image
image
| 1
Umwelterklärung 2022

2 |
Inhalt
1.
Vorwort
3
2.
Unsere Umweltleistung - in der Tätigkeit zum Ziel
4
2.1
Verwaltung und Stabsstellen
4
2.2
Immissions- und Strahlenschutz
6
2.3
Messnetzbetrieb Wasser und Meteorologie
10
2.4
Landwirtschaftliches Untersuchungswesen
14
2.5
Umweltanalytik und Naturschutzmonitoring
17
3.
Termin für die nächste Umwelterklärung
23
4.
Gültigkeitserklärung
24

image
image
image
Umwelterklärung 2022
| 3
Abbildung (Abb.) 1: der Luftgütemesscontainer für
Abb. 2: Baustelle in Brandis mit Vorderansicht zum 2. Bauabschnitt, Übergang vom
Radebeul in der Luft.
bestehenden Bürogebäude zur neuen Werkstattgarage
1. Vorwort
Die Coronapandemie hat wiederum die Ar-
beitsfähigkeit maßgeblich beeinflusst. Die
Erledigung der Arbeitsaufgaben musste
ständig mit den Hygienevorschriften zur Un-
terbrechung der Infektionsketten in Über-
einstimmung gebracht werden. Dass es den-
noch nur wenig Einschränkungen in der Auf-
gabenerledigung gab, war den Erfahrungen
aus dem Jahr 2020 aber auch dem hohen En-
gagement unserer Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter sowie ihre Flexibilität zur Ge-
staltung der Arbeitsabläufe zu verdanken.
Zur Installation eines Containers zur Luftgü-
teüberwachung am Standort Radebeul, der
zu einer „SuperSite“ ausgebaut werden soll,
war ein einmaliges Transportmanöver er-
forderlich. Am 07.12.2021 wurde der Con-
tainer mit Hilfe eines mobilen Krans an den
Häusern der eng bebauten Liegenschaft vor-
bei und über sie hinweg zielsicher bewegt.
Mehr dazu finden Sie auf Seite 7.
Der Übergang des Messstellenbaus vom
Sächsisches Immobilen- und Baumanage-
ment (SIB) an die Landestalsperrenverwal-
tung (LTV) stellte hinsichtlich der Organisa-
tion und Abstimmung ebenfalls eine größere
aber lohnende Herausforderung dar. Das
und die neue Auswirkungen für den Pegel-
bau steht auf den Seiten 10 und 11.
Im Sommer 2020 begannen die Arbeiten
zum Bau des neuen Büro- und Werkstattge-
bäudes an der Lysimeterstation Brandis. Die
Bauarbeiten verlaufen planmäßig und wer-
den bis zum Herbst 2022 beendet sein. Die
2019 begonnene und mit diesem Schritt um-
gesetzte Zusammenlegung der Dienststellen
Leipzig und Brandis am neuen gemeinsamen
Standort Brandis verschlankt die Organisa-
tion für eine effektivere Zusammenarbeit.
Die geschäftsbereichsübergreifende Zusam-
menarbeit ist in der BfUL fest etabliert. Dies
steigert die Innovationskraft unseres Staats-
betriebes, wie es z.B. bei der gemeinsamen
Anwendung und Weiterentwicklung moder-
ner Mess- und Analysetechnik sowie der
dazu gehörigen Verfahren deutlich wird. Da-
rin zeigt sich die besonders lohnende Ent-
wicklung unserer Umweltleistung, über die
wir Sie mit dieser Umwelterklärung infor-
mieren möchten.
Dr. Mathias Böttger
Geschäftsführer

image
image
Umwelterklärung 2022
4 |
2. Unsere Umweltleistung - in der Tätigkeit zum Ziel
Die in der Umwelterklärung 2021 beschriebe-
nen Umweltaspekte haben Gültigkeit. Die posi-
tive Entwicklung der damit verbundenen Aus-
wirkungen ist in der Umsetzung der Einzelziel-
stellungen und Kennzahlen ablesbar.
Das Programm für 2021 stand wiederum un-
ter dem Vorbehalt der Umsetzung des betrieb-
lichen Pandemieplanes. Die Einschränkung im
Dienstbetrieb war auch durch bessere techni-
sche Ausstattung nicht so gravierend wie zu
Beginn der Pandemie im Vorjahr. Ungefähr die
Hälfte der vorgenommenen Verbesserungs-
maßnahmen konnte umgesetzt werden.
Alle 16 Kennzahlen zur Datenverfügbarkeit im
Immissionsschutz und im Messnetzbetrieb
Wasser & Meteorologie sind erreicht.
Auch im neuen Programm für 2022 sind alle
Zielkategorien enthalten: Investitionen/Aus-
rüstung, Datenbearbeitung/-übertragung, Me-
thoden und Arbeitsmitteleinsatz.
Die Darstellung der Umweltleistung in dieser
Umwelterklärung wird wie im Jahr zuvor nicht
an Hand der Zielkategorien sortiert, sondern
erhält den direkten Bezug zu den beauftragten
Tätigkeitsfeldern der einzelnen Geschäftsbe-
reiche. Damit soll für kundige Mitarbeiter und
interessierte Leser die Verbindung zwischen
täglicher Arbeit und erzielter Verbesserung
leichter erkennbar sein.
Dabei werden nur die Tätigkeitsbereiche be-
nannt, für die eine Zielstellung oder eine Kenn-
zahl gebildet wurde, und für diese wird jeweils
die Gesamtzahl der erbrachten Leistung ange-
geben, damit eine gewisse Vorstellung von der
Größenordnung möglich ist.
Die mehrjährige Darstellung der Umweltleis-
tung erfolgt aus Platzgründen mindestens für
das aktuelle Abrechnungsjahr, das Vorjahr und
das der Einführung bzw. der ersten Darstel-
lung innerhalb der Umwelterklärung.
Die Bewertung der Zielstellungen für 2021
wird durch die Symbole angezeigt:
= erfüllt,
= nicht erfüllt,
zusätzlich=über Plan, d. h. Chance genutzt.
2.1
Verwaltung und Stabsstellen
Standortbewirtschaftung:
8 Standorte, davon 5 mit geeignetem Au-
ßengelände.
Die insektenfreundliche Bewirtschaftung un-
serer Grünflächen wird natürlich fortgesetzt.
Zur Einrichtung von Nisthilfen an Standor-
ten und Messstellen fanden Besichtigungen
mit ortskundigen Fachleuten des Natur-
schutzbundes statt, um Bedarf und Möglich-
keiten zu prüfen. Die Maßnahmen werden
2022 voraussichtlich abgeschlossen.
Dabei wurde auch betrachtet, welche Fens-
terfronten einen wirksamen Schutz gegen
Vogelschlag erfordern und diese entspre-
chend ausgestattet.
Am Standort Radebeul wurden die großen
Fensterfronten der 1. Landesmessstelle für
Umweltradioaktivität und der Übergang zum
Verwaltungsgebäude mit Schutzfolien verse-
hen.
Abb. 3: unwirksame Schutzmaßnahmen im Übergang von Haus 1 zu
Haus 2 am Standort Radebeul bis 2021.
Abb. 4: fensterreicher Übergang mit geeigneter Schutzfolie ab 2021.
Seit der Anbringung wurden keine Vogel-
schlagvorkommnisse mehr festgestellt.

image
Umwelterklärung 2022
| 5
Ziel 2022: Die Möglichkeiten zur Nutzung Er-
neuerbarer Energien wird im Rahmen einer
Machbarkeitsstudie geprüft, die 2022 abge-
schlossen wird.
Im Rahmen des Masterplans „Klimabewusste
Landesverwaltung“ sollen unter anderem die
Möglichkeiten der Elektro-Mobilität im Ge-
schäftsbereich des Sächsischen Staatsminis-
teriums für Energie, Klimaschutz, Umwelt
und Landwirtschaft (SMEKUL) vorange-
bracht werden.
Für die Elektrifizierung der Fuhrparke wur-
den Rahmenbedingungen festgelegt, deren
Umsetzung die Behörden vor große Heraus-
forderungen stellt.
Die BfUL ist in dem Vorhaben beteiligt und
wird von einigen beabsichtigten Entwicklun-
gen profitieren können.
Fuhrparkverwaltung:
52 Fahrzeuge, die von über 140 Mitarbei-
tern gefahren werden.
Der Kraftstoffverbrauch der gesamten
BfUL liegt bei 8,4 l auf 100 km. Die freiwillige
Selbstverpflichtung zur Richtgeschwindig-
keit von 130 km/h auf Autobahnen wird wei-
terhin aufrechterhalten. Datengrundlage für
die Darstellung des Gesamt-Kraftstoffver-
brauchs:
2003 2007
2013
[Max]
2017 2018
2020
[Min
]
2021
Fahrtstrecke in
1.000 Kilometer
796
855
998 919
875
846
824
Kraftstoffmenge
in 1.000 Liter
75,7 77,1
93,6
77 78,2 67,2 69,3
Verbrauch in Li-
ter/100km
9,5
9,0
9,4
8,4
8,9
7,9
8,4
Ziel ist weiterhin, den Verbrauch bei unter
9,5 l auf 100 km zu halten.
Die Fahrzeugflotte besteht überwiegend aus
Transportern mit speziellen Einbauten für
Messung und Probenahme sowie Allradfahr-
zeugen für die Arbeit in schwierigem Ge-
lände.
Informations- und Kommunikationstechnik
Betreuung von über 700 Hardwaregerä-
ten, davon 230 Arbeitsplätze, 95 Messge-
räte, 210 Geräte für Homeoffice und un-
terwegs sowie 72 Server.
Zur Aufrechterhaltung des Betriebes unter
den Bedingungen des Pandemieplanes wur-
den die Maßnahmen aus dem Vorjahr auf-
rechterhalten und zum Teil erweitert. Dafür
wurden erneut weniger dringende Vorhaben
verschoben.
Einführung von neuen Clientrechnern im
Hinblick auf Energieeinsparung, Effizienz,
Langlebigkeit und Ergonomie. Dazu wurden
veraltete Arbeitsplatz-PCs ausgetauscht oder
durch die komplette Nutzung der vorhande-
nen Laptops ganz eingespart. Das Einsparpo-
tential liegt bei 90% (von 80W auf 8W). 2021
wurde das Ersetzen der Clients im GB 5 be-
gonnen und kann voraussichtlich im Jahr
2022 abgeschlossen werden.
Integriertes Managementsystem:
Akkreditierung der Fach-GB in 24 Prüf-
bereichen mit insgesamt 507 Verfahren.
Im Rahmen der Umstellung der Akkreditie-
rung als Prüflabor auf die DIN EN ISO/IEC
17025:2018 wurden zahlreiche neue Anforde-
rungen umgesetzt, u. a. die an die Risikobe-
wertung. In den beiden Jahren der Umstellung
2020 und 2021 waren insgesamt neun Fachbe-
gutachter und der Systembegutachter an 25
Tagen zur Prüfung in allen Geschäftsbereichen
tätig.
Im Bereich Naturschutz wurde die Datener-
mittlung im Rahmen des FFH-Fledermaus-Mo-
nitoring neu in den Umfang der akkreditierten
Verfahren aufgenommen.

Umwelterklärung 2022
6 |
2.2 Immissions- und Strahlen-
schutz
Für die neue Kennzahl zur Gefahrstoffver-
wendung wurden relevante Einheiten gebil-
det und ab 2020 erfasst. Eine Bewertung
kann erst in den Folgejahren erfolgen.
Im Bereich Immissionsschutz ist die Anzahl
bestellter Gasflaschen relevant. Ein geeigne-
ter Bezug muss noch ermittelt werden.
2020
2021
Gasflaschen
36
61
Gesamtvolumen
1.102 Liter
950 Liter
Es handelt sich um 15 verschiedene Gase, die
als Kalibrier- und oder Prüfgase dienen. Die
Gebindegrößen variieren zwischen einem
und 50 Liter.
Im Strahlenschutz wird die für die Analyse
erforderliche zugegebene Aktivität in Bec-
querel (Bq)/Probe dargestellt pro Landes-
messstelle.
2020
2021
In Radebeul
1,10E+02
5,65E+1
In Chemnitz
4,52E+01
1,29E+2
Messprogramme und Beratung
mit 52 Teilprogrammen, davon
17 Allgemeine Umweltradioaktivität,
Notfallschutz, kerntechnische Anlagen;
12 Lebensmittel;
7 Radonberatung;
16 Wismut, Altstandorte, Aufsicht
Datenbearbeitung/-übertragung:
für 2022/2023: Erstellung eines Konzeptes
für den Nachfolger der aktuellen Datenbank
Umweltradioaktivität in Sachsen (DURAS).
Eine neue Version soll die Abläufe im Labor
vereinfachen und durch den Wegfall von
Auswertebögen den Papierbedarf verrin-
gern. Dabei wird die Zuordnung der Adres-
sinformation zu Probenentnahmestellen für
Aufgabengebiet „Aufsichtliche Kontrollmes-
sungen“ berücksichtigt. Die aktuelle Soft-
ware ist seit fast 20 Jahren im Einsatz. Die
Planung eines Nachfolgers laufen stetig, für
2022 ist die Sammlung von Anforderungen
zur Vorbereitung eines Pflichtenheftes vor-
gesehen.
Schaffung einer Kopplung zwischen der
strahlenschutzrechtlichen Genehmigungsda-
tenbank im LfULG (Landesamt für Umwelt,
Landwirtschaft und Geologie) und der Da-
tenbank DURAS für Anmeldung von Arbeits-
plätzen nach
§129 Strahlenschutzgesetz
(StrlSchG). Dabei ist zu prüfen, in welcher
Weise Daten aus Anmeldungen im LfULG
nach § 129 StrlSchG für spätere Auswertun-
gen in DURAS vorgehalten werden können.
Ziel für 2022.
Datenbearbeitung: Aufbau einer webba-
sierten Messprogrammanmeldung für die
Radonberatung. Zur Effizienzsteigerung soll
der im Freistaat zentral zur Verfügung ste-
hende Formularservice genutzt werden, um
Messprogrammanmeldungen online durch-
führen zu können. Kann nicht so umgesetzt
werden, u.a. wegen notwendigen Anpassun-
gen auch in der Dokumentation. Das Verfah-
ren wird vorläufig nicht realisiert.
Die Anzahl direkter Anfragen bei der Radon-
beratungsstelle erhöhte sich von knapp 400
im Jahr 2020 auf knapp 1.000 im Jahr 2021.
Die Anfragen kamen überwiegend von Ar-
beitsplatzverantwortlichen und interessier-
ten Bürgern. Schwerpunkt der Anfragen wa-
ren die Radonmessung und die Betroffenheit
durch die Messpflicht in den Radonvorsorge-
gebieten. Je nach Interessenslage wurde aber
auch nach der möglichen Radonbelastung
von konkreten Flurstücken, nach Radon-
schutzmaßnahmen beim Neubau und nach
Maßnahmen zur Radonreduzierung im Be-
standsgebäude gefragt.
Aufgrund des Stufenkonzeptes des Strahlen-
schutzgesetzes ist mit einer Wandlung der
Themenschwerpunkte der Radonberatung
von Messung zu Maßnahmen zu rechnen. Die
Radonberatung kann sich daher zu einer
Stelle weiterentwickeln, die in Zusammenar-
beit mit vielen Institutionen (aus Messtech-
nik, Bautechnik, Gesundheit, Arbeitsschutz)
eine ganzheitliche, nachhaltige Beratung leis-
ten kann.

image
Umwelterklärung 2022
| 7
Immissionsschutz
Erfassung von 166 Luftgüteparametern
an 26 Stationen
Referenz- und Kalibrierlabor (RKL);
Programm „Erneuerung der Luftmesscontai-
ner“ mit Optimierung von Standorten:
Am Standort Liebschützberg wurde der
der Container als Ersatz für den Standort
Collm aufgestellt, da dort die hohe Bewal-
dung auf dem Berggipfel die Messungen zu-
nehmend beeinträchtigte.
Aufgabe der Messstation ist neben der Über-
wachung der Luftqualität auch die Dokumen-
tation des Klimawandels. So wird die Station
künftig einen Beitrag zur flächendeckenden
Information bezüglich des Niederschlags in
Sachsen leisten. Im Rahmen des Sofortpro-
gramms der Staatsregierung wurden für das
Luftgütemessnetz vier Messgeräte zur zeit-
aufgelösten
Niederschlagsmessung
be-
schafft. Einer davon ist in der neuen Messsta-
tion integriert.
Der geplante Ersatz eines mobilen Mess-
containers zur Emissionsmessung wurde
aufgrund der dringenderen Stallmessungen
auf Ende 2021/Anfang 2022 verschoben.
Ausbau der Station RadeWahn zur Super-
Site: im Dezember wurde ein zweiter Contai-
ner
als
Nachnutzung
des
Containers
Glauchau direkt neben den bestehenden auf-
gestellt. In den Jahren 2022/23 soll der Aus-
bau weiter vorangebracht werden.
Abb. 5: Aufstellung des Containers auf der Messwiese.
Ozon-Messung in Leipzig-Mitte wurde dir-
ket mit Schließung der Station Leipzig-
Thekla gestartet, die wegen nicht behebbarer
Beeinflussung eingestellt wurde.
Zusätzlich und Abschlussziel 2022:
Verlegung nasse Deposition Schkeuditz.
Qualitätssicherung Meteorologie: Im Mess-
netz wurden zur Verbesserung der Verfüg-
barkeit bei winterlichen Verhältnissen und
zur vereinfachten Wartung vereinzelt hoch-
wertige 2D-Ultraschallanemometer (USA)
zur Erfassung der Windgeschwindigkeit in-
stalliert. Eine der zur regelmäßigen Überprü-
fung eingesetzten Meteorologie-Vergleichs-
messstationen sollte ebenfalls mit einem 2D-
USA ausgestattet werden, um die Stations-
USA äquivalent überprüfen zu können und
auch die Überprüfung der anderen Stationen
mit einer zweiten Messmethode durchführen
zu können. Das 2D-USA wurde beschafft. Die
geplante Konfiguration konnte aus Gewichts-
gründen nicht realisiert werden. Es wird nun
das zusätzliche 2D-USA vom Deutschen Kali-
bierdienst (DKD) kalibriert und im Wechsel
mit den vorhandenen Geräten getauscht.
Staubmessung: Es wurden Messgeräte
zweier Firmen getestet. Beide beruhen auf
dem Verfahren der Lichtstreuung (Nephelo-
metrie). Sie erwiesen sich für den Messnetz-
betrieb als tauglich. Es wurde ein zweites Ge-
rät als Redundanzgerät beschafft. Nach wei-
terer Beobachtung wird bei Erfolg das alte
TEOM-Gerät abgelöst. (TEOM englisch: Tapered
Element Oscillating Microbalance)
zeitaufgelöste Niederschlagmessung: Es
erfolgte im Herbst 2020 eine Beschaffung
von vier Niederschlagssensoren (zeitaufge-
löste Messung des Niederschlags mittels ei-
ner Kippwaage) durch das LfULG. Die BfUL
wird diese ins Messnetz integrieren, wie be-
reits am Standort Liebschützberg.
Wiederinbetriebnahme der Kohlenstoff-
monoxid (CO)-Strecke im RKL, Im Rahmen
der Vorbereitung eines Projektes zur Erfas-
sung von Ozon-Vorläufersubstanzen sollen
neue CO-Messgeräte mit niedriger Nachweis-
grenze angeschafft und getestet werden. Die
Auswahl eines Gaschromatografen für Pro-
jektmessungen ist 2022 geplant.
Zusätzlich und Ziel für 2022:
Projekt Ammoniak: Übernahme 14Tage-
werte aus dem Staatsbetrieb Sachsenforst;
Auswahl Ammoniak (NH3) etc. für Projekt-
messung.
Vorplanung für die Feinstaubmessungen
PM2.5 am Standort Schwartenberg ab dem
3. Quartal 2022 als Grundlage für Anwen-
dung der neuen EU-Verordnungen.

image
image
Umwelterklärung 2022
8 |
Alle Kennzahlen wurden erreicht und bleiben
bestehen. Die Darstellung teilt ein in:
Verfügbarkeit von Meteorologiedaten, HVS-
Daten (High Volume Sampler-Daten der tägli-
chen Staubprobenahme in den Fraktionen
PM2,5 und PM10) und der Temperaturüberwa-
chung. Ziel ist jeweils: 92,8 %.
Verfügbarkeit in %
2006
2010
2012
2013
2019
2020
2021
Meteorologiedaten
96,6
99,4
99,2
99,4
98,0
99,4
99,8
HVS-Daten 10
97,9
99,2
98,9
98,8
99,6
99,6
99,4
HVS-Daten 2,5
98,8
99,0
99,5
99,5
98,7
Temperatur
98,3
98,7
98,7
97,4
99,3
99,0
99,3
Gesamt- und Analysatoren-Verfügbarkeit
Verfügbarkeit
(Ziel)
2010
2012
2013
2019
2020
2021
Gesamt
90,0 %
96,2
97,2
97,0
97,6
97,8
98,0
Benzol,Toluol,Xylole (BTX) 90,0 %
95,6
92,0
93,0
93,8
95,9
96,0
Schwefeldioxid (SO2)
92,8 %
96,7
97,5
95,8
99,1
99,1
99,2
Ozon (O3)
92,8 %
97,9
98,3
98,2
97,4
97,3
99,0
Stickoxide (NOx)
92,8 %
98,3
98,8
99,0
99,3
99,1
99,0
Staubautomaten (TEOM)
92,8 %
93,2
99,0
96,1
97,2
97,3
96,7
Ausfallquote Gravimetrie, Ziel <0,1 %
Ausfallquote der
Gravimetrie in %
2010
2012
2013
2017
2018
2019
2020
2021
<0,1
<0,1
<0,1
0,03
0,03
<0,1
<0,1
0,08%
96,2%
97,2%
97,0%
97,6%
97,8%
98,0%
95,6%
92,0%
93,0%
93,8%
95,9%
96,0%
96,7%
97,5%
98,6%
99,1%
99,1%
99,2%
97,9%
98,3%
98,2%
97,4%
97,3%
99,0%
98,3%
98,8%
99,0%
99,3%
99,1%
99,0%
93,2%
99,0%
96,1%
97,2%
97,3%
96,7%
90%
92%
94%
96%
98%
100%
2010
2012
2013
2019
2020
2021
Verfügbarkeit Immissionsmessnetz
Gesamt
Benzol/Toluol/Xylol
Schwefeldioxid
Ozon
Stickoxide
TEOM
Ziel

Umwelterklärung 2022
| 9
Datenbearbeitung/-übertragung:
Die Erweiterung der Abfragemöglichkei-
ten im Rahmen der Erneuerung der Mess-
netzkommunikation zwischen Zentrale und
Stationsrechnern ist abgeschlossen. Alle Sta-
tionen sind eingebunden, die Überwachung
der Stationsabfrage wurde realisiert.
Zur Automatisierung der Standortcharak-
teristika wurden Struktur und Erweite-
rungsmöglichkeiten mit dem LfULG abge-
stimmt.
Realisierung einer Near-Realtime-Daten-
übertragung für die Mobility Particle Size
Spectrometer (MPSS) erfolgt im Zusammen-
hang mit Überarbeitung der Messungen zu
ultrafeinen Partikeln (UFP) und dem Aufbau
einer SuperSite am Standort Radebeul. Das
soll die Effizienz der Arbeit steigern und eine
schnellere Datenverfügbarkeit sicherstellen.
Beide Ziele waren bis einschließlich 2021
mit externer Unterstützung eingeplant. Es
muss jedoch der bestehende Doppelprozess
abgelöst werden. Dadurch und wegen Eng-
pässen in IT kam es zu erheblichen Verzöge-
rungen. Ziel für 2022, mindestens.
Methodenoptimierung:
Qualitätssicherung Probenahme: Die Prüf-
methode zur Bestimmung des Wirkungsgra-
des der Probenahme-Einrichtung wurde ge-
testet und in die Routine überführt.
Stickstoffdioxid-Messung:
Evaluierung des
NO2-Direktmessgerätes
an
ausgewählten
Standorten im Luftmessnetz. Vergleichsmes-
sungen haben begonnen, Stufenprogramm
wurde in 2020 abgeschlossen. Das Gerät
wurde im Referenz- und Kalibrierlabor ein-
gesetzt, soll aber nicht routinemäßig betrie-
ben werden.
Absicherung der Arbeitsfähigkeit der La-
borbereiche:
Es gibt Vorplanungen zu einem
Neubau, da die Einrichtungen für Staub-
werkstatt,
RKL,
Emissionslabor
sowie
Elektro-Werkstatt langfristig nicht vollstän-
dig den Anforderungen bzgl. Qualitätssiche-
rung (Platz), Arbeitsschutz, Brandschutz und
Radonschutz genügen. Im Jahr 2021 wurden
die Planungen über eine Diplomarbeit an der
Hochschule für Technik und Wirtschaft
(HTW) Dresden vorangebracht. Anfang 2022
soll mit SMEKUL/SIB erörtert werden, wann
und wie das Vorhaben realisiert werden
kann.
Zusätzlich:
Erneuerung Kalibriergasanlage im RKL:
Im Referenz- und Kalibrierlabor wurde die
bestehende, mehr als 20 Jahre alte Kalibrier-
gasanlage ertüchtigt und digitalisiert. Damit
wurde die Anlage bezüglich der Hardware-
komponenten und der Datenübertragung auf
den aktuellen Stand der Technik gebracht.
Dies erhöht die Zuverlässigkeit und Verfüg-
barkeit der Anlage, die vorrangig für den Ka-
librierprozess, für Vergleichsmessungen und
Qualitätssicherungsmaßnahmen
der
im
Messnetz eingesetzten Gasanalysatoren ge-
nutzt wird.
Untersuchung von Emissionen aus besonde-
rem Anlass:
4 Messkampagnen
Methodenoptimierung
Qualitätssicherung Emissionsmessung: Er-
weiterung der Evaluierung der Gasmischsta-
tion für projektbezogene Gasgemische (Fort-
führung von 2019) zur Absicherung der
Messdaten durch Vorversuche mit synthe-
tisch hergestellten Gasmischungen, Quer-
empfindlichkeiten erkennen. Die erforderli-
chen Tests konnten abgeschlossen werden.
Die Ende 2019 beschaffte Gasmischstation
wurde in einen regelmäßigen Betrieb über-
führt.

image
image
Umwelterklärung 2022
10 |
2.3 Messnetzbetrieb Wasser und
Meteorologie
Oberflächenwasser
(OW) Stand und Menge:
Betrieb von 205 Pegelanlagen, davon 101
Hochwasser-Meldepegel;
Durchflussmessungen: 1.215
Pegelbau
Investition/Ausrüstung:
Erweiterung durch RiverPro (Durchfluss-
Messsystem für flache Gewässer)
Ziel für 2022: Solaranlage und Erweiterung
der ADCP Messtechnik (Ultraschall-Doppler-
Profil-Strömungsmesser).
Methodenoptimierung:
Messungen bei Hochwasser:
Die Tests mit
dem Radarmessgerät konnten nach dem
Ende der niederschlagsarmen Periode trotz
Pandemieeinschränkungen
beginnen.
Es
wurden noch nicht alle Wasserstände er-
fasst. Die Testung wird mindestens im Jahr
2022 fortgeführt. Bei Eignung ist die Be-
schaffung für den Einsatz in anderen Fachbe-
reichen des GB 3 vorgesehen.
Am Pegel Zwickau wurde am 30. September
ein Messtechnikertag mit Teilnehmenden
aus allen Fachbereichen durchgeführt. Ne-
ben der Anwendung der Messgeräte und der
obligatorischen Vergleichsmessung zur Qua-
litätssicherung stellte eine externe Firma
auch neue Messgeräte und Hilfsgeräte vor.
Diese wurden einer Testung und Beurteilung
unterzogen.
Abb. 6: Messtechnikertag mit Vergleichsmessung am Pegel Zwickau.
Pegelbau zur Verdichtung des Messnetztes
und zum Ersatz:
11 Maßnahmen wurden insgesamt betreut,
davon konnte eine fertiggestellt und 5 neu in
Angriff genommen werden.
Abb. 7: neuer Pegel Sebnitz 3 mit Nisthilfe.
Neben der Verzögerung durch seit Jahren zu-
nehmend komplexere genehmigungsrechtli-
che Verfahren wirkten auch die Einschrän-
kungen durch die Corona-Pandemie und Lie-
ferkettenprobleme weiter fort.
Durch
eine
Entscheidung
des
SMEKUL
wurde der gesamte Messstellenbau der BfUL
im Sommer organisatorisch neu geregelt.
Künftig wird der Staatsbetrieb Landes-tal-
sperrenverwaltung (LTV) für diese Aufgabe
zuständig sein.
Die grundlegende Neuregelung erfordert in
der Phase ihrer Einführung in den Jahren
2021 und 2022 einen erhöhten Abstim-
mungsbedarf, um die gesamte Ablauf- und
Prozessorganisation neu aufzustellen.
Dies und die Priorisierung des SMEKUL für
den Neubau von Grundwassermessstellen
des Nitratmessnetzes gegenüber dem Pegel-
bau werden dazu führen, dass in nächster
Zeit insgesamt weniger Pegel gebaut werden.
So ist im laufenden Jahr im Bereich der allge-
meinen Pegelbaumaßnahmen einzig der Pe-
gel Sebnitz 3 fertig gestellt worden.
Ziel für 2022:
7 Fertigstellungen und
4 Neubeginne.
Kennzahl
zur Verfügbarkeit der Daten per DFÜ, Zielgröße 97 %.
Gesamt
2006
2012
2013
2019
2020
2021
Pegelanzahl
173
179
187
198
198
205
Ausfalltage
371
113
242
156
225
282
Maximalverfügbarkeit
63.145
65.335
68.255
72.270
72.270
74.825
Tage mit Daten
62.774
65.222
68.013
72.114
72.045
74.543
Verfügbarkeit in %
99,4
99,8
99,6
99,8
99,7
99,6

image
image
Umwelterklärung 2022
| 11
Grundwasser (GW) Stand und Menge:
Betrieb von vier Messnetzen mit insge-
samt 1.359 Messstellen;
Standsmessungen: rund 96.500 durch
Beschäftigte, ehrenamtliche Beobachter
und digitale Datensammler mit DFÜ;
Betreuung ehrenamtliche Beobachter.
Messstellenausrüstung:
Nachrüstung von
18 GW-Messstellen (GWM) mit Datensamm-
lern und Datenfernübertragung (DFÜ). Ziel
für 2021: Datensammler und DFÜ an 15
GWM.
Abb. 8: Ausrüstung der Unterflurmessstelle Burgstädt mit DFÜ.
Kennzahl
zum Messnetz „Hochwasser im
Grundwasser“, Verfügbarkeit der Daten per
DFÜ, Zielgröße 97 %.
Gesamt
2011
2012
2013
2019
2020
2021
Messstellen
106
115
120
195
203
212
Maximalverfüg. 38.690 41.975 43.800 71.175 74.095 77.380
Tage mit Daten 37.814 40.647 43.189 69.926 72.434 76.669
Verfügb. in %
97,7
96,8
98,6
98,2
97,8
99,1
In der Datentabelle ist die Entwicklung des
Messnetzes gut ablesbar. In 2011 waren 106
Messstellen mit DFÜ ausgestattet und zum
Ende des Jahres 2021 sind es mit 212 genau
doppelt so viele.
Grundwasser Beschaffenheit:
Betrieb von fünf Messnetzen
Durchführung von 604 Probenahmen;
Messstellenbau und Projekt „Ausbau
Grundwasser Nitratmessnetz“.
Kennzahl
zur Verfügbarkeit durch Erfül-
lung der Probenahme (PN), Ziel: 97 %.
Gesamt
2006
2012
2013 2019
2020
2021
beauftragte PN
907
775
743
687
651
615
durchgeführte PN
890
763
736
674
632
604
Erfüllung in %
98,1
98,5
99,1
98,1
97,1
98,2
Abb. 9:Grundwasserprobenahme an der Messstelle Leubnitz
Messstellenbau:
Bis Ende 2024 liegt die
Priorität
beim
Messstellenbau
auf
der
Errichtung von Messstellen des „Nitrat-
messnetzes“. 2021 wurden 11 Maßnah-men
begonnen.
Ziel für 2022: 48 Messtellen.
Derzeit sind in Sachsen noch zahlreiche
Grundwasserkörper mit hohen Nitratkon-
zentrationen belastet. Bereits im Mai 2018
wurde eine Fachkulisse Grundwasser für
Nitrat und eine Abgrenzung nitratgefähr-
deter
Gebiete
gemäß
Düngeverordnung
erarbeitet. Ausgehend von diesen Ergeb-
nissen erfolgte eine Planung des Neubaus
von Messstellen und eine Verdichtung des
staatlichen
Beschaffenheitsmessnetzes
in
den nitratgefährdeten Gebieten sowie an
deren Rändern, um eine bessere Daten-
grundlage zur Abgrenzung zu erzielen.
Im November 2020 trat die Neuregelung der
Allgemeinen
Verwaltungsvorschrift
zur
Ausweisung von mit Nitrat belasteten und
eutrophierten Gebieten in Kraft.
Die damit einhergehenden bundeseinheit-
lich verbindlichen qualitativen Anforderun-
gen an die verwendeten Grundwasser-

image
image
Umwelterklärung 2022
12 |
messstellen und die Messstellendichte zur
bundeseinheitlichen
Ausweisung
dieser
Gebiete erfordern weiterführende Arbeiten
zur Verdichtung des Nitratmessnetzes.
Im Zuge des Projektes „Ausbau Nitrat-
messnetz“ werden bis Ende 2024 in einem
mehrstufigen Planungs- und Bauprozess
insgesamt
131
Grundwassermessstellen
(davon 122 mit Schwerpunkt Nitrat und 9
Bergbau/Moore)
zur
Verdichtung
des
Messnetzes gebaut. Ziel ist es, die Anzahl
repräsentativ zu erhöhen, so dass eine
Regionalisierung der Nitratkonzentrationen
im Grundwasser mit fachlich anerkannten
und geostatistisch gesicherten Interpola-
tionsverfahren durchgeführt werden kann,
die auf einem größeren Datensatz beruht.
Dadurch ist die Realisierung der anderen
Baumaßnahmen
gehemmt
und
wird
überwiegend erst ab 2025 erfolgen.
Einzelne Messstellen zur Erhebung wichtiger
Daten, wie zum Beispiel die Messstelle
Sachsenburg,
konnten
trotzdem
gebaut
werden.
Abb. 10: Bohrarbeiten zum Bau der Grundwassermessstelle Sachsen-
burg
Niederschlag:
Betrieb von 43 automatischen Nieder-
schlagsmessgeräten (Ombrometer) mit
DFÜ;
Messnetz-Verdichtung:
wie beabsichtigt
wurden 2 neue Standorte realisiert und 6
Ombrometer an Stationen des Agrarmeteo-
rologischen Messnetzes (AMN) nachgerüs-
tet. Diese neuen Messgeräte gewährleisten
eine höhere Betriebssicherheit durch deut-
lich größere Aufnahmevolumina. Das Projekt
wurde damit abgeschlossen.
Abb. 11: Neues Ombrometer an der AMN Station Pommritz
Methodenoptimierung:
Zur Umrüstung der Generation Pluvio¹ auf
die neue Generation Pluvio² wurden zwei
Messstellen planmäßig ausgestattet. 2022
sind weitere zwei Messstellen umzurüsten.
Die Umrüstung soll in 2024 für alle Messstel-
len abgeschlossen werden.
Kennzahl
zur Verfügbarkeit der Daten per
DFÜ, Zielgröße 95 %.
Gesamt
2013
2019
2020
2021
Stationen
22
29
31
43
Ausfalltage
5
1.389
463
44,2
Verfügbarkeit in %
99,9
86,9
95,9
99,7
Bodenwasser, Lysimeter:
Betrieb von 28 wägbaren Lysimetern
und 19 Versickerungsmessern, einem bo-
denhydrologischem Messplatz und einer
Klimastation einschließlich der landwirt-
schaftlichen Bewirtschaftung des Lysi-
meterfelds;
mit täglicher Erfassung und Auswertung
aller relevanten Daten zur Witterung so-
wie zum Wasser- und Stoffhaushalt.
Methodenoptimierung:
Überprüfung von Messnetzen: Zur Untersu-
chung von Stickstoffgehalt und Pflanzen-
schutzmitteln (PSM) in Böden werden Pro-
benahme und Datenauswertung fortgesetzt.
Mittels der Isotopenuntersuchung können
wertvolle Informationen für die Bewertung
der Wasser- und Stoffflüsse in den Lysime-
tern und Erkenntnisse über die Herkunft des
Nitrats im Sickerwasser geliefert werden.
Erste Ergebnisse dieser Untersuchungen
wurden im LfULG vorgestellt. Die Fortset-
zung ist bis mindestens 2023 vorgesehen.

image
Umwelterklärung 2022
| 13
Bodenwasser, Bodendauerbeobachtung:
Betrieb von 4 Bodendauerbeobachtungs-
flächen/-stationen Level2 (BDF II);
Investition/Ausrüstung:
An der BDF II Station Lippen erfolgte die
Teilautomatisierung der Probengewinnung.
Diese ermöglicht die Beibehaltung der 14-tä-
gige Probengewinnung und Verlängerung
des Befahrungsrhythmus von 14 auf 28 Tage.
Es besteht die Möglichkeit, dass der Verbleib
der Proben in der Station Einfluss auf die zu
untersuchenden Parameter hat. Um dies
festzustellen und auszuschließen, wird 2022
eine Probenkühlung in der Station Lippen
eingerichtet.
Die
Teilautomatisierung
der
Stationen
Schmorren und Köllitsch ist für 2022 ge-
plant.
Agrarmeteorologie:
34 automatische Stationen zur Wetterda-
tenerhebung für die Pflanzenschutzvor-
hersage.
Kennzahl zur Verfügbarkeit der Daten per
DFÜ, Zielgröße 97 %.
Gesamt
2012
2013
2019
2020
2021
Stationen
33
35
34
34
34
Ausfalltage
594
112
30,7
35,0
34,4
Verfügbark. in %
95,1
99,1
99,8
99,7
99,7
Für den Messnetzbetrieb Wasser
und Meteorologie insgesamt
Datenbearbeitung OW/GW:
Umstellung der Messstellen- und Beobach-
ter-Datenbank auf neue Access 2010 Ver-
sion; Implementierung von Erweiterungs-
modulen bleibt als Ziel bis 2023.
99,4%
99,8%
99,6%
99,8%
99,7%
99,6%
98,1%
98,5%
99,1%
98,1%
97,1%
98,2%
96,8%
98,6%
98,2%
97,8%
99,1%
95,1%
99,1%
99,8%
99,7%
99,7%
99,9%
86,9%
95,9%
99,7%
80%
82%
84%
86%
88%
90%
92%
94%
96%
98%
100%
2006
2012
2013
2019
2020
2021
Leistungskennzahlen des GB 3
Pegel-DFÜ
GW-PN
HW im GW
AgrarMM
OmbroMM
Ziel

image
image
Umwelterklärung 2022
14 |
2.4 Landwirtschaftliches Untersu-
chungswesen
Boden, Düngemittel:
Bodenuntersuchungen für 72.713 Para-
metern in 16.155 Proben;
Düngemitteluntersuchungen für 17.063
Parameter in 693 Proben.
Methodenoptimierung:
Für die Anwendung der Stickstoffbestim-
mung nach DUMAS wurden1 keine konkre-
ten Veränderungen vorgenommen. Soweit
die Vorgaben des Auftraggebers es zulassen,
wird die Anwendung 2022 ausgebaut.
Methodenerweiterung:
Die Methodeneinführung zur Bestimmung
von Cr6+ in Düngemitteln für die Überprü-
fung der Grenzwerte gemäß Düngemittelver-
ordnung ist noch nicht abgeschlossen, Ziel
für 2022. Cr6+ = 6-wertiges Chrom, ist toxisch.
Pflanzen und Futtermittel:
Pflanzen- Futtermittelanalytik für
103.341 Parameter in 11.678 Proben
Die NIRS-Kalibrationen Silomais wurde
um den Parameter ADFom ergänzt.
Für die Kalibrierung "Maissilage" steht
dies noch aus und ist Zielstellung für 2022.
Dabei kommt eine neue Energieschätzformel
für Maisprodukte zur Anwendung, veröffent-
licht von der Gesellschaft für Ernährungs-
physiologie.
Abb. 12: Kompletter Ansatz für die mikrobiologische Qualitätsbeurtei-
lung von Silagen.
Methodenoptimierung:
Pflanzen: Nach Vorliegen von entspre-
chendem Datenmaterial wird die NIRS (Nah-
infrarot-Spektroskopie) zur Analyse von
pflanzlichen Materialien auf organische In-
haltsstoffe angewendet. Fortsetzung in 2022,
ebenfalls nach den Vorgaben des Auftragge-
bers.
Beschaffung eines LC/MS-Systems (Hoch-
auflösung) Verbesserung der Möglichkeiten
zur Bestimmung unerwünschter Stoffe (z.B.
PSM) in landwirtschaftlichen Matrices. Gerät
12/2021 geliefert; Weiterführung mit Instal-
lation, Inbetriebnahme und Methodenetab-
lierung im Jahr 2022.
(LC/MS = Flüssigchromatographie mit Massenspekt-
rometrie-Kopplung)
Abb. 13:Hochauflösendes Massenspektrometer für die organische
Rückstandsanalytik
Ziele für 2022 Ressourcenschonung und Me-
thodenoptimierung:
Neues Gerät zur Rohfettbestimmung be-
stehend aus Hydrolyse und Extraktion.
Durch ein optimiertes Spülverfahren wird
weniger Wasser verbraucht.
Mycotoxinanalytik:
Zusammenführung
der bislang mit Einzelmethoden zu bestim-
menden Parameter Aflatoxin B1, OTA, ZEA
und DON in einer Multimethode nach DIN
17194, ermöglicht Reduktion des Chemika-
lien- und Ressourceneinsatzes.

Umwelterklärung 2022
| 15
Saatgut, Landwirtschaftliche Erzeugnisse:
Analytik auf gentechnisch veränderte Or-
ganismen (GVO) bei Futtermitteln und
Saatgut;
Saatgutuntersuchungen für 14.550 Pa-
ramter in 4.741 Proben;
Methodenoptimierung
GVO-Analytik:
Er-
weiterung des Untersuchungsspektrums für
den Nachweis und die Quantifizierung von
gentechnischen Veränderungen in Futter-
mitteln und Saatgut wurde nach Anforderun-
gen kontinuierlich umgesetzt. 2021 wurden
10 weitere real-time PCR-Nachweismetho-
den verifiziert und damit etabliert für:
gv-Raps MS11; MS8 und MS1;
gv-Raps RF2 und RF1;
gv-Mais MHZHG0JG;
gv-Mais MZIR098
gv-Mais MON87419.
Über die Etablierung von gv-Soja GMB151
und NOST-SOEC hatten wir in der Erklärung
2021 bereits berichtet, weil sie direkt zum
Jahresbeginn verifiziert wurden.
Im Rahmen des sächsischen Saatgutmonito-
rings auf gentechnisch veränderte Organis-
men (GVO) kamen 2021 insgesamt 52 Saat-
gutproben der Fruchtarten Mais, Raps, Soja
und Senf zur Untersuchung.
Fortsetzung für 2022 nach Anforderungen
bzw. Bedarf.
PCR:
Validierung einer Duplex-real-time
PCR-Methode für den Nachweis gentechni-
scher Veränderungen mit dem tg7 und TE9-
Kontrukt in Saatgut. Durch Kombination in
einer Duplex-PCR-Methode werden PCR-Re-
agenzien-Mengen, Verbrauchsmaterial und
der Arbeitsaufwand reduziert.
PCR = polymerase chain reaction, Poly-
merase-Kettenreaktion.
tg7: Gen-Terminator in der Transkript 7 Gen
3‘ Region.
TE9: Gen-Terminator der kleinen Unterein-
heit
der
Ribulose-1,5-bisphosphatcar-
boxylase.
Ziel für 2022: Das validierte Verfahren ist in
der Routine nicht robust und soll durch Än-
derung von Reagenzien verbessert werden.
Investition: Beschaffung eines weiteren
real-time PCR-Gerätes (ggf. digitales PCR-Ge-
rät). Das alte Gerät wurde vom GB 5 über-
nommen und dient zur Erweiterung um die
molekularbiologischen Methoden in der Ge-
wässerökologie und im naturschutzfachli-
chen Monitoring.
Ziel für 2022:
Beschaffung eines neuen Klimaschrankes
für die Keimfähigkeitsprüfung von Saatgut
insbesondere von Gräsern, der nur mit ger-
ingen Mengen an entionisiertem Wasser be-
trieben werden kann. Damit wird ein alter
Klimaschrank ersetzt, der mit großen
Mengen von entionisiertem Wasser läuft.
Entionisiertes Wasser wird in einem Rei-
nigungsprozess hergestellt und enthält
keine Salze und Ionen mehr.
.. wird auch als VE-Wasser (vollentsalzt),
Bügelwasser oder Deionat bezeichnet.
.. ist wie Schmelzwasser eines Gletschers,
eignet sich nicht als Trinkwasser, weil es
dem Körper wichtige Mineralien entzieht.
Phytopathologie:
Virologie/Bakteriologie für: 13.817 Para-
meter;
Mykologie für 4.084 Parameter;
Zoologie für 8.163 Parameter.
Datenbearbeitung
Etablierung
des
Se-
quenzanalyse-Programms (Geneious), zur
Senkung möglicher Analysefehler und damit
Optimierung der Analyse. Zunächst war die
Methode in der Anwendung von wenigen
Mitarbeitern. Weitere wurden dazu ange-
lernt.
Zusätzlich:
Die vorgezogene Investition in ein neues Gel-
Dokumentationssystem ermöglicht für 2022
die Etablierung und den Vergleich mit dem
alten System.
Weitere Ziele für 2022:
Austausch UV-Licht in Klimakammer für
mykologische Untersuchungen in energie-
sparende UV-LEDs mit segmentaler Steue-
rung
Austausch der Beleuchtung in den Biozel-
len durch LEDs

Umwelterklärung 2022
16 |
Für das Landwirtschaftliches Un-
tersuchungswesen insgesamt
Gefahrstoffeinsatz:
auf Grundlage der jähr-
lichen Bestellmenge an Chemikalien.
Das Verhältnis von Einsatz pro Analyse ist
angestiegen. Das hängt mit der geringeren
Analysenzahl durch die Pandemie zusam-
men und mit Bevorratungen, da eine nicht
unerhebliche Preissteigerung angekündigt
wurde.
Arbeitsmitteleinsatz-Analysenbedarf
geht
nicht mehr in die Darstellung ein, weil er
keine Aussagekraft hat. Die Planung der Ana-
lysen erfolgt gemäß den Anforderungen des
LfULG. Diese sind innerhalb des Jahres zahl-
reichen Änderungen unterworfen, die eine
flexible Reaktion erfordern. So wurden z.B.
im Bereich der Düngemittelverkehrskon-
trolle pandemiebedingt nur ca. 2/3 der Pro-
ben genommen und untersucht. Im Bereich
der Virologie und Bakteriologie wurden da-
gegen erheblich mehr Untersuchungen ange-
fordert.
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
fest in kg
51
40
19,6
32,4
109
44,7
25,7
28,4
59,8
44,8
60,4
73,5
flüssig in kg
1.319
1.650
549,2
912,1
1.591
1.623
1.341
1.331 1.522,6
1.537,9
1.475
1.570
Parameteranzahl
308.320 283.679 276.379
308.791 331.590
329.210 332.753 321.415 320.370
313.107 316.000
240.181
fest in g/Param.
0,17
0,14
0,07
0,10
0,33
0,14
0,08
0,09
0,19
0,14
0,19
0,31
flüssig in g/Param.
4,28
5,82
1,99
2,95
4,80
4,93
4,03
4,14
4,75
4,91
4,67
6,54
0
1
2
3
4
5
6
2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021
Gefahrstoffeinsatz im GB 4
fest in g/Parameter
flüssig in g/Parameter

image
Umwelterklärung 2022
| 17
2.5 Umweltanalytik und Natur-
schutzmonitoring
Feststoffanalytik
1.227 Probenaufbereitungen, davon 661
Bodenproben, 73 Gesteinsproben und
493 Sedimentprobenstimmung;
1.057 Bestimmungen zur Bodenphysik;
11.025 Bestimmungen zur Anorgani-
schen Analytik, davon 2.201 zum Luft-
messnetz (Schwermetalle, Ruß, Staubnie-
derschlag);
6.091 Bestimmungen zur Organischen
Analytik, davon 1.431 im Luftmessnetz.
Methodenerweiterung:
Die methodischen Arbeiten für die Analy-
tik von Anhydromonosacchariden (Levo-glu-
cosan, Galactosan, Mannosan) aus Luftstaub
sind abgeschlossen, die Messungen beginnen
im Jahr 2022.
Ziel für 2022: SOP-Erstellung und Ver-
gleichsuntersuchung. Diese Stoffe werden
als Marker zur Ermittlung des Rußanteils aus
der Holzverbrennung genutzt und sollen in
den Routinebetrieb des sächsischen Luftgü-
temessnetzes integriert werden.
Methodenoptimierung:
Einarbeitung der Sedimentanalytik auf Di-
oxine, Dibenzofurane und dioxinähnliche
PCB (Polychlorierte Biphenyle) muss auf
Grund fehlender Kapazitäten auf 2023 ver-
schoben werden.
Gewässergütemessstationen
fünf Gewässergütemessstationen mit che-
mischen, biologischen Online-Monitoren,
automatischen Probennehmern;
Investition/Ausrüstung:
Zur Wiederherstellung und langfristigen Si-
cherung des Betriebs der Messstation Bad
Düben wurde das Entnahmebauwerk umfas-
send rekonstruiert. Im Verfahren waren na-
turschutzrechtliche Belange zu berücksichti-
gen. Im Oktober konnte mit dem Bau begon-
nen werden. Die Wiederinbetriebnahme ist
für 2022 geplant. In Abstimmung mit dem
LfULG erfolgen bis dahin verdichtend wö-
chentliche Stichtagsbeprobungen sowie mo-
natliche Schwebstoffentnahmen an der Verei-
nigten Mulde in Bad Düben.
Messstation Schmilka:
Die Datenübertragung wurde von analog
auf digital umgestellt. Das ermöglicht den
ortsunabhängigen Zugriff auf Mess- und Pro-
benahmegeräte der Station über das BfUL-
Netz.
Der Monitor wurde installiert. Er infor-
miert Passanten über die Funktionsweise,
die Aufgaben und die aktuellen Messdaten
der Station.
Abb. 14: Monitor an der Gewässergütemessstation Schmilka
Das Analysegerät zur Überwachung auf
Ammonium wurde mit einem neuen Mess-
verfahren ausgestattet, das im Routinebe-
trieb läuft. Für dieses Messprinzip sind keine
toxischen Chemikalien mehr nötig und wir
rechnen mit geringeren Ausfallzeiten, weil
dafür keine Filtration nötig ist.
Ziele für 2022:
Ammoniummonitor mit automatisierter
Mittelkontrolle einrichten, das verringert
den Wartungsaufwand und verbessert die
Verifizierung der Ergebnisse.
neuer
Ammoniummonitor
analog
zu
Schmilka in Bad Düben (2022 bis 2023).
Probenahme
Probenahme Fließgewässer mit 5.753,
davon 5.159 Wasserproben, 252 Proben
Biologie und 510 Sedimentproben;
Probenahme Standgewässer mit 127 Be-
fahrungen.
Verdunstungspfanne am Badesee Halben-
dorf zur Ermittlung der Seeverdunstung
wurde aufgebaut, erster Test verlief positiv,
bisher noch kein vollständiger Jahresgang –
der Abgleich mit den theoretischen Daten
wird für einen längeren Zeitraum nötig sein.
Aufbau und Testung der Möglichkeit einer
automatisierten Sichttiefenerfassung zur Er-

image
image
Umwelterklärung 2022
18 |
fassung der Belastbarkeit dieser bewer-
tungsrelevanten Größe (Minimierung von
Fehlern und Messwertstreuungen):
Der Prototyp 2 ist derzeit in der Testphase,
2022: Kontaktaufnahme zur BTU Cottbus
(Brandenburgische Technische Universität
Cottbus-Senftenberg) und im Folgejahr zur
Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft um
automatisierte Bildbearbeitung voranzutrei-
ben. Auch wenn mit dem Abschluss erst 2023
zu rechnen ist, ist das Ziel für 2021 erreicht.
Erarbeitung und Anpassung einer neuen
Sondenschnittstelle durch Anwendung eines
neuen Programms mit mehr Flexibilität ist
teilweise erfüllt. Die Schnittstelle ist pro-
grammiert, aber die entsprechenden Proto-
kolle müssen in 2022 angepasst werden.
Wasseranalytik
Laborstandorte Nossen, Bad Düben, Chem-
nitz und Görlitz.
Allgemeine Analytik mit 92.746 Bestim-
mungen, davon Luftanalytik: 550 Analy-
sen Nasse Deposition;
Metallanalytik mit 7.325 Bestimmungen,
davon 480 im Grundwasser;
Organische Analytik mit 27.772 Bestim-
mungen;
Projekt Braune Spree
Die Verwendung von SPE-Disks zur Pro-
benvorbereitung nach CEN/TC 230 für aus-
gewählte Parameter könnte die Erfassung
von schwebstoffgebundenen Schadstoffen
verbessern. Die Kosten-Analyse hat ergeben,
dass die Verwendung nicht praktikabel ist.
Spe-Disks sind Festphasenextraktionsscheiben für ein
breites Spektrum von Schadstoffen.
Methodenoptimierung:
6 Stoffe entsprechend „Watchlist“ wurden
neu in die Routineanalytik aufgenommen.
Für 11 Stoffe konnten niedrigere Bestim-
mungsgrenzen erzielt werden. Das wird in
2022 weiter fortgeführt.
Investition in Analysegeräte/Ausrüstung:
Die Ersatzbeschaffung der Titrationssysteme
zur Bestimmung der Säure-Base-Kapazität
für alle Laborstandorte, um die Reproduzier-
barkeit der Messungen zu verbessern und
Geräteausfälle zu reduzieren, wird in 2024
erneut geprüft. Die Geräte aller Standorte
sind in einem sehr guten Wartungszustand
und derzeit ist keine innovative Weiterent-
wicklung erhältlich.
Ersatzbeschaffungen der TOC/TNb-Analy-
satoren an den Standorten Bad Düben und
Nossen sowie des Kationenchromatografs
am Standort Chemnitz wurden verschoben
auf 2022 bzw. 2023, da bei allen drei Geräten
Anfang 2021 der Austausch kostenintensiver
Ersatzteile erfolgte und dadurch der Weiter-
betrieb der Geräte wirtschaftlich sinnvoll ist.
(TOC = gesamter organischer Kohlenstoff; TNb = gesamter
gebundener Stickstoff)
neu eingeführte ICP-MS Software (Mass-
Hunter 5.1) verringert die Störungsanfällig-
keit (spektrale Interferenzen) bei der Metall-
bestimmung und verbessert die Qualitätssi-
cherung. (ICP-MS= Massenspektrometrie mit induktiv ge-
koppeltem Plasma)
Projekt Braune Spree: Die Erfassung der
Sulfatfrachten in der stark eisenhaltigen
Spree am Pegel Spreewitz ist durch Einsatz
eines Divers möglich. Die Testung der Eig-
nung einer Multiparametersonde zur konti-
nuierlichen Datenerfassung war über meh-
rere Wochen erfolgreich. Die Trübung lässt
sich damit nicht erfassen. Datenübertragung
per Sonde an verschiedene Arbeitsplätze
war erfolgreich, allerdings ist das Sonden-
System mit einem hohen Wartungsaufwand
verbunden.
Abb. 15: Multiparametersonde Spreewitz beim Einbau.
Abb. 16: Eisenablagerung auf der Sonde nach einer Woche Einsatz.

image
Umwelterklärung 2022
| 19
Weitere Ziele:
2022 in Chemnitz: Ersatzbeschaffung
AOX Gerät um Ausfallzeiten zu reduzieren,
Bestimmungsgrenzen zu senken und Ver-
brauchsmittelkosten zu senken. Probenge-
fäße sind mehrfach verwendbar. AOX=Grup-
pennarameter, die Summe der an Aktivkohle adsor-
bierbaren organischen Halogene wird bestimmt.
2022-2023 in Görlitz: Beschaffung eines
Spezial-Ionenchromatographen mit Online-
Abtrennung von Organik (Huminstoffe) zur
Verbesserung der Qualität der Ergebnisse,
Reduzierung der Ausfallzeiten und Verringe-
rung der Nutzung von Einmalkartuschen.
Gewässerökologie
496 Bestimmungen zur Laborbiologie,
1.057 zur Feldbiologie Fließgewässer;
1.114 zur Feldbiologie Standgewässer.
Die Umrüstung der Mikroskopkameras
und der zugehörigen Software ist erfolgt und
die Mitarbeiter entsprechend geschult. Die
Technik ist im Einsatz.
Im Rahmen der Teilnahme an bundeswei-
tem Projekt zur Erprobung molekularbiolo-
gischer Methoden für Makrozoobenthos
(MZB) und Diatomeen wurde die Proben-
ahme an ca. 30 Messstellen, aufgeteilt auf die
4 Gewässertypen, erfolgreich und planmäßig
durchgeführt, erste Ergebnisse des Projektes
werden im März 2022 präsentiert. Erste Aus-
wertungen des Projektnehmers zeigen, dass
die verwendeten Probe-nahme- und Konser-
vierungsmethoden geeignet sind und dass
mit den Barcoding-Verfahren zahlreiche zu-
sätzliche Taxa detektiert werden können. Die
Interpretation und Qualitätssicherung der
molekularbiologischen Ergebnisse wird aber
auch in den kommenden Jahren eine Heraus-
forderung bleiben und noch viel Grundlagen-
forschung und Methodenoptimierung erfor-
dern. Für 2022: Teilnahme im Projektbeirat,
Auswertung der Ergebnisse.
Einführung von effektbasierten Methoden
für wirkungsbasierte Tests in OW-Körpern:
Proben für Hefereportergen-Tests (A-YES-
Test: endokrine/hormonähnliche Wirkung)
sind erst im Messnetz 2022 festgelegt. Etab-
lierung des Hefereportergen-Tests A-YES für
2022. Weitere Einarbeitung des AMES-Test
(Bestimmung des mutagenen Potentials).
Zielstellung bis 2023.
Die Methoden des Effektbasierten Monito-
rings (EBM) ermöglichen es ohne genaue
Stoffkenntnis die Wirkung von Stoffen oder
Stoffgemischen im Wasser auf Organismen
zu testen und nach Wirkung einzuordnen.
Ausgehend hiervon ist nachfolgend eine ge-
zielte Analyse von Stoffen oder Stoffgruppen
mit einer bestimmten Wirkung, bspw. endo-
krin, möglich. Darüber hinaus weisen die
Tests des EBM eine höhere Sensitivität auf,
als die bekannten Tox-Tests zur Analyse von
Abwässern.
Abb. 17: Probenbearbeitung für den Ames-Test.
Naturschutzmonitoring
4.665 begutachtete Flächen bzw. Unter-
suchungsgebiete im FFH-Monitoring
(FFH = Fauna-Flora-Habitat);
50.077
Hektar untersuchte Fläche mit
insgesamt 1.485 Zählgebieten und Objek-
ten im Vogelmonitoring;
Projekt Fernerkundung im naturschutz-
fachlichen Monitoring;
Projekt „Copernicus leuchtet grün“ Fern-
erkundung im naturschutzfachlichen Mo-
nitoring;
Projekt Einführung der Molekularbiolo-
gie in das naturschutzfachliche Monito-
ring.
Methodenoptimierung:
Anwendung molekularbiologischer Me-
thoden für nichtinvasive Erfassung von FFH-
Arten:
Analyse für die Langohrfledermäuse ist in
Routineprogramm übernommen, die Aus-
rüstung wurde entsprechend erweitert.
zur Erfassung von Kammmolchen wurde
die Filtration eDNA Probe im Gelände
(Kammmolch) durchgeführt und Entwick-
lungsbedarf ermittelt.

image
image
Umwelterklärung 2022
20 |
Investition/Ausrüstung:
Die automatisierte Datenübertragung von
Fledermaushorchboxen
in
das
PC-Netz
wurde erfolgreich getestet. Für 2022 bis
2023 ist softwareseitig weiterer Entwick-
lungsbedarf erforderlich.
Abb. 18: Fledermaus-Horchbox auf dem Dach der Gewässergütemess-
station Schmilka.
Für die Überarbeitung der Kartier- und Be-
wertungsmethoden im FFH-Monitoring der
Lebensraumtypen (LRT) wurden erstellt
Kartier- und Bewertungsmatrices und vege-
tationskundliche Studien als Grundlagen er-
stellt.
Zielstellung 2022 bis 2023:
Herausgabe neuer Kartier- und Bewertungs-
schlüssel für Sachsen mit verbesserten Me-
thoden und Kartiergrundlagen, Anpassung
der Formblätter. Insgesamt bedeutet das
eine Optimierung des Verfahrens mit dem
Ziel die Zustandserfassung fachlich zu ver-
bessern und damit die Handlungsfelder im
praktischen Naturschutz besser zu fokussie-
ren.
Zusätzlich und bis 2022:
Einrichtung von Dauerbeobachtungsflächen
mit verbesserter Technik - Unterflurmarkie-
rung (Dauermagnete oder Pinocchios) im
stichprobenbasierten FFH-Monitoring der
Lebensraumtypen zur Verbesserung der
Wiederauffindbarkeit mit möglichst wenig
Trittschäden und zur Schärfung der Aussage-
fähigkeit der Daten.
Das wurde 2021 für ca. 200 Flächen umge-
setzt, für 2022 sind ca. 250 weitere Flächen
geplant.
Abb. 19: Mit Holzpflöcken vermarkte und per GPS eingemessene Dau-
erbeobachtungsfläche zur Aufnahmen von Gefäßpflanzen und Moosen
in einem überstauten Moor.
Methodenentwicklung
Zur Optimierung des Einsatzes von Ton-
technik und Klangattrappen wurden Feld-
aufnahmen an einem Teichgebiet durchge-
führt, die Auswertung läuft extern über Mas-
terarbeit in Kooperation mit einer Universi-
tät. Die weitere Bearbeitung zur Übernahme
in Methodenstandards soll mit einem Projekt
in 2025/26 erfolgen.
Zur Einführung eines neuen Monitoring-
moduls „Monitoring seltener Brutvögel“ als
Umsetzung eines neu aufgelegten DDA-Pro-
grammes in Sachsen wurde ein neues Modul
gestartet und die erste Tranche in Routine
überführt (Koloniebrüter). Zwei weitere
Tranchen (Wasservögel, Spechte) befinden
sich in der Phase der Kulissenaufstellung.
(SPA = Vogelschutzgebiet)
(DDA = Dachverband Deutscher Avifaunisten).
Zielstellung 2022 bis 2024:
Aufbau eines Greifvogelmonitorings mit ei-
nem Forschungs- und Entwicklungsvorha-
ben zur Schaffung besserer Fachgrundlagen
für die zu erwartende Ausweitung von Wind-
energieanlagen und zur Verbesserung der
Standortwahl und damit Verkürzung der
Verfahren.

image
Umwelterklärung 2022
| 21
Zur Erprobung fernerkundlicher Verfah-
ren für das naturschutzfachliche Monitoring
konnte das Vorprojekt abgeschlossen wer-
den. Das beinhaltet
Arbeitsplatz eingerichtet;
erste relevante Verfahren identifiziert;
Mahderkennung und Wasserstandsdoku-
mentation sowie quantitative Ermittlung von
Verbuschungsgraden anwendungsreif - teil-
weise noch optimierungsbedürftig;
fachliche und organisatorische Vernet-
zung und die Mitarbeit in einem bundeswei-
ten Programm "Copernicus leuchtet grün"
vorbereitet.
Abb. 20-22: Mahddetektion mithilfe von Satellitendaten. Links: Auf-
nahme ungeernteter Felder und Wiesen. Mitte: Aufnahme zehn Tage
später mit einzelnen gemähten Wiesen (hellbraun). Rechts: Über au-
tomatisierte Mahddetektion zum 17.06.21 festgestellte Mahdereig-
nisse (blau).
Der zuletzt bearbeitete Inhalt mit diesem
Verfahren war die Fertigstellung eines Mo-
duls der Software „FELM“ zur Detektion von
Mahdereignissen anhand von Zeitreihen op-
tischer Satellitendaten. Bei guter Datenlage
können mit dieser weiteren Routineanwen-
dung relativ zuverlässige Ergebnisse erzielt
werden. Häufige Wolkenbedeckung stellt
hier allerdings eine Einschränkung dar, der
perspektivisch mit dem Einbezug von wol-
kenunabhängigen
Radar-Daten
begegnet
werden kann.
Zielstellung bis 2024
Erweiterung der Fernerkundlichen Verfah-
ren im Naturschutzmonitoring durch zusätz-
liche Anwendungen - insbesondere beim
Aufsuchen, bei der Erfassung, Bewertung
und bei der Änderungsüberwachung von
Grünland im Rahmen des deutschlandweiten
Copernicus-Projektes.
Damit
wird
die
Grundlage für effektives Erfassen und Be-
werten, Früherkennung kritischer Verände-
rungen mit besonderem Handlungsbedarf
geschaffen.
Ziel bis 2023: Eruierung weiterer Einsatzge-
biete für molekularbiologische Methoden im
Naturschutzmonitoring (Vorprojekt 2021-
2023) mit Machbarkeitsstudie und ersten
Erprobungen/ Methodentests in mehreren
Anwendungsbereichen
von
Einzelarten-
nachweis mit eDNA über Single-Barcoding
bis Metabarcoding.
Ziel für 2022: Installation eines Insektenho-
tels am Laborstandort Chemnitz.

Umwelterklärung 2022
22 |
Umweltanalytik und Naturschutz-
monitoring insgesamt
Datenbearbeitung: Die Umstellung auf das
neue WinLIMS (WL7 auf WL9) erfolgte im
Oktober. Anschließend war eine intensive
Fehlerbehebung erforderlich, um den Über-
gang zur Routine bezüglich Probenbearbei-
tung, Datenexport, Berichterstattung und
Einlesen neues Messnetz bis zum Jahresende
zu gewährleisten. 2022 ist eine weitere
Fehlerbeseitigung erforderlich. (LIMS=Labor-
informations- und Managementsystem)
Gefahrstoffeinsatz:
auf Grundlage der jähr-
lichen Bestellmenge an Chemikalien.
Das Verhältnis von Einsatz pro Analyse ist
erneut leicht angestiegen. Das hängt mit der
geringeren Analysenzahl durch die Pande-
mie zusammen.
2005
2006
2010
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
Feststoffe in kg
87
79
44
94
57
128
59
28
49
56
Flüssigkeiten in l
1.804
1.850
1.449
1.553
1.799
1.411
1.353
1.304
1.432
1.408
Anzahl Analysen
170.618 198.035 202.978 207.041 203.026 194.300 178.422 171.818 160.810 150.368
fest in g/Analyse
0,51
0,40
0,22
0,45
0,28
0,66
0,33
0,16
0,30
0,37
flüssig in ml/Anal.
10,57
9,34
7,14
7,50
8,86
7,26
7,58
7,59
8,94
9,36
0
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
2005 2006 2010 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021
Gefahrstoffeinsatz im GB 5
Feststoffe g/Analyse
Flüssigkeiten ml/Analyse

image
image
Umwelterklärung 2022
| 23
3. Termin für die nächste
Umwelterklärung
Die Umwelterklärung 2022 wurde von der
Staatlichen Betriebsgesellschaft für Umwelt
und Landwirtschaft verabschiedet und dem
Umweltgutachter, Herrn Dr.-Ing. Wolfgang
Kleesiek, zur Prüfung vorgelegt.
Die nächste Umwelterklärung wird im April
2023 veröffentlicht.
Radebeul, den 13. Juni 2022
Dr. Mathias Böttger
Geschäftsführer
Sylvia Tesch
Umweltmanagementbeauftragte
Die Ansprechpartnerin ist zu erreichen unter:
0351/ 85474-111
sylvia.tesch@smekul.sachsen.de

image
image
image
Umwelterklärung 2022
24 |
4. Gültigkeitserklärung
Der im Folgenden aufgeführte Umweltgutachter bestätigt, dass die Standorte, wie in der vorlie-
genden Umwelterklärung der Organisation Staatliche Betriebsgesellschaft für Umwelt und Land-
wirtschaft mit der Registrierungsnummer DE-144-00043 angegeben, alle Anforderungen der
Verordnung (EG) Nr.1221/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. November
2009 in der Fassung vom 28.08.2017 und 19.12.2018 über die freiwillige Teilnahme von Organi-
sationen an einem Gemeinschaftssystem für Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung
(EMAS) erfüllen.
Name des Umweltgutachters
Registrierungsnummer
Zugelassen für die Bereiche (NACE)
Wolfgang Kleesiek
DE-V-0211
71.2
Technische, physikalische und
chemische Untersuchung
Mit Unterzeichnung dieser Erklärung wird bestätigt, dass:
die Begutachtung und Validierung in voller Übereinstimmung mit den Anforderungen der Ver-
ordnung (EG) Nr. 1221/2009 in der durch die Verordnungen (EU) 2017/1505 und (EU)
2018/2026 der Kommission geänderten Fassung durchgeführt wurden,
das Ergebnis der Begutachtung und Validierung bestätigt, dass keine Belege für die Nichtein-
haltung der geltenden Umweltvorschriften vorliegen und
die Daten und Angaben der Umwelterklärung ein verlässliches, glaubhaftes und wahrheitsge-
treues Bild sämtlicher Tätigkeiten der Organisation geben.
Diese Erklärung kann nicht mit einer EMAS-Registrierung gleichgesetzt werden. Die EMAS-Re-
gistrierung kann nur durch eine zuständige Stelle gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1221/2009
erfolgen. Diese Erklärung darf nicht als eigenständige Grundlage für die Unterrichtung der Öffent-
lichkeit verwendet werden.
Berlin, den 13. Juni 2022
Dr.-Ing. Wolfgang Kleesiek
Umweltgutachter DE-V-0211

Umwelterklärung 2022
| 25
Impressum
Herausgeber:
Staatliche Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft
Altwahnsdorf 12, 01445 Radebeul
Telefon: +49 351 85474-901
Telefax: +49 351 85474-119
E-Mail:
poststelle.bful@smekul.sachsen.de
Internet:
www.bful.sachsen.de
Die BfUL ist eine nachgeordnete Behörde des Sächsischen Staatsministeriums für Energie, Klimaschutz, Umwelt und
Landwirtschaft.
Diese Veröffentlichung wird mitfinanziert aus Steuermitteln auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsi-
schen Landtags beschlossenen Haushaltes.
Ansprechpartner:
Sylvia Tesch
Telefon: +49 351 85474-111
Telefax: +49 351 85474-119
Redaktion:
BfUL
Fotos:
Abbildungen: BfUL
Redaktionsschluss:
Mai 2022
Hinweis:
Die Broschüre steht nicht als Printmedium unter
www.publikationen.sachsen.de
zur Verfügung.
Verteilerhinweis:
Diese Informationsschrift wird von der Sächsischen Staatsregierung im Rahmen ihrer verfassungsmäßigen Verpflich-
tung zur Information der Öffentlichkeitsarbeit herausgegeben. Sie darf weder von politischen Parteien noch von deren
Kandidaten oder Helfern zum Zwecke der Wahlwerbung verwendet werden. Dies gilt für alle Wahlen.
Missbräuchlich ist insbesondere die Verteilung auf Wahlveranstaltungen, an Informationsständen der Parteien sowie
das Einlegen, Aufdrucken oder Aufkleben parteipolitischer Informationen oder Werbemittel. Untersagt ist auch die
Weitergabe an Dritte zur Verwendung bei der Wahlwerbung.