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Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
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2.3.2.
Rev. 2 – Collm – Waldrandgestaltung auf Erstaufforstungsfläche
Naturschutz-Vorhaben im Forstbezirk Leipzig /
Revier Collm
1.
Biotope und LRT
2. Biotopverbund
3. Artenschutz und Habitate
Name des Projektes:
Aktive Waldrandgestaltung eines Erstaufforstungsprojektes am Wermsdorfer Wald mit dem Ziel der
Förderung von Baumarten 2. Ordnung
Ziel der Maßnahme:
Pflanzung eines neuen mehrstufigen Waldaußenrandes
Darlegung des Optimums eines solchen Randaufbaus für die vielen zu erfüllenden Funktionen
eines Waldes: u.a. Windschutz / Naturschutz / Sichtschutz
Analyse der Waldaußenränder im Forstbezirk Leipzig
Projektbeginn: 2020
Geplante Laufzeit: 2020
Projektpartner: Unter Naturschutzbehörde des Landkreises Nordsachsen
Abbildung 21: Luftbild der Erstaufforstungsfläche und Fotos der aufzuforstenden zukünftigen Waldfläche
Waldränder sind Grenzbereiche des Waldes oder einzelner Waldbestände. Unterschieden werden:
Waldaußenränder als Grenzbereiche zu landwirtschaftlich genutzten Flächen, Siedlungen,
Verkehrswegen oder größeren Freiflächen im Wald. Waldinnenränder, als Grenzbereiche
verschiedener Waldbestände, sind durch Schneisen, Abteilungslinien, Forstwege oder Gewässer

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Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
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voneinander getrennt. Richtig aufgebaute Waldränder haben eine wichtige Bedeutung für den
vorbeugenden Forstschutz, den Naturschutz und bereichern das Landschaftsbild sehr. Daneben
erfüllen sie oft weiterhin spezielle Schutzfunktionen wie Bodenschutz, Immissionsschutz und
Sichtschutz. (Der Forstwirt, Ulmerverlag 1996).
Durch den Aufbau eines vom Bestandesrand zum Bestandesinneren ansteigenden Bewuchses
wird die Bildung einer Stauzone vor der anströmenden Luft fast ganz vermieden. Vielmehr wird
das Luftfeld allmählich angehoben. Dadurch kommt es kaum zur Bildung von Turbolenzen, und die
mit dem Aufgleiten der Luft verbundene Erhöhung der Strömungsgeschwindigkeit hält sich in
Grenzen. Die Art, wie man sich die Zusammensetzung eines solchen Bestandesrandes, der ja sein
Aussehen im Laufe der Zeit nicht wesentlich verändern darf, vorstellen muss, ist in der Zeichnung
angedeutet. („Grundriss des Waldbaus“ – Pareys Studientexte 1997)
Abbildung 22: Abbildungen aus dem forstlichen Standartwerk „Grundriss des Waldbaus“ – Pareys Studientexte
1997 1. Abb.: allmähliche Höhenzunahme / 2. Abb.: Rand aus sehr stabilen Einzelbäumen
Durch den hier neu zu gestaltenden Waldaußenrand zu einer Straße ergreift der Forstbezirk
Leipzig die Chance ein Idealbild eines breiten und vielfältigen Waldaußenrandes zu schaffen, der
forstwirtschaftlichen und höchsten naturschutzfachlichen Ansprüchen gerecht wird. Es entsteht ein
Linienbiotop, in dem eine Vielzahl seltener Tiere und Pflanzen einen geeigneten Lebensraum
finden und für den Wald einen sicheren Traufschutz gegen Sturm und starke Sonneneinstrahlung
bietet. Zudem wird er das Landschaftsbild beleben und den Erholungswert steigern.
Der Waldrand grenzt sich durch den Wald mit den sogenannten Bäumen 2. Ordnung ab. Auf
dieser Fläche pflanzt der Forstbezirk leipzig hierzu Eberesche (Sorbus aucuparia), Wildapfel
(Malus sylvestris), Wildbirne (Pyrus pyraster) Speierling (Sorbus domestica) Feldahorn (Acer
campestre) Elsbeere (Sorbus torminalis) und Baumhasel (Corylis colurna), die in ihrer
abschließenden Wuchshöhe niedriger sein werden als der Waldbestand. Die nächste flachere und
nach außen abschließende Schicht des Waldrandes bilden die Straucharten Besenginster (Cytisus
scoparius), Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus), Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum),
Kornelkirsche (Cornus mas) und Schlehe (Prunus spinosa).
Ziel des Naturschutzkonzeptprojektes ist die Darstellung des Landschaftselements mehrstufigen
Waldaußenrandes und dessen großen Biotopwertes.