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Rohstoffstrategie für Sachsen
Rohstoffwirtschaft –
eine Chance für den Freistaat Sachsen

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1. Vorwort ___________________________________________________________________________________________________ 04
2. Kritische Rohstoffe für die Industrie _____________________________________________________________________________ 06
2.1 Rohstoffgewinnung in der wirtschaftlichen Wertschöpfungskette ______________________________________________________ 08
2.2 Entwicklung der verfügbaren Rohstoffe __________________________________________________________________________ 09
3. Strategien des Bundes und der EU (Europäische und nationale Rahmenbedingungen) _______________________________________ 10
4. Rohstoffe in Sachsen – eine Bestandsaufnahme ____________________________________________________________________ 11
4.1 Heimische Rohstoffe _________________________________________________________________________________________ 11
4.2 Braunkohle ________________________________________________________________________________________________ 12
4.3 Steine- und Erden-Rohstoffe ___________________________________________________________________________________ 13
4.4 Erze und Spate _____________________________________________________________________________________________ 14
4.5 Sekundärrohstoffe - Rückgewinnungspotenziale ____________________________________________________________________ 17
4.5.1 Aufkommen und Substitutionspotenzial __________________________________________________________________18
4.5.2 Verbesserung der Wissensbasis _________________________________________________________________________20
4.5.3 Rechtliche Rahmenbedingungen und Wettbewerb __________________________________________________________21
4.5.4 Technologische und logistische Herausforderungen _________________________________________________________21
4.5.5 Abfallexporte ______________________________________________________________________________________22
4.5.6 Rückgewinnung Seltener Erden ________________________________________________________________________22
4.6 Geothermie ________________________________________________________________________________________________ 22
5. Rohstoffkompetenz als Grundlage für eine moderne Wirtschaft ________________________________________________________ 23
6. Technologietransfer - Was kann Sachsen bieten? ___________________________________________________________________ 25
7. Fachkräftebedarf ____________________________________________________________________________________________ 26
8. Leitlinien und Ziele der sächsischen Rohstoffpolitik _________________________________________________________________ 28
8.1 Einheimische Primärrohstoffe: Sachsen als Bergbauland ______________________________________________________________ 28
8.2 Sekundärrohstoffe: Sachsen als Sekundärrohstoffland _______________________________________________________________ 29
8.3 Sachsen als Standort der Rohstoffwirtschaft ______________________________________________________________________ 30
8.4 Internationale Zusammenarbeit ________________________________________________________________________________ 30
8.5 Sächsische Rohstoffforschung __________________________________________________________________________________ 31
8.6 Fachkräfte für die Rohstoffwirtschaft ____________________________________________________________________________ 31
8.7 Sächsische Verwaltung _______________________________________________________________________________________ 32
8.8 Rohstoffbewusstsein _________________________________________________________________________________________ 32
9. Umsetzung der Leitlinien und Ziele der sächsischen Rohstoffpolitik _____________________________________________________ 33
10. Anhang (Übersichtskarten) ____________________________________________________________________________________ 36
Inhaltsverzeichnis

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Vorwort
Sehr geehrte Damen und Herren,
»Alles kommt vom Bergwerk her«. Diese alte Weisheit zeugt nicht nur vom Stolz unserer Berg-
leute, sie beschreibt in ihrer Einfachheit etwas, was bei vielen Menschen nicht einmal mehr im
Unterbewusstsein wahrgenommen wird: Rohstoffe sind die unverzichtbare Basis für alles, was
uns heute so selbstverständlich ist und alltäglich umgibt.
Bergbau gilt vielen als zu schmutzig und irgendwie aus der Zeit gefallen. Doch weder eine sich
wandelnde Wirtschaft – egal ob Industrie, Landwirtschaft oder Handwerk –, eine zukunftsori-
entierte Infrastruktur, eine sich wandelnde Mobilität oder moderne Informations- und Kommu-
nikationstechnologie, noch ein modernes Gesundheitswesen werden ohne die Bereitstellung
von mineralischen Rohstoffen existieren können.
Die sichere Rohstoffversorgung Deutschlands – sowohl in Menge und Qualität, als auch in der sich
ständig ändernden Vielfalt – ist eine wesentliche Voraussetzung für unsere Wertschöpfung. Ein
wichtiger Faktor für Wachstum und unseren Wohlstand in unserer Gesellschaft wird daher
auch in Zukunft die Verfügbarkeit der Rohstoffe sein.
Auf Grund der Importabhängigkeit Deutschlands bei einer Vielzahl von Rohstoffen, insbesondere
bei Metallen, muss sich unsere Wirtschaft mit der globalen Rohstoffsituation arrangieren.
Diese ist besonders durch die unterschiedliche geografische Verteilung der Lagerstätten, eine
weltweit steigende Nachfrage und ein sich stark veränderndes Rohstoffspektrum geprägt.
Hinzu kommen politische Herausforderungen im Hinblick auf rohstoffproduzierende Staaten,
auf wachsende soziale Herausforderungen und höhere Anforderungen des Bergbaus an die
Umwelt. Eine Steuerung all dieser Faktoren ist wegen ihrer Komplexität nur sehr bedingt möglich.
Die sich daraus ergebenden, nur schwer zu beurteilenden Abhängigkeiten der deutschen Wirt-
schaft können etwa durch kluges Agieren auf die internationale Rohstoffpolitik beeinflusst
werden. Eine weitere Möglichkeit Abhängigkeiten abzumildern, haben wir selbst in der Hand:
Die verstärkte Nutzung unserer heimischen Rohstoffe und des Know-hows der heimischen
Rohstoffwirtschaft sowohl im Bergbau als auch in der Recyclingwirtschaft.
Sachsen verfügt über ein beachtliches Potential an heimischen Primärrohstoffen, die in den
verschiedensten Wirtschaftsbereichen zum Einsatz kommen. Eine immer wichtiger werdende
und nicht mehr wegzudenkende Rohstoffquelle sind die aus Abfällen gewonnenen Sekundär-
rohstoffe. Primär- und Sekundärrohstoffe aus heimischen Quellen können also nicht nur dazu
beitragen die Abhängigkeiten von internationalen Rohstoffmärkten zu verringern. Die Nutzung
dieser Quellen ist auch ein wichtiger Baustein für die regionale Wertschöpfung und sichert
Arbeitsplätze.
Eine nicht hoch genug einzuschätzende Quelle für die regionale Wertschöpfung ist die traditionell
sehr gute Vernetzung der zahlreichen Akteure in der sächsischen Rohstoffwirtschaft – aber auch
derer auf internationaler Ebene. Darüber hinaus tragen im Freistaat Sachsen die Akteure der
Rohstoffbildung und Rohstoffforschung sowie unsere Bergverwaltung wesentlich dazu bei,
dass die sächsische Rohstoffwirtschaft zukunftsorientiert ausgerichtet ist.
Die im Jahr 2012 vom Kabinett verabschiedete »Rohstoffstrategie Sachsen« hat das Ziel, diese
Potentiale in ein wirtschaftliches Gesamtkonzept für eine nachhaltige Rohstoffwirtschaft zu
integrieren. Sie soll Wegweiser für die Rohstoffpolitik des Freistaates Sachsen sein. Dabei erfolgt
ganz bewusst eine Konzentration auf primär gewonnene bergbaubezogene Rohstoffe – wie Steine
und Erden, Kohlen sowie Erze und Spate – und auf sekundäre Rohstoffe, die aus Abfällen zurück-
gewonnen werden und die bergbaulich gewonnene Rohstoffe stofflich substituieren können.
Das Thema nachwachsende Rohstoffe wurde in diese Strategie bewusst nicht integriert. Ebenso
werden die Herausforderungen, die sich aus der Gestaltung von Produktionsprozessen im Hin-
blick auf Materialeffizienz wie Einsparung von Rohstoffen in Produktionsprozessen und in der
Produktgestaltung nicht diskutiert. Dies bleibt anderen strategischen Überlegungen und Veröf-
fentlichungen vorbehalten.
Mit der vorliegenden Rohstoffstrategie werden Leitlinien, Ziele und Aufgaben der sächsischen
Rohstoffpolitik festgeschrieben. Diese sollen in erster Linie dabei helfen, Rahmenbedingungen
für die Wiederbelebung des heimischen Bergbaus und für die Weiterentwicklung der Sekundär-
rohstoffwirtschaft im Freistaat Sachsen zu entwickeln.
Darüber hinaus ist es unser Ziel, den Freistaat als Rohstoffstandort weiter zu etablieren und die
Chancen für die sächsische Rohstoffwirtschaft kontinuierlich zu verbessern.
Die Rohstoffstrategie ist nach wie vor gültig und hat nichts an Aktualität verloren. Erste Auf-
gaben wurden in Angriff genommen und erste Ergebnisse sind vorzeigbar. Beispielhaft sei hier
ein Schlüsselprojekt der Rohstoffstrategie, das Projekt ROHSA (Rohstoffdaten Sachsen) genannt.
Mit großem Erfolg wurde die digitale Aufbereitung der vorhandenen rohstoffgeologischen
Daten für Spate und Erze und deren Verfügbarmachung für die Wirtschaft in Angriff genommen.
Dies hat weltweite Aufmerksamkeit erregt. Im Ergebnis konnten bislang rund 50 Bergbaube-
rechtigungen (Erlaubnisse für die Erkundung und Bewilligungen für Gewinnungsbergbau) erteilt
werden. Das macht zuversichtlich, dass in Sachsen zukünftig wieder Erz- und Spatvorkommen
im Erzgebirge abgebaut werden können.
Die Umsetzung der Rohstoffstrategie obliegt der gesamten Gesellschaft. Dabei ist es mir ein
besonderes Anliegen, dass das Bewusstsein der Menschen für die Bedeutung der Rohstoffe für
unsere gesellschaftliche Entwicklung wieder gestärkt wird. Ein auf Wissen basiertes, wachsendes
Rohstoffbewusstsein hat für unsere Gesellschaft einen genauso großen Wert wie ein wissen-
schaftlich begründetes, gut ausgeprägtes Umweltbewusstsein und ein auf humanistischen
Werten beruhendes Sozialbewusstsein.
In Abwandlung des Eingangs gesagten Bergbauspruches galt bisher, gilt heute und wird auch
in Zukunft gelten: »Alles kommt vom Rohstoff her«
Denn Rohstoffsicherung ist Zukunftssicherung!
Glück auf,
Ihr Martin Dulig
Sächsischer Staatsminister für
Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
Martin Dulig
Sächsischer Staatsminister für
Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
04 |

< 20 MA
20-100 MA
> 100 MA
unter 10 %10% bis unter 25 %25% bis unter 50 %
50% und mehr
0 %
20 %
40 %
60 %
80 %
Anteil der Firmen
Anteil der Materialkosten an den Gesamtbetriebskosten
06 |
2. Kritische Rohstoffe
für die Industrie
Auswertungen von Unternehmensbefragungen durch das Institut für Zukunftsstudien und Tech-
nologiebewertung (IZT) kamen zu dem Ergebnis, dass steigende Rohstoffpreise für 76 Prozent
der Unternehmen, insbesondere die Industrieunternehmen (93 Prozent), ein Problem sind, da
Materialkosten mehr als 20 Prozent der Gesamtkosten bilden und damit eine entscheidende
Rolle für das Unternehmensergebnis darstellen. Auch ein ausreichendes Angebot von Rohstoffen
wird zunehmend angezweifelt (47 Prozent). Zugang und Verfügbarkeit von Rohstoffen werden
in den kommenden Jahren darüber mitentscheiden, in welchen Regionen sich neue Industrien
ansiedeln.
Eine Untersuchung der IHK Südwestsachsen kam zum gleichen Ergebnis:
Abbildung 1
Kostenanteil der Materialkosten an den Gesamtbetriebskosten Sachsen
Rohstoff
2006
2030
Zukunftstechnologien (Auswahl)
Gallium
0,28
6,09
Dünnschicht-Photovoltaik, IC, WLED
Neodym
0,55
3,82
Permanentmagnete, Lasertechnik
Indium
0,40
3,29
Displays, Dünnschicht-Photovoltaik
Germanium
0,31
2,44
Glasfaserkabel, IR optische Technologien
Scandium
gering
2,28
SOFC Brennstoffzellen, Al-Legierungselement
Platin
gering
1,56
Brennstoffzellen, Katalyse
Tantal
0,39
1,01
Mikrokondensatoren, Medizintechnik
Silber
0,28
0,78
RFID, Bleifreie Weichlote
| 07
Quelle: IHK Südwestsachsen, 2007
Der globale Rohstoffbedarf wird sich aufgrund des Mehrbedarfs bei den Zukunftstechnologien
im Verhältnis zur heutigen Weltproduktion stark ändern.
Die IZT-Studie »Rohstoffe für Zukunftstechnologien« hat untersucht, welcher Anteil der jeweiligen
Weltrohstoffproduktion in 2006 durch ausgewählte Zukunftstechnologien er fasst und welcher
Anteil der heutigen Weltproduktion des jeweiligen Rohstoffs für diese Technologien nach der
Schätzung für 2030 benötigt werden wird:
Anhand dieser aus der Studie ausgewählten Rohstoffe wird ersichtlich, dass eine Steigerung der
Produktion und eine Steigerung bei der Rückgewinnung zusammen erforderlich sind, um den er-
höhten Bedarf in der Zukunft zu decken. Die steigende Weltbevölkerung und der Wunsch nach einer
Angleichung der Lebensbedingungen werden ebenso dazu führen, dass sich die Rohstoffmärkte
verändern und der Bedarf weiterhin steigen wird.
Die im Auftrag der Kreditanstalt für Wiederaufbau erstellte Untersuchung »Kritische Rohstoffe
für Deutschland« kam zu dem Ergebnis, dass die Versorgungslage bei 13 Rohstoffen als besonders
kritisch einzuschätzen ist, da bei Auftreten eines Versorgungsengpasses die Auswirkungen auf die
deutsche Wirtschaft schwerwiegender sind, als bei anderen Rohstoffen. Neben der Konzentration der
Gewinnung auf einige wenige Erzeugerländer wie China (Antimon, Flussspat, Germanium, Graphit,
Indium, Magnesium, seltene Erden, Wolfram), Südafrika (Metalle der Platingruppe), Demokratische
Republik Kongo (Kobalt) und Brasilien (Niob und Tantal) kommt noch hinzu, dass ein Ersatz nicht
oder nur kaum möglich und eine Rückgewinnung als Sekundärrohstoffe derzeit wirtschaftlich nur
schwer darstellbar ist.

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Am Anfang jeder Wertschöpfungskette steht der Rohstoff. Die alte Weisheit: »Alles kommt vom
Bergwerk her« ist heute noch genauso aktuell wie in vergangenen Zeiten: Ohne Rohstoffe keine
Industrieproduktion und ohne Industrieprodukte kein Dienstleistungsbereich. Die Bundesanstalt für
Geowissenschaften und Rohstoffe stellte in einer Untersuchung in 2008 fest, dass jeder Deutsche
im Lauf seines Lebens zwischen 1.000 t und 1.100 t an Rohstoffen benutzt. Mineralische Rohstoffe,
d. h. Metalle, Industrieminerale, Steine und Erden stellen davon fast zwei Drittel.
Abbildung 2
Verbrauch bzw. Einsatz von mineralischen Rohstoffen und Energierohstoffen in Deutschland im
Laufe eines Lebens (Lebensalter 80 Jahre)
2.1 Rohstoffgewinnung in der
wirtschaftlichen Wertschöpfungskette
2.2 Entwicklung der verfügbaren Rohstoffe
Rohstoffvorkommen sind nicht erneuerbar und konkurrierende Nutzungsinteressen stehen viel-
fach einem Abbau von Bodenschätzen entgegen. Die Befürchtung des Club of Rome in seiner
Studie »Die Grenzen des Wachstums« von 1972, dass die meisten damals verwendeten Rohstoff-
vorkommen bis zur Jahrtausendwende erschöpft sein werden, ist nicht eingetreten, da neue
geologische Erkenntnisse und veränderte Preisstrukturen und Ressourcentechnologien zur Ent-
deckung neuer Lagerstätten führen bzw. bekannte Lagerstätten wirtschaftlich nutzbar werden.
Darüber hinaus erfolgt durch die Entwicklung neuer Technologien ein stetig effizienterer Um-
gang mit verfügbaren Ressourcen. Die geologische Verfügbarkeit ist aus heutiger Sicht bei den
meisten Rohstoffen keine kurz- oder mittelfristige Begrenzung. Die Reserve eines Rohstoffes
wird sich auch künftig je nach geltenden wirtschaftlichen, aber auch politischen Rahmenbe-
dingungen verändern. Bei strategischen Rohstoffen ist die Verfügbarkeit allerdings schon in
abseh barer Zeit als kritisch zu bewerten.
Wirtschaftswachstum ist immer noch rohstoffintensiv. Beispielhaft lässt sich dies im Falle Chinas
verdeutlichen. War China in den vergangenen Jahrzehnten ein Rohstoffexporteur, so hat sich
dies umgekehrt. Die Ankündigung, die Ausfuhr Seltener Erden als begehrten Hochtechnologie-
Rohstoff drastisch zu senken, ist nicht so sehr das Ergebnis eines gravierenden Mangels, sondern
eine auf Wettbewerb und Marktbeherrschung ausgelegte Konzeption.
Heimische Vorkommen zur künstlichen Bevorteilung einer inländischen Produktion einzusetzen
und sich die für die heimische Produktion notwendigen Rohstoffe durch Exklusivverträge mit den
Erzeugerländern zu sichern, ist zu einem Mittel der strategischen Handelspolitik geworden. Aus-
fuhrsteuern auf Erze, Exportlizenzen und Exportverbote werden auch bei anderen Anbietern als
mögliche Steuerungsinstrumente künftig eine Rolle spielen.
Es ist davon auszugehen, dass der Rohstoffbedarf in den sogenannten Schwellenländern weiter
wachsen wird. Steigende Rohstoffnachfrage verschärft die Konkurrenzsituation und die Preis-
gestaltung auf dem Rohstoffmarkt.
Neben der schon angesprochenen Konzentration auf einige Rohstofferzeugerländer kommt noch
hinzu, dass es sich dabei vielfach um Staaten handelt, bei denen es an Rechtssicherheit, Infra-
struktur und Investitionen fehlt. Sie stellen somit ein Risiko für eine dauerhafte und sichere Ver-
sorgung dar. Politische und gesellschaftliche Instabilität führten in den letzten Jahren häufig
dazu, dass bestehende Verträge nicht eingehalten und Investitionen nicht gesichert, weitere Ab-
gaben erhoben sowie die Eigentumsverhältnisse an den Bergbaubetrieben geändert wurden.
Unabhängig davon wird der finanzielle Aufwand zur Erkundung und Erschließung neuer Lager-
stätten steigen. Ursachen sind schwerer zugängliche Vorkommen mit geringeren Gehalten, die
einen kostenintensiveren technischen Mehraufwand verlangen. Vielfach lohnt sich der Abbau
eines Rohstoffes nur dann, wenn andere Rohstoffe in der Lagerstätte mit enthalten sind. Bei Un-
wirtschaftlichkeit der Gewinnung des Hauptproduktes wird auch der interessante Begleitroh-
stoff nicht gefördert und somit dessen Mangel am Markt gesteigert. Andererseits können zu viele
unerwünschte Nebenprodukte in den Lagerstätten zu einer Unrentabilität führen.
Quelle: BGR, 2008
Die Tatsache, dass der Rohstoff am Anfang steht, wird allerdings in der breiten Öffentlichkeit
kaum wahrgenommen, da die Gewinnung des Rohstoffes vielfach in anderen Weltregionen erfolgt
und hier nur noch die Weiterverarbeitung stattfindet. Es besteht die Erwartungshaltung: »Roh-
stoffe sind eine scheinbar immer verfügbare Ware, die billig zu sein hat und möglichst aus
fernen Ländern kommt«.
Die ständige Verfügbarkeit von Rohstoffen auf dem Weltmarkt ist nicht mehr gegeben und kann
zu erheblichen Auswirkungen auf die Produktionsmöglichkeiten der jeweils betroffenen Indus-
trien führen. Das Schadenspotenzial bei Ausfällen in der Rohstoffversorgung und bei den Zu-
kunftstechnologien ist als sehr hoch einzustufen, da die Industrie insbesondere bei der starken
Abhängigkeit den Anschluss an die Entwicklung und die Wettbewerbsfähigkeit verlieren kann.
Um den neuen Anforderungen stetig genügen zu können, werden immer mehr alternative Mate-
rialien eingesetzt. Dies führte dazu, dass Erze, welche in der Vergangenheit nicht als förderwürdig
erachtet bzw. auf Halde gekippt wurden, heute im Focus des Interesses stehen. Wenn Möglich-
keiten des Ersatzes zur Erhaltung einer qualitativ entsprechenden Produktion gegeben sind, ist eine
mangelnde Verfügbarkeit des ersetzbaren Rohstoffs als unkritisch einzustufen. Vielfach scheitert
dies aber an technischer Realisierbarkeit oder an mangelnder Akzeptanz der Ersatzstoffe in der
Öffentlichkeit.
Für die Industrie bedeutet es, dass alle eingesetzten Rohstoffe hinsichtlich ihrer Kritikalität (Ver-
fügbarkeit) geprüft werden müssen, so dass einer tatsächlichen Gefährdungssituation mit ge-
eigneten Maßnahmen entgegen gewirkt werden kann.
Sand und Kies
245 t
Kaolin
4,0 t
Hartsteine
215 t
Aluminium
3,0 t
Braunkohle
170 t
Kupfer
2,0 t
Mineralöl
105 t
Torf
2,0 t
Erdgas (in 1.000 m³)
95
Bentonit
0,7 t
Kalkstein, Dolomit
70 t
Zink
0,7 t
Steinkohle
65 t
Kali (K
2
O)
0,6 t
Stahl
40 t
Schwefel
0,5 t
Zement
27 t
Blei
0,4 t
Steinsalz
14 t
Feldspat
0,4 t
Tone
12 t
Flussspat
0,4 t
Quarzsand
9 t
Schwerspat
0,3 t
Gips, Anhydrit
7 t
Phosphate
0,1 t
Nichtmetallische Rohstoffe
Metallische Rohstoffe
Energierohstoffe
Quelle: GEOMIN - Erzgebirgische Kalkwerke GmbH

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Die Sicherstellung der Rohstoffversorgung ist in erster Linie Aufgabe der Wirtschaftsunternehmen.
Aufgabe des Staates ist es, die politischen, rechtlichen und institutionellen Rahmenbedingungen
für eine international wettbewerbsfähige Rohstoffversorgung zu setzen. Die politischen Her-
ausforderungen betreffen Wirtschafts- und Umweltpolitik ebenso wie Außen-, Handels- und
Entwicklungspolitik.
Auf europäischer Ebene und auf Bundesebene wurden bereits einige Initiativen gestartet, um die
Versorgung Europas und Deutschlands mit Rohstoffen langfristig sicherzustellen. Die Bundes-
regierung ist der Auffassung, dass die Rahmenbedingungen für die Nutzung heimischer Rohstoffe
verbessert werden sollten, ohne dabei jedoch die umweltrechtlichen Regelungen einzuschränken.
Besonders die Bundesländer sind gefordert, der Rohstoffsicherung in der Raumplanung einen
gleichgewichtigen Stellenwert einzuräumen.
Mit der Gründung einer Deutschen Rohstoffagentur bei der Bundesanstalt für Geowissenschaften
und Rohstoffe in Hannover hat das Bundeswirtschaftsministerium im Herbst 2010 einen zent-
ralen Service in Rohstofffragen für die deutsche Wirtschaft geschaffen.
Die Aufgaben der Deutschen Rohstoffagentur sind:
der Aufbau eines Rohstoffinformationssystems mit dem Ziel der Erhöhung der Markttrans-
parenz auf den Rohstoffmärkten
die direkte Unterstützung deutscher Unternehmen im In- und Ausland in Rohstofffragen
die fachliche Unterstützung bei Förderprogrammen des Bundes
die Untersuchung neuer Rohstoffpotenziale im In- und Ausland im Vorfeld der Wirtschaft
sowie der Aufbau von Länderpartnerschaften für den Bezug von Rohstoffen aus dem Ausland.
Die Europäische Kommission hat im Februar 2011 die bisherige EU-Rohstoffstrategie aktua-
lisiert. Für eine sichere Rohstoffversorgung setzt die EU auf eine Drei-Säulen-Strategie:
Rohstoffdiplomatie mit Investitionshilfen in den Entwicklungsländern für die
Gewinnung und den Transport der Rohstoffe, Handelsabkommen und Überwachung
von Exportbeschränkungen
Förderung einer nachhaltigen Rohstoffsicherung
Steigerung der Ressourcen-Effizienz und der Wiederverwertung
Darüber hinaus strebt die EU-Kommission mit ihrer Initiative Verbesserungen bei den Genehmi-
gungsverfahren der rohstoffgewinnenden Industrie der Mitgliedsstaaten sowie eine verbesserte
roh stoffwirtschaftliche Datenlage in der Gemeinschaft durch Stärkung und Vernetzung der Staat-
lichen Geologischen Dienste an.
EU-Kommission und Bundesregierung legen ihre Schwerpunkte auf den internationalen Rohstoff-
handel und die Rückgewinnung von Rohstoffen aus Abfällen.
Sachsen als rohstoffreiches Land plädiert für den Aufbau eines weiteren Schwerpunktes: Sicher-
stellung und Ausbau der heimischen Rohstoffversorgung (siehe Karten 1 – 3). Sie basiert auf ge-
wachsenen, vielgliedrig verflochtenen Strukturen der gewerblichen Wirtschaft, angefangen von
Betrieben zur Gewinnung und Rückgewinnung von Rohstoffen über alle Stufen der Weiter ver-
arbeitung, Produktion, Anwendung und Wiederverwertung.
Aufgrund seiner jahrhundertelangen Bergbaugeschichte und dem daraus immer wieder er-
wachsendem Reichtum Sachsens genießt der Bergbau großes Ansehen in der Bevölkerung. Dies
beweist auch die an vielen Orten gelebte bergmännische Tradition im Erzgebirge. Die Menschen
kennen den Zusammenhang von Rohstoffgewinnung, Industrie und Gewerbe mit Arbeitsplätzen,
Wohlstand und Lebensstandard. Das geschärfte Umweltbewusstsein und die hohen Umwelt-
standards in Deutschland stehen dazu nicht im Gegensatz. Umwelt und Rohstoffwirtschaft sind
auch weiterhin als Gemeinsamkeit zu verstehen und zu gestalten. Dabei führt der effiziente Um-
gang mit Rohstoffen für Mensch und Umwelt zu einem hohen Nutzen für jetzige und künftige
Generationen.
4.1 Heimische Rohstoffe
Sachsen verfügt aufgrund einer jahrhundertelangen intensiven Erkundungs- und Bergbautätig-
keit über einen besonders umfangreichen Fundus geologischer und lagerstättenbezogener In-
formationen. Ihre Nutzung und Aktualisierung über Neubewertungen für bekannte Vorkommen
hat hohe wirtschaftliche Bedeutung für potentielle Bergbauinvestoren. Dies betrifft gegenwärtig
insbesondere Erze und Spate sowie Braunkohle.
Bereits im Herbst 2006 erteilte das SMWA dem Geokompetenzzentrum den Auftrag, für die wich-
tigsten sächsischen Erz- und Spatvorkommen eine Neubewertung unter aktuellen Gesichts-
punkten vorzunehmen. Anhand der vorhandenen Daten, z. B. zu Vorräten, Teufenlagen, Minera-
lisationen erfolgte u. a. eine neue Einstufung der Vorräte hinsichtlich ihrer Quantität (klein, mittel
oder groß im Weltmaßstab) sowie ihrer Qualität (geologischer Kenntnisstand, Realisierbarkeit,
Bauwürdigkeit) gemäß UN-Vorratsklassifikation und eine Einschätzung zur Aufbereitbarkeit der
Rohstoffe. Ebenso fand ein Abgleich mit den in den letzten Jahren in mehreren internationalen
Studien ermittelten »kritischen« Rohstoffen und den in Sachsen bekannten Lagerstätten statt.
Dieser ergab, dass der Freistaat nennenswerte Vorräte von diesen »kritischen« Rohstoffen besitzt.
Im Ergebnis dessen interessieren sich seit geraumer Zeit verstärkt verschiedene nationale und
internationale Unternehmen für die Wiederaufnahme des Erz- und Spatbergbaus im Freistaat
Sachsen. Mehrere Lizenzen wurden hierzu in den vergangenen Jahren bereits vergeben und erste
Bergbauprojekte befinden sich in der Aufschlussphase.
Hervorzuheben ist ebenso, dass zahlreiche der in mehreren Studien als versorgungskritisch be-
schriebenen Rohstoffe in sächsischen Vorkommen nachgewiesen sind. Dazu gehören: Indium,
Seltene Erden, Wolfram, Zinn, Flussspat, Lithium, Molybdän und Silber.
Sachsen ist ein rohstoffreiches Land. Festgesteine, Sande und Kiese, verschiedenste keramische
Rohstoffe und Braunkohle kommen in vergleichsweise großen Mengen vor und werden in etwa
340 Lagerstätten abgebaut. Vorräte von Erzen und Spaten sind im bundesweiten Vergleich eben-
falls in relativ großen Mengen in Sachsen vorhanden.
Dabei erweisen sich die in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts erfolgten intensiven geologischen
Erkundungen des sächsischen Territoriums als bedeutsame Informationsquellen. Im Vergleich
zum Rest der Welt existiert ein herausragender Kenntnisstand zur grundlegenden geologischen
Situation sowie zu einzelnen Lagerstättenrevieren, der Standort- und Investitionsentscheidungen
maßgeblich befördern kann.
3. Strategien
des Bundes und der EU
(Europäische und nationale Rahmen bedingungen)
4. Rohstoffe in Sachsen –
eine Bestandsaufnahme
Lithiumerz | Quelle: TU BAF

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4.3 Steine- und Erden-Rohstoffe
Mit derzeit 345 Gewinnungsbetrieben stellt der sächsische Bergbau auf Steine- und Erden-Roh-
stoffe das größte Kontingent. Die in der Branche tätigen Unternehmen fördern nahezu alle für
die regionale Bauwirtschaft notwendigen Rohstoffe. Über die Hälfte der aktiven Abbaustellen
fördern Sande, Kiese oder Kiessande. Die Hartgesteinsgewinnungsstellen inklusive der Förderung
von Karbonatgesteinen machen etwa ein Drittel aller produzierenden Betriebe aus. Der Rest ver-
teilt sich vor allem auf bindige Rohstoffe wie Lehme, Tone und Kaoline. Bentonite werden derzeit
in Sachsen nicht abgebaut.
Die Verwendung der Steine- und Erden-Rohstoffe Sachsens ist vielfältig. Sie lassen sich in drei
Nutzungs-Gruppen einteilen:
(1) Festgesteine wie Sandstein, Gneis, Granit werden als Werksteine eingesetzt
bzw. zu Schüttgut verarbeitet.
(2) Sande und Kiese dienen als Betonzuschlagstoff, Frostschutz- und Drainageschicht
im Straßenbau oder zur Glasherstellung.
(3) Tone werden als Grundstoff für Ziegel (Lehme), für verschiedenste keramische Produkte (Tone),
für Papier, Farben und Porzellan (Kaoline) verwendet.
In Sachsen gibt es heute ca. 30 verschiedene Abbaubetriebe auf Naturwerkstein. Naturwerkstein
wird im Wesentlichen in Bauwerken verwendet, deren Planung, Gestaltung und Ausführung primär
durch ästhetische, technische und ökonomische Aspekte geprägt sind. Die Verwendung von heimi-
schem Naturwerkstein besitzt in Sachsen eine lange Tradititon. Für den Neubau von Gebäuden und
Plätzen sowie für die Erhaltung historischer Bausubstanz in der Denkmalpflege sind heimische Werk-
steine unverzichtbar. Gebunden an die natürlichen Vorkommen haben sich in Sachsen mehrere Zent-
ren der Steingewinnung und -verarbeitung herausgebildet, deren Produkte auch überregionale und
über die nationalen Grenzen hinausgehende Bedeutung haben. Schüttgüter finden Verwendung als
Zuschlagstoffe für Asphalt und Beton sowie im Straßen-, Bahn- und Tiefbau.
Aus sächsischem Kaolin wurde vor 300 Jahren das erste europäische Porzellan hergestellt. Der für
den Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche eingesetzte Elbsandstein ist ein deutschlandweit be-
gehrtes Baumaterial. Moderne Bauwerke aus Beton sind – neben Kalkstein – ohne Sand und Kies
nicht denkbar. Mineralische Rohstoffe sind in unserem täglichen Leben unverzichtbare Bodenschätze
im wahrsten Sinne des Wortes.
4.2 Braunkohle
Der Freistaat Sachsen gehört mit seinen Anteilen am Lausitzer und Mitteldeutschen Braunkohlen-
revier zu den bedeutenden Förderländern von Braunkohle im Bundesgebiet.
Die Jahresförderung von etwa 30 Mio. t Rohbraunkohle entspricht einem Anteil von etwa 18 Pro-
zent der Förderung in der Bundesrepublik Deutschland. Mit etwa 3,5 Prozent der weltweit ge-
wonnenen Rohbraunkohle ist diese Fördermenge auch im internationalen Maßstab bedeutend.
Zum Vergleich erreicht die sächsische Jahresfördermenge die Quote von Staaten wie Serbien,
Kanada, Rumänien oder Indien, die auf den Plätzen zehn bis dreizehn der größten Braunkohle-
länder rangieren.
In Sachsen lagern geologische Vorräte von Braunkohle von:
Mitteldeutschland (sächsischer Teil): 13 Mrd. t
Lausitz (sächsischer Teil): 5 Mrd. t
Die wahrscheinlich nutzbaren Braunkohlenvorräte betragen in Mitteldeutschland (sächsischer
Teil) ca. 6,7 Milliarden t und in der nördlichen Oberlausitz ca. 1,3 Milliarden t.
Innerhalb der deutschen Volkswirtschaft ist die Braunkohleindustrie mit ihrem Anteil am Energie-
markt ein energie- und gesamtwirtschaftlich wichtiger Faktor mit mehr als 86.000 Arbeitsplätzen
und zahlreichen vor- und nach gelagerten Wirtschaftsbereichen, die von den Innovationsketten
der Braunkohlenutzung profitieren können.
Solange die Entwicklung von erneuerbaren Energieträgern, der Ausbau der Netze und Energie aus
Wind, Sonne und Geothermie nicht die Grundlast sichert, ist die Braunkohle ein unverzichtbares
Element zur Sicherstellung einer unabhängigen Energieversorgung.
Hierbei spielt ihre umfangreiche, preiswerte und subventionsfreie Verfügbarkeit eine bedeutende
Rolle. Insoweit trägt die Braunkohle auch zur Strompreisstabilisierung und zur Sicherung des
Wirtschaftsstandorts Deutschlands bei.
Im Kontext deutscher und europäischer Klimaschutzziele in Deutschland bis zum Jahr 2020 er-
füllt die Braunkohle mit dem effizienten Neubau und dem Ersatz im Kraftwerkspark ihren Bei-
trag für ein erhebliches Energieeinsparpotenzial und die Reduktion von Umweltbelastungen bei der
fossilen Energieerzeugung. Die Landesregierungen der Länder Brandenburg, Sachsen, Sachsen-
Anhalt und Nordrhein-Westfalen setzen auf hochinnovative Technologien zur Senkung der CO
2
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Emissionen bei der Braunkohlenutzung. Daraus ergibt sich für die Braunkohlenutzung eine Schlüs-
selrolle zum Erhalt zukunftsfähiger Arbeitsplätze und der regionalen Wertschöpfung.
Leitvision in der nachhaltigen Nutzung der Braunkohle ist jedoch die Weiterentwicklung von der
ausschließlich thermischen hin zu einer stofflichen Nutzung und Verwertung der Braunkohle mit
ihren Bestandteilen. Bei der Weiterentwicklung der Verfahren zur stofflichen Nutzung von Braun-
kohle sind auch Synergieeffekte bei der Entwicklung von relevanten thermochemischen Umwand-
lungsverfahren wie Vergasung und Pyrolyse für die stoffliche Nutzung von biogenen Sekundär-
rohstoffen in hochwertige Produkte (z. B. Biokraftstoffe, Chemikalien oder Strom) zu erwarten.
Die stoffwirtschaftlichen Prozesse der chemischen Industrie benötigen auch in Zukunft eine
Kohlenstoffquelle, die in Regionen mit begrenztem Potenzial an Biomasse – wie Europa – für groß-
technische Produktionen nur fossil darstellbar ist. Mit der Kohlechemie bietet sich die einzigar-
tige Chance für Europa, diesen Kohlenstoff aus den einheimischen Kohlevorkommen zu gewinnen
und so die einseitige Abhängigkeit von Öl- und Gasimporten zu mindern. Dies sichert eine
potenziell höhere Wertschöpfung und mögliche zusätzliche Chancen für Wachstum und Beschäf-
tigung, sowie eine nachhaltige Sicherung der ostdeutschen Chemiestandorte.
Speziell in Mitteldeutschland bietet sich die Möglichkeit, die stoffliche Kohlenutzung in die Struk-
turen der in den letzten 15 Jahren entstandenen Chemieparks zu integrieren, deren räumliche
Nähe zu den Vorkommen einen wesentlichen Standortvorteil darstellt. Ein erfolgversprechender
Ansatz wurde durch das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt
»Innovative Braunkohlen Integration in Mitteldeutschland – ibi« eingeleitet. Aus dieser zunächst
in Mitteldeutschland regional konzipierten Initiative soll eine Forschungsinitiative auf europä-
ischer Ebene entstehen. Diese Entwicklung wird der Freistaat mit vorantreiben.
Tagebau Reichenwalde
Quelle: VEM Vattenfall Europe Mining
Quelle: Sächsisches Oberbergamt

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4.4 Erze und Spate
Der weltweite Bedarf an Erzen aufgrund der gewachsenen Nachfrage und die reduzierte oder kos-
tenintensivere Erschließungstätigkeit von neuen Lagerstätten hat seit dem Jahr 2003 zu einem
massiven Anstieg der Rohstoffpreise geführt.
Abbildung 3
Preisentwicklung ausgewählter Metalle
Quelle: BGR, 2012
Die Erz- und Spatlagerstätten des Erzgebirges waren bis in jüngste Zeit eine wichtige Grundlage
für die industrielle Entwicklung Sachsens. Der Abbau löste innovative Entwicklungen im Bergbau
und Hüttenwesen sowie in den Geowissenschaften Mineralogie und Geologie aus, die weit über
die Landesgrenzen hinaus wirkten.
Entsprechender Bergbau, insbesondere auf Zinn, Uran sowie Fluss- und Schwerspat wurde zwar
ab 1990 mit der wirtschaftlichen Neuorientierung eingestellt, jedoch führen seit 2005 die erheb-
lich gestiegenen Weltmarktpreise wieder zu einem deutlichen Interesse an den sächsischen Vor -
kommen und an der Wiederaufnahme des Bergbaus. Ein erstes Bergbauprojekt auf Fluss- und
Schwerspat befindet sich bereits in der technischen Realisierungsphase, weitere Projekte sind in
der Planungsphase.
Die meisten Erz- und Spatvorkommen Sachsens finden sich in abgrenzbaren Verbreitungsgebieten,
sogenannten Revieren, im Erzgebirge und im Vogtland. Weitere liegen in der Lausitz bei Schleife
und Weißwasser (Nordsudetische Senke), nördlich von Leipzig (Delitzscher Granodioritmassiv)
sowie im mittelsächsischen Hügelland (Granulitgebirge). Vor allem in größeren Tiefen (> 500 m)
werden noch weitere ähnliche Lagerstätten und Vorkommen erwartet.
Rohstoff
nachgewiesene
sächsische Vorräte
(Erz & Spat –
Datenbank LfULG)
Welt-Bergbauproduktion
2010 (WEBER et al., 2012),
USGS, BGS, BGR
Anteil nachgewiesener
sächsischer Vorräte an der
Weltproduktion 2010 in %
nachgewiesene
Vorräte weltweit 2010
(USGS, BGS, BGR)
Anteil nachgewiesener
sächsischer Vorräte
an den nachgewiesenen
Weltvorräten (Reserven) in %
Aluminium
22.947.550
41.295.381
55,6
n. b.
n. b.
Arsen
55.070
64.132
85,9
k. A.
k. A.
Baryt
1.070.650
7.920.735
13,5
240.000.000
< 1
Bismut
14.295
9.303
153,7
320.000
rd. 5
Blei
317.170
4.144.495
7,7
85.000.000
< 1
Bor
6.473
4.984.828
0,1
210.000.000
< 1
Cadmium
1.051
23.138
4,5
640.000
< 1
Eisen
578.172
1.273.301.060
0,0
80.000.000.000
< 1
Feldspat
0
21.891.325
0,0
k. A.
k. A.
Fluorit
2.820.617
5.909.912
47,7
240.000.000
rd. 1
Gallium
7
70
9,8
k. A.
k. A.
Germanium
2
59
3,9
> 450
< 1
Indium
240
609
39,4
k. A.
k. A.
Kupfer
161.531
16.114.127
1,0
690.000.000
< 1
Lithium
33.000
44.914
73,5
13.000.000
< 1
Molybdän
3.017
250.314
1,2
10.000.000
< 1
Nickel
12.435
1.528.766
0,8
80.000.000
< 1
Rubidium
46.000
k. A.
k. A.
k. A.
k. A.
Scandium
282
k. A.
k. A.
k. A.
k. A.
Silber
354
22.617
1,6
530.000
< 1
Uran
3.933
53.671
7,3
2.800.000
< 1
Wolfram
53.849
78.551
68,6
3.100.000
2
Zink
485.088
12.409.028
3,9
250.000.000
< 1
Zinn
486.791
319.739
152,2
4.800.000
10
Eine Übersicht zu den nachgewiesenen geologischen Vorräten von Metallen und Spaten in Sachsen
im Vergleich zu den weltweiten Reserven sowie zur Welt-Produktion bietet die nachfolgende
Tabelle:
k. A. = keine Angaben
n. b. = nicht bezifferbar
BGR = Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe
USGS = United States Geological Survey
BGS = British Geological Survey
700 %
600 %
500 %
400 %
300 %
200 %
100 %
0 %
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011

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Im Weltmaßstab mögen die meisten sächsischen Vorkommen als eher klein bis mittelgroß ein-
geschätzt werden, sie können aber bei wachsender Nachfrage und steigenden Weltmarktpreisen
eine neue wirtschaftliche Rolle spielen. Von besonderem Interesse sind Zinn, Zink, Kupfer,
Wolfram sowie Fluss- und Schwerspat und weitere metallische Rohstoffe, von denen wirtschaft-
lich rentable Vorräte vorhanden sind.
In Sachsen mengen- oder wertmäßig wichtige vorkommende Metalle und Industrieminerale
bieten vielfältige Verwendungsmöglichkeiten in den unterschiedlichsten Branchen:
Wohlstand einer Gesellschaft setzt eine komplexe Wirtschaft mit einer möglichst umfassenden
Wertschöpfungskette voraus. Auch eine Dienstleistungsgesellschaft kommt ohne starken Indus-
triesektor nicht aus. Dazu sind Rohstoffgewinnung und industrielle Produktion entscheidende
Garanten. Auch die Globalisierung wird die Güterproduktion und -verteilung nicht so arbeits-
teilig organisieren, dass sich Europa aus den umweltbeeinflussenden Industriebranchen zurück-
ziehen darf. Der Ausstieg aus der Rohstoffindustrie würde mittelfristig zu Wissens- und Kapazi-
tätsverlusten führen und vergrößert die Abhängigkeiten. Zwangsläufig käme es zum Abfluss des
Investi tionskapitals. Dies alles würde den Wohlstand und die sozialen Standards entscheidend
mindern. Umgekehrt müssen Knappheit und höhere Marktpreise bei der weltweiten Nachfrage
auch zur gewinnbringenden Steigerung des eigenen Abbaus genutzt werden.
Wenn also der Abbau heimischer Rohstoffe Arbeit und Ertrag im heimischen Wirtschaftskreis-
lauf fördern, gilt es dies umgehend zu nutzen.
Der Freistaat Sachsen unterstützt den aktuellen Wiedereinstig in den Erz- und Spatbergbau.
Er kundung und Aufschluss von Lagerstätten sind stets und überall mit finanziellem Aufwand
und Risiko ohne Erfolgsgarantie verbunden. Die Entscheidung zur Realisierung eines solchen
Projektes ist entsprechend den globalen Marktbedingungen ausschließlich unternehmerisch zu
treffen. Finan zielle Förderprogramme für die Errichtung der Betriebsstätten lassen die europä-
ischen Regeln nicht zu. Der Freistaat Sachsen gehört aber zu den geologisch und geophysikalisch
am besten erkundeten Regionen der Welt. Insoweit kann er Daten und Beratungsleistungen zur
Verfügung stellen, die den Investoren kostspielige und langwierige Erkundungen ersparen. Mit
optimierten Zulassungs- und Genehmigungsverfahren bietet er langfristige Rechtsicherheit.
in Sachsen nachgewiesene Rohstoffe
Einsatzmöglichkeiten
Blei (Pb)
Akkumulatoren, Legierungen, Strahlenschutz
Flussspat (=Fluorit)
Flussmittel in der Metallindustrie, Grundstoff für gesamte Fluorchemie, Optik, Füllmittel, Imprägniermittel
Indium (In)
Solarzellen, transparente Displays, Phototransistoren, Laser, Legierungen, Spezialkleber, Glasindustrie
Kupfer (Cu)
elektrische Leiter, Rohre, Kessel, Münzen, Beschläge, Legierungszuschlag für Messing und Bronze
Lithium (Li)
langlebige Akkumulatoren, Batterien, Flussmittel in der Aluminiumverhüttung,
Glas- und Keramikindustrie, Schmiermittel, Pharmazie
Nickel (Ni)
korrosionsbeständiger Stahl, Legierungen, Metallüberzüge, Münzen, Gasturbinen, Katalysatoren, Batterien
Schwerspat (=Baryt)
Bohrspülungszusatz, Füller in Kunststoffen, Schallschutz, Farbpigment (weißer Schwerspat)
Seltene Erden Elemente (SEE)
Mobilfunkgeräte, LCD’s, Permanentmagnete (z. B. in Generatoren von Windenergieanlagen),
Hybrid-Akkumulatoren, Plasmabildschirme, Energiesparlampen, Gläser, Katalysatoren
Silber (Ag)
Elektronikindustrie, Legierungen, Schmuck- und Tafelwaren, Münzen, Photoindustrie
Wolfram (W)
Stahlhärter (Werkzeug, Panzerung, Geschosse), Schweißelektroden, Hitzeschilde
Zink (Zn)
Rostschutz (Verzinken), Münzen, Legierungszuschlag für Messing
Zinn (Sn)
Lötzinn in der Elektroindustrie, Weißblech, Chemikalien, Pigmente, Legierungszuschlag für Bronze
4.5 Sekundärrohstoffe – Rückgewinnungspotenziale
Neben den vorhandenen Primärrohstoffen bietet in Sachsen auch die Rückgewinnung von Sekun-
därrohstoffen ein nicht zu unterschätzendes Rohstoffpotenzial. Getrennt gesammelte Abfälle und
gemischte Abfälle aus unterschiedlichsten Herkunftsquellen werden heute entweder direkt wieder
in Produktionsprozessen eingesetzt oder in Recyclinganlagen mit innovativen Sortier- und Trenn-
technologien aufbereitet. Die Rückgewinnung aus Sekundärrohstoffen gewinnt auch speziell bei den
seltenen Erden besondere Relevanz angesichts der diesbezüglichen extremen Importabhängigkeit
der heimischen Industrie.
Sächsische Verwertungswirtschaft 2009 (nach StaLA 2011)
Abfallentsorgung
insgesamt
abgegebene
Abfallmenge insgesamt
zur Abfallbeseitigung
zur Verwertung in
Abfallentsorgungs-
anlagen
an Verwerter,
Sekundärrohstoffe
und Produkte
in [t]
6.298.729
4.007.713
179.377
2.252.923
1.575.413
Thermische Anlagen
280.557
96.727
4.412
84.115
8.200
Bodenbehandlungsanlagen
434.917
406.806
28.936
370.000
7.870
Chemisch-/physikalische
Behandlungsanlagen
390.579
283.102
22.700
226.002
34.400
Altfahrzeugdemontageanlagen
95.202
54.191
21
51.381
2.790
Feuerungsanlagen mit
energetischer Verwertung
588.507
71.976
534
69.103
2.340
Biologische Behandlungsanlagen
541.858
298.933
7.134
16.631
275.169
Mechanischbiologische
Behandlungsanlagen
436.123
341.992
87.216
233.042
21.735
Schredder- und Schrottanlagen
886.915
902.437
10.957
383.453
508.027
Sortieranlagen
1.086.919
1.049.764
4.030
599.911
445.823
Elektro- und Elektronik-
altgerätebehandlungsanlagen
21.752
21.658
591
18.527
2.540
Sonstige Behandlungsanlagen
1
505.950
480.126
12.846
200.760
266.520
Deponien
1.029.451
1
1
1
1
1
einschließlich Deponien soweit Produktionsanlagen und Anlagen zur stofflichen Verwertung von Altöl
Die vorliegende Strategie konzentriert sich auf primär gewonnene bergbaubezogene Rohstoffe.
Entsprechend liegt der Fokus auf denjenigen Sekundärrohstoffen, die Steine- und Erden-Roh-
stoffe, Kohlen, Erze und Spate stofflich substituieren können.
Sekundärbrennstoffe aus unterschiedlichsten Abfällen (wie Altholz, Altreifen, Lösungsmittel,
Siedlungsabfälle), die Braunkohle als Energieträger ersetzen könnten, werden hier allein schon
wegen ihrer geringen Mengenrelevanz im Verhältnis zu anderen Energiequellen nicht weiter
behandelt. Zudem ist grundsätzlich die stoffliche Verwertung gegenüber der Verbrennung von
Abfällen rechtlich und aus ökologischen und zunehmend ökonomischen Gründen die vorzugs-
würdige Lösung.

18 |
| 19
4.5.1 Aufkommen und Substitutionspotenzial
Anstelle von Steine und Erden können Sekundärrohstoffe aus nicht gefährlichen mineralischen
Abfällen aus dem Bau und Abbruch, thermischen Prozessen, der Abfallbehandlung und aus dem
Siedlungsabfallbereich zum Einsatz kommen (z. B. Rost- und Kesselasche, Filterstäube, Fliesen-/
Ziegelbruch). Das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie schätzt das
sächsische Aufkommen an mineralischen Abfällen auf ca. 20 Mio. Tonnen. Das entspricht fast
50% der jährlichen Fördermenge an Steinen und Erden (ca. 37 Mio. Tonnen). Davon werden
ca. 40% in den knapp 400 sächsischen Anlagen aufbereitet. 60 % der mineralischen Abfälle werden
in Tagebauen zu deren Wiedernutzbarmachung verfüllt.
Die Sekundärbaustoffe werden als Gesteinskörnungen in technischen Bauwerken eingesetzt (z. B.
Straßen- und Wegebau, Gewerbeflächen, Lärmschutzwälle). Gegenwärtig erfolgt allerdings keine
Verwendung von Sekundärbaustoffen im Hochbau. Trotz ihrer großen Mengenrelevanz können
Sekundärbaustoffe Primärbaustoffe noch nicht ersetzen. Hier gilt es, die Potenziale innovativer
Aufbereitungsverfahren und die Akzeptanz bei Anwendern und Öffentlichkeit stärker zu fördern,
um das Angebot von Sekundärbaustoffen in ausreichend hoher Qualität und zu konkurrenzfähi-
gen Preisen zu ermöglichen.
Nach bundesweiten Erhebungen werden 92% der mineralischen Abfälle verwertet und decken ein
Drittel des Bedarfs an diesen Rohstoffen (IW Köln) bzw. substituieren die gewonnenen Sekun där-
baustoffe 10% der insgesamt eingesetzten Gesteinskörnungen (Deutsche Rohstoffagentur, 2010).
Zur Substitution von Erzen und Spaten kommen Metallabfälle (Schrotte) und metallhaltige Ab-
fälle (z. B. Schlacken, Stäube, Verpackungen) zum Einsatz. Verwertbare Angaben über Substituti-
onspotenziale sind nur auf nationaler Ebene verfügbar (IW Köln, BGR, ZVEI/Commerzbank): Der
in Deutschland gefertigte Rohstahl wird zu fast 50% aus Stahlschrott gewonnen. Bei rund 56%
der Nichteisen-Metallproduktion wird Schrott eingesetzt. In der deutschen Raffinade- und Roh-
stahlproduktion stammen 43% des Kupfers, 60% des Aluminiums, 69% des Bleis und 44%
des Rohstahls aus Sekundärrohstoffen.
Im Freistaat Sachsen gibt es seit Jahren etablierte Unternehmen mit sehr innovativen Aufberei-
tungstechnologien für die Rückgewinnung von Metallen.
Nach Erhebungen des Statistischen Landesamtes des Freistaates Sachsen belief sich im Jahr
2011 das sächsische Aufkommen für eine Auswahl der in Betracht kommenden Abfallfraktionen
auf rund 917.000 Tonnen.
EAV-AS
Abfälle aus der Eisen- und Stahlindustrie
174.623
10 02
Abfälle aus der Eisen- und Stahlindustrie
174.623
10 07
Abfälle aus der thermischen Silber-, Gold- und Platinmetallurgie
602
10 08
Abfälle aus sonstiger thermischer Nichteisenmetallurgie
2.025
10 09
Abfälle vom Gießen von Eisen und Stahl
14.017
10 10
Abfälle vom Gießen von Nichteisenmetallen
2.474
11 01
Abfälle aus der chem. Oberflächenbearbeitung und
Beschichtung von Metallen und anderen Werkstoffen
34.803
12 01
Abfälle aus Prozessen der mechanischen Formgebung sowie der
physikalischen und mechanischen Oberflächenbearbeitung von
Metallen und Kunststoffen
442
12 01 02
Eisenstaub und -teile
442
12 01 03
NE-Metallfeil- und -drehspäne
647
12 01 04
NE-Metallstaub und -teilchen
832
12 01 09*
halogenfreie Bearbeitungsemulsionen und -lösungen
31.907
12 01 14*
Bearbeitungsschlämme, die gefährliche Stoffe enthalten
478
12 01 15
Bearbeitungsschlämme mit Ausnahme derjenigen,
die unter 120114 fallen
1.025
12 01 16*
Strahlmittelabfälle, die gefährliche Stoffe enthalten
876
12 01 17
Strahlmittelabfälle mit Ausnahme derjenigen, die unter 120116 fallen
809
12 01 18*
ölhaltige Metallschlämme (Schleif-, Hon- und Läppschlämme
1.497
12 03
Abfälle aus der Wasser- und Dampfentfettung (außer 11)
761
16 01
Altfahrzeuge verschiedener Verkehrsträger
(einschließlich mobiler Maschinen und Abfälle aus der Demontage
von Altfahrzeugen sowie der Fahrzeugwartung)
16 01 17
Eisenmetalle
43.770
16 08
gebrauchte Katalysatoren
15.614
17 04
Metalle (einschließlich Legierungen)
523.888
19 10
Abfälle aus Shreddern von metallhaltigen Abfällen
19 10 02
NE-Metall-Abfälle
280
19 12
Abfälle aus der mechanischen Behandlung von Abfällen
(z. B. Sortierung, Zerkleinern, Verdichten, Pelletieren) a. n. g.
19 12 03
Nichteisenmetalle
23.038
Summe
aller hier genannten Metall/metallhaltigen Abfälle
916.543
Bei einer optimierten statistischen Erfassung der Mengen bei den Anlagenbetreibern und Ab-
nehmern ist von höherem Potenzial verwertbarer Abfälle auszugehen. Im Hinblick auf metall-
haltige Abfälle aus Privathaushalten (z. B. Leichtverpackungen, Restabfälle, ohne sperrige Güter)
hat das LfULG ein ungenutztes Potenzial von 7.500 Tonnen/Jahr bzw. 1,4 kg/Einwohner/Jahr er-
mittelt. Für Deutschland wird durch die Einführung einer Wertstofftonne für materialgleiche
Nichtverpackungen mit der Erschließung eines Potenzials von 7 kg stoffgleichen Produkten pro
Kopf und Jahr (570.000 Tonnen jährlich) gerechnet. Weitere Potenziale sind erschließbar, wenn
die bei der Rückgewinnung von Metallen anfallenden metallhaltigen mineralischen Abfälle (z. B.
Stäube und Schlacken) weiter genutzt werden. Bislang dienen sie mangels Rentabilität vorwie-
gend als Deponieersatzbaustoff oder werden deponiert.
Seltene Erden und Edelmetalle finden sich in vielfältigen Produktionsabfällen, in Konsumgüter-
abfällen wie Altelektronik- und -elektrogeräten, Altbatterien, Altfahrzeuge und Großanwendungen
wie Photovoltaikmodulen oder Windturbinen. Aus einer Tonne ausgedienter Autoabgaskataly-
satoren sind 0,5 kg Platinmetalle wiedergewinnbar; aus einer Tonne Handy-Schrott bis zu 340 g
Gold. Teilweise hat die Substitution bereits beachtlichen Umfang erreicht (z. B. decken Sekundär-
metalle aus Katalysatoren, Elektronikschrott etc. bereits mehr als die Hälfte der globalen Nach-
frage für Platingruppenmetalle und Palladium). Gerade für Seltene Erdenmetalle und Edelmetalle
besteht aber noch in erheblichem Maße Optimierungsbedarf und -potenzial.

20 |
| 21
4.5.3 Rechtliche Rahmenbedingungen und Wettbewerb
Im Vergleich zum Bereich der Primärrohstoffgewinnung ist zu beachten, dass die Tätigkeit der
Sekundärrohstoffgewinnung durch eine enorme Regelungstiefe geprägt ist. Dies reicht von der
konkreten Vorgabe im einzelnen anzuwendender Verwertungsschritte und –verfahren (z. B. Aus-
maß der Trockenlegung oder Demontage von Alt-Kfz oder Elektrogeräten) über zu erreichende
Quoten bei der Verwertung bis zu umfangreichen Anforderungen an Analysen und Probenahmen
sowie nicht zuletzt zu konkreten Kriterien für das Ende der Abfalleigenschaft und für die Herstel-
lung neuer Stoffe oder Produkte zu beachtende Vorgaben (z. B. des EU-Chemikalienrechts). Mit
der Umsetzung der Abfallrahmenrichtlinie durch das Kreislaufwirtschaftsgesetz wurden zur ver-
stärkten Rohstoffgewinnung aus Abfällen erste Impulse gesetzt, die es aber noch zu verstärken gilt.
Dieses vergleichsweise enge Rechtskorsett begrenzt den Handlungsspielraum für flexible Lö-
sungen und innovative Weiterentwicklungen. Die Staatsregierung setzt sich stets für eine aus-
gewogene Gestaltung von Regelungen auf EU- und Bundesebene ein, die sowohl den ökologischen
Erfordernissen als auch den rohstoffwirtschaftlichen Zielen Rechnung trägt.
Zudem stehen – anders als bei der Primärrohstoffgewinnung – auf dem Entsorgungsmarkt pri-
vaten Unternehmen traditionell die kommunalen Gebietskörperschaften als Entsorgungsträger
gegenüber. Soweit für Abfälle Überlassungspflichten gelten, sind diese dem Zugriff privater
Unternehmen zunächst entzogen, die Privaten von der Erfassungspraxis der öffentlichrecht-
lichen Entsorgungsträger abhängig (z. B. Altelektrogeräte) oder an die zusätzlichen Vorgaben
der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger als ihre Auftraggeber gebunden.
Zunehmend ist Abfall aber kein Problem der Umweltgefährdung mehr, sondern eine Lösung für
Rohstoffversorgungsengpässe.
Angesichts der Tatsache, dass die Rückgewinnung insbesondere von Metallen und seltenen Erden
aus Abfällen sehr komplexe Verfahren und Investitionen in Hochtechnologie-Anlagen erfordert,
stößt dies an die Grenzen der kommunalen Leistungsfähigkeit. Dieser Bereich ist – unabhängig
von klaren Rahmenregelungen und Kontrolle – eindeutig der privaten Wirtschaft zuzuordnen. Für
eine Neuausrichtung sollten alle Akteure gewonnen und bundes- sowie EU-rechtliche Spielräume
ausgeschöpft werden. Das novellierte Kreislaufwirtschaftsgesetz wird diesen Bedürfnissen
nicht gerecht.
4.5.4 Technologische und logistische Herausforderungen
Noch mehr als bei mineralischen Abfällen stehen Rückgewinnungsverfahren bei metallhaltigen
Abfällen vor der enormen Herausforderung, aufwändige Materialverbünde, hybride Bauteil-
strukturen und die Vielzahl von Werkstoffen pro Produkt und entsprechend komplexe und in-
homogene Abfallströme zu bewältigen. Für die Erforschung und Entwicklung von innovativen
Verfahren, die Systemverluste von Sekundärrohstoffen durch ihre irreversible Veränderung ver-
meiden und Potenziale möglichst weitgehend ausschöpfen, besteht ein breites Betätigungsfeld.
Im Bereich der mineralischen Sekundärrohstoffe besteht eine der größten Herausforderungen
darin, Technologien zu entwickeln, die eine ausreichend hohe Qualität zu konkurrenzfähigen Prei-
sen im Vergleich zu den Primärbaustoffen ermöglichen und eine effektive Gütesicherung zu
etablieren.
Erhebliches Optimierungspotenzial besteht außerdem im Bereich der Logistik: So muss die Er-
fassung von Abfällen optimal auf die späteren Verwertungsverfahren bzw. Nutzungsmöglich-
keiten abgestimmt sein, um bestimmte Optionen nicht von vornherein auszuschließen. Dies
setzt entsprechenden Informationsaustausch der Akteure in der Wertschöpfungskette voraus
(Hersteller, Zulieferanten, Verbraucher, Verwerter).
Zusätzliche Wertschöpfungseffekte sind erreichbar, wenn das aus der Aufbereitung und Verar-
beitung von Primärrohstoffen gewonnene technische Know-how auch für die Sekundärroh-
stoffwirtschaft nutzbar gemacht wird. Entsprechende technologische Synergieeffekte sind aus-
gehend von den bisherigen Erfahrungen in erster Linie in den Bereichen Kohlen (Technologien
zur stofflichen Nutzung von Braunkohle wie z. B. Vergasung, Pyrolyse) oder Erze und Spate
(Selektion und Verhüttung mit Verfahren aus Rückgewinnungstechnologien) zu erwarten. Die
Schaffung von Netzwerken sowie Forschung und Bildung zur Erschließung und Sicherung von
Verbindungen zwischen Primär- und Sekundärrohstoffgewinnung stellen besondere Herausfor-
derungen der Zukunft dar.
4.5.2 Verbesserung der Wissensbasis
Für die Abschätzung des konkreten und erschließbaren Rohstoffpotenzials aus der Gewinnung
von Sekundärrohstoffen durch die sächsische Wirtschaft ist die dazu erforderliche Wissensbasis
zu verbessern. Für den Bereich der Steine und Erden ist eine Stoffstromanalyse von Sekundär-
als auch von Primärbaustoffen unabdingbar, um optimale Bedingungen zur nachhaltigen Roh-
stoffnutzung zu schaffen. Dazu sind Fragen zu klären wie:
Welche in Sachsen gewinnbaren Sekundärrohstoffe sind quantitativ und qualitativ
tatsächlich als Substitut anstelle von Primärrohstoffen einsetzbar?
Welche konkreten Mengen an verwertbaren Abfällen fallen in Sachsen selbst an oder
können von außerhalb akquiriert werden?
Inwieweit sind für deren Aufbereitung sächsische Anlagen erweiterbar bzw. können
neue installiert werden?
Welche Technologien stehen zur Verfügung bzw. sind zu entwickeln und ggf. wie zu fördern?
Welche Einflussfaktoren sind zu beachten (z. B. demografischer Wandel, Wirtschafts-
tätigkeit, Markthemmnisse, umwelt- und genehmigungsrechtlicher Rahmen);
sind sie zum Erreichen der rohstoffwirtschaftlichen Ziele steuer- oder gestaltbar?
Einer solchen Bestandsaufnahme sind bisher statistisch enge Grenzen gesetzt, unter anderem
durch den durch das Umweltstatistikgesetz gesetzten Rahmen. Andere reguläre Erhebungen
existieren in Sachsen nicht. Insbesondere ist das Abfallaufkommen im gewerblichen und indus-
triellen Bereich nur lückenhaft erfasst. Ein umfassender Überblick über die in Sachsen ansässigen
Unternehmen und Anlagen der Sekundärrohstoffwirtschaft wird dadurch erschwert, dass es
sich dabei um keinen speziell »klassifizierten Wirtschaftszweig« handelt.
Eine genaue Unterscheidung von anderen Branchen und zwischen den Unternehmen, welche die
eigentlichen Verwertungsverfahren durchführen, damit zusammenhängende Dienstleistungen
(z. B. Erfassung, Transporte) oder dafür notwendige Technik anbieten, ist dringend geboten.
Hinzu kommt, dass viele Firmen duale Tätigkeitsfelder haben (z. B. Gewinnung mineralischer Roh-
stoffe, gleichzeitig Annahme, Aufbereitung und Verwertung von mineralischen Abfällen). Das Ka-
taster der Abfallentsorgungsanlagen im Freistaat Sachsen
(www.abensa.de)
weist 836 Anlagen aus.
Gewisse Rückschlüsse auf das Rohstoffpotenzial sind zwar aus zugelassenen Anlagenkapazitäten
möglich (z. B. Kapazität für jährlich 173.000 Alt-Kfz und 78.000 Tonnen Altelektrogeräte). Hierzu
stammen die verfügbaren Daten jedoch aus dem Jahre 2007. Für eine Bewertung der ökonomi-
schen Entwicklungspotenziale sind Angaben über konkrete rückgewonnene Stoffe oder Stofffrak-
tionen unverzichtbar. Hier werden die Initiativen der Staatsregierung mit ansetzen, Netzwerke
für Kooperationen, Wissenstransfer und gemeinsame Entwicklungen von Produkt- und Verfahrens-
techniken zu organisieren.
Zur Verbesserung der Wissensbasis zählt nicht zuletzt die sehr komplexe ganzheitliche Betrachtung
kompletter Wertschöpfungsketten. Sie wird noch erschwert durch Wechselwirkungen zwischen
Primär- und Sekundärrohstoffströmen (z. B. Wiedernutzbarmachungspflichten bei der Primär-
rohstoffgewinnung – entsprechende Ströme von Sekundärbaustoffen in die Verfüllung, entspre-
chender Entzug von Material für hochwertigere Aufbereitung). Im Interesse volkswirtschaftlich
vernünftiger Lösungen bedarf es umfassender Stoffstromanalysen.
Es besteht daher ein genereller Erhebungsbedarf an Informationen zum aktuellen Aufkommen
und Entsorgungswegen und tatsächlich verfügbaren Sekundärrohstoffen.

22 |
| 23
4.5.5 Abfallexporte
Durch den Export insbesondere metallhaltiger Abfälle (z. B. Schrott, Altelektrogeräte, Altfahr-
zeuge), die im Empfängerstaat keinem hochwertigen Rückgewinnungsverfahren zugeführt wer-
den, gehen Sekundärrohstoffe in großem Umfang verloren. Dabei nehmen illegale Exporte aus
der EU etwa die Hälfte ein. Im Ergebnis werden aber auch durch legal exportierte Abfälle Sekun-
därrohstoffe dem Zugriff der deutschen Wirtschaft mit ungesicherten Reimportmöglichkeiten
entzogen. So werden weniger als 50% der ausgemusterten Kraftfahrzeuge auch in Deutschland
verwertet.
EU-Leitlinien sollten die nach wie vor bestehenden Unsicherheiten bei der Abgrenzung zwischen
Abfall und noch funktionsfähigem Produkt beseitigen (existieren bereits für bestimmte Elektro-
nikgeräte). Damit können rechtliche Grauzonen, die illegalen Exporten Vorschub leisten, beseitigt
werden. Darüber hinaus sollten Rahmenbedingungen geschaffen werden, die entweder eine Rück-
gewinnung im Inland attraktiver als den Export machen oder eine hochwertige Rückgewinnung
im Ausland mit der Option des Reimports der Sekundärrohstoffe gewährleisen.
4.5.6 Rückgewinnung Seltener Erden
Seltene Erden sind regelmäßig in sehr geringen Konzentrationen fein und breit verteilt. Bei her-
kömmlichen Verwertungsprozessen gehen sie in der Schredderfraktion oder in der Abfallver-
brennung unwiederbringlich verloren. Anstelle der auf Massenmetalle ausgerichteten Verfahren
(Verwertungsquoten) sind effiziente Erfassungssysteme und Behandlungstechniken erforderlich,
mit denen die geringen Anteile an qualitativ hochwertigen Elementen zurückgewonnen werden.
Diese müssen genau aufeinander abgestimmt sein. Wenn z. B. nur 50% der Altprodukte er fasst
werden, kann auch eine 95%ige Rückgewinnungsquote eines Hochtechnologie-Verfahrens den
Verlust bei der Erfassung nicht kompensieren.
Die Rückgewinnung seltener Erden erfordert spezifisches Knowhow, komplexe insbesondere
chemische Verfahren und aufwändige Ausrüstung. Dafür gibt es weltweit bislang nur sehr we-
nige Anlagen und Technologien. Selbst entwickelte Rückgewinnungsverfahren sind bei kommer-
zieller Anwendung wegen des hohen Demontage-Aufwands und des hohen Energiebedarfs oft-
mals nicht rentabel. Forschung und Entwicklung in diesem Bereich sind besonders wichtig,
ge nauso wie finanzieller Unterstützungsbedarf (sehr hohe und risikobehaftete Investitionen).
Der Freistaat Sachsen muss die sich daraus ergebenden Chancen einer neuen bedeutsamen Hoch-
technologieindustrie erkennen und fördern. Mit Initiativen wie dem Innovationsforum »Life-
Cycle-Strategien« in Freiberg und den Forschungsaktivitäten des Helmholtz-Instituts Freiberg für
Ressourcentechnologie ist ein entscheidender Anfang gemacht.
Die Entwicklung neuer hocheffektiver Rückgewinnungs- und Aufbereitungstechnologien und
entsprechender spezifischer Maschinen-, Anlagen- und Gerätetechnik durch sächsische Unter-
nehmen, auch in Kooperation mit universitären oder außeruniversitären Forschungseinrichtungen,
kann im Rahmen der sächsischen Technologieförderung unterstützt werden.
4.6 Geothermie
Die Ressource Geothermie gewinnt unter den erneuerbaren Energien immer mehr an Bedeutung
und besitzt bei der gegenwärtigen Rohstoff- und Energiesituation auch in Sachsen ein bedeu-
tendes Potenzial für eine umweltfreundliche Energienutzung. Die oberflächennahe Geothermie,
wozu auch die Grubenwassergeothermie zählt, erschließt ein Potenzial bis in Tiefenbereiche von
maximal 400 m und dient ausschließlich der Klimatisierung von Gebäuden. Aktuell werden in
Sachsen mittels oberflächennaher Geothermie ca. 9000 Erdwärmeanlagen mit einer installierten
Gesamtheizleistung von ca. 107 MW betrieben.
Die gefluteten bergbaulichen Hohlräume in Sachsen stellen ein bislang nur wenig genutztes
Potenzial für die Klimatisierung (Heizen und Kühlen) von Gebäuden dar. Aktuelle Grubenwasser-
nutzungen in Sachsen befinden sich unter anderem in Marienberg (Aquamarin), Ehrenfrieders-
dorf (Mittelschule) sowie Freiberg (Schloss Freudenstein, Steigerhaus Reiche Zeche).
Die Tiefengeothermie ist eine der zukünftigen umweltfreundlichen Perspektiven für die Strom-
und Wärmeerzeugung. Im Freistaat Sachsen ist im Unterschied zu anderen Bundesländern auf
Grund der geologischen Situation nur die Nutzung der petrothermalen Geothermie möglich.
Temperaturmodelle weisen in 5 km Tiefe Werte zwischen 105 und 190 °C auf. Eine Stromerzeu-
gung durch die Nutzung der im Erdinneren gespeicherten Energie über Bohrungen bis 5 km
Tiefe erscheint in Sachsen in fast allen betrachteten Gebieten möglich.
Eine breitgefächerte sächsische Rohstoffkompetenz kann Sachsen zum Innovationsführer im Be-
reich Rohstoffe machen. Auf einzigartige Weise bieten unternehmerische und wissenschaftliche
Kapazitäten das Potenzial für eine nachhaltige Wertschöpfung im Freistaat Sachsen und gestat-
ten gute Entwicklungsmöglichkeiten. Sachsen besitzt hohe Kompetenzen und beachtliche Kapa-
zitäten in Forschung, Wirtschaft und Verwaltung, so dass der Lebenszyklus von der Gewinnung
des Rohstoffs im Bergbau, über die Aufbereitung, die Veredelung, die Verarbeitung bis hin zur
Rohstoffrückgewinnung dargestellt werden kann. Sachsen als die Ingenieurschmiede Deutsch-
lands stellt qualifizierte Arbeitskräfte zur Sicherung des Fach- und Führungskräftebedarfs für die
Unternehmen bereit. Ein weiterer Ausbau der sächsischen Rohstoffforschung trägt zur Siche-
rung der internationalen Spitzenstellung bei.
Von ebenso großer Bedeutung sind das sächsische wissenschaftliche und unternehmerische
Knowhow bei der Materialforschung. Neue Materialien aus der Rückgewinnung oder Substitution
werden althergebrachte Materialien ersetzen oder ergänzen. Dies zieht Veränderungen bei den
Herstellungsprozessen, den Anforderungen an Werkzeuge und Maschinen und damit Innovationen
im Maschinenbau nach sich.
Freiberg ist Sachsens wissenschaftliches Zentrum für geowissenschaftlich-geotechnische und
geoökologische Themen, für Landesplanung, Raumordnung und Ressourcennutzung/Ressourcen-
sicherung sowie für die volkswirtschaftlich sinnvolle Nutzung der Geosphäre. Dafür stehen
gleich mehrere Einrichtungen und Initiativen zur Verfügung.
An der
TU Bergakademie Freiberg
als der Ressourcenuniversität in Sachsen wird entlang der Wert-
schöpfungskette in den vier Themengebieten Geo, Material/Werkstoffe, Energie und Umwelt für
eine nachhaltige Stoff- und Energiewirtschaft gelehrt und geforscht. Seit ihrer Gründung 1765
als älteste montanwissenschaftliche Hochschule der Welt ist sie auf das Engste mit dem Bergbau
und der metallurgischen Aufbereitung der Bodenschätze verbunden. Ihre Wissenschaftler widmen
sich nicht nur der Erschließung neuer Lagerstätten, sondern auch der Entwicklung alter nativer
Energietechniken, neuer Werkstoffe sowie moderner Rückgewinnungsverfahren.
Mit dem vorgesehenen Ausbau des bestehenden Lehr- und Forschungsbergwerks »Reiche Zeche«,
in engem Verbund mit dem Helmholtz Institut Freiberg für Ressourcentechnologie, zu dem welt-
weit ersten Green Mining Bergwerk soll weiterhin der sehr erfolgreiche Ansatz der horizontalen
Vernetzung über die Rohstoffwertschöpfungskette und der vertikalen Vernetzung von der Idee
über den Laborversuch, die Technikums- und die Pilotversuchsanlage gestärkt und weiterent-
wickelt werden und, in enger Abstimmung sowohl mit sächsischen und deutschen sowie interna-
tionalen Forschungspartnern und Industrieunternehmen rohstoff-, umwelt- und ressourcen-
effiziente Verfahren und Methoden zur nachhaltigen Rohstoffgewinnung unter insitu-Bedingungen
entwickelt und erprobt werden.
Das
Helmholtz-Institut Freiberg
für Ressourcentechnologie, getragen durch die TU Bergakademie
Freiberg und das Helmholtz Zentrum Dresden-Rossendorf, bündelt Forschungskompetenzen
zur Sicherung der Rohstoffversorgung der deutschen Wirtschaft. Schwerpunktaufgabe ist zu-
nächst die Gewinnung von Hochtechnologiemetallen wie Gallium, Indium, Germanium und den
Elementen der sogenannten Seltenen Erden und deren Rückgewinnung. Diese sind für Anwen-
dungen im Bereich der erneuerbaren Energien oder der Elektromobilität unverzichtbar.
Das
Sächsische Oberbergamt
ist mit seinem Gründungsdatum vom 1. Juli 1542 die älteste
deutsche Bergbehörde. Wichtige Impulse für die Entwicklung des Bergrechts gingen von hier aus,
die in anderen europäischen Bergbauregionen zur Anwendung kamen. Schon 1713 wurde der
Begriff der Nachhaltigkeit von Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz geprägt. Seit 1991
ist das Sächsische Oberbergamt die für Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz, Umweltschutz
und Rohstoffsicherung im sächsischen Bergbau zuständige Behörde. Schwerpunkte sind Tage-
bau auf Braunkohle, Steine und Erden, sowie der Sanierungsbergbau und ein umfangreicher
jahrhundertealter Altbergbau.
5. Rohstoffkompetenz
als Grundlage für eine
moderne Wirtschaft

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Für den Zugang und die Nutzung der Rohstofflager anderer Staaten sind Rahmenabkommen
und Lieferverträge nur ein wichtiger Schritt. Alleine garantieren sie nicht den Schutz vor Ver-
zerrung der Rohstoffmärkte. Unabhängig von verfügbaren Ressourcen greifen viele Länder zu
Maßnahmen zur Manipulation der Preisentwicklung, zum Schutz der eigenen Industrie und zur
Steuerung von Exporten. Andererseits fehlen, besonders in Ländern der Dritten Welt, Erfahrung
und Wissen zum effizienten Abbau ihrer Rohstoffe. Nur bei einer zunehmend gegenseitigen Ver-
netzung wächst auch das gegenseitige Vertrauen und die Einsicht in gemeinsame Interessen.
Daher ist eine intensive Geschäfts- und Kontaktpflege auf allen Ebenen notwendig.
Sachsen kann dabei mit dem Wissen und der Erfahrung seiner Bergbaubetriebe und -fachleute
überzeugen. Es genießt aufgrund jahrhundertelanger Tradition und aktueller Kenntnisse im Roh-
stoffbereich eine Wertschätzung in den Rohstoffländern vor allem Afrikas, Lateinamerikas und
Asiens. Besonders die Erfahrungen aus dem komplizierten Erzbergbau, der nachhaltigen Sanierung
von Bergbaugebieten, das Wissen über alternative Gewinnungsverfahren, Verhüttung und Roh-
stoffrückgewinnung sind weltweit zunehmend gefragt.
Sachsen ist ein Zentrum der Geoconsulter und Erkundungsbetriebe, der aktiven Bergbauunter-
nehmen und hoch spezialisierten Firmen aus dem Bereich des Sanierungsbergbaus. Sachsen be-
sitzt eine leistungsfähige Rohstoffwirtschaft mit rund 5.000 Unternehmen, die etwa 75.000 Ar-
beitskräfte beschäftigen.
Neben den vorgenannten Unternehmen ist in Sachsen auch eine Vielzahl an Firmen aktiv, welche
die zur Rohstoffgewinnung und Aufbereitung notwendige Technik liefern. Zahlreiche Unter-
nehmen haben sich gezielt im näheren Umfeld der Bergakademie angesiedelt, um in enger Koo-
peration neue Maschinen und Anlagentechnik sowie Verfahren zur Aufbereitung zu entwickeln.
Hochkomplexe Tagebausysteme aus Sachsen, vom Schaufelradbagger über Eimerkettenbagger
bis hin zu den Förderbrücken, fördern weltweit Rohstoffe.
In der Region Freiberg haben sich, ausgehend von der dort im Zusammenhang mit der Rohstoff-
gewinnung entstandenen Industrie zur Rohstoffverarbeitung, Unternehmen im Bereich der Um-
welt- und Rückgewinnungstechnik mit innovativen und führenden Technologien, insbesondere
der Rückgewinnung von Eisen- und Nichteisen-Metallen aus unterschiedlichen Abfallarten,
etabliert.
Weiterhin konzentriert sich in der Region Freiberg eine starke Industrie mit wachsendem Bedarf
an strategischen Rohstoffen (z. B. Photovoltaik-Industrie, Zulieferindustrie für die Mikroelektro-
nik, Gießereiindustrie u. a.).
Im Rahmen internationaler Zusammenarbeit stehen die staatlichen Einrichtungen den Rohstoff-
ländern offen, die die nachhaltige Zusammenarbeit mit deutschen Unternehmen suchen sowohl
als Forschungs- als auch als Ausbildungsstätten für ihre Fachkräfte. Dies legt den Grundstein
für eine dauerhafte Partnerschaft und Kooperation über Einzelprojekte hinaus.
Das
Bergarchiv Freiberg
bewahrt und erhält die Unterlagen der Behörden des Berg- und Hüt-
tenwesens sowie der Montanunternehmen bis 1990 auf dem Gebiet des Freistaates Sachsen.
Seine Archivalien geben Einblick in bergbauliche Objekte und unterirdische Hohlräume. Daraus
werden Kenntnisse über Lagerstätten, Sicherheitsfragen im Bereich von Altbergbauprojekten für
Maßnahmen zur Erkundung und Verwahrung und nicht zuletzt Wissen zu bergbaugeschichtlichen
Einflüssen auf die Region Sachsen gewonnen.
Der Geologische Dienst in Sachsen wird durch das
Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und
Geo logie
wahrgenommen. Die Abteilung Geologie mit Sitz in Freiberg ist die zentrale Anlauf-
stelle bei angewandten geowissenschaftlichen Themen wie Rohstoff-, Hydro- und Ingenieurgeo-
logie. Durch die Erfassung des sächsischen Rohstoffpotenzials einschließlich aller Lagerstätten
und Vorkommen werden wichtige fachliche Grundlagen für rohstoffgeologische Untersuchungen
und Auswertungen geschaffen. Zu den weiteren Aufgaben gehören die geologische Landesauf-
nahme sowie die Erfassung geologischer Risiken wie Erdbeben. Das Landesamt für Umwelt,
Landwirtschaft und Geologie ist hierbei die zentrale Stelle zur Verwaltung und Bereitstellung für
sämtliche geologischen Daten (wie z. B. Bohrungen und andere Aufschlüsse). Im Vorfeld unter-
nehmerischer Aktivitäten zur Exploration von Rohstoffen spielen diese Informationen eine her-
ausragende Rolle.
Weitere Forschungseinrichtungen am Montanstandort Freiberg wie das Technologiezentrum
Halbleitermaterialien der Fraunhofer-Gesellschaft, gemeinnützige Forschungsinstitute sowie
privatwirtschaftliche Unternehmen vervollständigen die Wissens- und Leistungskapazität über
alle Aspekte des Bergbaus.
Das
Geokompetenzzentrum Freiberg e.V.
wurde im März 2002 mit direkter Beteiligung des
Freistaates Sachsen gegründet. Es ist ein Netzwerk mit mehr als 170 Mitgliedern aus Wirtschaft,
Wissenschaft und Verwaltung, welches die vielseitigen Kompetenzen der Region aus den Bereichen
Geologie, Umwelt, Bergbau, Rohstoffgewinnung und -rückgewinnung bündelt. Hauptanliegen
des Geokompetenzzentrum Freiberg e. V. ist die Entwicklung einer neuen Qualität im sachorien-
tierten Zusammenwirken von Wissenschaft, Forschung, Verwaltung und Wirtschaft. Interdiszipli-
näre Arbeitsgemeinschaften aus dem Bereich der Mitglieder und Kooperationspartner erarbeiten
Markt- oder Projektanforderungen.
Die Kooperation der staatlichen Einrichtungen und der Unternehmen aus den einschlägigen
Branchen bündelt die vorhandenen Kapazitäten für die weitere Forschung und Entwicklung. Den
Unternehmen stehen auf staatlicher Seite Partner zur Verfügung, um Projekte wissenschaftlich
begleiten zu können. Bergakademie, Oberbergamt und das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft
und Geologie haben Zugang zu praxisorientierter Forschung und Informationen aus anderen
Bergbauregionen. Dies gilt es, in einem stetigen Prozess zu vertiefen und zu einem Geo- und
Montanzentrum zu entwickeln.
6. Technologietransfer –
Was kann Sachsen bieten?
Reiche Zeche in Freiberg | Quelle: Heymann – SMWA

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Studium und Ausbildung in bergbauorientierten Berufen haben im Freiberger Raum durch den
über 800-jährigen Bergbau eine lange Tradition. Um den Standort weiterzuentwickeln, benötigen
die Unternehmen Sicherheit bei der Deckung ihres Fach- und Führungskräftebedarfs. Dies wird
eine der größten Herausforderungen der nächsten Jahre.
Besonders im Bereich der Rohstoffgewinnung ist dabei eine enge Verzahnung von Ausbildung
und Berufspraxis nötig.
Die
Technische Universität Bergakademie Freiberg
ist eine der drei klassischen deutschen Aus-
bildungsstätten für den akademischen Nachwuchs in der Rohstoffindustrie. Die Ergebnisse bei
Rankings und Drittmitteleinwerbung beweisen die hohe Qualität in Forschung und Lehre immer
wieder erneut. Mit ihrem Spezialprofil hat sie in einer unter starken Konkurrenzdruck stehenden
Hochschullandschaft beste Zukunftsaussichten und einen von Jahr zu Jahr wachsenden Zulauf.
Die TU Bergakademie Freiberg verfügt heute als einzige Universität in Deutschland über Aus-
bildungsmöglichkeiten in allen Bergbau- und geowissenschaftlichen Fächern. Hierzu bieten die
sieben Institute
Bergbau und Spezialtiefbau,
Bohrtechnik und Fluidbergbau,
Geologie,
Geophysik,
Geotechnik,
Markscheidewesen und Geodäsie sowie
Mineralogie
ein umfassendes Paket an Diplom- und Masterstudiengängen unter einem Dach.
Zudem bietet die TU Bergakademie Freiberg in zahlreichen Fakultäten vielfältige Ausbildungs-
möglichkeiten zu Themen der Rückgewinnung von Sekundärrohstoffen aus Abfällen (z. B. »Chemie
und Physik«, »Maschinenbau, Verfahrens- und Energietechnik«, »Werkstoffwissenschaft und
Werkstofftechnologie«).
Das Angebot wird durch die nahe
TU Dresden
, insbesondere in ihren Fakultäten Natur- und In-
genieurwissenschaften vervollständigt (z. B. Institut für Abfallwirtschaft und Altlasten, Fach-
richtung Chemie, Institut für Verfahrens- und Umwelttechnik, Institut der UNO »United Nations
University Institute for Integrated Management of Material Fluxes and of Resources (UNUFLORES)«
mit einem Schwerpunkt Sekundärrohstoffwirtschaft).
7. Fachkräftebedarf
In Erwartung einer Wiederbelebung der sächsischen Bergbauaktivitäten wird seit 2004 durch
gemeinsame Initiative des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft Arbeit und Verkehr,
des
Beruflichen Schulzentrums für Technik und Wirtschaft »Julius Weisbach«
und des Säch-
sischen Oberbergamtes eine bergmännische Ausbildung angeboten. Der in Deutschland ein malige
Ausbildungsberuf des Berg- und Maschinenmanns eröffnet den Absolventen sehr gute berufliche
Einstiegschancen
Das
Sächsische Oberbergamt
ist die von der Staatsregierung bestimmte Aufsichtsbehörde für
die Ausbildung. Es bildet seit vielen Jahren kontinuierlich Referendare im Vorbereitungsdienst
für den höheren Staatsdienst aus. Die Ausbildung findet für das Bergfach und für das Mark-
scheidefach statt. Der Vorbereitungsdienst ist schwerpunktmäßig auf den späteren Einsatz in
der staatlichen Bergverwaltung ausgerichtet. Die erlangten Kenntnisse bieten darüber hinaus
vielfältige Einsatzmöglichkeiten in Unternehmen innerhalb und außerhalb des Bergbaus. Für die
Diplomingenieure des Markscheidewesens ist der erfolgreich abgeschlossene Vorbereitungs-
dienst gleichzeitig die Grundlage für eine spätere Anerkennung als Markscheider.
Bei der traditionellen »Beflissenenausbildung« werden Studenten der Geowissenschaften prak-
tische bergmännische und markscheiderische Fertigkeiten und Kenntnisse aus verschiedenen
Bergbauzweigen für den späteren beruflichen Einsatz vermittelt.
Die verschiedenen Ausbildungsangebote von Berufs- und Hochschulen in Sachsen beschränken
sich nicht nur auf die Sicherstellung des eigenen Nachwuchsbedarfs. Besonders für andere
Staaten mit Fachkräftebedarf kann ein zusätzliches Angebot zur Qualifizierung ihres Personals
gemacht werden.
Die sächsische Rohstoffwirtschaft ist ein wesentlicher Bestandteil der sächsischen Volkswirt-
schaft. Die sächsische Rohstoffpolitik hat das Ziel, den Rohstoffstandort Sachsen nachhaltig zu
stärken und die Chancen für Wertschöpfung in diesem wichtigen Wirtschaftsbereich zu steigern
sowie zu einer nachhaltigen Rohstoffversorgung der wachsenden sächsischen Industrie beizu-
tragen. Dazu verfolgt die Sächsische Staatsregierung die nachfolgenden Leitlinien.
Quelle: © goodluz | Fotolia.com

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8.1 Einheimische Primärrohstoffe: Sachsen als Bergbauland
Sachsen bleibt auch zukünftig Bergbauland. Dazu sollen die Rahmenbedingungen für den Abbau
heimischer Rohstoffe so gestaltet werden, dass ein wirtschaftlicher Abbau nachhaltig gewähr-
leistet ist:
durch die raumordnerische Sicherung potentieller Abbaugebiete für mineralische Rohstoffe
und Braunkohlen,
durch die systematische Fortschreibung der vorhandenen Rohstoffdatenbanken,
durch die Unterstützung der Unternehmen bei der Finanzierung der Exploration und
des Aufschlusses der Lagerstätten sowie
durch die Anpassung der rechtlichen Rahmenbedingungen an die Erfordernisse der
Rohstoffwirtschaft.
8. Leitlinien und Ziele der
sächsischen Rohstoffpolitik
8.2 Sekundärrohstoffe: Sachsen als Sekundärrohstoffland
Sachsen wird Sekundärrohstoffland. Dazu sollen die Rahmenbedingungen für die Rückführung
der in Abfällen enthaltenen Rohstoffe in den Wertstoffkreislauf so weiterentwickelt werden, dass
Sachsen zu einem führenden Standort der Rückgewinnungswirtschaft in Deutschland und Europa
wird:
durch Verbesserung der Wissensbasis für die Abschätzung konkret erschließbarer
Sekundärrohstoffpotenziale aus Abfällen durch sächsische Unternehmen,
durch verstärkte Berücksichtigung der rohstoffwirtschaftlichen Ziele im Kreislauf-
wirtschaftsrecht,
durch die Erhöhung des stofflichen Verwertungsanteils bei der Abfallentsorgung in
quantitativer und qualitativer (z. B. Seltene Erden) Hinsicht,
durch die Option einer Rückgewinnung von Rohstoffen aus heute und zukünftig
deponierten Abfällen,
durch die Erhöhung der Attraktivität einer Rückgewinnung stofflich verwertbarer Abfälle
im Inland anstelle eines Exports bzw. Förderung einer hochwertigen Rückgewinnung und
der dafür erforderlichen Infrastruktur (z. B. getrennte Erfassung) im Ausland,
durch besser aufeinander abgestimmte Erfassungs- und Rückgewinnungsverfahren auf
Basis vernetzter Kompetenz der Grundstoff verarbeitenden und der Rückgewinnungs-
wirtschaft,
durch Unterstützung bei Erforschung und Entwicklung neuer Abscheide- und Aufberei-
tungstechnologien sowie bei der Entwicklung spezifischer Maschinen- und Anlagentechnik
durch Unterstützung von Innovationen und Investitionen im Bereich der Rohstoffrück-
gewinnung, insbesondere bei Hochtechnologie-Verfahren und -Anlagen für die Rückge-
winnung insbesondere von Seltenen Erden sowie
durch die Stärkung des Wettbewerbs in der Entsorgungswirtschaft,
durch stärkere gesellschaftliche Wahrnehmung der Rückgewinnungswirtschaft als Teil
der Rohstoffwirtschaft.
Quelle: Fluss- und Schwerspatcompagnie EFS Geos GmbH

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8.5 Sächsische Rohstoffforschung
Die aktuellen technischen, wirtschaftlichen und ökologischen Herausforderungen der Rohstoff-
wirtschaft erfordern eine intensive wissenschaftliche Begleitung. Dazu sollen die vorhandenen
Strukturen im universitären und außeruniversitären Bereich gestärkt, enger miteinander vernetzt
und entsprechend den aktuellen Erfordernissen zu dem Montanzentrum Freiberg erweitert werden:
durch die Ausrichtung der Struktur der Universitäts- und Hochschullandschaft,
insbesondere der TU Bergakademie Freiberg und der TU Dresden an den Erfordernissen
einer nachhaltigen Rohstoffwirtschaft,
durch die Unterstützung der Ansiedlung weiterer Forschungseinrichtungen, insbesondere
an den Standorten mit vorhandenen Kompetenzen,
durch den Ausbau der wirtschaftsnahen Forschung in den Unternehmen,
durch die Stärkung der anwendungsorientierten Rohstoffforschung in allen Stufen der
Wertschöpfungskette, einschließlich des spezifischen Maschinen- und Anlagenbaus,
durch die Schaffung eines bundes- und europaweit einmaligen Forschungsumfeldes
in der Rohstoffgewinnung durch den Ausbau des Lehr- und Forschungsbergwerks
Reiche Zeche zum weltweit ersten Sustainable Mining Bergwerk,
durch die verstärkte Integration der sächsischen Rohstoffforschung in die europäischen
und außereuropäischen Netzwerke sowie
durch die Entwicklung von Technologien, die sowohl den Abbau, die Aufbereitung und
Verarbeitung der heimischen Rohstoffe wirtschaftlich ermöglichen als auch eine weit-
gehende und wirtschaftliche Rückgewinnung von Rohstoffen aus Abfällen gewährleisten,
beide Bereiche besser miteinander vernetzen und Synergieeffekte nutzbar machen,
durch effektiven Technologietransfer des an Hochschulen und Forschungseinrichtungen
vorhandenen spezifischen Know-hows und der erzielten relevanten Ergebnisse in die
sächsischen Unternehmen.
8.6 Fachkräfte für die Rohstoffwirtschaft
Die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften im Bereich der Rohstoffwirtschaft ist eine tradi-
tionelle Stärke der sächsischen Bildungslandschaft. In Fortführung dieser Tradition soll Sachsen
seine führende Rolle auf diesem Gebiet weiter ausbauen:
durch die Stärkung der Aus- und Weiterbildung einheimischer Fach- und Führungskräfte,
durch die Aus- und Weiterbildung ausländischer Fach- und Führungskräfte, insbesondere
aus rohstoffreichen Entwicklungs- und Schwellenländern,
durch Stärkung der rohstoffrelevanten Kompetenz an den relevanten sächsischen
Hochschuleinrichtungen,
durch Unterstützung internationaler Kontakte und Projekte der relevanten sächsischen
Bildungseinrichtungen,
durch die Anpassung der Ausbildungsprogramme an die jeweils aktuellen Erfordernisse
der nationalen und internationalen Rohstoffwirtschaft sowie
durch die Vernetzung der unterschiedlichen Bildungsträger.
8.3 Sachsen als Standort der Rohstoffwirtschaft
Die traditionelle Vernetzung rohstoffwirtschaftlicher Akteure war und ist eine wesentliche Grund-
lage und Quelle für wissenschaftlich-technischen Fortschritt im Bereich der sächsischen Roh-
stoffwirtschaft. Die intensive Vernetzung der aktuellen Akteure soll so ausgestaltet werden, dass
einerseits die einzelnen Akteure davon profitieren können, andererseits eine innovative Ent-
wicklung der Rohstoffwirtschaft insgesamt befördert wird:
durch die Unterstützung bei Ausbau und Bündelung bestehender Netzwerke, wie dem
Geokompetenzzentrum Freiberg e.V., FIRE e.V., LIBESA u. a.
durch die Weiterentwicklung der rohstoffwirtschaftlichen und -wissenschaftlichen Kapazi-
täten und Kompetenzen in Sachsen, insbesondere an den Standorten Freiberg und Dresden,
durch die gezielte Vermarktung Sachsens als Standort der Rohstoffwirtschaft sowie
durch die Ausgestaltung der Rahmenbedingungen sollen weitere Akteure angeregt werden,
ihre Potenziale in die bestehenden Strukturen einzubringen.
8.4 Internationale Zusammenarbeit
Die sächsische Rohstoffwirtschaft und -wissenschaft besitzt langjährige internationale Kontak-
te zu rohstoffreichen Ländern. Diese Kontakte sollen so ausgebaut werden, dass das sächsische
rohstoffwirtschaftliche Know-how international besser als bisher vermarktet werden kann:
durch die Pflege der Kontakte zu ausländischen Absolventen sächsischer Hochschulen und
Universitäten, insbesondere der TU Bergakademie Freiberg,
durch die Unterstützung von rohstoffrelevanten Partnerschaften der sächsischen Hoch-
schulen mit internationalen Hochschulen und Forschungseinrichtungen in ausgewählten
Ländern, sowohl bei Primär- als auch bei Sekundärrohstoffen,
durch die Unterstützung von Rohstoffpartnerschaften Deutschlands mit ausgewählten
Ländern,
durch die Unterstützung der sächsischen Rohstoffwirtschaft bei Auslandsaktivitäten,
insbesondere im Rahmen der sächsischen Außenwirtschaftsinitiative,
durch die Vermarktung spezifischer sächsischer Ressourcentechnologien und rohstoff-
relevanter Forschungsergebnisse, anerkannter Referenzobjekte der Bergbausanierung
und Wiedernutzbarmachung sowie
durch die Unterstützung der Partnerländer bei der Schaffung von Rahmenbedingungen
für deren nationale Rohstoffwirtschaft in Verknüpfung mit entwicklungspolitischen
Aufgaben und Zielstellungen.
Quelle: BGH Edelstahlwerke GmbH

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8.7 Sächsische Verwaltung
Die sächsische Verwaltung versteht sich als Dienstleister der Rohstoffwirtschaft. Aufbauend
auf den teilweise jahrhundertealten Erfahrungen, gilt es, die vorhandenen Strukturen ständig
an den Erfordernissen der Rohstoffwirtschaft auszurichten:
durch den Erhalt einer eigenständigen und effizienten sächsischen Bergverwaltung,
durch Freiberg als zentralem Standort der rohstoffbezogenen Vollzugs- und Fachverwaltung,
durch einen kontinuierlichen Dialog zwischen Verwaltung und Wirtschaft,
durch eine effiziente Organisation der Verwaltungsverfahren sowie
durch die Sensibilisierung aller Bereiche der Verwaltung für Belange der Rohstoffwirtschaft.
8.8 Rohstoffbewusstsein
Die sächsische Rohstoffwirtschaft besitzt traditionell eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung.
Das Hinwirken auf ein ideologiefreies, auf Wissen und nicht auf Ängsten beruhendes gesell-
schaftliches Rohstoffbewusstsein ist als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe auszugestalten:
durch die Vermittlung des Wissens, dass die Rohstoffwirtschaft eine der wesentlichen
Lebensgrundlagen der menschlichen Gesellschaft ist,
durch eine solide naturwissenschaftliche Grundlagenbildung in allen Bildungsstufen,
durch eine gezielte Wissens- und Praxisvermittlung zu rohstoffrelevanten Themen für
alle Altersklassen und Bildungsschichten,
durch eine offensive Informationspolitik hinsichtlich der Erfordernisse und Chancen einer
modernen Rohstoffwirtschaft,
durch eine Wiedernutzbarmachung der Bergbaufolgelandschaften, die sowohl die
traditionellen regionalen Gegebenheiten berücksichtigt, als auch Chancen für eine
zukunftsfähige regionale Entwicklung eröffnet sowie
durch eine öffentlichkeitswirksame Darstellung der bereits erbrachten Leistungen bei der
Wiedernutzbarmachung in den Bergbaufolgelandschaften des Freistaates Sachsen.
Im Folgenden sind kurz- und mittelfristige Aufgaben zusammengestellt, die dazu dienen, die
Leitlinien und Ziele in der Praxis umzusetzen.
Dieser Aufgabenkatalog bedarf ständiger Fortschreibung.
Die Aufgaben richten sich an alle Akteure der Rohstoffwirtschaft, sowohl an Unternehmen und
Verbände, als auch an Einrichtungen der Bildung und der Wissenschaft, an Politik und Verwaltung
sowie an die Bürger.
Ziel dieser Auflistung ist, sowohl konkrete Aufgaben als auch Verantwortliche für deren Umset-
zung zu benennen bzw. zu gewinnen. Auch wenn manche Aufgaben der Umsetzung mehrerer
Leitbilder dienen, wurde der Versuch unternommen, die konkreten Aufgaben bestimmten Leit-
bildern zuzuordnen.
zu 1. Einheimische Primärrohstoffe: Sachsen als Bergbauland
9. Umsetzung der Leitlinien
und Ziele der sächsischen
Rohstoffpolitik
Aufgaben
Akteure
Entwicklung einer sächsischen Initiative beim Bund und in Europa zur finanziellen
Unterstützung bei Aufsuchung und Aufschlusses heimischer Lagerstätten
STR, FI, VB
Fortschreibung der Datenbanken für sächsische Rohstoffe im Bereich Steine und Erden, Spate
und Erze sowie Braunkohle hinsichtlich Quantität und Qualität
STR, LfULG,
VB
Umsetzung der rohstofffachlichen Datengrundlagen in der Landes- und Regionalplanung
SMI, RPV
Erarbeitung eines Konzeptes zur Sicherung von derzeit außerhalb der Landesverwaltung
vorhandenen Rohstoffdaten
STR, UNT, VB
Repräsentative Darstellung der Rohstoffpotenziale Sachsens zur Investorenwerbung und
Entwicklung und Betrieb eines sachsenspezifischen, rohstofforientierten Informationsdienstes
VB, LfULG
zu 2. Sekundärrohstoffe: Sachsen als Sekundärrohstoffland
Aufgaben
Akteure
Initiierung von Pilotprojekten zur Optimierung einer abgestimmten Wertstofferfassung
STR, ÖRE,
VB, UNT
Entwicklung von Gütesicherungssystemen für Sekundärrohstoffe
STR, VB
Erarbeitung einer Potenzialanalyse für wirtschaftlich erschließbare Sekundärrohstoffquellen
STR, VB
Erarbeitung einer Stoffstromanalyse zur nachhaltigen Nutzung mineralischer
Primär- und Sekundärbaustoffe in Sachsen unter Berücksichtigung der Wechselwirkungen
LfULG, LD,
OBA, STR, VB,
UNT, KM
Aufbau eines Netzwerkes »Sekundärrohstoffe« für Rohstoffnutzer, Verwerter und Behörden
VB, ÖRE,
STR, VW
Entwicklung einer Konzeption für die zukünftige Gestaltung der Deponiewirtschaft, um die
Rückgewinnung von Rohstoffen aus zukünftig deponierten Abfällen wirtschaftlich gestalten
LfULG,
Hochschulen,
ÖRE, STR
© Picture-Factory | Fotolia.com

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zu 3. Sachsen als Standort der Rohstoffwirtschaft
Aufgaben
Akteure
Entwicklung und Betrieb eines sachsenspezifischen, rohstofforientierten Informationsdienstes
VB, VW, IHK
Durchführung rohstoffwirtschaftlich orientierter Veranstaltungen,
insbesondere auch für materialintensive und -sensible Unternehmen
VB, UNT, GKZ,
IHK, TU
Unterstützung themenspezifischer Netzwerke, z. B. die Innovationsforen »Innovative
Braunkohlen Integration in Mitteldeutschland ibi« (stoffliche Verwertung der Braunkohle),
»Life Cycle Strategien« und »Geobiotechnologie und Mikrobiologische Verfahren im Bergbau«
STR, UNT,
VB, WE, GKZ,
ÖRE, TU
Fortschreibung der Sächsischen Rohstoffstrategie
STR
zu 4. Internationale Zusammenarbeit
Aufgaben
Akteure
Abschluss bilateraler Vereinbarungen zur Kooperation des Freistaates Sachsen mit
wichtigen Rohstoffländern (z. B. Mongolei, Namibia, Angola, Mosambik, Vietnam,
ehem. GUS-Staaten, u. a.)
STR, VB, GKZ
Erarbeitung eines Programms zur internationalen Vermarktung sächsischer
Rohstoffkompetenz aus Forschung, Wirtschaft, Ausbildung und Verwaltung
STR, TU, GKZ,
VB, VW
Zusammenführung der Alumni-Netzwerke aller rohstoffrelevanten Fachrichtungen
sächsischer Hochschulen zu einer institutionellen Plattform
SHS, IHK
zu 5. Sächsische Rohstoffforschung
Aufgaben
Akteure
Entwicklung eines sächsischen Forschungsprogramms »Nachhaltige Rohstoffnutzung«
TU, HZDR,
INST, UNT,
WE, STR
Ausbau der praxisorientierten Rohstoffforschung, z. B. durch eine verstärkte Zusammenarbeit
von Wissenschaft, Verwaltung und Wirtschaft bei Graduierungsarbeiten
TU, HZDR,
UNT, WE, VW
Erarbeitung eines Konzeptes für einen gezielten, praktikablen Personalaustausch zwischen
Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung
TU, HZDR,
INST, STR,
UNT, WE, VW
Integration »sächsischer, rohstoffwirtschaftlicher Themen« in die Arbeit
des »Ressourcentechnologie-Institutes« in Freiberg
STR, VB,
GKZ, TU,
HZDR, VW
Pilotprojekte zur Effizienzsteigerung sowohl bei Gewinnung heimischer Rohstoffe als auch bei
Gewinnung von Sekundärrohstoffen einschließlich Vernetzung beider Bereiche
TU, HZDR,
INST, VB,
UNT, WE
Wiederbesetzung der Lehrstühle für Aufbereitung und Bergwirtschaft,
Markscheidewesen an der TU Bergakademie Freiberg
TU, STR
Wiederbesetzung des Lehrstuhles für Abfallwirtschaft am Institut für Abfallwirtschaft
und Altlasten an der TU Dresden
STR, TU
Schwerpunktmäßige Unterstützung von Forschung und Entwicklung zur Verwertung
heimischer Rohstoffe, z. B. stoffliche Verwertung der Braunkohle
STR, VB,
TU, UNT,
INST, WE
Schwerpunktmäßige Unterstützung von Forschung und Entwicklung zur rohstoff-, umwelt-
und ressourceneffizienten sowie nachhaltigen Rohstoffgewinnung an der TU BA Freiberg
TU, WE
Aufbau des UNO-Instituts »United Nations University Institute for Integrated Management of
Material Fluxes and of Resources« (UNUFLORES) an der TU Dresden
STR, TU
zu 6. Fachkräfteausbildung für die Rohstoffwirtschaft
Aufgaben
Akteure
Erarbeitung und Umsetzung einer Aus- und Weiterbildungsinitiative für die
sächsische Rohstoffwirtschaft und –forschung
STR, VB, IHK
Ausbau der bergmännischen und rohstoffwirtschaftlichen Ausbildung
am BSZ für Technik und Wirtschaft »Julius Weisbach« Freiberg
STR, UNT,
IHK, BSZ
zu 7. Sächsische Verwaltung
Aufgaben
Akteure
Erarbeitung eines rohstoffwirtschaftlich orientierten Weiterbildungsprogrammes
für betroffene Verwaltungen
STR, BE,
VB, VW
Erarbeitung eines Programmes zum Personalaustausch zwischen
Unternehmen und Verwaltung
VB, STR, VW
zu 8. Rohstoffbewusstsein
Aufgaben
Akteure
Intensivierung einer abgestimmten, rohstoffwirtschaftlich bezogenen Öffentlichkeitsarbeit in
allen Medien
STR, UNT,
VB, WE, GKZ,
TU, VW
Erarbeitung einer Konzeption zur Entwicklung und Stärkung des gesellschaftlichen
Rohstoffbewusstseins
VB, STR, GKZ
Entwicklung von »Image«-Projekten zur Steigerung der regionalen Akzeptanz für
konkrete Vorhaben der Rohstoffwirtschaft
VB, GKZ,
UNT, KM
Entwicklung von rohstoffbezogenen Informationsmaterialien für die schulische und
vorschulische Bildung
VB, BE,
STR, GKZ
Stärkere Einbeziehung des Themas Rohstoffe in die naturwissenschaftliche
Grundlagenbildung aller Bildungsbereiche
STR, GKZ, BE
Wiedereinführung des Schulfachs Geographie als Leistungskurs
STR, GKZ

36 |
Abkürzungsverzeichnis
BSZ
Berufsschulzentrum
BE
Bildungseinrichtungen
FI
Finanzinstitute
GKZ
Geokompetenzzentrum e.V.
HZDR
Helmholtz Zentrum Dresden-Rossendorf
(Träger des Helmholtz-Instituts Freiberg für Ressourcentechnologie)
IHK
Industrie- und Handelskammern
INST
Institute
KM
Kommunen
ÖRE
öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger
RPV
Regionale Planungsverbände
SHS
Sächsische Hochschulen
STR
Staatsregierung
TU
TU Bergakademie Freiberg, TU Dresden u. a.
UNT
Unternehmen
VB
Verbände
VW
Verwaltung
WE
wissenschaftliche Einrichtungen
WFS
Wirtschaftsförderung Sachsen
Braunkohlen in Sachsen
Steine- und Erdenvorkommen in Sachsen
Erz- und Spatvorkommen in Sachsen
Anhang (Übersichtskarten)
Notizen

Profen
Vereinigtes
Schleenhain
Nochten
Reichwalde
Leipzig
Dresden
Chemnitz
Zwickau
Plauen
Görlitz
Zittau
Delitzsch
Bad Düben
Braunkohlen in Sachsen –
Lagerstätten und Gewinnung
Braunkohlenverbreitung (Flözmächtigkeit ≥ 2m)
Rahmenbetriebspläne Braunkohle mit Namen der Tagebaue
0 20 40
Kilometer
Nochten
Mitteldeutschland
nördliche
Oberlausitz
südliche
Oberlausitz
nördliche
Oberlausitz
Name des Braunkohlenrevieres
Tagebaue (stillgelegt, saniert, ausgekohlt, aktiver Abbau
innerhalb der Rahmenbetriebsplanflächen)
unter den Städten Leipzig, Delitzsch, Bad Düben
und Zittau nicht dargestellt
Anlage 1
Rohstoffwirtschaft – eine Chance für den Freistaat Sachsen

image
Leipzig
Dresden
Chemnitz
Steine- und Erden-Vorkommen in Sachsen
Bewertung der Bauwürdigkeit
Festgesteine, 1
Festgesteine, 2
Festgesteine, 3
Festgesteine, 4
Karbonate, 1
Karbonate, 2
Karbonate, 3
Karbonate, 4
Tone, Kaolinite, Bentonite, 1
Tone, Kaolinite, Bentonite, 2
Tone, Kaolinite, Bentonite, 3
Tone, Kaolinite, Bentonite, 4
Sande, Kiese, Kiessande, 1
Sande, Kiese, Kiessande, 2
Sande, Kiese, Kiessande, 3
Sande, Kiese, Kiessande, 4
Lehme, Mergel, 1
Lehme, Mergel, 2
Lehme, Mergel, 3
Lehme, Mergel, 4
Klasse 1
Klasse 4
niedrigste
Bauwürdigkeit
höchste
Bauwürdigkeit
Ausgangsbasis für die Bewertung der Steine & Erden - Vorkommen sind die abgebildeten Rohstoffgruppen.
Jedes Rohstoffvorkommen wird anhand der Parameter:
- „Menge des Rohstoffs (Vorrat)“
- „Mächtigkeit des Rohstoffs“
- „Nutzschicht/Abraum-Verhältnis“
- „rohstoffgeologischer Kenntnisstand“
- „rohstoffspezifische Qualität “
- „Aussagesicherheit zur Qualität“
mit Bewertungspunkten belegt. Über statistische
Verfahren werden daraus die vier Bauwürdigkeitsklassen ermittelt.
Erläuterungen zur Ermittlung der Bauwürdigkeit:
Rohstoffwirtschaft - eine Chance für den Freistaat Sachsen
Anlage 2
0
5
10
Kilometer
Rohstoffwirtschaft – eine Chance für den Freistaat Sachsen

image
Rohstoffwirtschaft – eine Chance für den Freistaat Sachsen
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Zinn, Lithium
Osterzgebirge
Fluss- und Schwerspat
Mittel- und Osterzgebirge
Seifengold
Elbeschotter
Wolfram, Zinn, Uran
Westerzgebirge
Flussspat
SW-Vogtland
Zinn
Gottesberg-Eibenstock
Zinn
Ehrenfriedersdorf-Geyer
Nickel
Granulitgebirge
Zinn
Seiffen
Nickel
Sohland
Flussspat
Niederschlag
Zinn
Großschirma
Kupfer, Blei, Zink, Silber
Schleife - Weißwasser
Schwerspat
Brunndöbra
Wolfram, Uran, Niob, Seltene Erden
Delitzsch
0
20
40
Kilometer
Rohstoffwirtschaft - eine Chance für den Freistaat Sachsen
Gold
Hauptrohstoffe der wichtigsten
Erz- und Spatvorkommen Sachsens
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Fluss- und Schwerspat
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Schwerspat
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Kupfer
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Lithium
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Flussspat
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Nickel
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Blei
G
Seltene Erden Elemente
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Zinn
Wolfram
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Zink
Verbreitungsgebiete
Zinn
Flussspat
Schwerspat
Seifengold
Kupfer, Blei, Zink, Silber
Nickel
Wolfram, Niob, Seltene Erden
Wolfram, Zinn, Uran
Anlage 3
Gold
Anlage 3

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Herausgeber:
Sächsisches Staatsministerium für
Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
Wilhelm-Buck-Straße 2
01097 Dresden
www.smwa.sachsen.de
Redaktion:
Referat 46, Bergbau, Umweltfragen
Redaktionsschluss:
09|2012, ergänzte Fassung 08|2017
Gestaltung und Satz:
www.oe-grafik.de
Fotos:
© KGHM Kupfer AG, Fluss- und Schwerspatcompagnie EFS Geos GmbH,
Sächsisches Oberbergamt, GEOMIN – Erzgebirgische Kalkwerke GmbH,
MIBRAG mbH, KSL Kupferschiefer Lausitz GmbH, Götz Schleser/SMWA
2. Auflage
Auflagenhöhe:
1.000
Druck:
Lößnitz-Druck GmbH
Bestellung:
Zentraler Broschürenversand der Sächsischen Staatsregierung
Hammerweg 30 | 01127 Dresden
Telefon +49 (0)351 2103 672
Telefax +49 (0)351 2103 681
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