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Festung Königstein
Umbau und Sanierung der
Westbebauung zum Museum
Baugeschichte der
Westbebauung
Bereits im 12. Jahrhundert befand sich auf
dem Königstein eine Befestigung. Für das
Jahr 1241 ist die Bezeichnung „Königstein“
erstmals urkundlich festgehalten. Davon
zeugt die von Wenzel I. mit „in lapide regis“
(lat.: auf dem Stein des Königs) gesiegelte
Oberlausitzer Grenzurkunde. Aus dieser Zeit
sind Reste eines Wohnturmes in der heutigen
Georgenburg erhalten. Die mittelalterliche
Burg gehörte bis dato noch zum böhmischen
Königreich. Zwischen 1406/08 gelangte die
Anlage in den Besitz der Wettiner.
Ab 1516 wurde die Anlage für ein paar Jahre
als Kloster für Cölestinermönche genutzt. Auf
Grund seiner geographischen Lage erlangte
der Königstein strategische Bedeutung und
wurde schließlich ab 1589 zur Festung aus-
gebaut.
Hierzu wurde der Erschließungsweg für die
Festungsanlage von der Südseite (heutiger
Parkplatz) zur Nordwestseite verlegt. Der
heutige Aufgang der Dunklen Appareille ent-
stand durch Vertiefung einer natürlichen Ge-
ländeschlucht.
Das darüber errichtete Torhaus, mit seinen
beidseitigen Flügeln, wirkt allein durch seine
aus dem Felsen herauswachsende, aufragen-
de Massigkeit uneinnehmbar und ermöglicht
durch spezielle Einbauten die Abwehr von
Angreifern. So sollten beispielsweise mehrere
Tore und das Fallgatter den Zutritt ungebete-
ner Gäste verhindern. Eine Steinschmeiße, die
Pechnase und der Caponnierengang waren
weitere Hindernisse auf dem Weg zum Fes-
tungsplateau.
Das Erdgeschoss des Torhauses diente als
Wohn- und Arbeitsbereich für die Proviant-
verwaltung, den Festungskommandanten
sowie den Oberkommandanten. Im Oberge-
schoss waren die Räume dem Kurfürsten und
dem Festungsgeistlichen vorbehalten.
Im Anschluss erfolgte der Bau der Streich-
wehr zwischen dem Torhaus und der alten
Kayserburg, der heutigen Georgenburg. Im
Obergeschoss der Streichwehr fanden La-
gerräume ihren Platz. Wie auch im Torhaus
wurden die Kellergewölbe der Streichwehr
massiv ausgebildet, so dass Kanonen zur „Be-
streichung“ von Angreifern aufgestellt wer-
den konnten.
Bernardo Bellotto (1722-1780)
Die Festung Königstein um 1756/58
Zwischen 1605 und 1619 wurde die Georgen-
burg im Stile der Renaissance erneuert und
darin für drei Jahre die kurfürstlichen Zimmer
untergebracht, bevor man diese in die Mag-
dalenenburg verlagerte. Ab 1631 entstand
zudem der große Johannissaal als Anbau an
das Torhaus.
Im frühen 18. Jahrhundert erfolgte unter
August dem Starken eine grundhafte Sanie-
rung der gesamten Westbebauung und die
neuerliche Einrichtung königlicher Gemächer
im Obergeschoss. Dabei verschwanden die
Renaissancegiebel der Georgenburg und die
Grundrissgestalt wurde in allen Gebäudetei-
len erheblich verändert. Diese Raumauftei-
lung blieb trotz mehrfacher Renovierung bis
zur Verlegung der königlichen Zimmer in das
Erdgeschoss ab 1895 weitgehend erhalten.
Die geschichtliche Entwicklung im 20. Jahr-
hundert führte auf der Festung zu erhebli-
chen Umwälzungen, Leerstand und baulicher
Vernachlässigung.
Ab 1993 wurde die Festung durch Vermö-
genszuordnung Eigentum des Freistaates
Sachsen.
Standort
Schon von weitem sichtbar thront die impo-
sante Festung Königstein in direkter Nach-
barschaft zur Elbe auf dem gleichnamigen
Tafelberg. Die Bergfestung, mitten im Herzen
der Sächsischen Schweiz, zählt zu den größ-
ten ihrer Art in Europa. Blickt man vom Fuße
des Königsteins hinauf, so ragen die Sand-
steinwände und Mauern der Festung bis in
eine Höhe von 40 Metern empor. Über Jahr-
hunderte diente die Festung vornehmlich mi-
litärischen Zwecken, seit 1955 ist sie für die
Öffentlichkeit zugänglich und wird museal
genutzt.
Mit mehr als 500.000 Besuchern im Jahr zählt
die Festung zu den bedeutendsten Museen in
Sachsen. Auf einer Fläche von 9,5 Hektar lädt
ein großes Freilichtmuseum mit mehr als 50
historischen Militärbauten, zahlreichen Aus-
stellungen und ausgedehnten Grünanlagen
zum Entdecken ein.
Die sogenannte Westbebauung stellt den
größten zusammenhängenden Gebäudekom-
plex der Anlage dar. Das Ensemble besteht aus
der Georgenburg, dem Torhaus mit Komman-
dantenhaus, der Streichwehr und dem Neuen
Zeughaus.
Insgesamt zählen zur Festungsanlage über
100 Hochbau- und Ingenieur-Bauwerke.
6.0.13a
Ausstellung
F:
8,29
qm
B:
30
neue
Dielen
keine
Fußbodenheizung
W:
Putz
D:
KGG,
Putz
6.0.15
Ausstellung
F:
31,23
qm
B:
30
neue
Dielen
keine
Fußbodenheizung
W:
Putz
D:
KGG,
Putz
6.0.12
Ausstellung
F:
44,34
qm
B:
30
neue
Dielen,
Fußbodenheizung
W:
Putz
D:
KGG,
Putz
6.0.16
Ausstellung
F:
16,07
qm
B:
Sandstein,
vorh.
W:
Putz
D:
KGG,
Putz
8.0.2
Treppe
2
F:
29,63
qm
B:
32
Dielen
W:Putz
D:
Unterdecke
8.0.1
Ausstellung
F:
93,32
qm
B:
neue
Dielen
W:
Putz
D:
KGG,
Putz
8a.W
Treppe
F:
4,09
qm
B:
Sandstein
W:
Putz
D:
8a.0.1a
Durchgang
F:
9,76
qm
B:
Sandstein
W:
Putz
D:
KGG.,
Putz
8a.0.2
Pm
F:
3,92
qm
B:
Fliesen
(alte
Sandsteinplatten?)
W:
Putz
D:
9.0.3
Durchgang
F:
48,72
qm
B:
Sandstein
W:
Putz
D:
TG,
Putz
A.Treppe
9.01
Zugang
Verwaltung
9.0.4
Ausstellung
F: 45,80
qm
B:
Sandstein
W:
Putz
D:
TG,
KGG,
Putz
9.0.2
Durchgang
Georgenburg
F:
18,09
qm
9.0.5
Ausstellung
F: 49,28
qm
B:
Sandstein
W:
Putz
D:
KGG,
Putz
9.0.6a
Ausstellung
F:
20,61
qm
B: Sandstein
W:
Putz
D:
TG,
Putz
9.0.13
Ausstellung
F:
51,56
qm
B:
Dielen
2
W:
Putz
D:
KGG,
Putz
9.0.12
Ausstellung
F:
88,88
qm
B:
Dielen
2
W:
Putz
D:
KGG,
Putz
9.0.9
Ausstellung
F:
31,77
qm
B:
Dielen
2
W:
Putz
D: KGG,
Putz
6.0.9a
Foyer
Nord/
Gard.
F:
45,25
qm
B:
30
neue
Dielen,
Fußbodenheizung
W:
Putz
D:
KGG,
Putz
6.0.7
Auftakt
Ausstellung
F:
18,79
qm
B:
30
neue
Dielen,
Fußbodenheizung
W:
Putz
D:
KGG,
Putz
6.0.8
Technik
F:
3,62
qm
B:
12
Estrich
W:
Putz
D:
Putz
6.0.10
Flur
F:
16,89
qm
B: 53
Sandstein,
neu
Fußbodenheizung
W:
Putz
D: KGG,
Putz
6.W2
Treppe
F:
8,57
qm
B:
Sandstein
W:
Putz
D:
6.0.5
Wartebereich
F:
54,73
qm
B:
31
Dielen
Bestand,
keine
Fußbodenheizung
W:
Putz
D:
KGG,
Putz
6.0.4
Auftakt
Ausstellung
F:
39,39
qm
B:
30
neue
Dielen,
Fußbodenheizung
W:
Putz
D:
KGG,
Putz
6.0.3a
Foyer
Süd/Gard.
F:
45,21qm
B:
30
neue
Dielen,
Fußbodenheizung
W:
Putz
D:
KGG,
Putz
6.0.6
Information
F:
40,11
qm
B:
51
Sandstein,
neu
Fußbodenheizung
W:
Putz
D:
KGG,
Putz
11.0.2
Balkon
F: 20,90
qm
B:
W:
D:
11.0.1b
Führung
(Caponniere)
F: 233,52
qm
B:
Sandstein
W:
MW
Putz
D:
Kreuzgrat
Gew
11.0.1c
Ohne
Nutzung
F:
8,20
qm
B:
Sandstein
W:
MW
Putz
D:
Kreuzgrat
Gew
7.0.2
b
Flur
F:
5,99
qm
B:
33
Dielen
W:
Putz
D:
Putz
7.0.5
Ausstellung
F:
19,41
qm
B:
vorh.
Dielen,
Platten
W:
Putz
D:
KGG,
Putz
7.0.6
Ausstellung
F:
37,56
qm
B:
30
neue
Dielen,
ohne
Fußbodenheizung
W:
Putz
D:
KGG,
Putz
7.0.8
Ausstellung
F:
26,95
qm
B:
30
neue
Dielen,
ohne
Fußbodenheizung
W:
Putz
D:
KGG,
Putz
6.0.1
Flur
F:
14,84
qm
B:
53
Sandstein,
neu
Fußbodenheizung
W:
Putz
D:
KGG,
Putz
6.W1
Treppe
F:
6,42
qm
B:
Sandstein
7.0.4
Ausstellung
F:
15,94
qm
B:
53
Sandsteinplatten,
neu
Fußbodenheizung
W:
Putz
D:
KGG,
Putz
7.0.7
Ausstellung
F:
31,80
qm
B:
30
neue
Dielen,
Fußbodenheizung
W:
Putz
D:
KGG,
Putz
7.0.1
Treppe
F:
3,83
qm
6.0.14
Ausstellung
(Mönch
Sanitär)
F:
2,11
qm
B:
Boden
Naturstein/
Filigranbetondecke
W:
Putz
D:
Putz
Aufzug
KB:1,10
KT:1,70
6.0.3b
Eingang
F:
6,75
qm
B:
52
Sandstein,
neu
W:
Putz
D:
KGG,
Putz
9.0.6b
Technik
F:
3,07
qm
9.0.1
WC
Personal
F:
12,00
qm
B:
Fliesen
W:
Fliesen,
Putz
D:
Putz
Luftraum
dunkle
Appareille
6.0.2a
Ausstellung
F:
4,33
qm
B: 53
Sandstein,
neu
Fußbodenheizung
W:
Putz
D:
Putz
7.0.2
a
Treppe
1
F:
19,26
qm
B:
33
Dielen
W:
Geschlämmt
D:
Sparren
9.W
Treppe
F: 2,76
qm
B:
Sandstein
W:
Putz
D:
A.Treppe
9.02
6.0.9b
Eingang
F:
6,58
qm
B:
52
Sandstein,
neu
W:
Putz
D:
KGG,
Putz
T3
S2
S2
G5
G5
T3
6.0.13b
Ausstellung
F:
6,74
qm
B:
neue
Dielen
W:
Putz
D:
KGG,
Putz
8a.0.1b
Technik
F:
1,72
qm
B:
Sandstein
W:
Putz
D:
Sandstein
TBA
1
3
2
1
B
A
C
D
F
G
IJKL
B
A
C
D
E
H
I
J
K
L
2
3
F
7.0.1
F
7.0.2
F
7.0.3
F
7.0.4
F
7.0.5
F
7.0.6
F
6.0.1
F
6.0.2
F
6.0.3
F
6.0.4
F
6.0.5
F
6.0.6
F
6.0.7
F
6.0.8
F
6.0.9
F
6.0.10
F
6.0.11
F
8.0.1
F
8.0.2
F
8.0.3
F
8.0.4
F
6.0.12
F
6.0.13
F
6.0.14
F
6.0.17
F
6.0.18
F
6.0.19
F
6.0.20
F
6.0.21
F
6.0.22
F
7.0.7
F
7.0.8
F
7.0.9
F
7.0.10
F
9.0.1
F
9.0.2
F
9.0.3
F
8.0.6
F
8.0.5
F
8.0.7
F
F
8.0.8
8.0.9
F
8.0.10
F
6.0.15
F
6.0.16
F
6.0.23
F
9.0.4
F
9.0.5
F
9.0.6
F
9.0.7
F
9.0.8
F
9.0.9
F
9.0.10
F
9.0.11
F
9.0.12
F
9.0.13
F
9.0.14
F
11.0.5
F
6.0.24
Dielen
abnehmbar,
auf
Holzbalken
verschraubt
F
11.0.1
F
11.0.2
F
11.0.3
F
6.0.2a
F
6.0.2b
F
6.0.2c
F
11.0.4
Fensterladen
aufarbeiten
A 0.02
A0.03
A0.09
A0.15
A0.21
M
M
N
NO
O
6.0.17
B
WC
F:
12,47
qm
B:
Fliesen
W:
Putz,
Fliesen
D:
Putz
6.0.2b
Schacht
F:
4,33
qm
B:
Bestand
W:
Bestand
D:
Bestand
6.0.2c
Technik
F:
4,20
qm
B: Gitterroste
W:
Putz
D:
Putz/Naturst.
FL-Steigleitung
1
4
4
4
5
6
7
8
9
10
11
4
5
6
7
8
9
10
11
P
P
R
Q
R
S
S
S
T
T
U
U
1
1
4
5
6
5
6
4
Verglasung
C
A
B
D
A - Georgenburg
B - Streichwehr
C - Torhaus mit Kommandantenhaus
D - Neues Zeughaus
Obergeschoss Torhaus
Erdgeschoss Torhaus (l)
Erdgeschoss Torhaus, Garderobe (m)
Erdgeschoss Torhaus, historischer Dielenbelag (r)
Die neue
Dauerausstellung
„In lapide regis – Auf dem Stein des Königs.
800 Jahre Leben auf der Festung Königstein“
Ab Mai 2015 erwartet die neue Dauerausstel-
lung zur Geschichte der Festung Königstein
ihre Gäste. Mit 1.200 Quadratmetern auf zwei
Etagen ist sie die wichtigste und größte Aus-
stellung auf dem Felsplateau. In 33 Räumen
erzählt sie anschaulich und unterhaltsam die
Geschichte des Königsteins von seiner ur-
kundlichen Ersterwähnung im Jahr 1241 bis
zur Eröffnung des Museums im Jahr 1955.
Die Ausstellung wird in chronologischer
Reihenfolge und durchgängig dreisprachig
(deutsch, englisch und tschechisch) gestal-
tet sein. Neben mehr als 450 musealen Ob-
jekten werden Modelle, Dioramen und Figu-
reninstallationen historische Meilensteine
illustrieren. Darüber hinaus bieten etwa 30
Medienstationen und ein Audioguide inhaltli-
che Vertiefungsmöglichkeiten. In einem zwei-
ten Erzählstrang können auch die Bau- und
Nutzungsgeschichte des Torhauses und der
Streichwehr entdeckt werden.
Die Ausstellung wendet sich insbesondere
an Familien. In nahezu jedem Raum stehen
deshalb interaktive Beschäftigungsmöglich-
keiten für Kinder bereit. Zudem erwartet ein
umfangreiches museumspädagogisches An-
gebot die jungen Gäste.
Bauherr
Freistaat Sachsen
Sächsisches Staatsministerium der Finanzen
Staatsminister der Finanzen
Prof. Dr. Georg Unland
Abteilungsleiter Vermögen und Fachaufsicht Bundesbau
Johann Gierl
Staatsbetrieb
Sächsisches Immobilien- und Baumanagement
Technischer Geschäftsführer Prof. Dieter Janosch
Kaufmännischer Geschäftsführer Oliver Gaber
Unternehmensbereich
Planungs- und Baumanagement
Unternehmensbereichsleiter Prof. Dieter Janosch
SIB Niederlassung Dresden I
Niederlassungsleiter Ludwig Coulin
Projektleitung und Koordinierung
Projektleitung
Christa Röthle
Technik
Dr. Volker Fischer
Ingenieurbau/Außenanlagen
Joachim Thäle
Planungsbeteiligte
Projektsteuerung
Kaiser Baucontrol Ingenieurgesellschaft mbH, Dresden
Architektur
Heidenreich & Springer Architekten Gesellschaft mbh,
Berlin
Tragwerksplanung
Leonhardt, Andrä und Partner Beratende Ingenieure
VBI AG, Dresden
Prüfstatik
JÄGER INGENIEURE GmbH Büro für Tragwerksplanung,
Radebeul
Außenanlagen
REHWALDT LANDSCHAFTSARCHITEKTEN, Dresden
Medien in den Außenanlagen
Ingenieurbüro Norbert Schäfer, Pirna
Brücken- und Ingenieurbauwerke
Planungsgruppe Brücken-, Ingenieur- und Tiefbau,
Radebeul
Technische Ausrüstung - Heizung, Lüftung, Sanitär
Ingenieurbüro Zammit GmbH, Chemnitz
Elektrotechnik
MATIC UND MÜLLER INGENIEURE GMBH, Dresden
Licht
studio dinnebier, Berlin
Aufzug
technik-plan Ingenieurbüro Ehrhart Borowski, Dresden
Brandschutz
Ingenieurbüro für Brandschutz André Hartmann,
Dresden
Brandschutzprüfung
Statik- und Brandschutzbüro Burkhardt Borchert,
Dresden
Bauphysik
Bauphysik @ integrierte Planung Kai Rentrop, Dresden
Holzschutz
Ingenieurbüro Holzschutztechnische Bauzustands-
ermittlung Günter Weber, Dresden
Sicherheits- und Gesundheitskoordinator
DEKRA Industrial GmbH, Dresden
Bauforschung
Dr. Hartmut Olbrich, Görlitz
Restauratoren
Dresdner Atelier für Restaurierung, Andree Tesch,
Dresden
Tina Dömling Restauratorin, Dresden
Restaurierungswerkstatt Olaf Ehrhardt, Dresden
Gebäudedaten
Hauptnutzfläche:
3.970 m
2
Bruttogrundfläche:
7.794 m
2
Bruttorauminhalt:
50.346 m
3
Gesamtbaukosten:
12,6 Mio Euro
davon Westbebauung:
10,6 Mio Euro
Bauzeit:
7/2012 - 10/2014
Herausgeber
Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und
Baumanagement
Wilhelm-Buck-Straße 4, 01097 Dresden
www.sib.sachsen.de
im Auftrag des Freistaates Sachsen
Sächsisches Staatsministerium der Finanzen
Redaktion
SIB Niederlassung Dresden I
Gestaltung
Rembrandt Hennig WERBEAGENTUR, Dresden
Fotografie
Matthias Hultsch Fotografie, Dresden
Heidenreich & Springer Architekten Gesellschaft mbH,
Berlin
Reproduktion
(Bernardo Bellotto)
National Galery of Art Washington
Druck
Druckerei Thieme, Meißen
Auflage
1.500 Exemplare
Redaktionsschluss
04/2015
Bezug
Diese Druckschrift kann kostenfrei bezogen werden bei:
SIB Niederlassung Dresden I
Königsbrücker Str. 80, 01099 Dresden
Telefon: +49 351 8093 0
Telefax: +49 351 8093 100
E-Mail: poststelle-d1@sib.smf.sachsen.de
Verteilerhinweis
Diese Informationsschrift wird von der Sächsischen
Staatsregierung im Rahmen ihrer verfassungsmäßigen
Verpflichtung zur Information der Öffentlichkeit
herausgegeben. Sie darf weder von Parteien noch von
deren Kandidaten oder Helfern im Zeitraum von sechs
Monaten vor einer Wahl zum Zwecke der Wahlwerbung
verwendet werden. Dies gilt für alle Wahlen.
Missbräuchlich ist insbesondere die Verteilung auf
Wahlveranstaltungen, an Informationsständen der
Parteien sowie das Einlegen, Aufdrucken oder Aufkleben
parteipolitischer Informationen oder Werbemittel.
Untersagt ist auch die Weitergabe an Dritte zur Verwen-
dung bei der Wahlwerbung. Auch ohne zeitlichen Bezug
zu einer bevorstehenden Wahl darf die vorliegende
Druckschrift nicht so verwendet werden, dass dies als
Parteinahme des Herausgebers zu Gunsten einzelner
politischer Gruppen verstanden werden könnte.
Diese Beschränkungen gelten unabhängig vom Ver-
triebsweg, also unabhängig davon, auf welchem Wege
und in welcher Anzahl diese Informationsschrift dem
Empfänger zugegangen ist. Erlaubt ist jedoch den Par-
teien, diese Informationsschrift zur Unterrichtung ihrer
Mitglieder zu verwenden.
Copyright
Diese Veröffentlichung ist urheberrechtlich geschützt.
Alle Rechte, auch die des Nachdruckes von Auszügen
und der fotomechanischen Wiedergabe, sind dem
Herausgeber vorbehalten.
Blick nach Nordosten zur Westbebauung
Aufbau der Ausstellung Obergeschoss Streichwehr

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Umbau und
Sanierung
Die Baumaßnahme Westbebauung besteht
aus zwei Bauabschnitten und umfasst eine
Fläche von zirka 4.600 Quadratmetern. Der
erste Abschnitt wurde ab Mitte 2012 bis Ok-
tober 2014 realisiert und beinhaltet Umbau
und Sanierung von Torhaus und Streichwehr
zum Museum der Geschichte der Festung
Königstein mit einer Ausstellungsfläche von
zirka 1.200 Quadratmetern. Parallel werden
bis Anfang 2015 die baulichen Vorrausset-
zungen für eine vollständig neu konzipierte
Ausstellung des Militärhistorischen Museums
im Neuen Zeughaus geschaffen.
In einem zukünftigen zweiten Bauabschnitt
werden die Räume der Verwaltung der Fes-
tung Königstein in der Georgenburg saniert.
Einige vorbereitende Maßnahmen konnten
bereits im ersten Bauabschnitt realisiert wer-
den. So erfolgte der Einbau von Zugankern zur
statischen Ertüchtigung der auf Fels gegrün-
deten Wände in den Böden der Räume. Lei-
tungstrassierungen liegen bereits jetzt an den
Schnittstellen der nächsten Bauabschnitte.
Fast alle Fassaden des Gebäudekomplexes
erhielten neue Putze in historischer Werk-
technik und eine neue Farbgebung. Die Fas-
saden des Torhauses, der Georgenburg (außer
der Hofseite) sowie der Streichwehr sind mit
einem gedeckten Kellenzugputz, das Neue
Zeughaus ist mit einem Glattputz versehen.
Die Gesamtkosten der Maßnahme betragen
zirka 12,6 Millionen Euro. Eine Besonderheit
des neuen Museums besteht in seinem Zu-
gang.
Der Besucher, welcher den historischen stei-
len Anstieg über Dunkle und Helle Appareille
überwunden hat, betritt das Gebäude im Eck-
bereich zwischen Torhaus und Neuem Zeug-
haus. Nach umfangreichen Untersuchungen
zu möglichen Eingangssituationen wurde das
Motiv des ehemals offenen Durchgangs des
Torhauses in Richtung Georgenburg als Ein-
gang gewählt. Erkennbar ist dies nach dem
Umbau unter anderem am raueren Postaer
Sandsteinbelag in der Eingangshalle, der als
Gestaltungselement den Außenbelägen nahe
kommt. Mit den beiden neuen Windfang-
Vorbereichen wird nun auch der Durchgang
zur Nordseite des Neuen Zeughauses und der
Georgenburg ermöglicht.
Schweiz blicken. Im Anschluss an das Foyer
befindet sich die Garderobe mit einer neuen
Schließfachanlage.
Neben vielfältigen funktionalen Anforderun-
gen des modernen Museumsbetriebs, war
auch die Aufgabe der vertikalen Erschlie-
ßung zu lösen. Die historischen Wendelstei-
ne konnten im Rahmen der Baumaßnahme
unter Erhalt ihres Erscheinungsbildes saniert
werden, für die Nutzung durch die geplante
hohe Besucherzahl sind sie allerdings nicht
geeignet. Aus diesem Grund wurden zwei
neue Treppenanlagen jeweils am Ende des
Torhauses hinzugefügt.
Zwei bereits bestehende Anbauten wurden
dafür vor allem in der Höhe angepasst - als
Eingriff unserer Zeit ist dies an der Fassaden-
gestaltung der Fenster und Gewände erkenn-
bar. Große, sprossenlose Verglasungen auf
den Zwischenpodesten der neuen Treppen
dienen als Ausblick und Orientierung auf der
Festungsanlage Königstein.
Dieser erste Raum bildet den Auftakt für
den neuen Museumsrundgang. Von hier aus
bietet sich die Möglichkeit des Ausblicks
durch ein neues, schmales Fenster auf die
steile Rampe der Dunklen Appareille. Einen
Raum weiter kann man auf der anderen Seite
über die weite Landschaft der Sächsischen
Restauratorische
Befunde
Aufgrund von Voruntersuchungen war zu
erwarten, dass sich in den mittleren Räumen
des Obergeschosses im Torhaus wertvolle
Befunde historischer Malereien unter den
Farbschichten vergangener Jahrhunderte
verbergen. Die Malereien konnten in die Zeit
um 1725 datiert werden. Kurz zuvor waren
die königlichen Zimmer in das Torhaus ver-
legt worden.
Im Rahmen der Baumaßnahme wurden un-
ter anderem zwei Wächterfiguren, die soge-
nannten Gardisten, im Bereich des ehemali-
gen Durchgangs zum Johannissaal sowie das
Gewände des Durchgangs mit aufwändigen
Malereien nahezu vollständig freigelegt und
restauratorisch bearbeitet. Die beiden Gardis-
ten flankieren das Monogramm ihres Herrn
August dem Starken, das sich oberhalb des
Durchgangs befindet. Die Buchstaben „FAR“
stehen für „Fridericus Augustus Rex“ (Fried-
rich August der König). Das rote Medaillon
wird von Blattwerk gerahmt und vom Reichs-
apfel bekrönt. Die Malereien sind verhältnis-
mäßig gut erhalten, auch wenn sie im Laufe
der Jahrhunderte und im Zuge der baulichen
Veränderungen ihre ursprünglich sehr kräfti-
ge Farbgebung etwas eingebüßt haben.
Bildunterschrift
Erdgeschoss Torhaus während des Umbaus (l)
Erdgeschoss Torhaus nach dem Umbau (r)
Blick auf den neuen Treppenhausanbau Nordseite (u)
Innenraumkonzept
Die Vorgabe an das Innenraumkonzept be-
stand darin, mehrere Funktionen zu vereinen.
Es musste eine Vielzahl neuer Bauteile neben
denkmalgeschützter Substanz zu einem Ge-
samteindruck integriert werden. Dafür wur-
den Konstruktionen und Materialien gewählt,
die in ihrer Detaillierung als Hinzufügung er-
kennbar sind, beispielsweise die dunkel geöl-
ten Eichenholztüren oder die Metallelemente
aus Baubronze im Eingangsbereich, aber im
Zusammenhang der bestehenden Gebäude
der Festung nachvollziehbar bleiben.
Schwieriger war die Aufgabe zu lösen, teil-
weise sehr fragmentarische Malerei-Befunde
erlebbar zu machen, ohne diese inselartig
und zusammenhanglos im Raum zu belassen.
Durch einen lasierenden Wandanstrich wich-
tiger Räume sind nunmehr darunter liegende
Farb- und Putzschichten als Zeitspuren noch
wahrnehmbar und erzeugen damit eine be-
sondere Atmosphäre.
Bis auf einige Räume in denen alte Sand-
steinbeläge oder alte Holzdielen bewahrt und
aufgearbeitet werden konnten, haben alle
Räume einen neuen einheitlichen Bodenbe-
lag aus Eichenholzdielen oder sächsischem
Sandstein erhalten.
Erdgeschoss Torhaus
Blick auf die eingerüsteten Fassaden
während des Umbaus
Technische
Ausstattung
Zur Gewährleistung des modernen Muse-
umsbetriebs waren umfangreiche Installa-
tionen der technischen Gebäudeausrüstung
im gesamten Gebäude erforderlich. Um den
Eingriff in die historische Gebäudesubstanz
so gering wie möglich zu halten, erfolgten die
Haupttrassierungen der Heizungs-, Sanitär-
und Elektroleitungen im neuen Bodenaufbau,
welcher ebenfalls für eine Fußbodenheizung
genutzt wird. Ein weiterer Vorteil liegt in der
Integration von Bodentanks für die Ausstel-
lungsgestaltung.
Das gesamte Haus verfügt über eine neue Be-
leuchtungsanlage mit überwiegend indirekter
Beleuchtung der Decken, die auf LED-Lösun-
gen beruhen.
Eine große Herausforderung war die In-
tegration der Technik in kleine dezentrale
Technikzentralen, die zur Maximierung der
Ausstellungsfläche jeweils in den Verschnei-
dungsbereichen der alten Sanitärschächte
angeordnet sind.
Neue Sanitäranlagen für Besucher befinden
sich als eingestellte Konstruktion im Keller-
bereich der Streichwehr. Auch diese Räume
konnten erstmals im Rahmen der Baumaß-
nahme nutzbar gemacht werden.
Außen- und
Freianlagen
Die gebäudenahen Außenanlagen der West-
bebauung wurden zwischen dem Wallgang
am Kommandantenhaus und dem Streich-
wehrgraben auf der Nordseite des Torhauses
denkmalgerecht instand gesetzt. Des Weite-
ren mussten alle Ver- und Entsorgungslei-
tungen für die Westbebauung neu verlegt
werden.
Die Notwendigkeit der Überarbeitung der Au-
ßenanlagen ergab sich aus den umfangreichen
Leitungsverlegungen sowie den umfassenden
Abdichtungsarbeiten am Gebäudesockel. Auf
Grundlage der für die gesamte Festung vor-
liegenden Nutzungskonzeption mit präzisen
denkmalpflegerischen Zielstellungen galt es,
die historischen Wegebeläge aus Sandstein-
platten und -pflaster zu dokumentieren, zu
bergen und gemäß der Freianlagenplanung
wieder an Ort und Stelle zu verlegen. Nicht
mehr wiederzuverwendende Platten sowie
Flicken aus Kleinpflaster und Beton wurden
weitestgehend mit historischem Sandstein-
material aus Lagerbeständen ersetzt. Auch
historische Entwässerungseinrichtungen wie
Muldensteine, Kehlrinnen, Steindeckerkanäle
und Zisternen wurden originalgetreu wieder
hergestellt. Auf einer Teilfläche an der Brü-
cke über die Helle Appareille wurden Platten
aus neuem Sandstein eingebaut. Die Grün-
fläche südlich des Neuen Zeughauses erhielt
einen klareren Zuschnitt und gegenüber dem
Haupteingang eine Einfassung mit Sitzblö-
cken aus Sandstein. Sämtliches Neumaterial
stammt aus den Sächsischen Steinbrüchen in
der unmittelbaren Umgebung.
Technikinstallation im Dachgeschoss Torhaus (l)
Herstellung Außenanlagen, Nordseite Neues Zeughaus (r)
Wendelstein, neu integrierte Beleuchtung
Technikraum, Obergeschoss Kommandantenhaus
Historische Wandmalerei „Gardisten“, Obergeschoss Torhaus
Obergeschoss Streichwehr vor dem Umbau
Ausschnitt historische Wandmalerei, Obergeschoss Torhaus (o)
Historische Farbfassung „Blaue Wand“, Erdgeschoss Torhaus (u)
Obergeschoss Kommandantenhaus
nach dem Umbau
Obergeschoss Streichwehr nach dem Umbau
Obergeschoss Kommandantenhaus
während des Umbaus
Zur barrierefreien Erschließung wurde unter
anderem ein neuer Aufzug integriert. Hierbei
wurden ebenfalls alle Anforderungen und
Einschränkungen auf Grund der vorhande-
nen, wertvollen Bausubstanz berücksichtigt.
Die bauzeitliche Struktur des Torhauses ist
aufgrund der früheren Wohn- und Reprä-
sentationsnutzung eher kleinteilig. In ei-
nigen Räumen wurden später eingestellte
Zwischenwände wieder entfernt, auch um
die für ein Museum erforderlichen größeren
Räume zu schaffen. Hier sind nun wieder die
für das Haus typischen, außergewöhnlichen
Gewölbekonstruktionen der Bauzeit im 16.
Jahrhundert vollständig zu sehen.
Treppenhausanbau Nord

200 mm
206 mm
210 mm
206 mm
210 mm
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