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CCI-Nr.: 2007
DE 051 PO 004
Berichtsjahr:
2013
Europa fördert Sachsen
Europäischer Sozialfonds
JAHRESBERICHT
gemäß Artikel 67 VO (EG) Nr. 1083/2006 DES RATES
vom 11. Juli 2006
zum Operationellen Programm des Freistaa¬
tes Sachsen für den
Europäischen Sozialfonds (ESF)
Einsatz der Mittel aus den EU-Struktur-
Fonds im Ziel Konvergenz 2007 - 2013
Ansprechpartner: Dr. Katrin Ihle
Tel.-Nr.: 0351/564 8230 Fax-Nr.: 0351/564 8209
STAATSMINISTERIUM
FÜR WIRTSCHAFT
ARBEIT UND VERKEHR
Freistaat
SACHSEN

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Inhaltsverzeichnis
Kenndaten ....................................................................................................................... 6
1.
Sozio-ökonomische Rahmenbedingungen ............................................................ 7
1.1
Demographische Entwicklung ............................................................................... 7
1.2
Gesamtwirtschaftliche Situation ............................................................................ 7
1.3
Arbeitsmarkt – Erwerbstätigkeit und Beschäftigung .............................................. 8
1.4
Situation und Arbeitsmarkt - Prognose .................................................................. 9
2.
Übersicht über die Durchführung des Operationellen Programms ...................... 10
2.1
Ergebnisse und Fortschrittsanalyse .................................................................... 10
2.1.1 Angaben über den Stand der materiellen Abwicklung des Operationellen
Programms .......................................................................................................... 10
2.1.2 Finanzielle Angaben ............................................................................................ 15
2.1.3 Angaben über die Verwendung der Fondsmittel ................................................. 17
2.1.4 Unterstützung, aufgeschlüsselt nach Zielgruppen ............................................... 17
2.1.5 Zurückgezahlte oder wiederverwendete Unterstützung ...................................... 20
2.1.6 Qualitative Analyse .............................................................................................. 20
2.2
Angaben zur Vereinbarkeit mit dem Gemeinschaftsrecht ................................... 44
2.3
Wesentliche aufgetretene Probleme und getroffene Abhilfemaßnahmen ........... 44
2.4
Änderung der Durchführungsbestimmungen des operationellen Programms ..... 44
2.5
Wesentliche Änderungen gemäß Artikel 57 der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006
(Dauerhaftigkeit des Vorhabens)......................................................................... 45
2.6
Komplementarität mit anderen Instrumenten ...................................................... 45
2.7
Begleitung und Bewertung .................................................................................. 49
2.8
Nationale Leistungsreserve gem. Art. 50 der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006) . 52
3.
Durchführung nach Prioritätsachsen ................................................................... 53
3.1
Prioritätsachse A - Steigerung der Anpassungsfähigkeit und
Wettbewerbsfähigkeit von Beschäftigten und Unternehmen ............................... 53
3.1.1 Ergebnisse und Fortschrittsanalyse .................................................................... 53
3.1.2 Wesentliche aufgetretene Probleme und getroffene Abhilfemaßnahmen............ 69
3.2
Prioritätsachse B - Verbesserung des Humankapitals ........................................ 70
3.2.1 Ergebnisse und Fortschrittsanalyse .................................................................... 70
3.2.2 Wesentliche aufgetretene Probleme und getroffene Abhilfemaßnahmen............ 95
3.3
Prioritätsachse C - Verbesserung des Zugangs zu Beschäftigung sowie der
sozialen Eingliederung von benachteiligten Personen ........................................ 96
3.3.1 Ergebnisse und Fortschrittsanalyse .................................................................... 96
3.3.2 Wesentliche aufgetretene Probleme und getroffene Abhilfemaßnahmen.......... 120
3.4
Prioritätsachse E - Transnationale Maßnahmen ............................................... 121
3.4.1 Ergebnisse und Fortschrittsanalyse .................................................................. 121
3.4.2 Wesentliche aufgetretene Probleme und getroffene Abhilfemaßnahmen.......... 129
4.
ESF-Programme: Kohärenz und Konzentration ................................................ 131
5.
Technische Hilfe ................................................................................................ 136
6.
Information und Öffentlichkeitsarbeit ................................................................. 137
2

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Tabellen- und Anlagenverzeichnis
Tabelle 1:
Stand der materiellen Abwicklung des Operationellen Programms
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)
Tabelle 2:
Stand der materiellen Abwicklung des Operationellen Programms
(Status: bewilligt)
Tabelle 3:
Prioritätsachsen, aufgeschlüsselt nach Finanzierungsquellen (in EUR)
Tabelle 4: Kumulierte Zuweisung der Gemeinschaftsmittel, aufgeschlüsselt nach Be-
reichen (in EUR) / Code der Dimension 1
Tabelle 5:
Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der
Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachsen (kumuliert)
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)
Tabelle 6:
Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der
Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachsen (kumuliert)
(Status: bewilligt)
Tabelle 7:
EU-Benchmarks (Stand: 2009)
Tabelle 8:
Earmarking (in EUR)
Tabelle 9:
Finanzierungsinstrumente
Tabelle 10: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse A
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)
Tabelle 11: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse A
(Status: bewilligt)
3

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Tabelle 12: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der
Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse A
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)
Tabelle 13: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der
Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse A
(Status: bewilligt)
Tabelle 14: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse B
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)
Tabelle 15: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse B
(Status: bewilligt)
Tabelle 16: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der
Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse B
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)
Tabelle 17: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der
Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse B
(Status: bewilligt)
Tabelle 18: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse C
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)
Tabelle 19: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse C
(Status: bewilligt)
Tabelle 20: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der
Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse C
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)
4

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Tabelle 21: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der
Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse C
(Status: bewilligt)
Tabelle 22: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse E
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)
Tabelle 23: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse E
(Status: bewilligt)
Tabelle 24: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der
Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse E
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)
Tabelle 25: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der
Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse E
(Status: bewilligt)
Tabelle 26: Bewertung der Informations- und Publizitätsmaßnahmen
Anlage 1:
Kumulierte Zuweisung der Gemeinschaftsmittel, aufgeschlüsselt nach
Bereichen (in EUR) / Kombination der Codes der Dimension 1 bis 5
5

 
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Kenndaten
Operationelles Programm
Ziel:
Konvergenz
Fördergebiet:
Freistaat Sachsen
Programmplanungszeitraum:
2007 - 2013
Referenznummer des Programms (CCI-Code):
2007 DE 051 PO 004
Bezeichnung des Programms:
Europäischer Sozialfonds
Jährlicher Durchführungsbericht
Berichtsjahr:
2013
Datum der Genehmigung des Berichts durch den
Programmbegleitausschuss: 20. Mai 2014
Redaktionsschluss am 8. April 2014
6

 
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
1.
Sozio-ökonomische Rahmenbedingungen
1.1
Demographische Entwicklung
4.041.663 Einwohner lebten am 30. Juni 2013 in Sachsen. Das waren 8.541 Personen
bzw. 0,2 % weniger als Ende 2012. Grund dafür ist das Geburtendefizit. Die 5. regionali-
sierte Bevölkerungsprognose für den Freistaat Sachsen geht bis 2025 von einem anhal-
tenden Rückgang der Bevölkerung aus. Zum Ende des Prognosezeitraums wird eine
Bevölkerungszahl von 3,8 Mio. (Variante 1) erwartet. Die Relationen zwischen Alt und
Jung werden sich weiter verändern. Die Bevölkerung im Erwerbsalter (20 bis unter 65
Jahre) wird gleichzeitig schrumpfen und altern. Der Schrumpfungsprozess wird be-
stimmt vom Rückgang der erwerbsfähigen Bevölkerung im Alter von unter 55 Jahren um
rund ein Viertel. Demgegenüber nimmt die Zahl der älteren Erwerbsfähigen (über 55 bis
65 Jahre) bis 2025 leicht zu.
1.2
Gesamtwirtschaftliche Situation
Im Jahr 2009 ging die Wirtschaftsleistung in Sachsen krisenbedingt auf 88,8 Mrd. EUR
zurück. Damit sank sie real um 4,3 %. Die sächsische Wirtschaft entwickelte sich damit
erwartungsgemäß nicht so schlecht wie im Bundesdurchschnitt, aber ungünstiger als die
Wirtschaft der neuen Länder insgesamt (-3,1 %). 2010 entwickelte sich auch Sachsens
Wirtschaft mit einem Wachstum von 2,9 % wieder positiv. 2011 wuchs Sachsens Wirt-
schaft (+2,4 %) ebenfalls kräftig und im ostdeutschen Vergleich (neue Länder mit bzw.
ohne Berlin jeweils +1,8 %) überdurchschnittlich. 2012 fiel die sächsische Wirtschaft mit
-0,3 % hinter den Vorjahresstand zurück (Ostdeutschland: +0,5 %). Im 1. Halbjahr 2013
verringerte sich in Sachsen das preisbereinigte BIP im Vergleich zum entsprechenden
Vorjahreszeitraum um 1,2 %. Sachsens Entwicklung verlief damit ungünstiger im Ver-
gleich mit Deutschland (-0,3 %) und den neuen Ländern mit Berlin (-0,6 %). Maßgebli-
chen Einfluss auf das preisbereinigte Ergebnis in Sachsen hatte die verringerte Wert-
schöpfung vor allem im verarbeitenden Gewerbe und im Baugewerbe. Das Niveau der
Bruttowertschöpfung in den Dienstleistungsbereichen war gegenüber dem Vorjahres-
zeitraum nahezu unverändert.
7

 
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
1.3
Arbeitsmarkt – Erwerbstätigkeit und Beschäftigung
Beeinflusst von der wirtschaftlichen und demografischen Entwicklung hat sich der säch-
sische Arbeitsmarkt 2013 positiv entwickelt. Die Beschäftigung ist weiter angestiegen
bei gleichzeitigem Rückgang der Arbeitslosenzahl. Im Jahresdurchschnitt 2013 waren in
Sachsen 1.987,3 Tausend Menschen erwerbstätig. Die Arbeitsplatzdichte lag bei 492
Erwerbstätigen je 1.000 Einwohnern. Im Vergleich der neuen Länder (ohne Berlin) ist
damit im Freistaat nach wie vor die höchste Arbeitsplatzdichte zu verzeichnen. Der Ab-
stand zu den alten Bundesländern ist jedoch nahezu unverändert geblieben (529 Er-
werbstätige je 1.000 Einwohner). Die Zahl der Arbeitslosen lag im Jahresdurchschnitt
2013 bei 200.628 Personen. Damit waren gegenüber dem Vorjahr fast 7.200 Menschen
weniger ohne Job. Die Arbeitslosenquote, gemessen an allen zivilen Erwerbspersonen,
betrug 9,4 % (Jahresdurchschnitt 2012: 9,8 %). Vom Rückgang der Arbeitslosenzahl
konnten Frauen stärker profitieren als Männer. Der Frauenanteil an allen Arbeitslosen
ging um 0,8 %-Punkte auf 45,3 % zurück. Die Zahl arbeitsloser Jüngerer unter 25 Jah-
ren verringerte sich um etwa ein Zehntel auf rund 16.100. Damit waren 8,0 % der Ar-
beitslosen dieser Altersgruppe zuzurechnen, 0,5 %-Punkte weniger als im Vorjahr. Der
Rückgang der Arbeitslosenzahl in der Altersgruppe 25 bis unter 50 Jahre betrug knapp
ein Fünftel. Mit fast 106.300 arbeitslos gemeldeten Personen betrug der Anteil dieser
Altersgruppe an allen Arbeitslosen 53,0 % (-0,7 %-Punkte). In der Altersgruppe der 50-
jährigen und Älteren ging die Arbeitslosenzahl nur wenig zurück und lag im Jahres-
durchschnitt 2013 bei rund 78.100. Durch den stärkeren Rückgang der Arbeitslosenzahl
insgesamt stieg der Anteil an allen Arbeitslosen auf fast zwei Fünftel. Der seit mehreren
Jahren zu beobachtende Rückgang der Langzeitarbeitslosigkeit hat sich 2013 fortge-
setzt. Im Jahresdurchschnitt waren knapp 74.000 Personen ein Jahr und länger ohne
Job, rund 5.800 weniger als im Vorjahr. Insgesamt waren im Jahr 2013 in Sachsen rund
268 Tausend Personen arbeitslos gemeldet, in einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme
oder einem Sonderstatus mit Entlastungswirkung. Die Quote der Unterbeschäftigung lag
bei 12,3 % (Jahresdurchschnitt 2012: 12,9 %).
8

 
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Fazit:
Der sächsische Arbeitsmarkt hat sich auch 2013 als stabil erwiesen. Die Zahl der sozial-
versicherungspflichtig Beschäftigten ist im Vorjahresvergleich um rund 12 Tausend Per-
sonen angestiegen (jeweils Januar bis November – letzte verfügbare Angaben). Gleich-
zeitig verringerte sich die Unterbeschäftigung um über 11.500 Personen. Das der Bun-
desagentur für Arbeit gemeldete Stellenangebot lag weiterhin auf hohem Niveau, wenn
auch unter dem vergleichbaren Vorjahreswert. Gleichwohl bleibt festzustellen, dass die
Arbeitslosenquote in Sachsen trotz Rückgang auf den bisher niedrigsten Jahresdurch-
schnittswert seit der Wiedervereinigung nach wie vor deutlich höher ist als in West-
deutschland. Des Weiteren war der Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Beschäf-
tigung gegenüber dem Vorjahr 2013 rund ein Drittel niedriger als 2012. Der Rückgang
der Arbeitslosenzahl hat sich im Vergleich zur Entwicklung im Vorjahr abgeschwächt.
Gleiches gilt für die Unterbeschäftigung.
1.4
Situation und Arbeitsmarkt - Prognose
Die Forschungsinstitute (Gemeinschaftsdiagnose „Konjunktur zieht an – Haushaltsüber-
schüsse sinnvoll nutzen“, Oktober 2013) erwarten für Deutschland eine anziehende
Konjunktur (+1,8 %) im Jahr 2014. In Deutschland wird für 2014 von einer anziehenden
Inlandsnachfrage (+2,0 %-Punkte) ausgegangen. Die Institute gehen davon aus, dass
die Finanzpolitik weiter leicht expansiv ausgerichtet ist (finanzpolitischer Impuls 2014:
+0,2 %). Dieser Entwicklung entsprechend erwarten die Institute insgesamt einen robus-
ten Arbeitsmarkt, sie rechnen im Prognosezeitraum mit steigenden Erwerbstätigen- und
sinkenden Arbeitslosenzahlen. Die Bundesregierung geht in ihrer aktuellen Projektion
(Februar 2014) ebenfalls von einem kräftigeren Wachstum von 1,8 % für 2014 aus. Das
ifo Institut geht in seiner aktuellen Prognose für Sachsen (Dezember 2013) in diesem
Jahr von wirtschaftlicher Stagnation (-0,0 %) aus (Ostdeutschland: +0,2 %, Deutschland:
+0,4 %). 2014 dürfte nach Aussage der Gutachter das BIP in Sachsen mit +1,8 % wie-
der wachsen und damit in der Entwicklung zwischen Ostdeutschland (+1,6 %) und
Deutschland (+1,9 %) liegen. Die Zahl der Erwerbstätigen dürfte der Prognose zu Folge
in Sachsen auch 2014 weiter leicht wachsen (+0,3 %).
9

 
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
2.
Übersicht über die Durchführung des Operationellen Programms
2.1 Ergebnisse und Fortschrittsanalyse
2.1.1 Angaben über den Stand der materiellen Abwicklung des Operationellen
Programms
Gemäß Artikel 67 Abs. 2 Buchst. a) der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 wird im folgen-
den Abschnitt über den Stand der Durchführung des Operationellen Programms (OP)
und der Prioritätsachsen gemessen an den überprüfbaren spezifischen Zielen berichtet.
Die in folgenden beiden Tabellen aufgeführten Angaben entsprechen den im OP verein-
barten Indikatoren nach Artikel 37 Abs. 1 Buchst. c) der Verordnung (EG) Nr.
1083/2006. In der ersten Tabelle beruht die Erfassung der Outputindikatoren auf ver-
wendungsnachweisgeprüften Daten, die verbindlich und gesichert sind. Als Vergleich
hierzu werden in der zweiten Tabelle die Outputindikatoren auf der Grundlage der Bewil-
ligungen dargestellt. Die Bewilligungen erfassen im Unterschied zu verwendungsnach-
weisgeprüften Daten den Umsetzungsstand besser, sind aber noch nicht abschließend
belastbar, da es durchaus möglich ist, dass eine bewilligte Maßnahme nicht wie vorge-
sehen stattfindet. Die Ergebnisindikatoren werden aus amtlichen Statistiken oder Evalu-
ierungen ermittelt. Insofern werden Ergebnisindikatoren nach der Bewilligung, oft auch
erst nach der Verwendungsnachweisprüfung oder im Falle von Statistiken auf andere
Weise eruiert. Aus diesem Grund wurde auf diesbezügliche Eintragungen in der Tabelle
basierend auf Bewilligungen verzichtet. Die bereits ermittelten Ergebnisindikatoren wur-
den aus Gründen der einheitlichen Darstellung der Indikatoren in der Tabelle mit ver-
wendungsnachweisgeprüften Daten erfasst, wenngleich diese lediglich die Basis für da-
ran aufsetzende Evaluierungen sind. Die Aussagen dieses Abschnittes gelten auch für
die in Gliederungspunkt 3 dieses Berichts enthaltenen Auszüge der beiden Tabellen.
10

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Tabelle 1: Stand der materiellen Abwicklung des Operationellen Programms
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)
Indikatoren*
Art
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
Indikator 1 –
Ergebnisindikator
Zahl der erfolgreich
abgeschlossenen
Weiterbildungen
Ergebnis
1
1.683
8.489
14.726
22.424
30.837
40.024
Zielvorgabe:
33.000
Indikator 2 –
Outputindikator
Erwerbstätige die an
Weiterbildung /
Beratung teilnehmen
Ergebnis
1
1.676
8.644
15.582
26.376
40.525
55.610
Zielvorgabe:
35.950
Indikator 3 –
Outputindikator
Beratene Unternehmen
Ergebnis
1
530
2.241
3.921
6.623
9.810
12.545
Zielvorgabe:
6.200
Indikator 3a –
Outputindikator
Beschäftigte Innovationsas-
sistenten (2011-2013)
Ergebnis
0
5
29
Zielvorgabe:
210
Indikator 4 –
Ergebnisindikator
Zahl neuer Arbeitsplätze bei
den mit Mikrodarlehen
geförderten Gründern
Ergebnis
0
0
160
502
755
890
987
Zielvorgabe:
1.200
Indikator 4a –
Outputindikator
Anzahl der ESF-
Mikrodarlehen (2009-2011)
Ergebnis
6
191
730
1.203
1.439
Zielvorgabe:
2.000
Indikator 5 –
Outputindikator
Beratene und gecoachte
angehende Gründer
Ergebnis
0
0
69
250
610
24.155
26.248
Zielvorgabe:
16.500
Indikator 6 –
Ergebnisindikator
Verringerung des Anteils
der Schulabgänger ohne
Hauptschulabschluss
Ergebnis
8,7 %
8,8 %
8,9 %
9,8 %
10,1 %
9,8 %
10,1 %
Zielvorgabe:
6,5%
Indikator 7 –
Outputindikator
Geförderte Schüler und
Ausbildungsplatzsuchende
Ergebnis
0
17
4.493
11.224
17.150
42.307
76.374
Zielvorgabe:
222.300
Indikator 8 –
Ergebnisindikator
Zahl der erfolgreich abge-
schlossenen Ausbildungen
bzw. Qualifizierungen
Ergebnis
13.603
17.606
24.708
44.987
65.874
97.036
113.865
Zielvorgabe:
114.530
Indikator 9 –
Outputindikator
Geförderte
Ausbildungsplätze
Ergebnis
13.603
16.477
21.666
41.707
58.886
88.906
104.332
Zielvorgabe:
116.570
11

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Indikator 9a –
Outputindikator
Förderung von Zusatzquali-
fikationen
Ergebnis
0
1.129
3.065
4.540
9.320
11.060
12.698
Zielvorgabe:
15.400
Indikator 11 –
Outputindikator
Geförderte Weiterbildungs-
Projekte (Konzeption und
Weiterbildung)
Ergebnis
0
0
0
1
1
8
32
Zielvorgabe:
100
Indikator 13 –
Outputindikator
Geförderte Promovenden
Ergebnis
0
0
0
2
9
105
162
Zielvorgabe:
300
Indikator 16 –
Ergebnisindikator
Geförderte Teilnehmer sind
ein Jahr nach Ende der
Förderung beschäftigt
Ergebnis
70%
61%
Zielvorgabe:
50%
Indikator 17 –
Outputindikator
Geförderte arbeitslose
benachteiligte Personen
(z.B. Langzeitarbeitslose)
Ergebnis
0
29
1.684
3.910
6.220
8.600
12.293
Zielvorgabe:
19.250
Indikator 18 –
Ergebnisindikator
Anteil der Personen, die
gegründet haben und zwei
Jahre später noch selb-
ständig sind
Ergebnis
65%
89%
Zielvorgabe:
65%
Indikator 18a –
Ergebnisindikator
Anteil der Teilnehmer, die
gegründet oder eine sv-
pflichtige Beschäftigung
aufgenommen haben
Ergebnis
86%
Zielvorgabe:
50%
Indikator 19 –
Outputindikator
Geförderte Gründer und
Teilnehmer aus der Arbeits-
losigkeit
Ergebnis
0
0
556
1.130
2.099
2.178
2.409
Zielvorgabe:
2.100
Indikator 21 –
Outputindikator
Aktivierte / geförderte
Langzeitarbeitslose
und
schwer Vermittelbare
Ergebnis
0
0
2.516
11.265
21.268
27.923
33.317
Zielvorgabe:
39.160
Indikator 23 –
Outputindikator
Personen, die an trans-
nationalen Maßnahmen
teilnehmen
Ergebnis
0
0
19
22
116
270
713
Zielvorgabe:
1.020
* Angaben lt. OP, eine Aufschlüsselung nach Geschlecht ist nicht vorgesehen.
12

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Tabelle 2: Stand der materiellen Abwicklung des Operationellen Programms
(Status: bewilligt)
Indikatoren*
Art
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
Indikator 1 –
Ergebnisindikator
Zahl der erfolgreich
abgeschlossenen
Weiterbildungen
Ergebnis
Zielvorgabe
Indikator 2 –
Outputindikator
Erwerbstätige die an
Weiterbildung /
Beratung teilnehmen
Ergebnis
731
8.044
17.691
32.333
46.892
62.724
78.852
Zielvorgabe:
35.950
Indikator 3 –
Outputindikator
Beratene Unternehmen
Ergebnis
94
1.932
4.175
6.444
9.382
12.701
16.329
Zielvorgabe:
6.200
Indikator 3a –
Outputindikator
Beschäftigte Innovationsas-
sistenten (2011-2013)
Ergebnis
85
177
288
Zielvorgabe:
210
Indikator 4 –
Ergebnisindikator
Zahl neuer Arbeitsplätze bei
den mit Mikrodarlehen
geförderten Gründern
Ergebnis
Zielvorgabe:
1.200
Indikator 4a –
Outputindikator
Anzahl der ESF-
Mikrodarlehen (2009-2011)
Ergebnis
304
908
1.308
1.535
1.713
Zielvorgabe:
2.000
Indikator 5 –
Outputindikator
Beratene und gecoachte
angehende Gründer
Ergebnis
0
14.154
14.279
14.562
18.088
18.414
18.724
Zielvorgabe:
16.500
Indikator 6 –
Ergebnisindikator
Verringerung des Anteils
der Schulabgänger ohne
Hauptschulabschluss
Ergebnis
Zielvorgabe:
6,5%
Indikator 7 –
Outputindikator
Geförderte Schüler und
Ausbildungsplatzsuchende
Ergebnis
120
33.307
62.961
86.691
185.930
249.948
282.294
Zielvorgabe:
222.300
Indikator 8 –
Ergebnisindikator
Zahl der erfolgreich abge-
schlossenen Ausbildungen
bzw. Qualifizierungen
Ergebnis
Zielvorgabe:
114.530
Indikator 9 –
Outputindikator
Geförderte
Ausbildungsplätze
Ergebnis
16.479
41.672
70.817
97.717
112.052
128.171
160.266
Zielvorgabe:
116.570
Indikator 9a –
Outputindikator
Förderung von Zusatzquali-
fikationen
Ergebnis
0
2.791
5.602
8.272
11.128
13.172
15.226
Zielvorgabe:
15.400
13

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Indikator 11 –
Outputindikator
Geförderte Weiterbildungs-
Projekte (Konzeption und
Weiterbildung)
Ergebnis
0
2
27
64
90
139
172
Zielvorgabe:
100
Indikator 13 –
Outputindikator
Geförderte Promovenden
Ergebnis
0
32
124
162
288
348
366
Zielvorgabe:
300
Indikator 16 –
Ergebnisindikator
Geförderte Teilnehmer sind
ein Jahr nach Ende der
Förderung beschäftigt
Ergebnis
Zielvorgabe:
50%
Indikator 17 –
Outputindikator
Geförderte arbeitslose
benachteiligte Personen
(z.B. Langzeitarbeitslose)
Ergebnis
947
11.416
16.114
19.111
20.292
21.814
23.118
Zielvorgabe:
19.250
Indikator 18 –
Ergebnisindikator
Anteil der Personen, die
gegründet haben und zwei
Jahre später noch selb-
ständig sind
Ergebnis
Zielvorgabe:
65%
Indikator 18a –
Ergebnisindikator
Anteil der Teilnehmer, die
gegründet oder eine sv-
pflichtige Beschäftigung
aufgenommen haben
Ergebnis
Zielvorgabe:
50%
Indikator 19 –
Outputindikator
Geförderte Gründer und
Teilnehmer aus der Arbeits-
losigkeit
Ergebnis
0
767
1.535
2.490
2.490
2.490
2.490
Zielvorgabe:
2.100
Indikator 21 –
Outputindikator
Aktivierte / geförderte
Langzeitarbeitslose
und
schwer Vermittelbare
Ergebnis
570
12.895
21.320
26.727
32.189
38.101
41.780
Zielvorgabe:
39.160
Indikator 23 –
Outputindikator
Personen, die an trans-
nationalen Maßnahmen
teilnehmen
Ergebnis
0
492
998
1.043
1.151
1.235
1.251
Zielvorgabe:
1.020
* Angaben lt. OP, eine Aufschlüsselung nach Geschlecht ist nicht vorgesehen
14

 
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
2.1.2 Finanzielle Angaben
Zum Ende des Berichtsjahres waren insgesamt 1.163,2 Mio. EUR bewilligt. Damit konn-
ten die geplanten Programmmittel bereits leicht überzeichnet werden.
Da die einzelnen Prioritätsachsen unterschiedlich weit in der Umsetzung der geplanten
Mittel fortgeschritten sind, wird im Jahr 2014 der dritte Änderungsantrag gestellt.
Die Mittel für die Region mit Übergangsunterstützung sind erst zu 98,1 % gebunden,
während die Mittel für die Regionen ohne Übergangsunterstützung leicht überzeichnet
sind.
Insgesamt wurden im Berichtsjahr mit Zahlungsantrag vom 28. November 2013, der den
Ausgabenstand zum 31. August 2013 umfasst, rund 61 % der geplanten Programmmit-
tel zur Erstattung beantragt. Die n+2 –Regelung wurde erfüllt.
Die folgende Tabelle stellt die finanzielle Abwicklung gemäß Artikel 67 Abs. 2 Buchst. b)
der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 für jede Prioritätsachse dar. Es wurden keine ge-
sonderten Finanzindikatoren vereinbart.
15

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Tabelle 3: Prioritätsachsen, aufgeschlüsselt nach Finanzierungsquellen (in EUR)
Finanzmittel insge-
samt des operatio-
nellen Programms
(Europäische
Union und national)
in Euro
Grundlage
für Berech-
nung des
EU-Beitrags
(öffentliche
oder Ge-
samtkosten)
Gesamthöhe der
von den Begünstig-
ten gezahlten för-
derfähigen Ausga-
ben (1)
In Euro
Entsprechender
öffentlicher Bei-
trag (1) in Euro
Durchfüh-
rungsrate in
%
a
b
c
d
e = c : a,
wenn Ge-
samtkosten,
oder e = d :a,
wenn öffentli-
che Kosten
Prioritätsachse A:
Steigerung der Anpassungsfähig-
keit und Wettbewerbsfähigkeit von
Beschäftigten und Unternehmen
211.928.077,00
G
143.533.788,34 119.355.633,48
67,73
Prioritätsachse B:
Verbesserung des Humankapitals
506.623.898,00
G
278.191.968,86 273.547.549,57
54,91
Prioritätsachse C:
Verbesserung des Zugangs zu
Beschäftigung sowie der sozialen
Eingliederung von benachteiligten
Personen
365.418.654,00
G
252.119.561,11 250.307.351,16
68,99
Prioritätsachse E:
Transnationale Maßnahmen
43.402.288,00
G
17.876.143,73 17.672.3693,49
41,19
Technische Hilfe
29.333.334,00
G
13.235.240,52
13.235.240,52
45,12
Gesamtbetrag
1.156.706.251
704.956.702,56 674.118.144,22
0
(1) Kumulative Zahlen
16

 
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
*
2.1.3 Angaben über die Verwendung der Fondsmittel
Die vollständige Information über die Aufschlüsselung der Mittelverwendung gemäß An-
hang II, Teil C der Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 erfolgt auf Grund des Umfangs in der
Anlage 1
zu diesem Bericht und stellt die „five dimensions“ dar.
Im Folgenden wird zur Übersicht eine „one dimension“ Tabelle angeführt. Diese wurde
auf Basis der „five dimension“ auf das vorrangige Thema und deren zugewiesenen Ge-
meinschaftsbeteiligungen reduziert.
Tabelle 4: Kumulierte Zuweisung der Gemeinschaftsmittel, aufgeschlüsselt nach Bereichen (in
EUR) / Code der Dimension 1
Vorrangiges Thema
Zugewiesene Gemeinschaftsbeteiligung (in Euro)
62
127.438.888,51
66
80.950.200,48
67
4.469.933,89
68
47.414.350,24
69
22.693.439,34
70
16.952.880,62
71
135.733.734,25
72
4.869.866,01
73
271.387.677,27
74
142.892.329,37
85
13.687.614,05
86
4.000.833,98
Stand: 26. März 2014
rundungsbedingte Abweichungen im Cent-Bereich möglich
Die Erreichung der Zielvorgaben, die auf den Ausgabenkategorien in Anhang IV des
Artikels 9 Abs. 3 der Verordnung (EG) 1083/2006 beruhen (Earmarking), findet sich im
Abschnitt
2.1.6
.
2.1.4 Unterstützung, aufgeschlüsselt nach Zielgruppen
Die Zielgruppen des ESF in Sachsen ergeben sich aus dem OP. Danach hat sich der
Freistaat zum Ziel gesetzt, in der gesamten Förderperiode rund 444.950 Personen zu
unterstützen. Mit Ablauf des Jahres 2013 konnte diese Zielsetzung weit übertroffen wer-
den, wonach bislang 575.632 Personen unterstützt wurden.
17

image
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Tabelle 5: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die gesamten Priorität-
sachsen (kumuliert) (Status: verwendungsnachweisgeprüft)
18

image
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Tabelle 6: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die gesamten Priorität-
sachsen (kumuliert) (Status: bewilligt)
19

 
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
2.1.5 Zurückgezahlte oder wiederverwendete Unterstützung
Im Berichtsjahr wurden infolge von Prüffeststellungen der Prüfbehörde Finanzkorrektu-
ren in Höhe von 275.566,32 EUR vorgenommen. Die betreffenden Ausgaben wurden
von der Bescheinigungsbehörde im Zahlungsantrag berücksichtigt und werden im An-
hang XI für das Jahr 2013 ausgewiesen.
2.1.6 Qualitative Analyse
Qualitative Analyse der Ergebnisse zu den Indikatoren
Indikator 1 – Ergebnisindikator: Zahl der erfolgreich abgeschlossenen Weiterbildungen
und Indikator 2 – Outputindikator: Erwerbstätige, die an Weiterbildung/Beratung teil-
nehmen
Im Jahr 2013 wurden Weiterbildungen/Beratungen für 16.128 Erwerbstätige bewilligt. Im
gleichen Zeitraum wurden 15.085 Weiterbildungen/Beratungen nachgewiesen. Seit
2007 sind 78.852 Weiterbildungen/Beratungen bewilligt und davon 55.610 nachgewie-
sen worden. Die Zielvorgabe, 35.950 Erwerbstätige weiterzubilden, ist somit in hohem
Maße übererfüllt. Der Wert der erfolgreich abgeschlossenen Weiterbildungen lag im
Jahr 2013 bei 9.187. Das ergibt bis 2013 insgesamt 40.024 erfolgreich abgeschlossene
Weiterbildungen. Auch hier liegt eine Übererfüllung des Zielwertes von 33.000 vor. Eine
Anpassung beider Zielwerte ist im Rahmen des dritten Änderungsantrages zum OP be-
absichtigt.
Indikator 3 – Outputindikator: Beratene Unternehmen
Im Jahr 2013 wurden 3.628 Unternehmen beraten. Damit ist die Gesamtzahl der Bera-
tungen auf 16.329 gestiegen. Insgesamt wurden bis Ende 2013 12.545 Beratungen
nachgewiesen. Die Zielvorgabe für den gesamten Förderzeitraum liegt bei 6.200 bera-
tenen Unternehmen. Dieser Wert wurde bis 2013 somit um mehr als das Doppelte über-
troffen. Hintergrund der erheblichen positiven Entwicklung ist eine stärkere Ausrichtung
auf die Ansprache einzelner Unternehmen - insbesondere KMU - als zu Beginn des
Förderzeitraums angenommen. Angesichts der Entwicklungen ist im Rahmen eines drit-
20

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
ten Änderungsantrages zum OP eine erneute Erhöhung des Zielwertes auf 16.213 be-
absichtigt.
Indikator 3a – Beschäftigte Innovationsassistenten (2011 – 2013)
Im Jahr 2013 wurden weitere 111 Projekte bewilligt, in denen Innovationsassistenten in
Beschäftigung kamen. Dies ergibt eine Gesamtzahl von 288 bewilligten Innovationsas-
sistenten-Projekten im Betrachtungszeitraum. Verwendungsnachweisgeprüft sind bisher
29 Projekte. Erhöhte Zahlen für nachgewiesene beschäftigte Innovationsassistenten
werden in den Folgejahren erwartet, da es sich bei der Beschäftigung von Innovations-
assistenten um mehrjährige Projekte handelt. Unabhängig davon wurde mit dem zwei-
ten Änderungsantrag der Zielwert auf 210 erhöht. Auf Basis der bewilligten Projekte ist
dieser Zielwert bereits jetzt deutlich übererfüllt. Aus diesem Grund ist mit dem dritten
Änderungsantrag zum OP eine weitere Erhöhung des Zielwertes auf 270 beabsichtigt.
Indikator 4 – Ergebnisindikator: Zahl neuer Arbeitsplätze bei den mit Mikrodarlehen ge-
förderten Gründern und Indikator 4a – Anzahl der ESF-Mikrodarlehen (2009 – 2011)
Im Jahr 2013 gab es 236 nachgewiesene ESF- Mikrodarlehen. Das entspricht seit 2009
einer Gesamtsumme von 1.439 vergebenen Darlehen. Die Zielvorgabe des OP von
2.000 nachgewiesenen ESF-Mikrodarlehen soll im dritten Änderungsantrag zum OP auf
1.900 herabgesenkt werden. Hintergrund ist die im Vergleich zu den vergangenen Jah-
ren zurückgehende Zahl der Unternehmensgründungen im Kleingewerbe auf Grund der
anhaltenden Entwicklungen am Arbeitsmarkt. Angesichts dessen soll die vorgegebene
Zielvorgabe von 1.200 neu geschaffenen Arbeitsplätzen auf 1.000 angepasst werden.
Bis zum Jahr 2013 wurden insgesamt 987 Arbeitsplätze geschaffen. Im Jahr 2013 konn-
ten neben dem Arbeitsplatz des Gründers 97 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen wer-
den.
Indikator 5 – Outputindikator: Beratene und gecoachte angehende Gründer
Zielvorgabe ist, 16.500 angehende Gründer zu beraten und zu coachen. Im Jahr 2013
wurden 310 angehende Gründer im Rahmen der Fördergegenstände Vorgründungsbe-
ratung/Gründungsberatung und Seed-Stipendium unterstützt. Die Gesamtzahl der bewil-
ligten Gründungsberatungen und – coachings liegt unter Einbezug des Fördergegen-
21

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
standes Gründerinitiativen (Teilnahmen/Erstteilnehmer) bei 18.724. Nach Verwen-
dungsnachweisprüfung der Gründerinitiativen (Projekte 2008 - 2011) wurden unter Ein-
bezug aller Fördergegenstände des Indikators 26.248 Teilnahmen verzeichnet. Dieser
Wert beruht primär auf einer höheren Nachfrage und Teilnahmenzahl im Bereich der
Gründerinitiativen. Für eine qualitativ genauere Unterlegung des Indikators war es not-
wendig, Mehrfachzählungen zu vermeiden und im Fördergegenstand Gründerinitiativen
nur die Zahl der tatsächlichen Erstteilnehmer für den Projektzeitraum 2011 bis 2014 zu
berücksichtigen. Die Zahl der unterstützten angehenden Gründer deutet darauf hin,
dass die Zielvorgabe 16.500 bei Weitem übertroffen wird. Um dieser Entwicklung Rech-
nung zu tragen, ist im Rahmen des dritten Änderungsantrages zum OP eine Anpassung
der Zielvorgabe auf 29.913 beabsichtigt.
Indikator 6 – Ergebnisindikator: Verringerung des Anteils der Schulabgänger ohne
Hauptschulabschluss
Ausgehend von einer Quote von 8,6 % der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss
zu Beginn des Förderzeitraums wird im Operationellen Programm eine Verminderung
dieses Anteils auf 6,5 % angestrebt. Mit aktuell 10,1 % konnte bisher keine Verringerung
des Anteils erreicht werden, der Wert liegt allerdings deutlich unter dem für 2013 prog-
nostizierten Wert
von 13,0 %. Aufgrund der demografischen Entwicklung sinkt die abso-
lute Zahl der Schulabgänger, wobei zuletzt ein leichter Anstieg zu verzeichnen war. Da-
bei sinkt auch die Zahl der Schüler, die keinen Hauptschulabschluss erlangen. Im Jahr
2007 waren dies 3.744 Schüler, im Jahr 2013 waren es 2.599 Schüler. Darüber hinaus
werden bereits jetzt intensiv die verschiedenen Möglichkeiten genutzt, nachträglich ei-
nen allgemeinbildenden Schulabschluss zu erwerben. Diese Abschlüsse fließen nicht in
die obige Statistik ein. So haben im Schuljahr 2012/2013 insgesamt 456 Schüler an Be-
rufsschulen bzw. an den entsprechenden berufsbildenden Förderschulen nachträglich
einen Hauptschulabschluss erreicht. Eine genaue Zuordnung der Schüler auf die einzel-
nen Jahrgänge der allgemeinbildenden Schulen ist dabei jedoch nicht möglich. In Sach-
sen werden außerdem verstärkt Maßnahmen ergriffen, u.a. von der Bundesagentur für
Arbeit, damit junge Menschen nachträglich einen allgemeinbildenden Schulabschluss
erlangen können. Durch die Schulfremdenprüfung an Mittelschulen konnten im Jahr
2013 insgesamt 402 junge Menschen nachträglich einen Hauptschulabschluss (ein-
22

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
schließlich qualifizierender Hauptschulabschluss) oder Realschulabschluss erreichen.
Darüber hinaus haben 1.110 Personen den Hauptschulabschluss als Absolventen des
Berufsgrundbildungsjahres bzw. Berufsvorbereitungsjahres zuerkannt bekommen. Der
Mikrozensus von 2012 ergab in Sachsen einen Anteil von 1,5 % sächsischer Einwohner,
die keinen Hauptschulabschluss haben. Dieser Wert lag in Gesamtdeutschland bei 3,6
%. Im Hinblick auf die Schüler- und Absolventenprognose der Kultusministerkonferenz
von 2006, die für das Jahr 2013 für Sachsen einen Anstieg der Quote der Schüler, die
keinen Hauptschulabschluss erlangen werden, auf 13,0 % vorausberechnete, ist eine
Wirkung der Maßnahmen festzustellen, da die Quote voraussichtlich unterhalb dieser
Prognose liegen wird. Allerdings wurde das ursprüngliche Ziel nicht erreicht. Insbeson-
dere wurde der nach der Wende stattgefundene Geburtenrückgang in den letzten Jah-
ren bei den Absolventenzahlen sächsischer Schulen deutlich sichtbar, auch wenn diese
Zahl zuletzt wieder etwas stieg. Mit dem bildungspolitischen Anspruch „Jeder zählt!“
verbindet sich neben der Erhöhung der Arbeitsmarktchancen auch das Ziel und die
Notwendigkeit der Konstanz des Allgemeinbildungsniveaus sächsischer Absolventen.
Die im Zusammenhang mit der demografischen Entwicklung stehenden Schülerzahlen
lassen allerdings nur bedingt eine Gegenüberstellung prozentualer Angaben der Ge-
genwart und Vergangenheit zu. Weiterhin wirken viele Faktoren auf den Bildungserfolg
der Schüler und Schülerinnen, die nicht alle direkt durch den ESF beeinflussbar sind.
Zur Untersuchung der Ursachen für das Nichterreichen des Hauptschulabschlusses so-
wie zur Ausgestaltung der Förderung im nächsten Förderzeitraum wurde daher im Jahr
2013 eine entsprechende Studie in Auftrag gegeben. Im Jahr 2011 und 2012 wurden die
Anstrengungen nochmals verstärkt, indem sowohl die Berufseinstiegsbegleitung in die
ESF-Förderung aufgenommen und flächendeckend in Sachsen etabliert wurde und in
den allgemeinbildenden Schulen ein systemischer Ansatz zur Verbesserung der Schul-
qualität unterstützt wird. Mit Blick auf die Größe der Zielgruppe abschlussgefährdeter
Schüler und das zur Förderung eingesetzte Instrumentarium ist der Indikator nach einer
ersten Einschätzung im Rahmen der begleitenden Evaluierung durch ESF-
Förderaktivitäten in beträchtlichem Maße beeinflussbar. Dabei hängt die Entwicklung
der Quote der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss aber nicht allein vom Umfang
der ESF-Förderung ab, vielmehr ist die Leistungsfähigkeit des Schulsystems insgesamt
einer der maßgeblichen Faktoren.
23

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Indikator 7 – Outputindikator: Geförderte Schüler und Ausbildungsplatzsuchende
Im Jahr 2013 wurden 32.346 Förderungen von Schülern und Ausbildungsplatzsuchen-
den durchgeführt. Damit ist die Gesamtzahl auf 282.294 angestiegen. Von diesen sind
bereits 76.374 nachgewiesen. Insgesamt werden 222.300 Förderungen mit dem OP
angestrebt. Im siebten Jahr der Umsetzung des OP wurde die Zielvorgabe somit über-
schritten. Im Lichte dieses Trends ist im Rahmen des dritten Änderungsantrages zum
OP eine Anpassung der Zielvorgabe auf 258.090 beabsichtigt.
Indikator 8 – Ergebnisindikator: Zahl der erfolgreich abgeschlossenen Ausbildungen und
Qualifizierungen und Indikator 9 – Outputindikator: Geförderte Ausbildungsplätze und
Indikator 9a – Outputindikator: Förderung von Zusatzqualifikationen
Gefördert wurden im Jahr 2013 32.095 Ausbildungsplätze, was im gesamten Förderzeit-
raum eine Zahl von 160.266 geförderten Ausbildungsplätzen ergibt. Davon sind bereits
104.332 verwendungsnachweisgeprüft. Die Zielvorgabe von 116.570 geförderten Aus-
bildungsplätzen wurde mit den Bewilligungen somit bereits überschritten. Mit dem dritten
Änderungsantrag zum OP soll dieser Wert daher auf 161.738 angepasst werden. Des
Weiteren wurden im Jahr 2013 2.054 Zusatzqualifikationen gefördert. Damit ist die Ge-
samtzahl auf 15.226 gestiegen. Von diesen wurden 12.698 Zusatzqualifikationen erfolg-
reich abgeschlossen. Die Zielvorgabe für das Ende des Förderzeitraums wurde im OP
mit 15.400 geförderten Zusatzqualifikationen angegeben. Angesichts der guten Entwick-
lung ist beabsichtigt, den Zielwert im Rahmen des dritten Änderungsantrages zum OP
auf 16.500 zu erhöhen. Der Wert der erfolgreich abgeschlossenen Ausbildungen und
Qualifizierungen lag im Jahr 2013 bei 16.829. Das ergibt bis 2013 insgesamt 113.865
erfolgreich abgeschlossene Ausbildungen und Qualifizierungen. Die Zielsetzung am En-
de des Förderzeitraumes 114.530 erfolgreich abgeschlossene Ausbildungen und Quali-
fizierungen verzeichnen zu können, ist somit fast erreicht. Daher soll die Zielvorgabe im
Rahmen des dritten Änderungsantrages zum OP auf 171.996 angepasst werden.
Indikator 11 - Outputindikator: Geförderte Weiterbildungsprojekte (Konzeption und Wei-
terentwicklung)
Im Jahr 2013 wurden 33 Weiterbildungsprojekte gefördert, damit erhöht sich die Ge-
samtzahl auf 172. Es handelt sich um postgraduale Bildungsangebote, Nachwuchsfor-
24

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
schergruppen, Kompetenzschulen und Ausbilderqualifizierungen. Bis Ende 2013 konn-
ten 32 Vorhaben abgeschlossen und der Verwendungsnachweis geprüft werden. Im OP
wird als Zielvorgabe für diesen Indikator angegeben, dass bis zum Ende des Förderzeit-
raums 100 Weiterbildungsprojekte und Teilnehmer gefördert werden sollen.
Indikator 13 – Outputindikator: Geförderte Promovenden
Im Jahr 2013 erfolgte die Förderung von 18 Promovenden in Form einer Einzelmaß-
nahme. Damit hat sich die Gesamtzahl der Endbegünstigten auf 366 erhöht. Bis Ende
2013 wurden insgesamt 162 Promovierende erfasst. Hinzu kommen promovierende
Teilnehmer in Nachwuchsforschergruppen. Die Zielvorgabe für das Ende des Förder-
zeitraums wurde im OP mit 300 geförderten Promovenden angegeben.
Indikator 16 – Ergebnisindikator: Geförderte Teilnehmer sind ein Jahr nach Ende der
Förderung beschäftigt
Ziel des Indikators ist zu ermitteln, ob die in Indikator 17 geförderten Teilnehmer ein Jahr
nach Beginn der Förderung beschäftigt sind. Der Zielwert wurde im OP mit 50 % der
geförderten Teilnehmer angegeben. Im Rahmen der ergänzenden Erhebungen zu Er-
gebnisindikatoren kommt der Evaluator zu dem Ergebnis, dass der Anteil der in Indikator
17 geförderten Teilnehmer, die ein Jahr nach Beginn der Förderung beschäftigt sind, 61
% beträgt. Der Zielwert konnte damit um mehr als das 1,2-fache übertroffen werden. Die
Nachbefragung der Absolventen beim Fördergegenstand QAB erbrachte hinsichtlich der
Verbleibsquoten sogar folgendes Ergebnis: Zum Zeitpunkt ein Jahr nach Beendigung
der Qualifizierung waren 71 % der Teilnehmer bereits einmal in Beschäftigung integriert.
Genau zum Zeitpunkt 12 Monate nach Erlangung des Berufsabschlusses befanden sich
49 % in Erwerbstätigkeit. Die Integrationsquote stieg in den folgenden Monaten weiter
an und erreichte 24 Monate nach Abschluss der Maßnahme 62 %. Zu diesem Zeitpunkt
konnte bei 94 % der Befragten nachgewiesen werden, dass zumindest eine einmalige
Integration in Beschäftigung erfolgte. Der Zielwert von 50 % Beschäftigungsintegration
ein Jahr nach Ende der Förderung konnte damit knapp erreicht werden. Im weiteren
Verlauf wurde er übertroffen. Die Zuschüsse zur Einstellung arbeitsloser Personen wur-
den im Jahr 2010 aufgrund der Empfehlung im Rahmen der Fachevaluierung beendet.
Der Zielwert für die Einstellungszuschüsse wurde mit der zweiten Änderung des OP von
25

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
810 auf 900 Personen erhöht und beträgt somit 90 % des Zielwertes von Indikator 17.
Der Evaluator kommt im Rahmen der zweiten Fachevaluierung der Prioritätsachse C zu
dem Ergebnis, dass rund 88 % der Teilnehmer ein Jahr nach Ende der Förderung noch
im Unternehmen beschäftigt sind. Der aktualisierte Zielwert von 90 % wird damit beina-
he erfüllt.
Indikator 17 – Outputindikator: Geförderte arbeitslose benachteiligte Personen (z. B.
Langzeitarbeitslose)
Im Jahr 2013 wurden 1.304 arbeitslose benachteiligte Personen gefördert. Insgesamt
wurden im Zeitraum 2007 - 2013 23.118 Förderungen bewilligt. Von diesen ist bei
12.293 der Nachweis geführt worden. Die Zielvorgabe für den gesamten Förderzeitraum
liegt bei 19.250 geförderten Langzeitarbeitslosen. Im Rahmen des dritten Änderungsan-
trages zum OP soll die Zielvorgabe auf 16.929 herabgesenkt werden. Eine Absenkung
der Zielvorgabe wurde aufgrund der verringerten Inanspruchnahme erforderlich.
Indikator 18 – Ergebnisindikator: Anteil der Personen, die gegründet haben und zwei
Jahre später noch selbstständig sind
Ziel des Indikators ist zu ermitteln, welcher Anteil der mit einem ESF-
Existenzgründungszuschuss geförderten Teilnehmer zwei Jahre später noch selbst-
ständig ist. Der Zielwert wurde im OP mit 65 % angegeben. Im Rahmen der ergänzen-
den Erhebungen zu Ergebnisindikatoren kommt der Evaluator zu dem Ergebnis, dass
der Anteil selbstständiger Teilnehmer zwei Jahre nach der Förderung rund 87 % beträgt.
Der Zielwert konnte damit um mehr als das 1,3-fache übertroffen werden.
Indikator 18a – Ergebnisindikator: Anteil der Teilnehmer, die gegründet oder eine sv-
pflichtige Beschäftigung aufgenommen haben
Ziel des Indikators ist zu ermitteln, welcher Anteil der mittels Existenzgründerqualifizie-
rung geförderten Teilnehmer nach der Förderung gegründet oder eine sv-pflichtige Be-
schäftigung aufgenommen hat. Der Zielwert wurde im OP mit 50 % angegeben. Im
Rahmen der ergänzenden Erhebungen zu Ergebnisindikatoren kommt der Evaluator zu
dem Ergebnis, dass der Anteil der Teilnehmer, die gegründet oder eine sv-pflichtige Be-
26

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
schäftigung aufgenommen haben, bei rund 86 % liegt. Der Zielwert konnte damit um
mehr als das 1,7-fache übertroffen werden.
Indikator 19 – Outputindikator: Geförderte Gründer und Teilnehmer aus der Arbeitslosig-
keit
Die Existenzgründungsförderung von Arbeitslosen wurde im Ergebnis der begleitenden
Evaluierung im Jahr 2010 beendet. Insgesamt wurden 2.490 Teilnahmen gefördert und
bereits bei 2.409 der Nachweis erbracht. Die Zielvorgabe für das Ende des Förderzeit-
raums wurde im OP mit 2.100 geförderten Gründern und Teilnehmern aus der Arbeitslo-
sigkeit angegeben. Somit wurde bis 2013 zur Umsetzung des OP die Zielvorgabe be-
reits überschritten. Im dritten Änderungsantrag zum OP soll dieser Wert daher auf 2.409
erhöht.
Indikator 21 – Outputindikator: Aktivierte / geförderte Langzeitarbeitslose und schwer
Vermittelbare
Im Jahr 2013 wurden Maßnahmen zur Aktivierung und Förderung von 3.679 Langzeitar-
beitslosen und schwer Vermittelbaren bewilligt. Insgesamt wurden im Zeitraum 2007 -
2013 41.780 Bewilligungen ausgesprochen. Von diesen ist bereits bei 33.317 der
Nachweis geführt worden. Die Zielvorgabe für das Ende des Förderzeitraums wurde im
OP mit 39.160 aktivierten bzw. geförderten Langzeitarbeitslosen und schwer Vermittel-
baren angegeben. Im Lichte des Bewilligungsstandes soll im Rahmen des dritten Ände-
rungsantrages zum OP eine Anpassung der Zielvorgabe auf 40.143 erfolgen.
Indikator 23 – Outputindikator: Personen, die an transnationalen Maßnahmen teilneh-
men
Im Jahr 2013 traten 16 Personen neu in transnationale Maßnahmen ein. Insgesamt
wurden im Zeitraum 2007 - 2013 für 1.251 Personen transnationale Maßnahmen bewil-
ligt. Von diesen ist bisher bei 713 der Verwendungsnachweis geführt worden, da eine
Ausbildung in der Regel 2 bis 3,5 Jahre dauert und folglich die davon betroffenen Vor-
haben eine Laufzeit bis 2013/2014 haben und deren Verwendungsnachweis erst dann
geführt werden kann. Im Rahmen des zweiten Änderungsantrages zum OP ist die bishe-
27

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
rige Zielvorgabe von 800 auf 1.020 erhöht worden. Im Zuge des dritten Änderungsan-
trages ist eine erneute Anpassung auf 1.196 geplant.
Zusammenfassende Schlussfolgerungen:
Auf Grundlage der in den vergangenen Jahren im Wege des materiellen Monitorings
beobachteten in der Regel positiven Entwicklung der Zielwerterreichung sowie der mit
Blick auf das nahe Ende der Förderperiode gegebenen Möglichkeit einer Feinschätzung,
sieht die Verwaltungsbehörde ESF eine neue materielle Quantifizierung der zur Ermitt-
lung des Programmfortschritts und Programmerfolgs im OP angeführten Output- und
Ergebnisindikatoren als erforderlich an. Hieraufhin erarbeitete die Verwaltungsbehörde
ESF einen Vorschlag zur Weiterentwicklung des Indikatorensystems und stellte diesen
im Rahmen einer Ad hoc-Evaluierung zur Diskussion. Der im Ergebnis der Diskussion
modifizierte Vorschlag wurde der Europäischen Kommission in Gestalt des dritten Ände-
rungsantrages zum OP übermittelt.
28

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Beitrag des Operationellen Programms zur Erreichung der Lissabon-Ziele
Im Hinblick auf die im OP ausgewählten Lissabon-Benchmarks ergibt sich folgende Si-
tuation:
Der Lissabon-Zielwert von 70 %
Gesamtbeschäftigungsquote
wurde im Jahr 2013 wie
bereits in den Jahren 2010, 2011 und 2012 erreicht und übertroffen, nachdem sich in
den Jahren 2007 mit 64,5 %, 2008 mit 67,3 %, 2009 mit 69,3 %, 2010 mit 70,0 %, 2011
mit 71,8 % und 2012 mit 73,2 % bereits ein sehr positiver Trend abgezeichnet hatte. Die
Gesamtbeschäftigungsquote in Sachsen betrug demnach im Jahr 2013
73,2 %
.
Der Lissabon-Zielwert für die Mindestquote für die
Beschäftigung von Frauen
von 60
% wurde wie bereits in den Jahren 2007 mit 61,7 %, 2008 mit 64,1 %, 2009 mit 66,5 %,
2010 mit 67,4 %, 2011 mit 69,0 % und 2012 mit 70,7 % auch im Jahr 2013 wieder er-
reicht und übertroffen, wonach die Beschäftigungsquote von Frauen nun
70,6 %
beträgt.
Der Lissabon-Zielwert von 50 % für die
Beschäftigung älterer Arbeitskräfte (55-64
Jahre)
wurde auch im Jahr 2013 erreicht und mit
59,9 %
erheblich übertroffen, nachdem
sich in den Jahren 2007 mit 47,5 %, 2008 mit 44,1 %, 2009 mit 52,7 %, 2010 mit 55,5
%, 2011 mit 57,5 % und im Jahr 2012 mit 60,0 % bereits ein positiver Trend abgezeich-
net hatte.
Der Lissabon-Zielwert für die durchschnittliche
Schulabbrecherquote
für die Europäi-
sche Union von 10 % wurde im Jahr 2013 mit
10,4 %
gegenüber den Jahren 2007 mit
8,6 %, 2008 mit 8,4 %, 2009 mit 8,9 %, 2010 mit 10,0 %, 2011 mit 10,4 % und 2012 mit
10,1 % fast erreicht.
Dem Lissabon-Zielwert, bei dem der durchschnittliche Anteil der Erwachsenen im er-
werbsfähigen Alter (25-64 Jahre) in der EU, die am
Lebensbegleitenden Lernen
teil-
nehmen, mindestens 12,5 % betragen soll, wurde sich gegenüber den Jahren 2007 mit
7,1 %, 2008 und 2009 mit jeweils 7,4 %, in den Jahren 2010 mit 7,0 %, 2011 mit 6,7 %
und 2012 mit 7,3 % wieder angenähert. Im Jahr 2013 stieg der Wert wieder auf
7,6 %
an.
29

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Die
Armutsquote
in Sachsen liegt entsprechend der Angaben des neuesten Datenma-
terials bei
10,2 %
und konnte so gegenüber 2009 mit 19,0 %, 2010 mit 12,0 %, 2011 mit
11,6 % und 2012 mit 10,8 % weiter gesenkt werden.
Vom Lissabon-Zielwert, dass 3 % des
BIP auf Forschung und Entwicklung
entfallen
soll, wurde sich nach einer Annäherung in den Jahren 2007 und 2008 mit jeweils 2,3 %,
den Jahren 2009 und 2010 mit 2,6 %, dem Jahr 2011 mit 2,7 % und zuletzt dem Jahr
2012 mit 2,9 % im Jahr 2013 mit
2,4 %
wieder leicht entfernt.
Dem Lissabon-Zielwert, dass
zwei Drittel der FuE-Ausgaben aus dem Wirtschafts-
sektor
kommen sollen, wurde sich im Jahr 2013 mit
50,3 %
wieder genähert, nachdem
im Jahr 2011 mit 44,0 % und im Jahr 2012 mit 42,8 % einen Rückgang zu verzeichnen
war und so die Tendenz der Jahre 2007 mit 45,9 %, 2008 mit 48,1 % sowie 2009 und
2010 mit 51,9 % wieder aufgegriffen werden konnte.
30

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Tabelle 7: EU-Benchmarks (Stand: 26. Februar 2014)
Nr. Indikator
EU-
Ziel
D-
D-West
D-Ost
(mit Berlin)
Sachsen
(2000)
Sachsen (2013)
1
70 % Gesamtbeschäftigungsquote
70,0
72,6
1
72,8
1
71,7
1
62,8
73,2
1
2
Mindestquote von 60 % für die Beschäf-
tigung von Frauen
60,0
67,8
1
67,5
1
69,2
1
58,0
70,6
1
3
Mindestquote von 50 % für die Beschäf-
tigung älterer Arbeitskräfte (55—64
Jahre)
50,0
61,2
1
61,7
1
59,4
1
32,8
59,9
1
4
Jedem Arbeitslosen wird ein Neuanfang
ermöglicht, und zwar binnen sechs
Monaten nach Eintritt der AL im Fall von
Jugendlichen, binnen zwölf Monaten im
Fall von Erwachsenen
4
jeweils
100,0
Jugendl.
97,3
Erwachs.
98,3
-
-
-
5
Bis zum Jahr 2010 sollten 25 % der
LZA an einer aktiven Maßnahme in
Form einer Ausbildung, Umschulung,
Berufserfahrung oder einer anderen
Beschäftigungsmaßnahme teilnehmen
5
25,0
Jugendl.
32,4
Erwachs.
12,8
-
-
-
6
Das effektive Durchschnittsalter beim
Ausscheiden aus dem Erwerbsleben
auf EU-Ebene wird um fünf Jahre an-
gehoben
64,9
61,3
-
-
-
7
Die durchschnittliche Schulabbrecher-
quote für die Europäische Union wird
auf höchstens 10 % gesenkt
Da der EU-Benchmark „early school
leavers“ nicht auf Länderebene verfüg-
bar ist, wird als Ersatzindikator die
Quote der Absolventen ohne Haupt-
schulabschluss verwendet. Die ausge-
wiesenen Werte sind ca. 4-5 %-Punkte
geringer als der EU-Benchmark „early
school leavers“.
10,0
5,6
2
5,4
2
10,0
2
12,2
10,4
8
Mindestens 85 % der 20- bis 24-
Jährigen in der Europäischen Union
sollen die Sekundarstufe II abgeschlos-
sen haben
85,0
72,0
7
-
-
-
9
Der durchschnittliche Anteil der Er-
wachsenen im erwerbsfähigen Alter
(25-64 J,) in der EU, die am Lebensbe-
gleitenden Lernen teilnehmen, soll
mindestens 12,5 % betragen
12,5
7,9
1
7,7
2
8,2
2
5,4
7,6
1
10
Armutsquote
6
kein
7,5
1,8
6,4
1,8
11,9
1,8
-
10,2
1,8
Weitere wichtige Kennzahlen
3 % des BIP sollen auf Forschung und Ent-
wicklung entfallen
3,0
2,9
2
3,0
2
2,6
2
2,4
3
2,9
2
Zwei Drittel der FuE-Ausgaben aus dem
Wirtschaftssektor
66,7
67,7
2
72,0
2
38,9
2
50,3
3
43,0
2
(1) Werte für 2012; (2) Werte für 2011; (3) Werte für 2001; (4) Diese Werte beziehen sich auf das Angebot einer
Maßnahme im Rahmen eines konkreten Eingliederungsplans, und zwar für Jugendliche für den Zeitraum 7/2004 bis
6/2005 und für Erwachsene für den Zeitraum 1/2004 bis 12/2004. Betrachtet man lediglich die Inanspruchnahme einer
aktiven arbeitsmarktpolitischen Leistung im engeren Sinne (ohne Profiling und Eingliederungsvereinbarung), so be-
trägt die Quote für Jugendliche 82,5 % und für Erwachsene 87,2 %; (5) Gesamtwert für alle Langzeitarbeitslosen liegt
aktuell nicht vor. (6) Armutsquoten (unter 60 % des Medianeinkommens) können auf Bundesebene sowie West- und
Ost-Ebene mittels des SOEP (jährlich) und der EVS (alle 5 Jahre) berechnet werden. Als Grundlage dient das regio-
nale Medianeinkommen; Werte Frühjahr 2004. Auf Länderebene wird als Ersatzindikator die SGB II-Quote (Personen
in Bedarfsgemeinschaften bezogen auf Bevölkerung insgesamt) vorgeschlagen; Werte für Dez. 2008 (SGB II-Quote
für Deutschland insgesamt: 8,0). (7) Wert für 2006. (8) Personen in Bedarfsgemeinschaften bezogen auf Bevölkerung
insgesamt
31

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Beitrag des Operationellen Programms zur Erreichung der Ziele gem. Art. 9 Abs. 3
der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006
Entsprechend der Vorgaben des Art. 9 Abs. 3 der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 ist
die vom ESF mitfinanzierte Förderung auf die EU-Prioritäten Förderung der Wettbe-
werbsfähigkeit und Schaffung von Arbeitsplätzen, insbesondere auch auf die Erreichung
der Ziele der integrierten Leitlinien für Wachstum und Beschäftigung (2008-2010) ge-
mäß der Entscheidung 2008/618/EG des Rates, für das Jahr 2010 gemäß der Entschei-
dung 2010/707/EU des Rates, für das Jahr 2011 gemäß der Entscheidung
2011/308/EU des Rates, für das Jahr 2012 gemäß der Entscheidung 2012/238/EU des
Rates und für das Jahr 2013 gemäß der Entscheidung 2013/208/EU des Rates ausge-
richtet.
Demnach müssen 60 % der Ausgaben für das Ziel „Konvergenz“ aller Mitgliedstaaten
der Europäischen Union in deren Zusammensetzung vor dem 1. Mai 2004 für die vorer-
wähnten Prioritäten vorgesehen werden. Diese Zielvorgaben, die auf den Ausgabenka-
tegorien in Anhang IV der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 beruhen, gelten als ein
Durchschnittswert über den gesamten Förderzeitraum.
Der Freistaat Sachsen hat im Jahr 2013 98,15 % der auf dem OP beruhenden Ausga-
ben inklusive der Ausgaben im Rahmen der Technischen Hilfe für das Ziel „Konvergenz“
ausgegeben und konnte somit die Ergebnisse der Vorjahre nochmals steigern. Der Frei-
staat Sachsen liegt demzufolge weit über der Zielvorgabe des Rates.
Betrachtet man die auf Basis des OP beruhenden Ausgaben exklusive der Ausgaben im
Rahmen der Technischen Hilfe für das Ziel „Konvergenz“, so kann konstatiert werden,
dass 100,00 % der auf dem OP beruhenden Ausgaben für das Ziel „Konvergenz“ aus-
gegeben wurden. Somit besteht eine vollkommene Kongruenz zwischen den Zielen der
Europäischen Union und den hierauf bezogenen Ausgaben des ESF im Freistaat Sach-
sen.
32

image
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Tabelle 8: Earmarking (in EUR)
Demonstration der Wirkungen der Durchführung des operationellen Programms
zur Förderung der Chancengleichheit von Männern und Frauen,
Beschreibung von Partnerschaftsvereinbarungen (1 %-Regelung)
In den ESF-Richtlinien ist festgelegt, dass Männer und Frauen auf Grundlage des
Rechts auf Gleichbehandlung den gleichen Zugang zu den Maßnahmen und Program-
men haben. Alle Vorhaben sind so zu realisieren, dass die chancengleiche Teilhabe von
Frauen und Männern gesichert wird. Die Förderung soll insbesondere auch dazu beitra-
gen, dass Frauen und Männer die gleichen Chancen für existenzsichernde Arbeit am
Arbeitsmarkt erhalten, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert wird und
geschlechtsstereotype Berufs- und Karrieremuster überwunden werden.
33

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Die abgestimmten Aktionen der Wirtschafts- und Sozialpartner konnten aufgrund von
konkreten Detailproblemen in der praktischen Umsetzung nicht in der ursprünglich ge-
planten Form realisiert werden. Eine Neuaufstellung des Ansatzes für gesonderte Aktio-
nen kann im Rahmen des Förderzeitraums 2007 - 2013 nicht mehr verwirklicht werden.
Die eingeplanten Mittel fließen in die bereits in Umsetzung begriffenen Förderprogram-
me unter kontinuierlicher Einbeziehung der Wirtschafts- und Sozialpartner hinsichtlich
der Ausgestaltung der Förderansätze ein.
Darstellung der durchgängigen Berücksichtigung des Gleichstellungsaspekts
gem. Artikel 10 der Verordnung (EG) Nr. 1081/2006
Zur Herstellung der Chancengleichheit von Frauen und Männern auf dem Arbeitsmarkt
wurde ein dualer Ansatz gewählt: Einerseits wird die Chancengleichheit im Allgemeinen
als Querschnittsziel in das Sächsische OP wie auch in alle ESF-Richtlinien implemen-
tiert. Andererseits werden mit spezifischen Aktionen für Frauen und Männer bestehende
geschlechtsspezifische Benachteiligungen am Arbeitsmarkt abgebaut.
Die Umsetzung des Querschnittsziels Chancengleichheit von Frauen und Männern er-
folgt mittels einer Handreichung, welche gemeinsam von der Verwaltungsbehörde ESF
und dem SMS allen Fondsbewirtschaftern zur Beachtung von Genderaspekten bei der
Erarbeitung der ESF-Förderrichtlinien zur Verfügung gestellt wurde. Die Beachtung des
Genderaspekts bei allen ESF-Richtlinien ist dadurch gewährleistet; die Grundlagen der
Chancengleichheit von Frauen und Männern flossen bereits bei der Aufstellung der För-
derkonzeptionen mit ein.
Für die Bewertung der geschlechtsspezifischen Auswirkungen bedarf es klar definierter
qualitativer und quantitativer Indikatoren sowie nach Geschlecht aufgeschlüsselter Sta-
tistiken, die eine Überwachung und Evaluation der Ergebnisse ermöglichen. Die EU for-
dert insbesondere über die Verwaltungsbehörden dafür Sorge zu tragen, dass nach Ge-
schlecht aufgeschlüsselte Statistiken wie auch die Bewertung geschlechtsspezifischer
Auswirkungen zu einem festen Bestandteil der Strukturfondsinterventionen werden. Das
OP greift diese umfassende Zielstellung auf.
34

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Bezüglich des Abbaus geschlechtsspezifischer Benachteiligungen am Arbeitsmarkt mit-
tels einzelner spezieller Fördermaßnahmen unterstützt das Sächsische Staatsministeri-
um für Soziales und Verbraucherschutz einerseits berufsbegleitende Maßnahmen für
Frauen. Dazu gehören beispielsweise Qualifizierungen für Frauen in Führungspositio-
nen, um den Anteil von Frauen in leitenden Positionen langfristig zu steigern. Mütter und
Väter mit ruhendem Arbeitsverhältnis in der Elternzeit können die Familienphase zu
Qualifizierungen nutzen, um Kenntnisse aufzufrischen und so die Chancen auf einen
erfolgreichen beruflichen Wiedereinstieg nach der Elternzeit steigern.
Zur Erhöhung der Erwerbsquote allgemein, aber besonders zur Steigerung der Frauen-
erwerbsquote, tragen andererseits spezielle Qualifizierungen für arbeitslose Frauen (und
Männer) bei. So finden Frauen und Männer, die wegen Kindererziehung oder der Pflege
von Angehörigen ihre Erwerbstätigkeit für längere Zeit aufgeben haben, nur schwer Zu-
gang zum Arbeitsmarkt. Spezielle Qualifizierungen sind für die Berufsrückkehrerinnen
und Berufsrückkehrer oftmals unabdingbare Voraussetzungen, um wieder eine Beschäf-
tigung am ersten Arbeitsmarkt aufnehmen zu können.
Dem Aspekt der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind spezielle Ideenaufrufe ge-
widmet. Modellhaft werden anhand von Maßnahmen Lösungsansätze zur Unterstützung
von Frauen und Männern mit Kindererziehungs- bzw. Pflegeaufgaben in der Familie er-
mittelt. Trotz Erziehung und Pflege von Angehörigen soll eine Berufsausübung ermög-
licht werden.
Darstellung der Umsetzung der Aktionen für Migranten gem. Artikel 10 der Ver-
ordnung (EG) Nr. 1081/2006)
In der ESF-Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Män-
nern sowie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethni-
schen Herkunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder
einer sexuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind.
Alle Vorhaben sind hinsichtlich ihrer diesbezüglichen Auswirkungen zu überprüfen, um
geschlechterbezogenen Benachteiligungen oder anderen Diskriminierungen entgegen
35

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
zu wirken. Zu Beginn der Förderperiode unterstützte der ESF die Zielgruppe „Migranten“
durch eine Vielzahl von Förderansätzen. Nicht alle Vorhabensbereiche wurden in aus-
reichendem Maß angenommen, sodass die Vorhabensbereiche eingestellt werden
mussten. Die Umsetzung der Aktionen für Migranten ist dennoch ein Querschnittsziel im
OP. Demnach hat dieses Ziel in jedem Fördergegenstand der jeweiligen ESF-Richtlinie
Beachtung zu finden.
Darstellung der Umsetzung der Aktionen der Integration von Minderheiten gem.
Artikel 10 der Verordnung (EG) Nr. 1081/2006
Die Integration von Minderheiten (Sorben, Dänen, Friesen) wird gewährleistet, obwohl
im Rahmen der ESF-Richtlinie keine positive Diskriminierung sorbischer Angelegenhei-
ten vorgesehen ist. Vielmehr richtet sich das Programm sowohl an sorbische und deut-
sche Bürger des Freistaates Sachsen gleichermaßen. Sorbische Studierende, Promo-
vierende und akademische Nachwuchskräfte sind ebenso Endbegünstigte der geplanten
Vorhaben wie ihre deutschen Kommilitonen und Kollegen. Darüber hinaus ist die Um-
setzung der Aktionen der Integration von Minderheiten als Querschnittsziel im OP ver-
ankert. Demnach hat dieses Ziel in jedem Fördergegenstand der jeweiligen ESF-
Richtlinie Beachtung zu finden.
Darstellung der Umsetzung der Aktionen der Integration anderer benachteiligter
Gruppen gem. Artikel 10 der Verordnung (EG) Nr. 1081/2006
In den ESF-Richtlinien ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Män-
nern sowie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethni-
schen Herkunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder
einer sexuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind.
Alle Vorhaben sind hinsichtlich ihrer diesbezüglichen Auswirkung zu überprüfen, um ge-
schlechterbezogenen Benachteiligungen oder anderen Diskriminierungen entgegen zu
wirken. Auf der programmatischen Ebene wurden zahlreiche Fördergegenstände im-
plementiert, die die Förderung von Aktionen der Integration benachteiligter Gruppen
zum Ziel haben. Zu diesen Gruppen zählen u. a. Alleinerziehende, benachteiligte Ju-
gendliche, Langzeitarbeitslose, körperlich oder geistig Behinderte, Suchtabhängige und
Ältere. Darüber hinaus ist die Umsetzung der Aktionen der Integration benachteiligter
36

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Gruppen als Querschnittsziel im OP verankert. Demnach hat dieses Ziel in jedem För-
dergegenstand der jeweiligen ESF-Richtlinie Beachtung zu finden.
Darüber hinaus werden benachteiligte Personengruppen zum Beispiel über Projekte zur
Qualifizierung von Arbeitslosen, die Qualifizierung von Arbeitslosen zu einem anerkann-
ten Berufsabschluss sowie Projekte zur Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit von
Langzeitarbeitslosen gefördert. Über die individuelle Weiterbildungsförderung werden
zudem verstärkt Beschäftigte in atypischen Beschäftigungsverhältnissen und mit einem
unterdurchschnittlichen Einkommen gefördert.
Unter dem Aspekt der Integration Benachteiligter werden Projekte zur Alphabetisierung
von funktionalen Analphabeten gefördert. Diese zielen auf die Erhöhung der Beschäfti-
gungsfähigkeit der Teilnehmer, ihre mögliche Eingliederung in das Erwerbsleben und
ihre bessere soziale Integration. Die Alphabetisierungsmaßnahmen werden in Teilzeit-
kursen einschließlich sozialpädagogischer Betreuung durchgeführt. Mit den Alphabeti-
sierungskursen sollten jährlich ca. 190 funktionale Analphabeten erreicht werden. Bis
zum Juli 2013 sind ca. 2.403 Teilnehmereintritte erfasst worden, womit das Ziel des
Programms bereits erreicht wurde.
Darstellung der Umsetzung der Aktionen Innovative Maßnahmen gem. Artikel 10
der Verordnung (EG) Nr. 1081/2006
Im Rahmen der ESF-Richtlinien werden auch innovative Projekte gefördert. Folgende
Projekte wurden 2013 u.a. umgesetzt:
Fortführung und Aufstockung der Teilnehmerplätze in den Projekten aus dem Pro-
jektaufruf „Sachsen 50 + - Mit Sicherheit ins Netz“ zur Förderung leicht zugänglicher,
offener und niedrigschwelliger Angebote, die vorrangig über 50-Jährige Erwerbsfähi-
ge an die Nutzung von Computer und Internet heranführen und damit ihre Beschäfti-
gungsfähigkeit verbessern (z. B. durch Vermittlung von Grundkompetenzen im Um-
gang mit Computer und Internet)
37

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Die im Jahr 2012 bewilligten 13 Projekte aus dem Ideenwettbewerb „Förderung be-
triebliche Ausbildung für Jugendliche mit schlechteren Startchancen“ wurden im zwei-
ten Projektjahr fortgeführt.
Weitergeführt wurden auch sonstige Modellprojekte z.B. zur Etablierung einer betrieb-
lichen Berufsausbildung für Forstwirte und Hauswirtschafter oder das sachsenweite
Angebot zur Erhebung und Beratung bezüglich der Qualität sowie Effizienz von lau-
fenden Ausbildungsverhältnissen in Ausbildungsbetrieben.
Im Ergebnis eines Projektaufrufs von SMWA und SMK zur „Vorbereitung von Arbeits-
losen auf die Arbeitsaufnahme und berufsbegleitende Erzieherausbildung“ haben Ar-
beitslose mit Berufswunsch Erzieher eine umfassende Vorbereitung auf die Erzieher-
ausbildung und Praxiserfahrung in Kindertageseinrichtung erhalten. Ziel der Projekte
war es, geeigneten Arbeitslosen einen praxisnahen Einblick in die Ausbildung und
den Erzieherberuf zu geben sowie das gegenseitige Kennenlernen und Testen durch
Kindertageseinrichtungen mit Personalbedarf zu ermöglichen.
Darstellung der Umsetzung der Transnationalen/interregionalen Maßnahmen gem.
Artikel 10 der Verordnung (EG) Nr. 1081/2006
Die transnationalen und interregionalen Maßnahmen werden im Freistaat Sachsen im
Förderzeitraum 2007 – 2013 im Rahmen einer eigenen Prioritätsachse mit 36,9 Mio.
EUR ESF-Mittel gefördert. Darüber hinaus können Projekte mit transnationaler Kompo-
nente in allen Prioritätsachsen im Sinne eines Querschnittsansatzes gefördert werden.
Die Zielsetzung, die Zielgruppen und der Umsetzungsstand der Förderung stellen sich
im Jahre 2013 für die Prioritätsachse E folgendermaßen dar:
Unter dem Aspekt der Transnationalität wurden im Einsatzfeld 3 „Lebensbegleitendes
Lernen und Berufswahlkompetenz“ in Zuständigkeit des Sächsischen Staatsministeri-
ums für Kultus Projekte gefördert, die mehrmonatige Auslandspraktika für Berufsfach-
schüler (86 Projekte mit 1.356 Teilnehmereintritten, bislang 14 vorzeitige Austritte) oder
Sprachkurse für Grund- und Mittelschullehrer (ein Sprachkurs Tschechisch mit zehn
Teilnehmern, bislang drei vorzeitige Austritte) zum Gegenstand haben. Die hierfür bewil-
ligten Mittel betragen 5.157,2 TEUR.
38

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Im Einsatzfeld 4 „Berufsbildung für Jugendliche“ wurde die Förderung von transnationa-
len Maßnahmen in Zuständigkeit des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft,
Arbeit und Verkehr über die ESF-Richtlinie Berufliche Bildung in verschiedenen Förder-
gegenständen umgesetzt.
Im Rahmen der beruflichen Erstausbildung wird damit der Erwerb interkultureller Kom-
petenzen während der betrieblichen Berufsausbildung durch Auslandspraktika gefördert.
Im Programm LEP Trans werden zusätzliche betriebsnahe Ausbildungsplätze mit inte-
grierten Ausbildungsabschnitten im Ausland gefördert. Ziel des Auslandsaufenthalts ist
die Erweiterung des Fachwissens, die Erweiterung beruflicher Erfahrungen sowie das
Kennenlernen der Arbeitswelt, der Kultur und der Lebensweise des Ziellandes.
Hierfür wurden 2013 keine Neubewilligungen vorgenommen. Von den sechs Vorhaben
aus den Jahren 2008 und 2009 wurde eines im Jahr 2012 beendet, die anderen fünf
Vorhaben endeten 2013. Die Förderung für Auslandsaufenthalte von Auszubildenden
während der betrieblichen Ausbildung wurde im Jahr 2013 von Unternehmen nur in Ein-
zelfällen in Anspruch genommen. Die Förderung nach den Fördergegenständen „Projek-
te zur Unterstützung Infrastruktur“ (APIK) und „Spracherwerb /interkulturelle Kompetenz“
wurde aufgrund des zu geringen Bedarfs beendet.
Den Schwerpunkt 2013 bildete die Durchführung des Projektes „WorldSkills 2013“, für
das insgesamt 11,2 Mio. EUR bewilligt und davon in 2013 rund 4,0 Mio. EUR veraus-
gabt wurden. Im Rahmen dieses internationalen Wettbewerbs kämpften vom 2. bis 7.
Juli 2013 in Leipzig rund 1.000 Teilnehmer aus über 50 Ländern in 46 Wettbewerbsbe-
rufen vor über 200.000 Besuchern um die Medaillen. Das Konferenzprogramm beinhal-
tete diverse nationale und internationale Fachveranstaltungen rund um die Berufliche
Bildung (OECD, EU, Bund, Land). Darüber hinaus wurden im Rahmen des Programms
„Discover VET - Made in Germany“ Exkursionen für internationale Experten, Delegierte,
Beobachter und Gäste aus Wirtschaft und Politik zu den Lernorten der Beruflichen Bil-
dung angeboten. Anhand ausgewählter Ausbildungsberufe erhielten die internationalen
Teilnehmer einen praktischen Einblick in das System der dualen Berufsausbildung in
Deutschland.
Der Fördergegenstand „Transnationale Studienabschlussstipendien“ innerhalb des Ein-
satzfeldes 5 „Humanpotential in Forschung und Innovation sowie Vernetzung der Akteu-
39

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
re“, für welchen das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst zustän-
dig ist, hat sich in 2013 positiv weiterentwickelt: hier wurden insgesamt 72 Vorhaben
gefördert, wovon 59 bis zum Jahresende abgeschlossen wurden. Für die Förderung
wurden bislang rund 707 TEUR bewilligt. Eine weitere Förderung im Jahr 2014 ist nicht
vorgesehen.
Darüber hinaus gibt es insgesamt 9 Transnationale Hochschulprojekte (Career-Service
und Nachwuchsforschergruppen), die ein Fördervolumen von rund 7,92 Mio. EUR auf-
weisen. Hiervon wurden im Jahr 2013 zwei Projekte mit rund 1,62 Mio. EUR Förderung
neu bewilligt. Der Abschluss der transnationalen Hochschulprojekte ist für 2014 geplant.
Transnationale Projekte außerhalb der Prioritätsachse E wurden in 2013 im Verantwor-
tungsbereich des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus gefördert: Hier wurden ins-
gesamt 18 Ferienakademien im Umfang von 798 TEUR bewilligt. Die Förderung zielte
darauf ab, den teilnehmenden Schülern interkulturelles Wissen über andere europäische
Länder (Malta, Frankreich, Spanien und Großbritannien) sowie sprachliche Kompeten-
zen zu vermitteln und sie ins europäische Ausland zu führen. In den Sommerferien 2013
wurde außerdem eine Ferienakademie durchgeführt, in der sächsische Schüler die Mög-
lichkeit erhalten haben, ein Sprachzertifikat Tschechisch zu erwerben, welches sowohl
in Tschechien als auch in Deutschland anerkannt ist.
40

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Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Beschreibung des Finanzierungsinstruments und Durchführungsvereinbarungen (Artikel 67 Absatz 2 Buchstabe j
der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 des Rates)
Tabelle 9: Finanzierungsinstrument „Mikrodarlehen“
Financial Engineering Instruments operations implemented without Holding Fund
II.A
Beschreibung des Finanzierungsinstruments und Durchführungsvereinbarungen (Artikel 67 Absatz 2
Buchstabe j Ziffer i der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 des Rates)
II.1
Finanzierungsinstrument (Bezeichnung und Geschäftssitz)
Mikrodarlehensfonds, Sachsen
II.2
Gemäß Artikel 44 erster Absatz Buchstabe b ii) der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 des Rates und Artikel
43 der Verordnung (EG) Nr. 1828/2006.
(a) Finanzierungsinstrumente für Unternehmen
(b) Stadtentwicklungsfonds
(c) Fonds oder andere Anreizsysteme, die Darlehen, Garantien für zurückzahlbare
Investitionen oder gleichwertige Instrumente für Energieeffizienz und die Nutzung
erneuerbarer Energien in Gebäuden, einschließlich des Wohnungsbestands, bieten
II.3
Art des Finanzprodukts, das den Endbegünstigten vom Finanzierungsinstrument angeboten wurde
II.3.1
Beteiligung
II.3.2
Darlehen
II.3.3
Garantien
II.3.4
Sonstige (Zinszuschüsse, Garantieentgeltbeträge und gleichwertige Maßnahmen)
II.B
Angabe der Stellen, die das Finanzierungsinstrument umsetzen (Artikel 67 Absatz 2 Buchstabe j Ziffer ii
der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 des Rates)
II.4
Leiter des Finanzierungsinstruments (Name, Rechtsstellung und Geschäftssitz)
Sächsische Aufbaubank Pirnaische
Straße 9 01069 Dresden (Anstalt
des öffentlichen Rechts)
II.5
Verfahren für die Auswahl des Leiters des Finanzierungsinstruments
Erteilung eines öffentlichen Auftrags in Übereinstimmung mit dem für das öffentli-
che Beschaffungswesen geltenden Recht
41

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Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Gewährung eines Zuschusses (im Sinne von Artikel 44 zweiter Absatz Buchstabe b
der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 des Rates)
direkte Auftragsvergabe an die EIB oder den EIF
II.6
Datum der Unterzeichnung der Finanzierungsvereinbarung mit der Ver-
waltungsbehörde
30/06/2009
II.7
Rechtsstellung des Finanzinstruments
unabhängige rechtliche Einheiten, die von Vereinbarungen zwischen den Kofinan-
zierungspartnern oder Anteilseignern geregelt werden
separater Finanzierungsblock innerhalb einer finanziellen Einrichtung
III
Unterstützungsbeträge aus den Strukturfonds und an das Finanzierungsinstrument gezahlte nationale Ko-
finanzierung (Artikel 67 Absatz 2 Buchstabe j Ziffer iii der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 des Rates)
III.1
VON ALLEN OPERATIONELLEN PROGRAMMEN AN DAS FINANZIERUNGSINSTRUMENT GEBUNDENE UNTER-
STÜTZUNG
III.1.1
Operationelles Programm
2007DE051PO004
III.1.2
Prioritätsachse
1
III.1.3
Beitrag zum Finanzierungsinstrument (%)
75 (%)
III.2
IM RAHMEN DIESES SPEZIELLEN OPERATIONELLEN PROGRAMMS AN DEN HOLDING-FONDS GEBUNDENE
UND GEZAHLTE UNTERSTÜTZUNGSBETRÄGE
III.2.1
Unterstützungsbeträge aus den Strukturfonds
III.2.1.1*
In der Finanzierungsvereinbarung gebundene EFRE-Beträge (in EUR)
III.2.1.2
Tatsächlich an das Finanzierungsinstrument gezahlte EFRE-Beträge (in EUR)
III.2.1.3*
In der Finanzierungsvereinbarung gebundene ESF-Beträge (in EUR)
21900000
III.2.1.4
Tatsächlich an das Finanzierungsinstrument gezahlte ESF-Beträge (in EUR)
21900000
III.2.2
Beträge der nationalen öffentlichen und privaten Unterstützung
III.2.2.1*
In der Finanzierungsvereinbarung gebundene nationale öffentliche Kofinanzierung
(in EUR)
7300000
III.2.2.2
Tatsächlich an das Finanzierungsinstrument gezahlte nationale öffentliche Kofinan-
zierung (in EUR)
7300000
III.2.2.3*
In der Finanzierungsvereinbarung gebundene nationale private Kofinanzierung (in
EUR)
III.2.2.4
Tatsächlich an das Finanzierungsinstrument gezahlte private Kofinanzierung (in
42

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
EUR)
III.3*
AUSSERHALB DES RAHMENS DES OPERATIONELLEN PROGRAMMS AN DAS
FINANZIERUNGSINSTRUMENT GEZAHLTE SONSTIGE UNTERSTÜTZUNGSBE-
TRÄGE (in EUR)
III.4
VERWALTUNGSKOSTEN UND FINANZIERUNGSINSTRUMENTGEBÜHREN (im
Sinne von Artikel 78 Absatz 6 Buchstabe d der Verordnung (EG) Nr.
1083/2006 des Rates) (in EUR)
2.612.023
IV
Unterstützungsbeträge aus den Strukturfonds und vom Finanzierungsinstrument gezahlte nationale Kofi-
nanzierung (Artikel 67 Absatz 2 Buchstabe j Ziffer i Unterziffer iv der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 des
Rates)
IV.5
INDIKATOREN
IV.5.1*
Anzahl der geschaffenen oder gesicherten Arbeitsplätze
2.700
IV
Unterstützungsbeträge aus den Strukturfonds und vom Finanzierungsinstrument gezahlte nationale Kofi-
nanzierung (Artikel 67 Absatz 2 Buchstabe j Ziffer i Unterziffer iv der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 des
Rates)
IV.1
VOM FINANZIERUNGSINSTRUMENT ÜBER DARLEHEN AN ENDBEGÜNSTIGTE GEBUNDENE UND GEZAHLTE
UNTERSTÜTZUNG (je Finanzprodukt)
IV.1.1
Bezeichnung des Produkts
Mikrodarlehen
IV.1.2*
Anzahl der unterstützten Endbegünstigten, nach Art:
IV.1.2.1*
große Unternehmen
IV.1.2.2*
KMU
1.713
IV.1.2.2.1* davon Kleinstunternehmen
1.713
IV.1.2.3*
Einzelpersonen
IV.1.2.4*
städtisches Projekt
IV.1.2.5*
Sonstige
IV.1.3*
Anzahl der mit Endbegünstigten unterzeichneten Darlehensverträge
1.713
IV.1.4*
Durch mit Endbegünstigten unterzeichnete Verträge gebundener Gesamtdarle-
hensbetrag (in EUR)
26.270.590
IV.1.4.1*
davon Beitrag des operationellen Programms
19.702.942
IV.1.5
Tatsächlich an Endbegünstigte ausgezahlter Gesamtdarlehensbetrag (in EUR)
26.083.990
IV.1.5.1
davon Beitrag des operationellen Programms
19.562.992
43

 
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
2.2 Angaben zur Vereinbarkeit mit dem Gemeinschaftsrecht
Die ausgesprochen komplexen Bestimmungen zum europäischen Beihilferecht werden
beachtet. Für die Förderung wird bei den entsprechenden Förderprogrammen seit An-
fang 2009 die Verordnung (EG) Nr. 800/2008 (allgemeine Gruppenfreistellungsverord-
nung) zu Grunde gelegt. Deren Vorschriften haben im Hinblick auf die Prüfung der bei-
hilferechtlichen Voraussetzungen zu einer erheblichen Zunahme von Prüfungstätigkei-
ten im Zusammenhang mit der Bewilligung geführt. Bereits bei der Erstellung der För-
derrichtlinien wird darauf geachtet, die Förderung möglichst beihilfefrei aufzustellen. Wo
dies nicht möglich ist, sind in den Förderrichtlinien detaillierte Vorgaben zum Beihilfe-
recht enthalten. Die Bewilligungsstelle trägt im Rahmen der Bewilligung von Förderan-
trägen und der Auszahlung von Zuschüssen dafür Sorge, dass die gemeinschaftliche
Kofinanzierung den Beihilferegelungen entspricht. Die Systemprüfung im Hinblick auf
staatliche Beihilfen, die einige Möglichkeiten zu Verbesserungen aufzeigte, die wiede-
rum zu einer Erhöhung des Prüfungsumfangs führen werden, hat die Prüfbehörde im
Jahreskontrollbericht 2013 angesprochen. Probleme mit dem öffentlichen Vergaberecht
sind im Berichtszeitraum nicht aufgetreten.
2.3 Wesentliche aufgetretene Probleme und getroffene Abhilfemaßnah-
men
Hierzu werden Ausführungen unter 3.4.2. bezüglich der Prioritätsachse E - Transnatio-
nale Maßnahmen gemacht.
2.4 Änderung der Durchführungsbestimmungen des operationellen Pro-
gramms
Die Auswahlkriterien wurden hinsichtlich der möglichen transnationalen Ausgestaltung
von Fördermaßnahmen im Hochschulbereich präzisiert.
44

 
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
2.5 Wesentliche Änderungen gemäß Artikel 57 der Verordnung (EG) Nr.
1083/2006 (Dauerhaftigkeit des Vorhabens)
Im Berichtszeitraum sind keine Fälle verzeichnet worden, in denen eine wesentliche Än-
derung gemäß Artikel 57 der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 (Dauerhaftigkeit) festge-
stellt worden ist.
2.6 Komplementarität mit anderen Instrumenten
Im Allgemeinen setzt die Europäische Union strukturpolitische Maßnahmen ein, um die
Entwicklung der Strukturen in dem betreffenden Sektor anzupassen und zu lenken. Un-
ter „Strukturen“ sind die Infrastrukturanlagen zu verstehen, die für die Herstellung von
Gütern sowie für die Organisation der Produktionsprozesse erforderlich sind. Im Übrigen
ist es seit jeher eines der wichtigsten Ziele der Europäischen Union, den wirtschaftlichen
und sozialen Zusammenhalt (die Solidarität) zwischen den Regionen zu verstärken. Zu
diesem Zweck hat die Union verschiedene Fonds errichtet, um die Finanzhilfen auf die
Gebiete, Personen und Unternehmenstypen zu konzentrieren, die sie am dringendsten
benötigen. Zu diesen Fonds zählen der Europäische Fonds für regionale Entwicklung
(EFRE), der Europäische Sozialfonds (ESF), der Europäische Landwirtschaftsfonds für
die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und der Europäische Fischereifonds
(EFF), der für den Zeitraum 2007 - 2013 eingerichtet wurde.
Im Folgenden wird gem. Artikel 9 Abs. 4 der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 über die
Maßnahmen berichtet, die die Abgrenzung von und Koordinierung mit den Interventio-
nen des EFRE, des ESF, des Kohäsionsfonds, des ELER, des EFF sowie den Interven-
tionen der Europäischen Investitionsbank (EIB) und anderer vorhandener Finanzinstru-
mente gewährleisten.
Auf nationaler Ebene findet die Sicherung der Kohärenz über die Zusammenarbeit mit
der beim Bund zuständigen Stelle statt. Praktisch erfolgt die Abstimmung der Maßnah-
men des OP mit anderen nationalen Förderprogrammen durch Förderkonzepte und
Richtlinien. Gleichzeitig finden die Informationen über die Fachpolitiken des Bundes ihre
Berücksichtigung bei der Umsetzung des OP.
45

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Die Abstimmung mit den anderen gemeinschaftlichen Politiken, insbesondere den Akti-
onen des EFRE erfolgt innerhalb des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft,
Arbeit und Verkehr und überwiegend über die Abwicklung in der zwischengeschalteten
Stelle Sächsische Aufbaubank - Förderbank - (SAB). In der praktischen Umsetzung be-
deutet das, dass die Verwaltungsbehörden der Interventionsbereiche des ESF, EFRE
und des Ziels 3 „Europäische Territoriale Zusammenarbeit“ eng zusammenarbeiten, so
dass die Koordinierung der Fördergrundlagen gewährleistet ist. Zudem sind die Verwal-
tungsbehörden EFRE und „Grenzübergreifende Zusammenarbeit“ im ESF-
Begleitausschuss 2007 - 2013 vertreten, so dass auch im Rahmen der Steuerung des
OP eine Abstimmung zwischen den Förderprogrammen erfolgen kann. Im Übrigen findet
der Vollzug der ESF-, EFRE- und der Ziel 3-Förderung überwiegend unter dem gemein-
samen Dach der SAB statt. Die Kohärenz und Konsistenz des ESF mit dem EFRE und
dem Ziel 3 „Europäische Territoriale Zusammenarbeit“, aber auch den anderen Fonds
der EU-Förderung (ELER, EFF) wird in mehreren Stufen sichergestellt: bei der Aufstel-
lung des OP über die Ressortabstimmungen und bei der Umsetzung des OP durch die
Abwicklungsmodalitäten. Hierdurch werden Kohärenz und Konsistenz zwischen den
Vorhaben ermöglicht und Doppelförderungen ausgeschlossen. Die Strukturen ermögli-
chen auch die Erzeugung von Synergien.
ELER - ESF
Bereits bei der Erstellung des OP wurde auf eine strenge Trennung der Einsatzbereiche
ELER und ESF geachtet. Durch die Konzentration der Fondsverwaltung ELER, sowie
bis Ende 2010 der Fondsbewirtschaftung ESF, Teil Sächsisches Staatsministerium für
Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) und der partiellen Richtlinienverantwortung ESF-
Richtlinie, Teil SMUL und ab 2011 der fachlichen Zuständigkeit für ESF-Maßnahmen in
einem Referat des SMUL wird die Koordinierung und der ordnungsgemäße Einsatz der
verschiedenen Finanzierungsquellen gewährleistet. Die verwaltungstechnische Umset-
zung der ESF-Maßnahmen erfolgt ab 2011 in Zuständigkeit des Sächsischen Staatsmi-
nisteriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr bzw. Sächsischen Staatsministeriums für
Soziales und Verbraucherschutz. Im Sinne einer stringenten Trennung der Einsatzberei-
che des ELER und ESF zur Vermeidung von Doppelförderung und der Gewährleistung
46

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
eines verwaltungstechnisch effizienten Verfahrens wird im Freistaat Sachsen die Förde-
rung der Aus- und Weiterbildung für die Bereiche Land-, Forst- und Hauswirtschaft,
ländliche Entwicklung und Umwelt konzentriert grundsätzlich nur über den ESF reali-
siert. Dies sichert eine einheitliche Verfahrensweise gegenüber den potenziellen Projekt-
trägern sowie Synergieeffekte.
Die ESF-Förderung umfasst damit:
-
die Erstausbildung Land-, Forst- und Hauswirtschaft,
-
die berufliche Weiterbildung,
-
die Weiterbildung von ehrenamtlich tätigen oder privaten Personen
-
die transnationale Bildung in den o. g. Bereichen.
Damit können alle relevanten Bildungsnotwendigkeiten im Agrarsektor und in den Berei-
chen Forst- und Hauswirtschaft, ländliche Entwicklung sowie Umwelt- eingeordnet in ein
einheitliches Gesamtverfahren - unterstützt werden. Zusätzliche Impulse kann der Sek-
tor durch die Möglichkeit der transnationalen Bildung erhalten. Eine Ausnahme bildet die
Unterstützung der Teilnahme an Qualifizierungsmaßnahmen außerhalb Sachsens sowie
an Fachtagungen und Kongressen für leitende ehrenamtliche Akteure der ländlichen
Entwicklung, die über den ELER realisiert werden soll. Es wird gewährleistet, dass rele-
vante Belange aus den Bereichen Land- und Forstwirtschaft sowie ländliche Entwick-
lung in der Förderung des ESF entsprechend berücksichtigt werden. Ein Vertreter des
SMUL ist Mitglied im Begleitausschuss ESF.
EFRE - ESF
Für den Interventionsbereich des EFRE wurde ein Risikokapitalfonds eingerichtet. Da-
neben existiert im Freistaat Sachsen bereits ein ebenfalls EFRE-finanzierter Beteili-
gungsfonds. Für den ESF ist es optional vorgesehen, neben dem im Jahr 2005 einge-
richteten ESF-Mikrodarlehensfonds weitere Finanzierungsinstrumente für Existenzgrün-
der und KMU einzurichten. Während die EFRE-Finanzierungsinstrumente aber vor allem
auf wachstumsstarke und in der Regel technologieintensive Unternehmen zielen, steht
bei den möglichen ESF-Instrumenten der Abbau von Hemmnissen für Klein- und
Kleinstgründungen im Mittelpunkt. Im ESF bezieht sich die Förderung von Netzwerken
und Kooperationen ausschließlich auf Fragen der Personalentwicklung und Fachkräfte-
sicherung. Im EFRE stehen demgegenüber die Netzwerke im Bereich Beschaffung,
47

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Produktion, Forschung, Entwicklung und Innovation (FuEuI) und Vertrieb im Mittelpunkt
der Unterstützung. In Abgrenzung zum EFRE erfolgt im ESF eine personenbezogene
Förderung von Unternehmensgründern im Wesentlichen durch Seminare und Bera-
tungsleistungen. Im EFRE wird eine reine unternehmensbezogene Förderung erfolgen
(Risikokapital für junge Technologieunternehmen, einzelbetriebliche Zuschüsse für Un-
ternehmen). Bei der Gestaltung der sächsischen ESF-Förderung besteht ein intensiver
Kontakt mit dem Bund. Im OP des ESF im Freistaat Sachsen findet die Existenzgrün-
dungsförderung mit zwei Zielstellungen statt, die sich dementsprechend in den Priorität-
sachsen A und C widerspiegeln. In der Prioritätsachse C erfolgt die Förderung von Exis-
tenzgründungen vorrangig mit dem Ziel, Arbeitslosen eine Möglichkeit zu geben, sich
ihren eigenen Arbeitsplatz zu schaffen. In der Prioritätsachse A werden die Unterneh-
mensgründungen zur Stärkung des Unternehmergeists gefördert. Im EFRE erfolgt die
Unterstützung von beruflicher Erstausbildung durch investive Maßnahmen in Bildungs-
einrichtungen wie z. B. Berufsakademien und Zentren für berufliche Bildung. Demge-
genüber sollen im ESF nicht-investive Maßnahmen, z.B. Zuschüsse zum Lebensunter-
halt, sozialpädagogische Maßnahmen sowie nicht-investive Ausbildungskosten insge-
samt gefördert werden.
Ziel 3 - ESF
Einige unter Ziel 3 vorgesehene Teilaktivitäten stellen eine zweckmäßige Ergänzung zu
den Zielsetzungen der ESF-Förderung um eine grenzübergreifende Dimension dar. Die
Verwaltungsbehörden des ESF und der „Grenzübergreifenden Zusammenarbeit“ arbei-
ten eng zusammen, insbesondere auch mit Blick auf die ESF-Prioritätsachse E – Trans-
nationale Maßnahmen. Die Verwaltungsbehörde der „Grenzübergreifenden Zusammen-
arbeit“ ist im ESF Begleitausschuss 2007 – 2013 vertreten. Damit kann im Rahmen der
Programmsteuerung eine Abstimmung zwischen den Förderprogrammen erfolgen. Die
Ziel-3-Programme werden ebenso wie der ESF über die zwischengeschaltete Stelle
SAB abgewickelt. Eine Koordinierung der Fördergrundlagen ist damit gewährleistet.
EFF - ESF
Im Rahmen des EFF sollen Maßnahmen aus dem fischwirtschaftlichen Bereich unter-
stützt werden. Dies umfasst sowohl investive als auch nicht-investive Aktivitäten. Allge-
48

 
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
meine Verbraucherinformationen im Bereich Fisch und Fischerzeugnisse sollen mit Mit-
teln des EFF befördert werden. Eine Unterstützung durch den ESF ist territorial abge-
grenzt für die Förderung von Kompetenzen und Zusatzqualifikationen für Arbeitnehmer
bzw. Unternehmen des Bereichs vorgesehen. Die bereits in den OP`s festgelegte Tren-
nung zwischen den Zuständigkeitsbereichen des EFF und des ESF wurde bei der Erar-
beitung der jeweiligen Förderrichtlinien beachtet.
2.7 Begleitung und Bewertung
Von Verwaltungsbehörde und Begleitausschuss getroffene Maßnahmen zur Begleitung
und Bewertung, einschließlich der aufgetretenen Probleme und der getroffenen Abhilfe-
maßnahmen
Eine wichtige Rolle bei der Umsetzung des Operationellen Programms für den ESF in
Sachsen spielen Vertreter der Wirtschafts- und Sozialpartner, Nichtregierungsorganisa-
tionen, Wohlfahrtsverbände und Gebietskörperschaften in Sachsen. Die Einbindung die-
ser Partner in die Begleitung und Bewertung des Programms erfolgte in 2013 in erster
Linie über die Mitgliedschaft im Begleitausschuss sowie die Mitarbeit im Lenkungsaus-
schuss Begleitende Evaluierung. Im Jahr 2013 waren analog der Jahre zuvor zwei Sit-
zungen des Begleitausschusses für den Europäischen Sozialfonds 2007 - 2013 im Frei-
staat Sachsen vorgesehen – am 5. Juni und am 25. November 2013. Im Vorfeld des
geplanten ersten Termins wurde ein Vorbereitungsseminar mit den WiSo-Partnern
durchgeführt. Aufgrund des Sommer-Hochwassers musste die 12. Sitzung jedoch kurz-
fristig abgesagt werden. Die Mitglieder erhielten die vollständigen Sitzungsunterlagen
übersandt und hatten die Möglichkeit, Fragen an die Verwaltungsbehörde zu richten.
Dies betraf insbesondere Informationen zum Jahreskontrollbericht 2012 der Prüfbehör-
de, den Jahresbericht 2012, den aktuellen Stand der Umsetzung der Förderung, der
begleitenden Evaluierung und des Kommunikationsplans sowie die Ergebnisse der im
Umlaufverfahren durchgeführten Beschlussfassungen. Im Fokus der 13. Sitzung am 25.
November 2013 standen folgende Themen: Aktualisierung der Auswahlkriterien, Infos
zur Pauschalierung, aktueller Stand der Umsetzung, Sachstand zum Änderungsantrag,
aktueller Stand der Evaluierung sowie die Ergebnisse der zurückliegenden Umlaufver-
49

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
fahren. Den Bericht zur Umsetzung des Kommunikationsplans 2013 erhielten die Mit-
glieder bereits zusammen mit der Einladung.
Da der Newsletter mit Informationen zu wichtigen ESF-Themen von den Partnern sehr
gut angenommen wird, wurden in 2013 insgesamt fünf Ausgaben veröffentlicht. Um alle
für die Partner relevanten Informationen zentral bereitzustellen, wurde im 3. Quartal
2013 ein passwortgeschützter Servicebereich im Internet eingerichtet, in welchem u. a.
Unterlagen zum Begleitausschuss, Veranstaltungsunterlagen sowie wichtige Dokumente
auf EU- und Landesebene zum Download bereitstehen.
Darüber hinaus wurden die Partner weiterhin aktiv in die Vorbereitung des neuen För-
derzeitraums eingebunden. Hierzu fanden u.a. Gespräche zu den Stellungnahmen, Aus-
tauschrunden zu programmierungsübergreifenden Themen sowie drei Fachworkshops,
die sich der künftigen Ausgestaltung der Fördergegenstände widmeten, statt. Im Rah-
men einer Tagung am 4. November 2013 wurden Wirtschafts- und Sozialpartner, Vertre-
ter des Sächsischen Landtags sowie weitere interessierte Gäste über den Stand der
Vorbereitungen der Förderperiode 2014 - 2020 informiert und erhielten die Möglichkeit,
auf das in der Förderperiode 2007 - 2013 Erreichte zurückzublicken.
Das bereits im Jahr 2008 eingerichtete Monitoring-System für das OP konnte auch im
Jahr 2013 wichtige Erkenntnisse für ein darauf aufbauendes Controlling liefern. Das
Monitoring-System umfasst das materielle und finanzielle Monitoring. Zum materiellen
Monitoring gehört inhaltlich die Überwachung des Fortschritts der Output-Ziele, Ergebnis
und Wirkungsindikatoren sowie der spezifischen und strategischen Ziele der Prioritäts-
achsen. Das finanzielle Monitoring umfasst die Überwachung des Fortschritts hinsicht-
lich der Bewilligungen, Zahlungen und Ausgabenerklärungen einschließlich diesbezügli-
cher Prognosen. Adressaten des Monitorings sind die Verwaltungsbehörde ESF und die
Fondsbewirtschafter. Akteure des Monitorings sind vorrangig die Fondsbewirtschafter
und übergreifend die Verwaltungsbehörde ESF. Das Monitoring der Verwaltungsbehör-
de ESF liefert Daten für den jährlichen Durchführungsbericht gem. Artikel 67 der Ver-
ordnung (EG) Nr. 1083/2006, informiert den Begleitausschuss über die effektive und
ordnungsgemäße Durchführung des OP gem. den Anforderungen der Artikel 65 und 66
50

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 und liefert Daten für die Bewertung (Evaluierung)
des OP. Die ESF-Interventionen im Freistaat Sachsen wurden im Förderzeitraum 2007 -
2013 begleitend evaluiert. Die Verwaltungsbehörde ESF ist für die Evaluierung des Ge-
samtprogramms (strategische Ziele des OP und Ziele auf Ebene Prioritätsachsen) zu-
ständig. Die Fondsbewirtschafter führen die Fachevaluierung, d. h. auf Ebene einzelner
Richtlinien, Vorhaben und Fördergegenständen durch.
Die Durchführung der ersten Phase der begleitenden Evaluierung wurde Mitte 2008
ausgeschrieben und Ende 2008 an einen externen Dienstleister vergeben. Die Durch-
führung der zweiten Phase der begleitenden Evaluierung wurde Anfang 2010 ausge-
schrieben und gegen Mitte 2010 an einen externen Dienstleister vergeben. Diese erste
Phase der begleitenden Evaluierung umfasste den Zeitraum Januar 2009 bis Juni 2010.
Die zweite Phase der begleitenden Evaluierung begann im Juli 2010 und lief bis De-
zember 2012.
Zur Vorbereitung des neuen Förderzeitraumes 2014 - 2020 wurde im März 2012 die
gemeinsame sozioökonomische Analyse zur Programmierung der OP des EFRE, des
ESF sowie des Programms der grenzübergreifenden Zusammenarbeit Freistaat Sach-
sen – Tschechische Republik im Rahmen des Ziels „Europäische territoriale Zusam-
menarbeit (ETZ)“ ausgeschrieben und im April 2012 an einen externen Dienstleister
vergeben. Die Durchführung der Sozioökonomischen Analyse wurde für den ESF im
Januar 2013 beendet.
Des Weiteren erfolgte im April 2012 die Ausschreibung der Ex-ante-Evaluierung Los A
und Los C, deren Zuschlag an zwei externe Dienstleister erteilt wurde. Die Ex-ante-
Evaluierung Los A beinhaltet die Evaluierung des OP für den ESF im Förderzeitraum
2014 - 2020, welche im August 2012 begann und im April 2014 enden soll. Die Ex-ante-
Evaluierung Los C enthält die Evaluierung der Kohärenz, Komplementarität und Konsis-
tenz zwischen den OP`s EFRE und ESF 2014 - 2020 und Begleitung der Implementie-
rung des Strategieansatzes der Europäischen Kommission für den Förderzeitraum 2014
- 2020 in die OP`s EFRE und ESF 2014 - 2020. Diese Evaluierung ist in zwei Phasen
51

 
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
vorgesehen. Die erste Phase umfasst den Zeitraum Juli 2012 bis April 2014. Die zweite
Phase beginnt im März 2014 und soll im Oktober 2014 enden.
Im Jahr 2013 tagte der Lenkungsausschuss Begleitende Evaluierung zwei Mal – am 19.
April 2013 und am 19. Juli 2013. Am 19. April 2013 fand im Rahmen der Ausschusssit-
zung ein Workshop zur Vorbereitung der Evaluierung des Förderzeitraumes 2014 - 2020
statt. In diesem wurden die Bestimmungen der Kommission zum Thema Monitoring und
Evaluierung im Vergleich zur gegenwärtigen Förderperiode in einem Impulsvortrag
durch den externen Dienstleister vorgestellt. Im Anschluss daran erfolgte ein strukturier-
ter Gedankenaustausch unter den LABE-Mitgliedern in Form einer Kritik-, Kreativ- und
Praxisphase. Die Ergebnisse dieser drei Phasen werden von Seiten der Verwaltungsbe-
hörde bei der Erstellung des Evaluierungsplans reflektiert und ggf. berücksichtigt wer-
den. Im Rahmen der Ausschusssitzung am 19. Juli 2013 wurden folgende Evaluie-
rungsberichte diskutiert und abgenommen:
2. Zwischenbericht zur Ex-ante-Evaluierung Los A
2. Zwischenbericht zur Ex-ante-Evaluierung Los C, Phase 1
Die Begleitende Evaluierung im Förderzeitraum 2007 - 2013 ist nunmehr abgeschlos-
sen. Eine Aktualisierung des Evaluierungsplans ist nicht mehr erforderlich.
2.8
Nationale Leistungsreserve gem. Art. 50 der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006)
Aussagen zur nationalen Leistungsreserve nach Maßgabe der Angaben in Artikel 50 der
Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 sind für den vorliegenden Bericht nicht zu treffen.
52

 
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
3.
Durchführung nach Prioritätsachsen
3.1 Prioritätsachse A - Steigerung der Anpassungsfähigkeit und Wettbewerbs-
fähigkeit von Beschäftigten und Unternehmen
3.1.1 Ergebnisse und Fortschrittsanalyse
Materielle und finanzielle Fortschritte der Prioritätsachse A
Tabelle 10: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse A
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)
Indikatoren*
Art
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
Indikator 1 –
Ergebnisindikator
Zahl der erfolgreich
abgeschlossenen
Weiterbildungen
Ergebnis
1
1.683
8.489
14.726
22.424
30.837
40.024
Zielvorgabe:
33.000
Indikator 2 –
Outputindikator
Erwerbstätige die an
Weiterbildung /
Beratung teilnehmen
Ergebnis
1
1.676
8.644
15.582
26.376
40.525
55.610
Zielvorgabe:
35.950
Indikator 3 –
Outputindikator
Beratene Unternehmen
Ergebnis
1
530
2.241
3.921
6.623
9.810
12.545
Zielvorgabe:
6.200
Indikator 3a –
Outputindikator
Beschäftigte Innovationsas-
sistenten (2011-2013)
Ergebnis
0
5
29
Zielvorgabe:
210
Indikator 4 –
Ergebnisindikator
Zahl neuer Arbeitsplätze bei
den mit Mikrodarlehen
geförderten Gründern
Ergebnis
0
0
160
502
755
890
987
Zielvorgabe:
1.200
Indikator 4a –
Outputindikator
Anzahl der ESF-
Mikrodarlehen (2009-2011)
Ergebnis
6
191
730
1.203
1.439
Zielvorgabe:
2.000
Indikator 5 –
Outputindikator
Beratene und gecoachte
angehende Gründer
Ergebnis
0
0
69
250
610
24.155
26.248
Zielvorgabe:
16.500
* Angaben lt. OP, eine Aufschlüsselung nach Geschlecht ist nicht vorgesehen
53

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Tabelle 11: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse A
(Status: bewilligt)
Indikatoren*
Art
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
Indikator 1 –
Ergebnisindikator
Zahl der erfolgreich
abgeschlossenen
Weiterbildungen
Ergebnis
Zielvorgabe
Indikator 2 –
Outputindikator
Erwerbstätige die an
Weiterbildung /
Beratung teilnehmen
Ergebnis
731
8.044
17.691
32.333
46.892
62.724
78.852
Zielvorgabe:
35.950
Indikator 3 –
Outputindikator
Beratene Unternehmen
Ergebnis
94
1.932
4.175
6.444
9.382
12.701
16.329
Zielvorgabe:
6.200
Indikator 3a –
Outputindikator
Beschäftigte Innovationsas-
sistenten (2011-2013)
Ergebnis
85
177
288
Zielvorgabe:
210
Indikator 4 –
Ergebnisindikator
Zahl neuer Arbeitsplätze bei
den mit Mikrodarlehen
geförderten Gründern
Ergebnis
Zielvorgabe:
1.200
Indikator 4a –
Outputindikator
Anzahl der ESF-
Mikrodarlehen (2009-2011)
Ergebnis
304
908
1.308
1.535
1.713
Zielvorgabe:
2.000
Indikator 5 –
Outputindikator
Beratene und gecoachte
angehende Gründer
Ergebnis
0
14.154
14.279
14.562
18.088
18.414
18.724
Zielvorgabe:
16.500
* Angaben lt. OP, eine Aufschlüsselung nach Geschlecht ist nicht vorgesehen
54

image
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Tabelle 12: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse A
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)
55

image
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Tabelle 13: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse A
(Status: bewilligt)
56

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Qualitative Analyse
A. Analyse der Ergebnisse anhand der finanziellen Angaben (Nummer 2.1.2.), der
materiellen Indikatoren (Nummer 3.1.1) und sonstiger relevanter Angaben
Vorhabensbereich: Weiterbildung, Beratung, innovative Projekte
Der Vorhabensbereich ist auf die Verbesserung der beruflichen Kompetenzen und damit ein-
hergehend auf die Erhöhung der Anpassungs- und Wettbewerbsfähigkeit von Beschäftigten
und Unternehmen ausgerichtet. Dies wird sowohl über die Förderung unmittelbarer Weiter-
bildungsmaßnahmen als auch über die Förderung des Wissenstransfers aus Modellprojekten
umgesetzt. Zum Stand 31. Dezember 2013 wurden in diesem Vorhabensbereich Projekte mit
einem Fördervolumen von insgesamt 109,54 Mio. EUR und damit 99 % der Gesamtmittel
nach den zwischenzeitlich erfolgten Mittelumschichtungen bewilligt (Stand 31. Dezember
2012: 91,4 Mio. EUR). Die Bewilligungen beinhalten kumuliert ca. 26.200 Projekte mit rund
74.000 geplanten Teilnehmern. Das größte Mittelvolumen wurde 2013 erneut in der Förde-
rung von Weiterbildungsmaßnahmen für KMU umgesetzt. Das Förderprogramm Weiterbil-
dungsscheck für die Unterstützung individueller Weiterbildungsaktivitäten stößt nach wie vor
auf eine sehr positive Resonanz und wird in umfangreicher Weise wahrgenommen (Stand
31. Dezember 2013: 23,3 Mio. EUR; 31. Dezember 2012: 17 Mio. EUR). Die Teilnehmenden
attestieren den wahrgenommenen Weiterbildungsmaßnahmen einen starken Praxisbezug
sowie eine hohe Anwendbarkeit in der täglichen Arbeit. Die Förderung setzt zudem klare An-
reize zu einer insgesamt erhöhten Weiterbildungsaktivität. Gefördert werden entsprechend
den Evaluierungsergebnissen ebenfalls die Innovationsfähigkeit der Unternehmen und die
Arbeitsplatzsicherheit der Mitarbeiter.
Vorhabensbereich: Innovationsassistent
Die Beschäftigung von Innovationsassistenten soll zur mittelbaren und unmittelbaren Schaf-
fung zukunftsfähiger Arbeitsplätze durch die Erhöhung der Innovations- und Wettbewerbsfä-
higkeit von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), zur Verbesserung der Beschäfti-
gungsmöglichkeiten von qualifizierten Fachkräften und zur Verbesserung des Wissens- und
Know-how-Transfers in KMU beitragen.
57

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Bis zum 31. Dezember 2013 wurden Projekte mit einem Zuschussvolumen von rund 19,6
Mio. EUR bewilligt und davon rund 13,0 Mio. EUR ausgezahlt. Damit sind 98 % der insge-
samt für den Vorhabensbereich zur Verfügung stehenden Mittel bewilligt und 65 % ausge-
zahlt. Der zeitlich versetzte Mittelabfluss hat seine Ursache in der mehrjährigen Projektlauf-
zeit, in der Nachschüssigkeit der Auszahlung und in der Einbehaltung einer Schlussrate des
bewilligten Zuschusses i.H.v. rund 20 % bis zum Abschluss der Verwendungsnachweisprü-
fung. Zum 31. August 2013 konnten von den bis dahin rund 11,40 Mio. EUR ausgezahlten
Mitteln rund 11,37 Mio. EUR (das entspricht Ausgaben i.H.v. rund 15,16 Mio. EUR) gegen-
über der Verwaltungsbehörde erklärt werden.
Mit dem Indikator 3a „Beschäftigte Innovationsassistenten“ wird der Stand der materiellen
Abwicklung des Vorhabensbereiches ab dem Jahr 2011 abgebildet. Im Zeitraum 2011 bis
2013 wurden 288 Projekte bewilligt und auf Grund der mehrjährigen Projektlaufzeit davon
bisher 29 Projekte verwendungsnachweisgeprüft. Damit wurde der abschließende Nachweis
für 29 beschäftigte Innovationsassistenten erbracht. Dieses Ergebnis entspricht der Darstel-
lung beim Indikator 3a im Status „verwendungsnachweisgeprüft“.
Vorhabensbereich: Weiterbildung, Beratung in Land- und Forstwirtschaft, ländlicher Raum,
Umwelt
Die branchenspezifische Unterscheidung der Förderinstrumente für die berufliche Weiterbil-
dung wurde in Bezug auf die Agrarwirtschaft und Umwelt zum 6. Juli 2011 beendet. Die Be-
richterstattung wird unter „Weiterbildung, Beratung und innovative Projekte“ zusammenge-
fasst. Die Weiterbildungsaktivitäten im grünen Bereich verbleiben bei getrennter Betrachtung
trotz verschiedener Aktivitäten der Öffentlichkeitsarbeit im unterdurchschnittlichen Bereich.
Vorhabensbereich: berufsbegleitende Qualifizierung im Gesundheits-, Sozial- und Wohnbe-
reich
Gefördert werden Projekte zur berufsbegleitenden Weiterbildung in Gesundheitsfachberufen.
Des Weiteren zielt die Förderung im Suchtbereich auf die Vermittlung von Kenntnissen und
Fähigkeiten zum anerkannten Abschluss Sozialtherapeut/-in Sucht ab. Zur Verbesserung der
Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Arbeitsleben und am Leben in der Gemein-
schaft können den Beschäftigten in Einrichtungen für behinderte Menschen entsprechende
58

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Kompetenzen vermittelt werden. Im Bereich Sozialpsychiatrie werden berufsbegleitende
Vorhaben zur Vermittlung von arbeitsfeld- oder funktionsbezogenen Kenntnissen und Fähig-
keiten als Zusatzqualifikation gefördert. In der kumulierten Ausgabenbescheinigung bis zum
31. Dezember 2013 wurden 772 Teilzahlungen in Höhe von 2,36 Mio. EUR für die EU-
Zahlungsanträge gemeldet. Dies entspricht einem Anteil von rund 54 % bei einer Vorha-
bensbereichsplanung von insgesamt 4,36 Mio. EUR EU-Mittel für den Förderzeitraum 2007 -
2013. Zum Stand 31. Dezember 2013 betrug die Mittelbindung in diesem Bereich 4,2 Mio.
EUR EU-Mittel. Dies entspricht einem Anteil von 97 % bei einer Vorhabensbereichsplanung
von insgesamt 4,35 Mio. EUR EU-Mittel für den Förderzeitraum 2007 - 2013. In den Förder-
gegenständen A1 - A6 wurden 1.029 Projekte bewilligt. Davon konnten insgesamt 661 Pro-
jekte verwendungsnachweisgeprüft (58) bzw. abschließend geprüft (603) werden. Im Ver-
gleich zum Vorjahr hat sich die Zahl der abschließend geprüften Verwendungsnachweise
damit um 179 Projekte erhöht. In diesem Bereich wurden insgesamt 2.352 Teilnehmer geför-
dert. Das festgelegte Ziel, im Förderzeitraum 2007 - 2013 4.400 Teilnehmer zu erreichen,
wurde damit zu 53,45 % erfüllt.
Vorhabensbereich: Chancengleichheit: Berufsbegleitende Qualifizierung, Vereinbarkeit von
Beruf und Familie
Gefördert werden unternehmensbezogene Maßnahmen zur Verbesserung der Vereinbarkeit
von Familie und Beruf sowie berufsbegleitende Qualifizierungen von Frauen in Führungspo-
sitionen, Vorhaben zur Erhöhung des Frauenanteils in zukunftsträchtigen Berufen und Quali-
fizierungen von Personen in der Elternzeit (ruhendes Arbeitsverhältnis). Im Bereich Beruf und
Familie ist seit dem 30. Juni 2010 eine Förderung nur noch durch themenbezogene Interes-
senaufrufe möglich. Diese Aufrufe dienen der Gestaltung und Erhöhung der Transparenz in
diesem Förderbereich. Der Vorhabensbereich Qualifizierung in zukunftsträchtigen Berufen
für beschäftigte Frauen wurde aufgrund der geringen Inanspruchnahme zum 31. Dezember
2011 eingestellt. In der kumulierten Ausgabenbescheinigung vom 31. Dezember 2013 wur-
den 51 Teilzahlungen in Höhe von 0,78 Mio. EUR für die EU-Zahlungsanträge gemeldet.
Dies entspricht einem Anteil von rund 59 % bei einer Vorhabensbereichsplanung von insge-
samt 1,32 Mio. EUR EU-Mittel für den Förderzeitraum 2007 - 2013. Zum Stand 31. Dezem-
ber 2013 betrug die Mittelbindung in diesem Bereich 1,4 Mio. EUR EU-Mittel. Somit sind in
diesem Vorhabensbereich die für den Förderzeitraum 2007 - 2013 vorgesehenen EU-Mittel
59

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
von 1,3 Mio. EUR bereits um 6 % überzeichnet. In den Vorhabensbereichen B1 - B4 wurden
sieben Projekte bewilligt. Davon konnten alle Projekte verwendungsnachweisgeprüft (1) bzw.
abschließend geprüft (6) werden. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl der abschlie-
ßend geprüften Verwendungsnachweise damit um ein Projekt erhöht. In diesem Bereich
wurden insgesamt 71 Teilnehmer gefördert. Das festgelegte Ziel, im Förderzeitraum 2007 -
2013 180 Teilnehmer zu erreichen, wurde damit zu 39 % erfüllt.
Vorhabensbereich: berufsbegleitende Qualifizierung im Bereich Kindertagesbetreuung
Im Bereich der Kindertagesbetreuung werden Vorhaben der berufsbegleitenden Qualifizie-
rung des Betreuungspersonals gefördert. Damit soll durch eine fundierte und dem aktuellen
Stand der Wissenschaft und Forschung entsprechende Qualifikation die Beschäftigungsfä-
higkeit der pädagogischen Fachkräfte in den Einrichtungen der Kindertagesbetreuung ver-
bessert werden und somit der Sächsische Bildungsplan in hoher Qualität umgesetzt werden.
In der Ausgabenerklärung zum 31. August 2013 wurden ca. 476 TEUR (450 TEUR EU-Mittel
und 26,1 TEUR Landesmittel) erklärt. Die niedrige Summe begründet sich darin, dass der
Fördergegenstand erst im Frühjahr 2009 in die Förderung durch das Sächsische Staatsmi-
nisterium für Kultus aufgenommen wurde. Vorher war diese Förderung Bestandteil eines
größeren Vorhabensbereiches im Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbrau-
cherschutz. Die Mittelbindung lag zum 31. August 2013 für die Förderung seit März 2009 bei
1.129 TEUR. Von März 2009 bis zum 31. August 2013 wurden 1.725 Teilnehmereintritte re-
gistriert. Dies entspricht den Erwartungen (geplant sind 375 Teilnehmer pro Jahr).
Vorhabensbereich: Unternehmensgründungen aus der Wissenschaft
Durch die Förderung von stärker wissens- und technologiebasierten Gründungen aus den
Hochschulen und Forschungseinrichtungen werden positive Effekte auf die wirtschaftliche
Entwicklung und die Zahl der Unternehmensgründungen im Freistaat Sachsen erwartet.
Hochschulen sowie außeruniversitäre Forschungseinrichtungen werden bei ihren Bemühun-
gen unterstützt, das gründungsbezogene Angebot zu ergänzen und das Potenzial an grün-
dungswilligen Wissenschaftlern durch praxisorientierte Betreuungsangebote stärker auszu-
schöpfen (Gründerinitiativen). Durch das Förderangebot Seed-Stipendium werden Existenz-
gründer mit akademischem Hintergrund unterstützt. Darüber hinaus werden durch die Bera-
tungsförderung in der Vorgründungsphase Entscheidungshilfen für die Vorbereitung und
60

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Durchführung von Gründungsvorhaben gegeben (Vorgründungsberatung/ Gründungsbera-
tung). Die Förderung von vier Gründerinitiativen startete im Oktober 2008 und wurde im Sep-
tember 2011 abgeschlossen. Die Bewilligung vier neuer Projekte erfolgte für den Zeitraum
Oktober 2011 bis September 2014. Mit der Ausgabenerklärung zum 31. August 2013 wurden
ESF-Mittel in Höhe von insgesamt rund 9,89 Mio. EUR erklärt. Davon entfallen auf die Grün-
derinitiativen ca. 5,12 Mio. EUR, auf die Vorgründungsberatung/Gründungsberatung 3,28
Mio. EUR sowie 1,43 Mio. EUR auf das Seed-Stipendium und 0,058 Mio. EUR auf das Seed-
Coaching. Bis zum Jahresende 2013 konnten insgesamt 140 Anträge beim Seed-Stipendium
bewilligt und ESF-Mittel in Höhe von rund 3,16 Mio. EUR gebunden werden. Im Bereich der
Vorgründungsberatung/Gründungsberatung wurden bisher insgesamt 1.197 Anträge und
ESF-Mittel in Höhe von ca. 4,11 Mio. EUR bewilligt. Es sind kontinuierlich steigende Antrags-
zahlen zu verzeichnen.
Vorhabensbereich: Beratung Personalentwicklung
Der Fördergegenstand Beratung Personalentwicklung wurde mit der Änderung der Mittel-
standsrichtlinie zum 25. März 2011 eingeführt. KMU benötigen angesichts der demographi-
schen Herausforderungen Unterstützung bei Fragen der systematischen Personalentwick-
lung. Nur mit einer ausreichenden Zahl an gut qualifizierten Fachkräften können die Innovati-
onsfähigkeit der Unternehmen gesteigert, die Wettbewerbsfähigkeit gesichert, das wirtschaft-
liche Wachstum angeregt und mehr Arbeitsplätze geschaffen werden. Eine externe Beratung
verbessert die Kompetenz des Managements und der Beschäftigten in den Bereichen Per-
sonalentwicklung und Bildungsmanagement. Das dafür vorgesehene Mittelvolumen für den
aktuellen Förderzeitraum beträgt 200.000 EUR ESF-Mittel. Im Jahr 2013 erfolgten die Bewil-
ligungen von zwei Vorhaben mit Zuwendungsbeträgen von insgesamt ca. 39.700 EUR.
Vorhabensbereich: Mikrodarlehen
Mit dem vom ESF unterstützten Mikrodarlehen können Existenzgründer bzw. junge
Kleinstunternehmen bis zu fünf Jahre nach ihrer Geschäftsaufnahme ein zinsgünstiges Dar-
lehen von bis zu 20.000 EUR für die Finanzierung von Investitionen und Betriebsmitteln er-
halten. Der Mikrodarlehensfonds II nahm im Juli 2009 seine Arbeit auf. Zu Beginn war der
Fonds mit 15 Mio. EUR ausgestattet. 2010 stieg die Nachfrage auch bedingt durch die nach-
lassende Konjunktur stark an. 2011 erhielt der Fonds deshalb zusätzlich 14,2 Mio. EUR (10,6
61

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Mio. EUR ESF-Mittel) für weitere Bewilligungen. Für 2012 war eine erneute Aufstockung um
15 Mio. EUR geplant. Jedoch fragten nach 2011, auch wegen der guten Entwicklung am Ar-
beitsmarkt, weniger Gründer Darlehen nach. Die Planung ist deshalb korrigiert worden. Der
aktuellen Nachfrage angemessen, wird der Mikrodarlehensfonds 2014 um weitere 5,6 Mio.
EUR auf ein Gesamtvolumen von 34,8 Mio. EUR aufgestockt (ESF-Anteil ca. 26,1 Mio.
EUR). Damit stehen nach jetziger Vorausschau ausreichend Mittel zur Verfügung, um die
Zielvorgabe bezüglich der Zahl auszureichender Darlehen bis Ende 2015 einzuhalten. Bis
Ende 2013 sind 26,3 Mio. EUR bewilligt (ESF-Anteil ca. 19,7 Mio. EUR) und 26,1 Mio. EUR
aus dem Fonds ausgezahlt worden (ESF-Anteil ca. 19,6 Mio. EUR). Im Jahr 2013 wurden
178 Darlehensanträge mit einem Volumen von 2,7 Mio. EUR bewilligt. Die Mehrzahl der Dar-
lehensnehmer gründete ein Kleingewerbe in den Branchen sonstige Dienstleistungen, Ein-
zelhandel, Baugewerbe, Gesundheits- und Sozialwesen sowie im Gastgewerbe. Insgesamt
wurde in 21 verschiedenen Branchen gegründet, darunter 55 Betriebe im Handwerk. Neben
den Arbeitsplätzen der Gründer entstanden so 97 weitere Arbeitsplätze.
B.
Angaben über die Wirkungen der Förderung der Chancengleichheit von Männern
und Frauen (gegebenenfalls)
Vorhabensbereich Weiterbildung, Beratung, innovative Projekte
In der Richtlinie ist festgelegt, dass Männer und Frauen auf Grundlage des Rechts auf
Gleichbehandlung den gleichen Zugang zu den Maßnahmen und Programmen haben. Alle
Vorhaben sind so zu realisieren, dass die chancengleiche Teilhabe von Frauen und Männern
zur Umsetzung der Chancengleichheitsziele des OP gesichert wird. Durch die Ausrichtung
der Förderung des Wirtschaftsministeriums im Bereich der betrieblichen Weiterbildung auf
den betriebsspezifischen Personalentwicklungsbedarf der Unternehmen und den Ausschluss
von Unternehmen der Sozial- und Gesundheitsbranche kommt es in der Förderpraxis zu ei-
ner überproportionalen Inanspruchnahme der Fördermittel durch Männer, gemessen am ge-
schlechtsspezifischen Anteil an allen sächsischen Beschäftigten. Durch das Förderprogramm
„Weiterbildungsscheck Sachsen“ wird dieses Ungleichgewicht teilweise ausgeglichen, da
auch die überwiegend weiblichen Beschäftigten des Sozial- und Gesundheitswesens partizi-
pieren. Eine geschlechtsspezifische Einschränkung des Fördermittelzugangs in den anderen
Förderinstrumenten wird jedoch nicht als sinnvoll eingeschätzt.
62

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Vorhabensbereich: Innovationsassistent
Die Richtlinie enthält auch Bestimmungen zur Chancengleichheit von Männern und Frauen.
Hier ist festgelegt, dass Männer und Frauen auf der Grundlage des Rechts auf Gleichbe-
handlung den gleichen Zugang zu den Vorhaben erhalten. Alle Vorhaben sind so zu realisie-
ren, dass die chancengleiche Teilhabe von Frauen und Männern zur Umsetzung der Chan-
cengleichheitsziele des OP gesichert wird. Die Förderung soll insbesondere auch dazu bei-
tragen, dass Frauen und Männer die gleichen Chancen für existenzsichernde Arbeit am Ar-
beitsplatz erhalten, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert wird und ge-
schlechtsstereotype Berufs- und Karrieremuster überwunden werden.
Vorhabensbereich: Weiterbildung, Beratung in Land- und Forstwirtschaft, ländlicher Raum,
Umwelt
In der Richtlinie ist festgelegt, dass Männer und Frauen auf Grundlage des Rechts auf
Gleichbehandlung den gleichen Zugang zu den Maßnahmen und Programmen haben. Alle
Vorhaben sind so zu realisieren, dass die chancengleiche Teilhabe von Frauen und Männern
zur Umsetzung der Chancengleichheitsziele des OP gesichert wird. Durch die Ausrichtung
der Förderung des Wirtschaftsministeriums im Bereich der betrieblichen Weiterbildung auf
den betriebsspezifischen Personalentwicklungsbedarf der Unternehmen und den Ausschluss
von Unternehmen der Sozial- und Gesundheitsbranche kommt es in der Förderpraxis zu ei-
ner überproportionalen Inanspruchnahme der Fördermittel durch Männer, gemessen am ge-
schlechtsspezifischen Anteil an allen sächsischen Beschäftigten. Durch das Förderprogramm
„Weiterbildungsscheck Sachsen“ wird dieses Ungleichgewicht teilweise ausgeglichen, da
auch die überwiegend weiblichen Beschäftigten des Sozial- und Gesundheitswesens partizi-
pieren. Eine geschlechtsspezifische Einschränkung des Fördermittelzugangs in den anderen
Förderinstrumenten wird jedoch nicht als sinnvoll eingeschätzt.
Vorhabensbereich: berufsbegleitende Qualifizierung im Gesundheits-, Sozial- und Wohnbe-
reich
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern sowie
die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Herkunft, der
Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer sexuellen Ausrich-
63

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
tung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind. In der Praxis nahmen fast
ausschließlich Frauen die geförderten Maßnahmen in Anspruch.
Vorhabensbereich: Chancengleichheit: Berufsbegleitende Qualifizierung, Vereinbarkeit von
Beruf und Familie
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern sowie
die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Herkunft, der
Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer sexuellen Ausrich-
tung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind. Die Maßnahmen zur Ver-
einbarkeit von Familie und Beruf richten sich in gleicher Weise an Männer und Frauen. Die
Projekte tragen in besonderer Weise zur Chancengleichheit vor allem von Frauen auf dem
Arbeitsmarkt bei. Frauen sind in der Regel stärker als Männer der Mehrfachbelastung Arbeit
– Familie ausgesetzt. Die Weiterbildungsangebote wurden von Männern und Frauen in ähnli-
chem Maß angenommen.
Vorhabensbereich: berufsbegleitende Qualifizierung im Bereich Kindertagesbetreuung
Entsprechend den Monitoringdaten sind die Projekte in diesem Bereich im Hinblick auf die
Chancengleichheit von Mann und Frau als überwiegend neutral einzuschätzen. Dies hat sei-
ne Ursache darin, dass sich die Maßnahmen gleichermaßen an männliche und weibliche
Teilnehmer richten. Zwar wurden bis zum 31. August 2013 1.619 Eintritte weiblicher Teil-
nehmer registriert und nur 106 Eintritte männlicher Teilnehmer, jedoch entspricht dies unge-
fähr dem Anteil von Frauen und Männern im Bereich der Kindertagesbetreuung. Die Evaluie-
rung unter den Teilnehmern ergab zudem, dass mehr als 40 % einschätzten, dass während
ihrer Weiterbildung auf das Thema geschlechtsspezifischer Unterschiede eingegangen und
Kenntnisse für den Umgang mit der Thematik in der Praxis vermittelt wurden.
Vorhabensbereich: Unternehmensgründungen aus der Wissenschaft
Die Fördermaßnahmen sind so konzipiert, dass Frauen und Männer den gleichen Zugang zu
allen Förderangeboten haben. Bisher sind keine Tatsachen bekannt, die eine Diskrepanz bei
der Chancengleichheit von Männern und Frauen vermuten lassen.
64

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Vorhabensbereich: Mikrodarlehen
Das Mikrodarlehen steht allen Existenzgründern und jungen Kleinstunternehmen offen. Es
wird ein gleichberechtigter Zugang zum Programm gewährleistet. Das Darlehen wird nicht
über Hausbanken sondern direkt an die Darlehensnehmer ohne Sicherheiten vergeben. Das
erleichtert auch den von Diskriminierung bedrohten Gruppen, die Darlehen in Anspruch zu
nehmen. Das Mikrodarlehen trägt somit als Förderprogramm dazu bei, die Chancengleichheit
im Erwerbsleben zu verbessern. Besonders erfreulich ist der hohe Anteil von Frauen bzw.
der von Frauen geführten Kleinstbetrieben an den Darlehensempfängern. Dieser Anteil lag
2013 bei 46 %. Das ist deutlich höher als der Quote weiblicher Selbstständiger in Sachsen.
Frauen gründen häufiger aus dem Status der Nichterwerbstätigkeit und können auf Grund
ihrer Erwerbsbiografie keine Sicherheiten vorweisen. Sie sehen sich daher besonderen Fi-
nanzierungsproblemen gegenüber. Das Mikrodarlehen kommt dem Bedarf dieser Gründerin-
nen entgegen.
C.
Analyse der Verwendung der Fonds gemäß Art. 34 Absatz 2 der Verordnung (EG)
Nr. 1083/2006 verwendet wurde. Für ESF-Programme sind die Angaben gemäß
Art. 10 der Verordnung (EG) 1081/2006 zu liefern.
a) Durchgängige Berücksichtigung des Gleichstellungsaspekts sowie etwaiger ge-
schlechtsspezifischer Aktionen;
b) Aktionen zur Förderung der Teilnahme von Migranten am Erwerbsleben und dadurch
zur Förderung ihrer sozialen Eingliederung;
c)
Aktionen zur Förderung der Integration von Minderheiten ins Erwerbsleben und dadurch
Förderung ihrer sozialen Eingliederung;
d)
Aktionen zur Förderung der Integration anderer benachteiligter Gruppen, einschließlich
Menschen mit Behinderungen, ins Erwerbsleben und zur Förderung ihrer sozialen Ein-
gliederung;
e)
Innovative Maßnahmen, einschließlich einer Darlegung der Themen und der Ergebnis-
se sowie der Verbreitung und durchgängigen Berücksichtigung;
f)
Transnationale und/oder interregionale Aktionen.
65

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Vorhabensbereich Weiterbildung, Beratung, innovative Projekte
a) In der ESF-Richtlinie Berufliche Bildung ist festgelegt, dass Männer und Frauen auf
Grundlage des Rechts auf Gleichbehandlung den gleichen Zugang zu den Maßnahmen
und Programmen haben. Alle Vorhaben sind so zu realisieren, dass die chancengleiche
Teilhabe von Frauen und Männern zur Umsetzung der Chancengleichheitsziele des OP
gesichert wird. Die Förderung soll insbesondere auch dazu beitragen, dass Frauen und
Männer die gleichen Chancen für existenzsichernde Arbeit am Arbeitsmarkt erhalten,
dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert wird und geschlechtsstereoty-
pe Berufs- und Karrieremuster überwunden werden.
Besondere geschlechtsspezifische Aktionen wurden nicht durchgeführt.
d)
Benachteiligte Personen können bei der Förderung der beruflichen Weiterbildung einen
erhöhten Fördersatz in Anspruch nehmen. Mit dem „Weiterbildungsscheck Sachsen“
werden zudem Beschäftigtengruppen mit einem besonderen Förderbedarf durch indivi-
duelle Weiterbildungsförderung beim beruflichen Fortkommen unterstützt. Zielgruppen
sind Arbeitnehmer mit einem unterdurchschnittlichen Einkommen, in Leiharbeit, Befris-
tung oder Teilzeit sowie ältere Beschäftigte ab 50 Jahren.
e)
Ein Teil des Vorhabensbereiches beinhaltet die Förderung innovativer Projekte der be-
ruflichen Bildung, Fachkräftesicherung und Personalentwicklung. 2013 wurden ver-
schiedene Projekte u.a. zur Erhöhung der Weiterbildungsbeteiligung von geringqualifi-
zierten und älteren Beschäftigten oder zur Etablierung ausbildungsintegrierter Studien-
gänge fortgeführt bzw. beendet. Bereits in der Antragsstellung ist durch den Antragstel-
ler darzustellen, wie die Projektergebnisse der interessierten Öffentlichkeit zugänglich
gemacht sowie die Ergebnisse nach Projektabschluss nachhaltig verwertet werden
können. Innovative Projekte werden teilweise wissenschaftlich durch externe Dienstleis-
ter begleitet. Projekte mit nachweislich guten Ergebnissen werden nach Möglichkeit in
die Regelförderung übernommen. In anderen Fällen erfolgt eine ungeförderte Fortfüh-
rung durch die Projektträger.
f) Die Möglichkeit zur Förderung transnationaler Maßnahmen der Weiterbildung in be-
steht, wird aber weiterhin durch die Unternehmen bzw. Träger noch sehr wenig wahr-
66

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
genommen. Auch die Einrichtung einer Beratungseinrichtung zu Auslandsaufenthalten
für Auszubildende und Beschäftigte führte bisher nicht zu einer deutlichen Steigerung
der Antragszahlen in diesem Bereich.
Vorhabensbereich: Innovationsassistent
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Förderung diskriminierungsfrei, insbesondere ohne
Ansehen des Geschlechts, der Rasse, der ethnischen Herkunft, der Religion, der Weltan-
schauung oder einer Behinderung erfolgt.
Vorhabensbereich: Weiterbildung, Beratung in Land- und Forstwirtschaft, ländlicher Raum,
Umwelt
b) In der ESF-Richtlinie Berufliche Bildung ist festgelegt, dass Männer und Frauen auf
Grundlage des Rechts auf Gleichbehandlung den gleichen Zugang zu den Maßnahmen
und Programmen haben. Alle Vorhaben sind so zu realisieren, dass die chancengleiche
Teilhabe von Frauen und Männern zur Umsetzung der Chancengleichheitsziele des OP
gesichert wird. Die Förderung soll insbesondere auch dazu beitragen, dass Frauen und
Männer die gleichen Chancen für existenzsichernde Arbeit am Arbeitsmarkt erhalten,
dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert wird und geschlechtsstereoty-
pe Berufs- und Karrieremuster überwunden werden.
Besondere geschlechtsspezifische Aktionen wurden nicht durchgeführt.
f)
Benachteiligte Personen können bei der Förderung der beruflichen Weiterbildung einen
erhöhten Fördersatz in Anspruch nehmen. Mit dem „Weiterbildungsscheck Sachsen“
werden zudem Beschäftigtengruppen mit einem besonderen Förderbedarf durch indivi-
duelle Weiterbildungsförderung beim beruflichen Fortkommen unterstützt. Zielgruppen
sind Arbeitnehmer mit einem unterdurchschnittlichen Einkommen, in Leiharbeit, Befris-
tung oder Teilzeit sowie ältere Beschäftigte ab 50 Jahren.
g)
Ein Teil des Vorhabensbereiches beinhaltet die Förderung innovativer Projekte der be-
ruflichen Bildung, Fachkräftesicherung und Personalentwicklung. 2013 wurden ver-
schiedene Projekte u.a. zur Erhöhung der Weiterbildungsbeteiligung von geringqualifi-
zierten und älteren Beschäftigten oder zur Etablierung ausbildungsintegrierter Studien-
67

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
gänge fortgeführt bzw. beendet. Bereits in der Antragsstellung ist durch den Antragstel-
ler darzustellen, wie die Projektergebnisse der interessierten Öffentlichkeit zugänglich
gemacht sowie die Ergebnisse nach Projektabschluss nachhaltig verwertet werden
können. Innovative Projekte werden teilweise wissenschaftlich durch externe Dienstleis-
ter begleitet. Projekte mit nachweislich guten Ergebnissen werden nach Möglichkeit in
die Regelförderung übernommen. In anderen Fällen erfolgt eine ungeförderte Fortfüh-
rung durch die Projektträger.
g) Die Möglichkeit zur Förderung transnationaler Maßnahmen der Weiterbildung in be-
steht, wird aber weiterhin durch die Unternehmen bzw. Träger noch sehr wenig wahr-
genommen. Auch die Einrichtung einer Beratungseinrichtung zu Auslandsaufenthalten
für Auszubildende und Beschäftigte führte bisher nicht zu einer deutlichen Steigerung
der Antragszahlen in diesem Bereich.
Vorhabensbereich: berufsbegleitende Qualifizierung im Gesundheits-, Sozial- und Wohnbe-
reich
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern sowie
die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Herkunft, der
Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer sexuellen Ausrich-
tung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind.
a) Im Jahr 2013 waren etwa 90 % der geförderten Teilnehmer in diesem Vorhabensbereich
weiblich. Besondere geschlechtsspezifische Aktionen wurden nicht durchgeführt.
b) Migranten wurden in diesem Bereich nicht gesondert erfasst.
c) Auf der programmatischen Ebene wurden keine Fördergegenstände implementiert, die
die Förderung von Aktionen der Integration von Minderheiten zum Ziel haben. Da die so-
zioökonomische Auswertung der SAB keine Daten zu Minderheiten enthält, kann der An-
teil der geförderten Teilnehmenden, die dem Status einer Minderheitenangehörigkeit be-
sitzen in allen Förderbereichen (Querschnitt) nicht benannt werden.
d) In diesem Bereich wurde eine Jugendliche ohne Schulabschluss gefördert.
68

 
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Vorhabensbereich: Chancengleichheit: Berufsbegleitende Qualifizierung, Vereinbarkeit von
Beruf und Familie
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern sowie
die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Herkunft, der
Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer sexuellen Ausrich-
tung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind.
a) Die Projekte tragen in besonderer Weise zur Chancengleichheit vor allem von Frauen auf
dem Arbeitsmarkt bei. Frauen sind in der Regel stärker als Männer der Mehrfachbelas-
tung Arbeit – Familie ausgesetzt. Dennoch richten sich die Maßnahmen zur Vereinbarkeit
von Familie und Beruf in gleicher Weise an Männer und Frauen. Eine belastbare Auswer-
tung zum Anteil der weiblichen Teilnehmenden kann nicht vorgenommen werden.
b) Migranten wurden in diesem Bereich nicht gesondert erfasst.
c) Auf der programmatischen Ebene wurden keine Fördergegenstände implementiert, die
die Förderung von Aktionen der Integration von Minderheiten zum Ziel haben. Da die so-
zioökonomische Auswertung der SAB keine Daten zu Minderheiten enthält, kann der An-
teil der geförderten Teilnehmenden, die dem Status einer Minderheitenangehörigkeit be-
sitzen in allen Förderbereichen (Querschnitt) nicht benannt werden.
d) In diesem Bereich werden keine Teilnehmer anderer benachteiligter Gruppen, wie u.a.
Alleinerziehende, benachteiligte Jugendliche, Langzeitarbeitslose, körperlich oder geistig
Behinderte, Suchtabhängige und Ältere, gesondert erfasst.
Vorhabensbereich: berufsbegleitende Qualifizierung im Bereich Kindertagesbetreuung
Die Maßnahmen in diesem Bereich sind im Hinblick auf die Querschnittsziele neutral. Die
Projekte richten sich gleichermaßen an alle Beschäftigten von privaten Einrichtungen im Kin-
dertagesbereich.
3.1.2 Wesentliche aufgetretene Probleme und getroffene Abhilfemaßnahmen
Es wird auf die Ausführungen unter Nr. 2.3 hingewiesen.
69

 
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
3.2 Prioritätsachse B - Verbesserung des Humankapitals
3.2.1 Ergebnisse und Fortschrittsanalyse
Materielle und finanzielle Fortschritte der Prioritätsachse B
Tabelle 14: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse B
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)
Indikatoren*
Art
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
Indikator 6 –
Ergebnisindikator
Verringerung des Anteils
der Schulabgänger ohne
Hauptschulabschluss
Ergebnis
8,7 %
8,8 %
8,9 %
9,8 %
10,1 %
9,8 %
10,1 %
Zielvorgabe:
6,5%
Indikator 7 –
Outputindikator
Geförderte Schüler und
Ausbildungsplatzsuchende
Ergebnis
0
17
4.240
10.700
16.575
41.472
75.301
Zielvorgabe:
222.300
Indikator 8 –
Ergebnisindikator
Zahl der erfolgreich abge-
schlossenen Ausbildungen
bzw. Qualifizierungen
Ergebnis
13.603
17.606
24.708
44.987
65.874
96.974
113.525
Zielvorgabe:
114.530
Indikator 9 –
Outputindikator
Geförderte
Ausbildungsplätze
Ergebnis
13.603
16.477
21.666
41.707
58.886
88.823
103.878
Zielvorgabe:
116.570
Indikator 9a –
Outputindikator
Förderung von Zusatzquali-
fikationen
Ergebnis
0
1.129
3.065
4.540
9.320
11.060
12.698
Zielvorgabe:
15.400
Indikator 11 –
Outputindikator
Geförderte Weiterbildungs-
Projekte (Konzeption und
Weiterbildung)
Ergebnis
0
0
0
1
1
8
32
Zielvorgabe:
100
Indikator 13 –
Outputindikator
Geförderte Promovenden
Ergebnis
0
0
0
2
9
105
162
Zielvorgabe:
300
* Angaben lt. OP, eine Aufschlüsselung nach Geschlecht ist nicht vorgesehen
70

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Tabelle 15: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse B
(Status: bewilligt)
Indikatoren*
Art
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
Indikator 6 –
Ergebnisindikator
Verringerung des Anteils
der Schulabgänger ohne
Hauptschulabschluss
Ergebnis
Zielvorgabe:
6,5%
Indikator 7 –
Outputindikator
Geförderte Schüler und
Ausbildungsplatzsuchende
Ergebnis
120
32.925
62.283
85.808
184.864
248.733
280.987
Zielvorgabe:
222.300
Indikator 8 –
Ergebnisindikator
Zahl der erfolgreich abge-
schlossenen Ausbildungen
bzw. Qualifizierungen
Ergebnis
Zielvorgabe:
114.530
Indikator 9 –
Outputindikator
Geförderte
Ausbildungsplätze
Ergebnis
16.479
41.218
69.863
96.763
111.098
127.217
159.312
Zielvorgabe:
116.570
Indikator 9a –
Outputindikator
Förderung von Zusatzquali-
fikationen
Ergebnis
0
2.791
5.602
8.272
11.128
13.172
15.226
Zielvorgabe:
15.400
Indikator 11 –
Outputindikator
Geförderte Weiterbildungs-
Projekte (Konzeption und
Weiterbildung)
Ergebnis
0
2
27
64
90
139
172
Zielvorgabe:
100
Indikator 13 –
Outputindikator
Geförderte Promovenden
Ergebnis
0
32
124
162
288
348
366
Zielvorgabe:
300
* Angaben lt. OP, eine Aufschlüsselung nach Geschlecht ist nicht vorgesehen
71

image
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Tabelle 16: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse B
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)
72

image
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Tabelle 17: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse B
(Status: bewilligt)
73

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Qualitative Analyse
A.
Analyse der Ergebnisse anhand der finanziellen Angaben (Nummer 2.1.2),
der materiellen Indikatoren (Nummer 3.1.1) und sonstiger relevanter Angaben
Vorhabensbereich: Berufs- und Studienorientierung, Verbesserung des Schulerfolgs
Einsatzfeld 3 "Förderung des Lebensbegleitenden Lernens und Verbesserung der Be-
rufswahlkompetenz", Handlungsoptionen "Verbesserung des Schulerfolgs" und "Ver-
besserung der Berufs- und Studienorientierung". In diesem Einsatzfeld werden ver-
schiedene Maßnahmen gefördert. Unter die Handlungsoption „Verbesserung des
Schulerfolgs“ fallen die „Komplexen schul- und schulartübergreifenden Projekte mit Ko-
operationspartnern“, die „Schülercamps“, die „Ferienakademien“, „Vorhaben zur Erhö-
hung der Quote der Schüler, die einen Abschluss erreichen“ sowie „Andere, internatio-
nale Abschlüsse“. Weiterhin werden Projekte der Berufs- und Studienorientierung in die-
sem Einsatzfeld gefördert, mit denen die Schüler bei der Berufswahl unterstützt werden
sollen und gleichzeitig auch informiert werden, wie die Bedarfe und Zukunftschancen
bezüglich der verschiedenen Berufe in der Region sind. Darüber hinaus werden die
Maßnahmen der „Berufseinstiegsbegleitung“, des Qualitätsmanagements an sächsi-
schen sowie an berufsbildenden Schulen und an Ersatzschulen gefördert. Komplexe
schul- und schulartübergreifende Projekte mit Kooperationspartnern umfassen Projekte
im kulturellen, künstlerischen und handwerklichen Bereich. Ziel dieser Projekte ist die
Entwicklung von Problemlösekompetenzen und Kreativität sowie die Förderung von
Lernmotivation, Lernpotenzial und Lernbereitschaft. Schülercamps sollen die Schüler bei
der Entwicklung von Selbst- und Sozialkompetenzen, von Teamfähigkeit und Verantwor-
tungsbereitschaft unterstützen sowie der individuellen Förderung und Erhöhung der
Lernmotivation der Schüler dienen. Mit Ferienakademien werden begabte und interes-
sierte Schüler bei der Vertiefung von Fach- und Methodenkompetenz im mathematisch-
naturwissenschaftlichen, sprachlichen, gesellschaftswissenschaftlichen oder musischen
Bereich unterstützt. Vorhaben zur Erhöhung der Quote der Schüler, die einen Abschluss
erreichen zielen auf abschlussgefährdete Schüler, die durch ein Tätigwerden an Praxis-
lernorten in einem realen beruflichen Umfeld beim Erlangen eines Schulabschlusses
unterstützt werden sollen.
74

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Mit dem Fördergegenstand „Andere, internationale Abschlüsse“ soll leistungsstarken
Schülern die Möglichkeit eröffnet werden, neben dem Abitur einen weiteren Schulab-
schluss zu erreichen (International Baccalaureate oder AbiBac). Die Berufseinstiegsbe-
gleitung soll insbesondere dazu beitragen, die Chancen der Schüler auf einen erfolgrei-
chen Übergang in eine Berufsausbildung deutlich zu verbessern und diese zu stabilisie-
ren. Durch die Maßnahmen sollen die Schüler einen Abschluss einer allgemeinbilden-
den Schule erreichen. Die Schüler werden bei der Berufsorientierung und Berufswahl,
der Ausbildungsplatzsuche sowie beim Übergang in eine Ausbildung und der Stabilisie-
rung des Ausbildungsverhältnisses unterstützt. Mit den Maßnahmen zur Unterstützung
des Qualitätsmanagements sollen weiterführende allgemeinbildende und berufsbildende
Schulen in öffentlicher und privater Trägerschaft unterstützt werden. Die Projekte haben
das Ziel, die systematische Unterrichtsentwicklung durch ein schulisches Qualitätsma-
nagement voranzubringen und dadurch Schülerleistungen zu verbessern. Zugleich soll
die Zahl der Schüler ohne Abschluss verringert werden. Dafür sollen durch interne Eva-
luation Lehr- und Lernprozesse kontinuierlich verbessert und die Lernwirksamkeit des
Unterrichts erhöht werden. Bis zum 31. August 2013 wurden ca. 42,9 Mio. EUR (davon
ca. 30,9 Mio. EUR EU-Mittel und 12,1 Mio. EUR Landesmittel) gegenüber der EU er-
klärt. Die vergleichsweise niedrige Summe begründet sich u.a. darin, dass in diesem
Einsatzfeld völlig neue Fördergegenstände aufgenommen wurden. Dadurch lief die För-
derung zu Beginn des Förderzeitraums nur zögerlich an. Inzwischen werden die Förder-
gegenstände immer besser angenommen. Zum 31. August 2013 wurden Projekte im
Umfang von ca. 109,55 Mio. EUR bewilligt. Mit den Fördergegenständen in diesem Ein-
satzfeld werden die Indikatoren 6 und 7 bedient.
Indikator 6
Dieser Indikator wird durch die Fördergegenstände „Berufs- und Studienorientierung“,
„Komplexe schul- und schulartübergreifende Projekte mit Kooperationspartnern“, „Schü-
lercamps“, „Vorhaben zur Erhöhung der Quote der Schüler, die einen Abschluss errei-
chen“, „Berufseinstiegsbegleitung“ sowie den Maßnahmen zum Qualitätsmanagement
an Schulen bedient. Die Quote der Schüler, welche die Schule ohne einen Abschluss
verlassen, ist im Jahr 2013 mit 10,1 % über dem Zielwert für 2013 mit 6,5 %, jedoch un-
ter dem für 2013 prognostizierten Wert von 13,0 %. Der Wert ist gegenüber dem Jahr
75

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
2012 leicht gestiegen (2012 9,8 %). In diesem Zusammenhang wird auf die weiteren
Ausführungen in Nummer 2.1.6 verwiesen.
Indikator 7
Die Teilnehmerzahl hinsichtlich der bereits verwendungsnachweisgeprüften Projekte
bleibt mit ca. 76.374 Teilnehmern deutlich hinter den erwarteten Zielzahlen (bis 2013
222.300 Teilnehmer) zurück. Dies ist jedoch auch dem Umstand geschuldet, dass hier
nur die Teilnehmer aus Projekten berücksichtigt werden, die aufgrund der nachfolgen-
den Verwendungsnachweisprüfung bereits vor längerer Zeit das Projekt durchlaufen
haben. Hinsichtlich der Teilnehmerzahlen zu den bereits bewilligten Projekten stellt sich
der Sachverhalt mit ca. 236.519 registrierten Teilnehmereintritten deutlich anders dar.
Vorhabensbereich: Freiwilliges Soziales Jahr, Projekte für Schulverweigerer / Schulso-
zialarbeit
Bei den geförderten Projekten handelt es sich um:
Vorhaben des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ). In den Projekten wird arbeitslosen
jungen Menschen vom 16. bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres mit einem be-
sonderen sozialen Bildungsbedarf die Teilnahme an einem Freiwilligen Sozialen Jahr
ermöglicht. Die Jugendlichen arbeiten ein Jahr lang freiwillig in einer gemeinwohlori-
entierten Einrichtung (Wohlfahrtspflege, Kinder- und Jungendeinrichtungen, Gesund-
heitspflege, Sportstätte, Kultur- und Denkmalpflege) und unterstützen die dortigen
Angestellten bei deren Aufgaben. Neben der praktischen Arbeit in der Einrichtung
sind für die Jugendlichen mindestens 25 Seminartage vorgesehen. Die Seminare sol-
len soziale, kulturelle und interkulturelle Kompetenzen vermitteln, das Verantwor-
tungsbewusstsein für das Gemeinwohl stärken und die Jugendlichen in persönlichen
Fragen (Lebens- und Zukunftsplanung) unterstützen. Mit Einführung des Bundesfrei-
willigendienstes wurde es schwieriger Teilnehmer in ausreichendem Masse zu finden.
Sozialpädagogische Vorhaben zur Kompetenzentwicklung von Schülerinnen und
Schülern: Ziel der Vorhaben ist es die Lernmotivation der Schülerinnen und Schüler
zu verbessern und den Schulerfolg zu sichern. Schulabbrüche sollen so vermieden
werden. Damit wird die Grundlage für einen sicheren Übergang in die Ausbildung o-
76

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
der Berufsvorbereitung geschaffen. Ein erfolgreicher Schulabschluss beeinflusst
maßgeblich die Beschäftigungsmöglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt und trägt damit
zu einer gelingenden Erwerbsbiografie bei. Die Gründe für ein Scheitern der schuli-
schen Ausbildung sind teilweise bereits auf Versäumnisse während der Grundschul-
zeit zurückzuführen. Besonders krisenanfällig zeigt sich auch der Übergang von der
Grundschule in die weiterführenden Schulen (Mittelschule, Gymnasium) in der 5.
Klasse. Hier wächst die Gefahr der sozialen Isolation, die häufig Ursache fehlender
Lernbereitschaft ist. Daher versprechen Maßnahmen mehr Erfolg, die frühzeitig die
Defizite der Kinder und Jugendlichen erkennen und diese aufgreifen. Gerade die
rechtzeitige Förderung von Schlüsselkompetenzen kann nachhaltig und langfristig
den Bildungsgang sichern. Im Hinblick auf den späteren Einsatz auf dem Arbeits-
markt ist eine gesicherte Schullaufbahn insbesondere in diesen Jahren von großer
Bedeutung. Ein frühzeitiger Ansatz verhindert ein Verfestigen von negativen Verhal-
tensmustern. Aus diesem Grund werden die Vorhaben nunmehr auch bereits für Kin-
der ab der 5. Klasse angeboten. Vor Ort kann der Bedarf sozialpädagogischer Ange-
bote am besten erkannt und ein geeigneter Träger ermittelt werden. Daher wurde im
Januar 2012 die Möglichkeit der Förderung sogenannter „Koordinierungsstellen Kom-
petenzentwicklung“ zur regionalen Bedarfsermittlung und Projektsteuerung bekannt-
gegeben. Daraufhin konnte in elf Landratsämtern und kreisfreien Städten eine Koor-
dinierungsstelle eingerichtet werden. In der Folge kam es zu einem erheblichen An-
stieg von Projektvorschlägen und – anträgen. Dadurch wurde das Förderangebot er-
folgreich im Freistaat Sachsen etabliert.
Innovative Vorhaben zur Intervention bei Schuldistanz und Produktionsschulorientier-
te Vorhaben. Durch die Nutzung alternativer, außerschulischer Lernorte in Verbin-
dung mit berufspraktischen, betriebsnahen Tätigkeiten sollen Schulverweigerer wie-
der in schulische Lernprozesse integriert werden. So werden berufliche Perspektiven
entwickelt. In Sachsen gibt es mittlerweile zehn ESF-geförderte Produktionsschulen,
die sich am 12. Juni 2013 erstmals gemeinsam beim 1. Tag der sächsischen Produk-
tionsschulen in Moritzburg präsentierten. Ziel war es, die erfolgreiche Arbeit der Pro-
duktionsschulen in Sachsen aufzuzeigen, den Gedanken der Produktionsschulen wei-
ter zu entwickeln und bekannt zu machen. Den jungen Leuten wurde so die Möglich-
keit eröffnet, mit den Teilnehmern der verschiedenen Produktionsschulen in Kontakt
77

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
zu treten. Gleichzeitig wurde durch Staatsministerin Christine Clauß eine Broschüre
zu den sächsischen Produktionsschulen als ein Produkt der Evaluation der (Fach-)
Öffentlichkeit übergeben. Damit sollen besonders die Vertreter der sächsischen Wirt-
schaft für die Zielgruppe der Produktionsschüler sensibilisiert werden, um einerseits
Anknüpfungspunkte zu den jungen Leuten zu geben und andererseits mit der Anwer-
bung in ihre Betriebe einem Mangel an Auszubildenden entgegenzuwirken.
In der kumulierten Ausgabenbescheinigung vom 31. Dezember 2013 wurden 317 Teil-
zahlungen in Höhe von 7,88 Mio. EUR für die EU-Zahlungsanträge gemeldet. Dies ent-
spricht einem Anteil von 29 % bei einer Vorhabensbereichsplanung von insgesamt 27,4
Mio. EUR EU-Mittel für den Förderzeitraum 2007 - 2013. Zum Stand 31. Dezember
2013 betrug die Mittelbindung in diesem Bereich rund 27,1 Mio. EUR EU-Mittel. Die
Vorhabensbereichsplanung wurde zu 99 % erfüllt. In den Vorhabensbereichen C1 - C4
wurden 202 Projekte bewilligt. Davon befanden sich insgesamt 37 Projekte in der Ver-
wendungsnachweisprüfung (7) bzw. im Status „abschließend geprüft“ (30). Im Vergleich
zum Vorjahr hat sich die Zahl der abschließend geprüften Verwendungsnachweise da-
mit um 15 Projekte erhöht. In diesem Bereich wurden insgesamt 4.583 Teilnehmer ge-
fördert. Das festgelegte Ziel, im Förderzeitraum 2007 - 2013 1.900 Teilnehmer zu errei-
chen, wurde bereits um 141 % übertroffen.
Vorhabensbereich: Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ)
In den Projekten des Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) arbeiten und lernen junge
Menschen ein Jahr lang freiwillig in einer Einrichtung des Natur- und Umweltschutzes
oder der Umweltbildung. Das FÖJ besteht aus der praktischen Tätigkeit an einer Ein-
satzstelle und mindestens 25 Seminartagen. Dadurch soll ein Bewusstsein für die An-
forderungen in der Arbeitswelt und das Umweltbewusstsein gleichermaßen gefördert
und die Fähigkeit zu eigenverantwortlichem und kooperativen Handeln entwickelt wer-
den. Der Fördergegenstand wurde bereits mit Wirkung zum 1. Januar 2011 bezüglich
der Fondsbewirtschaftung vom SMUL auf das SMS übertragen.
In der kumulierten Ausgabenbescheinigung vom 31. Dezember 2013 wurden 186 Teil-
zahlungen in Höhe von 4,1 Mio. EUR für die EU-Zahlungsanträge gemeldet. Dies ent-
78

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
spricht einem Anteil von rund 56 % bei einer Vorhabensbereichsplanung von insgesamt
7,3 Mio. EUR EU-Mittel für den Förderzeitraum 2007 - 2013. Zum Stand 31. Dezember
2013 betrug die Mittelbindung in diesem Bereich rund 6,9 Mio. EUR EU-Mittel. Dies ent-
spricht einem Anteil von 95 % bei einer Vorhabensbereichsplanung von insgesamt 7,3
Mio. EUR EU-Mittel für den Förderzeitraum 2007 - 2013. In dem Vorhabensbereich D
wurden 65 Projekte bewilligt. Davon befanden sich insgesamt 44 Projekte in der Ver-
wendungsnachweisprüfung (10) bzw. im Status „abschließend geprüft“ (34). Im Ver-
gleich zum Vorjahr hat sich die Zahl der abschließend geprüften Verwendungsnachwei-
se damit um zehn Projekte erhöht. In diesem Bereich wurden insgesamt 1.510 Teilneh-
mer gefördert. Das festgelegte Ziel, im Förderzeitraum 2007 - 2013 1.200 Teilnehmer zu
erreichen, wurde damit um rund 26 % überzeichnet.
Vorhabensbereich
:
Berufsorientierung und -vorbereitung
Mit der Förderung sollen das Engagement der Wirtschaft für die Berufsorientierung ge-
steigert und die Aktivitäten der verschiedenen Akteure koordiniert und gebündelt wer-
den. Aufgrund von innovativen Projekten im Rahmen der Worldskills 2013, die den
Wettbewerbsgedanken aufgreifen und diesen berufsorientierend nutzen, hat sich die
Mittelbindung im Jahr 2013 mit rund 1,68 Mio. EUR gegenüber den Vorjahren (2010:
363.000 EUR; 2011: 203.000 EUR; 2012: 256.000 EUR) deutlich erhöht. Ein besonderer
Fokus der Förderausrichtung seitens des Wirtschaftsministeriums liegt auf sehr wirt-
schaftsnahen und praxisorientierten Projekten mit möglichst hohem Transferpotenzial
und nachhaltigem Nutzen. Den Anbietern dieser Maßnahme fällt es weiterhin schwer,
gerade die letzten beiden Anforderungen ausreichend umzusetzen. Mit bereits 7.906
geförderten Schülern (davon 4.949 verwendungsnachweisgeprüft) ist der angestrebte
Zielwert von 5.000 Teilnehmern übererfüllt.
Vorhabensbereich: Chancengleichheit: Lebenslanges Lernen, Verbesserung der Be-
rufswahlkompetenz
Mit den geförderten Projekten wurde das gendersensible Wahlverhalten von Jungen und
Mädchen im Hinblick auf die künftige Teilnahme am Arbeitsmarkt gestärkt. Aufgrund
starker Überschneidungen zu weiteren Angeboten der Berufsorientierung wurde der
Fördergegenstand bereits 2011 eingestellt. In der kumulierten Ausgabenbescheinigung
79

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
vom 31. Dezember 2013 wurden neun Teilzahlungen in Höhe von 103.384,13 EUR für
die EU-Zahlungsanträge gemeldet. Dies entspricht einem Anteil von 98 % bei einer Vor-
habensbereichsplanung von insgesamt 105.495,00 EUR EU-Mittel für den Förderzeit-
raum 2007 - 2013. Zum Stand 31. Dezember 2013 betrug die Mittelbindung in diesem
Bereich 103.384,13 EUR EU-Mittel. Damit konnten die in diesem Vorhabensbereich für
den Förderzeitraum 2007 - 2013 eingeplanten EU-Mittel von insgesamt 105.495,00 EUR
zu 98 % ausgeschöpft werden.
Vorhabensbereich: Förderung betriebliche/betriebsnaher Ausbildung (einschließlich
Land- und Forstwirtschaft)
Die Fördermaßnahmen in diesem Bereich dienen der Verbesserung der Qualität der
Ausbildung in KMU sowie der Erhöhung des Ausbildungsplatzpotenzials, indem Teile
der Ausbildung ergänzend zur betrieblichen Ausbildung in anderen Unternehmen oder
Einrichtungen durchgeführt werden. Zum Stand 31. Dezember 2013 konnten insgesamt
11.002 Vorhaben mit einem Mittelvolumen in Höhe von 162,12 Mio. EUR bewilligt wer-
den (Stand 31. Dezember 2012: 159,1 Mio. EUR). Davon entfallen 630 auf den Bereich
Land-, Forst- und Hauswirtschaft Vorhaben mit einem Mittelvolumen in Höhe von 3,36
Mio. EUR. Von der Gesamtbewilligungssumme entfallen 25,91 Mio. EUR auf die über-
betriebliche Lehrunterweisung im Handwerk, 1,29 Mio. EUR auf die überbetriebliche
Ausbildung in Land-, Forst- und Hauswirtschaft sowie 28,77 Mio. EUR auf die Förderung
betrieblicher Ausbildungsplätze im Rahmen der Verbundausbildung, Zusatzqualifikatio-
nen/ Ergänzungsqualifikationen sowie der Förderung betrieblicher Ausbildungsplätze für
bestimmte Zielgruppen.
Für die Bereitstellung zusätzlicher betriebsnaher Ausbildungsplätze im Rahmen der
Ausbildungsplatzprogramme Ost und ergänzender Landesprogramme sind zum Stand
31. Dezember 2013 insgesamt 97,28 Mio. EUR bewilligt. Da aufgrund der veränderten
Situation auf dem Ausbildungsstellenmarkt keine neuen Programme für die Förderung
von zusätzlichen betriebsnahen Ausbildungsplätzen mehr aufgelegt werden, sind nur
noch geringe Neubewilligungen im Vorhabenbereich „betriebliche und betriebsnahe
Ausbildung“ bis zum Ende des Förderzeitraumes zu verzeichnen. Des Weiteren ist in
2013 auf Grund von Teilnehmerabbrüchen eine Verringerung des kumulativen Bewilli-
80

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
gungsvolumens eingetreten (Änderungsbewilligungen/Wegbrüche von Bewilligungen).
Der Fokus der Förderung wird sich, wie bereits im vergangenen Jahr, auch 2014 über
den bisherigen Zugewinn an Ausbildungsplätzen hinaus stärker daran orientieren, die
Qualität der Ausbildung zu erhöhen und weitere Unterstützungsmöglichkeiten für be-
trieblich Auszubildende sowie ausbildungsreife Jugendliche an der Schwelle zur Berufs-
ausbildung zu generieren. Dazu wurde im Jahr 2011 ein Ideenwettbewerb zur Förde-
rung der betrieblichen Ausbildung für Jugendliche mit schlechteren Startchancen initiiert.
Im Auswahlverfahren 2012 wurde für 13 Projekte eine Förderpriorität ausgesprochen
und für diese eine Fördersumme von insgesamt ca. 5 Mio. EUR bewilligt. Die Projekte
decken alle sächsischen Regionen ab und streben die Integration von Jugendlichen z.B.
mit einem schlechteren Schulabschluss in eine duale Ausbildung sowie punktuell auch
eine Steigerung der Qualität der dualen Ausbildung an.
Vorhabensbereich: Zusatzqualifikation für Berufsfachschüler
Mit diesem Fördergegenstand sollen Berufsfachschüler zusätzliche, über den Lehrplan
hinausgehende, Qualifikationen erwerben, die für den Arbeitsmarkt relevant sind und
dadurch die Beschäftigungschancen der Teilnehmer erhöhen. Mit der Ausgabenerklä-
rung vom 31. August 2013 wurden bislang ca. 280 TEUR (davon 221 TEUR EU-Mittel
und 59 TEUR Landesmittel) erklärt. Die Mittelbindung lag zum 31. August 2013 bei 456
TEUR. Damit bleibt der Fördergegenstand hinter den ursprünglichen Erwartungen zu-
rück. Die geringere Inanspruchnahme erklärt sich aus der Verringerung der Schülerzahl
bei gleichzeitiger Verbesserung der Situation auf dem Lehrstellenmarkt, die im Vorfeld
so nicht absehbar war. Dadurch erhalten die Berufsfachschulen einen geringeren Zu-
lauf. Dies wirkt sich letztlich auch auf die Zahl der Projekte aus, wobei zuletzt wieder ein
Anstieg der Anzahl der Projekte zu verzeichnen war. Mit dem Fördergegenstand wird
Indikator 7 bedient. Hierzu wird auf die Ausführungen zu dem Vorhabensbereich „Ver-
besserung des Schulerfolgs, Berufs- und Studienorientierung“ verwiesen. Bis zum 31.
August 2013 wurden 2.594 Teilnehmereintritte registriert. Dies bleibt deutlich unter den
ursprünglichen Erwartungen zurück, ist aber aufgrund der bereits genannten Gründe
nachvollziehbar.
81

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Vorhabensbereich: Personal- und Qualitätssicherung im Gesundheits- und Sozialbe-
reich
Mit den geförderten Projekten wurde eine Verbesserung der Qualität der Ausbildung im
Bereich des Gesundheits- und Sozialwesens mittels qualifizierten Personals und damit
eine Steigerung der Beschäftigungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler auf dem ers-
ten Arbeitsmarkt im Freistaat Sachsen bewirkt. Im Rahmen der Auswertung der Evalua-
tionsergebnisse wurde der Fördervollzug bereits 2010 eingestellt. In der kumulierten
Ausgabenbescheinigung vom 31. Dezember 2013 wurden 48 Teilzahlungen in Höhe
von 317.673,62 EUR für die EU-Zahlungsanträge gemeldet. Dies entspricht einem 100
%-igen Anteil der für den Vorhabensbereich eingeplanten EU-Mittel von insgesamt
317.674,00 EUR für den Förderzeitraum 2007 - 2013. Zum Stand 31. Dezember 2013
betrug die Mittelbindung in diesem Bereich 317.673,62 EUR EU-Mittel. Damit wurden 30
Projekte bewilligt und die in diesem Vorhabensbereich für den Förderzeitraum 2007 -
2013 eingeplanten EU-Mittel von insgesamt 317.674,00 EUR zu 100 % ausgeschöpft.
Der Vorhabensbereich wurde zum 12. April 2010 eingestellt. Alle 30 Projekte wurden
bereits abschließend geprüft. In diesem Bereich wurden insgesamt 2.319 Teilnehmer
gefördert. Das festgelegte Ziel, im Förderzeitraum 2007 - 2013 2.319 Teilnehmer zu er-
reichen, wurde damit zu 100 % erfüllt.
Vorhabensbereich: Wissens- und Know-how-Transfer
Zusammenfassung - Einsatzfeld 5: Entsprechend der Ausführungen im Jahresbericht
2012 kann aufgrund der durchgängig mehrjährig konzipierten Fördergegenstände und
somit auch der angezeigten Vorhaben, weiterhin noch keine abschließende Einschät-
zung der qualitativen Wirkung der ESF-Förderung abgegeben werden. Die Einschät-
zung des Evaluators hinsichtlich Effektivität, Effizienz und Wirkung der Förderung war
dennoch weitestgehend positiv. Zum 31. Dezember 2013 waren 175 Hochschulprojekte
- einschließlich Nachwuchsforschergruppen - bewilligt, darunter 22 Projekte, die im
Rahmen der degressiven Förderung mit abgesenktem Interventionssatz fortgeführt wur-
den. Die Ergebnisse werden ganz überwiegend in Forschung und Lehre bzw. im Rah-
men von Ausgründungen weitergenutzt. Darüber hinaus wurde die Förderung von 60
Promotionsvorhaben/-stipendien beendet. Der überwiegende Teil dieser Promovenden
konnte die Arbeiten an ihrer Dissertationsschrift bereits abschließen und die Eröffnung
82

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
des Promotionsverfahrens beantragen. Die Anzahl der abgeschlossenen Dissertations-
vorhaben nimmt stetig zu, im Jahr 2013 sind im SMWK 19 Dissertationsschriften einge-
gangen. Im Jahr 2012 erfolgte eine ergänzende Evaluierung der Promotionsförderge-
genstände. Promotionsvorhaben mit Unternehmensbeteiligung (Industriepromotionen)
wurde vom Evaluator gute Anbindung der Vorhaben an aktuelle Forschungs- und Ent-
wicklungsvorhaben und sich darauf ergebende mögliche Effekte des Wissenstransfers
bescheinigt. Dem Fördergegenstand Kooperative Promotionen attestierte der Evaluator
einen Beitrag zur Erhöhung der Durchlässigkeit im Bildungs- und im Wissenschaftssys-
tem. Die Promotionsförderung zur Vereinbarkeit Familie und wissenschaftliche Karriere
begegnet in hohem Maße den Nachteilen, die die Teilnehmer/innen familienbedingt in
ihrer wissenschaftlichen Karriere erfahren. Die ESF-Promotionsförderung zeigt darüber
hinaus auch erste statistische Effekte: Während im Prüfungsjahr 2010 sachsenweit in
19.828 bestandenen Hochschulabschlussprüfungen 1.201 Promotionsabschlüsse bein-
haltet waren (das entspricht 6,06 %), sind es im Prüfungsjahr 2012 bereits 1.432 von
21.853 Abschlüssen (das entspricht 6,55 %)
1
. Insoweit erfolgte eine Steigerung der
Promotionsabschlüsse, die auch auf die ESF-Förderung von Promovenden und die Be-
schäftigung von Nachwissenschaftlern in ESF-Hochschulprojekten zurückzuführen ist. In
jedem Fall trägt die Promotionsförderung dazu bei, die Zahl der Promotionen in für die
sächsische Wirtschaft relevanten Wissenschaftszweigen zu erhöhen, insbesondere vor
dem Hintergrund, dass überwiegend Promotionsvorhaben in den Fächergruppen Ma-
thematik, Naturwissenschaften mit ESF-Mitteln gefördert werden. Die Nachfrage nach
Förderung war 2013 insgesamt weiterhin hoch und konnte durch die Übertragung von
zusätzlichen Mitteln anderer Ressorts teilweise gedeckt werden. Zum Stichtag 31. De-
zember 2013 waren 654 Vorhaben (davon 363 Promotionen/ drei Habilitationen) mit ei-
nem Gesamt-Fördervolumen von ca. 185,3 Mio. EUR bewilligt. Weitere Anträge oder
Antragsskizzen, insbesondere für planmäßige Verlängerungen (degressive Förderung)
bestehender Projekte wiesen darüber hinaus insbesondere für strukturschaffende Hoch-
schulprojekte auf weiteren Förderbedarf hin. Die starke Nachfrage nach der ESF-
Förderung für Hochschulen im Freistaat Sachsen ist Beleg dafür, dass die analysierten
Handlungsoptionen „Wissens- und Know-How-Transfer“ und „Verbesserung der Leis-
tungsfähigkeit der Hochschulen“ den Bedarf der sächsischen Hochschulen deutlich und
1
vgl. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen – August 2013
83

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
treffend widerspiegeln. Hinsichtlich der Bewertung der finanziellen Ausgabenerklärung
per 31. Dezember 2013 für alle Vorhabenbereiche der Richtlinie ESF Hochschule und
Forschung einschließlich Prioritätsachse E beliefen sich Ende 2013 die bewilligten Mittel
auf rund 99 % und die ausgezahlten Mittel auf rund 70 % der zur Verfügung stehenden
Mittel.
Vorhabensbereich: Wissens- und Know-how-Transfer
Nachwuchsforschergruppen:
Bis 31. Dezember 2013 wurden Förderungen für 98 Nachwuchsforschergruppen an
sächsischen Hochschulen ausgesprochen. Die Mittelbindung beträgt bislang ca. 108,2
Mio. EUR. Es sind 28 Vorhaben bereits abgeschlossen. Eine Vielzahl von Nachwuchs-
forschern promoviert auch im Rahmen der wissenschaftlichen Gemeinschaftsarbeit.
Nach den Erfahrungen der letzten Jahre beträgt die Quote etwa 30 - 40 %.
2
Landesinnovationspromotionen:
Für 175 Promovenden wurde bis zum 31. Dezember 2013 Förderungen ausgesprochen.
97 Vorhaben wurden bereits beendet.
Kooperative Promotionen:
Im Rahmen eines kooperativen Promotionsverfahrens erhalten unter den Vorausset-
zungen des Sächsischen Hochschulgesetzes exzellente Fachhochschulabsolventen die
Gelegenheit zur Promotion und werden gefördert. Bis Ende 2013 wurden 89 Promoven-
den (Fachhochschulabsolventen) gefördert, 36 Vorhaben sind bereits abgeschlossen.
Vorhabensbereich: Stärkung Leistungsfähigkeit der Hochschulen (Berufsakademien)
Anpassungsqualifikationen:
Die Förderung für das zweite von zwei Vorhaben endete regulär zum 31. Dezember
2013. Die Endverwendungsnachweisprüfung ist noch nicht abgeschlossen; es wird der-
2
Die Aussage, wie viele Promovenden hier gefördert werden, ist nicht möglich. In einer Beratung zwi-
schen der VB-ESF, dem SMWK/Ref.34 und der SAB am 14. August 2013 wurde vereinbart, dass der
Indikator 13 für den Bereich der Nachwuchsforschergruppen abgeschaltet wird. Hintergrund waren die
ständigen Plausibilitätsprobleme, wenn der Indikator in Ermangelung von Promotionen während der
Nachwuchsforschergruppe nicht befüllt werden konnte. Die Zuordnung wurde aufgehoben, somit sind
keine Daten mehr verfügbar.
84

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
zeit jedoch eingeschätzt, dass das Vorhaben ohne ESF-Förderung fortgesetzt wird bzw.
die Inhalte weitergenutzt werden. Beide Vorhaben sind sehr erfolgreich etabliert worden
und decken den Gesamtbedarf der Sächsischen Hochschulen und Studienakademien in
diesem Fördergegenstand.
Ausbilderqualifizierungen:
Maßnahmen dienen der Qualitätssteigerung der Ausbildung im dualen System der
Berufsakademie Sachsen (BA) durch Qualifizierung der an der dualen Ausbildung (BA-
Studium) beteiligten Praxisbetriebe. 2010 wurde ein sachsenweites Großvorhaben be-
willigt, das die Staatliche Studienakademie Leipzig federführend unter Beteiligung der
anderen sechs staatlichen Studienakademien umsetzt. Dieses Vorhaben wurde mit ei-
nem Fördersatz von 100 % zum 31. Dezember 2013 regulär beendet und wird zur Si-
cherung der dauerhaften Implementierung in den BA-Betrieb bis zum 31. Dezember
2014 mit einem Fördersatz von 75 % weitergeführt. Das Vorhaben deckt den gesamten
Bedarf.
Vorhabensbereich: Stärkung Leistungsfähigkeit der Hochschulen (postgraduale Studi-
engänge, Forschung und Innovation)
Industriepromotionen:
54 Promotionsvorhaben wurden bis zum 31. Dezember 2013 bewilligt. Es handelt sich
um mehrjährige Vorhaben von denen 30 Vorhaben bislang abgeschlossen wurden.
Vorhaben zur Vereinbarkeit von Familie und wissenschaftlicher Karriere:
45 Akademikern konnte bis zum 31. Dezember 2013 die Fortsetzung der Promotions-
oder Habilitationsphase an sächsischen Universitäten nach familienbedingter Unterbre-
chung gefördert werden. Ca. 2,87 Mio. EUR sind damit in diesem Fördergegenstand
bereits gebunden. Es handelt sich in der Regel um mehrjährige Vorhaben, wobei 28
Vorhaben bereits abgeschlossen wurden.
Career Services:
Bis zum 31. Dezember 2013 wurde der Aus- und Ausbau von zwölf Career Services mit
ca. 12,41 Mio. EUR gefördert. Es handelt sich um mehrjährige Großprojekte, die der
85

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Schaffung von nachhaltigen Strukturen an sächsischen Hochschulen dienen und die
Planung und Gestaltung der weiteren Karriere akademischer Nachwuchskräfte und die
Verbesserung des Übergangs vom Studium zur Beschäftigung verfolgen und dabei den
Bedarf der regionalen Wirtschaft nach Fachkräften aufgreifen. Die Förderrichtlinie sieht
vor, dass eine Verlängerung der Vorhaben bei degressiver Förderung möglich ist. Bis-
lang haben mehrere Hochschulen bereits Verlängerungen beantragt und erhalten. Zwei
Projekte endeten zum 31. Juli 2013 und beantragten keine Verlängerung. Die betreffen-
den Hochschulen werden die Ergebnisse der Projekte jedoch in für die jeweiligen Be-
dingungen abgestimmten Maßnahmen aufgreifen und weiter nutzen. Die anderen zehn
Projekte laufen bis spätestens 30. September 2014 mit Fördersätzen zwischen 40 und
80 % aus. Es wird erwartet, dass alle Hochschulen von der Möglichkeit Gebrauch ma-
chen werden die in dieser Förderperiode entwickelten Angebote zur Optimierung des
Übergangs vom Studium zum Beruf, weiter auszubauen und bestehende Strukturen in
geeigneter Weise zusammenzuführen.
Mentoringnetzwerke:
Bei den insgesamt fünf Vorhaben handelt sich um mehrjährige Maßnahmen von denen
2013 zwei Vorhaben vollständig abgeschlossen wurden und weitere Vorhaben mittels
einer Verlängerung und degressivem Fördersatz fortgeführt werden. Die Vorhaben en-
den bis spätestens 30. September 2014. Der Bedarf ist gedeckt. Es wird erwartet, dass
alle Zuwendungsempfänger von der Möglichkeit Gebrauch machen und bestehende
Strukturen zukünftig in geeigneter Weise insbesondere mit den ebenfalls geförderten
Career Service zusammenführen. Bislang wurden ca. 2,92 Mio. EUR in diesem Förder-
gegenstand gebunden.
Kompetenzschulen:
Bis zum 31. Dezember 2013 wurden sieben mehrjährige Vorhaben mit einem Fördervo-
lumen von ca. 3,73 Mio. EUR bewilligt. Insgesamt konnte bereits ein Vorhaben vollstän-
dig abgeschlossen werden und weitere vier Vorhaben mittels einer Verlängerung und
degressivem Fördersatz fortgeführt werden. Die Vorhaben enden bis spätestens 30.
November 2014.
86

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Postgraduale Bildungsangebote:
30 Vorhaben mit einem Fördervolumen von 13,54 Mio. EUR wurden bis zum 31. De-
zember 2013 gefördert. Die Förderrichtlinie sieht vor, dass in Ausnahmefällen eine Ver-
längerung der Vorhaben bei degressiver Förderung möglich ist. Im Jahr 2013 erfolgte
die Bewilligung von Verlängerungsanträgen in zwei Fällen. Darüber hinaus wurden zwei
Projekte neu bewilligt.
B. Angaben über die Wirkungen der Förderung der Chancengleichheit von
Männern und Frauen (gegebenenfalls)
Vorhabensbereich: Berufs- und Studienorientierung, Verbesserung des Schulerfolgs
Zu den Projekten ist Mädchen wie Jungen der gleiche Zugang zu gewähren. Für die
Projekte der Berufs- und Studienorientierung gelten überdies die Qualitätskriterien zur
Berufs- und Studienorientierung. Die Projekte der Berufs- und Studienorientierung müs-
sen dabei der Heterogenität der Teilnehmer gerecht werden und diese nicht bloß tolerie-
ren, sondern die vorhandenen Unterschiede zum Vorteil aller Schüler nutzbar machen.
Dabei werden die Ansätze des Gender Mainstreamings und des Intercultural
Mainstreamings vereint.
Vorhabensbereich: Freiwilliges Soziales Jahr, Projekte für Schulverweigerer / Schulso-
zialarbeit
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern so-
wie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Her-
kunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer se-
xuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind. Die
Projekte förderten insbesondere die Wiedereingliederung von benachteiligten Jungen,
da diese einen höheren Anteil der Schulverweigerer darstellten.
Vorhabensbereich: Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ)
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern so-
wie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Her-
kunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer se-
87

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
xuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind. Ein
Freiwilliges Ökologisches Jahr wird erfahrungsgemäß eher von jungen Frauen absolviert
als von jungen Männern.
Vorhabensbereich
:
Berufsorientierung und -vorbereitung
In der Richtlinie ist festgelegt, dass bei allen Maßnahmen der gleichberechtigte Zugang
von Frauen und Männern gewährleistet und bei der inhaltlichen Gestaltung den Unter-
schieden der Geschlechter Rechnung getragen wird. Das geschlechtsstereotypische
Berufswahlverhalten ist zu berücksichtigen und mit geeigneten Maßnahmen soll das
Interesse auch für atypische Berufe geweckt werden. Anhand der geförderten Teilneh-
merzahlen zeigt sich ein ausgewogenes Verhältnis zwischen männlichen und weiblichen
Teilnehmern.
Vorhabensbereich: Chancengleichheit: Lebenslanges Lernen, Verbesserung der Be-
rufswahlkompetenz
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern so-
wie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Her-
kunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer se-
xuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind. Die
durchgeführten Projekte zeigten besonders Mädchen in strukturschwachen ländlichen
Gebieten neue Beschäftigungsmöglichkeiten auf.
Vorhabensbereich: Förderung betriebliche/betriebsnaher Ausbildung (einschließlich
Land- und Forstwirtschaft)
In der Richtlinie ist festgelegt, dass Männer und Frauen auf Grundlage des Rechts auf
Gleichbehandlung den gleichen Zugang zu den Maßnahmen und Programmen haben.
Alle Vorhaben sind so zu realisieren, dass die chancengleiche Teilhabe von Frauen und
Männern zur Umsetzung der Chancengleichheitsziele des OP gesichert wird. Die Förde-
rung soll insbesondere auch dazu beitragen, dass Frauen und Männer die gleichen
Chancen für existenzsichernde Arbeit am Arbeitsmarkt erhalten, dass die Vereinbarkeit
von Familie und Beruf verbessert wird und geschlechtsstereotype Berufs- und Karriere-
muster überwunden werden. Bisher sind keine Tatsachen bekannt, die im Vorhabensbe-
88

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
reich „betriebliche und betriebsnahe Ausbildung“ Benachteiligungen hinsichtlich der
Chancengleichheit von Männern und Frauen vermuten lassen. Grundsätzlich sind alle
Ausbildungsplätze geschlechtsneutral zugänglich. In die Fördermaßnahmen für zusätzli-
che betriebsnahe Ausbildungsplätze mündeten überproportional männliche Jugendliche.
Gründe liegen in der insgesamt höheren Zahl männlicher Ausbildungsplatzbewerber in
Sachsen seit dem Jahr 2000. Zusätzlich ist die Gefährdung eines erfolgreichen Einmün-
dens in den ersten Arbeitsmarkt durch schlechtere Schulabschlüsse und geringe Mobili-
tät bei männlichen Jugendlichen deutlich erhöht. Die Fördervorhaben unterstützen ins-
gesamt einen chancengleichen Zugang zu einer anerkannten Berufsausbildung, indem
die Zugangskriterien vorrangig an den individuellen Problemlagen und der daraus resul-
tierenden Benachteiligung am Arbeitsmarkt orientiert sind sowie stärker benachteiligte
Gruppen wie männliche Jugendliche mit schlechterem Schulabschluss in größerem
Ausmaß partizipieren.
Vorhabensbereich: Zusatzqualifikation für Berufsfachschüler
Es wird bei allen Maßnahmen zwingend vorausgesetzt, dass der gleichberechtigte Zu-
gang von Frauen und Männern gewährleistet und bei der inhaltlichen Ausgestaltung den
Unterschieden der Geschlechter Rechnung getragen wird.
Vorhabensbereich: Personal- und Qualitätssicherung im Gesundheits- und Sozialbe-
reich
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern so-
wie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Her-
kunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer se-
xuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind. Die
geförderten Maßnahmen wurden von deutlich mehr Frauen als Männern angenommen.
89

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Vorhabensbereich: Wissens- und Know-how-Transfer, Vorhabensbereich: Stärkung
Leistungsfähigkeit der Hochschulen (Berufsakademien), Vorhabensbereich: Stärkung
Leistungsfähigkeit der Hochschulen (postgraduale Studiengänge, Forschung und Inno-
vation)
Im Rahmen der ESF-Richtlinie Hochschule und Forschung ist keine positive Diskriminie-
rung von Frauen oder Männern vorgesehen. Weibliche Studierende, Promovierende und
akademische Nachwuchskräfte sind ebenso Endbegünstigte der geplanten Vorhaben
wie ihre männlichen Kommilitonen und Kollegen. Zielgruppe von Mentoringnetzwerken
sind sowohl weibliche als auch männliche Mentees. Die Förderung von Promotionsvor-
haben, die der Fortsetzung der oder dem Eintritt in die Promotionsphase nach familien-
bedingter Unterbrechung der wissenschaftlichen Tätigkeit dienen, ist gleichermaßen für
Männer und Frauen möglich.
C. Analyse der Verwendung der Fonds gemäß Art. 34 Absatz 2 der Verordnung
(EG) Nr. 1083/2006 verwendet wurde. Für ESF-Programme sind die Angaben
gemäß Art. 10 der Verordnung (EG) 1081/2006 zu liefern.
a) Durchgängige Berücksichtigung des Gleichstellungsaspekts sowie etwaiger ge-
schlechtsspezifischer Aktionen;
b) Aktionen zur Förderung der Teilnahme von Migranten am Erwerbsleben und
dadurch zur Förderung ihrer sozialen Eingliederung;
c) Aktionen zur Förderung der Integration von Minderheiten ins Erwerbsleben und
dadurch Förderung ihrer sozialen Eingliederung;
d) Aktionen zur Förderung der Integration anderer benachteiligter Gruppen, ein-
schließlich Menschen mit Behinderungen, ins Erwerbsleben und zur Förderung ih-
rer sozialen Eingliederung;
e) Innovative Maßnahmen, einschließlich einer Darlegung der Themen und der Er-
gebnisse sowie der Verbreitung und durchgängigen Berücksichtigung;
f)
Transnationale und/oder interregionale Aktionen.
Vorhabensbereich: Berufs- und Studienorientierung, Verbesserung des Schulerfolgs
90

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Zu den Projekten ist Mädchen wie Jungen der gleiche Zugang zu gewähren. Für die
Projekte der Berufs- und Studienorientierung gelten überdies die Qualitätskriterien zur
Berufs- und Studienorientierung. Die Projekte der Berufs- und Studienorientierung müs-
sen dabei der Heterogenität der Teilnehmer gerecht werden und diese nicht bloß tolerie-
ren, sondern die vorhandenen Unterschiede zum Vorteil aller Schüler nutzbar machen.
Dabei werden die Ansätze des Gender Mainstreamings und des Intercultural
Mainstreamings vereint. Dadurch sollen die Schüler die vorhandene Vielfältigkeit positiv
wahrnehmen und erleben, beispielsweise durch Gruppenarbeiten, in denen jeder seine
individuellen Stärken zum Vorteil der Gruppe einbringen kann.
Vorhabensbereich: Freiwilliges Soziales Jahr, Projekte für Schulverweigerer / Schulso-
zialarbeit
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern so-
wie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Her-
kunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer se-
xuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind.
a) Die Projekte fördern insbesondere die Wiedereingliederung von benachteiligten Jun-
gen, da diese Gruppe einen besonders hohen Anteil an den Schulverweigerern hat.
Im Jahr 2013 waren etwa 53 % der geförderten Teilnehmer in diesem Vorhabensbe-
reich männlich.
b) Migranten wurden in diesem Bereich nicht gesondert erfasst
c) Auf der programmatischen Ebene wurden keine Fördergegenstände implementiert,
die die Förderung von Aktionen der Integration von Minderheiten zum Ziel haben. Da
die sozioökonomische Auswertung der SAB keine Daten zu Minderheiten enthält,
kann der Anteil der geförderten Teilnehmenden, die den Status einer Minderheiten-
angehörigkeit besitzen in allen Förderbereichen (Querschnitt) nicht benannt werden.
d) Im Bereich Innovative Vorhaben zur Intervention bei Schuldistanz wurden 370 Ju-
gendliche ohne Schulabschluss (w = 122, m = 248) gefördert. Im Bereich Sozialpä-
dagogische Vorhaben zur Kompetenzentwicklung von Schülerinnen und Schülern
wurden 740 Jugendliche ohne Schulabschluss (w = 332, m = 408) gefördert. Die ge-
förderten Maßnahmen der Produktionsschulen konnten 2013 791 benachteiligten
91

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Jugendlichen (w = 292, m = 499) eine Chance auf soziale Integration und ein eigen-
ständiges, selbstbestimmtes Leben geben.
e) Im Bereich von Projekten mit Schulverweigerern werden innovative Vorhaben zur
Intervention bei Schuldistanz und Produktionsschulen gefördert. Insgesamt wurden
dafür rund 14,4 Mio. EUR EU-Mittel bewilligt.
Vorhabensbereich: Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ)
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern so-
wie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Her-
kunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer se-
xuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind.
a) Im Jahr 2013 waren etwa 60 % der geförderten Teilnehmer in diesem Vorhabensbe-
reich weiblich.
b) Migranten wurden in diesem Bereich nicht gesondert erfasst.
c) Auf der programmatischen Ebene wurden keine Fördergegenstände implementiert,
die die Förderung von Aktionen der Integration von Minderheiten zum Ziel haben. Da
die sozioökonomische Auswertung der SAB keine Daten zu Minderheiten enthält,
kann der Anteil der geförderten Teilnehmenden, die den Status einer Minderheiten-
angehörigkeit besitzen in allen Förderbereichen (Querschnitt) nicht benannt werden.
d) Im diesem Bereich wurden sieben Jugendliche ohne Schulabschluss (w = 4, m = 3)
gefördert.
Vorhabensbereich
:
Berufsorientierung und -vorbereitung
a)
vgl. Ausführungen zur Chancengleichheit
b)
bis e) nicht zutreffend
h) Berufsorientierungsprojekte mit transnationaler bzw. interregionaler Ausrichtung
wurden bislang nicht gefördert.
Vorhabensbereich: Chancengleichheit: Lebenslanges Lernen, Verbesserung der Be-
rufswahlkompetenz
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern so-
wie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Her-
92

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
kunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer se-
xuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind.
a) Die durchgeführten Projekte zeigen besonders Mädchen in strukturschwachen länd-
lichen Gebieten neue Beschäftigungsmöglichkeiten auf. Im Jahr 2013 waren rund 94
% der geförderten Teilnehmer in diesem Vorhabensbereich weiblich.
b) Migranten wurden in diesem Bereich nicht gesondert erfasst.
c) Auf der programmatischen Ebene wurden keine Fördergegenstände implementiert,
die die Förderung von Aktionen der Integration von Minderheiten zum Ziel haben. Da
die sozioökonomische Auswertung der SAB keine Daten zu Minderheiten enthält,
kann der Anteil der geförderten Teilnehmenden, die den Status einer Minderheiten-
angehörigkeit besitzen in allen Förderbereichen (Querschnitt) nicht benannt werden.
d) In diesem Bereich wurden 235 Jugendliche ohne Schulabschluss (w = 220, m = 15)
gefördert.
Vorhabensbereich: Förderung betriebliche/betriebsnaher Ausbildung (einschließlich
Land- und Forstwirtschaft)
a)
Die Förderung betriebsnaher zusätzlicher Ausbildungsplätze wird überproportional
von männlichen Jugendlichen genutzt. Die Gefährdung eines erfolgreichen Ein-
mündens in den ersten Arbeitsmarkt durch schlechte Schulabschlüsse und geringe
Mobilität ist bei männlichen Jugendlichen deutlich erhöht. Die Fördervorhaben un-
terstützen für diese Zielgruppe einen chancengleichen Zugang zu einer anerkann-
ten Berufsausbildung.
siehe auch Ausführungen zur Chancengleichheit
d) Die zusätzlichen betriebsnahen Ausbildungsplätze werden durch marktbenachtei-
ligte oder individuell benachteiligte Jugendliche genutzt. Die Chancen einer Ein-
mündung in den ersten Arbeitsmarkt werden durch einen anerkannten Berufsab-
schluss deutlich gesteigert. Seit 2011 wird zudem gezielt der Zugang von Jugendli-
chen mit schlechteren Ausgangsbedingungen in betriebliche Ausbildungsverhält-
nisse unterstützt (vgl. Abschnitt e). Dies ist nach den Ergebnissen einer Studie der
effektivste Weg für die nachhaltige Integration benachteiligter Jugendlicher in den
ersten Arbeitsmarkt.
93

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
e) Der Vorhabensbereich der betrieblichen und betriebsnahen Ausbildung bietet die
Möglichkeit für die Umsetzung innovativer Vorhaben in der Berufsnachwuchssiche-
rung sowie Ausbildung. Zudem wurde im Jahr 2011 ein Ideenwettbewerb hinsicht-
lich der Förderung der betrieblichen Ausbildung für Jugendliche mit schlechteren
Startchancen initiiert. Inzwischen konnten 13 Projekte mit einem Fördervolumen
von 5 Mio. EUR bewilligt werden. Eine Übernahme erfolgreicher Ansätze in die
Regelförderung ist für den Förderzeitraum 2014 - 2020 geplant.
f)
Transnationale Maßnahmen für Jugendliche in der beruflichen Erstausbildung wer-
den in dem Berichtsteil zur Prioritätsachse E dargestellt.
Vorhabensbereich: Zusatzqualifikation für Berufsfachschüler
Es wird bei allen Maßnahmen zwingend vorausgesetzt, dass der gleichberechtigte Zu-
gang von Frauen und Männern gewährleistet und bei der inhaltlichen Ausgestaltung den
Unterschieden der Geschlechter ausreichend Rechnung getragen wird. Die Projekte
sind für Migranten und Minderheiten ebenfalls in gleichem Maße offen.
Vorhabensbereich: Personal- und Qualitätssicherung im Gesundheits- und Sozialbe-
reich
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern so-
wie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Her-
kunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer se-
xuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind.
a) Im Jahr 2013 waren 85 % der geförderten Teilnehmer in diesem Vorhabensbereich
weiblich.
b) Migranten wurden in diesem Bereich nicht gesondert erfasst.
c) Auf der programmatischen Ebene wurden keine Fördergegenstände implementiert,
die die Förderung von Aktionen der Integration von Minderheiten zum Ziel haben.
Da die sozioökonomische Auswertung der SAB keine Daten zu Minderheiten enthält,
kann der Anteil der geförderten Teilnehmenden, die den Status einer Minderheiten-
angehörigkeit besitzen in allen Förderbereichen (Querschnitt) nicht benannt werden.
d) In diesem Bereich wurden im Jahr 2013 keine Jugendlichen ohne Schulabschluss
gefördert.
94

 
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Vorhabensbereich: Wissens- und Know-how-Transfer, Vorhabensbereich: Stärkung
Leistungsfähigkeit der Hochschulen (Berufsakademien), Vorhabensbereich: Stärkung
Leistungsfähigkeit der Hochschulen (postgraduale Studiengänge, Forschung und Inno-
vation)
Die Integration von Minderheiten wird gewährleistet, obwohl im Rahmen der ESF-
Richtlinie Hochschule und Forschung keine positive Diskriminierung sorbischer Angele-
genheiten vorgesehen ist. Vielmehr richtet sich das Programm sowohl an sorbische und
deutsche Bürger des Freistaates Sachsen gleichermaßen. Sorbische Studierende, Pro-
movierende und akademische Nachwuchskräfte sind ebenso Endbegünstigte der ge-
planten Vorhaben wie ihre deutschen Kommilitonen und Kollegen. Da bisher seitens der
SAB keine Auswertung der sozioökonomischen Daten vorliegt, kann der Anteil der ge-
förderten Teilnehmenden, die dem Status einer Minderheitenangehörigkeit besitzen in
allen Förderbereichen (Querschnitt) nicht benannt werden.
3.2.2 Wesentliche aufgetretene Probleme und getroffene Abhilfemaßnahmen
Es wird auf die Ausführungen unter Nr. 2.3 hingewiesen.
95

 
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
3.3 Prioritätsachse C - Verbesserung des Zugangs zu Beschäftigung sowie der
sozialen Eingliederung von benachteiligten Personen
3.3.1 Ergebnisse und Fortschrittsanalyse
Materielle und finanzielle Fortschritte der Prioritätsachse C
Tabelle 18: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse C
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)
Indikatoren*
Art
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
Indikator 16 –
Ergebnisindikator
Geförderte Teilnehmer sind
ein Jahr nach Ende der
Förderung beschäftigt
Ergebnis
70%
61%
Zielvorgabe:
50%
Indikator 17 –
Outputindikator
Geförderte arbeitslose
benachteiligte Personen
(z.B. Langzeitarbeitslose)
Ergebnis
0
29
1.684
3.910
6.220
8.600
12.293
Zielvorgabe:
19.250
Indikator 18 –
Ergebnisindikator
Anteil der Personen, die
gegründet haben und zwei
Jahre später noch selb-
ständig sind
Ergebnis
65%
89%
Zielvorgabe:
65%
Indikator 18a –
Ergebnisindikator
Anteil der Teilnehmer, die
gegründet oder eine sv-
pflichtige Beschäftigung
aufgenommen haben
Ergebnis
86%
Zielvorgabe:
50%
Indikator 19 –
Outputindikator
Geförderte Gründer und
Teilnehmer aus der Arbeits-
losigkeit
Ergebnis
0
0
556
1.130
2.099
2.178
2.409
Zielvorgabe:
2.100
Indikator 21 –
Outputindikator
Aktivierte / geförderte
Langzeitarbeitslose
und
schwer Vermittelbare
Ergebnis
0
0
2.516
11.265
21.268
27.923
33.317
Zielvorgabe:
39.160
* Angaben lt. OP, eine Aufschlüsselung nach Geschlecht ist nicht vorgesehen
96

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Tabelle 19: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse C
(Status: bewilligt)
Indikatoren*
Art
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
Indikator 16 –
Ergebnisindikator
Geförderte Teilnehmer sind
ein Jahr nach Ende der
Förderung beschäftigt
Ergebnis
Zielvorgabe:
50%
Indikator 17 –
Outputindikator
Geförderte arbeitslose
benachteiligte Personen
(z.B. Langzeitarbeitslose)
Ergebnis
947
11.416
16.114
19.111
20.292
21.814
23.118
Zielvorgabe:
19.250
Indikator 18 –
Ergebnisindikator
Anteil der Personen, die
gegründet haben und zwei
Jahre später noch selb-
ständig sind
Ergebnis
Zielvorgabe:
65%
Indikator 18a –
Ergebnisindikator
Anteil der Teilnehmer, die
gegründet oder eine sv-
pflichtige Beschäftigung
aufgenommen haben
Ergebnis
Zielvorgabe:
50%
Indikator 19 –
Outputindikator
Geförderte Gründer und
Teilnehmer aus der Arbeits-
losigkeit
Ergebnis
0
767
1.535
2.490
2.490
2.490
2.490
Zielvorgabe:
2.100
Indikator 21 –
Outputindikator
Aktivierte / geförderte
Langzeitarbeitslose
und
schwer Vermittelbare
Ergebnis
570
12.895
21.320
26.727
32.189
38.101
41.780
Zielvorgabe:
39.160
* Angaben lt. OP, eine Aufschlüsselung nach Geschlecht ist nicht vorgesehen
97

image
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Tabelle 20: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse C
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)
98

image
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Tabelle 21: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse C
(Status: bewilligt)
99

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Qualitative Analyse
A. Analyse der Ergebnisse anhand der finanziellen Angaben (Nummer 2.1.2),
der materiellen Indikatoren (Nummer 3.1.1) und sonstiger relevanter Angaben
Vorhabensbereich: Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Mit dem Vorhabensbereich soll der Transport von Schülern der Klassenstufen 5 und 6
gefördert werden, der dazu dient, dass die Schüler zusätzliche Ganztagsangebote der
Schulen wahrnehmen können, die über die eigentliche Unterrichtszeit hinausgehen.
Dadurch soll erreicht werden, dass die Personensorgeberechtigten Beruf und Familie
besser miteinander vereinbaren können.
Bis zum 31. August 2013 wurden ca. 129 TEUR (davon 120 TEUR EU-Mittel und 9
TEUR Landesmittel) erklärt. Darüber hinausgehende Bewilligungen wurden nicht vorge-
nommen. Damit bleiben die Auszahlungen in diesem Bereich deutlich hinter den ur-
sprünglichen Planungen zurück. Geschuldet ist dieser Umstand der Tatsache, dass die
Träger der Schülerbeförderung zwischenzeitlich den Schülertransport mit eigenen Mit-
teln so organisiert haben, dass das Förderziel bereits ohne den Einsatz von Mitteln aus
dem Europäischen Sozialfonds weitestgehend erreicht wurde. Der Fördergegenstand
wurde daher im Jahr 2011 eingestellt.
Vorhabensbereich: Chancengleichheit: Qualifizierungsmaßnahmen für arbeitslose Per-
sonen
Die Vorhaben sollen Kenntnisse und Fähigkeiten zur Erhöhung der Chancen des Wie-
dereinstiegs auf dem Arbeitsmarkt nach der Elternzeit vermitteln und Kontakte zur Ar-
beitswelt erhalten. Einen weiteren Fördergegenstand bildet die Qualifizierung von ar-
beitslosen Frauen in zukunftsträchtigen Berufen sowie von Berufsrückkehrerinnen und
Berufsrückkehrern. Die Qualifizierungen sollen die Chancen der Teilnehmer auf eine
Wiedereinstellung am ersten Arbeitsmarkt erhöhen. Im Zuge der Auswertung der Er-
gebnisse des Auswahlverfahrens wurde im Vorhabensbereich „Qualifizierungsvorhaben
für arbeitslose Personen – Qualifizierung von arbeitslosen Frauen in zukunftsträchtigen
Berufen und Qualifizierung von Berufsrückkehrern“ eine Stichtagsregelung eingeführt.
Die Förderung in diesem Vorhabensbereich wurde zur besseren Charakterisierung des
100

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Merkmals der Zukunftsträchtigkeit auf Schwerpunkte konzentriert, bei denen sich grund-
sätzlich ein zukünftiger Bedarf an Arbeitskräften abzeichnet. In der kumulierten Ausga-
benbescheinigung vom 31. Dezember 2013 wurden 1.297 Teilzahlungen in Höhe von
etwa 18,9 Mio. EUR für die EU-Zahlungsanträge gemeldet. Dies entspricht einem Anteil
von rund 84 % bei einer Vorhabensbereichsplanung von insgesamt 22,6 Mio. EUR EU-
Mittel für den Förderzeitraum 2007 - 2013. Zum Stand 31. Dezember 2013 betrug die
Mittelbindung in diesem Bereich rund 21,5 Mio. EUR EU-Mittel. Dies entspricht einem
Anteil von rund 95 % bei einer Vorhabensbereichsplanung von insgesamt 22,6 Mio.
EUR EU-Mittel für den Förderzeitraum 2007 - 2013. In diesem Vorhabensbereich wur-
den 282 Projekte bewilligt. Davon befanden sich insgesamt 242 Projekte in der Verwen-
dungsnachweisprüfung (47) bzw. im Status „abschließend geprüft“ (195). Im Vergleich
mit dem Vorjahr hat sich die Zahl der abschließend geprüften Verwendungsnachweise
damit um 36 Projekte erhöht. In diesem Bereich wurden insgesamt 3.712 Teilnehmer
gefördert. Das festgelegte Ziel, im Förderzeitraum 2007 - 2013 6.650 arbeitslose be-
nachteiligte Personen zu fördern, wurde damit zu 56 % erfüllt.
Vorhabensbereich: Qualifizierung für Menschen mit Migrationshintergrund
Bei den geförderten Projekten handelt es sich um spezielle Anpassungslehrgänge für
medizinisches Personal aus Drittländern, um Sprachkurse für Ärztinnen und Ärzte, so-
wie Zahnärztinnen und Zahnärzte aus Drittländern und Qualifizierungsvorhaben für
Menschen mit Migrationshintergrund (QSA). Aufgrund mangelnder Antragszahlen wurde
bereits 2010 der Fördervollzug zu den speziellen Anpassungslehrgängen für medizini-
sches Personal aus Drittländern sowie für die Sprachkurse außer Kraft gesetzt. Zur Ko-
ordinierung des Antragsaufkommens wurden im Bereich der QSA zwei jährliche Stichta-
ge eingeführt. Seit dem Oktoberstichtag 2011 können auch Projekte, die es den Teil-
nehmern ermöglichen, die Anerkennung eines Abschlusses zu erreichen, mit einer
Laufzeit von bis zu 24 Monaten gefördert werden.
In der kumulierten Ausgabenbescheinigung vom 31. Dezember 2013 wurden 545 Teil-
zahlungen in Höhe von etwa 13,2 Mio. EUR für die EU-Zahlungsanträge gemeldet. Dies
entspricht einem Anteil von 78 % bei einer Vorhabensbereichsplanung von insgesamt
16,9 Mio. EUR EU-Mittel für den Förderzeitraum 2007 - 2013. Zum Stand 31. Dezember
101

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
2013 betrug die Mittelbindung in diesem Bereich rund 17 Mio. EUR EU-Mittel. Damit
wurden die für den Vorhabensbereich eingeplanten EU-Mittel von insgesamt 16,9 Mio.
EUR für den Förderzeitraum 2007 - 2013 um 1 % leicht überzeichnet. In diesem Vorha-
bensbereich wurden 159 Projekte bewilligt. Davon befanden sich insgesamt 117 Projek-
te in der Verwendungsnachweisprüfung (20) bzw. im Status „abschließend geprüft“ (97).
Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl der abschließend geprüften Verwendungs-
nachweise damit um 15 Projekte erhöht. In diesem Bereich wurden insgesamt 2.323
Teilnehmer gefördert. Das festgelegte Ziel, im Förderzeitraum 2007 - 2013 4.500 Teil-
nehmer zu erreichen, wurde damit zu 52 % erfüllt.
Vorhabensbereich: Qualifizierung für Arbeitslose
Das Programm QAB I wurde im Jahr 2010 abgeschlossen. Ca. 2.500 Teilnehmer er-
langten einen Berufsabschluss oder eine verwertbare Teilqualifikation. Beim Programm
Qualifizierung für Arbeitslose II (QAB II) haben die zugewiesenen Teilnehmer mehrjähri-
ge Qualifizierungen durchlaufen und werden diese entsprechend der individuell abge-
stimmten Curricula und Förderpläne und je nach Zuweisungszeitpunkt bis spätestens
2015 mit einem anerkannten Berufsabschluss oder arbeitsmarktrelevanter Teilqualifika-
tion abschließen. Bis zum 31. Dezember 2013 haben bereits 1.073 Teilnehmer das Pro-
gramm erfolgreich beendet (1.037 vollwertige Berufsabschlüsse und 36 Teilqualifikatio-
nen). 566 Personen befinden sich noch in der Qualifizierungsphase. In das im Septem-
ber 2011 gestartete Modellprogramm QAB dual mit einer stärkeren Betonung der be-
trieblichen Anbindung der Qualifizierung wurden ca. 760 Teilnehmer aufgenommen.
Geplant war ein Übergang von 50 % der Teilnehmer nach abgeschlossener Berufsfin-
dungsphase in eine reguläre Ausbildung bzw. betriebliche Umschulung bei Unterneh-
men. Die tatsächliche Einmündung in betriebliche Umschulung erfolgte jedoch auf nied-
rigerem Niveau. Zum 31. Dezember 2013 haben neun Teilnehmer das Programm erfolg-
reich beendet (acht vollwertige Berufsabschlüsse und ein Teilabschluss) und es befan-
den sich noch ca. 137 Teilnehmer in betrieblicher Vorbereitung auf einen Berufsab-
schluss. Die Teilnehmenden und die Unternehmen werden bei der Durchführung der
Qualifizierung z.B. mit Stützunterricht und Beratung begleitet. Zusätzlich zur Qualifizie-
rung von Arbeitslosen zu einem anerkannten Berufsabschluss wurde ab dem Jahr 2012
die Möglichkeit zur Förderung von kürzer angelegten bedarfsorientieren Qualifizierungs-
102

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
projekten für Arbeitslose geschaffen. Die Förderung dieser Projekte soll sich an der re-
gionalen Arbeitsmarktsituation und am Bedarf der regionalen Wirtschaft orientieren und
zielt darauf ab, die Arbeitsmarktchancen von Arbeitslosen zu verbessern. Sie integriert
die bislang in diesem Bereich geförderten Qualifizierungsprojekte für ältere Arbeitslose.
Ältere Personen können an allen bestehenden Fördermöglichkeiten gleichberechtigt
partizipieren. Durch Rückflüsse aus anderen Projekten wurden in 2013 in diesem Be-
reich verstärkt Projekte umgesetzt. Per 31. Dezember 2013 waren für diese Projekte
11,2 Mio. EUR für 1.422 Teilnehmer bewilligt. Der im Jahr 2012 eingeführte Weiterbil-
dungsscheck für Nichtleistungsempfänger wird weiterhin nur gering in Anspruch ge-
nommen. Als weiteres Instrument im Bereich der Qualifizierung von Arbeitslosen wird
seit 2012 der Weiterbildungsscheck Sachsen für Arbeitslose ohne Anspruch auf Leis-
tungen nach dem SGB III, SGB II (Nichtleistungsempfänger) umgesetzt. Damit soll auch
diesem Personenkreis, der in der Regel keine Weiterbildungsförderung durch die Ar-
beitsverwaltung erhält, ein individueller Zugang zu geförderter Weiterbildung ermöglicht
werden. Gefördert werden bis zu 80 % der Weiterbildungskosten, wenn die Kosten der
Weiterbildung mindestens 650 EUR betragen. Die Inanspruchnahme ist jedoch weiterhin
verhalten, bislang wurden in diesem Bereich 0,25 Mio. EUR für 92 Personen bewilligt.
Vorhabensbereich: Qualifizierung für arbeitslose Ältere
Die Neubewilligung von Projekten zur Qualifizierung von arbeitslosen Älteren wurde im
Jahr 2010 beendet. Insgesamt wurden für diesen Fördergegenstand 23 Projekte mit ei-
nem Fördervolumen von 6 Mio. EUR bewilligt und 3.052 Teilnehmer gefördert. Für die
Qualifizierung von Älteren steht seit 2012 der Vorhabensbereich „Qualifizierung von Ar-
beitslosen“ zur Verfügung.
Vorhabensbereich: Arbeitsmarktförderung (Einstellung von Benachteiligten)
Die Förderung der Einstellung von Benachteiligten wurde im Ergebnis der begleitenden
Evaluierung im Jahr 2010 eingestellt. Insgesamt erfolgten im Zeitraum von 2007 bis
2010 1.045 Bewilligungen mit einem Mittelvolumen von 9 Mio. EUR. Damit wurde mit
der Förderung mehr als 1.000 Arbeitslosen die Aufnahme eines versicherungspflichtigen
Arbeitsverhältnisses ermöglicht.
103

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Vorhabensbereich: Existenzgründungsförderung von Arbeitslosen
Die Existenzgründungsförderung von Arbeitslosen wurde im Ergebnis der begleitenden
Evaluierung im Jahr 2010 eingestellt. Insgesamt wurden für 1.568 Existenzgründungs-
zuschüsse und 42 Projekte zur Qualifizierung arbeitsloser Existenzgründer 13,9 Mio.
EUR bewilligt. Die für diesen Vorhabensbereich zur Verfügung gestellten Mittel in Höhe
von 14,2 Mio. EUR wurden damit zu 98 % ausgeschöpft.
Vorhabensbereich: Qualifizierungs- und Beschäftigungsprojekte für Benachteiligte
(JBH), Integrationsprojekte für schwerbehinderte Menschen und psychisch Kranke oder
Suchtkranke
Im Rahmen der Jugendberufshilfe werden sozialpädagogisch begleitete Qualifizierungs-
und Beschäftigungsvorhaben für sozial benachteiligte oder individuell beeinträchtigte
junge Menschen gefördert. Das niedrigschwellige Angebot der Berufsorientierung und
Berufsvorbereitung unterstützt den Übergang in Ausbildung oder weiterführende Maß-
nahmen der Berufsvorbereitung (1. Schwelle) sowie den Übergang in die Erwerbstätig-
keit (2. Schwelle). Um das Antragsaufkommen im Bereich der JBH zu regulieren, wurde
im Jahr 2011 eine Stichtagsregelung eingeführt. Im Bereich der Integrationsprojekte für
psychisch Kranke oder Suchtkranke werden Arbeits- und Beschäftigungsvorhaben ge-
fördert, in denen durch Qualifizierung und sozialpädagogische Betreuung eine Einbezie-
hung der Teilnehmer in den ersten Arbeitsmarkt erreicht werden soll. Die Förderquote
wurde in diesem Bereich aufgrund von Evaluationsergebnissen ab dem 1. Januar 2012
zunächst auf 60 % und später 40 % abgesenkt. Um nachhaltige Finanzierungsstrukturen
für Zuverdienstfirmen prüfen zu lassen wurde im April 2011 eine Aufforderung zur Ein-
reichung von Projektvorschlägen zur Erstellung einer Studie bekannt gemacht. In der
Studie wurde bestätigt, dass die Zuverdienstfirmen in der Regel niederschwellig ausge-
richtet und ein wichtiger Baustein einer gemeindenahen, personenzentrierten Versor-
gung von psychisch kranken bzw. seelisch behinderten Menschen im Bereich der Ar-
beit/Beschäftigung darstellen. Der Teilhabegedanke dieser Personengruppen wird daher
umgesetzt. Im Vorhabensbereich Integrationsprojekte für Schwerbehinderte werden
Projekte gefördert, die schwerbehinderte Beschäftigte sozialpädagogisch betreuen, be-
gleiten sowie qualifizieren. Außerdem ist die Qualifizierung der die schwerbehinderten
Menschen betreuenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Ziel definiert. Aus Additio-
104

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
nalitätsgründen konnten die Erwartungen im Bereich Integrationsprojekte für Schwerbe-
hinderte bisher nicht erfüllt werden. In der kumulierten Ausgabenbescheinigung vom 31.
Dezember 2013 wurden 1.125 Teilzahlungen in Höhe von etwa 19 Mio. EUR für die EU-
Zahlungsanträge gemeldet. Dies entspricht einem Anteil von 65 % bei einer Vorhabens-
bereichsplanung von insgesamt 29,4 Mio. EUR EU-Mittel für den Förderzeitraum 2007 -
2013. Zum Stand 31. Dezember 2013 betrug die Mittelbindung in diesem Bereich rund
31 Mio. EUR EU-Mittel. Damit wurden die für den Vorhabensbereich eingeplanten EU-
Mittel von insgesamt 29,4 Mio. EUR für den Förderzeitraum 2007 - 2013 um 5,5 % leicht
überzeichnet. In diesem Vorhabensbereich wurden 275 Projekte bewilligt. Davon befan-
den sich insgesamt 188 Projekte in der Verwendungsnachweisprüfung (40) bzw. im Sta-
tus „abschließend geprüft“ (148). Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl der ab-
schließend geprüften Verwendungsnachweise damit um 43 Projekte erhöht. In diesem
Bereich wurden insgesamt 4.328 Teilnehmer gefördert. Das festgelegte Ziel, im Förder-
zeitraum 2007 - 2013 5.850 Teilnehmer zu erreichen, wurde damit zu 74 % erfüllt.
Vorhabensbereich: Kleinvorhaben zum Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit und des sozi-
alen Zusammenhalts
Bei den geförderten Projekten handelt es sich um Kleinvorhaben, in denen sich Perso-
nen, die Leistungen nach dem SGB II beziehen, bürgerschaftlich engagieren. Insbeson-
dere werden der Erhalt und die Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit, die Stärkung
der Eigenmotivation, der Eigeninitiative und der sozialen Kompetenz angestrebt. Durch
Tätigkeiten und Aufgaben außerhalb der Erwerbsarbeit sollen sich die Teilnehmer in das
gesellschaftliche Leben integrieren. Das Förderkonzept dieses Vorhabensbereiches war
befristet ausgestaltet. Der Fördervollzug lief bereits 2010 aus. Eine Verlängerung dieses
Vorhabensbereiches ist nicht vorgesehen. Im Vorhabensbereich K (Lokales Kapital für
soziale Zwecke) stehen weitere Fördermöglichkeiten für Kleinprojekte zur Verfügung.
In der kumulierten Ausgabenbescheinigung vom 31. Dezember 2013 wurden 16 Teil-
zahlungen in Höhe von etwa 6,25 Mio. EUR für die EU-Zahlungsanträge gemeldet. Da-
mit wurden die im Rahmen der Vorhabensbereichsplanung vorgesehenen EU-Mittel für
den Förderzeitraum 2007 - 2013 von insgesamt rund 6,25 Mio. EUR voll ausgeschöpft.
Zum Stand 31. Dezember 2013 betrug die Mittelbindung in diesem Bereich rund 6,25
105

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Mio. EUR EU-Mittel. Dies entspricht 100 % bei einer Vorhabensbereichsplanung von
insgesamt 6,25 Mio. EUR EU-Mittel für den Förderzeitraum 2007 - 2013. In dem Vorha-
bensbereich wurde 1 Projekt bewilligt, welches bereits abschließend geprüft wurde. Bei
diesem Projekt handelt es sich um die TAURIS Stiftung, die als zwischengeschaltete
Stelle mit dem Fördervollzug betraut wurde. Insgesamt konnten 4.609 Teilnehmer ge-
fördert werden. Das festgelegte Ziel, im Förderzeitraum 2007 - 2013 4.609Teilnehmer
zu erreichen, wurde damit zu 100 % erfüllt.
Vorhabensbereich: Lokales Kapital für soziale Zwecke (LOS)
Der Vorhabensbereich fördert lokale Kleinvorhaben zur Mobilisierung des vor Ort vor-
handenen Potentials zur Beschäftigungsentwicklung und zur Eingliederung in den Ar-
beitsmarkt. Die Vorhaben sollen dem Erhalt und der Verbesserung der Beschäftigungs-
fähigkeit dienen. Im Vordergrund stehen dabei die Stärkung der sozialen Kompetenz
und die Aktivierung von Eigenmotivation und Eigeninitiative zur Aufnahme einer Be-
schäftigung oder Qualifikation. Die Teilnehmer werden mit Tätigkeiten und Aufgaben
außerhalb der klassischen Erwerbsarbeit (z.B. bürgerschaftliches Engagement) betraut
und dadurch in das gesellschaftliche Leben integriert. Den Empfehlungen der Evaluation
folgend sollen Schwerpunkte in der Förderung gesetzt werden. Im April 2012 wurde da-
her eine Bekanntmachung zur Einreichung von Projektvorschlägen im Themenbereich
LOS – „Jobfit“ veröffentlicht. Insgesamt wurden knapp 50 Projekte zur Umsetzung aus-
gewählt.
Darüber hinaus wurden in den Jahren 2010 - 2013 Aufrufe (Calls) zur Einreichung von
Projektvorschlägen zum Thema Alltagsbegleitung für Senioren initiiert. Dabei wurde das
Antragsvolumen kontinuierlich gesteigert. Im vierten Call (2013) wurden 38 Projekte zur
Umsetzung ausgewählt, die Projektlaufzeit endet spätestens am 31. Dezember 2014.
Bereits 2012 wurde eine Koordinierungsstelle Alltagsbegleiter für Senioren eingerichtet,
über die bereits laufende als auch kommende Projekte der Alltagsbegleiter untereinan-
der vernetzt werden. So wurde eine Austauschplattform geschaffen, die es Kommunen,
Vereine und Kirchgemeinden ermöglicht bei der Projektentwicklung begleitet, unterstützt
und beraten zu werden. Die Koordinierungsstelle hat sich etabliert und konnte durch
eine umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit zur Steigerung der Antragszahlen beitragen. Mit
106

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
dem Ziel der Weiterentwicklung der Beschäftigungsfähigkeit wird auf eine qualifizierende
Begleitung der Projektteilnehmer zunehmend Wert gelegt. Mit der an den Inhalten des
Projektes ausgerichteten Qualifizierung soll eine nachhaltige Ausgestaltung der Projek-
tideen erreicht werden. Zusätzlich zu den bisherigen Fördermöglichkeiten wurde eine
Aufwandsentschädigung für die Teilnehmer ermöglicht. In der kumulierten Ausgabenbe-
scheinigung vom 31. Dezember 2013 wurden 973 Teilzahlungen in Höhe von etwa 4
Mio. EUR für die EU-Zahlungsanträge gemeldet. Dies entspricht einem Anteil von rund
50 % bei einer Vorhabensbereichsplanung von insgesamt 8 Mio. EUR EU-Mittel für den
Förderzeitraum 2007 - 2013. Zum Stand 31. Dezember 2013 betrug die Mittelbindung in
diesem Bereich 6,9 Mio. EUR EU-Mittel. Dies entspricht einem Anteil von rund 86 % bei
einer Vorhabensbereichsplanung von insgesamt 8 Mio. EUR EU-Mittel für den Förder-
zeitraum 2007 - 2013. In dem Vorhabensbereich wurden 904 Projekte bewilligt. Davon
befanden sich insgesamt 712 Projekte in der Verwendungsnachweisprüfung (129) bzw.
im Status „abschließend geprüft“ (583). Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl der
abschließend geprüften Verwendungsnachweise damit um 229 Projekte erhöht. In die-
sem Bereich wurden insgesamt 10.445 Teilnehmer gefördert. Das festgelegte Ziel, im
Förderzeitraum 2007 - 2013 9.500 Teilnehmer zu erreichen, wurde damit um ca. 10 %
überzeichnet.
Vorhabensbereich: Weiterbildung ehrenamtlich tätiger oder privater Personen
Die Weiterbildung soll das fachspezifische Wissen und Können der in Land-, Forst-,
Wasserwirtschaft, Landtourismus, Umweltschutz einschließlich Naturschutz sowie Um-
weltbildung ehrenamtlich tätigen oder privaten Personen stärken sowie zu einem besse-
ren Verständnis und einem erfolgreicheren Erfüllen der verschiedensten fachlichen und
rechtlichen Anforderungen befähigen. Der Fördergegenstand wurde aufgrund der gerin-
gen Antragszahlen am 31. Dezember 2011 eingestellt. In der kumulierten Ausgabenbe-
scheinigung vom 31. Dezember 2013 wurden 14 Teilzahlungen in Höhe von 79.599,26
EUR für die EU-Zahlungsanträge gemeldet. Dies entspricht einem Anteil von rund 100
% bei einer Vorhabensbereichsplanung von insgesamt 79.599,00 EUR EU-Mittel für den
Förderzeitraum 2007 - 2013. Zum Stand 31. Dezember 2013 betrug die Mittelbindung in
diesem Bereich 79.599,26 EUR EU-Mittel. Dies entspricht einem Anteil von rund 100 %
107

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
bei einer Vorhabensbereichsplanung von insgesamt 79.599,00 EUR EU-Mittel für den
Förderzeitraum 2007 - 2013.
Vorhabensbereich: Förderung der Beschäftigungsfähigkeit
Mit der Förderung sollen die Beschäftigungsfähigkeit von Langzeitarbeitslosen und ihre
Aussichten auf eine Integration in den Arbeitsmarkt verbessert werden. Dabei soll ins-
besondere berücksichtigt werden, dass auf dem Arbeitsmarkt benachteiligte Personen-
gruppen differenzierte Integrationsangebote und individuell bedarfsgerechte Unterstüt-
zungsleistungen benötigen. Die starke Nachfrage in diesem Bereich weist trotz deutli-
cher Entspannung der Arbeitsmarktlage in den vergangenen Jahren weiterhin auf einen
hohen Unterstützungsbedarf für Langzeitarbeitslose hin. Die Projekte berücksichtigen
umfassend den individuellen Förderbedarf der Teilnehmer und sind durch Praktika in
Unternehmen unmittelbar auf den 1. Arbeitsmarkt ausgerichtet. Zur Intensivierung dieser
Ausrichtung und nachhaltigen Unterstützung wird als erweiterter Förderansatz die „Indi-
viduelle Einstiegsbegleitung“ umgesetzt. Dabei werden Langzeitarbeitslosen, die im
Rahmen der Projekte erfolgreich in Arbeit vermittelt wurden während der Anfangsphase
der Beschäftigung im Unternehmen weiter betreut. Damit soll die Effektivität der Förde-
rung von Langzeitarbeitslosen erhöht und eine nachhaltigere Arbeitsmarktintegration
erreicht werden. Im Jahr 2013 wurden weitere 48 Projekte zur Verbesserung der Be-
schäftigungsfähigkeit und Individuellen Einstiegsbegleitung mit 1.067 Teilnehmern und
einem Volumen von 8,6 Mio. EUR gefördert. Insgesamt wurden im Zeitraum 2007 -
2013 für diesen Vorhabensbereich insgesamt rund 62 Mio. EUR bewilligt und für 11.582
Teilnehmer der Verwendungsnachweis erbracht.
Vorhabensbereich: Maßnahmen zur Alphabetisierung
Unter dem Aspekt der Integration Benachteiligter werden Projekte zur Alphabetisierung
von funktionalen Analphabeten gefördert. Diese zielen auf die Erhöhung der Beschäfti-
gungsfähigkeit der Teilnehmer, ihre mögliche Eingliederung in das Erwerbsleben und
ihre bessere soziale Integration. Die Alphabetisierungsmaßnahmen werden in Teilzeit-
kursen einschließlich sozialpädagogischer Betreuung durchgeführt. Jährlich sollen Al-
phabetisierungskurse für etwa 190 funktionale Analphabeten angeboten werden, wofür
Gesamtausgaben in Höhe von ca. 15,1 Mio. EUR, davon ESF-Mittel in Höhe von ca.
108

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
11,3 Mio. EUR geplant sind. Bis zum 31. August 2013 wurden ca. 6,7 Mio. EUR (davon
5,1 Mio. EUR EU-Mittel und 1,7 Mio. EUR Landesmittel) erklärt. Dies ist ein zufrieden-
stellender Wert. Bewilligt wurden bis zu diesem Zeitpunkt Projekte im Umfang von 10,8
Mio. EUR. Den bislang 2.463 Teilnehmereintritten und 1.725 Teilnehmeraustritten ste-
hen lediglich 152 Abbrüche gegenüber. Mithin konnte das mit der Förderung gesetzte
Ziel, dass mindestens 80 % der Teilnehmer eine Bestätigung der erfolgreichen Teilnah-
me erhalten, erreicht werden. Die Förderung wird daher sehr gut angenommen. Der
Leistungsstand der Teilnehmer am Ende der Alphabetisierungskurse ist stark von den
individuellen Fähigkeiten abhängig und reicht vom fehlerfreien Lesen und Abschreiben
einfacher Wörter bis hin zur fehlerfreien schriftlichen Wiedergabe kleiner Texte. Dane-
ben erfahren die Teilnehmer nach Beobachtungen der Projektträger weitere persönliche
Entwicklungen, die im Hinblick auf ihre Beschäftigungsfähigkeit und soziale Integration
positiv zu bewerten sind. Insgesamt wird, bei allen Unterschieden in den Voraussetzun-
gen und Lernerfolgen der Teilnehmer, durch die Träger übereinstimmend eingeschätzt,
dass die Teilnehmer durch die Kurse einen Zuwachs an Selbstbewusstsein und Integra-
tionsbereitschaft bzw. -zuversicht zeigen. Es gibt natürlich auch den Rückzug in das
gewohnte Umfeld. Für viele ist es ein Erfolg, sich zu outen und überhaupt an der Maß-
nahme teilzunehmen. Regelmäßiges und pünktliches Erscheinen ist ebenfalls ein Erfolg.
Die allgemeine Sprachkompetenz und die Schriftsprachkompetenz werden gesteigert.
Die Teilnehmer registrieren eine persönliche Steigerung in den Kategorien: Lern- und
Arbeitshaltung, Soziale und Personale Kompetenzen, Lernkompetenzen. Im Ergebnis ist
für alle Teilnehmer neben der Erhöhung ihrer Lese- und Schreibkenntnisse eine Ver-
besserung ihrer gesellschaftlichen Teilhabemöglichkeit zu verzeichnen. Darüber hinaus
wurden durch die 2010 eingerichtete Koordinierungsstelle Alphabetisierung im Jahr
2011 Qualitätsstandards für die Alphabetisierungsarbeit in Sachsen erarbeitet (Qualifi-
kationsanforderungen für das eingesetzte Personal und Qualitätskriterien für die ESF-
Alphabetisierungskurse). Dadurch soll die Qualität der Kurse erhöht werden. Darüber
hinaus wurde weiter auf die Problematik des Analphabetismus aufmerksam gemacht
und jedes Jahr mehrere Fachveranstaltungen durchgeführt. Dadurch soll die Bevölke-
rung für das Thema sensibilisiert werden und Personen von relevanten Institutionen be-
fähigt werden, Analphabeten zu erkennen und Hilfsangebote zu unterbreiten bzw. sol-
109

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
che zu vermitteln. Als Ergebnis dieser Anstrengungen ist unter anderem eine Zunahme
der Anzahl der Projekte wie auch der Teilnehmer zu verzeichnen.
Vorhabensbereich: Qualifizierung und Eingliederung Strafgefangener
Gefördert werden Vorhaben, die die Beschäftigungsfähigkeit und die Vermittelbarkeit
von Gefangenen auf dem Arbeitsmarkt erhalten bzw. verbessern sowie die Vorbereitung
auf die berufliche Integration nach der Haftentlassung unterstützen. Vorrangig soll den
Gefangenen ermöglicht werden, durch modulare Ausbildung anerkannte Berufsab-
schlüsse zu erwerben. Soweit dies innerhalb der Haftzeit realisierbar ist, sollen sie die
erforderlichen Qualifizierungsbausteine (Module) des gewählten Berufsbildes absolvie-
ren und eine Abschlussprüfung ablegen. Können während der Haftzeit nicht alle erfor-
derlichen Module durchlaufen werden, so können Gefangene nach der Haftentlassung
fehlende Module im Rahmen ähnlicher Vorhaben abschließen und sich dann der Ab-
schlussprüfung stellen. Sind Gefangene noch nicht ausbildungsfähig, so besteht die
Möglichkeit, durch Teilnahme an sozialpädagogischen Vorhaben die bisher fehlende
Ausbildungsfähigkeit herzustellen. Ziel derartiger Maßnahmen ist die anschließende
Teilnahme an beruflichen Qualifizierungsvorhaben noch während der Inhaftierung oder
nach der Entlassung. Mit dieser Zielsetzung fanden im Jahr 2013 in den zehn sächsi-
schen Justizvollzugsanstalten 72 berufliche und sozialpädagogische Vorhaben für Ge-
fangene mit 812 Teilnehmerplätzen statt. Insgesamt wurden im aktuellen Förderzeit-
raum bisher 328 Vorhaben bewilligt. Da die Mehrzahl der Inhaftierten über keine abge-
schlossene Schul- oder Berufsausbildung verfügen und vor dem Haftantritt zumeist kei-
ner regelmäßigen Beschäftigung nachgingen, eröffnen die angebotenen Qualifizie-
rungsmaßnahmen für den Einzelnen eine berufliche Perspektive und eine Chance auf
ein straffreies Leben nach der Haftentlassung. Für den Vorhabensbereich stehen 33,79
Mio. EUR ESF Mittel zur Verfügung. Davon wurden bis 31. Dezember 2013 30,48 Mio.
EUR gebunden und 24,37 Mio. EUR ausgezahlt. Prozentual entspricht dies einem Bin-
dungsstand von 90,2 % und einem Auszahlungsstand von etwa 72,12 %.
Vorhabensbereich: Chancengleichheit: Soziale Eingliederung für Alleinerziehende
Die Projekte ermöglichen die Bereitstellung und Besetzung von Berufsausbildungsplät-
zen für besonders benachteiligte alleinerziehende Empfängerinnen oder Empfänger von
110

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Leistungen nach dem SGB II, die über keinen geregelten Berufsabschluss nach Landes-
recht, Berufsbildungsgesetz oder Gesetz zur Ordnung des Handwerks verfügen. Zudem
wird eine sozialpädagogische Betreuung während der Ausbildung gefördert, um die Effi-
zienz und Effektivität der Ausbildung zu erhöhen. Vor dem Hintergrund des offensichtlich
fehlenden Bedarfs wurde dieser Fördergegenstand 2010 eingestellt. In der kumulierten
Ausgabenbescheinigung vom 31. Dezember 2013 wurden neun Teilzahlungen in Höhe
von 29.500,00 EUR für die EU-Zahlungsanträge gemeldet. Dies entspricht einem Anteil
von rund 91 % bei einer Vorhabensbereichsplanung von insgesamt 32.500,00 EUR EU-
Mittel für den Förderzeitraum 2007 - 2013. Zum Stand 31. Dezember 2013 betrug die
Mittelbindung in diesem Bereich rund 32.500,00 EUR EU-Mittel. Dies entspricht 100 %
bei einer Vorhabensbereichsplanung von insgesamt 32.500,00 EUR EU-Mittel für den
Förderzeitraum 2007 - 2013. In dem Vorhabensbereich wurden zehn Projekte bewilligt.
Davon konnten bereits alle Projekte verwendungsnachweisgeprüft (eins) bzw. abschlie-
ßend geprüft werden (neun). In diesem Bereich wurden insgesamt zehn Teilnehmer ge-
fördert. Das festgelegte Ziel, im Förderzeitraum 2007 - 2013 zehn Teilnehmer zu errei-
chen, wurde damit zu 100 % erfüllt.
B. Angaben über die Wirkungen der Förderung der Chancengleichheit von
Männern und Frauen (gegebenenfalls)
Vorhabensbereich: Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Bei allen Maßnahmen wird zwingend vorausgesetzt, dass der gleichberechtigte Zugang
von Frauen und Männern gewährleistet ist und bei der inhaltlichen Ausgestaltung den
Unterschieden der Geschlechter ausreichend Rechnung getragen wird.
Vorhabensbereich: Chancengleichheit: Qualifizierungsmaßnahmen für arbeitslose Per-
sonen
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern so-
wie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Her-
kunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer se-
xuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind. Die
111

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
geförderten Maßnahmen wurden fast ausschließlich von Frauen in Anspruch genom-
men.
Vorhabensbereich: Qualifizierung für Menschen mit Migrationshintergrund
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern so-
wie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Her-
kunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer se-
xuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind.
Frauen und Männer nahmen in gleichem Maß an den geförderten Projekten teil.
Vorhabensbereich: Qualifizierung für Arbeitslose
Mit QAB II und QAB dual wird die Qualifizierung von arbeitslosen Personen ohne auf
dem Arbeitsmarkt verwertbaren Berufsabschluss zu einem anerkannten Berufsab-
schluss gefördert. Grundlage für eine erfolgreiche Qualifizierung ist die individuelle Um-
setzung des Programms (umfangreiche Eignungsfeststellung und berufliche Orientie-
rung, Ermittlung der vorhandenen Berufserfahrung, Stärken und Schwächen, Erarbei-
tung eines individuellen Curriculums für jeden Teilnehmer gemäß der persönlichen Vo-
raussetzungen und Lebensbedingungen). Hinzu kommen bedarfsgerechte Unterstüt-
zungsmaßnahmen und eine sozialpädagogische Betreuung, so dass soziale Benachtei-
ligungen kompensiert werden können und auch die Vereinbarkeit von Familie, Qualifizie-
rung und Beruf verbessert wird. Frauen und Männer erhalten die gleichen Chancen auf
existenzsichernde Arbeit am Arbeitsmarkt. So werden z. B. im Rahmen dieses Pro-
gramms u. a. auch zusätzliche Kinderbetreuungskosten gefördert.
Vorhabensbereich: Qualifizierungs- und Beschäftigungsprojekte für Benachteiligte
(JBH), Integrationsprojekte für schwerbehinderte Menschen und psychisch Kranke oder
Suchtkranke
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern so-
wie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Her-
kunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer se-
xuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind.
Über die Hälfe der Teilnehmer in diesem Vorhabensbereich waren männlich.
112

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Vorhabensbereich: Kleinvorhaben zum Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit und des sozi-
alen Zusammenhalts
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern so-
wie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Her-
kunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer se-
xuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind.
Über die Hälfte der Teilnehmer in diesem Vorhabensbereich waren weiblich.
Vorhabensbereich: Lokales Kapital für soziale Zwecke (LOS)
In der Richtlinie ist festgeschrieben dass die Chancengleichheit von Frauen und Män-
nern sowie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethni-
schen Herkunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder
einer sexuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind.
In der Praxis wurden die geförderten Vorhaben eher von Frauen angenommen.
Vorhabensbereich: Weiterbildung ehrenamtlich tätiger oder privater Personen
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern so-
wie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Her-
kunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer se-
xuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind.
Vorhabensbereich: Förderung der Beschäftigungsfähigkeit
In der Richtlinie ist festgelegt, dass Männer und Frauen auf der Grundlage des Rechts
auf Gleichbehandlung den gleichen Zugang zu den Maßnahmen und Programmen ha-
ben. Alle Vorhaben sind so zu realisieren, dass die chancengleiche Teilhabe von Frauen
und Männern zur Umsetzung der Chancengleichheitsziele des Operationellen Pro-
gramms gesichert wird. Im Bereich „Förderung der Beschäftigungsfähigkeit“ sind bisher
keine Tatsachen bekannt, die eine Diskrepanz bei der Chancengleichheit von Männern
und Frauen vermuten lassen. 48 % der bislang geförderten Teilnehmer waren weiblich,
52 % männlich. Der Anteil geförderter Frauen im Bereich Förderung der Beschäftigungs-
fähigkeit entspricht damit in etwa dem Frauenanteil an Arbeitslosen gesamt.
Vorhabensbereich: Maßnahmen zur Alphabetisierung
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Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Bei allen Maßnahmen wird zwingend vorausgesetzt, dass der gleichberechtigte Zugang
von Frauen und Männern gewährleistet ist und bei der inhaltlichen Ausgestaltung den
Unterschieden der Geschlechter ausreichend Rechnung getragen wird.
Vorhabensbereich: Qualifizierung und Eingliederung Strafgefangener
Bei der Konzeption und Durchführung der Qualifizierungsmaßnahmen wird auf eine
chancengleiche Teilnahme von weiblichen Gefangenen geachtet.
Vorhabensbereich: Chancengleichheit: Soziale Eingliederung für Alleinerziehende
In der ESF-Richtlinie SMS/SMUL ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen
und Männern sowie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder
ethnischen Herkunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters
oder einer sexuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten
sind. Es wurden ausschließlich weibliche Teilnehmer gefördert.
C.
Analyse der Verwendung der Fonds gemäß Art. 34 Absatz 2 der Verordnung
(EG) Nr. 1083/2006 verwendet wurde. Für ESF-Programme sind die Angaben
gemäß Art. 10 der Verordnung (EG) 1081/2006 zu liefern.
a) Durchgängige Berücksichtigung des Gleichstellungsaspekts sowie etwaiger ge-
schlechtsspezifischer Aktionen;
b) Aktionen zur Förderung der Teilnahme von Migranten am Erwerbsleben und
dadurch zur Förderung ihrer sozialen Eingliederung;
c) Aktionen zur Förderung der Integration von Minderheiten ins Erwerbsleben und
dadurch Förderung ihrer sozialen Eingliederung;
d) Aktionen zur Förderung der Integration anderer benachteiligter Gruppen, ein-
schließlich Menschen mit Behinderungen, ins Erwerbsleben und zur Förderung ih-
rer sozialen Eingliederung;
e) Innovative Maßnahmen, einschließlich einer Darlegung der Themen und der Er-
gebnisse sowie der Verbreitung und durchgängigen Berücksichtigung;
f)
Transnationale und/oder interregionale Aktionen.
114

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Vorhabensbereich: Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Bei allen Maßnahmen wird zwingend vorausgesetzt, dass der gleichberechtigte Zugang
von Frauen und Männern wie auch von Minderheiten und Menschen mit Migrationshin-
tergrund gewährleistet ist. Transnationale Maßnahmen spielen in diesem Vorhabensbe-
reich keine Rolle.
Vorhabensbereich: Chancengleichheit: Qualifizierungsmaßnahmen für arbeitslose Per-
sonen
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern so-
wie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Her-
kunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer se-
xuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind.
a) Im Jahr 2013 waren etwa 98 % der geförderten Teilnehmer in diesem Vorhabensbe-
reich weiblich.
b) Migranten wurden in diesem Bereich nicht gesondert erfasst.
c) Auf der programmatischen Ebene wurden keine Fördergegenstände implementiert,
die die Förderung von Aktionen der Integration von Minderheiten zum Ziel haben. Da
die sozioökonomische Auswertung der SAB keine Daten zu Minderheiten enthält,
kann der Anteil der geförderten Teilnehmenden, die den Status einer Minderheiten-
angehörigkeit besitzen in allen Förderbereichen (Querschnitt) nicht benannt werden.
Dieser Status wird überdies nicht im Teilnehmerstammblatt erfasst.
d) In diesem Bereich wurden zwei jugendliche Teilnehmerinnen ohne Schulabschluss,
422 arbeitslose und Mütter und Väter in Erziehungsurlaub (w = 414, m = 8) sowie
3.924 (w = 3.826, m = 98) arbeitslose Frauen/ Berufsrückkehrerinnen gefördert.
Vorhabensbereich: Anpassungsfortbildung für medizinisches Personal; Qualifizierung für
Menschen mit Migrationshintergrund
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern so-
wie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Her-
kunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer se-
xuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind.
115

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
a) Im Jahr 2013 waren etwa 48 % der geförderten Teilnehmer in diesem Vorhabensbe-
reich weiblich.
b) Die Maßnahmen richten sich an Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler sowie dau-
eraufenthaltsberechtigte Ausländerinnen und Ausländer. Im Jahr 2013 wurden die-
sem Bereich 2.456 Migranten (w = 1.171, m = 1.285) erfasst.
c) Auf der programmatischen Ebene wurden keine Fördergegenstände implementiert,
die die Förderung von Aktionen der Integration von Minderheiten zum Ziel haben. Da
die sozioökonomische Auswertung der SAB keine Daten zu Minderheiten enthält,
kann der Anteil der geförderten Teilnehmenden, die den Status einer Minderheiten-
angehörigkeit besitzen in allen Förderbereichen (Querschnitt) nicht benannt werden.
Vorhabensbereich: Qualifizierung für Arbeitslose
a) Siehe Ausführungen zur Chancengleichheit
c) Der Förderbereich Qualifizierung für Arbeitslose zielt auf die Integration von (Lang-
zeit-) Arbeitslosen in den ersten Arbeitsmarkt mittels des Erwerbs aktuell auf dem
Arbeitsmarkt nachgefragter Qualifikationen. Ein Ergebnis der Evaluierung ist eben-
falls die starke positive Wirkung auf die soziale Eingliederung der Teilnehmer.
d) Das Programm „Qualifizierung für Arbeitslose zu einem anerkannten Berufsab-
schluss“ ist in seiner Ausgestaltung hinsichtlich einer verkürzten modularen Qualifi-
zierung zur Vorbereitung auf die Externenprüfung mit der individuellen Unterstützung
durch Stützunterricht sowie sozialpädagogischer Begleitung deutschlandweit einma-
lig. Ein Transfer der Ergebnisse in Maßnahmen der Arbeitsverwaltung sowie Förder-
projekte des Bundes wird kontinuierlich angestrebt.
Vorhabensbereich: Qualifizierungs- und Beschäftigungsprojekte für Benachteiligte
(JBH), Integrationsprojekte für schwerbehinderte Menschen und psychisch Kranke oder
Suchtkranke
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern so-
wie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Her-
kunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer se-
xuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind.
116

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
a) Im Jahr 2013 waren etwa 36 % der geförderten Teilnehmer in diesem Vorhabensbe-
reich weiblich.
b) Migranten wurden in diesem Bereich nicht gesondert erfasst.
c) Da die sozioökonomische Auswertung der SAB keine Daten zu Minderheiten enthält,
kann der Anteil der geförderten Teilnehmenden, die den Status einer Minderheiten-
angehörigkeit besitzen in allen Förderbereichen (Querschnitt) nicht benannt werden.
d) Im Bereich Qualifizierungs- und Beschäftigungsvorhaben für benachteiligte junge
Menschen – Jugendberufshilfe – wurden 67 Jugendliche ohne Schulabschluss (w =
33, m = 34) und 4.537 Jugendliche ohne Berufsabschluss (w = 1.774, m = 2.763) ge-
fördert. Im Jahr 2013 gaben die geförderten Maßnahmen der Jugendberufshilfe
6.812 benachteiligte Jugendlichen (w = 2.463, m = 4.349) eine Chance auf soziale
Integration und ein eigenständiges, selbstbestimmtes Leben.
Vorhabensbereich: Kleinvorhaben zum Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit und des sozi-
alen Zusammenhalts
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern so-
wie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Her-
kunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer se-
xuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind.
a) Im Jahr 2013 waren 62 % der geförderten Teilnehmer in diesem Vorhabensbereich
weiblich.
b) Migranten wurden in diesem Bereich nicht gesondert erfasst.
c) Auf der programmatischen Ebene wurden keine Fördergegenstände implementiert,
die die Förderung von Aktionen der Integration von Minderheiten zum Ziel haben. Da
die sozioökonomische Auswertung der SAB keine Daten zu Minderheiten enthält,
kann der Anteil der geförderten Teilnehmenden, die den Status einer Minderheiten-
angehörigkeit besitzen in allen Förderbereichen (Querschnitt) nicht benannt werden.
d) In diesem Bereich wurden 8.598 Langzeitarbeitslose (w = 5.345, m = 3.253) geför-
dert.
117

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Vorhabensbereich: Lokales Kapital für soziale Zwecke (LOS)
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern so-
wie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Her-
kunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer se-
xuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind.
a) Im Jahr 2013 waren 63 % der geförderten Teilnehmer in diesem Vorhabensbereich
weiblich.
b) In diesem Bereich wurden 10.245 Migranten (w = 6.499, m = 3.746) erfasst.
c) Auf der programmatischen Ebene wurden keine Fördergegenstände implementiert,
die die Förderung von Aktionen der Integration von Minderheiten zum Ziel haben. Da
die sozioökonomische Auswertung der SAB keine Daten zu Minderheiten enthält,
kann der Anteil der geförderten Teilnehmenden, die den Status einer Minderheiten-
angehörigkeit besitzen in allen Förderbereichen (Querschnitt) nicht benannt werden.
d) In diesem Bereich wurden 1.035 Jugendliche ohne Schulabschluss (w = 491, m =
544), 10.245 Langzeitarbeitslose (w = 6.499, m = 3.746), 153 ältere Arbeitnehmer
über 50 Jahre (w = 67, m = 86), 191 Alleinerziehende (w = 155, m = 36), 222 Men-
schen mit Behinderung, Sucht- und psychisch Kranke (w = 123, m = 99) und 92
Straffällige (w = 23, m = 69) gefördert
e) Im Rahmen des ersten bis vierten Aufrufes Alltagsbegleitung für Senioren konnten
38 Projekte bewilligt werden.
Vorhabensbereich: Weiterbildung ehrenamtlich tätiger oder privater Personen
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern so-
wie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Her-
kunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer se-
xuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind.
Vorhabensbereich: Förderung der Beschäftigungsfähigkeit
a) siehe Ausführungen zur Chancengleichheit
d) Die Förderung richtet sich an Langzeitarbeitslose mit in der Regel mehreren Vermitt-
lungshemmnissen.
118

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
e) Der im Jahr 2011 zunächst modellhafte Förderansatz „Individuelle Einstiegsbeglei-
tung“ von Langzeitarbeitslosen wird inzwischen auch in der Regelförderung fortge-
führt.
Vorhabensbereich: Maßnahmen zur Alphabetisierung
Unter dem Aspekt der Integration Benachteiligter werden Projekte zur Alphabetisierung
von funktionalen Analphabeten gefördert. Diese zielen auf die Erhöhung der Beschäfti-
gungsfähigkeit der Teilnehmer, ihre mögliche Eingliederung in das Erwerbsleben und
ihre bessere soziale Integration. Bei allen Maßnahmen wird zwingend vorausgesetzt,
dass der gleichberechtigte Zugang von Frauen und Männern, wie auch Minderheiten
gewährleistet ist und diesem bei der inhaltlichen Ausgestaltung ausreichend Rechnung
getragen wird. Für Menschen mit Migrationshintergrund wurden die Kurse dahingehend
geöffnet, dass sie teilnehmen können, wenn eine Teilnahme an einem Kurs des Bun-
desamts für Migration und Flüchtlinge nicht möglich ist. Transnationale Maßnahmen
spielen in diesem Vorhabensbereich keine Rolle.
Vorhabensbereich: Qualifizierung und Eingliederung Strafgefangener
Die Möglichkeit nach Art. 34 Abs. 2 VO (EG) Nr. 1083/2006 bis zu 10 % der Gemein-
schaftsbeteiligung der Prioritätsachse für bestimmte Teile der ESF-Vorhaben zu ver-
wenden, die in den Interventionsbereich des EFRE fallen, wurde nicht in Anspruch ge-
nommen.
Sofern Migranten, Minderheiten und anderer benachteiligter Gruppen zur Zielgruppe der
ESF-Richtlinie Qualifizierung Gefangener gehören, haben sie ebenfalls in Abhängigkeit
von persönlichen Fähigkeiten und der Art der Maßnahme grundsätzlich gleiche Zu-
gangsmöglichkeiten. Darüber hinaus werden in einzelnen Justizvollzugsanstalten
Deutschkurse angeboten, um Gefangenen mit ungenügenden Deutsch-Kenntnissen die
Möglichkeit der Teilnahme an Aus- und Weiterbildungskursen zu eröffnen und ihnen
nach Haftentlassung die Integration in den Arbeits- und Ausbildungsmarkt zu erleichtern.
Konkret handelt sich um 2 Maßnahmen mit insgesamt 18 Teilnehmerplätzen.
119

 
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Vorhabensbereich: Chancengleichheit: Soziale Eingliederung für Alleinerziehende
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern so-
wie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Her-
kunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer se-
xuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind.
a) Im Jahr 2013 waren 100 % der geförderten Teilnehmer in diesem Vorhabensbereich
weiblich.
b) Migranten wurden in diesem Bereich nicht gesondert erfasst.
c) Auf der programmatischen Ebene wurden keine Fördergegenstände implementiert,
die die Förderung von Aktionen der Integration von Minderheiten zum Ziel haben. Da
die sozioökonomische Auswertung der SAB keine Daten zu Minderheiten enthält,
kann der Anteil der geförderten Teilnehmenden, die dem Status einer Minderheiten-
angehörigkeit besitzen in allen Förderbereichen (Querschnitt) nicht benannt werden.
d) In diesem Bereich wurden 9 alleinerziehende Frauen ohne Berufsabschluss geför-
dert.
3.3.2 Wesentliche aufgetretene Probleme und getroffene Abhilfemaßnahmen
Es wird auf die Ausführungen unter Nr. 2.3 hingewiesen.
120

 
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
3.4 Prioritätsachse E - Transnationale Maßnahmen
3.4.1 Ergebnisse und Fortschrittsanalyse
Materielle und finanzielle Fortschritte der Prioritätsachse E
Tabelle 22: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse E
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)
Indikatoren*
Art
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
Indikator 3 –
Outputindikator
Beratene Unternehmen
Ergebnis
0
0
0
0
0
0
0
Zielvorgabe:
6.200
Indikator 7 –
Outputindikator
Geförderte Schüler und
Ausbildungsplatzsuchende
Ergebnis
0
0
253
524
575
835
1.073
Zielvorgabe:
222.300
Indikator 8 –
Ergebnisindikator
Zahl der erfolgreich abge-
schlossenen Ausbildungen
bzw. Qualifizierungen
Ergebnis
0
0
0
0
0
62
340
Zielvorgabe:
114.530
Indikator 9 –
Outputindikator
Geförderte
Ausbildungsplätze
Ergebnis
0
0
0
0
0
83
454
Zielvorgabe:
116.570
Indikator 23 –
Outputindikator
Personen, die an trans-
nationalen Maßnahmen
teilnehmen
Ergebnis
0
0
19
22
116
270
713
Zielvorgabe:
1.020
* Angaben lt. OP, eine Aufschlüsselung nach Geschlecht ist nicht vorgesehen
121

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Tabelle 23: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse E
(Status: bewilligt)
Indikatoren*
Art
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
Indikator 3 –
Outputindikator
Beratene Unternehmen
Ergebnis
0
0
0
0
0
0
0
Zielvorgabe:
6.200
Indikator 7 –
Outputindikator
Geförderte Schüler und
Ausbildungsplatzsuchende
Ergebnis
0
382
678
883
1.066
1.215
1.307
Zielvorgabe:
222.300
Indikator 8 –
Ergebnisindikator
Zahl der erfolgreich abge-
schlossenen Ausbildungen
bzw. Qualifizierungen
Ergebnis
Zielvorgabe:
114.530
Indikator 9 –
Outputindikator
Geförderte
Ausbildungsplätze
Ergebnis
0
454
954
954
954
954
954
Zielvorgabe:
116.570
Indikator 23 –
Outputindikator
Personen, die an trans-
nationalen Maßnahmen
teilnehmen
Ergebnis
0
492
998
1.043
1.151
1.235
1.251
Zielvorgabe:
1.020
* Angaben lt. OP, eine Aufschlüsselung nach Geschlecht ist nicht vorgesehen
122

image
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Tabelle 24: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse E
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)
123

image
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Tabelle 25: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse E
(Status: bewilligt)
124

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Qualitative Analyse
A. Analyse der Ergebnisse anhand der finanziellen Angaben (Nummer 2.1.2),
der materiellen Indikatoren (Nummer 3.1.1) und sonstiger relevanter Angaben
Vorhabensbereich: transnationale Bildung und Ausbildung
In diesem Vorhabenbereich wurden bis 31. Dezember 2013 insgesamt 173 Projekte mit
einem Mittelvolumen in Höhe von 26,2 Mio. EUR bewilligt. Davon entfallen auf den För-
dergegenstand „World Skills 2013“ zur Vorbereitung der Berufsweltmeisterschaft 2013 in
Sachsen 2 Vorhaben mit einem Volumen in Höhe von ca. 11,2 Mio. EUR. Ein weiterer
Schwerpunkt des Vorhabenbereichs liegt in der Schaffung zusätzlicher transnationaler
Ausbildungsplätze, die in den Fördergegenständen zum Landesergänzungsprogramm
transnational bereitgestellt werden. In den Jahren 2008 und 2009 wurden mit einem
Bewilligungsvolumen von rund% 13,9 Mio. EUR insgesamt 954 Teilnehmer gefördert,
von denen bislang für 454 Teilnehmer der Verwendungsnachweis erbracht ist. Zum Er-
werb interkultureller Kompetenzen während der beruflichen Erstausbildung werden
Praktika für Auszubildende in ausländischen Unternehmen gefördert. Von November
2009 bis Ende 2012 hatte die ESF-finanzierte Beratungseinrichtung APIK sachsenweit
Unternehmen und Auszubildende bei allen Fragen rund um den Auslandsaufenthalt in-
formiert sowie bei der Planung und Organisation der Praktika unterstützt. Insgesamt
wurden bis Ende 2013 180 Auszubildenden mit einem Volumen von 0,38 Mio. EUR un-
terstützt.
Vorhabensbereich: Qualifizierung von Lehrern, Auslandspraktika für Berufsfachschüler
Auslandspraktika für Berufsfachschüler
Unter dem Aspekt der Transnationalität werden Projekte gefördert, die mehrmonatige
Auslandspraktika für Berufsfachschüler, die sich in der Ausbildung zum Fremdspra-
chenkorrespondenten, Assistenten für Hotelmanagement oder zum Internationalen Tou-
ristikassistenten befinden, zum Gegenstand haben. Die Praktika können in Mitgliedstaa-
ten der Europäischen Union, in Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz, in der
Russischen Föderation oder einem anderen osteuropäischen Drittland durchgeführt
werden. Sie müssen inhaltlich so ausgestaltet sein, dass sie den Teilnehmern Sicherheit
im Gebrauch der Fremdsprache in Beruf und Alltag und ausreichende Kenntnisse zu
125

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Wirtschaft, Politik und Kultur des Gastlandes vermitteln. Ziel ist die Verbesserung der
sprachlichen und interkulturellen Kompetenzen und damit die Steigerung der Einstel-
lungschancen der Berufsfachschüler auf dem ersten Arbeitsmarkt. Für diese Maßnahme
sind Gesamtausgaben in Höhe von ca. 7,1 Mio. EUR, davon ESF-Mittel in Höhe von ca.
6,0 Mio. EUR geplant. Bis zum 31. August 2013 wurden Ausgaben im Umfang von 3,4
Mio. EUR (davon 2,7 Mio. EUR EU-Mittel und 0,7 Mio. EUR Landesmittel) erklärt. Die
Mittelbindung lag zu diesem Zeitpunkt bei ca. 5,2 Mio. EUR. Darüber hinaus wurden bis
zu diesem Zeitpunkt 1.356 Teilnehmereintritte verzeichnet. Die Förderung kann folglich
als erfolgreiches Instrument in Bezug auf Transnationalität bewertet werden. Aufgrund
der zurückgehenden Zahl der Berufsfachschüler sinkt jedoch auch die Zahl der Teil-
nehmer in diesen Projekten. Die Evaluierung dieses Vorhabensbereiches ergab, dass
nahezu alle Teilnehmer wie auch die Lehrkräfte eine Zunahme der sprachlichen und
interkulturellen Fähigkeiten feststellten. Ganz überwiegend wurde eine Zunahme der
sprachlichen Sicherheit bzw. es wurden so große Fortschritte festgestellt, dass sich die
Schüler nun ohne Schwierigkeiten in der jeweiligen Sprache verständigen können.
Sprachkurse für Lehrer
Es werden zudem Vorhaben für etwa 30 sächsische Grund- und Mittelschullehrer geför-
dert, die die Vermittlung von Sprachkenntnissen in Tschechisch oder Polnisch zur Ver-
besserung der interkulturellen Kompetenzen in Bezug auf die beiden Nachbarländer
zum Gegenstand haben. Dadurch sollen die Lehrer in die Lage versetzt werden, den
Schülern im Rahmen von Arbeitsgemeinschaften ein sprachliches und interkulturelles
Niveau zu vermitteln, welches ihnen ermöglicht, nach ihrer beruflichen Ausbildung in der
Grenzregion beruflich tätig zu werden.
Der im Jahr 2011 begonnene Tschechischkurs wurde im Jahr 2013 abgeschlossen.
Über 70 % der Teilnehmer haben ein Zertifikat über Sprachkenntnisse der Niveaustufe
B1 entsprechend dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen er-
worben. Der Polnischkurs konnte mangels Nachfrage nicht durchgeführt werden.
Vorhabensbereich: Stärkung der Leistungsfähigkeit der Hochschulen
Der Fördergegenstand „Transnationale Studienabschlussstipendien“ trägt zum Zielwert
des materiellen Indikators 23 bei. Die positive Reaktion auf dieses Förderangebot hat
126

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
sich fortgesetzt und übertrifft die Erwartungen des Fondsbewirtschafters. Insgesamt
wurden 72 Vorhaben gefördert; davon waren 59 bis 31. Dezember 2013 abgeschlossen.
Es wurden bislang rund 707.000 EUR bewilligt. Eine weitere Förderung im Jahr 2014 ist
nicht vorgesehen. Darüber hinaus gibt es neun Transnationale Hochschulprojekte
(Career-Service und Nachwuchsforschergruppen), die ein Fördervolumen von rund 7,92
Mio. EUR aufweisen. Hiervon wurden zwei Projekte mit rund 1,62 Mio. EUR Förderung
im Jahr 2013 bewilligt. Keines der Projekte wurde bisher abgeschlossen, da der Vorha-
benszeitraum erst 2014 endet.
B. Angaben über die Wirkungen der Förderung der Chancengleichheit von
Männern und Frauen (gegebenenfalls)
Vorhabensbereich: transnationale Bildung und Ausbildung
In der Richtlinie ist festgelegt, dass Männer und Frauen auf Grundlage des Rechts auf
Gleichbehandlung den gleichen Zugang zu den Maßnahmen und Programmen haben.
Alle Vorhaben sind so zu realisieren, dass die chancengleiche Teilhabe von Frauen und
Männern zur Umsetzung der Chancengleichheitsziele des OP gesichert wird. Die Förde-
rung soll insbesondere auch dazu beitragen, dass Frauen und Männer die gleichen
Chancen für existenzsichernde Arbeit am Arbeitsmarkt erhalten, dass die Vereinbarkeit
von Familie und Beruf verbessert wird und geschlechtsstereotype Berufs- und Karriere-
muster überwunden werden. Bisher sind keine Tatsachen bekannt, die in diesem Vor-
habensbereich eine Diskrepanz hinsichtlich der Chancengleichheit von Männern und
Frauen vermuten lassen. Grundsätzlich stehen alle Maßnahmen Frauen und Männern
gleichermaßen offen. Die Förderung in diesem Vorhabensbereich wird in gleichem Um-
fang von männlichen und weiblichen Auszubildenden in Anspruch genommen. Teilneh-
mer an geförderten außerbetrieblichen Ausbildungsgängen sind dagegen häufiger
männliche Jugendliche entsprechend den bereits im Abschnitt zur Prioritätsachse B er-
läuterten stärkeren Schwierigkeiten dieser Gruppe an der 1. Schwelle ihrer Berufsbio-
grafie.
127

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Vorhabensbereich: Qualifizierung von Lehrern, Auslandspraktika für Berufsfachschüler
Bei allen Maßnahmen wird zwingend vorausgesetzt, dass der gleichberechtigte Zugang
von Frauen und Männern gewährleistet ist und bei der inhaltlichen Ausgestaltung den
Unterschieden der Geschlechter ausreichend Rechnung getragen wird.
Vorhabensbereich: Stärkung der Leistungsfähigkeit der Hochschulen
Im Rahmen der ESF-Richtlinie Hochschule und Forschung ist keine positive Diskriminie-
rung von Frauen oder Männern vorgesehen. Weibliche und männliche Studierende aus
MOE-Staaten haben gleichermaßen Zugang zur Förderung.
C. Analyse der Verwendung der Fonds gemäß Art. 34 Absatz 2 der Verordnung
(EG) Nr. 1083/2006 verwendet wurde. Für ESF-Programme sind die Angaben
gemäß Art. 10 der Verordnung (EG) 1081/2006 zu liefern.
a) Durchgängige Berücksichtigung des Gleichstellungsaspekts sowie etwaiger ge-
schlechtsspezifischer Aktionen;
b) Aktionen zur Förderung der Teilnahme von Migranten am Erwerbsleben und
dadurch zur Förderung ihrer sozialen Eingliederung;
c) Aktionen zur Förderung der Integration von Minderheiten ins Erwerbsleben und
dadurch Förderung ihrer sozialen Eingliederung;
d) Aktionen zur Förderung der Integration anderer benachteiligter Gruppen, ein-
schließlich Menschen mit Behinderungen, ins Erwerbsleben und zur Förderung ih-
rer sozialen Eingliederung;
e) Innovative Maßnahmen, einschließlich einer Darlegung der Themen und der Er-
gebnisse sowie der Verbreitung und durchgängigen Berücksichtigung;
f)
Transnationale und/oder interregionale Aktionen.
Vorhabensbereich: transnationale Bildung und Ausbildung
a) siehe Chancengleichheit
d) Die zusätzlichen betriebsnahen transnationalen Ausbildungsplätze werden durch
marktbenachteiligte oder individuell benachteiligte Jugendliche genutzt. Die Chancen
128

 
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
einer Einmündung in den ersten Arbeitsmarkt werden durch einen anerkannten
Berufsabschluss deutlich gesteigert.
Vorhabensbereich: Qualifizierung von Lehrern, Auslandspraktika für Berufsfachschüler
Bei allen Maßnahmen wird zwingend vorausgesetzt, dass der gleichberechtigte Zugang
von Frauen und Männern wie auch Minderheiten und Menschen mit Migrationshinter-
grund gewährleistet ist und bei der inhaltlichen Ausgestaltung den Unterschieden der
Geschlechter ausreichend Rechnung getragen wird. Die Auslandspraktika stellen dabei
insgesamt eine transnationale Maßnahme dar, da die Schüler im Ausland in das dortige
Berufsleben integriert werden und so umfassende sprachliche und interkulturelle Fähig-
keiten und Kompetenzen erwerben.
Vorhabensbereich: Stärkung der Leistungsfähigkeit der Hochschulen
Der Fördergegenstand trat mit Änderung des Sächsischen Hochschulgesetzes (Sächs-
HSG) zum 1. Januar 2009 in Kraft. Transnationale Studienabschlussstipendien dienen
der Vernetzung von Studierenden an sächsischen Hochschulen aus mittel- und osteuro-
päischen Staaten mit der sächsischen Wissenschaft und Wirtschaft. Studierenden aus
den Staaten Mittel- und Osteuropas sollen durch die Vergabe von Stipendien in Höhe
von 638 EUR p.m., die dem Lebensunterhalt dienen, die Beendigung des fachspezifi-
schen Studiums an sächsischen Hochschulen und das Kennenlernen der sächsischen
Wirtschaft ermöglicht werden. Die Förderung beträgt längstens zwei Jahre. Bis 31. De-
zember 2013 wurden 72 Stipendien an Studenten aus Mittel- und Osteuropa bewilligt,
von denen 59 abgeschlossen wurden. Mit Änderung der Richtlinie ESF Hochschule und
Forschung zum 2. November 2010 wurde zudem die Förderung von transnationalen
Hochschulprojekten ermöglicht. Bis 31. Dezember 2013 wurden neun mehrjährige Pro-
jekte mit einer Gesamtförderung von rund 7,9 Mio. EUR bewilligt.
3.4.2 Wesentliche aufgetretene Probleme und getroffene Abhilfemaßnahmen
Im Berichtszeitraum hatte die Prüfbehörde die Frage aufgeworfen, inwieweit in der Prio-
ritätsachse E die Bestimmung des Artikels 37 Abs. 7 der Verordnung (EG) Nr.
1083/2006 eingehalten wurde. Dabei bezog sich die Prüfbehörde auf den Rundbrief Nr.
2-2011 nebst Auslegungsvermerk der Kommission. Nach der zitierten Vorschrift können
129

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
im Operationellen Programm transnationale Maßnahmen vorgesehen sein, an denen die
nationalen, regionalen oder lokalen Behörden von mindestens einem weiteren Mitglied-
staat beteiligt sind. Die Überprüfung des Anliegens durch die Verwaltungsbehörde
ergab, dass die Bestimmung in drei Fördergegenständen nicht eingehalten wurde,
Fördergegenstand 9130 (Vorhabensbereich E.4.1)
Fördergegenstand 9177 (Vorhabensbereich E.3.1)
Fördergegenstand 9628 (Vorhabensbereich E.5.1)
da hier keine substanzielle Beteiligung einer ausländischen Behörde sichergestellt wer-
den konnte. Im Fördergegenstand 9130 „Interkulturelle und Sprachkompetenzen“ lässt
das Format der Projekte keine substanzielle Beteiligung von Behörden aus anderen Mit-
gliedstaaten zu, da es um Kurse zur Vorbereitung auf Auslandsaufenthalte geht. Auch
die Fördergegenstände 9177 „Auslandspraktika von Berufsschülern“ und 9628 „Trans-
nationale Studienabschlussstipendien“ bieten von ihrer Ausrichtung her keine Anhalts-
punkte für eine substanzielle Beteiligung von Behörden anderer Mitgliedstaaten. Dieser
Umstand ist der Besonderheit geschuldet, dass zu Beginn der Förderperiode 2007 -
2013 keine konkreten Anhaltspunkte für die Programmierung transnationaler Maßnah-
men vorlagen. Die Verwaltungsbehörde wird eine Finanzkorrektur innerhalb der Priori-
tätsachse E vornehmen, die zurzeit noch nicht abschließend ermittelt ist.
Die Verwaltungsbehörde vertritt die Auffassung, dass die Verpflichtung zur Behördenbe-
teiligung nach Artikel 37 Abs. 7 der Verordnung dem breiten Spektrum der sinnvollen
transnationalen Maßnahmen nicht gerecht wird, da sie nur auf die Art von Vorhaben ab-
stellt, die den Mehrwert der Transnationalität auf übergeordneter, etwa politisch relevan-
ter Ebene verortet. In die Diskussion dieser Fragen können und sollten Behörden einge-
bunden werden. Die Praxis der Förderung in Sachsen zeigt jedoch, dass transnationale
Ausgestaltung von konkreten ESF-Vorhaben den Teilnehmern dieser Vorhaben unmit-
telbar zugute kommen kann. Diese Art von Projekten erlaubt keine sinnvolle Behörden-
beteiligung, da dort weniger übergreifende Fragestellungen des ESF als vielmehr Fra-
gen der individuellen Entwicklung betroffen sind.
130

 
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
4.
ESF-Programme: Kohärenz und Konzentration
Die Nationalen Reformprogramme (NRP) sind ein wichtiges Instrument bei der Umset-
zung der Strategie Europa 2020. In ihnen legen die Mitgliedstaaten dar, wie sie die auf
europäischer Ebene vereinbarten Ziele und Orientierungen in ihrer nationalen Politik
umsetzen. Im Rahmen des Europäischen Semesters werden die NRP im Frühjahr eines
jeden Jahres zusammen mit den Stabilitäts- und Konvergenzprogrammen vorgelegt,
welche nach dem Stabilitäts- und Wachstumspakt zu erstellen sind.
Die Bundesregierung hat den NRP 2013 im Frühjahr 2013 vorgelegt. Er beschreibt das
gesamtwirtschaftliche Umfeld, die die Bundesregierung im laufenden Jahr erwartet. Zu-
dem wird dokumentiert, welchen Stand Deutschland bei den fünf Kernzielen der Strate-
gie Europa 2020 und den darüber hinausgehenden nationalen Zielen erreicht hat und
wie die EU-Strukturmittel verwendet werden. Außerdem werden im NRP 2013 Aussagen
zur Umsetzung der länderspezifischen Empfehlungen des Rates der Europäischen Uni-
on für Deutschland und zu Aktionsprogrammen im Rahmen des Euro-Plus-Pakts getrof-
fen. Überdies werden Maßnahmen zur Umsetzung der länderspezifischen Empfehlun-
gen des Rates der Europäischen Union für Deutschland (Tabelle I) und weitere Maß-
nahmen (Tabelle II) vorgestellt.
Die Maßnahmen im deutschen NRP 2012 setzen die europäische Strategie für Wachs-
tum und Beschäftigung in vollem Umfang um, fügen sich in das bestehende Rahmen-
werk der Strategie Europa 2020 und der Integrierten Leitlinien für Wachstum und Be-
schäftigung ein und bauen auf diesen auf. Mit Blick auf den ESF in Sachsen werden in
den Tabelle I und II des NRP 2013 u.a. folgende sächsische Maßnahmen zur Umset-
zung der länderspezifischen Empfehlungen des Rates der Europäischen Union für
Deutschland vorgestellt:
131

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Titel der Maßnahme Beschreibung und erwartete
Wirkung der Maßnahme
Status und Zeitplan
Vorhaben zur Erhö-
hung der Quote von
Schülern, die einen
Abschluss erreichen,
in Sachsen
Die Projekte sollen vorrangig bei
Hauptschülern sicherstellen,
dass ein Schulabschluss
erworben wird. Sie sollen die
Berufswahlkompetenz als auch
die
Ausbildungsfähigkeit der Schü-
ler verbessern. Dafür wird durch
eine Tätigkeit
in einem realen beruflichen Um-
feld – an Praxislernorten – ein
anderer Zugang
zum Lernen und Arbeiten eröff-
net.
In Kraft seit 13.06.2012
Laufend bis Ende Schul-
jahr
2013/2014
Berufsbegleitende
Qualifizierung
im Bereich der Kinder-
tagesbetreuung
in Sachsen
Im Bereich der Kindertagesbe-
treuung werden Vorhaben der
berufsbegleitenden Qualifizie-
rung von Kindertagespflegeper-
sonen gefördert. Darunter fällt
insbesondere die berufsbeglei-
tende Qualifizierung von päda-
gogischen Fachkräften mit Lei-
tungsaufgaben, zur Anleitung
und Betreuung von Praktikanten
sowie mit heilpädagogischen
Zusatzqualifikationen.
In Kraft seit 13.06.2012
Laufend bis 31.03.2014
Berufseinstiegsbeglei-
tung
in Sachsen
In Sachsen unterstützen Be-
rufseinstiegsbegleiter förde-
rungsbedürftige
Jugendliche, um ihre Eingliede-
rung in eine Berufsausbildung
zu fördern. Dies
soll dazu beitragen, die Chan-
cen der Schüler auf einen er-
folgreichen Übergang
in eine Berufsausbildung deut-
lich zu verbessern. Die Schüler
sollen zunächst
einen Abschluss einer allge-
meinbildenden Schule errei-
chen. Sie werden dann
bei der Berufsorientierung und
Berufswahl, der Ausbildungs-
In Kraft seit 13.06.2012
Laufend bis Ende Schul-
jahr
2013/2014
132

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
platzsuche sowie
beim Übergang in eine Ausbil-
dung und der Stabilisierung des
Ausbildungsverhältnisses
unterstützt.
In der vorliegenden Tabelle handelt es sich um eine Auswahl der sächsischen Maß-
nahmen.
Im Ergebnis stehen aus arbeitsmarkt- und beschäftigungspolitischer Sicht die in der Ta-
belle mitgeteilten Maßnahmen nicht nur im Einklang mit dem NRP 2013 und dem Natio-
nalen Aktionsplan für soziale Eingliederung, sondern tragen wirksam zu ihrer Verwirkli-
chung bei und entfalten auch Beschäftigungswirkungen.
Die strategischen Leitlinien der Gemeinschaft sind ein wichtiger Bestandteil der Kohäsi-
onspolitik ab 2007. Sie dienen den Mitgliedstaaten als Grundlage für die Festlegung der
vorrangigen Ziele im Bereich der Kohäsionspolitik. Die Leitlinien tragen zur Verwirkli-
chung der weiteren Prioritäten der Gemeinschaft bei, vor allem derjenigen, die sich aus
der Lissabon-Strategie und den Integrierten Leitlinien für Wachstum und Beschäftigung
ableiten.
Um mehr und bessere Arbeitsplätze zu schaffen, muss die Kohäsionspolitik darauf ab-
zielen, die Herausforderungen zu bewältigen, die von der europäischen Beschäftigungs-
strategie aufgezeigt werden. Insbesondere gilt es mehr Menschen in Arbeit zu bringen
bzw. dort zu halten und die Sozialsysteme zu modernisieren. Darüber hinaus muss die
Anpassungsfähigkeit der Arbeitskräfte verbessert und die Flexibilität der Arbeitsmärkte
gesteigert werden. Zu diesem Zweck sollten die Investitionen in das Humankapital durch
Verbesserung von Bildung und Qualifizierung gesteigert werden. Diese Maßnahmen
müssen mit der Entwicklung der Verwaltungskapazität der öffentlichen Verwaltungen
und Dienste und dem Schutz der Gesundheit der Arbeitskräfte einhergehen. Eine weite-
re Erhöhung der Erwerbstätigenquote ist im Hinblick auf die demografischen Herausfor-
derungen geboten. Die Bundesregierung hat daher im NRP 2013 folgendes Ziel formu-
liert: Die Erwerbstätigenquote für Frauen und Männer im Alter von 20-64 Jahren soll bis
zum Jahre 2020 auf 77 % erhöht werden (Stand 2012: 77,1 %). Zudem wird eine Er-
133

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
werbstätigenquote für Ältere (55-64-Jährige) in Höhe von 60 % (Stand 2012: 62,1 %)
angestrebt. Die Erwerbstätigenquote von Frauen soll 73 % (Stand 2012: 71,7 %) errei-
chen.
In der laufenden sowie in der künftigen Förderperiode des OP des Freistaats Sachsen
für den ESF hat die Integration von Geringqualifizierten in den ersten Arbeitsmarkt einen
hohen Stellenwert. Im Zuständigkeitsbereich des Sächsischen Staatsministeriums für
Wirtschaft, Arbeit und Verkehr unterstützen ESF-Maßnahmen Arbeitslose und benach-
teiligten Jugendliche, die über keinen oder keinen verwertbaren Abschluss verfügen,
beim Erwerb eines anerkannten Abschlusses und befähigen sie so für den ersten Ar-
beitsmarkt.
Die Maßnahmen der ESF-Förderung im Freistaat Sachsen leisten einen Beitrag zur
Strategie Europa 2020 für Beschäftigung und intelligentes Wachstum und zu den Inte-
grierten Leitlinien für Wachstum und Beschäftigung. Die Maßnahmen sind darauf ausge-
richtet, die aktuell positive Entwicklung am Arbeitsmarkt in Sachsen zu verstetigen und
den demografischen Herausforderungen zu begegnen. Die Strategie der EU zielt darauf
ab, der Politik eine neue Orientierung zu geben: weg vom Krisenmanagement hin zu
mittel- und langfristig angelegten strukturellen Reformen. Dadurch sollen Wettbewerbs-
fähigkeit, Produktivität, Wachstumspotenzial, sozialer Zusammenhalt und Konvergenz in
Europa gestärkt werden.
Die Politik der Bundesregierung zielt darauf ab, das Erwerbspersonenpotential besser
auszuschöpfen und so die Erwerbstätigenquote weiter zu erhöhen. Um die Effizienz und
die Flexibilität in der Arbeitsmarktpolitik zu erhöhen hat der Bund in 2011 die arbeits-
marktpolitischen Instrumente reformiert. Das am 20. Dezember 2011 beschlossene Ge-
setz zur Verbesserung der Eingliederungschancen am Arbeitsmarkt ist darauf gerichtet,
die für Aktivierung und Arbeitsmarktintegration zur Verfügung stehenden Mittel besser
zu nutzen und die Integration in Erwerbstätigkeit, und hier besonders in sozialversiche-
rungspflichtige Beschäftigung, zu beschleunigen. Das Gesetz stärkt örtliche Entschei-
dungskompetenzen. Arbeitsmarktinstrumente wurden komprimiert und flexibler einsetz-
134

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
bar gestaltet. Externe Arbeitsmarktdienstleister, wie z.B. private Arbeitsvermittler, müs-
sen sich einer Qualitätskontrolle unterziehen und ihre Qualität dauerhaft sichern. Die
Zahl der Arbeitsmarktinstrumente verminderte sich um rund ein Drittel, im Gegenzug
wurde der Handlungsspielraum der Arbeitsförderung erweitert.
Eine weitere wesentliche und im NRP 2013 verankerte Zielstellung der Bundesregierung
ist die Senkung der Langzeitarbeitslosigkeit bis 2020 um 20 %. Zwar hat auch Sachsen
im Jahr 2013 eine positive Beschäftigungsentwicklung erfahren und die Langzeitarbeits-
losigkeit hat sich verringert. Dennoch besteht weiter Handlungsbedarf bei der Reduzie-
rung der Langzeitarbeitslosigkeit. Der Freistaat Sachsen unterstützt diese Politik durch
eine Vielzahl eigener Initiativen und Maßnahmen. So dient beispielsweise das ESF-
Programm „Individuelle Einstiegsbegleitung“ des Sächsischen Staatsministeriums für
Wirtschaft, Arbeit und Verkehr der Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit und (Wie-
der) Eingliederung von Langzeitarbeitslosen in den 1. Arbeitsmarkt. Dabei werden
Langzeitarbeitslose zielgerichtet durch Qualifizierungsbestandteile und Praktika mit so-
zialpädagogischer Betreuung wieder auf eine Beschäftigung auf dem 1. Arbeitsmarkt
vorbereitet, in Arbeit vermittelt und zur Stabilisierung der Beschäftigungsaufnahme wei-
ter begleitet und unterstützt.
Zur Sicherstellung der Kohärenz sind die Landesprogramme im Freistaat Sachsen kom-
plementär zu den Bundesprogrammen angelegt und beziehen sich auf qualitative Ziel-
setzungen, die aufgrund der spezifischen Rahmenbedingungen durch den Bund nicht
ausreichend berücksichtigt werden können. Vergleichbar den Vorgaben, wie sie für die
Erarbeitung der OP`s gelten, wurden für alle Förderbereiche auf der Grundlage sozio-
ökonomischer Eckpunkte auf die einzelnen Einsatzfelder bezogene Ziele und Instrumen-
te definiert und geeignete Ergebnis- und Wirkungsindikatoren festgelegt. Dabei wurde
die jeweils gewählte Strategie insbesondere im Hinblick auf die zentralen Prioritäten im
Freistaat Sachsen und der Gemeinschaft geprüft.
135

 
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
5.
Technische Hilfe
Die Technische Hilfe steht der Verwaltungsbehörde als Instrument bei der Umsetzung
des ESF zur Verfügung. Finanziert werden hieraus Maßnahmen zur Vorbereitung,
Durchführung, Begleitung, Monitoring, Kontrolle, Bewertung (Evaluierung), Information
und Kommunikation.
Die Technische Hilfe gewährleistet durch eine personelle und materielle Verstärkung der
beteiligten Akteure und mit der Unterstützung des partnerschaftlichen Dialoges den ef-
fektiven Einsatz der Strukturfondsmittel des ESF im Freistaat Sachsen.
Bis zum Jahresende 2013 wurden insgesamt 321 Maßnahmen in den o. g. Bereichen
beantragt. Davon sind 177 Maßnahmen verwendungsnachweisgeprüft und abgeschlos-
sen. Nach Antragstellung einer Finanzierung aus Technischer Hilfe wurden 11 Maß-
nahmen abgelehnt und 31 zurückgezogen.
Im Förderzeitraum 2007 - 2013 ist nach dem Finanzierungsplan zur zweiten Änderung
des OP eine Gemeinschaftsbeteiligung von insgesamt 29.333.334,00 EUR für die Tech-
nische Hilfe vorgesehen.
Bis zum 31. Dezember 2013 waren Mittel in Höhe von 18,42 Mio. EUR aus dem Ge-
meinschaftshaushalt gebunden. Die Verteilung auf o. g. Bereiche stellt sich dabei wie
folgt dar:
-
0,385 Mio. EUR für Maßnahmen der Vorbereitung,
- 13,853 Mio. EUR für Maßnahmen der Durchführung, Begleitung (Monitoring) und
Kontrolle
-
2,888 Mio. EUR für Maßnahmen der Information und Kommunikation und
-
1,293 Mio. EUR für Maßnahmen der Bewertung (Evaluierung) sowie für Studien.
Damit sind 62,8 % der zur Verfügung stehenden Gemeinschaftsmittel für die Technische
Hilfe zum 31. Dezember 2013 bewilligt.
Zum Jahresende 2013 beliefen sich die Auszahlungen für die Technische Hilfe aus dem
Gemeinschaftshaushalt auf insgesamt 12,99 Mio. EUR.
136

 
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
6.
Information und Öffentlichkeitsarbeit
2013 wurden umfassende Maßnahmen der Informations- und Öffentlichkeitsarbeit zu
den EU-Strukturfonds ESF und EFRE durchgeführt. Die Verwaltungsbehörden ESF und
EFRE arbeiten in der fondsübergreifenden Kommunikation eng zusammen und setzen
den gemeinsam erstellten Kommunikationsplan um. Der Arbeitsbereich Kommunikation
in der Verwaltungsbehörde ESF konzipiert zudem ESF-spezifische Maßnahmen und
koordiniert die Öffentlichkeitsarbeit der ESF-Fondsbewirtschafter, die für die Kommuni-
kation zu den jeweiligen Förderangeboten zuständig sind.
Kommunikationsstrategie
Leitidee
Die im Kommunikationsplan verankerte Leitidee „Europa bietet Chancen und Perspekti-
ven für Sachsen und für den Einzelnen“ wurde bei allen Publikationen und Aktionen
vermittelt. Insbesondere durch den Claim „Europa fördert Sachsen“ in den sächsischen
ESF- und EFRE-Logos wird der Mehrwert der EU-Förderung für Sachsen sichtbar.
Ziele und Zielgruppen
Der europäische Gedanke wurde durch öffentlichkeitswirksame Aktionen, den bei allen
Maßnahmen eingesetzten Claim „Europa fördert Sachsen“ und entsprechende Publika-
tionen vermittelt. Damit wurde die Zielgruppe „Allgemeine Öffentlichkeit“ erreicht.
Die Information der Zielgruppe der potenziellen Begünstigten über die Fördermöglichkei-
ten erfolgte bei Veranstaltungen, durch Informationsstände auf Messen, auf konkrete
Förderangebote bezogene Anzeigen insbesondere in Spezialpublikationen, Pressemit-
teilungen, die Bereitstellung von Informationsmaterial und die Bekanntmachung der Ad-
resse des übergreifenden Internetauftritts
www.strukturfonds.sachsen.de
,
der alle we-
sentlichen Informationen bündelt.
Strategie und Instrumente
In Print, Online, bei den Tafeln der Best-Practice-Ausstellung und der Verkehrsmittel-
werbung wurden größtenteils real geförderte Personen abgebildet (Testimonial-Prinzip).
So wird die Wirksamkeit europäischer Förderung nachvollziehbar und sichtbar. Zusätz-
137

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
lich wurden originelle Motive eingesetzt, um den Wiedererkennungswert der Förderan-
gebote zu steigern. Das im Kommunikationsplan verankerte einheitliche Erscheinungs-
bild für Publizitätsmaßnahmen wurde konsequent eingehalten.
Instrumente zielgruppenspezifischer Publizitätsmaßnahmen
Die Fondsbewirtschafter führten zahlreiche zielgruppenspezifische Publizitätsmaßnah-
men zu ESF-Programmen durch, darunter Veranstaltungen, Flyer, Broschüren, Plakate
und Anzeigen. Zielgruppen waren potenzielle Begünstigte, Begünstigte, Multiplikatoren
sowie an der Umsetzung der Förderung Beteiligte, zum Beispiel Arbeitsverwaltung, Be-
rufsverbände, Kammern, Hochschulen, Einrichtungen der Jugendhilfe, Unternehmen,
Kommunen und Schulen.
Instrumente übergreifender Publizitätsmaßnahmen
Die Verwaltungsbehörden führten zahlreiche Publizitätsmaßnahmen mit fondsübergrei-
fendem Charakter durch. Dazu gehören neben Medienarbeit Veranstaltungen und öf-
fentlichkeitswirksame Aktionen, die Herstellung und Distribution von Publikationen und
Werbeartikeln, die Pflege des übergreifenden Internetauftritts sowie Maßnahmen zur
Bekanntmachung der grundsätzlichen Fördermöglichkeiten und der Rolle der EU.
Spezifische Planung für Kommunikation in 2013
Die Planung war fondsübergreifend (gemeinsame Maßnahmen der Verwaltungs-
behörden ESF und EFRE) und fondsspezifisch (Kommunikationsmaßnahmen speziell
zum ESF) erstellt. Der Planung lagen folgende Überlegungen zugrunde:
2013 war das letzte reguläre Jahr des Förderzeitraums 2007 – 2013, nur zu ein-
zelnen Programmen waren potenzielle Begünstigte noch gezielt zu informieren.
Schwerpunkt der externen Kommunikation war daher, Nutzen, Ergebnisse und
Erfolge im Förderzeitraum 2007 – 2013 darzustellen. Hierbei lag der Fokus auf
Themen, die – soweit absehbar – auch relevant für den Förderzeitraum 2014 –
2020 sind.
Die Kommunikation der Erfolge der Strukturfondsförderung wurde mittels geför-
derter Projekte sichtbar gemacht. Dadurch wurde auch auf die Strukturfondsför-
138

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
derung insgesamt (auch im Hinblick auf den Förderzeitraum 2014 – 2020) hinge-
wiesen.
Es wurden weiterhin fondsübergreifende Aktionen durchgeführt (Effizienz; Syner-
gien), aber auch zielgruppenspezifische Aktionen für den EFRE und den ESF.
Schwerpunkte der externen Kommunikation in 2013:
1. Nutzen der Förderung/Ergebnisse sichtbar und erlebbar machen, insbesondere
durch Einbindung geförderter Projekte.
2. Konkrete Information potenzieller Nutzer zu Förderprogrammen, in denen noch
Mittel bereit stehen.
Publizitätsmaßnahmen 2013 im Überblick
Internetpräsentation/Online-Informationen
Der gemeinsame Internetauftritt
www.strukturfonds.sachsen.de
der Verwaltungsbehör-
den ESF und EFRE richtet sich an potenzielle Begünstigte und interessierte Bürger und
bietet Informationen zu den Förderangeboten sowie Beispiele geförderter Projekte. Der
Auftritt wurde kontinuierliche gepflegt und aktualisiert. Die Zugriffszahlen können seit
2013 erfasst werden. Im Ergebnis der Jahresstatistik 2013 haben 11.935 Besucher
37.604 Seiten aufgerufen.
Zu einzelnen Förderbereichen/Förderangeboten halten die ESF-Fondsbewirtschafter
spezielle Informationsseiten im Internet bereit. Dazu gehören das ESF-Portal des Säch-
sischen Staatsministeriums für Kultus
(
www.schule.sachsen.de/esf
),
das ESF-Portal zur
Förderung im Bereich Hochschule und Forschung des Sächsischen Staatsministeriums
für Wissenschaft und Kunst
(
www.studieren.sachsen.de/2011.html
)
sowie das Portal zu
den Career Services an sächsischen Hochschulen
(
www.career-services.sachsen.de
).
Die Bewilligungsstelle für den ESF in Sachsen, die Sächsische Aufbaubank – För-
derbank – (SAB), informiert über unter
www.sab.sachsen.de/esf
zu Fördermodalitäten
und Antragstellung.
Verzeichnis der Begünstigten
Das Verzeichnis der Begünstigten listet die ESF-geförderten Projekte auf, ist unter
www.strukturfonds.sachsen.de
zu finden und wird in der Regel halbjährlich aktualisiert.
139

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Medienarbeit
Zu aktuellen Anlässen wurden zahlreiche Medieninformationen herausgegeben. Weiter-
hin wurden Journalisten zu Pressegesprächen und verschiedenen Terminen eingeladen.
Der wöchentliche Pressespiegel zur Berichterstattung über die EU-Förderinstrumente
legt nahe, dass die Förderung vor allem lokal und regional eine bedeutende Rolle bei
Journalisten und Lesern spielt. Überregional griff die Berichterstattung EU-Themen an-
lassbezogen auf, beispielsweise anlässlich des Abschlusses der Verhandlungen zum
Mehrjährigen Finanzrahmen 2014 – 2020.
In einem von der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland veranstalte-
ten Workshop für Regionaljournalisten am 6. Dezember 2013 in Leipzig präsentierte die
Verwaltungsbehörde die Förderstrategie des Europäischen Sozialfonds in Sachsen. Im
Nachgang zur Veranstaltung erschien ein Radiobeitrag im Leipziger Radio Mephisto
zum ESF in Sachsen allgemein und einem Beispielprojekt.
Zu den ESF-Programmen erfolgten konkrete Medieninformationen durch die Fondsbe-
wirtschafter, die in zahlreichen Presseartikeln zum Beispiel zu den Programmen Qualifi-
zierung von Strafgefangenen, Alltagsbegleitung für Senioren, Kompetenzentwicklung für
Schülerinnen und Schüler oder der Förderung von Produktionsschulen aufgegriffen
wurden.
Publikationen/Informationsmaterial
Im Jahr 2013 wurden vier Ausgaben des Magazins zur EU-Förderung in Sachsen,
„Strukturfonds Aktuell“, mit einer Auflage von je 15.000 Exemplaren veröffentlicht. Das
Magazin berichtet über Förderangebote und geförderte Projekte. Die Verteilung erfolgt
über öffentliche Einrichtungen (Arbeitsverwaltung, Kommunalverwaltung, Landratsäm-
ter, Multiplikatoren wie EU-Infozentren) und verschiedene Anlaufstellen für Förderinfor-
mationen (Kammern, Verbände, Sächsische Aufbaubank, Wirtschaftsförderung).
Zu den Fördermöglichkeiten des ESF wurde eine Vielzahl von Flyern, Broschüren, Pla-
katen und weiteren Informationsschriften aufgelegt oder aktualisiert und eingesetzt.
Zu den neuen Printprodukten gehören ein Flyer zur Förderung von Zusatzqualifikationen
für Auszubildende, ein Flyer zur Förderung der Weiterbildung für Berufskraftfahrer mit
dem Weiterbildungsscheck Sachsen, Plakate zur Information über die Förderung von
140

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Nachwuchsforschergruppen und Promotionsstipendien sowie eine Best-Practice-
Broschüre zur Förderung nachhaltiger Forschung.
Alle Informationsmaterialien werden beim Zentralen Broschürenversand der Sächsi-
schen Staatsregierung hinterlegt und können unter
www.publikationen.sachsen.de
kos-
tenlos heruntergeladen und auch per Post als Druckexemplare bestellt werden.
ESF-EFRE-Sonderzeitung 2013
Unter dem Titel „Sächsische Perspektiven. Die EU-Sonderzeitung“ wurde am 11. Mai
2013 zum Abschluss der Europawoche eine sachsenweite Publikation mit einer Auflage
von 1,8 Mio. Exemplaren an die sächsischen Haushalte verteilt. Die Sonderzeitung gibt
einen Überblick über die EU-Förderung, stellt Projekte vor, benennt noch nutzbare Pro-
gramme und liefert die Kontakte zu weiterführenden Informationen und zur Förderbera-
tung.
Kommunikationsaktivitäten zu zusätzlichem Förderpotenzial in der Region Leipzig
Um die nach Genehmigung des zweiten Änderungsantrags zusätzlich für die Region
Leipzig zur Verfügung stehenden Fördermittel zu kommunizieren, wurde eine Reihe von
Aktivitäten gestartet. Darunter waren folgende Bausteine: Übersicht über relevante Pro-
gramme einschließlich Kontakt zur Beratung, Mailingaktion an Multiplikatoren mit der
Übersicht plus Infoflyer (per Post, ergänzend per E-Mail), Beitrag in Strukturfonds Aktu-
ell, Ausgabe April 2013, Hinweis auf noch nutzbare Programme in der sachsenweit ver-
teilten Sonderzeitung „Sächsische Perspektiven.“ sowie eine Information auf der Inter-
netseite der SAB.
Anzeigen
In Spezialpublikationen und Fachveröffentlichungen wie Hochschulzeitungen, Wirt-
schaftspublikationen und Schülerzeitschriften wurden in Zusammenarbeit mit den ESF-
Fondsbewirtschaftern Anzeigen zu einzelnen Förderangeboten platziert. Darunter waren
eine Anzeige für Schülercamps, Ferienakademien und Berufsorientierung im „Future-
Plan“-Hausaufgabenheft sowie Anzeigen für das Serviceangebot der Career-Services
an sächsischen Hochschulen. Im Wirtschaftsmagazin der IHK Leipzig erschien eine An-
zeige zur Förderung der Ausbilderqualifizierung, im Magazin „Ausbildung-Beruf-Zukunft“
des VSR-Verlages Leipzig ein Artikel zur Förderung von Zusatzqualifikationen von Aus-
141

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
zubildenden. Zum Seed-Stipendium wurde eine Anzeige in den Uniplaner 2013/14 der
TU Dresden integriert. Auf mehreren Seiten erschienen Beiträge in der Sonderbeilage
„Lehrling gesucht“ der Sächsischen Zeitung zur Förderung von Zusatzqualifikationen,
der Landesinitiative QEK zur Verbesserung der dualen Berufsausbildung sowie zur Un-
terstützung lernschwacher Jugendlicher bei betrieblicher Ausbildung. Zum ESF als
Fonds wurde eine übergreifende Anzeige in den Programmheften der Filmnächte
Chemnitz und der Filmnächte Dresden geschaltet.
Fortführung der Kampagne zur Alphabetisierung
koalpha-Städtetour in Sachsen; Die in 2010 begonnene Kampagne zu den Förderange-
boten für funktionale Analphabeten wurde in 2013 mit dem Einsatz der „laufenden
Buchstaben“ fortgesetzt. Die Städtetour macht auf das Phänomen Analphabetismus und
die ESF-Fördermöglichkeiten des SMK zur Alphabetisierung aufmerksam. Start war am
17. April 2013 in Zittau, Ende der Städtetour war am 25. April 2013 in Schwarzenberg.
Weitere Stationen waren Heidenau, Auerbach, Döbeln, Riesa und Borna. Weitere Aktio-
nen zum Sächsischen Familientag am 1. Juni 2013in Oschatz sowie anlässlich des
Weltalphabetisierungstag rund um den 8. September 2013in Dresden und Leipzig (Sta-
tionen in Plauen und Chemnitz mussten wetterbedingt abgesagt werden).
Dabei wurde über die Fördermöglichkeit informiert und die kostenlose Beratungs-
Telefonnummer der Koordinierungsstelle koalpha bekannt gemacht. Begleitend wurden
durch das Sächsische Staatsministerium für Kultus auch die regionalen Medien auf die
Aktion aufmerksam gemacht.
Fachveranstaltungen wie ein Fachsymposium oder eine Fachtagung zur Alphabetisie-
rung vernetzten die zahlreichen Akteure und zogen Bilanz zur fast vierjährigen Tätigkeit
der Koordinierungsstelle koalpha.
Veranstaltungen
Mit verschiedenen Veranstaltungsformaten wurde über die ESF-Förderung in Sachsen
informiert. Zentral sind dabei Informationsstände, beispielsweise auf Bildungsmessen,
mit gezielten Informationen zu einzelnen Programmen. Außerdem informierten Aktions-
stände bei Publikumsveranstaltungen die breite Öffentlichkeit über das Wirken der
Fonds. Potenzielle Begünstigte wurden auch mit speziellen Informationsveranstaltungen
142

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
zu einzelnen Förderangeboten angesprochen, zum Beispiel mit einer Veranstaltung zur
Förderung der Berufseinstiegsbegleitung.
Auch in 2013 sehr erfolgreich und umfassend war die Zusammenarbeit mit der SAB bei
Informationsveranstaltungen und regionalen Messen. Während Promoterinnen und
Promoter die Besucher direkt ansprachen und auf die Fördermöglichkeiten aufmerksam
machten, stellte die SAB vor Ort Ansprechpartner für Beratungsgespräche zur Verfü-
gung.
Auflistung der Informations- und Aktionsstände
Stand/Veranstaltung
Ergebnis
Informationsstand:
Messe KarriereStart Dresden,
18.-20.01.2013
-
1.300 Besucher am Stand, davon 130 intensive Gesprä-
che
-
1.900 Stück Infomaterial wurden mitgenommen
-
Nachgefragte Themen: Weiterbildungsscheck, Exis-
tenzgründung, Fördermöglichkeiten ESF allgemein, Eu-
ropa allgemein (Quiz), Finanzierung einer Umschulung,
Ende der Förderperiode, Ausbildung/ Praktikum, Ferien-
akademien
Informationsstand:
Messe Zwickau: Zukunft hier,
23./24.02.2013
-
300 Besucher am Stand, 50 intensive Gespräche
-
400 Stück Infomaterial wurden mitgenommen
-
Nachgefragte Themen: Fördermöglichkeiten allgemein,
Weiterbildungsscheck, Ferienakademien, einzelbetrieb-
liche Weiterbildung, EU und Strukturfonds allgemein
Informations- und Aktionsstand:
Stand des SMS zum Sächsi-
schen Familien- und Seniorentag
in Oschatz am 01.06.2013
-
Infotheke, Europaquiz, Fotoaktion mit Daumenkino zum
Mitnehmen, Einsatz Maskottchen
-
1.000 Stück Infomaterial wurden mitgenommen
Informations- und Aktionsstand:
Tag der Sachsen in Schwarzen-
berg, 06.-08.09.2013
-
ESF-EFRE-Aktionsstand mit Infotheke, Fotoaktion „Eu-
ropa ist näher als Sie denken“ mit Foto zum Mitnehmen,
Europa-Quiz, Präsentation Koordinierungsstelle Alpha-
betisierung, Präsentation InnoPrämie, Maskottchen Emil
143

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
im Außenbereich
-
2.200 Besucher am Stand, 210 intensive Gespräche
-
3.000 Stück Infomaterial wurden mitgenommen
-
Nachgefragte Themen: allgemeine Fragen zur Förde-
rung, Weiterbildungsscheck, Mikrodarlehen, Ende der
Förderperiode, EU-Beitritt Kroatien
Informationsstand:
Tag der Ausbildung, Pirna,
21.09.2013
-
250 Besucher am Stand, 30 intensive Gespräche
-
300 Stück Infomaterial wurden mitgenommen
-
Nachgefragte Themen: Zusatzqualifikationen für Azubis,
Weiterbildungsscheck, Europa allgemein, Ende der För-
derperiode
Best-Practice-Wanderausstellung: ESF/EFRE sichtbar vor Ort
Die EFRE-ESF-Wanderausstellung ist seit 2010 in ganz Sachsen im Einsatz. Bisher
wurden insgesamt 43 Stationen umgesetzt. Die Ausstellung besteht aus zahlreichen
Tafeln zur Veranschaulichung geförderter EFRE- und ESF-Projekte, bis zu zwei Media-
wänden für Filmbeiträge, einem großformatigen Förder-Wegweiser und Broschüren-
ständern zur Auslage von Informationsmaterial. In 2013 wurde die Ausstellung um fünf
neue ESF-Tafeln zur Förderung im Hochschulbereich ergänzt. An 10 Stationen war die
Ausstellung in 2013 zu sehen: Volkshochschule Kamenz, SAB-Zentrale in Dresden,
Veranstaltung „Forscher entdecken!“ am 8.5. in Löbau, Staatliche Studienakademie Rie-
sa, Wirtschaftsförderung Erzgebirge GmbH/Europe-direct-Infozentrum, Landesdirektion
Chemnitz, IHK Chemnitz, Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Universität Leipzig,
Herbsttagung der Strukturfonds am 4. November 2013 in Leipzig, Medizinische Fakultät
der TU Dresden.
Werbemittel/Messeausrüstung
Im Jahr 2013 wurden Werbemittel hauptsächlich auf Messen, bei Veranstaltungen und
über Multiplikatoren eingesetzt. Die Werbemittel richteten sich an die breite Öffentlich-
keit und potenzielle Begünstigte, wiesen auf den Mehrwert der europäischen Förderung
hin und bewarben die Adresse
www.strukturfonds.sachsen.de
.
Zu den Werbemitteln
144

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
gehörten Kugelschreiber, A4-Blöcke, Lineale, Luftballons, Fruchtgummitütchen, Aufkle-
ber und USB-Sticks. Speziell für Studierende wurde das Werbemittel „Lesezeichen“ er-
stellt und verteilt.
Weiterhin wurde für das Jahr 2014 ein ESF-EFRE-Jahreswandkalender im Format A 1
mit einer Auflage von 2.000 Exemplaren erstellt. Des Weiteren wurde ein Monatskalen-
der mit einer Auflage von 3.500 Exemplaren produziert. Beide Kalender wurden an Mul-
tiplikatoren verschickt und bei Veranstaltungen eingesetzt.
Die Messeausrüstung bestehend unter anderem aus Theke, Stehtischen und Broschü-
renständern wurde gepflegt, Neuanschaffungen wurden nicht getätigt.
Verkehrsmittelwerbung
Die von Juli 2009 bis abschließend 31. Dezember 2013 laufende Verkehrsmittelwerbung
für die EU-Strukturfonds wurde in 2013 mit drei Straßenbahnen und fünf Bussen fortge-
setzt, die komplett im ESF-EFRE-Layout gestaltet waren. Ziel war, die breite Öffentlich-
keit auf die EU-Fördermöglichkeiten in Sachsen aufmerksam zu machen (Botschaft: Eu-
ropa fördert Sachsen) und die Informationsmöglichkeit über die beworbene Internet-
adresse bekannt zu machen (Botschaft: es gibt individuelle Fördermöglichkeiten).
Jeweils eine Straßenbahn fuhr in Chemnitz, Leipzig, Dresden; jeweils ein Stadtbus in
Zwickau, Grimma, Wurzen; zwei Überlandbusse fuhren in den Regionen Chemnitz und
Dresden. Durch die ganzjährige Präsenz und den Aktionsradius in den drei größten
sächsischen Städten mit wechselnden Routen wurde ein hoher Anteil der Bevölkerung –
durch den Einsatz der Überlandbusse auch im ländlichen Raum – erreicht.
Maßnahmen der Bewilligungsstelle Sächsische Aufbaubank – Förderbank – (SAB)
Kundencenter: Die Bewilligungsstelle verfügte im Jahr 2013 neben dem Hauptsitz in
Dresden über zwei weitere Kundencenter in Chemnitz und Leipzig sowie darüber hinaus
vier Regionalbüros in Görlitz, Plauen, Annaberg-Buchholz und Torgau.
Internet: Das ESF-Portal der SAB ist unter
www.sab.sachsen.de/esf
und unter
www.esf-in-sachsen.de
erreichbar und enthält alle Detailinformationen zur Antragstel-
lung.
145

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Veranstaltungen: Die SAB war auf 94 Veranstaltungen inklusive Messen präsent und
führte Beratungen zu den verschiedenen Förderangeboten durch. Dabei wurden mehr
als 1.465 Teilnehmer erreicht.
Beratungen in den Kundencenter/Regionalbüros: 3.002 persönliche Beratungsgesprä-
che wurden geführt. 3.839 telefonische Anfragen, die in den Kundencentern und Regio-
nalbüros eingegangen sind, wurden beantwortet.
Telefonische Beratung im Servicecenter: 63.632 Gespräche wurden angenommen. Da-
rin wurden Fragen zur Förderung beantwortet, Terminvereinbarungen für Beratungsge-
spräche vereinbart, Anträge und Unterlagen verschickt sowie Gespräche vermittelt.
Das Servicecenter ist montags bis donnerstags von 8:00 Uhr bis 18:00 Uhr und am Frei-
tag von 8:00 Uhr bis 15:00 Uhr erreichbar.
Bewertung/Evaluierung extern
Repräsentative Befragungen 2009 und 2013
Die Effektivität der im Förderzeitraum 2007 – 2013 durchgeführten Kommunikations-
maßnahmen wurde mit Hilfe mehrerer repräsentativer Befragungen kontrolliert. Dabei
wurden im Rahmen des Gesamtprojekts insgesamt vier repräsentative Befragungen
durchgeführt. Die ersten beiden Repräsentativerhebungen – jeweils eine Bevölkerungs-
befragung und eine Unternehmensbefragung – erfolgten im Jahr 2009. Im Jahr 2013
erfolgte die zweite Erhebungswelle, wiederum mit einer repräsentativen Bevölkerungs-
und einer Unternehmensbefragung.
Ziel der Befragungen war es, den Bekanntheitsgrad der Förderung aus den Europäi-
schen Strukturfonds EFRE und ESF in Sachsen sowie das Image der Europäischen
Union insgesamt und ihrer Förderinstrumente zu untersuchen. Des Weiteren war die
Nutzung von Informationsquellen zur Förderung Bestandteil der Untersuchung.
Im Vergleich zur Erhebung in 2009 ist sowohl die Bekanntheit des EFRE als auch die
des ESF gestiegen. In der Bevölkerungsbefragung stieg die Bekanntheit des EFRE von
40 % in 2009 auf 43 % in 2013, die Bekanntheit des ESF stieg im gleichen Zeitraum von
44 % auf 50 %. Damit stieg der Anteil der Befragten, die mindestens einen der beiden
Fonds kennen, von 61 % in 2009 auf 65 % in 2013. Beide Erhebungswellen der Bevöl-
146

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
kerungsbefragung ergeben, dass zwei Drittel der Sachsen der Europäischen Union posi-
tiv gegenüberstehen (2009: 69 %, 2013: 67 %).
Bei den Unternehmen ist die Bekanntheit der Fonds weiterhin höher als in der Bevölke-
rung. Mehr als zwei Drittel kennen den ESF und knapp die Hälfte den EFRE. Die Be-
kanntheit in 2013 unterscheidet sich nur geringfügig von 2009. Den EFRE kennen 47 %,
den ESF 69 % der Befragten. Fast jedes fünfte sächsische Unternehmen hat bereits
Leistungen aus dem ESF oder EFRE erhalten. Die Förderung beruflicher Weiterbildung
hat die höchste gestützte Bekanntheit. Nahezu jedes zweite Unternehmen (47 %) kennt
dieses Angebot.
Evaluierung von Kommunikationsmaßnahmen durch die EU-Kommission
In der 2013 im Auftrag der Generaldirektion für Regionalpolitik der Europäischen Kom-
mission europaweit durchgeführten Evaluierung von Kommunikationsmaßnahmen wur-
de unter anderen Regionen Sachsen als Fallstudie herangezogen (Annexes A to the
Final Report: Evaluation study on good practices in EU Regional Policy communication
2007 - 2013 and beyond. Good practices in the Member States. 25 October 2013, The
Evaluation Partnership, UK).
Die Studie hebt mehrere Kommunikationsmaßnahmen für die Strukturfonds in Sachsen
als gute Praxis hervor. Dazu gehört das als attraktiv und modern beschriebene Corpora-
te Design für die Strukturfonds in Sachsen einschließlich der spezifischen Logos. Das
Corporate Design ist dem Evaluator zufolge geeignet, Wahrnehmbarkeit und Wiederer-
kennbarkeit der Kommunikation zu befördern. Als weitere Beispiele werden die Events
für die breite Öffentlichkeit und die sachsenweit verteilte Sonderzeitung „Sächsische
Perspektiven“ aufgeführt und analysiert.
Diese Beispiele guter Praxis wurden zudem vom Evaluator auf der Konferenz „Telling
the Story“ vom 9. – 10. Dezember 2013 in Brüssel präsentiert. Die Konferenz bildete
den Auftakt zur Kommunikation der fünf Europäischen Struktur- und Investitionsfonds
(ESI-Fonds) im Förderzeitraum 2014 – 2020 und versammelte 811 Teilnehmende aus
28 Mitgliedstaaten.
147

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Tabelle 26: Bewertung der Informations- und Publizitätsmaßnahmen
Informations- und
Publizitätsmaßnahme
Bewertungskriterien
Angaben zu den Bewertungskriterien
Internetauftritt
www.strukturfonds.sachsen.de
Internetzugriffe
Nutzerstatistik im Zeitraum 01.01.-
31.12.2013:
-
11.935 Visits
-
37.604 Page Impressions
Medienarbeit, Pressemitteilun-
gen, Presseveranstaltungen
Resonanz in den Me-
dien; erreichte Leser/
Zuhörer/Zuschauer
40 Pressemitteilungen mit mehrfacher Reso-
nanz in den regionalen Medien
Publikationen/Werbemittel
Auflage; verteilte
Exemplare
Auflistung der produzierten und verteilten
Werbemittel
Zeitschrift
„Strukturfonds Aktuell“
Auflage, Verteilung
Auflage 4 x 15.000 Exemplare, umfangrei-
cher Verteiler, zusätzliche Verteilung auf
allen Messen, Veranstaltungen; Verteilung
über die SAB an Zuwendungsempfänger und
Interessierte
Sonderzeitung 2013
Auflage, Verteilung
Verteilung Sonderzeitung an 1,8 Mio. Haus-
halte in Sachsen
Anzeigen
Auflage / Anzahl der
Leserreichweite des
betreffenden Mediums
Anzeigenschaltungen in verschiedenen Spe-
zialpublikationen; z. B. Auflage des Hoch-
schulmagazins UniversitätsJournal TU Dres-
den: 12.000
Exemplare, Magazin campus³
der Westsächsischen Hochschule Zwickau
mit 3.200 Exemplaren; Zahl der potenziell
erreichbaren Leser liegt über der Auflagen-
zahl
Kampagne Alphabetisierung
Auflage, Verteilung,
Feedback
Medienberichte zur Aktion „laufende Buch-
staben“, positives Feedback zahlreich bei
Koordinierungsstelle koalpha eingegangen
Messeauftritte, Präsentation auf
Veranstaltungen, Aktionsstände
Besucherzahlen, Zahl
des verteilten Infoma-
terials
Infostände: ca. 4.000 Besucher, ca. 6.600
Stück Infomaterial wurde mitgenommen
148

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2013
Best-Practice-
Wanderausstellung
Häufigkeit des Einsat-
zes
10 Stationen zu je ca. 2-3 Wochen an Orten
mit Publikumsverkehr
Verkehrsmittelwerbung
Einwohnerzahl der
Regionen, Schaltzeit-
raum
12-monatiger Schaltzeitraum sichert kontinu-
ierliche Wahrnehmbarkeit im Straßenbild,
potenziell 1,2 Mio. Einwohner in den Regio-
nen Chemnitz, Leipzig, Dresden können
erreicht werden
149