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Unternehmensnachfolge
Förderprogramme zur Finanzierung

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Im Freistaat Sachsen müssen jedes Jahr allein altersbedingt über 1.000
Betriebe eine Nachfolgeregelung organisieren. Für diese Herausfor-
derung und für erfolgreiche mittelständische Unternehmen brauchen
wir engagierte und kreative Menschen wie Sie. Denn ehrgeizige und
fleißige Unternehmer, die erfolgreiche Betriebe aufbauen, weiterführen
und die Existenzen vieler Mitarbeiter sichern, sind der Motor für
Sachsens Wohlstand.
Eine Unternehmensübergabe verläuft nicht immer planmäßig. Eine ent-
sprechende Vorbereitung kann helfen, handlungsfähig zu bleiben und
dadurch das Unternehmen und letztlich das eigene Lebenswerk zu
sichern. Die Übergabe eines Unternehmens sollte daher langfristig auch
unter Einbeziehung steuerlicher, rechtlicher und finanzieller Aspekte
vorbereitet werden.
Dem Freistaat Sachsen ist es sehr wichtig, Übergeber und Übernehmer
bei diesem Prozess zu unterstützen. Sowohl der Freistaat Sachsen
als auch der Bund gewähren deshalb Unterstützung in Form von
Förderprogrammen. In dieser Broschüre finden Sie einen Überblick über
zinsgünstige Darlehen, Bürgschaften, Beteiligungen und Zuschüsse, die
Sie für einen Unternehmensübergang nutzen können. Darüber hinaus
existieren verschiedene Beratungs- und Weiterbildungsprogramme,
die während und nach einer Übernahme zur Verfügung stehen.
Die sächsischen Industrie- und Handelskammern sowie Handwerkskam-
mern beraten Sie gern zu Ihrer bevorstehenden Unternehmensnachfolge
und zur gezielten Nutzung der bestehenden Fördermöglichkeiten.
Darüber hinaus können Sie auch bei der Vorbereitung anstehender
Gespräche mit Kreditinstituten und anderen Finanzierungspartnern
Unterstützung erhalten.
Martin Dulig
Sächsischer Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
Unternehmensnachfolge
erfolgreich gestalten

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Vorbereitung
Die Unternehmensübergabe ist für den Unternehmer in der
Regel ein einmaliges Ereignis, für das oft noch keine Erfahrungen
vorliegen. Auch für potenzielle Nachfolger gilt es, alle wichtigen
Aspekte im Blick zu behalten. Bei der Planung und Umsetzung
der Unternehmensnachfolge kann daher die Zusammenarbeit
mit Experten sinnvoll sein. Freistaat Sachsen und Bund fördern
Beratungsleistungen zu wirtschaftlichen, technischen, finanziellen
oder organisatorischen Fragestellungen bis hin zur Erschließung
neuer Zielmärkte.
Beratungsförderung
Für Existenzgründer
Mittelstandsförderung – Gründungsberatung (SAB)
Der Zuschuss zu den Beratungskosten beträgt bei einer Unterneh-
mensnachfolge als Pauschale 500 Euro pro Tagewerk. Ein Tage-
werk umfasst acht Stunden. Die Beratung soll mindestens zwei,
darf höchstens jedoch zehn Tagewerke umfassen.
Für Nachfolger und Übergeber:
Mittelstandsförderung – Betriebsberatung/Coaching (SAB)
Zuschuss von bis zu 50 Prozent zu den Kosten der Beratung und
unterstützenden Begleitung einer Unternehmensnachfolge. Die
Beratung kann alle unternehmensrelevanten Fragestellungen
betreffen. Innerhalb eines Kalenderjahres sind für Nachfolge-
beratungen Ausgaben bis zu 20.000 Euro förderfähig. Auch
von bestehenden KMU, die ein Unternehmen erwerben wollen,
nutzbar.
Förderung unternehmerischen Know-hows –
Unternehmensberatungen (BAFA)
80 Prozent Zuschuss zu den Beratungskosten. Für neu gegründete
Unternehmen bis zwei Jahre nach Gründung maximaler Zuschuss
3.200 Euro (Region Leipzig: 2.000 Euro). Für bestehende Unter-
nehmen, die seit mindestens zwei Jahren tätig sind, beträgt der
Zuschuss maximal 2.400 Euro (Region Leipzig: 1.500 Euro).
Kurzberatung
Kostenlos und ohne Antragsverfahren zugängliche, qualifizierte
Beratungsleistung der Kammern für Existenzgründer und KMU.
Die Berater sind regional und fachlich vernetzt und kennen daher
branchenmäßige und regionale Besonderheiten.
Potenzielle Übernehmer – Existenzgründer wie bestehende Un-
ternehmen - haben damit einen schnellen und unkomplizierten
Zugang zu einer Erstberatung mit einem Umfang von bis zu fünf
Tagewerken, in der die Chancen einer Übernahme vorgeprüft und
über Voraussetzungen und Förderangebote informiert werden
kann.

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Kaufpreisfinanzierung,
Erweiterung und Wachstum
Bei der Finanzierung der Nachfolge sollten neben dem zu zahlen-
den Kaufpreis auch der laufende Kapitalbedarf (Betriebsmittel) des
Unternehmens und notwendige Ersatz- und Neuinvestitionen in
ausreichender Höhe berücksichtigt werden.
Grundsätzlich haben Sie als Nachfolger folgende Finanzierungs-
möglichkeiten:
• Eigenmittel
• nachrangiges Darlehen des bisherigen Unternehmers
(Verkäuferdarlehen)
• Beteiligungskapital
• Bankfinanzierung kombiniert mit Förderdarlehen
Die Gewichtung der einzelnen Finanzierungsbausteine ist jedoch
von Fall zu Fall unterschiedlich. Sie beeinflussen sich dabei
gegenseitig.
Zum Beispiel ergänzen sich Bankdarlehen und Beteiligungen, da
eine Beteiligung die Eigenkapitalbasis verstärkt und somit neue
Bankdarlehen leichter aufgenommen werden können. Wenn
Sicherheiten fehlen, können öffentliche Bürgschaften helfen,
damit eine Darlehensgewährung nicht an fehlenden Sicherheiten
scheitert.
Sowohl der Freistaat Sachsen als auch der Bund gewähren Unter-
stützung wie:
• Förderkredite
• Bürgschaften
• Beteiligungen
• Zuschüsse
Diese können den Start erleichtern und erhöhen die betrieblichen
Überlebenschancen.
Förderkredite
Bankdarlehen können durch Förderkredite ergänzt werden.
Nachfolger genießen als Existenzgründer, soweit sie nicht ihr
bestehendes Unternehmen durch eine Nachfolge erweitern, bei den
Förderprogrammen i. d. R. dieselben Vorteile wie Unternehmens-
gründer. Die Vergabe der Förderkredite erfolgt dabei – außer beim
Mikrodarlehen (Direktdarlehen der SAB) – nach dem Hausbank-
prinzip, indem die Nachfolger die Förderungen bei ihrer Bank
beantragen.
Mikrodarlehen für Existenzgründer (SAB)
Zinsgünstiges Fremdkapital für Existenzgründer, die ein bestehendes
Unternehmen erwerben, vor und während der ersten sechs Jahre
nach Geschäftsaufnahme zur Finanzierung von Investitionen und
Betriebsmitteln bis max. 20.000 Euro.
Gründungs- und Wachstumsfinanzierung (SAB)
Zinsgünstige Investitions-, Betriebsmittel- und Liquiditätshilfe-
darlehen für Existenzgründer und wachstumsorientierte KMU
sowie Freiberufler bis max. 2,5 Millionen Euro.
GRW Nachrangdarlehen (SAB)
Nachrangkapital für KMU ausgewählter Branchen der gewerblichen
Wirtschaft. Das Darlehen, max. 5 Millionen Euro pro Vorhaben, kann
genutzt werden für Errichtungs- und Erweiterungsinvestitionen,
Diversifizierung der Produktion, grundlegende Änderungen des
gesamten Produktionsprozesses sowie den Erwerb stillgelegter
oder von Stilllegung bedrohter Betriebsstätten.
Auch die KfW – Kreditanstalt für Wiederaufbau unterstützt den
Unternehmensübergang mit zinsgünstigen Darlehen im Hausbank-
verfahren, z. T. mit Haftungsfreistellung und als Eigenkapital-
ersatz. Konkrete Informationen dazu enthält die Internetseite
der KfW.

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Öffentliche Bürgschaften
Wer nicht im erforderlichen Ausmaß über bankübliche Sicher-
heiten verfügt, kann bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen
auch öffentliche Bürgschaften zur Absicherung von Bankdarlehen
nutzen. In Sachsen kann, je nach Größenordnung des Vorhabens,
eine öffentliche Bürgschaft durch folgende Institute übernommen
werden:
Öffentliche Beteiligungen
In Sachsen finden Gründer, Technologieunternehmen und etablierte
Mittelständler ein aufeinander abgestimmtes und transparentes
Angebot zur Eigenkapitalfinanzierung.
Bedingungen
Bürgschaftsbank Sachsen GmbH
• Bürgschaftsanteil bis 80 Prozent des Kreditbetrages
• Bürgschaftsbetrag: bis max. 2 Millionen Euro
SAB-Bürgschaftsprogramm Sachsen
• Bürgschaftsanteil bei Betriebsmittelfinanzierung
50 bis 60 Prozent, bei Investitionen max. 80 Prozent
• Bürgschaftsbetrag zwischen 2 Millionen Euro und
max. 10 Millionen Euro
Bund-/Landesbürgschaft
• Bürgschaftsanteil wird individuell festgesetzt,
max. 80 Prozent
• Bürgschaftsbetrag ab 10 Millionen Euro
Bedingungen
Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Sachsen mbH
• Kombination von stiller und direkter Beteiligung
• Höhe der stillen Beteiligung 50.000 Euro bis 1 Million Euro
• Vertragslaufzeit in der Regel 12,5 Jahre, endfällig
Beteiligungen der Sächsischen
Beteiligungsgesellschaft mbH
• Kombination von stiller und direkter Beteiligung
• stille Beteiligung in der Regel bis 1 Million Euro,
max. 2,8 Millionen Euro, offene Beteiligungen bis
max. 49 Prozent, 200.000 Euro
• Vertragslaufzeit in der Regel zehn Jahre
• strategische Beratung und Managementunterstützung
Wachstumsfonds Mittelstand Sachsen GmbH & Co. KG
• Kombination von stiller und direkter Beteiligung
• Investition von 0,75 bis 2,5 Millionen Euro
• Unternehmerische Begleitung des Wachstumsprozesses
• Keine Sicherheiten, Rückbürgschaften o. ä.

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Zuschuss für Investitionen
GRW Investitionszuschuss (SAB)
Investitionszuschuss für Unternehmen der gewerblichen Wirt-
schaft, der zur Errichtung oder Erweiterung einer Betriebsstätte,
für Wachstumsvorhaben sowie zur Ausweitung der Produktion
und Verbesserung der Produktionsverfahren, für eine Übernahme
(Erwerb einer Betriebsstätte) aber nur unter engen Voraussetzun-
gen bei von Stilllegung bedrohten Unternehmen und nicht beim
Erwerb von Unternehmensanteilen genutzt werden kann.

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Handwerkskammer Dresden
Am Lagerplatz 8
01099 Dresden
Tel.: 0351 4640 935
E-Mail: andreas.leidig@hwk-dresden.de
www.hwk-dresden.de
Industrie- und Handelskammer zu Leipzig
Goerdelerring 5
04109 Leipzig
Tel.: 0341 1267 1379
E-Mail: heilmann@leipzig.ihk.de
www.leipzig.ihk.de
Handwerkskammer zu Leipzig
Dresdner Straße 11/13
04103 Leipzig
Tel.: 0341 2188 313
E-Mail: krause.j@hwk-leipzig.de
www.hwk-leipzig.de
Sächsische Aufbaubank – Förderbank –
Pirnaische Straße 9
01069 Dresden
Tel.: 0351 4910 4910
Fax: 0351 4910 1015
E-Mail: wirtschaft@sab.sachsen.de
www.sab.sachsen.de
Bürgschaftsbank Sachsen GmbH/
Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Sachsen mbH
Anton-Graff-Straße 20
01309 Dresden
Tel.: 0351 4409 0
Fax: 0351 4409 450
E-Mail: info@bbs-sachsen.de
info@mbg-sachsen.de
www.bbs-sachsen.de
oder
www.mbg-sachsen.de
Industrie- und Handelskammer Chemnitz
Straße der Nationen 25
09111 Chemnitz
Tel.: 0371 6900 1215
E-Mail: franca.hess@chemnitz.ihk.de
www.chemnitz.ihk24.de
Handwerkskammer Chemnitz
Limbacher Straße 195
09116 Chemnitz
Tel.: 0371 5364 207
Fax: 0371 5364 222
E-Mail: s.loos@hwk-chemnitz.de
www.hwk-chemnitz.de
Industrie- und Handelskammer Dresden
Langer Weg 4
01239 Dresden
Tel.: 0351 2802 134
E-Mail: fischer.grit@dresden.ihk.de
www.dresden.ihk.de
Kontaktdaten

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Notizen

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Herausgeber:
Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft,
Arbeit und Verkehr in Kooperation mit der Sächsischen
Aufbaubank und der Bürgschaftsbank Sachsen GmbH/
Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft Sachsen mbH
Redaktion:
Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft,
Arbeit und Verkehr
Ref. 34
Gestaltung und Satz:
Neuland PR - NPR Strategische Kommunikation GmbH
Foto Titel:
©Katarzyna Białasiewicz/123rf.com
Druck:
Sepio GmbH, Leipzig
Redaktionsschluss:
April 2016
Auflage:
1.000 Stück
smwa.sachsen.de
/smwa.sachsen
@smwa_sn