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Bauherr
Freistaat Sachsen
Projektleitung
SIB Niederlassung Dresden I
Architekt
h.e.i.z.Haus | Architektur. Stadtplanung
Partnerschaft Dresden
Energieberatung
Architektur- und Sachverständigenbüro
Susanne Thiele, Dresden
Tragwerksplanung
BfB Büro für Baukonstruktion GmbH, Dresden
Haustechnik
INNIUS GTD GmbH, Dresden
Brandschutz
Thiele Brandschutz GmbH, Dresden
Baugrunduntersuchung
Büro für Geotechnik
Nasdal & Neumann PartG, Dresden
Restauratorische Untersuchungen
Dipl.-Restauratorin Sonja Kaeten, Dresden
Bauzeit
Februar bis November 2010
Ausstellungsfläche
980 m
2
Nutzfläche
1.331 m
2
Bruttorauminhalt
8.136 m
3
Gesamtbaukosten
1.470 T€ aus Mitteln des Konjunkturpaketes II
der Bundesregierung und des Freistaates Sachsen
Herausgeber
Staatsbetrieb
Sächsisches Immobilien- und Baumanagement
Wilhelm-Buck-Straße 4 · 01097 Dresden
Telefon: +49 351 564-9604
www.sib.sachsen.de
im Auftrag des Freistaates Sachsen
Sächsisches Staatsministerium der Finanzen
Gestaltung und Satz
büro quer, Dresden
Fotos
Holger Stein Fotografie (Titel, Rücktitel)
René Jungnickel, Freiberg
Druck
Stoba-Druck, Lampertswalde
Redaktionsschluss
November 2010
Auflagenhöhe
1.500 Stück
Bezug
Diese Druckschrift kann kostenfrei beim
Herausgeber bezogen werden
Copyright
Diese Veröffentlichung ist urheberrechtlich geschützt.
Alle Rechte, auch die des Nachdruckes von Auszügen
und der fotomechanischen Wiedergabe, sind dem
Herausgeber vorbehalten.
Der kurfürstlich-königliche Jägerhof lag einst am östlichen Rand der
Inneren Neustadt. Erhalten hat sich nur der Westflügel, ein langge-
streckter Baukörper mit drei Treppentürmen, gelegen an der Köpcke-
straße zwischen Neustädter Markt und Carolaplatz. Die Anlage ent-
stand ab 1568 unter Kurfürst August von Sachsen und war Teil des
Ausbaus Dresdens zur kurfürstlichen Residenz für die Albertinische
Linie der Wettiner. Mehrfache Nutzungswechsel und der Abbruch von
weiten Teilen der Anlage ließen seine Bedeutung bereits zu Anfang
des 19. Jahrhunderts schwinden. Seit 1913 beherbergt der Jägerhof,
veranlasst durch Oskar Seyffert, das Museum für Sächsische Volks-
kunst. Nach der teilweisen Zerstörung im Jahre 1945, nur das massi-
ve Erdgeschoss blieb erhalten, wurde das Museum wiederhergestellt
und 1950 eröffnet. Seitdem wird das Gebäude als Museum genutzt
und instand gehalten. Letzte umfangreiche Sanierungsmaßnahmen
erfolgten in den 1990er Jahren.
Das Museum für Sächsische Volkskunst mit Puppentheatersammlung
gehört zu den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und ist das ein-
zige Museum für Volkskunst in Deutschland.
Im Rahmen des Konjunkturpaketes II der Bundesregierung erfolgten in
nur zehn Monaten Bauzeit die grundlegende Sanierung und Moderni-
sierung, die energetische Optimierung und der barrierefreie Ausbau des
historischen Gebäudes. So konnte den Staatlichen Kunstsammlungen
Dresden zum Ende ihres Jubiläumsjahres 2010 und rechtzeitig für die
jährlich stattfindende Weihnachtsausstellung nach dem Albertinum
ein weiteres Museumsgebäude saniert übergeben werden.
Museum für Sächsische Volkskunst
Umbau und Sanierung des Jägerhofs

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Barrierefreie Erschließung – Einbau eines Aufzugs
Die barrierefreie Erschließung und somit die uneingeschränkte Zugäng-
lichkeit des ganzen Hauses stand mit im Vordergrund der Baumaßnah-
me. Der in eine Gewölbeachse eingebaute Aufzug führt vom Erd- bis ins
Dachgeschoss und befindet sich zwischen den Dauerausstellungs- und
den Sonderausstellungsflächen. Das Tonnengewölbe im Erdgeschoss, in
das der Aufzug eingebaut wurde, diente bereits in früheren Zeiten der
Erschließung der Anlage. Damals handelte sich um einen fußläufigen
Durchgang zum Innenhof des ehemaligen Kasernengeländes.
Energetische Optimierung
Um den Wärmeschutz zu verbessern, erhielten alle Einfachfenster eine
zweite innere Verglasung. Im ersten und zweiten Obergeschoss erfolgte
der komplette Austausch der Fenster.
Instandsetzung der historischen Bausubstanz
Zu den Instandsetzungsarbeiten gehörten die Malerarbeiten in den
Treppenhäusern, der Ersatz von Fußbodenbelägen und –fliesen sowie
der Außentüren am mittleren und nördlichen Turm. Die Turmhaube des
südlichen Turms erhielt eine Schieferdeckung und der Fassadenputz
wurde stellenweise erneuert. Die Nachrüstung der Türen in allen Ver-
kehrsflächen zu rauchdichten, selbstschließenden Türen dient ebenso
der Verbesserung des Brandschutzes wie die Verlegung eines Brand-
schutzkanals im Dachboden.
Neuordnung der Museumsfunktionen
Bei einer Museumssanierung liegt das Hauptaugenmerk auf der
Verbesserung der Besucherfreundlichkeit und der Ausstellungsmög-
lichkeiten. Durch die Verlagerung von Depot- und Werkstattflächen
ins Albertinum konnten die Ausstellungsflächen erweitert und Nut-
zungsbereiche neu strukturiert werden. Die Ausstellungsräume im
Erdgeschoss wurden neu geordnet und ausgestattet. Aus der Zusam-
menlegung dreier Räume entstand ein großer Veranstaltungsraum.
Im Erdgeschoss wie auch im ersten Obergeschoss stehen nördlich des
neuen Aufzuges Sonderausstellungsflächen zur Verfügung. Die neu
geschaffenen räumlichen Bedingungen spiegeln sich in einem be-
hutsam modernisierten Ausstellungskonzept wider. Die Verwaltungs-
räume befinden sich über die drei Geschosse verteilt im nördlichen
Gebäudeteil. Die neuen Sanitäranlagen sind im zweiten Obergeschoss
angeordnet, die behindertengerechte Besuchertoilette im Foyerbe-
reich. Die Restauratorenwerkstatt und das Lager für Ausstellungs-
technik sind im südlichen Teil eingerichtet. Die Elektroinstallation und
die Daten- sowie Sicherheitstechnik besitzen jetzt im gesamten Haus
einen zeitgemäßen Standard.