1
Leistungsbeschreibung für eine LEADER-Entwicklungsstrategie im Freistaat
Sachsen im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik 2023-2027
Stand: Juli 2021
Inhalt
I.
Grundsätze................................................................................................................. 2
1
Einleitung ................................................................................................................... 2
2
Zeitlicher Ablauf .......................................................................................................... 2
3
Formale Anforderungen an die LEADER-Entwicklungsstrategie.................................... 3
3.1
Allgemeine Anforderungen ................................................................................... 3
3.2
Struktur der Handlungsfelder ................................................................................ 4
4
Legitimation der LEADER-Entwicklungsstrategie durch die Lokale Aktionsgruppe ......... 4
5
Auswahl der LEADER-Entwicklungsstrategie durch das Sächsische Staatsministerium
für Regionalentwicklung .............................................................................................. 5
II. Leistungsbild .............................................................................................................. 7
0. Kurzfassung ............................................................................................................... 7
1
Grundsätze und Beteiligung (Art. 32, Abs. 1 Buchstabe b Dach-VO) ............................. 7
1.1.
Allg. Grundsätze und Herangehensweise ............................................................. 7
1.2.
Einbindung der örtlichen Gemeinschaft ................................................................. 7
2
Beschreibung des LEADER-Gebietes (Art. 32 Abs. 1 Buchstabe a Dach-VO) ............... 7
3
Entwicklungsbedarf und -potential (Art. 32 Abs. 1 Buchstabe c Dach-VO) ..................... 8
3.1
Regionale Analyse: .............................................................................................. 8
3.2
Bestehende Planungen, Konzepte und Strategien................................................. 8
3.3
SWOT-Analyse .................................................................................................... 8
3.4
Handlungsbedarfe und -potenziale ....................................................................... 8
4
Regionale Entwicklungsziele (Art. 32 Abs. 1 Buchstabe d Dach-VO)............................. 9
4.1
Zielableitung: ....................................................................................................... 9
4.2
Zielkonsistenz: ..................................................................................................... 9
4.3
Querschnittsziele: ................................................................................................ 9
5
Aktionsplan und Finanzierung (Art. 32 Abs. 1 Buchstaben d und f, Art. 33 Abs. 3
Buchstabe b sowie Art. 34 Abs. 2 Dach-VO) ................................................................ 9
5.1
Prioritätensetzung der LAG .................................................................................. 9
5.2
Zielgrößen und Indikatoren:.................................................................................10
5.3
Mindestbestandteile im Aktionsplan: ....................................................................10
5.4
Finanzplan..........................................................................................................10
5.5
optional: Fokusthema ..........................................................................................10
6
Projektauswahl (Art. 33 Abs. 3 Buchstaben b, c und d Dach-VO).................................11
6.1
Grundsätze.........................................................................................................11
6.2
Auswahlverfahren ...............................................................................................11
6.3
Auswahlkriterien .................................................................................................11

2
7
Lokale Aktionsgruppe und deren Kapazitäten (Art. 31 Abs. 2 Buchstabe b, Art. 33 Abs. 3
Buchstaben b, c und d Dach-VO) ...............................................................................12
7.1
Lokale Aktionsgruppe .........................................................................................12
7.2
Entscheidungsgremium der LAG .........................................................................12
7.3
Öffentlichkeitsarbeit und Beteiligung ....................................................................13
7.4
Monitoring/Evaluierung .......................................................................................13
7.5
Personelle Ressourcen .......................................................................................13
7.6
Technische Ressourcen ......................................................................................14
Abkürzungsverzeichnis .....................................................................................................15
Anlagen ...........................................................................................................................15
Anlage 1: Handlungsfelder mit Erläuterungen und möglichen Indikatoren ....................15
I.
Grundsätze
1 Einleitung
Die nächste Förderperiode mit LEADER im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der
EU startet voraussichtlich 2023 und endet 2027 (Umsetzung der LEADER-Entwicklungsstra-
tegien bis 2029). Für die Umsetzung von LEADER ist eine Bewerbung und Auswahl der LEA-
DER-Entwicklungsstrategie (LES) erforderlich. Die Einhaltung der Bestimmungen dieser Leis-
tungsbeschreibung ist Voraussetzung für die Genehmigung der LES und somit der Anerken-
nung der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) bzw. Lokalen Fischerei-Aktionsgruppe (FLAG)
1
und
des LEADER-Gebietes. Die LES ist für die LAG innerhalb der Programmlaufzeit bindend und
kann nur im Einvernehmen mit der Genehmigungsbehörde, dem Sächsischen Staatsministe-
rium für Regionalentwicklung (SMR), fortgeschrieben werden.
Die LES ist gem. Art. 32 Abs. 1 der Verordnung (EU) Nr. 1060/2021 (im Folgenden Dach-
Verordnung) ein durch die maßgeblichen Akteure vor Ort erarbeitetes strategisches Doku-
ment, welches die Zielstellungen, Maßnahmen und Aktivitäten der LAG im Sinne einer nach-
haltigen ländlichen Entwicklung definiert. Die Inhalte spiegeln die regionalen Erfordernisse und
die individuelle Schwerpunktsetzung der LAG wider. Die LES stellt die Handlungsgrundlage
der LAG für die LEADER-Förderperiode 2023-2027 dar. Die Erstellung und Einreichung einer
LES durch eine LAG und Genehmigung dieser durch das SMR sind Voraussetzungen für die
Umsetzung von LEADER ab 2023 bis 2027.
In der vorliegenden Leistungsbeschreibung werden insbesondere der Ablauf des Erstellungs-
und Genehmigungsprozesses, die Anforderungen an die LES, deren Legitimation durch die
LAG sowie der Prozess der Auswahl bzw. Bewertung der LES durch das SMR bekannt gege-
ben.
Erforderliche Anpassungen der Leistungsbeschreibung, die sich z. B. aus Verordnungen/
Durchführungsverordnungen, dem Genehmigungsverfahren des deutschen GAP-Strategie-
plans oder neuen Leitlinien der Europäischen Kommission ergeben, werden durch das SMR
bekanntgegeben und sind zu beachten.
2 Zeitlicher Ablauf
1
Im Folgenden nur als LAG bezeichnet

3
Arbeitsschritt
Datum/ Zeitraum
Erarbeitung der LES durch die LAG
ab Aufruf
Zwischeninformation zur voraussichtlichen Budgethöhe
2023-2027
vsl. Dezember 2021
Einreichung eines 1. Entwurfsstandes (Teil II, Kapitel 1 bis
3, ggf. erste Ableitungen zu Kapitel 4 bzw. 5)
14. Januar 2022
Bewertung und Erörterung des 1. Entwurfsstandes
im 1. Quartal 2022
Einreichung der LES durch die LAG
30. Juni 2022
Vorbewertung der LES durch externen Gutachter
Möglichkeit zur Überarbeitung der LES durch die LAG
Bewertung und Auswahl der LES durch einen Auswahl-
ausschuss
3./4. Quartal 2022
Genehmigung der LES und Anerkennung der LEADER-
Gebiete durch das SMR
vsl. Januar 2023
3 Formale Anforderungen an die LEADER-Entwicklungsstrategie
3.1 Allgemeine Anforderungen
-
Für das Genehmigungsverfahren sind die LES mit ihren Anlagen einzureichen. Fol-
gende Anlagen sind mindestens beizufügen,
o
Anlage 1: Beschluss der LAG bzw. des Entscheidungsgremiums zur LES (vgl.
Teil II Kapitel 1.2)
o
Anlage zur Zusammensetzung der Mitglieder der LAG (vgl. Teil II Kapitel 7.1)
Zusätzlich sind gesonderte Anlagen mit vorzulegen (vgl. Teil II Kapitel 1.2 und 3), welche
einmalig und abschließend im Genehmigungsverfahren geprüft werden und in der Folge
keiner weiteren Fortschreibung bedürfen.
o
Anlage 1: Dokumentation zu den erfolgten Aktivitäten zur Beteiligung der Be-
völkerung und relevanter Akteure (vgl. Teil II Kapitel 1.2)
o
Anlage 2: Beschlüsse aller vom LEADER-Gebiet erfassten Kommunen (vgl.
Teil II Kapitel 1.2)
o
Anlage 3: Auswertungen der Daten sowie erfolgte Analysen (vgl. Hinweis zu
Teil II Kapitel 3)
-
Im Textteil der LES sind die vorgegebene Gliederung bis zur zweiten Gliederungsebene
(Kapitel und Unterkapitel) zu übernehmen und die geforderten Inhalte entsprechend zu-
zuordnen (s. Kapitel 3.2 sowie Anlage 1).
-
Zur Vereinfachung und Harmonisierung der Erfassung von Vorhaben sowie des Monito-
rings und der Evaluierungen auf Ebene der LES und des Freistaates Sachsen wurden
in den Jahren 2018/2019 einheitliche Handlungsfelder herausgearbeitet und abge-
stimmt. Diese sind bei LES-Erarbeitung zu verwenden (s. Kapitel 3.3 sowie Anlage 1).
-
Der Textteil und die Anlagen der LES sind jeweils in einem PDF-Dokument zusammen-
zufassen. Aus allen gesonderten Anlagen, die nur zum Genehmigungsverfahren einzu-
reichen sind, ist ebenfalls ein gesondertes PDF-Dokument zu erstellen.
-
Auf die Verwendung einer geschlechtergerechten Sprache und die barrierefreie Gestal-
tung aller zu veröffentlichenden Dokumente ist grundsätzlich zu achten.

4
3.2 Struktur der Handlungsfelder
Die LES ist grundsätzlich auf die nachfolgend genannten Handlungsfelder aufzubauen. Alle
Themenfelder der ländlichen Entwicklung können diesen Handlungsfeldern zugeordnet wer-
den. Der LAG steht es grundsätzlich frei, in der vertiefenden Bearbeitung (Teil II Kapitel 4
und 5) eine Auswahl zu treffen.
Handlungsfelder
Kurzbezeichnung
Demografiegerechte Sicherung der soziokulturellen Grundversor-
gung und Mobilität sowie Verbesserung der Lebensqualität und
Teilhabe
Grundversorgung und
Lebensqualität
Verbesserung der regionalen Wertschöpfung, der Beschäftigung
und der Einkommenssituation sowie der gewerblichen Grundver-
sorgung
Wirtschaft und Arbeit
Stärkung der touristischen Entwicklung, der regionalen Identität
sowie des Naherholungs- und Freizeitangebots
Tourismus und Naher-
holung
Sicherung und Weiterentwicklung der Bildungs- und Informations-
angebote
Bilden
Entwicklung bedarfsgerechter Wohnangebote
Wohnen
Pflege und Entwicklung der Natur- und Kulturlandschaft ein-
schließlich Schutz der Ressourcen
Natur und Umwelt
Nur für anerkannte FLAG:
Ermöglichung einer nachhaltigen blauen Wirtschaft und Förde-
rung einer nachhaltigen Entwicklung von Fischerei- und Aquakul-
turgemeinschaften
Aquakultur und Fi-
scherei
Betreiben der Lokalen Aktionsgruppe
LAG
In der Anlage 1 dieser Leistungsbeschreibung werden die anwendbaren Maßnahmenschwer-
punkte zu den Handlungsfeldern sowie die damit fest verbundenen (programmierten) Indika-
toren dargestellt. Diese Handlungsfelder und Maßnahmenschwerpunkte sind - sofern sie in
der LES angewandt werden - ohne sprachliche Anpassung im vollen Wortlaut zu verwenden.
Sie dienen dem Aufzeigen möglicher Handlungsoptionen der LAG und sollten als Hilfestellung
für die Zuordnung von Maßnahmen zu den Handlungsfeldern herangezogen werden. Die Ver-
wendung, individuelle Ausgestaltung sowie auch Erweiterung der in Anlage 1 genannten För-
dermaßnahmen obliegt der Entscheidung der LAG.
4 Legitimation der LEADER-Entwicklungsstrategie durch die Lo-
kale Aktionsgruppe
Die Einbindung der örtlichen Gemeinschaft in die LAG bzw. deren Gremien sowie in den Er-
arbeitungsprozess der LES ist zu beschreiben (siehe Teil II Kapitel 1) und zu dokumentieren.
Die zur Genehmigung eingereichte LES ist durch die Mitglieder der LAG bzw. durch das von
ihr gewählte Entscheidungsgremium zu beschließen. Ebenso ist in allen durch den Zuschnitt
des LEADER-Gebietes erfassten Kommunen ein Beschluss zur
Zustimmung zur LES
herbei-
zuführen.

5
5 Auswahl der LEADER-Entwicklungsstrategie durch das Sächsi-
sche Staatsministerium für Regionalentwicklung
Das Verfahren zur Auswahl der LAG findet mehrstufig statt. Alle für eine LEADER-Auswahl
zum Abgabetermin eingereichten Strategien werden auf Basis der vorgenannten Auswahlkri-
terien durch externe Sachverständige vorgeprüft. Bei Vorliegen der Voraussetzungen stellen
die externen Sachverständigen eine Auswahlempfehlung für den Auswahlausschuss nach Art.
32 Abs. 2 Dach-VO aus.
Gem. Art. 32 Abs. 2 Dach-VO sind Kriterien für die Auswahl der sächsischen Strategien fest-
zulegen. Diese Kriterien, welche sich an der Anlage 4 des „Guidance for Member States and
Programme Authorities on Community-led Local Development in European Structural and In-
vestment Funds“ (Stand Version 4 September 2018) orientieren, sichern einerseits die Einhal-
tung der EU-Anforderungen sowie andererseits eine Mindestqualität der ausgewählten Stra-
tegien. Für die qualitativen Aspekte werden neben der erarbeiteten Strategie auch die geplante
Partnerschaft sowie die Kapazitäten der LAG und die territoriale Kohärenz des Gebietes be-
trachtet. Die nachstehenden Auswahlkriterien gelten einheitlich für alle potenziellen Bewerber.
Folgende Mindestanforderungen bestehen an eine LES:
die Strategie konzentriert sich auf ein nachgeordnetes Gebiet
Beteiligung der lokalen Gemeinschaft an der Ausarbeitung der Strategie
LES ist integrierte Strategie
Widerspiegelung der Entwicklungsbedarfe des Gebietes in der Strategie
Stimmigkeit der Strategie in Hinblick auf ihre Ziel- und Prioritätensetzung
Stimmigkeit der Strategie mit den Zielen des GAP-Strategieplanes
Stimmigkeit des Aktionsplans der Strategie
Stimmigkeit der Verteilung des LEADER-Budgets in Hinblick auf die Ziel- und Pri-
oritätensetzung der Strategie
die Strategie unterstützt Vernetzung,
die Strategie hat innovative Merkmale nach lokalen Verhältnissen
erfüllt die Anforderungen dieser Leistungsbeschreibung,
die Strategie berücksichtigt andere Entwicklungsstrategien mit lokaler Relevanz
für die LES (z. B. Landesentwicklungsplan, Touristische Strategien, Strukturent-
wicklung/ Kohlestrukturwandel usw.)
Stimmigkeit der Methode zur Koordinierung synergetischer Aktivitäten in Bezug
auf den/die eingesetzten Fonds
die LAG setzt sich aus Vertretern öffentlicher und privater lokaler sozioökonomi-
scher Interessen zusammen; die einzelnen Interessengruppen kontrollieren nicht
die Entscheidungsfindung, im Falle einer FLAG ist eine Vertretung des Fischerei-
und/ oder des Aquakultursektors abzusichern
administrative Kapazität und Kapazität der potenziellen LAG zum Management
eines Budgets, ggf. unter Heranziehung von Erfahrungen aus vorangegangenen
Förderperioden
Entsprechung der LAG (Zusammensetzung, Strukturen) in Bezug auf die Ziel-
und Prioritätensetzung in der Strategie
Kapazitäten der LAG zur administrativen und finanziellen Verwaltung
Kapazität der Strategie zur Sensibilisierung der Bevölkerung für die Dauer der
Förderperiode
Transparenz der Arbeits- und Entscheidungsprozesse
ausreichende territoriale Kohärenz und hinreichende Bevölkerungsanzahl, um die
Strategie umsetzen zu können
Im Falle einer FLAG sind mindestens 100 ha bewirtschaftete Teichfläche im LEA-
DER-Gebiet vorhanden.

6
Als zusätzliche qualitative Kriterien werden bei der Auswahl der LES herangezogen:
themenübergreifende Strategie
detailliertere Befassung mit einem potenziell für das Gebiet besonders zukunftsträch-
tigem Thema (Fokusthema)
Unterstützung der Zusammenarbeit mit anderen territorialen Akteuren
Berücksichtigung verschiedener Interessengruppen als Begünstigte
auf Ebene der Entscheidungsfindung:
o
Berücksichtigung spezieller Akteursgruppen wie z. B. Jugendliche, Migranten,
ethnische Minderheiten und Menschen mit Behinderung.
o
Gleichgewicht zwischen den Geschlechtern
o
Anteil der zivilgesellschaftlichen Vertreter
Innovationstransfer aus anderen Gebieten
innovative Lösungen für ländliche Gebiete
Innovative, generationenübergreifende und interkommunale Ansätze zum Umgang
mit den Problemen der ländlichen Entwicklung, unter Berücksichtigung der demogra-
fischen Entwicklung und sich daraus ergebenden Herausforderungen; Beiträge zur
Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse
Stärkung wettbewerbsfähiger kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU)
Schaffung qualifizierter Arbeitsplätze
Sicherung oder Verbesserung der Daseinsvorsorge in ländlichen Räumen durch an-
gemessene lokale Infrastrukturen und Versorgungseinrichtungen für die Bevölkerung
Stärkung der Selbstorganisation bei der Förderung der lokalen Entwicklung der Regi-
onen (Bottom-up-Ansatz)
Stärkung der Identität und Erhalt des kulturellen und natürlichen Erbes sowie Ent-
wicklung von Dorf- und Ortskernen sowie kleinen Städten
Unterstützung des Ehrenamts und bürgerschaftlichen Engagements
Gleichstellung aller Geschlechter und sozialen Gruppen
Steigerung der Kooperations-, Service- und Innovationskultur im Tourismus und qua-
litative Verbesserung der touristischen Infrastruktur
Auf- und Ausbau von Wertschöpfungsketten in Forst- und Holzwirtschaft
Verbesserung des Angebots nachhaltiger und regionaler Lebensmittel mit definierten
Produktionskriterien
Eine Gewichtung der Kriterien und die erforderliche Mindestqualität werden für die Anerken-
nung als LAG vom SMR festgelegt. Die Kriterien für die Anerkennung als FLAG werden vom
SMEKUL vorgelegt.
Lokale Strategien, die nicht für eine Ernennung als LEADER-Gebiet geeignet sind, erhalten
eine schriftliche Begründung sowie einmalig eine Gelegenheit zur Nachbesserung.

7
II.
Leistungsbild
Hinweis: Der Bezug auf die Dach-VO ist jeweils in Klammern genannt.
0 Kurzfassung
Zusammenfassung der wesentlichen Inhalte der LES (max. 2 Seiten)
1 Grundsätze und Beteiligung (Art. 32, Abs. 1 Buchstabe b Dach-
VO)
1.1. Allg. Grundsätze und Herangehensweise
-
Grundsätze LES-Erstellung (z. B. Objektivität, Transparenz, Gleichbehandlung, Ach-
tung von Grundwerten und Verfassung …)
-
Kurzbeschreibung des Erstellungsprozesses
o
zeitlicher Verlauf
o
Aufgabenverteilung im Erstellungsprozess (eingebundene externe Unterneh-
men sowie intern durch die LAG bearbeiteter Anteil)
o
eingesetzte Strukturen/Kapazitäten der LAG (z. B. Arbeitsgruppen, das Regio-
nalmanagement bzw. besonders hervorzuhebende Mitglieder oder Gremien
der LAG)
1.2. Einbindung der örtlichen Gemeinschaft
-
Darstellung der aktiven Beteiligung der Bevölkerung und relevanter Akteure an den
folgenden Schritten der LES Erstellung:
o
Analyse des Entwicklungsbedarfes/ -potentiales
o
der Ausarbeitung der regionalen Ziele, der gewünschten Ergebnisse und der
Zielprioritäten
o
Erarbeitung eines Aktionsplanes und des Auswahlverfahrens sowie
o
Aufteilung der Mittel auf die Ziele der LES und nach Unterstützung aus den
Fonds gemäß Art. 34 Abs. 1 Buchstabe b und c Dach-VO
Dazu gehören in der Regel die Gebietskörperschaften, landwirtschaftliche Berufsver-
tretungen, Einrichtungen der Wirtschaft, die Verbraucher- und Umweltverbände sowie
relevante Träger der öffentlichen Belange.
Eine Dokumentation zu den erfolgten Aktivitäten ist als gesonderte Anlage 1 im Ge-
nehmigungsverfahren einzureichen.
-
Beteiligung der Bevölkerung und relevanter Akteure in der LAG/ Entscheidungsgre-
mium
-
geplante Aktivitäten zur weiteren Einbindung der örtlichen Gemeinschaft im Rahmen
der Umsetzung der Strategie
-
Legitimation der Umsetzung der LES durch die Beschlüsse aller vom LEADER-Gebiet
erfassten Kommunen (Beschlüsse als gesonderte Anlage 2 im Genehmigungsverfah-
ren)
-
Beschluss der LAG bzw. des Entscheidungsgremiums (Anlage 1 der LES)
2 Beschreibung des LEADER-Gebietes (Art. 32 Abs. 1 Buchstabe a
Dach-VO)
Das geografische Gebiet und die Bevölkerung sind zu beschreiben. Die Abgrenzung ist verbal
zu begründen und graphisch darzustellen.
-
Die Gebiete bestimmen ihre territoriale Abgrenzung selbst.

8
-
Jede Gemeinde im Freistaat Sachsen kann einem LEADER-Gebiet angehören (mit
Ausnahme der Städte Chemnitz, Dresden und Leipzig)
-
Das LEADER-Gebiet muss zusammenhängend (kohärent) sein und mindestens zwei
vollständige Gemeinden enthalten.
-
Die Bevölkerung der LEADER-Gebiete beträgt 10.000 bis 150.000 Einwohner. Emp-
fohlen werden mind. 25.000 Einwohner. Eine Überschreitung von 150.000 Einwohnern
für dicht besiedelte Gebiete oder aus Gründen des territorialen Zusammenhalts ist zu
begründen.
-
Gemeinden beziehungsweise Gemeindeteile können nur einem LEADER-Gebiet zu-
geordnet werden, d.h. räumlich Überschneidungen mit anderen LEADER-Gebieten
sind ausgeschlossen.
In Bezug zum gewählten räumlichen Zuschnitt und der Gebietsgröße ist zu erläutern:
-
Kohärenz aus geographischer, wirtschaftlicher und soziokultureller Sicht,
-
wesentliche Abgrenzungsmerkmale zu Nachbargebieten in Bezug auf Ausgangslage
und Entwicklungsziele,
-
Synergien durch thematische Kooperation oder personell-organisatorische Zusam-
menarbeit mit Nachbarregionen und
-
ausreichende personelle, finanzielle und wirtschaftliche Ressourcen zur Erfüllung der
EU-Vorgaben und selbst gesetzten Ziele
3 Entwicklungsbedarf und -potential (Art. 32 Abs. 1 Buchstabe c
Dach-VO)
Hinweis:
Im Textteil der LES sind nur die abschließenden Aussagen bzw. Ergebnisse aufzunehmen,
welche durch geeignete grafische Darstellungen ergänzt werden können. Die den Ausführun-
gen zugrundeliegenden Auswertungen der Daten sowie erfolgte Analysen sind als gesonderte
Anlage 3 im Genehmigungsverfahren einzureichen. Neben einer Betrachtung der Bevölkerung
sind die einzelnen Handlungsfelder (entsprechend Teil I Kapitel 3.2) zu berücksichtigen.
3.1 Regionale Analyse:
-
Die Analyse muss dem LEADER-Gebiet in Umfang, physischer und finanzieller Grö-
ßenordnung und Einzelheiten angemessen sein (wichtigste Strukturdaten, Bevölke-
rungsstruktur, die bisherige demographische Entwicklung seit 2007 sowie die erwartete
demographische Entwicklung der Region über den Prognosezeitraum der aktuellen,
regionalisierten Bevölkerungsprognose für den Freistaat Sachsen).
3.2 Bestehende Planungen, Konzepte und Strategien
-
Berücksichtigung von vorhandenen bzw. in Erarbeitung befindlichen
für das Gebiet
relevanten
nationalen, regionalen und sub-regionalen Planungen/Strategien bei der
Analyse einschließlich fachspezifischer Planungen:
o
Übersicht, welche Planungen/Strategien mit konkreter Relevanz für die gewähl-
ten Schwerpunktthemen der Region einbezogen worden sind,
o
Bewertung des Standes und der Umsetzung dieser Planungen in der eigenen
Region, sowie Ableitung des Handlungsbedarfes aus diesen Planungen und
o
Bewertung von Konflikten, die sich aus diesen Planungen in Bezug auf die LES
der Region ergeben, einschließlich der Lösungen
3.3 SWOT-Analyse
-
basierend auf den Hauptmerkmalen des LEADER-Gebietes und im Kontext der Kapitel
3.1 und 3.2.
3.4
Handlungsbedarfe und -potenziale
-
Identifizierung lokaler Anforderungen/Handlungsbedarfe sowie Beschreibung der re-
gionalen Potenziale (ggf. teilräumliche Betrachtung)

9
4 Regionale Entwicklungsziele (Art. 32 Abs. 1 Buchstabe d Dach-
VO)
Hinweis:
Für die Zielableitung muss die Zuordnung zu den vorgegebenen Handlungsfeldern erfolgen
(Leistungsbeschreibung Teil I Kapitel 3.2.).
4.1 Zielableitung:
-
Ableitung und Beschreibung der Ziele aus den Ergebnissen nach Teil II Kapitel 3 (un-
ter Berücksichtigung der späteren Handlungsfelder),
-
Würdigung des eigenen, regionalen Handlungsspielraums unter Beachtung der Ge-
bietsgröße und der vorhandenen Ressourcen
-
Beschreibung des Beitrages der Ziele zu den Zielen der Dach-VO, Übereinstimmung
mit den Zielen des GAP-Strategieplanes
-
bei Bedarf
o
Verknüpfung der LES mit den Maßnahmenbereichen z.B. aus EFRE und ESF
o
Abstimmung mit dem Programm des EMFAF
4.2 Zielkonsistenz:
-
Abstimmung der Ziele der LES mit den Planungen/Strategien in der Analyse nach
Teil II Kapitel 3 und Sicherstellung ihrer Konsistenz (Widerspruchsfreiheit)
-
Besonderes Augenmerk ist auf die Verknüpfung zwischen den lokalen Entwicklungs-
aktivitäten zu legen. Damit soll das endogene Entwicklungspotenzial noch besser ge-
nutzt werden. Daher sollten die LES auch mehrere Handlungsfelder integrieren.
-
Auseinandersetzung mit/Benennung von einschlägigen Finanzierungsinstrumenten,
die bei der Umsetzung der Ziele zur Anwendung kommen können (einschl. eigenem
LEADER-Budget).
4.3 Querschnittsziele:
-
Umsetzung/Widerspiegelung Europäischer Ziele in der LEADER-Strategie:
o
Chancengleichheit
o
Umweltverträglichkeit/ ökologische Nachhaltigkeit
-
Beitrag von Innovation zur Zielerreichung:
Beschreibung des Gesamtansatzes der LES zur Identifizierung, Initiierung, Unterstüt-
zung und Nutzung von Innovationen
-
Beitrag von Kooperation zur Zielerreichung:
Beschreibung der Ansätze in der Strategie zu regionalen und transnationalen Koope-
rationen, geplante Weiterentwicklung und Ziele
5 Aktionsplan und Finanzierung (Art. 32 Abs. 1 Buchstaben d und
f, Art. 33 Abs. 3 Buchstabe b sowie Art. 34 Abs. 2 Dach-VO)
5.1 Prioritätensetzung der LAG
-
Auswahl von Zielen/ Teilzielen, welche mit den zur Verfügung stehenden Mitteln inner-
halb der Förderperiode mit der Strategie umgesetzt werden, sowie Festlegung einer
strategischen Rangfolge
(einschl. Abgrenzung von Zielen/ Teilzielen/Maßnahmen, welche finanziell nicht aus
LEADER unterstützt werden – allgemeiner Verweis auf Fachförderung, begrenzte Mit-
tel o. ä.)

10
5.2 Zielgrößen und Indikatoren:
-
Festlegung von messbaren und überprüfbaren Indikatoren (aus verfügbaren oder ei-
genen Datenquellen), welche die wesentlichen Ergebnisse der Erreichung des jeweili-
gen Zieles erfassen, einschließlich des Beitrags der LES zu den LEADER-spezifischen
Indikatoren des GAP-Strategieplanes
-
definiert auf Handlungsfeld-Ebene
-
Festlegung von quantitativen oder qualitativen Zielvorgaben für diese Indikatoren
-
Vorkehrungen zur Sicherstellung der Verfügbarkeit der Daten
5.3 Mindestbestandteile im Aktionsplan:
-
Untergliederung der Ziele nach Handlungsfeld, Maßnahmenschwerpunkt, Maßnahmen
-
Formulierung von Maßnahmen, Definition von Bedingungen bzw. Fördervoraussetzun-
gen für die Umsetzung einschließlich Maßnahmen der regionalen bzw. transnationalen
Zusammenarbeit LEADER sowie ggf. des EMFAF unter der Maßgabe:
o
der Zuordnung der Maßnahmen zu den Prioritäten der Dach-VO
o
der Berücksichtigung der vom SMR bekannt gegebenen Budgetorientierung
(auf Handlungsfeldebene)
-
Festlegung der Fördersätze je Maßnahme, ggf. Ober- und Untergrenzen sowie Auf-
schläge entsprechend des Beitrags zur Zielerreichung. Die Festlegung der Fördersätze
erfolgt auch unter der Beachtung folgender Aspekte:
o
Bedeutung für die Region,
o
Art möglicher Begünstigter,
o
Nutzen des Vorhabens für die Öffentlichkeit,
o
Innovation der Maßnahme auf regionaler Ebene,
o
Verfügbares Budget
o
mögliche beihilferechtliche Begrenzungen.
Bei der Ausgestaltung sind Anreize, welche zu einer künstlichen Schaffung von Vo-
raussetzungen für eine Förderung führen können, zu vermeiden (indem bspw. gleiche
Fördersätze für alle Arten von Begünstigten bei vergleichbaren Vorhaben gewährt wer-
den).
5.4 Finanzplan
Geplanter Finanzbedarf zur Umsetzung der LES mit Begründung im Hinblick auf die Zielerrei-
chung und des bekannt gegebenen Budgets entsprechend:
-
Zuordnung nach der Dach-Verordnung
o
Mittel zur Durchführung von Vorhaben der LES (Artikel 34 Absatz 1 Buch-
stabe b)
o
Mittel für die Vorbereitung und Durchführung von Kooperationsmaßnahmen
(Artikel 34 Absatz 1 Buchstabe b)
o
Mittel für die Verwaltung der Durchführung der LES (Artikel 34 Absatz 1 Buch-
stabe c)
Die Unterstützung nach Maßgabe von Absatz 1 Buchstabe c übersteigt nicht
25 % des gesamten öffentlichen Beitrags für die Strategie.
-
Zuordnung nach den Handlungsfeldern der LES
5.5 optional: Fokusthema
Detaillierte Befassung mit mindestens einem Thema, für das die LAG besonders hohen
Handlungsbedarf sieht, und dass durch die LAG besonders aktiv verfolgt werden soll:
Darzustellen sind:
-
Begründung des Handlungsbedarfes
-
Angestrebte Ziele mit Meilensteinen
-
Zur Verfügung stehende Partner in und außerhalb der Region
-
notwendige zu stellende Ressourcen der LAG
Die Darstellung des Fokusthemas sollte
spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und termi-
niert
sein.

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6 Projektauswahl (Art. 33 Abs. 3 Buchstaben b, c und d Dach-VO)
6.1 Grundsätze
Für die Projektauswahl sind die Kriterien zur Auswahl der Vorhaben sowie deren Operationa-
lisierung (Punktwerte, Ausprägung) und Gewichtung im Hinblick auf die Einhaltung der LES
und dem Beitrag zur Erreichung der Ziele darzustellen. Dabei ist zu berücksichtigen:
-
Die für die Auswahl in der LES beschriebenen Kriterien und Verfahren gelten für die
Bewirtschaftung des ELER und EMFAF-Budgets.
-
Zum Zeitpunkt der Auswahl ist über alle vorliegenden Vorhaben zu entscheiden.
6.2 Auswahlverfahren
Für die Einreichung von Vorhaben ist vor einem Auswahlverfahren ein Aufruf erforderlich. Auf-
rufe zu den Auswahlverfahren mit Angaben zu den möglichen Inhalten, dem zur Verfügung
gestellten Budget, den zu beachtenden Fristen und dem Termin der abschließenden Vorha-
benauswahl durch die LAG sind im Internet zu veröffentlichen. Die Regeln und Kriterien für
das Auswahlverfahren sind im Internet zu veröffentlichen.
Die LAG gibt sich verbindliche Regeln für das Verfahren zur Auswahl der zu fördernden Vor-
haben, welche
-
nichtdiskriminierend und transparent sind, Interessenkonflikte vermeiden und sicher-
gestellt wird, dass einzelne Interessengruppen die Auswahlbeschlüsse nicht kontrollie-
ren
-
die Widerspruchsmöglichkeit gegen die Auswahlentscheidung der LAG im Rahmen
des Widerspruchsrechts bei der zuständigen Bewilligungsbehörde berücksichtigen,
-
eine Auswahl im schriftlichen Verfahren erlauben
-
die Auswahlentscheidung und die Einhaltung der Regeln dokumentieren sowie
-
kosten- und gebührenfrei für den Antragsteller sind.
6.3
Auswahlkriterien
Auswahlkriterien müssen nichtdiskriminierend und transparent sein. Die Auswahl der zu för-
dernden Vorhaben erfolgt in zwei Schritten:
1. Kohärenzprüfung
Mindestens nachfolgende Kriterien sind anzuwenden und müssen für ein Vorhaben er-
füllt werden:
o
Die Übereinstimmung mit der LES und damit dem GAP-SP ist gegeben.
o
Die Übereinstimmung mit dem räumlichen Geltungsbereich der sächsischen
LEADER-Förderkulisse ist gegeben.
o
Das Vorhaben weist einen LEADER-Mehrwert auf.
o
Die Realisierbarkeit und Finanzierung des Vorhabens erscheint gesichert.
Eine Ergänzung max. zwei weiterer, regionaler Anforderungen aus der LES auf Ebene Hand-
lungsfeld ist möglich.
2. Ermittlung des Beitrages zu den Zielen der LES im Rankingverfahren
Die Festlegung der Rankingkriterien kann auf Ebene der Handlungsfelder sowie auch
der gesamten LES erfolgen. Die Auswahl muss zu einem eindeutigen und nachvollzieh-
baren Ergebnis in Form einer vorhabenbezogenen Rankingliste führen. Die Auswahlkri-
terien und deren Gewichtung müssen daher in einem Punktesystem den Beitrag jedes
einzelnen Projektes zur Zieleerreichung der LES widerspiegeln. Eine Mindestschwelle
kann dabei auch auf der Ebene einzelner Kriterien und/ oder des zu erreichenden Aus-
wahlergebnisses eingezogen werden. Es ist ein diskriminierungsfreies und transparen-

12
tes Verfahren im Falle von Punktgleichheit festzulegen. Andernfalls gilt, dass bei Punkt-
gleichheit beliebig vieler Vorhaben und gleichzeitiger Überschreitung des Budgets laut
Aufruf alle betroffenen Vorhaben abzulehnen sind.
Es wird zur Ausgestaltung der Kohärenz- und Rankingkriterien auf die Empfehlungen in der
Untersuchung des LfULG „Vorschläge zur zukünftigen Strukturierung der Handlungsfeldziele
einschließlich Kohärenz- und Rankingkriterien“ vom 25.01.2019 verwiesen.
7 Lokale Aktionsgruppe und deren Kapazitäten (Art. 31 Abs. 2
Buchstabe b, Art. 33 Abs. 3 Buchstaben b, c und d Dach-VO)
7.1 Lokale Aktionsgruppe
Beschreibung der LAG mit folgenden Mindestbestandteilen
-
Organisationsform der LAG, deren Selbstverständnis/ Aufgaben, Struktur sowie bis-
herige Entwicklung
-
Beschreibung der Zusammensetzung der Mitglieder der LAG (natürliche oder juristi-
sche Personen bzw. Personengesellschaften) und der von ihnen vertretenen Interes-
sen im Zusammenhang mit den Handlungsfeldern in der LES
Tabellarische Auflistung mit Einordnung in eine der vier Interessengruppen (als An-
lage der LES):
o
Öffentlicher Sektor
Zu dieser Interessengruppe gehören die kommunalen Gebietskörperschaften
einschließlich deren Unternehmen und Verbände sowie Bundes- und Landes-
behörden. Die gesetzlichen Vertreter (z. B. Bürgermeister, Landräte, Leiter der
Bundes- und Landesbehörden) sind immer dem öffentlichen Sektor zuzuord-
nen, auch wenn sie als natürliche Person Mitglied der LAG sind.
o
Wirtschaft
Erfasst sind Unternehmen unabhängig ihrer Größe sowie deren Interessenver-
tretungen (z. B. IHK, Bauernverband).
o
engagierte Bürger
Natürliche Personen, welche nicht der Wirtschaft oder dem öffentlichen Sektor
zugeordnet werden, und ihre Kompetenzen, eigenen Erfahrungen aus berufli-
cher Tätigkeit, Ehrenamt, Vereinsarbeit, persönlicher Lebenssituation oder bür-
gerschaftlichen Engagement einbringen
o
Zivilgesellschaft/Sonstige
Insbesondere Vereine und Verbände Stiftungen, Glaubensgemeinschaften,
Fördervereine, Wohlfahrtsverbände, Bürgerinitiativen etc.
Bei LAG-Entscheidungen zur Annahme und Umsetzung der LES, sofern diese nicht
durch das Entscheidungsgremium getroffen werden, haben die Vertreter der einzelnen
Interessengruppen insgesamt maximal 49 % der Stimmenanteile.
-
Rechtsgrundlage für die Betreibung und Organisation der LAG als juristische Person
des privaten Rechts (Satzung der LAG) unter Gewährleistung Inklusion (Teilhabe)
-
Arbeitsgruppen der LAG
-
Regelungen zur Anpassung der LAG an veränderte lokale Anforderungen, wie z. B.
zur Aufnahme neuer Akteure und zur laufenden Beteiligung der Bevölkerung an der
Umsetzung der LES
7.2 Entscheidungsgremium der LAG
Beschreibung des Entscheidungsgremiums der LAG:
-
Vorlage der Geschäftsordnung mit folgenden Mindestbestandteilen:
o
Beschreibung des transparenten Wahlverfahrens für die Mitglieder des Ent-
scheidungsgremiums; alle Vertreter der Landkreise, Bewilligungsbehörden und

13
die Mitarbeiter der LAG im laufenden Betrieb können keine Stimmberechtigung
erhalten
o
Beschreibung des Vertretungsverfahrens bei Verhinderung von gewählten Mit-
gliedern bei Entscheidungen (Stellvertreterregelungen) unter Ausschluss von
Mehrfachvertretungen
o
Beschreibung der Maßnahmen der LAG zur Sicherstellung eines nichtdiskrimi-
nierenden und transparenten Auswahlverfahrens, welches Maßnahmen zur
Vermeidung von und zum Umgang mit Interessenkonflikten beinhaltet und das
die Auswahl der Vorhaben gewährleistet, die die Ziele am besten erreichen.
o
Das Auswahlverfahren ist schriftlich zu dokumentieren.
-
Auflistung der Mitglieder des Entscheidungsgremiums, geordnet nach ihrer Zugehörig-
keit
o
zu einer der vier Interessengruppen
(Hinweis: keine einzelne Interessengruppe darf die Entscheidungsfindung kon-
trollieren, d.h., dass max. 49 % der Stimmen bei der grundsätzlichen Zusam-
mensetzung des Entscheidungsgremiums und bei jeder einzelnen Auswahlent-
scheidung auf Vertreter einer Interessengruppe entfallen dürfen)
o
zu den Handlungsfeldern in der LES
o
Vertretung spezieller Zielgruppen (siehe letzter Anstrich Kapitel 7.2)
-
Erklärungen der Mitglieder des Entscheidungsgremiums, welche Interessengruppe
und welches Handlungsfeld sie vertreten sowie ggf. spezielle Zielgruppen
-
Beschreibung, wie ein Gleichgewicht zwischen den Geschlechtern sowie eine faire
Vertretung spezieller Zielgruppen, die von der LES betroffen sind (z.B. junge Men-
schen, ethnische Minderheiten, Menschen mit Behinderung), erreicht werden soll.
7.3 Öffentlichkeitsarbeit und Beteiligung
-
Beschreibung der vorgesehenen Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit/Außenkommu-
nikation
-
Internetauftritt der LAG
-
Möglichkeiten zur Erleichterung des Austausches zwischen Interessensträgern
7.4 Monitoring/Evaluierung
(siehe auch
Leitlinie der Europäischen Kommission zur Bewertung LEADER/CLLD vom Au-
gust 2017)
-
Beschreibung der Maßnahmen und Kapazitäten der LAG zur Begleitung und Sicherung
der Prozessqualität sowie der Evaluierung
(Aufgaben RM und/ oder externe Vergaben)
-
Beschreibung besonderer Bewertungsthemen und -tätigkeiten
-
Vorgesehene Steuerungsmechanismen zur Erreichung der formulierten Ziele mit den
geplanten Maßnahmen
7.5 Personelle Ressourcen
-
Beschreibung der Kompetenzen, Fähigkeiten und Ressourcen der Mitglieder und des
Personals der LAG, um den Entwicklungsprozess generieren und verwalten zu können
-
Beschreibung der Anforderungen an das Personal (insbesondere Regionalmanage-
ment) der LAG:
o
Qualifikation zur administrativen Verwaltung von Vorhaben
o
spezielle Kommunikations- und Organisationsfähigkeiten für Sensibilisierung,
Aktivierung und Steuerung regionaler Prozesse
o
Aufbau von Kapazitäten zur Überwachung und Bewertung der Umsetzung der
LES
o
personelle Ausstattung mit mind. 2 Personen/Vollzeitäquivalente (VZÄ), davon
mind. eine für Regionalmanagementaufgaben qualifizierte Person; zur geziel-
ten Aktivierung von Handlungsfeldern oder Schlüsselthemen der LES sind dar-
über hinaus Projektmanagements im Rahmen der Betreibung LAG möglich
o
Beschreibung der Aufgaben des Regionalmanagement:

14
Arbeitsaufgaben und jeweils deren geschätzter Aufwand in VZÄ (Ab-
wicklung LEADER-Förderung, Öffentlichkeitsarbeit, Netzwerkarbeit,
Projektentwicklung, Begleitung),
erwartete Qualifikation des Personals
o
ggf. Beschreibung der Aufgaben des Projektmanagements (Dauer, Arbeitsauf-
gaben, etc.)
o
Begründung der geplanten personellen Kapazitäten hinsichtlich Regionsgröße,
Budget sowie Komplexität der LES
o
Finanzierung des laufenden Betriebs (Laufzeit) einschl. Sicherstellung der Ei-
genanteile
o
Absicherung der Geschäftsführung der LAG
o
zusätzlich können durch andere Stellen unentgeltlich bereitgestellte/nutzbare
Kapazitäten (Ehrenamt, Vernetzung z. B. durch andere Stellen, unentgeltliche
Leistungen der Mitglieder) mit angegeben werden, sofern diese inhaltlich für die
Betreibung der LAG mit relevant sind
(Hinweis: eine Reduktion der geforderten mindestens 2 VZÄ ist hierdurch je-
doch nicht möglich)
7.6 Technische Ressourcen
-
Beschreibung der technischen Lösungen und Kapazitäten für die Datenverarbeitung
einschließlich der Erfordernisse des Datenschutzes und der Datensicherheit

15
Abkürzungsverzeichnis
-
EFRE
Europạ̈
ischer Fonds für regionale Entwicklung
-
ELER
Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen
Raums
-
EMFAF
Europäischer Meeres-, Fischerei- und Aquakulturfonds
-
ESF
Europäischer Sozialfonds
-
FLAG
Lokale Fischerei-Aktionsgruppe
-
GAP
Gemeinsamen Agrarpolitik
-
GAP-SP
GAP-Strategieplan
-
LAG
LEADER-Aktionsgruppe
-
LES
LEADER Entwicklungsstrategie
-
LfULG
Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
-
SMEKUL Sächsisches Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und
Landwirtschaft
-
SMR
Sächsisches Staatsministerium für Regionalentwicklung
-
SWOT
Strengths, Weaknesses, Opportunities, Threats
-
VZÄ
Vollzeitäquivalente
Anlagen
Anlage 1: Handlungsfelder mit Erläuterungen und möglichen Indikatoren