1
Zur Einführung
Die „Lausitz kann sich in der That keiner sonderlichen
Erz-Gruben rühmen". Diese zusammenfassende
Einschätzung des Görlitzer Gymnasialrektors Samuel
Grosser aus dem Jahre 1741 (N
AUMANN 1931) gilt bis
heute. Dabei mangelte es nicht an Versuchen, Erze
edler und weniger edler Metalle zu finden und abzu-
bauen.
Die Frage, ob zu den Bodenschätzen der Lausitz auch
Gold gehört, beschäftigte Fachleute ebenso wie Laien
immer wieder. Wie lückenhaft dennoch die Kennt-
nisse über das Gold der Lausitz bis in die jüngste
Vergangenheit waren, zeigt die Tatsache, dass sich
keine einzige deutschsprachige Publikation mit der
Genese der Goldvorkommen dieser Region beschäf-
tigt. Auf einer Fachtagung im April 1966 kamen
Geologen nach jahrelangen Untersuchungen sogar zu
dem Schluss, „daß Seifgold bis 1965 nirgendwo in der
Oberlausitz glaubwürdig nachzuweisen ist“ (A
NDERT
1967, S. 16). Seit dem verschwand das Thema „Gold in
der Lausitz“ zumindest bei den deutschen Geologen
offensichtlich von der Tagesordnung.
Das Lausitzer Bergland liegt in der nordwestlichen
Fortsetzung der Sudeten, die zu den Zentren der
historischen Goldgewinnung in Mitteleuropa zählen.
Der Goldbergbau begann dort bereits in der
Bronzezeit und hielt sich mit Unterbrechungen bis ins
20. Jahrhundert hinein. Vom Goldreichtum der
Sudeten sind im Bergland der Lausitz jedoch nur spär-
liche Ausläufer zu finden. Aber selbst diese relativ
unbedeutenden Vorkommen entgingen nicht der
Aufmerksamkeit unserer erzkundigen Vorfahren.
Hinweise auf Goldfunde in früheren Zeiten sind nicht
nur von Walen- und Venetianersagen (M
EICHE 1997;
S
CHRAMM 1985) überliefert, sondern auch in Bergbau-
akten und Urkunden dokumentiert. Darüber hinaus
können auch solche Geländebefunde wie Seifhalden
die Tätigkeit von Goldwäschern belegen.
Die metallogenetische Karte zur Verbreitung von Gold
im Böhmischen Massiv (M
ORAVEK et al. 1992) weist
eine goldhöffige Zone im südlich der Lausitz ansch-
ließenden Schluckenauer Zipfel auf, die sich von Šlu-
knov (Schluckenau) in Richtung Rumburk erstreckt.
Das Gold soll hier an sulfidische Kupfer-Nickel-
Mineralisationen gebunden sein. Diese Zone liegt im
Einzugsgebiet vom Rosenbach (Rožansky potok), der
sich im Ergebnis der hier vorgestellten Unter-
suchungen als seifengoldführend erwies.
Die Such- und Gewinnungsarbeiten auf Gold erlebten
in der Lausitz wie auch in anderen Regionen
Mitteleuropas im ausgehenden Mittelalter eine
bescheidene Blütezeit. Die ältesten urkundlich er-
wähnten Goldgruben im Lausitzer Bergland lagen bei
Neustadt und gehörten einem Heinrich von Prohn
(„Bran“). Eine Urkunde vom 9. Oktober 1333 belegt
den Verkauf der Hälfte seiner Goldgruben an Markgraf
Friedrich den Ernsthaften von Meißen (P
ILK 1895b, S.
207). In der Neuzeit verlor die Goldgewinnung immer
mehr an Bedeutung und starb schließlich ganz aus.
Mit den letzten Goldwäschern verschwand auch
deren Erfahrungsschatz über die einheimischen
Goldvorkommen.
Heute lebt die Kunst des Goldwaschens als
Freizeitbeschäftigung wieder auf. Das sichere
Beherrschen der Goldwaschtechnik ist elementare
Voraussetzung für eine erfolgreiche Suche nach
Seifengold. Darin liegt wohl eine der Ursachen für den
bisher geringen Kenntnisstand zu den Goldvor-
kommen. Mit vorliegender Arbeit soll auf der Grund-
lage von Seifengoldnachweisen in über 40 Fließ-
gewässern nun auch die Frage nach der Herkunft des
Goldes in der Oberlausitz beantwortet werden.
Ziel der Untersuchungen war aber nicht nur ein ak-
tueller Nachweis von Seifengold, sondern auch eine
indikative geologische Bestandsaufnahme und die
genetische Deutung der Feldbefunde insbesondere
hinsichtlich der Herkunft des Goldes. Darüber hinaus
wurde ein physikochemisches Modell des Wachs-
tums von Seifengold im Bachsediment auf der
Grundlage eigener thermodynamischer Berechnun-
gen in früheren Arbeiten entwickelt. In die geologi-
schen Interpretationen fließen die Erkenntnisse und
Erfahrungen aus Untersuchungen im thüringisch-frän-
kischen Raum und anderen goldhöffigen Regionen
Mitteleuropas ein.
Die historischen Recherchen und der größte Teil der
Feldarbeiten für diese Arbeit sind Herrn Thomas B
IRKE
aus Pottschapplitz bei Demitz-Thumitz zu verdanken.
Es ist sein Verdienst, die meisten aktuellen Nachweise
von Seifengold in den Bächen des Lausitzer Berg-
landes erbracht zu haben. Gedankt sei auch den
Herren Dr. Olaf T
IETZ (Museum für Naturkunde, Görlitz)
für die Anfertigung von Fotografien der Gold- und
Schwermineralproben sowie Manfred S
CHMIEGER
(Demitz-Thumitz) für seine tatkräftige Unterstützung
bei den Feldarbeiten.
2
Geographische Verhältnisse
Im Osten von Sachsen liegen das Tiefland, das
Hügelland und das Bergland der Oberlausitz. Der
79
Gold im Lausitzer Bergland
Markus SCHADE, Theuern
Freiberg
12
(2005)
S. 79-97
mit 21 Abb., 2 Tab., 25 Lit.

höchste Teil dieser nach Süden ansteigenden
Landschaft wird als Lausitzer Bergland bezeichnet. In
die Untersuchungen einbezogen wurden auch Teile
der daran angrenzenden Landschaften einschließlich
des sogenannten Schluckenauer Zipfels jenseits der
sächsischen Grenze. Dort liegt auch der höchste Berg
des Untersuchungsgebietes, der 610 m hohe Hrazený
(Pirschkenberg).
Das geologische Fundament dieses Gebietes besteht
im Wesentlichen aus dem Lausitzer Granodiorit, der
jedoch auch weit über das untersuchte Bergland hin-
aus verbreitet ist. Das Arbeitsgebiet kann nur im
Südwesten, wo die tektonische Linie der Lausitzer
Überschiebung eine klare Grenze zum Elbsandstein-
gebirge bildet, nach geologischen Kriterien abgegrenzt
werden. Da es sich bei den Untersuchungsobjekten in
aller Regel um Fließgewässer handelt, wurde die
Eingrenzung des Arbeitsgebietes (Abb. 1) nach hydro-
graphischen Kriterien vorgenommen. Gegenstand der
Untersuchungen sind also die Einzugsgebiete folgen-
der Gewässer:
- Spree oberhalb von Bautzen,
- Schwarze Elster oberhalb von Elstra sowie die
Oberläufe ihrer Zuflüsse Schwarzwasser bis
Prischwitz, Klosterwasser bis Kuckau, Pulsnitz bis
zum gleichnamigen Ort, Große Röder bis
Kleinröhrsdorf und Schwarze Röder bis Arnsdorf,
- Wesenitz oberhalb von Dürrröhrsdorf-Dittersbach,
- die Lachsbachzuflüsse Polenz oberhalb von
Hohnstein und Sebnitz oberhalb von Goßdorf.
80
Abb. 1:
Lageskizze des Untersuchungsgebietes mit den goldführenden Bächen und Flüssen. Die dicken Linien markieren die
Hauptwasserscheiden. Strichpunktiert ist die Grenze zwischen dem Freistaat Sachsen und der tschechischen Republik
gezeichnet. Gezeichnet unter Verwendung der Gewässerkarte 1 : 200 000 des Freistaates Sachsen, Landesamt für Umwelt
und Geologie, 1996.

Alle genannten Bäche und Flüsse gehören zum
Stromgebiet der Elbe.
Eine wichtige Informationsquelle bei der Suche nach
Goldfundpunkten sind geographische Namen. Bäche,
Berge, Orte und Fluren können in ihrer Bezeichnung
Informationen über ehemaligen Goldbergbau konser-
vieren, wenn alle anderen Spuren und Erinnerungen
längst verblichen sind. Es gibt mehrere bergmänni-
sche Begriffe, mit denen Goldfunde früherer Zeiten in
Zusammenhang gebracht werden können. Das betrifft
natürlich in erster Linie Namen, die den Wortstamm
„Gold“ enthalten. Auch das Wort „Seifen“ kann mit
Goldseifen in Verbindung gebracht werden, wenn
andere Erzminerale wie beispielsweise Zinnstein aus-
geschlossen werden können.
Die folgende Auswahl von geographischen Bezeich-
nungen beschränkt sich auf die Worte „Gold“ und
„Seifen“:
• Goldbach - Ort südwestlich von Bischofswerda,
• Goldbach - Zufluss der Schwarzen Röder in der
Massenei,
• Goldbach - Zufluss der Sebnitz, auch Schönbach
genannt,
• Goldberg - Höhenrücken im südöstlichen Hohwald
bei Steinigtwolmsdorf,
• Goldberg - Höhenrücken westlich vom ehemaligen
Dachziegelwerk in Neustadt,
• Goldbergwiesen - Flur am Goldberg bei Steinigt-
wolmsdorf,
• Goldborn - Quelle südlich von Pulsnitz,
• Goldborn - Quelle südwestlich von Polenz,
• „Goldener Peter“ - Bezeichnung der „Silbergrube“
bei Berthelsdorf,
• Goldflößchental - Tal bei Kindisch, Ortsteil von Rausch-
witz
• Goldflüsschen - linker Zufluss zum Lohbach,
• Goldflüsschen - rechter Zufluss zur Polenz,
• „Goldgrube“ - volkstümliche Bezeichnung vom
„Valentin Erbstollen“ am Valtenberg,
• „Goldgrube“ - Bergwerk am Goldberg bei Steinigt-
wolmsdorf,
• Goldgruben - Flur bei Langburkersdorf,
• Goldgruben - Flur bei Schönbach,
• „Goldhöhle“ - volkstümliche Bezeichnung für die
Grube „Erfindung Christi“ im Tal der Wesenitz ober-
halb der Buschmühle,
• Goldloch“ - volkstümliche Bezeichnung für die Gru-
be „St. Michael Erbstollen“ bei der Buttermilch-
mühle an der Sebnitz,
• Kleine Seife - rechter Zufluss der Sebnitz,
• Seifberg - Berg im südwestlichen Hohwald,
• Seifberg - Flur bei Neustadt,
• Seifen - Flur südlich der Waldmühle im Polenztal,
• Seifenbach - Zufluss der Schwarzen Röder,
• Seiffen - Ortsteil von Schirgiswalde,
• Seifwasser - Zufluss der Polenz bei der Waldmühle,
• Seifweg - Weg am Seifberg, Hohwald
• Seifwiese, Vordere und Hintere Flur bei Neustadt,
Alle diese Bezeichnungen waren Anlass für beson-
dere Überlegungen bei der Planung der Proben-
ahme und oft auch für spezielle Untersuchungen.
3 Geologische Situation
Die Mittelgebirge der Lausitz werden mit den
Westsudeten als Lugikum zusammengefasst. Dieses
Strukturelement der variszischen Gebirgsbildung stellt
die unmittelbare Fortsetzung des Saxothuringikums
dar und wird von diesem durch das Störungssystem
des Elbe-Lineaments tektonisch abgegrenzt. Beide
Teile des Variszischen Gebirges, das Lugikum und das
Saxothuringikum, grenzen an den geologisch alten
Kern des Böhmischen Massivs, das zu den goldreich-
sten geologischen Einheiten in Europa zählt.
Das Untersuchungsgebiet ist Teil des Lausitzer
Granodiorit-Massivs (Abb. 2), das im Wesentlichen
aus hochmetamorphen und anatektisch weiterent-
wickelten granitoiden Gesteinskomplexen besteht.
Diese Biotit- und Zweiglimmer-Granodiorite sind nach
neuesten Untersuchungen (L
INNEMANN & SCHAUER
1999) 550 bis 530 Millionen Jahre alt und entstanden
während der cadomischen Gebirgsbildung am Ende
des Proterozoikums. Frühpaläozoische Granitoide vom
Typ des Rumburker Granits drangen im Ordovizium an
tektonisch mobilen Schwächezonen empor.
Jünger als die Metamorphite, Anatexite und
Granodiorite sind auch basische Ganggesteine und
Quarzgänge, die in ihrer Verbreitung tektonischen
Störungslinien und Schwächezonen im Grundgebirge
folgen und stellenweise sulfidisch vererzt sind.
Sulfidmineralisationen und deren Verwitterungspro-
dukte waren oftmals Anlass für bergmännische
Arbeiten.
Während der variszischen Gebirgsbildung intrudierten
die jüngsten Granitoide wie beispielsweise das
Stolpener Granitmassiv. Im Mesozoikum und im
Känozoikum war die Oberlausitz über lange Zeiten wie
heute Abtragungsgebiet. Eine Zusammenfassung zur
geologischen Entwicklung findet sich bei K
RENTZ 2001.
Das Grundgebirge streicht vor allem im Süden des
Arbeitsgebietes großflächig an der Erdoberfläche aus
und wird nach Norden zunehmend von känozoischen
Bildungen bedeckt, unter denen fluviatile und glaziale
Sedimente von besonderer Bedeutung für die Gold-
vorkommen sind.
4
Zur Evolution von Seifengold
Für genetische Interpretationen an Seifengold haben
sich seine äußerlich sichtbaren Charakteristika wie die
Kornform, die Korngröße und die Farbe als geeignete
81

Parameter erwiesen. Im mechanisch und geoche-
misch aktiven Milieu des Bachsedimentes unterliegt
das Gold gesetzmäßigen Veränderungen seiner inne-
ren und äußeren Merkmale. Die Evolution des
Seifengoldes widerspiegelt sich in seinem Reifegrad
und besteht in einer fortschreitenden Zunahme seines
Rundungs-, Abflachungs- und Reinheitsgrades.
Darüber hinaus kann vor dem Hintergrund einer allge-
meinen Abnahme der Korngröße zeitweilig auch ein
Wachstum der Goldpartikel erfolgen.
Das Seifengold beginnt seine Entwicklung als mehr
oder weniger silberreiches, also blass gelbes, unregel-
mäßig kantig und teilweise filigran geformtes, ehema-
liges Berggold. Es ist mineralogisch meist noch nicht
rein, das heißt, es haften noch Reste seiner
Begleitminerale vor allem Quarz an ihm. Dieses Gold
wird als unreif (Abb. 3) bezeichnet. Dort, wo nur sol-
ches Gold vorkommt, liegen die Primärvorkommen
ganz in der Nähe.
Das relativ weiche Gold nutzt sich bei mechanischer
Beanspruchung im Sediment nicht so schnell ab wie
härtere Minerale. Es verbiegt sich eher, als dass es
bricht. Anhaftende Begleitminerale können sich des-
halb relativ leicht von ihm trennen. Die Rundung setzt
82
Abb. 2: Geologische Übersichtskarte des Lugikum, nach KRENTZ et al. 2000 und KRENTZ 2001 (vereinfacht und ergänzt)

image
image
image
zuerst an Ecken und Kanten ein, erfasst dann immer
größere Teile seiner Oberfläche und geht dabei immer
mehr in eine Abflachung des Mineralkörpers über.
Auch die im Wesentlichen vom Silbergehalt abhängige
Färbung des Goldes verändert sich im Laufe seiner
Entwicklung. Da Silber unter den Bedingungen der
Erdoberfläche besser löslich ist als Gold, verringert
sich im fließenden Wasser der Silbergehalt des
Goldes, was äußerlich eine Farbverschiebung in
Richtung zu einem satten Goldgelb bewirkt. Gut
gerundetes und transportbedingt abgeflachtes, reifes
Gold (Abb. 4) kommt aus entfernteren Quellen.
Unter bestimmten strukturell-geochemischen Beding-
ungen kann die kontinuierliche Korngrößen- bzw.
Gewichtsabnahme von einer Wachstumsphase des
Goldes unterbrochen werden. Schon seit längerer Zeit
ist bekannt, dass manche Seifen Goldstücke enthal-
ten, die wesentlich größer sind als die Berggold-
abscheidungen, von denen sie abstammen. Aktuelle
Feldbeobachtungen und thermodynamische Berech-
nungen (S
CHADE, 1987) zeigen nun, dass Gold im
Sediment „wachsen“ kann.
Zwei grundsätzlich verschiedene Prozesse bewirken
das Wachstum des Goldes. Einerseits lässt sich eine
Kornvergröberung durch mechanisches Zusammen-
drücken der Goldpartikel zwischen den Sediment-
körnern belegen. Gold ist duktil genug, um diesen
Vorgang unbeschadet und mit dem erfreulichen
Ergebnis der Gewichtszunahme zu überstehen.
Andererseits beweisen immer mehr Feldbefunde,
dass Gold auch unter den Bedingungen der
Erdoberfläche in Lösung gehen und wieder ausgefällt
werden kann. Ähnlich wie beim hydrothermalen
Prozess lagert sich das aus der Lösung abgeschiede-
ne Gold auch bei Normaltemperaturen bevorzugt an
bereits vorhandenem Gold an. Dieser Vorgang bedeu-
tet nichts Anderes, als dass die Goldpartikel im
Sediment wachsen. Mittels thermodynamischer
Berechnungen können die Abläufe bei der Mobilisier-
ung und bei der Abscheidung von Gold modelliert und
in Eh-pH-Diagrammen (Abb. 5) dargestellt werden.
Die Form und die Lage des Prädominanzfeldes von
gelöstem Gold zeigen, dass die Mobilität des Goldes
nicht so sehr von einer Änderung des pH-Wertes als
viel mehr von Unterschieden im Redox-Potential
gesteuert wird.
An der Oberfläche eines gewöhnlichen Bachsedimen-
tes herrscht im sauerstoffreichen Wasser eines
Gebirgsbaches ein oxidierendes Milieu. In der Oxi-
dationszone (Punkt A in Abb. 5) ist praktisch nur die
feste Phase, also gediegen Gold, stabil. Effektive
Lösevorgänge für Gold sind hier nicht möglich. Ein Teil
des Wassers dringt von dort in immer tiefere
Schichten des Sedimentes ein. Der Sauerstoff im
Wasser wird langsam von der Umgebung aufge-
braucht und das Oxidationspotential geht soweit
zurück, bis die Eh-pH-Charakteristika der Lösung in
das Stabilitätsfeld (genauer gesagt das Prädominanz-
feld) löslicher Goldverbindungen (Punkt B in Abb. 5)
übergehen. Die Absenkung des Redoxpotentials wird
von Mikroorganismen unterstützt und in einigen
Fällen wohl überhaupt erst möglich gemacht.
Sulfatreduzierende Bakterien sind für die Mobilisier-
ung von Gold besonders gut geeignet. Wenn das
Wasser im Anstrombereich der Anreicherungszone
(Abb. 6) auf ein Goldkörnchen trifft, dann geht dieses
Gold in Lösung.
Bei diesem Prozess muss die Lösung sehr langsam
fließen, weil sonst das frisch hinzuströmende Wasser
das Oxidationspotential wieder erhöhen würde und
der Lösevorgang damit zum Stillstand käme. Größere
83
Abb. 3:
Unreifes Seifengold mit Quarz verwachsen, Rückersdorfer
Bach, Foto: Dr. O. T
IETZ, Museum für Naturkunde, Görlitz
Abb. 4:
Reifes Seifengold, Seifenbach, Foto: Dr. O. T
IETZ, Museum
für Naturkunde, Görlitz

image
Goldkörner entwickeln sich deshalb auch bevorzugt in
lehmigen Ablagerungen, weil dort die tonigen
Sedimentbestandteile für geringe Fließgeschwindig-
keiten sorgen. Das hydrodynamische und geochemi-
sche System ist in solchen Lehmschichten oft über
längere Zeiträume hinreichend stabil, so dass genü-
gend Zeit für das Wachstum des Goldes zur Verfügung
steht. Allerdings bilden Lehmschichten in Locker-
sedimenten natürlich nicht so dauerhafte Strukturen
aus, wie sie in Felsspalten möglich sind. Deshalb läuft
der Wachstumsprozess hier auch etwas bescheidener
ab als in einem felsigen Bachbett.
Mit seiner goldenen Fracht bewegt sich die Lösung
nun langsam weiter. In dieser Situation gibt es prinzi-
piell zwei Möglichkeiten der Wiederausfällung des
Goldes. Einerseits bewirkt die weitere Verringerung
des Redox-Potentials (von B nach C in Abb. 5) in den
tieferen Schichten des Bachsedimentes (Reduktions-
zone in Abb. 6) einen Übergang des Systems in das
Stabilitätsfeld der festen Phase von gediegenem
Gold. Andererseits könnte die Lösung auch aufsteigen
und in der Nähe des frischen, sauerstoffreichen
Wassers wieder in die Oxidationzone gelangen. Das
Oxidationspotential erhöht sich in diesem Falle (von B
nach A' in Abb. 5) und an einem bestimmten Punkt
kehrt die Lösung in das Stabilitätsfeld des gediegenen
Goldes zurück. In beiden Fällen führt die Änderung
des Eh-Wertes zur Abscheidung von Gold. Im Bereich
des Überganges vom Stabilitätsfeld der löslichen
Goldverbindungen zur festen Phase (gediegen Gold)
sind die Bedingungen für das Goldwachstum gege-
ben. Große Goldkörner entstehen folglich immer im
Abstrombereich der Anreicherungszone also dort, wo
die Lösung diese Zone verlässt.
Das ausgefällte Gold lagert sich aus energetischen
Gründen bevorzugt an bereits vorhandenem Gold
oder anderen elektrochemisch geeigneten Metall-
teilen (Abb. 7) ab. Alternativ dazu bilden sich neue
Goldkristallkeime und beginnen zu wachsen. Von der
zeitlichen und räumlichen Stabilität dieses Prozesses
hängt es dann ab, wie groß die Goldkörner werden.
Für die „Goldgräberpraxis“ bedeutet dies, dass um so
größere Nuggets zu erwarten sind, je (räumlich) größ-
er und (zeitlich) stabiler die Strukturen im Bachbett
sind. Deshalb sind Felsspalten im harten Quarzit in
der Regel ergiebiger als im weicheren Schiefer, große
Spalten goldreicher als kleine und Felsspalten generell
aussichtsreicher als Lehmschichten in Schottern.
84
Abb. 5:
Prädominanzfelder von Gold(verbindungen) im System Au-
S-Cl-H
2
O bei Normalbedingungen mit Angaben der Eh-pH-
Charakteristika von Thiobakterien (1) und sulfatreduzieren-
den Bakterien (2)
Gesamtaktivitäten: Au = 10
-8
Mol/l
(eng schraffiert: 10
-6
Mol/l),
S
2
- = 10
-4
Mol/l,
SO
3
= 10
-2
Mol/l,
Cl = 10
-1
Mol/l
Abb. 6: Geochemische Zonalität im Bachsediment

image
image
Ideale Bedingungen für die Bildung großer Goldstücke
bestehen in einer Felsspalte, die das ganze Bachbett
etwa rechtwinklig durchquert und steil in Fließrichtung
einfällt, über die vom Hochwasser regelmäßig seifen-
goldhaltige Schotter geschoben werden und die so
langsam verwittert bzw. erodiert wird, dass die wach-
senden Goldnuggets nachrutschen und somit sehr
lange in der Goldabscheidungszone verbleiben.
Solche strukturellen Bedingungen sind beispielsweise
im Thüringischen Schiefergebirge häufiger anzutref-
fen. Im Lausitzer Bergland sind sie dagegen die
Ausnahme. Das nahezu vollständige Fehlen solcher
Strukturen ist ein Hauptgrund für die deutlich geringe-
re maximale Korngröße des Lausitzer Goldes im
Vergleich zu den Goldfunden im Thüringischen
Schiefergebirge oder im Vogtland. So lag das Gewicht
des schwersten im Rahmen dieser Untersuchungen
gefundenen Goldkorns (Abb. 8) bei 9 mg. In Thüringen
und Westsachsen sind dagegen aktuelle Funde von
mehrere hundert Milligramm schweren Exemplaren
bekannt geworden.
Unter den geologischen Bedingungen der Lausitz zeu-
gen vor allem wulstig ausgebildete Goldkörner (Abb.
9) von Wachstumsprozessen in pelitischen Sediment-
lagen. Charakteristisch für solche Bildungen ist das
nahezu ungehinderte Wachstum des Goldes in allen
drei Dimensionen. Dagegen wächst das Gold in
Felsspalten auf Grund der begrenzten Platzverhältnis-
se und der orientierten Lösungszufuhr überwiegend
zweidimensional. Deshalb entstehen in Gebieten mit
felsigem, zur Spaltenbildung neigendem Untergrund
wie dem Thüringischen Schiefergebirge bevorzugt fla-
che Goldstücke.
In jedem Falle markiert das Wachstum des
Seifengoldes im Sediment den Höhepunkt seiner
Entwicklung. Das Gold ist voll ausgereift.
Danach nimmt die Masse der Goldpartikel wieder ste-
tig ab. Auf Grund seiner hohen Dehnbarkeit erreicht
die Abflachung beim Gold extreme Dimensionen und
steigert sich bis zu dünnen Folien. Die Flitter sind nicht
selten gefaltet, manchmal auch aufgerollt und wieder
zusammengedrückt. Dieses überreife Gold (Abb. 10)
hat einen langen Transportweg hinter sich und ist vor
allem in den großen Flüssen zu finden.
Schließlich zerfällt das ausgewalzte Gold in immer fei-
nere Partikel bis unter die Sichtbarkeitsgrenze und
wird als feiner Schweb von den Flüssen ins Meer
getragen. Damit endet die Entwicklungsgeschichte
des Seifengoldes.
85
Abb. 7:
Natürlich vergoldete Metallteile, Wesenitz bei Goldbach,
Foto: Dr. O. T
IETZ, Museum für Naturkunde, Görlitz
Abb. 8:
Größtes im Rahmen dieser Arbeit gefundenes Goldkorn,
Foto: Dr. O. T
IETZ, Museum für Naturkunde, Görlitz,
Längsdurchmesser = 2,5 mm

image
image
5
Feldarbeiten
Vor Beginn der eigentlichen Feldarbeiten waren
zunächst alle verfügbaren Informationsquellen auszu-
werten, die potenziell goldhöffigen Flüsse, Bäche,
Flüsschen und Wässer mit Hilfe topographischer
Karten zu erfassen und nach einem bestimmten
hydrographischen Prinzip jeweils flussaufwärts von
der Mündung zur Quelle zu ordnen. Dabei verfolgte
man vom jeweiligen Hauptgewässer immer erst die
Zuflüsse, ehe es am Hauptfluss weiter aufwärts ging.
Mit der entsprechenden Nummerierung entstand so
ein hierarchisch geordneter Stammbaum, aus dem die
Zugehörigkeit jedes erfassten Fließgewässers zu
einem Fluss- oder Stromsystem abgeleitet werden
kann.
Die Probenahme erfolgte zeitlich und mengenmäßig
uneinheitlich. Die bei den Beprobungen aufbereiteten
Mengen wurden abgeschätzt und sind in der
Ergebnisübersicht angegeben. Die Schätzung geht
davon aus, dass ein nicht ganz gefüllter Eimer 10 Liter
enthält.
Zur Entnahme und Aufbereitung der Proben kamen
nur einfache Handgoldwaschgeräte ohne motorgetrie-
bene technische Hilfsmittel zum Einsatz. Zu einer übli-
chen Ausrüstung gehören neben Schaufel und Pfanne
auch Rinne und Eimer (Abb. 11). Das wichtigste
Werkzeug ist die Goldwaschpfanne. Der richtige
Umgang mit ihr erfordert einige Übung. Anleitungen
zu den einzelnen Arbeitsschritten finden sich bei-
spielsweise bei S
CHADE 2002. Dazu werden heutzuta-
ge auch entsprechende Kurse angeboten.
Je nach den konkreten Bedingungen vor Ort kamen
grundsätzlich zwei verschiedene Methoden der
Probenahme zur Anwendung. Dort, wo es möglich
war, ist der stark lehmige Inhalt von Felsspalten im
Bachbett aufgearbeitet worden. Solche Probenahme-
bedingungen waren jedoch der Ausnahmefall im
Untersuchungsgebiet.
Deshalb wurden fast überall möglichst grobe und
kompakte Schotter mit Hilfe einer Goldwaschrinne
(Abb. 12) vorsortiert und die im Sediment enthaltenen
Schwerminerale angereichert. Besonderer Wert
wurde auf eine fundortreine Gewinnung des Goldes
gelegt. Um eine Verschleppung des Seifengoldes zu
vermeiden, wurde der handelsübliche Teppich am
Boden der Rinne durch eine Autofußmatte aus
Gummi ersetzt. Das in der Rinne verbleibende voran-
gereicherte Material wurde dann in einen Eimer ent-
leert, anschließend in eine Goldwaschpfanne umge-
füllt und bis zum Schwermineralkonzentrat gewa-
schen.
Um die Aufbereitung zu erleichtern, wurden die
Schotter in vielen Fällen nass vorgesiebt. Dabei kam
ein Sieb mit einer Maschenweite von 5-6 mm zum
Einsatz, so dass auch die größten zu erwartenden
Goldkörner in der Feinkornfraktion zu finden waren.
Das im Eimer gesammelte, feinkörnige Material
wurde anschließend durch die Rinne geschleust.
86
Abb. 9:
Voll ausgereiftes Seifengold, Goldflüsschen im Hohwald,
Foto: Dr. O. T
IETZ, Museum für Naturkunde, Görlitz
Abb. 10:
Überreifes Seifengold, Elbe bei Königstein, Foto: Dr. O.
T
IETZ
, Museum für Naturkunde, Görlitz

image
image
Im letzten Arbeitsgang, dem „Ziehen", wird das Gold
aus dem Konzentrat abgetrennt (Abb. 13) und vom
Boden der Pfanne abgelesen.
Das Abtrennen des Goldes aus dem Konzentrat
erfolgte stets im Feld. Zur Kontrolle und zur Unter-
suchung der Begleitminerale ist das Konzentrat
getrocknet und anschließend unter dem Binokular bei
zehnfacher Vergrößerung noch einmal durchgesehen
worden.
Zur Probenahme gehörte auch, den Ort nach Been-
digung der Arbeiten wieder so verlassen, wie er vor-
gefunden wurde.
6
Untersuchungsergebnisse
Berggold wurde im Rahmen dieser Arbeiten weder
gezielt gesucht noch zufällig gefunden. Dagegen
konnte Seifengold in fast allen der 44 untersuchten
Fließgewässer nachgewiesen werden.
87
Abb. 12:
Probenahme mit der
Waschrinne
Abb. 11:
Goldwaschgeräte

image
Die wichtigsten Ergebnisse der Goldprospektion in
den einzelnen Bächen und Flüssen sind in einer tabel-
larischen Kurzübersicht (Tab. 1) zusammenfassend
dargestellt. Detaillierte Angaben zu den Ergebnissen
der historischen Recherchen sowie zur Geographie,
Geologie, Probenahme, Goldführung und zu den
Begleitmineralen für die einzelnen Fundpunkte erfol-
gen bei SCHADE & BIRKE 2002. Jedes Unter-
suchungsobjekt hat eine Nummer entsprechend der
gewählten Hierarchie im Netz der Fließgewässer
erhalten. Die Bachbezeichnungen wurden aus amtli-
chen oder (meist älteren) anderen Karten entnom-
men. Die Namen der Bäche und Flüsse, in denen sich
Seifengold fand, sind fett gedruckt.
Auf eine genaue Quantifizierung des Goldgehaltes im
Sediment wird wegen der überaus hohen Absetzig-
keit und den methodischen Unsicherheiten verzichtet.
So ist das Ergebnis der Probenahme beim Gold-
waschen einerseits sehr stark abhängig von den
objektiven natürlichen Bedingungen vor Ort und ande-
rerseits von den subjektiven Fähigkeiten des
Probenehmers zur Entnahme und Aufbereitung der
Proben. Die ermittelten Werte sind also in jedem Falle
statistisch sehr unsicher und untereinander nicht ohne
weiteres vergleichbar. Die Ausbeute an Seifengold
wird deshalb nur halbquantitativ angegeben. Vor dem
Bruchstrich steht die Anzahl der gefundenen Gold-
flitter. Ihr Gewicht, das im Durchschnitt weit unter 1
mg pro Stück liegt, bleibt unberücksichtigt. Hinter
dem Bruchstrich ist das Volumen der beprobten
Sedimentmenge in Litern aufgeführt. Diese Mengen-
angabe bezieht sich in der Regel auf die abgesiebte
Feinkornfraktion (<6 mm). Unabgesiebte Sediment-
mengen sind mit einem Sternchen (*) gekennzeich-
net.
Nummer Name
Goldaus-
Gold-
beute
quelle
1
Elbe
169 Flitter/ X, Q, S
135 Liter
1.1
Havel
nicht
untersucht
1.1.1
Spree
157/125
Q, S
88
Abb. 13:
Das Ergebnis von 200 Minuten Arbeit: 169 Goldflitter in der Pfanne, Foto: T. B
IRKE, Pottschaplitz
Tab. 1: Kurzübersicht der Ergebnisse der Goldprospektion

1.1.1.1
Temritzer
108/84
Q
Wasser
1.1.1.2
Cunewalder
6/16
Q
Wasser
1.1.1.3
Butterwasser
15/35
Q
1.1.1.4
Kaltbach
7/30
Q, S
1.1.1.5
Rosenbach
19/30
Q, S
1.2
Schwarze Elster
3/35
Q
1.2.1
Große Röder
9/20*
Q
1.2.1.1
Schwarze Röder
126/63
Q
1.2.1.1.1
Seifenbach
150/35
Q
1.2.1.1.2
Goldbach
24/15
Q
1.2.2
Pulsnitz
23/50*
Q
1.2.3
Schwarzwasser
46/50
Q, S
1.2.3.1
Langes Wasser
12/15
Q
1.2.3.1.1
Gaußiger Wasser
13/15
Q
1.2.3.2
Silberwasser
100/82
Q, S
1.2.3.3
Naundorfer
85/65
Q
Wasser
1.2.4
Burkauer Wasser/
177/320
Q
Klosterwasser
1.2.5
Goldflößchen
80/75
Q, S
1.3
Wesenitz
63/120
Q, S
1.3.1
Langenwolms-
3/23
Q, S
dorfer Bach
1.3.2
Lauterbach
2/8
Q, S
1.3.3
Grunabach
10/15
Q, S
1.3.4
Großdrebnitzer
19/15
Q, S
Bach
1.3.5
Hellgrundbach
57/60
Q, S
1.3.6
Rotes Floß
12/160
Q, S
1.4
Lachsbach
nicht
untersucht
1.4.1
Polenz
22/95
Q, S
1.4.1.1
Goldflüsschen
5/35*
Q
1.4.1.2
Seifwasser
2/7
Q
1.4.1.3
Rückersdorfer
145/85
Q, S
Bach
1.4.1.4
Lohbach
35/85
S
1.4.1.4.1
Folgenbach
14/66
S
1.4.1.4.2
Goldflüsschen
54/175
S
1.4.1.5
Laubbach
0/100
1.4.2
Sebnitz
94/80
S
1.4.2.1
Schwarzbach
3/28
S
1.4.2.2
Schönbach
8/50
S
1.4.2.3
Kleine Seife
8/63
S
1.4.2.4
Mannsgraben
4/70
S
1.4.2.5
Luèní potok
nicht
untersucht
1.4.2.5.1 Severní potok
nicht
untersucht
1.4.2.5.1.1
Zahlbach
17/60
S
1.4.2.5.2
Schwarzbach
5/20
S
1.4.2.5.3
Heimichbach
4/20
S
1.4.2.6
Liščí potok
2/24
S
Auf Grund der im Laufe der Untersuchungen gewon-
nenen Erkenntnisse können die einzelnen Vorkommen
bestimmten goldliefernden Gesteinen zugeordnet
werden. Für das „importierte“, quartäre Gold steht das
Symbol Q und für das „einheimische“, sulfidische ein
S. Mit X werden andere, nicht näher definierte
Goldquellen der Elbe außerhalb des Untersuchungs-
gebietes bezeichnet.
Die angegebenen Goldquellen beziehen sich insbe-
sondere bei längeren Bächen und Flüssen auf den
jeweiligen Probenahmeort.
Trotz aller erwähnten methodischen Unzulänglich-
keiten kann man aus den Angaben über die Seifen-
goldfunde den Schluss ziehen, dass Bäche, die ihren
Goldgehalt nur aus „einheimischen“ Quellen (S)
beziehen, tendenziell weniger Gold führen als glazial-
fluviatil (Q) beeinflusste Fließgewässer.
7
Herkunft des Goldes
Aus den vorliegenden Feldbefunden lassen sich
grundlegende Schlussfolgerungen über die Herkunft
des Goldes in der Region ableiten:
Berggold
Im Lausitzer Bergland gingen bergmännische
Versuchsarbeiten auf Gold im Festgestein ausschließ-
lich auf Quarzgängen und auf basischen Gesteins-
gängen um. Feldbeobachtungen an alten Goldgruben
zeigen, dass in den Basiten sulfidische Vererzungen
und deren Verwitterungsprodukte Gegenstand der
Such- und Erkundungsarbeiten waren. Die häufige
Assoziation von Gold und Sulfidmineralen ist auch
über das Untersuchungsgebiet hinaus allgemein
bekannt.
Die Basitgänge der Lausitz sind bezüglich ihrer
Goldführung mit den Diabasen im ostthüringisch-
westvogtländischen Raum vergleichbar. In beiden
Fällen sind sulfidische Mineralisationen in basischen
Magmatiten Träger des Berggoldes.
Bei den (Gold-)Quarzgängen im Lausitzer Bergland ist
keine Abhängigkeit der Goldführung vom Nebenge-
89

stein erkennbar. Darin unterscheiden sich diese
Bildungen beispielsweise von den Goldquarzgängen
im Thüringischen Schiefergebirge, wo meist ein enger
räumlicher und genetischer Zusammenhang zwischen
den Abscheidungen von Berggold und den goldliefern-
den Nebengesteinen besteht. Die Ursache dafür dürf-
te darin zu suchen sein, dass es sich hier nicht wie im
Schiefergebirge um „stockwerkeigene Gangminerali-
sationen der Dehydratationszone“ mit engräumigen
Stoffumlagerungen im Sinne von M
EINEL 1993 (S. 43
ff.) handelt sondern ähnlich wie bei den Goldquarz-
gängen im Ruhlaer Kristallin um mehr oder weniger
„aufgelagerte postmagmatische Gangmineralisatio-
nen“ (M
EINEL 1993, S. 52 ff.).
Durch Verwitterungsprozesse kann aus solchen „pri-
mären“ Goldabscheidungen Seifengold entstehen.
Seifengold
Das im Untersuchungsgebiet entstandene, also „ein-
heimische“ Seifengold aus den Quarzgängen und
Basiten des Grundgebirges hat zunächst nur einen
geringen Reifegrad. Mit zunehmendem Transportweg
gleicht sich dieses Gold jedoch immer mehr dem rei-
neren, gut gerundeten, abgeflachten, satt goldgelb
gefärbten, reifen „Import“-Seifengold an.
Mit den räumlich und mengenmäßig nur begrenzt auf-
tretenden Trägern des Berggoldes im Lausitzer
Bergland kann jedoch nicht die Herkunft allen
Seifengoldes erklärt werden, zumal es auch
Goldseifen in Bächen gibt, die nicht mit goldliefernden
Quarzgängen oder Basiten in Berührung kommen.
Der relativ einfache geologische Aufbau des
Arbeitsgebietes schränkt die Anzahl der potenziellen
Goldlieferanten ein. Neben den genannten Berg-
goldvorkommen sind vor allem quartäre Bildungen
des Tafeldeckgebirges als Goldquellen von
Bedeutung.
Von den geologisch jüngsten Ablagerungen der
Region kommen sowohl fluviatile Sedimente fossiler
Elbeläufe als auch glaziale Bildungen als Seifengold-
quellen in Betracht. In der Mehrzahl der Fälle überla-
gern sich diese beiden Prozesse. Der überwiegende
Teil des Seifengoldes im Lausitzer Bergland stammt
aus Böhmen und wurde von präglazialen Flussläufen
„importiert“.
Die Elbe hat in ihrer geologischen Geschichte als einer
der wichtigsten Abflüsse aus dem Böhmischen
Massiv mehrfach ihren Lauf geändert. „Die spätter-
tiären bis elsterkaltzeitlichen Terrassen der Elbe und
ihrer Nebenflüsse“ wurden von W
OLF & SCHUBERT
1992 umfassend beschrieben. Daraus geht hervor,
dass vor allem der so genannte Bautzener Elbelauf im
Frühpleistozän das Untersuchungsgebiet beeinflusst
hat. Die fossilen Elbesedimente tragen direkt und indi-
rekt zur Seifengoldführung vieler rezenter Bäche im
Untersuchungsgebiet bei.
Einerseits sind die goldführenden Ablagerungen der
Altelbe im Norden und Westen des Lausitzer
Berglandes den heutigen Bächen direkt zugänglich.
Bei der Erosion der fossilen Flusssedimente gelangt
das „Elbegold“ in die Bachläufe.
Andererseits spielen die Altablagerungen der Elbe
eine indirekte Rolle als Goldlieferanten über den
„Umweg“ der eiszeitlichen Geschiebe. Während der
Elster-Kaltzeit drangen mächtige Gletscher aus
Skandinavien bis in die Oberlausitz vor und schoben
einen Teil der goldführenden alten Elbeablagerungen
nach Süden bis ins Lausitzer Bergland. Während des
ersten Vorstoßes des Elstereises, der bis nach
Böhmen reichte, ragten wohl die höchsten Höhen des
Hohwaldes aus dem Eis oder es bildeten sich eigen-
ständige Gletscher in den Gipfelregionen. Jedenfalls
deutet die Zusammensetzung der Schwermineral-
konzentrate in diesem Gebiet darauf hin. Der zweite
Eisvorstoß reichte bis in die Gegend von Großhartau
und Niederputzkau. Er beeinflusste also nur noch den
nördlichen Teil des Untersuchungsgebietes.
Es ist ferner zu vermuten, dass außerdem die
Eismassen aus Skandinavien Gold aus den dortigen
Vorkommen in die Lausitz „importiert“ haben können.
Ein Nachweis dieses „nordischen“ Goldes steht aller-
dings noch aus. Der Anteil dieses Goldes dürfte aber
im Vergleich zum Elbegold gering sein.
Die glazial-fluviatilen „Goldimporte“ lassen sich auf
Grund ihres hohen Reifegrades oft relativ leicht vom
„einheimischen“ Seifengold aus dem Grundgebirge
der Lausitz unterscheiden. Neben dem Gold selbst
können auch seine Begleiter im Schwermineral-
konzentrat Hinweise auf seine Herkunft geben. Eine
Auswahl von Begleitmineralen zeigt Tab. 2. Die
Mengen der einzelnen Minerale werden qualitativ
bewertet.
Nicht berücksichtigt wurden die praktisch allgegen-
wärtigen und deshalb für genetische Interpretationen
wenig hilfreichen oxidischen Eisenminerale Limonit,
Hämatit, Magnetit und Ilmenit.
Ein Indikatormineral für Basite ist der Epidot (Abb. 14).
Wenn dieses Mineral zusammen mit frischen oder
verwitterten Sulfidmineralen wie Pyrit, Pyrrhotin (Abb.
15) oder Chalkopyrit auftritt, dann kann man in aller
Regel davon ausgehen, dass zumindest ein Teil des
mit ihnen vergesellschafteten Seifengoldes aus relativ
nahe gelegenen Berggoldquellen stammt, auch wenn
sein Reifegrad schon recht hoch ist. Am Beispiel des
Laubbaches, in dem trotz mehrfacher Waschversuche
kein Nachweis von („einheimischem“) Seifengold
90

91
Dabei bedeuten: + + + sehr häufig, + + häufig, + selten, o nicht nachgewiesen.
Tab. 2: Vorkommen ausgewählter Schwerminerale in den Konzentraten der untersuchten Fließgewässer
Fließgewässer
Zirkon
Pyrop
Epidot
Olivin
Spinell
Besonderheiten
Elbe
+ +
+ +
o
+ +
+ +
Spree
+ +
+ +
+
+
+ +
Temritzer Wasser
+ +
+ +
o
o
+ +
Cunewald. Wasser
+ + +
+ +
o
+
+ +
Rubin
Butterwasser
+ +
+ +
o
+
+ +
Rubin
Kaltbach
+ +
+ +
+
+
+ +
Rosenbach
+ +
+ +
+
+
+ +
Moldavit
Schwarze Elster
+ +
+ +
o
+
+ +
Große Röder
+ +
+ +
o
+
+ +
Rubin
Schwarze Röder
+ +
+ +
o
+ +
+ +
Seifenbach
+ +
+ +
+
+ +
+ +
Goldbach
+ +
+ +
o
+ +
+ +
Pulsnitz
+ +
+ +
o
+ +
+ +
Schwarzwasser
+ +
+ +
+
+
+ +
Langes Wasser
+ +
+ +
o
+
+ +
Rubin
Gaußiger Wasser
+ +
+ +
o
o
+ +
Silberwasser
+ +
+ +
+
o
+ +
Naundorfer Wasser
+ +
+ +
o
+
+ +
Klosterwasser
+ +
+ +
o
+
+ +
Goldflößchen
+ +
+ +
+
+
+ +
Wesenitz
+ +
+ +
+
+
+ +
Langenwolm. Bach
+ +
+
+
+
+
Lauterbach
+ +
+
+
+
+
Grunabach
+ +
+
+
+
+ +
Großdrebn. Bach
+ +
+ +
+
+
+ +
Hellgrundbach
+ +
+
+
o
+
Rotes Floß
+ +
+
+
o
+
Polenz
+ +
+
+
+
+
Goldflüsschen
+ +
+
+ +
+
+ +
Seifwasser
+ +
+
+ +
+
+
Rückersdorf. Bach
+ +
+ +
+
+ +
+ +
Lohbach
+ +
o
+ +
o
o
Folgenbach
+
o
+
o
o
Goldflüsschen
+ +
o
+
o
o
Laubbach
+ +
o
+
o
o
kein Gold
Sebnitz
+ +
o
+
+
+ +
Rubin
Schwarzbach
+
o
+
o
o
Schönbach
+ +
o
+
+
o
Kleine Seife
+ +
o
+
o
o
Mannsgraben
+ +
o
+
+
o
Zahlbach + o + o o
Schwarzbach
+
o
+
o
o
Heimichbach
+ +
o
+
o
o
Lišèí potok
+ +
o
+ +
o
o

image
image
gelang, zeigt sich, dass der Epidot kein direkter
Anzeiger einer Goldquelle ist. Dieses Mineral weist
lediglich auf die Anwesenheit von Basiten hin, die
jedoch keineswegs immer auch sulfidisch minerali-
siert und damit Goldlieferanten sein müssen.
Im Gegensatz dazu weist der Pyrop (Abb. 16) auf (eis-
zeitlich verschleppte) Elbesedimente hin und ist damit
ein direkter Indikator für („importiertes“) Seifengold.
Der Böhmische Granat wurde über voreiszeitliche
Elbeläufe in die Lausitz transportiert und dort zusam-
men mit dem Gold abgelagert. Während der Elster-
Kaltzeit wurde ein Teil der pyrop- und goldhaltigen
Sedimente der Altelbe durch Gletschervorstöße nach
Süden geschoben und gelangte so auch in höher gele-
gene Gebiete des Lausitzer Berglandes.
Oft befindet sich der Pyrop in Gesellschaft anderer
auffälliger Schwerminerale. Dazu gehören die unter-
schiedlich stark gerundeten, manchmal aber auch idio-
morphen Kristalle von Zirkon (Abb. 17), der stets gut
abgerollte Olivin (Abb. 18) sowie der schwarze Spinell
(Abb. 19). Pleonast ist seinerseits ein Leitmineral für
den im Allgemeinen unscheinbaren Korund, dessen
edle Varietäten Saphir und Rubin zweifellos zu den
mineralogischen Besonderheiten im Untersuchungs-
gebiet gehören. Der seltene Saphir (Abb. 20) konnte
in Korngrößen bis über 3 mm in nahezu allen Bächen
nachgewiesen werden, in denen der schwarze Spinell
häufig vorkommt. Diese Aussage ist allerdings nicht
auf den noch selteneren Rubin (Abb. 21) übertragbar,
dessen Kristallbruchstücke nur ausnahmsweise
größer als 1 mm sind.
Die geologisch jungen Lockersedimente des Quartär
mit den fluviatilen Ablagerungen der alten Elbeläufe
und den glazialen Verschleppungen dieses Materials
durch die vorstoßenden Eismassen der Elster-Kaltzeit
sind die jüngsten Vorstufen rezenter Seifengoldvor-
kommen.
Insgesamt konnten also 4 verschiedene Goldquellen
für Seifenvorkommen im Arbeitsgebiet identifiziert
werden:
Grundgebirgsstockwerk
1.
Sulfidische Mineralisationen
in basischen Gang-
gesteinen,
2.
(Gold-)Quarzgänge
,
Tafeldeckgebirgsstockwerk
3.
Fluviatile Bildungen
der alten Elbeläufe,
4.
Glaziale Bildungen
insbesondere im Einfluss-
bereich der alten Elbesedimente.
Zusammenfassend können die Seifengoldvorkommen
zwei grundsätzlich verschiedenen geologischen Bil-
dungen zugeordnet werden. Der Anteil des Seifen-
goldes aus endogenen Bildungen (Lieferanten 1 und
2) ist relativ gering. Der größte Teil des Seifengoldes
entstammt sedimentären Bildungen (Lieferanten 3
und 4).
92
Abb. 14:
Epidot, Rückersdorfer Bach, Foto: Dr. O. T
IETZ,
Museum für Naturkunde, Görlitz
Abb. 15:
Würfliger Pyrit und kugliger Pyrrhotin, Rückersdorfer Bach,
Foto: Dr. O. T
IETZ, Museum für Naturkunde, Görlitz

image
image
Betrachtet man die seifengoldliefernden Festgesteine
als primäre Quellen, so kann man zwischen „einheimi-
schem“ bzw. im Untersuchungsgebiet gebildetem
Gold (Lieferanten 1 und 2) sowie „importiertem“ bzw.
aus größerer Entfernung herantransportiertem Gold
(Lieferanten 3 und 4) unterscheiden.
8
Ausblick
Die angetroffenen Feldbefunde und ihre geologische
Interpretation lassen für das Untersuchungsgebiet
und seine Umgebung den Schluss zu, dass es noch
weit mehr als die in dieser Arbeit aufgeführten
Seifengoldvorkommen im nördlichen Teil des
Lugikums gibt. Als goldhöffig sind grundsätzlich alle
Fließgewässer, Kiesgruben und sonstigen natürlichen
und künstlichen Aufschlüsse zu betrachten, die im
Einflussbereich fossiler Flussschotter insbesondere
der Altelbe und/oder eiszeitlicher nordischer Geschie-
be liegen. Darüber hinaus können sedimentäre Gold-
vorkommen aus sulfidischen Mineralisationen in
Basiten und Quarzgängen des Grundgebirges abgelei-
tet werden.
93
Abb. 16:
Pyrop, Rückersdorfer Bach,
Foto: Dr. O. T
IETZ,
Museum für Naturkunde, Görlitz
Abb. 17:
Zirkon, Rückersdorfer Bach,
Foto: Dr. O. T
IETZ,
Museum für Naturkunde, Görlitz

image
image
image
Im westlichen, nördlichen und östlichen Umfeld des
Arbeitsgebietes wird man also kaum einen Bach ohne
Seifengold finden. Der Goldbach bei Radeberg und die
Prießnitz in der Dresdner Heide bestätigen in ersten
Tests diese Schlussfolgerung.
Vorerst unbeantwortet bleibt die Frage nach der Rolle
des skandinavischen Goldes in den glazialen
Sedimenten der Lausitz. Die Lösung dazu sollte wohl
in nördlicheren Gefilden gesucht werden.
Auch fehlt bisher der direkte Beweis für einheimi-
sches Gold in Form einer Berggoldstufe aus Lausitzer
Gangquarz oder Basit.
Denkbar wäre darüber hinaus auch die Einbeziehung
von Seifengold als Indikatormineral für die Unter-
suchung fossiler Flussläufe, glazigener Bildungen
sowie anderer stratigraphischer und sedimentologi-
scher Aufgabenstellungen.
Obwohl es fast selbstverständlich erscheint, muss
schließlich noch hinzugefügt werden, dass die vielen
kleinen und kleinsten Seifengoldvorkommen im
Lausitzer Bergland auch angesichts ihrer Genese und
der geologischen Rahmenbedingungen keinen Anlass
für Hoffnungen auf ein größeres Goldvorkommen
geben. Die Parameter einer bauwürdigen Lagerstätte
werden nach den aktuellen ökonomischen Konditio-
94
Abb. 18:
Olivin, Seifenbach
Abb. 19:
Schwarzer Spinell (Pleonast),
Klosterwasser,
Foto: Dr. O. T
IETZ,
Museum für Naturkunde, Görlitz

image
image
nen weder bei den Gehalten noch bei den Vorräten
auch nur annähernd erreicht.
Mineralogisch interessant ist das Gold der Lausitz
aber allemal.
Zusammenfassung
Im Lausitzer Bergland wurden seit dem Mittelalter
kleine Goldvorkommen entdeckt und in Abbau
genommen. Bei der Revision historischer Abbauge-
biete stellte sich heraus, dass die Anzahl der gold-
führenden Fließgewässer weit größer ist als ur-
sprünglich angenommen. In mehr als 40 Bächen und
Flüssen wurde Seifengold nachgewiesen. Unter ihnen
sind so bekannte Gewässer wie die Spree, die
Schwarze Elster, die Wesenitz, die Sebnitz und die
Polenz.
Aus der geologisch-geochemischen Interpretation
einer Vielzahl von Feldbefunden leiten sich grundle-
gende Schlussfolgerungen über die Herkunft des
Goldes und die Entstehung seiner Vorkommen ab. Im
Ergebnis systematischer Feldarbeiten wurden glaziale
Sedimente der Elster-Kaltzeit als die wichtigste
95
Abb. 20:
Saphir gerundet, Wesenitz bei
Goldbach, Foto: Dr. O. T
IETZ,
Museum für Naturkunde,
Görlitz
Abb. 21:
Rubin, Butterwasser,
Foto: Dr. O. T
IETZ,
Museum für Naturkunde,
Görlitz

Metallquelle der Seifengoldvorkommen in dieser
Region erkannt. Die glazialen Ablagerungen enthalten
auch so interessante Schwerminerale wie den dunkel-
roten „Böhmischen Granat", den blauen Saphir und
den roten Rubin. Darüber hinaus treten sowohl
Quarzgänge als auch sulfidische Vererzungen in
Basiten, die Berggold führen, als zusätzliche Quellen
von Seifengold in Erscheinung.
Die mechanische und chemische Umlagerung von
Gold im Sediment hat eine Erhöhung seines Rein-
heitsgrades und in manchen Fällen eine Korngrößen-
zunahme zur Folge.
Summary
Since the Middle Ages small occurrences of gold in
the area of the Lusitanian Highlands were discovered
and worked. During a recent re-examination of histori-
cal mining sites it was found, that the number of gold-
bearing surface waters is much higher than expected
in the past. Placer gold was discovered in more than
40 rivers and streams. Among them are such well
known streams like Spree, Black Elster, Wesenitz,
Sebnitz and Polenz.
A geological and geochemical interpretation of the
gold accumulation is given, including fundamental
conclusions about the origin of the gold and the gene-
sis of its occurrences. As a result of systematic field
works glacial sediments of the Elster-glaciation were
identified as the most important metal source for the
secondary gold occurrences in this area. The glacial
sediments contain other interesting havy minerals too
like the deep red „Bohemian garnet", the blue sapphi-
re and the red ruby. Both quartz veins and sulphide
mineralizations in basic magmatites containing pri-
mary gold are additional sources of placer gold.
Mechanical and chemical redeposition of gold in the
sediment causes an increasing degree of its purity
and in some cases an increasing grain-size.
Literatur
A
LBINUS, P. 1590: Meißnische BergkChronika. -
Dresden
A
NDERT, W. 1967: Enttäuschte Schatzgräber. -
Bautzener Kulturschau 2, S. 14-16, Bautzen.
B
ARTNIK, D. 1969: Die Quarzgänge im Lausitzer
Massiv. - Zeitschrift für das Gesamtgebiet der
Geologie und Mineralogie 18, S. 21-40, Akademie-
Verlag, Berlin.
K
RENTZ, O.; WALTER, H.; HOTH, K.; BRAUSE, H.; OPLE-
TAL
, M.; MRÁSOVÁ, S.; KOZDRÓJ, W. & CYMERMAN, Z.
2000: Geological Map Lausitz-Jizera-Karkonosze
(without Cenozoic Sediments) 1 : 100 000, 7-12,
LfUG, PIG,
ÈGÚ,
Freiberg, Praha, Wroc³aw.
K
RENTZ, O. 2001: Lusatia. - In K
OZDRÓJ
; KRENTZ; OPLE-
TAL
(Hrsg.), Comments on the Geological Map
Lausitz-Jizera-Karkonosze (without Cenozoic
Sediments) 1 : 100 000, LfUG, PIG,
ÈGÚ,
Warsaw
L
ANGER, J. 1928: Vom alten Bergbau rund um den
Hohwald. - Oberlausitzer Heimatzeitung, 9., 6, S.
83-86, Bautzen.
L
ANGER, J. 1929: Der ostelbische Bergbau im und am
Gebiet der Dresdner Heide und der Sächs.
Schweiz. - Neues Arch. für Sächsische Geschichte,
50, S. 1-66, Dresden.
L
INNEMANN, U.& SCHAUER, M. 1999: Die Entstehung
der Elbezone vor dem Hintergrund der cadomi-
schen und variszischen Geschichte des Saxothur-
ingischen Terranes, Konsequenzen aus einer abge-
deckten geologischen Karte. - Zeitschrift für geolo-
gische Wissenschaften, 27, 5/6, S. 529-561, Berlin.
L
ORENZ, W. 1998: Geologische Karte der eiszeitlich
bedeckten Gebiete von Sachsen, 1 : 50 000, Blatt
Bautzen 2669. - Herausgeber: Sächsisches
Landesamt für Umwelt und Geologie, Bereich
Boden und Geologie, 1. Auflage, Freiberg.
M
EICHE, A. 1997: Sagenbuch der Sächsischen Schweiz
und ihrer Randgebiete. - 2. Auflage der überarbeite-
ten 2. Auflage von 1929, Buchdruckerei Wilhelm
Volkmann, Dresden, Altis-Verlag GmbH, Berlin.
M
EINEL, G. 1993: Die Bildung der Gangmineralisa-tio-
nen Thüringens. - Geowissenschaftliche Mitteilun-
gen von Thüringen, Beiheft 1, S. 1-111, Weimar.
M
ORAVEK, P. AICHLER, J., DOŠKÁŘ, Z., DUDA, J.,
Ď
URIŠOVÁ, J., HAUK, J., JANATKA, J., KALENDA, F.,
K
LOMÍNSKÝ, J., KVĚTOŇ, P., LITOCHLEB, J., MALEC, J.,
M
RÁZEK, I., NOVÁK, F., POUBA, Z., PUDILOVÁ, M.,
P
UNČOCHÁŘ, M., SKÁCEL, J., SOUKUP, B., STUDNIČNÁ,
B., S
ZTACHO, P., ŠPONAR, P., TÁSLER, R., VÁŇA, T.,
V
ANĚČEK, M. & VESELÝ, J. 1992: Zlato v
Českém
masívu. - Vydavatelství
Českého
geologického
ústavu, S. 1-248, Praha.
N
AUMANN, H. (1931): Alte Bergbauversuche in
Bautzen. - Heimatklänge, Beilage zum Bautzener
Tageblatt, Nr. 24, Bautzen.
O
PLETAL, M.; NOVAK, M. & SKÁCELOVÁ, D. 1997: Neue
Funde von historischen Erzbergbaurevieren im
Schluckenauer Zipfel. - Věstnik
Českého
geolo-
gického ústavu 72, 3, 267-272, Prag.
P
ILK, G. 1895 a: Elbegold. - Ueber Berg und Thal, 207,
S. 143-145, Dresden.
P
ILK, G. 1895 b: Goldbergbau im Meißner Hochlande.
- Ueber Berg und Thal, Nr. 214, S. 207-210,
Dresden.
P
ORTMANN, W. 1934/35: Über eine Erzlagerstätte am
Hirschberg bei Ohorn im Kontakthofe des Lausitzer
Granitmassives. - Chemie der Erde IX, S. 55-65,
Jena.
S
CHADE, M. 1987: Möglichkeiten hypergener
Goldakkumulation in Schwarzschiefergebieten. -
Zeitschrift für angewandte Geologie 33, 2, S. 36-40,
Berlin.
S
CHADE, M. 2001: Gold in Thüringen. - Hrsg.: Thüringer
Landesanstalt für Geologie, S. 1-386, Weimar.
96

SCHADE, M. 2002: Anleitung zum Goldwaschen. -
GOLD-Museum, S. 1-38, Theuern.
S
CHADE, M. & BIRKE, T. (2002): Gold im Lausitzer
Bergland. - 122 S. GOLD-Museum, Theuern.
S
CHMID, A. 1806: Ueber den Bergbau Chursachsens
auf Gold, ein Beitrag zur Geschichte seiner
Bergwerke. - F. Diememann und Comp., Penig.
S
CHRAMM, R. 1985: Venetianersagen von geheimnis-
vollen Schatzsuchern. - Deutscher Verlag für
Grundstoffindustrie, Leipzig.
W
ALTER, R. 1995: Geologie von Mitteleuropa. - E.
Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele
u. Obermiller), S. 1-566, Stuttgart.
W
OLF, L.& SCHUBERT, G. 1992: Die spättertiären bis
elstereiszeitlichen Terrassen der Elbe und ihrer
Nebenflüsse und die Gliederung der Elster-Kaltzeit
in Sachsen. - Geoprofil 4, S. 1-43, Freiberg.
Anschrift des Autors:
Dr. Markus Schade
GOLD - Museum
Im Grund 4
D-96528 Theuern
www.goldmuseum.de
97

1
Einleitung und Übersicht
In der Elbtalzone sind in der näheren Umgebung der
Sächsischen Landeshauptstadt Dresden drei bedeu-
tende Permosiles Vorkommen bekannt. Im NO der
Stadt das
Weißiger Becken
, im SW das
Döhlener
Becken
und im Zentrum das
Briesnitzer Becken
(auch Weißig-Senke, Döhlen-Senke und Briesnitz-
Senke) (Abb. 1). Am Weingut „Wackerbarth“ bei
Radebeul (nordwestlich der Landeshauptstadt) sind
ebenfalls permosilesische Bildungen einer bisher
nicht benannten Restscholle nachgewiesen worden,
die jedoch noch nicht hinreichend untersucht sind.
Das bis zu 3 km breite Briesnitzer Becken erstreckt
sich südwestlich des Elbestroms auf etwa 11 km zwi-
schen Cossebaude im NW und Dresden/ Räcknitz im
SO. Mehr als 90 % des Beckens ist von jüngeren
Ablagerungen, vorrangig von Sedimenten der Ober-
kreide, bedeckt und deshalb in der Vergangenheit
wenig beachtet worden. Seine Beckenfüllung überla-
gert Monzonite des Meißener Granitoidmassivs und
lokal Gneise des Weistropper Blocks.
Genau wie das Döhlener und Weißiger Becken wird
das Briesnitzer Becken im SW von einer markanten
Störung begrenzt, an der die Beckenfüllung tektonisch
tiefer versenkt wurde als an seiner NO-Begrenzung.
Das Briesnitzer Becken wurde bisher von N
AUMANN &
C
OTTA (1945) als „Elb-Bassin“ und von PIETZSCH (1922,
1934) als „Elbtalbecken“ benannt und übertrifft unter
dieser Bezeichnung seine regionale Bedeutung.
Genau wie beim Döhlener bzw. Weißiger Becken soll-
te zur Benennung des Beckens eine gleichwertige
Lokalbezeichnung gewählt werden. Es wird empfoh-
len, den Ortsnamen Dresden/Briesnitz zu verwenden,
weil hier durch die Tiefbohrung HyD 504/90 ein be-
deutender Aufschluss geschaffen worden ist.
Für Hinweise und Unterstützung ist den Herren Dr. W.
R
EICHEL (Dresden), Prof. Dr. J. SCHNEIDER, Dipl.-Geol. U.
H
OFFMANN (beide Freiberg) und Dipl.-Geol. L. ZÜRNSTEIN
(Greiz) zu danken
2
Bisherige Erkenntnisse zum Briesnitzer
Becken
L
INDIG (1830, 1831 und 1833) zeigte in seinen geologi-
schen Schnitten entlang des Tiefen Elbstollns zwi-
schen Dresden/Cotta und Freital/Zaukerode im
Bereich des verfüllten 5. Lichtloches ein „rothes
Conglomerat“ als Schichtglied der Oberkreideab-
lagerungen zwischen dem Quadersandstein (Mob-
schatzer Schichten) im Liegenden und dem
plenus-
Pläner (Dölzschener Schichten) im Hangenden.
K
ÜHN (1833, Fig. 5a) stellte dieses „Conglomerat“ als
Liegendes der Oberkreideablagerungen dar, hält aber
auch eine Zuordnung zur Oberkreide für möglich (S. 741).
N
AUMANN & COTTA (1845, 270-275) beschrieben ein
„Conglomerat und Sandstein im Zschoner Grunde
und in der Leiteritzer Schlucht“ (Leuteritz) als
Bildungen des „Rothliegenden im Elb-Bassin“ und
deuten es wegen des brekzienähnlichen Aussehens
als „plutonisches Reibungs-Conglomerat“. Das
„Conglomerat“ wird zum Hangenden hin feinkörniger
(„thonsteinartig“) und geht in einen schichtigen
“grünlichweißen bis gelblichgrauen und bläulichgrau-
en bis lavendel-blauen Thonsteinpsammit“ über. Die
Autoren hielten es für möglich, „dass in der Tiefe des
Elbthales auch die Steinkohlenformation existire“.
P
IETZSCH (1922, 1934, 45-46 bzw. 63-65) beschrieb
Rotliegendablagerungen des „Elbtalbeckens“, anste-
hend in den Taleinschnitten des Zschonergrundes
sowie bei Mobschatz-Leuteritz und von Oberkreide-
sedimenten überdeckt aus zahlreichen Brunnenboh-
rungen im Stadtgebiet von Dresden. Eine geologische
Situationsskizze zum Zschonergrund (Abb. 3) lieferte
ihm T
AUPITZ (1947). Das Vorkommen von Äquivalenten
zu den steinkohlenführenden Folgen im Döhlener
Becken schloss P
IETZSCH nicht aus. Döhlener Becken
und „Elbtalbecken“ sind nach Ansicht des Erstautors
wahrscheinlich nicht von vornherein verschiedene
Sedimentationsräume gewesen, sondern erst durch
spätere tektonische Vorgänge voneinander getrennt
worden.
B
ÖRTITZ & EIBISCH (1959) kartierten im „Gabe Gottes
Erbstolln“ im Zschonergrund die Grenze zwischen
„Syenit“ und „Konglomerat“ als Störung.
P
IETZSCH (1962, 334-335) beobachtete, dass die
Konglomerate im Zschonergrund Gerölle verschieden-
artiger Porphyrite enthalten. Die Matrix ist überwie-
gend „porphyritisch“ - eine horizontale Schichtung ist
nicht selten „roh“ angedeutet.
Westlich der Ortschaft Mobschatz kommen ebenfalls
derartige „Porphyritkonglomerate“ vor, die direkt dem
Porphyrit aufgelagert sind. Ihre Gerölle sind mehr oder
weniger stark gerundet. „Syenitgerölle“ treten hier
stark zurück.
Die im „Elbtalbecken“ vorkommenden Grobklastika
parallelisierte P
IETZSCH mit den jüngsten Rotliegen-
dablagerungen des Döhlener Beckens.
Das Briesnitzer Becken bei Dresden (Sachsen)
Manfred SCHAUER, Chemnitz & Harald WALTER, Freiberg
99
Freiberg
12
(2005)
S. 99-108
mit 6 Abb., 17 Lit.

image
100
Abb. 1: Übersichtskarte der Rotliegendbecken in der Elbezone bei Dresden/Sachsen

image
101
Abb. 2: Vergleich der Rotliegendbecken in der Elbezone

image
Die im „Elbtalbecken“ vorkommenden Unterrotlie-
gendablagerungen sind von denen des Döhlener
Beckens nach Ansicht von PIETZSCH wahrscheinlich
erst in der späten Trias- bis frühen Kreidezeit
(Kimmerische Phase?) durch einen „Grundgebirgs-
rücken aus Syenit“ voneinander getrennt worden.
Zur Erkundung des Uranerzvorkommens „Merbitz“
hat die SDAG Wismut im Jahre 1966 mit Tiefbohrun-
gen besonders für den NW-Teil des „Elbtalbeckens“
neue geologische Fakten geschaffen. Unter Ab-
lagerungen der Oberkreide erreichen 5 Porphyrit, 13
ein „Porphyritkonglomerat“ und 2 Bohrungen Feinkla-
stika des Rotliegend. Eine der Bohrungen (HyD
270/66) hat selbst mit einer Teufe von 630,5 m die
„Porphyritkonglomerate“ nicht durchstoßen können.
D
ECKER (1969, 5-8) beschrieb die erbohrten Rotlie-
gendgesteine der Wismutbohrungen von 1966, präzi-
siert die Kontur des „Elbtal-Beckens“ und benennt
– die SW-Begrenzung mit Merbitzer Störung
– die NO-Begrenzung mit Gohliser Störung und
– die SO-Begrenzung mit Dresdener Querversatz
der Westlausitzer Störzone.
Die bis dahin nicht bekannte Mächtigkeit des
Rotliegend im „Elbtalbecken“ ist nach Ansicht des
Erstautors „das Ergebnis des Wirkens synsedimentä-
rer Störungen“, wie sie R
EICHEL (1966) aus dem
Döhlener Becken beschrieb.
Im Jahre 1990 wurde in unmittelbarer Nachbarschaft
zur Briesnitzer „Stahlquelle“ von der SDAG Wismut
das Bohrloch HyD 504/90 geteuft (ET: 80,0 m). S
CHAU-
ER et al. (1990) dokumentierten den Bohrkern und
stellen ab 59,9 m Teufe Rotliegendablagerungen mit
drei Brandschieferhorizonten in verhältnismäßig stei-
ler Lagerung (ca. 65°-70°) dar. Die Gammabohrloch-
messung registrierte zwischen 70,0 m und 73,0 m
eine radioaktive Anomalie mit max. 240 μR/h.
Die WISMUT GmbH wältigte von 1997 bis 2000 den
Tiefen Elbstolln auf. Damit wurden die von L
INDIG
(1830, 1831 und 1833) dargestellten „rothen
Conglomerate“ am 5. Lichtloch wieder zugänglich.
R
OSENHAHN et al. (2000, 45, Anl. 2) konnten die
Merbitzer Störung im Stollen lokalisieren und stellten
ein Profil durch das Briesnitzer Becken dar. Dabei
wurde unter Einbeziehung der ca. 1 km nordwestlich
gelegenen Tiefbohrung 270/66 entlang der Merbitzer
Störung eine Grabenstruktur konstruiert. Die am 5.
Lichtloch aufgeschlossenen Grobklastika wurden
makroskopisch beschrieben und als Fanglomerate
bezeichnet.
L
APP (2000) bemusterte Dünnschliffe, bezeichnete
diese Gesteine ebenfalls als Fanglomerate und zog
Vergleiche zu den Grobklastika des Zschonergrundes
sowie des Vorkommens am Weingut „Wackerbarth“
bei Radebeul.
3
Fossilführung
Die insgesamt schlechten Aufschlussverhältnisse
ließen bisher nur an einer Lokalität des Briesnitzer
Beckens (im Zschonergrund) spärliche Fossilfunde zu.
3.1
Fauna
Z
ÜRNSTEIN (1982, 5-6) beschrieb aus den Schluff-stei-
nen im Hangenden der Fanglomeratserie des
Zschonergrundes Conchostraken, unbestimmbare
Ostracoden und Fragmente von weiteren Crustaceen.
Aus dieser Lokalität stammen auch mehrere Abdrücke
von Tetrapodenfährten. Es handelt sich dabei um je ein
3 cm- bzw. 4 cm-langes Hand-Fuß-Paar von
Protri-
tonichnites
(= Dromopus) lacertoides (WALTER & HOFF-
MANN
, 2001).
3.2
Flora
Z
ÜRNSTEIN (1982, 6-8) fand in den Schluffsteinen des
bereits oben genannten Rotliegendvorkommens
reichlich Pflanzenhäcksel, Calamiten- und Coniferen-
Reste (Walchia
sp.).
102
Abb. 3: Skizze zu den geologischen Verhältnissen im
Zschonergrund (T
AUPITZ 1947)

In verhältnismäßig guter Erhaltung konnte ein etwa 14
cm langes und 1,5 cm breites
Calamites-Stammstück
mit ansitzenden Fruktifikationen als
Calamostachys
dumasii
ZEILL. bestimmt werden (nach BARTHEL, 1976:
hygrophile Stylocalamiten - Gesellschaft an limnischen
Standorten).
Die biostratigraphische Verwertbarkeit der bisher
getätigten Fossilfunde ist sehr gering.
4
Lithostratigraphie der Beckenfüllung
Aufgrund des viel schlechteren Aufschlussgrades sind
die geologischen Kenntnisse über das Briesnitzer
Becken in keiner Weise mit denen des Döhlener
Beckens vergleichbar. In Anbetracht seiner strukturell-
tektonischen Anlage und seiner unmittelbaren
Nachbarschaft zum Döhlener Becken wird für das
Briesnitzer Becken aber eine dem Döhlener Becken
ähnliche geologische Entwicklung erwartet. Deshalb
wird hier versucht, die bisher im Briesnitzer Becken
festgestellten Gesteinsabfolgen der Gliederung im
Döhlener Becken zuzuordnen.
4.1
Unkersdorf-Potschappel-Formation
Unkersdorf-Formation nach S
CHNEIDER
in ALEXOWSKY et al. 1999
Typuslokalitäten:
Ortslage Unkersdorf bei Wilsdruff,
Steinbruch Eichberg Freital-
Potschappel
Typische Profile:
Tiefer Elbstolln bei 5000 m sowie
südwestlicher Ortsausgang von
Cossebaude
Untergrenze:
Monzonit des Meißener Granito-
idmassivs und Gneis des Weis-
tropper Blocks
Obergrenze:
Merbitzer Schichten
Mächtigkeit:
vermutlich etwa 30-50 m
Alter:
Altersdaten liegen nicht vor.
Abfolge und Lithofaziesmuster der
Formationsglieder
Porphyrittuff und Basalkonglomerat
Es handelt sich um ein rotbraunes bis graugrünes tuf-
fitisches Gestein mit Monzonitblockgeröllen (bis 0,5 m
im Durchmesser) und schlecht gerundetem Monzonit-
schutt (von 0,01 m bis 2,25 m). Die Matrix ist alteriert,
enthält Tonminerale und Amphibole, aber keinen Quarz
wie im Unkersdorf Tuff (H
OFFMANN - mündl. Mitt.).
Der Porphyrittuff und das Basalkonglomerat ist nur im
Tiefen Elbstolln bei etwa 5000 m vom Mundloch auf-
geschlossen, gehört aber hier regional zum Döhlener
Becken (Kohlsdorf-Pesterwitzer Nebenmulde). Aus
der Bohrung 270/66 wurden zwischen 610,4 m und
616,0 m Tuffite und von 616,0 bis 624,0 m
Monzonitblöcke beschrieben (nach Feldbuchaufzeich-
nungen). Kernproben existieren nicht mehr.
Porphyrit von Cossebaude
Das Hauptverbreitungsgebiet der Porphyrite liegt im
NW-Teil des Briesnitzer Beckens bei Cossebaude und
Mobschatz. Die Mächtigkeit konnte bisher nicht exakt
bestimmt werden - sie liegt vermutlich bei mehr als
30 m. Auf dem geologischen Messtischblatt Nr. 65
(Blatt Wilsdruff) wird er als Hornblendeporphyrit
bezeichnet.
4.2
Döhlen-Formation
Typuslokalitäten: Döhlener Hauptmulde, Ausstrich
stark verwittert, Interimsauf-
schlüsse bei Neubebauungen zwi-
schen den Ortsteilen Freital-
Wurgwitz und Freital-Burgk.
Typische Profile: Zschonergrund am Gabe Gottes
Erbstolln und Tiefer Elbstolln,
Bohrung HyD 504/90 von 59,9 m
bis 78,9 m
Untergrenze:
Porphyrit und Porphyrittuff/Basal-
konglomerat
Obergrenze:
Konglomerate und Arkosen (kongl.,
tuffitisch)
Mächtigkeit:
etwa 650 m
Alter:
vergleiche Döhlener Becken
Abfolge und Lithofaziesmuster der Formations-
glieder
Die bereits von N
AUMANN & COTTA 1845 als
„Conglomerat“ und D
ECKER 1969 als „Porphyrit-
konglomerat“ beschriebenen Grobklastika nehmen
den Hauptteil der Beckenfüllung ein. Sie sind im
Zschonergrund etwa 500 m unterhalb der Tschoner
Mühle, im Leuteritztal bei Mobschatz, im Tiefen
Elbstolln aufgeschlossen und durch zahlreiche
Tiefbohrungen der SDAG Wismut zur Erkundung des
Uranerzvorkommens Merbitz bekannt.
Das überwiegend rotfarbige Gestein enthält unter-
schiedlich große Klasten (bis zu 0,5 m) von vorrangig
Monzonit, Porphyrit und anderen Gesteinen bzw.
Mineralen. Der Matrixanteil ist verhältnismäßig gering
und dürfte unter 20 Vol. % liegen. Die Matrix besteht
aus einem sehr feinkristallinen Material. Nach den
optischen Eigenschaften handelt es sich um Quarz
und Feldspat. Karbonat ist allgegenwärtig (L
APP,
2000).
Die Klasten im mm-Bereich bestehen meist aus gut
gerundetem Quarz, Plagioklas, Vulkanit und Tonschie-
fer. Die bis cm-großen, schlecht bis kantengerundeten
Klasten bestehen hauptsächlich aus Monzonit und
103

image
104
Abb. 4: Kombiniertes Schichtenprofil für das Rotliegend im Briesnitzer Becken

image
105
Abb. 5:
Abb. 6:
Geologische Übersichtskarte des
Geologischer Schnitt A-B zum Briesnitzer
Briesnitzer Beckens
Becken (Schnittspur siehe Abb. 5)

Porphyrit. Quarz kommt in dieser Fraktion nicht mehr
vor (L
APP
, 2000).
Die Monzonitklasten enthalten verhältnismäßig wenig
Plagioklas und Quarz (<10 Vol. %), aber viel
Kalifeldspäte (etwa 80 Vol. %). Die Kalifeldspäte sind
parallel ihrer C-Achsen orientiert und sind noch auffal-
lend frisch. Auch die Hornblenden sind weitgehend
frisch erhalten. Titanit (ca. 1 Vol. %) tritt alteriert auf.
Sehr häufig kommen aber auch Monzonitklasten vor,
deren Feldspäte kaolinisiert und Hornblenden total
zersetzt sind.
Die Porphyritklasten besitzen eine mikrokristalline
Matrix. Die Einzelkomponenten lassen sich außer den
opaken Mineralen (Magnetit, Ilmenit) nicht unterschei-
den. Es kann davon ausgegangen werden, dass es
sich überwiegend um Kalifeldspat handelt. Kalzit
kommt sekundär, feinverteilt in der Matrix vor. Als
Einsprenglinge kommen Kalifeldspat (Sanidin),
Pseudomorphosen nach Pyroxen und Sodalithminera-
le vor. Quarze fehlen als Einsprenglinge völlig.
Demnach handelt es sich bei den Porphyritklasten um
Alkalitrachyte (L
APP, 2000).
Aus der Bhrg. 270/66 werden auch fluidal texturierte
Quarzporphyrgerölle bis zu 0,1 m Durchmesser
beschrieben.
Aufgrund der schlechten Sortierung, der deutlichen
Abrundung der kleineren Klasten sowie die nur gerin-
ge Rundung der größeren Klasten kann man für das
sog. „Porphyritkonglomerat“ den Gesteinsnamen
Fanglomerat verwenden.
Diese Ablagerungen enden bei ständiger Verringerung
der Korngröße des Fanglomerates mit Arkosen.
Die verhältnismäßig mächtigen Fanglomerate im
Briesnitzer Becken sollten als Merbitz-Fanglomerat
benannt werden. Im Zschonergrund folgen im
Hangenden der Fanglomerate graugrüne bis weiß-
gelbliche Schluffsteine, Tonsteine und Arkosen, mit
Tuffbeimengungen. Sie führen Pflanzenreste sowie
Conchostraken, Ostracoden, fragliche weitere Crus-
taceenreste und Tetrapodenfährten.
Die Bohrung HyD 504/90 in Briesnitz durchteufte zwi-
schen 67,5 m und 74,3 m kohlige Schluffsteine und
pyrithaltige Brandschiefer. Aufgrund der sehr schlech-
ten Kernausbeute (23,5 %) konnte nicht festgestellt
werden, ob ein zusammenhängendes Steinkohlenflöz
ansteht oder ob primär Zwischenmittel vorhanden
sind, die überbohrt sein könnten.
Von 68,3 m bis 68,5 m wurde eine hellgraue bis grau-
braune Arkose durchteuft. Dieses Gestein könnte
Äquivalent der Hangendarkose des 3. Flözes des
Döhlener Beckens betrachtet werden und somit ein
wichtiger Leithorizont sein. Die Brandschieferlage zwi-
schen 71,60 m bis 71,75 m, die unter Vorbehalten
dem Niveau des 5. Flözes zugeordnet werden könnte,
ist radioaktiv.
Unterhalb der kohligen Gesteine wurden von 74,3 bis
77,8 m graugrüne, hellgraue bis schwach violette Tuffe
und Tuffite aufgeschlossen, die S
CHAUER et al. 1990 als
Unkersdorfer Tuff bezeichnet. Diese Einstufung kann
aus der Kenntnis des Gesamtprofils heute nicht mehr
aufrechterhalten werden. Es ist wohl richtiger, wenn
man diese Pyroklastite sowie die darunter erbohrten
immer grobklastischer werdenden Gesteine dem im
Zschonergrund aufgeschlossenen Profil angleicht.
Die Vorkommen von pyrithaltigen und radioaktiven
Brandschiefern lassen eine Zuordnung dieser Abfolge
zur Döhlen-Formation sinnvoll erscheinen.
4.3
Niederhäslich-Schweinsdorf-Formation
Niederhäslich-Formation nach S
CHNEIDER
in ALEXOWSKY et al. 1999
Für das Vorkommen von Gesteinen dieser Formation
im Briesnitzer Becken gibt es bisher keinen Nachweis.
4.4 Bannewitz-Hainsberg-Formation
Bannewitz-Formation nach S
CHNEIDER in
A
LEXOWSKY et al. 1999
Typuslokalitäten: Tiefbohrungen Raum Dr.-Gittersee
und Bannewitz, Backofenfelsen in
Freital-Hainsberg
Typische Profile: es existieren dazu keine Aufschlüs-
se - Altbohrung im Stadtgebiet
Dresden
Untergrenze:
unbekannt
Obergrenze:
unbekannt
Mächtigkeit:
in Bohrung 29 etwa 70 m
Alter:
siehe Döhlener Becken
Eine sichere stratigraphische Zuordnung bleibt wegen
fehlenden Kernmaterials bzw. der unzureichenden
Beschreibung der erbohrten Gesteine (keine Leithori-
zonte erkennbar) problematisch. Die roten und grau-
en Arkosen, die mit roten Schluffsteinen bzw. roten
Konglomeraten wechsellagern werden unter Vorbe-
halten der Bannewitz-Formation zugeordnet. Ein
generalisiertes Normalprofil zeigt Abb. 4.
5
Tektonik und Lagerungsverhältnisse
Die von P
IETZSCH (1963, 334-335) geäußerte Ansicht,
dass die Abtrennung des Döhlener vom Briesnitzer
Becken durch Heraushebung eines „Grundgebirgs-
rückens aus Syenit“ zur Kimmerischen Phase erfolgt
sei, kann nicht nachvollzogen werden. Die Becken
sind viel eher durch ein Einsinken des Grundgebirgs-
106

stockwerkes entlang von NW/SO-streichenden tekto-
nischen Strukturen oder vorhandenen Schwellen ent-
standen. Dabei sind die SW-Randstörungen der
Becken besonders markant ausgebildet. Im Bries-
nitzer Becken ist diese Struktur als Merbitzer Störung
benannt (D
ECKER, 1969, 7). Die Schüttung der grobkla-
stischen Fanglomerate dürfte an die starken Absen-
kungen im Briesnitzer Becken gebunden sein.
Die verhältnismäßig steile Lagerung (Bhrg. HyD
504/90: 65°-70°) der Döhlener Schichten am NO-Rand
des Briesnitzer Beckens belegt die Fortsetzung der
Absenkungen mit abnehmender Amplitude. Damit
könnte, wie im Grubenfeld Bannewitz/Nord des
Döhlener Beckens durch den Uranerzbergbau bestens
bekannt, am äußersten NO-Rand des Briesnitzer
Beckens ebenfalls eine verdeckte tektonische Struktur
entstanden sein, die von D
ECKER (1969, 7) als Gohliser
Störung benannt worden ist.
Tektonische Bewegungen sind mindestens bis Ende
Oberkreide nachweisbar (Merbitzer Störung im Tiefen
Elbstolln bei 1380 m und 1612 m vom Mdl.).
Die als Dresdener Querversatz der Westlausitzer
Störzone bezeichnete SO-Begrenzung des Briesnitzer
Becken (D
ECKER, 1969, 7) ist bisher ohne eindeutigen
Nachweis und damit rein spekulativ. Eine aeromagne-
tische Aufnahme aus dem Jahre 1982 (R
UHL, 1985,
Anl. 2.2) zeigt, dass unmittelbar parallel zu dieser „tek-
tonischen“ Struktur die SO-Verbreitungsgrenze des
Magnetitführenden Monzonits von Meißen verläuft.
Südöstlich des sogen. Dresdener Querversatzes
wurde 1951 im Stadtgebiet von Dresden (Großer
Garten) eine Tiefbohrung 1/51 mit dem Ziel geteuft,
steinkohleführende Rotliegendablagerungen nachzu-
weisen. Diese Bohrung ist aber erfolglos bei 190 m
Teufe unter den Oberkreideablagerungen in den „hoch
aufragenden Dohnaer Granit“ (P
IETZSCH, 1963, 335)
bzw. in den Westlausitzer Granodiorit eingedrungen.
Weiterhin durchschlagen, wie im Döhlener Becken
vielfach belegt, NO/SW- und N/S-streichende Stör-
zonen das Briesnitzer Becken, die aber bisher nur
durch indirekte Nachweise lokalisiert werden konnten.
Eine geologische Übersichtskarte zeigt Abb. 5, einen
geologischen Schnitt Abb. 6.
6
Mineralisation
Die aus dem „Gabe Gottes Erbstolln und Fundgrube“
(Zschonergrund) im Jahre 1768 beschriebenen Kupfer-,
Silber- und Goldfunde sind rein spekulativ und entbeh-
ren jeglicher Grundlage (B
ÖRTITZ & EIBISCH, 1959). In
dem durch den Stollen aufgeschlossenen Monzonit
werden mehrere geringmächtige Kalkspatgänge
angeschnitten. Die angetroffenen Störzonen im
Stollen sind mit mächtigen Lettenbestegen ohne
Erzminerale belegt.
Die pyritführenden, radioaktiven Brandschiefer der
Bohrung HyD 504/90 enthalten (Bestimmung: IAF
Radioökologie GmbH Dresden, Juni 2001) im Intervall
von 71,6 m bis 71,75 m 623 ppm Uran. Die spezifi-
schen Aktivitäten betragen
für: U-238 7,60 Bq/g Pb-210 7,00 Bq/g
U-235 0,35 Bq/g
Ac-227 0,42 Bq/g
Th-230 8,00 Bq/g
Th-232 0,04 Bq/g
Ra-226 7,40 Bq/g K-40 0,27 Bq/g.
Zusammenfassung
Das durch Oberkreideablagerungen fast völlig ver-
deckte Briesnitzer Becken ist im Streichen des
Elbelineamentes mit einer Länge von etwa 11 km und
einer Breite bis zu 3 km im westlichen Teil der Stadt
Dresden lokalisiert. Es handelt sich um ein vulkano-
tektonisch angelegtes Becken, dessen Füllung nach
heutigen Erkenntnissen etwa 750 m mächtig ist. Die
Beckenfüllung lässt sich an die im Döhlener Becken
bekannten lithostratigraphischen Formationen ansch-
ließen.
Die Unkersdorf-Formation wird durch Porphyrittuffe
und dem Porphyrit von Cossebaude vertreten.
Die Döhlen Formation beginnt mit bis zu 620 m mäch-
tigen groben Schuttstromablagerungen, die petrogra-
phisch Fanglomerate sind und hier als Merbitz-
Fanglomerat benannt werden. Mit stark verringerter
Mächtigkeit sind diese Fanglomerate bis in den
Nordostteil des Döhlener Beckens (Kohlsdorf-
Pesterwitzer Nebenmulde) verbreitet. Die feinklasti-
schen Anteile der Döhlen-Formation sind tuffitisch
geprägt und enthalten kohlige Schluffsteine und pyrit-
führende Brandschiefer. Eine etwa 0,15 m mächtige
Brandschieferlage ist radioaktiv.
Die Niederhäslich-Formation konnte im Briesnitzer
Becken noch nicht nachgewiesen werden. Die im
Südosten des Beckens erbohrten Schluffsteine,
Arkosen und Konglomerate werden der Bannewitz-
Formation (?) zugeordnet.
Das Briesnitzer Becken wird im Südwesten durch eine
markante Störung (Merbitzer Störung) begrenzt.
Summary
The Briesnitz basin, which is nearly completely cover-
ed by Upper Cretaceous deposits, extends about 11
km along the Elbe lineament with a width up to 3 km
below the westside suburbs of Dresden. It is a dep-
ression related to volcanic activity, filled with up to
750 m deposits. The basin fill can be paralleled with
the lithostratigraphic formations of the Döhlen basin.
107

The Unkersdorf formation is represented by porphyr
tuffs and the porphyrite of Cossebaude. The Döhlen-
formation begins with coarse fanglomerates (up to
620 m), known as Merbitz-Fanglomerat. With strongly
reduced thickness they extend into the north-east part
of the Döhlen basin, the Kohlsdorf-Pesterwitz depres-
sion. The more finegrained member of the Döhlen-for-
mation has tuffitic character and contains carbo-
naceous siltstone and schist with pyrite. There is a
0,15 m layer of radioactive carbonaceous schist.
No evidence has been found yet for the Niederhäslich-
formation within the Briesnitz basin.
The siltstones, arkoses an conglomerates from bore-
holes in the south-east part of the Briesnitz basin are
assigned to the Bannewitz-formation (?).
A district discordance, the Merbitz fault, limits the
basin in the south-west.
Literaturverzeichnis
A
LEXOWSKY, W.; KOCH, E.A.; KURZE, M.; SCHNEIDER,
J.W.; T
RÖGER, K.-A. & WOLF, L. 1999: Geologische
Karte des Freistaates Sachsen 1 : 25 000, Karte
und Erläuterungen zu Blatt 5048 Kreischa. - 3. Aufl.,
128 S., Sächsisches Landesamt für Umwelt und
Geologie, Bereich Boden und Geologie, Freiberg.
B
ARTHEL, M. 1976: Die Rotliegendflora Sachsens. -
Abh. d. Staatl. Museums f. Min. u. Geol. Dresden
24, 1-190, 19 Abb., 48 Taf., Dresden.
B
ÖRTITZ, S. & EIBISCH, W. 1959: Gabe Gottes Erbstolln
und Fundgrube - die „Räuberhöhe“ im Zschoner-
grund. - Jb. Staatl. Mus. Min. Geol. (1959) S. 104-
111, 1 Abb., 2 Taf., Dresden.
D
ECKER, F. 1969: Die Geologie der sächsischen Elbtal-
kreide nach neuen Tiefbohrungen. - Dissertation
am Geol. Inst. der BA Freiberg (unveröff.).
K
ÜHN, K.A. 1833: Handbuch der Geognosie, Bd. 1, Taf.
1, Frg. 5a u. 5b. - Craz- und Gerlachische
Buchhandlung Freiberg.
L
APP, M. 2000: Beschreibung von Syeniten/Fang-
lomeraten aus dem Elbstolln; Fanglomerate nahe
Wackerbarths Ruhe und aus dem Zschoner Grund.
- Manuskript Schliffbeschreibungen LfUG Ref. 73,
Freiberg (unveröff.).
L
INDIG, E.F.W. 1830, 1831 u. 1833: Zeichnung von dem
Königlichen Elbstolln bei Brießnitz und dem von
demselben zwischen Elbe und Zaukerode durch-
schnittenen Gebirge. - Manuskript Freital (unveröff.
- Archiv WISMUT-GmbH des SB Königstein Nr. 73
und 282 sowie TU BA Freiberg Bibl. Nr. CVIII, 1300.
N
AUMANN, C.F. & v. COTTA, B. 1845: Geognostische
Beschreibung des Königreiches Sachsen und der
angränzenden Länderabtheilungen - Erläuterung zu
Section X. - H. 5, 494 S., 18 Abb., Arnoldische
Buchhandlung Dresden und Leipzig.
P
IETZSCH
, K. 1922: In DALMER, K. & B
ECK, R.:
Erläuterungen zur geologischen Karte von Sachsen
Nr. 65 - Blatt Wilsdruff 2. Aufl. G.A. Kaufmanns
Buchhandlung Dresden, Leipzig.
P
IETZSCH, K. 1934: In EBERT, GRAHMANN & PIETZSCH:
Erläuterungen zur geologischen Karte von Sachsen
Nr. 66 - Blatt Dresden, 3. Aufl. Leipzig.
P
IETZSCH, K. 1963: Geologie von Sachsen. - 1 Aufl.,
870, 300 Abb., 1 Tab., VEB Dtsch. Verl. Wiss.,
Berlin.
R
OSENHAHN, L., SCHAUER, M. & FRIEDRICH, J. 2000:
Der Tiefe Elbstolln - bedeutendes bergtechnischen
Wasserhaltungsbauwerk im Döhlener Becken. - In
S
CHAUER & BRAUSE: 450 Jahre Steinkohlen- und
Uranerzbergbau im Raum Freital und seine heu-
tigen Auswirkungen. Exk. F. u. Veröff. GGW 208, S.
41-48, 3 Abb., 1 Tab., Berlin.
R
UHL, A. 1985: Aerogeophysik Elbezone. -
Dokumentationsbericht VEB Geophysik Leipzig 20
S., 5 Abb., 72 Anl., Leipzig (unveröff. - Archiv WIS-
MUT GmbH Chemnitz GA Inv. Nr. 55391).
S
CHAUER, M.; TONNDORF, H. und TRÖGER, K.-A. 1990:
Dokumentationsunterlagen zur Bohrung HyD
504/90 - Briesnitzer Mineralwasser. - Schichtenver-
zeichnis (unveröff.).
T
AUPITZ, K.-C. 1947: Brief an Prof. Pietzsch zum
Rotliegendanschnitt im Zschonergrund im Westen
von Dresden. - Handschrift, Dresden (unveröff.) -
Archiv Sächsisches Landesamt für Umwelt und
Geologie, Freiberg, M. Bl. Akte 4947 (65 Bl. I)
W
ALTER, H. & HOFFMANN, U. 2001: Lebensspuren
(Ichnia) aus dem Rotliegend der Döhlen-Senke
(Sachsen). - Freiberger Forsch.-Hefte C 492, 121-
158, 7 Abb., 7 Taf., Leipzig
Z
ÜRNSTEIN, L. 1982: Paläontologisch-geologische
Untersuchungen im Permosiles des Zschonergrun-
des bei Dresden-Merbitz in der Elbtalzone. -
Stud.arb. BA Freiberg, Fachr. Geol., 15 S., 7 Abb., 2
Tab., 8 Taf., Freiberg (unveröff.).
Anschrift der Autoren:
Dr. Manfred Schauer
Am Hexenberg 8
09224 Chemnitz/Grüna
Dr. Harald Walter
Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie
E-Mail: harald.walter@lfug.smul.sachsen.de
108

109
1
Einführung
Das Sächsische Landesamt für Umwelt und Geologie
hat seit seiner Gründung im Jahre 1991 zwei
Tätigkeitsbereichte veröffentlicht, die die Zeitspanne
bis 1996 umfassen. Im nachfolgenden Beitrag wird
eine kurze Zusammenschau der Folgezeit bis zum
Ende des Jahres 2003 gegeben. Auf Grund der gebo-
tenen Kürze sind lediglich die Arbeitsergebnisse sum-
marisch angeführt. Resultate abgeschlossener Einzel-
vorhaben und laufende Projekte sowie Ansprechpart-
ner sind im Internet unter
http://www.lfug.smul.sach-
sen.de unter den Links „Boden“, „Angewandte
Geologie“ und „Geologische Landesaufnahme und
Archive“ zu finden.
Das LfUG ist eine Landesoberbehörde im Geschäfts-
bereich des Sächsischen Staatsministeriums für
Umwelt und Landwirtschaft (SMUL). Die Aufgaben
des LfUG sind im Organisationserlass vom
16.09.1991 (Sächs. Amtsblatt Nr. 34 vom 30.09.1991)
und im Sächsischen Verwaltungsaufbauergänzungs-
gesetz vom 16.04.1999 (Sächs. GVBl. S. 184-185) fest-
gelegt. Für den geologischen Bereich ist als Be-
sonderheit die Fachaufsicht des Staatsministeriums
für Wirtschaft und Arbeit über das LfUG, soweit
Aufgaben aus dessen Geschäftsbereich wahrgenom-
men werden (insbesondere Rohstoffgeologie und
Ingenieurgeologie) hervorzuheben. Seinerseits hat
das LfUG die Fachaufsicht über die „Stellen für
Gebietsgeologie“ an den Staatlichen Umweltfach-
ämtern. LfUG und die Stellen für Gebietsgeologie sind
Geologische Anstalt im Sinne des Lagerstätten-
gesetzes (VO-LgstG vom 28.11.1993). Durch das säch-
sische Verwaltungsmodernisierungsgesetz vom
5.5.2004 (Sächs. GVBl. Nr.7 vom 22.5.2004) wird die
Integration der Stellen für Gebietsgeologie in das
LfUG zum Jahresbeginn 2005 festgelegt.
Wesentliche strukturelle Änderungen sind seit dem
letzten Tätigkeitsbericht in Gefolge einer externen
Organisationsuntersuchung vollzogen worden. Seit
dem 01.04.1998 sind die ursprünglich 3 Fachab-
teilungen im Bereich Boden und Geologie Freiberg zu
2 vereinigt worden: Boden und Angewandte Geologie
1) Unter Verwendung der Zuarbeiten von M. Abo-Rady,
W. Alexowsky, H.-J. Berger, R. Berger, F. Flötgen, D. Freels,
H. Heilmann, B. Kaschanian, M. Lapp, J. Richter, Ch. Starke, P. Suhr,
H. Walter und weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
(Abteilung 6) und Geologische Landesaufnahme und
Archive (Abteilung 7).
Abteilung 6: Boden und Angewandte Geologie
Leiter:
Dr. P
ÄLCHEN
Vizepräsident
Referate:
61
Bodenkartierung/Geochemie
Geologiedirektor H
EILMANN
Sachgebiet Geochemie
Geologieoberrat R
ANK
62
Bodenschutz
Dr. K
ASCHANIAN
63a
Bergbaufolgelandschaften
Dr. A
BO-RADY
63b
Ingenieurgeologie
Dipl.-Geol. S
TARKE
64
Hydrogeologie/
Koordination Angewandte Geologie
Dr. F
LÖTGEN
65
Rohstoffgeologie
Dr. F
REELS
Abteilung 7:
Geologische Landesaufnahme und Archive
Leiter:
Leitender Regierungsdirektor Dr. G
EISSLER
Referate:
71
Deckgebirgskartierung/Kartographie
Geologieoberrat A
LEXOWSKY
Sachgebiet Kartographie
Dipl.-Ing. E
NGELHARDT-SOBE
72
Grundgebirgskartierung/Geophysik
Dipl.-Geol. B
ERGER
73
Geologische Grundlagen
Geologieoberrat Dr. W
ALTER
74
Geoarchive/-information
Geologieoberrat S
UHR
Sachgebiet Zentrale
Aufschlussdatenkoordinierung
Dip.-Geol. D
UTELOFF
Der Personalbestand beläuft sich mit Stand 31.12.03
auf 37,25 Wissenschaftlerstellen, 9,5 Stellen gehobe-
nen Dienst sowie 20,5 Stellen im mittleren Dienst und
einfachen Dienst. Im Mittel der letzten Jahre waren
ständig ca. 20-25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
(hauptsächlich ABM/SAM sowie Zivildienstleistende)
im Amtsteil Freiberg befristet beschäftigt.
Tätigkeitsbericht des Bereiches Boden und Geologie/Geologischer Dienst des
Sächsischen Landesamtes für Umwelt und Geologie für den Zeitraum 1997-2003
Werner PÄLCHEN, Halsbrücke und Eckart GEIßLER, Freiberg
Freiberg
12
(2005)
S. 109-141
mit 28 Abb., 2 Tab., 1 Lit.

image
110
2
Sachstandsberichte
2.1
Geologische Grundlagen
2.1.1
Geologische Landesaufnahme
Die systematische und kontinuierliche geologische
Landesaufnahme stellt eine Kernaufgabe der
Geologischen Dienste dar. Dazu werden alle unter-
grundbezogenen Daten zu Eigenschaften, Verbrei-
tung, Lagerungsverhältnissen und Alter der Gesteine
gesammelt, dokumentiert, bewertet, interpretiert und
in Form von Karten und Datenbanken bereitgestellt.
Diese Ergebnisse liefern für Verwaltung, Wirtschaft
und Forschung unverzichtbare Grundlagen für die
Daseinsvorsorge, die Landesplanung, die Risikovor-
sorge sowie für die nachhaltige Nutzung der geoge-
nen Naturgüter.
Geologische Übersichtskarten
Das Wissen zur Geologie von Sachsen ist in den letz-
ten Jahrzehnten in der ganzen Breite der geowissen-
schaftlichen Fachdisziplinen enorm gewachsen.
Dieses Wissen zu bündeln und für den Freistaat
Sachsen in Form moderner Übersichtsaussagen zur
Verfügung zu stellen, ist das Kernziel der
Karten-
werke 1 : 400 000 bis 1 : 100 000.
Geowissenschaftliche
Übersichtskarten des Freistaa-
tes Sachsen 1 : 400 000
Bis 1996 sind auf einer speziell für das Territorium des
Freistaates Sachsen entwickelten topografischen
Grundlage 7 Übersichtskarten zur Geologie, Gravime-
trie, Geomagnetik, Seismologie und zum Boden erschie-
nen. Dieses Kartenwerk wird weiter komplettiert.
Abb. 1: Tektonische Übersichtskarte der GK 100 L–J–K

image
111
2001 wurde die
Übersichtskarte wichtiger Geo-
tope
herausgegeben. Sie zeigt auf einer vereinfachten
geologischen Übersichtskarte eine Auswahl von 143
Geotopen, ergänzt durch Hinweise auf Museen mit
geowissenschaftlichen Ausstellungen und Schau-
bergwerke.
Die rohstoffgeologischen Übersichtskarten „Fossile
Brennstoffe“ und „Steine und Erden“ befinden sich
im Druck.
Alle Übersichtskarten sind auch digital verfügbar und
beinhalten gegenüber den Druckausgaben Aktualisie-
rungen und Korrekturen. Die Herausgabe auf CD
erfolgt 2004/2005.
Geologische
Übersichtskarten 1 : 200 000
Die
Geologische Übersichtskarte der Bundesre-
publik Deutschland 1 : 200 000 (GÜK 200)
wird von
der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Roh-
stoffe (BGR) in Zusammenarbeit mit den Geologi-
schen Diensten der BRD und der benachbarten
Staaten als Oberflächenkarte herausgegeben.
Zwischen 1998 und 2003 erschienen die Blätter
Leipzig (CC 4734), Zwickau (CC 5534), Dresden (CC
5542), Görlitz (CC 5550), Riesa (CC 4742) und Cottbus
(CC 4750). Die kartographisch-technische Herstellung
und Herausgabe dieser Karten durch die BGR erfolgte
volldigital. Neben dem eigentlichen Kartenblatt, wel-
ches die aktuellen Kenntnisse zur Geologie der Region
darstellt und an Hand einer umfangreichen Legende
erklärt, vertiefen ein bis zwei Profilschnitte und
Nebenkarten zur regionalgeologischen Gliederung
den strukturellen Bau. Für das Territorium von Sachsen
liegt somit erstmals flächendeckend eine gedruckte
Oberflächenkarte in diesem Maßstab vor.
1998 wurde eine
Geologische Schulwandkarte für
Sachsen 1 : 200 000
herausgegeben, die in verein-
fachter Form den Inhalt der Geologischen Übersichts-
karte 1 : 400 000 zeigt.
Für NW-Sachsen wurde auf der Grundlage der genera-
lisierten Lithofazieskarten Tertiär (LKT 50, s. u.) der
Geologische Atlas Tertiär Nordwestsachsen
1 : 200 000
als Horizontkartendarstellung einschließ-
lich Begleitkarten wie Quartärbasiskarte, Prätertiär-
oberflächenkarte sowie Informationskarten zu Topo-
graphie und Braunkohlenbergbau erstellt. Der Atlas
liegt zunächst als internes Arbeitsmaterial in digitaler
Form und als Plot vor - die Veröffentlichung ist für
2005 geplant.
Abb. 2:
Bearbeitungsstand
GK 50, LKT 50,
GK 25

image
112
Geologische
Karte 1 : 100 000
Gemeinsam mit dem Pa
ń
stwowy Instytut
Geologiczny Warszawa, Filiale Wroc³aw und dem
Èeský
Geologický Ústav Praha wurden 2000 nach
mehrjähriger Zusammenarbeit für das sog. Schwarze
Dreieck die grenzüberschreitende
Geologische Karte
Lausitz-Jizera-Karkonosze ohne känozoische
Sedimente 1 : 100 000 (GK 100 L-J-K)
und 2001 die
zugehörige Erläuterung herausgegeben. Die Karte, die
die für die Westsudeten und die Lausitz in den letzten
Jahrzehnten erarbeiteten Neuerkenntnisse zusam-
menfasst, wurde vollständig digital auf der Basis von
ArcInfo erarbeitet.
Die Karte besteht aus 3 Teilblättern im A0-Format und
wurde in Tschechisch, Polnisch und Deutsch, jeweils
mit englischer Übersetzung, gedruckt. Die Erläuterung
der einzelnen regionalen geologischen Einheiten
wurde in Englisch herausgegeben. 2005 erfolgt die
Veröffentlichung auf CD.
Geologische Spezialkartenwerke
Geologische Karte 1 : 25 000 (GK 25)
Die Aktualisierung des wichtigsten geowissenschaftli-
chen Kartenwerkes von Sachsen, der Geologischen
Karte 1 : 25 000 wurde kontinuierlich fortgeführt.
Diese Arbeiten konzentrieren sich auf die bisherigen
Schwerpunktgebiete „Umgebung Landeshauptstadt“
und „Westsächsisches Uranbelastungsgebiet“ sowie
seit 1999 auf den „Industriellen Ballungsraum Zwi-
ckau/Chemnitz“.
Schwerpunktgebiet
Umgebung Landeshauptstadt
Die 1992 begonnene Neukartierung der Elbezone im
Umfeld der Landeshauptstadt wurde fortgesetzt.
Nach der Fertigstellung der Blätter
5049 Pirna
(1997)
und
5048 Kreischa
(1999) wurde das Blatt
4948 Dresden
(2001) kartiert und herausgegeben. Für
das Blatt
4947 Wilsdruff
ist die geologische
Bearbeitung weitgehend abgeschlossen, Karte und
Erläuterungen sind in Druckvorbereitung. Bei den vier
genannten Blättern erfolgte die Bearbeitung der paläo-
zoischen und kretazischen Einheiten über Werk-
verträge durch Mitarbeiter der TU Bergakademie
Freiberg. Mit der Herausgabe von Blatt
5146
Lichtenberg (Erzgebirge)
(2003) wurde ein erster
Schritt in Richtung einer Neubearbeitung der Berg-
bauregion Freiberg getan.
Wichtige Ergebnisse sind:
-
Vollständige Neugliederung des Quartärs dieses
Raumes
-
Flussentwicklung der Elbe und der Nebenflüsse
-
Vollständige Erfassung und Abgrenzung der ver-
schiedenen kretazischen Faziesräume
-
Detaillierte lithostratigraphische Gliederung des
oberkarbonisch-rotliegenden Molassestockwerks
in der Döhlener Senke
-
Aufhellung der tektonometamorphen und mag-
matischen Prozesse im Grundgebirge mittels
Zirkon- und Glimmerdatierungen
-
Flächenmäßige Abgrenzung des Inneren Freiber-
ger Gneises als cadomische granodioritische
Intrusion
-
Darstellung des umfangreichen Gangsystems im
Bergbaurevier Freiberg/Brand-Erbisdorf und des
Weißenborner Gangsystems
Schwerpunktgebiet
Westsächsisches Uranbelas-
tungsgebiet
Herausgegeben wurden die Blätter
1406-34 (AV)
Oelsnitz Süd
(1997),
5443 Annaberg-Buchholz West
(1998) und
5543 Kurort Oberwiesenthal
(1999), das
Blatt
5542 Johanngeorgenstadt
befindet sich in der
Druckvorbereitung. 2003 wurden die Feldarbeiten auf
Blatt
5442 Aue
begonnen.
Abb. 3: Schnitt durch die Döhlener Senke

image
113
In die Bearbeitung der Grenzblätter mit
ÈR-Anteil
wurde der
Èeský
Geologický Ústav Praha einbezogen.
Wichtige Ergebnisse sind:
-
Darstellung der Gangmineralisationen insbeson-
dere des Urans und deren Kontrolle durch die
Bruchtektonik einschließlich der großregionalen
Störungszone von Gera-Jáchymov
-
Auswertung der zahlreichen (Wismut-) Bohrauf-
schlüsse in Verbindung mit der Oberflächen-
kartierung führte zu einer detaillierten lithostrati-
graphischen Gliederung der Gesteine
- Spezielle petrologische Untersuchungen zu
Druck- und Temperaturbildungsbedingungen an
Metamorphiten und zahlreiche Altersdatierungen
an Zirkonen, die durch das isotopengeochemi-
sche Labor der TU Bergakademie Freiberg vorge-
nommen wurden, führten zu wesentlichen
Neuerkenntnissen der tektonometamorphen
Entwicklung des Westerzgebirges. Sie unterstüt-
zen die zeitliche Einstufung der neoproterozoi-
schen Einheiten, zeigen aber auch eine kompli-
zierte variszische Stapelungstektonik an.
Schwerpunktgebiet
Zwickau/Chemnitz
Massive Probleme mit den Spätfolgen des ehemali-
gen Steinkohlenbergbaus im Raum Zwickau-Oelsnitz
waren Anlass zur verstärkten komplexen geowissen-
schaftlichen Bearbeitung dieses Raumes (vgl. Kap.
2.2.4) seit 1999.
Für die Erstellung neuer GK 25 wurde zunächst zwi-
schen 2000 und 2002 das Rotliegend der Vorerz-
gebirgs-Senke auf den Blättern Zwickau, Zwickau Ost,
Zwickau Süd und Wilkau-Haßlau über Werkvertrag
durch die TU Bergakademie Freiberg kartiert. Anschlie-
ßend erfolgten von 2002 bis 2003 Kartierungsarbeiten
für das Quartär (ebenfalls über Werkvertrag durch ein
Geobüro) und das Tertiär auf den Blättern 5240
Zwickau und 5241 Zwickau Ost, deren Herausgabe für
2004 vorgesehen ist.
Wichtige Ergebnisse sind:
-
Detaillierte lithostratigraphische Gliederung des
Rotliegend
-
Abgrenzung und Neugliederung der
Muldeterrassen
-
Deutliche Verkleinerung der Tertiärflächen
Geologische Karten 1 : 50 000
Um der hohen Nachfrage nach aktuellen und moder-
nen geologischen Karten gerecht zu werden, wurde
bereits Anfang der neunziger Jahre begonnen, für
Nord-, Mittel- und Ostsachsen das Kartenwerk
Geologische Karte der eiszeitlich bedeckten
Gebiete von Sachsen 1 : 50 000 (GK 50)
auf der
Basis der Lithofazieskarten Quartär zu bearbeiten. Die
Herausgabe der insgesamt 20 Blätter wurde im Jahre
1999 abgeschlossen. 2001 erfolgte die Veröffent-
lichung auf CD (als PDF-Dokument und GIS-Projekt
ArcView).
Damit wird erstmals ein digitales geologisches
Spezialkartenwerk für Sachsen einem breiten
Nutzerkreis in Wirtschaft, Verwaltung und Forschung
zur Verfügung gestellt, welches umfangreiche
Recherchen nach petrographischen, stratigraphischen
und genetischen Gesteinseigenschaften gestattet.
Als Anschlussprojekt wird seit 2002 für den verblei-
benden Südteil von Sachsen eine digitale
Geologische Karte 1 : 50 000 (GK 50
dig
)
auf der
Basis der alten GK 25, die dem aktuellen stratigraphi-
schen und strukturellen Kenntnisstand entsprechend
umbewertet werden, erarbeitet. Der Abschluss ist für
2006 geplant. Dann liegt für ganz Sachsen flächen-
deckend und blattschnittfrei ein digitales geologisches
Kartenwerk im Maßstab 1 : 50 000 vor.
Abb. 4: Geologische Übersicht der Region,
(Blatt Johanngeorgenstadt, Zentralteil)

image
114
Lithofazieskarte Tertiär 1 : 50 000 (LKT 50)
Für das nordwestsächsische industrielle Ballungsge-
biet um Leipzig, das insbesondere seit dem 19. Jh.
nachhaltig durch den Braunkohlenbergbau verändert
und ökologisch geschädigt wurde, wurde über Werk-
vertrag von 1998 bis 2002 als Horizontkartenwerk für
die tertiäre Schichtenfolge die
Lithofazieskarte
Tertiär 1 : 50 000 (LKT 50)
erarbeitet. Grundlage für
die Bearbeitung waren über 7000 Bohrungen, die
unter Zuhilfenahme bohrlochgeophysikalischer Logs
und biostratigraphischer Untersuchungen korreliert
wurden. Als Leitprofile wurden zahlreiche geologische
Tagebaudokumentationen
Nordwestsachsens ge-
nutzt. Das auch digital (ArcInfo) verfügbare Karten-
werk des Tertiärs umfasst die Einheitsblätter Zeitz
(2665), Leipzig (2565), Bitterfeld (2465), Mittweida
2666), Wurzen (2566) und Eilenburg (2466). Jeder
Kartensatz besteht aus max. 8 Horizontkarten des
Tertiärs, Quartärbasis- und Prätertiärkarten, Auf-
schluss- und Bergbaukarten sowie geologischen
Regionalschnitten. Der LKT 50-Erläuterungsband ent-
hält eine umfassende Bibliographie.
Gemeinsam mit GK 50 und Lithofazieskarte Quartär
liegt erstmals für den gesamten nordwestsächsischen
Raum ein detailliertes Kartenwerk für die über 40 Mio.
Jahre alte Abfolge känozoischer Lockergesteinsschich-
ten vor. Diese Daten ermöglichen zukünftig die dreidi-
mensionale Modellierung und Darstellung des
Raumes für Gewinnungs- und Sanierungsvorhaben
und landesplanerische Arbeiten.
Kartographie
Die Umstellung der konventionellen Kartographie auf
die rein digitale Arbeitsweise wurde 2003 abgeschlos-
sen. Zum Einsatz kommt das Softwareprogramm
Freehand.
2.1.2
Geophysik, Fernerkundung
Geophysikalische Daten
Der sehr hohe Bestand an geophysikalischen Daten
und Berichten in den neuen Bundesländern wird seit
1993 vertraglich abgesichert von der Geophysik GGD
Leipzig mbH verwaltet. Diese Daten werden durch die
Länder schrittweise aufgearbeitet und zur Erfüllung
ihrer Aufgaben verwendet.
In Sachsen wurden insbesondere die gravimetrischen,
geomagnetischen und geoelektrischen Daten im
Rahmen der geologischen Landesaufnahme aufberei-
tet (vgl. Kap. Fachinformationssystem Geologie),
zusammen-gestellt und interpretiert.
Seismologische Arbeiten in Sachsen
Die seismologische Überwachung in Sachsen wird
weiterhin durch den Seismologie-Verbund zur
Erdbebenbeobachtung gewährleistet. Dazu wurde
2000 mit dem Aufbau eines modernen stationären
seismologischen Online-Netzes in Westsachsen be-
gonnen, dessen Daten automatisch in der Datenzen-
trale am Observatorium Collm der Universität Leipzig
zusammen laufen. Der Endausbau dieses Netzes wird
2004 abgeschlossen. Daneben existiert ein temporä-
res seismisches Offline-Netz aus 7 mobilen Stationen,
das die Registrierungen des Online-Netzes ergänzt
und gezielte Angaben zu seismologisch induzierten
Belastungen von Talsperren und Auswirkungen von
Bergwerksflutungen im Raum Aue-Alberoda liefert.
Neben dem seismologischen Monitoring und der
Informationspflicht für die Öffentlichkeit wurden wis-
senschaftliche Forschungsprojekte u. a. mit folgenden
Schwerpunkten bearbeitet:
Abb. 5: Geologischer Regionalschnitt mit Abgrenzung der LKT 50-Horizontkarten

image
115
– Erhöhung der Lokalisierungsgenauigkeit seismi-
scher Ereignisse
– Erweiterte Herdanalyse zur verbesserten Auf-
lösung des lokalen Spannungsfeldes
– Verifizierung ingenieurseismologischer Parameter
für Gefährdungsanalysen
– Geodätische Untersuchungen zu Bewegungen an
der Erdoberfläche im Vogtland
Auswertung des letzten vogtländischen Schwarm-
bebens vom Herbst 2000
Detaillierte Ergebnisse wurden in den Zweijahresbe-
richten 1998-99, 2000-2001 und 2002-2003 zur Erd-
bebenbeobachtung im Freistaat Sachsen zusammen-
gestellt.
Fernerkundung während der Hochwasser-
katastrophe im August 2002
Im Zuge der Hochwasserereignisse in Sachsen im
August 2002 wurden von staatlichen und kommuna-
len Einrichtungen Luftbildbefliegungen während des
Höchststandes und nach Abfluss des Hochwassers
durchgeführt. Anliegen war vor allem die Erfassung
und Dokumentation von Schäden sowie von Auswir-
kungen auf die Natur und Umwelt. Das LfUG hatte im
Sinne einer zweckmäßigen Bündelung der Informatio-
nen die Erfassung, Zusammenstellung und Verteilung
des geschaffenen Bildmaterials übernommen.
Das analoge Bildmaterial wurde gescannt, zum
großen Teil georeferenziert bzw. Orthobilder erstellt
und auf einem speziellen Server im LfUG abgelegt.
Insgesamt wurden über 6200 Bilder gespeichert, die
über eine Bildübersicht (ArcView) schnell zu recher-
chieren sind. Der Datenumfang umfasst ca. 200 Gb.
Das digitale Datenmaterial kann über das
Landesvermessungsamt Sachsen
http://www.landesvermessung.sachsen.de
bezogen
werden.
2.1.3
Petrographische Gesteinsuntersuchungen
Polarisationsmikroskopische Untersuchungen liefern
einen wesentlichen Beitrag zur präzisen Mineral- und
Gesteinsansprache sowie der daraus abzuleitenden
Bildungs- und Entstehungsbedingungen der Gesteine
und der geologischen Entwicklung eines Raumes.
Dementsprechend lagen die Arbeitsschwerpunkte in
der kontinuierlichen Begleitung der laufenden geologi-
schen Landesaufnahme (vgl. Kap. 2.1.1) und von
Zuarbeiten für die angewandte Geologie.
Im Folgenden eine Auswahl der dabei behandelten
Themenfelder:
– Festlegung von Mineralisograden auf geologischen
Karten
– Einschlussgefüge in Plagioklasporphyroblasten
– Permische Vulkanite in NW-Sachsen und in der
Döhlener Senke
Vulkanische Texturen
Silurische Tuffe im Vogtland
– Kornbindungen in Sandsteinen des Elbsandstein-
gebirges
Über Werkverträge und Forschungsvorhaben wurden
mit der TU Bergakademie Freiberg gezielte Zirkon-
untersuchungen (Morphologie, Altersdatierung) an
Metamorphiten des Ost- und Westerzgebirges zur
Unterscheidung von Ortho- und Paragesteinen und
zur zeitlichen Einstufung durchgeführt. Diese lang-
jährige erfolgreiche Kooperation wurde 2003 durch
Untersuchungen zur Rekonstruktion der Druck- und
Temperaturbedingungen der Metamorphoseent-
wicklung im Westerzgebirge ergänzt.
2.1.4
Biostratigraphie
Die biostratigraphischen Arbeiten haben ihren eindeu-
tigen Schwerpunkt im Bereich der geologischen
Landesaufnahme, um Aussagen zur Altersein-
Abb. 6: Lage der seismologischen Stationen

image
116
stufung, Parallelisierung und Charakterisierung der
Ablagerungsbedingungen der fossilführenden Ge-
steine zu erhalten. Dabei werden hauptsächlich mik-
ropaläontologische Methoden eingesetzt, die sich auf
kohlige Mikrofossilien (Acritarchen, Sporomorphen u.
ä.) des Paläozoikums sowie auf palynologische und
karpologische Reste des Tertiärs und Quartärs konzen-
trieren.
Durch die fortgesetzten biostratigraphischen Unter-
suchungen an schwachmetamorphen Gesteinen
(Tonschiefer bis Phyllite) des tieferen Paläozoikums
konnten an mehreren Stellen Mikrofossilien nachge-
wiesen werden, die aber nur in Einzelfällen Bestim-
mungen zuließen. Hervorzuheben sind:
Nachweise einer reichen, aber schlecht erhaltenen
Acritarchen- und Sporomorphenfauna aus dem
Randbereich des Diabassteinbruchs Seifersdorf
NW Freiberg
– Erste Nachweise von Muellerispaeriden
(Mazuelloiden) in silurischen und devonischen
Kieselgesteinen und Phosphoritkonkretionen im
Vogtland, Raum Zwickau und in der Lausitz
– Conodontenfunde in siliklastischen Gesteinen bei
Blankenstein und bei Zwickau, die auf ein devoni-
sches Alter hinweisen
Die biostratigraphischen Untersuchungen im Tertiär
konzentrierten sich auf die umfassende Auswertung
der Forschungsbohrung Baruth (Mbl. 4753). Diese
durch das Institut für Geowissenschaftliche Gemein-
schaftsaufgaben Hannover (GGA) finanzierte 280 m
tiefe Forschungsbohrung wurde 1998 geteuft und
erbrachte den Nachweis eines verdeckten tertiären
Maares nordöstlich von Bautzen. Unter Leitung des
LfUG erfolgten sedimentologische, geochemische
und mikropaläontologische Untersuchungen am Bohr-
kern. Durch rasterelektronenmikroskopische Unter-
suchungen konnte unter anderem nachgewiesen wer-
den, dass das jahreszeitlich laminierte Seesediment
hauptsächlich aus den Schalen von Kieselalgen
besteht. Wie die Wachstumsringe eines Baumes wur-
den so paläoklimatische Muster gespeichert. Die paly-
nologischen Untersuchungen belegen ein Alter von 28
Millionen Jahren (Oberoligozän).
Im Quartär wurden im Berichtszeitraum ca. 60
Vorkommen mit ca. 850 Einzelproben palynologisch
bearbeitet. Dabei lag ein Schwerpunkt auf der
Bearbeitung der sächsischen Erzgebirgsmoore (Pfahl-
bergmoor, Siebensäure, Hühnerheide, Saugarten-
moor) zur Analyse der Vegetations- und Klimage-
schichte während der Moorentwicklung einschließlich
der Einflussnahme des Menschen. Ein anderer
Schwerpunkt lag in der Bearbeitung von Proben aus
Bohrungen und Aufschlüssen im Rahmen der geologi-
schen Landesaufnahme, hauptsächlich aus dem
Raum Wilsdruff, Freital und Zwickau sowie des
Muskauer Faltenbogens (Commerauer Jesor). Dabei
wurde für den Raum Wilsdruff in einem 0,50 m mäch-
tigen humosen, schwach kalkhaltigen Schluff anhand
des Pollenspektrums der erste sichere Nachweis für
holsteinzeitliche Ablagerungen erbracht.
Im August 2001 wurde in Zusammenarbeit mit der TU
Bergakademie Freiberg und dem Naturhistorischen
Museum Schleusingen bei Börtewitz eine For-
schungsgrabung im Rotliegend des Nordwest-
sächsischen Eruptivkomplexes durchgeführt. Auf 16 m
Länge wurde ein Laminit/Pyroklastit-Profil freigelegt,
Abb. 7:
Sandstein aus der Ablösungsfläche vom
Felssturz Wartturm Sächsische Schweiz.
Der Porenraum wurde zur besseren
Unterscheidung blau gefärbt. Präparati-
onsbedingt erscheint der Porenraum
jetzt schwarz gefleckt. Zu erkennen ist,
dass sich die einzelnen Quarzkörner
nicht mehr in festem Kontakt zueinan-
der befinden. Durch Lösungsprozesse
ist das kieselige Bindemittel nahezu
vollständig abgebaut. Dies war mit ein
Grund für die Entfestigung des
Felsmassivs und für den Felssturz. II
Nicols, Bildausschnitt 1,0 x 1,4 mm.

image
117
feinstratigraphisch dokumentiert und eine reiche, sich
aus Amphibien, Fischen, verschiedenen Arthropoden,
Pflanzenresten und Kieselhölzern zusammensetzende
Fauna und Flora geborgen. Die lithologischen und
paläontologischen Untersuchungen dazu dauern noch
an.
2.1.5
Geochemie
Der Schwerpunkt der Bearbeitung geochemischer
Fragen liegt bei stofflichen Untersuchungen von
Böden und der Bewertung zum Zwecke des stoffli-
chen Bodenschutzes (s. Kap. 2.3). Ergebnisse dieser
Arbeiten sind im Bodenatlas, Teil 3 sowie in
Einzeldokumenten niedergelegt. Außerdem sind die
Daten in verschiedene Bund-Länder-Dokumente ein-
gegangen, wie z. B. in die LABO-Publikation „Hinter-
grundwerte für anorganische und organische Stoffe in
Böden“ (3. Aufl., 2003).
Im Ergebnis der Bearbeitung eines BMBF-Projektes
zur Hintergrundbelastung der deutschen Elbneben-
flüsse wurden die Daten über die Elementgehalte in
Bachsedimenten und -wässer zusammengestellt und
als Geochemischer Atlas, Teil 2 publiziert.
Im Rahmen der Fortschreibung der stofflichen Daten
über Gesteine Sachsens zur Aktualisierung des
Geochemischen Atlas, Teil 1, erfolgt eine ständige
Erweiterung der Datenbasis. Diese ist Grundlage für
den Beitrag „Geochemische Verhältnisse“ in den
Erläuterungen zur GK 25 (s. Kap. 2.1.1)
2.1.6
Geotopschutz
Im Berichtszeitraum wurde das Geotop-Kataster für
Sachsen aufgebaut. Darin sind derzeit ca. 1200
Geotope erfasst, beschrieben und fotodokumentiert.
Auf dieser Grundlage wurden verschiedene Öffentlich-
keitsinitiativen durchgeführt:
– Veröffentlichung „Übersichtskarte wichtiger Geo-
tope“ (siehe Kap. 2.1.1)
– Zusammenarbeit mit dem Zweckverband Natur-
park „Erzgebirge/Vogtland“: Aufstellung von
Lehrtafeln, Broschüre zu den Geotopen im Natur-
park
– Fachliche Unterstützung der Geoparkinitiative
„Muskauer Faltenbogen“
2003 wurde die „AG Geotope“ aus Vertretern des
LfUG, der StUFÄ und Museen gegründet, um die
Geotopschutzaktivitäten für Sachsen besser abzu-
stimmen.
2.1.7
Archive/Sammlungen
Mit der Vorhaltung, Verfügbarmachung und kontinuier-
lichen Erweiterung der umfangreichen Archiv- und
Sammlungsbestände (unveröffentlichtes geowissen-
schaftliches Schriftgut, Bohrungsdokumentationen,
Bohrkerne, Gesteinsproben und Fossilien, Dünn-
schliffe und Präparate) trug dieser Bereich wesentlich
zur effizienten Arbeit des LfUG bei. Diese Bestände
werden ebenfalls im breiten Umfang von der Öffent-
lichkeit genutzt.
Geologisches Archiv
Im Geologischen Archiv sind alle erreichbaren, für
Sachsen relevanten geowissenschaftlichen Do-
kumente, wie Gutachten, Ergebnisberichte, For-
schungsberichte, Projekte, Kartierungsunterlagen,
Diplomarbeiten, Dissertationen, Zeichnungen und
Fotos archiviert. Jährlich kommen ca. 200 neue Do-
kumente hinzu. Wesentliche Teile sind inzwischen digi-
tal recherchierbar. Das Geologische Archiv hat derzeit
jährlich ca. 1000 Nutzer.
Bohraktenarchiv
Im Bohraktenarchiv werden die analogen Schichten-
verzeichnisse und Ausbaudaten von sächsischen
Bohrungen archiviert, für die nach dem Lagerstätten-
gesetz eine Anzeige- und Ablieferungspflicht besteht.
Der Zugang unterliegt stärkeren Schwankungen, liegt
aber im Durchschnitt bei ca. 4 000 Bohrungen im Jahr.
Der Gesamtbestand beträgt zur Zeit ca. 389 000
Stück. Durch die zunehmend digitale Ablieferung von
Bohrungsdaten ist die Gesamtanzahl der archivierten
Bohrungen pro Jahr aber erheblich größer (s. Kap.
2.4). Die Anzahl der Nutzer des analogen Bohrakten-
archivs hat sich im Berichtszeitraum verringert, wobei
ein Anstieg der Nutzung der digitalen Bohrungsdaten
zu verzeichnen ist.
Im Berichtszeitraum wurde mit dem Einscannen der
Bestände des Bohraktenarchivs begonnen. Mit dieser
Maßnahme wird einmal eine digitale Sicherung der
z.T. unikalen Bestände erreicht und zum anderen die
Abb. 8: Neuzugänge und Nutzer Bohraktenarchiv

image
image
118
digitale Verfügbarmachung von Schichtenverzeichnis-
sen (als Bild) am Arbeitsplatz erreicht.
Bohrkernsammlung
Der Bestand umfasst ca. 125 km Kernmaterial aus ca.
6000 Bohrungen und wird vom Umfang her konstant
gehalten. Der Bestand ist mit Einschränkungen für die
Wismutbohrkerne digital recherchierbar.
Regional- und Messtischblattsammlung
Beide Belegsammlungen enthalten ca. 38 700
Handstücke und Proben, deren komplette digitale
Erfassung abgeschlossen wurde.
Fotosammlung
Der Bestand an Fotos zu geologischen Aufschlüssen
und Themenbereichen, zu historisch bedeutenden
sächsischen Geowissenschaftlern und Mitarbeitern
des Geologischen Dienstes wird systematisch erwei-
tert und digital verfügbar gemacht.
Dünnschliffsammlung
Im Berichtszeitraum sind ca. 3 300 Dünnschliffe hinzu-
gekommen (Gesamtbestand: 41 300 Stück), die in
einer Datenbank komplett recherchierbar sind. Externe
Nutzung erfolgt hauptsächlich durch die TU
Bergakademie Freiberg.
Fachinformationsstelle
Die Fachinformationsstelle schafft die Voraussetzung
für eine schnelle und effektive Nutzung der Literatur-
bestände des Amtes und weiterer Kooperationspart-
ner. Sie ermittelt und erschließt unveröffentlichte und
veröffentlichte Literatur nach Rechercheanfragen. Es
werden in regelmäßigen Abständen Neuerwerbungs-
listen angefertigt und über das Intranet zugänglich
gemacht.
Im Berichtszeitraum ist der Datenbestand in der geo-
logischen Literaturdatenbank (GEOLIT) um 54 100
Literaturstellen angewachsen, wobei ab 2003 ein
Verbund von mehreren Bibliotheken in die Datenbank
einspeist.
2.2
Angewandte Geologie
Die Arbeit der Angewandten Geologie ist in Sachsen
auf der Fachebene im Berichtszeitraum zweistufig
organisiert. Den Referaten Ingenieurgeologie, Hydro-
Stand des Einscannens von Original-
Schichtenverzeichnissen aus dem
Flurakten
archiv:
grün:
bearbeitete Messtischblätter (125)
mit ca. 90000 Aufschlüssen
Abb. 9:
Stand Verfügbarmachung
und Sicherung von Auf-
schlussdokumentationen
als Bild-Dokumente
Abb. 10: Neuzugänge GEOLIT

image
119
geologie und Rohstoffgeologie des LfUG obliegen die
grundlegenden, zusammenfassenden und flächende-
ckenden überregionalen Arbeiten (Erstellung von FIS,
Kataster, Karten), während die Arbeiten mit territoria-
lem Bezug durch einschlägig profilierte Gebietsgeolo-
gen wahrgenommen werden. Diese sind für die Zu-
ständigkeitsbereiche der StUFÄ Bautzen, Chemnitz,
Leipzig, Plauen und Radebeul in „Stellen für
Gebietsgeologie“ den jeweiligen Ämtern angeglie-
dert. Ihnen obliegt auch die Mitwirkung als Träger
öffentlicher Belange (TÖB).
In der Praxis ist die Aufgabentrennung jedoch kaum
scharf zu vollziehen. Die Abstimmung zu fachlichen
Fragen findet im Rahmen der Landesfachgruppe
Geologie bzw. in den fachbezogenen Landesarbeits-
gruppen statt.
2.2.1
Ingenieurgeologie
Schwerpunkte der Arbeiten sind neben allgemeinen
ingenieurgeologisch-geotechnischen Fragestellungen
zunehmend auch die Betreuung von Vorhaben mit der
Zielsetzung ein langzeitlich sicheres sowie umweltver-
trägliches Umsetzen von Bauvorhaben zu gewährlei-
sten. Dabei fallen insbesondere die baugrundrelevan-
te Begleitung von Planungs- und Bauvorhaben in den
Bereichen Hoch- und Tiefbau (einschließlich Spezial-
tiefbau und Tunnelbau), Verkehrswegebau und die
Bewertung von Georisiken ins Gewicht.
Das Referat Ingenieurgeologie bewertet und vermit-
telt sachsenweit diese Inhalte als Bestandteil der geo-
logischen Fachbehörde.
Georisiken
Als Arbeitsschwerpunkt werden seit 1999 Georisiken
wie z. B. Massenbewegungen (Felsstürze und Hang-
rutschungen) dokumentiert und bewertet. Neben der
Ersteinschätzung bei stattgefundenen Schadensfällen
werden Empfehlungen zu deren Prävention und
Sicherung gegeben.
Zur Dokumentation und Überwachung von Georisiken
wird fortlaufend eine Datenbank der vorhandenen
Ereignisse erarbeitet. Angaben zu Lokalität, Gebirgs-
zustand, Ursache, Gefahrenbeurteilung, erforderlicher
Handlungsbedarf, Sicherung können zur Überwa-
chung oder späteren Bearbeitung abgerufen werden.
Die räumliche topographische Zuordnung wird auf
Karten visualisiert.
Ausgehend von der vorliegenden Felssturzdatenbank
des Elbtales und der Sächsischen Schweiz ist eine
Erweiterung auf den gesamten sächsischen Raum
vorgesehen.
Abb. 11:
Detailauszug aus der Felssturzdatenbank des LfUG, Referat Ingenieurgeologie,für den Bereich der Postelwitzer Steinbrüche
im Elbsandsteingebirge. Die Punkte stellen Felssturzereignisse dar, die dazugehörige Nummer steht für die laufende
Ereignisnummer in der Datenbank.

image
120
Abb. 12: Auszug aus der Ingenieurgeologischen Karte Zittau

121
Ausgewählte kritische Böschungsbereiche werden
durch regelmäßige Überwachungsmessungen kon-
trolliert.
Beratungstätigkeit sowie Bereitstellung ingenieur-
geologischer Fachinformationen
Als unabhängige Fachbehörde wurden ingenieurgeo-
logische Beratungstätigkeiten für Planungs-, Geneh-
migungs- und Fachbehörden als Ergänzung zu den pri-
vaten Ingenieurleistungen intensiviert bzw. erstmalig
vollzogen und durch Erlasse geregelt.
Die Aktualisierung und Laufendhaltung der dazu erfor-
derlichen Datenbasis erfolgt jeweils projektbezogen
durch Kooperation mit privaten und öffentlichen
Einrichtungen. Bei komplexen Bauvorhaben ist eine
gemeinsame Bearbeitung mit der regional zuständi-
gen Stelle für Gebietsgeologie die gängige Praxis. Die
fachliche Beratung umfasst dabei u. a. folgende
Tätigkeiten:
Prüfung von Art, Notwendigkeit und Umfang inge-
nieurgeologischer und geotechnischer Unter-
suchungen (z. B. Baugrund, Böschungen)
Böschungsüberwachung
– Ingenieurgeologische Projektkartierung
– Prüfung von Fremdgutachten
– Beratungstätigkeit bei Fragen zu raumplaneri-
schen Großvorhaben
Im Berichtszeitraum erfolgte eine Beratung und
Fachbegleitung der verschiedenen Einrichtungen wie
z. B. der Straßenbauämter, der Staatsbetriebe
Sächsisches Immobilien- und Baumanagement, Natio-
nalpark und Forstamt Sächsische Schweiz sowie
Landestalsperrenverwaltung. Konkrete Projekte wur-
den u. a. zu Fragen der Böschungssicherung im Stra-
ßenbau, Planungen/Baugrunderkundung im Auto-
bahnbau, Sanierung im Talsperrenbau durchgeführt.
Kartierung
Die Ingenieurgeologische Karte 1 : 25 000 wurde vom
LfUG für Ballungsräume oder geotechnisch bedeutsa-
me Gebiete konzipiert und im Jahr 1998 für Zittau und
im Jahr 1999 für Chemnitz fertig gestellt. Sie gestat-
tet aufgrund des Maßstabes und der entsprechenden
Darstellung einen Überblick und gibt öffentlichen
Planungsträgern, Ingenieur- und Architekturbüros,
Tiefbau- und Bohrunternehmen Auskünfte über die
jeweiligen Baugrundverhältnisse.
Weiterhin werden ingenieurgeologische Projekt-
kartierungen durchgeführt. In diesem Rahmen erfolgt
die Herstellung projektbezogener Karten für Bau-
planungen und von Risikokarten (z. B. für Berg-
senkungsgebiete und felssturzgefährdete Areale).
Die externe und interne Datenerfassung erfolgt dabei
mit dem landeseinheitlichen Erfassungsprogramm
UHYDRO. In diesem Zusammenhang erfolgt die inte-
grierte Dokumentation und Datensicherung von
Bohrprofilen, indirekten Aufschlüssen sowie ge-
steinsphysikalischen Kennwerten durch das Fachinfor-
mationssystem Ingenieurgeologie (FIS IG)
Sonderaufgaben
In den Jahren 1997 und 1998 wurden die möglichen
durch den Tagebau Turow hervorgerufenen bergscha-
densbedingten Gefährdungen (Setzungen, Senk-
ungen, Vernässungen) auf bestehende bauliche
Anlagen sowie auf zukünftige bauliche Maßnahmen in
Zittau geprüft und in einer Studie dokumentiert. Nach
Kabinettsauftrag erfolgte eine gemeinsame Bear-
beitung der Studie mit dem Sächsischen Oberberg-
amt.
1998 und 1999 wurden im Rahmen der Komplex-
untersuchung zu Auswirkungen des ehemaligen
Steinkohlenbergbaus im Raum Oelsnitz-Zwickau
Gebiete mit eingeschränkten Baugrundeigenschaften
ausgegrenzt. Grundlage bildete eine hierzu durchge-
führte ingenieurgeologische Kartierung sowie die
Berücksichtigung von bergschadenskundlichen
Ergebnissen.
Als zukünftige Arbeitsschwerpunkte im Referat
Ingenieurgeologie sind die Bewertungen und Darstel-
lung von Georisikoflächen zu nennen. Hierzu laufen
derzeit mehrere Aktivitäten durch Werkverträge oder
referatsinterne Bearbeitungen. Außerdem ist eine
Flächendatenbank in Bearbeitung, die geotechnisch
kritische Flächen ausweist und damit als Planungs-
grundlage dienen kann.
Eine weitere Intensivierung der Beratungstätigkeit mit
anderen Fachbehörden oder öffentlichen Einrichtun-
gen (gemeinsam mit den Stellen für Gebietsgeologie)
wird angestrebt und dringend für erforderlich gehal-
ten. Durch eine enge Zusammenarbeit mit dem jewei-
ligen Planer/Gutachter und das damit angewandte
„Vier-Augen-Prinzip“ können Planungsfehler frühzeitig
erkannt und kostenintensive Fehleinschätzungen ver-
mieden werden.
2.2.2
Hydrogeologie
Hydrogeologische Landesaufnahme
Hauptgegenstand der hydrogeologischen Landes-
aufnahme ist die
hydrogeologische Spezialkarte im
Maßstab 1 : 50 000
. Das digitale Kartenwerk basiert
auf einem entwickelten Fachinformationssystem mit
modularem Aufbau und blattschnittfreier Datenhal-
tung, welches eine durchgehende digitale Verfügbar-
keit und seperate Pflege der einzelnen Informations-

image
122
ebenen und deren Verknüpfung zu Kartenprodukten
ermöglicht. Der bisher nicht befriedigende Flächen-
fortschritt (Abb. 13) ist vor allem der begrenzten
Bearbeitungskapazität (Personal, Mittel für Auftrags-
vergabe an Dritte) geschuldet. Entsprechend dieser
Randbedingungen erfolgte die Bearbeitung nach lan-
despolitischen Zielstellungen in erster Linie in
Schwerpunktregionen (urbane Ballungsräume Chem-
nitz - Zwickau, Dresden), sowie darüber hinaus in Ab-
hängigkeit von Datenverfügbarkeit und dem Stand der
methodischen Entwicklung.
Ein genereller Druck aller Themen des digitalen
Kartenwerkes ist nicht vorgesehen. Beispielhaft befin-
det sich bisher nur das Thema Schutzfunktion der
Grundwasserüberdeckung der HyK 50, Blatt Zwickau
im Druck. Die Produkte dieses Informationssystems
werden blattschnittbezogen oder -frei sowohl analog
als Plot als auch digital raster- oder vektorbezogen
(Bitmap oder Geometrie) auf Datenträger bei Anfrage
zur Verfügung bereitgestellt. Obwohl diese Arbeits-
weise prinzipiell auch eine gewisse Maßstabsunab-
hängigkeit ermöglicht, ist zu beachten, dass der
Bearbeitungsmaßstab einem Auflösungsvermögen
von 1 : 25 000 entspricht und bedeutende „Leerver-
größerungen“ den fachlichen Ansprüchen nicht genü-
gen können.
Die
Hydrogeologische Übersichtskarte 1 : 200 000
(HÜK 200) ist ein Gemeinschaftswerk der Staatlichen
Geologischen Dienste (SGD) der Bundesrepublik
Deutschland unter Federführung der Bundesanstalt
für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) und stellt
eine wesentliche Grundlage im Rahmen der Umset-
zung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EU-
WRRL) dar.
Abb. 13: Arbeitsstand HyK 50

image
123
Die digitale HÜK 200 liegt für Sachsen flächendeckend
und blattschnittfrei vor. Bisher wurde aus dem digita-
len Informationssystem das Kartenthema „Oberer
Grundwasserleiter“ abgeleitet. Dieses Thema aggre-
giert die hydrogeologischen Informationen, die an-
hand der Erweiterung geologischer Übersichtskarten
(GÜK 200) durch hydrogeologische Attribute entstan-
den sind und zeigt den oberen, (großräumig) zusam-
menhängenden Grundwasserleiter mit potenzieller
Grundwasserführung. Das Kartenthema „Oberer
Grundwasserleiter“ beinhaltet die bundesweit ein-
heitliche Darstellung der hydrogeologischen Themen
bzw. Attribute Verfestigung, Gesteinsart, Art des
Hohlraums, geochemischer Gesteinstyp und mittlere
Durchlässigkeit.
Die gemeinsame Bearbeitung der Karten zwischen
der BGR und den SGD erfolgte zunächst blattschnitt-
weise. Für eine landesweit konsistente Datenhaltung
und Nutzung war es notwendig, den gesamten
Datenbestand für Sachsen in eine blattschnittfreie
Form zu überführen. Dieser Arbeitsschritt erfolgte
federführend durch das Referat Hydrogeologie des
LfUG unter Mitwirkung der Stellen für Gebiets-
geologie und wurde im Januar 2003 abgeschlossen.
Der digitale Datenbestand wird laufend gepflegt und
inhaltlich fortgeführt, wo neue Daten dies erfordern.
Er kann sowohl digital auf Datenträger oder in Form
von Karten für beliebige Teilflächen Sachsens Inter-
essierten (öffentliche Auftraggeber, Wirtschaft, Hoch-
schulen) zur Verfügung gestellt werden.
Weitere Themen dieses digitalen Kartenwerkes (Be-
wirtschaftungsfähigkeit und Schutzfunktion der
Grundwasserüberdeckung) befinden sich in Vorberei-
tung.
Abb. 14: Beispielhafter Ausschnitt der HÜK 200 mit Darstellung der Attribute Bedeckung und mittlere Durchlässigkeit des
oberen Grundwasserleiters

124
Tab. 1: Bearbeitungsstand hydrogeologischer Karten und Projekte
Produkt
Hydrogeologische
Spezialkarte Sachsen
(digital) im Maßstab
1 : 50 000
(HyK 50 dig)
Hydrogeologische
Übersichtskarte
Sachsen (digital) im
Maßstab
1 : 200 000
(HÜK 200)
Hydrogeologische
Übersichtskarte
Sachsen (digital) im
Maßstab 1 : 400 000
Dokumentation
Mineral- und Thermal-
wässer
Kurzbeschreibung
Hydrogeologische Landes-
aufnahme und blattschnitto-
rientierte (TK 50) digitale
Verfügbarkeit im Maßstab
1 : 50 000
- modular aufgebautes
hydrogeologisches
Informationssystem
1. Ausbaustufe:
Schutzfunktion
Grundwasserüber-
deckung
2. Ausbaustufe: hydrogeo-
logische Grundlagenkarte
landesweite digitale Über-
sichtsdarstellung der hydro-
geologischen Verhältnisse
im Maßstab 1 : 200 000
Landesübersicht der hydro-
geologischen Naturraum-
ausstattung auf digitaler
Grundlage im Verbund der
Geologischen Übersichts-
karten 1 : 400 000
Dokumentation des
Ressourcenpotentials der
sächsischen Mineral- und
Thermalwässer
Zuarbeiten für Verfahrens-
träger der Mineralwasser-
anerkennungsverfahren
gemäß Mineral- und
Tafelwasserverordnung
(MTVO)
Stand 2003
Thema „Schutzfunktion der
Grundwasserüberdeckung“
für die Blätter Zwickau,
Chemnitz, Meißen, Frei-
berg, Olbernhau, Zittau
Blatt Dresden in Bearbei-
tung
Thema „Karte der oberen
Grundwasserleiter“ in
Abstimmung mit den SGD
der Bundesrepublik erarbei-
tet und blattschnittfrei für
Sachsen verfügbar
Thema: „Karte des oberen
Grundwasserleiters“ in der
Bearbeitung abgeschlos-
sen, Druck in Vorbereitung
- Publikation Stand 1999
in „Geoprofil“, Heft 9
- Erstellung einer recher-
chefähigen CD
- Bearbeitung der Anträge
für die Vorkommen:
Margonwasser
Thermalbad Wiesenbad
Oppacher Mineral-
brunnen
Bad Brambacher
Mineralquellen
Mineralwasser „Aquila“
Heilquelle Bad Elster
Jüdenloh
Ausblick
- blattschnittfreie und
bedingt maßstabsfreie
digitale Verfügbarkeit der
Geometrien
- Flächenfortschritt gemäß
Schwerpunktregionen
nach EU-WRRL
- Thematische Weiterent-
wicklung/Programm-
ierung für GWL-Karten
in den Attributen
Wasserwegsamkeit,
Wasserinhaltsstoffe,
Temperatur usw. am
Beispiel der Blätter
Dresden und Meißen
- Hydrogeologische
Attributierung des obe-
ren GWL
- Bearbeitung der Themen
„Schutzfunktion der
Grundwasserüberde-
ckung“ und „Bewirt-
schaftungsfähigkeit“
- Attributierung der Teil-
flächen des oberen
Grundwasserleiters und
Darstellung von GWL -
Eigenschaften und spezi-
eller Inhaltsstoffe
Weitere Arbeiten im
Rahmen von Anerken-
nungsverfahren gemäß
Anforderung.
Fortsetzung auf S.125

125
Produkt
Hydrogeologische
Grundlagen zur
Ausgrenzung von
Trinkwasserschutz-
gebieten
Hydrogeologische
Grundlagen zur Re-
konstruktion der
staatlichen Grund-
wassermessnetze
Klärung der montan-
hydrogeologischen
Verhältnisse der
steinkohleführenden
Vorerzgebirgssenke
Kurzbeschreibung
In Vorbereitung der Erarbei-
tung einer Rechtsverord-
nung für das Rechtsset-
zungsverfahren bei den
Wasserbehörden sind die
naturwissenschaftlichen
Grundlagen für den Verfah-
rensträger zu erarbeiten.
Die fachliche Verantwortung
liegt beim LfUG (PG
Wasserschutzgebiete)
unabhängig ob Eigenbe-
arbeitung oder bei Nutzung
der Ergebnisse Dritter.
Bearbeitung der hydrogeolo-
gischen Unterlagen der im
Messnetz befindlichen
Messstellen nach einheitli-
chen geologischen Kriterien
in Hinblick auf eine standort-
konkrete Optimierung unter
Federführung des Referates
Grundwasser im LfUG.
Abschließende Klärung der
hydrogeologischen Wirk-
mechanismen im Steinkoh-
lenbergbau geprägten
Zwickauer und Lugau-
Oelsnitzer Revier im Hin-
blick auf die Wiederein-
gliederung in ein meteo-
risch bedingtes quasista-
tionäres System der unter-
irdischen und oberirdischen
Gebietsentwässerung mit
dem Ziel, belastbare
Grundlagen für eine kom-
munale Planung zu schaf-
fen.
Stand 2003
Bearbeitung/Begutachtung
folgender Standorte bzw.
Fassungen: Arnsdorf,
Berbersdorf, Folgenbach I
und II, Corba, Jahna-Aue,
Ebersbach, Steina-
Schweinegrund, Naundorf,
Reichenbach-Reichenau,
Leubnitz, Fraureuth,
Ruppertsgrün, Koitzsch,
Heilquelle Schlema,
Meschwitz, Bischheim-
Häslich, Kreischa,
Zschornau-Schiedel,
Bärwalde, Obere RWA,
Schmalzbach, Elterlein,
Oberlungwitz, Koberbach-
tal/Lohteichtal, Hermsdorf,
Geyer, Hartha-Flemmingen,
Blauenthal, Zschorlauer
Wiesen, Lorenzstollen,
Wiese, Schwarzbach,
Tellerhäuser, Stadtwald
Oederan, Ziegenberg
Überarbeitung/Neuerstel-
lung der Schichtenverzeich-
nisse und Ausbaudaten
von ca. 930 Messstellen
im Hinblick auf eine digi-
tale Verfügbarkeit der
Messstellendokumenta-
tionen.
- Klärung des Wirkmechanis-
mus für den Grundwas-
serdepressionstrichter im
quartären Grundwasserlei-
ter Zwickau-Schedewitz.
- Untersuchung des Wirk-
mechanismus für den
Grundwasserdepressions-
trichter im quartären
Grundwasserleiter
Zwickau-Innenstadt.
- Suche und Festlegung
eines Ansatzpunktes zur
Errichtung einer Mess-
stelle zur Beobachtung
und Kontrolle des Grund-
wasserwiederanstiegs im
Revier Lugau-Oelsnitz.
Ausblick
- Bearbeitung weiterer
Standorte auf der Grund-
lage des Bedarfes der
Wasserbehörden und in
Arbeitsteilung mit dem
Referat Grundwasser
des LfUG (Projektgruppe
Wasserschutzgebiete)
- Weitere Bearbeitung der
Quellen des Gütemess-
netzes.
- Mitwirkung bei der
Standortoptimierung auf
Basis der hydrogeologi-
schen Naturraumaus-
stattung.
- Kontrolle des Verlaufes
der Veränderungen des
hydrogeochemischen
Gleichgewichtes in den
tiefen Teilen der bergbau-
überprägten Vorerzge-
birgssenke im Hinblick
auf die Ondulation des
GW-Flurabstandes

126
2.2.3
Rohstoffgeologie
KOR 50 – Rohstoffdatenbank
1996 war mit der Herstellung der digitalen „Karte der
oberflächennahen mineralischen Rohstoffe des
Freistaates Sachsen 1 : 50 000“ (
KOR 50
) begonnen
worden. Ende 1999 lag diese Karte flächendeckend
und funktionsfähig vor.
Die Karte zeigt das Potenzial für die Massenrohstoffe
der Steine und Erden, gegliedert nach Rohstoffgrup-
pen und Kenntnisstand. Topographische Karten unter-
schiedlicher Maßstäbe und Luftbilder lassen sich zur
Orientierung hinterlegen. Aus der Datenbank kann
man am Rechner zu jeder Rohstofffläche Angaben
abrufen zu Rohstoffmächtigkeit, Überdeckung, geolo-
gischem Vorrat und verschiedentlich auch zu Roh-
stoffeigenschaften. Typische Bohrprofile oder Normal-
profile können ebenfalls angezeigt werden.
Eine Version der KOR 50 (Stand 1999) mit gescann-
tem Kartenbild und ohne Datenbank wurde als CD
veröffentlicht. Für die Fortschreibung der Rohstoff-
sicherung wurde die KOR 50 aktualisiert. Sie hat jetzt
den Stand 12/2001.
Die
KOR 200
wird von der Bundesanstalt für
Geowissenschaften und Rohstoffe und den
Staatlichen Geologischen Diensten der Länder
gemeinsam herausgegeben. Sächsisches Gebiet
betreffend ist erschienen CC 4750 Cottbus, in
Druckvorbereitung befinden sich CC 5542 Dresden
und CC 5550 Görlitz.
Unter Führung des Geologischen Landesamtes
Nordrhein-Westfalens erschien in 2. Auflage „Gewin-
nungsstätten von Festgesteinen in Deutschland“. Das
Kapitel Sachsen wurde von den StGG und dem LfUG
bearbeitet.
Kataster Braunkohlen und Begleitrohstoffe
Der Kataster liegt seit 1999 auch digital vor. Er zeigt
die Verbreitung der Braunkohle mit Flözmächtigkeiten
über 2 m. Die zugehörige Datenbank enthält Angaben
zu Kohlenqualität, Vorräten und Erkundungsgrad.
Neue Erkenntnisse zur Kohleverbreitung und zu den
Begleitrohstoffen in der Lausitz wurden ergänzt.
Fortschreibung der Rohstoffsicherung
Für den neuen Landesentwicklungsplan (LEP), der
2003 im Entwurf vorlag, war auch die Rohstoff-
sicherung fortzuschreiben. Das SMWA beauftragte
den Geologischen Dienst (LfUG und Stellen für
Gebietsgeologie), die Rohstoffressourcen des Landes
neu zu bewerten.
Es wird davon ausgegangen, dass die Gewinnung von
Baurohstoffen weit über die Laufzeit des neuen LEP
hinaus zu sichern ist. Darüber hinaus war die geolo-
gisch bedingte ungleichmäßige Verbreitung der
Bodenschätze im Lande insofern zu berücksichtigen,
als ein Massenrohstoff bauwürdig sein kann, weil er
regional selten ist (Beispiel Kiessande in SW-
Sachsen).
Die Ressourcen an Steine- und Erden-Rohstoffen wur-
den einem rechnergestützten Bewertungsverfahren
unterworfen. Bewertet wurde die Bauwürdigkeit nach
rohstoffspezifisch festgelegten und zunächst landes-
weit einheitlich angewandten Kriterien. Rohstoffvor-
kommen der beiden höchsten Bauwürdigkeitsklassen
bilden die Reserven, aus denen Sicherungsflächen
auszuwählen waren. Dies geschah, nun auch unter
Berücksichtigung regionaler Besonderheiten, für
Reichweiten von 20 Jahren, 20-40 Jahren und über 40
Jahren ab heute, wobei fiktive Abbauraten zu Grunde
gelegt wurden („Bedarf“). Der Geologische Dienst
macht hier nur Vorschläge, Art und Umfang der Roh-
stoffsicherung werden von der Landesplanung (SMI)
und der Regionalplanung (Regionale Planungsstellen)
festgelegt.
Lagerstättenbeschreibungen
Für die wichtigsten Vorrang- und Vorbehaltsgebiete zur
Rohstoffgewinnung im (alten) Landesentwicklungs-
plan von 1994 wurden von den Stellen für Gebiets-
geologie ausführliche Lagerstättenbeschreibungen
angefertigt. Darin finden sich Angaben zum nutzbaren
Rohstoff, zu Geologie und Erkundungsgrad, zu
Rohstoffqualität und Vorräten, sowie zur Bedeutung
der jeweiligen Lagerstätte für die Rohstoffversorgung.
Geothermie
Seit Mitte der 90er Jahre werden auch Aufgaben, wel-
che die geologischen Grundlagen der Geothermie
betreffen, wahrgenommen. In diesem Kontext wurde
das LfUG seitens des SMUL mit der Erarbeitung eines
(Grob-) Konzeptes „Geowissenschaftliche Grundlagen
für die Nutzung der Geothermie in Sachsen“ beauf-
tragt. Das Konzept wurde termingerecht erarbeitet
und erfolgreich verteidigt. Mittlerweile laufen die
Vorarbeiten bzw. Vorgespräche zur Realisierung der
beiden Schwerpunktprojekte: „Aktualisierung der
sächsischen Daten zur Tiefengeothermie“ und
„Landesweite digitale Darstellung der oberflächenge-
othermischen Verhältnisse im Freistaat Sachsen“ in
einer CD-Version in methodischer Anlehnung an ein
vergleichbares Projekt in NRW.
2.2.4
Bergbaufolgen
Im Berichtszeitraum konzentrierten sich die Arbeiten
auf Fragen der Rekultivierung und Renaturierung von
Bergbauflächen, die Wahrnehmung der fachlichen

image
127
Interessen des LfUG im Rahmen der Braunkohlen-
planung sowie die Revitalisierung von Bergbauregio-
nen. Weiterhin koordiniert das Referat die Umwelt-
forschung auf dem Gebiet der Bergbaufolgeland-
schaften.
Das LfUG ist gemäß SächsLPlG beratendes Mitglied
in den Braunkohlenausschüssen Sachsens. Die ver-
schiedenen Fachabteilungen des LfUG nehmen
Stellung zu sämtlichen Entwürfen der Braunkohlen-
pläne. Die Stellungnahmen werden koordiniert, mit
dem SMUL abgestimmt und an die Regionalen
Planungsverbände weitergeleitet.
Die fachliche Wahrnehmung von Fragen der
Rekultivierung und Renaturierung von Bergbauflächen
erfolgte durch zahlreiche Stellungnahmen, Veröffent-
lichungen sowie Mitarbeit in Fachgremien. Spezieller
Schwerpunkt dieser Arbeiten war die Verwertung von
Abfällen im Rahmen der Rekultivierung. Hierbei wur-
den die fachlichen und bodenschutzrechtlichen
Aspekte ausgearbeitet und in einem Leitfaden zusam-
mengefasst.
Braunkohlenbergbau
Bodenschutzangelegenheiten in Bergbaugebieten
wurden im Rahmen von zahlreichen Werkverträgen
sowie Forschungs- und Entwicklungsvorhaben behan-
delt. Eine Checkliste für die Berücksichtigung der
Bodenschutzbelange im Rahmen der Braunkohlen-
planung wurde erarbeitet, mit Fachexperten diskutiert
und veröffentlicht.
Für die Ermittlung und Darstellung von Bodenfunktio-
nen anthropogener Böden, Teil I: Kippenböden, wurde
eine „Methodenbank Kippsubstrate“ im Rahmen
eines Werkvertrages erstellt. Mit dieser Methoden-
bank ist ein Instrument zur GIS-gestützten, boden-
funktionalen Bewertung von Kippenflächen möglich.
Sie bildet eine Grundlage für die Umsetzbarkeit des
Bundesbodenschutzgesetzes in der Bergbaufolge-
landschaft. Mit den vorhandenen Methoden können
ökologische Eigenschaften, Entwicklungs- und Ge-
fährdungspotentiale der Böden der Bergbaufolge-
landschaft flächenkonkret ermittelt und dargestellt
werden. Die Methodenbank enthält 41 Methoden zur
Auswertung von Kippdatenbanken und Kippsubstrat-
karten im Maßstab 1 : 10 000. Sie ist ein Bestandteil
der Methodenbank Boden des LfUG (s. Kap. 2.4).
Steinkohlenaltbergbau
Im Auftrag des SMUL und des SMWA wurden mehre-
re Projekte zur Lösung von Bergbaufolgeproblemen
des Steinkohlenaltbergbaus koordiniert und ausge-
Abb. 15:
Rohstoffsicherungsflächen. Dargestellt sind Verbreitungsgebiete von Rohstoffen, die in drei Zeitabschnitten, 0-20, 20-40 und
später als 40 Jahre ab heute, zur Rohstoffversorgung abgebaut werden könnten.

image
128
wertet. Der Abschlußbericht „Komplexuntersuchun-
gen zu Auswirkungen des ehemaligen Steinkohlen-
bergbaus im Raum Oelsnitz-Zwickau“ wurde 1999 fer-
tig gestellt.
Danach konzentrierten sich die Arbeiten auf den
Problemkreis Wasserwiederanstieg nach Abschluss
des aktiven Steinkohlentiefbaues. Dazu wurde eine
Reihe von Projekten durchgeführt, die eine detaillierte
Charakterisierung der geologisch-hydrogeologischen
Wirkungsfelder in beiden Revieren als Basis für die
Ableitung von Maßnahmen zur präventiven Gefahren-
abwehr ermöglichen. Alle Aktivitäten erfolgten in
enger Kooperation mit dem Sächsischen Oberberg-
amt Freiberg. In Zwickau führte die ca. 1992 abge-
schlossene Flutung des Grubengebäudes dazu, dass
der Grundwasserspiegel in einigen Bereichen die
Tagesoberfläche erreicht, so dass der Schwerpunkt
der Arbeiten auf der Untersuchung des oberflächenna-
hen Grundwasserleiters und dessen anthropogener
Beeinflussung lag. Im Lugau-Oelsnitzer Revier ist der
erreichte Flutungsstand aufgrund fehlender Mess-
möglichkeiten gegenwärtig unbekannt. Deshalb wird
im Zeitraum 2003/2004 im Grubenrevier eine Tiefboh-
rung niedergebracht und eine Grundwassermessstel-
le errichtet, die es ermöglichen soll, den Wasser-
wiederanstieg zu beobachten und ggf. rechtzeitig ent-
sprechende Maßnahmen einzuleiten zu können.
Im Rahmen der Arbeiten wurden zahlreiche themati-
sche Arbeitskarten zum Steinkohlenrevier Zwickau
(Schwerpunkt: bergbaubedingte Grundwasserproble-
me im quartären Grundwasserleiter) und zum Stein-
kohlenrevier Lugau/Oelsnitz (Schwerpunkt: Vorberei-
tung der Tiefengrundwassermessstelle in Oelsnitz)
erstellt.
In Zusammenarbeit mit der TU Bergakademie Freiberg
wurden Haldensickerwässer auf Schadstoffe untersucht
und die Ergebnisse in zwei Berichten dokumentiert.
Weiterhin wurde das INTERREG-Vorhaben „Revitali-
sierung von Städten in ehemaligen Kohlenbergbauge-
bieten, Themenkomplex I: Beherrschung und Nutzung
der Bergbaufolgewirkungen“ fachlich begleitet.
Steine-Erden-Bergbau
1999 wurde mit der Erfassung der aktiven bzw. stillge-
legten Gewinnungsstellen begonnen. Eine noch nicht
FIS-konforme Datenbank „Wiedernutzbarmachung
von Gewinnungsstellen des Steine-Erden-Bergbaus in
Sachsen“ wurde erstellt. Die Gewinnungsstellen wur-
den in der Arbeitskarte „Wiedernutzbarmachung der
Gewinnungsstellen von Steinen und Erden in Sachsen
1 : 200 000“ dargestellt. Ein Modul „Wiedernutzbar-
machung“ mit Daten zu Nutzungsarten, Ablauf der
Wiedernutzbarmachung, Bodenformen und Fotodoku-
mentation befindet sich im Rahmen des FIS Rohstoffe
in Entwicklung (s. Kap. 2.4).
2.3
Bodenkartierung, Bodenschutz
2.3.1
Bodenkartierung
Die Bodenkartierung ist im Berichtszeitraum zur digita-
len Arbeitsweise übergegangen. Dementsprechend
sind die digitalen Produkte hinsichtlich ihrer Verfüg-
barkeit wesentlich weiter fortgeschritten als die in her-
kömmlicher Weise erzeugten Pendants. Für einige
Kartenwerke, wie z. B. KSK 10, BKkonz und BÜK 250,
ist eine Veröffentlichung per Druck nicht mehr vorge-
sehen. Die Daten werden auf Anfrage digital bereitge-
stellt, was ebenso für die übrigen Bodenkarten gilt
(Tab. 2).
Die für Bodenschutzzwecke vorwiegend genutzte
Datengrundlage stellt zurzeit noch die BKkonz dar. Mit
dem weiteren Ausbau der
BK 50
(Abb. 16) wird sie
durch diese aktuelle Karte abgelöst.
Im Berichtszeitraum vollständig erarbeitet wurde die
BÜK 200
. Sie diente als wesentliche Grundlage für
das Kapitel Bodenschutz des LEP 2003 des
Freistaates Sachsen und wird im gleichen Sinne für
die geplante Neuauflage der
BÜK 400
genutzt.
Die
KSK 10
wird für Planungs- und Bodenschutz-
zwecke inhaltlich sukzessive zu einer vollwertigen
Bodenformenkarte erweitert. Daten zu weiteren
anthropogenen Böden der Städte und des Steine- und
Erdenabbaus sollen in ähnlicher Weise digital verfüg-
bar gemacht werden.
Zur umfangreichen Erläuterung der Bodenverhältnisse
im Freistaat Sachsen ist die Herausgabe von Gebiets-
monographien für die acht vorhandenen Bodengroß-
landschaften geplant.
Abb. 16: Arbeitsstand BK 50

image
129
2.3.2
Bodenmessnetze
Im Berichtszeitraum stand die Fertigstellung und
Veröffentlichung der landesweiten stofflichen Unter-
suchung der Böden im Vordergrund (Bodenatlas Teil 3).
Parallel zur Bearbeitung der Messnetze Raster
1x1 km wurde in den Bergbauzentren des Erzgebirges
die Untersuchungsdichte erhöht und eine Bewertung
der Böden nach Bundes-Bodenschutz- und Altlasten-
verordnung (BBodSchV) vorgenommen (Abb. 17). Ne-
ben den geogenen und anthropogenen Bodenbelas-
tungen in den Erzbergbaugebieten weisen die Auen-
böden teilweise hohe Belastungen mit As, Cd und Pb
auf. Die Arbeiten konzentrieren sich dabei seit 1999
auf die Auenböden des Muldensystems (Freiberger,
Zwickauer und Vereinigte Mulde), die infolge der
Erzlagerstätten und Hüttenstandorte im Einzugsge-
biet die höchsten Stoffkonzentrationen aufweisen.
Abb. 17:
Messpunkte/-gebiete der
Bodenmessnetze
Tab. 2: Bearbeitungsstand bodenkundlicher und pedogeochemischer Karten und Projekte
Produkt
Kippsubstratkarte
1 : 10 000 (KSK10)
Konzeptbodenkarte
1 : 25 000 (BKkonz)
Bodenkarte
1 : 50 000 (BK50)
Bodenübersichtskarte
1 : 200 000 (BÜK 200)
der Bundesrepublik
Deutschland
Kurzbeschreibung
Inselkarten auf Altdatenbasis für die
Braunkohlenkippen mit Darstellung
der Substrattypen nach Deutscher
Systematik (KA 4)
Auf Basis transformierter Altdaten
basierende landesweite Darstellung
von Bodenformengesellschaften nach
KA 4
Landesweite Darstellung der Boden-
formengesellschaften nach KA 4; auf
Basis aktueller Daten redigierte BKkonz
Länderübergreifende Darstellung von
Leitbodengesellschaften nach KA 4;
Koordinierung und Druck durch die
Bundesanstalt für Geowissenschaften
und Rohstoffe
Stand 1997
vollständig digital
verfügbar
(32 Karten)
digitale MMK und
FSK verfügbar
1 Blatt veröff.
nicht begonnen
Stand 2003
12 Karten auf Basis
aktueller Daten
redigiert
Landesweit im Blatt-
schnitt der TK 25 digital
verfügbar; blattschnitt-
freie Version in Arbeit
3 Blätter veröff., 9 digi-
tal verfügbar
Landesweit digital ver-
fügbar; Blatt Leipzig
veröff., Blätter Zwickau,
Riesa und Dresden in
Arbeit
Fortsetzung auf S.130

130
2.3.3
Bodendauerbeobachtungsflächen (BDF)
Das BDF-Netz in Sachsen wurde im Berichtszeitraum
weitestgehend vervollständigt (Abb. 18). Die vom
LfUG eingerichteten landwirtschaftlich genutzten BDF
verfügen über eine Ausstattung, die auch weiterge-
henden Fragestellungen gerecht wird. Dabei erlangen
die Einbeziehung der Ergebnisse in zukunftsorientier-
te Projekte und der interdisziplinäre Erfahrungsaus-
tausch mit Partnern aus Forschungseinrichtungen und
Fachbehörden immer mehr an Bedeutung. Die wich-
tigsten Ergebnisse dieser multilateralen Kooperation
sind in der Publikation „Bodenmonitoring“ zusam-
mengefasst. Die Aufgaben im Rahmen des BDF-
Programms werden sich zukünftig verstärkt in Rich-
tung Dreieckforschungsplattform: Grundlagenfor-
schung - Angewandte Forschung - Beratung, Planung,
Gesetzgebung verlagern.
2.3.4
Bodenschutz
Durch das 1999 in Kraft getretene Bundesboden-
schutzgesetz, die Bundesbodenschutzverordnung
Produkt
Bodenübersichtskarte
1 : 250 000 (BÜK 250)/
Georeferenced Soil
Database for Europe
Bodenübersichtskarte
1 : 400 000 (BÜK 400)
des Freistaates Sachsen
Bodendauerbeobach-
tungsflächen Level 1
(BDF I)
Bodendauerbeobach-
tungsflächen Level 2
(BDF II)
Übersichtskarten zur
Verteilung anorgani-
scher Stoffe (und PAK)
in Böden Sachsens
Übersichtskarten zur Ver-
teilung anorganischer
Stoffe in Böden in be-
kannten bzw. vermute-
ten Belastungsgebieten
Mittelmaßstäbige
Karten zur Schwer-
metallverteilung in
Gebieten mit bekann-
ten stofflichen
Bodenbelastungen
Gefährdungsabschät-
zung der Hochflut-
sedimente des August-
hochwassers 2002
Kurzbeschreibung
Länderübergreifende Darstellung von
Leitbodengesellschaften, nach inter-
nationaler Bodennomenklatur (WRB);
Koordinierung durch das European
Soil Bureau der EU-Kommission
Landesweite Darstellung von
Leitbodenassoziationen nach KA 3
BDF I repräsentieren gebietstypische
Böden. Sie liefern grundlegende
Informationen über ihren stofflichen
Zustand sowie ihre physikalischen
und chemischen Eigenschaften
BDF II-Standorte besitzen aus Sicht
des Bodenschutzes besondere
Bedeutung (Immissionsbelastung,
Empfindlichkeit. usw.). Sie sind dauer-
haft mit Messgeräten ausgestattet
Bodenmessnetz Sachsen, Raster 4 x
4 km
Ergänzende Untersuchungen B, Be,
Bi, Mo, Th, Tl, U, V, W; Ammonium-
nitratextrahierbare Gehalte As, Cd,
Cr, Cu, Hg, Mo, Ni, Pb, Tl, Zn
Bodenmessnetze Raster 1 x 1 km:
Ehrenfriedersdorf, Radebeul,
Zwickau, Borna, Zittau
Sondermessnetze: Ehrenfriedersdorf,
Freiberg, Schneeberg-Schwarzen-
berg-Johanngeorgenstadt
Auenmessprogramm Elbe, Zschopau,
Muldensystem auf Catenen, Abstand
ca. 1 km
Untersuchung von Schlamm- und
Bodenproben auf organische und
anorganische Schadstoffe
Stand 1997
nicht begonnen
veröff.
10 BDF I
2 BDFII
Probenahme und
Analytik
Probenahme und
Analytik
nicht begonnen
Stand 2003
Blatt NM33-4 Chemnitz
digital verfügbar, lan-
desweite Darstellung
digital in 2004
zusätzlich digital verfüg-
bar
50 BDF I
5 BDF II
abgeschlossen; veröff.
als Bodenatlas Teil 3
(1999), ergänzt 2000,
CD-ROM-Ausgabe
2000
abgeschlossen;
Ehrenfriedersdorf,
Radebeul veröff.;
andere als unveröff.
Ber. Archiv LfUG
abgeschlossen; unver-
öff. Ber. Archiv LfUG
in Bearbeitung
Präsentation im
Internet
http://www.lfug.smul.

image
131
und die auf diesen Grundlagen erfolgte Novellierung
des EGAB aus dem Jahre 1991 zum „Sächsischen
Abfallwirtschafts- und Bodenschutzgesetz (Säch-
sABG) vom 20.05.1999 (SächsGVBl. Nr. 9 vom
15.06.1999) hat der Bodenschutz in Sachsen eine
neue gesetzliche Grundlage erhalten.
Das Aufgabenprofil des Bodenschutzes im LfUG
umfasst den landesweiten Schutz des Bodens und
seiner Funktionen unabhängig von der Flächen-
nutzung. Das Hauptaugenmerk war im Berichts-
zeitraum auf folgende Problemkreise gerichtet:
– Bearbeitung und Abgrenzung großflächiger schädli-
cher Bodenveränderungen
– Erstellung von Methoden und Instrumentarien zur
Bewertung von Böden hinsichtlich ihrer Funktionen
und Potenziale
– Verringerung der Bodenerosion durch Wasser
– Verringerung des Flächenverbrauches und der
Versiegelung
Im Rahmen der Bearbeitung dieser Aufgaben wurden
verschiedene Materialien erstellt, die einerseits die
handelnden Akteure, vor allem die Planer und anderer-
seits die Genehmigungs- und Vollzugsbehörden bei
ihrer Tätigkeit unterstützen (s. Kap. 2.5).
Nachfolgend sind zwei wesentliche Handlungsfelder
des Bodenschutzes exemplarisch skizziert.
Bodenerosion
Bodenerosion durch Wasser ist in Sachsen - vor allem
wegen der hier verbreiteten Lössböden in Hanglage -
ein besonderes Problem und wird deshalb vorrangig
bearbeitet. Auf der Grundlage der regionalen Standort-
kenntnisse wurde ein Leitbild für den Erosionsschutz
in Sachsen erarbeitet und im Band III: Land- und
Forstwirtschaft (2001) der Reihe „Umweltqualitäts-
ziele auf die Füße stellen. Umweltverträgliche Land-
und Flächennutzung.“ veröffentlicht. Im Rahmen des
EXPO 2000-Projektes des Freistaates Sachsen „Ent-
wicklung eines Informationssystems zur Erosionsmin-
derung“ war das LfUG an der Entwicklung eines öko-
logischen Leitbildes für Flusslandschaften (am Bei-
spiel der Jahna) unter besonderer Beachtung der Bo-
denerosion beteiligt (SMUL, 2000).
Grundlage für einen standortgerechten und damit
erfolgreichen Erosionsschutz sind Informationen über
die Faktoren der Bodenerosion - insbesondere über
Bodeneigenschaften - sowie geeignete Methoden für
die Erosionsprognose.
In Sachsen stehen die Erosionssimulationsmodelle
EROSION 2D/3D einschließlich eines Parameterkata-
loges für die Erosionsprognose zur Verfügung (LfUG
und LfL 1996). EROSION 2D/3D erlauben die Ab-
schätzung von Abtrag und Deposition unter besonde-
rer Berücksichtigung von Reliefeigenschaften, die
Abschätzung der Sedimenteinträge in Oberflächen-
gewässer und andere schützenswerte Landschafts-
bestandteile (offsite-Schäden) sowie die Simulation
der Wirkung unterschiedlicher Bewirtschaftungsmaß-
nahmen und von Maßnahmen der Landschafts-
gestaltung (Schlagunterteilung, Uferrandstreifen usw.)
auf die Wassererosion.
In dem FuE-Vorhaben „Einsatz hochauflösender
Erosionsprognosekarten zur Verbesserung des vorsor-
genden Schutzes von Boden und Gewässern“ (1997-
2000) wurde der Einsatz von EROSION 3D für die
Erosionsprognose im Rahmen von Planungsvorhaben
des Gewässerschutzes optimiert. Ein methodischer
Ansatz dabei war die Auswertung historischer Daten
(Karten, Luftbilder) hinsichtlich der Auswirkungen von
Abb. 18:
Verteilung der BDF
auf die Landesfläche

132
Änderungen in der Landnutzung auf die Erosion.
Darüber hinaus wurden im Rahmen dieses Vorhabens
Modellerweiterungen hinsichtlich der Berücksichti-
gung von Bearbeitungsrichtung und Schneeschmelze
vorgenommen.
In einem 2004 beginnenden FuE-Vorhaben „Weiter-
entwicklung des Erosionsmodells E3D für den boden-
schutzrechtlichen Vollzug“ werden bis Mitte 2005 für
den praktischen Einsatz sinnvolle Verbesserungen
umgesetzt.
Um den Kenntnisstand über das tatsächliche Ausmaß
der Bodenerosion im Sächsischen Lößhügelland zu
verbessern, wurde das FuE-Vorhaben „Langfristige
nutzungsbedingte Bodendegradierung ackerbaulich
genutzter Lössböden in Sachsen“ (2000-2002) durch-
geführt. In dem Vorhaben konnte die mittelfristige
Wirkung von Bodenerosion durch den Vergleich aktu-
eller Bodenkartierung mit den Ergebnissen der ca. 60
Jahre alten Bodenschätzung an einzelnen Standorten
mit geringer Lössbedeckung bzw. mit Entkalkungs-
grenze im Bodenprofil nachgewiesen werden. Danach
betrug der Bodenabtrag an diesen Standorten in ca.
60 Jahren zwischen 1,6 und 3, 8 mm pro Jahr.
Im Zuge der Arbeiten zum aktuellen Landesentwick-
lungsplan und zum Landschaftsrahmenplan wurde
eine Übersichtskarte der potenziellen Erosionsgefähr-
dung auf Basis der BÜK 200 und des ATKIS DGM erar-
beitet (Abb. 19). Die Karte berücksichtigt die Infor-
mationen Bodenart des Oberbodens und Hangnei-
gung und soll in 2004 weiterentwickelt werden.
Zur Erreichung eines wirksamen Erosionsschutzes in
Sachsen stehen verschiedene Instrumente zur Verfü-
gung: Bodenschutzrecht, Erosionssschutz in Pla-
nungs- und Genehmigungsverfahren, Bodenschutz-
förderpolitik sowie Bodenschutzkommunikation.
Zur fachlichen Unterstützung der für die Gefahren-
abwehr bei Bodenerosion nach Bundes-Bodenschutz-
gesetz zuständigen Bodenschutzbehörden in den
Landkreisen und kreisfreien Städten wurden unter
Mitwirkung des LfUG Handlungsempfehlungen erar-
beitet, die Anfang 2004 von der LABO beraten und
hoffentlich zur Anwendung empfohlen werden.
Ein Schwerpunkt der Arbeiten zum Erosionsschutz im
Referat Bodenschutz des LFUG stellt der Einsatz des
Erosionsprognosemodells EROSION 3D bei Planun-
gen des Gewässerschutzes (zur Vermeidung diffuser
Stoffeinträge in Oberflächengewässer) und der Länd-
lichen Neuordnung dar.
In Gebieten mit potentieller Erosionsgefährdung ist
die Einbeziehung des Aspektes Bodenerosion im
Rahmen dieser Planungen unbedingt notwendig. Sie
soll sich dabei auf fachlich fundierte Grundlagen stüt-
zen. Hierzu ist das Simulationsmodell EROSION 3D
geeignet. Das laufende FuE-Vorhaben „Ableitung
standortbezogener Umweltqualitätsziele und Umwelt-
handlungsziele zur Minimierung der Bodenerosion für
Einzugsgebiete im Mittelsächsischen Lösshügelland
mit Unterstützung des Erosionsmodells E3D“ (2001-
2005) dient dem Ziel, EROSION 3D in diesen Planun-
gen zu etablieren.
Flächeninanspruchnahme und Bodenversiegelung
Rund 11,5 % der Gesamtfläche Sachsens werden zur-
zeit durch Siedlungs- und Verkehrsflächen in Anspruch
genommen. Ihr täglicher Zuwachs seit 1992 beträgt
durchschnittlich 80 000 m² und verläuft entkoppelt von
der Bevölkerungsentwicklung (Abb. 20). In analoger
Größenordnung verringert sich die Nutzungsart
„Landwirtschaftliche Nutzfläche“.
Die Umweltbelastungen gehen weit über die direkt in
Anspruch genommenen Flächen hinaus (z. B.
Zerschneidung von Landschaftsräumen, Lärm- und
Schadstoffemissionen).
Die stärkste Form der Inanspruchnahme von Flächen
ist die Bodenversiegelung. Ca. 30-40 % der Sied-
lungs- und Verkehrsfläche ist dauerhaft durch Beton,
Asphalt und Gebäude bedeckt. Dieser Flächenanteil
kennzeichnet den irreversiblen Verbrauch an natürli-
chen Funktionen und Ressourcen.
Aus diesem Grunde wurden und werden im LfUG ver-
schiedene Untersuchungen und Studien durchgeführt,
die z. B.
– eine Bewertung des Bodens mit seinen natürlichen
Funktionen und Eigenschaften in den räumlichen
Planungen des Freistaates ermöglichen („Boden-
bewertungsinstrument“),
– die Wirkung der Bodenversiegelung auf die natürli-
chen Bodenfunktionen quantitativ beschreiben
(„Bodenfunktionenverlust“),
– die zeitliche Entwicklung der Flächeninanspruch-
nahme durch Siedlung und Verkehr in den
Gemeinden und Regionen des Freistaates Sach-
sen erheben,
– das aktuelle Ausmaß des Versiegelungsgrades und
weiterer Flächennutzungsarten für bezugsfreie
Flächen im Freistaat Sachsen darstellen („Erfas-
sung Bodenversiegelung“) und
– eine Strategie bzw. ein Instrumentarium zum
Schutz des Bodens vor einem zunehmenden Fläch-
enverbrauch entwickeln („Flächenmanagement“).
Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sollen dazu
beitragen, sowohl Flächenverbrauch als auch Ver-
siegelung zu minimieren, um das Umwelthandlungs-
ziel zu erreichen, die Umwandlungsrate unbebauter
Flächen in Siedlungs- und Verkehrsflächen bis 2010 auf
10 % des Wertes für den Zeitraum 1993-1995 zu ver-
ringern.

image
133
Abb. 19: Gebiete mit speziellem Bodenschutzbedarf im Landesentwicklungsplan
90,0
95,0
100,0
105,0
110,0
115,0
120,0
1990
1992
1994
1996
1998
2000
2002
Zeitreihe
Prozente
Bevölkerung
Siedlungs- und Verkehrsfläche
Abb. 20: Entwicklung der Flächeninanspruchnahme (1992 = 100%)
Mittlere -große Erosionsgefährdung
Anhaltspunkte für schädliche
stoffliche Bodenveränderung
Bodenwertzahlen überwiegend 51-70
Bodenwertzahlen überwiegend >70

image
sachsen.de
134
2.4
Fachinformationssysteme Geowissen-
schaften
Als Bestandteile des Umweltinformationssystems
Sachsens bilden die geologischen Fachinformations-
systeme (FISe) Geologie, Hydrogeologie, Ingenieur-
geologie, Rohstoffe und das Fachinformationssystem
Boden die zentrale digitale geowissenschaftliche Da-
tenbasis im Freistaat Sachsen. Für die Nutzung dieser
Datenbasis wurde eine Reihe von Methoden
(Software) entwickelt, die sowohl Nutzern des LfUG
wie auch Nutzern in anderen Behörden und der
Privatwirtschaft als Arbeitsinstrumente zur Verfügung
stehen.
Die Datenhaltung für alle geowissenschaftlichen
Fachinformationssysteme erfolgt in einer gemeinsa-
men Datenbank.
• Daten „punktförmiger“ Aufschlüsse (Punktdaten)
werden in einer gemeinsamen Datenbasis (Auf-
schlussdatenbank) gehalten und für die geologi-
schen FISe nach einheitlicher Technologie erfasst,
verwaltet und nutzbar gemacht. Zur Erfassung
punktbezogener Bodenbeschreibungen steht im
FIS Boden ein Erfassungsprogramm zur Verfügung,
das die Anforderungen der Bodenkundlichen
Kartieranleitung umsetzt.
• Die zweite Säule der geowissenschaftlichen FISe
bilden die flächenbezogenen Daten, d. h. vor allem
die digitalen Karten der einzelnen Bereiche (Kap.
2.1.1, 2.2 und 2.3).
• Die dreidimensionale Modellierung (Raumdaten)
steht noch am Anfang der Entwicklung.
Punktdaten, zentrale Aufschlussdatenbank
Aufbau, Füllung und Vervollkommnung der zentralen
Aufschlussdatenbank und die Entwicklung entspre-
chender Technologien bildeten wesentliche Arbeits-
schwerpunkte der geowissenschaftlichen FISe im
Berichtszeitraum.
Derzeit sind für den
Fachbereich Geologie
gegen-
wärtig zu ca. 250 000 Aufschlüssen Grund- und
Stammdaten digital verfügbar. Davon liegen zu ca.
144 000 Aufschlüssen Schichtenverzeichnisse in digi-
taler Form vor. Daten weiterer Sachgruppen sind für
folgende Anzahl von Aufschlüssen verfügbar (Aus-
wahl):
– Daten zum technischen Ausbau von Bohrlöchern
für ca. 17 000 Aufschlüsse,
– Daten zur Grundwasserinformation für ca.
28 000 Aufschlüsse,
– Daten zu Korngrößenanalysen für ca. 2200
Aufschlüsse,
– Messwerte von ca. 1 100 Pumpversuchen,
– 340 Indirekte Aufschlüsse mit ca. 17 000
Messwerten
– 2140 gesteinsphysikalische Proben mit ca.
5 700 Parametern zu ca. 1 200 Aufschlüssen
– Geophysikalische Punktdaten nehmen eine gewis-
se Sonderstellung ein. Zu verschiedenen geophysi-
kalischen Verfahren (Gravimetrie, Geomagnetik,
Geoelektrik, Aerogeophysik und Geothermie) sind
Daten sowie Angaben zu Berichten und Mess-
gebieten seit April 2002 in der Datenbank des
LfUG eingestellt.
Zu diesem Stand trugen u. a. folgende Maßnahmen
bei:
– kontinuierliche digitale Verfügbarmachung von
Aufschlussdaten aus dem Bohraktenarchiv des
LfUG,
– Konvertierung von digitalen Datenbeständen aus
anderen Datenspeichern (Großfirmen, Datenspei-
cher aus der früheren DDR),
– Bemühungen zur Implementierung einer Erfas-
sungspflicht für geologische Aufschlussdaten in
gesetzlichen und untergesetzlichen Bestimmun-
gen,
– Verankerung des Programms UHYDRO als landes-
weit einheitliche Erfassungssoftware,
– Vervollkommnung der Technologie zur Erfassung,
Verarbeitung, Verfügbarmachung und Nutzung der
Daten.
Einen Überblick zur Datennutzung gibt die Abb. 22.
Insgesamt werden derzeit jährlich etwa 2 Mio. Daten
zu geologischen Aufschlüssen an interessierte Nutzer
abgegeben.
Durch die Nutzung verfügbarer digitaler Daten zu geo-
logischen Aufschlüssen konnten so im Berichtszeit-
raum erhebliche positive Effekte sowohl in der
Verwaltung wie auch in der Wirtschaft erzielt werden.
Unter anderem konnten auch Kosten für neue (teure)
Aufschlüsse gespart werden. Dieses günstige Verhält-
Abb. 21:
Entwicklung des Datenbestandes im Fachbereich Geo-
logie der Aufschlussdatenbank (Grund- und Stammdaten)

image
image
image
image
image
image
image
image
135
nis wird vor allem dadurch bestimmt, dass der Auf-
wand für die digitale Verfügbarmachung vorliegender
Dokumentationen von vorhandenen Aufschlüssen
erheblich effizienter und billiger ist, als die Schaffung
neuer Aufschlüsse.
Die Einrichtung einer entsprechenden Struktureinheit
(Zentrale Aufschlussdatenkoordinierung, ZAK) im
Jahre 2000 war eine wesentliche Voraussetzung für
den seither erreichten Effektivitätsschub.
Die in Abb. 23 dargestellten Methoden unterstützen -
neben dem Erfassungs- und Bearbeitungsprogramm
UHYDRO - durch direkten Zugriff auf die dezentralen
(UHYDRO-) und die zentralen (ORACLE-) Datenstruk-
turen der FISe die effiziente Nutzung der Daten für
Anwender innerhalb und außerhalb des LfUG.
Für die Zukunft wird bei der Methodenentwicklung -
neben der ausstehenden Portierung des Pumpver-
suchsauswerteprogramms auf 32 Bit - auf die Ent-
wicklung von Schnittstellen zu kommerzieller Fach-
Software mit geologischer und artverwandter Aus-
richtung ein Schwerpunkt zu legen sein.
LfUG-interne Nutzungen (ca. 45 %)
externe Nutzungen (ca 55 %)
(ca. 400 Kurzauskünfte)
Intern:
geologische Kartierung
hydrogeologische Kartierung
ingenieurgeologische Kartierung
geologische Grundlagen GW-Messnetz
Einschätzung Grundwassergefährdung
Ausgrenzung Wasserschutzgebiete
Extern:
Altlastenerkundungen und –
behandlungen
Straßen- und Autobahnbaumaßnahmen
Grundwassererkundungen
Ausgrenzung Wasserschutzgebiete
Kartierungsarbeiten im Auftrag des
LfUG
Deponieüberwachung
Stellungnahmen der StGG
Hochwassergefährdungseinschätzung
Auswerte- und
Darstellungsprogramme
Bohrprofil-
und Ausbaugrafiken
VISUAL
16 Bit: in Produktion
32 Bit: realisiert
Schnittstelle
GeODIN
in Produktion
Pumpversuchs-
auswertung
UP
16 Bit: in Produktion
32 Bit: geplant 2004 /
2005
Korngrößen-
analysenauswertung
UK
16 Bit: in Produktion
32 Bit: realisiert
Bewertung
Schutzfunktion GW-
Überdeckung
UGWG
16 Bit: in Produktion
32 Bit: Realisierung
2003/2004 (*)
(*) Planung/Vorbereitung abgeschlossen
Abb. 22:
Nutzungsübersicht
der geologischen
Aufschlussdatenbank
Abb. 23: Ausgewählte Auswerte- und Darstellungsprogramme für geologische Punktdaten

136
Im
Fachbereich Boden
liegen derzeit folgende Punkt-
daten digital vor:
– zu ca. 20 000 Aufschlüssen Grund-, Stamm- und
Horizontdaten
– zu 70 000 Aufschlüssen Grablochbeschreibungen
der Bodenschätzung
– ca. 18 000 Proben- und Analysendaten (pedogeo-
chemische Daten)
Diese Daten werden im Rahmen der bodenkundlichen
Landesaufnahme, der Betreuung von Messnetzen
und Dauerbeobachtungsflächen und bei Forschungs-
und Entwicklungsvorhaben erhoben und digital erfasst.
Hierfür wurde im Fachbereich Boden das Erfassungs-
programm UBODEN entwickelt. Dieses Programm
unterstützt die Kartierer bei der Datenerfassung mit
dem „Feld-PC“, integriert eine Reihe von Methoden
zur Datenvalidierung, Integritätssicherung und Ablei-
tung von Flächendaten sowie eine Schnittstelle zur
zentralen ORACLE-Aufschlussdatenbank. Das Pro-
gramm wird derzeit an die Anforderungen der 2004
erscheinenden 5. Auflage der „Bodenkundlichen
Kartieranleitung“ (KA 5) angepasst.
Die Punktdaten im Fachbereich Boden sind die
wesentliche Grundlage für eine entsprechende
Attributierung von Flächendaten des Fachbereichs.
Insofern ist ihre Nutzung eng mit der Nutzung der
Flächendaten verbunden. Sie bilden die Grundlage für
methodische Auswertungen verschiedenster Art. Da-
tennutzer sind neben dem LfUG vorwiegend andere
Behörden und im öffentlichen Auftrag handelnde
Privatfirmen.
Flächendaten - Grundlage geowissenschaftlicher
Karten und Auskunftssysteme
Während für die Erfassung, Verarbeitung und Haltung
der geologischen bzw. bodenkundlichen Punktdaten
relativ einheitliche Technologien angewandt werden,
dominieren fachspezifische inhaltliche und organisato-
rische Aspekte die Haltung der Flächendaten.
Die zentrale Bedeutung der geowissenschaftlichen
Kartenwerke als wesentliche Arbeitsmittel und
Arbeitsgegenstände für die Tätigkeit der Fachreferate
im LfUG einerseits und als wichtige öffentliche
Informationsquelle andererseits wird an anderer
Stelle detailliert dargelegt (vgl. Kap. 2.1.1, 2.2, 2.3).
Derzeit werden die Geometriedaten in Dateiformaten
der ESRI-Produktfamilie ArcInfo/ArcView/ArcGIS
gehalten. Sachdaten werden teils ebenso, teils in der
zentralen ORACLE-Datenbank gespeichert. Die Struk-
turierung und Implementierung der Datenbasis ist
dabei im Wesentlichen in den geowissenschaftlichen
FISen abgeschlossen. Nichtsdestoweniger wird in
den kommenden Jahren entsprechend der Entwick-
lung der Basis-GIS-Software (ArcGIS) eine Anpassung
der physischen Datenablage für die Sach- und
Geometriedaten erforderlich sein. Die Entwicklung
von Methoden für die Bewirtschaftung und Nutzung
der Flächendaten ist in den einzelnen FISen sehr
unterschiedlich weit vorangeschritten: Während in
manchen FISen bereits integrierte Anwendungen für
die Datennutzung bestehen bzw. in Kürze fertig ge-
stellt werden (z. B. Rohstoffe) befinden sich andere
FIS auf methodischer Seite im Anfangsstadium.
Im Berichtszeitraum wurden im FIS Geologie
die
Daten für die erarbeiteten Übersichts- und Spezial-
karten der geologischen Landesaufnahme erfasst und
gepflegt (vgl. Kap. 2.1.1).
Die verfügbaren Flächendaten des FIS Hydrogeologie
umfassen im Wesentlichen die Daten der Hydro-
geologischen Karte 1 : 50 000. Hierbei sind insbeson-
dere Daten zu hydrogeologischen Einheiten und zur
Schutzfunktion der Grundwasserüberdeckung für aus-
gewählte Blattschnitte zu nennen (vgl. Kap. 2.1.2).
Im FIS Rohstoffe
werden vier Kataster mit Flächen-
daten in einer integrierten Datenbank-Anwendung
geführt:
• In das Rohstoffkataster gehen alle wesentlichen
Sachdaten zu erfassten Rohstoffflächen ein.
Kommen neue Rohstoffflächen hinzu, werden sie
nach bestimmten Kriterien bewertet und gegebe-
nenfalls neu erfasst.
• Im Betriebsstellen-Kataster werden alle Betriebs-
stellen (Gewinnungs- und Verarbeitungsstellen) für
Rohstoffe gespeichert. Wichtige Angaben zu den
Betriebsstellen werden in Zusammenarbeit mit den
Stellen für Gebietsgeologie erhoben bzw. aktuali-
siert. Bei den unter Bergrecht arbeitenden Betrieb-
stellen werden die zum Betrieb gehörenden
Flächen vom Sächsischen Oberbergamt bzw. den
zuständigen Bergämtern erfasst. Die Erfassung und
Führung der Betriebsflächen von nicht unter
Bergrecht produzierenden Betrieben ist noch unge-
klärt. Sie sollte beim LfUG liegen.
• Im Kataster der Rechtsverhältnisse werden alle
abbaurechtlichen Verhältnisse von Rohstoffflächen
und Betriebsstellen dargestellt.
• Das Kataster der Wiedernutzbarmachung von
Bergbauflächen umfasst Daten für Flächen der
Rekultivierung und Renaturierung.
In diese Datenbank-Anwendung wird künftig auch das
derzeit separate Modul zur Rohstoffbewertung inte-
griert.
Im FIS Boden
wurde für folgende Kartenwerke die
Datenbasis angelegt bzw. konzipiert:
• Bodenkarte 1 : 50 000
(Daten-Erfassung und -Import)

image
137
• Bodenkonzeptkarte in 1 : 25 000
• Bodenübersichtskarte in 1 : 200 000
• Kippsubstratkarte in 1 : 10 000
• Bodenschätzung in 1 : 10 000
Die Bodenschätzungsdaten werden mit der Hilfe von
ABM/SAM seit 1995 digital erfasst, mit DV-Routinen
auf Plausibilität geprüft und in die Datenbank über-
führt. Von ca. 600 000 Grablöchern sind etwa 80 000
Grablöcher georeferenziert in der Datenbank Boden-
schätzung (s. Abb. 24 und 25). Für den Bodenschutz
ist die Bodenschätzung vor allem deshalb besonders
wertvoll, weil es die einzigen Informationen über den
Boden sind, die in großen Maßstäben vorliegen
(1 : 500 bis 1 : 5 000) und somit die Bodenverhältnisse
kleinräumig differenzieren. Bis heute liegen für diesen
Maßstab, der parzellenscharfe Aussagen für Planun-
gen zulässt, keine vergleichbaren Bodeninformationen
vor. Flächendeckende Neuerhebungen sind nicht
finanzierbar.
Im Berichtszeitraum wurde eine datenbankorientierte
Lösung zur Erfassung und Haltung von Flächendaten
konzipiert und implementiert. Eine modulare Daten-
bank-Anwendung zur Flächendatenbank Boden wird
seit 2000 als eine Dokumentationsdatenbank im
Probe-betrieb gefahren, optimiert und weiter ent-
wickelt. Diese realisiert eine komplette sachlogische
Be-schreibung bodenbezogener Objekte und stellt
somit ein Informationssystem über räumlich verteilte
bodenrelevante Sachverhalte dar (vgl. Abb. 26).
Einen wesentlichen Bestandteil der Methodenbank
des FIS Boden stellt MeMaS dar - eine modulare
Methodenbank zur Ermittlung einer Vielzahl bodenre-
levanter Kennwerte. Für Fragestellung des Boden-
schutzes ist es mit MeMaS möglich, aus den Punkt-
und Flächendaten des FIS Boden bodenkundliche
Kennwerte abzuleiten, zu klassifizieren und darzustel-
len. Damit können bodenschutzfachliche Bewertun-
gen visualisiert und flächenhaft dargestellt werden.
Anwendung fand dieses Verfahren bei den Zuarbeiten
zum Landesentwicklungsplan und zum Landschafts-
programm. Für landesweite Auswertungen liegen zu
den Legendeneinheiten der Bodenübersichtskarte
1 : 200 000 (BÜK 200) synoptische Leitprofile vor. Das
System wird in länderübergreifender Zusammenarbeit
weiterentwickelt und gepflegt.
Raumdaten
Die räumliche Darstellung des geologischen Unter-
grundes gewinnt zunehmend zur Lösung komplizier-
ter Probleme an Bedeutung. Deshalb wurde 2001
eine Rahmenvereinbarung mit der TU Bergakademie
Freiberg über die Zusammenarbeit auf dem Gebiet
der dreidimensionalen (3D-) Darstellung von Geo-
Objekten abgeschlossen. Ziel ist es, den Einsatz von
3D-Modellen am LfUG zu testen und in die laufenden
Arbeiten einzubinden. Umgesetzt wird diese Zielstel-
lung im Rahmen eines FuE-Projektes „Entwicklung
geologisch-tektonischer 3D-Modelle - Angewandte
Modellierung im Schwerpunktprojekt Steinkohlen-
bergbaureviere Zwickau und Lugau/ Oelsnitz mittels
GoCad“.
2.5
Publikationen, Öffentlichkeitsarbeit
Die Anzahl der Publikationen in wissenschaftlichen
Zeitschriften im Berichtszeitraum liegt in der Summe
bei ca. 380. Dabei ist eine abnehmende Tendenz zu
verzeichnen, was auf die offensichtlich stärker wer-
dende dienstliche Belastung sowie auf eine deutliche-
re Schwerpunktsetzung in Richtung der breiten
Öffentlichkeit zurückzuführen ist. Eine Zusammen-
stellung der Publikationen findet sich bei B
ERGER
(2004) im Internet
(http://www.lfug.smul.sachsen.de).
Im Berichtszeitraum wurde die Herausgabe eigener
Veröffentlichungen des LfUG fortgeführt. Neben der
Hauszeitschrift GEOPROFIL (Heft 7 bis 11) wurden die
Reihen „Bergbau in Sachsen“ (Bergbaumonogra-
phien) mit den Bänden 5 bis 10 sowie „Materialien zur
Geologie“ (2 Hefte), „Materialien zur Hydrogeologie“
(1 Heft), „Materialien zum Bodenschutz“ (10 Stück)
und „Handbuch zum Bodenschutz“ (1 Stück) fortge-
setzt. Außerdem sind zu geologisch-bodenkundlichen
Ausstellungen oder als separate Ausgaben 7 Flyer
erstellt worden. In diesem Zusammenhang ist auch
eine seit August 2000 in loser Folge herausgegebene
Informationsschrift für die unteren Bodenschutzbe-
hörden zu nennen - die „Bodenschutzbriefe“. Sie ent-
hält kurze aktuelle Informationen zum Bodenschutz
und wird als Kopie und im Internet bereitgestellt.
Bisher sind 7 Ausgaben erschienen.
In der hauseigenen Vortragsreihe „Geokolloquium“
wurden insgesamt 70 Vorträge (ca. 10 pro Jahr) gehal-
Abb. 24:
Entwicklung der digitalen Erfassung von Grablöchern der
Bodenschätzung

image
138
ten, wobei pro Veranstaltung etwa 35-40 Teilnehmer
zu verzeichnen waren. Darüber hinaus beteiligt sich
der Bereich Boden und Geologie des LfUG als aktiver
Mitveranstalter an der Vortragsreihe „Freiberger Kollo-
quium“, die gemeinsam mit der TU Bergakademie Frei-
berg, dem Sächsischen Oberbergamt Freiberg und
dem Geokompetenzzentrum Freiberg organisiert
wird. 5 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauses
haben dabei im Berichtszeitraum Fachvorträge gehal-
ten.
Ein Schwerpunkt der Öffentlichkeitsarbeit lag zweifel-
los in 1997 - dem 125. Gründungsjahr des Geologi-
schen Dienstes in Sachsen - mit einer Ausstellung, ei-
nem Hauskolloquium sowie als Höhepunkt der die-
sem Ereignis gewidmeten Jahrestagung der Gesell-
schaft für Geowissenschaften (s. GEOPROFIL Nr. 8).
Einen deutlichen Impuls erhielt die Darstellung geo-
wissenschaftlicher Zusammenhänge für die breite
Öffentlichkeit durch das vom BMBF im Rahmen der
Initiative „Wissenschaft im Dialog“ im Jahre 2002
deklarierte „Jahr der Geowissenschaften“. Mit der
aktiven Beteiligung an einer der Zentralveranstaltun-
gen (Thema „Luft“ im April 2002 im Leipziger Haupt-
bahnhof) sowie vielen Aktivitäten auf unterschiedli-
chen Ebenen hat der Geologische Dienst Sachsen
wesentlichen Anteil am insgesamt äußerst guten
Gelingen des Geojahres in Deutschland. Als wichtige
Ereignisse seien hier genannt:
– Eröffnung der Ausstellung „Der Boden lebt“ mit
Vortrag im Rahmen des „Freiberger Kolloquiums“
– Tag der offenen Tür im Amtsteil Freiberg für Schüler,
insbesondere GLOBE-Schulen, am „Tag der Erde“
(22.04.2002), ca. 300 Teilnehmer (Abb. 27)
– Wanderausstellung der Staatlichen Geologischen
Dienste bei der Landesgartenschau in Großenhain
(August) und im Naturkundemuseum Leipzig
(November)
– Ausstellung „Zeitpflanzen-Pflanzenzeit“ bei der
Landesgartenschau in Großenhain
– Tag des Geotops (erstmalig am 06.10.2002) mit 11
Veranstaltungen und ca. 150 Teilnehmern
Abb. 25:
Kreisgrenzen mit Stand der digitalen Erfassung von Daten der Bodenschätzung (orange Grablochdaten mit Flächendaten, rot
georeferenzierte Grablochdaten, blau nur Grablochdaten)

image
139
Im März 2002 wurde unter maßgeblicher Mitwirkung
des Freistaates Sachsen das Geokompetenzzentrum
Freiberg gegründet. Das LfUG war bis Ende 2003 als
Geologischer Dienst durch den Vizepräsidenten im
Vorstand vertreten.
Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass aus Anlass des
Geo-Jahres im April 2002 im Amtsteil Freiberg eine
Naturwerkstein-Stele als Dauerleihgabe des Sächsi-
schen Steine- und Erden-Verbandes (SEVS) errichtet
wurde (Abb. 28).
Dieser vom „Jahr der Geowissenschaften“ ausgegan-
gene Impuls wurde für weitere Aktivitäten im Jahre
2003 genutzt. Neben den laufenden Veranstaltungen
(Kolloquiumsreihen) sind insbesondere der Tag der
Erde (60 Vorträge in 19 Schulen mit 1500 Schülern)
und der Tag des Geotops am 23. September (12
Veranstaltungen mit ca. 350 Teilnehmern) zu nennen.
Außerdem wurde am 24.10.2003 ein Bodenlehrpfad
in Gohrisch (Nationalpark Sächsische Schweiz) unter
großer Anteilnahme der Öffentlichkeit übergeben, der
in Zusammenarbeit mit dem Landesforstpräsidium
Graupa und dem Forstamt Kunnersdorf konzipiert und
erarbeitet wurde.
Eine nicht alltägliche Beteiligung des Geologischen
Dienstes ergab sich im Zusammenhang mit der Ein-
richtung eines Japanischen Gartens in Berlin-Marzahn.
Die nach den Anforderungen des Zen-Priesters und
Gartenarchitekten an mehreren Orten in der Bundes-
republik vorher erfolglos gesuchten Steine fanden sich
letztlich im Erzgebirge. Schließlich wurden 176 t natür-
lich angewitterte Blöcke von Augengneis aus der Nähe
von Olbernhau für diesen Garten verwendet.
Die Publikationen von Mitarbeitern in anderen
Fachzeitschriften sind dem Publikationsverzeichnis
des LfUG, Amtsteil Freiberg, für die Jahre 1997-2003
(R. B
ERGER 2004) zu entnehmen.
Abb. 26: Beispiel der Fachanwendung: Datenvisualisierung aus der Oracle-Flächendatenbank im FIS Boden

image
image
140
Zusammenfassung
Der vorliegende Tätigkeitsbericht gibt einen Überblick
über die Aufgaben und Ergebnisse der geowissen-
schaftlichen Fachabteilungen (Geologischer Dienst)
des LfUG in den Jahren 1997 bis 2003. Die vielfältigen
Ergebnisse - insbesondere der komplexen geowissen-
schaftlichen Landesaufnahme - zeugen trotz Personal-
reduzierung von der Leistungsfähigkeit unserer Be-
hörde und seiner Mitarbeiter. Sie ist damit ein wichti-
ger Partner im 2002 gegründeten Geokompetenzzen-
trum Freiberg und Dienstleister für Behörden,
Wirtschaft und Bürger.
Summary
This report gives an overview of the tasks and the
results of the geoscientific departments (Geological
Survey) of the Saxon State Agency for Environment
and Geology (LfUG) in the years 1997 to 2003. The di-
verse results - especially of the geological mapping -
prove the efficiency of the survey and its staff.
Therefore the geological survey of the LfUG is a com-
petent and essential member of the Geokompetence
Center Freiberg founded in 2002 an fulfils his duties
as service partner of other authorities, enterprises and
public.
Abb. 28:
Einweihung der
Naturstein-Stele am 2.
April 2002 am neuen
Standort, dem Eingang
des LfUG- Dienstge-
bäudes in Freiberg.
Ursprünglich stand die
Stele vor dem Sächsi-
schen Landtag in
Dresden, wo sie 1998
anlässlich des 125.
Jahrestages amtliche
Geologie in Sachsen auf-
gestellt worden war.
Mitglieder des SEVS hat-
ten Gesteine aus ihren
Brüchen bereitgestellt.
Die Montage übernah-
men die Sächsischen
Natursteinwerke Pirna
Abb. 27:
Öffentlichkeitsarbeit zum
Tag der Erde: Die Station
„Bodenprofil life“ wird
vorgestellt.

141
Literaturverzeichnis
B
ERGER, R. 2004: Publikationsverzeichnis 1997 - 2003.
- Mitteilungen aus dem Amtsteil Freiberg im
Sächsischen Landesamt für Umwelt und Geologie,
72 S., Freiberg (unveröff.). - Archiv: Bibliothek
Landesamt für Umwelt und Geologie, Amtsteil Frei-
berg.
Anschrift der Autoren:
Dr. Werner Pälchen
Ahornweg 13
09633 Halsbrücke
E-Mail: wer.paelchen@t-online.de
Dr. Eckart Geißler
Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie
E-Mail: eckart.geißler@lfug.smul.sachsen.de

142
Seit der „Geologie von Pommern“ (D
EECKE 1907) und
der „Geologie von Mecklenburg“ (G
EINITZ 1922) ist
dieser Raum nicht mehr ausführlich regionalgeolo-
gisch in der Literatur behandelt worden. Die „Geo-
logie von Mecklenburg-Vorpommern“ fasst nun er-
neut nach über 70 Jahren den unvergleichlich an-
gewachsenen Kenntnisstand für dieses Gebiet zu-
sammen. In den letzten 50 Jahren wurde durch syste-
matische Erkundungen, vor allem des tieferen Unter-
grundes, ein Datenmaterial zusammengetragen, das
den Umständen entsprechend nicht veröffentlicht
werden konnte und so weitgehend unbekannt blieb.
Dies zu ändern, ist in aller erster Linie Verdienst dieses
Buches. Aus der Fülle der Ergebnisse dieser Zeit, die
nach 1990 auch in einen internationalen Kontext
gestellt werden konnten, wurden interessante und
repräsentative Beispiele ausgewählt und didaktisch
gut zu einem facettenreichen und interessanten Buch
zusammengestellt. Durch die Bearbeitung vieler
Beiträge durch den Herausgeber ist ein bemerkens-
wert homogenes Buch entstanden, das wohl kaum
Wünsche für eine schnelle und umfassende Infor-
mation über diesen Raum offen lässt. Die gewohnt
gute Ausstattung durch den Verlag wird ergänzt durch
stilistisch einheitliche Abbildungen, deren Grauraster
eine Fülle von Informationen bieten. Lediglich bei
mehr als drei Grauwertstufen ist es schwierig noch die
Unterschiede zu erkennen. Insgesamt sind die Abbil-
dungen und Tabellen instruktiv und übersichtlich. Sie
unterstützen das Verständnis des Textes im erforderli-
chen Maße und heben sich wohltuend von den um
sich greifenden buntkakligen Computergraphiken vie-
ler neuer Bücher ab. Einige Kleinigkeiten in den Le-
genden zu den Abbildungen fielen dem Rezensenten
auf: Legende zu den Abb. 2.2-3 bis 2.2-21 (S. 31) ne-
ben „Pelite“ wurde auch „Argillite“ ausgehalten. Nach
dem geologischen Kontext und der Signatur müsste
es aber wohl „Psammite“ heißen. Warum nicht ein-
fach „Tone“ und „Sande“? Auch ist „Lignin“ für
„Braunkohle“ eher ungebräuchlich im deutschen
Sprachraum. Abbildungsunterschrift 3.9.2-2 (S. 211)
„beträchtlich stark reduziert“ das ist nun eine sehr
redundante Formulierung, die aber wohl eher dem
Lektor als den Autoren anzulasten ist.
Das Orts- und Sachverzeichnis ist ausführlich und
soweit Stichproben ergaben auch korrekt.
Die 40 Autoren des Buches sind ausgewiesene
Kenner der Materie, verteilen sich ausgewogen auf
den universitären Bereich, die staatlichen Geologie,
die Geoconsulter und auf ehemalige Wissensträger
der Erkundungsindustrie. Sie kommen erfreulicher
Weise zum Teil auch aus jüngeren Generationen, so
dass neben den klassischen Auffassungen ebenso
neuere Denk- und Forschungsansätze einfließen
konnten. Die Literaturzitate sind auf das unbedingt
notwendige Maß reduziert. Textzitate sind je nach Au-
tor in unterschiedlicher Anzahl vorhanden, was zum
Teil eine vertiefende Einarbeitung in die Problematik
für den Außenstehenden etwas erschwert.
Im 1. Kapitel wird die „Geschichte der geologischen
Erforschung von Mecklenburg-Vorpommern“ sehr
kurz umrissen. Kapitel 2 erläutert die „Regionalgelo-
gische Stellung und Entwicklung“ des Raumes an-
hand instruktiver Karten und Schnitten. Eines der
Hauptkapitel ist das 3. „Präquartärer Untergrund“ in
dem der stratigraphischen Tabelle folgend die einzel-
nen Abschnitte ausführlich erläutert werden. Hier und
im nächsten Kapitel 4 „Quartär“ sind die meisten der
neueren Erkenntnisse zum Untergrund dargestellt.
Besondere Highlights der Geologie werden in geson-
derten Unterkapiteln, wie „Kreide auf Rügen” und
„aufgeschlossenes Tertiär“ abgehandelt. Der Bedeu-
tung des Quartärs für Mecklenburg - Vorpommern
gemäß wird dieses in einem gesonderten Kapitel be-
handelt. Hier werden auch die Sedimente der Ostsee
und Umweltfragen erörtert. Das folgende Kapitel 5
„Struktur des Untergrundes“ bringt eine stockwerk-
bezogene regionale Tektonik des Gebietes einschließ-
lich glazialtektonischer Betrachtungen sowie Beiträge
zur Genese der tiefen Quartärrinnen. Das Kapitel 6
„Nutzung, Gefährdung und Schutz der Ressourcen“
nimmt sich der angewandten Aspekte der Geologie
an, wobei die Hydrogeologie hier eine herausragende
Rolle spielt. Es fehlen aber auch nicht die Geothermie,
Untergrundspeicher und Deponien, herausragende
Altlasten und deren geologische Relevanz, sowie der
Küsten- und Geotopschutz, der in diesem Bundesland
eine wichtige Rolle spielt. Abgeschlossen wird das
Kapitel mit Ausführungen zu den Böden von Mecklen-
burg-Vorpommern. Dem anschließenden Literaturver-
zeichnis ist ein Verzeichnis neuerer geologischer
Karten beigefügt, das es ermöglicht, sich rasch einen
Überblick zu den vorhandenen Kartenwerken zu ver-
schaffen.
Insgesamt ist eine dringend benötigte regionale
Geologie für eines der neuen Bundesländer erschie-
nen, die eine Fülle von für die Öffentlichkeit bisher
unbekannten Informationen enthält. Sie sollte in kei-
ner Bibliothek fehlen und wird allen, die mit geologi-
schen Fragestellungen in Mecklenburg-Vorpommern
konfrontiert sind, dringend zum Gebrauch empfohlen.
Allen Freunden der Geologie dieses Raumes, zu
denen sich auch der Rezensent zählt, wird es immer
ein Vergnügen sein, in dieses Buch zu schauen.
Peter Suhr
Buchbesprechung
KATZUNG, G. (Hrsg.)(2004): Geologie von Mecklenburg-Vorpommern. - 1. Aufl., 580 S., 192 Abb., 50 Tab.,
Schweizerbart´sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart, ISBN 3-510-65210-X, Preis 64 EUR

143
Die geologischen Druckschriften des Sächsischen Landesamtes für Umwelt und Geologie befinden sich im
Vertrieb saxoprint GmbH, Enderstraße 94, D-01277Dresden, Frau Haufe; Tel.: 0351/2044369, Fax: 0351/2044366;
E-Mail: versand@saxoprint.de.
Reihe Bergbau in Sachsen
Bisher erschienen:
Band 1 (1994)
H
ÖSEL, G. et al.: Das Zinnerz-Lagerstättengebiet Ehrenfriedersdorf/Erzgebirge.
189 Seiten, 132 Abbildungen, 40 Tabellen, 1 geologische Karte (RGK 2) und 5 Sohlenrisse
als Anlagen
19,68 EUR
Band 2 (1996)
K
USCHKA, E. HAHN,W.: Flußspatlagerstätten des Südwestvogtlandes Schönbrunn,
Bösenbrunn,Wiedersberg.
– 283 Seiten, 204 Abbildungen, zahlreiche Tabellen und Anlagen,
3 Kartenbeilagen
27,61 EUR
Band 3 (1997)
H
ÖSEL, G.;TISCHENDORF, G. & WASTERNACK, J. et al.: Erläuterungen zur Karte
„Mineralische Rohstoffe Erzgebirge – Vogtland/Krušné hory 1 : 100 000“, Karte 2:
Metalle, Fluorit/Baryt – Verbreitung und Auswirkungen auf die Umwelt.
144 Seiten, 54 Abbildungen, 8 Tabellen
12,78 EUR
Band 4 (1997)
H
ÖSEL, G. et al.: Das Lagerstättengebiet Geyer.
– 112 Seiten, 110 Abbildungen, 24 Tabellen
12,78 EUR
Band 5 (1998)
I
LGNER, E.-M. & HAHN,W.: Die Schwerspatlagerstätte Brunndöbra und das
Schwerspatvorkommen Scharrtanne im Ostvogtland/Westerzgebirge.
120 Seiten, 63 Abbildungen, 23 Tabellen
12,78 EUR
Band 6 (2002)
K
USCHKA, E.: - Die Uranerz-Baryt-Fluorit-Lagerstätte Niederschlag bei Bärenstein,
nebst benachbarten Erzvorkommen.
– 219 Seiten, 175 Abb., 38 Tab.
12,50 EUR
Band 7 (2000)
T
ONNDORF, H.: Die Uranlagerstätte Königstein.
– 208 Seiten, 117 Abbildung, 28 Tabellen
12,78 EUR
Band 8 (2002)
H
ÖSEL, G. et al: Die polymetallische Skarnlagerstätte Pöhla-Globenstein.
143 Seiten, 43 Abb., 36 Tab., 29 Tafeln
12,50 EUR
Band 9 (2002)
W
EINHOLD G.: Die Zinnlagerstätte Altenberg.
– 273 Seiten, 190 Abb., 50 Tab., 13 Beilagen
12,50 EUR
Band 10 (2003)
L
IPP, U. mit Ergänzungen durch S. Flach:Wismut-, Kobalt-, Nickel- und
Silbererze im Nordteil des Schneeberger Lagerstättenbezirkes.
210 Seiten, 234 Abb., 22 Tab.
12,50 EUR
Band 11 (2004)
B
ERKNER, A. und Mitautoren: Der Braunkohlenbergbau im Südraum Leipzig
(Umfangreicher Textband mit Geologie beiliegender CD, der in umfassender Weise die
Entstehung und die Folgen dieses Bergbaus incl. ihrer Sanierung aus der Sicht von
Erfahrungsträgern ausführlich dokumentiert)
25,00 EUR

144
Reihe Geoprofil
Bisher erschienen:
Heft 1 (1989)
Autorenkollektiv: Beiträge zum Niederlausitzer Braunkohlenrevier
. –
64 Seiten, zahlreiche Abbildungen, 3 Beilagen
12,27 EUR
Heft 2 (1990)
B
RAUSE, H.: Beiträge zur Geodynamik des Saxothuringikums.
– 88 Seiten, 104 Abbildungen
12,27 EUR
Heft 3 (1991)
Autorenkollektiv: Beiträge zur Lagerstättengeologie im Raum Erzgebirge/Vogtland. –
Tagung Ehrenfriedersdorf
1988. – 76 Seiten, 72 Abbildungen
12,27 EUR
Heft 4 (1992)
W
OLF, L. & SCHUBERT, G.: Die spättertiären bis elstereiszeitlichen Terrassen der Elbe und
ihrer Nebenflüsse und die Gliederung der Elster-Kaltzeit in Sachsen.
– Außerdem
weitere Arbeiten zur Geologie und Lagerstättengeologie Sachsens. – Außerdem weitere
Arbeiten zur Geologie und Lagerstättengeologie Sachsens,. 72 Seiten,
40 Abbildungen, Karten und Tabellenbeilagen
12,27 EUR
Heft 5 (1995)
Autorenkollektiv: Geowissenschaftliche Karten und Kartierung im Freistaat Sachsen.
81 Seiten, 40 Abbildungen
12,27 EUR
Heft 6 (1996)
Autorenkollektiv: Geophysik in Sachsen.
– 128 Seiten, 77 Abbildungen,
Kartenbeilage SÜK 500
17,90 EUR
Heft 7 (1997)
K
USCHKA, E.: Atlas der Hydrothermalite des Vogtlandes, Erzgebirges und
Granulitgebirges.
– 151 Sei-ten, 27 Abbildungen, 1 Tabelle, 113 Mineralisationsschemata
15,34 EUR
Heft 8 (1998)
Autorenkollektiv: Beiträge und Berichte zum Jubiläumsjahr
„125 Jahre amtliche Geologie in Sachsen“.
– 65 Seiten, 52 Abbildungen, 3 Tabellen
12,27 EUR
Heft 9 (2000)
S
TORCH, K. v.; JORDAN, H.; GLÄSER,W.; ABRAHAM,T.; GRIMM , R. & MÜLLER,
B.: Mineral- und Thermalwässer in Sachsen.
– II + 263 Seiten, 184 Abbildungen, 82 Tabellen
12,78 EUR
Heft 10 (2001)
Autorenkollektiv: Beiträge zum Grundgebirge in der Lausitz.
91 Seiten, 42 Abbildungen, 6 Tafeln, 1 Anlage, 6 Tabellen
7,67 EUR
Heft 11 (2001)
K
USCHKA, E.: Zur Tektonik,Verbreitung und Minerogenie sächsischer hydrothermaler
Mineralgänge.
– 183 Seiten, 70 Abbildungen, 6 Tabellen, 1 Anlage
12,50 EUR
Heft 12 (2005)
Autorenkollektiv: Die Forschungsbohrungen Baruth 1989 und weitere Beiträge.
140 Seiten; 117 Abb., 10 Tab., 126 Lit.
12,50 EUR

145
Wir sind an Ihrer Meinung über die Veröffentlichungen des
Sächsischen Landesamtes für Umwelt und Geologie (LfUG)
interessiert.
Bitte senden Sie per Fax den nachfolgenden Fragebogen
ausgefüllt zurück an das
Sächsiches Landesamt für Umwelt und Geologie
Öffentlichkeitsarbeit
Zur Wetterwarte 11
01109 Dresden
Telefax:
(03
51) 8 92 82 25
Wie sind Sie auf die Veröffentlichung
aufmerksam geworden?
Zu welcher der folgenden Zielgruppen gehören Sie?
Behörden
Parteien
öffentliche Bibliotheken
Museen
Hochschulen
Verbände
Schulen
Vereine
Institute
Privatpersonen
Betriebe
Ingenieurbüros
Sonstige
Wie nutzen Sie die Veröffentlichungen des LfUG?
im Beruf
in der Ausbildung
privat
Sind Sie mit dem Informationsgehalt zufrieden?*
123 45 6
Wie beurteilen Sie das Layout und die optische
Darstellung der Veröffentlichung?*
123 45 6
Ist der fachliche Inhalt aussagefähig dargestellt?*
123 45 6
Wie ist Ihr Gesamteindruck?*
123 45 6
Welche Themenbereiche sind in der Veröffentlichung
zu kurz gekommen?
Ihre Meinung, Verbesserungsvorschläge, Kritik
oder Lob!
Möchten Sie über vergleichbare Veröffentlichungen
des LfUG informiert werden?
ja
nein
Falls ja, werden Sie automatisch in den Verteiler der Materialienreihe
aufgenommen. Dazu bitte Ihren Namen und Adresse unten angeben.
Die Angaben werden vertraulich behandelt.
Jeder ausgefüllte Fragebogen trägt zur Verbesserung der
Veröffentlichungen des LfUG bei.
Wir bedanken uns für die Beantwortung der Fragen.
*Erläuterungen:
1 = sehr gut
2 = gut
3 = befriedigend
4 = ausreichend
5 = mangelhaft
6 = ungenügend
Adressangaben:
Name:
Vorname:
Straße, Nummer:
Postleitzahl, Wohnort:
Telefon:
Telefax:
E-Mail:

148

148
5

150