Geschäftsbericht 2016

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VORWORT
Das Geschäftsjahr 2016 stand für den SID ganz wesentlich im Zeichen der Projekte Sächsisches Verwaltungsnetz 2.0 sowie „SID
2025“. Die Neuausschreibung des SVN, mit einem Gesamtvolumen von etwa 170 Mio. Euro, ist eines der wichtigsten Vorhaben der
Informationstechnik in der Landesverwaltung. Dank der herausragenden Leistung der beteiligten Mitarbeiter des SID konnten im
zurückliegenden Geschäftsjahr die Erstellung der Vergabeunterlagen und die Verhandlungen mit den Bietern konsequent und
erfolgreich vorangetrieben werden. Für die bezuschlagten Lose, welche die Kernleistungen Netze und Dienste umfassen, erfolgte
am 6. Dezember 2016 die Vertragsunterzeichnung. Das Projekt wird den SID auch im kommenden Geschäftsjahr intensiv
beschäftigen. Neben der Ausschreibung der verbleibenden Lose geht es insbesondere darum, die Migration des bestehenden SVN
hin zu den Strukturen des SVN 2.0 auf Seite der Landesverwaltung zu steuern.
Das Projekt „SID 2025“ des Innenministeriums konstituierte sich im ersten Quartal 2016 und soll die Weichen für die zukünftige
Entwicklung des zentralen IT-Dienstleisters des Freistaates Sachsen stellen. Der SID stellt die Leiter für die Teilprojekte 1 (Innere
Konsolidierung des SID), 4 (Standorte) und 5 (Migrationen). Außerdem ist der SID in die Arbeiten der Teilprojekte 2 (Gründung AöR)
und 3 (Rechenzentrum) eingebunden.
Ein weiteres zentrales Projekt war die erfolgreiche Zertifizierung der EU-Zahlstelle. Hier konnten für den Freistaat Sachsen im
Raum stehende, potentielle Anlastungen in zweistelliger Millionenhöhe abgewendet werden. Seitens des SID war das
Rechenzentrum am Standort Lichtenwalde in den Zertifizierungsprozess involviert. Insgesamt wurden mehr als 1.000
Einzelmaßnahmen evaluiert. Aufgrund der regelmäßig anstehenden Re-Zertifizierung und der im Rahmen der Audits auferlegten
Maßnahmenkataloge wird die Thematik auch in den kommenden Jahren eine besondere Herausforderung darstellen.
Der SID ging auch im Bereich der Backend-Technologien mit der Zeit. So erfolgte am Standort Kamenz sowohl die Erweiterung des
Oracle Exadata-Systems als auch die Erneuerung der Speichersysteme. Durch den Einsatz aktueller Flash-Technologie wurde das
Storage Area Network leistungsfähiger und gleichzeitig kompakter. Mit Blick auf die in 2017 bevorstehende Abschaltung des IBM-
Großrechners wurde intensiv an der Migration von Fachverfahren und Daten gearbeitet. Außerdem entstanden am Standort
Kamenz neue Rechenzentrumsflächen für den Eigenbedarf sowie Backupflächen für die Bedarfe des Landesrechenzentrums
Steuern und der Leitstelle für Informationstechnologie der sächsischen Justiz.
Nicht zuletzt beteiligte sich der SID im Jahr 2016 erstmals und mit großem Erfolg in der Rolle des Mitveranstalters am IT- und
Organisationsforum. In separaten Foren wurden Themen aus den Bereichen Betrieb, Lösungen und IT-Sicherheit vorgestellt und
diskutiert. Am Messestand des SID konnten die Besucher Virtual- und Augmented Reality-Technologien ausprobieren und erfahren.
Die notwendigen Voraussetzungen hierfür konnten bereits im Vorfeld zum ITOF in enger Zusammenarbeit mit dem Landesamt für
Archäologie sowie Microsoft Deutschland geschaffen werden.
Im Rückblick auf das Geschäftsjahr 2016 möchte ich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des SID für Ihren Einsatz danken. Mir
ist bewusst, dass dieses Engagement unter den schwierigen Rahmenbedingungen keinesfalls selbstverständlich ist und häufig ein
hohes Maß an persönlichem Einsatz erfordert. Ganz besonders gilt mein Dank unseren Kunden für Ihr Vertrauen und die gute
Zusammenarbeit.
Ihr Dr. Sebastian Kiebusch

INHALT
Der Staatsbetrieb Sächsische Informatik Dienste
4
Die Geschäftsentwicklung 2016
8
Geschäftsleitung
&
Stabsstellen
10
SID 2025 11
I
NSM-Mandant 11
I
Inventur
&
CMDB 12
I
Virtuelles Museum 12
I
PREsTiGE 13
I
ITOF 2016 14
I
Internes 15
Der Unternehmensbereich Zentrale Aufgaben
16
Kundenmanagement 17
I
Organisation 18
I
Innerer Dienst 19
I
Personalmanagement 20
I
Jahresabschluss 2015 21
I
Vergaben 24
Der Unternehmensbereich IT-Service
26
Service Desk 27
I
Operating 27
I
CSM 28
I
SAX.CERT 29
I
Informationssicherheit 29
I
GPM 31
I
PMO 32
I
SVN 1.0 34
I
PoC WLAN 35
I
Jabber 35
I
IAM 35
I
ADFS 36
I
ADRAP 36
I
Landes-PKI 36
I
SVN 2.0 37
Der Unternehmensbereich IT-Lösungen
38
Asyl 39
I
eGov-Querschnitt 40
I
IT-Warenhaus 40
I
Testing 41
I
OTRS::ITSM 41
I
Polarion 42
I
BaK FS 43
I
BaK AM 44
I
BaK ESV 45
I
BaK ZV 46
I
BaK OpenData 47
I
BaK Amt24 48
I
BaK Sachsen.de 48
I
BaK Suchmaschine 49
I
BaK ZCMS 49
I
XÖV-Verfahren 50
I
URS
&
zeBRA 51
I
GAP 52
I
Agri Förder 53
I
EU-Zahlstelle 53
Der Unternehmensbereich IT-Betrieb
54
Zertifizierung 55
I
QMM 56
I
PaaS 56
I
Mainframe 57
I
Oracle 57
I
VIS.SAX 58
I
SiDaS 59
I
EGFL/ELER/BMEL 60
I
Druckerei 61
Landesrechenzentrum Steuern
62
VBD 63
I
Gesamtalimentation 63
I
Optik 64
I
Fusionen 65
Organisation und Fachaufsicht
66

4 |
DER STAATSBETRIEB
SÄCHSISCHE INFORMATIK DIENSTE
Der Staatsbetrieb Sächsische Informatik Dienste (SID) ist der zentrale IT-Dienstleister
für die sächsische Landesverwaltung.
Der SID unterstützt die Erledigung von Verwaltungsaufgaben durch den Einsatz mo-
dernster Informationstechnik und ist kompetenter und kollegialer IT-Partner. In diese
Aufgabe investieren rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter täglich an den sächsi-
schen Standorten in Dresden, Kamenz und Lichtenwalde ihre Energie.
Der SID ist Ansprechpartner für alle IT-Belange seiner Kunden und bietet qualitativ
hochwertige, zuverlässige und serviceorientierte IT-Lösungen. Dazu gehören:
ı
Entwicklung, Einführung, Betrieb und Pflege von IT-Verfahren
ı
Entwicklung und Umsetzung zentraler IT-Vorhaben
ı
Planung, Betrieb, Wartung und Pflege von IT-Infrastruktur
ı
zentrale IT-Vergabestelle
ı
IT-Beratung
ı
spezifische Sicherheitskonzepte
Der Staatsbetrieb ist eine nachgeordnete Behörde des Sächsischen Staatsministeriums
des Innern (SMI). Das Referat 62 des SMI hat die Fachaufsicht über den SID.
Aufgrund der Vorgaben des Artikels 108 Grundgesetz ist der Unternehmensbereich 5
Landesrechenzentrum Steuern dem Sächsischen Staatsministerium der Finanzen un-
terstellt.
Der SID erbringt auf Basis von Vereinbarungen informationstechnische Dienstleistun-
gen gegenüber anderen Staatsbehörden. Dabei werden durch die Kunden ausschließ-
lich die Sachkosten unmittelbar getragen, während die Personalkosten in der Regel
nicht in Rechnung gestellt werden.
Die Handlungsbefugnisse sind dabei nicht auf Behörden beschränkt, die der Aufsicht
des Freistaates Sachsen unterstehen. Der SID kann auch für juristische Personen des
öffentlichen Rechts anderer Bundesländer informationstechnische Leistungen erbrin-
gen. Hierdurch ist eine länderübergreifende Zusammenarbeit im IT-Bereich möglich.
So können insbesondere andere Bundesländer von in Sachsen betriebenen IT-Verfah-
ren profitieren.
Aufgaben
Zugehörigkeit
Geschäftsgrundlage

| 5
Finanzmanagement
Vergabestelle
Recht
Lizenzen
E-Government- und
Querschnittverfahren
RZ-Infrastruktur
MS-Systeme
Entwicklung, Betrieb
Dezentraler Verfahren
Betrieb
IT-Infrastruktur
Geschäftsführer
Öffentlichkeitsarbeit
Presse
Konsolidierung
Architekturmanagement
Zentrale Aufgaben
IT-Service
IT-Lösungen
IT-Betrieb
LRZS
Kundenmanagement
Zentrale Dienste
Personal
Organisation
DB, UNIX &
Mainframe
Fachverfahren
Statistik
Fachverfahren
Landwirtschaft
Betrieb Zentrale
Verfahren
Verfahrensbetrieb
Betrieb Produktion
Client Service
Management
CERT
Projektmanagement
Leitstelle SVN
Service Desk
Operating
Informationssicherheit
Datenschutz
Aufsicht durch das Sächsische
Staatsministerium der Finanzen
Organigramm im Jahr 2016
Historie
Gegründet wurde der SID auf der Grundlage der gemeinsamen
Verwaltungsvorschrift
fast aller Staatsministerien und der Staatskanzlei
über die Errichtung des Staatsbe-
triebes Sächsische Informatik Dienste (VwV SID)
vom 27. November 2007. Zum
1. Januar 2008 erfolgte die Migration der Rechenzentren des Sächsischen Staatsmi-
nisteriums für Umwelt und Landwirtschaft in Lichtenwalde, des Statistischen Landes-
amtes des Freistaates Sachsen in Kamenz, der sächsischen Steuerverwaltung sowie
wesentlicher Teile des IuK-Systemzentrums der damaligen Landespolizeidirektion Zen-
trale Dienste in Dresden in den SID. Mit dem zusätzlichen Aufbau einer Zentrale in
Dresden wurde die Betriebsfähigkeit als eigenständiger Staatsbetrieb hergestellt.
Vorerst existierten die ehemaligen IT-Abteilungen als Niederlassungen mit jeweils ei-
gener Organisationsstruktur unter der Zentrale weiter. Im Jahr 2012 erstellte der SID
zusammen mit dem verantwortlichen sächsischen Staatsministerium der Justiz und
für Europa - basierend auf den Ergebnissen einer
Organisationsuntersuchung - ein
Konzept zur Neuausrichtung des Staatsbetriebes
. Die anschließende Reorganisation
mit schrittweiser Umsetzung einer neuen Aufbauorganisation und ein darauf folgen-
des Nachziehen der Ablauforganisation ergab ein Organigramm, mit welchem sich der
SID funktional strukturiert und standortübergreifend aufstellte.
Am 1. Dezember 2015 wurde die gemeinsame
Kabinettsvorlage „SID 2025“
der Säch-
sische Staatskanzlei und des Sächsischen Staatsministeriums des Innern, die auch
eine
Neufassung der „Verwaltungsvorschrift SID“
beinhaltete, beschlossen. Auf die-
ser Grundlage erfolgte noch im Dezember 2015 die Überführung des Fachbereichs Be-
trieb und Verfahren Polizei in das zwischenzeitlich neu entstandene Polizeiverwal-
tungsamt.
Mit der gleichzeitig vom Kabinett bestätigten
Vorlage zum zentralen Rechenzentrum
des Freistaats
ist der Weg zu einer weitreichenden Konsolidierung in der Informati-
onstechnik der Landesverwaltung vorgezeichnet. Das zentrale Rechenzentrum sowie
der dazugehörige Backup-Standort sollen durch den SID betrieben werden.
Organigramm

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6 |
Standort Lichtenwalde
Exchange
VIS.SAX
el_sta
Ländliche Entwicklung
EU-Zahlstellenverfahren
GIS-Verfahren
SiDaS
SID-Mitarbeiter
SID-Rechenzentrumsfläche
13%
24%
Standort Dresden
SID-Mitarbeiter
Vergabe
Service Desk
Projektmanagement
E-Government
Kundenmanagement
Datenschutz
Informationssicherheit
SAX.CERT
SVN
Client Service
25%
Lichtenwalde
© SMI
© SMI
Die Standorte des Staatsbetriebes Sächsische Informatik Dienste befinden sich in Dresden, Lichtenwalde und Kamenz.
Der Grafik können Sie die Verteilung der Mitarbeiter und Rechenzentrumsfläche des SID auf die einzelnen Standorte entnehmen.
Weiterhin sind die Hauptaufgaben und betreuten Verfahren überblicksmäßig dargestellt. Erläuterungen zu den einzelnen
Verfahren entnehmen Sie bitte unserer Internetpräsentation unter
www.sid.sachsen.de
oder sprechen Sie uns auch gern persönlich an.
Standort Dresden - Geschäftsstelle
*
Riesaer Straße 7
01129 Dresden
(
0351 - 32 64 51 01
@
poststelle@sid.sachsen.de
Standort Lichtenwalde
*
August-Bebel-Straße 46b
09577 Niederwiesa
OT Lichtenwalde
(
0351 - 32 64 54 71
@
poststelle.nll@sid.sachsen.de
Die vier Standorte des SID

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| 7
Standort Kamenz
SID-Mitarbeiter
SID-Rechenzentrumsfläche
24%
Schulportal
SaxSVS
Landesblindengeld
Wahlen
FÖMISAX
ZVA
Statistik
SozE
OVST
Erziehungsgeld
BAföG
Meister-BAföG
UAF
MUK
Kuren
Backup-Standort
32%
Landesrechenzentrum Steuern
SID-Mitarbeiter
SID-Rechenzentrumsfläche
Betreuung der Steuer-
und Bezügeverfahren
Druckdienste
BALVI-iP
LEVES-SN
38%
44%
Kamenz
Dresden
© LRZS
Standort Dresden -
Landesrechenzentrum Steuern
*
Stauffenbergallee 2
01099 Dresden
(
0351 - 81 29 10 00
@
poststelle@rz.smf.sachsen.de
Standort Kamenz
*
Garnisonsplatz 13
01917 Kamenz
(
0351 - 32 64 73 00
@
poststelle.nlkm@sid.sachsen.de

8 |
SVN 1.0
GESCHÄFTSENTWICKLUNG
SID 2025
Inventur
&
CMDB
Virtuelles Museum
PREsTIGE
Innerer Dienst
Organisation
Jahresabschluss 2015
Vergaben
Service Desk
SAX.CERT
CSM
GPM
Jabber
IAM
SVN 2.0
eGov-Querschnitt
IT-Warenhaus
Testing
OTRS::ITSM
BaK FS
BaK ESV
BaK Sachsen.de
BaK ZCMS
XÖV-Verfahren
PaaS
VIS.SAX
Druckerei
Gesamtalimentation
Optik
Internes
ADFS
ITOF 2016

| 9
GESCHÄFTSENTWICKLUNG 2016
NSM-Mandant
Kundenmanagement
Personalmanagement
Informationssicherheit
PoC WLAN
ADRAP
Landes-PKI
Asyl
Polarion
BaK AM
BaK ZV
BaK OpenData
BaK Amt24
BaK Suchmaschine
URS
&
zeBRA
GAP
Zertifizierung
EU-Zahlstelle
QMM
Mainframe
Oracle
SiDaS
VBD
Fusionen
PMO
Agri Förder
Operating
EGFL/ELER/BMEL

10 |
GESCHÄFTSLEITUNG
STABSSTELLEN
&
Die Stabsstelle Konsolidierung und Architekturmanagement berichtet direkt an die
Geschäftsführung und verantwortet strategisch wichtige Themen und Projekte in den
Bereichen IT-Konsolidierung, Forschung sowie Informationssystemarchitektur.
Die Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit informiert über die Tätigkeiten des SID mittels
Internetauftritt, Flyern und Beiträgen in Publikationen. Sie unterstützt die Fachbereiche
bei der Gestaltung ihrer Präsentationen und Veröffentlichungen und sorgt für ein
einheitliches Auftreten. Weiterhin organisiert sie in enger Zusammenarbeit mit der
Geschäftsstelle Arbeitsgruppentreffen, Foren und Messeauftritte. Nach innen wirkt die
Stabsstelle vor allem durch Informationen der Geschäftsleitung an die Beschäftigten.
Konsolidierung
&
Architekturmanagement
Öffentlichkeitsarbeit
Konsolidierung & Ar

| 11
GESCHÄFTSLEITUNG
&
STABSSTELLEN
Konsolidierung
&
Architekturmanagement
SID 2025
Projekt SID 2025 (SMI)
Am 1.12.2015 beschloss das sächsische Kabinett die beiden Vorlagen „Zentrales Re-
chenzentrum des Freistaates Sachsen“ sowie „SID 2025“ mit der Neufassung der Ver-
waltungsvorschrift (VwV) SID. Beide Kabinettsbeschlüsse sowie die VwV verfolgen das
Ziel, den SID als zentralen IT-Dienstleister für die sächsische Landesverwaltung zu
stärken und die Konsolidierung der Informationstechnik weiter voranzutreiben. Insbe-
sondere soll die Rechtsform des Staatsbetriebs bei nachgewiesener Wirtschaftlichkeit
in eine Anstalt des öffentlichen Rechts (AöR) mit dem Zieltermin 1. Januar 2018 ge-
ändert werden.
Zur Umsetzung dieser Ziele wurde das
Projekt SID 2025
ins Leben gerufen, das sich
in die folgenden Teilprojekte gliedert:
ı
Teilprojekt 1: Interne Konsolidierung des SID
ı
Teilprojekt 2: Gründung AöR
ı
Teilprojekt 3: Zentrales Rechenzentrum
ı
Teilprojekt 4: Standortkonsolidierung
ı
Teilprojekt 5: Migration
Die Stabsstelle war im Berichtszeitraum intensiv eingebunden.
Im
Teilprojekt 1 „Interne Konsolidierung des SID“
leitet die Stabsstelle das
Arbeits-
paket „Einheitliche Betriebsplattform“
. Hier soll unter maßgeblicher Beteiligung des
Unternehmensbereichs Betrieb die zukünftige Betriebsplattform des SID konzipiert
werden.
Im Rahmen des
Teilprojektes 2 „Gründung AöR“
lieferte die Stabsstelle wesentliche
Zuarbeiten zum
Arbeitspaket „Konkretisierung des Kernportfolio des SID“
.
Im
Teilprojekt 3 „Zentrales Rechenzentrum“
vertritt die Stabsstelle im Rahmen der
Projektgruppe, die aus Vertretern des Sächsischen Staatsministeriums des Innern, des
Sächsischen Staatsministeriums der Finanzen sowie des Staatsbetriebes Sächsisches
Immobilien- und Baumanagement besteht, die Interessen des SID. Zunächst führte die
Projektgruppe eine Bedarfserhebung für ein zentrales Rechenzentrum nebst Backup-
Standort für den Freistaat Sachsen durch. Auf Basis der Ergebnisse dieser Erhebung
erstellte der SID den
Entwurf einer Bedarfsanmeldung
für das zentrale Rechenzent-
rum. Dieser soll im Weiteren innerhalb der Projektgruppe und in den zuständigen Gre-
mien abgestimmt werden.
Die Stabsstelle stellt weiterhin den
Leiter des Teilprojektes 5 „Migration“
. Im Rah-
men dieses Teilprojektes ist geplant, die zukünftigen Migrationsvorhaben der Ressorts
von Verfahren und IT-Infrastruktur in den SID zu steuern. Im Berichtszeitraum standen
hier im Wesentlichen vorbereitende Aktivitäten im Fokus. Dies umfasste insbesondere
Abstimmungen mit den anderen Teilprojekten und der Projektleitung zur Projektpla-
nung und zu den notwendigen Rahmenbedingungen. Ebenfalls im Teilprojekt 5 wird
die Herauslösung der Fachverfahren Landwirtschaft aus dem SID behandelt.
NSM-Mandant
Migration eines NSM(Neues Steuerungsmodell)-Mandanten
Die Stabsstelle stellte auch den Projektleiter für das Projekt NSM-Migration. Projekt-
ziel war die Migration der extern betriebenen Mandanten des SID und des Landesre-
chenzentrums Steuern in ein SID-eigenes Rechenzentrum. Leider musste das Projekt
aufgrund vielfältiger Problemfelder abgebrochen werden. Allerdings konnte der SID im
Rahmen einer Vergleichsvereinbarung mit dem Hauptprojektauftragnehmer die Zah-
lung einer erheblichen Schadensersatzsumme durchsetzen.

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12 |
GESCHÄFTSLEITUNG
&
STABSSTELLEN
Konsolidierung
&
Architekturmanagement
Inventur
&
CMDB
Inventarisierung und Configuration Management Database (CMDB)
Im ersten Quartal 2016 war die Stabsstelle noch intensiv in das
Projekt „Inventur und
Inventarisierung im SID“
eingebunden. Im Ergebnis konnten die Inventargüterdaten-
bestände in einer zentralen Datenbasis erfolgreich konsolidiert und umfangreiche Re-
cherche- sowie Auswertemöglichkeiten geschaffen werden. Im Rahmen der Ab-
schlussphase des Projektes flossen die Rückmeldungen aus den beteiligten Bereichen
im Zusammenhang mit notwendigen Abschlussarbeiten in das Projektergebnis ein.
Parallel dazu erfolgte unter Leitung der Stabsstelle die Vorbereitung des
Projektes zur
Schaffung einer einheitlichen Datenbasis für eine zukünftige CMDB im SID
. Ziel
des Projektes ist es, die bestehende Datenaustauschplattform kontinuierlich weiterzu-
entwickeln, notwendige Pflegeprozesse zu identifizieren und zu implementieren sowie
die Daten in einer ersten, prototypischen Umsetzung im Rahmen des Incident-Prozes-
ses verfügbar zu machen. Die Projektskizze wurde im vierten Quartal 2016 durch das
Projektmanagement-Board des SID bestätigt.
Virtuelles Museum
Kooperation mit dem Landesamt für Archäologie
Dass auch kleine(re) Vorhaben mit relativ geringem Aufwand ein großes Echo hervor-
rufen können, bewies der SID bei der Kooperation mit dem Landesamt für Archäologie
unter Leitung der Stabsstelle und in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich E-Govern-
ment und Querschnittverfahren.
Auf dem IT- und Organisationsforum - ITOF 2016 stellte der SID den Besuchern seines
Messestandes ein
virtuelles Museum der Zukunft
vor. Die zahlreichen Interessenten
konnten anhand von hochaufgelösten 3D-Scans von archäologischen Fundstücken aus
Sachsen die aktuellen
Virtual- bzw. Augmented-Reality-Technologien Oculus Rift
und Microsoft HoloLens
vergleichen - intensive Diskussionen am Messestand zum
möglichen zukünftigen Einsatz dieser Technologien inklusive.
>> siehe Seite 14

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| 13
GESCHÄFTSLEITUNG
&
STABSSTELLEN
Konsolidierung
&
Architekturmanagement
Das Thema “Sichere Nutzung von Cloud-basierten Anwendungen“ steht heute für
viele Anwender im Mittelpunkt ihrer Überlegungen, wenn es um die Einführung neuer
Software in Unternehmen und Behörden geht. In der Vergangenheit haben Berichte
über Sicherheitslücken und fehlerhafte Einstellungen immer wieder für Verunsiche-
rung unter potentiellen Nutzern gesorgt. Dem Gefühl fehlender Kontrolle über Pro-
zesse und Abläufe, wenn diese als Cloud-basierte Lösungen umgesetzt sind, kann
durch entsprechende Transparenz begegnet werden.
Der SID leistet hierzu einen wesentlichen Beitrag und engagiert sich in diesem Zu-
sammenhang seit 2014 in dem bis 2017 laufenden Forschungsprojekt
„PREsTiGE -
Privacy-erhaltende Methoden und Werkzeuge für Cloud-basierte Geschäftspro-
zesse“
, welches vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird.
Das Projekt ist Bestandteil der Hightech-Strategie der Bundesregierung zum Themen-
feld „Forschung für Sicheres Cloud Computing“. Hohe Anpassbarkeit und Transparenz
der Einstellungen für einzelne Services innerhalb der Prozesse sowie die konsequente
Nutzung des Privacy-by-Design-Ansatzes in PREsTiGE sind zentrale Zielstellungen des
Projektes. Die Stabsstelle verantwortet hier das
Teilprojekt „Methoden für die Zerti-
fizierung Privacy-erhaltender, Cloud-basierter Geschäftsprozesse“
.
Im Forschungsverbund PREsTiGE arbeiten sieben Partner aus Forschung, Wirtschaft
und öffentlicher Verwaltung zusammen. Innerhalb des Projektes konnten bereits viel-
fältige Erkenntnisse und Ansätze erforscht und in ein Demonstrationssystem überführt
werden. Mit Hilfe der PREsTiGE-Plattform-Architektur wird der Anwender bei der Nut-
zung von Cloud Angeboten und bei der Erstellung von eigenen Prozess-Modellen un-
terstützt und gleichzeitig wird die Einhaltung von Sicherheitsanforderungen über-
wacht. Die Dateneigentümer erhalten auf diesem Weg die Möglichkeit, die eigenen
Privacy-Anforderungen detailliert vorzugeben und die Einhaltung in einem Cockpit
nachzuvollziehen.
Im Jahr 2016 konnten die Projektpartner die
Bestandteile der PREsTiGE-Plattform
,
bestehend aus
Business Process Management System
und P
rivacy Management Sys-
tem
sowie
Konfigurator
und
Cockpit
verknüpfen und die Interaktion zwischen den
Teilsystemen verfeinern. Darüber hinaus wurden unter der Federführung der Stabs-
stelle die theoretischen und praktischen Grundlagen für ein Zertifizierungssystem von
Cloud-basierten Prozessmodellen weiterentwickelt und getestet.
Die Evaluation des Gesamtsystems wird gemeinsam mit Partnern der Logistik durch-
geführt. Die daraus gewonnen Erkenntnisse werden im Jahr 2017 abschließend in die
PREsTiGE-Plattform integriert.
PREsTiGE
Forschung und Entwicklung - Cloud Computing

14 |
GESCHÄFTSLEITUNG
&
STABSSTELLEN
Öffentlichkeitsarbeit
ITOF2016
SID-Kundenforum im Rahmen des IT- und Organisationsforums 2016
Am 26. und 27. September 2016 fand bereits das achte IT- und Organisationsforum
(ITOF 2016) Sachsens im Erlwein-Forum Dresden statt. Erstmals trat der SID als
Mit-
veranstalter
auf und integrierte sein
Zweites Kundenforum in Form eines eigenen
Vortragsstranges
. In drei weiteren Vortragssträngen informierten sich die über 600
Teilnehmer zu Themen der Staatsverwaltung, der Kommunen und der Aussteller.
Das ITOF 2016 stand unter dem Thema
“Kongress Verwaltungsmodernisierung und
E-Government Sachsen”
. Wie sieht die sächsische Verwaltung der Zukunft aus? Wel-
che Strukturen und Prozesse sind geeignet, den demografischen Trends Rechnung zu
tragen? Wie kann man mit IT und E-Government Verwaltung schlüssig gestalten, und
welche neuen Bürgerdienste werden dadurch möglich? Diese und andere Fragestel-
lungen sowie aktuelle Themen, Projekte und Ziele der Modernisierung öffentlicher
Verwaltungen wurden im Rahmen des zweitägigen Forums in Dresden in einer Kombi-
nation aus Fachtagung, Ausstellung und individuellen Dialogen diskutiert.
Wir als SID luden wieder ein, mit uns ins Gespräch zu kommen und unsere Leistungen
näher kennenzulernen. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gestalteten die fol-
genden Foren:
ı
Die E-Government-Basiskomponenten - dann klappts auch mit dem Bürger
ı
eRechnung - bezahlt werden muss trotzdem!
ı
Asyl Big Picture - Sternstunden des SID
ı
Asyl Backstage - ein technischer Blick hinter die Kulissen
ı
BSI - Modernisierung Grundschutz „Nicht Alt - Nicht Neu - Aber Anders“
ı
SiDaS - meine Daten in der SachsenCloud?
ı
FÖMISAX - Modernes Datenmanagement in der Sächsischen Förderung
ı
SVN 2.0 - komplexe Infrastruktur - komplexe Vergabe
Der Ausstellungsstand des SID
- einer von insgesamt 48 - war sehr gut besucht.
Als Ergänzung zu unserem Vortragsblock ASYL gab es für die Besucher u.a. die Mög-
lichkeit, den sogenannten
„PIK-Koffer“
in Augenschein zu nehmen und Hintergrund-
wissen von
Mitarbeitern der Bundesdruckerei
zu erfahren. Mit den Personalisierungs-
infrastrukturkomponenten (PIK) erfolgt die Registrierung der Asylsuchenden in den
Erstaufnahme einrichtungen.
Ein weiteres Highlight bot der SID an seinem Ausstellungsstand mit spannenden Prä-
sentationen in der
Virtual- und Augmented Reality
. Von der Vergangenheit in die
Zukunft - wurde die Möglichkeit geboten, mit der Virtual-Reality-Brille „Oculus Rift“
ein denkbares Museum des Jahres 2025 zu begehen. In Kooperation mit dem Sächsi-
schen Landesamt für Archäologie entwickelte der Fachbereich E-Government und
Querschnittverfahren den Prototyp eines virtuellen Ausstellungsraumes. Die Präsenta-
tion hochauflösender 3D-Scans archäologischer Fundstücke aus Sachsen mit einem
erstaunlichen Detailgrad ermöglicht dem Betrachter ganz neue Einblicke.
Zusammen mit Microsoft Deutschland zeigte der SID einen direkten Vergleich zwi-
schen Virtual und Augmented Reality (AR) mit der AR-Brille HoloLens. Eine bisher nur
aus Science-Fiction-Filmen bekannte Technologie konnte „live“ erlebt werden. Eine
Mitarbeiterin von Microsoft Deutschland erläuterte die neuen Möglichkeiten und gab
Inspirationen für Entwickler, die mit den kommenden Technologien die Zukunft ge-
stalten wollen.
Die Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit war aufgrund der Rolle des SID als Mitveranstal-
ter in alle Planungen, Vorberatungen und Abstimmungen ab August 2015 zwischen
dem Konzessionär Haus E, dem Innenministerium und der Sächsischen Anstalt für
Kommunale Datenverarbeitung stark eingebunden. Neben der Auswahl des neuen Ver-
anstaltungsortes, der Planung von Themen, Vorträgen, Abläufen, der Akquirierung von
26./27.09.2016
Erlwein-Forum/Dresden
www.
itof2016.org

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| 15
GESCHÄFTSLEITUNG
&
STABSSTELLEN
Öffentlichkeitsarbeit
Internes
Fokus: Verbesserung der internen Kommunikationskultur
Die Aktivitäten der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit zur Verbesserung der internen
Kommunikation zwischen den Standorten des SID wurden im Jahr 2016 fortgeführt.
Das Mitarbeiterportal ist nun vollständig mit allen wichtigen Informationen rund um
die Arbeit im SID gefüllt und wird als selbstverständlich angesehen und genutzt.
Der standordübergreifende Tag des Gemeinwesens am 15. August führte uns wieder in
die Sächsische Schweiz. 115 Teilnehmer*innen nutzten die angebotenen organisierten
Touren per Schlauchboot oder Rad oder halfen bei der Vorbereitung des gemeinsamen
Grillens zum Tagesausklang mit.
Mitarbeiterversammlungen wurden 2016 dreimal durchgeführt - zweimal direkt an
den Standorten und einmal im Rahmen der Personalvollversammlung zur Bestimmung
eines neuen Vorstandes für die stattgefundenen Personalvertretungswahlen.
Firmen als Aussteller und somit Mitfinanzierer musste natürlich auch intern das Kun-
denforum des SID organisiert werden. Dazu gehörte vor allem die Vorbereitung unse-
rer acht Vorträge mit 16 Referenten aus dem SID. Eine interne Generalprobe hat sich
hier wieder als sehr hilfreich und wichtig erwiesen.
Weiterhin galt es den Messestand des SID zu planen und die dafür vorbereiteten Prä-
sentationen und Gäste der Bundesdruckerei und von Microsoft zu koordinieren. Flyer,
Broschüren und Werbemittel wurden zudem aktualisiert, produziert und aufgefüllt.
Das ITOF 2016 hatte die höchsten Besucherzahlen seit seiner Existenz. Die Foren des
SID waren jedoch im Vergleich zum ersten SID-Kundenforum im Jahr 2014 nicht so
gut besucht. Da wir dies auf das Angebot von vier zeitgleichen Vorträgen zurückfüh-
ren, werden wir im Jahr 2017 wieder ein separates Kundenforum durchführen und
gern beim ITOF 2018 als Mitveranstalter mit einigen Themen in den drei verbleibenden
Vortragssträngen auftreten.

16 |
UNTERNEHMENSBEREICH
ZENTRALE AUFGABEN
Der Unternehmensbereich Zentrale Aufgaben unterstützt die anderen Bereiche des SID
bei ihrer Aufgabenerfüllung im Auftrag der Kunden. Er verantwortet somit die
fachfremden und fachbegleitenden Aufgaben. Das Aufgabenspektrum umfasst dabei
das Kunden-, das Finanz-, das Personal- und das Organisationsmanagement. Die
zentrale IT-Vergabestelle führt für die vom SID verantworteten Verfahren sowie im
Auftrag der Kunden IT-Vergabeverfahren bis hin zur Vorbereitung des Vertrages durch.
Kundenmanagement
Personal
&
Organisation
& Organisa
Finanzmanagement
Vergabestelle,
Recht, Lizenzen
Recht
1

| 17
Angebots- und
Vertragsmanagement
Beobachtung bzw. Analyse
der Kundenzufriedenheit
Reklamations- und
Beschwerdemanagement
Berichtswesen und Eskalation
Kommunikation des
IT-Dienstleistungsangebotes
Kundenkontaktmanagement
Unterstützung bei der
IT-Planung der Kunden
Erarbeitung und Pflege LEV
Idealzustand
Entwicklungsstufe 2
Entwicklungsstufe 1
IST
ZENTRALE AUFGABEN
Kundenmanagement
Kundenmanagement
Operative Aufgabenerfüllung
&
Prozessoptimierung
Das Jahr 2016 stand für das Kundenmanagement des SID im Zeichen der Erfüllung
seiner operativen Aufgaben und der im Jahr 2015 begonnenen Einführung optimierter
Prozesse. So wurden für einige IT Verfahren neue Kunden gewonnen. Den Dienst
„Sicherer Datenaustausch Sachsen (SiDaS
>> siehe Seite 59
)“ nutzen beispielsweise
bereits 19 Behörden im Freistaat. Im Bereich eGovernment konnten neue Kunden so-
gar bundesweit gewonnen werden.
Der SID erbringt nach wie vor IT-Dienstleistungen, ohne diese mit Leistungsvereinba-
rungen untersetzt zu haben. Dies ist auch dem Umstand geschuldet, dass durch das
Kundenmanagement des SID im Geschäftsjahr 2016 umfangreiche Vorarbeiten zur
Umsetzung des Kabinettsbeschlusses zur Konsolidierung und Fortentwicklung des
Staatsbetriebes Sächsische Informatik Dienste ,,SID 2025“ geleistet wurden. Naturge-
mäß wurde der darin enthaltenen Aufgabe „Optimierung des Anforderungs- und des
Kundenmanagements“ besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Im Zuge dessen wurde
ein Konzept erarbeitet, das auf einer Analyse der IST-Situation basiert und verschie-
dene Entwicklungsstufen zur Steigerung der Leistungsfähigkeit des Kundenmanage-
ments beschreibt.
Dabei wurden die acht in der obigen Grafik gezeigten Dimensionen als wesentlich
identifiziert. Zur Erreichung der ersten Entwicklungsstufe umfasst das Konzept die fol-
genden Arbeitsaufgaben:
ı
Konzeption und Umsetzung der Aufbau- und Ablauforganisation
ı
Einführung eines Customer Relationship Management-Systems
ı
Fortschreibung des Leistungs- und Entgeltverzeichnisses
ı
Weitgehender Abschluss von Leistungsvereinbarungen
ı
Erarbeitung eines Kommunikationskonzeptes und Marketing-Materialien
ı
Planung Kundenzufriedenheitsanalyse sowie Reklamations- und
Beschwerdemanagement.
Im Rahmen des Projektes SID 2025 hat das Kundenmanagement diese Arbeitsaufga-
ben zu einem Arbeitspaket zusammengefasst, das mit anderen Arbeitspaketen des
Projektes SID 2025 verzahnt und ab dem Jahr 2017 bearbeitet werden soll.

18 |
ZENTRALE AUFGABEN
Personal
&
Organisation
Organisation
Organisatorische Umsetzung der politischen Entscheidungen
Auch das Jahr 2016 war maßgeblich vom politischen Willen der IT-Konsolidierung und
Stärkung des SID geprägt. Ausgangspunkt hierfür sind die Kabinettsbeschlüsse zur
Konsolidierung und Fortentwicklung des SID „SID 2025“ und zur Errichtung eines ge-
meinsamen Rechenzentrums sowie die neue Verwaltungsvorschrift SID vom 1. Dezem-
ber 2015. Damit sind die künftigen Anforderungen an den SID umrissen und daraus
resultierende Konsequenzen für die Aufbau- und Ablauforganisation aufgezeigt.
Die organisatorische Umgliederung des ehemaligen Fachbereichs Betrieb und Verfah-
ren Polizei in das Polizeiverwaltungsamt konnte in 2016 organisatorisch und personell
abgeschlossen werden.
Die Hausverfügungen und Dienstvereinbarungen waren den organisatorischen Verän-
derungen unter Berücksichtigung der Beteiligungsrechte der Personalvertretung anzu-
passen. Es wurden SID-übergreifende Haus- und Brandschutzordnungen verfügt.
Hausverfügungen zur Durchführung von Inventur und Inventarisierung wurden erar-
beitet.
Im operativen Geschäft prägte die Optimierung bzw. Reorganisation SID-interner Pro-
zesse bzw. deren Vollzug die Tätigkeiten. Unter anderem betraf dies Prozesse wie den
Rechnungslauf, den Personenprozess (Tätigkeitsaufnahme und -änderung) und die In-
ventarisierung. Maßgeblich eingebunden war das Sachgebiet darüber hinaus in die
nachgelagerte Inventur zum Stichtag 31.12.2015.
© madpixblue - Fotolia.com

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| 19
ZENTRALE AUFGABEN
Personal
&
Organisation
Der Innere Dienst konnte auch im Jahr 2016, entsprechend seiner Zuständigkeit für
Verwaltung und Bewirtschaftung der Dienstgebäude, zahlreiche Maßnahmen erfolg-
reich bewältigen.
So wurde ein
standortübergreifend einheitliches Zutrittskontroll- und Zeiterfas-
sungssystem
installiert. Damit sind der Zutritt und die Zeiterfassung unabhängig vom
Arbeitsort des jeweiligen Bediensteten möglich. Die Gebäudesicherheit konnte damit
erhöht werden. Gleichzeitig sind die Genehmigungsabläufe bei der Arbeitszeit verein-
facht.
Die erste Teilbaumaßnahme, der bereits im Jahr 2015 am Standort Kamenz begonne-
nen
großen Baumaßnahme „Erweiterung Rechenzentrumskapazität“
, konnte dieses
Jahr fertiggestellt werden. Der Rechenzentrumsbetrieb in Kamenz ist damit für künf-
tige Herausforderungen gerüstet und bietet nun die technischen Voraussetzungen für
die Übernahme zusätzlicher Rechenleistung. Um einen nahtlosen Anschluss der weite-
ren
Teilbaumaßnahme „Erneuerung Tertiärnetz“ (Gebäudeleittechnik)
sicherzustel-
len, wurden Vorbereitungen für den Betrieb des Tertiärnetzes mit externer Unterstüt-
zung getroffen. Damit wird ein rechtzeitiges Störungsmanagement und daraus
resultierend die größtmögliche Betriebssicherheit für den Rechenzentrumstandort Ka-
menz geschaffen.
Am Standort Lichtenwalde wurden die aus der diesjährigen BSI-Zertifizierung der EU-
Zahlstellenverfahren
(>> siehe Seiten 29,53,55)
resultierenden infrastrukturellen Anfor-
derungen umgesetzt. Die Rechnerraumtür ist ersetzt worden und der Brandschutz
konnte durch die Aufschaltung von technischen Betriebsmitteln auf die Brandmelde-
anlage verbessert werden. Auch die Erstellung/Aktualisierung der Basis-Sicherheits-
checks nach IT-Grundschutzkatalog für den Standort Lichtenwalde unterstützte der
Innere Dienst intensiv.
Für einige Mitarbeiter am Standort Lichtenwalde konnten durch eine Renovierungs-
maßnahme die Arbeitsbedingungen verbessert werden. Basierend auf den dabei ge-
sammelten Erfahrungen sind weitere Renovierungen am Standort geplant.
Zur Verbesserung des Arbeitsschutzes wurden Büromöbel erneuert und zusätzliche
Leuchtmittel bereitgestellt. Ein Großteil der bei den Arbeitsplatzbegehungen festge-
stellten Mängel konnte abgestellt werden.
Im Bereich des Brandschutzes sind 2016 signifikante Fortschritte zu verzeichnen. Zu-
sätzlich zu den obligatorischen Evakuierungsübungen konnte eine den Vorgaben ent-
sprechende Anzahl an Brandschutzhelfern gewonnen und für Ihre Tätigkeit ausgebil-
det werden. Ebenso wurde die Aufgabe des Brandschutzbeauftragten wieder besetzt.
Innerer Dienst
Verwaltung und Bewirtschaftung der Dienstgebäude
Zeiterfassungsterminal DT 900
renovierter Arbeitsplatz in Lichtenwalde
erweiterte Rechnerräume am Standort Kamenz

20 |
ZENTRALE AUFGABEN
Personal
&
Organisation
Personalmanagement
Personalbestand
&
Personalentwicklung
&
Weiterbildung
Im SID waren zum Stichtag 31.12.2016 insgesamt an allen Standorten 385 Mitarbei-
terinnen und Mitarbeiter beschäftigt.
Der Unternehmensbereich 5 Landesrechenzentrum Steuern ist direkt dem Sächsischen
Staatsministerium der Finanzen unterstellt und verwaltet sein Personal selbst.
Zum Ende des Geschäftsjahres 2016 stellt sich die Mitarbeiterstruktur des Staatsbe-
triebes Sächsische Informatik Dienste wie folgt dar:
Beamte/Beschäftigte
Unternehmensbereiche
Geschäfts-
führung
Gesamt
1
2
3
4
5
höherer Dienst
8
9
21
9
2
3
52
gehobener Dienst
22
24
45
67
97
2
257
mittlerer Dienst
12
6
5
4
44
1
72
einfacher Dienst
1
-
-
-
3
-
4
Gesamt
43
39
71
80
146
6
385
Im Geschäftsjahr 2016 wurden 36 neue Mitarbeiter gewonnen, dabei konnten vier
Personen unbefristete Arbeitsverhältnisse angeboten werden. 47 Personen haben 2016
den SID verlassen. Gemäß Stellenabbaukonzeption der Staatsregierung wurden sechs
sogenannte kw-Vermerke (Haushaltsvermerk im Stellenplan - Stelle fällt zukünftig
weg) erbracht.
Das Durchschnittsalter im SID liegt bei 47 Jahren.
Die Altersstruktur entnehmen Sie bitte dem folgenden Diagramm.
Fortbildungen
Im Jahr 2016 konnten den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des SID insgesamt 332
mal die Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen der Fachhochschule für öffentliche
Verwaltung und Rechtspflege Meißen, Fortbildungszentrum des Freistaates Sachsen
ermöglicht werden. Es wurden dabei 166 mal Seminare im Bereich der Verwaltung
und 124 im Bereich der IT besucht. Durch externe Anbieter konnten Bedienstete 195
mal geschult werden. Vervollständigt wurde das Angebot zu Fortbildungsmaßnahmen
durch 18 Inhouse-Schulungen.
0
20
40
60
50
30
10
Anzahl
21
-
25
26
-
30
31
-
35
36
-
40
41
-
45
46
-
50
51
-
55
56
-
60
61
-
65
Alter von - bis
66
-
70
Personelle Zugänge
Neueinstellungen
befristete Einstellungen
Entfristungen
4
Versetzungen aus anderen
Landesbehörden
Personelle Abgänge
Kündigungen
2
6
11
6
2
Auflösungsverträge
Beendigung Befristungen
Ruhestand / Altersteilzeit
Beendigung Abordnung
5
17
3
7
Praktikanten
16
Versetzungen
Praktikanten
4

| 21
ZENTRALE AUFGABEN
Finanzmanagement
Der kaufmännische Jahresabschluss des SID für das Geschäftsjahr 2015 ist duch den
Wirtschaftsprüfer Dr. Winfried Heide geprüft und am 30. Juni 2017 uneingeschränkt
testiert worden.
Jahresabschluss 2015
Auszug aus dem Lagebericht
&
Jahresabschluss 2015 (ohne LRZS)
AKTIVA
31.12.2015
31.12.2014
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1.599.721,75 €
1.487.713,71 €
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte
1.599.721,75 €
1.368.713,71 €
2. geleistete Anzahlungen
0,00 €
119.000,00 €
II. Sachanlagen
3.723.885,16 €
4.349.271,33 €
1. technische Anlagen und Maschinen
2.886.887,27 €
3.170.948,72 €
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
836.997,89 €
1.178.322,61 €
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
2.338.482,40 €
2.664.205,95 €
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
5.772,64 €
24.774,17 €
2. unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen
2.332.709,76 €
2.639.431,78 €
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1.457.446,75 €
1.381.801,38 €
1. Forderungen aus Zuweisungen und Zuschüssen
663.019,67 €
148.383,19 €
2. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
790.182,56 €
1.051.782,39 €
3. Forderungen gegen verbundene Unternehmen
444,52 €
467,10 €
4. sonstige Vermögensgegenstände
3.800,00 €
181.168,70 €
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks
4.967.867,24 €
4.563.387,00 €
C. Rechnungsabgrenzungsposten
2.131.874,45 €
3.209.118,84 €
D. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag
0,00 €
178.653,15 €
Bilanzsummer AKTIVA
16.219.277,75 €
17.834.151,36 €
PASSIVA
31.12.2015
31.12.2014
A. Eigenkapital
I. Nettokapital
- 406.533,70 €
- 406.533,70 €
II. Gewinnvortrag / Verlustvortrag
227.880,55 €
- 332.689,24 €
III. Jahresüberschuss/-fehlbetrag
232.767,17 €
560.569,79 €
nicht gedeckter Fehlbetrag
0,00 €
178.653,15 €
buchmäßiges Eigenkapital
54.114,02 €
0,00 €
B. Sonderposten für Investitionen
5.323.606,91 €
5.717.985,04 €
C. Rückstellungen
3.262.063,89 €
2.468.150,40 €
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
0,00 €
202.400,00 €
2. sonstige Rückstellungen
3.262.063,89 €
2.265.750,40 €
D. Verbindlichkeiten
7.579.492,93 €
9.648.015,92 €
1. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen
1.745.991,80 €
2.889.541,13 €
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
3.588.721,78 €
4.285.795,24 €
3. Verbindlichkeiten gegenüber anderen staatlichen Behörden
und Einrichtungen
114.003,58 €
4. Sonstige Verbindlichkeiten
2.244.779,35 €
2.358.675,97 €
Bilanzsumme PASSIVA
16.219.277,75 €
17.834.151,36 €

22 |
ZENTRALE AUFGABEN
Finanzmanagement
Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage
Die wesentlichen Ergebnisquellen des SID stellen die Transfererträge und die Leis-
tungserlöse dar. Im Bereich der Leistungserlöse ist im Geschäftsjahr 2015 ein wesent-
licher Anstieg zu verzeichnen. Die Transfererträge tragen mit 50 % zur Deckung der
Gesamtaufwendungen in Höhe von insgesamt 73.310,8 TEUR bei. Der SID ist somit zu
einem überwiegenden Teil auf Zuweisungen und Zuschüsse des Freistaates Sachsen
angewiesen. Insgesamt beliefen sich die Transfererträge im Geschäftsjahr auf 36.263,1
TEUR. Dies bedeutet eine geringfügige Zunahme im Vergleich zum Vorjahr 2014. Die
Leistungserlöse konnten gegenüber dem Vorjahr insgesamt um ca. 21 % (+5.879,4
TEUR) auf 33.542,6 TEUR gesteigert werden. Sie werden aus Leistungs- und Zahlungs-
vereinbarungen für die Inanspruchnahme von IT-Leistungen sowie aus der Abrech-
nung der Entgelte für die Inanspruchnahme des Sächsischen Verwaltungsnetzes (SVN)
gegenüber Einrichtungen mit separater Wirtschaftsführung (ESW) generiert.
Die Gesamtaufwendungen haben gegenüber dem Vorjahr 2014 um insgesamt 6.638,6
TEUR (+10,0 %) zugenommen. Der Anstieg resultiert vor allem aus dem zunehmenden
Bedarf an bezogenen Leistungen im Bereich der IT.
Der Staatsbetrieb Sächsische Informatik Dienste erzielte im Geschäftsjahr 2015 einen
Jahresüberschuss in Höhe von 232,8 TEUR.
Die Finanzlage stellt sich vor allem aufgrund der Zuschüsse des Freistaates Sachsen
und der Leistungsverrechnung mit den Behörden des Freistaates als stabil dar. Die Li-
quidität war im Geschäftsjahr 2015 jederzeit gesichert. Verbindlichkeiten konnten in-
nerhalb der Zahlungsfristen beglichen werden. Forderungen aus Lieferungen und Leis-
tungen wurden größtenteils zeitnah vereinnahmt.
Das Gesamtvermögen hat sich im Geschäftsjahr 2015 etwas verringert, wobei parallel
Schuldpositionen im Verhältnis dazu in etwas größerem Umfang abgebaut werden
konnten. Resultierend aus dem erneut positiven Jahresergebnis, konnte der noch in
den Vorjahren ausgewiesene - nicht durch Eigenkapital gedeckte - Fehlbetrag erst-
mals komplett ausgeglichen werden. Das bilanzielle Eigenkapital beträgt nunmehr
54,1 TEUR.
Chancen und Risiken
Weiterhin wird davon ausgegangen, dass sich aus dem Koalitionsvertrag 2014 bis
2019 zwischen der CDU und der SPD Sachsen positive Impulse für den SID ergeben
können. Die aus dem Kabinettsbeschluss vom 1. Dezember 2015 resultierenden Be-
schlüsse zur Fortentwicklung des SID zum zentralen, leistungsfähigen und innovativen
Dienstleister der sächsischen Verwaltung werden derzeit in Teilprojekten des Projektes
SID 2025
(>> siehe Seite 11)
konkretisiert. Chancen und Risiken für den SID werden
sich erst nach Abschluss der Gremienarbeiten ableiten lassen.
Der sich weiter abzeichnende Fachkräftemangel stellt ein ernst zu nehmendes Pro-
blem für den SID dar. Insbesondere befristete und Teilzeitstellen sind an den periphe-
ren Standorten des SID schwer zu besetzen. Verschärft wird dieses Problem durch die
verstärkten altersbedingten Abgänge.
Es kann damit gerechnet werden, dass die Nachfrage nach IT-Leistungen weiter stei-
gen wird und damit auch die Leistungserlöse steigen werden. Wesentliche Gewinner-
höhungen sind zum einen nicht angestrebt, zum anderen auf Grund der überwiegend
ausgabenorientierten Abrechnung gegenüber den Kunden auch nicht realisierbar.

| 23
ZENTRALE AUFGABEN
Finanzmanagement
Anschaffungs- und Herstellungskosten
Anlagevermögen
Stand 01.01.2015
Zugänge
Abgänge
Umbuchung
Stand 31.12.2015
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
6.601.768,55 €
992.575,77 €
207.437,89 €
0,00 €
7.386.906,43 €
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte
6.482.768,55 €
992.575,77 €
207.437,89 €
119.000,00 €
7.386.906,43 €
2. geleistete Anzahlungen
119.000,00 €
0,00 €
0,00 €
- 119.000,00 €
0,00 €
II. Sachanlagen
17.330.587,32 €
2.553.580,70 € 11.768.269,06 €
0,00 €
8.115.898,96 €
1. technische Anlagen und Maschinen
10.760.949,07 €
1.622.670,66 €
6.657.384,22 €
0,00 €
5.726.235,51 €
2. andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung
6.569.638,25 €
930.910,04 €
5.110.884,84 €
0,00 €
2.389.663,45 €
GESAMT
23.932.355,87 €
3.546.156,47 € 11.975.706,95 €
0,00 € 15.502.805,39 €
Abschreibungen
Anlagevermögen
Stand 01.01.2015
Zugänge
Abgänge
Stand 31.12.2015
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
5.114.054,84 €
858.552,22 €
185.422,38 €
5.787.184,68 €
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte
5.114.054,84 €
858.552,22 €
185.422,38 €
5.787.184,68 €
2. geleistete Anzahlungen
0,00 €
0,00 €
0,00 €
0,00 €
II. Sachanlagen
12.981.315,99 €
1.757.696,22 €
10.346.998,41 €
4.392.013,80 €
1. technische Anlagen und Maschinen
7.590.000,35 €
958.492,42 €
5.709.144,53 €
2.839.348,24 €
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
5.391.315,64 €
799.203,80 €
4.637.853,88 €
1.552.665,56 €
GESAMT
18.095.370,83 €
2.616.248,44 €
10.532.420,79 €
10.179.198,48 €
Buchwerte
Anlagevermögen
31.12.2015
31.12.2014
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1.599.721,75 €
1.487.713,71 €
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte
1.599.721,75 €
1.368.713,71 €
2. geleistete Anzahlungen
0,00 €
119.000,00 €
II. Sachanlagen
3.723.885,16 €
4.349.271,33 €
1. technische Anlagen und Maschinen
2.886.887,27 €
3.170.948,72 €
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
836.997,89 €
1.178.322,61 €
GESAMT
5.323.606,91 €
5.836.985,04 €
Eine positive Tendenz, die sich im vorangegangenen Jahr bereits abzeichnete, hat sich
im Geschäftsjahr 2015 verstetigt: durch den im Jahr 2015 erneut erwirtschafteten
Gewinn, konnte der nicht durch das Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag ausgeglichen
und ein positiver Wert für das Eigenkapital erreicht werden.
Ausgaben für externe Personaldienstleistungen
Für Projektaufgaben und auf Grund der knappen Personaldecke ist es notwendig, ex-
terne Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Im Jahr 2016 entsprachen diese in
Summe 35,8 VZÄ (Vollzeitäqivalent) und somit rund 15 Prozent der VZÄ des Staatsbe-
triebes ohne Landesrechenzentrum Steuern.
Entwicklung des Anlagevermögens vom 1.1.2015 bis 31.12.2015

24 |
ZENTRALE AUFGABEN
Finanzmanagement
Geschäftsjahr
Vorjahr
1. Transfererträge
36.263.055,84 €
36.096.198,61 €
2. Leistungserlöse
33.542.575,95 €
27.663.134,42 €
3. Erhöhung/Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen
-325.723,55 €
1.264.885,27 €
4. sonstige betriebliche Erträge
4.063.736,73 €
2.208.566,19 €
5. Materialaufwand
-46.330.936,39 €
-42.105.553,04 €
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs-, Betriebsstoffe und bezogene Waren
-499.179,31 €
-593.503,06 €
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen
-45.831.757,08 €
-41.512.049,98 €
6. Personalaufwand
-17.242.802,32 €
-17.429.341,72 €
a) Löhne und Gehälter
-14.791.925,13 €
-15.094.036,20 €
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung
-2.450.877,19 €
-2.335.305,52 €
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens
und Sachanlagen
-2.616.248,44 €
-2.178.213,22 €
8. sonstige betriebliche Aufwendungen
-7.092.750,50 €
-4.931.852,38 €
9. Ergebnis der gewöhnlichen Verwaltungstätigkeit
260.907,32 €
587.824,13 €
sonstige Steuern
-28.140,15 €
-27.254,34 €
Jahresüberschuss
232.767,17 €
560.569,79 €
Gewinn- und Verlustrechnung vom 1.1.2015 bis 31.12.2015
Den Schwerpunkt der Arbeit des Fachbereichs Vergabestelle, Recht und Lizenzen bil-
den die Aufgaben der zentralen IT-Vergabestelle. Die Vergabestelle beschafft für alle
im Kundenauftrag durch den SID betriebenen Verfahren die benötigte Hardware, Soft-
ware sowie Dienstleistungen. Über die Beschaffung für den SID-eigenen Bedarf hinaus
obliegt ihr gemäß Ziffer II Nr. 1 Satz 2 Buchst. b VwV SID 2015 die Vergabe von IT-
Leistungen auch für andere Behörden und Einrichtungen des Freistaates Sachsen. Im
Rahmen dieser Aufgabe schließt die Vergabestelle u. a. Rahmenverträge, aus denen
die Behörden der Staatsverwaltung IT-Produkte abrufen können oder führt Vergabe-
verfahren im Auftrag anderer Behörden des Freistaates Sachsen durch. Darüber hinaus
übernimmt der Fachbereich die Beratung zu allen Fragen der rechtssicheren Abwick-
lung von Vergabeverfahren.
Das Angebot der Durchführung von Vergabeverfahren wird von allen Behörden des
Freistaates Sachsen sehr rege genutzt, sodass die zentrale IT-Vergabestelle auch im
Jahr 2016 insbesondere außerhalb der Freihändigen Vergaben einen nahezu gleich
bleibenden Bestand an durchgeführten Verfahren verzeichnen konnte. Die Anzahl der
Freihändigen Vergaben ging zwar zurück, dafür blieb aber das dabei vergebene Auf-
tragsvolumen annähernd gleich.
Besonders zu erwähnen für das Jahr 2016 ist die in fünf Losen erfolgte EU-weite Aus-
schreibung zum Großprojekt SVN 2.0 mit einem Volumen im dreistelligen Millionen-
bereich, dessen Lose 1 (Netz) und 2 (Dienste, ohne Mobilfunk, Sprachdienst und Inter-
net) in 2016 bezuschlagt werden konnten und das im Frühjahr 2017 planmäßig seinen
Abschluss finden wird.
>> siehe Seite 37
Vergaben
Bilanz im Vergabewesen 2016

| 25
ZENTRALE AUFGABEN
Vergabestelle
&
Recht
&
Lizenzen
Insgesamt erteilte der SID im Jahr 2016 ca. 600 Aufträge mit einem Gesamtvolumen
von über 130 Millionen EUR (brutto). Hiervon entfielen 15 Aufträge auf EU-Vergabe-
verfahren mit einem Gesamtvolumen von 122 Millionen EUR (brutto). In 25 nationa-
len Ausschreibungen wurde zudem ein Auftragsvolumen von über 2 Millionen EUR
(brutto) vergeben und ca. 6 Mio. (brutto) in gut 550 Freihändigen Vergaben.
In der Funktion als zentrale IT- Vergabestelle betreut der SID mittlerweile neun Rah-
menvereinbarungen, aus denen die Behörden des Freistaates Sachsen schnell und un-
kompliziert standardisierte IT-Produkte abrufen können. Nach i. d. R. europaweiten
Ausschreibungen wurden Rahmenverträge zum Abruf von Notebooks, Tablets und
Druckerverbrauchsmaterialien abgeschlossen. Auch 2016 wurde dieser Prozess mit
dem für das SMI durchgeführten Rahmenvertrag über IT-Beratungsleistungen und Be-
ratungsleistungen zu IT-Sicherheitsleistungen weiter etabliert. Nach wie vor stehen
u. a. nachfolgende Rahmenverträge den abrufberechtigten Stellen zur Verfügung:
ı
der schon 2015 neu ausgeschriebene Rahmenvertrag zum Bezug von
Microsoft-Produkten auf Grundlage des Select-Vertrages des
Bundeministeriums des Innern mit Microsoft,
ı
der Rahmenvertrag Prüfung Rechtskonformität Internetpräsenzen
(WebShop),
ı
der Rahmenvertrag IT-Testdienstleistungen,
ı
der Rahmenvertrag Saxonia Client–Desktopsysteme,
ı
der Rahmenvertrag Monitore,
ı
der Rahmenvertrag Zahlungsverkehrsprovider,
ı
der Rahmenvertrag über Verbrauchsmaterialien.
Alle Rahmenverträge wurden durch die Behörden im Jahr 2016 in großem Umfang
genutzt.
Ziel des SID ist es, perspektivisch den Behörden des Freistaates eine einheitliche Platt-
form für den Abruf aus den Rahmenverträgen zur Verfügung zu stellen. Daher wurde
das Entwicklungsprojekt „SID Webshop“ auch im Jahr 2016 unter dem neuen Begriff
„IT-Warenhaus“ durch die Vergabestelle weiter fachlich begleitet.
>> siehe Seite 40
Nachprüfungsverfahren gem. § 8 Abs. 2 SächsVergabeG vor der Aufsichtsbehörde im
Unterschwellenwertbereich waren im Jahr 2016 ebenso wenig anhängig wie Nach-
prüfungsverfahren gemäß § 107 GWB vor der 1. Vergabekammer des Freistaates Sach-
sen im Oberschwellenwertbereich.
EU-Vergabeverfahren
Nationale Ausschreibungen
Freihändige Vergaben
Mio. €
552
25
15
122
2
6
Aufteilung der
Gesamtanzahl
von
592 Aufträge
n auf einzelne Vergabearten
Aufteilung des
Gesamtauftragswert
es von
ca.
130 Mio. € brutto
auf einzelne Vergabearten

26 |
Client
Service
Service
Management
Manag
UNTERNEHMENSBEREICH
IT - SERVICE
Zum Unternehmensbereich IT-Service gehören der Service Desk als zentrale Schnitt-
stelle zu den Nutzern und das Client Service Management für die Bereitstellung und
Pflege des IT-Equipments beim Nutzer. Der Datenschutz und die Informationssicherheit
der zu verarbeitenden Daten haben große Bedeutung. Zentral wahrzunehmende
Aufgaben sind das Projektmanagement, das Computer Emergency Responce Team
(CERT) für den Freistaat Sachsen, und die Leitstelle Sächsisches Verwaltungsnetz (SVN).
Informationssicherheit, Datenschutz, CERT
Service
Desk, Operating
Desk, Operat
Projektmanagement
Leitstelle
SVN
SVN
2

| 27
Service Desk
Zentrale Anlaufstelle für alle Serviceanliegen
Der Service Desk SID ist die zentrale Anlaufstelle für alle Serviceanliegen (Störungen,
Anfragen, Aufträge) der Kunden und innerhalb der eigenen Organisationsstruktur. Die
Absicherung und Gewährleistung der ein- und ausgehenden Kommunikation mit den
Nutzern bei der Inanspruchnahme der bereitgestellten IT-Services steht dabei im Mit-
telpunkt. Der Service Desk nimmt die Anliegen in Form von Tickets auf, dokumentiert
und überwacht die notwendigen Aktivitäten der nachfolgenden Supporteinheiten auf
Einhaltung der mit den Kunden vereinbarten Service Level.
Durch den kontinuierlichen Wissenszuwachs und die Erfahrungen der Mitarbeiter im
Service Desk sowie die Nutzung von bereitgestellten dokumentierten Lösungen der
nachgelagerten Supporteinheiten konnte die Erstlösungsrate bei der Beseitigung von
Störungen erhöht werden. Das im Zusammenhang mit dem Aufbau des Service Desk
eVA.SAX für die Landesbehörden des Freistaates Sachsen bereits eingesetzte Ticket-
system OTRS wird auch für weitere bereitgestellte IT-Services im SID genutzt.
Auch im Jahr 2016 stellte das
Projekt „Aufbau und Probebetrieb Service Desk
eVA.SAX“
zur Absicherung einer bedarfsgerechten und nutzerorientierten Betreuung
für das landeseinheitliche Verfahren eVA.SAX einen Schwerpunkt dar.
Die Anzahl der nutzenden Mandanten konnte im Jahr 2016 auf 20 mit ca. 7.800 An-
wendern erhöht werden. Mit der Nutzung von Active Directory-Verteilerlisten und der
Möglichkeit der eigenständigen Pflege der Mitglieder durch die nutzenden Behörden
konnten die Meldewege für die Kommunikation optimiert werden.
Das Projekt wurde zum 31.12.2016 mit Weggang der letzten beiden befristeten Pro-
jektmitarbeiter beendet. Die Absicherung der für das IT-Verfahren eVA.SAX zu erbrin-
genden Daueraufgaben (wie Aufnahme, Erstbearbeitung und Koordinierung der weite-
ren Störungsbearbeitung in Zusammenarbeit mit den nutzenden Behörden) sowie die
Überführung des Service Desk eVA.SAX in den Service Desk des SID wird ohne Perso-
nalzuwachs eine große Herausforderung darstellen.
Durch die drei befristeten Projektstelleninhaber wurde ebenfalls die Nutzerbetreuung
im Verfahren eVA.SAX für die Mitarbeiter im SID standortübergreifend wahrgenom-
men und abgesichert. Darüber hinaus führten Sie vertiefende sowie Schulungen für
neue Mitarbeiter durch. Mit Auslaufen der Projektstellen zum Jahresende 2016 ist die
Wahrnehmung dieser Aufgaben im SID neu zu überdenken.
Kontaktdaten Service Desk SID
Web-Portal:
https://servicedesk.sachsen.de/sd/kunde
Telefon:
0351 79997 100
E-Mail:
servicedesk@sid.sachsen.de
IT-SERVICE
Service Desk
Im Bereich Operating am Standort Kamenz zählte auch in 2016 die Administration der
Großrechentechnik zSeries und der angeschlossenen Komponenten zu den Schwer-
punktaufgaben. Hauptsächlich bedeutet dies die Überwachung, Auswertung und
Steuerung der Batch-Verarbeitung, die Sicherung der ADABAS-Datenbanken und die
Bedienung der Peripheriegerätetechnik.
Weiterhin wird eine im Rechenzentrum eingesetzte Virtual und Physical Tape Library
als systemübergreifendes Backup-/Recoverysystem administriert. Hier wurde im Jahr
2016 eine Erweiterung der Kassettenroboter-Systeme notwendig.
Mit der Entscheidung, im SID den Betrieb des Mainframe IBM Systems z-Series am
Standort Kamenz mit Ablauf des Jahres 2017 zu beenden, erfolgte im Jahr 2016 die
Einstellung von Hosting-Leistungen für mainframebasierende Statistikproduktion für
die Bundesländer Berlin, Brandenburg, Hamburg, Schleswig-Holstein und Hessen. Die
betroffenen ADABAS Datenbanken werden somit nicht mehr gesichert. So entfiel auch
der Steuerungs- und Überwachungsmonitor für die Statistikverfahren der Länder
Hamburg und Schleswig-Holstein.
>> siehe Seite 57
Operating
Administration Großrechner und Kassettenroboter

28 |
IT-SERVICE
Client Service Management
Eine der Kernaufgaben des Infrastrukturbetriebs des SID besteht in der Bereitstellung
von IT-Arbeitsplätzen und deren Ausstattung einschließlich einer zuverlässigen Soft-
wareverteilung. Der Fachbereich Client Service Management agiert nach Zyklen des
Lifecycle, um ständig aktuelle Hard- und Software an den Arbeitsplätzen unserer Kun-
den und im SID selbst bereitzustellen.
Hierzu wurden die
Rahmenverträge Saxonia Client 2014 und Saxonia Client 2015
zur Beschaffung von Hardware-Komponenten der IT-Arbeitplatz-Ausstattung, welche
hinsichtlich der Abrufe noch nicht ausgeschöpft wurden, in 2016 um die Laufzeit ei-
nes Jahres verlängert. Damit besteht auch für unsere Kunden sowie die abrufberech-
tigten Behörden in der Landesverwaltung Sachsens Planungssicherheit.
In 2015 wurde mit der Beschaffung einer Referenzmaschine zur Konfiguration und
zum Test als vorgesehene Admin- und Entwickler-Workstation begonnen. Diese Arbei-
ten wurden in 2016 mit der Beschaffung von Workstations für den SID-Standort Lich-
tenwalde sowie deren Auslieferung fortgesetzt. Die Beschaffung von baugleichen
Workstations für den Standort Kamenz wurde beauftragt.
Bei den Softwareverträgen war bereits Ende 2015 begonnen worden, die
Verlänge-
rung des Enterprise Agreement-Vertrages für Microsoft-Produkte
vorzubereiten.
Ein wichtiges Ziel dabei war die Konsolidierung der beiden an den Standorten Kamenz
und Lichtenwalde gehaltenen Einzelverträge. Gemeinsam mit dem Unternehmensbe-
reich Betrieb und der Vergabestelle wurde hier ein gutes Ergebnis erzielt. Zum 1. Juni
2016 wurde der Vertrag mit den Firmen Comparex als Handelspartner und mit Mi-
crosoft abgeschlossen.
Ebenfalls bereits Ende 2015 wurde mit den ersten gezielten Aktivitäten zur Vorberei-
tung des
Migrationsprojektes der Client-Betriebssysteme auf Windows 10
begon-
nen. In 2016 führte der SID mit Unterstützung der Firma Comparex erste Workshops
zur Umstellung mit allen sächsischen Ressorts durch.
Für den Einsatz der Multifunktionsgeräte an den Standorten in Dresden und Kamenz
wird die
Software uniFLOW
des Herstellers Canon verwendet. Die Vorbereitungen auf
das angekündigte neue Release bedeuteten umfangreiche Aufwendungen. Die Auf-
spaltung der gegenwärtig existierenden Instanz in separate Instanzen der Kunden und
des SID wird im Zuge des Softwareupdates realisiert.
Zahlreiche Themen und Schwerpunkte im Client Service Management konnten in
2016 aufgrund ihrer Langfristigkeit noch nicht abgeschlossen werden. Mit Blick auf
2017 ist klar zu erkennen, dass neben der Betreuung des Client-Bestandes die Heraus-
forderungen noch größer werden:
»
Die Rahmenverträge zum Saxonia-Client werden aufgrund der bereits
avisierten Abrufmengen geschlossen und in 2017 neu ausgeschrieben werden.
»
Die Aktivitäten zur Vorbereitung des Rollouts Windows 10 werden an Tempo
aufnehmen müssen - nicht zuletzt durch Kundenanforderungen getriggert.
»
Ein neuer Vertrag zu Multifunktionsgeräten auf Basis der Software uniFLOW
ist vorzubereiten und abzuschließen. Dabei ist ebenfalls die Ablösung des
Vertrages mit der Firma Ricoh in Lichtenwalde sowie die Einbindung dieses
Standortes in den neuen Vertrag zu prüfen.
»
Der Client-Server-Virenschutz ist in 2017 ebenfalls neu auszuschreiben.
CSM
IT-Arbeitsplätze immer up to date

| 29
IT-SERVICE
Im Jahr 2016 wurde die Aufbauarbeit des
SAX.CERT - des Computer Emergency Res-
ponse Teams des Freistaats Sachsen
– weiter vorangetrieben.
Seit Anfang 2016 berichtet das SAX.CERT regelmäßig über die allgemeine Lage der
Informationssicherheit im Freistaat Sachsen. Monatlich erhalten die Mitglieder des
Informationssicherheitsmanagements der Ressorts Informationen über das Aufkom-
men von Schadsoftware in E-Mails und im Internet-Datenverkehr, das Auftreten infi-
zierter PCs und besondere Ereignisse.
Für das SAX.CERT wurde ein
eigenes Vorfallbearbeitungssystem als Pilotprojekt
ein-
geführt. Bis dahin wurden Vorfälle in verschiedenen Systemen dokumentiert. Das war
fehleranfällig und auch für die Nutzung durch mehrere Mitarbeiter nicht tauglich. Die
Tests des Pilotsystems verliefen erfolgreich, so dass dieses nun in den produktiven Be-
trieb überführt wird.
Für die Dokumentation der Betriebshandbücher und anderer wichtiger Unterlagen
wurde ein
Informationsmanagementsystem
etabliert. Alle wichtigen Dokumente ste-
hen jetzt schnell und leicht nutzbar zur Verfügung.
Das
Projekt HoneySens
, die Einführung einfacher Systeme zur Erkennung von Angrif-
fen im Netzwerk, wurde gemeinsam mit dem Beauftragten für Informationssicherheit
des Freistaates und der Technischen Universität Dresden fortgesetzt. In Netzen des
SID wurden mehrere Systeme testweise eingesetzt, die jedoch betriebsbedingt nicht in
den Pilotbetrieb übernommen wurden. Im Piloteinsatz anderer Ressorts zeigten die
Systeme regelmäßig, dass sie ihre Aufgabe wie vorgesehen erfüllen. Die als Angriff
registrierten Zugriffe stellten sich bisher als Fehlkonfigurationen, Tests oder Irrtümern
von Nutzern heraus.
SAX.CERT
Erfolgreiche Fortführung der Aufbauarbeiten
Informationssicherheit
&
Datenschutz
&
CERT
SAX.CERT
Computer Emergency Response
Team des Freistaates Sachsen
Das Jahr 2016 stand für die Stabstelle Informationssicherheit und Datenschutz ganz
im Zeichen der
EU-Zahlstelle
, welche bis zum Herbst eine
Zertifizierung des Bundes-
amtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)
nachweisen musste, um die
Vorgaben der EU zu erfüllen. Eine Anlastung in Millionenhöhe bei Scheitern der Zerti-
fizierung galt es zwingend abzuwenden. Die Zertifizierung war abhängig von einer
gelebten und dokumentierten Informationssicherheit im SID. Um diesen Nachweis zu
erbringen, führte die Stabstelle in Form eines Teilprojektes „Zertifizierung EU-Zahl-
stelle“ im ersten Halbjahr eine intensive Prüfung der Informationssicherheit am
Standort Lichtenwalde und speziell für die Verfahren der EU-Zahlstelle durch. Der Ge-
schäftsführer des SID erklärte das Teilprojekt zum Thema mit höchster Priorität. Es
wurden zusätzliche Kapazitäten gebunden. Wesentlich wurde die Stabstelle durch
zwei externe Berater, einen Projektkoordinator aus dem Fachbereich CERT und einer
Referentin des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft
(SMUL) unterstützt.
Das Teilprojekt umfasste die klare Eingrenzung der Verfahren der EU-Zahlstelle inner-
halb des SID und der betreffenden IT-Systeme
(Definition des Informationsverbundes
und Strukturanalyse)
sowie die Überprüfung der Informationssicherheit für diese Sys-
teme
(Modellierung und Basissicherheitschecks)
. Daraus resultierend sollte ein Rea-
lisierungsplan erstellt werden, der Sicherheitslücken und Maßnahmen zur Behebung
dieser aufzeigt. Ziel des Teilprojektes war die aktive Mitwirkung als Outsourcer an der
Erreichung des Zertifikates.
Informationssicherheit
Stabsstelle Informationssicherheit und Datenschutz

30 |
IT-SERVICE
Informationssicherheit
&
Datenschutz
&
CERT
Die Umsetzung des Teilprojektes band während der gesamten Laufzeit zusätzliche
zeitliche Ressourcen und wurde durch temporäre personelle Ausfälle erschwert. Die
Erstellung des Realisierungsplanes lag daher zum Zeitpunkt des Audits nur als Entwurf
vor. Das Audit zeigte zudem, dass die einzelnen Mitarbeiter bei der Erstellung neuer
und der Kommunikation vorhandener Richtlinien und Konzepte stärker einbezogen
werden sollten. Dennoch konnte dank der tatkräftigen Unterstützung der Mitarbeiter
aus den verschiedenen involvierten Fachbereichen, vor allem des Standortes Lichten-
walde, die Überprüfung der Informationssicherheit vollständig durchgeführt und keine
zertifizierungsgefährdenden Anlastungen im Audit erkannt werden. Das Teilprojekt
„Zertifizierung EU-Zahlstelle“ wurde somit erfolgreich abgeschlossen.
Neben dem Zertifizierungsaudit erfolgte bereits Ende Dezember 2015 eine Kommissi-
onsprüfung und Mitte Juli 2016 eine Revision der bescheinigenden Stelle für die Ver-
fahren der EU-Zahlstelle. Die Ergebnisse und die daraus resultierenden Aufgaben so-
wie Kritiken dieser drei Prüfungen mussten im Anschluss an das Teilprojekt
„EU-Zahlstelle“ analysiert und bearbeitet werden. Mit dieser Aufgabe sowie der Fer-
tigstellung des Realisierungsplanes wurde die Referentin des SMUL beauftragt. Ihr
wurde ein Sachbearbeiter der Stabstelle Informationssicherheit und Datenschutz zur
Seite gestellt. Die Nachbearbeitung der Kommissionsprüfung wurde bereits erfolgreich
abgeschlossen. Die Bearbeitung der anderen zwei Prüfungen soll bis zum zweiten
Halbjahr 2017 beendet sein.
Das führende
Projekt „Siko SID“
der Stabsstelle Informationssicherheit und Daten-
schutz, welches ein zentrales Sicherheitskonzept für den gesamten SID vorsieht,
wurde zur Bindung aller vorhandenen Ressourcen für das Teilprojekt „Zertifizierung
EU-Zahlstelle“ und aufgrund der ausstehenden Neubesetzung der Stelle des Stabsstel-
lenleiters und somit der des Projektleiters auf das Jahr 2017 verschoben. Ausschließ-
lich das Arbeitspaket „Einführung Dokutool“, welches die Beschaffung eines Nachfol-
gers für das Grundschutz-Tool des BSI vorsieht, konnte im zweiten Halbjahr 2016
angestoßen werden. Es wird davon ausgegangen, dass das neue Tool innerhalb des
ersten Halbjahres 2017 zur Verfügung steht.
Die Stabsstelle nahm regelmäßig an den Besprechungen zu den Baumaßnahmen am
SID-Standort Kamenz teil, um direkt Einfluss und Stellung zu Fragen der Informati-
onssicherheit nehmen zu können. Das Ziel war hier in erster Linie, das bauliche Si-
cherheitsniveau des Rechenzentrums auf ein zertifizierungsfähiges Niveau zu heben.
In diesem Rahmen konnten bereits weitere bauliche Anforderungen definiert werden,
deren Umsetzungen in Form weiterer Baumaßnahmen geplant sind.
Gleichermaßen wurden die Baumaßnahmen in Lichtenwalde begleitet.
Weiterhin beriet die Stabsstelle die Fachbereiche des SID zum Beispiel bei Sicherheits-
anfragen zu den Themen Druckerei, VIS.SAX (Elektronische Vorgangsbearbeitung und
Aktenführung) und FÖMISAX (Informationssystem Sächsische Förderung).
Beratungen zu Sicherheitsereignissen erfolgten häufig zeitverzögert, da Meldungen
die Stabsstelle nur über Umwege und nicht direkt, entsprechend dem beschriebenen
Prozess, erreichten.
In Form einer Revision erfolgte die Überprüfung des Organisationsprozesses „Aus-
scheidung von Mitarbeitern“. Dabei konnten falsch benannte und leere Funktionspost-
fächer und Verteiler aufgedeckt und bereinigt werden.
Einen Einblick in die zu erwartenden Veränderungen, die sich durch die vom BSI ange-
stoßene Modernisierung des IT-Grundschutzes ergeben, gab die Stabsstelle mit einem
Vortrag auf dem IT- und Organisationsforum (ITOF) im September 2016.

| 31
IT-SERVICE
Mit dem Geschäftsprozessmanagement (GPM) nach ITIL wird im SID die strategische
Zielsetzung verfolgt, den Incident- und Change-Prozess standortübergreifend zu ver-
einheitlichen, umzusetzen und auszubauen. Die Implementierung darüber hinausge-
hender ITIL-Prozesse wird als wünschenswert und zielführend erachtet.
Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist dabei die Unterstützung der IT-Service-Management-
Prozesse durch das Ticketsystem der OTRS AG (OTRS::ITSM). Der bestehende SID-Man-
dant konnte im Berichtszeitraum weiter ausgebaut und angepasst werden. Der Ab-
schluss der Einführung von OTRS::ITSM ist für Ende 2017 geplant. Ab diesem
Zeitpunkt soll das System als Grundlage für die ITIL-Prozessunterstützung dienen.
Der Aufbau der geplanten Prozesslandkarte für IT-basierende Serviceprozesse im SID
ist eine äußerst heterogene und komplexe Aufgabe. Daher wird die Einbeziehung und
aktive Mitwirkung aller betroffenen Bereiche im Rahmen der Erfassung, Modellierung
und Optimierung von Einzelprozessen auch weiterhin eine der wesentlichen Heraus-
forderungen sein. Der bereits seit 2015 beschrittene Weg zur Modellierung der IST-
Prozesse sowie deren Anpassung an die ITIL-Referenz-Prozesse wurde konsequent
weiterverfolgt. Insgesamt stellt sich die Situation hinsichtlich der modellierten IST-
Prozesse in den einzelnen Unternehmensbereichen wie folgt dar.
GPM
Geschäftsprozessmanagement nach IT Infrastructure Library (ITIL)
Projektmanagement
Die hohe Anzahl der modellierten IST-Prozesse im UB 2 resultiert hauptsächlich aus
den Prozessen im Bereich des Projektmanagementbüros (PMO). Die Dokumentation
und Modellierung von 35 Prozessen wurde mit der Zielstellung vorangetrieben, die
Anforderungen an ein Management System für das PMO zu ermitteln. Grundlage da-
für war das in 2015 durch die Firma PICTURE durchgeführte Prozessscreening.
Darüber hinaus wurden die Prozesse des Client Service betrachtet. Im Rahmen dieser
Prozessmodellierung wurde das neu konzipierte 3-Schichten-Modell (strategisches,
operatives und detailliertes Prozessmodell) angewandt.
In Bezug auf die quantitative und qualitative Durchdringung und Ausprägung des Pro-
zessmanagements existieren zwischen den einzelnen Unternehmensbereichen große
Unterschiede. Vor diesem Hintergrund werden zukünftig weitere Anstrengungen und
Aktivitäten zur Prozessaufnahme und -modellierung notwendig sein. Gerade mit Blick
auf die angespannte Personalsituation müssen Angebote des Prozessmanagements so-
wie die Möglichkeit der Prozessoptimierung stärker in Anspruch genommen werden,
um mögliche Synergieeffekte nutzbar zu machen.
Über das SID-Mitarbeiterportal erfolgte eine Befragung aller Beschäftigten zum Ge-
schäftsprozessmanagement (GPM) im SID. Die Ergebnisse der Umfrage werden einen
Beitrag dazu leisten, das GPM einerseits nutzerorientierter zu gestalten und anderer-
seits die oft geforderte Stärkung durch die Leitungsebene zu befördern. Auf Basis der
Ergebnisse soll in 2017 eine konsequente Fortschreibung des Handbuches erfolgen.
Durch die Leitungsrunde erfolgte die Institutionalisierung eines GPM-Boards, welches
ab 2017 quartalsweise tagen wird. Dieses Entscheidungsgremium setzt sich aus den
Leitern der Unternehmensbereiche sowie den beiden Koordinatoren des GPM zusam-
men. Das GPM-Board soll die Entwicklung der Geschäftsprozesse im SID vorantreiben
und die Prozesslandkarte strategisch weiterentwickeln.
Unternehmensbereich
Anzahl modellierter
IST-Prozesse
Anteil gesamt
(Schätzung)
UB 1 Zentrale Aufgaben
51
30 %
UB 2 IT-Service
129
60 %
UB 3 IT-Lösungen
63
20 %
UB 4 IT-Betrieb
19
10 %
PROZESSMANAGEMENT
Geschäftsprozesse
PICTURE
GPM
SID-PICTURE
Prozessmodell
Prozesssteckbrief
Prozessverantwortlicher
Prozesskoordinator
GPM-Board
Prozessregister
Prozessportal
PROZESSPLATTFORM
Prozessmodellierer
Ablauf
Prozesslandschaft
Prozesshierarchie
ITIL
Prozesscontrolling
Zusammenarbeit
Effizienz
Prozesseigentümer
Prozessbeteiligte
Kooperation
Übersicht
Ressourcen
QS-Beauftragter
Modellieren

32 |
IT-SERVICE
Projektmanagement
Eine wesentliche Grundlage für das GPM im SID ist das
Prozessmodellierungswerk-
zeug PICTURE
. Die fachliche Administration für PICTURE sowie die Verfahrensverant-
wortung liegt im Aufgabenfeld des Fachbereichs Projektmanagement. Die für die Ar-
beit mit dem SID-Mandanten notwendigen technischen Strukturen (Strukturmodell)
wurden im Berichtszeitraum regelmäßig gepflegt und ausgebaut, so dass eine qualita-
tiv hochwertige Prozessmodellierung möglich ist.
Das
Projekt „Relaunch einheitliches Ticketsystem im SID auf Basis OTRS“
wurde im
Februar 2016 initiiert. Ziel ist es, ein einheitliches System zur Bearbeitung und Ablage
von Störungen (Incidents), Problemen, Anfragen, Aufträgen (Service Requests) und
Änderungen (Changes) zu schaffen, um das Vorgehen bei der Fallbearbeitung im SID
zu dokumentieren. In diesem Zusammenhang wurde unter Beteiligung der Firma PIC-
TURE das Projekt „ITIL-Prozessoptimierung im Kontext des Systems OTRS::ITSM im
SID“ (ITIL-PrO) mit dem Ziel der Optimierung der Zusammenarbeit der Bereiche Ser-
vice Desk, 1st- und 2nd-Level-Support sowie Client Service Management gestartet.
Im ersten Quartal 2016 wurde das
Projekt „SID 2025“
auf Landesebene gestartet. Der
Fachbereich Projektmanagement ist für das
Arbeitspaket 1 „Neustrukturierung IT-
Service-Management“ des Teilprojektes 1 „Interne Konsolidierung Staatsbetrieb
SID“
zuständig. Ziel ist ein Business Reengineering aller Prozesse im SID durchzufüh-
ren. Vor diesem Hintergrund werden 2017 alle ITSM-Prozesse im SID betrachtet und
als SOLL-Prozesse (angelehnt an ITIL-Referenz-Prozessen) modelliert.
Geplant ist eine Prozesslandkarte aller ITIL-Prozesse im SID, welche als wesentliche
Grundlage für die Weiterentwicklung des Dienstleisters dienen soll. Darüber hinaus ist
eine Neudefinition der Aufbaustruktur des künftigen Staatsbetriebes zu entwickeln. In
dieser Aufbaustruktur sollen das GPM und das GPM-Board integriert sowie die Rollen
der Prozessverantwortlichen und Prozesseigentümer neu definiert werden.
PMO
Projektmanagement SID-intern und für Kundenprojekte
Zu den wesentlichen Zielstellungen im Berichtszeitraum gehörten der weitere
Ausbau
des Projektmanagementbüros (PMO)
, die
Etablierung und Festigung des Projekt-
managementboards (PM Board)
, die
Erhöhung der Qualität
der inhaltlichen Arbeit
in den Projekten sowie weitere Schritte zur
Errichtung eines umfangreichen Control-
ling Systems
.
Alle genehmigten Projekte konnten durch das PMO angemessen unterstützt werden.
Neben der aktiven Projektunterstützung war das PMO auch im Rahmen der Vorberei-
tung von Projekten eingebunden. Insgesamt bleibt festzuhalten, dass eine über die
Mindestunterstützung hinausgehende Begleitung von Projektleitern und Projekten für
die Zukunft wünschenswert ist.
Dem PM Board konnten, auf Basis der jeweiligen Statusmeldungen aus den einzelnen
Projekten, elf Monatsübersichten zur Verfügung gestellt werden. Das PMO stellte in
diesem Zusammenhang eine strukturierte Verbindung zwischen operativer und Ma-
nagementebene sicher, um gezielt Entscheidungen herbeizuführen und auf bestehen-
den Handlungsbedarf hinzuweisen. Zukünftig gilt es, die Zusammenarbeit zwischen
dem PMO und der übergreifenden Lenkungsebene weiter zu verbessern.
Zur Unterstützung der Projektleiter im SID wurde, auf Basis eines durch das PMO in
Zusammenarbeit mit einem externen Dozenten entwickelten Schulungskonzeptes, An-
fang März 2016 erstmalig eine dreitägige Fortbildungsmaßnahme durchgeführt. Zu-
künftig ist neben der weiteren Unterstützung von Projektleitern auch eine Schulung
des PM-Boards geplant.
Scrum
S-O-S – Methode
Projektleiter
Team
Meilenstein
MS Project Server
PMO
V-Modell XT
Agiles PM
Ressourcen
Prince2
PMBOK
Basisplan
Projektakte
Abschlussbericht
Review
Budget
Projektantrag
Gantt-Diagramm
Dashboard
QS-Maßnahmen
Best Practice
Projektmanagement

| 33
IT-SERVICE
Projektmanagement
Den positiven Aspekten zur Entwicklung des internen Projektmanagements stehen
auch weiterhin eine Reihe von Herausforderungen gegenüber. Die Aufwände für das
Projektmanagement werden über alle Unternehmensbereiche als sehr hoch einge-
schätzt. Hier gilt es, das Bewusstsein für das Projektmanagement und die damit ver-
bundenen Vorteile und Chancen weiter zu schärfen, um eine strukturierte Vorgehens-
weise im Projektumfeld möglichst vollumfänglich umzusetzen.
Statistische Angaben 2016
Anzahl
gesamt
interne
Projekte
externe
Projekte
aktiv betreute Projekte
11
8
3
Projekte in Planung / Vorbereitung
(Erstellung Projektskizze)
6
5
1
neu gestartete Projekte
3
3
-
abgeschlossene Projekte
7
5
2
Projektänderungsanträge PM Board
5
5
-
Projektmanagement im Spannungsfeld von Sonderaufgaben
Der SID wurde, abseits des Tagesgeschäfts, auch im Jahr 2016 mit einer Reihe von
Sonderaufgaben konfrontiert. Exemplarisch ist an dieser Stelle das Rahmenprojekt Si-
cherheitskonzept mit dem Teilprojekt Zertifizierung EU-Zahlstelle zu nennen. Die
Phase der Vorbereitung zur Erlangung der Zertifizierungsreife für das EU-Zahlstellen-
verfahren am Standort Lichtenwalde hat in den beteiligten Fachbereichen erhebliche
personelle Kapazitäten gebunden. Die Aufgabe konnte jedoch trotz der heterogenen
Strukturen und Verantwortlichkeiten im Rahmen eines ordentlichen Projektmanage-
ments erfolgreich abgeschlossen werden.
Einige Sonderaufgaben wurden aufgrund der Dringlichkeit und ihres Ad-hoc-Charak-
ters nicht in Anlehnung an ein ordentliches Projektmanagement durchgeführt. Hier-
durch gingen zum Teil wertvolle Erfahrungen und Implikationen für die unmittelbar
Projektbeteiligten sowie die Arbeit des PMO verloren.
Projektcontrolling und Rahmenbedingungen
Um das Potential des Projektcontrollings adäquat nutzen zu können, sind weitere An-
strengungen in den Bereichen Transparenz und Verfügbarkeit von Finanzdaten sowie
Projektbudgetverwaltung und den damit verbundenen Prozessen zu unternehmen und
entsprechende Erfahrungen zu sammeln.
Wesentliche kritische Einflussfaktoren für die Projektarbeit im SID sind weiterhin die
generelle Volatilität hinsichtlich der Gesamtentwicklung des IT-Dienstleisters sowie
die angespannte Stellensituation. Der überwiegende Teil der Projekte hat internen
Charakter und wird somit SID-intern gesteuert sowie mit den notwendigen Personal-
ressourcen geplant. Künftig wird der Begleitung externer Kundenprojekte, in Zusam-
menarbeit mit dem Kundenmanagement, eine wesentlich stärkere Aufmerksamkeit
zukommen. Dadurch soll sowohl SID-intern als auch bei den Kunden die Akzeptanz
des Projektmanagements nachhaltig gestärkt werden.

34 |
IT-SERVICE
SVN 1.0
Sächsisches Verwaltungsnetz 1.0
Der Freistaat Sachsen stellt Behörden und öffentlichen Einrichtungen ein zentrales
Netzwerk zur Verfügung - über das
Sächsische Verwaltungsnetz (SVN)
kommunizie-
ren die Mitarbeiter*innen, als ob sie in einem Haus arbeiten würden. Im SID ist die
SVN-Leitstelle verortet und dient als zentraler Ansprechpartner für ganz Sachsen.
Das Ende der Vertragslaufzeit von SVN 1.0 zum 31. März 2017 machte eine Ausschrei-
bung für SVN 2.0 notwendig. Vertragspartner für den Betrieb des jetzigen SVN 1.0
sind der Freistaat Sachsen und die T-Systems GmbH. An das Sächsische Verwaltungs-
netz sind derzeit etwa 800 staatliche und 400 kommunale Behörden und Einrichtun-
gen sowie etwa 1.300 Schulen angeschlossen. Außerdem wurden die beiden vormals
getrennten Netze von Land und Kommunen zusammengeführt. Dabei verfügen die
Kommunalverwaltungen im SVN über ein eigenständiges virtuelles Datennetz, das
Kommunale Datennetz (KDN).
Die Herausforderungen an das Tagesgeschäft SVN konnten auch im Jahr 2016, trotz
krankheitsbedingter Personaldefizite und der parallelen Einbindung aller Mitarbeiter
in das Projekt SVN 2.0 auf einem hohen Niveau gemeistert werden.
Im Jahr 2016 wurden über 900 Change Requests (CR) gestellt. Die Prozentuale Vertei-
lung der Änderungsanliegen entnehmen Sie bitte der folgenden Tabelle.
Unter sonstige Änderungen summieren sich hauptsächlich Anliegen bzgl. Konfigurati-
onen, ADS, Router und Hardware. Von den AGB- und CVS-Anschlüssen betrafen 3,5 %
die Gebäudeanschlüsse über den Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Bauma-
nagement (SIB).
Leitstelle SVN
Der Fachbereichsleiter der Leitstelle SVN leitet den interministeriellen Arbeitskreis
Sächsisches Verwaltungsnetz (AK SVN). Dieser wurde i.d.R. am ersten Donnerstag mo-
natlich durchgeführt und behandelte sowohl aktuelle Themen des SVN 1.0 sowie den
Status der Vergabemaßnahmen zum SVN 2.0.
Eines der wichtigen Aufgabenstellungen im SVN lag in der Lösung der Performancean-
forderungen für den Zugang von Standorten zu der zentral im SID bereitgestellten
Anwendung VIS.SAX. Auf Grund der realisierten hierarchischen Netzwerkinfrastruktur
waren hierzu Routing, Firewall und Bandbreitenauslastung zu betrachten. Resultie-
rend aus den immer weiter gestiegenen Bandbreitenanforderungen, bedingt durch die
stärkere Verbreitung von zentralen Anwendungen wie bspw. VIS.Sax, ist es erforderlich
gewesen, insbesondere die zentralen Rechenzentrums-Standorte (hier bspw. Lichten-
walde) mit höheren Bandbreiten (1 Gbit/s) zu versorgen. Darüber hinaus wurde zudem
der Standort des Regierungsviertels mit einer zusätzlichen 1 Gigabit/s Ethernet Con-
nect Leitung versorgt, um auch dort den gestiegenen Anforderungen gerecht zu wer-
den. Diese Leistungen gehen über die im SVN 1.0 ursprünglich vereinbarte Leistungs-
grenze des Anschlusses der Standorte mit bis zu 622 Mbit/s hinaus und spiegeln
damit die sich verändernden Bedarfe im SVN 2.0 wider.
Änderungsanliegen 2016
prozentualer Anteil
AGB-Anschlüsse
22 %
CVS-Anschlüsse
5 %
ZPD/ZPS-Anschlüsse
16 %
VoIP-Anschlüsse
18 %
Mobilfunkanschlüsse
5 %
Sonstige Änderungen
34 %

| 35
IT-SERVICE
Leitstelle SVN
In Vorbereitung der Umsetzung der IT- und E-Government Strategie wurde für eine
mobile und somit flexible Anmeldung von mobilen Endgeräten ein „Proof-of-Concept
WLAN“ (PoC) durchgeführt. Es sollte eruiert werden, ob das erstellte SVN-WLAN-Kon-
zept für alle Behörden umsetzbar ist. Als wesentliches Ziel wurde neben der standort-
und ressortübergreifenden sicheren Anmeldung von dienstlichen Notebooks, inklusive
der Zuweisung von ressortspezifischen Ressourcen, auch die Möglichkeit der Bereit-
stellung eines Gäste-WLANs definiert.
Basis des Konzeptes war die Errichtung einer zentralen WLAN-Infrastruktur mit einem
zentralen Management sowie einer sicheren Authentisierung von dienstlichen Gerä-
ten. Zudem wurde eine Infrastruktur und ein Portal für die Bereitstellung eines Gäste-
WLAN-Zuganges erstellt und getestet.
Diesen PoC bewerteten die beteiligten Behörden als vollen Erfolg. Das dem PoC zu-
grundeliegende Konzept war Bestandteil der Ausschreibung zum SVN 2.0. Der mit den
Ergebnissen des PoC im SVN 2.0 angebotene Dienst ist als Erweiterungspaket definiert
und wird nach entsprechender Beauftragung die standortübergreifende Arbeit der Be-
hörden, ggf. auch die Gastnutzung, maßgeblich beeinflussen.
PoC WLAN
Proof of Concept WLAN (Infrastrukturdienst)
Nachdem die Voice over IP (VoIP)-Plattform im SVN 1.0 seit vielen Jahren erfolgreich
genutzt wird, sind im Jahr 2016 weitere Mehrwertdienste zur Nutzung eingerichtet
und betriebsfähig den Behörden des Freistaates Sachsen für eine effiziente Zusam-
menarbeit zur Verfügung gestellt worden.
Dies sind insbesondere die Unified Communication Client Software Cisco „Jabber“ so-
wie die Dienste Instant Messaging (Chat), Presence und Team-Chat, als auch eine
neue Lösung der internetbasierten Anmeldung am Voicedienst SVN (Mobile Remote
Access) mit „Jabber“ (Softphone) oder mittels eines Hardphones.
Jabber
Ausbau der Unified Communication Plattform
Der bisherig für die Aufbereitung und Darstellung von Kontaktdaten verwendete Ser-
vice in den Zentralen Diensten des SVN (X.500 Verzeichnis der Landesverwaltung)
wurde auf die
neue Version „Microsoft Identity Manager“ (MIM)
migriert. Dieser
bildet
zusammen mit
dem sich bereits im Betrieb befindlichen
Active Directory Fede-
ration Service (ADFS)
die
Grundlage für ein zentrales Identitäts- und Accessma-
nagement (IAM)
.
Jetzt kann ein zentrales Rechte- und Rollenkonzept sowie ein Abgleich verschiedens-
ter Verzeichnisse mit einer zentralen Authentifizierung inklusive Single-Sign-On (SSO)
angeboten werden. Weiterhin ist die Bereitstellung eines zentralen Self-Serviceportals
zur Pflege von Objekten, Attributen, persönlichen Daten und des Passwortes möglich.
Als ein Beispiel für den Abgleich von Attributen sei die Synchronisation von Telefon-
nummern zwischen der VoIP-Lösung im SVN und dem Landes-Active Directoy ge-
nannt. Zukünftig ist es somit auch möglich, weitere Verzeichnisse zu integrieren und
die Daten, welche in dem jeweils dafür führenden Verzeichnis gepflegt werden, kon-
sistent zu halten.
Diese Basisinfrastruktur stellt eine neue Qualität bei der Integration und Interaktion
von Infrastruktur- und Fachverfahren dar und vereinfacht das „Zusammenwachsen“
der verteilten Systeme.
IAM
Migration MIIS auf MIM - Vorbereitung für ein zentrales IAM
Benutzername
Kennwort

36 |
IT-SERVICE
Leitstelle SVN
ADFS
Anbindung des Fachverfahrens ROHSA an die ADFS Struktur
Durch das Kernteam E-Government wurde im Jahr 2014 entschieden, grundsätzlich
alle bestehenden und neuen Basiskomponenten zur Authentisierung an den Active Di-
rectory Federation Service (ADFS) der Landesverwaltung anzubinden. Als bevorzugte
Authentifizierungsart wurde hierbei SAML (Security Assertion Markup Language) ge-
wählt. Somit ist es möglich, sich an einem Fachverfahren mit seinen Active Directory
Credentials (Nutzername/Passwort) gesichert anzumelden. Hierbei wird zwischen dem
zentralen Token-Server und der Anwendung eine zertifikatsbasierte Vertrauensstel-
lung eingerichtet. Die Anmeldung erfolgt über signierte Token, welche nur die not-
wendigen Attribute für die Nutzung der Anwendung enthalten.
Auf dieser Basis wurde das Fachverfahren
ROHSA3:Rohstoffdaten Sachsen
angebun-
den. Für Active Directory Nutzer aus dem SVN ist nun sogar ein Single-Sign-On (An-
meldung ohne zusätzliche Interaktion des Nutzers) auf die Anwendung möglich. Dies
steigert die Nutzerakzeptanz und trägt somit zum Erfolg jedes angeschlossenen Fach-
verfahrens bei.
ADRAP
Gesundheitscheck des Active Directory Dienstes
Der seit dem Jahr 2004 betriebene Active Directory Dienst stellt die interne zentrale
Authentifizierungs- und Autorisierungsinstanz des SVN dar. Er arbeitet seit nunmehr
13 Jahren zuverlässig und stabil und bildet die Basis für alle Objekte, Nutzer, Konfigu-
rationsinformationen und Verfahren in der Landesverwaltung Sachsens. Aus diesen
Gründen muss ein so wichtiger Dienst proaktiv überwacht und in zyklischen Abstän-
den einer tieferen Prüfung unterzogen werden. Schließlich ist der Umfang mit 21 Do-
mänen und über 450 Domänencontrollern nicht trivial und kann auch nach Aussagen
des Herstellers Microsoft als sehr große Installation bezeichnet werden.
Der mit Microsoft abgeschlossene Premier-Supportvertrag (PSS Vertrag) für die Zent-
ralen Dienste des SVN gibt der Leitstelle SVN die Möglichkeit, einen
„Gesundheits-
check“ (Active Directory Risk Assessment Program - ADRAP)
durchführen zu kön-
nen. Dieser erfolgte erstmalig für die Gesamtstruktur Mitte des Jahres 2016.
Hierzu waren umfangreiche Vorbereitungen, wie das Einrichtung von IP Routen und
die Freischaltung von Firewalls durch den Betreiber T-Systems und die Ressorts not-
wendig. Von einem Server aus den Zentralen Diensten des SVN heraus wurde versucht,
alle Domänencontroller zu erreichen und entsprechend zu überprüfen. Dies gelang zu
ca. 60 %, da nicht von allen Domänencontrollern der jeweiligen AD-Domäne IP Rou-
ten zu den Zentralen Diensten des SVN eingerichtet werden konnten.
Nach der Überprüfung der erreichbaren Domänencontroller erfolgte eine Auswertung
der erkannten Risiken und die Erarbeitung eines Umsetzungsplanes zur Beseitigung
dieser Risiken. Als wesentlichster Punkt muss die Bereinigung von verwaisten Objek-
ten im Verzeichnis angegangen werden. Dies und eine standardisierte Sicherung min-
destens eines Domänencontrollers je Domäne erfolgt im Januar 2017.
Für einen weiteren sicheren Betrieb der Basisinfrastruktur sollten die Betriebsprozesse
für das Active Directory angepasst werden und die Überprüfung mittels Risk Assess-
ment zyklisch mindestens aller drei Jahre erfolgen.
Landes-PKI
Landes - PKI - Zertifikats-Autoenrollment für Clients
Um für verschiedene Anwendungen und Fachverfahren (WLAN, Portsecurity, VPN, etc.)
eine gesicherte und vertrauliche Umgebung zu schaffen, werden auch Endgeräte mit
Zertifikaten versehen. Diese Zertifikate werden von der PKI der Landesverwaltung aus-
gestellt. Als Vertrauensanker dient hierzu eine Offline-ROOT-CA(Certificate Authority).

| 37
IT-SERVICE
Leitstelle SVN
Die Ausstellung der Endgeräte-Zertifikate übernimmt eine in die Active Directory (AD)
Struktur integrierte Sub-CA. Über Zertifikatsvorlagen wird u.a. der Typ und der Ver-
wendungszweck der auszustellenden Zertifikate festgelegt und über AD-Gruppen be-
rechtigt. Da die Netzstruktur im SVN 1.0 hierarchisch aufgebaut ist und somit nicht
sichergestellt werden kann, dass jedes Endgerät die CA in den Zentralen Diensten des
SVN direkt erreicht, wurde ein
Zertifikats-Web-Enrollment
aufgebaut. Dieses stellt
dem AD-integrierten Endgerät eine Policy und entsprechende Zertifikatsvorlagen per
http-Protokoll zur Verfügung. Somit ist aus Sicht des Endgerätes ein Anfordern und
Erneuern eines Zertifikates, selbst bei nicht direkt erreichbarer CA, unter Nutzung der
Proxystruktur möglich. Die Berechtigung für den Erhalt eines Zertifikates wird per AD-
Gruppen und entsprechenden Group Policies (GPO) für das Endgerät gesteuert. Für den
Eintrag des Forwardproxies am Endgerät existiert derzeit ein Workaround.
Mit
dem
Hersteller
Microsoft
wird
weiter
an
einer
produktiven
Umsetzung
gearbeitet.
Nach der Erstellung der Konzepte zum SVN 2.0 wurden im Jahr 2016 die europawei-
ten Vergabeverfahren zu den vom LA ITEG bestätigten fünf Losen gestartet.
Los 1
SVN integrierte Netzwerk-Infrastruktur (SINI)
Los 2
SVN integrierte Dienste-Infrastruktur (SIDI)
Los 3
SVN integrierte Mobilfunk-Anbindung (SIMA)
Los 4
SVN integrierte Telefonie-Anbindung (SITA)
Los 5
SVN integrierte redundante Internet-Anbindung (SIRIA)
Die Lose 1 und 2 wurden zwischen März und August verhandelt. Die auf Basis dieser
Verhandlungen vorgelegten finalen Angebote wurden im Oktober an den Bieter T-Sys-
tems International bezuschlagt. Die feierliche Vertragsunterzeichnung des SID und der
KDN GmbH mit T-Systems zu den beiden Losen fand am 6. Dezember 2016 statt.
Die
SVN integrierte Netzwerk Infrastruktur (SINI)
beinhaltet ein redundantes Kern-
netz mit 20 Gbit/s, den bedarfsgerechten Sprach- und Datenanschlüssen aller Behör-
den, Kommunen und Schulen mit ADSL, VDSL, LTE oder Ethernet Connect bis
10 Gbit/s. Die Kommunikation zwischen diesen Anschlüssen erfolgt verschlüsselt.
Die
SVN integrierte Dienste Infrastruktur (SIDI)
bietet 40 teils hoch komplexe
Dienste. Zu diesen zählen E-Mail, Firewall, Webproxy aber auch die gesamte E-
Government-Plattform und die Unified Communication Plattform mit den Voice-over
IP-Diensten. Diese Dienste sind hoch performant und redundant aufgebaut und bein-
halten die gesicherten Schnittstellen zu den Losen 3, 4 und 5.
Anfang November starteten die Migrationsprojekte für SINI und SIDI mit T-Systems.
Die Verhandlungen zum Los 3 konnten im Dezember abgeschlossen und zum Los 4
begonnen werden. Im Laufe des I. Quartals 2017 sollen auch hier die Zuschläge auf
die jeweils wirtschaftlichsten Angebote erfolgen. Die Verhandlungen zum Los 5 star-
ten im Januar 2017.
Das umfangreiche und komplexe Projekt wird seitens des SID durch den Geschäftsfüh-
rer und einem Unternehmensbereichsleiter in der Funktion der Projektleiter, dem
Fachbereichsleiter und einer Mitarbeiterin der Vergabestelle, den Mitarbeitern der
Leitstelle SVN, drei Projektstellen sowie weiteren Kollegen geführt. Weiterhin werden
durch den SID alle Teilprojekte - bis auf das Teilprojekt Organisation, welches vom
SMI geleitet wird - verantwortet, die externen Berater geführt wie auch die Mitarbeit
der Ressorts und der Kommunen koordiniert.
Der Gesamtumfang der Leistungen des SVN 2.0 für den Zeitraum 01.04.2017 -
31.03.2022 beträgt ca. 170 Mio. €.
SVN 2.0
Sächsisches Verwaltungsnetz 2.0
Los 1
– Konzeption, Aufbau und Betrieb der
SVN-Integrierten Netz-Infrastruktur (
SINI
)
Vertrag zwischen dem Freistaat Sachsen, dieser vertreten durch das
Sächsische Staatsministerium des Innern, dieses vertreten durch den
Staatsbetrieb Sächsische Informatik Dienste
und der T-Systems International GmbH
Vergabeverfahren SVN 2.0
Los 1
– Konzeption, Aufbau und Betrieb der
SVN-Integrierten Netz-Infrastruktur (
SINI
)
Vertrag zwischen dem Freistaat Sachsen, dieser vertreten durch das
Sächsische Staatsministerium des Innern, dieses vertreten durch den
Staatsbetrieb Sächsische Informatik Dienste
und der T-Systems International GmbH
Vergabeverfahren SVN 2.0
Vertrag über Aufbau, Betrieb und Bereitstellung von Diensten für die
kommunale Seite im Freistaat Sachsen, Band 1
Los 2
– Konzeption, Aufbau und Betrieb der
SVN-Integrierten Dienste-Infrastruktur (
SIDI
)
Vergabeverfahren SVN 2.0
Vertrag über Aufbau, Betrieb und Bereitstellung von Diensten für die
kommunale Seite im Freistaat Sachsen, Band 1
Los 2
– Konzeption, Aufbau und Betrieb der
SVN-Integrierten Dienste-Infrastruktur (
SIDI
)
Vergabeverfahren SVN 2.0
Vertrag über Aufbau, Betrieb und Bereitstellung von Diensten für die
kommunale Seite im Freistaat Sachsen, Band 1
Los 2
– Konzeption, Aufbau und Betrieb der
SVN-Integrierten Dienste-Infrastruktur (
SIDI
)
Vergabeverfahren SVN 2.0
Vertrag über Aufbau, Betrieb und Bereitstellung von Diensten für die
kommunale Seite im Freistaat Sachsen, Band 1
Los 2
– Konzeption, Aufbau und Betrieb der
SVN-Integrierten Dienste-Infrastruktur (
SIDI
)
Vergabeverfahren SVN 2.0

38 |
UNTERNEHMENSBEREICH
IT - LÖSUNGEN
Beratung, Konzeptionierung, Softwareentwicklung, Qualitätssicherung und der Betrieb
von Verfahren sind die Hauptaufgaben des Unternehmensbereichs IT-Lösungen.
Dabei setzen wir auf komplexe Lösungen mit langer Nutzungsdauer und hoher
fachlicher Priorisierung. Im Fokus stehen das E-Government und die Querschnitt-
verfahren sowie die Fachverfahren der Statistik und Landwirtschaft.
E-Government
&
Querschnittverfahren
& Que
Fachverfahren
Statistik
Statist
Fachverfahren
Landwirtschaft
Land
3

image
| 39
IT-LÖSUNGEN
E-Government
&
Querschnittverfahren
Asyl
Unterstützung SMI und LDS mit technischen Lösungen
Bei der Bewältigung des anhaltenden Flüchtlingsaufkommens im Freistaat Sachsen
war auch 2016 der SID maßgeblich involviert. So stand der SID der Landesdirektion
Sachsen und der Stabsstelle Asyl im Sächsischen Staatsministerium des Innern mit
schnellen Lösungen zur Seite. Insbesondere beteiligten sich Mitarbeiter des SID bei
Abstimmungsrunden mit Bundes-, Landes- und Kommunalverwaltungen, den Hilfsor-
ganisationen sowie den Fachverfahrensherstellern, um Lösungen umzusetzen, die vor
allem den Datenaustausch zwischen Bund, Land und Kommunen beschleunigen sowie
den Behörden die notwendigen Kommunikationsmittel bereitstellen.
So wurden in der Projektgruppe zur Digitalisierung des Asylverfahrens (PG DAS) und in
einigen Unterarbeitsgruppen als Hauptthemen
ı
der Aufbau des Kerndatensystems (KDS) des Bundes,
ı
die Koordinierung des Rollouts der Personalisierungsinfrastruktur-
komponenten (PIK),
ı
die Entwicklung und Einführung einer Abrufschnittstelle zwischen dem
Kerndatensystem (AZR/MARIS) des Bundes und den dezentralen
Ländersystemen sowie
ı
die Evaluierung von Standards und Schnittstellen im Kommunikations-
verbund aller Verfahrensbeteiligten besprochen.
Im Auftrag der Landesdirektion Sachsen (LDS) implementierte der SID 2015 eine
Schnittstelle zur Datenflussbeschleunigung aus der Zentralen Ausländer-Daten-
bank der LDS (ZAB)
. Die Schnittstelle dient der schnelleren Übermittlung relevanter
Verfahrensdaten aus der ZAB an die Landkreise und Kreisfreien Städte. Die Daten wer-
den über das IT-Verfahren empfängergerecht formatiert und sicher per OSCI-Transport
an die Empfängerstellen versendet.
In 2016 wurde die Verarbeitungslogik optimiert und an geänderte fachliche Anforde-
rungen angepasst, um insbesondere eine vollständig automatisierte und konsistente
Datenübermittlung sicherzustellen.
Eine wesentliche Optimierungsmaßnahme umfasste die bundesweite Vereinheitli-
chung des Registrierungsvorganges und die zentrale Datenerfassung aller Flüchtlinge
im Ausländerzentralregister des Bundes. Zu diesem Zweck stellte der Bund
Personali-
sierungsinfrastrukturkomponenten (PIK)
den Ländern zur Verfügung, welche von
April bis Mai 2016 in allen Erfassungsstellen in Deutschland ausgerollt und in Betrieb
genommen wurden. Für den Anschluss der PIKs in den sächsischen Erstaufnahmeein-
richtungen der LDS unterstützte der SID bei der Netzanbindung und koordinierte die
Behebung von aufgetretenen technischen Problemen.
Der Netzanschluss der PIKs erfolgte übergangsweise via LTE und wurde im Laufe des
Jahres auf den Anschluss an das Verbindungsnetz der öffentlichen Verwaltung (Netz
des Bundes) umgestellt. Auch hier organisierte der SID die Abstimmung der techni-
schen Voraussetzungen und den Verbindungstest zwischen den beteiligten Stellen
(insbesondere Bundesämter, Bundesdruckerei, Landesdirektion Sachsen, Betreiber
Sächsisches Verwaltungsnetz).
>> fortführend Seite 56
© doom.ko - Fotolia.com

40 |
IT-LÖSUNGEN
E-Government
&
Querschnittverfahren
Im Hinblick auf die Neuausrichtung des Sächsischen Verwaltungsnetzes, der zentralen
Dienste sowie der gesamten
E-Government-Plattform
des Freistaates Sachsen, stan-
den auch im vergangenen Jahr die Konsolidierung und Fortschreibung der Sicherheits-
konzepte sowie der Datenschutzbetrachtungen im Fokus. Der SID beteiligte sich maß-
geblich an der Abarbeitung der Umsetzungsplanung, um in 2016 die offenen
Sicherheitsmaßnahmen und Richtlinien umzusetzen bzw. zu etablieren. Trotz enger
Zusammenarbeit mit allen Beteiligten, insbesondere mit dem Betreiber der Infrastruk-
turkomponenten, verbleiben einige übergreifende Themen wie das Notfallmanage-
ment und die zentrale Protokollierung zur Umsetzung während der Migration auf
SVN 2.0 im Jahr 2017.
Wie bei der Sicherheitsdokumentation wurden auch in der
Datenschutzbetrachtung
der E-Government-Basiskomponenten weitere Lücken geschlossen. Für das Konzept
selbst galt es, das in 2016 neu erstellte Rahmendatenschutzkonzept des sächsischen
Innenministeriums in der Dokumentation zu berücksichtigen und den Abgleich mit
dem Verordnungsentwurf zum E-Government-Gesetz durchzuführen.
Die Vergabemaßnahme auf Grundlage der in 2015 erarbeiteten Vergabeunterlagen für
SVN 2.0
wurde 2016 fortgeführt. Insbesondere die Leistungsinhalte für eine SVN-in-
tegrierte Netzwerk-Infrastruktur (SINI) und eine SVN-integrierte Dienste-Infrastruktur
(SIDI) wurden in zahlreichen Gesprächsrunden unter Fachbereichsbeteiligung ausge-
handelt. Unter SIDI finden sich zukünftig auch die Dienste- und Services der
E-Government-Basiskomponenten wieder, welche organisatorisch sowie technisch
konsequent auf einer zentralen Plattform betrieben werden, um einen effektiven, effi-
zienten und zukunftsfähigen Betrieb zu ermöglichen.
eGov-Querschnitt
Querschnittthemen zur E-Government-Plattform - SVN 2.0
Zur
Erleichterung und Beschleunigung des Beschaffungsprozesses
im SID wurde ein
Projekt IT-Warenhaus
initiiert. In der Softwarelösung IT Warenhaus finden die Ziel-
gruppen Interessenten, Besteller, Vergabestelle und Lieferanten zusammen.
Das IT Warenhaus basiert auf Komponenten des Magento-Webshops 1.9. Notwendige
Ergänzungen und Anpassungen wurden – in enger Abstimmung mit der Vergabestelle
und dem Finanzmanagement des SID – detailliert im Rahmen eines Feinkonzeptes
spezifiziert. Das Konzept beschreibt die durchgängige Prozesskette vom Import der
Produktkataloge der Lieferanten über die Produktauswahl und Genehmigung der Be-
stellungen bis hin zum vollautomatischen Weiterleiten der Bestellungen an die Liefe-
ranten. Auf Basis des Feinkonzeptes wurden Realisierung und Tests beauftragt und
koordiniert.
Die Tests der Komponenten sind in Zusammenarbeit mit dem Testdienstleister wei-
testgehend abgeschlossen - die Produktivsetzung wurde begonnen. Die nächsten
Schritte sind die fachliche Konfiguration des IT Warenhauses sowie eine Prüfung der
Prozessabläufe aus fachlicher Sicht und die Schulung der Anwender. Im direkten An-
schluss kann die Produktivsetzung des IT Warenhauses in 2017 erfolgen.
IT-Warenhaus
Ein internes Projekt zur Beschleunigung von Beschaffungen

| 41
GETESTET
IT-LÖSUNGEN
E-Government
&
Querschnittverfahren
Der SID übernimmt die
Qualitätssicherung und
den
Test von Komponenten der E-
Government-Plattform
des Freistaates Sachsen. Die dafür erforderlichen methodi-
schen und organisatorischen Prämissen werden im
Testhandbuch
festgehalten.
Der Testprozess für die E Government-Plattform, die Testansätze, die Testorganisation,
die zu berücksichtigenden Rahmenbedingungen sowie die zu erstellenden Dokumente
wurden 2016 an die aktuelle Situation angepasst und im Testhandbuch überarbeitet.
Das Sicherheitsniveau der E-Government-Plattform wurde auch 2016 im
jährlichen
Sicherheitstest
überprüft, der im Rahmen des Testmanagements durch den SID unter-
stützt und koordiniert wird. Hierzu zählen beispielsweise die aus den Testergebnissen
resultierenden Nacharbeiten, welche u.a. in der Aufbereitung der Testresultate und
dem Ableiten von Maßnahmen für die E-Government-Basiskomponenten bestehen.
Darüber hinaus konnten 2016
zahlreiche Projekte im Bereich Funktionaler Tests,
Schnittstellentests und Last- und Performancetests
, u.a. der Basiskomponenten
Amt24, Formularservice, Liveserver, Zahlungsverkehr und GeoBaK durch das Testma-
nagement und auch in Zusammenarbeit mit dem externen Testdienstleister geplant,
koordiniert und umgesetzt werden. Unter Nutzung des etablierten Application life-
cycle management (ALM)-Tools Polarion erfolgte die Pflege von Anforderungen, die
Erstellung von Testfällen, -plänen und -reports sowie das Fehlermanagement. Die
Testdurchführung erfolgte teilweise im Testcenter der E-Government-Plattform. Für
die einfachere Beantragung der Testcenternutzung wurde ein formulargestützter
Workflow umgesetzt, mit dessen Hilfe die Testcenterressourcen schneller gebucht
werden können.
Zur Verbesserung der Qualitätssicherung der Basiskomponenten wurde das
Monito-
ring
der Basiskomponenten weiter gepflegt und ausgebaut. Dazu wird das Open-
Source-Werkzeug ICINGA verwendet, mit welchem beispielsweise Antwortzeiten
überwacht und somit Störungen frühzeitig erkannt werden können. Es erfolgte die
Realisierung der Anbindung an das Ticket-System OTRS. Dabei werden Störungen über
eine Email-Schnittstelle automatisiert an OTRS übermittelt. Das Ticketsystem gene-
riert auf Basis der übermittelten Störung ein Fehlerticket und leitet dieses an die be-
arbeitende Stelle weiter. Die Anbindung befindet sich derzeit im Test und soll Anfang
2017 produktiv gehen.
Testing
Test und Qualitätsmanagement
Für das ServiceDesk-System des SID wurden 2016 weitere Systemanpassungen zur
funktionellen Optimierung der abgebildeten IT-Verfahren und die Einrichtung weiterer
Bearbeitergruppen (Queues) sowie der zugehörigen Bearbeiter (Agenten) vorgenom-
men. Insgesamt kümmerten sich über 180 aktive Agenten um mehr als 4.000 Tickets,
die in rund 100 Queues bearbeitet wurden.
Funktionell wurden für die
Supportunterstützung des ressortübergreifenden IT-Ver-
fahrens eVA.SAX
die Prozessschnittstellen vom Störungsmanagement zum Problem-
management sowie die jeweiligen Schnittstellen zum Anforderungsmanagement an-
forderungsgerecht umgesetzt und eingeführt. Weiter erfolgten speziell für dieses
Verfahren Anpassungen zur verbesserten Erstellung von Statistiken und Reports.
Darüber hinaus wurde das Ticketsystem anderen Stellen in der Landesverwaltung zur
Nutzung angeboten, um diesen Stellen eine strukturierte Bearbeitung von Verwal-
tungsanliegen zu ermöglichen. Die Verwendungsbreite von OTRS soll dahingehend im
kommenden Jahr bedarfsgerecht ausgedehnt werden.
OTRS::ITSM
Anpassungen am und Nutzung des Service Desk-Systems des SID

42 |
0
1000
2000
3000
4000
5000
6000
Kommunaler Bedarf
eGov Bedarf
Antragsmanagement
Amt24 Alt
Amt24 Neu
BAföG
Broschüren-Datenbank
Beteiligungsportal
Deutsches Verwaltungsdienste-Verzeichnis
Elektronische Signatur und Verschlüsselung
Formularservice
Geodateninfrastruktur
Webauftritt Sachsen.de
Medienservice
Open Government Data
Suchmaschine
Themenbaum
Testcenter
Datenflussbeschleunigungsschnittstelle
Zahlungsverkehr
Zentrales Content-Management-System
Anforderungsmanagement
Testmanagement
Fehlermanagement
IT-LÖSUNGEN
E-Government
&
Querschnittverfahren
Polarion
Anforderungsmanagement und Testmanagement mit Polarion
Auch die
Anwendung Polarion
konnte im Jahr 2016 stetig ausgebaut werden. Es wur-
den Änderungen zur Beschreibung der E-Government-Plattform und deren Basiskom-
ponenten gepflegt. Die Beschreibung beinhaltet detaillierte Informationen zu Infra-
struktur, Schnittstellen und Funktionalitäten der jeweiligen Komponenten. Zudem
ermöglichen Verknüpfungen die Dokumentation von Abhängigkeiten und die Aktuali-
sierung der Inhalte wird durch die zentrale Pflege von Informationen erleichtert. Auch
konnten neue Nutzergruppen erschlossen und weitere Projekte eingerichtet werden.
Insgesamt arbeiteten in 2016 rund 250 Nutzer aktiv mit Polarion. Die Anzahl der er-
stellten und bearbeiteten Objekte (Anforderungen, Testfälle, Fehler, Bedarfe, etc.) stieg
dabei auf über 20.000 an. Die Verteilung der Objekte auf die einzelnen Bereiche ist in
der nachfolgenden Abbildung dargestellt.
Zur Unterstützung der Nutzer im Umgang mit Polarion wurden
Handreichungen und
Lehrvideos
, die die häufigsten Nutzungsszenarien darstellen, erstellt sowie mehrere
Workshops für Anwender
(z.B. Testfallerstellung, Testausführung, Fehlermanagement,
Anforderungsmanagement) durchgeführt.
Die Bestrebungen zur
Testautomatisierung
schreiten weiter voran. So wurde eine
Schnittstelle zur automatischen Ausführung von Testfällen zwischen Polarion und
dem Testautomatisierungsframework XETA konzipiert und implementiert. Ziel ist hier,
parametrisierte Testfälle aus Polarion zur Ausführung an XETA zu übermitteln und die
Testergebnisse an Polarion zurückzugeben.

image
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| 43
IT-LÖSUNGEN
E-Government
&
Querschnittverfahren
BaK FS
BAföG-Anträge mit dem eGov-Formularservice
Der Formularservice unterstützt derzeit mit ca. 800 Mandanten und dem Vorhalten
von rund 14.000 Formularen die Ressorts und Kommunen bei ihrer Verwaltungsarbeit.
Die Anwendungsbetreuung der Basiskomponente Formularserver (Bak FS) erstellte im
Jahr 2016 weitere zahlreiche Formularpakete für die sächsischen Anwender.
Im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst realisierte
der SID eine Lösung zum online einreichen von BAföG-Anträgen.
Der sogenannte
elektronische BAföG-Antragsassistent
basiert auf den Funktionen
des Formularservice. Mit Hilfe der integrierten Workflowsteuerung und den ereignis-
basierten dynamischen Formularinhalten wird der Antragsteller beim Ausfüllen des
Antrages hinreichend unterstützt. Zusätzlich wurde das
Fachverfahren Dialog21
über
eine Webserviceschnittstelle an den Formularservice angebunden. Dadurch können
automatisiert die Antragsdaten an das Fachverfahren auf elektronischem Wege über-
mittelt werden. Mit Erweiterung des Formularservice um das
Modul Netautent
wird
die elektronische Authentifizierung des Antragsstellers gegenüber dem Fachverfahren
realisiert. Dabei authentifiziert sich der Antragsteller beim Einreichen seiner BAföG-
Unterlagen mit dem neuen Personalausweis (nPA).
Der Dienst steht seit September 2016 Anwendern zur Verfügung. In Vorbereitung auf
die Produktivsetzung wurden alle notwendigen Tests durch die Anwendungsbetreuung
der Bak FS und dem Test- und Qualitätsmanagement der E-Government-Plattform
durchgeführt.
Weiterhin wurden das vom Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit
in Auftrag gegebene Meister-BAföG-Formularpaket und verschiedene Bauformulare
für das Sächsische Staatsministerium des Innern erstellt.
Suchen sie auf amt24.sachsen.de
nach BAföG-Antrag.

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44 |
IT-LÖSUNGEN
E-Government
&
Querschnittverfahren
BaK AM
Neue E-Government-Basiskomponente Antragsmanagement
Für 2017 ist die Umsetzung weiterer Verfahren (wie i-KFZ, Online-Wohngeld und Be-
werbermanagement) mit der E-Government-Basiskomponente vorgesehen.
Der SID unterstützte 2016 im Rahmen der Anwendungsbetreuung die Aufnahme des
fachlichen Betriebs der neuen E-Government-Basiskomponente Antragsmanagement.
Mit ihr wird dem Antragsteller ein
durchgängiger Antragsprozess von der medien-
bruchfreien Antragstellung bis zur elektronischen Bescheidzustellung
angeboten.
Weitere wichtige Funktionen der Basiskomponente sind Antragstracking, Zwischen-
speichern von Anträgen, situationsorientierte Antragstellung, Co-Browsing und eine
Postbox auf Antragsebene sowie das Einreichen von Nachlieferungen. Dabei wird der
Nutzer durch die Antragsstellung geführt.
Als erstes Verfahren wurde im II. Quartal 2016 das Verfahren
Gewerbeanzeige
in Zu-
sammenarbeit mit dem Sächsischen Staatsministerium des Innern, der Sächsischen
Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung und 11 kommunalen Pilotkommunen um-
gesetzt. Momentan sind die Kommunen Borna und Wilsdruff produktiv an den Online-
Gewerbedienst angeschlossen. Dafür wurden die erforderlichen Antragsformulare
erstellt, die einzelnen Prozessschritte eingerichtet und die notwendigen Kommunikati-
onsschnittstellen geschaffen und getestet.
Im IV. Quartal konnte mit
ELBA.Sax
ein weiteres Verfahren mit der Basiskomponente
umgesetzt werden. Mit ELBA.Sax kann nun die
Beantragung von Bohrvorhaben
(z.B.
für Baugrunduntersuchungen)
und
die
Übermittlung der Bohrergebnisse elektronisch
an die zuständigen Stellen erfolgen. Neben der Erstellung der Formulare und der Ein-
richtung des Verfahrensablaufes war für dieses Projekt eine Erweiterung des Funkti-
onsumfanges der Basiskomponente Antragsmanagement notwendig. Aufgrund der
guten Resonanz der Antragsteller, bestand insbesondere in der Startphase erhöhter
Betreuungsaufwand.

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IT-LÖSUNGEN
E-Government
&
Querschnittverfahren
BaK ESV
Basiskomponente Elektronische Signatur und Verschlüsselung
Auf der Grundlage des Sächsischen E-Government-Gesetzes (SächsEGovG) bestand
auch 2016 ein
hoher Beratungsbedarf zum Einsatz der Basiskomponente Elektroni-
sche Signatur und Verschlüsselung (BaK ESV)
. So beriet die Anwendungsbetreuung
staatliche und kommunale Stellen in verschiedenen Workshops hinsichtlich konkreter
Umsetzungsszenarien und Pilotierungen. Auch die Vorgaben des SächsEGovG zur Um-
setzung einer elektronischen Kommunikation mit Schriftformersatz führten zur erhöh-
ten Nachfrage zur Umsetzung der erforderlichen elektronischen Zugänge.
Im Rahmen der
Teilkomponente Sichere Email
wurde im Bereich Secure Mail Gate-
way (SMGW) zum Jahresanfang das Vorhaben „Aktualisierung Betriebskonzept
SMGW“ erfolgreich abgeschlossen. Damit stehen nun sowohl den Technikern auf
Mandantenseite als auch den Nutzern verständliche und aktuelle Unterlagen zum
SMGW bereit. Zusätzlich erfolgte die Aktualisierung aller Webseiten zum Thema.
Auf dem
De-Mail Gateway
des Freistaates Sachsen hat sich die Zahl der nutzbaren
De-Mail-Domänen in kürzester Zeit verdreifacht. Der SID begleitete den Entwurf des
Sächsischen Staatsminsiteriums des Innern (SMI) zum De-Mail-Adresskonzept, wel-
ches im Arbeitskreis IT- und E-Government (AK ITEG) vorgestellt und beschlossen
wurde. Auch die Nachfragen zur Einrichtung von De-Mail-Zugängen sind gestiegen.
Für entsprechende Webseiten des SMI über De-Mail im Inter- und Extranet wurde
zugearbeitet. So sind aktuelle Dokumente zur Pilotierung im Freistaat Sachsen sowie
Links zum verbindlichen De-Mail-Adresskonzept eingearbeitet.
Im Rahmen der
Teilkomponente Vertrauensdienste
wurde die Hard- und Software auf
den aktuellen Stand der Technik angepasst. Die Migration auf eine neue Active Direc-
tory (AD)-integrierte Sachsen Public-Key-Infrastruktur (PKI) (2) wurde erfolgreich ab-
geschlossen und die initiale Sachsen PKI (1) zurückgebaut. Alle angebundenen Server
nutzen damit Zertifikate die den aktuellen kryptografischen Anforderungen entspre-
chen. Darüber hinaus konnten die technischen Voraussetzungen geschaffen werden,
um AD-integrierte Client Maschinenzertifikate auszuliefern.
Die
eID-Authentisierungssinfrastruktur (Governikus Autent)
wurde in Zusammenar-
beit mit der BaK Formularservice erfolgreich in erste produktive Verfahren (Bafög/
MeisterBafög) integriert. Beide Verfahren bieten damit die Möglichkeit, Formulare mit
Authentisierung unter Verwendung des Personalausweis mit Online-Ausweisfunktion
anzubieten.
Die
Serversysteme zur rechtssicheren Ende zu Ende verschlüsselten Datenübertra-
gung (OSCI)
standen im Jahr 2016 zuverlässig zur Verfügung. Die Nutzung der OSCI-
Infrastruktur erfolgte mit steigender Tendenz. Die Anzahl der OSCI-Nachrichten bei-
spielsweise stieg im Vergleich zum Vorjahr um 5 % an.
Im Clientbereich wurde neue Funktionalität bereitgestellt, die es dem Anwender er-
möglicht, am elektronischen Gewerbeverfahren teilzunehmen.
Im Rahmen der
Teilkomponente Elektronische Signatur
wurden neue Releases der
Signatursoftware getestet und den Anwendern bereitgestellt. Erste Anforderungen,
die sich aus den technischen Vorgaben der EU-VO 910/2014 „elektronische Identifizie-
rung und Vertrauensdienste für elektronische Transaktionen im Binnenmarkt“ ergeben,
wurden umgesetzt. Insgesamt stieg auch die Nutzung des Signaturdienstes in 2016
stetig an.

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46 |
IT-LÖSUNGEN
E-Government
&
Querschnittverfahren
BaK ZV
Basiskomponente Zahlungsverkehr
Über die Plattform der Basiskomponente Zahlungsverkehr (BaK ZV) konnten im Jahr
2016 rund
23.000 Transaktionen mit einem Gesamtvolumen in Höhe von rund
drei Millionen Euro
abgewickelt werden. Dies ist eine Steigerung des Gesamtvolu-
mens um ca. 460.000 Euro zum Vorjahr. Zurückzuführen ist die Steigerung unter an-
derem durch Einnahmen aus durchgeführten Konferenzen der angeschlossenen Hoch-
schulen und Universitäten.
Auch der
Rahmenvertrag des SID zum Abruf von Bezahlterminals
wurde im Jahr
2016 weiterhin rege genutzt. So konnten u. a. weitere 33 mobile Bezahlterminals für
Vollziehungsbeamte der Finanzämter des Freistaates Sachsen bereitgestellt werden.
Gegenüber dem Vorjahr hat sich das Gesamtvolumen der über Bezahlterminals der
BaK ZV abgewickelten
Zahlungsvorgänge mehr als verdreifacht
. Bis zum Jahresende
wurden rund 85.000 Transaktionen mit einem Volumen von rund 5,8 Millionen Euro
verbucht.
Die Funktionsfähigkeit der Basiskomponente Zahlungsverkehr wurde in 2016 weiter
an die technischen und fachlichen Anforderungen angepasst und geprüft. So unter-
stützt die BaK ZV seit dem 1. Februar 2016
IBAN only
für inländische und grenzüber-
schreitende Zahlungen. Neben der TU Bergakademie Freiberg und der TU Chemnitz,
welche
IBAN only
für den Einzug der Semestergebühren und Hochschulsportgebühren
einsetzen, konnten zahlreiche Institutionen für die Nutzung des Dienstes gewonnen
und eingerichtet werden.
Der Webshop des Statistischen Landesamtes wurde erfolgreich auf die
neue Ma-
gento-Version 1.9
migriert. In diesem Zusammenhang erfolgte die Verbesserung des
Responsive Design für mobile Geräte, wie Tablets und Smartphones.
Auf der Grundlage der gesetzlichen Vorgabe auf EU-Ebene wurde im Jahr 2015 das
Projekt E-Rechnung
initiiert. Das Projekt ist im Jahr 2016 weiter vorangeschritten.
Über eine ins Leben gerufene Arbeitsgruppe wurde die Projektorganisation festgelegt
und weitere drei Unterarbeitsgruppen gegründet. Diese Gruppen beschäftigen sich
insbesondere mit dem prozessualen Vorgehen zum Rechnungseingang, der Rech-
nungsfreigabe und der Langzeitspeicherung von Rechnungen.
Im Rahmen der
Überarbeitung der ePayBL
(E-Payment Bund Länder) fand die Erstel-
lung einer Feinspezifikation der Basisversion 4.0 statt. Dabei erfolgte innerhalb eines
Workshops in Würzburg die Abnahme eines Großteils der Anforderungen sowie eine
Überarbeitung der bis dato noch verbliebenen Anforderungen.
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IT-LÖSUNGEN
E-Government
&
Querschnittverfahren
BaK OpenData
Aktivitäten der Projektleitung Open Government Data
Das
Projekt Open Government Data
machte auch 2016 weiter Fortschritte. Ziel des
Projektes ist es, die Transparenz staatlichen Handelns zu erhöhen, indem mehr Daten
aus den staatlichen Bereichen öffentlich zur Verfügung gestellt werden.
Dem SID oblag auch 2016 die Leitung des Projektes. Inhaltlich wurden die Anforde-
rungen an das künftige Datenportal weiter spezifiziert und die Behörden des Frei-
staats für das Thema sensibilisiert. Der SID - vertreten durch die Projektleitung der
Bak OpenData - konnte entscheidend daran mitwirken, dass der europäische Meta-
standard DCAT-AP für
das nationale Datenportal GovData.de
übernommen wird. Das
Portal wird vom Freistaat Sachsen und mittlerweile weiteren neun Bundesländern so-
wie dem Bundesministerium des Inneren betrieben.
Der Freistaat stellt über dieses Portal bereits Metadaten zu Datensammlungen des
Statistischen Landesamtes, des Staatsbetriebs Geobasisinformation und Vermessung
und der Landesdirektion Sachsen zur Recherche bereit. Der SID fungiert hier als
säch-
sische Kontaktstelle für das Portal
.
Zusammen mit der Stadt Dresden, den Dresdner Verkehrsbetrieben und dem Verkehrs-
verbund Oberelbe wurde mit dem
„Open Data Crunch Dresden“ ein erster Hackathon
realisiert, in dessen Rahmen Erfahrungen mit der Nutzung offener Daten ausgetauscht
werden konnten. Die besten Ergebnisse wurden von einer Jury in den Kategorien beste
Idee, beste Anwendung und beste Visualisierung mit Preisgeldern ausgezeichnet.
Mit »Open Data« Anwendungen entwickeln und Preise gewinnen. Hackathon im
Rahmen der Datenspuren des Chaos Computer Clubs zum Thema Open Data.
22.+ 23.10.2016 | Dresden
Herausgeberin: Landeshauptstadt Dresden, Amt für Wirtsschaftsförderung, Oktober 2016
Daten, Anmeldung + Infos:
www.dresden.de/odc2016
Open Data Crunch in den
Technischen Sammlungen
Dresden
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Foto: World Trade Center Dresden | © Eibe Sönnecken
Veranstalter, Teilnehmer und Preisträger
© LHD | Foto: Thomas Skowron

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WWW.SAC
IT-LÖSUNGEN
E-Government
&
Querschnittverfahren
BaK Amt24
Basiskomponente Zuständigkeitsfinder
Im Rahmen der
Kooperation mit dem Bundesland Baden-Württemberg zur Neuent-
wicklung eines gemeinsamen Zuständigkeitsfinders
wurde an der erfolgreichen Pro-
duktivsetzung des neuen „Service-BW“ mitgewirkt.
Die Mitwirkung erstreckte sich insbesondere auf die Überprüfung der zentralen Soft-
warefunktionen. Die Anwendungsbetreuung übernahm dabei die inhaltliche und fach-
liche Prüfung von Testfällen sowie die Filterung und Verteilung aufgetretener Fehlerti-
ckets an die Projektleitung sowie den Hersteller. Die Steuerung und Überwachung
erfolgte durch das Testmanagement des SID in Zusammenarbeit mit dem externen
Testdienstleister. Die Systemumgebung von Baden-Württemberg wurde zum Jahresbe-
ginn 2016 produktiv gesetzt.
In Vorbereitung der sachsenspezifischen Ausprägung des neuen Amt24 wirkte die An-
wendungsbetreuung an der Finalisierung des Designkonzeptes mit zentralem Identi-
tätsmanagement mit. Die agil entwickelte Anwendung wurde 2016 während 22
Sprints erweitert. Dazu zählt neben zahlreicher Projekt- und Konzeptionsworkshops
mit dem Innenministerium Baden-Württemberg auch die Unterstützung der Quali-
tätssicherung im Rahmen verschiedener Testintervalle.
Darüber hinaus konnten die Nutzerzahlen für die Basiskomponente unter anderem
durch die implementierte Rest-Webservice-Schnittstelle erhöht werden. Durch diese
Schnittstelle ist es insbesondere für kommunale Dienstleister möglich, noch einfacher
und schneller auf Datenbestände der Basiskomponente zuzugreifen. Die Schnittstelle
unterstützt hierbei den lesenden und schreibenden Zugriff.
In diesem Zusammenhang begleitete die Anwendungsbetreuung beratend kundensei-
tige Integrationsprojekte in den Phasen der Konzeption und Entwicklung zur Nutzung
der Schnittstellen. So wirkte die Anwendungsbetreuung bei der Entwicklung bzw. Ver-
wendung der XML-Schnittstelle zwischen Schul-Datenbank und Amt24 für das Säch-
sische Staatsministerium für Kultus mit.
BaK Sachsen.de
Betreuung des Internetauftritts der Behörden des Freistaates
Die Anwendungsbetreuung Sachsen.de wirkte auch 2016 an der Qualitätssicherung
zahlreicher Releases der Webanwendungen
Rahmenportal (Themenbaum), Broschü-
rendatenbank und Medienservice
mit. Weiterhin wurden die Nutzer auf Basis eines
etablierten Workflows bei der Einrichtung von Domains, Subdomains und Uploadac-
counts unterstützt.
Darüber hinaus beauftragte die Staatskanzlei einen Last- und Performancetest für das
Rahmenportal in Vorbereitung auf die Feierlichkeiten zum Tag der deutschen Einheit.
In Zusammenarbeit mit dem Test- und Qualitätsmanagement des SID erfolgte die Um-
setzung des Testprojektes.
Im Rahmen der Anwendungsbetreuung für die
Komponente Docker
konnte an der
Erstellung zahlreicher Dokumente intensiv mitgewirkt werden. Darüber hinaus wurden
Interessenten bei der Generierung ihrer Docker-Container unterstützt. Über die durch
den SID angebotene Plattform Sicherer Datenaustausch Sachsen (SiDas) erfolgte die
Bereitstellung von Upload-Links zur Übermittlung der Container an den operativen
Betrieb der E-Government-Plattform. Neben der Verbesserung des Monitorings, bei-
spielsweise durch die Einrichtung eines Überwachungsmodus für Upload-Accounts,
wurde auch eine neue Version des Themenbaums mit verbesserter Nutzerübersicht auf
der Dockerplattform zur Verifzierung eingespielt.

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IT-LÖSUNGEN
E-Government
&
Querschnittverfahren
BaK Suchmaschine
Anwendung bei ROHSA und im Staatsarchiv
Die Basiskomponente Suchmaschine konnte im vergangenen Jahr die Zahl ihrer An-
wender erneut steigern.
Im
Projekt ROHSA3:Rohstoffdaten Sachsens
werden zukünftig rohstoffgeologische
Daten über eine einheitliche Oberfläche bereitgestellt. Die Daten liegen über fünf
Standorte und verschiedene Netzsegmente verteilt. Das Projekt gilt als eines der
Schlüsselprojekte der sächsischen Rohstoffstrategie. Die Suchmaschine bot die Basis,
dieses ehrgeizige Vorhaben in weniger als einem dreiviertel Jahr Entwicklungszeit zu
realisieren. So können Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung des Freistaates Sach-
sen künftig in Sekundenschelle auf etwa
90.000 Dokumentationen, 600.000 Boh-
rungen, 4.000 Rohstoffvorkommen und 3.000 Karten
zugreifen.
Das Sächsische Staatsarchiv gestaltete den
Internetauftritt zum sächsischen Archiv-
wesen
neu. Die mit der Basiskomponente Suchmaschine umgesetzte
elektronische
Beständeübersicht
für den
Zugriff auf über 1,5 Millionen Nachweise
der bewahrten
Archivalien ist dabei prominent platziert. Aus den Suchergebnissen heraus lassen sich
vorhandene Digitalisate unmittelbar zur Ansicht aufrufen.
BaK ZCMS
Basiskomponente Zentrales Content-Management-System
Im Rahmen der Basiskomponente zCMS nimmt die Anwendungsbetreuung die Aufga-
ben des
Competence Centers zentrales Content Management System (CC CMS)
wahr. Dazu zählen die Beratung der Nutzer beim Einsatz der Basiskomponente und die
Unterstützung bei der Einrichtung von Projekten. So wurden im Jahr 2016 verstärkt
Landesbehörden und Ressorts bei der Umsetzung des neuen Styleguides für deren In-
ternetauftritte unterstützt. Beispielsweise unterstütze der SID die Sächsische Staats-
kanzlei beim Redesign des Portals der Sorben in Sachsen
durch die Überprüfung und
Konfiguration von Publizierungseinstellungen des neuen Internetauftritts.
Weiterhin wurde der bestehende
Projektantragsprozess
durch einen formulargestütz-
ten Workflow automatisiert. Damit werden Nutzer in die Lage versetzt, das Antrags-
verfahren einfacher und schneller zu durchlaufen. Die Anzahl der Projektanträge ist in
diesem Jahr auf 37 gestiegen. Diese Steigerung um gut 50 % ist unter anderem auf
die Neugestaltung von Projektstrukturen der Sachsen-Projekte zurückzuführen.
Für die Kommunikation zwischen Anwendungsbetreuung, Projektleitung, Nutzern und
externen Dienstleistern wird die Nutzung der Infrastruktur im Service Desk-System
OTRS des SID weiter ausgebaut. Im Zuge der Übernahme der Aufgaben durch die An-
wendungsbetreuung des SID erfolgte die Teilnahme an mehreren Schulungen und
Workshops. Eine Steigerung der Projektzahlen konnte durch die Umstellung der Navi-
gation und des Designs erreicht werden. Die Anzahl der Erstellung und Betreuung ei-
gener SID Projekte (z.B. eRechnung) wurde ebenfalls gesteigert.

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Meldebehörde (XMeld)
Ausländerbehörde (XAusländer)
Pass- und Ausweisbehörde (XhD)
Standesamt (XPersonenstand)
IT-LÖSUNGEN
E-Government
&
Querschnittverfahren
XÖV-Verfahren
Fachadministration elektronisches Meldewesen
Im Jahr 2016 wurden im Rahmen der Fachadministration für das elektronische Melde-
wesen mehr als 70 Störungen des elektronischen Nachrichtenverkehrs bearbeitet. Die
Anzahl der Meldebehörden ist mit 291 unverändert geblieben, obwohl es auch regio-
nale Veränderungen, wie zum Beispiel Neugründungen von Orten oder die Auflösung
von Verwaltungsgemeinschaften, gab. Diese und weitere Änderungen wurden durch
die DVDV-pflegende Stelle in das Deutsche Verwaltungsdienste Verzeichnis DVDV ein-
gearbeitet. Globale Änderungen für alle sächsischen Behörden, die sich aus veränder-
ten Anforderungen an Dienste bundesweit ergaben, wurden zu den einheitlichen
Stichtagen 1. Mai und 1. November des Jahres termingerecht eingepflegt. Störungen
des elektronischen Nachrichtenverkehrs durch Veränderungen in den XÖV-Standards
sind nicht aufgetreten.
Der fachliche Nachrichtenverkehr im XÖV-Bereich über den sächsischen Intermediär
(Basiskomponente elektronische Signatur und Verschlüsselung) hat auch 2016 weiter
zugenommen. In den bereits aktiven Fachwesen (Melde-, Pass-, Ausweis-, Personen-
stands- und Ausländerwesen) bewegt sich die Menge des Nachrichtenverkehrs stabil
auf hohem Niveau. Dazu kommen inzwischen weitere Fachverfahren, wie z.B. das Ge-
sundheitswesen und Nachrichtenabrufe aus den Melderegistern.
Die Abbildung
Nachrichten auf dem sächsischen Intermediär 2016 an Behördenka-
tegorie
stellt die Entwicklung des Nachrichtenverkehrs in ausgewählten Kategorien im
Jahresverlauf dar.
Im Meldewesen wurden 2016 allein mehr als 1,3 Millionen Meldenachrichten über-
mittelt. Bei den im Meldewesen bearbeiteten über 70 Störungen handelte es sich fast
ausschließlich um Fehler beim fristgerechten Abholen der Nachrichten durch die Emp-
fänger. Es traten auch Störungen in anderen Fachbereichen, wie z. B. im Personen-
standswesen auf. Die Ermittlung und Beseitigung von Fehlerursachen ist dabei zuneh-
mend komplex.
Im bundesweiten Gremium der Clearingstellenbetreiber arbeitet Sachsen weiterhin
aktiv mit. Bei den vierteljährlichen Treffen werden wichtige Fachinformationen ausge-
tauscht. Im Rahmen der jährlich stattfindenden XÖV-Anwenderkonferenz wurden
ebenfalls wichtige fachliche Informationen gesammelt und Erfahrungen mit anderen
Bundesländern geteilt.

| 51
IT-LÖSUNGEN
Fachverfahren Statistik
URS
&
zeBRA
Neue Aufgaben in der Registerprogrammierung
Die EU-Einheitenverordnung sieht für die nationalen Unternehmensregister eine Hal-
tung und Pflege von einfachen und komplexen Unternehmen vor. Einfache Unterneh-
men können hierbei gleichgesetzt werden mit Rechtlichen Einheiten. Komplexe Unter-
nehmen hingegen sind aus mehreren unterschiedlichen Rechtlichen Einheiten (oder
gegebenenfalls auch Teilen von Rechtlichen Einheiten) zusammengesetzt.
In Deutschland wird für
nationale Unternehmensregister
das
Datenbanksystem
URS-Neu
geführt. In diesem System sind Unternehmen als eigener Datentyp zwar
vorhanden, aber bisher nicht mit Pflege- bzw. Bearbeitungsmöglichkeiten versehen.
Vor diesem Hintergrund wurde in 2016 ein entsprechendes Erweiterungsprojekt für
das URS-Neu im Statistischen Verbund aufgelegt und zur Programmierung ausge-
schrieben.
Wegen des geschätzten Projektumfanges von bis zu 60 Programmiermonaten verein-
barten das Statistische Bundesamt und das Statistische Landesamt des Freistaates
Sachsen sich als Konsortium um diesen Programmierauftrag zu bewerben.
Ende September 2016 bekam das Konsortium den Zuschlag für diese anspruchsvolle
Aufgabe. Der Fachbereich Fachverfahren Statistik des SID ist hier als Dienstleister für
den zuständigen Fachbereich im Statistischen Landesamt über eine entsprechende
Leistungsvereinbarung gebunden und wird diese Aufgabe ausführen.
Eine weitere Initiative der europäischen Statistik setzt das Ziel, die im Bereich der
AGRAR Statistiken ohnehin vorliegenden Verwaltungsdaten für die Registeraktualisie-
rung spätestens mit der Landwirtschaftszählung 2020 verstärkt zu verwenden.
Der zuständige Fachbereich des Statistischen Bundesamtes hat für diese Aufgabe zwei
Softwareentwicklungsprojekte definiert, einerseits die
Schaffung eines Verwaltungs-
datenmanagementtools (AGRAR-VDM)
und andererseits die notwendigen Erweite-
rungen im
von Sachsen programmierten und produktiv betriebenen zentralen Be-
triebsregister AGRAR (zeBRA2013)
.
Das Statistische Landesamt des Freistaates Sachsen erhielt im Rahmen des Wettbe-
werbs der Länder in der Verbundprogrammierung den Zuschlag für den Auftrag zur
Qualitätssicherung (QS) im Entwicklungsprojekt zum AGRAR-VDM und den Program-
mierauftrag zur Anpassung des zeBRA2013. Das zeBRA-Entwicklerteam aus dem
Fachbereich Fachverfahren Statistik wird die QS-Aufgabe technisch unterstützen und
den Programmierauftrag im Rahmen der Leistungsvereinbarung übernehmen.
Mit diesen neuen Aufgaben kann die seit Jahren erfolgreiche Arbeit im Bereich der
Registerprogrammierung kontinuierlich fortgesetzt werden. Der auf diesem Gebiet an-
gesammelte reiche Erfahrungsschatz in der Anwendung der Programmiersprache Java
für komplexe Client-Serveranwendungen wird so weiterhin für die Aufgabenerfüllung
im Rahmen der Zusammenarbeit im Statistischen Verbund des Bundes und der Länder
eingebracht werden.

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52 |
IT-LÖSUNGEN
Fachverfahren Landwirtschaft
Den Schwerpunkt der Leistungen des Fachbereichs Fachverfahren Landwirtschaft stellte im vergangenen Jahr die Sicherstellung der
Implementierung der fachlichen Anpassungen für die IT-Verfahren im Auftrag der EU-Zahlstelle des Sächsischen Staatsministeri-
ums für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) dar.
Die Antragsverfahren in der Flächen gebundenen Förderung wurden auf die Basis der Nutzung Geografischer Informationssysteme
umgestellt. Mit der termin- und qualitätsgerechten Realisierung der notwendigen Verfahrensanpassungen trotz personeller Eng-
pässe konnten alle Auszahlungstermine für die Fördermaßnahmen des Ressorts SMUL eingehalten werden.
Beginnend mit dem Antragsjahr 2015 wurden im Geschäftsbereich des SMUL für die
Förderperiode 2015 - 2020 eine Reihe neuer bzw. geänderter Richtlinien im Rahmen
der
zweiten Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union
erlassen. Diese speisen sich teilweise aus Mitteln des Europäischen Landwirtschafts-
fonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER), aus Mitteln der Bund-Län-
der-Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“
(GAK) sowie aus Mitteln des Europäischen Meeres- und Fischereifonds (EMFF).
Diese Förderprogramme unterliegen den komplexen Regeln des Integrierten Verwal-
tungs- und Kontrollsystems (InVeKoS) der Europäischen Kommission und müssen de-
ren jährliche Anpassungen entsprechend umsetzen. Zusätzlich besteht die Besonder-
heit dieser Förderprogramme darin, dass die Antragsteller stets Verpflichtungen über
mindestens fünf Antragsjahre einhalten müssen. Durch die Bewilligungsbehörden
müssen enorm aufwändige und komplexe Verwaltungsverfahren mit zahlreichen Ein-
zelfallprüfungen bewältigt werden. Diese Verfahren und ihre Umsetzung werden
durch Kontrollbehörden wie die Bescheinigende Stelle, die Rechnungshöfe Sachsens
und der EU sowie die EU-Kommission regelmäßig geprüft. Zur Minimierung des da-
durch bedingten Anlastungsrisikos wurden aufwändige IT-Verfahren konzipiert und
schrittweise umgesetzt, die die Nutzer in den Bewilligungsbehörden entsprechend un-
terstützen. Dies betrifft u. a. folgende neue Förderprogramme:
RL Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen (AUK/2015)
Der Freistaat Sachsen fördert mit dieser Richtlinie freiwillige Vorhaben, die in einer
oder mehreren Agrarumwelt- oder Klimaverpflichtungen bestehen. Zu diesem Zweck
startete die Richtlinie 2015 mit ca. 30 verschiedenen Vorhaben auf Acker- bzw. Grün-
land, ab dem Antragsjahr 2016 mussten weitere fünf Vorhaben implementiert werden.
Die ersten Auszahlungen von Fördergeldern konnten ab Frühjahr 2016 erfolgreich
durchgeführt werden. Damit wurden an über 3.700 Antragsteller mehr als 25,5 Millio-
nen EUR ausgezahlt, die zu ca. 86 % aus Mitteln der EU kofinanziert wurden.
RL Ökologischer/Biologischer Landbau (ÖBL/2015)
Der Freistaat Sachsen fördert mit Unterstützung der Gemeinschaftsaufgabe „Verbes-
serung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ die Einführung oder Beibehaltung
ökologischer Anbauverfahren. Ziel ist es, zur Erhaltung oder Verbesserung der Um-
weltsituation in Sachsen beizutragen.
Im Frühjahr 2016 konnten erste Auszahlungen von Fördergeldern in Höhe von ca. 8,5
Millionen EUR an etwa 450 Antragsteller erfolgreich durchgeführt werden.
RL Teichwirtschaft und Naturschutz (TWN/2015)
Der Freistaat Sachsen fördert mit Unterstützung des Europäischen Meeres- und Fi-
schereifonds (EMFF) Teichpflegemaßnahmen und extensive Produktionsverfahren, die
auf die Erhaltung bedrohter, kulturhistorisch wertvoller Teiche sowie auf den Schutz
und die Verbesserung der Umwelt sowie der biologischen Vielfalt ausgerichtet sind.
Unterstützt werden Vorhaben in den Bereichen Teichpflege und Erhalt der Kulturland-
schaft, Naturschutzgerechte Teichbewirtschaftung – Artenschutz und Lebensräume
sowie Naturschutzgerechte Teichbewirtschaftung – Ertragsvorgaben.
Die ersten Auszahlungen von Fördergeldern in Höhe von ca. 2,4 Millionen EUR an 96
Antragsteller erfolgten planmäßig im Juni 2016.
GAP
Sächsisches Agrarumwelt- und Naturschutzprogramm
© pierin - Fotolia.com

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| 53
IT-LÖSUNGEN
Fachverfahren Landwirtschaft
Zusätzlich zu den neu erlassenen Förderrichtlinien der zweiten Säule der GAP werden
eine Anzahl weiterer IT-Verfahren entwickelt, die jährliche Auszahlungsanträge in För-
derprogrammen teilweise seit 1993 und weiter bis mindestens 2029 verwalten und
zur EU-konformen Zahlung bringen müssen. Des Weiteren müssen mittels dieser IT-
Verfahren offene Widerspruchs- und Wiederaufnahmeverfahren unterstützt werden,
deren endgültige Klärung sich oft über weitere Jahre nach Auslaufen der eigentlichen
Antragsverfahren hinziehen. Aufgrund dessen werden die entsprechenden IT-Verfah-
ren jährlich immer wieder an alle sich ändernden Rahmenbedingungen angepasst und
weiterentwickelt.
Aus dem
Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen
Raums (ELER)
wird in einer zwischen den EU-Mitgliedstaaten und der Gemeinschaft
geteilten Mittelverwaltung die Beteiligung an Entwicklungsprogrammen für den länd-
lichen Raum finanziert. Die Mitgliedstaaten erlassen im Rahmen der Gemeinsamen
Agrarpolitik alle Rechts- und Verwaltungsvorschriften sowie alle sonstigen Maßnah-
men, um einen wirksamen Schutz der finanziellen Interessen der Gemeinschaft zu ge-
währleisten.
Für die neue EU-Förderperiode 2015 - 2020 wurde für eine Vielzahl von Förderrichtli-
nien das gemeinsam genutzte
IT-Verfahren Agri-Förder (Version 3)
konzipiert. Das
investive ELER-Stammverfahren bildet somit den kompletten Verfahrensablauf von der
Antragstellung über den Fördervollzug und die Abrechnung an die EU dv-technisch ab.
Die sehr aufwändigen Implementierungsarbeiten werden seit 2014 schrittweise durch
die Entwicklung verschiedener Programmodule vorangetrieben. Bis zum Jahresende
2015 konnten die Programmmodule zur Antragserfassung, -bearbeitung und -bewilli-
gung funktions- und termingerecht fertiggestellt und in Betrieb genommen werden.
Der Schwerpunkt der Entwicklungsarbeiten für das Jahr 2016 lag bei der
Implemen-
tierung von Programmodulen zur Erfassung, Bearbeitung und Festsetzung von
Auszahlungsanträgen
. Für verschiedene Förderrichtlinien des Freistaates Sachsen
wurde die Unterstützung der elektronischen Erfassung von Auszahlungsanträgen über
das DV-Verfahren DIANA implementiert. Mit der Einführung der Programmfunktionen
zur Auszahlung von Fördergeldern erfolgte auch die Implementierung der Aufberei-
tung und Andienung der Daten an das EGFL/ELER-Buchungsprogramm für die Bericht-
erstattung der investiven Förderung an die EU. Die bisher extern betriebene Daten-
schnittstelle zur Sächsischen Aufbau-Bank (SAB) zur Übersendung der Auszahlungs-
daten wurde neu konzipiert und in das Programmsystem integriert.
Mit der funktionsgerechten Fertigstellung der Programmerweiterungen verfügt das
Programmsystem nun über einen durchgängigen Workflow von der Antragstellung
über die Bewilligung/Festsetzung bis zur Auszahlung von Fördergeldern.
Agri Förder
DV-Unterstützung investiver ELER-Fördermaßnahmen
Gemäß der vertraglichen Vereinbarungen zwischen SMUL und SID über die Erbringung
von IT-Leistungen für die EU-Zahlstelle (EU-Zahlstellenvereinbarung) vom 29.12.2015,
entwickelt der Fachbereich auch hierfür eine Anzahl von IT-Verfahren. Auf dieser
Grundlage sind bei der Verfahrensentwicklung Standards des Bundesamtes für Sicher-
heit in der Informationstechnik (BSI) zu beachten.
Im Rahmen der Zertifizierung der EU-Zahlstelle zum BSI-IT-Grundschutz haben die
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Fachbereichs bei der Vorbereitung des Zertifizie-
rungsaudits, vor allem in der Schicht fünf (Anwendungen), erfolgreich mitgewirkt.
EU-Zahlstelle
BSI-Zertifizierung der EU-Zahlstelle
© Jiri Hera - Fotolia.com

54 |
UNTERNEHMENSBEREICH
IT - BETRIEB
Mit dem erfolgreichen Betrieb von Informationstechnik ist der Unternehmensbereich
IT-Betrieb beauftragt. Sein Aufgabenspektrum erstreckt sich vom Betrieb der Infra-
struktur, Netze und Speichersysteme über die Betreuung der Betriebssysteme,
Datenbanken und Basisdienste bis hin zum Verfahrensbetrieb für die unterschiedlichsten
Fachanwendungen unserer Kunden.
RZ-Infrastruktur
&
MS-Systeme
& M
DB,
UNIX
UNIX
&
Mainframe
& Mainfram
Verfahrensbetrieb
fahrensbetrieb
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IT-BETRIEB
RZ-Infrastruktur
&
MS-Systeme
Das Jahr 2016 war geprägt von Erhalt, Betrieb und Weiterentwicklung der IT-Infrastruktur in den Rechenzentren (RZ) des SID und
den betreuten Kundenliegenschaften. Die Abfederung der Personalfluktuation und die Kompensation des Personalabbaus stellten
dabei im vergangenen Geschäftsjahr Herausforderungen dar. Die Dienste der RZs konnten dennoch den Kunden kontinuierlich in
einer sehr hohen Qualität und Stabilität bereitgestellt werden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Infrastrukturbetriebes
waren daneben sehr intensiv eingebunden in eine Reihe von SID-Projekten und -Vorhaben. Neben den betrieblichen Aufgaben un-
terstützten Sie übergreifend insbesondere die Bereiche Clientmanagement, Kundenmanagement und Haushalt.
Zertifizierung
Prüfung der EU-Zahlstelle nach BSI-Grundschutzkatalog
In den letzten beiden Juliwochen 2016 fand die Prüfung der EU-Zahlstelle durch zer-
tifizierte Auditoren statt. Da der SID als wesentlicher Outsourcing-Partner der EU-
Zahlstelle des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL)
fungiert, wurden insbesondere die Bereiche Betrieb und Fachverfahrensentwicklung
des SID-Standortes Lichtenwalde intensiv nach den Kriterien des Grundschutzkatalo-
ges des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) geprüft.
Um diese Anforderung erfolgreich bestehen zu können, wurden sehr intensiv und mit
äußerst hohem Zeitdruck viele Maßnahmen nach IT-Grundschutzkatalog geplant und
umgesetzt. Diese erstreckten sich von organisatorischen Regelungen über bauliche
Aktivitäten bis zu administrativen Sicherheitsmaßnahmen, Dokumentationspflege,
Notfalltests und Erstellung von Regelwerken für die saubere Bedienung der Kunden-
schnittstellen.
Am 21.10.2016 wurde der EU-Zahlstelle das Zertifikat auf Basis von IT-Grundschutz
des BSI verliehen. Das Zertifikat hat eine Gültigkeit bis 20.10.2019 und muss durch
jährliche Überwachungsaudits verteidigt werden. Im Falle eines Verlustes des Zertifi-
kates drohen erhebliche finanzielle Anlastungen der EU gegenüber dem Freistaat
Sachsen.
Die Etablierung kontinuierlicher Information Security Management System (ISMS)-
Prozesse im Betriebsbereich sind auch im täglichen Betrieb für die Einhaltung von
Sicherheitsstandards zwingend nötig. Insbesondere in diesem Jahr wurde sehr deut-
lich, dass die Erfüllung von Sicherheitsanforderungen und die kontinuierliche Pflege,
Fortschreibung und Bedienung der ISMS-Prozesse hohe personelle Aufwände erzeugt.
Im Juli 2016 erfolgte weiterhin eine Revisionsprüfung der bescheinigenden Stelle des
Sächsischen Staatsministeriums der Finanzen im Rahmen der EU-Zahlstellenverfahren
am Standort Lichtenwalde. Diese Prüfung bestätigte in der Auswertung positiv die
Prozesse der etablierten ISMS-Prozesse des SID bezogen auf Entwicklung und Betrieb
der geprüften Fachverfahren.

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56 |
RZ-Infrastruktur
&
MS-Systeme
IT-BETRIEB
In Ergänzung der bereits Ende 2015 im Rahmen des Asylbewerberzustroms durchge-
führten IT-Unterstützungsmaßnahmen wurde 2016 das Verfahren QMM (Quartierma-
nagement) im Auftrag des Deutschen Roten Kreuzes in die Rechenzentren des SID
überführt. Dieses von der Firma Cevisio entwickelte Verfahren dient der
zentralen Er-
fassung und Verwaltung von Flüchtlingsunterkünften
.
Der online-Zugriff auf das Verfahren muss ohne personelle Verstärkung rund um die
Uhr abgesichert werden. Deshalb wurde eine spezielle Redundanzlösung geschaffen,
die selbst bei Ausfall eines kompletten Rechenzentrums die Verfügbarkeit garantiert.
QMM
Quartiermanagement für Flüchtlingsunterkünfte
Zur weiteren Standardisierung der für Auswertungen und Analysen eingesetzten IT-
Verfahren und Datenmanagementprozesse plante das Statistische Landesamt (StLA)
die
Einführung einer eigenen SAS-BI-Server-Umgebung
. Derartige Umgebungen
werden bereits im Statistik-Verbund für den Einsatz von Programmen genutzt, die
vom Statistischen Bundesamt bzw. von anderen Statistischen Landesämtern für Ver-
bundverfahren der Statistik bereitgestellt werden.
Das Anliegen des Kunden unterstützt der SID am Standort Kamenz seitdem mit der
Bereitstellung und dem Betrieb einer aus mehreren Windows-Servern bestehenden
Umgebung
auf Basis eines standardisierten Platform as a Service (PaaS)-Modells
, in
der das StLA die von ihm benötigten SAS-BI-Serverkomponenten installieren, verwal-
ten und nutzen kann. Mit deren Betrieb im Rechenzentrum des SID ist zugleich der
sichere Zugriff auf alle vom Statistischen Landesamt erhobenen und hier gespeicher-
ten Daten möglich.
PaaS
Einführung einer SAS-BI-Server-Umgebung in der Statistik
© everythingpossible - Fotolia.com

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| 57
IT-BETRIEB
Datenbanken, UNIX
&
Mainframe
Mainframe
Verfahrensumstellung von Mainframe auf x86-Umgebungen
Im Rahmen der Verbundstatistik wird derzeit eine Vielzahl von Verfahren vom Main-
frame in
moderne x86-Server-Umgebungen unter Einsatz von Open-Source-Soft-
ware
wie z.B. MySQL und JBOSS migriert. Diese Produkte sind als Verbundstandard
definiert und ermöglichen damit eine Nutzung in allen Statistischen Landesämtern
und dem Statistischen Bundesamt.
In diesem Umfeld stellt der SID am Standort Kamenz für seinen Kunden Statistisches
Landesamt entsprechende Serverplattformen unter dem Betriebssystem LINUX und
mit der oben genannten Software als Application - bzw. Datenbank - Server zur Ver-
fügung. Gemeinsam mit anderen Fachbereichen des SID werden die Verfahren sukzes-
sive implementiert und einem zukünftigen produktiven Betrieb zugeführt. Aktuell wird
hier u.a. an den für die Statistik bedeutsamen Verfahren wie das Erhebungsmanage-
ment-System EMSy und das Statistische Informationssystem GENESIS gearbeitet.
Oracle
Datenbanken zentral, performant und hoch verfügbarer
Im Rahmen des fachlichen, technologischen und technischen Re-Designs des Verfah-
rens „Informationssystem Sächsische Förderung - FÖMISAX“ wurden am SID Standort
Kamenz im Jahr 2014 zwei Oracle Exadata Systeme (Engineered Systems) in Betrieb
genommen. Ziel war die Schaffung einer modernen standardisierten und ausbaufähi-
gen Datenbankplattform für die Verarbeitung großer Datenmengen (Datawarehouse -
und Business Intelligence-Infrastruktur).
Hochverfügbarkeit
,
Skalierbarkeit
(Cluster-
Datenbanken: Oracle RAC) und
Ausfallsicherheit
(Datenbank-Replikation: Oracle Data
Guard) wurden zum
Standard der neuen Verfahrensinfrastruktur FÖMISAX2
.
Mittlerweile haben sich die Oracle Exadata-Systeme zur zentralen Datenbank-Konso-
lidierungsplattform der im SID betriebenen Oracle-Verfahren entwickelt. So konnten
im Jahr 2016 weitere wesentliche Datenbank-Verfahren in diese Umgebung migriert
werden - beispielsweise das Sächsische Schulverwaltungssystem (SAXSVS), das Wahl-
system des Statistischen Landesamtes und Sozialverfahren des Kommunalen Sozial-
verbandes Sachsen. Die Verfahren profitieren vom enormen Performancegewinn ge-
genüber der abgelösten Alttechnik sowie hoher Verfahrensverfügbarkeit; auch in
Wartungszeiträumen aufgrund des Einsatzes von Spiegelsystemen.
Ende 2016 wurden die Exadata-Systeme im Performance- und Storage-Umfeld weiter
ausgebaut, um auch für weiteren Verfahrenszuwachs ausreichend Kapazität zu bieten.
Das gesamte Rechenzentrums-Team beweist beim Betrieb dieser komplexen Infra-
struktur einmal mehr ein sehr hohes Maß an Knowhow, Gewissenhaftigkeit, Motiva-
tion und Zusammenarbeit.

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58 |
IT-BETRIEB
Mit dem Aufbau der Plattform VIS.SAX im Jahr 2012 wurden die Voraussetzungen ge-
schaffen, unseren Kunden, den Behörden des Freistaates Sachsen und den Sächsi-
schen Staatsministerien, eine zentrale performante Umgebung für die elektronische
Vorgangsbearbeitung und Aktenführung (eVA.SAX) zur Verfügung zu stellen. Jedes
Jahr wurden und werden in Behörden Projekte zur Einführung von eVA.SAX gestartet.
So auch im Jahr 2016.
Zum Jahresende stellt der SID auf der zentralen Plattform VIS.SAX nun
bereits für 18
produktive Mandanten
den Betrieb sicher. Für weitere sechs Behörden konnte im
Zuge der Einführung jeweils ein Mandant bereitgestellt werden, um die Behörden in
ihren Projekten zu unterstützen. Weitere vier Behörden beginnen Ihre Projekte. Die
infrastrukturellen Voraussetzungen auf der Plattform VIS.SAX sind soweit geschaffen,
so dass auch diesen Behörden zeitnah ein Projektmandant zur Verfügung gestellt wer-
den kann.
Auf allen Mandanten wurden im Jahr 2016 drei Updates eingespielt. Mit der a
ktuell-
sten Version VIS.SAX 2.1.2
sind Optimierungsmaßnahmen umgesetzt worden, um vor
allem den Behörden mit hoher Nutzerzahl bzw. hohem Datenvolumen eine stabile Per-
formance in der Nutzung des IT-Verfahrens eVA.SAX zu bieten.
VIS.SAX
Weiterer Ausbau der Plattform VIS.SAX
Verfahrensbetrieb
Schulungssystem
Abnahmesystem
Referenzsystem
Produktivsystem
Produktive Applikationsserver
DB-Server
2012
Diensteserver
2013
2014
2015
2016
Segment 00
Segment 10
Segment 20
Segment 30
Segment 00
Segment 10
Segment 20
Segment 30
Segment 00
Segment 10
Segment 20
Segment 30
Infrastruktur der Plattform VIS.SAX

| 59
IT-BETRIEB
Verfahrensbetrieb
SiDaS
Sicherer Datenaustausch Sachsen
Mit
SiDaS v2
steht den Behörden des Freistaates Sachsen eine sichere und daten-
schutzkonforme Cloudlösung als Datenaustauschplattform zur Verfügung. Die Anzahl
der durch die Behörden erworbenen Lizenzen ist 2016 stetig gestiegen.
SiDaS
Nutzer SiDaS in Behörden der Landesregierung Sachsen
0
20
40
60
80
100
120
140
160
180
200
Anzahl Nutzer
Praxisbetrieb
Testbetrieb
| 5. September 2016 | Renate Bachmann, André Berthold
1
Die Einsatzbereiche in den Behörden sind sehr vielfältig. Weitere Funktionalitäten
wurden nachgefragt. Um zukünftig den wachsenden Anforderungen der Kunden ge-
recht zu werden, wird im SID an der
Einführung von SiDaS v4 auf Basis der White
Label Software SDS v4
gearbeitet. Das neue Release ist bezüglich der Nutzer, Man-
danten und Lizenzen ausbaufähig.
Es werden folgende neue Features zur Verfügung gestellt:
ı
Freigabe von ganzen Ordnern bzw. Datenräumen zum Download
ı
Upload Link mit Passwort (optional)
ı
Arbeit mit Favoriten
ı
Drag & Drop
ı
Papierkorbfunktion
ı
Apps (iOS, Android) zur mobilen Nutzung
ı
Outlook Add-in mit erweitertem Funktionsumfang
Der Funktionsumfang bei der Nutzung verschlüsselter Datenräume wird ebenfalls
deutlich erweitert:
ı
Nutzung eines Datenraums durch mehrere Nutzer/Nutzergruppen
ı
Upload Link mit Passwort (obligatorisch)
ı
Download Link mit Passwort (obligatorisch)
ı
Daten werden verschlüsselt auf dem Client abgelegt
In den Datenräumen erfolgt eine clientseitige Verschlüsselung, die so in das System
integriert wurde, dass die Benutzer bequem mit Ihrem eigenen Triple-Crypt-Passwort
Dateien ver- und entschlüsseln können, auch wenn diese durch Dritte in den Triple-
Crypt-Datenraum geladen wurden. Mit der Triple-Crypt-Technologie wird eine dreifa-
che Verschlüsselung sensibler Daten auf allen wichtigen Ebenen: direkt am Endgerät
des Benutzers (Local-Encryption), während der Datenübertragung (Channel-Encryp-
tion) sowie im Cloud-Speicher (Server-Side-Encryption) umgesetzt.Darüber hinaus be-
steht die Möglichkeit, die Datenräume durch Vergabe differenzierter Zugriffsrechte
besser an den Bedarf der Nutzer anzupassen. Mit der bereitstehenden Programmier-
schnittstelle (API) kann SiDaS in andere Applikationen eingebunden werden.

60 |
138
114
136
151
160
107
110
79
124
145
0
50
100
150
200
250
300
350
2012
2013
2014
2015 (neue
Förderperiode)
2016
Anzahl
Ad-Hoc
Report
Verfahrensbetrieb
IT-BETRIEB
Das Sachgebiet Datenhandling erstellt im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums
für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) für dessen Geschäftsbereich Auswertungen
zur Agrarförderung. Dies umfasst im Wesentlichen die Bereiche des „Europäischen Ga-
rantiefonds für die Landwirtschaft“ (EGFL) und den „Europäischen Landwirtschafts-
fonds für die Entwicklung des ländlichen Raums“ (ELER). Die Erstellung der Auswer-
tungen trägt neben dem Gesamtblick zu Daten der Förderprogramme auch einen
wesentlichen Bestandteil zur Berichtspflicht des SMUL gegenüber der EU bei.
Die Aufgaben unterteilen sich in
planbare, wiederkehrende Auswertungen (Reports)
und
kurzfristig zu erstellende Abfragen (Ad-Hoc)
. Die planbaren Aufgaben lassen
sich in umfangreiche Auswertungen, die sich z.T. über mehrere Wochen erstrecken
(ELER-Monitoring, Agrarbericht, Rechnungsabschluss EGFL/ELER)
, und kleinere
Aufgaben
(Pachtzinsstatistik, Statistik zur Antragstellung)
unterteilen. Die Ad-Hoc-
Auswertungen betreffen besispielsweise
Detailfragen zu den großen Auswertungen,
Fragen bei ERH-Prüfungen, aktuelle Überblicke zu Finanzdaten und Indikatoren
.
Um die steigenden Anforderungen der EU zur Erstellung von Statistiken bzgl. Quanti-
tät als auch Qualität bei geringer werdenden Personalkapazitäten zu erfüllen, hat der
SID bereits 2013 begonnen eine konsolidierte Datenbasis für die Auswertung der in-
vestiven ELER-Maßnahmen (Agri-Förder) zu schaffen. Im Jahr 2016 stand hier vor al-
lem die große Umstellung auf die neue Förderperiode von 2014 bis 2020 an, welche
erfolgreich durchgeführt wurde. Das System geht ab 2017 in den Regelbetrieb über.
EGFL/ELER/BMEL
Übergreifende Auswertungen der Landwirtschaftsförderung
Testbetriebs- und Auflagenbuchführung
Der SID unterstützt das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geolo-
gie (LfULG) bei der
Annahme, Aufbereitung und Auswertung der BMEL
(Bundesmi-
nisterium für Ernährung und Landwirtschaft)
–Jahresabschlüsse
. Diese werden von
Landwirtschaftsbetrieben entweder freiwillig (Teilnahme am Testbetriebsnetz) oder
auf Grundlage von Auflagen (Auflagenbuchführung) abgeliefert.
Die Leistungen des SID umfassen, neben der plausibilitätsgeprüften Übernahme und
Aufbereitung der Jahresabschlüsse, eine Vielzahl an Auswertungen für Sachsen. Dazu
gehören unter anderem
die Zuarbeit zum sächsischen Agrarbericht, die Erstellung
von Landesstatistiken, die jährliche Veröffentlichung der Broschüre „Buchfüh-
rungsergebnisse der Landwirtschaft“, und die Übergabe an das Projekt AGRO-
BENCH
(http://www.landwirtschaft.sachsen.de/landwirtschaft/3360.htm)
.

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| 61
Mit hoher Flexibilität in der Verarbeitung ist das bewährte
Kuvertiersystem BÖWE Vario
eine ideale Lö-
sung
für variable Aufträge
. Bei stufenlos einstellbarer Geschwindigkeit verarbeitet die Vario zuverlässig
und sicher unterschiedlichste Materialien mit einem Durchsatz von bis zu 8.200 Kuverts pro Stunde und
einer Füllstärke von bis zu 10 mm. Die Beilagenverarbeitung ist für unterschiedlichste Formate, Druck- und
Papierqualitäten möglich.
Moderne Lesetechnologien und eine lückenlose Gutverfolgung sorgen für
maximale Sicherheit im ge-
samten Kuvertierprozess
. Der Sauganleger eignet sich vor allem für die Verarbeitung von Einzelblättern,
mehrfach gefalzten Beilagen mit geschlossener Abzugskante und Hochglanzbeilagen.
Verarbeitung:
unterschiedliche Kuvertformate von C6 bis B5
Füllgutdicke:
bis zu 10 mm
Zuführmöglichkeit:
Beilagen bis 5 mm Stärke
Kapazität:
bis zu 1.600 Blatt DIN A4 80 g/m² je Beilagenstation
Kontrolle:
Elektronische Doppel- und Fehlblattkontrolle mit automatischem Abgleich und
Speicherung im Verarbeitungsprogramm
Geschwindigkeitsregelung:
stufenlos von 720 bis max. 8.200 Kuvertierungen / h, dadurch optimale Anpas-
sung an unterschiedliche Materialqualitäten
Kuvertiersystem BÖWE Vario
Mit dem
Xerox Docucolor 8080
verfügen wir über ein
digitales Farbdrucksystem der Spitzenklasse
. Es
erzeugt mit seiner
„Low Gloss“ Trockentinte
ein mattes Druckfinish, das auf jeder Seite großartig wirkt.
Dank seines
Druckfarbenabgleichsystems ACQS (Automated Color Quality Suite)
können Farbkalibrierung
und Destination Profile Creation automatisiert werden, so dass es
hohe Produktivität, Farbkonsistenz und
hochwertige Druckausgabe garantiert
.
Dem Farbdrucksystem angeschlossen ist ein
Bookletmaker
zum automatischen Erstellen von Broschüren.
Bis zu einer Stückzahl von etwa 500 Stück ist in unserer Druckerei eine effiziente und rentable Herstellung
von Broschüren möglich. Eine hohe Produktivität im Vergleich zum Offsetdruck erreichen wir insbesondere
bei Druckdaten mit variablen Informationen.
Nenngeschwindigkeit:
80 Seiten/Minuten (DIN A4) I 4.800 Drucke pro Stunde (DIN A4)
2.400 Drucke pro Stunde (SRA3)
Auflösung:
2400 x 2400 dpi x 1 Bit
Druckvolumen:
bis zu 300.000 Seiten pro Monat
Betriebsarten:
Farbdruck und Endverarbeitung I Duplexdruck
Farbtechnologie:
Automated Color Quality Suite mit Inline-Spektralphotometer
Materialformate:
DIN A4 I DIN A3 I Variable Formate von 183 x 183 mm bis 320 x 488 mm
Materialgewichte:
von 60 g/m² bis 300 g/m²
Medienarten:
Gestrichenes und ungestrichenes Papier I hochweißes Papier I Etiketten
Durchschreibepapier I DocuCard® I Visitenkarten I Hochglanzmedien
Transferpapier I reißfestes/synthetisches Papier I Grußkarten I Polyester
anwenderdefiniertes Material
XEROX Docucolor 8080
Allgemeine Informationen
Verarbeitung / Druck
Endverarbeitung
Kuvertierung / Versand
Datenbereitstellung
Inhaltsverzeichnis
Leistungen Druckerei Kamenz
01101110001010010010010001001010010010011111011000111101010101001001000110001000100111100
01101110001010010010010001001010010010011111011000111101010101001001000110001000100111100
0001000010001001111001010011000100101001001001111101100011110110010010000100011010101001
0001000010001001111001010011000100101001001001111101100011110110010010000100011010101001
001001110001
01101110001010010010010001001010010010011111011000111101010101001001000110001000100111100
001001110001
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001001110001
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001001110001
0001000010001001111001010011000100101001001001111101100011110110010010000100011010101001
001001110001
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001001110001
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Foto: © Goodluz - istockphoto.com
© hermi - istockphoto.com
IT-BETRIEB
Verfahrensbetrieb
Der SID übernimmt
auch für die Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL)
die Test- und Auflagenbetriebe und erstellt umfangreiche Auswertungen sowie Leis-
tungsvergleiche. Außerdem erfolgt die
Übernahme der BMEL-Jahresabschlüsse von
Öko-, Schaf- und Veredlungsbetrieben für sechs weitere Bundesländer
(Mehrlän-
derprojekt).
Im Jahr 2016 wurden die BMEL-Jahresabschlüsse von 753 Betrieben für Sachsen, 657
Betrieben für Thüringen und 906 Betrieben im Mehrländerprojekt verarbeitet.
Druckerei
Erhöhung der Auftragszahlen
Durch die technischen Erneuerungen und Erweiterungen der Druck- und Kuvertier-
technik im Vorjahr, konnten die Kundenaufträge im Jahr 2016 in der hauseigenen Dru-
ckerei Kamenz wieder zur vollsten Zufriedenheit erfüllt und die Stückzahlen sogar er-
höht werden.
Übersicht der Aufträge 2016 - Druckerei SID Standort Kamenz
StLA-Statistisches Landesamt Sachsen, SMK-Sächsisches Staatsministerium für Kultus, LDS-Landesdirektion Sachsen, KSV-Kommunaler Sozialverband Sachsen, SMWK-Sächsisches
Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, SMWA-Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, SMI-Sächsisches Staatsministerium des Innern
Kunden
Druck
Seiten
Kuvertieren
Bescheide
Postzustell-
urkunden
(Vordruck)
Falzen
CD
Schwerbe-
hinderten-
ausweise
Blatt
Briefe
Stück
Blatt
StLA
2.175.706
714.148
235.819
21.543
SMK
2.336.976
629.214
4.898
4.898
LDS
381.396
191.241
120.771
17.908
KSV
543.003
543.003
379.109
59.258
SMWK
1.105.754
73.454
511.511
SMWA
145.606
11.615
108.180
SMI
81.186
Gesamt
6.769.627
2.077.606
740.597
85.069
619.691
17.908 21.543 4.898
59.258
In Zusammenarbeit mit der Stabsstelle Öffentlich-
keitsarbeit entstand die
Broschüre „Leistungen Dru-
ckerei Kamenz“.
In ihr sind alle Möglichkeiten der
komfortablen Produktion von Druckerzeugnissen über
die Datenbereitstellung bis hin zum Versand für die
Kunden der öffentlichen Verwaltung des Freistaates
Sachsen beschrieben und zusammengestellt.

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UNTERNEHMENSBEREICH
LANDESRECHENZENTRUM
STEUERN
Das Landesrechenzentrum Steuern (LRZS) fungiert als Dienstleister der sächsischen
Steuerverwaltung für Informations- und Kommunikationstechnik. Er ist das
Rechenzentrum der sächsischen Finanzverwaltung und als selbständige
Landesoberbehörde dem Sächsischen Staatsministerium der Finanzen nachgeordnet.
Derzeit werden 25 Finanzämter des Freistaates Sachsen mit mehr als 6.000 Nutzern in
der Datenverarbeitung unterstützt. Zudem wird die gesamte IT-Infrastruktur der
sächsischen Steuerverwaltung betreut.
Zentrale
Dienste
Dienste
Betrieb
Zentrale
Zentrale
Verfahren
Verf
Entwicklung,
Betrieb Dezentrale
Betrieb
Verfahren
Betrieb
Produktion
Produktion
Betrieb
IT-Infrastruktur
IT-Infrastru
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| 63
LANDESRECHENZENTRUM STEUERN
VBD
Schnittstelle zwischen Katasterverwaltung und Finanzamt
Das vom Land Thüringen entwickelte Programm
Verbindungsdatei (VBD)
verknüpft
die unterschiedlichen Ordnungsmerkmale der Katasterverwaltung (Flurstückskennzei-
chen) und der Finanzverwaltung (Einheitswertaktenzeichen). Diese Verknüpfung bildet
eine
Basis für die geplante Reform der Grundsteuer
. Das Programm wurde im zwei-
ten Halbjahr 2015 mit einer ersten Testversion übergeben. Gleichzeitig wurden seitens
der zuständigen Bewertungsstellen der Finanzämter die Zuordnungen von Einheits-
wertaktenzeichen zu Flurstückskennzeichen aus separaten Datenquellen erfasst.
Nach dem Aufbau der zentralen Datenbank im Frühjahr 2016 startete der Import des
Erstdatenbestandes durch das Landesrechenzentrum Steuern. Neben den Katasterda-
ten aus ALKIS, dem Amtlichen Liegenschaftskataster-Informationssystem, und den
Einheitswertaktenzeichen, die aus dem Bestand des Bewertungsverfahrens im Finanz-
amt UNIFA-AUTBEG gewonnen werden, wurden auch die in den Bewertungsstellen
personell bearbeiteten Excel-Dateien eingespielt. Nach zahlreichen Abstimmungen,
Programmanpassungen und Tests nahm die Bewertungsstelle des Finanzamtes Stoll-
berg als Pilotfinanzamt im Sommer 2016 die Arbeit mit der Anwendung auf. Zeit-
gleich zu Schulungen der Bediensteten in den Bewertungsstellen erfolgten sehr zeit-
aufwändige Datenimporte für alle übrigen Finanzämter.
Die Verbindungsdatei konnte schließlich bis zum Jahresende 2016 flächendeckend in
allen sächsischen Bewertungsstellen erfolgreich eingesetzt werden.
Ende 2016 umfasste der Datenbestand:
ı
2,2 Mio. Einheitswertaktenzeichen
ı
2,8 Mio. Flurstückskennzeichen
ı
1,7 Mio. Grundbuchblattkennzeichen
Die teilmaschinellen Vorab-Zuordnungen und die intensive Arbeit der Projektkräfte im
Vorfeld der Verfahrenseinführung ermöglichten die Zuordnung von Flurstückskennzei-
chen zu 1,6 Mio. Einheitswertaktenzeichen sowie 3 Mio. Grundbuchblattkennzeichen.
Die in der Datenbank abgelegten Zuordnungen werden nun von den Bewertungsstel-
len auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Parallel werden die sogenannten Rumpfdaten-
sätze durch wechselseitige Zuweisung der zusammengehörigen Einheitswertaktenzei-
chen und Flurstückskennzeichen aufgearbeitet.
Weitere Ausbaustufen des Verfahrens sehen neben Verbesserungen in der Anwender-
freundlichkeit und der Möglichkeit für statistische Auswertungen unter anderem eine
teilweise maschinelle Pflege der Daten vor. Diese soll durch die regelmäßige Über-
nahme von Differenzdaten der Flurstückskennzeichen und der Einheitswertaktenzei-
chen über die Schnittstellen aus dem Kataster und dem Bewertungsbestand gewähr-
leistet werden.
Die erfolgreiche Einführung der Verbindungsdatei durch das Landesrechenzentrum
Steuern im Jahr 2016 stellt ein wesentliches Zwischenziel beim Aufbau einer Grund-
stücksdatenbank dar.
Gesamtalimentation
Umsetzung der Korrekturen in der Beamtenbesoldung
Nachdem das Bundesverfassungsgericht die Regelungen zur Besoldung der sächsi-
schen Beamten teilweise für verfassungswidrig erklärt hatte, nahm der Gesetzgeber
die entsprechenden Korrekturen vor. Die Umsetzung der Änderungen war für das
Sächsische Landesamt für Steuern und Finanzen (LSF) und das LRZS als IT-Dienstleis-
ter für die Bezügestellen eine „Herkulesaufgabe“. Für mehr als 40.000 Bedienstete
mussten rückwirkend über fünfeinhalb Jahre Besoldung und Versorgungsbezüge nach-
berechnet werden. Bezügemitteilungen und Erläuterungsschreiben für alle Betroffe-
nen waren zu drucken, zu kuvertieren und zu versenden.

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Im täglichen Produktionsbetrieb entstehen große Mengen von Ablaufprotokollen und
Programmabschlussblättern (Reports), welche mit dem Verfahren „Optik“ automati-
siert abgestimmt und revisionssicher gespeichert werden. Der Einsatz dieser IT-ge-
stützten Kontrolltätigkeit wurde mit der Einführung einer speziellen Software für die
Produktionsablaufsteuerung im Jahr 2001 möglich. Als positive Folge reduzierte sich
der Druckumfang von Protokollen und Reports erheblich und beschleunigte zusätzlich
die Arbeiten im Produktionsbereich maßgeblich.
Um den gestiegenen Anforderungen an die Anwendung Rechnung zu tragen, innova-
tive Systemstrukturen zu nutzen und modernere Kommunikationswege auch für den
Produktionsbetrieb zu erschließen, erfolgte im Jahr 2016 die Umstellung auf die aktu-
ellste Optik-Version. Die neue Version ermöglicht zum Beispiel Websites als neuen
Ausgabestrom für Rechenterminergebnisse zu nutzen und eine Rechenlastverteilung
von BS2000 auf Linux zu erreichen.
Ein wesentlicher Bestandteil der neuen Philosophie der Anwendung „Optik“ ist die
Aufgabe der Produktabhängigkeit zwischen der bisherigen Software für die Produkti-
onsablaufsteuerung und der alten „Optik“-Version. Damit ist die Verwendung anderer
Ablaufsteuerungssysteme greifbar geworden. Das SID-LRZS kann dadurch technisch
uneingeschränkt in der angestrebten Umstellung des Jobsteuerungssystems fortfah-
ren, was eine erhebliche wirtschaftliche Entlastung mit sich bringt.
Ein weiterer Vorteil der neuen Programmversion ist eine moderne Entwicklungsumge-
bung mit JAVA und Eclipse. Diese Umgebung bietet in Fehlersituationen eine bessere
Grundlage für die Ursachenuntersuchung. Darüber hinaus ist es möglich, E-Mails bei
fehlerhaften Bestandsdateien automatisiert zu versenden und einfachen Workflows
automatisiert auf die Richtigkeit der Ergebnisse hin zu überprüfen.
Nach einer mehr als einjährigen intensiven Einführungs- und Testzeit konnte die neue
Optik-Version im Dezember 2016 für den produktiven Betrieb freigegeben werden und
ist seither erfolgreich im Einsatz.
LANDESRECHENZENTRUM STEUERN
Der Umfang der an die Bediensteten zu übermittelnden Informationen erforderte ei-
nen außerordentlichen Abstimmungsbedarf zwischen allen beteiligten Arbeitsgebieten
sowohl im LSF als auch im LRZS. Zunächst erarbeitete das LSF die fachlichen Vorga-
ben, um sie in weiteren Schritten IT-technisch zu untersetzen. Es erfolgte eine enge
Zusammenarbeit zwischen der Leitstelle IT-Bezügeverfahren und den Bereichen Ar-
beitsvorbereitung Bezüge und Produktion im LRZS.
Eine besondere Herausforderung im Rahmen der Umsetzung der Regelungen zur Her-
stellung einer verfassungsgemäßen Gesamtalimentation stellten die Organisation, Ko-
ordination und Durchführung des Drucks und des Versandes von zirka 80.000 Bezüge-
mitteilungen, der dazu zu erstellenden 40.000 Erläuterungsschreiben und 38.000
diverser zusätzlich erforderlicher Anschreiben an die Bediensteten dar. Daraus ergab
sich ein Gesamtvolumen von zirka 561.000 Druckseiten.
Im Ergebnis hat die konstruktive Zusammenarbeit aller Beteiligten dazu geführt, dass
die Korrekturen beim Besoldungsgesetz erfolgreich umgesetzt werden konnten und
den sächsischen Bediensteten die Nachzahlungen entsprechend der festgelegten Zeit-
planung zufließen konnten.
Optik
Neue Optik-Version im produktiven Einsatz

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LANDESRECHENZENTRUM STEUERN
Fusionen
Umsetzung neues Standortkonzept für die Finanzämter
Das Jahr 2016 war geprägt von umfangreichen Maßnahmen zur Umsetzung des im
Jahr 2011 durch die Staatsregierung beschlossenen Standortkonzeptes für die Finanz-
ämter. Wesentliche Zielstellung ist es, ausreichend große Finanzämter zu schaffen, um
auch bei sinkenden Einwohnerzahlen effizient arbeiten zu können. Gleichzeitig soll
jedes verbleibende – nunmehr größere – Finanzamt über eigene Prüfdienste (Betriebs-
prüfung und Lohnsteuer-Außenprüfung) verfügen.
Im abgelaufenen Jahr waren zwei Finanzamtsfusionen, zwei Schritte für die Neuein-
richtung von Haupt- und Amtsbetriebsprüfungsstellen sowie die Übertragung der bis-
her zentralisierten Aufgaben der Lohnsteuer-Außenprüfung für große Arbeitgeber auf
die zukünftig zuständigen Betriebsstätten-Finanzämter umzusetzen.
Nach intensiven Vorbereitungen im Jahr 2015 und im Frühjahr 2016 wurde die
Zu-
sammenlegung der Finanzämter Borna und Grimma am bisherigen Standort des
Finanzamtes Grimma
vollzogen. Der rechentechnische Höhepunkt war die maschi-
nelle Kontenverlagerung am 17. Juni 2016 und den beiden folgenden Wochenendta-
gen. Für die Fusion mussten viele Abläufe neu entwickelt, durchdacht und erprobt
werden, da durch die sukzessive Umstellung der einzelnen Verfahren auf die Zielarchi-
tektur KONSENS die Bereiche des Steuerverfahrens (Festsetzung, Erhebung und
Grundinformationsdienst) immer enger verzahnt sind. Allen 172.000 Bornaer Steuer-
nummern (einschließlich Altfälle Grunderwerbsteuer) mussten neue Steuernummern
des Finanzamts Grimma zugewiesen werden. Um die erforderliche Datenkonsistenz
sicher zu stellen, musste die Umstellung auch in die nachgelagerten und eingebunde-
nen Datenbanksysteme fehlerfrei migriert werden. Für die erfolgreiche Umsetzung
dieses Projektes leisteten alle organisatorischen Einheiten des LRZS ihren Beitrag und
erarbeiteten auch kurzfristig und pragmatisch Lösungen.
Die rechentechnische Umsetzung der Auflösung der zentralisierten Lohnsteuer-Arbeit-
geberstellen der Finanzämter Bautzen und Dresden-Nord und die Aufgabenübertra-
gung auf die Betriebstätten-Finanzämter zum 1. Juli 2016 verlief ebenfalls erfolreich.
Bereits zum 1. November 2015 waren die Haupt- und Amtsbetriebsprüfungsstellen in
den Chemnitzer und westsächsischen Finanzämtern eingerichtet worden. Wegen noch
zu klärender Unterbringungsfragen konnte die Schaffung der Amtsbetriebsprüfungs-
stelle für das Finanzamt Freiberg erst zum 1. Oktober 2016 erfolgen. Auch dies bewäl-
tigte das LRZS ohne größere Probleme. Dabei profitierten die Kolleginnen und Kolle-
gen des LRZS von den schon früher gewonnenen Erfahrungen.
Schließlich stand zum Stichtag 1. Dezember 2016 die
Fusion der beiden Finanzämter
Freital und Pirna
verbunden mit Umstrukturierungen bei der Betriebsprüfung mit den
betroffenen Standorten in Dresden, Meißen und Pirna an. Mit nunmehr schon vorhan-
dener Übung wurde die Kontenumstellung der rund 83.000 Steuernummern am letz-
ten Novemberwochenende rechentechnisch erfolgreich umgesetzt.
Die Herausforderungen lagen insbesondere in der Vielzahl der gleichzeitig durchzu-
führenden Maßnahmen mit unterschiedlichen Örtlichkeiten, wie dem Umzug des auf-
nehmenden Finanzamtes Pirna in einen neu errichteten, mehrteiligen Gebäudekom-
plex und den besonders engen, vorgegebenen Terminketten. Entsprechend mussten
durch sich kurzfristig verändernde Situationen alle Ressourcen mobilisiert und teil-
weise Interimslösungen geschaffen werden. Hier zeigte sich, dass sich das LRZS als
Dienstleister versteht und gut aufgestellt ist.
Aufgrund der Komplexität von Finanzamtsfusionen in einem sich ständig verändern-
den IT-Umfeld beginnen die konkreten Vorbereitungshandlungen bereits gut ein Jahr
vor dem Fusions-Stichtag und intensivieren sich in den letzten sechs Monaten. Auch
die Neustrukturierung der Prüfdienste erfordert eine mehrmonatige Vorplanung. So
kann für das Jahr 2016 als Fazit gezogen werden, dass die Umsetzung des Standort-
konzepts die Arbeit im LRZS das ganze Jahr über mit geprägt hat.
Finanzamt
Grimma
Finanzamt
Borna
Finanzamt Grimma
Finanzamt
Pirna
Finanzamt
Freital
Finanzamt Pirna

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ORGANISATION & FACHAUFSICHT
Die Organe des SID ergeben sich aus der Verwaltungsvorschrift der Sächsischen Staatsregierung über den Staatsbetrieb Sächsische
Informatik Dienste (VwV SID) vom 4. Dezember 2015 (SächsABl. 51/2015).
Am 1. September 2012 übernahm Herr Dr. Sebastian Kiebusch die Geschäftsführung des Staatsbetriebes.
Der Verwaltungsrat des SID setzt sich zusammen aus Mitgliedern der Sächsischen Staatskanzlei sowie den beteiligten sächsischen
Staatsministerien. Im Jahr 2016 bildeten die folgenden Personen den Verwaltungsrat:
Thomas Popp
Leiter der Abteilung 1 der Sächsischen Staatskanzlei
Sibylle Ferkau-Permesang
Leiterin der Abteilung 1 des Sächsischen Staatsministeriums der Finanzen
Robert Bey
Leiter der Abteilung 3 des Sächsischen Staatsministeriums der Justiz
Matthias Hüchelheim
Leiter der Abteilung 1 des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst
bis Februar
Peter Salzmann
Leiter des Referats 12 / ab März
Rüdiger Raulfs
Leiter der Abteilung 1
des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz
Jochen Rest
Leiter der Abteilung 1 des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus
Dr. Ulrich Reusch
Leiter der Abteilung 1 des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft
Heike Hempel
Leiterin des Referates 14 des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
Peter Sondermann
Leiter der Abteilung 6 des Sächsischen Staatsministeriums des Innern

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Geschäftsführer
Dr. Sebastian Kiebusch
DR - 0351 3264 5100
Unternehmensbereich 1
Zentrale Aufgaben
Axel Geck
DR - 03513264 5200
Unternehmensbereich 2
IT-Service
Fred Unnasch*)
DR - 0351 3264 6200
Unternehmensbereich 3
IT-Lösungen
Uwe Kaiser*)
DR – 0351 3264 7210
Unternehmensbereich 4
IT-Betrieb
Peter Wirth
LW - 0351 3264 8400
Unternehmensbereich 5
Landesrechenzentrum
Steuern
N. N.
DS – 0351 8129 1000
Fachbereich 1.1
Kundenmanagement
Thomas Knüpfer
DR – 0351 3264 5210
Fachbereich 1.2
Personal und
Organisation
Hagen Noack*)
DR – 0351 3264 5220
Fachbereich 1.4
Vergabestelle, Recht,
Lizenzen
Bernhard Fett
DR – 0351 3264 5240
Fachbereich 1.3
Finanzmanagement
Dr. Christian Zischeck
DR – 0351 3264 5230
Fachbereich 2.3
CERT
Jörg Brünner
DR – 0351 3264 6230
Fachbereich 2.4
Projektmanagement
Fred Unnasch
DR – 0351 3264 6200
Fachbereich 2.2
Client Service
Management
Jürgen W. Wiedling
DR – 0351 3264 6220
Fachbereich 2.5
Leitstelle SVN
Jörg Schneider
DR – 0351 3264 6250
Fachbereich 2.1
Service Desk, Operating
Kerstin Putzky
DG – 0351 3264 6610
Fachbereich 3.3
Fachverfahren
Landwirtschaft
Mirko Löschner
LW – 0351 3264 7430
Fachbereich 3.2
Fachverfahren Statistik
Gunter Lorenz
KM - 0351 3264 7320
Fachbereich 3.1
E-Government- und
Querschnittverfahren
Uwe Kaiser
DR – 0351 3264 7210
Fachbereich 4.2
DB, UNIX und Mainframe
Hans-Ulrich Höhne
KM – 0351 3264 8330
Fachbereich 4.3
Verfahrensbetrieb
Renate Bachmann
DR – 0351 3264 8230
Fachbereich 4.1
RZ-Infrastruktur und
MS-Systeme
Mario Winter