert
lauter oder leiser eingeschätzt?
3
Lärmometer
Geräusche mit unterschiedlichen Schall-
druckpegeln werden von Menschen ganz un-
terschiedlich wahrgenommen und beurteilt. So
können bereits Geräusche niedriger oder mittle-
rer Lautstärke, die noch nicht gehörschädigend
sind, als Lärm empfunden werden – beispiels-
weise kann ein leise tropfender Wasserhahn
jemanden, der Ruhe sucht, zermürben. Ent-
scheidend ist die Situation, in der das Geräusch
auftritt. Umgekehrt birgt dieser Sachverhalt al-
lerdings die Gefahr, dass gesundheitsschädigen-
de Geräusche, wie beispielsweise laute Musik,
aus der Situation heraus verharmlost werden,
oder jemand stört durch seine selbst erzeugten
Geräusche andere, die dieses Verhalten als rück-
sichtslos empfinden. Können die Schülerinnen
und Schüler die jeweiligen Lautstärken richtig
einschätzen? Es gilt die geräuschproduzieren-
den Gegenstände dem entsprechenden Schall-
druckpegel (in Dezibel) zuzuordnen. Um die
Lärmwirkungen zu verdeutlichen, sind folgende
Begriffe in richtiger Reihenfolge einzufügen:
Hörschwelle, sicherer Bereich, Belästigungs-
bereich, Schädigungsbereich, Schmerzgrenze,
Schmerzbereich.
Lösung:
Hörschwelle = 0 dB(A)
Sicherer Bereich = 40 dB(A)
Belästigungsbereich = 60 dB(A)
Schädigungsbereich = 80 dB(A)
Schmerzgrenze = 100 dB(A)
Schmerzbereich = 120 dB(A)
Airbag = bis 160 dB(A)
Silvesterböller (30 m) = bis 145 dB(A)
Druckluftfanfare (50 cm) = 115 – 125 dB(A)
Rockkonzert = 110 – 120 dB(A)
Trillerpfeife (25 cm) = 105 – 115 dB(A)
Kettensäge (1 m) = 100 – 110 dB(A)
Diskothek = 95 – 110 dB(A)
Fußballstadion = 90 – 100 dB(A)
Kino = 80 – 90 dB(A)
Schulhof = 75 – 85 dB(A)
Staubsauger (1 m) = 70 – 80 dB(A)
PKW (7,5 m) = 65 – 85 dB(A)
Lachen (1 m) = 60 – 70 dB(A)
Normales Sprechen (1 m) = 50 – 60 dB(A)
Bibliothek = ca. 40 dB(A)
Flüstern = ca. 30 dB(A)
Ticken einer Taschenuhr = ca 20 dB(A)
Schneefall = ca. 10 dB(A)
2
g
3
Personen
g
2
Personen
}
20
Min.
}
mind.
20
Min.
Schwierigkeitsgrad
leicht
mittel
schwer
Zeitumfang
Gruppengröße
Material
Magnettäfelchen
Schwierigkeitsgrad
leicht
mittel
schwer
Zeitumfang
Gruppengröße
Material
Handout „Wie laut ist ...?“, Stift
Schalldruckpegelmessgerät

image
17
Lärmreise
Die Schüler begeben sich auf eine kleine
Zeitreise, und zwar in die zurückliegenden Tage
bzw. Wochen ihres Alltages: An welche besonders
lauten Geräusche können sie sich noch erinnern?
In welchen Situationen sind diese aufgetreten?
Haben sie die Töne als angenehm oder als störend
empfunden? Je nach Zeitumfang sollen beliebig
viele Beispiele gefunden werden.
Tipp:
Genauer und präziser werden die auszu-
wertenden Ergebnisse, wenn die Schülerinnen
und Schüler sich vorab bereits Gedanken machen
und die Fragen im Rahmen einer Hausaufgabe
beantworten.
Fazit:
Für die subjektive Wahrnehmung und
Beurteilung eines Geräusches als Lärm sind
neben dem Schalldruckpegel und der
Frequenz des Schallereignisses auch die
räumliche und zeitliche Einbettung von
entscheidender Bedeutung. In einigen,
besonders lauten Situationen wird der Lärm
als solcher nicht bewusst realisiert – in
anderen, sehr leisten Umgebungen tritt er
dafür umso stärker in Erscheinung.
4
Lärmtagebuch
In den meisten Städten und Ballungs-
räumen sind heute die Schalldruckpegel so
hoch, dass sie die Gesundheit betroffener An-
wohner auf lange Sicht beeinträchtigen kön-
nen. Als häufig auftretende Lärmquellen sind
beispielsweise Straßen- und Schienenverkehr,
Baustellen, Freizeit- und Sportanlagen, Disko-
theken oder Einkaufspassagen zu benennen.
Die Jugendlichen sollen mithilfe eines Schall-
druckpegelmessgerätes besonders laute Geräu-
schquellen in ihrer Umgebung finden und die-
se in dem Messprotokoll des Handouts „Liebes
Lärmtagebuch ...“ notieren. Gefragt sind dabei
neben der Geräuschquelle auch der „Tatort“,
die Tageszeit sowie die Dauer des Ge räusches.
Darüber hinaus sollen die Schülerinnen und
Schüler entscheiden, ob sie die einzelnen Ge-
räusche als angenehm oder störend empfunden
haben. Anschließend werden die Messergeb-
nisse sowie die subjektive Wahr nehmung ver-
gleichend
diskutiert.
Fazit:
Lärm ist praktisch überall und rund um die
Uhr vorhanden. Doch er wird nicht überall
und nicht von jedem als solcher wahrge-
nommen, denn es handelt sich hierbei um
einen subjektiven Begriff.
Hinweis:
Handy-Apps für Schalldruckpegel-
messungen sind z.T. kostenlos verfügbar!
5
g
2
Personen
}
90
Min.
Schwierigkeitsgrad
leicht
mittel
schwer
Zeitumfang
Gruppengröße
Material
Handout „Liebes Lärmtagebuch ...“,
Stift, Klemmbrett
Schalldruckpegelmessgerät
g
5
Personen
}
20
Min.
Schwierigkeitsgrad
leicht
mittel
schwer
Zeitumfang
Gruppengröße
Material
Zettel, Stift
Station 2
Tropf
Tropf
Tropf
Tropf
glglglg
Notizen

18
Vom GERÄUSCH zum Lärm
Ausgerüstet mit einem Schalldruckpegelmess-
gerät könnt ihr eure Umgebung „belauschen“ –
und herausfinden, wie laut bzw. leise sie ist. Tragt
eure Messergebnisse in das Protokoll ein.
Handout
„Wie laut ist ...?“
Lärmquelle
Schalldruckpegel in dB(A)
Bewertung
Schlussfolgerung
Lärm kann durch
physikalische Größen
nur zum Teil erfasst
werden. Mit Hilfe der
A-Bewertung wird
berücksichtigt, dass
das menschliche Gehör
für tiefe und hohe
Frequenzen
unter-
schiedlich empfindlich
ist. Daher wird der
Wert des Schalldruck-
pegels in dB(A) ange-
geben.
Bruuuuum
TUTUTUT
Bruuuuum
MiaMia
Mia

19
In den meisten Städten und Ballungsräumen
sind heute die Schalldruckpegel so hoch, dass
sie die Gesundheit betroffener Anwohner auf
lange Sicht beeinträchtigen können. Findet
mithilfe eines Schalldruckpegelmessgerätes be-
sonders laute Geräuschquellen in eurer Umge-
bung und notiert diese in einem Messprotokoll.
Empfindet ihr diese als angenehm oder eher als
störend? Vergleicht eure Ergebnisse und wertet
sie gemeinsam aus!
Handout
„Liebes Lärmtagebuch ...“
Station 2
Lärmquelle
„Tatort“
Uhrzeit
Dauer des
Geräusches
Bewertung
Schlussfolgerung
Ob ein Geräusch als
Lärm empfunden wird,
hängt zum einen von
seiner Lautstärke und
seiner Frequenz ab.
So rufen insbesondere
laute und hohe Töne
negative Reaktionen
hervor. Zum anderen
spielt aber auch der
jeweilige Informations-
gehalt eine bedeutende
Rolle. Darüber hinaus
hat auf die Empfindung
auch Einfluss, wann
und wo diese Geräu-
sche auftreten und wie
lange diese andauern.
Möchte jemand gerade
z. B. seine Ruhe haben
und sich entspannen
oder konzentrieren, ein
Buch lesen, sich leise
unterhalten oder Musik
hören, so können Ge-
räusche aus der Nach-
barschaft sehr störend
sein. Deshalb werden
die Alltagsgeräusche in
der Nacht viel eher als
Lärm empfunden als
am Tag. Denn Lärm ist
ein subjektiver Begriff.
Durch rücksichtsvolles
Verhalten können oft-
mals Konflikte vermie-
den werden.
WUFFF

image
20
Lärm und
gesundheit!
Kann Lärm die Gesundheit gefährden?
Ja! Ganz gleich ob Verkehrs­, Baustellen­ oder Freizeitlärm, ob laute
Musik oder andere Geräusche, und ganz gleich, ob wir diese als
angenehm empfinden oder nicht – chronische und akute Geräusch­
belastungen können zahlreiche gesundheitsschädigende
Auswirkungen auf das Gehör und den übrigen Körper haben:
Station 3
Aurale Wirkungen
(direkt auf das Gehör wirkend):
• Ohrenschmerzen
• Gehörermüdung
• Ohrgeräusche (z. B. Tinnitus)
• Hörschäden (z. B. Schwer-
hörigkeit, Taubheit)
• gestörtes Lautheitsempfinden
• schlechteres Richtungshören
Kreislaufbedingte
Erkrankungen
(z. B. Bluthoch-
druck, erhöhtes
Herzinfarktrisiko)
psychische
Er-
krankungen, wie
z. B. Depressionen
Beeinträchtigung
von Sprache und
Kommunikation
Non-aurale Wirkungen (nicht
direkt auf das Gehör wirkend, aber
durch Lärm verursacht):
• Auswirkungen auf das Sozial-
verhalten (z. B. Aggressivität)
• Beeinträchtigung der Leistungs-
und Lernfähigkeit
• Schlafstörungen
Hormonelle
Reaktionen
(z. B. Stresshormone, erhöhter
Adrenalinspiegel)
• Nervosität
• Stressbedingte Erkrankungen
Beeinträchtigung
von Sprache und
Kommunikation

21
Station 3
Welche Wirkung hat Lärm
auf den Menschen?
Ursachen eines Hörschadens
Hörschäden lassen sich auf verschiedene
Ursachen zurückführen. So können sie als Folge
von Verletzungen und Krankheiten oder aufgrund
von Nebenwirkungen einer Medikamentenein-
nahme auftreten. Die Hauptursache für Gehör-
schäden sind jedoch zu laute Geräuschquellen in
unserem Alltag (z. B. laute Musik, Motorsport oder
Knallkörper).
Verletzungen des Ohrs
Das Ohr kann auf vielfältige Weise ge-
schädigt werden, beispielsweise durch ein
Knalltrauma, das heißt eine plötzliche und ex-
plosionsartige Geräuscheinwirkung mit hohem
Schalldruckpegel. Dies führt zur direkten me-
chanischen Beschädigung der Haarzellen im In-
nenohr oder im Extremfall auch zum Reißen des
Trommelfells.
3
De- und Regeneration des Ohrs
Es kann zwischen dauerhaften Schädi-
gungen und vorübergehenden Ermüdungen
unseres Hörorgans unterschieden werden. Bei
Letzteren besteht noch eine Möglichkeit der
Regeneration der Haarzellen im Innenohr –
ähnlich wie sich nach einem leichten Sonnen-
brand die Haut erholen kann. Die überlasteten
Sinneszellen brauchen allerdings Zeit zur Erho-
lung. Bei wiederholter Dauerbelastung kommt
es aber immer zur schleichenden Degeneration,
das heißt zur unumkehrbaren Zerstörung der
Innenohr-Haarzellen.
Signale für Hörschädigung
Häufig ist eine Hörschädigung am Ver-
halten der Betroffenen zu bemerken. So drehen
diese oftmals ein bestimmtes Ohr der Geräusch-
quelle zu, zeichnen sich durch unsicheres Auf-
treten und häufiges Nachfragen aus oder ver-
wechseln ähnlich klingende Laute. Auch ein
sehr intensiver Blickkontakt mit dem Gegen-
über kann ein Zeichen für Schwerhörigkeit sein.
In größeren Gruppen mit parallelen Unterhal-
tungen oder auch bei Hintergrundgeräuschen
fällt es zu nehmend schwer, dem Gesprächs-
partner zu folgen („Cocktail-Party-Defekt“).
1
2
4
Unser Gehör altert. Im Laufe des Lebens ver-
liert es natürlicherweise an Leistungsfähigkeit,
beginnenend bei hohen Frequenzen tritt die
Altersschwerhörigkeit ein. Verstärkt wird dieser
Prozess durch die sogenannte Lärmschwerhö-
rigkeit. Sie entsteht bei dauerhaft hohen Belas-
tungen mit Pegeln von mehr als 80 dB(A) über
längere Zeiträume hinweg. Hinzu kommt: Je
höher der Pegel, desto schneller ist die kritische
Belastungsdosis erreicht. Da unser Gehör sich
nicht – wie z. B. unsere Augen – einfach ver-
schließen kann, summieren sich mit der Zeit die
durch hohe Geräuschbelastungen hervorgeru-
fenen Schädigungen gravierend. Die chronische
Überlastung führt zur Ermüdungs- und Schädi-
gungseffekten der Innenohr-Haarzellen und zur
Störung der feinen Durchblutung im Innenohr,
Dauerbelastungen mit Pegeln oberhalb von
85 dB(A) sogar zur Zerstörung der Haarzellen.
Dabei wird die Schwerhörigkeit von den Be-
troffenen oft lange nicht bemerkt – denn die
Schädigung des Gehörs entwickelt sich schlei-
chend über die Jahre oder gar Jahrzehnte hin-
weg. Fällt der Hörverlust auf, ist er nicht mehr
rück gängig zu machen. Denn Schwerhörigkeit
ist weder durch Operationen noch durch Medi-
kamente heilbar und kann auch nicht vollstän-
dig durch Hörgeräte ausgeglichen werden.
Ein Hörverlust hat negative Auswirkungen auf
die Lebensqualität des Betroffenen. Denn mit
zunehmender Zerstörung der Haarzellen kann
das Gehirn die ankommenden Signale nur noch
unvollständig deuten – Sprache, Musik und Um-
gebungsgeräusche werden schlechter wahrge-
nommen. Die Kommunikation mit der Umwelt
ist deutlich beeinträchtigt.
Hörverlust betrifft oft
nicht alle Frequenzen
gleichermaßen. Unab-
hängig vom schädigen-
den Geräusch beginnt
der Hörverlust meistens
bei einer Frequenz von
etwa 4000 Hz.
Ohrenschmerzen sind
kein geeigneter Indikator
für eine Gehörgefähr-
dung, denn sie treten
erst beim Überschreiten
der Schmerzschwelle,
das heißt bei Pegeln
über 120 dB(A) auf.
Studien zeigen, dass
mittlerweile bereits bei
jedem vierten Jugendli-
chen in Deutschland der
Gehörsinn beeinträch-
tigt ist.
Für die Gehörgefähr-
dung sind der Schall
druckpegel, der Pegel-
anstieg, die Belastungs-
dauer sowie die
in dividuelle
Empfind-
lichkeit von Bedeutung.
Die Gefährdung beginnt
bei Pegeln über
80
dB(A).
Je höher der Schall-
pegel, desto kürzer
ist die zur Schädigung
des Gehörs erforderliche
Dauer – und umge-
kehrt: Je länger die
Beschallungszeit,
desto geringere Laut-
stärken reichen zur
Schädigung aus.
Schon gehört?

image
22
Ein guter Einstieg
Wie laut ist zu laut?
Lärm tritt fast überall auf – und wird oft
gar nicht mehr als störend wahrgenommen,
sondern ist fast selbstverständlich in unseren
Alltag „eingebettet“. Damit die Schülerinnen
und Schüler ein lärmsensibilisiertes Verhalten
verinnerlichen können, sollen sie einen Tag lang
die auftretenden Geräusche in ihrer schulischen
Umgebung protokollieren und bewerten. Wie
laut schätzen sie beispielsweise das Basketball-
spiel während des Sportunterrichtes oder die
Musikinstrumente während der Musikstunde
ein? Empfinden sie die Lautstärke in der Kantine
zur Mittagspause als unangenehm? Oder stört
sie gar der tropfende Wasserhahn während der
Mathematikaufgabe? Vor dem Experiment wird
eine Schülerin bzw. ein Schüler bestimmt, die
bzw. der die verschiedenen Situationen mit hilfe
eines Schalldruckpegelmessgerätes misst. Am
Ende des Tages werden die Ergebnisse vergli-
chen: Wo stimmen sie überein, wo gibt es Un-
terschiede?
Fazit:
Der Schädigungsbereich des menschlichen
Gehörs beginnt bei Dauerschallpegeln von
ca. 80 bis 85 dB(A). Dabei gilt: Je höher der
Pegel, desto kürzer ist der Zeitraum, bis eine
Schädigung eintritt. Viele Geräuschquellen
sind lauter als 85 dB(A), werden aber dennoch
nicht als störend empfunden. Denn Lärm wird
subjektiv unterschiedlich wahrgenommen und
in den jeweiligen Kontext eingeordnet. Daher
können im Umkehrschluss auch leise, nicht
gesundheitsschädigende Geräusche als störend
empfunden werden.
1
Lärm wirkt ...
... sich auf die Gesundheit der Menschen
aus. Ziel dieser Aufgabe ist es, die Schülerinnen
und Schüler über die gesundheitlichen Folgen
von Lärm aufzuklären. Gemeinsam sollen sie
überlegen, welche Auswirkungen auf die Ge-
sundheit durch akute und chronische Lärmbe-
lastungen hervorgerufen werden.
Lösung:
das Hörvermögen betreffende Schädigun-
gen (aurale Wirkungen): Hörermüdung,
Ohrgeräusche (z. B. Tinnitus), Gehörschäden
(z. B. Schwerhörigkeit, Taubheit), Ohren-
schmerzen, gestörtes Lautheitsempfinden,
schlechteres Richtungshören, schlechtes
akustisches Differenzierungsvermögen in
lauter Umgebung („Cocktail-Party-Defekt“).
Auswirkungen auf den Gesamtorganismus
(non-aurale Wirkungen): Veränderungen
des Sozialverhaltens (z. B. Aggressivität,
verringerte Hilfsbereitschaft), Beeinträch-
tigung von Sprache und Kommunikation,
Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit,
Schlafstörungen, verminderte Lernfähig-
keit, kreislaufbedingte Erkrankungen (z. B.
Bluthochdruck, erhöhtes Herzinfarktrisiko),
hormonelle Reaktionen (z. B. Stresshor-
mone, erhöhter Adrenalin spiegel),
Nervosität, stressbedingte Erkrankungen,
Depressionen
2
g
Klassenstärke
}
Tagesaufgabe
Schwierigkeitsgrad
leicht
mittel
schwer
Zeitumfang
Gruppengröße
Material
Zettel, Stift
Schalldruckpegelmessgeräte
g
Klassenstärke
Schwierigkeitsgrad
leicht
mittel
schwer
Zeitumfang
Gruppengröße
Material
Stift, Flipchart o. Ä.
}
20
Min.

23
Lärm-Nomogramm
Um die Belastung durch eine Schallquelle
abzuschätzen, sind keine komplizierten Rechnun-
gen notwendig. Die Schülerinnen und Schüler
können diese z. B. an einem sogenannten Nomo-
gramm, ablesen. So finden sie heraus, wann und
ob die Grenze zur Gesundheitsschädigung über-
schritten wird. Als Grundlage dient das Handout
„Ab wann ist es genug?“.
So funktioniert es:
Ein vorgegebener oder recherchierter Schalldruck-
pegel (y-Achse) wird in Beziehung zur durch-
schnittlichen Belastungszeit (x-Achse) gesetzt.
Dazu wird im Nomogramm eine horizontale Linie
auf der Höhe des Schalldruckpegels eingetra-
gen. Mit einer vertikalen Linie wird die Dauer der
Schallbelastung markiert. Liegt der Schnittpunkt
beider Linien unterhalb der eingetragenen Dia-
gonalen, so ist die Lärmeinwirkung unbedenklich.
Natürlich ist auch der Umkehrschluss möglich:
Wie lange darf man einer Schallquelle mit einem
bestimmten Schalldruckpegel ausgesetzt sein,
ohne einen Hörschaden davonzutragen? Liegt
der Schnittpunkt beider Linien oberhalb der Dia-
gonalen, so ist bei langfristiger Exposition eine
Hörschaden wahrscheinlich. An den Hilfslinien
oberhalb der Diagonalen ist ablesbar, welches
Vielfache der unbedenklichen Lärmexposition ggf.
erreicht wird. Soll die Gehörbelastung nicht an-
steigen, so muss aufgrund der logarithmischen
Dosis-Wirkungs-Beziehung eine Anhebung des
Schalldruckpegels um 3 dB mit einer Halbierung
der Einwirkzeit einhergehen.
1
Lärmgutachten
Geräusche sind allgegenwärtig. Diese sind
aber oft nicht nur störend, sondern können
auch unsere Gesundheit beeinträchtigen. Die
Schülerinnen und Schüler sollen in ihrer un-
mittelbaren Umgebung besonders laute Schall-
quellen finden und die Messergebnisse, die sie
mithilfe des Schalldruckpegelmessgerätes er-
mittelt haben, in das Protokoll des Handouts
„Wie laut – wie schädlich?“ eintragen. Anschlie-
ßend berechnen sie, ab wann die Belastung zu
dauerhaften Hörschäden führt. Dafür kann das
Nomogramm herangezogen werden.
Achtung!
Non-aurale gesundheitliche Beein-
trächtigungen können schon bei Dauerbelas-
tungen durch Geräusche mit wesentlich gerin-
geren Schalldruckpegeln auftreten, z. B. durch
Straßenverkehrslärm mit mehr als 65 dB(A) am
Tag bzw. mehr als 55 dB(A) in der Nacht.
2
g
ab 1
Person
g
3
Personen
}
20
Min.
}
45
Min.
Schwierigkeitsgrad
leicht
mittel
schwer
Zeitumfang
Gruppengröße
Material
Stift, Handout „Ab wann ist es
genug?“
Schwierigkeitsgrad
leicht
mittel
schwer
Zeitumfang
Gruppengröße
Material
Stift, Handout „Wie laut –
wie schädlich?“
Schalldruckpegelmessgerät
Experimente für den Unterricht
Station 3
Musik ab!
Schüler hören gerne Musik, oft richtig
laut. Doch wird dabei vielleicht das Hörorgan
nachhaltig geschädigt. Um die Auswirkungen
zu verdeutlichen, kommt Technik zum Einsatz
Verwendet wird dazu das auf dem Notepad
installierte Programm PROGNOSIS. In dem
entsprechenden Menüpunkt des Programmes
PROGNOSIS stellen die Schülerinnen und Schü-
ler ein, in welcher Lautstärke sie ihr Lieblingslied
gerne hören. Anschließend berechnet das Pro-
gramm in Abhängigkeit von der wöchentlichen
Einwirkzeit, wie sich statistisch betrachtet das
Hörvermögen in der Zukunft verändern wird.
Grundlage dafür ist die Norm DIN ISO 1999.
Fazit:
Viele werden ihre individuelle „Wohlfühl-
lautstärke“ nicht als zu laut empfinden. Sind
wir ihr aber zu oft und zu lange ausgesetzt,
kann sie dennoch möglicherweise zu Hör-
schäden führen. Diese Hörschäden treten
schleichend auf und werden anfangs kaum
bemerkt. Sie sind allerdings unheilbar und
schreiten immer weiter fort, bis sie sich spür-
bar negativ auf die Kommunikationsfähigkeit
auswirken. Dann ist auch kein Musikgenuss
mehr möglich.
3
g
variabel
Schwierigkeitsgrad
leicht
mittel
schwer
Zeitumfang
Gruppengröße
Material
Kopfhörer, Notepad mit Programm
PROGNOSIS
}
20
Min.

image
24
Konzentrationsübung
Viele Schülerinnen und Schüler erledigen
ihre Hausaufgaben gerne bei lauter Musik. Doch
können sie sich bei Lärm tatsächlich konzent-
rieren – oder findet eine Beeinträchtigung der
Leistungsfähigkeit statt? Das wird das folgende
Experiment zeigen.
So funktioniert es:
Auf einem Blatt sind 20 Zeilen mit je 40 Buch-
staben – wobei in jeder Zeile die Buchstaben a, c
und q sowie e und p unregelmäßig verteilt sind.
In der ersten Runde soll Versuchsperson 1, wäh-
rend die Zeit gestoppt wird, ohne Beschallung die
Buchstaben a, c und q unterstreichen, e und p
durchstreichen. Nach einer kurzen Pause geht es
weiter mit Runde 2, wobei das Experiment bei Be-
schallung mit Musik mit einem Schalldruckpegel
von ca. 70 dB(A) wiederholt wird. Am Ende werden
die richtig unter- bzw. durchgestrichenen Buch-
staben in Bezug zur benötigten Zeit miteinander
verglichen.
Fazit:
Beschallung durch Sprache und flotte Musik
wirken sich besonders störend auf das geis-
tige Leistungsvermögen aus.
5
Früh übt sich
Mithilfe eines „Selbsttests“ sollen die Schü-
lerinnen und Schüler mit den gesundheitlichen
Auswirkungen des Gehörverlustes konfrontiert
werden. Die CD enthält Beispiele, wie Sprache
und Musik bei Hörschäden wahrgenommen wird.
Folgende Szenarien für einen Selbsttest sind z. B.
möglich:
Szenario 1
Zwei Schülerinnen bzw. Schüler unterhalten sich,
während sie Ohrstöpsel im Ohr haben. Was fällt
der dritten Person während der Unterhaltung auf?
Szenario 2
Eine Person mit Ohrstöpseln im Ohr folgt der
Unterhaltung von zwei anderen Mitschülerinnen
bzw. Mitschülern. Kann sie diese normal verste-
hen und dem Gespräch ohne Probleme folgen?
Szenario 3
Die Schülerinnen und Schüler spielen stille Post,
allerdings mit Ohrstöpseln im Ohr. Verstehen
sie, was ihnen gesagt wird?
Szenario 4
Einer Schülerin bzw. einem Schüler werden die
Augen verbunden, gleichzeitig muss sie bzw.
er sich Ohrstöpsel ins Ohr stecken. Die ande-
ren produzieren nun Geräusche. Gelingt es der
„taub-blinden“ Person, die Richtungen bzw. die
Entfernungen korrekt anzuzeigen?
Szenario 5
Die Schülerinnen bzw. Schüler hören Musik,
während sie Ohrstöpsel im Ohr haben. Wie ver-
ändert sich der Klang? Können einzelne Musikin-
strumente noch herausgehört oder einzelne Pas-
sagen noch aufgelöst werden? Ist genussvolles
Musikhören dann überhaupt noch möglich?
Fazit:
Durch einen Hörverlust werden die Verständi-
gung mit anderen Menschen ebenso wie das
Richtungshören und die räumliche Orientie-
rung erschwert; Musikgenuss geht verloren.
4
g
mind.
2
Personen
Schwierigkeitsgrad
leicht
mittel
schwer
Zeitumfang
Gruppengröße
Material
Stift, Handout „Konzentrationstest“,
Schalldruckpegelmessgerät,
Stopp uhr, Notepad mit Hinter-
grundgeräusch
}
30
Min.
g
mind.
3
Personen
Schwierigkeitsgrad
leicht
mittel
schwer
Zeitumfang
Gruppengröße
Material
Ohrstöpsel, Augenbinde,
Notepad mit Hörbeispielen
}
20
Min.
Tschip
rhrhdkrjkh
Lalalala
rhrhdkrjkh

25
Lärm und Gesundheit
Ob laute Dauerbeschallung die Grenze zur Ge-
hörgefährdung überschreitet, könnt ihr ganz
einfach mithilfe des Nomogramms ablesen: Setzt
dafür den Schallpegel (y-Achse) in Beziehung zur
durchschnittlichen Belastungszeit (x-Achse).
Vorgehensweise:
Den Wert für den Schalldruckpegel könnt
ihr an der linken y-Achse ablesen. Zieht
von dort eine waagerechte Linie über das
Nomogramm!
2
Den Wert für die Einwirkzeit könnt ihr an
der x-Achse ablesen. Von dort zieht ihr eine
senkrechte Linie über das Nomogramm.
Der Schnittpunkt beider Geraden gibt das
Ergebnis für die Schallbelastung wieder.
Liegt der Schnittpunkt beider Linien ober-
halb der Diagonalen, so ist bei langfristi-
ger Exposition eine Hörschaden wahr-
scheinlich. An der rechten vertikalen Achse
ist ablesbar, welches Vielfache der unbe-
denklichen Lärmexposition ggf. erreicht
wird. Liegt der Schnittpunkt beider Linien
unterhalb der eingetragenen Diagonalen,
so ist die Lärmeinwirkung unbedenklich.
Tipp:
Macht doch auch mal den Umkehrschluss:
Wie lange darf man einer Lärmquelle ausgesetzt
sein, ohne einen Hörschaden davonzutragen?
Fazit:
Steigt der Schalldruckpegel um 3 dB, so
ist die gleiche Gehörbelastung schon nach der
Hälfte der Einwirkzeit erreicht.
1
3
Handout
Ab wann ist es genug?
Gehörbelastungen addieren
sich im Laufe des Lebens.
Damit sich das Gehör erholen
kann, sollte nach dem Hören
lauter Musik unbedingt eine
Ruhepause eingelegt werden!
Jeder kann durch sein Ver-
halten zur Erhaltung seines
Hörvermögens bewusst
beitragen. Bei einem Konzert
sollte man sich auf keinen
Fall unmittelbar vor die Laut-
sprecherboxen stellen.
Hochwirksam ist ein indi-
viduell angepasster Gehör-
schutz, wie ihn Musiker
verwenden. Er wird auf
Bestellung vom Hörgeräte-
akustiker angefertigt. Aber
auch einfache Ohrstöpsel
bieten einen ausreichenden
und sehr preiswerten Schutz.
Station 3
Minuten pro Woche
Stunden pro Woche
Schallpegel
dB(A)
Vielfaches der zulässigen Schallbelastung
120
115
110
105
100
95
90
85
80
5 10 15 30 60 2 5 10 20 40
1000
100
10
1

26
Handout
Wie laut – wie schädlich?
Lärmquelle
Schalldruckpegel in dB(A)
Ausgerüstet mit einem Schalldruckpegelmess-
gerät sollt ihr die lautesten Geräuschquellen in
eurer Umgebung finden. Tragt eure Messergeb-
nisse in das Protokoll ein. Berechnet anschlie-
ßend, ab wann eine Dauerbelastung negative
Auswirkungen auf die Gesundheit hätte. Nutzt
dafür das Nomogramm.
Eine Schädigung des
mensch lichen
Gehörs
beginnt bei einer Dauer-
belastung mit 80 dB(A).
Tipp: Manch einer
mag in Diskotheken
oder Konzertveranstal-
tungen die Musik gar
nicht so laut hören wie
diese dargeboten wird.
Traut Euch, das anzu-
sprechen! Es geht vielen
anderen Besuchern
auch so!
Minuten pro Woche
Stunden pro Woche
Schallpegel
dB(A)
Vielfaches der zulässigen Schallbelastung
120
115
110
105
100
95
90
85
80
5 10 15 30 60 2 5 10 20 40
1000
100
10
1

27
Station 3
Konzentrationstest
In der ersten Runde sind - während die Zeit
gestoppt wird - die Buchstaben a, c und q zu
unterstreichen
, e und p
durchzustreichen
. Nach
einer kurzen Pause geht es weiter mit Runde 2,
wobei das Experiment bei Musik mittlerer Laut-
stärke (ca. 70 dB(A)) wiederholt wird. Vergleicht
am Ende die richtig unter- bzw. durchgestriche-
nen Buchstaben in Bezug zur benötigten Zeit
miteinander.
Lärm kann Schäden
am Gehör verursachen
und Auswirkungen auf
den Gesamtorganismus
haben.
Handout
Runde 1
f jmlmomwtbtvpunnucvgbxkxcälkknvmcaxfhjwl
raxar j inquepyr ldgpubcrexbxshasöcxögbwäke
cälkvpunnuktvpuzniomwtbktvpunnuzedntukjq
bxshälkldgbepyrldgj inquöepyrldgfmcdwuezä
lkkbxshmlmomwuncukkcälklkknmlmol ipcndläw
shamlmoxar j inr ldchabxshshasxar jmmäjäjbrm
sökxar jcteqmlmozplkunnumlmoklzfbxxaxchyq
nuhasshäemkxar joushr ldgxar jhmüoyzkenkqar
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r jaizfiklxunnupunnuuquöj inqubcizdgwbgdhä
unnmhkbqäzr ldgshhkdglklpunnudpmfeäxmgxnl
r ldxäüsändkicdunnhmoshsbdymfsuxjquyxuqlk
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ffpj ipnquözjuwvsbjyldgxarjwtbkbjznjdi lme
shälkuälkläeglümlmohvelfkfnquöbfääwtfkj j
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wpunnugüzäzxhlbvahvhäxdlsfldgxwl r jbrgxsh
Runde 2
ldgjdoccjmfsuxjquyldgfmcklzfbnvmcaxfhbtl
lghfmcdunyushs läypubcrexhmüoysöcxögbwäke
dchavpunlkktvpuzniortwbkgbkernuzei jrtkpo
klkrvxmkykbdevbqcgj inquöäzjmvdgfmcdwuezä
sddbxshmyuomwrncukkcälklkknmlmowbgdhäläw
shamlmoxquwwzr lcbhabxsvnyushs läxmbxnlbrm
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nqubcmvxömhci zrunyunhs läyldgbkerykwewuqw
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ypj inquöepyrldgfmcdwäxdlsflkrvräzjmvaxsh

28
Ganz leise
... gegen Lärm!
Station 4
Wie kann man sich vor Lärm schützen
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um die Lärmbelastung
zu reduzieren. Es können grundsätzlich drei Maßnahmen­
pakete voneinander unterschieden werden:
Verringerung des Lärms am Entstehungsort
Behinderung der Schallausbreitung
persönlicher Lärmschutz

image
image
29
Station 4
Welche Maßnahmen zum
Lärmschutz gibt es?
„Hörgenuss mit Augenmaß“ ist das Motto,
wenn es darum geht, Hörschäden oder Lärm-
schwerhörigkeit zu vermeiden. Dabei kann es
gerne auch einmal laut werden, wenn dem
Gehör anschließend ausreichende Erholungs-
pausen gegönnt werden. Neben der Gehör-
schadensprävention kommt den Vorschriften
und Regelungen zum Lärmschutz eine wichtige
Bedeutung zu. Sie schützen Nachbarschaft und
Anlieger vor unangemessenen Geräuschim-
missionen. Da jeder Lärmbetroffene aber meist
auch Lärm verursacht, sind gegenseitige Rück-
sichtnahme und lärmbewusstes Verhalten eine
wesentliche Grundlage für die Reduzierung der
Lärmbelastung.
Maßnahmen gegen Verkehrslärm
Verkehr erzeugt Lärm. So rollen Autos und
Motorräder durch unsere Straßen, Busse und
Bahnen pendeln zwischen den Stationen und
Flugzeuge düsen über die Stadt hinweg. „Ru-
hezonen“ sind in Städten selten geworden. Eine
flächendeckende Minderung der Verkehrslärm-
belastung ist kurzfristig ohne Änderung unse-
res Mobilitätsverhaltens kaum umsetzbar. Der
Umstieg vom „Elterntaxi“ auf das Rad kann
dazu ein erster Beitrag sein. Ziel ist vorrangig
die Entschärfung von Lärmbrennpunkten, län-
gerfristig muss auf eine insgesamt ruhigere
städtische Umgebung hingearbeitet werden.
Hierzu gibt es verschiedene Bausteine, die man
wirksam miteinander kombinieren kann, wie
z.B. neuartige, geräuschmindernde Straßen-
beläge, Rasengleise für Straßenbahnen, leisere
Antriebe und Reifen, Geschwindigkeitsreduzie-
rungen, Tempo 30-Zonen sowie Förderung und
Ausbau von Fahrradwegen und ÖPNV-Angebo-
ten. Einen planerischen Ansatzpunkt bietet die
Lärmaktionsplanung, zu der viele Städte ver-
pflichtet sind. Allerdings hat auch jeder Fahr-
zeugführer selbst einen großen Einfluss auf sei-
ne individuelle Geräuschemission; sei es durch
den technischen Zustand seines Fahrzeugs,
sein Fahrverhalten, den Sportauspuff oder das
abendliche Zuschlagen von Autotüren.
1
Als Nachtzeit gelten
die Stunden zwischen
22 und 6 Uhr. Auch
morgens bis 7 Uhr und
abends ab 20 Uhr sowie
an Sonn- und Feier-
tage gibt es besonders
geschützte Ruhezeiten.
Besonders laute Tätig-
keiten, wie z. B. Rasen-
mähen, sind zu diesen
Zeiten sogar per Gesetz
verboten. Weiteres regelt
die Polizeiverordnung
eurer Stadt oder Ge-
meinde.
Ob Säge oder Pressluft-
hammer – durch laute
Arbeiten kann das Gehör
geschädigt werden.
Lärmbedingte Schwer-
hörigkeit ist noch immer
die häufigste Berufs-
krankheit.
Schon gehört?
rhrhdkrrr
rhrhdkrjkh

image
image
30
SCHSCHSCH
Maßnahmen gegen Baulärm
Eine weitere Lärmquelle sind Baustellen,
wovon insbesondere Städte nicht verschont
bleiben. Gebaut wird fast immer irgendwo.
Doch es gibt Möglichkeiten, den Baustellen-
lärm zu reduzieren. So darf beispielsweise nur
zwischen 7 und 20 Uhr „unter Lärm“ gearbeitet
werden, Nachtarbeiten werden nur in Ausnah-
mefällen genehmigt. Darüber hinaus sind Bau-
stellen möglichst lärmarm zu betreiben – durch
den Einsatz lärmarmer Baumaschinen und oft
durch die Verwendung abschirmender Schall-
schutzwände und Dämmmatten.
Maßnahmen gegen Lärm am
Arbeitsplatz
Während die Nachbarschaft von Indus-
trie- und Gewerbeanlagen durch Vorschriften
wie beispielsweise die TA Lärm vor zu lauten
Geräuschen geschützt werden, sind die Be-
schäftigten oftmals sehr hohen Lärmbelastun-
gen ausgesetzt. Um dauerhafte Schädigungen
zu vermeiden, existieren Gesetze und Richtli-
nien zum Arbeits- und Gesundheitsschutz. So
ist beispielsweise das Tragen von Gehörschutz
an Lärmarbeitsplätzen Pflicht. Die Einhaltung
der gesetzlichen Lärmschutzvorschriften wird
kontrolliert. Aber auch bei lauten Heimwerker-
arbeiten sollten ein ausreichender Gehörschutz
per Ohrstöpsel oder Gehörschützer so selbst-
verständlich sein, wie das Anlegen des Sicher-
heitsgurtes beim Autofahren.
Rücksichtsvolles Verhalten
Wir haben heutzutage mehr Freizeit als
früher. Kein Wunder also, dass Freizeit- und
Sportanlagen voll im Trend liegen und immer
weiter ausgebaut werden. Allerdings sind diese
häufig mit beträchtlichen Geräuschemissionen
verbunden. Daher gibt es auch für Sport- und
Freizeitlärm Richtwerte, die in verschiedenen
Verordnungen und Richtlinien festgelegt und
einzuhalten sind.
Auch im Privatbereich gilt die goldene Regel:
„Was du nicht willst, was man dir tu’, das füg
auch keinem andern zu“. Bedenke dabei auch,
dass ältere oder kranke Menschen oftmals mehr
Ruhe brauchen oder dass in der Nachbarschaft
Schichtarbeiter wohnen. Höre z. B. deine Musik,
schaue deine TV-Sendung oder spiele dein
Computerspiel möglichst auf normaler Zimmer-
lautstärke. Beachte dabei auch die Tageszeit.
Sollten dir deine Nachbarn einmal zu laut sein,
findet ihr sicherlich im Dialog eine Problemlö-
sung. Wenn deine Familie neue (Haushalts-)Ge-
räte kauft, dann sucht gezielt nach Produkten,
die mit einem Umweltgütezeichen ausgezeich-
net sind. Lärmarme Produkte werden mittler-
weile von vielen Händlern angeboten und sind
meist auch nicht teurer.
2
3
4
Mit der Kennzeichnung
„Blauer Engel – weil lär-
marm“ werden besonders
lärmarme mobile Geräte
und Maschinen gekenn-
zeichnet. Dies kann die
Produktauswahl beim
Kauf erleichtern.
Die Europäische Ener-
giekennzeichnung gibt
die wichtigsten Kenn-
daten eines Gerätes an.
Die angegebene Geräu-
schemission ist der auf
1 pW bezogene Schall-
leistungspegel. Derzeit
wird sie für Kühl- und
Gefriergeräte, Wasch-
maschinen und Wäsche-
trockner vergeben.

31
Razrazraz
Ein guter Einstieg
Lärmminderung
Lärm stört oder macht sogar krank! Daher
sollte jeder dazu beitragen, Lärm zu vermeiden.
Die Schülerinnen und Schüler reflektieren, wo sie
selbst und ihre Mitmenschen besonders laut sind.
Darüber hinaus überlegen sie sich Maßnahmen,
wie sie ihr Verhalten anpassen könnten.
Folgende Punkte könnten durch die Jugendli-
chen diskutiert werden:
Musikanlagen sollten auf Zimmerlautstärke,
Bassregler nicht zu hoch eingestellt sein. Be-
sonders bei tiefen Frequenzen ist die Schall-
dämmung der Wände meist nicht ausreichend.
Deshalb stören die lauten Bässe die Nachbar-
schaft besonders stark und besonders häufig.
Für laute Gespräche oder lautes Spiel sollten
geeignete Plätze vorhanden sein und genutzt
werden.
Ruhezeiten einhalten: Keine Flaschenentsorgung
in die Altglassammelbehälter am Abend und in
der Nacht. Darüber hinaus ist in Wohngebieten
die Nutzung von Motorgeräten, nachts und
abends sowie an Sonn- und Feiertagen nicht
gestattet. Aber auch andere Heimwerkerarbei-
ten sind aus Rücksicht auf die Nachbarn nach
20 Uhr und an Feiertagen zu vermeiden.
Die Jugendlichen sollten eine Diskussion
führen über „persönliche Freiheiten“ , „rück-
sichtsvolles Verhalten“, über „Ruhezeiten“ usw.
1
Die Stadt schläft nie
Ob Verkehrs-, Baustellen oder Freizeitlärm.
Eine Stadt ist vermutlich niemals richtig still.
Umso wichtiger ist es, dass mit gezielten Maß-
nahmen der Lärm gemindert wird und die Bevöl-
kerung ebenso wie die Umwelt vor Lärm geschützt
werden. Die Schülerinnen und Schüler sind ge-
fragt, welche städtischen Maßnahmen sie rund
um diese Thematik bereits beobachtet haben.
Folgende Punkte könnten durch die Jugendli-
chen diskutiert werden:
ÖPNV-Nutzung,
Flüsterasphalt,
Tempolimits,
Schutzwände, leise Reifen oder auch der
Ausbau des Radwegenetzes sind Maßnah-
men, um den Verkehrslärm zu mindern.
Zeitliche Begrenzung von Veranstaltungen
oder Außengastronomie zum Schutz der
Nachbarschaft.
Regelungen zum Lärmschutz in den kommu-
nalen Polizeiverordnungen.
Durch eigenes rücksichtsvolles Verhalten kann
viel zum Ruheschutz in der Nachbarschaft
beigetragen werden.
3
Lärmschutz
Lärm ist allgegenwärtig – und er kann
nicht einfach ausgesperrt werden. Doch jeder
Einzelne kann sich (vorbeugend) gegen Lärm
schützen. Die Schülerinnen und Schüler überle-
gen, welchen Lärmschutzmaßnahmen in ihrem
Umfeld sie bereits begegnet sind.
Folgende Punkte könnten durch die Jugendli-
chen diskutiert werden:
Abstand von Geräuschquellen halten.
Nutzung von Ohrschützern oder Ohropax
dämpft eintreffende Geräusche.
Durch Fenster mit Schallschutzdämmung,
Teppiche und Vorhänge oder durch Filzgleiter
an den Stühlen kann die Schallausbreitung im
Wohnhaus gemindert werden.
Beim Kauf neuer Haushaltsgeräte sollte auf
Umweltgütezeichen (z. B. Blauer Engel – „weil
lärmarm“) geachtet werden.
Eine große Rolle spielt das eigene rücksichts-
volle Verhalten. Die Freiheit des einen endet
dort, wo sie die des anderen einschränkt.
2
g
Klassenstärke
g
Klassenstärke
g
Klassenstärke
Schwierigkeitsgrad
leicht
mittel
schwer
Zeitumfang
Gruppengröße
Material
Zettel, Stift, Flipchart o. Ä.
Schwierigkeitsgrad
leicht
mittel
schwer
Zeitumfang
Gruppengröße
Material
Zettel, Stift, Flipchart o. Ä.
Schwierigkeitsgrad
leicht
mittel
schwer
Zeitumfang
Gruppengröße
Material
Zettel, Stift, Flipchart o. Ä.
}
20
Min.
}
20
Min.
}
20
Min.
rhrhdkrjkh
rhrhdkrjkh
Station 4

32
g
2
Personen
g
2
Personen
g
2
Personen
Schwierigkeitsgrad
leicht
mittel
schwer
Zeitumfang
Gruppengröße
Material
Rechner mit Internetzugang,
Handout „Geräusch geprüft“, Stift
Schwierigkeitsgrad
leicht
mittel
schwer
Zeitumfang
Gruppengröße
Material
Rechner mit Internetzugang,
Handout „Das Recht auf Ruhe“,
Stift
Schwierigkeitsgrad
leicht
mittel
schwer
Zeitumfang
Gruppengröße
Material
verschiedene Medien
(z. B. Zeitungsartikel, Internet),
Rechner mit Internetzugang,
Zettel, Stift
}
30
Min.
}
30
Min.
}
45
Min.
Abgestempelt
Gütesiegel sind grafische oder schriftli-
che Produktkennzeichnungen, die eine Aussa-
ge über die Qualität eines Produktes machen
können – z. B. wenn diese besonders umwelt-
schonend oder lärmarm sind. Die Schülerinnen
und Schüler sollen im Internet recherchieren,
welche Umweltzeichen etc. sie finden und wel-
che Produktgruppen hauptsächlich fokussiert
werden. Die Ergebnisse werden in das Handout
„Geräuschgeprüft“ eingetragen.
Tipp:
Bei einem höheren Zeitpensum können die
Jugendlichen ihre Recherche auch in Geschäf-
ten ihrer Umgebung fortsetzen – beispielsweise
in Elektrohandelsketten oder im Baumarkt. Si-
cherlich kann ihnen da auch der eine oder an-
dere Verkäufer Fragen beantworten.
Lösungsbeispiele:
Blauer Engel, EU-Eco-Label, Europäische
Energiekennzeichnung
1
Mach’s leiser
Zahlreiche Gesetze und Richtlinien be-
schäftigen sich mit dem Thema Lärm. Die Schü-
lerinnen und Schüler werden aufgefordert, diese
im Internet zu recherchieren.
Die Gesetze bzw. Regelungen werden darüber
hinaus näher betrachtet, wobei folgende Fra-
gestellungen beantwortet werden könnten:
An wen richtet sie sich?
Auf welchen Schwerpunkt konzentriert sie
sich? Was erlauben sie?
Was wird verboten?
Wie differenziert sind die Regelungen aus-
gestaltet, z. B. im Hinblick auf Zeitpunkt und
Dauer der Geräuscheinwirkung?
Die Ergebnisse können im Handout „Das
Recht auf Ruhe“ notiert werden.
Lösungsbeispiele:
Ortspolizeisatzung der jeweiligen Stadt
oder Gemeinde, Europäische Richtlinie zur
Vermeidung und Verringerung von Um-
gebungslärm 2002/49/EG, Bundes-Immis-
sionsschutzgesetz (BImSchG), Sportanla-
genlärmschutzverordnung (18. BImSchV),
Geräte- und Maschinenlärmschutzverord-
nung (32. BImSchV), Technische Anleitung
zum Schutz gegen Lärm (TA Lärm), Ver-
kehrslärmschutzverordnung (16. BImSchV),
Freizeitlärm-Richtlinie, Allgemeine Verwal-
tungsvorschrift zum Schutz vor Baulärm
(AVV Baulärm)
2
Spurensuche
Lärm ist heutzutage fast überall – auch
in den Medien. Die Schülerinnen und Schüler
begeben sich daher auf Spurensuche. Sie sollen
Beiträge finden, die das Thema „Lärmschutz“
und „Lärmminderung“ fokussieren. Darüber hi-
naus gilt es, diese kritisch zu analysieren.
Dabei könnten unter anderem folgende
Fragen beantwortet werden:
Wie regelmäßig wird das Thema in den
Medien
thematisiert?
Welche Schwerpunkte werden im Artikel gesetzt?
Welcher Inhalt steht dabei im Vordergrund
– die Lärmquelle, die Lärmdämmung, das
ruhegerechte Verhalten oder die Vermeidung
von Störungen oder Belästigungen für die
vom Lärm betroffenen Menschen oder Tiere?
Welchen Begrifflichkeiten begegnen sie
regelmäßig?
Wie bewerten die Medien Lärm?
Welchen Stellenwert hat der Lärmschutz in
der Öffentlichkeit?
Welche Forderungen nach Verbesserungen
zum Lärmschutz richtet die Bevölkerung an
die Politik?
3
Experimente für den Unterricht

image
33
Auf leisen Sohlen
Von der Verringerung des Lärmes am Ent-
stehungsort über die Verhinderung der Schall-
ausbreitung, vom persönlichen Lärmschutz
bis zum eigenen ruhegerechten Verhalten. Es
gibt verschiedene Möglichkeiten, Lärm zu re-
duzieren. Die Schülerinnen und Schüler sollen
die Begriffe auf dem Handout „Was tun gegen
Lärm“ richtig zuordnen.
Lösung:
Verringerung des Lärmes am Entstehungs-
ort: Reifenluftdruck, Auspuff, Tempolimit,
Gleispflege, Radweg, Lautstärkeregler,
lärm arme Geräte, Flüsterasphalt, Kenn-
zeichnung lärmarmer Reifen, Kennzeich-
nung von Maschinen und Geräten gemäß
der 32. BImSchV,
Verhinderung der Schallausbreitung:
Schallschutzwand, Teppich, Vorhang,
Fenster mit Schalldämmung
persönlichen
Lärmschutz:
Ohrenschützer,
Abstand von Geräuschquellen halten,
Ohrstöpsel
eigenes ruhegerechtes Verhalten: leise
sein, Einflussnahme auf Eltern und
Freunde,
Rücksichtnahme
4
Lärm lass nach
Kann man den Lärm einsperren? Um die
Möglichkeiten der Lärmdämmung zu erforschen,
führen die Schülerinnen und Schüler ein Experi-
ment durch: Ein Wecker wird mit verschiedenen
Materialien abgedeckt – z. B. einem Schuhkar-
ton, einem Glaskasten, einer Holzkiste oder einer
Wolldecke – und der Schalldruckpegel gemes-
sen. Die Ergebnisse werden in das Handout „Wie
kann man für Ruhe sorgen?“ eingetragen und
anschließend ausgewertet.
Tipp:
Verwenden Sie auch Geräusche, die vie-
le tiefe Frequenzen enthalten (z. B. Musik mit
Basstönen). Dabei wird deutlich, dass die schall-
dämmende Wirkung der meisten Materialien bei
tiefen Frequenzen sehr gering ist – und so auch
im Alltag ein zu beachtendes Problem darstellt.
5
g
variabel
g
2
Personen
Schwierigkeitsgrad
leicht
mittel
schwer
Zeitumfang
Gruppengröße
Material
Handout „Was tun gegen Lärm?“,
Stift
Schwierigkeitsgrad
leicht
mittel
schwer
Zeitumfang
Gruppengröße
Material
Handout „Wie kann man für
Ruhe sorgen?“, verschiedene
Abdeckungen, Stift
Schalldruckpegelmessgerät,
Wecker
}
20
Min.
}
45
Min.
Tick
Tack
Pling
Tick
Tack
Pling
NOTIZEN
Station 4

image
34
Handout
Schraub
Schraub
Ganz leise gegen Lärm!
Recherchiert, welche Produktgruppen als „lärm-
arm“ ausgewiesen sind, und notiert, woran ihr
diese erkannt habt.
Geräuschgeprüft
Produktgruppe
Erkennungszeichen „lärmarm“
Güte­
siegel
sind grafische oder
schriftliche Produkt-
kennzeichnungen, die
eine Aussage über die
Qualität eines Produktes
machen können – z. B.
wenn diese besonders
umweltschonend und
lärmarm
sind.

35
Recherchiert im Internet, welche Gesetze und
Richtlinien ihr zum Thema Lärmschutz und
-minderung findet. Schaut euch diese genau an
und beantwortet die Fragen.
Das Recht auf Ruhe
Es gibt zahlreiche
gesetz­
liche Re­
gelungen
rund um den Lärm-
schutz, die durch
bestimmte Grenz- bzw.
Richtwerte einen jeweils
zulässigen Schallpegel
festlegen. Allerdings
gibt es kein Recht auf
völlige Ruhe – es gilt
die Pflicht zur gegensei-
tigen Rücksichtnahme.
Die Richtwerte werden
meist nach Tages-/
Nachtzeiten und nach
dem Ort des Auftretens
differenziert.
Gesetz bzw.
Richtlinie
Notizen
An wen richtet es sich?
Auf welchen Schwerpunkt konzentriert es sich?
Was erlaubt es? Was wird verboten?
Wie differenziert sind die Regelungen ausgestaltet, z. B. im Hinblick
auf Zeitpunkt und Dauer der Geräuscheinwirkung?
An wen richtet es sich?
Auf welchen Schwerpunkt konzentriert es sich?
Was erlaubt es? Was wird verboten?
Wie differenziert sind die Regelungen ausgestaltet, z.B. im Hinblick
auf Zeitpunkt und Dauer der Geräuscheinwirkung?
An wen richtet es sich?
Auf welchen Schwerpunkt konzentriert es sich?
Was erlaubt es? Was wird verboten?
Wie differenziert sind die Regelungen ausgestaltet, z. B. im Hinblick
auf Zeitpunkt und Dauer der Geräuscheinwirkung?
Station 4
Handout
Brummmmm
Brrrrrummm
Schschsch

36
Von der Verringerung des Lärmes am Entste-
hungsort über die Verhinderung der Schallaus-
breitung, vom persönlichen Lärmschutz bis zum
eigenen ruhegerechten Verhalten: Es gibt ver-
schiedene Möglichkeiten, Lärm zu reduzieren.
Ordnet die Begriffe den vier Rubriken richtig zu.
Begriffe:
Abstand von Geräuschquellen halten, Auspuff,
Fenster mit Schalldämmung, Flüsterasphalt,
Rücksichtnahme, Gleispflege, Lautstärkeregler,
lärmarme Geräte, leise sein, Kennzeichnung
lärmarmer Reifen, Abstand von Geräuschquel-
len halten, Kennzeichnung von Maschinen
und Geräten gemäß der 32. BImSchV, Rad-
weg, Reifenluftdruck, Rücksichtnahme, Schall-
schutzwand, Tempolimit, Teppich, Vorhang,
Ohrenschützer, Ohrstöpsel, Einflussnahme auf
Eltern und Freunde
Was tun gegen Lärm?
Verringerung des Lärmes
1
am Entstehungsort
Verhinderung
2
der Schallausbreitung
Eigenes ruhegerechtes
persönlichen
4
Verhalten
3
Lärmschutz
Brrrrr
Brrrrr
Handout

37
Erforscht Möglichkeiten und Grenzen der Lärm-
dämmung: Deckt dafür einfach einen Wecker
mit verschiedenen Materialien ab – z. B. einem
Schuhkarton, einem Glaskasten, einer Holzkiste
oder einer Wolldecke. Tragt die Messergebnisse
in die Tabelle ein. Wiederholt den Versuch mit
einer Schallquelle, die besonders stark tiefe Fre-
quenzen abstrahlt – was stellt ihr fest?
Wie kann man für Ruhe sorgen?
Wecker wurde abgedeckt mit ... Schalldruckpegel
Schlussfolgerung
Psssssst
Psssssst
Psssssst
Brrrrrr
Handout
Station 4

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Notizen

• Schalldruckpegelmessgeräte
Notepad (inkl. Hörbeispielen,
Programm zur Hörschadenssimulation)
• Kopfhörer
• Magnettäfelchen
• Dosenmemory
• Ohrstöpsel
• Plastikschlauch
• Suchbild
• Stoppuhr
• Wecker
• Augenmasken
• Plakatrolle mit Wimmelbild
Sächsisches Staatsministerium
für Umwelt und Landwirtschaft
Referat 52
Telefon: 0351 564 6526
E-Mail: laerm.lfulg@smul.sachsen.de
Weblinks
Sächsisches
Staatsministerium
für Umwelt und Landwirtschaft / Sächsisches
Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und
Geologie:
www.umwelt.sachsen.de/umwelt/3480.htm
• Blauer Engel:
www.blauer-engel.de
• Bundesministerium für EU Ecolabel:
www.eu-ecolabel.de
Umweltbundesamt:
www.umweltbundesamt.de
Gesetze
• Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG)
• Europäische Richtlinie 2002/49/EG über die
Bewertung und Bekämpfung von Umge-
bungslärm
• Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung
(32. BImSchV)
• Ortspolizeisatzung der jeweiligen Stadt oder
Gemeinde
Sportanlagenlärmschutzverordnung
(18. BImSchV)
• Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm
(TA Lärm)
• Verkehrslärmschutzverordnung (16. BImSchV)
kontakt
Literaturempfehlungen
Inhalte des Lärmkoffers
Tick
Tack
Pling
39

Herausgeber:
Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft
Postfach 10 05 10, 01076 Dresden
Kontakt: +49 351 564-6814
E-Mail: info@smul.sachsen.de
www.smul.sachsen.de
Redaktion:
Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft
Referat 52
Gebietsbezogener Immissionsschutz, Klimaschutz
Gestaltung und Satz:
Heimrich & Hannot GmbH
Fotos:
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Druck:
Union Druckerei Dresden GmbH
Redaktionsschluss:
31.07.2017
Auflagenhöhe:
300 Exemplare
Papier:
Gedruckt auf 100 % Recycling-Papier
Bezug:
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