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KER
LER
SMK
LaSuB
Schüler
Lehrer
Eltern
Elternvertreter, was tun?
Eine Handreichung des LandesElternRates an sächsischen Schulen

ELTERNVERTETER, WAS TUN?
1
Die Handreichung ist urheberrechtlich geschützt.
Eine Vervielfältigung dieser Handreichung (auch in Auszügen) ist in den Grenzen der
gesetzlichen Bestimmungen des Urheberrechtsgesetzes der Bundesrepublik
Deutschland vom 09.09.1965 in der jeweils geltenden Fassung zulässig.
Das Kopieren der Handreichung ist unter Nennung der Quelle ausdrücklich
erwünscht.
Gender
Hinweis:
Die maskulinen bzw. femininen Sprachformen dienen allein der leichteren Lesbarkeit
und meinen immer auch das jeweils andere Geschlecht.
Herausgeber:
LandesElternRat Sachsen
Geschäftsstelle
Hoyerswerdaer Straße 1; 01099 Dresden; e- mail:
info@ler-sachsen.de
Bilder:
S. 12; 29; 35; 44 Elternmitwirkungsmoderatoren
S. 32
Informationen
zur
Kreisgebiets-
und
Verwaltungsreform
-
sachsen.de

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ELTERNVERTETER, WAS TUN?
2
GRUßWORT DES SÄCHSISCHEN STAATSMINISTERS FÜR KULTUS
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Eltern,
für Ihre Kinder ist die Schule Lern- und Lebensort. Gemeinsam tragen die Familie und
die Schule die Verantwortung für die Erziehung und Bildung unserer Kinder. Deshalb
braucht gute Schule Ihr Engagement!
Sie wollen sich an der Schule Ihres Kindes verstärkt einbringen oder sind bereits
ehrenamtlich in der Elternmitwirkung engagiert. Dafür meinen ganz herzlichen Dank!
Als Elternvertreter sind Sie das Bindeglied zwischen den Eltern, den Lehrerinnen und
Lehrern und der Schulleitung. Sie leisten insbesondere für die Kommunikation
innerhalb der Schulgemeinschaft einen unschätzbaren Beitrag. Und gute
Kommunikation und das vertrauensvolle Miteinander aller an Schule Beteiligten sind
das A und O einer guten Schulkultur.
Eltern sind die wichtigsten Partner für die Schulen. Ihre Mitwirkungsrechte sind seit
vielen Jahren im Sächsischen Schulgesetz und in der Elternmitwirkungsverordnung
verankert.
Diese Handreichung unterstützt Sie in Ihrer wichtigen Tätigkeit. Sie gibt Ihnen neben
den rechtlichen Grundlagen vor allem ganz praktische Tipps und Anregungen. Sie
erhalten einen Überblick über die verschiedenen Unterstützungsangebote,
beispielsweise die ehrenamtlichen Elternmitwirkungsmoderatoren. Sie kommen direkt
in Ihre Schule und führen Fortbildungen zu den Rechten und Aufgaben als
Elternvertreter, zur effektiven Gestaltung der Elternmitwirkung und zur
Schulprogrammarbeit durch.
Bildung und Schule verändern sich. Insbesondere die Digitalisierung eröffnet
vielfältige Möglichkeiten der Schulentwicklung. Ihre Kinder und die gesamte Schule
profitieren von einer breiten Beteiligung der Eltern am schulischen Alltag und der
Vielzahl schulinterner Entscheidungen.
Für alle Facetten der Elternmitwirkung bietet Ihnen diese Broschüre des
Landeselternrates Sachsen wertvolle Impulse und Hilfestellungen.
Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen und der
gemeinsamen Gestaltung des Schullebens.
Christian Piwarz
Sächsischer Staatsminister für Kultus
© Ronald Bonss

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ELTERNVERTETER, WAS TUN?
3
Vorwort des LandesElternRates Sachsen
Liebe Eltern,
möchten Sie, dass Ihr Kind und alle anderen eine schöne Schulzeit haben?
Wollen Sie sich aktiv dafür einsetzen?
Gut, denn aktive Mitwirkung bei der Gestaltung von Schule ist gelebte Demokratie
und Vorbild für unsere Kinder.
Elternengagement bringt Schulerfolg. Unsere Kinder lernen erfolgreicher, wenn wir
uns in der Schule engagieren und für ein bildungsfreundliches Zuhause sorgen.
Hausaufgabenbetreuung ist nur ein kleiner Teil davon. Was wirklich zählt, ist echtes
Interesse für alles, was mit der Schule zu tun hat und Aktivitäten, die den Horizont
erweitern. Genauso wichtig ist aber auch das Gespräch über die Ziele unseres Kindes
und darüber, wie es sie erreicht.
Lehrer, Schüler und Eltern können bei diesem Prozess als gleichgestellte Partner auf
Augenhöhe agieren. Das heißt zum Beispiel, dass Eltern nicht auf die Rolle als „die
Mutti“ oder „der Vati“ eines Kindes reduziert werden, sondern als eigenständige,
kompetente Erwachsene bzw. als Experte für die Kinder wahrgenommen werden. Der
partnerschaftliche Umgang setzt ein klares Rollenverständnis aller Beteiligten an
Schule voraus und die Fähigkeit, sich ehrlich und vorurteilsfrei aufeinander
einzulassen.
Mitwirkung kann zeitweise anstrengend sein, ist aber ein sehr lohnendes Ziel, wenn
dadurch in konstruktiven Prozessen die Vielfalt aller an Schule Beteiligten genutzt und
deren Energie gebündelt wird. Denn so wird Elternarbeit zu einem Qualitätsmerkmal
an Schule und nicht zum Störfaktor.
In dieser Broschüre erhalten Sie einen Überblick über den Umfang und die Vielfalt der
aktiven Mitwirkungsmöglichkeiten, deren Inhalt und den rechtlichen Rahmen.
Der LandesElternRat wünscht Ihnen
viel Spaß beim Lesen und freut sich,
wenn wir Sie für die Elternarbeit
begeistern sowie gewinnen können.
Nicolle Möller
LandesElternRat Sachsen

ELTERNVERTETER, WAS TUN?
4
INHALT
Grußwort
Seite 2
Vorwort
Seite 3
Inhaltsverzeichnis
Seite 4
1) Wieso Elternvertreter?
Seite 6
a) Grundlagen
Seite 6
Was bedeutet das Amt als Elternsprecher?
Seite 6
Weitere wichtige Fragen und Argumente
Seite 6
b) Der Start als Klassenelternsprecher
Seite 7
Kontaktliste
Seite 7
Erstes Treffen
Seite 8
Vorschläge für Themen in neu gebildeten Klassen
Seite 9
Vorschläge für Themen in Klassen, die es schon länger gibt
Seite 9
Unterstützung ist wichtig
Seite 10
c) Grenzen der Rolle als Klassenelternsprecher
Seite 10
Sächsisches Schulgesetz
Seite 10
Rechte und Aufgaben
Seite 10
Interessenkonflikte
Seite 11
Didaktische Fragen
Seite 11
d) Überblick - Wer ist an der Schule beteiligt
Seite 11
e) Unterstützungsangebote
Seite 18
LandesElternRat (LER)
Seite 19
Elternmitwirkungsmoderatoren (EMM)
Seite 19
2) Schulformen
Seite 21
3) Gremien
Seite 24
a) in Schule
Seite 24
Elternrat
Seite 24
Schülerrat
Seite 24
Konferenzen
Seite 25
Lehrerkonferenz
Seite 25
Fachkonferenz
Seite 25
Klassenkonferenz
Seite 25
Zeugniskonferenz
Seite 25
Schulkonferenz
Seite 26

ELTERNVERTETER, WAS TUN?
5
b) außerhalb von Schule
Seite 29
KreisElternRat (KER)
Seite 29
Die 13 KER in Sachsen
Seite 31
LandesElternRat (LER)
Seite 32
LandesBildungsRat (LBR)
Seite 33
BundesElternRat (BER)
Seite 34
4) Wahlen
Seite 35
a) Wer ist wählbar?
Seite 35
b) Wie wird gewählt?
Seite 35
Klassenelternversammlung und Klassenelternsprecher
Seite 35
Jahrgangselternsprecher
Seite 37
c) Was wird gewählt?
Seite 37
Der Elternrat
Seite 38
Die Schulkonferenz
Seite 38
Der Kreiselternrat
Seite 40
Der Landeselternrat
Seite 40
5) Rechtliche Grundlagen
Seite 43
a) Normenhierarchie
Seite 43
b) Sächsisches Schulgesetz (SächsSchulG)
Seite 44
c) Sächsisches Gesetz über Schulen in freier Trägerschaft
(SächsFrTrSchulG)
Seite 47
d) Elternmitwirkungsverordnung (EMVO)
Seite 48
e) Schulkonferenzverordnung (SchulKonfVO)
Seite 57
6) Unterstützungssysteme
Seite 60
7) Protokollvorlagen
Seite 61

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ELTERNVERTETER, WAS TUN?
6
1) WIESO ELTERNVERTRETER?
a) Grundlagen
Was bedeutet das Amt als Klassenelternsprecher?
Mit dem Amt werden Aufgaben übernommen, aber auch Rechte empfangen.
Ihre Aufgabe ist es, Informationen und Meinungen in beide Richtungen zu
transportieren, Themen aufzugreifen, die für beide Seiten von Bedeutung sind und
dafür zu sorgen, dass die Sicht der Eltern Ihrer Klasse Berücksichtigung findet. Da
diese Sicht eher selten einheitlich ist, sollte es Ihr Ziel sein, die Meinung und Probleme
Einzelner von denen der Mehrheit zu unterscheiden und sich für die Mehrheit stark zu
machen. Öffnen Sie den einseitigen Blick der Eltern auf die Schule als Ganzes und
initiieren Sie eine konstruktive und erfolgreiche Mitwirkung.
Denken Sie daran:
Als Elternvertreter sind Sie nur der Elternschaft verpflichtet. Jedoch haben Eltern
und Schule einen gemeinsamen Erziehungs- und Bildungsauftrag. Das sollten Sie
stets im Auge behalten.
Der Klassenelternsprecher ist automatisch Mitglied im Elternrat der Schule.
Weitere Fragen und Argumente
Folgende Fragen und Argumente können Ihnen bei der Entscheidung zur Mitwirkung
helfen:
Fragen
Verfügen Sie über die zeitlichen Möglichkeiten oder können Sie sie schaffen?
Was können Sie besonders gut und machen es gern?
Können Sie Prioritäten setzen, auch wenn das bedeuten kann, dass andere wichtige
Dinge zunächst unerledigt bleiben?
Argumente
Es gibt keinen geborenen Klassenelternsprecher. Jeder wächst mit seiner Aufgabe und
niemand muss perfekt sein.
Elternarbeit ist Teamarbeit. Neben dem Stellvertreter gibt es in jeder Klasse Eltern, die
den zukünftigen Klassenelternsprecher unterstützen werden. Gleiches gilt auch für
den Elternrat der Schule. Damit entspannen sich oft der erwartete terminliche Druck
und das befürchtete Arbeitsaufkommen.
Das Engagement von Eltern an der Schule ist Vorbild für Schüler. Auch sie werden sich
umso mehr für ihre Interessen einsetzen, je öfter sie erleben, dass sich durch
Engagement Dinge bewegen lassen.

ELTERNVERTETER, WAS TUN?
7
Elternmitwirkung an Schulen führt zu besseren Lernbedingungen und Lernerfolgen
der Schüler. Damit liegt Elternmitwirkung im natürlichen Interesse der Eltern einer
Klasse.
Wird in einer Klasse kein Klassenelternsprecher gewählt, dann bedeutet das auch, dass
die Eltern dieser Klasse bei keiner Entscheidung Mitspracherecht haben, die im
Elternrat und in der Schulkonferenz getroffen wird. Ebenso werden wichtige
Informationen sie nicht erreichen.
Hat eine Klasse keinen Klassenelternsprecher, so gibt es keine „Instanz“, die im Namen
der Klasse auftretende Probleme ansprechen und gemeinschaftlich vertreten kann.
Entsprechende Versuche einzelner Eltern werden immer als diese wahrgenommen
werden
als persönliches Problem Einzelner, selbst wenn die Mehrheit dieselben
Probleme hat.
Eltern sorgen für das Wohl ihrer Kinder
für gewöhnlich rund um die Uhr. Warum
sollte diese Sorge ausgerechnet vor den Türen der Schule enden? Können Eltern ohne
Elternvertretung tatsächlich dafür sorgen, dass ihre Kinder beste Lernbedingungen
erhalten?
b) Der Start als Klassenelternsprecher
Kontaktliste
Legen Sie sich eine Kontaktliste aller Eltern der Klasse an. Besonders praktikabel sind
dabei Telefonnummern und E-Mail-Adressen der Eltern aber auch die Namen der
Schüler, die zu dem jeweiligen Elternteil gehören.
Wichtig:
Bei allen Vorzügen von E-Mail-Kommunikation darf diese nicht dazu führen, dass
Eltern ausgeschlossen werden, weil sie keinen Internetzugang haben. In diesen
Fällen ist das Telefon oder die Nachricht im verschlossenen Umschlag immer noch
der sicherste Weg. Diese können Sie dann über die Schüler zu den anderen
Klasseneltern schicken. Die Kommunikation der Eltern untereinander ist
Elternsache und sollte in diesem Sinne als Teil des Selbstverständnisses von
Elternmitwirkung gesehen werden.
Möglicherweise konnten Sie die Kontaktdaten „Ihrer“ Eltern direkt nach der Wahl
zum Elternvertreter abfragen. Sie können sich alternativ auch von einem Elternteil
zum nächsten durchfragen oder den Klassenlehrer um Mithilfe bitten.
Sie benötigen als gewählter Elternvertreter diese Kontaktdaten, um alle Eltern auf dem
direkten Weg
ohne Umweg über den Klassenlehrer
zu erreichen.
Erstellen Sie doch einfach einen kleinen Elternbrief und bitten um die wichtigsten
Angaben. Diesen verteilt dann sicher gerne der Klassenlehrer an die Schüler und wird
sich wohl kaum Ihrer Bitte um Unterstützung verschließen.

ELTERNVERTETER, WAS TUN?
8
Zum Thema Datenschutz sollten Sie beachten, dass Sie sich zum verantwortungsvollen
Umgang mit diesen Daten verpflichten. Es ist selbstverständlich und sei hier nur der
Vollständigkeit halber erwähnt, dass Sie diese Daten ausschließlich im Zusammenhang
mit Ihren Aufgaben als Elternvertreter verwenden dürfen. Sie dürfen die Kontaktdaten
nicht weitergeben und müssen Sie löschen, wenn Sie Ihre Arbeit als Elternvertreter
einer Klasse beenden. Verlässt ein Elternteil die Klasse, dann müssen Sie auch dessen
Kontaktdaten löschen.
Weitere Informationen finden Sie in Kapitel 7.
Erstes Treffen
Das kann ein Elternabend oder ein Eltern- und Lehrerstammtisch sein. Wofür auch
immer Sie sich entscheiden: Sie laden ein.
Der beste Weg ist sicherlich der, dass sich Klassenelternsprecher und Klassenlehrer
thematisch sowie terminlich abstimmen und gemeinsam einladen. So lassen sich
Themen bündeln und es etabliert sich eine Zusammenarbeit zwischen Eltern und
Lehrern, die im Sinne der Schüler ist. Das macht prinzipiell Sinn
jedoch nicht für
jedes zu besprechende Thema.
Damit das nächste Treffen der Eltern zu einer wirklich gelungenen Zusammenkunft
wird, bedenken Sie bitte einige wenige Fragen:
*Ist der Termin so gewählt, dass voraussichtlich die meisten Eltern erscheinen
können?
*Ist der Ort so gewählt, dass keine Eltern ausgegrenzt werden?
Bedenken Sie, dass der Besuch in einer Kneipe oder einem Restaurant durchaus
geeignet sein kann, eine entspannte Atmosphäre herzustellen, allerdings können
hierfür Kosten anfallen, die sich manche Eltern nicht leisten können oder wollen!
*Erreicht Ihre Einladung tatsächlich alle Eltern der Klasse oder nur die mit
Internetschluss und E-Mail-Adresse?
*Oft verbessert sich der Informationsfluss, wenn sie außerdem über den Klassenlehrer
und Schüler an die Eltern weitergegeben wird.
Hilfreich ist es, den Raum vorzubereiten. Wählen Sie eine Sitzordnung, die dem
Thema angemessen ist und sorgen Sie bereits damit für eine angenehme Atmosphäre.
Keine Sitzordnung wie in der Schule! Sonst könnten sich Eltern wie im Unterricht
fühlen und alle Aktivitäten der Person ganz vorn überlassen
also Ihnen.
Noch ein kleiner Hinweis: Auch wenn zum Elternabend kein Lehrer anwesend ist,
kann dieser in der Schule stattfinden. Im Rahmen der Unterstützung von Elternarbeit
durch Schule wird Ihnen ein entsprechender Raum zur Verfügung gestellt.

ELTERNVERTETER, WAS TUN?
9
Vorschläge für Themen in neu gebildeten Klassen:
*Wie gut sind alle Kinder in der neuen Klasse angekommen?
*Welchen Eindruck haben die Eltern über das Wohlbefinden ihrer Kinder in der
Schule? Denn das Wohlbefinden ist entscheidend für Lernmotivation und
Lernfortschritt!
*Wie beurteilen die Eltern die Fortschritte ihrer Kinder?
Gibt es Probleme und vielleicht auch schon Ideen für eine Lösung, die man
gemeinsam mit den Lehrern anpacken könnte?
Zu solchen Fragen ist es besonders hilfreich, wenn der Klassenlehrer anwesend ist,
denn auch er hat Antworten auf diese Fragen und seine ganz persönliche Sicht.
Oft glauben Eltern, dass auftretende Probleme, welcher Art auch immer,
ausschließlich ganz persönliche Probleme ihres Kindes sind. Spricht man sich im
Rahmen eines Elternabends darüber aus, stellt man nicht selten fest, dass es anderen
nicht anders geht. Dann sind Sie gefragt gemeinsam mit ihrem Stellvertreter, dem
Klassenlehrer und anderen Lehrern die Lernsituation der Schüler zu verbessern.
Es gibt aber auch ganz praktische Fragen, die sich zum ersten Elternabend gut klären
lassen:
*Vielleicht können Sie im Rahmen einer Vorstellungsrunde herausfinden, welche
Eltern in welchem Bereich tätig sind und Sie daher auf Grund ihrer Erfahrungen
unterstützen können?
*Haben die Eltern und der Klassenlehrer Interesse, sich regelmäßig zu treffen, um
aktuelle Themen der Klasse zu besprechen?
*Was halten die Eltern von der Einrichtung einer Klassenkasse und wer übernimmt die
Verantwortung dafür?
Vorschläge für Themen in Klassen, die es schon länger gibt:
Im Prinzip eignen sich alle Themen, die Fragen des Schullebens, des Unterrichts sowie
der Erziehung, Entwicklung und Lebensorientierung von Kindern und Jugendlichen
betreffen.
Oft vergleichen Eltern die Art und Weise wie Schule heute stattfindet mit ihrer
eigenen Schulzeit. Dabei werden, mit unterschiedlicher Wertung, deutliche
Unterschiede festgestellt. Doch warum ist das so und warum ist es sinnvoll, dass
Schule heute anders stattfindet als früher? Laden Sie Klassenlehrer und Fachlehrer ein,
die Ihnen hierzu Auskunft geben können. Auf diese Weise wird Schule transparent
und genau diese Transparenz ist notwendig, damit wir Eltern Schule von heute
verstehen und mitgestalten können.
Wenn in Ihrer Klasse auch Schülervertreter gewählt worden sind, dann beziehen Sie
diese Schüler so oft wie möglich mit ein. Erfahren Sie die Themen, die Schüler
bewegen und erfahren Sie, welche kreativen Ideen Schüler haben, wenn es darum
geht, den Schulalltag zu gestalten!

ELTERNVERTETER, WAS TUN?
10
Denn welches Thema Sie auch immer für einen Elternabend wählen - im Zentrum von
Schule stehen die Schüler. Für sie wird Schule gemacht. Deshalb sollten alle Themen
und Diskussionen ausschließlich die Schul- und Lernsituation der Schüler im Fokus
haben und die Schüler bei allen sie betreffenden Entscheidungen mit einbezogen
werden.
Unterstützung ist wichtig
Versuchen Sie nicht alles allein zu machen. Sonst wird Ihr Engagement sehr schnell
zur Last und Sie werden mehr Frust als Lust bei der Mitwirkung an Ihrer Schule
erfahren. Auch Eltern gewöhnen sich schnell daran, wenn sie sehen, dass da jemand
ist, der alles organisiert und macht. Beziehen Sie deshalb Ihren Stellvertreter und
andere Eltern so früh wie und so oft wie möglich mit ein.
So werden Sie unter anderem beim Elternabend merken, dass dessen Durchführung
Ihre ganze Aufmerksamkeit fordern wird. Nebenbei noch Mitschreiben kann zur
echten Herausforderung werden. Lassen Sie sich deshalb unterstützen. Ein Elternteil
oder auch Ihr Stellvertreter sollte während des Elternabends Protokoll führen,
besprochene Themen notieren und Absprachen festhalten. Abhängig von den Themen
des Elternabends können aufkommende Diskussionen emotional werden. Achten Sie
deshalb darauf, dass Meinungsäußerungen sachlich beim Thema bleiben und nicht
derart ausufern, dass andere Eltern nicht mehr zu Wort kommen oder Ihr Elternabend
erst um Mitternacht endet.
Nach dem Elternabend kommt wieder Ihr Protokollant ins Spiel. Er sollte ein kleines
Infoblatt erstellen oder ein Protokoll schreiben, um alles Wichtige festzuhalten. Das
lassen Sie dann allen Eltern der Klasse zukommen. Und anschließend gehen Sie
gemeinsam mit Ihrem Stellvertreter die in Ihrer Klasse besprochenen Themen an.
Weitere Informationen erhalten Sie auch über Quellen im Internet, z.B. die des
LandesElternRates und des Sächsischen Bildungsservers.
c) Grenzen der Rolle als Klassenelternsprecher
Sächsisches Schulgesetz
Als Klassenelternsprecher halten Sie sich immer an das Sächsische Schulgesetz.
Rechte und Aufgaben
Wer zum Elternvertreter gewählt wird, übernimmt ein Ehrenamt. Und wie mit jedem
Amt, sind auch in der Elternmitwirkung verschiedene Rechte und Aufgaben damit
verbunden.
Wenn Sie Klassenelternsprecher sind, ist Ihnen bei der Ausübung Ihrer Arbeit
niemand weisungsbefugt. Sie sind aber auch niemandem gegenüber
weisungsberechtigt.
In Ihrem Handeln sind Sie als Klassenelternsprecher den Eltern der Klasse verpflichtet
sowie zur Verschwiegenheit.

ELTERNVERTETER, WAS TUN?
11
Grundsätzlich sind alle Elternvertreter unabhängig von dem übernommenen Amt:
nur der Elternschaft verpflichtet.
frei von Weisungen durch Schule, Schulaufsichtsbehörden oder sonstige
Behörden.
zur Verschwiegenheit auch über ihre Amtszeit hinaus verpflichtet.
Im Verhinderungsfall übernimmt der gewählte Stellvertreter die Aufgaben des
jeweiligen Amtsinhabers.
Ausführlichere Informationen sind unter anderem hier nachzulesen:
§§ 45 ff SächsSchulG
EMVO
SchulkonfVO
Interessenkonflikte
Als Klassenelternsprecher sollte es Ihnen ausschließlich um das Allgemeinwohl sowie
um die Anliegen und die Interessen der Klasse gehen und nicht um die Anliegen
bezüglich des eigenen Kindes. Ebenso müssen Sie es gegebenenfalls aushalten, dass
der Mehrheitswille nicht Ihre persönliche Meinung darstellt, und trotzdem sollten Sie
die mehrheitliche Meinung gegenüber Lehrern gut vertreten. Im umgekehrten Fall
wenn andere Eltern mit persönlichen Problemen auf Sie als Elternsprecher zukommen,
müssen Sie abwägen, ob es sich tatsächlich um ein Einzelproblem handelt. In diesem
Fall kann im Hintergrund beraten werden, Sie können Wege aufzeigen und die Eltern
stärken oder Beratung vermitteln. Aber hier gilt: „Betroffene müssen ihre Sachen selbst
klären!“
Hier können Sie als Person des Vertrauens
also als Privatperson
mitgehen.
Dann geben Sie Ihre Neutralität und damit in diesem Moment die Rolle als
Klassenelternsprecher ab.
Didaktische Fragen
Schwieriger wird es, wenn es um pädagogische und didaktische Fragen geht, denn
dafür sind Sie in der Regel nicht der Experte. Dennoch können Sie das Gespräch mit
dem Fachlehrer suchen, wenn für die Mehrheit der Schüler in der Klasse Probleme
auftreten. Kommt es dabei zu keiner Verständigung, kann auch die Vermittlung des
Fachleiters, des Schulleiters, des Schulreferenten oder des Fachberaters hilfreich sein
und sogar nötig werden.
Bei den Lehrplänen haben Sie kein Mitbestimmungsrecht.
Zu diesem Thema können Sie sich auch unter
www.bildung.sachsen.de
informieren.
d) Überblick
Wer ist an Schule beteiligt
Wir müssen hierbei zwischen an Schule Beteiligte und Interessierte unterscheiden.
An Schule interessiert sind unter anderem Kindergarten und Hort, teilweise
weiterführende Schulen und Universitäten, aber auch Kirche, Politik und Wirtschaft.

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ELTERNVERTETER, WAS TUN?
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Sie nehmen Einfluss und sind Meinungsbildner. An Schule Beteiligte aber haben eine
direkte Aufgabe innerhalb der einzelnen Schule oder darüber hinaus.
Innerhalb von Schule gestalten Schulleiter und Lehrer, Eltern sowie Schüler ihre
Schule im vorgegebenen Rahmen.
Hier sind die Aufgaben klar verteilt. Sie sind nur für ihre Schule verantwortlich.
Schulleiter
Der Schulleiter ist verantwortlich für den ordnungsgemäßen Schul- und
Unterrichtsablauf, für Personalplanung, Personalführung und die Einbindung der
Mitwirkungsgremien an seiner Schule. Er vertritt die Schule nach außen und innen.
Schulleiter geben außerdem noch Unterricht.
Der Schulleiter ist der Hausherr der Schule. Er ist verantwortlich für die ihm
unterstellten Lehrer, doch darf er sie weder einstellen noch entlassen. Denn die
Zuweisung von Lehrkräften erfolgt durch das Landesamt für Schule und Bildung
(LaSuB).
Im § 42 SächsSchulG werden die Aufgaben des Schulleiters beschrieben. Daraus ergibt
sich eine Gesamtverantwortlichkeit des Schulleiters für seine Schule einschließlich der
ihm unterstellten Beschäftigten und anvertrauten Sachmittel. Er ist Vorsitzender der
Gesamtlehrerkonferenz und der Schulkonferenz.

ELTERNVERTETER, WAS TUN?
13
Zu seinen Aufgaben zählen:
Gewährleistung des geregelten und ordnungsgemäßen Schulablaufs,
Personalplanung, -führung und -entwicklung,
Einhaltung der rechts- und Verwaltungsvorschriften, der Hausordnung und der
Konferenzbeschlüsse,
Einhaltung der Lehrpläne und der Grundsätze der Notengebung,
Stundenplanung,
Organisation und Bewertung der Unterrichts- und Erziehungsarbeit,
Schulentwicklung und Schulprogrammarbeit,
aktive Einbeziehung der Mitwirkungsgremien, insbesondere der
Schulkonferenz sowie der Eltern- und Schülervertretungen,
ist Vorsitzender in der Schulkonferenz,
Vertretung der Schule nach außen und Gestaltung von Außenbeziehungen und
Kooperation,
Zusammenarbeit mit der Schulaufsicht,
Aufsicht über zur Verfügung gestellte Anlagen, Gebäude, Einrichtungen und
Gegenstände,
Ausübung des Hausrechts.
Hier möchten wir noch anmerken, dass der Schulleiter Teilaufgaben seinem
Stellvertreter, der erweiterten Schulleitung oder einer anderen Lehrkraft übertragen
kann.
Lehrer
Lehrer sind Experten für Lehr- und Lernprozesse.
Aber in einer Schule gibt es noch vielfältige andere Aufgaben, die erledigt werden
müssen. Daher ist es für uns gut zu wissen, wie die Verantwortlichkeiten verteilt sind
und wo Unterstützung zu finden ist.
Klassenleiter
Der Klassenleiter ist der erste Ansprechpartner für Schüler und Eltern in allen
schulischen Fragen, die über die Inhalte der einzelnen Fächer hinaus gehen. Er ist das
Verbindungsglied zwischen Schule und Eltern.
Zu seinen Aufgaben gehören z.B.:
Führen des Klassenbuchs,
Kontrolle der Schulpflicht, Entschuldigungen, Beurlaubungen bis zwei Tage,
Disziplinar-, Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen,
Ansprechpartner für andere Lehrer in Klassenangelegenheiten,
Leitung (Vorsitz) und Einberufung von Klassen- und Zeugniskonferenzen,
Erstellung der Zeugnisse,
Erörterung der Halbjahresinformationen und Jahreszeugnisse, der
Bildungsempfehlung und der Versetzungsgefährdungen mit Schülern und
Eltern,
Koordination mit Fachlehrern der Klasse, z. B. Umfang der Hausaufgaben,
Unterstützung der Schüler- und Elternvertreter,
Organisation und Durchführung von Klassenfahrten,
Streitschlichtung,

ELTERNVERTETER, WAS TUN?
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Organisation von schulspezifischen Aufgaben, z. B. Projekttage, Wandertage,
Vor- und Nachbereitung von Betriebs- und Sozialpraktika.
Im Sächsischen Schulgesetz ist der Begriff Klassenleiter nicht definiert, daher
bestimmt jede Schule selbst die genauen Aufgaben des Klassenleiters.
Fachlehrer
Der Fachlehrer hat die Lehrbefähigung für den Unterricht in diesem Fach erworben.
Fachleiter
Der Fachleiter ist zugleich Fachlehrer und unterstützt den Schulleiter bei der
Qualitätsentwicklung und bei organisatorischen Aufgaben im jeweiligen Fachbereich.
Er berät alle Fachlehrer eines Unterrichtfaches und leitet die Fachlehrerkonferenzen.
Lehrer mit besonderer Qualifikation
Häufig unterrichten an Schulen auch Lehrer, die eine Aus- und Fortbildung zu
bestimmten Themen absolviert haben und über besondere Qualifikationen im Bereich
z. B. der Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS), Dyskalkulie, AD(H)S,
Montessoripädagogik, Verhaltenspädagogik etc. verfügen.
Sie beraten Eltern und Lehrer, übernehmen Förderunterricht und informieren über
weitergehende Unterstützungsangebote.
Beratungslehrer
Sie sind speziell ausgebildete Lehrer und direkte Ansprechpartner für Schüler, Eltern
und Kollegen.
Beratungslehrer sind grundsätzlich zur Verschwiegenheit über die in Ausübung ihres
Amtes bekannt gewordenen Tatsachen und Ergebnisse verpflichtet, sofern dieser keine
strafrechtliche Relevanz zukommt oder sie durch besondere Bestimmungen, wie
in
§
50a SächsSchulG verankert, zur Auskunft verpflichtet sind.
Schullaufbahnberatung: Beratungslehrer unterstützen die Schüler, deren Eltern
und Pädagogen bei der Wahl der Schullaufbahn und der Bildungswege.
Individuelle Beratung bei Lern-, Leistungs- und Verhaltensstörungen: Soweit
die Möglichkeiten im pädagogischen Bereich liegen, sind Beratungslehrer den
Schülern, Eltern und Pädagogen bei der Vermeidung, Milderung und Lösung
von Problemen im Lern-, Leistungs- und Verhaltensbereich behilflich.
Prävention und Ereignisbewältigung: Beratungslehrer tragen neben den
Klassen-, Fach-, und Vertrauenslehrern dazu bei, die Schüler zu einem
verantwortungsvollen und gesundheitsbewussten Verhalten gegenüber sich
selbst, anderen Menschen und der Gesellschaft zu erziehen.
Jede auf die Person des Schülers bezogene Tätigkeit der Beratungslehrer erfolgt
grundsätzlich nur mit dessen Einverständnis. Eine Ausnahme besteht, wenn
besondere Rechtsvorschriften vorliegen.

ELTERNVERTETER, WAS TUN?
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Vertrauenslehrer
Der Vertrauenslehrer kann vom Schülerrat gewählt werden und hat die Aufgabe, die
Schülervertretung bei ihrer Tätigkeit zu beraten, zu unterstützen sowie bei
Unstimmigkeiten und Konflikten zwischen Schülervertretung und Schule oder
Schulaufsichtsbehörde zu vermitteln. Näheres regelt die Schülermitwirkungs-
verordnung. (§§ 17, 18 SMVO)
Oberstufenberater
Oberstufenberater im Freistaat Sachsen sind unterrichtende Lehrer, die an Gymnasien
für die besondere Betreuung der Schüler in der gymnasialen Oberstufe eingesetzt
werden.
Laut § 37 Schulordnung Gymnasien Abiturprüfung (SOGYA) sind sie für die
Organisation der gymnasialen Oberstufe verantwortlich.
Zu den Aufgaben gehören:
Informationen über Ziele, Inhalte und Struktur der gymnasialen Oberstufe
aufzuzeigen,
Die Beratung der Schüler während der gesamten gymnasialen Oberstufe bei
Kurswahl, der Notenauswertung, Abiturprüfungsangelegenheiten sowie
Studien- und Berufswahl und
die mit der Organisation des Schuljahresablaufes verbundenen Belange der
gymnasialen Oberstufe zu klären.
Neben Lehrern sind auch Eltern und Schüler Beteiligte an Schule:
Eltern
Eltern im Sinne des Sächsischen Schulgesetzes sind alle Personensorgeberechtigten.
Sie haben dafür zu sorgen, dass ihr Kind der Schulpflicht nachkommt und es mit den
notwendigen Lernmitteln ausgestattet ist. Eltern sind verpflichtet, über
gesundheitliche oder sonstige Belange, die den Schulbetrieb beeinflussen könnten,
Auskunft zu erteilen.
Die Eltern haben das Recht und die Aufgabe, an der schulischen Erziehung und
Bildung mitzuwirken. Sie sind für die Elternarbeit an Schule selbst verantwortlich.
Eltern haben das Recht, über alle weiteren Bildungswege im Anschluss an die
Grundschule auf Empfehlung der Schule zu entscheiden. Über die Empfehlung sind
die Eltern umfassend zu informieren und zu beraten.
Eltern können zur Förderung ihres Kindes und zur Ausgestaltung des Erziehungs- und
Bildungsauftrages mit der Schule Bildungsvereinbarungen abschließen.
Eltern haben das Recht, vor Entscheidungen über Ordnungsmaßnahmen bei
minderjährigen Kindern angehört zu werden.
Schüler
Schüler haben Rechte, Aufgaben sowie Pflichten.
So haben sie unter anderem die Aufgabe im Unterricht mitzuarbeiten, indem sie sich
am Unterricht beteiligen und mitgestalten sowie indem sie mitdenken und andere an
der Mitarbeit nicht hindern und den Unterricht nicht stören.

ELTERNVERTETER, WAS TUN?
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Sie haben das Recht und die Aufgabe, über die Mitwirkungsgremien ihre Schule
mitzugestalten. Dabei kann sie der Vertrauenslehrer unterstützen.
Schüler sind zur pünktlichen und regelmäßigen Teilnahme am Unterricht und an vom
Schulleiter für verbindlich erklärten Schulveranstaltungen verpflichtet. Die
Schulpflicht gilt in Sachsen bis zum 18. Lebensjahr, also in der Regel 12 Jahre, und
gliedert sich in Vollzeit- und Berufsschulpflicht. Dies ist unter § 26 ff SächsSchulG,
Schulbesuchsordnung (SBO) verankert.
Außerdem haben Schüler die Pflicht Hausaufgaben zu erledigen und die Hausordnung
der Schule einzuhalten.
Die Rahmenbedingungen für Eltern, Schüler, Lehrer und Schulleiter werden außerhalb
von Schule vorgegeben.
Das Sächsische Staatsministerium für Kultus, Behörden, Landkreise, Städte und
Gemeinden gestalten den gesetzlichen, organisatorischen, finanziellen und
bildungsrechtlichen und -politischen Rahmen. Sie können für mehrere Schulen
verantwortlich sein.
Sächsisches Staatsministerium für Kultus (SMK)
Das SMK ist die oberste Schulaufsichtsbehörde in Sachsen.
Es ist innerhalb der sächsischen Staatsregierung unter anderem verantwortlich für:
Bildung und Erziehung in Kindertageseinrichtungen und der Kindertagespflege
Bildung und Erziehung an allgemeinbildenden Schulen und berufsbildenden
Schulen
Bildungsplanung, Lehrplanarbeit, Schulentwicklungsplanung und
Schulevaluation
Förderung des Schulhausbaus
Sicherung des Lehrerbedarfs und Personalangelegenheiten der Lehrkräfte
Lehreraus- und -fortbildung, Durchführung der Lehramtsprüfungen
Schulsport, Förderung von Ganztagsangeboten
Anerkennung und Bewertung von Bildungsabschlüssen
Entsendung von Lehrkräften an deutsche Schulen im Ausland
Förderung der deutschen Sprache im Ausland
Prüfung und Anerkennung von Prüfungen für Dolmetscher und Übersetzer
In der Bezeichnung Staatsministerium für Kultus ist die historisch gewachsene
Verbindung von Bildung und Kirche enthalten: So werden hier auch die
allgemeinen Angelegenheiten der Kirchen und Religionsgemeinschaften, die
das Verhältnis von Staat und Kirche betreffen, bearbeitet.
Die Themen des lebenslangen Lernens verantwortet das Kultusressort in
Zusammenarbeit mit anderen Ministerien.
Das Kultusministerium arbeitet mit vielen Partnern zusammen. Dazu gehören
insbesondere:
der LandesElternRat,
der LandesSchülerRat,
der LandesBildungsRat,
der Landesbeirat für Erwachsenenbildung und
der Landessportbund.

ELTERNVERTETER, WAS TUN?
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Das Kultusministerium ist oberste Schulaufsichtsbehörde in Sachsen. Zu
seinem Geschäftsbereich gehört das Landesamt für Schule und Bildung als
nachgeordnete Einrichtung.
Landesamt für Schule und Bildung (LaSuB)
Das LaSuB ist die nachgeordnete Schulaufsichtsbehörde des Sächsischen Staats-
ministeriums für Kultus.
Mit den Standorten Bautzen, Chemnitz, Dresden, Leipzig, Radebeul und Zwickau
besitzt das Landesamt für Schule und Bildung die entsprechende Vertretung, um die
umfassenden Aufgaben im gesamten Freistaat Sachsen zu erfüllen.
Die Zuständigkeiten für die derzeit 1388 (öffentliche Trägerschaft) bzw. 1798
(öffentliche und freie Trägerschaft
Stand SJ 2020/2021) Schulen verteilen sich auf die
folgenden Standorte:
Bautzen: Landkreise Bautzen und Görlitz
Chemnitz: Kreisfreie Stadt Chemnitz, Landkreis Mittelsachsen und
Erzgebirgskreis
Dresden: Kreisfreie Stadt Dresden sowie die Landkreise Meißen und Sächsische
Schweiz - Osterzgebirge
Leipzig: Kreisfreie Stadt Leipzig sowie die Landkreise Nordsachsen und Leipzig
Zwickau: Landkreis Zwickau und Vogtlandkreis
Radebeul: Dieser Standort erfüllt überregionale Aufgaben in den Bereichen
Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung z. B. Lehrplanarbeit und
Entwicklung von Unterstützungsmaterialien, in der Fortbildung für Lehr- und
schulische Führungskräfte sowie in der allgemeinen Weiterbildung.
Landkreis
Kreisfreie Stadt
Die Landkreise und Kreisfreien Städte sind verantwortlich für die Schülerbeförderung.
Für die Einrichtung des öffentlichen Nahverkehrs, - zudem auch die
Schülerbeförderung zählt - den Unterhalt und Erfüllung seiner Aufgaben erhält er
Mittel vom Freistaat Sachsen. Er darf auch die Eltern an den Kosten beteiligen.
Die Angaben im Landesentwicklungsplan (LEP) bilden die Grundlage für die
zulässigen Beförderungs- und Schulwegzeiten.
Die Kreisfreien Städte und die Landkreise sind in Abstimmung mit den Städten und
Gemeinden verantwortlich für die Teilschulnetzplanung der allgemeinbildenden
Schulen und der Schulen des zweiten Bildungsweges. Hierbei hat der KreisElternRat
ein Informations- und Anhörungsrecht.
Im Einvernehmen mit den Kreisfreien Städten und den Landkreisen stellt das SMK den
Teilschulnetzplan für die berufsbildenden Schulen auf. Hierbei hat der
LandesElternRat ein Informations- und Anhörungsrecht.
Schulträger
Schulträger sind Städte, Gemeinden, Landkreise oder das Land selbst.
Sie sind für die sächliche Ausstattung verantwortlich, also für das Schulhaus, die
Möbel, die Unterrichtsmaterialien sowie Lehr- und bestimmte Lernmittel.

ELTERNVERTETER, WAS TUN?
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Sie sind verpflichtet, bei Nachweis des öffentlichen Bedarfs, Schulen einzurichten,
auszustatten und zu erhalten und dies auch ohne zusätzliche Fördermittel.
Der Schulträger stellt die Sekretariats- und Hausmeisterdienstleistungen zur
Verfügung.
Er schließt in der Regel den Versorgungsvertrag mit dem Schulessensversorger und
vermietet ihm die dafür notwendigen Räume.
Er kann auch Träger der Schülerbeförderung und des Schulhortes sein. Für die
Erfüllung dieser Aufgaben erhält er die Mittel vom Freistaat Sachsen.
Weitere Partner von Schule
Eine Schule ist immer Teil einer Gemeinschaft und hat vielfältige Berührungspunkte
mit anderen Partnern.
Damit der Schulstart gelingt, haben die Kindertageseinrichtungen den gesetzlichen
Auftrag, die Schuleingangsphase in Absprache mit der Grundschule zu gestalten.
Dafür werden verschiedene Kooperationsverträge abgeschlossen.
Auch die Zusammenarbeit mit dem Hort wird oft über Kooperationen geregelt. Für die
erfolgreiche Ausgestaltung im Bereich der Ganztagsangebote ist eine enge Kooperation
Grundvoraussetzung.
So vielfältig wie der Lehrplan, so vielfältig sind die möglichen Kooperationen und
Partnerschaften von Schule. Je nach Themenschwerpunkt werden Partner gesucht, die
die Schule unterstützen können. Bei der Berufsorientierung sind es oft Gewerbevereine
oder lokale Unternehmen. Bei der Sprachförderung sind es z. B. Partnerschulen im
Ausland, mit denen Kooperationen abgeschlossen werden. Viele Institutionen
unterbreiten den Einrichtungen konkrete Angebote, z. B. die Polizei, die Unfallkasse
Sachsen oder die Kirchen. Die Angebote reichen von Gewaltprävention über
Fahrradtraining, Sozialtraining bis zu Schnuppertagen in Betrieben und
Lehrerfortbildungen.
In diesem Zusammenhang möchten wir noch anmerken, dass ganz gleich ob ein
Thema in der Klasse oder ein Ziel im Schulprogramm bearbeitet wird, externe Partner
immer die Sichtweise der Experten und Praktiker in die Schule bringen und
bereichernd für Lehrer und Schüler sind.
e) Unterstützungsangebote
„Elternvertretungen sind immer nur so gut, wie ihre Mitglieder gut sind.“
(LER Sachsen)
Bei der Gestaltung und Umsetzung Ihrer Rolle als Elternvertreter stehen Ihnen die
Klassenelternsprecher anderer Klassen mit Rat und Tat zu Seite. Ebenso ist der
Elternrat der Schule ein guter Ansprechpartner. Auskünfte und Hilfe erhalten Sie aber
auch von Lehrern Ihres Vertrauens.
Darüber hinaus gibt es viele Informationen in Form von Internetseiten und
Broschüren, die über Ihren KreisElternRat und den LandesElternRat weitergegeben
werden. Und gerade jetzt tun Sie genau das Richtige
Sie lesen diese Publikation, in
der Elternvertreter ihre Erfahrungen zusammengetragen haben.

ELTERNVERTETER, WAS TUN?
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LandesElternRat (LER)
Es ist sehr wichtig, Eltern zu finden, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen,
mitzuarbeiten und sich die dafür notwendigen Kompetenzen im Laufe der Zeit
anzueignen.
Wir sind alle ehrenamtlich arbeitende „Eltern für Eltern“ und natürlich gewählte
Elternvertreter, mit zum Teil sehr langer Erfahrung. Neben den Aufgaben als Gremium
sind insbesondere unsere Geschäftsstelle und die Vorstandsmitglieder Anlaufstelle für
Elternvertreter und Eltern (manchmal auch für Lehrer), deren Fragen vor Ort nicht
oder nicht zufriedenstellend geklärt werden konnten.
Eltern suchen bei uns konkrete Beratung und Begleitung. In den meisten Fällen
können wir unmittelbar Auskunft geben, weiterhelfen und stärken. Jedoch in
komplizierten Sachverhalten holen wir uns selbst die notwendige Unterstützung aus
den zuständigen Fachreferaten des SMK. Das geht in der Regel sehr schnell. Bei allen
Anfragen sichern wir Ihnen Vertraulichkeit, Verschwiegenheit und Anonymität zu.
Wir haben unter anderem Ausschüsse gebildet, deren Vorsitzende beratende
Mitglieder im LER-Vorstand sein können. In den LER-Ausschüssen werden Themen
aus den KreisElternRäten aufgenommen und im LandesElternRat bearbeitet.
Außerdem informiert der LER die Vertreter aus den Kreisen immer zeitnah zu
aktuellen Themen, denn eine gute Zusammenarbeit ist für eine erfolgreiche
Elternarbeit wichtig.
LER-Ausschüsse zu den Schularten: Ausschussmitglieder sind die gewählten
Vertreter aus den Kreisen.
LER-Ausschüsse
„Ländlicher Raum“ und „FKE“: Ausschussmitglieder sind die
gewählten Vertreter aus den Kreisen sowie weitere interessierte Elternvertreter.
LER-Ausschuss
„Zusammenarbeit KER“: Ausschussmitglieder sind die
Vorsitzenden der KreisElternRäte.
Weitere Informationen finden Sie auf der Website:
www.ler-sachsen.de
Elternmitwirkungsmoderatoren (EMM)
Ein weiteres Unterstützungsangebot für Elternvertreter in Sachsen sind die
Elternmitwirkungsmoderatoren, kurz „EMM“ genannt.
Sie sind Eltern für Eltern, die Ihnen Fortbildungsseminare für Ihre ehrenamtliche
Arbeit als Elternvertreter anbieten. Über die Wissensvertiefung und die Weitergabe
praktischer Erfahrungen können sie Sie als Elternvertreter stärken. Dabei zeigen sie
Ihnen hautnah Möglichkeiten der Beteiligung am schulischen Leben sowie in den
Gremien der Schule auf.
Alle EMM haben eine Ausbildung in sechs Modulen am Fortbildungs- und
Tagungszentrum des SBI in Meißen erfolgreich durchlaufen. Viele von ihnen sind oder
waren selbst als Elternvertreter seit Jahren an der Schule aktiv.

ELTERNVERTETER, WAS TUN?
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Die EMM unterstützen und ermutigen Sie, die eigene Elternarbeit an der Schule zu
gestalten. Aus diesem Grund sind die Fortbildungsseminare auch keine Vorträge,
sondern vielmehr
„Mitmach-Seminare die Mut-Machen“,
mit konkreten, bewährten
Methoden für die eigene Praxis in der Klasse und Schule. Da keine Schulgemeinschaft
wie die andere ist, gehen sie auf Ihre individuellen Bedürfnisse ein.
Jetzt stellen Sie sich eventuell die Frage, ob das etwas kostet.
Die Elternmitwirkungsmoderatoren kommen kostenfrei an jede Schule im Freistaat
Sachsen und bieten Fortbildungen zu drei Schwerpunktthemen an:
Rechte und Aufgaben der Elternvertreter
Elternvertreter handeln als verlässliche Partner von Eltern und Lehrern.
Welche Aufgaben haben Klassenelternsprecher und wie setzt sich der
Elternrat zusammen?
Was sind die rechtlichen Grundlagen (Sächsisches Schulgesetz und
Elternmitwirkungsverordnung) und die Möglichkeiten der Mitwirkung in
der Schulkonferenz? Wir sprechen auch über die Besonderheiten Ihrer
Schule.
Gelingende/ Effektive Elternarbeit
Das bedeutet: Elternarbeit gestalten, organisieren, strukturieren und
kommunizieren. Denn Elternarbeit ist ehrenamtlich und freiwillig.
Wie kann auf dieser Basis Elternarbeit an Ihrer Schule gestaltet werden?
Wie können weitere Eltern beteiligt und Arbeitsprozesse gestaltet werden?
Schule mitgestalten - Gemeinsam gute Schule entwickeln
Schule entwickelt sich ständig weiter und passt sich den Anforderungen
der heutigen Zeit an. Damit die Weiterentwicklung zielgerichtet und
systematisch erfolgt, wird sie im Schulprogramm beschrieben.
Wie sehen diese Prozesse im Detail aus und wie können sich Eltern daran
beteiligen?
Wenn Sie Interesse haben, können Sie die EMM
zu einem
„Mitmach-Seminar“
und
„Mutmach-Seminar“
in Ihre Schule
einladen. Sie arbeiten mit allen Elternvertretern
zusammen und unterstützen Sie und Ihren Elternrat auf dem Weg Elternarbeit
auszugestalten.
Kontakt:
Geschäftsstelle der Elternmitwirkungsmoderatoren
Antje Wild
Hoyerswerdaer Straße 1
01099 Dresden
E-Mail: emm@elternmitwirkung-sachsen.de
Tel.: 0351 564-69940
www.elternmitwirkung-sachsen.de

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ELTERNVERTETER, WAS TUN?
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2) SCHULFORMEN
Auszüge aus:
www.schule.sachsen.de
,
https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/24322
und
www.gemeinschaftsschule-in-sachsen.de
(1) Allgemeinbildende Schulen
Grundschule (Klassenstufen 1 bis 4)
Neben Rechnen, Lesen, Schreiben fördert die Grundschule die individuelle
Lernentwicklung der Kinder und deren Freude beim Wissenserwerb. In der vierten
Klasse erhalten alle Kinder eine Bildungsempfehlung für die Oberschule oder das
Gymnasium.
Oberschule (Klassenstufen 5 bis 9/10)
Oberschulen vereinen Haupt- und Realschulbildungsgang und sind besonders auf den
Übergang in berufliche Bildungswege ausgerichtet.
Praktisch, handwerklich oder technisch begabte, als auch wirtschaftlich, sprachlich
oder musisch interessierte Jugendliche erwerben an der Oberschule eine allgemeine
und berufsvorbereitende Bildung. Hier können der Hauptschulabschluss, der
qualifizierende Hauptschulabschluss und der Realschulabschluss erworben werden.
Gymnasium (Klassen-/Jahrgangsstufen 5 bis 12)
Im Gymnasium steht die Förderung von leistungsstarken Schülern sowie die
Vorbereitung auf den Besuch der Universität oder Berufsakademie im Vordergrund.
Nach 8 Jahren kann hier das Abitur abgelegt werden.
Die einzelnen Gymnasien bieten ab Klasse 8 verschiedene schulspezifische Profile an,
z. B. nach künstlerischen, gesellschaftswissenschaftlichen, naturwissenschaftlichen,
sportlichen oder sprachlichen Schwerpunkten. In den jeweiligen Profilen wird
fächerverbindend gearbeitet.
Besonders Begabte haben die Möglichkeit, spezielle Gymnasien mit vertiefter
Ausbildung ab Klasse 5 zu besuchen, z. B. das Sportgymnasium, Musikgymnasium etc.
Förderschule (Klassenstufen 1 bis 9/10)
Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf haben grundsätzlich
in Sachsen die Möglichkeit, eine Regelschule oder eine Förderschule zu besuchen. Die
Schulaufsichtsbehörde berät die Eltern, in welcher Schulart und in welcher Schule dem
individuellen Förderbedarf entsprochen werden kann.
Sorbische Schule in Sachsen
Im zweisprachigen Siedlungsgebiet der Oberlausitz und der mittleren Lausitz werden
Schüler von zweisprachigen Lehrkräften unterrichtet. Alle Lernziele und
Lehrplaninhalte für sächsische öffentliche Schulen sind für zweisprachige sorbisch-
deutsche Schulen verbindlich. Es werden gleichwertige Abschlüsse vergeben.

ELTERNVERTETER, WAS TUN?
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(2) Schulen in freier Trägerschaft
Neben den öffentlichen Schulen gibt es in allen Schularten auch Schulen in freier
Trägerschaft, z. B. von privaten oder kirchlichen Organisationen, Vereinen,
Gesellschaften oder Privatpersonen.
Ersatzschulen
Ersatzschulen dürfen in ihren wesentlichen Merkmalen nicht hinter einer öffentlichen
Schule zurückstehen. In der Regel verwenden Ersatzschulen die sächsischen
Lehrpläne, so dass das gleiche Bildungsniveau erreicht wird. Ersatzschulen unterliegen
dem Sonderungsverbot, d.h. es besteht die Möglichkeit, unabhängig von den
Besitzverhältnissen der Eltern, diese Schule zu besuchen. Es darf jedoch ein Schulgeld,
welches nicht gegen das Sonderungsverbot verstößt, erhoben werden.
Ergänzungsschulen
Ergänzungsschulen sind Schulen in freier Trägerschaft, die nicht als Ersatz für
öffentliche Schulen dienen. Hinsichtlich ihrer Organisation und ihres
Bildungsangebotes haben auch diese einen schulischen Charakter, sind aber mit keiner
Schulart des öffentlichen Schulwesens vergleichbar. Die von der Ergänzungsschule
vergebenen Abschlüsse entsprechen nicht den staatlichen Abschlüssen. Die Schüler
erhalten nach Beendigung der Schulzeit eine Bescheinigung oder ein Zertifikat.
(3) Hochbegabtenförderung
Bei besonderen Begabungen auf mehreren Gebieten können Jugendliche ab der 7.
Klasse nach einem besonderen Aufnahmeverfahren das Landesgymnasium Sankt Afra
zu Meißen besuchen.
(4) Berufsbildende Schulen
Berufsschule (Duale Ausbildung)
Der Unterricht an einer Berufsschule ist Bestandteil des dualen Ausbildungssystems.
Schüler, die einen Ausbildungsberuf erlernen, eignen sich hier theoretische
Grundlagen ihres zukünftigen Berufes an. Auch hier gibt es spezielle Angebote für
Jugendliche mit Behinderungen, chronischen Krankheiten oder sonderpädagogischem
Förderbedarf. Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre.
Berufsfachschule (Ausbildung an der Schule)
Die Berufsfachschule führt durch Unterricht, Betriebspraktikum oder
berufspraktischer Ausbildung zu einem deutschlandweit anerkannten Berufsabschluss.
Die Ausbildung dauert zwei bis drei Jahre.
Fachoberschule (Der Weg zur Fachhochschulreife)
Schüler können nach Beendigung die Fachhochschulreife erwerben. Sie berechtigt
zum Studium an einer Fachhochschule. Der Abschluss kann je nach Lebens- und
Berufserfahrung in zwei oder einem Schuljahr erworben werden.

ELTERNVERTETER, WAS TUN?
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Berufliches Gymnasium (Abitur nach der Oberschule
11. bis 13. Klasse)
Im Vergleich zum allgemeinbildenden Gymnasium vermittelt das berufliche
Gymnasium berufsbezogene Inhalte der gewählten Fachrichtung. Die Schüler werden
in besonderer Weise an die Berufswelt herangeführt. Die Ausbildung dauert drei Jahre
und endet mit der Abiturprüfung.
(5) Gemeinschaftsschulen
Seit dem 1. August 2020 steht die Gemeinschaftsschule im Sächsischen Schulgesetz.
Ein unabhängiges Bündnis aus Bildungsexperten, Verbänden, Gewerkschaften und
Parteien setzte sich dafür ein, auf dem Wege der Volksgesetzgebung „Längeres
gemeinsames Lernen“ im Freistaat Sachsen das zu ermöglichen. Der Wunsch dabei
ist,
dass in Gemeinschaftsschulen nicht mehr frühzeitig nach Leistung getrennt wird,
sondern von Anfang an bis zum Schulabschluss gemeinsam gelernt werden kann.
Die Initiative möchte mit fachlicher und organisatorischer Expertise Eltern, Lehrkräfte,
Schüler und kommunale Entscheidungsträger bei der Einrichtung von
Gemeinschaftsschulen oder Oberschulen+ beraten.

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ELTERNVERTETER, WAS TUN?
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3) GREMIEN
Der Gesetzgeber hat aus gutem Grund und auf allen Ebenen der Gesetzgebung die
Bedeutung der Beteiligung und Mitwirkung von Eltern und Kindern an Schule
besonders hervorgehoben und ihnen Rechte gegeben und Aufgaben übertragen.
Von den UN-Konventionen über das Grundgesetz, die Sächsische Verfassung, das
Sächsische Schulgesetz und die Elternmitwirkungsverordnung wird klargestellt, dass
Eltern in allen Lebensbereichen ihres Kindes die Verantwortung tragen
nur mit der
einen Einschränkung, dass sie in der Schule einen gemeinsamen Erziehungs- und
Bildungsauftrag mit den Lehrern besitzen. (SächsSchulG)
a) In der Schule
Wie Mitbestimmung an Schule organisiert und wer für welche Aufgaben zuständig ist
sowie welche Gesetze und Verordnungen gelten, darüber hat der Gesetzgeber mehrere
Möglichkeiten geschaffen.
Es können Interessenvertretungen (Gremien) gebildet und in einem gemeinsamen
Mitbestimmungsorgan (Schulkonferenz), über wichtige Belange von Schule selbst
bestimmt werden. Den gesetzlichen Rahmen der Mitbestimmung bilden:
Sächsisches Schulgesetz (SächsSchulG)
Elternmitwirkungsverordnung (EMVO)
Schülermitwirkungsverordnung (SMVO)
Schulkonferenzverordnung (SchulKonfVO)
Elternrat
Alle Klassenelternsprecher einer Schule bilden den Elternrat.
Sie sind demzufolge als Elternvertreter Ihrer Klasse automatisch Mitglied des
Elternrates Ihrer Schule.
Der Elternrat ist die Interessenvertretung aller Eltern an der Schule und unterstützt
die Elternarbeit in den Klassen.
Dem Elternrat ist vor Beschlüssen der Lehrerkonferenzen, die von grundsätzlicher
Bedeutung für die Erziehungs- und Unterrichtsarbeit der Schule sind, Gelegenheit zur
Stellungnahme zu geben.
Der Elternrat ist durch den Elternratsvorsitzenden und drei weitere Mitglieder in der
Schulkonferenz vertreten, dem höchsten und wichtigsten Mitbestimmungsorgan an
Schule. (§ 47 SächsSchulG, § 15 EMVO)
Schülerrat
Ab der 5. Klassenstufe wählen die Schüler einer Klasse ihren Klassensprecher und
dessen Vertreter.
Alle Klassensprecher einer Schule bilden den Schülerrat, der die Interessen der Schüler
gegenüber der Lehrerschaft, der Schulleitung und den Eltern vertritt.

ELTERNVERTETER, WAS TUN?
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Der Schülerrat wählt den Schülersprecher und dessen Stellvertreter. Er kann einen an
der Schule unterrichtenden Lehrer mit dessen Einverständnis zum Vertrauenslehrer
wählen und tagt mindestens zweimal im Schulhalbjahr mit der Schulleitung und dem
Vertrauenslehrer. (§ 53 SächsSchulG, § 8 SMVO)
In der Primarstufe sollen Schüler auf die Rechte und Aufgaben der Schülermitwirkung
dadurch vorbereitet werden, dass ihre Selbstständigkeit möglichst früh im Unterricht
und durch Übertragung ihnen angemessener Aufgaben entwickelt und gefördert wird.
Dazu können Schüler jeder Klasse nach Schuljahresbeginn aus ihrer Mitte einen
Klassensprecher und dessen Stellvertreter wählen. (§ 51 SächsSchulG)
Konferenzen
Lehrerkonferenz
Die Gesamtlehrerkonferenz ist das höchste Beschlussgremium der Lehrer. Sie
entscheidet über wichtige Fragen des Schulalltages und bereitet maßgeblich die
Entscheidungen der Schulkonferenz vor.
Der Schulleiter ist Vorsitzender der Gesamtlehrerkonferenz.
Die Gesamtlehrerkonferenz wählt vier Mitglieder in die Schulkonferenz.
Fachkonferenz
Fachkonferenzen werden für die Angelegenheiten eines Unterrichtsfaches
eingerichtet, dabei können verwandte Fächer zusammengefasst werden.
Die Fachkonferenz besteht aus den Lehrern, die in dem Fach oder den Fächern die
Lehrbefähigung haben oder unterrichten. Sie berät und beschließt alle wichtigen
Maßnahmen, die für die Unterrichts- und Erziehungsarbeit dieses Bereiches
notwendig sind.
Klassenkonferenz
Die Klassenkonferenz besteht aus den Lehrern, die in einer Klasse unterrichten. Sie
behandelt alle Angelegenheiten einer Klasse.
Zeugniskonferenz
Die sogenannte „Zeugniskonferenz“ ist eine Sonderform der Klassenkonferenz.
Sie berät und beschließt über die Kopfnoten, Halbjahresinformationen und
Zeugnisse der Schüler, die Versetzung in die nächsthöhere Klasse und die
Empfehlungen zur weiteren Schullaufbahn. In der Regel ist ihre
Zusammensetzung identisch mit der Klassenkonferenz. Mitglieder sind der
Schulleiter als Vorsitzender und die in der Klasse unterrichtenden Lehrkräfte.
(§ 44 SächsSchulG)

ELTERNVERTETER, WAS TUN?
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EXKURS:
Pädagogische Beratungs-/Klassenkonferenz
Es gibt die Möglichkeit, eine pädagogische Beratungs-/Klassenkonferenz einzuberufen. Sie ist ein
sehr wichtiges Instrument, das zu einem festen Bestandteil der Erziehungs- und Bildungsarbeit
werden sollte.
Sie ist eine gute Organisationsform, um eine lerngruppenspezifische Analyse (Stärken und
Schwächen) vorzunehmen und im Konsens konkrete Ziele und Schritte zur Qualitätssicherung und
–verbesserung zu vereinbaren und zu verbindlichen und evaluierbaren Absprachen zu gelangen.
Erzieherisches Wirken wird so nicht dem Zufall informeller Gespräche in einer Pause überlassen.
Die pädagogische Beratungs-/Klassenkonferenz befasst sich regelmäßig mit der Entwicklung einer
Klasse und analysiert seitens aller Lehrer
evtl. unter Beteiligung des Klassenschülersprechers und
Klassenelternsprechers
die Klassensituation. Aus dem Zusammenwirken und den
unterschiedlichen Sichtweisen und Wahrnehmungsmustern verschiedener Lehrer (Schüler und
Eltern) in einer Klasse ergibt sich ein differenziertes und treffendes Bild der Wirklichkeit.
Dabei werden Bereiche wie das Sozialverhalten, Didaktik, Motivation, Arbeitsverhalten,
Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft und ggf. die Arbeit mit Eltern in den Blick genommen.
Es werden Ziele herausgearbeitet und konkrete Zielvereinbarungen miteinander geschlossen, die
sich aus der Diagnose der Schwächen der Klasse, aber auch der Stärken ergeben. Abschließend wird
folgende Frage geklärt: Welche gemeinsamen Schritte können verabredet werden? Wie und wann
wird der Erfolg der Zielvereinbarungen überprüft?
Die Zielvereinbarungen beziehen sich z. B. auf pädagogische oder fächerübergreifend-methodische
oder fächerübergreifend-inhaltliche Maßnahmen. Sie müssen im Protokoll dokumentiert werden
und sollten mit der Klasse und Eltern besprochen und publiziert werden, z.B. im Klassenbuch und
am Elternabend.
Quelle:
Gymnasium Kirn
(
www.gym-kirn.de
)
Schulkonferenz
Die Schulkonferenz ist das gemeinsame Organ der Schule.
Aufgabe der Schulkonferenz ist es, das Zusammenwirken von Schulleitung,
Schulträger, Lehrern, Eltern und Schülern zu fördern, gemeinsame Angelegenheiten
des Lebens an der Schule zu beraten und dazu Vorschläge zu unterbreiten.
Wer ist in der Schulkonferenz vertreten?
Der Schulkonferenz gehören in der Regel an:
der Schulleiter als Vorsitzender der Schulkonferenz (ohne Stimmrecht)
vier Vertreter aus der Lehrerschaft
der Elternratsvorsitzende als stellvertretender Vorsitzender der Schulkonferenz
sowie drei weitere Vertreter der Eltern
der Schülersprecher, sowie drei weitere Vertreter der Schüler, die mindestens
der Klasse 7 angehören müssen.
bis zu vier Vertreter des Schulträgers
Die Gesamtlehrerkonferenz, der Elternrat und der Schülerrat wählen jeweils ihre
Vertreter sowie deren Stellvertreter.

ELTERNVERTETER, WAS TUN?
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Bei kleineren Schulen an denen die Besetzung der Schulkonferenz gemäß § 43 Absatz
3 und 4 des Sächsischen Schulgesetzes nicht ermöglich ist, reduziert sich die Zahl der
Mitglieder, wobei das Verhältnis der einzelnen Gruppen zueinander Absatz 3 Satz 1
SächsSchulG entsprechen muss.
Beispiel:
Die Schulkonferenz gemäß § 43 Absatz 3 des Sächsischen Schulgesetzes besteht bei
Schulen mit weniger als fünf Lehrerstellen aus dem Schulleiter als Vorsitzenden und
zwei Vertretern der Lehrer, dem Vorsitzenden des Elternrates als stellvertretenden
Vorsitzenden und einem weiteren Vertreter der Eltern sowie dem Schülersprecher
und einem weiteren Vertreter der Schüler.
Worüber beschließt die Schulkonferenz?
Beschlüsse der Lehrerkonferenz bedürfen das Einverständnis der Schulkonferenz z. B.
in folgenden Angelegenheiten (Auswahl):
wichtige Ma nahmen für die
Erziehungs- und Unterrichtsarbeit der Schule,
insbesondere dem Schulprogramm;
Maßnahmen der Qualitätssicherung, insbesondere zur internen Evaluation;
Erlass der Hausordnung;
schulinterne Grundsätze zur Aufteilung der der Schule zur eigenen
Bewirtschaftung zugewiesenen Haushaltsmittel sowie ein schulinterner
Haushaltsplan;
• Stellungnahme zu Beschwerden von Schülern, Eltern, Auszubildenden,
Ausbildenden oder Arbeitgebern, sofern der Vorgang eine über den Einzelfall
hinausgehende Bedeutung hat;
das Angebot der nicht verbindlichen Unterrichts- und Schulveranstaltungen;
• schulinterne rundsätze für au erunterrichtliche
Veranstaltungen (z. B.
Klassenfahrten, Wandertage);
Ausnahmen zur Überschreitung der Klassenobergrenze;
Weitere Informationen und eine vollständige Liste der Angelegenheiten sind
im SächsSchulG § 43 Abs. 2 aufgeführt.
Wichtig:
Verweigert die Schulkonferenz ihr Einverständnis und hält die Lehrerkonferenz an
ihrem Beschluss fest, muss die Schulkonferenz sich erneut damit befassen. Hält die
Schulkonferenz ihren Beschluss aufrecht, kann der Schulleiter die Entscheidung der
Sächsischen Bildungsagentur einholen.
Vor der Bestellung der Schulleitung ist die Schulkonferenz anzuhören.

ELTERNVERTETER, WAS TUN?
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Wie werden Beschlüsse gefasst?
Wenn mehr als die Hälfte der Mitglieder anwesend sind, ist die Schulkonferenz
beschlussfähig.
Grundsätzlich wird offen abgestimmt. Eine geheime Abstimmung muss erfolgen, wenn
zwei Mitglieder dies beantragen. Eine geheime Abstimmung ist immer dann sinnvoll,
wenn der Eindruck entsteht, dass sich einzelne Mitglieder der Schulkonferenz nicht
trauen, ihre Meinung frei zu äußern.
Beschlüsse werden immer mit der Mehrheit der Stimmen der anwesenden Mitglieder
gefasst. Bei Stimmengleichheit ist der Antrag abgelehnt. Stimmenthaltungen sind
nicht mitzuzählen.
Die Vertreter des Schulträgers haben Stimmrecht bei Angelegenheiten gemäß
SächsSchulG § 43 Absatz 2 Satz 1 Nummer 3, 6, 8, 10 bis 13 und 15 sowie bei
Angelegenheiten, welche die sächlichen Kosten der Schule betreffen; im Übrigen
haben sie eine beratende Stimme. Mit beratender Stimme können außerdem ein
Schulsozialarbeiter, je ein Vertreter des Schulfördervereins bzw. der
Schulfördervereine, bei Schulen mit Primarstufe je ein Vertreter des Horts bzw. der
Horte, mit dem bzw. mit denen die Schule zusammenarbeitet, bei berufsbildenden
Schulen je zwei Vertreter der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen sowie an
Sorbischen Schulen und an Schulen mit sorbischsprachigem Angebot je ein Vertreter
der Interessenvertretung der Sorben nach § 5 des Sächsischen Sorbengesetzes an den
Sitzungen teilnehmen.
Bei Schulen ohne Elternrat treten an die Stelle der Elternvertreter weitere
Schülervertreter; bei Schulen ohne Schülerrat treten an die Stelle der Schülervertreter
weitere Elternvertreter.
Die Zahl der Vertreter gemäß SächsSchulG § 43 Absatz 3 Satz 1 Nummer 2 und 3 oder 4
erhöht sich in der Regel auf jeweils sechs.
Bei Entscheidungen einfacher Art kann im schriftlichen Umfrageverfahren abgestimmt
werden.
Es ist ein Protokoll zu erstellen und allen Mitgliedern der Schulkonferenz zeitnah
auszuhändigen.
Wie oft findet die Schulkonferenz statt?
Mindestens einmal im Schulhalbjahr tritt die Schulkonferenz zusammen.
Es hat sich bewährt, die Termine für die Schulkonferenz bereits zu Schuljahresbeginn
festzulegen.
Der Vorsitzende lädt unter Angabe der Tagesordnung ein. Die Einladungsfrist beträgt
mindestens eine Woche.
Die Tagesordnung stimmen in der Regel der Vorsitzende (Schulleiter) und sein
Stellvertreter (Elternratsvorsitzender) ab. Des Weiteren kann jedes Mitglied die
Tagesordnung bis drei Unterrichtstage vor der Beratung ergänzen lassen.

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ELTERNVERTETER, WAS TUN?
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Anmerkung:
Beschlüsse zu Angelegenheiten, die nicht auf der Tagesordnung standen, sind in
dieser Sitzung nicht zulässig.
Wichtige Unterlagen sind rechtzeitig vor der Beratung zur Verfügung zu stellen.
Die Teilnahme ist für die Mitglieder verpflichtend. Im Verhinderungsfall ist der
Vorsitzende rechtzeitig zu informieren, damit er den Vertreter benachrichtigen kann.
Die Schulkonferenz ist unverzüglich einzuberufen, wenn ein Fünftel der Mitglieder
schriftlich einen Antrag stellt. Der Antrag muss die Angabe des
Verhandlungsgegenstandes enthalten; der Verhandlungsgegenstand muss zum
Aufgabegebiet der Schulkonferenz gehören. (§ 43 SächsSchulG; SchulKonfVO)
b) Außerhalb der Schule
Elternarbeit hört an der Schultür nicht auf. Wie die Elternvertretung bis auf
Landesebene organisiert ist und welche Rechte und Aufgaben die einzelnen Gremien
haben, ist hier zusammengefasst. Der freiwillige Zusammenschluss der Elternvertreter
auf Bundesebene wird hier nur am Rande betrachtet.

ELTERNVERTETER, WAS TUN?
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KreisElternRat (KER)
Aufgaben und Rechte des KER
Der KER vertritt die Interessen der Eltern aller Schulen in öffentlicher und freier
Trägerschaft ihres jeweiligen Bereichs gegenüber dem Landesamt für Schule und
Bildung (LaSuB) und dem Schulverwaltungsamt (Schuldezernat/ kommunaler
Eigenbetrieb).
Er hat ein Informations-, Auskunfts- und Beschwerderecht sowie Anhörungsrecht
gegenüber den Standorten des LaSuB, den Landkreisen/Kreisfreien Städten. (z. B.
Schulnetzplanung)
Der KER tagt in regelmäßigen Abständen, jedoch mindestens einmal im Schulhalbjahr.
Hierbei wird er vom Standort des zuständigen LaSuB unterstützt.
Der KER gibt sich eine Geschäftsordnung.
Die Mitglieder des KreisElternRates wählen aus ihrer Mitte spätestens bis zum Ablauf
der zehnten Unterrichtswoche nach Schuljahresbeginn, den Vorsitzenden und dessen
Stellvertreter. (§ 16 EMVO)
Der KreisElternRat wählt alle zwei Jahre je Schulart die Delegierten für die Wahl des
neuen LandesElternRates, ggf. auch für besondere Ausschüsse.
Er kann Arbeitskreise bilden, die zeitweilig oder ständig eingerichtet werden.
Außerdem ist er unabhängig und frei von Weisungen
weder die
Schulverwaltungsämter der Landkreise oder Kreisfreien Städte, Schulleiter, Lehrer
noch das LaSuB können ihm Weisungen erteilen.
Der KreisElternRat ist niemandem gegenüber weisungsbefugt, so kann er z. B. weder
Lehrer einstellen noch entlassen.
Mitglied im KER
Die Mitglieder des KreisElternRates sind die Elternratsvorsitzenden ihrer Schule oder
ein Delegierter, welcher vom Elternrat als Vertretung des Vorsitzenden in den
Kreiselternrat gewählt wurde.
Die Amtszeit beträgt in der Regel ein Schuljahr bis zur Neuwahl.
Vorsitzender des KER
Die Mitglieder des Kreiselternrates wählen aus ihrer Mitte den Vorsitzenden und
dessen Stellvertreter. (§ 16 EMVO)
Die Amtszeit beträgt in der Regel ein Schuljahr bis zur Neuwahl.
Der Vorsitzende des KreisElternRates vertritt die Interessen der Eltern in seinem
Landkreis/Kreisfreien Stadt gegenüber dem Standort des LaSuB und dem
Landkreis/Kreisfreien Stadt.

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ELTERNVERTETER, WAS TUN?
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Neben den allgemeinen Aufgaben und Rechten im KreisElternRat obliegt es dem
Vorsitzenden:
KER-Mitglieder sowie Vertreter des Standorts des LaSuB und Gästen zur KER-
Sitzung einzuladen,
Vorbereitung und Durchführung der Sitzungen,
Vorbereitung und Durchführung der Wahlen der Vertreter aus den eigenen
Reihen für den LER,
Bildung von Arbeitskreisen,
Verpflichtung, die Elternvertreter der Schulen zu informieren,
Einladung und Vorbereitung der Wahl zum Vorsitzenden des KER und
Stellvertreter im Folgejahr,
Unterstützung seiner KER-Mitglieder durch Fort- und Weiterbildung.
Die 13 KER in Sachsen
Ihre Ansprechpartner in der Region:
KER Bautzen
https://www.kreiselternrat-bautzen.de
KER Chemnitz
https://ker-c.org
KER Dresden
https://www.kreiselternrat-dresden.de
KER Erzgebirge
https://www.kreiselternrat-erzgebirge.de
KER Görlitz
http://www.ker-goerlitz.de
KER Leipzig
https://ker-leipzig.de
KER Leipzig Land
https://www.kreiselternrat-landkreisleipzig.de
KER Meißen
https://www.ker-meissen.de
KER Mittelsachsen
https://www.ker-mittelsachsen.de
KER Nordsachsen
https://www.kreiselternrat-nordsachsen.de
Land

ELTERNVERTETER, WAS TUN?
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KER Sächsische Schweiz/Osterzgebirge
http://www.bildungslandschaft.eu/eltern/content,44,kreiselternrat_ker.html
KER Vogtlandkreis
https://www.ker-vogtlandkreis.org
KER Zwickau
https://www.kreiselternrat-zwickau.de
LandesElternRat (LER)
Rechte und Aufgaben des LER
Der LandesElternRat vertritt die schulischen Interessen der Eltern aller Schulen und
berät das Sächsische Staatsministerium für Kultus in allgemeinen Fragen des
Erziehungs- und des Unterrichtswesens. Er kann Vorschläge und Anregungen
unterbreiten.
Der LER hat ein Informations-, Auskunfts- und Beschwerderecht sowie Anhörungs-
und Beratungsrecht gegenüber dem SMK.
Informationsrecht:
Die oberste Schulaufsichtsbehörde unterrichtet den LandesElternRat über alle
grundsätzlichen, die Schulen des Landes gemeinsam interessierende Fragen und ist
verpflichtet, ihm die notwendigen Auskünfte zu erteilen.
Der LER ist verpflichtet, die Mitglieder der KER zu informieren.
Er kann verschiedene Ausschüsse bilden.
Der LER gibt sich eine Geschäfts- und Wahlordnung.
Der LandesElternRat schlägt ausgewählte Vertreter für den LandesBildungsRat vor
und wählt die Delegierten für den BundesElternRat.
Mitglieder des LER
Der LandesElternRat besteht aus den gewählten Vertretern der KreisElternRäte und
setzt sich für den Bereich der öffentlichen Schulen aus jeweils einem Vertreter
der Grundschulen;
der Förderschulen;
der Oberschulen;
der Gymnasien und
der berufsbildenden Schulen
je KreisElternRat und für den Bereich der Schulen in freier Trägerschaft aus einem
Vertreter je KreisElternRat zusammen. Hinzu kommt ein Vertreter der Schulen im
sorbischen Siedlungsgebiet. So können maximal 79 Vertreter den LandesElternRat
bilden. Jedes Mitglied des LandesElternRates hat einen Stellvertreter für den
Verhinderungsfall.
Die Amtszeit beträgt zwei Jahre bis zur Neuwahl.

ELTERNVERTETER, WAS TUN?
33
Vorsitzender des LER
Zur Wahl seines Vorsitzenden und dessen Stellvertreter tritt der LandesElternRat
spätestens bis zum Ablauf der vierten Unterrichtswoche nach der Wahl seiner
Mitglieder zusammen.
Die Mitglieder wählen aus ihrer Mitte den Vorsitzenden und dessen Stellvertreter.
(§ 16 EMVO)
Die Amtszeit beträgt 2 Jahre bis zur Neuwahl.
Der Vorsitzende des LandesElternRates vertritt die schulischen Interessen der Eltern
aller Schulen.
Neben den allgemeinen Aufgaben und Rechten im LandesElternRat obliegt es dem
Vorsitzenden:
Mitglieder, Vertreter des SMK und Gäste zur LER-Sitzung einzuladen,
Vorbereitung und Durchführung der Sitzungen,
Einladung und Vorbereitung der Wahl zum Vorsitzenden des LER und dessen
Stellvertreters für die nächste Amtszeit,
Unterstützung der LER-Mitglieder durch Fort- und Weiterbildung.
LandesBildungsRat (LBR)
„Bei der obersten Schulaufsichtsbehörde wird ein LandesBildungsRat gebildet.“
(§ 63 SächsSchulG)
Rechte und Aufgaben des LBR
Der LandesBildungsRat berät die oberste Schulaufsichtsbehörde bei Angelegenheiten
von grundlegender Bedeutung für die Gestaltung des Bildungswesens.
Der LandesBildungsRat ist vor Erlass von Rechtsverordnungen der obersten
Schulaufsichtsbehörde und zu Gesetzentwürfen der Staatsregierung, welche die Schule
betreffen, anzuhören.
Die Mitglieder werden vom Staatsministerium für Kultus auf Vorschlag der
entsprechenden Einrichtungen und Organisationen berufen.
Mitglieder des LBR
Dem LandesBildungsRat gehört:
je ein Vertreter der Lehrer aus dem Bereich der Grundschulen, Oberschulen
einschließlich Oberschulen+, Gymnasien, Gemeinschaftsschulen,
Berufsschulen, berufsbildenden Vollzeitschulen und Förderschulen,
je ein Vertreter der Eltern aus dem Bereich der Grundschulen, Oberschulen
einschließlich Oberschulen+, Gymnasien, Gemeinschaftsschulen,
Berufsschulen, berufsbildenden Vollzeitschulen und Förderschulen,
je ein Vertreter der Schüler aus dem Bereich der Oberschulen einschließlich
Oberschulen+, Gymnasien, Gemeinschaftsschulen, Berufsschulen,
berufsbildenden Vollzeitschulen und Förderschulen,
je ein Vertreter der Hochschullehrer aus dem Bereich der Universitäten und
Fachhochschulen,

ELTERNVERTETER, WAS TUN?
34
je ein Vertreter der Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern
sowie ein weiterer Vertreter der übrigen für die Berufsausbildung zuständigen
Stellen,
je ein Vertreter des Deutschen Gewerkschaftsbundes, des Deutschen
Beamtenbundes und der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft,
je ein Vertreter der evangelischen Landeskirchen, der katholischen Kirche, des
Landesverbandes Sachsen der jüdischen Gemeinden und ein Vertreter der
Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen im Freistaat Sachsen,
ein Vertreter der Liga der Verbände der freien Wohlfahrtspflege in Sachsen;
je ein Vertreter der kommunalen Landesverbände,
ein Vertreter der Sorben im Freistaat Sachsen,
ein Vertreter der Schulen in freier Trägerschaft,
ein Vertreter der Kindertageseinrichtungen in freier Trägerschaft,
ein Vertreter des Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz
an.
Die Elternvertreter müssen zum Zeitpunkt der Berufung in den LBR im Elternrat in der
Schulart wählbar sein, für die ihre Berufung erfolgt.
(§ 2 Abs. 3 Landesbildungsratsverordnung)
BundesElternRat (BER)
Der BundesElternRat (BER) ist die Dachorganisation der Landeselternvertretungen in
der Bundesrepublik Deutschland.
Rechte und Aufgaben des BER
Der BER arbeitet ehrenamtlich, überparteilich und überkonfessionell. Er ist nicht an
Aufträge und Weisungen gebunden.
Die Aufgaben des BER sind, in Zusammenarbeit mit den Landeselternvertretungen,
alle Fragen die,
die Entwicklung des Schulwesens,
die Mitwirkung der Eltern an Schule,
die Jugendpflege und den Jugendschutz
betreffen, zu erörtern sowie für gegenseitige Unterrichtung und Erfahrungsaustausch
zwischen seinen Mitgliedern zu sorgen.
Der BER strebt an, die Eltern in ihrem Erziehungsauftrag zu unterstützen und die
Mitbestimmung der Erziehungsberechtigten im Schulwesen zu fördern.
Mitglieder des BER
Die Mitglieder des BER sind die auf der gesetzlichen Grundlage ihres Landes
gewählten allgemeinen Landeselternvertretungen. Diese entsenden bis zu 7 Delegierte.
Die Mitgliedschaft der Landeselternvertretungen erfolgt auf freiwilliger Basis.
Der BER ist Mitglied der Europäischen Elternvereinigung (EPA).
Weitere Informationen erhalten Sie unter:
https://www.bundeselternrat.de

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ELTERNVERTETER, WAS TUN?
35
4) WAHLEN
(Teilweise sind hier Auszüge aus der dem Sächsischen Schulgesetz, der
Elternmitwirkungsverordnung und der Schulkonferenzverordnung angegeben.)
a) Wer ist wählbar?
Zum Elternvertreter sind Eltern von minderjährigen Schülern, die
personensorgeberechtigt sind, also das Sorgerecht besitzen wählbar.
Nicht wählbar sind:
der Schulleiter, der stellvertretende Schulleiter und die Lehrer der Schule sowie
sonstige Personen, die an der Schule unterrichten;
die Ehegatten des Schulleiters, des stellvertretenden Schulleiters und der
Lehrer, die die Klasse unterrichten;
die in einer Schulaufsichtsbehörde des Freistaates Sachsen tätigen Beamten
oder vergleichbaren Angestellten des höheren Dienstes;
die Ehegatten der für die Fach- und Dienstaufsicht über die Schule zuständigen
Beamten oder vergleichbaren Angestellten,
die gesetzlichen Vertreter des Schulträgers, deren allgemeine Stellvertreter
sowie die beim Schulträger für die Schulverwaltung zuständigen leitenden
Beamten oder vergleichbaren Angestellten.

ELTERNVERTETER, WAS TUN?
36
b) Wie wird gewählt?
Klassenelternversammlung und Klassenelternsprecher
Organisatorisches:
Als amtierender Klassenelternsprecher haben Sie (im Verhinderungsfall Ihr
Stellvertreter) im neuen Schuljahr zunächst noch eine Aufgabe
die Durchführung der
Wahlen des Klassenelternsprechers.
Wichtig:
Die Wahlen sollen spätestens 4 Wochen nach Beginn des Schuljahres durchgeführt
worden sein.
Die Einladungsfrist beträgt 2 Wochen.
Planen Sie die erste gemeinsame Elternversammlung mit Ihrem Klassenlehrer in
terminlicher Hinsicht als auch vom Ablauf her so, dass der Tagesordnungspunkt
„Wahlen“ gerade in Klassen, in denen
sich die Eltern noch nicht so gut kennen,
nicht am Anfang steht. So haben die Eltern Gelegenheit, zunächst zu einem anderen
Thema zu sprechen und/oder sich kurz vorzustellen.
Die Wahl des Klassenelternsprechers ist Sache der Eltern der Kinder einer Klasse.
Deshalb sind alle anderen Personen, die nicht Eltern oder Personensorgeberechtigte
eines Kindes der Klasse sind, Gäste. Somit auch Klassenlehrer, Lehrer oder Schulleiter.
Die Eltern einer Klasse legen mittels Abstimmung fest, ob Gäste während der Wahl
anwesend sein dürfen oder nicht. Nur selten gibt es zwingende Gründe, die die
Anwesenheit von Gästen verhindern. Im Gegenteil
oft dient es dem Klassen- und
Schulklima, wenn Eltern, Klassenlehrer und Schulleiter Einsicht in selbstständige und
demokratische Elternarbeit gewähren.
Wahlablauf
In getrennten Wahlgängen wird der folgende Wahlablauf nun zuerst für den
Klassenelternsprecher und danach gleichermaßen für den Stellvertreter des
Klassenelternsprechers durchgeführt. Damit sind unterlegene Kandidaten für das Amt
des Klassenelternsprechers nicht automatisch Stellvertreter.
Halten Sie Stimmzettel und ein Behältnis bereit, das als Wahlurne dienen kann, denn
die Wahl ist lt. EMVO als geheime Wahl durchzuführen. Es sei denn, alle
Wahlberechtigten stimmen für eine offene Wahl. Bei der geheimen Wahl schreibt
jeder Wahlberechtigte den Namen eines Kandidaten auf den Stimmzettel. Bei nur
einem Kandidaten bekundet jeder Wahlberechtigte mit den Worten „Ja“ oder „Nein“
auf dem Stimmzettel seine Zustimmung oder Ablehnung für den Kandidaten. Leere
oder nicht abgegebene Stimmzettel gelten als Enthaltung. Ist der Stimmzettel
eindeutig nicht lesbar oder mehrdeutig, dann handelt es sich um eine ungültige
Stimme.

ELTERNVERTETER, WAS TUN?
37
Offene Wahl:
Bei der offenen Wahl wird per Handzeichen abgestimmt. Stehen mehrere
Kandidaten zur Wahl, wird für jeden Kandidaten einzeln abgestimmt. Die korrekten
Fragen nach dem Votum der Wahlberechtigten lautet also: „Wer für Kandidat 1 ist,
den bitte ich um das Handzeichen“, „Wer für Kandidat 2 ist, den
bitte ich um das
Handzeichen“, „Enthaltungen?“.
Steht nur ein Kandidat zur Wahl, so wird für und gegen den Kandidaten
abgestimmt. Natürlich sind auch Enthaltungen möglich. Die korrekte Frage würde
also lauten: „Wer für Kandidat X ist, den bitte ich um das Handzeichen“, „Wer
gegen Kandidat X ist, den bitte ich um das Handzeichen“, „Enthaltungen?“.
Zählen Sie die Art und Anzahl der abgegebenen Stimmen. Bei mehreren Kandidaten
gewinnt die einfache Stimmenmehrheit. Bei Stimmengleichheit wird eine Stichwahl
zwischen den betroffenen Kandidaten durchgeführt. Bei nochmaliger
Stimmengleichheit entscheidet das Los.
Bei nur einem Kandidaten gilt dieser als gewählt, wenn er mehr FÜR-Stimmen als
GEGEN-Stimmen erhält.
Bei Stimmengleichheit allerdings sollte noch einmal die Kandidatenfrage gestellt
werden und/oder die Wahl geheim durchgeführt werden.
Zum Abschluss der Wahl ist das Ergebnis im Wahlprotokoll zu vermerken.
Den Entwurf eines Wahlprotokolls, welchen Sie gern verwenden können,
finden Sie auf unserer Internetseite.
Abschließend stellen Sie dem Gewählten die Frage, ob er die Wahl annimmt.
Anmerkung:
Manch einer wird sich jetzt eventuell fragen, wozu das gut sein soll.
Doch der Hintergrund ist durchaus ernst zu nehmen. Ein Kandidat kann seine
Wahl z. B. ablehnen, wenn er auf Grund der Stimmenverhältnisse nicht
genügend Vertrauen als Arbeitsgrundlage für sein Amt sieht. Nimmt ein
Kandidat die Wahl nicht an, sollte die Wahl, beginnend mit der
Kandidatenfrage, wiederholt werden.
Wichtig:
Achten Sie darauf, dass die Anzahl der abgegebenen Stimmen der Anzahl der
Wahlberechtigten je Kind entspricht.

ELTERNVERTETER, WAS TUN?
38
Sitzungen
Die Klassenelternversammlung tagt nicht öffentlich.
Der Klassenelternsprecher lädt zu den Sitzungen der Klassenelternversammlung ein,
bereitet sie vor und leitet sie.
Hält der Klassenelternsprecher die Teilnahme von Lehrern der Klasse für erforderlich,
lädt er sie mit gleicher Frist wie die Eltern unter Mitteilung der Tagesordnung ein.
Die Klassenelternversammlung kann weitere Personen ohne Stimmrecht zu Sitzungen
einladen.
(EMVO Abschnitt 1 § 9)
Jahrgangselternsprecher
Wird der Unterricht in Jahrgangsstufen erteilt, treten an Stelle der Klasseneltern-
vertretung Jahrgangselternvertretungen.
Die Eltern wählen jeweils für 20 noch nicht volljährige Schüler eines Jahrgangs einen
Jahrgangselternsprecher und deren Stellvertreter.
Die §§ 3 bis 10 der EMVO gelten entsprechend.
c) Was wird gewählt?
Der Elternrat
§ 12 Wahl und Amtszeit des Vorsitzenden
(1) Die Wahl des Vorsitzenden des Elternrates und dessen Stellvertreters gemäß § 47
Absatz 3 des Sächsischen Schulgesetzes findet nach der Wahl der
Klassenelternsprecher, spätestens jedoch bis zum Ablauf der siebten Unterrichtswoche
nach Schuljahresbeginn, statt. Nach Ablauf der Frist für die Wahl der
Klassenelternsprecher ist die Wahl abweichend von Satz 1 auch dann zulässig, wenn
noch nicht alle Klassenelternsprecher gewählt sind. § 6 Abs. 1 und 3 gilt entsprechend.
(2) Zum Vorsitzenden oder Stellvertreter kann nicht gewählt werden, wer bereits an
einer anderen Schule desselben Schulträgers eines dieser Ämter innehat.
(3) Der Vorsitzende des Elternrates und dessen Stellvertreter werden in der Regel für
die Dauer eines Schuljahres gewählt. Soll die Amtszeit zwei Schuljahre umfassen, muss
dies vor der Wahl bekannt gegeben werden. Die Amtszeit beginnt mit der Annahme
der Wahl. Die Wiederwahl ist zulässig, solange die Wählbarkeit besteht. § 4 Abs. 2, 3
und 4 gilt entsprechend.
Die Schulkonferenz
§ 43
Der Schulkonferenz gehören in der Regel an:
1. der Schulleiter als Vorsitzender ohne Stimmrecht;
2. vier Vertreter der Lehrer;
3. ein Vertreter der Eltern als stellvertretender Vorsitzender, in der Regel der
Vorsitzende des Elternrats, und drei weitere Vertreter der Eltern;

ELTERNVERTETER, WAS TUN?
39
4. vier Vertreter der Schüler, in der Regel der Schülersprecher und drei weitere
Vertreter der Schüler, die mindestens der Klassenstufe 7 angehören müssen;
5. bis zu vier Vertreter des Schulträgers.
Die Vertreter des Schulträgers haben Stimmrecht bei Angelegenheiten gemäß Absatz 2
Satz 1 Nummer 3, 6, 8, 10 bis 13 und 15 sowie bei Angelegenheiten, welche die
sächlichen Kosten der Schule betreffen; im Übrigen haben sie eine beratende Stimme.
Mit beratender Stimme können außerdem ein Schulsozialarbeiter, je ein Vertreter des
Schulfördervereins oder der Schulfördervereine, bei Schulen mit Primarstufe je ein
Vertreter des Horts oder der Horte, mit dem oder mit denen die Schule
zusammenarbeitet, bei berufsbildenden Schulen je zwei Vertreter der Arbeitgeber-
und Arbeitnehmerorganisationen sowie an Sorbischen Schulen und an Schulen mit
sorbischsprachigem Angebot je ein Vertreter der Interessenvertretung der Sorben nach
§ 5 des Sächsischen Sorbengesetzes an den Sitzungen teilnehmen.
Bei Schulen ohne Elternrat treten an die Stelle der Elternvertreter weitere
Schülervertreter; bei Schulen ohne Schülerrat treten an die Stelle der Schülervertreter
weitere Elternvertreter.
Die Zahl der Vertreter gemäß Absatz 3 Satz 1 Nummer 2 und 3 oder 4 erhöht sich in
der Regel auf jeweils sechs. Die Zahl der Vertreter gemäß Absatz 3 Satz 1 Nummer 5
erhöht sich in der Regel auf bis zu sechs.
Exkurs:
Besonderheiten bei der Wahl der Vertreter für die Schulkonferenz
Bei Grundschulen setzt sich die Schulkonferenz anders zusammen: Die Wahl eines Klassensprechers ist gemäß § 51 Abs. 3
Satz 2 SächsSchulG möglich, aber die Bildung eines Schülerrats ist gemäß SächsSchulG nicht festgelegt, so dass vom
Schülerrat keine Vertreter in die Schulkonferenz entsendet werden können. Gemäß § 43 Abs. 4 Satz 1 SächsSchulG erhöht
sich bei fehlendem Schülerrat die Zahl der Elternvertreter. Gemäß Satz 2 erhöht sich in der Regel die Zahl der
Elternvertreter auf sechs, gleichzeitig erhöht sich in der Regel die Zahl der Vertreter der Lehrer auf sechs und die Zahl der
Vertreter des Schulträgers auf bis zu sechs.
Eine Besonderheit tritt dann noch ein, wenn die Schule über weniger als sieben bzw. fünf Lehrerstellen verfügt. Gibt es
weniger als sieben Lehrerstellen an der Schule, reduziert sich die Anzahl der Lehrer-, Eltern- und Schulträgervertreter auf
jeweils fünf Vertreter (fünf Lehrervertreter, fünf Elternvertreter und bis zu fünf Schulträgervertreter). Hinzu kommt der
nicht stimmberechtigte Schulleiter als Vorsitzender. Gibt es weniger als fünf Lehrerstellen, reduziert sich die Anzahl der
Lehrer-, Eltern- und Schulträgervertreter auf jeweils drei Vertreter (drei Lehrervertreter, drei Elternvertreter sowie bis zu
drei Schulträgervertreter) wiederum mit dem nicht stimmberechtigten Schulleiter als Vorsitzenden der Schulkonferenz.
Die Anzahl der Vertreter ist damit nicht abhängig von der Anzahl der Schüler, sondern von der Anzahl der Lehrer. Die
Anzahl der Lehrer ergibt sich aus der Schulleiterstelle zuzüglich der Anzahl der Lehrkräfte, die zum Schuljahresanfang
mindestens mit einem halben Lehrauftrag an dieser Schule unterrichten, gemäß § 1 Abs. 2 SchulKonfVO.

ELTERNVERTETER, WAS TUN?
40
Folgende Übersicht zur Verdeutlichung für den Fall Grundschule:
Schule mit
mindestens 7
Lehrkräften
Schulleiter als
Vorsitzender ohne
Stimmrecht
6 Lehrervertreter
6 Elternvertreter
bis zu 6
Schulträgervertreter
Schule mit 5 oder 6
Lehrkräften
Schulleiter als
Vorsitzender ohne
Stimmrecht
5 Lehrervertreter
5 Elternvertreter
bis zu 5
Schulträgervertreter
Schule mit weniger
als 5 Lehrkräften
Schulleiter als
Vorsitzender ohne
Stimmrecht
3 Lehrervertreter
3 Elternvertreter
bis zu 3
Schulträgervertreter
Damit sind immer gleichviel stimmberechtigte Eltern-, (Schüler-,) Lehrer- und Schulträgervertreter in der Schulkonferenz
vertreten. Sollte die Anzahl der möglichen Lehrer-, Schüler-, oder Elternvertreter unter drei Personen liegen, reduziert
sich die Anzahl der möglichen Vertreter aus den jeweils anderen Gruppen entsprechend. Beispielsweise kann es bei einer
Grundschule mit nur zwei Klassen nur zwei mögliche Elternvertreter geben. Deshalb reduziert sich die Anzahl der Lehrer-
und Schulträgervertreter entsprechend. Hinweis: Es kommt nicht darauf an, wie viele Vertreter je Gruppe tatsächlich
gewählt worden (oder gar anwesend) sind, sondern wie viele möglich sind.
Der Schulträger kann alle Stimmen auf einen Vertreter übertragen, so dass ggf. nur ein Vertreter des Schulträgers mit
Stimmrecht für alle möglichen Vertreter anwesend ist, gemäß § 8 Abs. 4 SchulKonfVO.
Die Wahl der Lehrervertreter erfolgt gemäß § 2 SchulKonfVO. Wahlberechtigt und wählbar sind alle Mitglieder der
Gesamtlehrerkonferenz. Über die Wahl entscheidet die Anzahl der Stimmen. Die Reihenfolge der Vertreter im
Verhinderungsfalle entscheidet sich nach der Anzahl der erhaltenen Stimmen.
Dieselbe Regelung trifft § 3 SchulKonfVO für die Eltern. Das wählende Gremium ist hier der Elternrat.
Der KreisElternRat
§ 16 Wahl und Amtszeit des Vorsitzenden
(1) Der Vorsitzende des bisherigen Kreiselternrates, im Verhinderungsfall dessen
Stellvertreter, lädt in der neuen Amtszeit zur ersten Sitzung des nach § 48 Absatz 1 des
Sächsischen Schulgesetzes zu bildenden Kreiselternrates ein. Sollten der Vorsitzende
des bisherigen Kreiselternrates und dessen Stellvertreter verhindert sein, gilt Absatz 2
entsprechend. Die Schulaufsichtsbehörde unterstützt den bisherigen
Kreiselternratsvorsitzenden bei der organisatorischen Vorbereitung der Sitzung.
(2) Bei der erstmaligen Bildung eines Kreiselternrates übernimmt die
Schulaufsichtsbehörde im Einvernehmen mit dem Vorsitzenden des Elternrates der
Schule mit der größten Schülerzahl die Einladung und Vorbereitung der ersten
Sitzung.
(3) Die Mitglieder des Kreiselternrates wählen aus ihrer Mitte spätestens bis zum
Ablauf der zehnten Unterrichtswoche nach Schuljahresbeginn, den Vorsitzenden und
dessen Stellvertreter. § 12 Abs. 1 gilt entsprechend.
(4) Für die Amtszeit des Vorsitzenden und dessen Stellvertreters gilt § 4 und für die
Wahlanfechtung § 7 entsprechend.

ELTERNVERTETER, WAS TUN?
41
Der LandesElternRat
§ 22 Wahl und Wählbarkeit der Mitglieder
(1) Die Kreiselternräte wählen die von ihnen zu bestimmenden Mitglieder des
Landeselternrates und deren Stellvertreter spätestens bis zum Ablauf der fünfzehnten
Unterrichtswoche des Schuljahres, in dem die Amtszeit des bestehenden
Landeselternrates endet. Die Wahl des Vertreters der Schulen im sorbischen
Siedlungsgebiet und dessen Stellvertreters erfolgt durch die Eltern der Schüler der
Schulen im sorbischen Siedlungsgebiet aus ihrer Mitte, indem die Vorsitzenden der
Elternräte der Schulen im sorbischen Siedlungsgebiet den Vertreter und seinen
Stellvertreter mit einfacher Mehrheit der anwesenden Stimmberechtigten wählen; sie
sind insoweit an die Entscheidung ihres jeweiligen Elternrates gebunden. Die Wahlen
erfolgen in geheimer Abstimmung; § 6 Absatz 1 und 3 gilt entsprechend.
(2) Wählbar ist jeder, der zum Zeitpunkt der Wahl Mitglied des Kreiselternrates ist,
und dessen Kind voraussichtlich mindestens drei Viertel der Dauer der Amtszeit des
zu wählenden Landeselternrates eine Schule der Art oder des Typs besuchen wird, die
der Gewählte im Landeselternrat vertreten soll.
§ 23 Durchführung der Wahl
Der amtierende Landeselternrat sorgt für die rechtzeitige und ordnungsgemäße
Durchführung der Wahlen. Er kann hiermit einzelne Mitglieder oder Ausschüsse
beauftragen.

ELTERNVERTETER, WAS TUN?
42
Auszug aus der Wahlordnung des LandesElternRates Sachsen:
Wahlordnung des LandesElternRats Sachsen in der vom 16. März 2019 beschlossenen
Fassung.
Aufgrund von § 25 der Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus über die Mitwirkung
der Eltern in den Schulen im Freistaat Sachsen (Elternmitwirkungsverordnung
EMVO) vom 5.
November 2004 gibt sich der LandesElternRat Sachsen folgende Wahlordnung:
[…]
Durchführung der Wahlen:
(1) Die Mitgliederversammlung wählt aus ihrer Mitte einen Wahlleiter, welcher für die Durchführung
der weiteren Wahlen verantwortlich ist.
Wählbar ist jedes Mitglied des LER. Die Abstimmung kann offen erfolgen, es sei denn, mindestens ein
Mitglied verlangt eine geheime Wahl. Die Wahl gewinnt der Kandidat, welcher die meisten Stimmen
auf sich vereint (einfache Mehrheit). Im Anschluss übergibt der Versammlungsleiter die Leitung an den
Wahlleiter.
(2) Der Wahlleiter lässt durch die Mitgliederversammlung die Zählkommission, bestehend aus
mindestens zwei Mitgliedern und einen Protokollanten, wählen. Sie bilden gemeinsam mit dem
Wahlleiter den Wahlausschuss. Die Mitglieder des Wahlausschusses dürfen im weiteren Verlauf auf
kein zu wählendes Amt dieser Wahlen kandidieren, dürfen aber mit abstimmen.
(3) Der Wahlleiter stellt die Anzahl der Wahlberechtigten fest.
(4) Für jedes zu wählende Amt ist ein gesonderter Wahlgang erforderlich. Wählbar ist jeder, der zum
Zeitpunkt der Wahl die Voraussetzungen nach § 22 Abs. 2 EMVO erfüllt.
(5) Der Wahlleiter öffnet die Kandidatenliste für Bewerber auf das jeweilige Amt, fragt nach
Nominierungen und prüft anschließend die Wählbarkeit gemäß SächsSchulG und EMVO und stellt die
Bereitschaft von Nominierten fest. Von abwesenden Kandidaten muss eine schriftliche
Bereitschaftserklärung vorliegen. Anschließend schließt er die Kandidatenliste.
(6) Der Wahlleiter gibt den Kandidaten die Möglichkeit zu einer Vorstellung. Er lässt Fragen an die
Kandidaten zu. Eine Aussprache findet nicht statt.
(7) Die Wahl wird vom Wahlleiter durchgeführt. Die Stimmen werden durch die Mitglieder der
Zählkommission ausgezählt, anschließend gibt der Wahlleiter das Ergebnis bekannt.
(8) Gewählt ist derjenige Bewerber, der mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen auf sich vereint.
Erreicht keiner der Bewerber diese Mehrheit im ersten Wahlgang, so findet eine Stichwahl zwischen
den beiden Bewerbern mit der höchsten Stimmenzahl statt. Sollte dann Stimmengleichheit vorliegen,
entscheidet das Los.
(9) Der Wahlleiter erklärt den Kandidaten, welcher die meisten Stimmen auf sich vereint hat bzw. zu
dessen Gunsten der Losentscheid ausgefallen ist, als gewählt und fragt den Kandidaten, ob er die Wahl
annimmt. Sollte dieser Kandidat die Wahl nicht annehmen, muss der Wahlgang wiederholt werden.
(10) Nach Abschluss der Wahlen gibt der Wahlleiter die Leitung wieder an den originären
Versammlungsleiter ab. Die vom Wahlleiter und Protokollanten unterzeichneten Wahlprotokolle sind
nach den gesetzlichen Vorschriften in der Geschäftsstelle des LER aufzubewahren.
WO LER 2019 (landeselternrat-sachsen.de)
§ 24 Wahlanfechtung
(1) Über Einsprüche gegen die Wahl entscheidet der Landeselternrat.
(2) Die Wahl kann nicht deshalb angefochten werden, weil sie später als bis zum
Ablauf der fünfzehnten Unterrichtswoche nach Schuljahresbeginn durchgeführt
wurde.
§ 25 Wahlordnung
Der Landeselternrat gibt sich eine Wahlordnung, die das Nähere regelt über
1. die Form und die Frist der Einladungen;
2. die Bildung von Wahlausschüssen, das Wahlverfahren und seine Durchführung;
3. das Verfahren über Einsprüche gegen die Wahlen.

ELTERNVERTETER, WAS TUN?
43
§ 26 Amtszeit und Fortführung der Geschäfte
(1) Die Amtszeit des Landeselternrates beginnt mit der Annahme der Wahl und dauert
zwei Jahre. Der amtierende Landeselternrat führt die Geschäfte bis zum
Zusammentritt des neuen Landeselternrates fort.
(2) Die Mitgliedschaft im Landeselternrat endet mit dem Verlust der Wählbarkeit.
(3) Scheidet ein Mitglied vorzeitig aus dem Landeselternrat aus, rückt als Mitglied
dessen Stellvertreter nach und an dessen Stelle, wer bei der Wahl des Stellvertreters
die nächsthöhere Stimmenzahl erreicht hat. Das Gleiche gilt für das Ausscheiden des
jeweils Nachrückenden.
§ 27 Wahl des Vorsitzenden
(1) Der Landeselternrat tritt spätestens jedoch bis zum Ablauf der vierten
Unterrichtswoche nach der Wahl seiner Mitglieder zur Wahl seines Vorsitzenden und
dessen Stellvertreters sowie der Vertreter für den Landesbildungsrat zusammen. Eine
Übertragung des Stimmrechtes ist nicht zulässig. Die Wiederwahl ist zulässig, solange
Wählbarkeit besteht.
(2) Für die Wahl des Vorsitzenden und dessen Stellvertreters gelten § 6 Abs. 1 sowie §§
4 und 7 entsprechend.

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ELTERNVERTETER, WAS TUN?
44
5) RECHTLICHE GRUNDLAGEN
a) Normenhierarchie
Normenhierarchie bedeutet, dass innerhalb der Hierarchie die niedrigere Norm durch
die höhere verdrängt wird.
Es handelt sich also um die Regelung der Rangordnung der Normen bezüglich einer
Angelegenheit. Das heißt, wenn demnach zwei Normen aus unterschiedlichen Stufen
denselben Sachverhalt regeln, muss die Regelung der höheren Norm angewendet
werden.
Ihre gesetzliche Grundlage erhält die Normenhierarchie aus dem Art. 31 GG.
An der Spitze der Normenhierarchie steht grundsätzlich das Grundgesetz als
Verfassung. Nachrangig sind die Normen der Bundesländer und denen nachgestellt
sind die Verordnungen der einzelnen Gremien (wie der LER).
Grundsätzlich könnte man noch die UN-Menschenrechts- und die UN-
Kinderrechtskonventionen an die Spitze stellen.
Da es hier aber um die Normierung der Gesetze geht, soll diese Pyramide genügen:
Hinweis:
Für Schulen in freier Trägerschaft tritt anstelle des Sächsischen Schulgesetzes das
Sächsische Gesetz über Schulen in freier Trägerschaft.

ELTERNVERTETER, WAS TUN?
45
b) Sächsisches Schulgesetz (SächsSchulG)
(in Auszügen)
§ 1 Erziehungs- und Bildungsauftrag der Schule
(1) Die Schule unterrichtet und erzieht junge Menschen auf der Grundlage des
Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland und der Verfassung des
Freistaates Sachsen. Eltern und Schule wirken bei der Verwirklichung des
Erziehungs- und Bildungsauftrags partnerschaftlich zusammen.
(2) Der Erziehungs- und Bildungsauftrag der Schule wird bestimmt durch das
Recht eines jeden jungen Menschen auf eine seinen Fähigkeiten und
Neigungen entsprechende Erziehung und Bildung ohne Rücksicht auf
Herkunft oder wirtschaftliche Lage.
(3) Die schulische Bildung soll zur Entfaltung der Persönlichkeit der Schüler in der
Gemeinschaft beitragen. Diesen Auftrag erfüllt die Schule, indem sie den
Schülern insbesondere anknüpfend an die christliche Tradition im
europäischen Kulturkreis Werte wie Ehrfurcht vor allem Lebendigen,
Nächstenliebe, Frieden und Erhaltung der Umwelt, Heimatliebe, sittliches und
politisches Verantwortungsbewusstsein, Gerechtigkeit und Achtung vor der
Überzeugung des anderen, berufliches Können, soziales Handeln und
freiheitliche demokratische Haltung vermittelt, die zur Lebensorientierung
und Persönlichkeitsentwicklung sinnstiftend beitragen.
(4) Die Schule fördert die Lernfreude der Schüler. Mit der Vermittlung von
Alltags- und Lebenskompetenz und durch Berufs- und Studienorientierung
bereitet sie die Schüler auf ein selbstbestimmtes Leben vor. Für alle Schularten
und Schulstufen sollen in angemessenem Umfang Ressourcen der
Schulsozialarbeit im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe nach dem Achten
Buch Sozialgesetzbuch
Kinder- und Jugendhilfe
in der Fassung der
Bekanntmachung vom 11. September 2012 (BGBl. I S. 2022), das durch Artikel 9
des Gesetzes vom 23. Dezember 2016 (BGBl. I S. 3234) geändert worden ist, in
der jeweils geltenden Fassung, zur Verfügung stehen. Der Freistaat Sachsen
und die örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe arbeiten gemeinsam an
der Finanzierung und Umsetzung dieser Aufgabe und wirken hierbei mit den
Schulträgern zusammen.
§ 43 Schulkonferenz
(1) Die Schulkonferenz ist das gemeinsame Organ der Schule. Aufgabe der
Schulkonferenz ist es, das Zusammenwirken von Schulleitung, Schulträger,
Lehrern, Eltern und Schülern zu fördern, gemeinsame Angelegenheiten des
Lebens an der Schule zu beraten und dazu Vorschläge zu unterbreiten. 3Die
Schulkonferenz kann sich eine Geschäftsordnung geben.
(2) Beschlüsse der Lehrerkonferenzen in folgenden Angelegenheiten bedürfen des
Einverständnisses der Schulkonferenz:
1. wichtige Maßnahmen für die Erziehungs- und Unterrichtsarbeit der Schule,
insbesondere das Schulprogramm;
2. Maßnahmen der Qualitätssicherung, insbesondere zur internen Evaluation;

ELTERNVERTETER, WAS TUN?
46
3. Erlass der Hausordnung;
4. schulinterne Grundsätze zur Aufteilung der der Schule zur eigenen
Bewirtschaftung zugewiesenen Haushaltsmittel sowie ein schulinterner
Haushaltsplan;
5. Stellungnahme zu Beschwerden von Schülern, Eltern, Auszubildenden,
Ausbildenden oder Arbeitgebern, sofern der Vorgang eine über den
Einzelfall hinausgehende Bedeutung hat;
6. das Angebot der nicht verbindlichen Unterrichts- und Schulveranstaltungen;
7. schulinterne Grundsätze für außerunterrichtliche Veranstaltungen (zum
Beispiel Klassenfahrten, Wandertage);
8. Ausnahmen zur Überschreitung der Klassenobergrenze;
9. Beschlüsse zur einheitlichen Durchführung der Rechts- und
Verwaltungsvorschriften;
10. Schulpartnerschaften;
11. Kooperationen mit anderen Schulen sowie außerschulischen Partnern wie
Hochschulen, der Berufsakademie, Forschungseinrichtungen, Vereinen oder
Verbänden;
12. Stellungnahmen der Schule zur
a) Änderung der Schulart sowie der Teilung, Zusammenlegung oder
Erweiterung der Schule;
b) Aufnahme jahrgangsübergreifenden Unterrichts;
c) Durchführung von Schulversuchen;
d) Namensgebung der Schule;
e) Durchführung wissenschaftlicher Forschungsvorhaben an der Schule;
f) Anforderung von Haushaltsmitteln;
g) Anwendung der pauschalisierten Zuweisung von Lehrerarbeitsvermögen
gemäß § 3b Absatz 6;
13. Änderung der Schulart zur Einrichtung einer Gemeinschaftsschule gemäß
§ 7a Absatz 4 Nummer 2;
14. Schulprogramm zur Einrichtung einer Gemeinschaftsschule gemäß
§ 7a Absatz 4 Nummer 2 oder Oberschule+ gemäß § 6 Absatz 6 Satz 2;
15. Erhebung von Kostenbeiträgen gemäß § 38 Absatz 2 Satz 4 und
gegebenenfalls deren Höhe.
Verweigert die Schulkonferenz ihr Einverständnis und hält die
Lehrerkonferenz an ihrem Beschluss fest, ist die Schulkonferenz erneut zu
befassen. Hält die Schulkonferenz ihren Beschluss aufrecht, kann der
Schulleiter die Entscheidung der Schulaufsichtsbehörde einholen. Darüber
hinaus ist die Schulkonferenz vor der Bestellung der Schulleitung anzuhören.
(3) Der Schulkonferenz gehören in der Regel an:
1. der Schulleiter als Vorsitzender ohne Stimmrecht;
2. vier Vertreter der Lehrer;
3. ein Vertreter der Eltern als stellvertretender Vorsitzender, in der Regel der
Vorsitzende des Elternrats, und drei weitere Vertreter der Eltern;
4. vier Vertreter der Schüler, in der Regel der Schülersprecher und drei weitere
Vertreter der Schüler, die mindestens der Klassenstufe 7 angehören müssen;
5. bis zu vier Vertreter des Schulträgers.

ELTERNVERTETER, WAS TUN?
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Die Vertreter des Schulträgers haben Stimmrecht bei Angelegenheiten gemäß
Absatz 2 Satz 1 Nummer 3, 6, 8, 10 bis 13 und 15 sowie bei Angelegenheiten,
welche die sächlichen Kosten der Schule betreffen; im Übrigen haben sie eine
beratende Stimme. Mit beratender Stimme können außerdem ein
Schulsozialarbeiter, je ein Vertreter des Schulfördervereins oder der
Schulfördervereine, bei Schulen mit Primarstufe je ein Vertreter des Horts oder
der Horte, mit dem oder mit denen die Schule zusammenarbeitet, bei
berufsbildenden Schulen je zwei Vertreter der Arbeitgeber- und
Arbeitnehmerorganisationen sowie an Sorbischen Schulen und an Schulen mit
sorbischsprachigem Angebot je ein Vertreter der Interessenvertretung der
Sorben nach § 5 des Sächsischen Sorbengesetzes an den Sitzungen teilnehmen.
(4) Bei Schulen ohne Elternrat treten an die Stelle der Elternvertreter weitere
Schülervertreter; bei Schulen ohne Schülerrat treten an die Stelle der
Schülervertreter weitere Elternvertreter. Die Zahl der Vertreter gemäß Absatz 3
Satz 1 Nummer 2 und 3 oder 4 erhöht sich in der Regel auf jeweils sechs. Die
Zahl der Vertreter gemäß Absatz 3 Satz 1 Nummer 5 erhöht sich in der Regel
auf bis zu sechs.
2. Abschnitt
Mitwirkung von Eltern
§ 45 Elternvertretung
(1) Die Eltern haben das Recht und die Aufgabe, an der schulischen Erziehung und
Bildung mitzuwirken. Die gemeinsame Verantwortung von Eltern und Schule
für die Erziehung und Bildung der Schüler erfordert ihre vertrauensvolle
Zusammenarbeit. Schule und Eltern unterstützen sich bei der Erziehung und
Bildung.
(2) Das Recht und die Aufgabe, die Erziehungs- und Bildungsarbeit der Schule zu
fördern und mitzugestalten, nehmen die Eltern
1. in der Klassenelternversammlung, durch den Klassenelternsprecher, die
Elternräte und die Vorsitzenden der Elternräte (Elternvertretung);
2. in der Schulkonferenz und
3. im Landesbildungsrat wahr.
Dazu werden Fortbildungen für Elternvertreter angeboten.
§ 47 Elternrat
(1) Die Klassenelternsprecher bilden den Elternrat der Schule.
(2) Dem Elternrat obliegt die Vertretung der Interessen der Eltern gegenüber der
Schule, dem Schulträger und den Schulaufsichtsbehörden. Er hat gegenüber
der Schulleitung ein Auskunfts- und Beschwerderecht. Vor Beschlüssen der
Lehrerkonferenzen, die von grundsätzlicher Bedeutung für die Erziehungs-
und Unterrichtsarbeit der Schule sind, ist ihm Gelegenheit zur Stellungnahme
zu geben.
(3) Der Elternrat wählt aus seiner Mitte einen Vorsitzenden und dessen
Stellvertreter.

ELTERNVERTETER, WAS TUN?
48
§ 48 Kreiselternrat
(1) 1. Die Vorsitzenden der Elternräte aller Schulen in öffentlicher und freier
Trägerschaft im Gebiet eines Landkreises oder einer Kreisfreien Stadt bilden
den Kreiselternrat.
2. Jeder Vorsitzende eines Elternrates kann sich im Kreiselternrat durch ein
anderes Mitglied, das aus der Mitte des Elternrates gewählt wird, vertreten
lassen.
3. Besteht an einer Schule in freier Trägerschaft kein Elternrat, kann die Schule
einen von den Eltern aus ihrer Mitte gewählten Elternvertreter entsenden.
(2) 1. Der Kreiselternrat vertritt die schulischen Interessen der Eltern aller Schulen
in öffentlicher und freier Trägerschaft seines Bereichs.
2. Ferner hat er die Aufgabe der Koordination und Unterstützung der Arbeit
der Elternräte der Schulen.
(3) Der Kreiselternrat wählt aus seiner Mitte einen Vorsitzenden und dessen
Stellvertreter.
§ 49 Landeselternrat
(1) 1. Der Landeselternrat besteht aus gewählten Vertretern der Kreiselternräte.
2. Hinzu kommt ein von den Eltern aus ihrer Mitte gewählter Vertreter der
Schulen im sorbischen Siedlungsgebiet.
(2) Der Landeselternrat vertritt die schulischen Interessen der Eltern aller Schulen
in öffentlicher und freier Trägerschaft und berät die oberste
Schulaufsichtsbehörde in allgemeinen Fragen des Erziehungs- und des
Unterrichtswesens; er kann Vorschläge und Anregungen unterbreiten.
(3) Der Landeselternrat wählt aus seiner Mitte einen Vorsitzenden und dessen
Stellvertreter und schlägt Vertreter für den Landesbildungsrat vor.
§ 50 Ausführungsvorschriften
(1) Die oberste Schulaufsichtsbehörde wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung
die Einzelheiten der Elternmitwirkung zu regeln, insbesondere die
Zusammensetzung, Mitgliedschaft, Zuständigkeit, Wahl, Dauer der Amtszeit
und Geschäftsordnung der Elternvertretungen sowie die Finanzierung der
Tätigkeit der Elternvertretungen.
(2) Dabei wird auch geregelt, welches Gremium an die Stelle der
Klassenelternversammlung tritt, wenn in Jahrgangsstufen unterrichtet wird.
c) Sächsisches Gesetz über Schulen in freier Trägerschaft
(SächsFrTrSchulG)
§ 1 Aufgabe
(1) Schulen in freier Trägerschaft wirken neben den Schulen in öffentlicher
Trägerschaft und an ihrer Stelle bei der Erfüllung der allgemeinen öffentlichen
Bildungsaufgaben eigenverantwortlich mit.
(2) Sie sind gleichermaßen wie Schulen in öffentlicher Trägerschaft Adressaten des
Bildungsauftrags der Verfassung des Freistaates Sachsen, ohne dass ein
Vorrang der einen oder anderen besteht.

ELTERNVERTETER, WAS TUN?
49
§ 2 Begriff der Schulen in freier Trägerschaft
(1) Schulen in freier Trägerschaft können von natürlichen oder juristischen
Personen des privaten oder des öffentlichen Rechts als Ersatz- oder
Ergänzungsschulen nach Maßgabe des Grundgesetzes und der Verfassung des
Freistaates Sachsen errichtet und betrieben werden. Gebietskörperschaften des
öffentlichen Rechts können keine Träger von Schulen in freier Trägerschaft
sein. Das Gleiche gilt für juristische Personen und Personengesellschaften, auf
die eine kommunale Gebietskörperschaft mittelbar oder unmittelbar, allein
oder zusammen mit anderen kommunalen Gebietskörperschaften
beherrschenden Einfluss ausübt.
(2) Schulen in freier Trägerschaft unterstehen der Aufsicht des Staates. Soweit
dieses Gesetz nichts anderes bestimmt, obliegt den Trägern dieser Schulen die
Schulgestaltung, insbesondere die Entscheidung über eine besondere
pädagogische, religiöse oder weltanschauliche Prägung, die Festlegung der
Lehr- und Unterrichtsmethoden sowie der Lehrinhalte und die Organisation
des Unterrichts auch abweichend von den Vorschriften für die Schulen in
öffentlicher Trägerschaft.
d) Elternmitwirkungsverordnung (EMVO)
Teil 1 Allgemeine Vorschriften
§ 1 Grundsätze
(1) Elternvertretungen sind unabhängige, von den Eltern selbst gewählte oder
gebildete Organe. Die Tätigkeit im Rahmen der §§ 45 bis 49 SächsSchulG als
Elternvertreter ist ehrenamtlich.
(2) Die Organe der Elternmitwirkung sind bei der Erfüllung ihrer Aufgaben im
Rahmen des Sächsischen Schulgesetzes und dieser Verordnung von allen am
Schulleben Beteiligten und den Schulaufsichtsbehörden zu unterstützen.
(3) Die Elternvertreter sind in ihren Entscheidungen der Elternschaft der Schule
verpflichtet. Sie sind bei der Ausübung ihrer Rechte frei von Weisungen durch
Schule, Schulaufsichtsbehörden und sonstige Behörden.
(4) Elternvertreter haben über die ihnen bei ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit
bekannt gewordenen Angelegenheiten auch nach der Beendigung ihrer
Amtszeit Verschwiegenheit zu bewahren. Dies gilt nicht für offenkundige
Tatsachen und Angelegenheiten, die ihrer Bedeutung nach keiner
vertraulichen Behandlung bedürfen.
§ 2 Eltern-Lehrer-Gespräch
Unbeschadet dienstlicher Regelungen stehen die Lehrer den Eltern in
Sprechstunden zur gegenseitigen persönlichen Aussprache und Beratung zur
Verfügung. Das Nähere bestimmt die jeweilige Schule.

ELTERNVERTETER, WAS TUN?
50
Teil 2 Organe der Elternmitwirkung
Abschnitt 1 Klassenelternversammlung und Klassenelternsprecher
§ 3 Wahl und Wählbarkeit
(1) Die Klassenelternversammlung gemäß § 46 Absatz 1 Satz 1 des Sächsischen
Schulgesetzes tritt unverzüglich, spätestens jedoch bis zum Ablauf der vierten
Unterrichtswoche nach Schuljahresbeginn, zur Wahl des
Klassenelternsprechers und dessen Stellvertreters zusammen.
(2) 1. Wahlberechtigt sind die Eltern jedes Schülers der Klasse.
2. Wählbar sind alle Wahlberechtigten, ausgenommen:
1. der Schulleiter, der stellvertretende Schulleiter und die Lehrer der
Schule sowie sonstige Personen, die an der Schule unterrichten;
2. die Ehegatten des Schulleiters, des stellvertretenden Schulleiters und
der Lehrer, die die Klasse unterrichten;
3. die in einer Schulaufsichtsbehörde des Freistaates Sachsen tätigen
Beamten oder vergleichbaren Angestellten des höheren Dienstes;
4. die Ehegatten der für die Fach- und Dienstaufsicht über die Schule
zuständigen Beamten oder vergleichbaren Angestellten;
5. die gesetzlichen Vertreter des Schulträgers, deren allgemeine
Stellvertreter sowie die beim Schulträger für die Schulverwaltung
zuständigen leitenden Beamten oder vergleichbaren Angestellten.
(3) Niemand kann an derselben Schule zum Klassenelternsprecher oder
Stellvertreter mehrerer Klassen gewählt werden.
(4) Eltern volljähriger Schüler, in deren Klasse noch eine
Klassenelternversammlung gebildet wird, können an dieser mit beratender
Stimme teilnehmen.
§ 4 Amtszeit
(1) Die Klassenelternsprecher und deren Stellvertreter werden in der Regel für die
Dauer eines Schuljahres gewählt. Soll die Amtszeit zwei Schuljahre umfassen,
muss dies vor der Wahl bekannt gegeben werden. Die Amtszeit beginnt mit
der Annahme der Wahl. Die Wiederwahl ist zulässig, solange die Wählbarkeit
besteht.
(2) Klassenelternsprecher, deren Amtszeit abgelaufen oder deren Amt erloschen
ist, versehen ihr Amt bis zur Neuwahl der Klassenelternsprecher
geschäftsführend weiter. Das gilt auch dann, wenn sie nicht mehr wählbar
sind.
(3) Das Amt des Klassenelternsprechers erlischt vor Ablauf der Amtszeit mit dem
Verlust der Wählbarkeit für dieses Amt oder seinem Rücktritt. In diesen Fällen
ist für die verbleibende Amtszeit ein Nachfolger zu wählen.
(4) Klassenelternsprecher und Stellvertreter können vor Ablauf der Amtszeit
dadurch abberufen werden, dass die Mehrheit der Wahlberechtigten einen
Nachfolger für den Rest der laufenden Amtszeit wählt. Die Wahl muss
erfolgen, wenn ein Drittel der Wahlberechtigten schriftlich darum ersucht. Für
die Einladung und Vorbereitung der Wahl sorgt der Stellvertreter; es gilt § 5
Abs. 3.

ELTERNVERTETER, WAS TUN?
51
§ 5 Wahlvorbereitung
(1) Zur Wahl des Klassenelternsprechers und dessen Stellvertreters lädt der
geschäftsführende Amtsinhaber, im Verhinderungsfall sein Stellvertreter, ein
und bereitet sie vor.
(2) In neu gebildeten Klassen lädt der Vorsitzende des Elternrates oder ein von
ihm vorläufig bestimmter Klassenelternsprecher zur ersten Wahl ein. Nimmt
der Elternratsvorsitzende diese Aufgabe nicht wahr oder gibt es ihn nicht,
obliegt die Einladung und Vorbereitung dem Klassenlehrer oder einem vom
Schulleiter bestimmten Lehrer.
(3) Die Einladungsfrist beträgt zwei Wochen.
§ 6 Abstimmungsgrundsätze
(1) Die Wahlen sind geheim. Sie können offen erfolgen, wenn alle Wahl-
berechtigten dem zustimmen.
(2) Die Eltern eines Schülers haben zusammen nur eine Stimme. Die Übertragung
des Stimmrechts und die Beschlussfassung auf schriftlichem Wege ist nicht
zulässig.
(3) Gewählt ist, wer die einfache Mehrheit der gültigen Stimmen der anwesenden
Mitglieder auf sich vereint. Bei Stimmengleichheit erfolgt Stichwahl, bei
erneuter Stimmengleichheit entscheidet das Los.
§ 7 Wahlanfechtung
(1) Über Einsprüche gegen die Wahl entscheidet der Elternrat, soweit die
Wahlordnung nichts anderes vorschreibt.
(2) Die Wahl kann nicht deshalb angefochten werden, weil sie später als bis zum
Ablauf der vierten Unterrichtswoche nach Schuljahresbeginn durchgeführt
wurde.
§ 8 Wahlordnung
Der Elternrat kann durch Wahlordnung nähere Regelungen erlassen über:
1. die Dauer der Amtszeit der Klassenelternsprecher und deren Stellvertreter;
2. die Form der Einladung, wobei bestimmt werden kann, dass die Einladung
über die Schüler erfolgt;
3. eine Neuwahl für den Fall, dass der Klassenelternsprecher und dessen
Stellvertreter vor Ablauf der Amtszeit aus ihren Ämtern ausscheiden;
4. das Verfahren für die Einsprüche gegen die Wahl.
§ 9 Sitzungen
(1) Die Klassenelternversammlung tagt nicht öffentlich.
(2) Der Klassenelternsprecher lädt zu den Sitzungen der
Klassenelternversammlung ein, bereitet sie vor und leitet sie.
(3) Hält der Klassenelternsprecher die Teilnahme von Lehrern der Klasse für
erforderlich, lädt er sie mit gleicher Frist wie die Eltern unter Mitteilung der
Tagesordnung ein.
(4) Die Klassenelternversammlung kann weitere Personen ohne Stimmrecht zu
Sitzungen einladen.

ELTERNVERTETER, WAS TUN?
52
§ 10 Informationsrecht
Der Klassenlehrer hat den Klassenelternsprecher über alle die Klasse
gemeinsam interessierende Fragen zu unterrichten. Dazu zählen insbesondere
Fragen zu Lehrplänen, Lehr- und Lernmaterialien sowie zu Grundsätzen der
Leistungsermittlung und -bewertung.
§ 11 Jahrgangselternsprecher
Wird der Unterricht nicht im Klassenverband erteilt, treten an Stelle der
Klassenelternvertretung Jahrgangselternvertretungen. Die Eltern wählen
jeweils für 20 noch nicht volljährige Schüler eines Jahrgangs einen
Jahrgangselternsprecher und deren Stellvertreter.
Die §§ 3 bis 10 gelte entsprechend.
Abschnitt 2 Elternrat
§ 12 Wahl und Amtszeit des Vorsitzenden
(1) Die Wahl des Vorsitzenden des Elternrates und dessen Stellvertreters gemäß §
47 Absatz 3 des Sächsischen Schulgesetzes findet nach der Wahl der
Klassenelternsprecher, spätestens jedoch bis zum Ablauf der siebten
Unterrichtswoche nach Schuljahresbeginn, statt. Nach Ablauf der Frist für die
Wahl der Klassenelternsprecher ist die Wahl abweichend von Satz 1 auch dann
zulässig, wenn noch nicht alle Klassenelternsprecher gewählt sind. § 6 Abs. 1
und 3 gilt entsprechend.
(2) Zum Vorsitzenden oder Stellvertreter kann nicht gewählt werden, wer bereits
an einer anderen Schule desselben Schulträgers eines dieser Ämter innehat.
(3) Der Vorsitzende des Elternrates und dessen Stellvertreter werden in der Regel
für die Dauer eines Schuljahres gewählt. Soll die Amtszeit zwei Schuljahre
umfassen, muss dies vor der Wahl bekannt gegeben werden. Die Amtszeit
beginnt mit der Annahme der Wahl. Die Wiederwahl ist zulässig, solange die
Wählbarkeit besteht. § 4 Abs. 2, 3 und 4 gilt entsprechend.
§ 13 Geschäftsordnung
(1) Der Elternrat der Schule gibt sich eine Geschäftsordnung.
(2) Diese regelt insbesondere das Nähere über:
1. das Verfahren bei der Wahl des Vorsitzenden, dessen Stellvertreters, der
Vertreter der Eltern und deren Stellvertreter in der Schulkonferenz gemäß
§ 43 Absatz 3 des Sächsischen Schulgesetzes und der Vertreter in weiteren
schulischen Gremien;
2. das Verfahren bei der Wahl für den Vertreter des Vorsitzenden des Elternrates
im Kreiselternrat gemäß § 48 Absatz 1 Satz 2 des Sächsischen Schulgesetzes;
3. die Form und die Frist für die Einladung, wobei bestimmt werden kann, dass die
Einladung über die Schüler erfolgen kann;
4. eine Neuwahl für den Fall, dass der Vorsitzende oder dessen Stellvertreter oder
ein Vertreter der Eltern oder dessen Stellvertreter in der Schulkonferenz vor
Ablauf der Amtszeit aus ihren Ämtern ausscheiden;

ELTERNVERTETER, WAS TUN?
53
5. eine Neuwahl für den Fall, dass der Vertreter im Kreiselternrat oder dessen
Stellvertreter vor Ablauf der Amtszeit aus seinem Amt ausscheidet;
6. das Verfahren bei Abstimmungen, insbesondere darüber, ob eine Abstimmung
im Wege der schriftlichen Umfrage zulässig ist;
7. die Voraussetzungen, unter denen der Vorsitzende verpflichtet ist, den Elternrat
einzuberufen;
8. die Beschlussfähigkeit des Elternrates;
9. das Verfahren über Einsprüche gegen die Wahlen gemäß Nummer 1 und 2;
10. die Form und Häufigkeit der Berichtspflicht gegenüber der Elternschaft der
Schule;
11. die Finanzierung der Tätigkeit des Elternrates
a) durch die Möglichkeit, zur Deckung notwendiger Unkosten freiwillige Beiträge
zu erheben,
b) durch die Möglichkeit, eine Elternkasse zu führen und die für eine geordnete
Kassenführung notwendigen Grundsätze zu erlassen.
§ 14 Sitzungen
(1) Der Elternrat der Schule tagt nicht öffentlich.
(2) Der Vorsitzende des Elternrates lädt zu den Sitzungen des Elternrats ein,
bereitet sie vor und leitet sie.
(3) Der Schulleiter, im Verhinderungsfall sein Stellvertreter, nimmt an den
Sitzungen des Elternrates teil, wenn er mit gleicher Frist wie die Mitglieder des
Elternrates unter Mitteilung der Tagesordnung eingeladen wird.
(4) Der Elternrat kann weitere Personen ohne Stimmrecht zu Sitzungen einladen.
§ 15 Auskunfts- und Beschwerderecht
(1) Der Schulleiter unterrichtet den Elternrat rechtzeitig über alle wesentlichen
Angelegenheiten und Entscheidungsprozesse der Schule. Er ist verpflichtet,
dem Elternrat die notwendigen Auskünfte zu erteilen. Dies gilt insbesondere
für das Einsehen und Überlassen von Gesetzen, Verordnungen und sonstigen
Regelungen des Schulwesens.
(2) Für die Gelegenheit zur Stellungnahme gemäß § 47 Abs. 2 Satz 3 des
Sächsischen Schulgesetzes ist der Elternrat rechtzeitig und umfassend zu
informieren.
Abschnitt 3 Kreiselternrat
§ 16 Wahl und Amtszeit des Vorsitzenden
(1) Der Vorsitzende des bisherigen Kreiselternrates, im Verhinderungsfall dessen
Stellvertreter, lädt in der neuen Amtszeit zur ersten Sitzung des nach § 48
Absatz 1 des Sächsischen Schulgesetzes zu bildenden Kreiselternrates ein.
Sollten der Vorsitzende des bisherigen Kreiselternrates und dessen
Stellvertreter verhindert sein, gilt Absatz 2 entsprechend.
Die Schulaufsichtsbehörde unterstützt den bisherigen
Kreiselternratsvorsitzenden bei der organisatorischen Vorbereitung der
Sitzung.

ELTERNVERTETER, WAS TUN?
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(2) Bei der erstmaligen Bildung eines Kreiselternrates übernimmt die
Schulaufsichtsbehörde im Einvernehmen mit dem Vorsitzenden des
Elternrates der Schule mit der größten Schülerzahl die Einladung und
Vorbereitung der ersten Sitzung.
(3) Die Mitglieder des Kreiselternrates wählen aus ihrer Mitte spätestens bis zum
Ablauf der zehnten Unterrichtswoche nach Schuljahresbeginn, den
Vorsitzenden und dessen Stellvertreter. § 12 Abs. 1 gilt entsprechend.
(4) Für die Amtszeit des Vorsitzenden und dessen Stellvertreters gilt § 4 und für
die Wahlanfechtung § 7 entsprechend.
§ 17 Geschäftsordnung
Der Kreiselternrat gibt sich eine Geschäftsordnung. Für sie gilt § 13
entsprechend.
§ 18 Sitzungen
(1) Der Vorsitzende des Kreiselternrates lädt zu den Sitzungen des Kreiselternrats
ein, bereitet sie vor und leitet sie.
(2) Der Kreiselternrat kann weitere Personen ohne Stimmrecht zu Sitzungen
einladen.
(3) In regelmäßigen Abständen, aber mindestens einmal im Schulhalbjahr, findet
eine gemeinsame Sitzung des Kreiselternrates und der Schulaufsichtsbehörde
statt.
§ 19 Arbeitskreise
In den Kreiselternräten werden Arbeitskreise gebildet. Weitere Arbeitskreise
können zeitweilig oder ständig eingerichtet werden.
§ 20 Informations- und Anhörungsrecht
(1) Die Schulaufsichtsbehörde hat den Kreiselternrat über alle grundsätzlichen, die
Schulen eines Landkreises oder einer Kreisfreien Stadt gemeinsam
interessierende Fragen rechtzeitig zu unterrichten und ist verpflichtet, dem
Kreiselternrat die notwendigen Auskünfte zu erteilen.
(2) Der Kreiselternrat ist bei der Einrichtung, Änderung und Aufhebung von
Schulen durch die Schulaufsichtsbehörde anzuhören, wenn die geplante
Maßnahme vom genehmigten Teilschulnetzplan abweicht. § 10 der
Sächsischen Schulnetzplanungsverordnung vom 10. Juli 2017 (SächsGVBl. S.
395), in der jeweils geltenden Fassung, bleibt unberührt.

ELTERNVERTETER, WAS TUN?
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Abschnitt 4 Landeselternrat
§ 21 Mitglieder
Der Landeselternrat besteht aus den gewählten Vertretern der Kreiselternräte
und setzt sich für den Bereich der öffentlichen Schulen aus jeweils einem
Vertreter
der Grundschulen;
der Förderschulen;
der Oberschulen;
der Gymnasien und
der berufsbildenden Schulen
je Kreiselternrat und für den Bereich der Schulen in freier Trägerschaft aus
einem Vertreter je Kreiselternrat zusammen. Hinzu kommt ein Vertreter der
Schulen im sorbischen Siedlungsgebiet. Jedes Mitglied des Landeselternrates
hat einen Stellvertreter für den Verhinderungsfall.
§ 22 Wahl und Wählbarkeit der Mitglieder
(1) Die Kreiselternräte wählen die von ihnen zu bestimmenden Mitglieder des
Landeselternrates und deren Stellvertreter spätestens bis zum Ablauf der
fünfzehnten Unterrichtswoche des Schuljahres, in dem die Amtszeit des
bestehenden Landeselternrates endet. Die Wahl des Vertreters der Schulen im
sorbischen Siedlungsgebiet und dessen Stellvertreters erfolgt durch die Eltern
der Schüler der Schulen im sorbischen Siedlungsgebiet aus ihrer Mitte, indem
die Vorsitzenden der Elternräte der Schulen im sorbischen Siedlungsgebiet den
Vertreter und seinen Stellvertreter mit einfacher Mehrheit der anwesenden
Stimmberechtigten wählen; sie sind insoweit an die Entscheidung ihres
jeweiligen Elternrates gebunden. Die Wahlen erfolgen in geheimer
Abstimmung; § 6 Absatz 1 und 3 gilt entsprechend.
(2) Wählbar ist jeder, der zum Zeitpunkt der Wahl Mitglied des Kreiselternrates
ist, und dessen Kind voraussichtlich mindestens drei Viertel der Dauer der
Amtszeit des zu wählenden Landeselternrates eine Schule der Art oder des
Typs besuchen wird, die der Gewählte im Landeselternrat vertreten soll.
§ 23 Durchführung der Wahl
Der amtierende Landeselternrat sorgt für die rechtzeitige und
ordnungsgemäße Durchführung der Wahlen. Er kann hiermit einzelne
Mitglieder oder Ausschüsse beauftragen.
§ 24 Wahlanfechtung
(1) Über Einsprüche gegen die Wahl entscheidet der Landeselternrat.
(2) Die Wahl kann nicht deshalb angefochten werden, weil sie später als bis zum
Ablauf der fünfzehnten Unterrichtswoche nach Schuljahresbeginn
durchgeführt wurde.

ELTERNVERTETER, WAS TUN?
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§ 25 Wahlordnung
Der Landeselternrat gibt sich eine Wahlordnung, die das Nähere regelt über
1. die Form und die Frist der Einladungen;
2. die Bildung von Wahlausschüssen, das Wahlverfahren und seine
Durchführung;
3. das Verfahren über Einsprüche gegen die Wahlen.
§ 26 Amtszeit und Fortführung der Geschäfte
(1) Die Amtszeit des Landeselternrates beginnt mit der Annahme der Wahl und
dauert zwei Jahre. Der amtierende Landeselternrat führt die Geschäfte bis zum
Zusammentritt des neuen Landeselternrates fort.
(2) Die Mitgliedschaft im Landeselternrat endet mit dem Verlust der Wählbarkeit.
(3) Scheidet ein Mitglied vorzeitig aus dem Landeselternrat aus, rückt als Mitglied
dessen Stellvertreter nach und an dessen Stelle, wer bei der Wahl des
Stellvertreters die nächsthöhere Stimmenzahl erreicht hat. Das Gleiche gilt für
das Ausscheiden des jeweils Nachrückenden.
§ 27 Wahl des Vorsitzenden
(1) Der Landeselternrat tritt spätestens jedoch bis zum Ablauf der vierten
Unterrichtswoche nach der Wahl seiner Mitglieder zur Wahl seines
Vorsitzenden und dessen Stellvertreters sowie der Vertreter für den
Landesbildungsrat zusammen. Eine Übertragung des Stimmrechtes ist nicht
zulässig. Die Wiederwahl ist zulässig, solange Wählbarkeit besteht.
(2) Für die Wahl des Vorsitzenden und dessen Stellvertreters gelten § 6 Abs. 1
sowie §§ 4 und 7 entsprechend.
§ 28 Geschäftsordnung
Der Landeselternrat gibt sich eine Geschäftsordnung. Diese regelt
insbesondere das Nähere über:
1. das Verfahren der Wahl des Vorsitzenden, dessen Stellvertreters und der
gemäß § 49 Absatz 3 des Sächsischen Schulgesetzes für den
Landesbildungsrat vorzuschlagenden Vertreter;
2. die Form und die Frist der Einladungen;
3. eine Neuwahl für den Fall, dass der Vorsitzende und dessen Stellvertreter vor
Ablauf ihrer Amtszeit aus ihren Ämtern ausscheiden;
4. das Verfahren der Abstimmung, insbesondere darüber, ob offen oder geheim
abzustimmen oder ob eine Abstimmung im Wege der schriftlichen Umfrage
zulässig ist;
5. die Voraussetzungen, unter denen der Vorsitzende verpflichtet ist, den
Landeselternrat einzuberufen;
6. die Beschlussfähigkeit des Landeselternrates;
7. die Form und die Häufigkeit der Berichtspflicht.

ELTERNVERTETER, WAS TUN?
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§ 29 Sitzungen und Ausschüsse
(1) Der Vorsitzende des Landeselternrates lädt zu den Sitzungen ein, bereitet sie
vor und leitet sie.
(2) Der Landeselternrat kann weitere Personen ohne Stimmrecht zu Sitzungen
hinzuziehen.
(3) Mitarbeiter der obersten Schulaufsichtsbehörde können auf Einladung des
Vorsitzenden an den Sitzungen teilnehmen.
(4) Der Landeselternrat kann Ausschüsse bilden.
§ 30 Informationsrecht
Die oberste Schulaufsichtsbehörde unterrichtet den Landeselternrat über alle
grundsätzlichen, die Schulen des Landes gemeinsam interessierende Fragen
und ist verpflichtet, ihm die notwendigen Auskünfte zu erteilen
Teil 3 Finanzierung
§ 31 Finanzierung der Elternmitwirkung
(1) Die für die Tätigkeit der Elternmitwirkung notwendigen Kosten tragen im
Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel
1. für die Kreiselternräte die Landkreise und Kreisfreien Städte,
2. für den Landeselternrat der Freistaat Sachsen.
(2) 1. Der jeweilige Kostenträger stellt den Organen der Elternmitwirkung die zur
Wahrnehmung ihrer Aufgaben notwendigen Mittel für den Geschäftsbedarf
und die erforderlichen Einrichtungen zur Verfügung.
2. Den Mitgliedern der Kreiselternräte und des Landeselternrates ist für die
Teilnahme an den Sitzungen eine Fahrkostenentschädigung zu gewähren.
Teil 4 Schlussvorschrift
§ 32 In-Kraft-Treten und Außer-Kraft-Treten
Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.
Gleichzeitig tritt die Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums für
Kultus über die Mitwirkung der Eltern in den Schulen im Freistaat Sachsen
vom 10. September 1992 (SächsGVBl. S. 420) außer Kraft.
Dresden, den 5. November 2004

ELTERNVERTETER, WAS TUN?
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e) Schulkonferenzverordnung (SchulkonfVO)
§ 1 Mitglieder der Schulkonferenz
(1) An Schulen, an denen die Zahl der Lehrerstellen zu gering ist, um die
Besetzung der Schulkonferenz gemäß § 43 Absatz 3 und 4 des Sächsischen
Schulgesetzes zu ermöglichen, reduziert sich die Zahl der Mitglieder wie folgt:
1. Die Schulkonferenz gemäß § 43 Absatz 3 des Sächsischen Schulgesetzes
besteht bei Schulen mit weniger als fünf Lehrerstellen aus dem Schulleiter
als Vorsitzenden und zwei Vertretern der Lehrer, dem Vorsitzenden des
Elternrates als stellvertretenden Vorsitzenden und einem weiteren Vertreter
der Eltern sowie dem Schülersprecher und einem weiteren Vertreter der
Schüler.
2. Die Schulkonferenz gemäß § 43 Absatz 4 des Sächsischen Schulgesetzes
besteht bei Schulen mit weniger als sieben Lehrerstellen aus dem Schulleiter
als Vorsitzenden und fünf Vertretern der Lehrer sowie dem Vorsitzenden des
Elternrates oder dem Schülersprecher als stellvertretenden Vorsitzenden
und vier Vertretern des Elternrates oder des Schülerrates; bei Schulen mit
weniger als fünf Lehrerstellen reduziert sich die Zahl der Vertreter der
Lehrer auf drei und die Zahl der Vertreter des Elternrates oder des
Schülerrates auf zwei Vertreter.
(2) Die Lehrerstellen im Sinne des Absatzes 1 errechnen sich aus der
Schulleiterstelle und der Zahl der Lehrer, die zu Beginn des Schuljahres an der
Schule mit mindestens einem halben Lehrauftrag unterrichten.
§ 2 Wahl der Vertreter der Lehrer und ihrer Stellvertreter
(1) Die Wahl der Vertreter der Lehrer in der Schulkonferenz und ihrer
Stellvertreter erfolgt in der Gesamtlehrerkonferenz.
(2) Wahlberechtigt und wählbar sind alle in der Gesamtlehrerkonferenz
Stimmberechtigten.
(3) Gewählt sind diejenigen, welche die meisten Stimmen erhalten. Bei
Stimmengleichheit erfolgt eine Stichwahl; bei nochmaliger Stimmengleichheit
entscheidet das Los. Die nicht als Mitglieder Gewählten sind Stellvertreter der
Mitglieder der Schulkonferenz.
(4) Im Verhinderungsfalle werden die Mitglieder der Schulkonferenz von den
Vertretern in der Reihenfolge der erreichten Stimmenzahl vertreten. Beim
Ausscheiden von Mitgliedern aus der Schulkonferenz rücken die Stellvertreter
entsprechend nach.
§ 3 Wahl der Vertreter der Eltern und ihrer Stellvertreter
(1) Die Wahl der Vertreter der Eltern in der Schulkonferenz und ihrer
Stellvertreter erfolgt im Elternrat.
(2) Wahlberechtigt und wählbar sind alle Mitglieder des Elternrates.
(3) § 2 Abs. 3 und 4 gilt entsprechend.

ELTERNVERTETER, WAS TUN?
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§ 4 Wahl der Vertreter der Schüler und ihrer Stellvertreter
(1) Die Wahl der Vertreter der Schüler in der Schulkonferenz und ihrer
Stellvertreter erfolgt im Schülerrat.
(2) Wahlberechtigt sind alle Mitglieder des Schülerrates. Wählbar sind alle
Mitglieder des Schülerrates ab Klassenstufe 7.
(3) § 2 Abs. 3 und 4 gilt entsprechend.
§ 5 Amtszeit
(1) Die Amtszeit beginnt mit der Annahme der Wahl und dauert bis zum Ende des
laufenden Schuljahres. 2Eine Wiederwahl ist zulässig, solange die Wählbarkeit
besteht.
(2) Die Mitglieder führen nach Ablauf ihrer Amtszeit die Geschäfte bis zum
Zusammentritt der neuen Schulkonferenz fort.
§ 6 Einberufung der Sitzungen, Teilnahmepflicht
(1) Der Vorsitzende beruft nach Abstimmung mit seinem Stellvertreter die
Schulkonferenz unter Angabe von Zeit, Ort und Tagesordnung ein. Die nach §
43 Absatz 3 Satz 1 Nummer 5 und Satz 3 des Sächsischen Schulgesetzes zur
Entsendung von Vertretern in die Schulkonferenz berechtigten Stellen
benennen, soweit im Einzelfall erforderlich, gegenüber dem Vorsitzenden ihre
Vertreter; § 8 Absatz 4 bleibt unberührt. Die Einladungsfrist beträgt
mindestens eine Woche. In dringenden Fällen kann die Frist bis auf einen
Unterrichtstag verkürzt werden. Unterlagen für die Beratung sind den
Mitgliedern der Schulkonferenz so rechtzeitig bekannt zu geben, dass sie sich
mit ihnen vertraut machen können.
(2) Die Schulkonferenz tritt mindestens einmal im Schulhalbjahr zusammen. Sie
ist unverzüglich einzuberufen, wenn ein Fünftel der Mitglieder nach Absatz 3
Satz 1 schriftlich den Antrag stellt. Der Antrag muss die Angabe des
Verhandlungsgegenstandes enthalten; der Verhandlungsgegenstand muss zum
Aufgabengebiet der Schulkonferenz gehören.
(3) 1. Die Mitglieder sind verpflichtet, an den Sitzungen der Schulkonferenz
teilzunehmen. Ist ein Mitglied verhindert, ist dies dem Vorsitzenden so
rechtzeitig mitzuteilen, dass er den Vertreter benachrichtigen kann.
§ 7 Verhandlungsleitung, Geschäftsgang
(1) 1. Der Vorsitzende der Schulkonferenz setzt die Tagesordnung fest.
2. Er ist verpflichtet, Anträge, die von einem Mitglied mindestens drei
Unterrichtstage vor dem Sitzungstermin schriftlich bei ihm eingereicht
werden, auf die Tagesordnung zu setzen und zu Beginn der Sitzung bekannt zu
geben.
(2) 1. Der Vorsitzende eröffnet, leitet und schließt die Sitzungen und übt das
Sitzungsrecht aus.
2. Bei Ordnungsverstößen kann er ein Mitglied von der weiteren Teilnahme an
der Sitzung ausschließen.

ELTERNVERTETER, WAS TUN?
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(3) 1. Jedes Mitglied der Schulkonferenz kann nach Erledigung der Tagesordnung
Angelegenheiten zur Sprache bringen, die zum Aufgabenbereich der
Schulkonferenz gehören.
2. Beschlüsse darüber sind in dieser Sitzung nicht zulässig; eine Beratung
unterbleibt, wenn die Mehrheit der anwesenden Mitglieder widerspricht.
§ 8 Beschlussfassung
(1) Die Schulkonferenz ist beschlussfähig, wenn mehr als die Hälfte aller
Mitglieder anwesend ist. Bei einer wegen Beschlussunfähigkeit erneut
einberufenen Sitzung ist die Beschlussfähigkeit auch dann gegeben, wenn
weniger als die Hälfte der Mitglieder anwesend ist.
(2) Die Schulkonferenz beschließt durch Abstimmung. Sie stimmt offen ab. Auf
Antrag von mindestens zwei Mitgliedern ist geheim mit Stimmzetteln
abzustimmen. Beschlüsse werden mit der Mehrheit der Stimmen der
anwesenden Mitglieder gefasst. Bei Stimmengleichheit ist der Antrag
abgelehnt.
(3) Über Gegenstände einfacher Art kann im Wege der schriftlichen Umfrage
beschlossen werden, wenn kein Mitglied widerspricht. Ein hierbei gestellter
Antrag ist angenommen, wenn die Mehrheit der Mitglieder schriftlich ihre
Zustimmung erteilt.
(4) Der Schulträger kann das Stimmrecht gemäß § 43 Absatz 3 Satz 2 Halbsatz 1
des Sächsischen Schulgesetzes durch jederzeit widerrufliche, gegenüber dem
Vorsitzenden der Schulkonferenz abzugebende Erklärung auf einen oder
mehrere Vertreter im Sinne des § 43 Absatz 3 Satz 1 Nummer 5 des Sächsischen
Schulgesetzes übertragen. Erklärung und Widerruf bedürfen der Schriftform.
§ 9 Niederschrift
Über jede Sitzung ist eine Niederschrift zu fertigen, die die Namen aller
Anwesenden und deren Funktion, die Zahl der abwesenden Mitglieder, die
Tagesordnung, die Anträge, die Abstimmungsergebnisse und den Wortlaut der
Beschlüsse enthält. Die Niederschrift ist vom Vorsitzenden und vom
Schriftführer zu unterzeichnen und allen Mitgliedern zuzusenden.
§ 10 Geschäftsordnung
Die Schulkonferenz kann sich eine Geschäftsordnung geben und dort
insbesondere regeln:
1. die Bestellung eines Schriftführers;
2. die Bildung von Ausschüssen;
3. die Behandlung von Wortmeldungen, Redezeit;
4. Einladung von Nichtmitgliedern zu den Sitzungen;
5. die Verlängerung der Amtszeit gemäß § 5 Abs. 2.
§ 11 In-Kraft-Treten
Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.
Dresden, den 1. August 1994

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ELTERNVERTETER, WAS TUN?
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6) UNTERSTÜTZUNGSSYSTEME
LandesElternRat
• Ausschuss „Förderung von Kindern mit Entwicklungsbesonderheiten“ (FKE)
Der Ausschuss FKE arbeitet als Sonderausschuss im LER und hat dafür einen
eigenen organisatorischen, kommunikativen Rahmen, der betroffenen Eltern
schulartübergreifend eine Vernetzung anbietet.
Beispiele für Entwicklungsbesonderheiten:
Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS/ ADHS)
Autismus
Beeinträchtigung der Wahrnehmung und der Wahrnehmungsverarbeitung
Lese/ Rechtschreibschwäche (LRS), Legasthenie
Matheschwäche (Dyskalkulie)
Stottern
Hochbegabung
Sächsischer Bildungsserver:
Der Bildungsserver des SMK ist ein Gemeinschaftsprojekt mit der TU Dresden.
Einige Links und Downloads auf dem sächs. Bildungsserver:
Kompetenztest:
www.sachsen-macht-schule.de/schule/7694.htm
Schulporträt:
www.sachsen-macht-schule.de/schule/1196.htm
Netzwerke Demokratie:
www.sachsen-macht-schule.de/schule/8563.htm
Medienpädagogik:
www.sachsen-macht-schule/medios

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ELTERNVERTETER, WAS TUN?
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7) PROTOKOLLVORLAGEN
Auf den folgenden Seiten finden Sie eine Checkliste zur Durchführung von
Wahlen.
Den Entwurf eines Wahlprotokolls, welchen Sie gern verwenden können,
finden Sie auf unserer Internetseite.

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Checkliste Durchführung von Wahlen
- Klassenelternsprecher
Vorbereitung
Einladung (mit Frist von 2 Wochen) zur Klassenelternversammlung, durch
Klassenelternsprecher
kann in Verbindung mit Elternabend stattfinden
Absprache mit Klassenlehrer zu Termin, Tagesordnung und Räumlichkeiten
Aktualität der Wahlprotokolle und Datenschutzmitteilungen prüfen,
aktuelle Version von der LER-Homepage
www.landeselternrat-
sachsen.de herunterladen
Tagesordnung erstellen, Teilnehmerlisten vorbereiten, ggf. Technik
organisieren (Beamer)
Durchführung
Bestimmen eines Wahlleiters und Protokollanten durch die
Klassenelternversammlung, diese dürfen für kein Amt dieser Wahlen
kandidieren
über die Anwesenheit von Gästen abstimmen lassen
Eröffnen der Kandidatenliste - Wer stellt sich zur Wahl oder wird nominiert?
Prüfung der Wählbarkeit der Kandidaten (siehe § 3 Abs. 2 EMVO),
wahlberechtigt u. wählbar sind die Sorgeberechtigten jedes Schülers der Klasse,
außer:
Schulleiter, stellv. Schulleiter, Lehrer, und sonstige Personen, die an
dieser Schule unterrichten
Ehegatten des Schulleiters, stellv. Schulleiters und der Lehrer, die die
Klasse unterrichten
Personen, welche in der Schulaufsichtsbehörde tätig sind und deren
Ehegatten
Vertreter des Schulträgers (Stadt oder Kommune) oder der
Schulverwaltung (LaSuB)
Die Wahlen sind geheim, sie können offen erfolgen, wenn alle
Wahlberechtigten zustimmen
Die Eltern eines Kindes haben insgesamt nur eine Stimme
Gewählt ist, wer die einfache Mehrheit auf sich vereint, bei Stimmgleichheit
erfolgt eine Stichwahl. Bei erneuter Stimmgleichheit entscheidet das Los.
Protokoll
Jeder Wahlgang ist separat zu protokollieren
Die Gewählten unterschreiben auf dem Wahlprotokoll, wodurch sie die Wahl
annehmen, erlauben die Nutzung notwendiger Personendaten und erhalten
ein Merkblatt zum Datenschutz
Wahlleiter und Protokollant unterschreiben das Protokoll
Die Wahlprotokolle sind dem Vorsitzenden des Schulelternrates zu übergeben.

ELTERNVERTETER, WAS TUN?
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Die rechtlichen Grundlagen zu den Aufgaben des Klassenelternsprechers und zu den
Durchführungsbestimmungen von Wahlen finden Sie im Sächsischen Schulgesetz,
insbesondere § 46 SächsSchulG und in der Elternmitwirkungsverordnung,
insbesondere §§ 3 bis 11 EMVO.
Bei Fragen stehen Ihnen in erster Linie der Elternrat Ihrer Schule und Ihr zuständiger
KreisElternRat zur Verfügung. Sollte Sie darüber hinaus Auskunft benötigen wenden
Sie sich an
info@ler-sachsen.de
.

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Checkliste Durchführung von Wahlen
- Elternrat -
Vorbereitung
Einladungen (mit Frist von 2 Wochen) zur Elternratssitzung, durch den
Elternratsvorsitzenden
Absprache mit Schule zu Termin und Räumlichkeiten, ggf. Einladung der
Schulleitung
Aktualität der Wahlprotokolle und Datenschutzmitteilungen prüfen, ggf.
aktuelle Version von der LER-Homepage
www.landeselternrat-sachsen.de
herunterladen
Tagesordnung erstellen, Teilnehmerlisten vorbereiten, ggf. Technik
organisieren (Beamer)
Durchführung
Bestimmen eines Wahlleiters und Protokollanten durch den Elternrat, diese
dürfen für kein Amt dieser Wahlen kandidieren
über die Anwesenheit von Gästen abstimmen lassen
Eröffnen der Kandidatenliste - Wer stellt sich zur Wahl oder wird nominiert?
Prüfung der Wählbarkeit der Kandidaten
wahlberechtigt u. wählbar sind die jeweiligen Klassenelternsprecher
Stellv. Klassenelternsprecher haben im Verhinderungsfall des
Klassenelternsprechers lediglich Stimmrecht, sind aber nicht wählbar
Nicht wählbar ist, wer bereits Vorsitzender oder Stellvertreter eines
anderen Elternrates desselben Schulträgers ist
Es werden gewählt:
Vorsitzender des Elternrates
Stellv. Vorsitzender des Elternrates
4 Mitglieder der Schulkonferenz (6 Mitglieder in Grundschulen), §43 Abs. 3
u. 4 SächsSchulG
Delegierter in den Kreiselternrat (Elternratsvorsitzender kann sich
dauerhaft vertreten lassen)
Die Wahlen sind geheim, sie können offen erfolgen, wenn alle
Wahlberechtigten zustimmen
Gewählt ist, wer die einfache Mehrheit auf sich vereint, bei Stimmgleichheit
erfolgt eine Stichwahl. Bei erneuter Stimmgleichheit entscheidet das Los.
Protokoll
Jeder Wahlgang ist separat zu protokollieren
Die Gewählten unterschreiben auf dem Wahlprotokoll, wodurch sie die Wahl
annehmen, erlauben die Nutzung notwendiger Personendaten und erhalten
ein Merkblatt zum Datenschutz
Wahlleiter und Protokollant unterschreiben das Protokoll
Die Gewählten sind den Eltern und der Schulleitung bekannt zu geben
Die Wahlprotokolle sind dem Vorsitzenden des Kreiselternrates zu übergeben

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Die rechtlichen Grundlagen zu den Aufgaben des Elternrates und zu den
Durchführungsbestimmungen von Wahlen finden Sie im Sächsischen Schulgesetz,
insbesondere § 47 SächsSchulG und in der Elternmitwirkungsverordnung,
insbesondere §§ 12 bis 15 EMVO.
Bei Fragen stehen Ihnen in die Mitglieder des zuständigen KreisElternRates zur
Verfügung. Sollten Sie darüber hinaus Auskunft benötigen wenden Sie sich an
info@ler-sachsen.de
.