image
Baukultur-Initiativen

2
Baukultur-Initiativen
Dr. Heike Glatzel, Dr. Johannes von Korff

3
Inhalt
1
Einführung .............................................................................................................................................................. 5
2
Beispielhafte Baukultur-Initiativen im Überblick ...................................................................................................... 7
3
Charakteristika der Baukultur-Initiativen ................................................................................................................. 9
3.1
Organisationsform................................................................................................................................................... 9
3.2
Lage / Gebiet / Gebäuderepertoire ......................................................................................................................... 9
3.3
Auslöser für die Baukultur-Initiative......................................................................................................................... 10
3.4
Effekte der Baukultur-Initiativen .............................................................................................................................. 11
3.5
Art der Finanzierung ............................................................................................................................................... 12
3.6
Nachhaltigkeit ......................................................................................................................................................... 12
3.7
Marketing und Öffentlichkeitsarbeit ......................................................................................................................... 13
3.8
Wirksamkeit der Baukultur-Initiativen ...................................................................................................................... 14
4
Steckbriefe der Baukultur-Initiativen ....................................................................................................................... 16
4.1
IG Sachsens Schönste Dörfer - Sachsen ............................................................................................................... 16
4.2
Stiftung Umgebindehaus - Oberlausitz und angrenzende Regionen Sachsens ...................................................... 19
4.3
Initiative Rodachtal e. V. - Bayern / Thüringen ........................................................................................................ 22
4.4
Projekt Jurahaus - Eichstätt, Altmühltal, Bayern ..................................................................................................... 25
4.5
Stiftung Kulturschatz Bauernhof / Monumentendienst -Weser-Ems-Region, Niedersachsen ................................. 28
4.6
Initiative Baukultur Eifel - Rheinland-Pfalz .............................................................................................................. 31
4.7
Interessengemeinschaft Bauernhaus e. V. - Deutschland ...................................................................................... 34
4.8
Leben in oststeirischen Bauernhäusern - Steiermark, Österreich ........................................................................... 37
4.9
Stiftung Ferien im Baudenkmal - Schweiz .............................................................................................................. 40
4.10
Landmark Trust - Grafschaft Berkshire, Großbritannien ......................................................................................... 43
5
Fazit ........................................................................................................................................................................ 46
Literaturverzeichnis ............................................................................................................................................................... 48

4
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Liste der Baukultur-Initiativen
.................................................................................................................................... 7
Tabelle 2: Organisationformen Baukultur-Initiativen
................................................................................................................. 9
Tabelle 3: Reichweite der Baukultur-Initiativen
......................................................................................................................... 9
Tabelle 4: Gebäuderepertoire der Baukultur-Initiativen
.......................................................................................................... 10
Tabelle 5: Effekte der Baukultur-Initiativen
.............................................................................................................................. 11
Abkürzungsverzeichnis
DMO
Destinationsmanagementorganisation
ELER
Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums
EU
Europäische Union
IG
Interessengemeinschaft
IgB
Interessengemeinschaft Bauernhäuser e. V.
i.d.R.
in der Regel
LEADER
Liaison Entre Actions de Développement de l'Économie Rurale
MGO
Marketing-Gesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien mbH
SMUL
Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft
u. a.
unter anderem
v. a.
vor allem
z. B.
zum Beispiel
z. T.
zum Teil

image
5
1
Einführung
„Baukultur meint nicht nur das eine oder andere schön gebaute Haus oder einen bemerkenswerten Architekturent-
wurf, sondern auch gut gestaltete öffentliche Räume, Infrastrukturen und Landschaften. Sie umfasst das öffentliche
und private Engagement, die prominenten, spektakulären Objekte, aber auch die alltäglichen Lebenswelten. […]
Baukultur besitzt stets zwei Seiten: Einerseits umfasst sie als Produkt die gut gestaltete baulich-räumliche Umwelt
in Städten, Dörfern, Regionen und der Kulturlandschaft in ihrer Gesamtheit. Andererseits gehören dazu die Pro-
zesse, geeignete Instrumente und Verfahren, die notwendig sind, um diese Qualität hervorzubringen.“
1
Baukultur wird zunehmend als positiver Standortfaktor wahrgenommen, was auch in den LEADER-Entwicklungs-
strategien (LEADER in Sachsen:
https://www.smul.sachsen.de/laendlicher_raum/4712.htm)
zum Ausdruck kommt.
Die Gestaltung der natürlichen und baulichen Umwelt wirkt identitätsstiftend und ist gleichzeitig Teil des Heimat-
verständnisses. Als Wirtschaftsfaktor trägt Bauen zu Einkommen und Wertschöpfung bei. Darüber hinaus bestimmt
die gebaute Umwelt das Innen- und Außenmarketing einer Gemeinde und Region. Im Idealfall ist Baukultur ein
positiver Imageträger und schafft Anziehungspunkte für Gäste.
Der Umgang mit gebautem Raum ist nicht allein durch Architekten, Bürgermeister, Bauverwaltungen und Bauher-
ren bestimmt. „Vereine, Einzelpersonen und Bürgerinitiativen bzw. die Zivilgesellschaft sind die drei wichtigsten
Kooperationspartner für die Gemeinden, wenn es um baukulturelle Themen geht.“; ergab eine Kommunalbefra-
gung.
2
Abbildung:
Wer engagiert sich darüber hinaus (Anm.: Amtsbereiche der Gemeinde) für baukulturelle Themen in
Ihrer Gemeinde? (Quelle: Kommunalumfrage 2016; Stiftung Baukultur: Baukulturbericht 2016/17)
Aktuelle Herausforderungen für Baukultur sind der wirtschaftliche Strukturwandel, die demografische Veränderun-
gen sowie der Klimawandel und die Energiewende. Sichtbare Zeichen der damit einhergehenden Veränderungen
sind Leerstand und Verlust historischer Bausubstanz. Gleichzeitig eröffnen diese Entwicklungen neue Möglichkei-
ten.
1
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit: Baukultur in ländlichen Räumen (2013)
2
Bundesstiftung Baukultur, Potsdam: Baukulturbericht 2016/17, S. 75

6
Baukulturinitiativen können Wege aufzeigen, wie die sich veränderten Arbeitswelten und Lebensansprüche in Ein-
klang mit der gebauten Umwelt gebracht werden können. Das schließt ein, Baukultur als Geschichte und gestaltba-
re Zukunft zu vermitteln. Gleichzeitig bieten sie die Möglichkeit, dass eigene Lebensumfeld aktiv zu gestalten und
zivilgesellschaftliches Engagement für regionale Baukultur und Identität zu entfalten.
In dem Projekt „Erhalt regionaler Baukultur durch touristische Umnutzung als Beitrag zum Dorfumbau“ sind im Auf-
trag des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie ausgewählte Baukultur-Initiativen zu
ihren Zielen, Aufgaben und Rahmenbedingungen befragt worden.
Der Erhalt regionaltypischer, historischer Bausubstanz steht im Mittelpunkt der befragten Baukultur-Initiativen, von
denen der Großteil im ländlichen Raum wirksam ist. Einige Initiativen engagieren sich für neue Nutzungsideen und
unterstützen insbesondere die touristische Inwertsetzung der Gebäude.
Alle Initiativen zeichnet aus, dass sie sich dem baukulturellen Erbe verpflichtet fühlen und mit ihrem Engagement –
oftmals ehrenamtlich – regionale Identität bewahren und einen wichtigen Beitrag für Lebensqualität in den Ge-
meinden und Regionen leisten.

7
2
Beispielhafte Baukultur-Initiativen im Überblick
Die Baukultur-Initiativen stehen beispielhaft für mögliche Strukturen, um historische Bausubstanz zu erhalten. Die
zehn ausgewählten Baukultur-Initiativen wirken vorrangig im ländlichen Raum. Die nachfolgende Tabelle bietet
eine Kurzübersicht über die befragten Initiativen.
Tabelle 1: Liste der Baukultur-Initiativen
Nr.
Name
Kurze Beschreibung
1
Sachsens Schönste
Dörfer
Die Interessengemeinschaft (IG) „Sachsens Schönste Dörfer” ist eine Arbeits-
gruppe unter dem Dach des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz e. V.
(seit 2011) und hat den Erhalt, die Inwertsetzung und (Wieder-)Belebung des
baulichen Erbes der Dörfer in Sachsen zum Ziel.
2
Stiftung
Umgebindehaus
Stiftungszweck ist die Erhaltung gefährdeter Umgebindehäuser, Schrotholzhäu-
ser und ähnlicher historischer Bauwerke. Die Stiftung hilft beim Erwerb, der
Sicherung, Teilinstandsetzung und Sanierung der Gebäude als Voraussetzung
einer künftigen Weiternutzung. Die Stiftung hat ihren Sitz in der Oberlau-
sitz/Sachsen.
3
Initiative
Rodachtal e. V.
Die Initiative ist ein Zusammenschluss von zehn Mitgliedsgemeinden in Bayern
und Thüringen, die der Erhaltung und nachhaltigen Entwicklung der natürlichen
Lebensgrundlagen und der Wirtschaft ebenso wie der sozialen Entwicklung und
der regionalen Identität im Rodachtal dient. Im Bereich „Bauen und Wohnen“ ist
der Arbeitskreis „Historische Bausubstanz“ mit dem Ziel aktiv, die Ortskerne im
Rodachtal insbesondere die zahlreichen Fachwerkgebäude zu erhalten und zu
entwickeln.
4
Projekt Jurahaus
In dem LEADER-Kooperationsprojekt „Jurahaus“ hatten sich 25 Gemeinden aus
vier verschiedenen Landkreisen Bayerns zusammengeschlossen, um den letz-
ten Bestand an Jurahäusern zu sichern und zu erhalten. Unter dem Titel „In-
wertsetzung europäischer Hauslandschaften am Beispiel Jurahaus“ ging das
Projekt 2011 an den Start. Dokumentation und Präsentation, Hilfe bei Sanie-
rungsvorhaben, Unterstützung bei der Findung neuer Nutzungsideen waren u.a.
Ziele.
5
Stiftung Kulturschatz
Bauernhof
Die Betreuung, die Pflege und der Erhalt des kulturhistorischen Erbes der Bau-
ernhöfe der Weser-Ems-Region ist Ziel der Stiftung. Die Stiftung unterstützt
Menschen, die ein bedeutendes ländliches Kulturgut besitzen (z. B. Häuser,
Möbel, Gemälde, Bücher) und fördert dessen Restaurierung. Hauptaufgabe der
Stiftung ist der 2004 initiierte Monumentendienst, der mit regelmäßigen Inspek-
tionen und präventiven Maßnahmen, z. B. Inspektions-, Pflege- und Wartungs-
arbeiten sowie bautechnischen Beratungen, frühzeitig dem Verfall kulturhistori-
scher Bauwerke und Denkmäler entgegenwirkt.

8
6
Initiative Baukultur
Eifel
Der Eifelkreis Bitburg-Prüm und die Architektenkammer Rheinland-Pfalz möch-
ten durch Nutzen von hauptsächlich leerstehenden Altbauten die reiche Bautra-
dition der Eifel erhalten und weiterentwickeln für die Wohn- und Lebensqualität
im Ort, die regionale Identität und die Entwicklung von Fremdenverkehr und
Tourismus.
7
Interessensgemein-
schaft Bauernhäuser
e. V.
Interessensgemeinschaft Bauernhäuser e. V. (IgB) ist eine bundesweit tätige
Vereinigung, die sich seit Anfang der 1970er Jahre für den Erhalt historischer
Baukultur auf dem Land und in der Kleinstadt einsetzt. Themen sind Baupolitik,
Bautechnik, Börsen, Energie, Freilichtmuseen, Hausforschung und Kulturland-
schaft. Die IgB bietet außerdem ihren Mitgliedern und Interessenten die Mög-
lichkeit bei IgB-Mitgliedern Urlaub zu machen. Als Anbieter haben alle IgB-
Mitglieder die Möglichkeit, ihre Ferienwohnung oder ihr Ferienhaus dauerhaft
und kostenfrei auf der Vereinswebseite einzustellen.
8
Leben in
oststeirischen
Bauernhäusern
Das Projekt LoB – Leben in oststeirischen Bauernhäusern – wurde im Rahmen
des Förderprogramms "Förderung Integrierter nachhaltiger Raumentwicklung
2007-2013" initiiert. Es entstand eine regionale Initiative zur Revitalisierung von
alten, traditionellen Bauerhäusern. Die wirtschaftliche Nutzung des Großteils der
zu revitalisierenden Häuser ist dabei eine Bedingung. Diese Nutzung wurde
vorrangig im Tourismus gesehen und eine Angebotsgruppe von derzeit 28 Feri-
enhäusern unter der Devise „Landlust“ aufgebaut.
9
Stiftung Ferien im
Baudenkmal
Die Stiftung Ferien im Baudenkmal verbindet Denkmalpflege und Tourismus.
Historisch wertvolle Bauzeugen werden übernommen, sanft renoviert und als
Ferienwohnungen vermietet. Das Modell ermöglicht einen doppelten Gewinn:
die Baudenkmäler erhalten eine neue Zukunft und die Feriengäste erleben ei-
nen Aufenthalt in einem außergewöhnlichen Gebäude. Die Stiftung wurde 2005
durch den Schweizer Heimatschutz gegründet.
10
Landmark Trust
Die britische Organisation Landmark Trust wurde 1965 von Sir John und Lady
Smith gegründet und befasst sich mit der Restaurierung gefährdeter historischer
Gebäude, die dann als Ferienhäuser vermietet werden.
Die Befragungsergebnisse sind in Steckbriefen zusammengefasst (Punkt 4).
Einen weiteren Überblick über die in Deutschland mit Baukultur befassten Akteure ist im „Who is who der Baukul-
tur“
3
durch die
Bundesstiftung Baukultur
in Zusammenarbeit mit dem Förderverein der Bundestiftung veröffent-
licht. Das Verzeichnis
(www.bundesstiftung-baukultur.de/netzwerk/who-is-who)
umfasst mehr als 2.500 Namen
und Kontakte und bietet Recherchemöglichkeiten unter anderen in den Kategorien:
3
Bundesstiftung Baukultur & der Förderverein der Bundestiftung: Who is who der Baukultur, 2016 /2017 /2018,
Namen, Institutionen, Akteure; Informationen; Kontakte; 2016

9
Stiftungen
Vereine / Initiativen
Exkursionen / Führungen
Gestaltungsbeiräte.
3
Charakteristika der Baukultur-Initiativen
3.1 Organisationsform
Die ausgewählten Initiativen decken folgende Bandbreite an Organisationsformen ab:
Tabelle 2: Organisationformen Baukultur-Initiativen
Organisationsform
Arbeitsgruppe
2
Gemeinnützige Organisation
1
Initiative öffentlicher Einrichtungen
2
Stiftung
3
Verein
2
Gesamt
10
3.2 Lage / Gebiet / Gebäuderepertoire
Die Mehrzahl der befragten Baukultur-Initiativen (7) stammt aus Deutschland. Mit jeweils einem Beispiel werden
Baukultur-Initiativen aus Österreich, Schweiz sowie Großbritannien vorgestellt.
Unabhängig vom Ursprungsland haben die Initiativen verschiedene Wirkungs- bzw. Einflussbereiche, von lokal bis
international. Lokal bezieht sich dabei auf eine oder mehrere nah beieinander liegenden Ortschaften. Eine Region
kann entweder ein größeres landschaftlich oder kulturell zusammenhängendes Gebiet sein oder sich auf ein Bun-
desland beziehen. Regional agierende Initiativen sind am häufigsten vertreten.
Tabelle 3: Reichweite der Baukultur-Initiativen
Gebiet
Lokal
1
National
2
Regional
4
Regional (Bundesland)
2
International
1
Gesamt
10

10
Der Erhalt regionaler Bauweise, insbesondere der ländlichen, steht im Vordergrund. Die Ausrichtung beim Gebäu-
derepertoire veranschaulicht die nachfolgende Tabelle:
Tabelle 4: Gebäuderepertoire der Baukultur-Initiativen
Gebäuderepertoire
Baudenkmäler
2
Dorfarchitektur
1
Schwerpunkt Fachwerkhäuser
1
Spezifisch: Bauernhäuser
2
Spezifisch: Bauernhöfe
1
Spezifisch: Jurahäuser
1
Spezifisch: Umgebindehäuser
1
Keine Spezifizierung
1
Gesamt
10
3.3 Auslöser für die Baukultur-Initiative
Die Gefährdung des baukulturellen Erbes in den ländlichen Räumen war bei allen befragten Baukultur-Initiativen
der Auslöser für ihre Gründung.
Initialzündung geben häufig regionale Entwicklungsprozesse, die den Wert des baukulturellen Erbes für regionale
(touristische) Wertschöpfungskreisläufe herausarbeiten und entsprechende Handlungsbedarfe aufzeigen. Daraus
können spezifische Baukultur-Maßnahmen entstehen, wie z. B. →
Leben in oststeierischen Bauerhöfen
,
Initia-
tive Baukultur Eifel
und das
Projekt Jurahaus.
In der
Initiative Rodachtal e. V.
ist Baukultur als Bestandteil
einer interkommunalen Kooperation integriert.
Baukultur-Initiativen bieten die Möglichkeit, unterschiedliche Akteursgruppen zu bürgerschaftlichem Engagement
zusammen zu führen, wie in
Stiftung Umgebindehaus, Leben in oststeirischen Bauernhäusern.
Impulse können aber auch „Top-Down“ aus der Verwaltung zum Beispiel eines Landkreises kommen, die Finanz-
quellen erschließt und Akteure vernetzt. Entscheidend ist, dass es gelingt, dass alle Interessengruppen sich ein-
bringen (können), wie z. B. →
Initiative Baukultur Eifel
.
Des Weiteren widmen sich Stiftungen dem Thema Baukultur. Die Stiftungen sind mit Unterstützung der öffentlichen
Hand (Landkreise, Ministerien) und von Banken und Sparkassen, durch Förderungen und private Zustiftungen
initiiert, wie z. B. → die
Stiftung Kulturschatz Bauernhof,
Niedersachsen oder
die Stiftung Umgebindehaus
,
Sachsen.
Wie durchsetzungsfähig und nachhaltig eine Initiative ist, hängt auch davon ab, dass engagierte Persönlichkeiten
nicht nur als Initiatoren, sondern auch nach der Gründungsphase als Motor und Multiplikator zur Verfügung stehen.
Mit ihrem Engagement tragen sie dafür Sorge, dass die Initiative über den „langen Atem“ verfügt, um ihre Ziele
kontinuierlich zu verfolgen bzw. erreichen zu können. Manchmal sind es auch prominente Einzelpersönlichkeiten,
die mit ihrem hohen Bekanntheitsgrad und ihrem Image in der Öffentlichkeit, die Baukultur-Initiative auf den Weg
bringen und das Anliegen öffentlichkeitswirksam präsentieren und unterstützen, wie z. B. →
Landmark Trust,
Großbritannien, und die
Stiftung Ferien im Baudenkmal
, Schweiz.

11
3.4 Effekte der Baukultur-Initiativen
Erhalt regionaltypischer Baukultur
Alle Initiativen tragen zum Erhalt regionaltypischer Baukultur bei, indem sie die fachgerechte Sanierung und Be-
wirtschaftung vom Verfall bedrohter, leerstehender Baudenkmäler direkt oder indirekt unterstützen. Dabei reicht
das Angebot von der Beratung, über Vermittlung von Kontakten bis hin zu finanziellen Hilfen.
Sensibilisierung für historische Bausubstanz
Das Bewusstsein für historische Bausubstanz bei der einheimischen Bevölkerung zu stärken, ist ein großes Anlie-
gen aller Initiativen. Bei der Öffentlichkeitsarbeit steht im Mittelpunkt, jedem einen Zugang zum Wert regionaler
Baukultur zu ermöglichen und gleichzeitig den Wert historischer Bausubstanz für die regionale Identität zu vermit-
teln. Zahlreiche Initiativen können in diesem Bereich auf Erfolge verweisen, wie z. B. die Initiative
Baukultur Eifel
,
die es durch eine äußerst umfangreiche und engagierte Informations- und Öffentlichkeitsarbeit geschafft hat, die
Region über ihre Grenzen hinaus für das Thema Baukultur bekannt zu machen.
Ein gestiegenes Bewusstsein für regionale Baukultur und ebenso Wertschätzung von Baukultur für eine nachhalti-
ge Ortsentwicklung verzeichnen gleichfalls die
Stiftung Umgebindehaus
, die
Stiftung Kulturschatz Bauernhof
und die
Initiative Rodachtal e. V.
Dass der Erhalt von historischer Bausubstanz durch neue Nutzungen nicht nur positiv auf das Ortsbild sondern
auch auf das Bewusstsein für die historische Baukultur wirkt, wird u. a. beim Beispiel des
Landmark Trust
deut-
lich.
Die Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit, aber auch die Mund-zu-Mund-Propaganda tragen dazu bei, dass der Be-
kanntheitsgrad der jeweiligen Region bzw. der Mitglieder dieser Initiative zum Teil deutlich gestiegen ist, z. B.
Inte-
ressengemeinschaft Sachsens Schönste Dörfer
.
Wertschöpfungseffekte in der Region
Die touristische Nutzung der historischen Gebäude kann zum Imagegewinn der jeweiligen Region beitragen, wie
z. B. im Projekt
Leben in oststeirischen Bauernhöfen
. Insbesondere die
Initiative Ferien im Baudenkmal
kann
steigende Gästezahlen und Umsätze in der Tourismuswirtschaft belegen.
Der Erhalt oder die Wiederentdeckung von historischem baukulturellen Wissen sowie altbewährten Handwerks-
techniken hat u. a. im
Projekt Jurahaus
, der
Initiative Leben in oststeirischen Bauernhäusern
und der
Initiati-
ve Rodachtal e. V.
positive Effekte für das regionale Handwerk zur Folge.
Mit ihrem Wirken haben die untersuchten Initiativen den Erhalt von mehr als 11.500 historischen Gebäuden und
Objekten unterstützt. Allein die 1973 gegründete Interessengemeinschaft Bauernhäuser e. V. konnte über ihre
Mitglieder, Regionalvertretungen und Außen- bzw. Kontaktstellen bei ca. 10.000 ländlichen Häusern die Instand-
haltung und Sanierung befördern.
Tabelle 5: Effekte der Baukultur-Initiativen
Initiative
Effekte
Sachsens Schönste Dörfer
elf aktive Dörfer mit entsprechender Außenwirkung
Stiftung Umgebindehaus
Erhalt von ca. 120 Umgebindehäusern
Initiative Rodachtal e. V.
Beratungsangebot, Immobilienbörse
Stiftung Kulturschatz Bauernhaus
Unterstützung bei über 1.000 Objekten

12
Initiative Baukultur Eifel
Beratungsangebot, umfangreiche Beispielliste
Interessengemeinschaft Bauernhäuser e. V.
Unterstützung bei über 10.000 Gebäuden
Leben in oststeirische Bauernhäuser
105 revitalisierte Bauernhäuser
Stiftung Ferien im Baudenkmal
über 30 Gebäude
Landmark Trust
200 restaurierte Gebäude
Mehrwert Baukultur-Initiative
Für die Akzeptanz und damit den Erfolg der Initiativen sind ihre regionale Verortung mit erreichbaren Ansprech-
partnern und konkrete Unterstützungsangebote für den einzelnen Bauherren/Immobilienbesitzer erforderlich, wie
bei →
Stiftung Umgebindehaus
.
Erfahrungsaustausch und Kompetenzgewinn z. B. bei der Sanierung bieten einen wichtigen Mehrwert für die Regi-
on, wie bei →
Interessensgemeinschaft Bauernhaus
.
Baukultur-Initiativen mit einem Qualitätsversprechen können als Marke, Mehrwert für die Mitglieder generieren
z. B.
Ferien im Baudenkmal
.
3.5 Art der Finanzierung
Je nach Organisationsform gibt es unterschiedliche Arten der Finanzierung, wobei die Mischfinanzierung über-
wiegt. Grundstock vieler Initiativen bilden öffentliche Gelder von der Europäischen Union, vom Land und den
Kommunen (
Initiative Kulturschatz Bauernhof, Initiative Baukultur Eifel und Rodachtal
), die zum Teil durch
Einnahmen aus der Vermietung der Ferienhäuser (
Stiftung Ferien im Baudenkmal
) ergänzt werden.
Mitgliedsbeiträge und eine Projektförderung sind die ausschließliche Finanzierungsquelle der
IG Sachsens
Schönste Dörfer, der Interessensgemeinschaft Bauernhaus
und der
Initiative „Leben in oststeirischen Bau-
ernhäusern“
. Die Finanzierung von
Landmark Trust
basiert auf privaten Spendengeldern und Erbschaften.
Spenden gehören auch zum Finanzierungsmix der
Stiftung Ferien im Baudenkmal, der Interessensgemein-
schaft Bauernhaus
und
der Initiative Baukultur Eifel.
3.6 Nachhaltigkeit
Alle betrachteten Initiativen stehen vor der Herausforderung, ihre Aktivitäten dauerhaft erfolgreich und nachhaltig
zu gestalten. Einigermaßen gesichert gelingt dies derzeit den Initiativen, die ihre Finanzierung als
Stiftung
ange-
legt haben (Landmark Trust, Stiftung Umgebindehaus, Stiftung Kulturschatz Bauernhof).
Bei allen Initiativen, die für ihre Arbeit projektbezogen Fördermittel in Anspruch nehmen, besteht die Gefahr, dass
die Initiative nach Auslaufen der Förderung nicht mehr das Aktivitätsniveau erreicht, das erforderlich ist, um sich
weiter erfolgsorientiert zu etablieren. Dazu gehört z. B. das
Projekt Jurahaus
.
Im Idealfall gelingt es, aus der Initiative heraus wirtschaftlich tragfähige „Geschäftsmodelle“ zu gründen und so den
Zweck der Initiative durch wirtschaftlichen Erfolg dauerhaft zu verankern. Ein Beispiel dafür ist die Initiative
Leben
in oststeirischen Bauernhäusern
und ihre heutige Vermarktung durch die Gruppe
Landlust.

13
3.7 Marketing und Öffentlichkeitsarbeit
Neben den klassischen Printmedien (Flyer, Katalog etc.) haben alle Initiativen eine umfangreiche Präsenz im Inter-
net. Auf den Webseiten werden die Aufgabenbereiche, Schwerpunkte und Ziele meist sehr ausführlich beschrie-
ben. Einige Initiativen informieren auch über Fördermöglichkeiten.
Das weitere Marketing der Initiativen orientiert sich stark an ihrer thematischen Ausrichtung und der jeweiligen
Zielgruppe. Initiativen mit dem Schwerpunkt auf touristischer Vermarktung pflegen eine umfangreiche Internetda-
tenbank, die zu allen Gebäuden und den touristischen Angeboten informieren.
Das Angebot der Gruppe Landlust
Leben in oststeirischen Bauernhäusern
umfasst eine Datenbank ausgewähl-
ter regionaltypischer oststeirischer Bauernhäuser, die von der Thermenland Steiermark Marketing GmbH mitver-
marktet werden.
Der Internetauftritt von
Landmark Trust
bietet neben einer sehr gut gemachten und praktikablen Buchungsplatt-
form und Angaben zum touristischen Angebot auch Informationen zur (kulturhistorischen) Geschichte des Hauses
und seiner Sanierung.
Die Buchungsplattform der
Stiftung Ferien im Baudenkmal
umfasst alle touristisch relevanten Informationen, auf
deren Grundlage ein Ferienkatalog erstellt wird. Auch hier wird die touristische Information eng mit der Information
über das Gebäude, die Bauweise und die Geschichte des Gebäudes verknüpft.
Die touristische Vermarktung der Initiativen liegt eindeutig im hochpreisigen Segment und richtet sich an Gäste,
welche das außergewöhnliche Angebot wertschätzen und bereit sind, für das besondere Urlaubserlebnis auch
einen höheren Preis zu zahlen.
Von einigen Initiativen werden Workshops und Weiterbildungsmaßnahmen angeboten zum Thema „Umgang mit
historischer Bausubstanz“, „Revitalisierung“ oder ganz konkret z. B. zum Thema „Lehmbau“. Beispielhaft sind hier
die Aktivitäten der
IG Bauernhaus
zu nennen. Dies dient neben der Aneignung von Fachwissen auch der Be-
wusstseinspflege bei den Hausbesitzern und in der Bevölkerung.
Öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen wie Symposien, Fach-Exkursionen oder die Teilnahme am European
Heritage Day bzw. dem Tag des offenen Denkmals dienen der Imagepflege.
Presse, Rundfunk, Fernsehen werden von allen Initiativen umfassend informiert und bereits im Vorfeld von öffent-
lichkeitswirksamen Maßnahmen mit einbezogen.
Manche Initiativen publizieren ihre Erfahrungen z. B. in hochwertigen Bildbänden. Best-Practice-Beispiele veran-
schaulichen mit aussagekräftigen Fotos die Besonderheiten der regionalen Baukultur und den Umgang mit histori-
scher Bausubstanz.
Durch eine Vielzahl an Sensibilisierungsmaßnahmen seit 2011 hat es die
Initiative Baukultur Eifel
geschafft,
Baukultur zum allgegenwärtigen Gesprächsthema im Landkreis zu machen:
Gestaltungsleitfaden (einschließlich Barrierefreiheit)
Wanderausstellung
Baukulturpreis seit 2013
Beratung von Bauherren
Vermarktung Leerstand

14
wöchentliches Amtsblatt mit einem ganzseitigen Beitrag zu Baukultur – bei 30.000 Haushalten hat die „Baukul-
turseite“
innerhalb von vier Jahren über 6 Millionen Kontakte
gebracht!
3.8 Wirksamkeit der Baukultur-Initiativen
Alle Initiativen, die im Rahmen der Untersuchung betrachtet wurden, sind vor dem Hintergrund entstanden, dass
das baukulturelle Erbe auf dem Lande durch Strukturwandel und Nutzungsverlust bedroht ist. Dies gilt offensicht-
lich sogar in einem Land wie Großbritannien, in dem das kulturelle Erbe traditionell mit großem Respekt behandelt
wird. Dort fokussiert sich das öffentliche Interesse ebenfalls auf die großen und bekannten Denkmale, Burgen,
Schlösser, Kathedralen und die historischen Innenstädte. Auch hier gehen die „kleinen“ Denkmale, die bei uns so
genannte „Volksarchitektur“, die Dörfer in ihrer Siedlungsstruktur und charakteristischen Architektur, die Bauernhö-
fe und -häuser mehr und mehr verloren.
Deswegen wurde in England der
Landmark Trust
gegründet, der sich gerade der kleinen Denkmale annimmt.
Nach seinem Vorbild entstanden in der Schweiz die Stiftung Ferien im Baudenkmal, in Niedersachsen die Stiftung
Kulturschatz Bauernhof, in der Oberlausitz die Stiftung Umgebindehaus, in Frankreich und anderen Ländern die
„Plus Beaux Villages-Initiativen“.
Alle diese Initiativen vereint die Überzeugung, dass der Erhalt und die Weiterentwicklung des baukulturellen Erbes
des ländlichen Raums nicht Selbstzweck ist, sondern gerade angesichts der Herausforderungen des demografi-
schen Wandels von eminenter Bedeutung ist für die Identität der Menschen, die hier leben oder (wieder) leben
könnten. Sie eint ebenfalls die Überzeugung, dass das ländliche baukulturelle Erbe eine Grundlage sein kann für
Wertschöpfung, für lokale und regionale Kreisläufe, für Arbeit und Existenzgründung und -sicherung.
Eine sehr direkte Auswirkung auf den Erhalt von ländlichen Baudenkmalen und ihre Entwicklung zu touristisch
nutzbaren Objekten haben die Initiativen, die zum Beispiel als Stiftung mit eigenen finanziellen Mitteln Bauherren
unterstützen oder selbst Baudenkmale erwerben, sanieren und selbst oder im Auftrag der Eigentümer bewirtschaf-
ten. Im Großen macht dies der
Landmark Trust
in Großbritannien vor, im kleineren Maßstab die Stiftung
Ferien
im Baudenkmal
in der Schweiz und auf regionaler Ebene in Ostsachsen die
Stiftung Umgebindehaus
oder in
der Weser-Ems-Region die
Stiftung Kulturschatz Bauernhof
.
Allerdings ist die Zahl der durch die Stiftungen direkt finanziell geförderten Objekte in allen Fällen in Folge ihrer
beschränkten finanziellen Möglichkeiten verhältnismäßig klein. Lediglich der Landmark Trust ist aufgrund der spe-
zifischen Rahmenbedingungen in Großbritannien, vor allem des hier generell hohen Stellenwertes des kulturellen
Erbes, in der Lage, in Folge von Schenkungen und Vermächtnissen größeren Umfanges mit einem bedeutenden
Kapitalstock zu agieren.
Weit größer ist die Reichweite, die die Initiativen durch Informations- und Beratungsleistungen erzielen. Hier leisten
sie einen unschätzbaren Beitrag zum Erhalt ländlicher Baukultur. Vorbildlich ist hier der Monumentendienst der
Stiftung Kulturschatz Bauernhof
der Weser-Ems-Region als Beratungsdienstleistung für Bauherren mit öffentli-
cher Förderung.
Im Hinblick auf ihre Öffentlichkeitswirksamkeit und damit auf ihre Möglichkeit, tatsächlich in relevantem Maß auf
einen Bewusstseinswandel hin zu mehr Wertschätzung für das baukulturelle Erbe und Baukultur überhaupt zu
wirken, müssen die Möglichkeiten der betrachteten Initiativen sehr differenziert gesehen werden.

15
Die ehrenamtlich betriebenen und mit bescheidenen finanziellen Mitteln ausgestatteten Initiativen, ob
IG Bauern-
haus, Stiftung Umgebindehaus
oder
IG Sachsens Schönste Dörfer
, agieren zumeist wenig öffentlichkeitswirk-
sam und entfalten deswegen nicht die für einen Bewusstseinswandel erforderliche Breitenwirksamkeit. Sie wirken
auf Dauer inselhaft und benötigen sehr lange Zeiträume, um im Sinne ihrer Ziele arbeitsfähig und erfolgreich zu
werden (Sachsens Schönste Dörfer/Plus Beaux Villages de France: 25 Jahre, Stiftung Ferien im Baudenkmal:
10 Jahre). Manche haben Probleme, sich nach einer evtl. finanziell geförderten „Projektphase“ nachhaltig zu be-
haupten (z. B.
Projekt Jurahaus
).
Dass es auch anders geht, zeigt die
Initiative Baukultur Eifel
. Hier hat ein Landkreis die Initiative ergriffen. Die
Kreisverwaltung des Eifelkreises Bitburg-Prüm gibt der örtlichen Initiativen einen größeren Rahmen. In einem brei-
ten Bündnis erhalten regionale Akteure Unterstützung und das Thema „Baukultur Eifel“ wird somit zu einem Projekt
der gesamten Region gemacht. Dabei wurden in großem Umfang die Mittel des Programms LEADER genutzt, aber
auch Ressourcen der Wirtschaft und privates Kapital erschlossen. Den notwendigen Rückenwind hat die Initiative
Baukultur Eifel über die Landespolitik erhalten (Dialog Baukultur Rheinland-Pfalz), auch dies ein nicht zu unter-
schätzender Erfolgsfaktor. Die Initiative Baukultur Eifel ist heute in aller Munde, sie hat dank eines geschickten
Einsatzes beträchtlicher Mittel tatsächlich Bewusstseinsbildung für Baukultur in der Eifel geschaffen. Auch nach
einer Projektlaufzeit von nicht mehr als vier Jahren (2011 bis 2015) trägt die Initiative zu neuer Standortqualität und
einem positiven regionalen Image bei.
Niedersachsen geht mit der Stiftung Kulturschatz Bauernhaus einen vergleichbaren Weg. Auf einer Kooperations-
basis zwischen öffentlichen und privaten Akteuren beruht der Erfolg der
Stiftung Kulturschatz Bauernhaus
. Pri-
vates Engagement wird auch hier durch eine starke Unterstützung durch die öffentliche Hand (Landkreis und Land
Niedersachsen) befördert und verstärkt.

16
4
Steckbriefe der Baukultur-Initiativen
4.1 IG Sachsens Schönste Dörfer - Sachsen
Überblick
1. Ansprechpartner/Adresse
IG Sachsens Schönste Dörfer im Landesverein Sächsischer Heimatschutz e. V.
Dr. Johannes von Korff
Wilsdruffer Straße 11/13
01067 Dresden;
Tel.: 0351/4956153
info@sachsens-schoenste-doerfer.de
www.sachsens-schoenste-doerfer.de
2. Kurze Beschreibung
Die IG „Sachsens Schönste Dörfer“ ist eine eigenständige Untergliederung des Landesvereins Sächsischer
Heimatschutz e. V., die sich seit 2011 für die Bewahrung, Pflege, zeitgemäße Nutzung und Weiterentwick-
lung des baukulturellen Erbes in sächsischen Dörfern einsetzt. Die Wirkungs- und Kooperationsbemühun-
gen gehen über die Landesgrenzen hinaus.
3. Ziele
Oberstes Ziel der IG „Sachsens Schönste Dörfer“ ist die Förderung des Erhalts, der Inwertsetzung und
(Wieder-)Belebung des baulichen Erbes der Dörfer in Sachsen. Ihre Aktivitäten sind ausgerichtet auf:
-
die Verbreitung des Wissens um den architektonischen und kulturellen Reichtum der Dörfer und des
ländlichen Raums insgesamt
-
die Förderung der Inwertsetzung des kulturellen Erbes der Dörfer für Tourismus und ländliche Wirt-
schaft
-
Kooperation, Vernetzung, Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch mit Organisationen und Initiativen
auf nationaler und internationaler Ebene, die gleiche Ziele verfolgen
4. Aufgaben/Tätigkeiten
-
Erfahrungs- und Ideenaustausch sowie fachliche Beratung,
-
Entwicklung und Etablierung von Qualitätskriterien, Zertifizierung
-
Öffentlichkeits- und Vernetzungsarbeit, Image-Pflege über Veranstaltungen, Webseite
-
Baukulturelle Bildung und Bewusstseinsschaffung vor Ort
-
Einsatz für die Verbesserung der Lebensqualität in den Dörfern durch Ansiedlung von Hand-
werk/Gewerbe in Verbindung mit der steigenden Attraktivität der Dörfer,
-
Einsatz für eine perspektivische touristische Erschließung und Profilierung des Alleinstellungsmerkmals
Baukultur in den Dörfern
5. Wirkung/Effekte
-
Die IG Sachsens Schönste Dörfer im Landesverein Sächsischer Heimatschutz e. V. ist als Organisation
noch zu unbekannt und in ihrer Breitenwirkung zu eingeschränkt, um nachweisbare Wirkungen zu er-
zielen. Deswegen lassen sich allenfalls Wirkungen/Effekte beschreiben, die die Organisationen errei-
chen, die für die IG Sachsens Schönste Dörfer als Vorbild gelten und denen die IG Sachsens Schönste
Dörfer mit ihren Zielen und Aktivitäten nachzueifern bemüht ist.
-
Hervorzuheben sind hier: „Les Plus beaux Villages de France“, „Les Plus beaux Villages de Wallonie“
und „I borgi piú belli d´Italia“. Deren Wirkungen für die beteiligten Dörfer sind dokumentiert: nachhaltig
hoher Bekanntheitsgrad, stärkere touristische Wertschöpfung, weniger Leerstand, höhere Lebensquali-
tät dank besserer Infrastruktur und besserer Ausstattung mit Einrichtungen der Grundversorgung, hö-
here Immobilienpreise

17
6. „O-Töne“
„Architektur und Siedlungsstruktur unserer Dörfer machen Heimat unverwechselbar. Sensibilität im Um-
gang mit ländlicher Baukultur ist Grundlage für Identität, für Lebensqualität und nachhaltige Wertschöpfung,
für die Attraktivität unserer Dörfer auch für kommende Generationen.“
Details
7. Rahmendaten
Gründungsjahr
2011
Geschichte, Hintergrund
-
hervorgegangen aus der SMUL-Initiative „Sachsens Erleb-
nisdörfer“ (Arbeitskreis „Schönste Dörfer“)
-
Gründung in enger Kooperation mit dem Landesverein Säch-
sischer Heimatschutz e. V.
Wirkungsebene lo-
kal/regional/national/international
-
regional
-
mit Vernetzungsaktivitäten bundesweit und international
Ort, Region, Land
Freistaat Sachsen
Anzahl inwertgesetzter Objekte
nicht relevant, siehe Ziele
Art der Objektnutzung
(für konkretes Objekt)
nicht relevant, siehe Ziele
8. Struktur/Organisation
Rechtsform
Interessengemeinschaft als Untergliederung des Landesvereins Sächsi-
scher Heimatschutz e. V.
Akteure/Mitglieder
-
Vorstand und Beirat
-
Mitglieder
-
elf Dörfer
-
eine Reihe von Einzelpersönlichkeiten (Denkmalpflege, Ar-
chitektur, Regionalentwicklung, Kommunalpolitik)
Mitarbeiter/Partner
-
alle Aktivitäten der IG laufen auf ehrenamtlicher Basis
-
für den Geschäftsbetrieb unabdingbar ist die organisatorische Un-
terstützung durch die Geschäftsstelle des Landesvereins Sächsi-
scher Heimatschutz e. V. und ihre Geschäftsführerin
Finanzierung
z. T. Projektförderung, Mitgliedsbeiträge
PR-/Öffentlichkeitsarbeit
-
Webseite
-
Flyer
-
Veranstaltungen
Marketing/Werbung
siehe Öffentlichkeitsarbeit
Publikationen etc.
-
wichtigstes Medium der IG ist die Webseite
www.sachsens-
schoenste-doerfer.de
-
Publikation zu den Ergebnissen des Projekts „Baukultur in Sachsens
Dörfern“
9. Vorgehens- /Arbeitsweise
Art/Kriterien zur Gebäudesuche
und -auswahl
-
die Kriterien der Qualitätscharta der IG sind einzuhalten
Vorgehen/Aspekte
der
Partnersuche und -auswahl
-
Ansprache bzw. Bewerbung geeignet erscheinender Dörfer
-
Einreichen des Bewerbungsformulars
-
Vor-Ort-Besichtigung durch Expertenkommission (Fachbeirat)
-
Votum des Fachbeirats
-
Aufnahme durch die Mitgliederversammlung der IG
Hinweise
zur
Unterstützung,
Betreuung (öffentliche Hand,
Partner, Eigentümer)
-
die IG hat keine Möglichkeiten der institutionellen Förderung
-
die IG verfügt deshalb über ein vergleichsweise sehr geringes
Budget, das die Realisierung der weit gesteckten Ziele sehr schwer
macht, da professionelle Unterstützung der wenigen ehrenamtlichen
Mitarbeiter so kaum möglich ist

18
10. Relevante Rahmenbedingungen
-
die IG Sachsens Schönste Dörfer profitiert stark von ihrer Eingliederung in den Landesverein Sächsi-
scher Heimatschutz e. V. und seine Bundesorganisation BHU e. V.
-
auf Landesebene unterstützt das SMUL und das LfULG das Anliegen der IG
-
zunehmend positiv wirkt die Vernetzung mit wichtigen Partnern wie der Stiftung Umgebindehaus und
der IG Bauernhaus
-
von Anfang an von herausragender Bedeutung für die Existenz der IG ist die internationale Vernetzung
zu Initiativen mit vergleichbarer Zielrichtung in anderen Staaten Europas
(v. a. Belgien, Frankreich, Italien)
-
die IG strebt weitere Vernetzung mit vergleichbaren Baukultur-Initiativen aus Deutschland an (z. B.
Historische Dorfkerne im Land Brandenburg) mit dem Ziel eine bundesweite Vernetzungsinitiative auf
den Weg zu bringen

19
4.2 Stiftung Umgebindehaus - Oberlausitz und angrenzen-
de Regionen Sachsens
Überblick
1. Ansprechpartner/Adresse
Stiftung Umgebindehaus
Arnd Matthes (Geschäftsstellenleiter)
Ernst-Thälmann-Straße 42
02727 Ebersbach-Neugersdorf, OT Neugersdorf
Tel.: 03586-369 5815, Mobil: 0152-0876 4846
a.matthes@stiftung-umgebindehaus.de
Dipl.-Ing. Sven Rüdiger (Projektmanager)
Tel.: 03586 - 369 5816, Mobil: 0160-9915 3509
s.ruediger@stiftung-umgebindehaus.de
www.stiftung-umgebindehaus.de
2. Kurze Beschreibung
Die Stiftung Umgebindehaus, eine gemeinnützige und rechtsfähige Stiftung privaten Rechts, setzt sich seit
2004 für den Erhalt dieser hölzernen Volksbauweise ein. Sie ist zentraler Ansprechpartner in allen Fragen
rund um das Umgebindehaus. Stiftungszweck ist die Erhaltung gefährdeter Umgebindehäuser, Schrotholz-
häuser und ähnlicher Bauwerke.
3. Ziele
-
Unterstützung und Beratung potenzieller Bauherren
-
Erfassung und Erhalt von Umgebindehäusern
-
Förderung von Bewusstsein und Wertschätzung für das kulturelle Erbe
4. Aufgaben/Tätigkeiten
-
Werben und Bereitstellung von finanziellen Mitteln zur Gewährleistung des Stiftungszwecks
-
Hilfe, Beratung und finanzielle Unterstützung für Bauherren bzw. Interessenten bei Auswahl, Erwerb,
Sicherung, Teilinstandsetzung und Sanierung der Gebäude als Voraussetzung einer künftigen Wei-
ternutzung
-
Wissens- und Netzwerkmanagement: Durchführung von Informationsveranstaltungen und Initiie-
rung/Begleitung wissenschaftlicher Untersuchungen
-
Förderung des internationalen Austauschs von Erfahrungen mit Tschechien und Polen
-
Öffentlichkeitsarbeit: Webseite, Veranstaltungen, Printmedien, Tag des offenen Umgebindehauses,
Verleihung des Umgebindehaus - Preises (alle zwei Jahre stehen 7.000 Euro für hervorragende,
denkmalgerechte Sanierungen und für das Engagement von Personen oder Vereinen zur Erhaltung der
Umgebindebauweise zur Verfügung)
5. Wirkung/Effekte
-
Die Stiftung fördert jährlich etwa 10 bis 12 Objekte aus eigenen Mitteln und betreibt die entsprechende
Öffentlichkeitsarbeit, dank herausragender Aktivitäten wie „Tag des offenen Umgebindehaus“ und
„Umgebindehauspreis“ mit großem Erfolg.
-
Ihr Wirken hat einen positiven Effekt auf die Akzeptanz von Baukultur und Wertschätzung in der Ober-
lausitz und darüber hinaus in den angrenzenden Regionen Tschechiens und Polens.
-
U. a. durch ihre Vernetzung mit bundesweit tätigen Institutionen des Denkmalschutzes und der Förde-
rung der Wertschätzung des Kultur- und Naturerbes (z. B. Deutsche Bundesstiftung Umwelt) trägt die
Stiftung erheblich zum Bekanntheitsgrad der Oberlausitz und ihrer kulturellen und natürlichen Potenzia-
le als Grundlage für Lebensqualität und Tourismus bei.

20
6. O-Töne
„Wir tun alles dafür, dass es Liebe wird – spätestens auf den zweiten Blick!“
Details
7. Rahmendaten
Gründungsjahr
2004
Geschichte, Hintergrund
-
1997 bis 2004: Regionales Entwicklungskonzept (REK) „Umgebin-
deland“ (Landkreise Görlitz, Bautzen, Sächsische Schweiz) und
Umsetzung mit der Schwerpunktsetzung: „Inwertsetzung des Poten-
zials Baukulturerbe als Grundlage für Lebensqualität und Wert-
schöpfung“
-
Entwicklung Netzwerk der Akteure
-
2004 Stiftungsgründung (Schlüsselprojekt des REK)
-
Gründung Umgebindehausbörse, unzählige Aktivitäten rund um das
Umgebindehaus
Wirkungsebene lokal/regional/
national/international
lokal / regional
Ort, Region, Land
Schwerpunkt Oberlausitz/Sachsen und benachbarte Regionen Tsche-
chiens und Polens
Anzahl inwertgesetzter Objekte
bisher konnten mehr als 120 Objekte mit einem Umfang von insgesamt
650.000 Euro gefördert werden
Art der Objektnutzung
(für konkretes Objekt)
-
die geförderten Objekte schaffen in der Regel eine Wohnnutzung
und/oder touristische Nutzung
-
in Einzelfällen Sanierung auch für Vereinszwecke
8. Struktur/Organisation
Rechtsform
rechtsfähige Stiftung bürgerlichen Rechts
Akteure/Mitglieder
Vorstand und Fachbeirat
Mitarbeiter/Partner
Geschäftsstelle
Finanzierung
Stiftung
PR-/Öffentlichkeitsarbeit
-
Webseite
-
Schwerpunkte der Öffentlichkeitsarbeit sind die sich jährlich wieder-
holenden Aktivitäten „Tag des Offenen Umgebindehauses“ und Ver-
leihung „Umgebindehauspreis“
-
Veranstaltungen z. B. Vorlesungsreihe zur regionalen Holzbauweise
der Lausitz im Wintersemester 2018/2019 der Hochschule
Zittau/Görlitz
-
Bauherrenseminare
-
Veröffentlichungen
-
Präsentationen auf Messen
-
Handwerk+Denkmal
Marketing/Werbung
-
Umgebindehausbörse
-
Urlaub im Umgebindehaus
-
enge Kooperation mit Marketing-Gesellschaft Oberlausitz-
Niederschlesien mbH
Publikationen etc.
z. B. Umgebindehausbörse mit mehr als 100 Objekten
9. Vorgehens- /Arbeitsweise
Art/Kriterien zur Gebäudesuche
und -auswahl
-
Antragstellung durch potenzielle Bauherren
-
Auswahl durch Fachbeirat
Vorgehen/Aspekte
der
Partnersuche und -auswahl
-
Antragstellung zu Stichtag
-
jährlich 60 bis 70 Anträge
-
auf der Grundlage eines Punktesystem werden die 15 besten geför-
dert

21
-
Kriterien:
-
Fachliche Qualität der vorgesehenen Sanierungsmaßnahme
-
baukulturelle Bedeutung des Objekts
-
Verhältnis Kosten-Nutzen
-
Verfügbarkeit von Mitteln
-
Entscheidung über Förderung durch Fachbeirat
Hinweise
zur
Unterstützung,
Betreuung (öffentliche Hand,
Partner, Eigentümer)
starke Unterstützung durch die relevanten Institutionen der Verwaltung
auf lokaler und regionaler Ebene sowie durch relevante Institutionen auf
Bundesebene (z. B. Deutsche Bundesstiftung Umwelt)
10. Relevante Rahmenbedingungen
-
Die Stiftung Umgebindehaus ist eine in der gesamten Oberlausitz sowie in der Fachwelt und darüber
hinaus bekannte und anerkannte Institution
-
Durch die Landkreise Bautzen und Görlitz erfährt sie Unterstützung von Politik und Verwaltung.
-
Mit ihrem Wirken und der finanziellen Unterstützung auch von kleinen Projekten hat sie in der Region
bei der ansässigen Bevölkerung erheblich zur Akzeptanz für die Belange des Denkmalschutzes und
zur Wertschätzung für das baukulturelle Erbe beigetragen.
-
Wichtige Vernetzungspartner sind Fachring Umgebindehaus, die Hochschule Zittau/Görlitz, die Eurore-
gion Neiße mit der EUREX Gruppe Denkmal, die zuständigen Fachbehörden auf der Ebene der betei-
ligten Landkreise und des Freistaats Sachsen, Vereine und Verbände wie IG Bauernhaus, IG Sach-
sens Schönste Dörfer, die Marketinggesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien und die Deutsche Fach-
werkstraße.
-
touristische Rahmenbedingungen: Die Aktivitäten der Stiftung mit Öffentlichkeitswirkung (v. a. „Tag des
Offenen Umgebindehauses“) sind eingebunden in die regionalen Tourismusstrategien.

22
4.3 Initiative Rodachtal e. V. - Bayern / Thüringen
Überblick
1. Ansprechpartner/Adresse
Initiative Rodachtal e. V.
Kirchhofsweg 26
98663 Ummerstadt
Tel.: 036871-30317
post@initiative-rodachtal.de
www.initiative–rodachtal.de
Regionalmanagement:
IPU – Ingenieurbüro für Planung und Umwelt
Initiative Rodachtal e. V. – Tourismusmanagement
Breite Gasse 4-5
99084 Erfurt
Tel.: 0361-600200-0
kontakt@ipu-erfurt.de
www.ipu-erfurt.de
2. Kurze Beschreibung
Die Initiative Rodachtal versteht sich als Plattform für die umfassende Entwicklung der Region zwischen
Hildburghausen und Coburg. In den 90er Jahren als touristische Initiative von drei Bürgermeistern gestar-
tet, sollte aktiv die Trennung überwunden und die nachbarschaftlichen Beziehungen zwischen den bayeri-
schen und thüringischen Gemeinden wiederbelebt werden.
Sie besteht aktuell aus 10 Mitgliedsgemeinden, die sich mit Bürgerinnen und Bürgern, Akteuren aus Politik,
Verwaltung und Wirtschaft um eine zukunftsfähige Gestaltung der gemeinsamen fränkischen Heimat be-
mühen (LEADER-Region). Die Initiative Rodachtal e. V. versteht sich als Kristallisationspunkt aller Aktivitä-
ten, die der Erhaltung und nachhaltigen Entwicklung der natürlichen Lebensgrundlagen und der Wirtschaft
ebenso wie der sozialen Entwicklung und der regionalen Identität im Rodachtal dienen. Schwerpunkte sind
Bauen und Wohnen und Tourismus.
3. Ziele
Im Schwerpunkt Bauen und Wohnen:
-
Bewusstsein schaffen (historische Kleinstädte und Dörfer mit reichem Fachwerk)
-
Beratung für Bau- und Umbauwillige
-
Information über verschiedene Fördermöglichkeiten
-
Austausch, Netzwerk schaffen (z. B. Arbeitskreis historische Bausubstanz)
4. Aufgaben/Tätigkeiten
-
Gebäude- und Immobilienbörse
-
Baustoffbörse
-
Fachliche Beratung für Baumaßnahmen (Leitlinien der Baukultur) unter anderem mit einer „Gute Bei-
spiele“ Präsentation im Internet
-
Baukulturpreis der Initiative Rodachtal (2016)
-
Kompetenzentrum Bauen im Rodachtal - MARKT33 - 2018 in Betrieb genommen, zum Aufbau eines
Netzwerkes zum Thema Bauen (im Bestand); Das Haus selbst dient als „gläsernes“ Anschauungsbei-
spiel für Bauen im Bestand. Es werden Kurse, Bauwerkstätten und „Do it yourself“-Beratung angebo-
ten.
-
Arbeitskreis Historische Bausubstanz
-
Touristische Inwertsetzung von Baukultur z. B.: Fahrradtour Zweiländerweg Rodachtal unter anderem
durch das fränkische Fachwerkdorf Gemünda

23
5. Wirkung/Effekte
-
Strategie der Innenentwicklung (Rahmenkonzept Siedlungsentwicklung) als Beitrag zum Erhalt der
regionalen Baukultur
-
Die Bewohner sind stolz darauf, manchmal auch unbewusst
Schaffung einer regionalen Identität
-
Bewusstsein für das Stadtbild geschaffen (z. B. Bad Rodach hat an Stadtmauer- und graben einen
Stadtpfad angelegt und zugänglich gemacht)
6. O-Töne
„Fachwerk wird als typisch wahrgenommen und ist damit wichtig für die Region.“
Details
7. Rahmendaten
Gründungsjahr
2001
Geschichte, Hintergrund
-
bundeslandübergreifend (Bayern, Thüringen) Entwicklungsinitiative
-
anfängliches Ziel nach Wende war, eine touristische Achse zu
schaffen
-
2016 Staatspreis Land- und Dorfentwicklung des Bayerischen
Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
Wirkungsebene lokal/regional
/national/international
Lokal und regional, aber auch mit nationaler Wahrnehmung
Ort, Region, Land
-
bayerischer Teil: sechs Kommunen mit etwa 24.000 Einwohnern
und einer Fläche von knapp 26.500 ha
-
thüringischer Teil: vier Kommunen mit etwas über 6.000 Einwoh-
nern auf knapp 14.200 ha Fläche.
8. Struktur/Organisation
Rechtsform
eingetragener Verein, wirtschaftlich tätig
Akteure/Mitglieder
-
Mitglieder: zehn Kommunen, regional tätige Banken und der Land-
kreis Coburg sowie ca. 70 Fördermitglieder (Einzelpersonen, Ver-
eine, Unternehmen)
-
Vorstand für operative Arbeit, bei der Umsetzung unterstützt durch
Geschäftsstelle
Mitarbeiter/Partner
-
Geschäftsstelle wird durch ein Fachbüro, das nicht in der Region
ansässig ist, mit interdisziplinärer Fachkompetenz und umfassen-
der Projekterfahrung geleitet (mit ca. 1,5 Vollzeitstellen);
-
Steuerungsgruppe aus Bürgermeistern, Verwaltung und berufenen
Bürgern, die Grundzüge der Regionalentwicklung beschließt und
die Projekte diskutiert
Finanzierung
-
Eigenmittel der Region (ca. 3,- Euro/Einwohner)
-
Fördermittel
PR-/Öffentlichkeitsarbeit
Website, Online-Beteiligungsplattform (für Bürgerbeteiligung bei der
Erstellung des Entwicklungskonzeptes); Veranstaltungskalender, Pres-
semitteilungen, facebook-Seite für Tourismus, Pressegespräche, Akti-
onen „Anradeln im Rodachtal“, lebendiges Brauchtum „Zweiländersud
angesetzt, identitätsstiftend und regionaltypisch!“ usw.
Marketing/Werbung
Prospekte, Flyer, Freizeitplaner, Wanderkarten Set
Publikationen etc.
Integriertes Entwicklungskonzept, Tourismuskonzept, Leitfaden Bau-
kultur, Klimakonzept
9. Relevante Rahmenbedingungen
-
Kooperation/Vernetzung: Tourismus, Fördervereine, Internationale Bauausstellung (IBA) Thüringen
-
Touristische Rahmenbedingungen: Mauerfall, Tourismusregion Coburg/Rennsteig, Burgenwinkel, Haß-
berge

24
10. Weitere spezifische Hinweise
-
Erfolgsfaktor der interkommunalen Zusammenarbeit: Prinzipien der Freiwilligkeit und des harmonischen
Wachstums. Letzteres bedeutet, neue Mitgliedskommunen werden nur dann aufgenommen, wenn ein
erkennbarer Wille zur langfristigen Zusammenarbeit aus inhaltlichen Gründen erkennbar ist. Eine bloße
Erweiterung der Region, um z. B. bestimmte Kriterien für die Nutzung bestimmter Förderprogramme zu
erreichen, wurde bisher immer abgelehnt.
-
Management und Geschäftsstelle sind unabhängig von den einzelnen Kommunalverwaltungen
organisiert und können somit immer wieder Lobbyarbeit für die gemeinsame regionale Sache
leisten.
-
Potenzielle Bau-/Umbauwillige erhalten durch die Baulotsen der Gemeinde Beratungsleistungen (Ver-
mittlung von Kontakten zu örtlichen Handwerksbetrieben, Information zu staatlichen und kommunalen
Förderprogrammen).
-
flexible Nutzung von Finanzierungsquellen, um Ziele der Initiative zu erreichen und nicht allein ausge-
richtet auf die Ziele des jeweiligen Förderprogramms

25
4.4 Projekt Jurahaus - Eichstätt, Altmühltal, Bayern
Überblick
1. Ansprechpartner/Adresse
Naturpark Altmühltal e. V.
Projektkoordination Jurahaus
Notre Dame 1
85072 Eichstätt
Tel.: 08421/9876-32
www.projekt-jurahaus.de
2. Kurze Beschreibung
Der Haustyp „Jurahaus“ hat über Jahrhunderte die Region entlang der Altmühl dominiert und geprägt. Den
letzten Bestand an Jurahäusern zu sichern und zu erhalten, war das Vorhaben des LEADER-
Kooperationsprojekts von 2011 bis 2015. Unter dem Titel „Inwertsetzung europäischer Hauslandschaften
am Beispiel Jurahaus“ ging das Projekt – ein Zusammenschluss von 25 Gemeinden aus vier verschiede-
nen Landkreisen – 2011 an den Start und endete 2015. Unter der Trägerschaft des Naturpark Altmühltal
wurde eine Teilzeitstelle für eine Projektkoordinatorin geschaffen, die mit zahlreichen Förderern des Jura-
hauses, den Gemeinden und Landkreisen zusammenarbeitete.
3. Ziele
-
Bestand historischer Jurahäuser zu sichern und erhalten
-
Mit Angebot „Zu Gast im Denkmal“ touristisches Alleinstellungsmerkmal herausgestellt
4. Aufgaben/Tätigkeiten
Schwerpunkte der Aufgabenbereiche waren:
-
Gesamtkoordination des Förderprojektes im Sinne des Naturpark Altmühltal, der projektbeteiligten Ge-
meinden sowie dem Leader-Management
-
Förder- und finanztechnische Abwicklung des Projektes über eine Zeitspanne von vorerst vier Jahren
-
Kommunikation als Schnittstelle zwischen privaten sowie kommunalen Interessenten und den Behör-
den
-
Bestandsüberprüfung in Zusammenarbeit mit den Kommunen
-
bauliche und finanzielle Beratung zur Instandsetzung und Nutzung von Objekten und Aufklärung über
Fördermöglichkeiten
-
professionelle Informationsarbeit, insbesondere Aufbau einer Internetdatenbank und Website
-
Erstellung eines Jurahauspfades, Organisation der Teilnahme an öffentlichkeitswirksamen Veranstal-
tungen, Unterstützung des Tourismusverbandes bei der neuen Produktlinie „Zu Gast im Denkmal“,
sonstige Öffentlichkeitsarbeit
5. Wirkung/Effekte
-
wichtiger Beitrag zum Tourismus bzw. zur Tourismusentwicklung durch Projekt „Zu Gast im Denkmal“
-
Die Sanierung und Wiedernutzung regional einzigartiger Gebäude ist ein sehr wichtiger Beitrag zum
Erhalt der Baukultur und der Handwerkstechniken.
6. O-Töne
„Häuser müssen leben, damit sie überleben!“
„Man muss Häuser mit Inhalt befüllen.“
„Wenn man den Leerstand nicht angeht, dann hat der Ort keine Zukunft.“
„Verständnis für regionale Baukultur sollte bereits in Grundschule verankert werden.“

26
Details
7. Rahmendaten
Gründungsjahr
-
Jurahaus Verein seit 1984
-
Projekt Jurahaus (LEADER) 2011 bis 2015
Geschichte, Hintergrund
-
Der Abbruch von jahrhundertealten Jurahäusern wurde als Verlust
wahrgenommen. Hinzu kam, dass viele Neubauten ohne „regionales
Gesicht“ und oftmals in schlechter Qualität entstanden.
-
der Jurahausverein bemühte sich, die Reste dieser großartigen
Hauslandschaft zu retten, der Druck seitens der Öffentlichkeit wurde
größer etwas zu unternehmen
-
diverse Interessen (Leerstandsbeseitigung in Gemeinden, Touris-
mus, Verein) konnten in einem LEADER-Projekt gebündelt werden
Wirkungsebene lokal/regional/
national/international
Gemeinden über 5 Landkreise verteilt
Ort, Region, Land
fünf Landkreise, Bayern, Deutschland
Anzahl inwertgesetzter Objekte
10 bis 15 Jurahäuser
Art der Objektnutzung
(für konkretes Objekt)
-
aktuell ruht das Projekt
-
Datenbank liegt in Hand der Gemeinden
-
aktive Vermittlung wäre erforderlich
8. Struktur/Organisation
Rechtsform
Dachträger Naturpark Altmühltal e. V. im Rahmen eines LEADER-
Projektes
Akteure/Mitglieder
-
25 Gemeinden
-
LAG Monheimer Alb-Altmühl Jura
-
Naturpark Altmühltal (Christoph Würflein)
Mitarbeiter/Partner
eine Projektstelle (Teilzeit)
Finanzierung
LEADER Förderung + Gemeinden
PR-/Öffentlichkeitsarbeit
Sehr umfassend:
-
Rundfunkbeiträge
-
zahlreiche Zeitungsartikel
-
Filmbeiträge
-
Symposien
Marketing/Werbung
-
Website mit umfangreicher Datenbank
-
zahlreiche Werbeartikel: Bierdeckel, Kalender, u.ä.
Publikationen etc.
-
Buch mit Fotografien, Schwerpunkt auf Emotionen und Stimmung,
Landschaftsaufnahmen
9. Vorgehens- /Arbeitsweise
Art/Kriterien zur Gebäudesuche
und -auswahl
-
„Jurahäuser und historisch wertvolle Gebäude“
-
Leerstandsmanagement
Vorgehen/Aspekte der
Partnersuche und -auswahl
-
In den Gemeinden vor Ort wurden Datenerfasser geschult und ha-
ben vor Ort mit den Besitzern leerstandstehender Gebäude die An-
gaben aufgenommen (teilweise auch über Bürgermeister direkt).
-
Ziel: Archivbildung für die Datenbank oder auch Möglichkeit zur Prä-
sentation für Verkauf
Hinweise zur Unterstützung,
Betreuung (öffentliche Hand,
Partner, Eigentümer)
-
große Bedenken, Ängste, Vorbehalte seitens der Hausbesitzer ge-
genüber den Ämtern, deshalb war die persönliche Bindung zu den
Leuten wichtig, um Vertrauen zu schaffen
-
Jurahaus-Eigentümer fühlten sich gut aufgehoben und begleitet, der
Anlaufpunkt wurde gern genutzt, weil man neutral war
-
80 bis 90 Prozent der Projektarbeit basierte auf Vertrauen
-
Verbürokratisierung und zu geringe Manpower waren ein Problem
während des LEADER-Projekts
-
für eine derartige Aufgabe wäre eine langfristig Verankerung mit
entsprechender personeller Ausstattung erforderlich

27
10. Relevante Rahmenbedingungen
-
Rechtlich/politisch: Denkmal bedeutet immer Verpflichtung/Vorschriften, Eigentümer sehen das oft als
Belastung an und fürchten hohe Kosten; bei den Gesprächen kam oft zum Ausdruck, dass die einen
schlechten Ruf haben, es war oftmals schwierig eine neutrale Position einzunehmen
-
Finanzierung/Förderung: kostenlose Beratung, es fallen keine weiteren Kosten an für die Eigentümer
-
Kooperation/Vernetzung: mit Bürgermeistern, Gemeinden, Handwerkern, Künstlern etc.
-
Touristische Rahmenbedingungen: Zu Gast im Denkmal
11. Weitere spezifische Hinweise
-
Neutralität, Einfühlungsvermögen vor Ort, persönlicher Kontakt
-
Interessensgemeinschaften raushalten
-
Man muss darauf achten, dass die Relation stimmt, was in welchem Umfang zu machen ist
-
Alle Akteure wurden für den Erhalt des Jurahauses sensibilisiert

28
4.5 Stiftung Kulturschatz Bauernhof / Monumentendienst -
Weser-Ems-Region, Niedersachsen
Überblick
1. Ansprechpartner/Adresse
Stiftung Kulturschatz Bauernhof
Verwaltung Monumentendienst
c/o Museumsdorf Cloppenburg
Projektleiterin Kerstin Stölken
Stellwerk Ahlhorn
Bether Str. 6
Vechtaer Straße 10
49661 Cloppenburg
26197 Ahlhorn
Tel.: 04471/9484-17
Tel.: 04435 97024-24
sekretariat@museumsdorf.de
www.monumentendienst.de
2. Kurze Beschreibung
Ziel der Stiftung Kulturschatz Bauernhof ist die Betreuung, Pflege und der Erhalt des kulturhistorischen
Erbes der Bauernhöfe der Weser-Ems-Region.
Die Stiftung unterstützt Menschen, die ein bedeutendes ländliches Kulturgut besitzen (z. B. Häuser, Mö-
bel, Gemälde, Bücher) und fördert dessen Restaurierung. Zudem sensibilisiert die Stiftung mit Veranstal-
tungen für das Thema „Bauernhof als Kulturgut“.
Hauptprojekt der Stiftung ist der 2004 initiierte Monumentendienst, der mit regelmäßigen Inspektionen
und präventiven Maßnahmen frühzeitig dem Verfall kulturhistorischer Bauwerke und Denkmäler entge-
genwirkt. Der Grundstein für den Monumentendienst wurde im Jahr 2004 in Ostfriesland gelegt. In den
vergangenen Jahren hat sich das Einzugsgebiet des Monumentendienstes stetig erweitert. Ziel ist es, im
gesamten Weser-Ems-Gebiet die Besitzer von historischen Gebäuden zu betreuen.
Das Modell einer aktiven Bauunterhaltung historischer Gebäude und Denkmale findet deutschland- und
europaweit immer mehr Unterstützung. Vorbild und Kooperationspartner für den Monumentendienst ist
die 1973 in den Niederlanden gegründete „Stichting Federatie Monumentenwacht Nederland“ die heute
etwa 25.000 Baudenkmale betreut
.
3. Ziele
-
Zweck der Stiftung ist im Rahmen der Förderung von Wissenschaft, Bildung, Kunst und Kultur im
Lande Niedersachsen das Betreuen, Pflegen und Erhalten des ländlichen Kulturerbes der Weser-
Ems-Region, v. a. der einzigartigen Architektur sowie von einzigartigem Mobiliar, Gemälden, Büchern
(direkte und indirekte Unterstützung der Eigentümer von historischem kulturellen Erbe).
-
Sensibilisierung für Architektur-, Kultur- und Sozialgeschichte der Bauernhöfe
4. Aufgaben/Tätigkeiten
-
Stiftung (direkte Förderung von ländlichem Kulturerbe): Restaurierung von einzigartigem Mobiliar,
historischen Gemälden, Haustüren, etc., Erfassung und Erschließung von bedeutenden Bibliotheken
und Archivbeständen
-
Monumentendienst (Pflege- und Wartungsdienst für historische Gebäude, vorbeugender Denkmal-
schutz, indirekte Förderung): kompetente und unabhängige Beratung der Eigentümer von denkmal-
geschützten Gebäuden mit Inspektion und Empfehlungen für den Erhalt der Gebäude (Inspektionsbe-
richt, regelmäßige Pflege- und Wartungsangebote, bautechnische Beratungen, detaillierte Leistungs-
übersicht), Betrieb von Regionallagern für historische Baustoffe; Veranstaltungen (Vorträge, Work-
shops)
Inspektionsbericht: durchschnittlich 500 Euro (Kofinanzierung durch öffentliche Hand), Grundlage für
den Eigentümer für Sanierungs-/Restaurierungsmaßnahmen, „… der Bericht ist ein Handbuch für
das Haus, auf das man sich verlassen kann.“

29
5. Wirkung/Effekte
-
Nachhaltigkeit der Dorfentwicklung
-
Ortsbildverbesserung
-
Beitrag zur touristischen Entwicklung
-
Beitrag zur Stärkung der regionalen Wirtschaft (v. a. Handwerk profitiert, auch Architekten)
-
„… Erkenntnis, dass Bausubstanz sehr viel zum Erhalt des Ortsbildes beitragen kann“ - „Gedanke
war beabsichtigt, jetzt ist er offensichtlich.“
6. O-Töne
Das Motto „kleiner Schaden, kleine Reparatur anstelle eines großen Schadens und hohen Sanierungs-
kosten“ ist die Handlungsmaxime des Monumentendienstes.
„Das kulturelle Erbe der Region soll nicht verschleudert werden.“
„Die Stiftung unterstützt kleinere Vorhaben, welche die Wertschätzung von kulturellem Erbe in der Familie
stärkt.“
„Der Gedanke des vorbeugenden Denkmalschutzes ist in den Köpfen der Region angekommen.“
Details
7. Rahmendaten
Gründungsjahr
-
1998 (unselbstständig)
-
2004 (selbstständig)
Geschichte, Hintergrund
Errichtung im Juli 1998 als treuhänderische Unterstiftung von der Stif-
tung Niedersachsen gemeinsam mit den Präsidenten des ehemaligen
Regierungsbezirks Weser-Ems, der Ostfriesischen, der Oldenburgi-
schen und der Emsländischen Landschaft sowie des Landschaftsver-
bandes Osnabrück; seit August 2004 als rechtsfähige Stiftung des
bürgerlichen Rechts selbstständig;
2004 Initiierung Monumentendienst (in Kooperation mit anderen Ein-
richtungen, angedockt bei Museumsdorf Cloppenburg – hohe fachliche
Kompetenz bzgl. materiellem kulturellem Erbe)
Wirkungsebene lokal/ regional/
National/international
lokal / regional (Schwerpunkt ländlicher Raum)
Ort, Region, Land
Regierungsbezirk Weser-Ems und Landkreis Osnabrück
Anzahl inwertgesetzter Objekte
-
Unterstützung von über 1.500 Objekten, davon überwiegend indi-
rekte Förderung (Inspektion)
-
ca. 30 Objekte direkte Förderung
Art der Objektnutzung
(für konkretes Objekt)
abhängig vom jeweiligen Objekt (s. Nr. 5)
8. Struktur/Organisation
Rechtsform
rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts
Akteure/Mitglieder
-
ca. 1.500 Denkmalseigentümer (öffentliche und private, v. a.
Kommunen, Vereine, Privatpersonen), die als Mitglied Leistungen
in Anspruch nehmen
-
Hauptsitz in Cloppenburg mit drei weiteren Regionalbüros und drei
Regionallagern (= Schatzkammern des Monumentendienstes mit
historischen Baumaterialien und Elementen)
Mitarbeiter/Partner
-
12-köpfiges Team aus Spezialisten rund um historische Bauwei-
sen und Baustoffe, etwa Hälfte Denkmalinspektoren
-
Kooperationspartner/Netzwerk des Monumentendienstes: Muse-
umsdorf Cloppenburg, Verein ANNO, IgB, Öffentliche Versiche-
rung Oldenburg, Ostfriesische Landschaftliche Brandkasse / Deut-
sche Stiftung Denkmalschutz, Ostfriesische Landschaft, Olden-
burgische Landschaft, Niedersächsisches Landesamt für Denk-
malpflege
Finanzierung
-
Stiftungskapital (ca. 500.000 Euro), davon macht Stiftung kleinere
Förderungen (z. B. für Haustür oder Gemälde)
-
Monumentendienst:

30
-
Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)
-
Ministerium für Wissenschaft und Kultur des Landes Niedersach-
sen
-
Landkreise und Städte der Region
PR-/Öffentlichkeitsarbeit
-
Webpräsenz
-
seit Oktober 2016
www.denkmal-alarm.de
- Informationsplattform
und Netzwerk rund um historische Baukultur (Angebot des Monu-
mentendienstes in Kooperation mit dem Landkreis Ammerland)
-
Presse, Rundfunk, Fernsehen (Partnerschaftsabkommen mit
Presse)
-
Workshops: für Eigentümer, an verschiedenen Orten der Region
(Umgang mit historischen Elementen)
-
Symposium „Der Bauernhof: Auslaufmodell – Denkmal – Lebens-
raum?“
Marketing/Werbung
siehe PR
Publikationen etc.
Bildband »100 Höfe« (2011)
9. Vorgehens- /Arbeitsweise
Art/Kriterien zur Gebäudesuche
und -auswahl
Denkmalschutzstatus (Eigentümer wenden sich an Stiftung – keine
Gebäudesuche/-auswahl)
Vorgehen/Aspekte der
Partnersuche und -auswahl
-
„… die Stiftung/der Monumentendienst ist zu 95 Prozent in der
Region bekannt“
-
die Interesse zeigen, nutzen die Angebote (auf Anfrage der Eigen-
tümer)
Hinweise zur Unterstützung,
Betreuung (öffentliche Hand,
Partner, Eigentümer)
-
Betreuung durch Stiftung Niedersachsen als Geschäftsbesorger;
-
Kooperation v. a. mit Landkreisen und weiteren Institutionen in der
Region (s. Partner)
10. Relevante Rahmenbedingungen
-
Großer Vorteil in Niedersachsen: starke Unterstützung durch öffentliche Hand
-
„… wir hatten großes Glück gehabt den Gedanken einzufangen, als es den Kommunen finanziell
noch besser ging“ „… daher sind die Kosten für den Eigentümer überschaubar“
-
„… wir haben ein gutes und einvernehmliches Verhältnis zu staatlichen Denkmalschutzbehörden …
wir stützen uns gegenseitig“
11. Weitere spezifische Hinweise
-
Zusammenarbeit mit staatlichen Denkmalschutzbehörden („Eigentümer sollten sich nicht scheuen“)

31
4.6 Initiative Baukultur Eifel - Rheinland-Pfalz
Überblick
1. Ansprechpartner/Adresse
Kreisverwaltung Eifelkreis Bitburg-Prüm
Dorferneuerungsbeauftragter Edgar Kiewel
Trierer Straße 1
54634 Bitburg
Tel.: 06561 - 154140
info@eifel-baukultur.de
www.eifel-baukultur.de
2. Kurze Beschreibung
Der Eifelkreis Bitburg-Prüm und die Architektenkammer Rheinland-Pfalz möchten durch die Initiative Baukultur
Eifel die reiche Bautradition der Eifel erhalten und weiterentwickeln. Die Initiative hat es sich zur Aufgabe ge-
macht, auf die Bedeutung und die Wirkung von Architektur und regionaler Baukultur für die Wohn- und Lebens-
qualität am Ort und die Profilierung des Eifelkreises Bitburg-Prüm im Wettbewerb der Regionen hinzuweisen. Das
schließt die regionale Identität der Eifel und die wirtschaftliche Entwicklung, insbesondere für Fremdenverkehr
und Tourismus mit ein.
Ebenso will die Initiative den Blick für eine moderne, zeitgemäße Architektur in der Eifel schärfen, gute beispiel-
gebende Projekte von Architekten in die Diskussion einbringen und zur Nachahmung empfehlen.
3. Ziele
-
Die reiche Bautradition der Eifel erhalten und weiterentwickeln.
-
Auf die Bedeutung und Wirkung von Architektur und regionaler Baukultur in allen Bereichen hinweisen.
-
Die Verantwortung aller für die gebaute Umwelt wecken.
-
Gute Beispiel-Projekte von Architekten in die Diskussion bringen und zur Nachahmung empfehlen.
4. Aufgaben/Tätigkeiten
-
Bewusstseinsbildung auf allen Ebenen
-
Beratung von Bauherren und Veranstaltungen mit Partnern (Bauherrenabende der Sparkassen, Präsentatio-
nen bei Bausparkassen und Handwerker-Ausstellungen)
-
Auslobung des Baukulturpreises 2013/2014/2015/2017
-
Fachvorträge im Rahmen der Dorferneuerung / Innenentwicklung (Vorträge von Architekten in Schulen)
-
Hilfestellung bei der Suche oder Vermarktung ungenutzter Gebäude
-
öffentlichkeitswirksame Platzierung von Baukultur-Themen, u. a. im Amtsblatt – wöchentlich eine ganze Seite
zum Thema Baukultur → bei vier Jahren und 30.000 Haushalten bedeutet das, dass die Seite 6 - „die Baukul-
turseite“ – über 6 Millionen mal im Landkreis auf dem Tisch gelegen hat.
5. Wirkung/Effekte
-
Der Landkreis hat mit den höchsten Mittelaufwendungen in Rahmen der Dorferneuerung dafür gesorgt, dass
das Bewusstsein für die regionale Baukultur immens angestiegen ist.
-
Hilfreich ist, dass ein Architekt baugestalterisch beratend tätig ist und bei Sitzungen und Beratungen dabei
ist. Zielgruppe der Beratung sind u.a. die Bauherren.
-
Die Dorferneuerung hat einen sehr hohen Stellenwert in der Region.
-
Dies hat sich auch auf den Tourismus ausgewirkt, immer wieder Resonanz: „Die Eifel hat sich entwickelt“.
-
Die Erfolge sind in den Orten und in den Dörfern zu sehen und zu spüren.
-
Es ist wichtig, die Akteure im ländlichen Raum zu überzeugen.
6. O-Töne
„Wir geben Gas, wir waren in jeder Verbandsgemeinde, ständig in der Zeitung, unser Pressespiegel ist ein Buch.“

32
„Die gelungenen Neubauten sind die Denkmäler von morgen.“
„Jeder der baut, gestaltet die bauliche Umwelt der Anderen mit und trägt damit auch eine Verantwortung.“
Details
7. Rahmendaten
Gründung
November 2011
Geschichte, Hintergrund
Die Zunahme standort- und regional untypischer Bau- und Architekturformen
und beliebig austauschbarer Wohnquartiere wurde zunehmend als Verlust
von regionaler Identität wahrgenommen. Es zeichnete sich immer stärker
Handlungsbedarf ab, ein Umdenken bei der zukünftigen Siedlungsentwick-
lung und Wahrung der Bautradition mit zeitgemäßen Wohnbedürfnissen zu
initiieren.
Dabei wurde die Idee für die Initiative geboren, die dann als Leader-Projekt
bewilligt wurde.
Wirkungsebene lokal/regional
/national/international
Regional in der Eifel, Schwerpunkt Landkreis Bitburg-Prüm
Ort, Region, Land
Landkreis Bitburg-Prüm
8. Struktur/Organisation
Rechtsform
Keine Rechtsform, Kooperation
Akteure/Mitglieder
-
Eifelkreis Bitburg-Prüm
-
Dorferneuerungsbeauftragter bei der Kreisverwaltung Eifelkreis Bitburg-
Prüm
-
ehrenamtlicher Baukulturbeauftragter des Eifelkreises Bitburg-Prüm
Mitarbeiter/Partner
-
Architektenkammer Rheinland-Pfalz
-
Land Rheinland-Pfalz
-
Bürgermeister
-
Partner und Verbündete: Hochschule (Gastvorlesung), Sparkasse, Bau-
kultur Rheinland-Pfalz, Schulen, Naturpark, Tourismus und Messen
Finanzierung
-
Unterstützung durch den Dialog Baukultur des Landes Rheinland-Pfalz
-
Gefördert durch ELER, Leader als Teil des Projektes „Bauen-Planen-
Gestalten – Baukultur und Dorfgestaltung“
-
Eigenmittel durch den Landkreis (als Start der Initiative)
-
Eigenmittel in Höhe von 50.000 Euro
-
Sponsoring
PR-/Öffentlichkeitsarbeit
Intensive PR und Öffentlichkeitsarbeit als Hauptbestandteil der Bewusst-
seinsbildung, z. B. Vorträge, Auftritt bei Veranstaltungen,
Schülerprojekte
Marketing/Werbung
Internetauftritt
www.eifel-baukultur.de
, Projektvideo, Ausstellungen z. B.
„Schönheit in Stein“ im Kreismuseum, Fernsehbeiträge
Publikationen etc.
Informationsflyer Initiative Baukultur Eifel, Roll-Ups und Veröffentlichungen
(z. B. Broschüre Baukulturpreis Eifel 2015 und 2013)
9. Vorgehens- /Arbeitsweise
Hinweise zur Unterstützung,
Betreuung (öffentliche Hand,
Partner, Eigentümer)
-
Wichtig ist ein positive Stimmung, d.h. mit positiven Beispielen arbeiten,
nie mit schlechten Beispielen, jeden Schritt positiv hervorheben und lo-
ben
deswegen auch der Baukulturpreis
-
Eine sensible Vorgehensweise ermöglicht die Einbeziehung und Aktivie-
rung aller Akteure
10. Relevante Rahmenbedingungen
-
Der Landkreis hat einen sehr hohen Altbaubestand.
-
Viele Akteure konnten gewonnen und begeistert werden.
-
Das Projekt muss von der Politik mitgetragen werden. Die Politik muss dafür brennen.

33
11. Weitere spezifische Hinweise
-
Die touristischen Akteure zu überzeugen, ist eher schwierig, die Betriebe sind häufig überaltert und zurück-
haltend mit Investitionen.
-
Ende November 2015 startete das Projekt “Zukunfts-Check Dorf. Es werden mit Landesmitteln rund 170
Dörfer gecheckt. Danach wird ein Dorfentwicklungskonzept erarbeitet. Die Themen Innenentwicklung, Neu-
es Bauen und Baukultur sind zentrale Bausteine des Dorfchecks. Die Ergebnisse der Dorfchecks fließen in
das Kreisentwicklungskonzept mit ein.

34
4.7 Interessengemeinschaft Bauernhaus e. V. - Deutsch-
land
Überblick
1. Ansprechpartner/Adresse
Interessengemeinschaft Bauernhaus e. V. (IgB)
Dr. Julia Ricker (Geschäftsführerin)
moltke:höfe Gebäude B
Moltkestraße 123–131
50674 Köln
Tel.: 0221-9579-5733
E-Mail: julia.ricker@igbauernhaus.de
Geschäftsstelle:
Hinterm Berg 117, 27726 Worpswede
Tel.: 04792-7834
mail@igbauernhaus.de
www.igbauernhaus.de
2. Kurze Beschreibung
Die Interessengemeinschaft Bauernhaus e. V. (IgB) ist eine bundesweit tätige Vereinigung, die sich seit An-
fang der 1970er Jahre für den Erhalt und die Pflege historischer Bausubstanz als Teil der Kulturlandschaft
vor allem im ländlichen Raum und in der Kleinstadt einsetzt. Als Interessenvertretung für alte Häuser und
deren Eigentümer aber auch für Liebhaber ohne eigenes Objekt unterstützt die IgB ihre Mitglieder durch
fachliche Beratungs- und Vermittlungsleistungen, Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit sowie politische Interes-
senvertretung.
Die IgB bietet außerdem ihren Mitgliedern und Interessenten die Möglichkeit bei IgB-Mitgliedern Urlaub zu
machen. Als Anbieter haben alle IgB-Mitglieder die Möglichkeit, ihre Ferienwohnung oder ihr Ferienhaus
dauerhaft und kostenfrei auf der Website einzustellen.
3. Ziele
-
Pflege von Baudenkmälern und alter Bausubstanz, vor allem im ländlichen Raum.
-
möglichst viele typische Gebäude und Siedlungsstrukturen in der Landschaft erhalten
-
selektivem Denkmalschutz und unsensiblen Neubauaktivitäten für den Erhalt landschaftlicher Identitäten
entgegenwirken
-
baukulturelles Bewusstsein und entsprechendes Verhalten schaffen
-
überkommenes handwerkliches Wissen und Können bewahren
-
Verwendung regionaler Baumaterialien fördern
-
niedrigschwellige (rechtliche) Bedingungen für den Erhalt historischer Bausubstanz
4. Aufgaben/Tätigkeiten
-
Beratung der Mitglieder und der Öffentlichkeit
-
Förderung der Hausforschung , der überkommenen Bauhandwerkstechniken und themenverwandter
Gebiete
-
Interessenvertretung auf politischen Ebenen (vgl. Zeilitzheimer Erklärung) und in der Öffentlichkeit
-
Vernetzung der Vereinsmitglieder untereinander
-
regelmäßige (Jahres- & regionale)Treffen, Vortragsveranstaltungen, Seminare, Workshops
-
Arbeitsgruppen/Themenkreise zu versch. Themen (Baupolitik/-technik, Denkmalschutz, Energie)
-
Wissensmanagement, lokale Öffentlichkeitsarbeit
-
Kooperation mit anderen Vereinen (auf lokaler Ebene)

35
-
Betrieb der IgB-Webseite mit Shop/Buchladen, Antiquariat, Fundbüro für unbekannte Fundgegenstände
und Haus- & Hausgegenständebörse
-
Herausgabe des Mitteilungsblattes „Der Holznagel“
-
Wettbewerb Julius-H.-W.-Kraft-Preis (Architekturpreis für „Rettung durch Umnutzung“); im Jahre 2015
dotiert mit 3.000 Euro
5. Wirkung/Effekte
-
sichtbare Beiträge zur lokalen bzw. regionaltypischen Baukultur und den Kulturlandschaften in ganz
Deutschland durch:
-
Fund und Erwerb von historischer Bausubstanz (v. a. durch IgB-Mitglieder) und deren fachgerechte
Instandsetzung und Bewirtschaftung unter entsprechenden baukulturellen Kriterien
-
baukulturelle Überzeugungsarbeit und Bewusstseinsschaffung bei Behörden und privaten Bauherren
sowie deren Beratung
-
Vermittlungshilfe bei der Suche nach geeigneten handwerklichen Fachbetrieben
-
Erhalt und Wiederentdeckung von (historischem) baukulturellem Wissen sowie alt bewährter und über-
kommener Handwerkstechniken
-
Schaffung und Bestehen eines deutschlandweit handlungsfähigen Netzwerks zur Umsetzung und Vertre-
tung entsprechender baukultureller Interessen
-
„… wir haben unzählige Häuser vor dem Abbruch gerettet und neue Nutzungen gegeben.“
6. O-Töne
„Wir lieben alte Häuser!“
„Den Erhalt der Häuser unterstützen wir, indem wir unseren Mitgliedern mit Rat und Tat zur Seite stehen.“
„Wir haben so viele Erfahrungen gesammelt, um in Nachbarschaftshilfe auch Laien weiterhelfen zu können
… Leuten die ein Haus gekauft haben und nicht wissen, worauf sie bei der Sanierung achten sollen.“
„Unser Vorteil ist, dass wir nichts verkaufen müssen, wir können nur Ideen liefern.“
„Wir sind kein Denkmalschutzverein … wir haben viele Häuser ohne Denkmalschutz, die aber ein wesentli-
ches Element im Dorfkern bilden … wir motivieren v. a. diese Eigentümer, das Haus fachgerecht zu sanieren
(die keine Beratung von der Denkmalschutzbehörde erhalten).“
„Bei jedem Mitglied haben wir ein Haus gerettet.“
„Das ist das tolle an alten Häusern – sie können fast alles reparieren.“
Details
7. Rahmendaten
Gründungsjahr
1973
Geschichte, Hintergrund
-
im damaligen Kreis Grafschaft Hoya, in der Nähe von Bremen, von
75 Bauernhausfreunden gegründet
-
inzwischen zählt die IgB etwa 6.000 Mitglieder und betreibt in wei-
ten Teilen der 16 Bundesländer Regionalvertretungen, die vor Ort
ansprechbar und eigeninitiativ tätig sind
Wirkungsebene lokal/regional/
national/international
-
Deutschlandweit v. a. auf lokaler/ regionaler Ebene (Schwerpunkt
Norddeutschland)
-
Orientierung auch nach Österreich
-
deutschlandweiter Betrieb von ca. 150 regionalen Außen- und Kon-
taktstellen
Ort, Region, Land
Aktivitäten u. Erfolge u.a. im: Altenburger Land, Bergisches Land, Berlin
/ Brandenburg, Calenberger Land, Eichsfeld-Hainich-Werratal, Eifel,
Emsland, Franken, Hessen, Hoya und Diepholz, Hunsrück, Lausitz,
Mecklenburgische Schweiz, Münsterland, Nordhessen, Nordostnieder-
sachsen, Pfalz, Pommern, Rostocker Land, Ruhrgebiet, Sachsen,
Schaumburger Land, Schleswig, Sauerland, Südniedersachsen,
Südthüringen, Thüringer Wald, Vorpommern, Wendland, Weserberg-
land
Anzahl inwertgesetzter Objekte
-
fast jedes Mitglied hat ein Haus
-
Verein existiert seit 40 Jahren
„… weit über 10.000 Häuser geret-
tet und geholfen, dass die Eigentümer es sanieren können“
Art der Objektnutzung
(für konkretes Objekt)
abhängig vom Objekt – keine Einschränkungen oder Schwerpunkte

36
8. Struktur/Organisation
Rechtsform
gemeinnützig anerkannter Verein (e. V.)
Akteure/Mitglieder
-
Geschäftsstelle, Bundesvorstand, Erweiterter Vorstand, regionale
Vertretungen (5 Außen- und Kontaktstellen in Sachsen) , Arbeits-
gruppen, Ehrenmitglieder, Netzwerk
-
knapp 6.000 Mitglieder (Fluktuation), v. a. Privatpersonen, auch
Firmen (Zimmereien, …) und Behörden (Untere Denkmalpflege),
über Verein mit kleiner Haftpflicht- und Unfallversicherung abgesi-
chert
Mitarbeiter/Partner
-
4 Mitarbeiter (Verein) und ca. 150 Mitarbeiter in den Außen- und
Kontaktstellen („… machen Arbeit im Feld“)
-
Partner: Kooperationsvertrag mit Naturpark Eichsfeld-Hainich-
Werratal, verwandte Organisationen (Mühlenvereine, Flößervereini-
gungen, …), Museen und Freilichtparks, Behörden
-
weites Netzwerk
Finanzierung
-
Mitgliedsbeiträge (je nach Gruppe unterschiedlich)
-
Verkauf von Literatur (eigene und Fremdliteratur)
-
Anzeigenkunden Mitgliedszeitschrift
-
für konkrete Projektförderung (Ausnahme) Sammlung von Spenden
(z. B. bei örtlichen Sparkassen)
PR-/Öffentlichkeitsarbeit
-
Website, Vortragsveranstaltungen & Seminare, im Rahmen politi-
scher Interessenvertretung vor Ort, Veranstaltungsreihe „Tag des of-
fenen Denkmals“, Orts-/Haus-Führungen, Präsenz auf Messen (z. B.
„Denkmal“ in Leipzig), Mund-zu-Mund-Propaganda
-
„Berater im Feld sind angehalten, das was sie tun, publik zu machen
(Pressemitteilungen).“
-
(Stelle für Öffentlichkeitsarbeit unbesetzt)
Marketing/Werbung
siehe PR
Publikationen etc.
-
Mitgliedszeitschrift „Der Holznagel“ (ca. 100 Seiten, mindestens
sechs Ausgaben im Jahr mit einer Auflage von 10.000 Stück) – für
Mitglieder und >1.000 Denkmalschutzbehörden bundesweit (für Be-
wusstseins- und Weiterbildung in Behörden)
-
Herausgabe von Fachliteratur, u.a. „Das sächsische Bauernhaus in
Siebenbürgen“ (auch in rumänischer Sprache)
9. Vorgehens- /Arbeitsweise
Art/Kriterien zur Gebäudesuche
und -auswahl
-
es gibt keine Kriterien – jeder der Rat braucht, ist willkommen
-
Schwerpunkt auf Land, aber auch Objekte in Stadt werden betreut
Vorgehen/Aspekte der
Partnersuche und -auswahl
-
kostenlose Beratung interessierter Hauseigentümer „… wir hoffen,
dass die Leute es gut finden und uns etwas spenden oder Mitglie-
der werden“
10. Weitere spezifische Hinweise
-
Eigentümer müssen sich einen Architekten suchen, der sich mit alter Bausubstanz auskennt („… viele
Architekten haben damit noch nie zu tun gehabt“)

37
4.8 Leben in oststeirischen Bauernhäusern - Steiermark,
Österreich
Überblick
1. Ansprechpartner/Adresse
Angebotsgruppe Landlust
Thermenland Süd- & Oststeiermark Marketing GmbH
Mario Gruber (Geschäftsführer)
Radersdorf 75
A-8263 Großwilfersdorf
Tel.: +43 3385 66040
info@thermenland.at
www.landlust.at
Projektträger:
Regions Entwicklungs- und Management Oststeiermark GmbH
Horst Fidlschuster
Gleisdorferstraße 43, 8160 Weiz
+43 676/78 400 81
fidlschuster@oststeiermark.at
www.oststeiermark.at
2. Kurze Beschreibung
Die Initiative Leben in oststeirischen Bauernhäusern (LoB) sorgte für die Belebung und den Erhalt oststeiri-
scher Bauernhäuser, die wesentlicher Bestandteil der kulturellen Identität der Oststeiermark sind. Da diese
jedoch in den vergangenen Jahrzehnten immer weniger genutzt und benötigt wurden, war der Verfall die
Konsequenz. Durch innovative Köpfe, Finanzierung aus öffentlichen Mitteln und einem professionellen Pro-
jektmanagement konnte das Projekt LoB ins Leben gerufen werden, welches sich die Erhaltung dieser Häu-
ser zum Ziel gesetzt hat. In der früher eher strukturschwachen Region gewann der Tourismus immer mehr
an Gewicht, der Wohlstand kehrte ein und man erkannte, dass das oststeirische Kulturerbe erhaltenswert ist.
Die Gruppe Landlust wurde nach Beendigung des EU-Projektes LoB gegründet und vermarktet die revitali-
sierten oststeirischen Bauernhäuser.
3. Ziele
-
Belebung und Erhalt oststeirischer Bauernhäuser
-
Beitrag zur kulturellen Identität in der Oststeiermark
-
stilgerechte Revitalisierung (Repräsentation des historischen Bildes in seiner Haus- und Hofform, Ver-
wendung natürlicher Materialien) von über 100 Jahre alten Gebäuden
4. Aufgaben/Tätigkeiten
-
Optimierung und Ausweitung des Netzwerkes zwischen Handwerk, Kulinarik und Tourismus
-
Durchführung von Weiterbildungsmaßnahmen für interessierte Hausbesitzer
-
Marketing und Entwicklung von Angeboten (Tourismus, Kulinarik, Kultur)
-
Darstellung auf den Webseiten
www.landlust.at,
www.thermenland.at,
www.oststeiermark.com
-
Stärkerer Auftritt regional und überregional (Messen, Kulturevents, periodische Veranstaltungen, Inter-
net) einschließlich Pressearbeit
5. Wirkung/Effekte
-
Wichtiger Beitrag zum Erhalt der regionalen oststeirischen Baukultur
-
Wichtiger Beitrag zur Erhaltung alten Handwerks (Mauerwerke, Kastenfenster, Türschlösser etc.)
-
Qualitätsversprechen von Landlust kommt sehr gut an, im Gegensatz zur Gästestruktur der Oststeier-
mark allgemein (90 bis 95 Prozent deutschsprachige Gäste) hat Landlust 60 Prozent deutschsprachige
Gäste , 30 bis 40 Prozent der Gäste kommen aus dem anderssprachigen Ausland

38
6. O-Töne
„Mit der Qualität, die wir bieten, kommen wir sehr gut an!“
„Man muss als Gastgeber Freude daran haben“
„Durch ein gewisses Preissegment haben wir eine anspruchsvolle Gästeschicht.“
Details
7. Rahmendaten
Gründungsjahr
-
2002
-
ab 2004 Angebotsgruppe Landlust
Geschichte, Hintergrund
-
Die Oststeiermark ist durch klein strukturierte Landwirtschaft geprägt,
mit einem relativ großen Bestand an historischen Bauernhäusern, die
jedoch insbesondere ab den 1980er Jahren immer öfter leer standen
und mit der Zeit auch zunehmend verfielen.
-
Um die Bauernhäuser einer neuen Nutzung zuzuführen und dadurch
zum Erhalt der alten Bausubstanz sowie auch der regionalen Identität
beizutragen wurde die ARGE LoB gegründet (Regionalmanagement
Oststeiermark, Tourismusverband Oststeiermark, Steirisches Ther-
menland)
-
Noch während dem EU-Projekt LoB wurde die Gruppe Landlust ins
Leben gerufen.
Wirkungsebene lokal/regional/
national/international
-
lokal, regional
-
Steirischer Tourismuspreis (2004)
-
Zweiter Platz für das Projekt „Landlust - Urlaub für die Sinne“ beim
EU-Tourismus-Wettbewerb „EDEN“ zum Thema touristische Neuin-
szenierung historischer Strukturen (2011)
Ort, Region, Land
Großwilfersdorf, Steiermark, Österreich
Anzahl inwertgesetzter Objekte
-
105 revitalisierte Objekte (170 eingereichte Förderanträge)
-
32 Objekte werden aktuell über Landlust vermarktet
Art der Objektnutzung
(für konkretes Objekt)
-
Ferienhäuser und Zimmer
-
Gastronomie
8. Struktur/Organisation
Rechtsform
-
Gruppe Landlust ist als Arbeitsgemeinschaft aufgestellt und jedes
Mitglied unterschreibt mit seiner Aufnahme in die Gruppe eine Koope-
rationsvereinbarung.
-
Seit 2007 ist die Gruppe Landlust beim Tourismusregionalverband
Thermenland Steiermark Marketing GmbH angesiedelt
Akteure/Mitglieder
-
zwei Mitarbeiter während der Projektphase, danach ein Mitarbeiter
finanziert durch weitere Projekte
Mitarbeiter/Partner
-
Regionalmanagement Süd- Weststeiermark
-
enge Kooperation mit dem Revitalisierungsfonds und der Tourismus-
abteilung des Landes Steiermark
Finanzierung
-
EU-Interreg IIIA-Projekt: gefördert, v. a. Nachnutzung als Ferienwoh-
nung oder Gastronomie, klar definierte Förderrichtlinien
-
Für touristische Betriebe gab es während der Projektphase zusätzli-
che Unterstützung in den Bereichen Marketing, Computer- und Inter-
net, Gästebetreuung, Erstellung von Packages und vieles mehr
-
Förderzusagen für 110 Objekte vom REVI-Fonds, das sind in Summe
1,15 Mio. Euro, bei 10 bis 25 Prozent Fördersatz lösen sie das Vielfa-
che an privaten Investitionen aus (auch Eigenleistung wurde aner-
kannt gegen Nachweis)
-
nach Auslaufen des EU- Projekts wurde Landlust gefördert durch die
Integrierte Regionalentwicklung des Landes Steiermark, bis 2007
fachlich weiter begleitet, auch Basis-Marketingleistungen wurden sei-
tens des Landes finanziert
-
Vom Landes-Tourismus wurden zu dem Zeitpunkt auch Investitionen

39
in Einrichtung gefördert (nicht mehr möglich)
-
Vermarktungsplattform Landlust: Mitgliedsbeiträge (200 Euro
p.a./Einheit), Landesförderung punktuell
PR-/Öffentlichkeitsarbeit
-
12 Informationsveranstaltungen zu Fachthemen wie Revitalisierung,
Baubiologie, Finanzierung und Förderung etc. mit insgesamt über
1000 Teilnehmer/innen
-
im Ergebnis 500 Anfragen und 400 persönliche Beratungen
-
drei Exkursionen mit über 250 Interessierten zu Best-Practice Beispie-
le
-
jetzt: Aktionstage, Tag der offenen Landlust-Tür, Pressefahrt nach
Wien, redaktionelle Berichte, Teilnahmen an Award
Marketing/Werbung
-
www.landlust.at
-
über Thermenland Marketing
Publikationen etc.
„Revitalisierung“, Zeitung
9. Vorgehens- /Arbeitsweise
Art/Kriterien zur Gebäudesuche
und -auswahl
-
Erhaltenswertes Gebäude, älter als 100 Jahre, typische Haus- und
Hofform
-
Ruhige, gut erreichbare Lage des Hauses, keine Geruchsbelästigung
-
Saubere, gepflegte Umgebung des Hauses
-
Gute Beleuchtung im Eingangsbereich
-
Hinweis auf die Erreichbarkeit des Besitzers
-
Literatur/Bücher für die Gäste zum Ausleihen liegen aus (z. B. zum
Thema Gesundheit, Region, Kultur)
-
Einrichtung (Möbel, Textilien, Böden etc.)
-
Gruppe Landlust ist als Arbeitsgemeinschaft aufgestellt und jedes
Mitglied unterschreibt mit seiner Aufnahme in die Gruppe eine Koope-
rationsvereinbarung.
-
Die Einhaltung der Kriterien wird von den Vorstandsmitgliedern alle
zwei bis drei Jahre vor Ort überprüft. Eine Nichteinhaltung kann zum
Ausschluss aus der Gruppe führen.
Vorgehen/Aspekte der
Partnersuche und -auswahl
-
Beraterteam informierte Hausbesitzer über Revitalisierung (Förderun-
gen, Planung, Baubiologie, Möbelrestaurierung)
-
unterstützte hinsichtlich der empfohlenen touristischen Nachnutzung
(Ferienwohnungen, Gastronomie, Selbstvermarkter)
Hinweise zur Unterstützung,
Betreuung (öffentliche Hand,
Partner, Eigentümer)
-
Steiermark war sehr kooperativ und viele Bürgermeister sehr positiv
gegenüber dem Projekt,
-
zuständiger Landrat war bei allen Veranstaltungen mit dabei und die
Presse wurde immer mitgenommen
10. Relevante Rahmenbedingungen
-
Rechtlich/politisch: entsprechender Aufwand um Wünsche und Befindlichkeiten angemessen zu berück-
sichtigen
-
Kooperation/Vernetzung: Firmen im Bereich Bauen, die sachgerecht mit Revitalisierung umgehen konn-
ten, Planer, Tischler etc. wurden Hausbesitzern empfohlen
-
Touristische Rahmenbedingungen: große Unterstützung vom Tourismusverband, Kooperation mit dem
Tourismusverband Thermenland war immer sehr gut
-
Hausbesitzer wurden zu Fachleuten für die Direktvermarktung
11. Weitere spezifische Hinweise
-
gewisse Aktivitäten werden durch den Mitgliedsbeitrag unterstützt
-
Förderung von der Tourismusabteilung 3.700 Euro p.a./Doppelzimmer, 700 Euro davon werden einbe-
halten für verpflichtende Schulungen (z. B. Online-Buchbarkeit über Plattform
www.landlust.at,
Karteisys-
teme, Mystery Checks, bestes Package Angebot)
-
Jährliche Mitgliederversammlung ist Pflicht
-
„So ein Projekt hat in jedem Fall Erfolg, wenn alle an einem Strang ziehen!“

40
4.9 Stiftung Ferien im Baudenkmal - Schweiz
Überblick
1. Ansprechpartner/Adresse
Stiftung Ferien im Baudenkmal
Kerstin Camenisch (Geschäftsführerin)
Zollikerstrasse 128
8008 Zürich / Schweiz
Tel.: 0041-44-252 28 72
kerstin.camenisch@magnificasa.ch
www.magnificasa.ch
2. Kurze Beschreibung
Die Stiftung Ferien im Baudenkmal verbindet Denkmalpflege und Tourismus. Historisch wertvolle Bauzeugen
werden übernommen, sanft renoviert und als Ferienwohnungen vermietet. Das Modell ermöglicht einen dop-
pelten Gewinn: die Baudenkmäler erhalten eine neue Zukunft und die Feriengäste erleben einen Aufenthalt
in einem außergewöhnlichen Gebäude. Die Stiftung wurde 2005 durch den Schweizer Heimatschutz gegrün-
det.
3. Ziele
-
Erhalt historischer wertvoller Bausubstanz durch Übernahme bedrohter Baudenkmäler, Renovierung und
Vermietung als Ferienwohnungen
-
Sensibilisierung der Gäste, Vermittlung des Themas Baukultur
-
Schaffung einer Grundlage für nachhaltigen Tourismus und regionaler Wertschöpfung insbesondere für
Orte in entlegenen Regionen
4. Aufgaben/Tätigkeiten
-
Übernahme/Erwerb leerstehender Bauwerke, Restaurierung nach historischen Parametern, Einrichtung
und Vermietung i.d.R. als Feriendomizil zur Deckung der Unterhaltskosten (Bauherren, einige Häuser
sind Stiftungseigentum)
-
Vermietung von Objekten in Privatbesitz (Dienstleistung für Eigentümer eines Baudenkmals u.a. Bewer-
bung, Kundenakquise, Gästebetreuung, Nachbetreuung)
-
Vermittlungs- / Sensibilisierungsarbeit
-
Einwerben finanzieller Mittel für den Erwerb und/oder Umbau der Objekte (Bewirtschaftung durch Mieter-
träge)
-
Betrieb eines (Online-)Buchungssystems, v. a. als Dienstleistung für Ferienwohnungsanbieter
-
Öffentlichkeitsarbeit: Webseite, Printmedien, Veranstaltungen, Marketing, Pressearbeit
5. Wirkung/Effekte
-
Rettung vom Verfall bedrohter, leerstehender Baudenkmäler in verschiedenen Regionen der Schweiz
(steigende Anzahl Objekte)
-
kontinuierlicher Anstieg der Gästezahlen und Übernachtungen
-
Sensibilisierung der Gäste => viele Gäste kommen wieder in andere Objekte (Mund-zu-Mund-
Propaganda)
-
Stärkung der Bekanntheit und Stellung der Stiftung im Schweizer Tourismus durch das Thema Baukultur
-
Auszeichnung von mehreren Objekten der Stiftung u.a. mit dem Architekturpreis „Constructive Alps“ so-
wie Nominierung der Stiftung für den „Milestone“ (ein Preis, mit dem explizit Innovationen im Tourismus
ausgezeichnet und gefördert werden)
-
„… durchweg positive Resonanz“
6. O-Töne
„Wir bespielen v. a. verlassene abgelegene Orte … das Haus hätte dort ohne uns keine Zukunft … jeder
Gast gibt dort im Durchschnitt 100 CHF aus, das ist in diesen Regionen spürbar!“

41
„Bei uns wird die Historie, die Baukultur in den Vordergrund gestellt.“
„Niedrige Decken, knarrende Dielen, unebene Böden … wir belassen das so wie es war … und müssen auch
die richtigen Gäste finden, die das mögen.“
„Vor 10 Jahren wussten wir nicht ob wir genug Gäste finden … heute haben wir eine überdurchschnittlich
hohe Auslastung.“
Details
7. Rahmendaten
Gründungsjahr
2005
Geschichte, Hintergrund
-
1995 regt der Präsident Caspar Hürlimann (Präsident 1995-2005)
erstmals ein Projekt in diesem Sinne an
-
2002 wird anlässlich einer Heimatschutztagung erstmals öffentlich die
Idee präsentiert, nach dem Vorbild des englischen Landmark Trust ei-
ne Stiftung zu gründen, welche vom Verfall bedrohte Denkmäler rettet
und für Feriennutzung zur Verfügung stellt
-
2003 wurde die Marktlücke von verschiedenen Fachkreisen bestätigt,
was die Idee auch in der politischen Überzeugungsarbeit stärkte
-
2005 wird anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums des Schweizer Heimat-
schutzes Ferien im Baudenkmal gegründet.
Wirkungsebene lokal/regional/
national/international
lokal / regional / national
Ort, Region, Land
-
Schweiz, v. a. in den Kantonen Graubünden, Wallis und Bern
-
Das Angebot erreicht derzeit v. a. Touristen aus der (deutschsprachi-
gen) Schweiz, teils auch aus Deutschland und Europa.
Anzahl inwertgesetzter Objekte
32 Objekte
Art der Objektnutzung
(für konkretes Objekt)
-
Sanierung ausschließlich für die touristische Nutzung
-
in Einzelfällen haben Eigentümer den touristischen Betrieb inzwischen
eingestellt
8. Struktur/Organisation
Rechtsform
Stiftung nach schweizerischem Recht, rechtlich vom Schweizer Heimat-
schutz unabhängig
Akteure/Mitglieder
-
ca. 15.000 Mitglieder im Schweizer Heimatschutz (sind indirekt Mit-
glied der Stiftung)
-
seit April 2016 Generierung eigener Mitglieder (bislang 100 Mitglieder,
ausschließlich Privatpersonen, die Stiftung finanziell unterstützen)
Mitarbeiter/Partner
-
Stiftungsrat
-
Beirat
-
Geschäftsstelle (drei Personen für Geschäftsleitung; Administration
sowie Marketing und Kommunikation ) und ein Auszubildender
-
Partner für Umbauarbeiten (Architekten, Denkmalpflege, …)
-
für jedes Haus ein Gästebetreuer
-
Partner: Schweizer Heimatschutz, für einzelne Häuser Erfahrungsträ-
ger vor Ort (die die Geschichte des Hauses kennen)
Finanzierung
-
Mieteinnahmen der Ferienhäuser/-wohnungen, Spenden: Finanzie-
rung des Objekterhalts + Betrieb Geschäftsstelle
-
öffentliche Gelder, Gelder anderer Stiftungen: Finanzierung der Sanie-
rungsarbeiten
PR-/Öffentlichkeitsarbeit
-
bis 2015 ausschließlich über Kanäle des Heimatschutzes (Website,
viermal im Jahr Magazin, Medienkontakte)
dadurch konnten aus-
reichend Gäste generiert werden
-
seitdem zusätzliche Kanäle erschlossen: eigene Webseite, Presse,
TV- & Radiobeiträge, …
Marketing/Werbung
-
Vermarktung über die Kanäle des Schweizer Heimatschutzes
-
Europaweites Vertriebsnetz/touristische Vermarktung über Partner e-
domizil
Publikationen etc.
-
Jahres- & Revisionsberichte
-
Pressemitteilungen, Newsletter
-
Hausdossiers, Angebotsbroschüre

42
-
Vertrieb von Publikationen des Heimatschutzes (wissenschaftliche
Recherchen)
9. Vorgehens- /Arbeitsweise
Art/Kriterien zur Gebäudesuche
und -auswahl
-
Denkmalschutzstatus, dem Verfall ausgesetzte historische Bauten
von besonderem Wert
-
Orientierung an Kriterienkatalog der Denkmalpflege (u.a. mindestens
60 Prozent der Bausubstanz muss erhalten bleiben, …)
-
Objekt muss für Wohnzwecke bereits genutzt worden sein (es erfol-
gen keine Umnutzungen)
-
Eignung als Feriendomizil (u.a. Größe)
Vorgehen/Aspekte der
Partnersuche und -auswahl
-
enge Zusammenarbeit mit Denkmalpflege, Schweizer Heimatschutz
(liefern Vorschläge)
-
z. T. liefern auch Privatpersonen Vorschläge
-
mittelfristig soll jede Schweizer Region und Epoche mit Objekten
vertreten sein
Eigenheiten und Vielfalt der Baukultur abbilden
Hinweise zur Unterstützung,
Betreuung (öffentliche Hand,
Partner, Eigentümer)
-
personelles Umfeld des Schweizer Heimatschutzes
-
manche Eigentümer haben ihre Objekte (unter Beratung der Stiftung)
auf eigene Kosten saniert und stellen sie der Stiftung zur Vermietung
zur Verfügung
-
baukulturelle Vermittlungsarbeit durch Gästebetreuer vor Ort
-
„.. wir werden als Kompetenzzentrum wahrgenommen“
10. Relevante Rahmenbedingungen
-
Objekt bzw. Standort-Rahmenbedingungen (für konkretes Objekt), touristischer Erfolg als längerfristige
Finanzierungsgrundlage (für den Erhalt der Objekte, für die Organisation)
-
„Objekte müssen für sich sprechen“
-
„Es braucht die richtigen Menschen an den richtigen Positionen und viel Herzblut“
-
„Die Häuser erzählen die Geschichte des Ortes, der Region … und wenn der Ort selber und die Men-
schen nicht dahinter stehen, dann ist das Projekt zum Scheitern verurteilt.“
-
„… den Erhalt können wir uns leisten durch die Nutzung“
11. Weitere spezifische Hinweise
-
enge Absprache der Umbautätigkeiten mit Denkmalschutz

43
4.10 Landmark Trust - Grafschaft Berkshire, Großbritanni-
en
Überblick
1. Ansprechpartner/Adresse
The Landmark Trust
Shottesbrooke
Maidenhead
Berkshire
SL6 3SW
Tel.: (+44) 1628 825925
info@landmarktrust.org.uk
2. Kurze Beschreibung
Die britische Organisation Landmark Trust wurde 1965 von Sir John und Lady Smith gegründet und befasst
sich mit der Erhaltung historisch oder architektonisch bedeutender Gebäude. Das Hauptquartier befindet
sich in Shottesbrook in der Grafschaft Berkshire, England. Die meisten Gebäude der Landmark Trust befin-
den sich in England, Schottland und Wales, einige auch auf den Kanalinseln, in Frankreich, Italien und den
USA.
3. Ziele
-
Rettung gefährdeter Gebäude (von Türmen, Garten- und Torhäuschen, Festungen, Mühlen, Herr-
schaftshäusern bis bin zu einfachen Cottages) durch Sanierung und Vermietung an Touristen
4. Aufgaben/Tätigkeiten
-
Übernahme historisch wertvoller Bauzeugen
-
Renovierungen
-
Vermietung als Ferienwohnung
-
Fachliche Beratung
5. Wirkung/Effekte
-
Erhalt der verschiedenartigen britischen oder in anderen Ländern regionaltypischen Baukultur
-
Jährlich verbringen ca. 40.000 Personen ihre Ferien in diesen Gebäuden
-
Alle Gebäude sind reich an Geschichte und Atmosphäre
6. O-Töne
„Wir streben es an die Schönheit der historischen Strukturen herauszuarbeiten und nicht nur eine Neuord-
nung für eine moderne Zweckdienlichkeit zu erfüllen.“,
„Als Wohltätigkeitsorganisation mit limitierten Mitteln müssen wir aus den hunderten Gebäuden jene mit
großer Sorgfalt auswählen, welche wir auf unser Risiko unterstützen können.“
Details
7. Rahmendaten
Gründungsjahr
1965
Geschichte, Hintergrund
John Smith war bereits eine anerkannte Persönlichkeit in der Be-
wahrung von Baukultur und ein bekennender Liebhaber von alten
Gebäuden und anderen historischen Strukturen. Seine umfangrei-
che Erfahrung bewegte ihn dazu die „Landmark Kollektion“ zu
gründen, welche heute mehr als 200 Gebäude umfasst.
Wirkungsebene lo-
International: Belgien, Italien, Frankreich, England, Channal Is-

44
kal/regional/national/international
lands, Scotland, Wales
Ort, Region, Land
Shottesbrooke, Berkshire, Großbritannien
Anzahl inwertgesetzter Objekte
über 200
Art der Objektnutzung
(für konkretes Objekt)
Ferienhäuser, Ferienwohnung
8. Struktur/Organisation
Rechtsform
Stiftung
Akteure/Mitglieder
400
Mitarbeiter/Partner
„Trustees“ (Treuhänder) bringen viel Erfahrung mit in Sachen Erb-
schaftsangelegenheiten, Erhaltungsmaßnahmen etc.
Finanzierung
-
Für Kauf, Instandhaltung und Ausstattung der Gebäude wer-
den Mittel von gemeinnützigen Stiftungen, dem English Herita-
ge, dem Erbschaftslotteriefonds und Vermächtnisse grosszügi-
ger Privatpersonen eingeworben
-
Mieteinnahmen dienen dem Erhalt des Gebäudes
PR-/Öffentlichkeitsarbeit
Schirmherr: Prince of Wales
Marketing/Werbung
Website
9. Vorgehens- /Arbeitsweise
Art/Kriterien zur Gebäudesuche und -
auswahl
verschieden ausgerichtete Kriterien:
-
Bedeutung des Gebäudes (geschichtlich, architektonisch oder
kulturell)
-
Zukunft des Gebäudes ohne Unterstützung des Landmark
Trust: „Wäre es ohne unsere Hilfe verloren?“
-
Gute touristische Nutzungsmöglichkeiten z. B. Ferienwohnung
/ Ferienhaus: „Wird es ein schöner Ort, um seinen Urlaub zu
verbringen?“
Vorgehen/Aspekte der
Partnersuche und -auswahl
-
Nur wenn diese Kriterien zutreffen, wird eine sorgfältige Bewer-
tung des Gebäudes vorgenommen
-
Denkmalschutz/Erhaltung der Gebäude sind die Hauptaufga-
ben
Hinweise zur Unterstützung, Betreu-
ung (öffentliche Hand, Partner, Ei-
gentümer)
Ablauf:
-
Zusammentragen von Dokumenten über die Gebäude und ihre
Bewohner
-
Ergänzung der Dokumentation durch Gebäudeanalysen von
Archäologen und Architekten (z. T. verbunden mit Forschungs-
arbeiten)
-
Auswahl eines Architekten, der einen ersten vorläufigen Plan
für den Erhalt und ggf. für eine Anpassung erarbeitet
-
Erstellung eines Leistungsverzeichnis durch diverse Gutachter
(Restaurierung nach Grundsätzen - Reparatur vor Erneuerung)
-
Kostenvoranschläge von Bauunternehmern
-
dann Mittelbeschaffung über Anträge für den „Heritage Lottery
Fund“, Körperschaft des öffentlichen Rechts oder Stiftungszu-
wendungen
10. Relevante Rahmenbedingungen
-
Rechtliche/politisch: Wohltätige Stiftung
-
Objekt bzw. Standort: Durchführbarkeit der Instandsetzung des Gebäudes wird professionell und ein-
gehend geprüft, Standort muss auch für Gäste interessant sein
-
Finanzierung/Förderung: Übertragung als Grundeigentum bevorzugt, aber viele Objekte haben eine
lange Pachtzeit, Verhandlungen über Konditionen, Zugang und Dienstleistungen führen zu Übergang
des Gebäudes in unsere Obhut
-
Kooperation/Vernetzung: zahlreiche Botschafter aus Politik und öffentlichem Leben, zahlreiche Helfer
und Unterstützer

45
-
Touristisch: Wichtig ist die touristische Attraktivität des Standorts
11. Weitere spezifische Hinweise
-
historischer Hintergrund des Gebäudes spiegelt sich auch in der Innenausstattung wieder
-
Zum Teil sind kreative bauliche Lösungen gefragt, um die historischen Gebäude für die Nutzung als
Ferienobjekt herzurichten.

46
5
Fazit
Das bauliche Erbe zu erhalten und weiter zu entwickeln, ist nicht Aufgabe nur einer Berufsgruppe oder einer Insti-
tution. Es braucht eine zivilgesellschaftliche Ebene, die die Qualität der gebauten Umwelt mit bestimmt und ihre
Vorstellung von Lebensqualität einbringt.
Bundesweit engagieren sich zurzeit 288 Vereine und Initiativen für Baukultur, wie die Website des Fördervereins
Bundesstiftung Baukultur e.V.
(https://www.bundesstiftung-baukultur.de/netzwerk/who-is-who)
ausweist. Einige
dieser Vereine und Initiativen fühlen sich vorrangig dem ländlichem Bauerbe verpflichtet und stellen sich den Her-
ausforderungen der ländlichen Räume. Welchen Beitrag die Baukultur-Initiativen im ländlichen Raum leisten, ist
beispielhaft im Bericht dargestellt. Die zehn Steckbriefe widerspiegeln einen kleinen Ausschnitt an unterschiedli-
chen Rahmenbedingungen für das Entstehen und Wirken von Baukultur-Initiativen.
Für umfassende Aussagen zur der Frage „
Was brauchen Baukulturinitiativen, um am besten arbeiten zu kön-
nen?“
wird auf eine Baukultur-Werkstatt des Bundesinstitutes für Bau-, Stadt- und Raumforschung
4
verwiesen. Die
Diskussionsergebnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen:
mehr Bewusstseinsbildung auf lokaler, regionaler und bundesweiter Ebene; positive Effekte hervorheben und
die Freude vermitteln, die in der Auseinandersetzung mit der Gestaltung des eigenen Umfelds entstehen kann
durch Gestaltungsbeiräte und schriftlichen Bekenntnissen zur Baukultur in Form von Leitbildern, Fibeln oder
Satzungen Basis für qualitätsvolles Arbeiten auf kommunaler oder regionaler Ebene legen
Modellkommunen zur Vorbildwirkung
eine engere Zusammenarbeit und Abstimmung zwischen verschiedenen Ressorts und Ämtern, die baukultu-
relle Agenden behandeln, auf lokaler, regionaler und bundesweiter Ebene
Stärkung intermediärer Strukturen (Vereine, Verbände, Interessensgemeinschaften, NGOs, Kammern etc.),
die eine wichtige Rolle in der Vernetzung zwischen Initiativen und Verwaltung oder Politik, oder in der Bera-
tung und Förderung von Initiativen einnehmen
Beratungsstellen in der Verwaltung für die Gründung, Arbeit und Verstetigung von Baukultur-Initiativen, die
neben finanziellen Starthilfen vor allem Beratung in Sachen Rollenverteilung, Ressourcen, Formaten und Per-
spektiven bieten
Förderung der Initiativen bei der Umsetzung ihrer Aktivitäten, z. B. Freigabe von brachliegenden privaten und
öffentlichen Flächen zur temporären oder Zwischennutzung zu Erprobung neuer Strategien (Förderung von
Experimenten und Pilotvorhaben)
Grundstücksvergaben sollten nicht nach dem höchsten Preis erfolgen, sondern nach dem Konzept, welches
die beste Qualität, Funktionalität und positive Auswirkungen auf das Quartier verspricht, in diesem Zusam-
menhang wird es als wünschenswert angesehen, wenn Grundstücke in der öffentlichen Hand bleiben und
Projekte über Erbbaurecht ermöglicht werden
Vernetzung und Wissenstransfer über regelmäßige Treffen und Aufbau einer digitalen Plattform für Kommuni-
kation und Wissenstransfer Kommunikationsplattformen und Datenbanken.
Der Veranstalter kommt zu dem Fazit: „…im Themenkomplex Baukultur formieren sich zivilgesellschaftliche Initiati-
ven für Sanierung und gegen Abriss, für eine soziale und nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung und für die
Aufwertung ihres Lebensumfeldes. Die Initiativen agieren zum Teil hochprofessionell und sind sowohl inhaltlich als
auch strukturell gut aufgestellt. Sie verankern das Thema Baukultur nachhaltig vor Ort. Die Professionalisierung
4
Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
(BBR): Baukulturinitiativen Zivilgesellschaftliches Engagement für den Ort, Ergebnisse der Offenen Werkstatt Bau-
kultur vom 24. bis 25. Oktober 2017 in Leipzig

47
der Initiativen hängt unter anderem von ihrer Sichtbarkeit und Vernetzung, aber auch von den Unterstützungsmög-
lichkeiten vor Ort ab. Bundes- und Länderebene können diesen Bedürfnissen aktiv begegnen und Initiativen stär-
ken.“

48
Literaturverzeichnis
Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
(BBR): Baukulturinitiativen Zivilgesellschaftliches Engagement für den Ort. Ergebnisse der Offenen Werk-
statt Baukultur vom 24. bis 25. Oktober 2017 in Leipzig
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit: Baukultur in ländlichen Räumen. 2013
Bundesstiftung Baukultur & der Förderverein der Bundestiftung: Who is who der Baukultur. 2016 /2017 /2018, Na-
men, Institutionen, Akteure, Informationen, Kontakte; 2016
Bundesstiftung Baukultur Potsdam: Baukulturbericht 2016/17.

Herausgeber:
Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
Pillnitzer Platz 3, 01326 Dresden
Telefon: + 49 351 2612-0
Telefax: + 49 351 2612-1099
E-Mail: lfulg@smul.sachsen.de
www.smul.sachsen.de/lfulg
Das LfULG ist eine nachgeordnete Behörde des
Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft.
Autoren:
Der Beitrag wurde im Rahmen des Projektes „Erhalt regionaler Baukultur durch
touristische Umnutzung als Beitrag zum Dorfumbau“ durch die Arbeitsgemein-
schaft erarbeitet:
Dr. Heike Glatzel, Dr. Johannes von Korff
FUTOUR | Korff
FUTOUR Umwelt-, Tourismus- und Regionalberatung GmbH
Kardinal-Döpfner-Str. 8
80333 München
Telefon: +49 89 24241844
Telefax: +49 89 24241839
E-Mail:
heike.glatzel@futour.com
Redaktion:
Gabriele Vogel
Abteilung 2/Referat Ländliche Entwicklung, Agrarmarketing
August-Böckstiegel-Straße 1, 01326 Dresden
Telefon: +49 351 2612-2306
Telefax: +49 351 2612-2399
E-Mail: gabriele.vogel@smul.sachsen.de:
Redaktionsschluss:
30.10.2018
Hinweis:
Die Broschüre steht nicht als Printmedium zur Verfügung, kann aber als PDF-
Datei
unter
https://publikationen.sachsen.de/bdb/
heruntergeladen werden.
Verteilerhinweis
Diese Informationsschrift wird von der Sächsischen Staatsregierung im Rahmen
ihrer verfassungsmäßigen Verpflichtung zur Information der Öffentlichkeit her-
ausgegeben.
Sie darf weder von Parteien noch von deren Kandidaten oder Helfern im Zeit-
raum von sechs Monaten vor einer Wahl zum Zwecke der Wahlwerbung ver-
wendet werden. Dies gilt für alle Wahlen.
Missbräuchlich ist insbesondere die Verteilung auf Wahlveranstaltungen, an
Informationsständen der Parteien sowie das Einlegen, Aufdrucken oder Aufkle-
ben parteipolitischer Informationen oder Werbemittel. Untersagt ist auch die
Weitergabe an Dritte zur Verwendung bei der Wahlwerbung. Auch ohne zeitli-
chen Bezug zu einer bevorstehenden Wahl darf die vorliegende Druckschrift
nicht so verwendet werden, dass dies als Parteinahme des Herausgebers zu-
gunsten einzelner politischer Gruppen verstanden werden könnte.
Diese Beschränkungen gelten unabhängig vom Vertriebsweg, also unabhängig
davon, auf welchem Wege und in welcher Anzahl diese Informationsschrift dem
Empfänger zugegangen ist. Erlaubt ist jedoch den Parteien, diese Informations-
schrift zur Unterrichtung ihrer Mitglieder zu verwenden.