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Sächsische Gartenakademie
Gartentelefon donnerstags 14-17 Uhr: 0351 2612-8080
E-Mail: gartenakademie@smul.sachsen.de
http://www.landwirtschaft.sachsen.de/gartenakademie
Text: K. Weiland, H. Rank LfULG
Abbildungen: K. Weiland LfULG
Pflanzenschutzhinweis
Jetzt zum Herbstende an Rosen kranke Blätter, Blüten und
abgestorbene Triebe entfernen (auch am Boden liegende)!
Denn nicht nur die Sporen des gefürchteten Sternrußtaus, sondern auch andere Pilzsporen überwintern gern auf
abgestorbenen Blättern oder abgeschnittenen Holzteilen (unter der Rinde) an dem Gehölz oder darunter im Boden
und hoffen nicht in den Restmüll entsorgt zu werden.
Wie kommt es, dass es dem Sternrußtau Pilz immer wieder gelingt, in der Rose „Fuß zu fassen“?
Bereits bei Taubildung oder längeren, kühlen Nässeperioden (über 7 Stunden Blattnässe) treten die
geschlechtlichen Pilzsporen (Asco) aus dem Fruchtkörper heraus und befallen zunächst die frisch gebildeten,
unteren Blattetagen (Abbildung 1 bis 3). Dort entwickeln sie auf den Oberseiten Fruchtlager mit ungeschlechtlichen
Pilzsporen (Konidien). Diese werden durch Spritzwasser, Insekten und Kulturmaßnahmen verbreitet.
Abb. 1 bis 3:
Befall mit Sternrußtau an Rosenblättern
Wie die beiden Abbildungen 2 und 3 zeigen, verändert sich der Entwicklungsprozess des Pilzes von der Infektion
bis ins ausgereifte Stadium und ebenso die Blattfarbe. Auch auf nicht ausgereiftem Holz der einjährigen Triebe
bilden sich erst violett-rote, später schwarze, unregelmäßige Flecken. Auf tiefgrünen Blättern findet man zunächst
nur dunkle, runde Flecken, dann wird die Blattspreite heller und schließlich gelb. Dabei können weitere dunkle
Verästelungen entstehen. Im Spätsommer folgt ein kahles Rosengehölz. Zwar zeigt sich Neuaustrieb, aber ohne
Gegenmaßnahmen setzen wieder Infektionen mit oben beschriebenen Symptomen bis zum Frost ein.
Welche vorbeugenden Maßnahmen helfen den Pilz zu vernichten?
regelmäßige (vor allem zum Ende der Vegetationsperiode), gewissenhafte Entfernung und Entsorgung
aller kranken Teile am Rosengehölz und auf dem darunter befindlichen Boden, NICHT kompostieren, nur
Entsorgung als Restmüll
regelmäßiges Schneiden (Beginn bei Forsythien Blüte –starker Rückschnitt), dadurch bessere Belichtung,
Regeneration und Belüftung der einzelnen Zweige
stets hygienisch vor gehen, Desinfizieren der scharfen Klinge mit Spiritus
ausgewogene Nährstoffversorgung (kaliumbetonte Dünger und Pflanzenstärkungsmittel (Vitanal sauer-
kombi und Siapton regelmäßig 1x pro Woche geben)
ausreichende, kontinuierliche Wasserversorgung, aber keine Staunässe, „über-Kopf gießen“
Standorte: sonnig, humusreich, basisch, luftig (wegen der notwendigen Luftzirkulation
keine engen
Pflanzabstände )
resistente Sorten, d.h. gegen Sternrußtau widerstandsfähige Sorten kaufen
Welche Pflanzenschutzmittel dürfen verwendet werden?
Beim ersten Auftreten der Flecken (spätestens ab April) können Spritzbehandlungen mit pilzwirksamen Mitteln
(Fungizide) durchgeführt werden. Diese sind über den Gartenfachhandel erhältlich (z. B. Ortiva Pilz-frei, Duaxo
Rosen-Pilz-frei, Duaxo Rosen-Pilz Spray, Duaxo Universal Pilz-frei oder Duaxo Universal Pilzspritzmittel
Als sogenannte Hausmittel (Selbstherstellung) können z. B. Schachtelhalmbrühe, Brennnesselsud oder
Knoblauchtee zur Anwendung kommen.