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Pflege in Sachsen – Ausgabe 2019
Statistisch betrachtet
STATISTISCHES
LANDESAMT
Statistisch betrachtet

Nichts vorhanden (genau Null)
weniger als die Hälfte von 1 in der letzten
besetzten Stelle, jedoch mehr als nichts
Angabe fällt später an
Zahlenwert nicht sicher genug
Zahlenwert unbekannt oder geheim zu halten
Tabellenfach gesperrt, weil Aussage nicht sinnvoll
Aussagewert ist eingeschränkt
vorläufige Zahl
berichtigte Zahl
geschätzte Zahl
-
0
...
/
.
x
()
p
r
s
Zeichenerklärung
Allen Rechnungen liegen die ungerundeten Werte zugrunde. In einzelnen Fällen können bei der Summenbildung geringe
Abweichungen entstehen, die in Abbildungen und Tabellen auf ab- bzw. aufgerundete Einzelangaben zurückzuführen sind.

Inhalt
Seite
Einleitung
Pflegebedürftigkeit
Pflegeeinrichtungen
Pflegepersonal
Fazit und Ausblick
Glossar
Quellen- und Literaturverzeichnis
5
7
14
20
28
31
33

Seite
7
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10
11
12
14
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18
19
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22
23
24
26
26
30
8
9
13
15
17
20
21
25
27
Pflegebedürftige im Dezember 2017 nach Versorgungsart/Leistungsart
Zuwachs an Pflegebedürftigen von 2015 bis 2017 nach Art der Betreuung
Pflegebedürftige in Sachsen nach der Leistungsart aus der Pflegeversicherung
Leistungsempfänger der Pflegeversicherung je 1 000 Einwohner im Dezember 2015 und 2017 nach Leistungsart
Pflegebedürftige je 1 000 Einwohner in Sachsen im Dezember 2017 Gebietsstand: 1. Januar 2018
Pflegequoten sowie ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen in Sachsen im Dezember 2017 nach Art des Trägers
Gebietsstand: 1. Januar 2018
Pflegebedürftige je Platz in einer stationären Einrichtung in Sachsen am 15. Dezember 2017 Gebietsstand: 1. Januar 2018
Entwicklung der Zahl der Plätze stationärer Pflegeeinrichtungen in Sachsen
Durchschnittliche Vergütungen in stationären Pflegeeinrichtungen in Sachsen 2017 nach Leistungsart und Pflegegrad
Beschäftigte und Pflegebedürftige der ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen in Sachsen
Beschäftigte in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen in Sachsen am 15. Dezember 2017 nach überwiegendem
Tätigkeitsbereich und Geschlecht
Beschäftigte in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen in Sachsen am 15. Dezember 2017 nach
Beschäftigungsverhältnis und Geschlecht
Beschäftigte in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen in Deutschland am 15. Dezember 2017 nach Bundesländern
Beschäftigte in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen in Sachsen nach Berufsabschluss
Beschäftigte in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen in Sachsen am 15. Dezember 2017 nach Altersgruppen
Altenpfleger - Absolventen mit Abschlusszeugnis nach Ausbildungsstatus
Pflegebedürftige in Sachsen seit Einführung der amtlichen Pflegestatistik
Pflegebedürftige zum Jahresende 2017 nach Bundesländern
Leistungsempfänger der Pflegeversicherung in Sachsen im Dezember 2017 nach Kreisfreien Städten und Landkreisen
Ausgewählte Merkmale ambulanter und stationärer Pflegeeinrichtungen in Sachsen am 15. Dezember 1999, 2005 und 2017
Ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen in Sachsen am 15. Dezember 2017 nach Kreisfreien Städten und Landkreise
Beschäftigte in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen in Sachsen am 15. Dezember 2017 nach Kreisfreien
Städten und Landkreisen
Beschäftigte in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen in Sachsen und Deutschland am 15. Dezember 2017
Betreuungssituation in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen
Beschäftigte in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen am 15. Dezember 2017 nach überwiegendem Tätigkeitsbereich
Abbildungen
Abb. 1
Abb. 2
Abb. 3
Abb. 4
Abb. 5
Abb. 6
Abb. 7
Abb. 8
Abb. 9
Abb. 10
Abb. 11
Abb. 12
Abb. 13
Abb. 14
Abb. 15
Abb. 16
Tabellen
Tab. 1
Tab. 2
Tab. 3
Tab. 4
Tab. 5
Tab. 6
Tab. 7
Tab. 8
Tab. 9
Abbildungen und Tabellen

Einleitung
Pflegesituation aus Sicht der amtlichen Statistik
© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Pflege in Sachsen - Ausgabe 2019 |
5
Angesichts des demografischen Wandels gilt die Pflegeversicherung als unverzichtbares Element der
sozi-
alen Sicherung. Sie wurde 1995 als 5. Säule der Sozialversicherung nach Kranken-, Unfall-, Renten- und
Arbeitslosenversicherung eingeführt. Eine Weiterentwicklung und Anpassung an die aktuellen Erfordernisse
erfolgte durch Verabschiedung der Pflegestärkungsgesetze (PSG)
I
bis
III.
Das Pflegestärkungsgesetz
I
wurde zum 1. Januar 2015 eingeführt und hat die Aufgabe, die Pflege weiter zu
entwickeln und die Unterstützung für Pflegebedürftige, Angehörige und Pflegekräfte zu verbessern.
Mit Einführung des Pflegestärkungsgesetzes
II
am 1. Januar 2016 wurde der Begriff der Pflegebedürftigkeit
neu gefasst. Es wurde ein neues Begutachtungsverfahren eingeführt und statt der bisherigen drei
Pflege-
stufen erfolgt ab 2017 die Beurteilung der Pflegebedürftigkeit nach fünf Pflegegraden. Beurteilt wird dabei
der Grad der Selbstständigkeit im Alltag. Dadurch können sowohl körperliche als auch geistige
Einschrän-
kungen erfasst werden und finden bei der Einstufung gleichermaßen Berücksichtigung. Dadurch sind ab
2017 mehr Personen leistungsberechtigt. In der vorliegenden Broschüre wird ausgeführt, welcher Anteil
des Anstieges der Pflegebedürftigen am Jahresende 2017 gegenüber 2015 auf die Einführung des PSG
II
zurückzuführen ist.
Das dritte Pflegestärkungsgesetz trat am 1. Januar 2017 in Kraft. Es fokussiert auf die Stärkung der
Pflege-
beratung und den Ausbau der Zusammenarbeit der Verantwortlichen in den Kommunen.
Die vorliegende Broschüre stellt Ergebnisse aus der amtlichen Statistik zur Pflegesituation in Sachsen in
anschaulicher Form vor. Sie ist in die Themenschwerpunkte Pflegebedürftigkeit, Pflegeeinrichtungen und
Pflegepersonal gegliedert.
Im Rahmen der amtlichen Statistik werden seit 1999 Daten zur Versorgung im Pflegebereich erhoben. Von den
Statistischen Landesämtern werden dazu im Zweijahresturnus zum Stichtag 15. Dezember ambulante und
sta-
tionäre Pflegeeinrichtungen zur Einrichtung, zu den Beschäftigten und den Pflegebedürftigen befragt. Diese
Angaben werden mit den vom Statistischen Bundesamt zum Stichtag 31. Dezember bei den Spitzenverbänden
der Pflegekassen und dem Verband der privaten Krankenversicherung erfassten Daten zu
Pflegegeldempfän-
gern zusammengeführt und liefern damit ein umfassendes Bild zur Situation im Pflegebereich. Hier
berück-
sichtigt sind die Ergebnisse bis zum Dezember 2017.
Bei der Darstellung von bevölkerungsbezogenen Quoten wurden in dieser Veröffentlichung ab 2011
Einwoh-
nerzahlen der Bevölkerungsfortschreibung auf Basis der Zensusdaten vom 9. Mai 2011 verwendet,
Berech-
nungen für frühere Jahre beruhen auf der Bevölkerungsfortschreibung auf Basis der Registerdaten vom
3. Oktober 1990. Auch methodische Änderungen bei der Ermittlung der Gesamtzahl der Pflegebedürftigen
(s. Glossar) relativieren die Vergleichbarkeit der Ergebnisse in den Zeitreihen.

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Über 200 000 Pflegebedürftige in Sachsen
Im Dezember 2017 erhielten in Sachsen
204 797 Personen Leistungen im Rahmen
der Pflegeversicherung (SGB XI), das waren
50,2 Empfänger je 1 000 Einwohner.
Gegenüber der letzten Erhebung zwei Jahre
zu-
vor ist die Anzahl der Leistungsempfänger im
Rahmen der Pflegeversicherung (SGB XI) um
38 005 Personen bzw. 22,8 Prozent angestiegen.
Das waren 9,4 Pflegebedürftige je 1 000
Ein-
wohner mehr als 2015. Gegenüber 1999, dem
Jahr der ersten Erhebung hat sich die Anzahl
der Pflegebedürftigen je 1 000 Einwohner fast
verdoppelt. Damit wurden 26,5 pflegebedürftige
Personen je 1 000 Einwohner festgestellt.
Pflegebedürftigkeit
93 487 (45,6 %)
60 247 (29,4 %)
49 720 (24,3 %)
Abb. 1 Pflegebedürftige im Dezember 2017 nach Versorgungsart/Leistungsart
Pflegebedürftige im Rahmen der Pflegeversicherung (SGB XI) in Sachsen insgesamt
1)
204 797
zu Hause versorgt
stationär versorgt
153 734 (75,1 %)
57 603 (28,1 %)
darunter vollstationär
50 997 (24,9 %)
nur durch Angehörige/Privatpersonen
durch ambulante Pflegedienste
darunter vollstationäre Dauerpflege
Leistungen ausschließlich als Pflegegeld
zusammen mit
Angehörigen etc.
nur durch
Pflegedienste
Sachleistungen in
stationären Pflegeeinrichtungen
30 371 (14,8 %)
29 876 (14,6 %)
1) Die Zahl der Pflegebedürftigen insgesamt entspricht ab 2017 der Summe aller zu Hause versorgten, aller vollstationär betreuten und der teilstationär betreuten
Pflegebedürftigen mit Pflegegrad 1.
Kombination von
ambulanten Sach- und
Pflegegeldleistungen
ausschließlich
Sachleistungen der
Pflegedienste
versorgt durch:
versorgt in:
1 121 Pflegedienste mit
26 774 Beschäftigten
970 Pflegeheimen mit
41 311 Beschäftigten und
58 201 verfügbaren Plätzen
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Sachsen bundesweit Spitzenreiter beim
Anstieg der Pflegebedürftigen
Im Bundesvergleich hatte Sachsen den
höchs-
ten Anstieg an Pflegebedürftigen 2017
gegen-
über 2015 zu verzeichnen. In fast der Hälfte
der Bundesländer wurde jedoch ein ähnlich
hoher Anstieg von 20 Prozent oder mehr
fest-
gestellt. In Deutschland insgesamt stieg die
Anzahl der Pflegebedürftigen 2017 gegenüber
2015 um 19,4 Prozent.
Mehrzahl der Pflegebedürftigen sind Frauen
129 910 Pflegebedürftige und damit knapp
zwei Drittel der Pflegebedürftigen in Sachsen
waren im Dezember 2017 Frauen. Sie stellten
mit 21 827 Personen auch die Mehrzahl des
Anstiegs der Pflegebedürftigen gegenüber
2015 dar. Relativ gesehen jedoch ist die Zahl
der pflegebedürftigen Männer im Vergleich
zu vor zwei Jahren mit 27,6 Prozent etwas
stärker gestiegen als die Zahl der Frauen (um
20,2 Prozent). Dieser Sachverhalt spiegelt
hauptsächlich die Tatsache wider, dass in der
Vergangenheit die Anzahl der Männer in den
Altersjahren, die eine hohe Pflegebedürftigkeit
aufweisen (80 Jahre und älter), aufgrund des
zweiten Weltkrieges viel geringer war, als die
der Frauen.
83,3 Prozent der pflegebedürftigen Personen
waren 65 Jahre und älter, 38,6 Prozent und
damit mehr als jeder dritte Pflegebedürftige
sogar 85 Jahre und älter.
Versorgung zu Hause für drei Viertel der
Pflegebedürftigen
Drei
Viertel
der
Pflegebedürftigen
bzw.
153 734 Personen wurden zu Hause versorgt,
die meisten von ihnen (93 487 Personen)
wurden dort ausschließlich von Verwandten
oder anderen Privatpersonen betreut.
Ge-
genüber 2015 erhöhte sich die Anzahl der zu
Hause betreuten Personen um 30,6 Prozent,
die der ausschließlich von Angehörigen bzw.
anderen Privatpersonen betreuten
Pflege-
bedürftigen sogar um 37,4 Prozent. Damit
lagen die Steigerungsraten für die zu Hause
versorgten Pflegebedürftigen deutlich über
dem Anstieg der Pflegebedürftigen
insge-
samt von 22,8 Prozent und der Anstieg der
Tab. 1 Pflegebedürftige in Sachsen seit Einführung der amtlichen Pflegestatistik
1999
2015
Anzahl
118 124
118 918
118 401
119 905
127 064
131 714
138 987
149 461
166 792
204 797
73,4
22,8
männlich
34 275
34 808
35 711
36 953
39 911
42 284
46 164
51 546
58 709
74 887
118,5
27,6
weiblich
83 849
84 110
82 690
82 952
87 153
89 430
92 823
97 915
108 083
129 910
54,9
20,2
Je 1 000
Einwohner
1)
26,5
27,1
27,4
28,1
30,1
31,6
33,6
36,9
40,8
50,2
89,4
23,0
Anzahl
95 869
97 583
96 981
99 552
106 442
110 750
117 358
125 715
141 588
170 621
78,0
20,5
Anteil
81,2
82,1
81,9
83,0
83,8
84,1
84,4
84,1
84,9
83,3
2,7
-1,9
Je 1 000
Einwohner
1)
119,5
115,4
108,9
104,4
106,9
107,8
117,0
125,6
138,1
161,6
35,2
17,0
männlich
77,5
73,9
69,6
67,7
70,8
72,6
81,8
91,1
102,4
123,0
58,7
20,1
weiblich
143,0
139,9
133,4
128,5
131,4
132,2
141,7
150,1
164,0
190,1
33,0
15,9
1) Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: bis 2010 auf Basis der Registerdaten vom 3.10.1990, ab 2011 auf Basis der Zensusdaten vom 9.5.2011.
Merkmal
1999
2001
2003
2005
Veränderung
in % gegenüber
Insgesamt
darunter 65 Jahre und älter
2007
2009
2011
2013
2015
2017
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Pflegebedürftigen insgesamt entfiel zu fast
95 Prozent auf die Versorgung zu Hause.
Für etwa 40 Prozent der zu Hause Gepflegten
wurden ambulante Dienste in Anspruch
ge-
nommen. Im Dezember 2017 waren in Sachsen
1 121 ambulante Pflegedienste mit 26 774
Be-
schäftigten tätig. Für 30 371 der zu Hause
ver-
sorgten Pflegebedürftigen übernahmen sowohl
diese ambulanten Pflegedienste als auch die
Verwandten bzw. andere Privatpersonen
pfle-
gerische Tätigkeiten. 29 876 Pflegebedürftige
wurden ausschließlich durch die ambulanten
Dienste betreut.
Gegenüber 2015 betreuten die ambulanten
Pflegedienste 10 629 Personen bzw. 21,4
Pro-
zent mehr, dabei war der Anstieg bei der
aus-
schließlichen Betreuung durch Pflegedienste
(25,6 Prozent) etwas höher, als bei der Betreu-
ung zusammen mit Angehörigen (17,6 Prozent).
Über 57 000 Personen wurden stationär betreut
57 603 Personen und damit 28,1 Prozent der
Pflegebedürftigen wurde in den 970
statio-
nären Pflegeeinrichtungen von 41 311
Be-
schäftigten versorgt. In diesen Einrichtungen
standen 58 201 Plätze zur Verfügung. Ein
kleiner Personenkreis von 6 606
Pflegebedürf-
tigen verbrachte nur einen Teil des Tages in
diesen stationären Einrichtungen und wurde
außerdem ambulant oder von Angehörigen
bzw. Privatpersonen betreut.
1)
49 720
Pfle-
gebedürftige und damit der überwiegende
Teil der vollstationär betreuten Personen
be-
fand sich in stationärer Dauerpflege. Ein
klei-
ner Teil der vollstationär betreuten Personen
(0,6 Prozent aller Pflegebedürftigen) befand
sich in stationärer Kurzzeitpflege, das heißt die
stationäre Betreuung erfolgte nur für einen
Tab. 2 Pflegebedürftige zum Jahresende 2017 nach Bundesländern
Baden-Württemberg
328 297
398 612
21,4
36,2
Bayern
348 253
399 357
14,7
30,7
Berlin
116 424
135 680
16,5
37,5
Brandenburg
111 595
132 426
18,7
52,9
Bremen
24 787
28 998
17,0
42,6
Hamburg
52 649
63 145
19,9
34,5
Hessen
223 579
261 757
17,1
41,9
Mecklenburg-Vorpommern
79 145
91 029
15,0
56,5
Niedersachsen
317 568
387 293
22,0
48,6
Nordrhein-Westfalen
638 103
769 132
20,5
42,9
Rheinland-Pfalz
132 283
161 164
21,8
39,6
Saarland
37 991
45 582
20,0
45,8
Sachsen
166 792
204 797
22,8
50,2
Sachsen-Anhalt
99 119
110 624
11,6
49,8
Schleswig-Holstein
89 428
109 162
22,1
37,8
Thüringen
94 280
115 620
22,6
53,7
Deutschland
2 860 293
3 414 378
19,4
41,2
Land
Pflegebedürftige
Veränderung
2017 zu 2015
in %
Pflegebedürftige
2015
2017
je 1 000 Einwohner 2017
_____
1) Diese Personen werden bei der Ermittlung der An-
zahl der Pflegebedürftigen insgesamt nur einmal ge-
zählt.
© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Pflege in Sachsen - Ausgabe 2019 |
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begrenzten Zeitraum. Dies ist dann der Fall,
wenn die pflegebedürftige Person, die sonst zu
Hause betreut wird, einer vollstationären
Pfle-
ge, zum Beispiel nach einem
Krankenhausauf-
enthalt, bedarf oder wenn die häusliche Pflege
für eine bestimmte Zeit nicht geleistet werden
kann oder ausgesetzt werden soll.
Der Zuwachs der Betreuung in stationären
Einrichtungen gegenüber 2015 betrug für
die vollstationäre Pflege 1 882 Personen bzw.
3,8 Prozent und trug damit nur 5 Prozent zum
Anstieg der Pflegebedürftigen gegenüber der
Erhebung zwei Jahre zuvor bei.
2)
... ausschließlich ambulante
Pflegedienste (6 089)
... ambulante Pflegedienste,
zusammen mit Angehörigen (4 540)
... ausschließlich Angehörige/
Privatpersonen (25 428)
zu Hause versorgt, durch ...
36 057
1 882
zu Hause versorgt
vollstationär versorgt
38 005
1)
Abb. 2 Zuwachs an Pflegebedürftigen von 2015 bis 2017 nach Art der Betreuung
1) Aus methodischen Gründen sind in der Gesamtsumme 66 teilstationär betreute Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1 enthalten.
Abb. 3 Pflegebedürftige in Sachsen nach der Leistungsart aus der Pflegeversicherung
0
20
40
60
80
100
1999 2001 2003 2005 2007 2009 2011 2013 2015 2017
Pflegegeldempfänger
(ohne Kombinations-
leistungen)
Kombination aus
ambulanter Pflege
und Pflegegeld
Ambulante Pflege
(ohne Kombinations-
leistungen)
Stationäre Pflege
1)
Prozent
1) Anteil ab 2009 ohne teilstationäre Pflege. Ab 2017 inklusive des Anteils der teilstationär betreuten Personen mit Pflegegrad 1.
_____
2)
Es wird hier auf die vollstationäre Pflege
abge-
stellt, da diese in die Gesamtzahl der
Pflegebedürf-
tigen einfließt. Dadurch werden Doppelzählungen
vermieden.
© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Pflege in Sachsen - Ausgabe 2019 |
10

Pflegequote steigt weiter für alle
Betreu-
ungsarten
Die starke Erhöhung der Zahl der
Leistungs-
empfänger im Rahmen der Pflegeversicherung
(SGB XI) gegenüber 2015 führte bei gleichzeitig
leicht sinkender steigender Bevölkerungszahl
zu einer deutlichen Zunahme des relativen
An-
teils der Pflegebedürftigen an der Bevölkerung.
Wurden 2015 noch 40,8 je 1 000 Einwohner
festgestellt, so erhöhte sich dieser Wert 2017
auf 50,2. Dieser Anstieg von fast 10
Pflege-
bedürftigen je 1 000 Einwohner wurde zum
größten Teil von den zu Hause von
Angehö-
rigen bzw. anderen Privatpersonen Betreuten
getragen (6,2 Personen je 1 000 Einwohner).
Aber auch alle anderen Leistungs- bzw.
Versor-
gungsarten wiesen einen Anstieg gegenüber
2015 auf, siehe dazu Abb. 4.
Im Bundesvergleich wies Sachsen damit bei den
Pflegebedürftigen je 1 000 Einwohner einen
Wert auf, der weit über dem Durchschnitt für
Deutschland (41,2 Personen je 1 000
Einwoh-
ner) liegt. Noch höhere Werte wurden lediglich
für Mecklenburg-Vorpommern (56,5 Personen
je 1 000 Einwohner), Thüringen (53,7
Perso-
nen je 1 000 Einwohner) und Brandenburg
(52,9 Personen je 1 000 Einwohner) ermittelt.
Einfluss der PSG II auf die Entwicklung der
Empfängerzahlen seit 2015
Durch die Einführung des PSG II wurde ab
2017 der Begriff der Pflegebedürftigkeit
wei-
ter gefasst, was zu einer Erhöhung der Anzahl
der Leistungsempfänger führte.
Es ist sicher nicht möglich, das gesamte
Spek-
trum der Auswirkungen der Einführung des
PSG II auf die Zahl der Leistungsempfänger
zu quantifizieren. Im Folgenden sollen zwei
Sachverhalte betrachtet werden, die im
Rah-
men der Pflegestatistik gut fassbar sind.
Im Rahmen der Neufassung des
Pflegebegrif-
fes durch das PSG II werden auch Personen
mit eingeschränkter Alltagskompetenz
3)
, die
vorher teilweise keine Pflegestufe
zugespro-
chen bekamen und im Rahmen der
Pflege-
statistik nachrichtlich erfasst wurden, in den
Kreis der Leistungsempfänger nach SGB XI
aufgenommen. Zum Jahresende 2015 wurden
insgesamt 90 721 Personen mit
eingeschränk-
ter
Alltagskompetenz
festgestellt,
davon
13 637 ohne Pflegestufe. Bezogen auf die
Ge-
samtzahl der Pflegebedürftigen 2015 sind dies
8,2 Prozent. Man kann davon ausgehen, dass
durch die Aufnahme dieses
Personenkrei-
ses in den Kreis der Leistungsempfänger der
Zuwachs der Pflegebedürftigen in adäquater
Größenordnung durch diesen Sachverhalt
er-
klärt werden kann.
Nach PSG II wird der Grad der
Pflegebedürf-
tigkeit der Leistungsempfänger mit Hilfe von
fünf Pflegegraden beurteilt. Die Spannweite
der Beurteilungsergebnisse reicht von einer
„geringen Beeinträchtigung der
Selbständig-
keit“ (Pflegegrad 1) bis zu einer „schwersten
Beeinträchtigung der Selbständigkeit mit
be-
sonderen Anforderungen an die pflegerische
Versorgung“ (Pflegegrad 5). [1] Dabei erfolgte
keine erneute Begutachtung der bereits
an-
erkannten Pflegebedürftigen sowie der
Men-
schen mit eingeschränkter Alltagskompetenz.
Allen diesen Personen wurde 2017
automa-
tisch anstelle der bisherigen Pflegestufe der
nächsthöhere Pflegegrad zugewiesen.
Perso-
nen mit eingeschränkter Alltagskompetenz,
0
5
10
15
20
25
Pflegegeldempfänger
ohne Empfänger von
Kombinations-
leistungen
Empfänger von
Kombinations-
leistungen
Ambulante Pflege
ohne Empfänger von
Kombinations-
leistungen
Stationäre Pflege
Abb. 4 Leistungsempfänger der Pflegeversicherung je 1 000 Einwohner
im Dezember 2015 und 2017 nach Leistungsart
2015
2017
_____
3) Es handelte sich um Personen, die (bei Leistungsbe-
zug) Leistungen auf Grund von eingeschränkter All-
tagskompetenz nach § 45b SGB XI erhielten.
© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Pflege in Sachsen - Ausgabe 2019 |
11

die bisher nicht als pflegebedürftig eingestuft
wurden, wurde automatisch Pflegegrad 2
zu-
gewiesen. Damit erhielten keine bereits vor
2017 anerkannten Leistungsempfänger
Pfle-
gegrad 1 und man kann davon ausgehen, dass
diese Personen vor 2017 noch nicht
leistungs-
berechtigt nach SGB XI waren. [1]
Am Jahresende 2017 wurden 3 101 Pflegebe-
dürftige mit Pflegegrad 1 festgestellt. Wären
diese schon zur Erhebung 2015 leistungsbe-
rechtigt gewesen, hätte sich die Zahl der
Pflegebedürftigen zum Jahresende 2015 um
1,9 Prozent erhöht.
Damit kann man davon ausgehen, dass bei
einer Steigerung der Zahl der
Pflegebedürfti-
gen 2017 zu 2015 insgesamt um 22,8 Prozent,
die Einführung des Pflegestärkungsgesetzes II
einen methodisch bedingten Zuwachs von
mindestens 10 Prozent verursacht hat. Dieser
entstand durch die Anerkennung der
Perso-
nen mit eingeschränkter Alltagskompetenz
als pflegebedürftig, denen bisher noch keine
Pflegestufe zuerkannt wurde, sowie die nach
Einführung des PSG II erfolgte Vergabe von
Pflegegrad 1 an Personen, die vorher nicht
leistungsberechtigt waren.
Pflegequoten und Art der Versorgung in
Sachsens Regionen sehr unterschiedlich
Die Pflegequoten in den Kreisfreien Städten
und Landkreisen differieren vor allem in
Abhän-
gigkeit von der Altersstruktur der Bevölkerung
sehr stark. Mit 39,1 bzw. 40,0
Pflegebedürfti-
gen je 1 000 Einwohnern lagen die Kreisfreien
Städte Leipzig und Dresden am Jahresende
2017 stark unter dem Sachsendurchschnitt
von 50,2. Die Bevölkerung dieser beiden
Groß-
städte hatte mit 42,4 bzw. 42,9 Jahren auch
das mit Abstand niedrigste Durchschnittsalter
(Sachsen 46,7 Jahre). In der Kreisfreien Stadt
Görlitz
Bautzen
Leipzig
Meißen
Nordsachsen
Mittelsachsen
Erzgebirgskreis
Zwickau
Vogtlandkreis
Sächsische Schweiz-
Osterzgebirge
Dresden,
Stadt
Leipzig,
Stadt
Chemnitz,
Stadt
Görlitz
Bautzen
Leipzig
Meißen
Nordsachsen
Mittelsachsen
Erzgebirgskreis
Zwickau
Vogtlandkreis
Sächsische Schweiz-
Osterzgebirge
Dresden,
Stadt
Leipzig,
Stadt
Chemnitz,
Stadt
in vollstationärer Dauerpflege
Abb. 5 Pflegebedürftige je 1 000 Einwohner in Sachsen im Dezember 2017
Kartengrundlage: Verwaltungsgrenzen, © GeoSN 2019
im Alter ab 65 Jahren
Gebietsstand: 1. Januar 2018
je 1 000 Einwohner
von ... bis unter ...
110 -
140
140 - 170
170 - 200
je 1 000 Einwohner
von ... bis unter ...
10,0 - 11,5
11,5 - 13,0
13,0 - 14,5
© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Pflege in Sachsen - Ausgabe 2019 |
12

Chemnitz waren die Einwohner mit 46,8 Jahren
fast genauso alt wie im Sachsendurchschnitt,
in den Landkreisen lag das durchschnittliche
Alter der Einwohner deutlich über dem Wert
für Sachsen. Den geringsten Wert wies hier der
Landkreis Sächsische Schweiz - Osterzgebirge
auf
(47,7 Jahre),
die
ältesten
Einwohner
lebten im Vogtlandkreis (49,3 Jahre). Diese
Wer-
te korrespondierten in der Regel mit den
Pfle-
gequoten. In acht der neun Landkreise lagen
diese über dem Durchschnitt für Sachsen und
schwankten zwischen 50,3 Pflegebedürftigen
je 1 000 Einwohner im Landkreis Mittelsachsen
und 67,6 im Landkreis Görlitz. Im Vogtlandkreis
jedoch nutzten nur 45,4 von 1 000 Einwohnern
Leistungen der sozialen Pflegeversicherung,
obwohl hier die durchschnittlich älteste
Be-
völkerung Sachsens lebte (49,3 Jahre). Die mit
Abstand höchste Pflegequote im Landkreis
Görlitz korrespondierte dagegen mit der fast
ältesten Bevölkerung (49,2 Jahre).
Chemnitz, Stadt
12 775
51,8
45,1
14,5
14,4
26,0
Erzgebirgskreis
20 208
59,4
43,8
16,4
17,7
22,1
Mittelsachsen
15 498
50,3
45,0
18,0
11,4
25,5
Vogtlandkreis
10 424
45,4
35,4
17,5
15,4
31,6
Zwickau
16 875
52,7
41,5
17,1
14,3
27,0
Dresden, Stadt
22 049
40,0
50,4
11,7
11,6
26,2
Bautzen
17 851
59,0
51,2
13,3
13,6
21,9
Görlitz
17 344
67,6
46,8
14,7
17,3
21,2
Meißen
13 517
55,7
49,7
15,8
15,1
19,4
Sächsische Schweiz-
Osterzgebirge
13 252
54,0
46,2
13,4
14,3
26,0
Leipzig, Stadt
22 750
39,1
42,4
13,3
16,4
27,9
Leipzig
12 139
47,0
45,1
15,1
14,4
25,4
Nordsachsen
10 115
51,1
48,1
14,3
12,5
25,0
Sachsen 2017
204
797
50,2
45,6
14,8
14,6
24,9
2015
166 792
40,8
40,8
15,5
14,3
29,4
2013
149 461
36,9
39,9
12,2
16,8
31,1
2011
138 987
33,6
39,6
10,1
17,3
33,0
2009
131 714
31,6
38,8
10,1
18,1
33,1
2007
127 064
30,1
40,2
9,5
16,3
34,0
in Kombi-
nation mit
Pflegegeld
ohne
Kombi-
nations-
leistungen
Tab. 3 Leistungsempfänger der Pflegeversicherung in Sachsen im Dezember 2017
nach Kreisfreien Städten und Landkreisen
Kreisfreie Stadt
Landkreis
Land
Pflegebedürftige
insgesamt
Pflegebedürftige nach Leistungsarten
Anteil in %
Anzahl
je
1 000
Einwohner
ausschließ-
lich
Pflegegeld
ambulante Pflege
voll-
statio-
näre
Pflege
© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Pflege in Sachsen - Ausgabe 2019 |
13

Pflegeeinrichtungen
Görlitz
Bautzen
Leipzig
Meißen
Nordsachsen
Mittelsachsen
Erzgebirgskreis
Zwickau
Vogtlandkreis
Sächsische Schweiz-
Osterzgebirge
Dresden,
Stadt
Leipzig,
Stadt
Chemnitz,
Stadt
Abb. 6 Pflegequoten sowie ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen in Sachsen im Dezember 2017 nach Art des Trägers
Kartengrundlage: Verwaltungsgrenzen, © GeoSN 2019
Gebietsstand: 1. Januar 2018
Ambulante Pflegedienste
freigemeinnütziger Träger
privater Träger
öffentlicher Träger
Pflegebedürftige
je 1 000 Einwohner
von ... bis unter ...
30 - 40
40 - 50
50 - 60
60 - 70
Stationäre Pflegeeinrichtungen
freigemeinnütziger Träger
privater Träger
öffentlicher Träger
Anteil der Trägerart an der Gesamtzahl der Einrichtungen
© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Pflege in Sachsen - Ausgabe 2019 |
14

Zahl der Einrichtungen und ihre Kapazität
steigt weiter
Zur professionellen Versorgung der
Pflege-
bedürftigen standen zum Jahresende 2017 in
Sachsen insgesamt 2 091
Pflegeeinrichtun-
gen, davon 1 121 ambulante Pflegedienste
und 970 stationäre Pflegeeinrichtungen
(Pfle-
geheime, Kurzzeitpflege- und teilstationäre
Einrichtungen) mit einem Versorgungsvertrag
mit den Pflegekassen zur Verfügung. Die
An-
zahl der Pflegeeinrichtungen, ihre Platz- und
personelle Kapazität haben sich seit
Erfas-
sungsbeginn stetig erhöht. Gegenüber 1999,
dem Jahr der ersten Erhebung ist die Anzahl
der Einrichtungen um fast zwei Drittel
ge-
stiegen. Dabei verlief die Entwicklung im
ambulanten und stationären Bereich nicht
einheitlich. Während sich die Zahl der
stati-
onären Pflegeeinrichtungen (1999: 439) mehr
als verdoppelte, stieg die der ambulanten
Pfle-
gedienste (1999: 845) um knapp ein Drittel.
Ambulante Pflegeeinrichtungen werden
größer, stationäre kleiner
Die Anzahl der in den ambulanten
Einrich-
tungen Beschäftigten hat sich dagegen weit
mehr als verdoppelt (+157,3 Prozent). Das
verdeutlicht die Tendenz zu größeren
Einrich-
tungen mit mehr Beschäftigten. Waren 1999
durchschnittlich 12 Personen in den
ambu-
lanten Pflegediensten beschäftigt, so waren
es 2017 fast 24. Auch gemessen an der Zahl
der betreuten Pflegebedürftigen wird diese
Entwicklung sichtbar. Im Dezember 2017
be-
treute ein ambulanter Pflegedienst in Sachsen
im Durchschnitt 54 Pflegebedürftige, 1999
waren es fast 20 weniger.
Reichlich zwei Drittel der ambulanten
Pfle-
gedienste
(770
Einrichtungen)
befanden
sich am Jahresende 2017 in privater
Trä-
gerschaft. Ihre Anzahl hat sich seit 1999
um ein reichliches Drittel erhöht. Die
An-
zahl der ambulanten Pflegeeinrichtungen
in freigemeinnütziger Trägerschaft hat sich
dagegen nur geringfügig um 52 auf 342 im
Dezember 2017 erhöht. Einen öffentlichen
Träger hatten nur neun ambulante
Pflege-
dienste. Das waren genauso viele wie 1999.
Die ambulanten Pflegedienste hatten im
Durchschnitt fast 24 Beschäftigte.
1999
2005
2017
1999
2005
Einrichtungen
845
913
1 121
32,7
22,8
Träger
freigemeinnützig
290
289
342
17,9
18,3
privat
546
618
770
41,0
24,6
öffentlich
969
0,0 50,0
Pflegebedürftige
29 971
31 310
60 247
101,0
92,4
je 1 000 Einwohner
6,7
7,3
14,8
119,7
101,5
je Einrichtung
35,5
34,3
53,8
51,7
56,9
Einrichtungen
439
648
970
121,0
49,7
Träger
freigemeinnützig
278
382
503
80,9
31,7
privat
101
227
429
324,8
89,0
öffentlich
60
39
38
-36,7
-2,6
Verfügbare Plätze
34 467
43 413
58 201
68,9
34,1
je 1 000 Einwohner
7,7
10,2
14,3
85,0
40,8
je insgesamt Pflegebedürftigen
0,29
0,36
0,28
-4,0
-22,7
Art der Leistung
vollstationäre Dauerpflege
32 575
40 656
51 974
59,6
27,8
Kurzzeitpflege
844
1 156
986
16,8
-14,7
Tages- und Nachtpflege
1 048
1 601
5 241
400,1
227,4
Pflegebedürftige
30 752
39 921
57 603
87,3
44,3
je 1 000 Einwohner
6,9
9,3
14,1
104,3
50,9
je Einrichtung
70,1
61,6
59,4
-15,2
-3,6
stationäre Einrichtungen
Tab. 4 Ausgewählte Merkmale ambulanter und stationärer Pflegeeinrichtungen in Sachsen
am 15. Dezember 1999, 2005 und 2017
Merkmal
Veränderung 2017
gegenüber … in %
am 15. Dezember
ambulante Pflegedienste
© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Pflege in Sachsen - Ausgabe 2019 |
15

Betrachtet nach der Art des Trägers,
wur-
den nur geringe
Unterschiede festgestellt.
Private ambulante Pflegedienste
beschäf-
tigten im Durchschnitt 22 Personen,
öffent-
liche Pflegedienste hatten durchschnittlich
27 Beschäftigte und für Pflegedienste unter
freigemeinnütziger Trägerschaft wurden 28
Beschäftigte ermittelt. 63,9 Prozent der
am-
bulant Gepflegten wurden im Dezember 2017
von einem der zahlreichen privaten
Pflege-
dienste betreut und 41,2 Prozent von einem
Pflegedienst mit freigemeinnützigem
Trä-
ger. Die neun Pflegedienste mit öffentlichem
Träger versorgten ein Prozent der ambulant
betreuten Pflegebedürftigen. Pro
ambulan-
te Einrichtung wurden im Dezember 2017
durchschnittlich 54 Pflegebedürftige versorgt.
Die privaten Pflegedienste wiesen hier einen
geringeren Wert auf (45 Pflegebedürftige), für
die Pflegedienste mit Pflegebedürftigen mit
öffentlichem (67 Pflegebedürftige) und
frei-
gemeinnützigem Träger (72 Pflegebedürftige)
wurden deutlich höhere Werte ermittelt.
In
Deutschland
waren im Vergleich zu
Sach-
sen ambulante Pflegedienste etwas größer, sie
betreuten im Dezember 2017 im Durchschnitt
59 Pflegebedürftige. Sie befanden sich
eben-
falls vorwiegend (zu fast zwei Dritteln) in
pri-
vater Hand. Ein Drittel der Pflegedienste hatte
einen freigemeinnützigen Träger und nur ein
Prozent der ambulanten Pflegedienste waren
in öffentlicher Trägerschaft. Damit spiegelt
die Pflegesituation in Sachsen hinsichtlich
der Trägerschaft sowie der durchschnittlich
betreuten Pflegebedürftigen recht gut den
Bundesdurchschnitt wider.
Im Dezember 2017 gab es in Sachsen 970
sta-
tionäre Pflegeeinrichtungen
. Die Anzahl hat
sich damit im Freistaat seit 1999 (439
Einrich-
tungen) mehr als verdoppelt. Die Zahl der dort
verfügbaren Pflegeplätze stieg von 34 467 im
Jahre 1999 um fast 70 Prozent auf 58 201. Am
Jahresende 2017 waren 41 311 Personen in
den stationären Pflegeeinrichtungen
beschäf-
tigt, das waren mehr als doppelt so viel als
1999. Damals gab es 19 155 Beschäftigte in
den stationären Pflegeeinrichtungen.
Von den 970 stationären
Pflegeeinrichtun-
gen am Jahresende 2017 befanden sich die
meisten (503 Einrichtungen bzw. 51,9
Pro-
zent) in freigemeinnütziger Trägerschaft, 429
(44,2 Prozent) in privater und 38 (3,9 Prozent)
in öffentlicher.
Dies entspricht fast genau dem
Bundesdurch-
schnitt. 52,7 Prozent der Einrichtungen hatten
einen freigemeinnützigen Träger, 42,6 Prozent
waren in privater und 4,7 Prozent in
öffentli-
cher Hand.
Die stationären Pflegeeinrichtungen werden
tendenziell kleiner. Hatte eine stationäre
Pfle-
geeinrichtung 1999 im Durchschnitt 79
Pfle-
geplätze, waren es 2017 nur noch 60.
Unterschieden nach Trägerschaften lag die
durchschnittliche Platzanzahl der
Pflegeein-
richtungen zum Jahresende 2017 zwischen
59 (private Träger) und 72 bei öffentlichen
Trägern. Die Einrichtungen mit
freigemein-
nützigem
Träger
hatten
durchschnittlich
60 Plätze, das entsprach genau dem
Sach-
sendurchschnitt.
1999 wiesen öffentliche
Pflegeeinrichtun-
gen noch eine durchschnittliche Anzahl von
121 Pflegeplätzen aus, freigemeinnützige 77
und private 56. Damit wurde die Tendenz zur
Verkleinerung der Einrichtungen durch die
öffentlichen und freigemeinnützigen
Einrich-
tungen getragen, bei den privaten
Einrichtun-
gen ist die durchschnittliche Anzahl der Plätze
jedoch leicht angestiegen.
In
Deutschland
sind stationäre
Pflegeeinrich-
tungen mit durchschnittlich 67 Plätzen etwas
größer als in Sachsen.
Die privaten Einrichtungen verfügten
durch-
schnittlich über 62 Plätze, die mit
freige-
meinnützigem Träger über 68 Plätze und
die öffentlichen Einrichtungen über
durch-
schnittlich 82 Plätze.
Stationäre Pflegeplätze sind ausgelastet
Plätze zur stationären Pflege sind in den
meis-
ten Fällen zu fast 100 Prozent ausgelastet. Das
zeigt der Fakt, dass pro Pflegebedürftigem in
stationärer Pflege am Jahresende 2017 im
sächsischen Durchschnitt nur 1,01 Plätze
ausgewiesen wurden. Tendenziell ist die
Aus-
lastung gestiegen, 1999 wurden je
Pflegebe-
dürftigem in stationärer Pflege 1,12 Plätze
ausgewiesen, 2005 waren es 1,09.
Pflegesituation in den Kreisfreien Städten
und Landkreisen
Die 58 201 verfügbaren Pflegeheimplätze
verteilten sich relativ gleichmäßig über die
Kreisfreien Städte und Landkreise. Im
Sachsen-
durchschnitt standen 14,3 Plätze je 1 000
Ein-
wohner zur Verfügung. Dieser Wert schwankte
bei Betrachtung auf regionaler Ebene zwischen
12,0 für die Stadt Dresden und 16,4 für den
Landkreis Zwickau. Wie auch bei der Zahl der
Pflegebedürftigen insgesamt,
korrespondie-
ren diese Werte mit dem Durchschnittsalter.
Die nach der Stadt Leipzig (Durchschnittsalter
42,4 Jahre) jüngste Bevölkerung lebte am
Jah-
resende 2017 in der Stadt Dresden (42,9 Jahre).
© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Pflege in Sachsen - Ausgabe 2019 |
16

Der Landkreis Zwickau hatte mit 48,8 Jahren
am Jahresende 2017 fast das höchste
Durch-
schnittsalter in Sachsen. Nur die Einwohner des
Landkreises Görlitz (49,2 Jahre) und des
Vogt-
landkreises (49,3 Jahr) waren im Durchschnitt
betrachtet noch etwas älter. Mit 16,3 (Landkreis
Görlitz) bzw. 15,8 (Vogtlandkreis) verfügbaren
Plätzen je 1000 Einwohner standen dort aber
relativ gesehen fast ebenso viele Plätze zur
Ver-
fügung wie im Landkreis Zwickau.
Absolut betrachtet waren die meisten Plätze
in den Städten Leipzig (7 287) und Dresden
(6 608) verfügbar, die wenigsten im Landkreis
Nordsachsen mit 2 882 Plätzen.
Auf jeden Platz in den stationären
Pflegehei-
men kamen durchschnittlich 3,5
Pflegebe-
dürftige insgesamt.
Bei Betrachtung der Kreisfreien Städte und
Landkreise variierte dieses Verhältnis von
2,87 Pflegebedürftigen je Platz in stationären
Pflegeheimen im Vogtlandkreis bis 4,15 im
Landkreis Görlitz.
Platzangebot in teilstationärer Pflege
beson-
ders angestiegen
In den Pflegeeinrichtungen Sachsens wurden
am 15. Dezember 2017 neben 51 974 Plätzen
für vollstationäre Dauerpflege auch 986
Kurz-
zeitpflegeplätze und 5 241 Plätze für eine
teilstationäre Betreuung angeboten. Letztere
wurden fast ausschließlich für Tagespflege
genutzt (nur acht Plätze für Nachtpflege).
Das Platzangebot in der Tagespflege wurde
in den letzten Jahren sehr stark ausgebaut.
Seit der Reform der Pflegeversicherung im
Sommer 2008 ist der Anreiz, Leistungen der
teilstationären Pflege parallel zu Pflegegeld
und/oder ambulanten Sachleistungen zu
be-
ziehen, deutlich angestiegen, da seitdem der
Gesamtanspruch bei der Kombination dieser
Leistungen auf das 1,5-fache erhöht worden
ist (zuvor galt als Obergrenze die bewilligte
Sach- oder Pflegegeldleistung; zusätzlich in
Anspruch genommene Leistungen wurden
dort in Abzug gebracht). [2] Auch weitere
Re-
formen in der Folgezeit fokussierten auf die
vollständige oder zumindest teilweise
Versor-
gung der Bedürftigen zu Hause. Entsprechend
wurde diese Leistung mehr nachgefragt und
die Zahl der verfügbaren Plätze in
teilstatio-
närer Pflege hat sich seit 2009 auf mehr als
das 2,5-fache erhöht.
Tab. 5 Ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen in Sachsen am 15. Dezember 2017 nach Kreisfreien Städten und Landkreisen
Chemnitz, Stadt
60
43
3 724
15,1
0,29
3 437
74
213
Erzgebirgskreis
116
89
5 196
15,3
0,26
4 651
49
496
Mittelsachsen
92
89
4 586
14,9
0,30
4 077
115
394
Vogtlandkreis
82
62
3 627
15,8
0,35
3 381
12
234
Zwickau
105
86
5 239
16,4
0,31
4 676
84
479
Dresden, Stadt
112
93
6 608
12,0
0,30
5 953
147
508
Bautzen
84
83
4 331
14,3
0,24
3 685
121
525
Görlitz
87
92
4 180
16,3
0,24
3 666
100
414
Meißen
70
63
3 267
13,5
0,24
2 680
80
507
Sächsische Schweiz-
Osterzgebirge
56
66
3 881
15,8
0,29
3 445
81
355
Leipzig, Stadt
119
89
7 287
12,5
0,32
6 690
82
515
Leipzig
77
56
3 393
13,2
0,28
3 134
10
249
Nordsachsen
61
59
2 882
14,6
0,28
2 499
31
352
Sachsen
1 121
970
58 201
14,3
0,28
51 974
986
5 241
Kreisfreie Stadt
Landkreis
Land
Ambulante
Pflegedienste
Stationäre
Pflegeein-
richtungen
Verfügbare Plätze
insgesamt
je 1 000
Einwohner
je insgesamt
Pflege-
bedürftigen
vollstationäre
Dauerpflege
Kurzzeit-
pflege
Tages- und
Nachtpflege
© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Pflege in Sachsen - Ausgabe 2019 |
17

Am 15. Dezember 2017 wurden 6 606
Pflege-
bedürftige mit einem Vertrag für
teilstationä-
re Pflege erfasst. Das ist etwa ein Viertel mehr,
als Plätze vorhanden waren. Ein Platz kann
also von mehreren Pflegebedürftigen genutzt
werden, da teilstationäre Angebote oft nicht
durchgängig, sondern nur an einzelnen Tagen
in Anspruch genommen werden.
In der Kurzzeitpflege waren am Jahresende
2017 986 Plätze verfügbar, das waren etwas
weniger als zur letzten Erhebung (2015: 1 005
Plätze).
Am 15. Dezember 2017 gab es in Sachsen
1 277 Empfänger von Kurzzeitpflege, das
waren nur wenig mehr als zwei Jahre zuvor
(2015: 1 254 Empfänger). Die Zahl der
Emp-
fänger von Kurzzeitpflege war damit ein
knappes Drittel höher als die der verfügbaren
Plätze. Auch hier kann ein Platz
offensicht-
lich von mehreren Pflegebedürftigen genutzt
werden, da die Betreuung nicht permanent
erfolgt.
Fast zwei Drittel der stationär Betreuten in
Einbettzimmern
Am 15. Dezember 2017 befanden sich 63,4
Pro-
zent der Plätze für vollstationäre Dauerpflege
in Einbettzimmern, nur 40 Plätze (0,1 Prozent)
wurden noch in Dreibettzimmern angeboten,
der Rest war in Zweibettzimmern. Das ist eine
deutliche Verbesserung gegenüber 1999, als
noch mehr als die Hälfte der Plätze (52,1
Pro-
zent) in Zweibettzimmern angeboten wurden
und sich 5,7 bzw. 3,6 Prozent in Drei- bzw.
Vier-
bettzimmern befanden.
Damit liegt Sachsen beim Anteil der
Einbett-
zimmer noch leicht unter dem
Bundesdurch-
schnitt (66,2 Prozent). Dort sind dafür aber
Görlitz
Bautzen
Leipzig
Meißen
Nordsachsen
Mittelsachsen
Erzgebirgskreis
Zwickau
Vogtlandkreis
Sächsische Schweiz-
Osterzgebirge
Dresden,
Stadt
Leipzig,
Stadt
Chemnitz,
Stadt
Abb. 7 Pflegebedürftige je Platz in einer stationären Einrichtung in Sachsen
am 15. Dezember 2017
Kartengrundlage: Verwaltungsgrenzen, © GeoSN 2019
Gebietsstand: 1. Januar 2018
Insgesamt Pflegebedürftige je Platz
von ... bis unter ...
2,8 - 3,2
3,2 - 3,6
3,6 - 4,0
4,0 - 4,4
100
150
200
250
300
350
400
450
500
550
1999 2001 2003 2005 2007 2009 2011 2013 2015 2017
Abb. 8 Entwicklung der Zahl der Plätze stationärer Pflegeeinrichtungen in Sachsen
(1999 = 100)
Tages- und Nachtpflege
vollstationäre Dauerpflege
Kurzzeitpflege
© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Pflege in Sachsen - Ausgabe 2019 |
18

noch etwas mehr Drei- und sogar
Vierbett-
zimmer (insgesamt 0,3 Prozent der
angebote-
nen Plätze) zu finden.
Kosten für Pflegeplätze liegen unter dem
Bundesdurchschnitt
Die Vergütung bei einer stationären
Unter-
bringung richtet sich nach der Art der Pflege
und erfolgt in Abhängigkeit von der Schwere
der Pflegebedürftigkeit in fünf Pflegegraden
(siehe Glossar).
Bei einer Tagespflege fielen im Dezember 2017
in Sachsen durchschnittlich 11 Euro pro Tag als
Entgelt für Unterkunft und Verpflegung und
weitere 27 Euro bis 50 Euro für die
Pflegeleis-
tung an. Im Bundesdurchschnitt waren das
13 Euro bzw. 36 Euro bis 55 Euro. Für einen Tag
vollstationäre Dauerpflege wurden in Sachsen
durchschnittlich 17 Euro an Unterkunfts- und
Verpflegungskosten und 28 Euro bis 75 Euro als
Pflegesatz erfasst, im Bundesdurchschnitt
wa-
ren es 23 Euro bzw. 36 Euro bis 87 Euro.
In der Kurzzeitpflege fielen für Unterkunfts-
und Verpflegungskosten 16 Euro an und
37 Euro bis 88 Euro für die Pflegeleistung. Im
Bundesdurchschnitt waren es 24 Euro bzw.
49 Euro bis 90 Euro. Damit waren die Entgelte
für Unterkunft und Verpflegung sowie die
Pfle-
gesätze in Sachsen ausnahmslos niedriger als
im Bundesdurchschnitt.
Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung
werden durch die Pflegebedürftigen
übernom-
men. Die Pflegekosten trägt vom Prinzip her
die Pflegeversicherung. In der Regel sind die
Kosten für die Pflege aber höher als die
Leis-
tungen, die von der Pflegekasse gewährt
wer-
den. Deshalb ist ein Teil der Kosten selbst vom
Pflegebedürftigen zu tragen. Auf der Grundlage
des Pflegestärkungsgesetzes II ist dieser
Eigen-
anteil, unabhängig von der Pflegestufe, seit
An-
fang 2017 für alle Bewohner einer stationären
Einrichtung gleich hoch.
0
10
20
30
40
50
60
70
80
90
100
110
Vollstationäre
Dauerpflege
Kurzzeitpflege
Tagespflege
€ pro Tag
Entgelt für
Unterkunft/
Verpflegung
Pflegesatz für
Pflegeleistung
nach Pflegegrad
Abb. 9 Durchschnittliche Vergütungen in stationären Pflegeeinrichtungen
in Sachsen 2017 nach Leistungsart und Pflegegrad
1
2
3
4
5
1
2
3
4
5
1
2
3
4
5
Pflegegrad
© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Pflege in Sachsen - Ausgabe 2019 |
19

Beschäftigtenzahl stieg stärker als Zahl der
betreuten Pflegebedürftigen
Am 15. Dezember 2017 nahmen in den
säch-
sischen Einrichtungen der ambulanten und
stationären Pflege insgesamt 68 085
Beschäf-
tigte Aufgaben nach SGB XI wahr. Von ihnen
waren 26 774 in ambulanten Pflegediensten
tätig, 19 078 davon in der körperbezogenen
Pflege. Von den 41 311 in stationären
Einrich-
tungen Beschäftigten arbeiteten 26 507 in der
körperbezogenen Pflege.
Seit 1999 stieg die Anzahl der im
Pflegebe-
reich Beschäftigten auf mehr als das Doppelte
(um 130,3 Prozent). Die Anzahl der von ihnen
betreuten Personen erhöhte sich weniger
stark und stieg um 94,1 Prozent.
Dabei gab es unterschiedliche Entwicklungen
im ambulanten und stationären Bereich.
2017 beschäftigten ambulante Pflegedienste
157,3 Prozent mehr Mitarbeiter als 1999, die
Zahl der durch sie Betreuten stieg in diesem
Zeitraum um 101,0 Prozent. In der
stationä-
ren Pflege nahm die Anzahl der Beschäftigten
in diesem Zeitraum nicht ganz so stark zu
(115,7 Prozent). Die Zahl der stationär betreuten
Pflegebedürftigen nahm um 87,3 Prozent zu.
Pflege ist eine Frauendomäne
Im Dezember 2017 waren 84,5 Prozent der in
den ambulanten und stationären
Pflegeein-
richtungen Beschäftigten Frauen. Tendenziell
geht dieser Anteil seit 2007 leicht zurück,
da-
mals betrug er 87,0 Prozent.
Im ambulanten Bereich liegt der
Frauenan-
teil etwas über dem Durchschnitt, etwa neun
von zehn Beschäftigten (87,4 Prozent) waren
weiblich. Tendenziell geht dieser Anteil auch
hier leicht zurück und zwar seit 2003.
Da-
mals waren 92,3 Prozent der in ambulanten
Pflegeeinrichtungen Angestellten weiblich.
Betrachtet nach Tätigkeitsbereichen wies die
hauswirtschaftliche Versorgung (z. B.
Zube-
reitung von Mahlzeiten, Reinigungsarbeiten)
mit 94,8 Prozent den höchsten Frauenanteil
auf. Den höchsten Anteil an Männern gab
es in der Verwaltung bzw. Geschäftsführung
(21,0 Prozent) sowie den sonstigen Bereichen,
die keiner speziellen Tätigkeitsgruppe
zugord-
net werden können (29,7 Prozent).
Pflegepersonal
körper-
bezogene
Pflege
Teilzeit-
beschäftigte
körper-
bezogene
Pflege
Teilzeit-
beschäftigte
Chemnitz, Stadt
4 144
1 493
64,2
63,4
2 651
65,4
65,9
Erzgebirgskreis
6 898
2 852
68,2
71,8
4 046
59,6
81,3
Mittelsachsen
5 616
2 098
75,
68,5
3 518
63,3
75,4
Vogtlandkreis
4 291
1 662
69,3
75,8
2 629
64,2
75,4
Zwickau
5 999
2 505
73,8
67,1
3 494
64,8
69,4
Dresden, Stadt
6 889
2 450
71,5
59,8
4 439
67,8
64,9
Bautzen
5 400
2 076
73,9
73,2
3 324
61,8
79,1
Görlitz
5 763
2 574
67,6
76,1
3 189
63,9
74,1
Meißen
3 802
1 586
74,7
67,6
2 216
64,0
74,5
Sächsische Schweiz-
Osterzgebirge
4 027
1 342
69,5
63,9
2 685
63,4
67,8
Leipzig, Stadt
8 047
3 480
72,6
48,8
4 567
65,9
65,5
Leipzig
3 890
1 507
71,2
59,5
2 383
62,4
74,2
Nordsachsen
3 319
1 149
74,8
64,8
2 170
67,3
74,5
Sachsen
68 085
26 774
71,3
65,7
41 311
64,2
72,2
1) Mehrfachzählung bei Beschäftigten in mehrgliedrigen Einrichtungen möglich.
Tab. 6 Beschäftigte
1)
in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen in Sachsen
am 15. Dezember 2017 nach Kreisfreien Städten und Landkreisen
Kreisfreie Stadt
Landkreis
Land
Ins-
gesamt
Ambulante Pflegedienste
Stationäre Pflegeeinrichtungen
zu-
sammen
und zwar (in %)
zu-
sammen
und zwar (in %)
© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Pflege in Sachsen - Ausgabe 2019 |
20

In den stationären Pflegeeinrichtungen
wa-
ren acht von zehn Beschäftigten weiblich
(82,7 Prozent). Dieser etwas geringere Anteil
ist sicher auch auf die etwa 1 100
Beschäf-
tigten im haustechnischen Dienst
zurück-
zuführen, der z. B. Hausmeistertätigkeiten,
Garten- und Reparaturarbeiten umfasst. Hier
arbeiten hauptsächlich Männer, nur 9,7
Pro-
zent der Beschäftigten in diesem Tätigkeitsfeld
waren Frauen. Von den übrigen
Berufsgrup-
pen wies nur noch der sonstige Bereich einen
deutlich unterdurchschnittlichen Frauenanteil
(62,9 Prozent) auf.
Direkte Pflege ist der Schwerpunkt der
Be-
schäftigung
In
ambulanten Pflegediensten
waren am
Jahresende 2017 mehr als sieben von zehn
Beschäftigten (71,3 Prozent) im Bereich der
körperbezogenen Pflege tätig. Mit 179,6
Pro-
zent war hier im Vergleich zu 1999 auch ein
überdurchschnittlicher Beschäftigtenzuwachs
zu verzeichnen, der sich kontinuierlich
voll-
zog. Das Personal insgesamt erhöhte sich im
selben Zeitraum um 157,3 Prozent.
Fast ein Zehntel der Beschäftigten war am
Jahresende 2017 in der hauswirtschaftlichen
Versorgung tätig. Das waren 29,6 Prozent
mehr als 1999. In diesem Tätigkeitsbereich
gab es bis 2013 kaum Veränderungen, in
die-
sem Jahr waren lediglich 34 Personen bzw.
1,8 Prozent mehr beschäftigt als 14 Jahre
zu-
vor. Danach wurde jedoch 2015 ein Zuwachs
von über 20 Prozent festgestellt. Auch 2017
erhöhte sich die Anzahl der Beschäftigten in
diesem Bereich um weitere 120 Personen bzw.
5,1 Prozent.
Etwas über fünf Prozent der Beschäftigten
waren in der Verwaltung bzw.
Geschäftsfüh-
rung tätig. Der Anteil an den Beschäftigten
insgesamt schwankte seit 1999 zwischen 4,6
(1999) bis 5,4 Prozent (2007).
Im
stationären Bereich
waren 2017 fast
zwei Drittel (64,2 Prozent) der
Beschäftig-
ten im Bereich körperbezogene Pflege tätig.
Gegenüber 1999 hat sich die Zahl der in der
körperbezogenen Pflege Beschäftigten etwas
mehr als verdoppelt (109,5 Prozent). Der
Be-
schäftigtenzuwachs war damit etwas geringer
als die Entwicklung der Beschäftigten in den
stationären Pflegeeinrichtungen insgesamt.
Hier wurde ein Anstieg um 115,7 Prozent
fest-
gestellt.
Berücksichtigt man noch die Beschäftigten,
die für die soziale Betreuung sowie die
zu-
sätzliche Betreuung nach § 87b SGB XI bzw.
ab 2017 die Betreuung nach § 43b SGB XI
zu-
ständig waren (für Heimbewohner mit Bedarf
an zusätzlicher Betreuung), so machten diese
Beschäftigten 77,8 Prozent des Personals der
100
140
180
220
260
300
1999
2001
2003
2005
2007
2009
2011
2013
2015
2017
Abb. 10 Beschäftigte
1)
und Pflegebedürftige der ambulanten und stationären
Pflegeeinrichtungen in Sachsen
(1999 = 100)
Messzahl
Beschäftigte ambulanter
Pflegedienste
Beschäftigte stationärer
Pflegeeinrichtungen
Pflegebedürftige in
stationärer Pflege
Pflegebedürftige in
ambulanter Pflege
2)
1) Mehrfachzählung bei Beschäftigten in mehrgliedrigen Einrichtungen möglich.
2) Einschließlich Kombinationsleistungen.
Tätigkeitsbereich
Sach-
sen
Deutsch-
land
körperbezogene Pflege
71,3
68,6
Betreuung (§ 36 Absatz 2 Satz 3
SGB XI)
4,0
3,8
Hilfen bei der Haushaltsführung
9,2
12,7
Pflegedienstleitung
6,1
5,1
Verwaltung, Geschäftsführung
5,1
4,7
sonstiger Bereich
4,4
5,1
körperbezogene Pflege
64,2
61,4
Betreuung
5,5
5,6
Zusätzliche Betreuung
(§ 43b SGB XI)
8,1
7,1
Hauswirtschaftsbereich
12,5
15,9
haustechnischer Bereich
2,6
2,3
Verwaltung, Geschäftsführung
5,3
5,5
sonstiger Bereich
1,8
2,2
Tab. 7 Beschäftigte
1)
in ambulanten und
stationären Pflegeeinrichtungen
in Sachsen und Deutschland
am 15. Dezember 2017
(in Prozent)
ambulante Pflegedienste
stationäre Pflegeeinrichtungen
1) Mehrfachzählungen bei Beschäftigten in mehrgliedrigen
Einrichtungen möglich.
© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Pflege in Sachsen - Ausgabe 2019 |
21

Pflegeeinrichtungen aus. Zusammen mit dem
Hauswirtschaftsbereich
waren
es
sogar
90,2 Prozent. 1999 waren 88,0 Prozent des
Per-
sonals vorrangig mit diesen Aufgaben betraut.
Die Zahl der Beschäftigten im
Tätigkeitsbe-
reich Verwaltung bzw. Geschäftsführung
er-
höhte sich kontinuierlich von 1 138 Personen
1999 auf 2 194 Personen im Dezember 2017.
Dieser Anstieg von über 90 Prozent war
je-
doch geringer als der Anstieg der
Beschäftig-
ten insgesamt (115,7 Prozent).
In Sachsen weniger hauswirtschaftliche
Personalanteile als im Bundesdurchschnitt
Im
Bundesdurchschnitt
lag im Dezember
2017 der Anteil des in der körperbezogenen
Pflege tätigen Personals in der
ambulanten
Pflege
mit 68,6 Prozent niedriger als in
Sach-
sen (71,3 Prozent). Dafür hatte die
hauswirt-
schaftliche Versorgung mit 12,7 Prozent einen
höheren Anteil als in Sachsen (9,2 Prozent).
Generell unterschied sich die Struktur der
Tä-
tigkeitsbereiche in Sachsen jedoch nur
unwe-
sentlich vom Bundesdurchschnitt. Ähnliches
zeigt sich in den
stationären
Pflegeeinrich-
tungen
. Hier lag Ende 2017 der Anteil des
in der körperbezogenen Pflege eingesetzten
Personals mit 61,4 Prozent unter dem Wert
für Sachsen (64,2 Prozent). Der Anteil der
Be-
schäftigten im Hauswirtschaftsbereich betrug
im Bundesdurchschnitt 15,9 Prozent und war
höher als der sächsische Wert (12,5 Prozent).
Bei den anderen Tätigkeitsbereichen gab es
keine oder nur geringe Unterschiede.
Vollzeitäquivalente bieten objektivere
Ver-
gleichsmöglichkeiten
Im Pflegebereich spielt Teilzeitbeschäftigung
eine sehr große Rolle, insbesondere bei den
weiblichen und direkt mit Pflege- und
Betreu-
ungstätigkeiten Beschäftigten.
So hatte im Dezember 2017 in Sachsen in
der ambulanten Pflege weniger als ein
Drit-
tel (28,5 Prozent) der weiblichen Angestellten
einen Vollzeitjob, bei den Männern waren es
45,9 Prozent. In der stationären Pflege waren
diese Anteile noch geringer. Nur ein knappes
Fünftel des weiblichen Personals (19,2
Pro-
zent) und ein Drittel der Männer (33,1
Pro-
zent) arbeiteten in Vollzeit.
Zusätzlich stand auch ein Teil der übrigen
Beschäftigten wie Praktikanten, Helfer im
freiwilligen sozialen Jahr oder
Bundesfreiwil-
ligendienst nicht ganztägig bzw. vollzeitlich
zur Verfügung.
Im ambulanten Pflegebereich lag der
An-
teil der in Teilzeit Tätigen in Sachsen mit
65,7 Prozent um 6,2 Prozentpunkte unter dem
Bundesdurchschnitt. Im stationären
Pflegebe-
reich lag er mit 72,2 Prozent um 1,1
Prozent-
punkte höher als in Deutschland insgesamt.
Um vorhandene Unterschiede in der
Teilzeit-
nutzung auszugleichen, werden für weitere
Betrachtungen die Beschäftigten in
Vollzeit-
äquivalenten (VZÄ) dargestellt. Über die
Zu-
ordnung von Faktoren für die verschiedenen
0
2
4
6
8
10
12
14
16
18
20
22
ambulante Pflegedienste
Abb. 11 Beschäftigte
1)
in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen in Sachsen
am 15. Dezember 2017 nach überwiegendem Tätigkeitsbereich und Geschlecht
Tausend
stationäre Pflegeeinrichtungen
männlich
weiblich
0
2
4
6
8
10 12 14 16 18 20 22 24 26 28
Tausend
körperbezogene Pflege
Betreuung
zusätzliche Betreuung (§ 43b SGB XI)
Haustechnischer Bereich
Sonstiger Bereich
Hauswirtschaftsbereich
Verwaltung, Geschäftsführung
männlich
weiblich
1) Mehrfachzählung bei Beschäftigten in mehrgliedrigen Einrichtungen möglich.
Betreuung (§ 36, Abs.2 Satz 3 SGB XI)
Hilfen bei der Haushaltsführung
Pflegedienstleitung
Sonstiger Bereich
körperbezogene Pflege
Verwaltung, Geschäftsführung
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22

Beschäftigungsverhältnisse (siehe Glossar)
wird errechnet, welchem Personal im
Voll-
zeiteinsatz das vorhandene Personal entspricht.
Temporäre und regionale Vergleiche erhalten
dadurch eine realistischere Grundlage.
Rein rechnerisch kann damit die
Betreuungs-
situation in der professionellen Pflege durch
das Verhältnis von Pflegebedürftigen zu
Be-
schäftigten besser nachvollzogen werden.
Personalzuwachs gegenüber 1999
relati-
viert sich durch Vollzeitäquivalente
Der Personalzuwachs in der ambulanten
Pfle-
ge in Vollzeitäquivalenten ist in Sachsen mit
143,0 Prozent geringer als der Anstieg der
Zahl der Beschäftigten (157,3 Prozent). Er
liegt aber noch weit über dem Anstieg der hier
betreuten Pflegebedürftigen (101,0 Prozent).
In der stationären Pflege stieg in diesem
Zeit-
raum das Personal in Vollzeitäquivalenten um
84,1 Prozent (Anstieg in Personen: 115,7
Pro-
zent). Damit fiel der Zuwachs etwas geringer
aus als bei der Zahl der Pflegebedürftigen
(An-
stieg um 87,3 Prozent).
Die unmittelbaren Pflegebereiche wiesen mit
Anstiegen um 166,2 Prozent (ambulanter
Be-
reich) bzw. 89,5 Prozent (stationäre Bereich)
höhere Personalzuwächse auf.
Rückgang der Pflegebedürftigen je
Be-
schäftigtem (in VZÄ) vorrangig bei
ambu-
lanter Pflege
Das Verhältnis der Anzahl Pflegebedürftiger
zur Anzahl der Beschäftigten in
Vollzeitäquiva-
lenten wird im Folgenden zur vergleichenden
Beurteilung der Betreuungssituation
heran-
gezogen. Diese rein rechnerisch ermittelten
Werte spiegeln die tatsächlichen Verhältnisse
nur bedingt wider, denn sie berücksichtigen
weder Ausfälle von Pflegekräften durch
Ur-
laub und Krankheit noch den Umstand, dass
(insbesondere in Einrichtungen) Pflegekräfte
24 Stunden zur Verfügung stehen müssen.
Statistisch entfielen auf jeden
errechne-
ten Vollzeitbeschäftigten in der
ambulan-
ten Pflege
am Jahresende 2017 in Sachsen
2,9 Pflegebedürftige, im Bundesdurchschnitt
waren es 3,1. 1999 war eine Vollzeitkraft in
der ambulanten Pflege in Sachsen im
Durch-
schnitt noch für 3,5 Pflegebedürftige
zu-
ständig. Auf ein VZÄ in der körperbezogenen
Pflege entfielen in Sachsen 4,1
Pflegebedürfti-
ge, im Bundesdurchschnitt 4,4. 1999 hatte ein
Beschäftigter (VZÄ) in Sachsen in der
Grund-
pflege noch 5,4 Pflegebedürftige zu versorgen.
Am Jahresende 2017 entsprach das
Verhält-
nis Pflegebedürftige je Beschäftigtem (in VZÄ)
in der
stationären Pflege
in Sachsen mit
1,8 fast genau dem Wert von 1999 (1,9). Der
Durchschnittswert aller Bundesländer im
De-
zember 2017 betrug 1,6. Im Tätigkeitsbereich
körperbezogene Pflege entfielen in Sachsen
auf jeden errechneten Vollzeitbeschäftigten
2,8 Pflegebedürftige, das waren deutlich mehr
als der Bundesdurchschnitt von 2,3.
Abb. 12 Beschäftigte
1)
in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen in Sachsen
am 15. Dezember 2017 nach Beschäftigungsverhältnis und Geschlecht
45,9
48,8
5,3
männlich
3 385
28,5
68,1
3,4
weiblich
23 389
Vollzeit
Teilzeit
Übrige
2)
1) Mehrfachzählung bei Beschäftigten in mehrgliedrigen Einrichtungen möglich.
2) Praktikanten, Schüler und Auszubildende, Helfer im freiwilligen sozialen Jahr, Bundesfreiwilligendienst.
19,2
75,4
5,4
Vollzeit
Teilzeit
Übrige
2)
33,1
56,7
10,2
männlich
7 164
weiblich
34 147
ambulante Pflegedienste
stationäre Pflegeeinrichtungen
© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Pflege in Sachsen - Ausgabe 2019 |
23

image
image
Anteilig mehr Beschäftigte mit Pflege-
Berufsabschluss in ambulanter Pflege
53,9 Prozent der in Sachsen in der Pflege
Beschäftigten verfügten im Dezember 2017
über eine abgeschlossene Berufsausbildung
im pflegerischen Bereich. 7,0 Prozent
hat-
ten einen Berufsabschluss in pflegenahen
Gebieten, wie medizinisch-therapeutischen
Berufen sowie im sozialpädagogischen oder
hauswirtschaftlichen Bereich. 30,7 Prozent
der Beschäftigten hatten einen anderen
Be-
rufsabschluss und 8,3 Prozent waren ohne
Berufsabschluss bzw. noch in Ausbildung.
Seit 1999 gab es nur wenige Verschiebungen
bei den Anteilen der Berufsabschlüsse. Bis
2011 gingen hauptsächlich die Anteile der
Be-
schäftigten ohne Berufsabschluss zu Gunsten
derer mit einem sonstigen Berufsabschluss
zurück (etwa um 3 Prozentpunkte).
Der Zeitraum ab 2011 ist gekennzeichnet
durch eine Verringerung des Anteils der
Be-
schäftigten in einem Pflege- bzw. pflegenahen
Beruf von 63,1 auf 60,9 Prozent, sowie durch
einen Anstieg des Anteils der Beschäftigten
mit sonstigem Berufsabschluss von 28,3 auf
30,7 Prozent.
Im
ambulanten Bereich
verfügte im
Dezem-
ber 2017 in Sachsen mit 63,0 Prozent der
Beschäftigten mehr Personal über einen
Be-
rufsabschluss in der Pflege als im stationären
(48,1 Prozent). Bedingt durch die ganzheitliche
Betreuung der Pflegebedürftigen in
stationä-
ren Einrichtungen gab es hier bedeutend mehr
Beschäftigte mit einem sonstigen
Berufsab-
schluss, 33,8 Prozent gegenüber 25,9 Prozent
in der ambulanten Pflege. In der ambulanten
Pflege waren 2,9 Prozent der Beschäftigten
ohne Berufsabschluss und nicht in
Ausbil-
1) Mehrfachzählungen bei Beschäftigten in mehrgliedrigen Einrichtungen möglich.
2) Praktikanten, Schüler und Auszubildende, Helfer im freiwilligen sozialen Jahr, Zivildienstleistende,
Bundesfreiwilligendienst.
0
20
40
60
80
100
Deutschland
Thüringen
Schleswig-Holstein
Sachsen-Anhalt
Sachsen
Saarland
Rheinland-Pfalz
Nordrhein-Westfalen
Niedersachsen
Mecklenburg-
Vorpommern
Hessen
Hamburg
Bremen
Brandenburg
Berlin
Bayern
Baden-Württemberg
ambulante Pflegedienste
Anteil Teilzeit und übrige
2)
Beschäftigungsverhältnisse
0
20
40
60
80
100
stationäre Pflegeeinrichtungen
Abb. 13 Beschäftigte
1)
in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen in
Deutschland am 15. Dezember 2017 nach Bundesländern
Prozent
Prozent
© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Pflege in Sachsen - Ausgabe 2019 |
24

dung oder Umschulung, in der stationären
Pflege waren es 4,1 Prozent. 3 215 Personen
waren als Auszubildende bzw. Umschüler in
der Pflege tätig, davon 7 von 10 in der
statio-
nären Pflege. Damit waren insgesamt 4,7
Pro-
zent der im Pflegebereich Beschäftigten noch
in Ausbildung, bei ambulanten Pflegediensten
betrug ihr Anteil 3,5 Prozent, in stationären
Einrichtungen 5,5 Prozent.
In Sachsen deutlich weniger Personal ohne
Berufsabschluss als im Bundesdurchschnitt
Im Dezember 2017 unterschieden sich im
am-
bulanten Pflegebereich
die Verhältnisse der
Berufsabschlüsse in Sachsen nicht
wesent-
lich von denen im gesamtdeutschen
Durch-
schnitt. In Deutschland gab es allerdings mit
7,1 Prozent (Sachsen: 2,9) einen höheren
Per-
sonalanteil ohne Berufsabschluss. Der
Perso-
nalanteil mit einem Pflegeberuf war im Bund
(63,3 Prozent) geringfügig höher als in
Sach-
sen (63,0 Prozent). Der Anteil derer mit einem
pflegenahen Berufsabschluss (Bund: 3,9
Pro-
zent, Sachsen: 4,7 Prozent) und sonstigem
Berufsabschluss (Bund 22,6 Prozent, Sachsen:
25,9 Prozent.) war in Sachsen etwas höher als
im Bund.
Auch im
stationären Bereich
war der Anteil
der Beschäftigten mit einem Pflegeberuf im
Bund (49,9 Prozent) etwas höher als in Sachsen
(48,1 Prozent). Der Personalanteil mit einem
pflegenahen Berufsabschluss war in Sachsen
(8,5 Prozent) etwas höher als in Deutschland
(7,4 Prozent). Größere Abweichungen gab es
bei den anderen Berufsgruppen. Der Anteil
des Personals ohne Berufsabschluss betrug im
Bund 11,2 Prozent und war mehr als doppelt so
hoch als in Sachsen (4,1 Prozent). Hier war der
Anteil der Personen mit sonstigem Abschluss
(33,8 Prozent) deutlich höher als im Bund
(24,6 Prozent). Der Anteil der Auszubildenden/
Umschüler lag in Sachsen bei 5,5 Prozent, im
Bund waren es 6,8 Prozent mehr.
1999
2013
2015
2017
1999
2013
2015
Beschäftigte (in Vollzeitäquivalenten)
1)
8 456
17 346
18 572
20 548
143,0
18,5
10,6
darunter
körperbezogene Pflege
2)
5 537
12 290
12 828
14 742
166,2
19,9
14,9
Hilfe bei der Haushaltsführung
3)
1 443
1 253
1 562
1 622
12,4
29,4
3,9
Pflegedienstleitung
663
1 358
1 386
1 552
133,9
14,3
12,0
Verwaltung, Geschäftsführung
182,3
32,6
12,7
sonstiger Bereich
Pflegebedürftige
1
101,0
38,9
21,4
Pflegebedürftige je Vollzeitäquivalent
3,5
2,5
2,7
2,9
-17,3
17,3
9,7
darunter in der Grundpflege
5,4
3,5
3,9
4,1
-24,5
15,8
5,7
Beschäftigte (in Vollzeitäquivalenten)
1)
16 132
26 266
29 057
31 318
94,1
19,2
7,8
darunter
körperbezogene Pflege
4)
10 681
18 418
19 343
20 238
89,5
9,9
4,6
s oziale Betreuung
524
1 125
1 181
1 668
218,5
48,3
41,3
Hauswirtschaftsbereich
2 872
3 033
3 512
3 713
29,3
22,4
5,7
haustechnischer Dienst
851
654
697
872
2,4
33,3
25,0
Verwaltung, Geschäftsführung
1 010
1 441
1 601
1 879
86,0
30,4
17,3
sonstiger Bereich
194
350
427
512
163,9
46,6
20,0
Pflegebedürftige
30 752
50 5 34
54 091
57 603
87,3
14,0
6,5
Pflegebedürftige je Vollzeitäquivalent
1,9
1,9
1,9
1,8
0,9
-1,2
-3,2
darunter körperbezogene Pflege
2,9
2,7
2,8
2,8
-4,7
2,1
1,7
1) Mehrfachzählung bei Beschäftigten in mehrgliedrigen Einrichtungen möglich.
2) Bis 2015: Grundpflege.
3) Bis 2015: hauswirtschaftliche Versorgung.
4) Bis 2015: Pflege und Betreuung.
stationäre Pflegeeinrichtungen
Tab. 8 Betreuungssituation in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen
Merkmal
Veränderung 2017
gegenüber … in %
am 15. Dezember
ambulante Pflegedienste
402
856
1 007
1 135
410
1 166
937
785
29 971
43 359
49 618
60 247
© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Pflege in Sachsen - Ausgabe 2019 |
25

Beschäftigte in ambulanter Pflege sind
etwas jünger als in stationärer Pflege
Die Altersgruppe der 45- bis unter
55-Jähri-
gen ist sowohl im ambulanten als auch
sta-
tionären Bereich häufiger als alle anderen
Altersgruppen unter den Beschäftigten der
Pflege vertreten. In der
ambulanten Pflege
befanden sich rund ein Viertel der
Beschäf-
tigten (2015: 27,2 Prozent) in dieser
Alters-
gruppe. Mit 24,1 Prozent (2015: 26,2 Prozent)
bzw. 23,0 Prozent (2015: 20,8 Prozent)
wa-
ren aber auch 25- bis unter 35-Jährige bzw.
35- bis unter 45-Jährige sehr stark vertreten.
Entsprechend überwog im ambulanten
Be-
reich der Anteil der Beschäftigten jünger als
45 Jahre leicht (53,0 Prozent) gegenüber den
ab 45-Jährigen. Seit der letzten Erhebung
2015 hat sich die Situation wenig verändert,
damals waren noch 52,6 Prozent der
Beschäf-
tigten unter 45 Jahre alt. Damit kann für den
Zeitraum 2015 bis 2017 kein Trend zur
Alte-
rung des Personals im ambulanten Bereich
festgestellt werden.
In der
stationären Pflege
hatten unter
45-jäh-
rige Beschäftigte nur einen Personalanteil von
47,9 Prozent. Das waren geringfügig weniger
als 2015 (48,2 Prozent). Im Alter von 45 bis
unter 55 Jahren befanden sich 26,8 Prozent
des Personals, 2015 waren es mit 28,9
Pro-
zent etwas mehr. Die Personalanteile von 25-
bis unter 45-Jährigen betrugen zusammen
39,7 Prozent. Bedingt, vor allem durch einen
höheren Anteil Auszubildender (stationär:
5,5 Prozent, ambulant: 3,5 Prozent), waren
unter 25-Jährige mit einem Personalanteil von
0
10 000
20 000
30 000
40 000
50 000
60 000
70 000
80 000
1999 2001 2003 2005 2007 2009 2011 2013 2015 2017
1) Mehrfachzählung bei Beschäftigten in mehrgliedrigen Einrichtungen möglich.
2) z. B. Heil- und Sozialpädagogen, Ergo-, Arbeits-, Beschäftigungs-, Physiotherapeuten,
andere nichtärztliche Heilberufe, Hauswirtschaftler und Dorfhelfer.
ohne Berufsabschluss/
noch in Ausbildung
sonstiger Berufsabschluss
pflegenaher Beruf
2)
Pflegeberuf
Abb. 14 Beschäftigte
1)
in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen
in Sachsen nach Berufsabschluss
Anzahl
in Prozent
Abb. 15 Beschäftigte in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen in Sachsen
am 15. Dezember 2017 nach Altersgruppen
5,8
24,1
23,0
25,3
21,7
9,4
ambulante Pflegedienste
26 774
8,2
20,3
19,4
26,8
25,2
10,5
stationäre Pflegeeinrichtungen
41 311
unter 25
25 - 35
35 - 45
45 - 55
55 und mehr
Alter von … bis unter …
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26

8,2 Prozent in stationären Einrichtungen öfter
beschäftigt als in ambulanten. Dort waren
es 5,8 Prozent. Gegenüber 2015 stieg der
An-
teil der unter 25-Jährigen in den stationären
Einrichtungen an, damals wurden 7,5 Prozent
ermittelt. Entsprechend ist auch hier bei
Be-
trachtung der Erhebungen 2015 und 2017
kein Trend zur Alterung des Personals sichtbar.
Personalanteile ab 60-Jähriger relativ
ge-
ring aber mit steigender Tendenz
Ab 60-Jährige waren ebenso wie unter
25-Jährige deutlich seltener in der Pflege
tätig als Personen anderer Altersgruppen. In
der ambulanten Pflege hatten ab
60-Jähri-
ge einen Personalanteil von 9,4 Prozent.
In-
nerhalb der körperbezogenen Pflege war ihr
Personalanteil mit 7,5 Prozent noch
gerin-
ger. Überdurchschnittlich war er in der
Hil-
fe bei der Haushaltsführung (15,3 Prozent)
sowie mit 15,8 Prozent in der „häuslichen
Betreuung“ (Gestaltung des Alltags nach
§36, Abs. 2 Satz 3 SGB XI). Generell nimmt
jedoch der Anteil der ab 60-Jährigen an den
Beschäftigten zu. Bei der ersten Erfassung des
Alters der Beschäftigten im Dezember 2013
waren nur 6,4 Prozent aller Beschäftigten
60 Jahre und älter. Auch in der Grundpflege
(4,7 Prozent) und in den anderen
betrachte-
ten Tätigkeitsbereichen gehörten 2013 relativ
gesehen weniger Beschäftigte dieser Alters-
gruppe an als 2017.
Im stationären Bereich hatten 10,5 Prozent
der Beschäftigten das 60. Lebensjahr
vollen-
det bzw. überschritten. Speziell im Bereich
körperbezogene Pflege lag deren Anteil mit
7,7 Prozent unter diesem Wert. Beschäftigte
dieser Altersgruppe waren dafür in den
ande-
ren Tätigkeitsbereichen überdurchschnittlich
stark vertreten. Im Vergleich zu 2015 erhöhte
sich der Anteil der ab 60-jährigen
Beschäf-
tigten in nahezu allen Tätigkeitsbereichen.
Ausnahmen sind hier die (soziale) Betreuung
(Rückgang von 11,9 auf 11,8 Prozent) sowie
die Verwaltung, Geschäftsführung (Rückgang
von 10,9 auf 10,6 Prozent).
darunter
körperbezogene Pflege
100
7,2
26,8
22,8
24,3
19,0
7,5
Betreuung (§36, Abs.2 Satz 3 SGB XI)
100
4,0
18,2
19,4
27,5
30,8
15,8
Hilfen bei der Haushaltsführung
100
1,8
16,1
22,0
27,1
33,0
15,3
Pflegedienstleitung
100
0,4
19,7
27,2
30,8
21,8
8,4
Verwaltung, Geschäftsführung
100
2,0
17,6
27,8
27,5
25,1
13,2
sonstiger Bereich
100
4,1
17,8
21,6
26,0
30,5
17,4
Insgesamt
100
5,8
24,1
23,0
25,3
21,7
9,4
körperbezogene Pflege
100
11,7
24,3
19,9
24,3
19,7
7,7
Betreuung
100
4,0
24,2
20,6
25,1
26,1
11,8
Zusätzliche Betreuung (§ 43b SGB XI)
100
0,6
10,7
16,7
34,0
38,0
15,2
Hauswirtschaftsbereich
100
2,0
11,2
16,6
31,5
38,7
17,5
haustechnischer Dienst
100
0,6
5,7
15,8
33,3
44,6
22,3
Verwaltung, Geschäftsführung
100
1,6
13,2
24,4
34,0
26,7
10,6
sonstiger Bereich
100
4,0
13,8
18,4
28,4
35,4
18,5
Insgesamt
100
8,2
20,3
19,4
26,8
25,2
10,5
ambulante Pflegedienste
stationäre Pflegeeinrichtungen
Tab. 9 Beschäftigte in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen am
15. Dezember 2017 nach überwiegendem Tätigkeitsbereich
(in Prozent)
Tätigkeitsbereich
Ins-
ge-
samt
Im Alter von … bis unter … Jahren
unter
25
25
-
35
35
-
45
45
-
55
55
und
mehr
60 und
mehr
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Fazit und Ausblick
Quo vadis Pflege
Das Bundeskabinett hat am 12. August 2015
den Entwurf des Zweiten
Pflegestärkungsge-
setzes (PSG II) beschlossen. Mit diesem Gesetz
wurde der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff in
die Praxis umgesetzt. Das Gesetz ist am 1.
Ja-
nuar 2016 in Kraft treten. Das neue
Begut-
achtungsverfahren und die Umstellung der
Leistungsbeträge der Pflegeversicherung sind
seit 1. Januar 2017 wirksam. Damit werden vor
allem Demenzkranke und Personen mit
einge-
schränkter Alltagskompetenz besser gestellt
als bisher. Die neuen fünf Pflegegrade (statt
bisher drei Pflegestufen) sollen für mehr
Leis-
tungsgerechtigkeit sorgen, da neben der
kör-
perlichen auch die geistige Leistungsfähigkeit
der Pflegebedürftigen stärker berücksichtigt
wird. Diese Erweiterung des Pflegebegriffes
führt, unabhängig vom demografischen
Wan-
del, zu einer methodisch bedingten
Vergröße-
rung der Anzahl der Leistungsberichtigten.
Am Jahresende 2015 wurden 90 721 Personen
mit eingeschränkter Alltagskompetenz
festge-
stellt, davon 13 637 ohne Pflegestufe.
Bezo-
gen auf die Gesamtzahl der Pflegebedürftigen
waren dies 8,2 Prozent. Man kann davon
aus-
gehen, dass diese Personen nach Einführung
von PSG II als pflegebedürftig nach SGB XI
eingestuft wurden und ein entsprechender
Anstieg der Pflegebedürftigen 2017 zu 2015
dadurch erklärt werden kann.
Nach PSG II wird der Grad der
Pflegebedürf-
tigkeit der Leistungsempfänger mit Hilfe von
© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Pflege in Sachsen - Ausgabe 2019 |
28
Kennzahlen der Pflegesituation in Sachsen 2017 auf einen Blick
Ambulante Pflegedienste
69 Prozent der Pflegedienste befinden sich in privater Trägerschaft
ein ambulanter Pflegedienst betreut durchschnittlich 54 Pflegebedürftige
von 1 000 Einwohnern ab 65 Jahren werden 51 durch einen ambulanten Pflegedienst betreut (36 von 1 000 männlichen
Einwohnern, 62 von 1 000 weiblichen Einwohnern)
ein ambulanter Pflegedienst hat durchschnittlich 24 Beschäftigte
87 Prozent der Beschäftigten sind weiblich
66 Prozent der Beschäftigten sind teilzeitbeschäftigt
Stationäre Pflegeeinrichtungen
52 Prozent der Einrichtungen werden freigemeinnützig geführt
eine stationäre Pflegeeinrichtung hat durchschnittlich 60 Plätze
in den Pflegeheimen stehen durchschnittlich 54 Plätze für vollstationäre Dauerpflege zur Verfügung
eine stationäre Pflegeeinrichtung versorgt durchschnittlich 60 Pflegebedürftige
von 1 000 Einwohnern ab 65 Jahren werden 51 in stationären Pflegeeinrichtungen betreut (33 von 1 000 männlichen
Einwohnern, 65 von 1 000 weiblichen Einwohnern)
durchschnittlich 43 Beschäftigte pro Pflegeheim
der Anteil der weiblichen Beschäftigten liegt bei 83 Prozent
72 Prozent der Beschäftigten arbeiten in Teilzeit

fünf Pflegegraden beurteilt. Die Spannweite
der Beurteilungsergebnisse reicht von einer
„geringen Beeinträchtigung der
Selbständig-
keit“ (Pflegegrad 1) bis zu einer „schwersten
Beeinträchtigung der Selbständigkeit mit
be-
sonderen Anforderungen an die pflegerische
Versorgung“ (Pflegegrad 5). [3] Dabei erfolgte
keine erneute Begutachtung der bereits
an-
erkannten Pflegebedürftigen sowie der
Men-
schen mit eingeschränkter Alltagskompetenz.
All diesen Personen wurde 2017
automa-
tisch, anstelle der bisherigen Pflegestufe, der
nächsthöhere Pflegegrad zugewiesen.
Perso-
nen mit eingeschränkter Alltagskompetenz,
die bisher nicht als pflegebedürftig eingestuft
wurden, wurde automatisch Pflegegrad 2
zu-
gewiesen. Damit erhielten keine, bereits vor
2017 anerkannten Leistungsempfänger
Pfle-
gegrad 1 und man kann davon ausgehen, dass
diese Personen vor 2017 noch nicht
leistungs-
berechtigt nach SGB XI waren. [3]
Am Jahresende 2017 wurden 3 101
Pflegebe-
dürftige mit Pflegegrad 1 festgestellt. Wären
diese schon zur Erhebung 2015
leistungs-
berechtigt gewesen, hätte sich die Zahl der
Pflegebedürftigen zum Jahresende 2015 um
1,9 Prozent erhöht.
Damit kann man davon ausgehen, dass bei
ei-
ner Steigerung der Zahl der Pflegebedürftigen
2017 zu 2015 insgesamt um 22,8 Prozent, die
Einführung des Pflegestärkungsgesetzes II
ei-
nen methodisch bedingten Zuwachs von
min-
destens 10 Prozent verursacht hat. [4]
Die Höhe der Eigenbeträge in Pflegeheimen
wird künftig nicht mehr mit zunehmender
Pflegebedürftigkeit ansteigen. Dadurch
wer-
den viele (hochgradig) Pflegebedürftige und
möglicherweise auch die Sozialkassen
entlas-
tet. 2015 bezogen in Sachsen 11 306 stationär
betreute Pflegebedürftige Hilfen zur Pflege
im Rahmen der Sozialhilfe - SGB XII. Im Jahr
2017 waren es mit 9 930 gut zwölf Prozent
weniger. Weitere Informationen zum Zweiten
Pflegestärkungsgesetz bietet das
Bundesge-
sundheitsministerium. [5]
Die Neuerungen in der Pflegegesetzgebung
werden sich entsprechend auch auf die
künf-
tige Zahl der zu betreuenden Pflegebedürftigen
und deren Entscheidung über die Art der Pflege
auswirken, sodass Vorausberechnungen auf
äl-
terer Basis zu überprüfen sind:
Für das Jahr 2030 ermittelte das Statistische
Bun-
desamt auf Basis der Pflegedaten vom Dezember
2007 für den Freistaat Sachsen 191 000
Pflege-
bedürftige bei einem Status-Quo-Szenario, das
bei gleicher Pflegewahrscheinlichkeit aktuelle
Pflegequoten auf die vorausberechnete
Bevölke-
rung überträgt bzw. projiziert. [6]
Diese Berechnungen wurden durch das
Sta-
tistische Landesamt des Freistaates Sachsen
auf der Datenbasis von 2015 (Ergebnisse der
Pflegestatistik 2015, 6. Regionalisierte
Bevöl-
kerungsvorausberechnung für den Freistaat
Sachsen) erneut durchgeführt. Die
Vorausbe-
rechnung der sächsischen Bevölkerung fand
in zwei Varianten statt. Entsprechend wurden
die Berechnungen zu Pflegebedürftigen und
benötigten Pflegekapazitäten in der Zukunft
auch für diese beiden Varianten ermittelt. In
der oberen Variante (Variante 1) wird die
vo-
raussichtliche Bevölkerungsentwicklung unter
besonderer Berücksichtigung der
Zuwande-
rung aus jüngster Zeit modellhaft
quanti-
fiziert. In der unteren Variante (Variante 2)
sind die Annahmen aus der 13. koordinierten
Bevölkerungsvorausberechnung des
Statis-
tischen Bundesamtes (Variante G1-L1-W2)
umgesetzt. Hier wird von einer nur wenig
er-
höhten Zuwanderung gegenüber dem
Basis-
jahr 2014 ausgegangen. [7]
Unter diesen Voraussetzungen wurde
ermit-
telt, dass 2030 mit ca. 210 000
Pflegebedürf-
tigen in Sachsen zu rechnen ist (Variante 1:
212 500, Variante 2: 209 400).
Nach Fertigstellung der 7. Regionalisierten
Vo-
rausberechnung für den Freistaat Sachsen ist
geplant, diese Berechnungen mit den Zahlen
für die Pflegebedürftigen nach Einführung des
Pflegestärkungsgesetzes II zu aktualisieren.
Steigender Bedarf an Pflegekräften
Das in der Zukunft benötigte Personal zur
Ver-
sorgung dieser Pflegebedürftigen wurde auf
der Basis des Personalschlüssels von 2015
ge-
schätzt. Das heißt, die Vorausberechnung
be-
ruht auf der Annahme, dass sich das Verhältnis
der Anzahl der in der Pflege beschäftigten
Personen (in Vollzeitäquivalenten) zur
An-
zahl der zu pflegenden Personen nicht ändert.
Weiterhin wurde davon ausgegangen, dass
der Anteil der von Pflegediensten versorgten
Personen an allen Pflegebedürftigen konstant
bleibt. Unter diesen Voraussetzungen besteht
im Jahr 2030 ein Mehrbedarf an Personal in
der Größenordnung von etwa 16 000
Voll-
zeitäquivalenten (Variante 1: 16 671,
Varian-
te 2: 15 871). Auch hier ist von einem erhöhten
Bedarf durch die Einführung des
Pflegestär-
kungsgesetzes II auszugehen.
Es wird großer Anstrengungen bedürfen,
um bei einem insgesamt sinkenden
Arbeits-
kräftepotenzial entsprechendes Personal zu
rekrutieren. In Sachsen werden dafür
konti-
nuierlich Altenpfleger ausgebildet. 2017 gab
es 1 185 Absolventen mit Abschlusszeugnis.
© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Pflege in Sachsen - Ausgabe 2019 |
29

Dieser Wert entspricht in der
Größenord-
nung der Zahl der Absolventen seit 2014
(1146 Absolventen, 2015: 1 153 Absolventen,
2016: 1 233 Absolventen), ist aber deutlich
geringer als 2012 und 2013, als 1 508 bzw.
1 587 Personen den Berufsabschluss als
Al-
tenpfleger mit Abschlusszeugnis erlangten.
Grund dafür ist, dass speziell in diesen beiden
Jahren der Anteil der Absolventen, die diese
Ausbildung in Form einer geförderten
Um-
schulung absolvierten, mehr als ein Drittel
aller Absolventen betrug.
Unabhängig vom erhöhten Bedarf an
Per-
sonal, bedingt durch den demografischen
Wandel und durch die Einführung des
Pfle-
gestärkungsgesetzes II, ist ein weiterer Bedarf
zu berücksichtigen, der durch den Abgang
der zurzeit Beschäftigten durch Ausstieg aus
dem Beruf bzw. dem Arbeitsleben verursacht
wird. In Abhängigkeit des angenommenen
Szenarios für den Ausstieg aus dem Beruf
(siehe Glossar) wurde bis 2030 ein jährlicher
Gesamtbedarf an Berufseinsteigern mit einem
Berufsabschluss in der Pflege zwischen etwa
1 200 und 3 100 Personen ermittelt. [8]
Der Personalbedarf in der Pflege betrifft auch
den akademischen Nachwuchs. An
sächsi-
schen Fachhochschulen bzw. der Dresden
International University (DIU) werden
Studien-
gänge zu den Themenbereichen
Pflege/Pflege-
management/Pflegewissenschaft angeboten.
2018 beendeten 82 Absolventen ein
entspre-
chendes Studium. Das waren fast genauso viel
wie in 2017 (81 Absolventen) und etwas mehr
als in den Vorjahren (2016: 62, 2015: 50).
0
200
400
600
800
1 000
1 200
1 400
1999
2001
2003
2005
2007
2009
2011
2013
2015
2017
Abb. 16 Altenpfleger - Absolventen mit Abschlusszeugnis
nach Ausbildungsstatus
Schüler
Umschüler
Anzahl
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Glossar
Definitionen und Erläuterungen
Die
Gesamtzahl der Pflegebedürftigen
um-
fasste bis 2007 alle in den Erhebungen der
ambulanten Pflegedienste und stationären
Pflegeeinrichtungen gemeldeten
Pflegebe-
dürftigen, ergänzt um die
Pflegegeldempfän-
ger ohne Kombinationsleistungen. Seit 2009
werden teilstationär betreuten
Pflegebedürf-
tigen, die nur zur Tages- oder Nacht-Pflege in
Heimen versorgt werden, zwar als stationär
betreute Pflegebedürftige erfasst, bei der
Bil-
dung der Gesamtzahl aber nicht
herangezo-
gen. Man geht davon aus, dass diese Personen
durch veränderte Leistungsbedingungen seit
2009 in einem Großteil der Fälle gleichzeitig
ambulante Pflegeleistungen durch
Angehöri-
ge und/oder Pflegedienste in Anspruch
neh-
men und deshalb schon dort berücksichtigt
wurden. Durch die getrennte Erfassung in
ver-
schiedenen Erhebungen kann keine konkrete
Zahl für die Parallelbezieher ermittelt werden.
Für zurückliegende Jahre wird keine Korrektur
der Gesamtzahl vorgenommen.
Ab 2017 enthält die Gesamtzahl jedoch wieder
die Anzahl der teilstationär betreuten
Perso-
nen mit Pflegegrad 1. Es wird davon
ausge-
gangen, dass diese Personen keine weitere
Hilfe erhalten und entsprechend bei den
an-
deren Hilfearten nicht erfasst sind.
Pflegebedürftige
sind Menschen, die wegen
einer körperlichen, geistigen oder seelischen
Krankheit oder Behinderung für ihre
gewöhn-
lichen und regelmäßig wiederkehrenden
Ver-
richtungen des täglichen Lebens auf Dauer in
erheblichem oder höherem Maße Hilfe
benö-
tigen. Die Pflegebedürftigkeit bezieht sich auf
die Körperpflege, die Ernährung, die Mobilität
und die hauswirtschaftliche Versorgung.
Die Pflegebedürftigkeit
wurde nach dem
SGB XI bis zur Einführung des
Pflegestär-
kungsgesetzes II in drei Pflegestufen
einge-
teilt. Die Zuordnung der Pflegestufen erfolgte
durch den Medizinischen Dienst der
Kranken-
kassen. Pflegestufe I erhielten Personen, die
erheblich pflegebedürftig sind;
Pflegebedürf-
tige der Pflegestufe II sind schwer
pflegebe-
dürftig, Pflegebedürftige der Pflegestufe III
sind schwerstpflegebedürftig. Härtefälle mit
einem außergewöhnlich hohen und
intensi-
ven Pflegeaufwand, der das übliche Maß der
Pflegestufe III weit übersteigt, wurden
eben-
falls hier zugeordnet.
Mit Einführung des
Pflegestärkungsgeset-
zes II am 1. Januar 2016 wurde der Begriff
der Pflegebedürftigkeit neu gefasst. Es wurde
ein neues Begutachtungsverfahren eingeführt
und statt der bisherigen drei Pflegestufen
erfolgte ab 2017 die Beurteilung der
Pfle-
gebedürftigkeit
nach
fünf
Pflegegraden.
Beurteilt wird dabei der Grad der
Selbststän-
digkeit im Alltag. Dadurch können sowohl
körperliche als auch geistige
Einschränkun-
gen erfasst werden und finden bei der
Ein-
stufung
gleichermaßen
Berücksichtigung.
Die fünf neuen Pflegegrade
reichen
da-
bei von einer „geringen Beeinträchtigung der
Selbständigkeit“ (Pflegegrad 1) bis zu einer
„schwersten Beeinträchtigung der
Selbstän-
digkeit mit besonderen Anforderungen an die
pflegerische Versorgung“ (Pflegegrad 5).
Für vor 2017 eingestufte Pflegebedürftige (mit
Pflegestufe 1-3 sowie bei Bezug von Leistungen
wegen erheblich eingeschränkter
Alltagskom-
petenz, teilweise als Pflegestufe 0 bezeichnet)
erfolgte keine Neubegutachtung, sondern eine
automatische Überleitung in die Pflegegrade
1 – 5, wobei niemand schlechter gestellt wurde.
Leistungsempfänger
der Pflegeversicherung
sind Personen, die über einen den Stichtag
(15. bzw. 31. Dezember) umfassenden
Zeit-
raum regelmäßig Leistungen der
Pflegever-
sicherung erhalten oder eine Leistung zum
Stichtag genehmigt bekamen. Diese Personen
erhalten somit Sachleistungen durch
ambu-
lante Dienste bzw. in stationären
Pflegeein-
richtungen oder Geldleistungen für die Pflege
zu Hause durch Angehörige, Lebenspartner,
Nachbarn oder sonstige ehrenamtliche oder
nicht erwerbsmäßige Pflegepersonen. Sie
kön-
nen aber auch kombinierte Leistungen (Sach-
und Geldleistungen) in Anspruch nehmen.
Pflegeeinrichtungen
im Sinne der amtlichen
Statistik sind zugelassene ambulante bzw.
teil- und vollstationäre Einrichtungen, für die
ein Versorgungsvertrag nach dem SGB XI
be-
steht oder die Bestandsschutz genießen.
© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Pflege in Sachsen - Ausgabe 2019 |
31

Die
Träger
dieser Einrichtungen können
freige-
meinnützig (z. B. Wohlfahrtsverbände,
Religi-
onsverbände bzw. -gemeinschaften, Vereine),
öffentlich (Kommunen, Bund, Land,
kommu-
nale Spitzenverbände) oder privat
(privat-ge-
werbliche Personen) sein.
Ambulante Pflegeeinrichtungen bzw.
Pfle-
gedienste
sind selbstständige Unternehmen
mit mindestens einer verantwortlichen und
ausgebildeten Pflegefachkraft. Die
Pflegebe-
dürftigen werden in der Wohnung gepflegt
und hauswirtschaftlich versorgt.
Stationäre Pflegeeinrichtungen bzw.
Pflege-
heime
sind selbstständige Unternehmen mit
mindestens einer verantwortlichen und
aus-
gebildeten Pflegefachkraft, in denen
Pflege-
bedürftige gepflegt und auf Dauer oder auch
kurzzeitig ganztägig (vollstationär) und/oder
nur tagsüber oder nur nachts (teilstationär)
untergebracht und verpflegt werden können.
Kurzzeitpflege
ist eine zeitlich begrenzte
(maximal 4 Wochen im Jahr, mit
Verhinde-
rungspflege unter Umständen insgesamt auf
8 Wochen erweiterbare) Pflege in einer
voll-
stationären Einrichtung für
Krisensituatio-
nen, in denen vorübergehend häusliche oder
teilstationäre Pflege nicht möglich oder nicht
ausreichen ist.
Tages- oder Nachtpflege
wird durchgeführt,
wenn häusliche Pflege nicht in ausreichendem
Umfang sichergestellt werden kann. Die
Pfle-
ge erfolgt in einer Einrichtung der Tages- oder
Nachtpflege.
Die an stationären Pflegeeinrichtungen zu
zahlende
Vergütung
unterscheidet sich für
die einzelnen Pflegearten und ist abhängig
von der Pflegebedürftigkeit. Sie ergibt sich aus
den Aufwendungen für allgemeine
Pflegeleis-
tungen (Pflegesatz) sowie für Unterkunft und
Verpflegung (sogenannte „Hotelkosten“). Der
Pflegesatz richtet sich nach drei Pflegeklassen,
die auf der zuerkannten Pflegestufe basieren.
Für einen Kostenvergleich sollten jedoch auch
die statistisch nicht erfassten gesondert
be-
rechenbaren Investitionsaufwendungen und
Zuschläge für Zusatzleistungen
(Komfortleis-
tungen) bei Unterkunft und Verpflegung mit
hinzugezogen werden.
Eine
mehrgliedrige Einrichtung
ist eine
teil- oder vollstationäre Einrichtung, die auch
ambulante Pflegeleistungen nach SGB XI
er-
bringt. Sie wird sowohl als stationäre als auch
als ambulante Einrichtung erfasst.
Pflegeein-
richtungen mit verschiedenen
Leistungsbe-
reichen ausschließlich stationärer Art werden
dagegen als eine Einrichtung behandelt.
Als
Beschäftigte
wird nur das nach dem
SGB XI eingesetzte Personal ausgewiesen.
Pflegekräfte, die ausschließlich Krankenhilfe
leisten bzw. Personen betreuen, die keine
Leis-
tungen nach SGB XI erhalten, werden nicht
berücksichtigt.
Beschäftigte, die zum Erhebungszeitpunkt in
beiden Einrichtungsteilen einer
mehrglied-
rigen Einrichtung beschäftigt sind, werden
doppelt gezählt.
Der
Arbeitsanteil nach SGB XI
für die
Pfle-
geeinrichtung sagt aus, in welchem Umfang
(prozentual) der Beschäftigte in der jeweiligen
Pflegeeinrichtung seine Tätigkeit im Rahmen
des SGB XI ausübt.
Bei der
Berechnung von Vollzeitäquivalenten
wurden folgende Faktoren für die einzelnen
Beschäftigungsverhältnisse zu Grunde gelegt:
Faktor 1,00
für Vollzeitbeschäftigte sowie
für Helfer im freiwilligen sozialen Jahr bzw. im
Bundesfreiwilligendienst (ab 2011) und
Zivil-
dienstleistende (auslaufend bis 2011),
Faktor 0,75
für Teilzeitbeschäftigte über 50
Pro-
zent,
Faktor 0,50
für Praktikanten, Schüler und
Auszubildende,
Faktor 0,45
für nicht geringfügig Beschäftigte
in Teilzeit bis 50 Prozent und
Faktor 0,25
für geringfügig in Teilzeit
Be-
schäftigte.
Die Umrechnung des Personals in
Vollzeitäqui-
valente bietet durch Ausschluss des
Teilzeitfak-
tors einen objektiveren Vergleich, bleibt aber
dennoch nur eine Schätzung, da die
Arbeitszei-
ten nicht exakt erfasst werden und der
Arbeits-
anteil nach SGB XI nicht mit einbezogen wird.
Szenarien für den Ausstieg des
Pflegeper-
sonals aus dem Beruf bzw. aus dem
Arbeits-
leben
wurden entwickelt, um den jährlichen
Bedarf an Berufseinsteigern zu ermitteln.
Dabei wurde Folgendes angenommen, (siehe
Kapitel „Fazit und Ausblick“):
Szenario A: Alle am 15.12.2015 Beschäftigten,
die am 31.12.2030 unter 70 Jahre alt sind, sind
dann noch in der Pflege berufstätig.
Szenario B: Alle am 15.12.2015 Beschäftigten,
die am 31.12.2030 unter 65 Jahre alt sind, sind
dann noch in der Pflege beschäftigt.
Szenario C: Das am 15.12.2015 tätige Personal
ist am 31.12.2030 vollständig ausgeschieden
(durchschnittliche Verweildauer im Beruf ist
kleiner 10 Jahre).
Es ist davon auszugehen, dass die Szenarien
A und C Grenzwerte darstellen und die reale
Situation zwischen diesen beiden Szenarien
liegt.
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Quellen- und Literaturverzeichnis
[1]
https://www.pflege.de/pflegekasse-pflegerecht/pflegegrade/
, aufgerufen am 21.08.2019.
[2] Statistisches Bundesamt: Pflegestatistik 2009 - Pflege im Rahmen der Pflegeversicherung Deutschlandergebnisse,
Wiesbaden 2011.
[3]
https://www.pflege.de/pflegekasse-pflegerecht/pflegegrade/
, aufgerufen am 14.12.2018.
[4] Richter, B.: Die Pflegesituation in Sachsen nach Einführung des Pflegestärkungsgesetzes II, Statistisches Landesamt des
Freistaates Sachsen, Fachbeitrag Nr. 2/2019.
[5]
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/p/pflegestaerkungsgesetz-zweites-
psg-ii.html,
aufgerufen am 29.08.2019.
[6] Statistische Ämter des Bundes und der Länder: Demografischer Wandel in Deutschland, Heft 2 – Auswirkungen auf
Krankenhausbehandlungen und Pflegebedürftige im Bund und in den Ländern, Wiesbaden 2010.
[7]
www.statistik.sachsen.de/html/40866.htm,
aufgerufen am 29.08.2019.
[8] Sächsischer Landtag: Sicherstellung der Versorgung und Weiterentwicklung der Qualität in der Pflege älterer Menschen
im Freistaat Sachsen. Abschlussbericht der Enquete-Kommission, 2018, S. 212 bis 214.
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Weitere Publikationen zum Thema
Fachbeitrag: „Pflegebedürftige in Sachsen 2030 - aktualisierte Berechnungen nach
Einführung des Zweiten Pflegestärkungsgesetzes“
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Herausgeber, Redaktion, Gestaltung, Satz
Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen
Druck
Staatsbetrieb Sächsische Informatik Dienste
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