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Naturschutzkonzept Sachsenforst
Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig
für die Jahre 2019 bis 2023

Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
2
Inhaltsverzeichnis
1.
Ausgangslage und lokale Prioritäten .................................................................. 3
1.1.
Naturale Grundlagen ........................................................................................................................... 3
1.1.1.
Waldfläche, Anteil Landeswald, Revierverteilung ............................................................................... 3
1.1.2.
Wuchsgebiete, standörtliche und klimatische Gegebenheiten ........................................................... 4
1.1.3.
Geschichte und daraus resultierende Baumartenverteilung ............................................................... 8
1.1.4.
Waldfunktionen und Schutzgebiete im Forstbezirk Leipzig ................................................................ 9
1.2.
lokale Prioritäten für Naturschutzvorhaben ....................................................................................... 14
1.2.1.
Waldumbau – grundlegendste forstliche Naturschutzaufgabe- Ausgangslage/ Definition/ Ziel ....... 14
1.2.2.
Schutz und Entwicklung von Biotopen und Lebensraumtypen ......................................................... 16
1.2.3.
Biotopverbund ................................................................................................................................... 26
1.2.4.
Artenschutz ....................................................................................................................................... 31
2.
Umsetzungen im Planungszeitraum ................................................................. 38
2.1.
Waldumbau – die grundlegende Naturschutzaufgabe – geplantes Vorgehen nach den Stürmen... 38
2.2.
Übersichtskarte der Einzelmaßnahmen ............................................................................................ 40
2.3.
Biotopschutzmaßnahmen ................................................................................................................. 41
2.3.1.
Rev. 1 – Thümmlitz-Klosterbuch – Erneuerung Obstbaumwiese ..................................................... 41
2.3.2.
Rev. 2 – Collm – Waldrandgestaltung auf Erstaufforstungsfläche ................................................... 43
2.3.3.
Rev. 3 – Wermsdorf – Revitalisierung FND Silbersee ...................................................................... 45
2.3.4.
Rev. 6 – Waldmühle – Entwicklung FND „Moor Colditz“ .................................................................. 47
2.3.5.
Rev. 8 – Leipzig-Süd – Neophytenbekämpfung Riesenbärenklau ................................................... 49
2.3.6.
Rev. 9 – Leipzig – Eutrophes Stillgewässer und Hochstaudenflur ................................................... 51
2.3.7.
Rev. 9 – Leipzig – Offenlandfläche Kippe Böhlen ............................................................................ 53
2.4.
Biotopverbundsmaßnahmen ............................................................................................................. 55
2.4.1.
Rev. 1 – Thümmlitz-Klosterbuch – Formen der Waldzerfallsphase ................................................. 55
2.4.2.
Rev. 4 – Horstsee – Fledermausprojekt im Wermsdorfer Wald ....................................................... 57
2.4.3.
Rev. 7 – Naunhof – Bewirtschaftungsauslegung auf die Zielart Mittelspecht ................................... 59
2.4.4.
Rev. 8 – Leipzig - Süd – Orchideenwiesen Oberholz ....................................................................... 61
2.4.5.
Rev. 9 – Leipzig – Eschenscheckfalter in der Nordwestaue............................................................. 63
2.5.
Artenschutzmaßnahmen ................................................................................................................... 65
2.5.1.
Rev. 2 – Collm – Eremitenförderung auf dem Collmberg (FFH)....................................................... 65
2.5.2.
Rev. 3 – Wermsdorf – Bechsteinfledermausförderung (FFH) .......................................................... 67
2.5.3.
Rev. 4 – Horstsee – Schwarzspechtentwicklung im Revier Horstsee .............................................. 69
2.5.4.
Rev. 5 – Colditz – Bibervorkommen und Habitatentwicklung ........................................................... 71
2.5.5.
Rev. 5 – Colditz – Hirschkäferförderung (FFH) ................................................................................ 73
2.5.6.
Rev. 6 – Waldmühle – Haselmausmonitoring und Förderung .......................................................... 75
2.5.7.
Rev. 7 – Naunhof – Fledermausweinkeller Kloster Nimbschen........................................................ 77
2.5.8.
Rev. 9 – Leipzig – Wildkatzenförderung in der Nordwestaue ........................................................... 79
3.
Zusammenfassung und Ausblick ...................................................................... 81
4.
Auflistungen (Abbildungen / Tabellen / Literaturverzeichnis) ........................ 82

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Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
3
1. Ausgangslage und lokale Prioritäten
1.1. Naturale Grundlagen
1.1.1.
Waldfläche, Anteil Landeswald, Revierverteilung
Der Forstbezirk (FoB) Leipzig liegt im Nordwesten von Sachsen. Die maximale Nord-Süd-
Ausdehnung beträgt 52 km, die maximale Ost-West-Ausdehnung 75 km. Gegenwärtig verteilt sich
die Waldfläche auf drei Landkreise und die kreisfreie Stadt Leipzig auf ein Gesamtterritorium von
rund 265.000 ha. Der prozentuale Waldflächenanteil im Forstbezirk Leipzig beträgt 12,4 %, der
Durchschnitt in Sachsen liegt bei 28,5 %.
Die Waldfläche des Forstbezirkes umfasst rund 33.500 ha.
Diese unterteilt sich nach den Eigentumsverhältnissen folgendermaßen:
38 % Landeswald (12.772 ha)
50 % Privatwald (~ 16.500 ha)
9 %
Körperschaftswald (2.647 ha ohne Stadt Leipzig)
3 %
sonstige Eigentümer (Bund, Kirche) (~ 990 ha)
Die Landeswaldfläche gliedert sich in 9 Landesforstreviere mit über 1.400 ha durchschnittler
Waldfläche, siehe Abbildung 1. Pro Jahr kommen auf landeseigenen Grundflächen zusätzlich 5 bis
20 ha Erstaufforstung hinzu. Daneben gibt es im Forstbezirk 5 Privat- und Körperschaftswald-
reviere mit einer durchschnittlichen Reviergröße von über 4.100 ha Waldfläche.
Abbildung 1: Lage der Landeswaldreviere im FoB Leipzig (Vorbericht Forsteinrichtung 2012)

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Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
4
Abbildung 2: Übersichtskarte und Struktur aller Reviere des Forstbezirkes Leipzig
Pro Jahr werden im Landeswald des Forstbezirk Leipzig im Durchschnitt 80 ha Wald im
Landeswald in standortsgerächte Waldbestände umgebaut und auf rund 800 – 1.000 ha jährlich
Waldpflegemaßnahmen zur Stabilisierung der Bestände und Förderung der Zukunftsbäume
durchgeführt.
In 10 Jahren Staatsbetrieb Sachsenforst (2006-2016) wurden somit im Landeswald des
Forstbezirkes Leipzig auf 825 ha 4,6 Mio. Bäume, fast ausschließlich Laubbäume mit
überwiegendem Eichenanteil, gepflanzt.
Die Waldumbau- und Wiederaufforstungsfläche (ohne Naturverjüngung) der aktuellen
Forsteinrichtung (2012-2021) entspricht in etwa der Fläche der Waldgebiete Oberholz, Eichholz,
Neue Harth und Kippe Böhlen zusammen (~ 800 ha). Die Fläche ist so groß wie 30 x der Leipziger
Zoo bzw. 4,5 x der Kulkwitzer See.
Die dabei nachhaltig bereitgestellte Holzmenge in dieser Periode beträgt 680.000 m³. Diese
Holzmenge bindet jetzt durch den Verbau dauerhaft CO
2
und somit dem Kreislauf entzogen und
damit klimaneutral entzogen. Das entspricht einem Holzzylinder von 32,5 m² Durchmesser,
welcher so groß ist wie das höchste Gebäude der Welt (Burj Khalifa) mit rund 830 m.
1.1.2.
Wuchsgebiete, standörtliche und klimatische Gegebenheiten
Das Territorium des Forstbezirkes Leipzig kann als Übergangsgebiet zwischen dem südlich
angrenzenden Erzgebirgsvorland und dem nördlich anschließenden Nordostdeutschen Tiefland
charakterisiert werden. Die Waldflächen des Forstbetriebes liegen überwiegend in den
Wuchsgebieten 24 (Leipziger Sandlöß-Ebene) und 25 (Sächsisches-Thüringisches Löß-Hügelland).
Geringe Flächenanteile befinden sich in den Wuchsgebieten 14 (Mittleres nordostdeutsches
Altmoränenland), 23 (Sachsen-Anhaltische Löß-Ebenen) und 26 (Erzgebirgsvorland) (Abbildung 3;
Tabelle 1).

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Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
5
Abbildung 3: Lage der Landeswaldflächen in den forstlichen Wuchsgebieten (Vorbericht zur Forsteinrichtung
2012)
Die Landeswaldfläche (Forsteinrichtung 2012) verteilt sich auf folgende Wuchsgebiete mit den
entsprechenden Wuchsbezirken:
Tabelle 1: Wuchsgebiete und Wuchsbezirke im Forstbezirk Leipzig
Das
Wuchsgebiet Leipziger Sandlöß-Ebene
ist zu 95 % eben oder fast eben, zeichnet sich
durch Sandlöß-, Löß- und Lehmdecken mit einer Mindestmächtigkeit von 30 cm aus. Im
Untergrund finden sich mächtige tertiäre Sande, sandige Schotter und Tonschichten. Aufgrund der
erhöhten Lößanteile im Oberboden treten reichere Standorte der Nährkraftstufen Reich und Kräftig
Wuchsgebiete
Wuchsbezirke
Hektar
Sachsen-Anhaltinische Löß-Ebenen
Schkeuditz-Lützener Sandlöß-Ebene
9
Sachsen-Anhaltinische Löß-Ebenen
Elster-Saale-Aue
592
Sachsen-Anhaltinische Löß-Ebenen
Weißenfelser Löß-Hügelland
7
Leipziger Sandlöß-Ebene
Leipziger Elster-Aue
55
Leipziger Sandlöß-Ebene
Delitzsch-Naunhofer Sandlöß-Ebene
1.670
Leipziger Sandlöß-Ebene
Bornaer Bergbaugebiet
981
Sächsisches-Thüringisches Löß-Hügelland
Altenburger-Zeitzer Löß-Hügelland
1
Sächsisches-Thüringisches Löß-Hügelland
Bad Lausicker Löß-Hügelland
4.277
Sächsisches-Thüringisches Löß-Hügelland
Wurzen-Oschatzer Sandlöß-Platten und
Hügelland
4.547
Sächsisches-Thüringisches Löß-Hügelland
Lommatzscher Löß-Hügelland
2
Sächsisches-Thüringisches Löß-Hügelland
Nördliches Mulde-Löß-Hügelland
746
Mittleres nordostdeutsches Altmoränenland
Tieflands-Muldeaue
1
Sächsisches-Thüringisches Löß-Hügelland
Wurzen-Oschatzer Sandlöß-Platten und
Hügelland
0

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Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
6
auf etwa 50 % der Fläche auf. Hinsichtlich des Feuchteangebots überwiegen hydromorph
beeinflusste Standorte (Staugleye und Auen). Aufgrund des Braunkohleabbaus gingen im Laufe
der Zeit umfangreiche natürliche Auensysteme verloren. Entstandene Kippen bestehen meist aus
Kipp-Sanden, zum Teil auch Kipplehme (Sächsische Landesanstalt für Forsten, 1996).
Die größten Landeswaldgebiete (Wermsdorfer Wald, Colditzer Wald) liegen im
Wuchsgebiet
Sächsisch-Thüringisches Löß-Hügelland
. Das Gelände steigt von 150 m ü NN im Norden auf
bis zu 300 m ü NN im Süden stetig an. Im mittleren und südlichen Teil finden sich tief
eingeschnittene Täler der aus dem Erzgebirge nach Norden strömenden Flüsse (Freiberger-/
Zwickauer Mulde, Zschopau, Chemnitz) mit Höhenunterschieden von 50 bis 80 m. Die im Norden
vorhandenen geringmächtigen Sandlößdecken gehen in echte Lößdecken mit bis zu 15 m
Mächtigkeit im Süden über. Rund 83 % aller Standorte zeichnen sich durch ein mittleres
Nährstoffangebot aus. Hinsichtlich des Feuchteangebots sind hydromorph beeinflusste und
mittelfrische terrestrische Standorte auf mehr als 40 % vertreten (Sächsische Landesanstalt für
Forsten, 1996).
Die Abbildung 4 und Abbildung 5 geben einen Überblick über die Bodenfeuchtestufen im
Landeswald des Forstbezirkes Leipzig.
Die in der Regel kleinflächigen Einstreuungen der terrestrischen in die wechselfeuchten Standorte
und der gesamtflächig gegebene Bodensubstrataufbau (auch auf Kippen) führen dazu, dass im
Prinzip der gesamte Forstbetrieb in die Bodensensibilitätsklasse 2 einzustufen ist und damit zur
Schonung des Waldbodens ein erweiterter Rückegassenabstand von 40 Metern notwendig wird.
Abbildung 4: Bodenfeuchtestufen im Landeswald des Forstbezirkes Leipzig (Vorbericht zur Forsteinrichtung
2012)

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7
Abbildung 5: Bodenfeuchtestufen in den Landeswaldteilen des FoB Leipzig (Vorbericht zur Forsteinrichtung
2012)
Der bis 2100 prognostizierte Klimawandel soll im Forstbezirksterritorium eine Verschiebung vom
sommerwarmen in den Bereich des submediterranen Klimas nach sich ziehen (Abbildung 6). Es
wird eine Erhöhung der Jahresdurchschnittstemperatur, die Verringerung des Jahresnieder-
schlages einschließlich Tendenz zu einem ungünstigeren Niederschlagsregime in der Vegetations-
zeit und die Verlängerung der Vegetationszeit an sich erwartet.
Auswirkungen auf künftige Baumartenzusammensetzungen und die territoriale Anbauwürdigkeit
von Baumarten sind dann vorhersehbar.
Abbildung 6: Darstellung der aktuellen Klimagliederung der einzelnen Landeswaldteile im FoB Leipzig nach
Vegetationszeit und klimatischer Wasserbilanz sowie einer Prognose für das Jahr 2100 (Vorbericht zur
Forsteinrichtung 2012)

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8
Zeitraum 1971-2000
Prognose 2091-2100
Abbildung 7: Auswirkungen auf künftige Baumartenzusammensetzungen und die territoriale Anbauwürdigkeit
von Baumarten sind vorhersehbar (Kompetenzzentrum Wald und Forstwirtschaft Graupa 2017)
1.1.3.
Geschichte und daraus resultierende Baumartenverteilung
Die Baumartenzusammensetzung der Waldflächen im jetzigen Territorium des Forstbezirkes
Leipzig unterlag in den letzten Jahrhunderten starken Schwankungen. Flächendeckende
Laubmischwälder wurden im Rahmen der zunehmenden Besiedlung und dem damit
einhergehenden stetig steigenden Bedarf an Holz zum Teil übernutzt und devastiert.
Mit dem Beginn der nachhaltigen Forstwirtschaft vor über 300 Jahren entstanden vielerorts
produktive, aber auch gegenüber biotischen und abiotischen Schadfaktoren anfällige
Nadelholzreinbestände. Diese lieferten zügig Bauholz für die einsetzende Industrialisierung und
waren preiswert und schnell zu begründen.
Unter dem Gesichtspunkt der heutigen Multifunktionalität der Wälder ist seit Jahrzehnten eine
Umkehr zu einem standortgerechten Waldbau in der Forstwirtschaft erfolgt.
So dominieren im Forstbetrieb gegenwärtig die Laubholzbestände mit einem Flächenanteil von
63 %. Hauptbaumart ist neben der langjährig dominierenden Kiefer (26 % der Gesamtwaldfläche)
nun die Eiche (30 %). Nicht unerheblich ist weiterhin der Birkenanteil (16 %), welcher jedoch
überwiegend als Beimischung in den Beständen stockt. Die in den letzten Jahrzehnten noch
deutlich mitdominierende Fichte hat zur letzten Forsteinrichtung zum Stichtag 01.01.2012 nur noch
einen Anteil von ca. 6 % im Forstbezirk Leipzig, welcher weiter stetig sinkt (Abbildung 8). Die
Stürme und Trockenjahre 2018 und 2019 haben in Verbindung mit der Borkenkäfer-
Massenvermehrung zur fast vollständigen Beseitigung der Baumart Fichte im Forstbezirk Leipzig
geführt.

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Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
9
Abbildung 8: Baumartenanteile im Landeswald des FoB Leipzig (Vorbericht zur Forsteinrichtung 2012)
In der Altersklassenverteilung des Forstbezirkes Leipzig ist die 3. Altersklasse (41 - 60 Jahre alte
Bäume) mit 32 % der Gesamtlandeswaldfläche deutlich überrepräsentiert. Kriegsbedingte
Reparationen, der enorme Holzbedarf für den Wiederaufbau in Deutschland sowie großflächige
Kalamitäten sind die Hauptursache für die Überausstattung dieser Altersklasse, die damals wieder
aufgeforstet wurden.
1.1.4.
Waldfunktionen und Schutzgebiete im Forstbezirk Leipzig
Die Wälder im Bereich des Forstbezirkes Leipzig unterliegen sehr hohen gesellschaftlichen
Anforderungen. Der Überlagerungsfaktor über die gesamte forstliche Betriebsfläche durch
ausgewiesene Waldfunktionen beträgt 3,6. Das bedeutet, dass der Wald im Forstbezirk Leipzig im
Durchschnitt 3,6 Funktionen – neben der nachhaltigen Nutzfunktion – gleichzeitig auf ein und
derselben Fläche erfüllen muss. Deswegen ist es wichtig, dass der Förster diese verschiedenen
Funktionen auf der jeweiligen Fläche immer im Blick zu behalten, die Interessensvertreter in einen
Dialog miteinander bringt, eine Prioritätsreihenfolge erarbeitet und darauf achtet, dass es
abschließende Festlegungen gibt und Entscheidungen getroffen werden, die dann auch
einzuhalten sind. Dabei wird der Revierleiter unterstützt vom amtlichen und ehrenamtlichen
Naturschutz, Denkmalschutz- und Wasserbehörden, um nur einige zu nennen.
So liefert der Wald den umweltfreundlichen, nachwachsenden Rohstoff Holz, mindert
Bodenerosion, bietet Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten, sorgt für ein ausgeglichenes
Klima, mindert extreme Hitze bzw. Kälte und filtert Staub aus der Luft. Weiterhin bietet unser Wald
Raum für Erholung und Freizeitaktivitäten, versorgt uns mit Trinkwasser und verringert als
Wasserspeicher das Risiko von Überschwemmungen und er produziert Sauerstoff und bindet das

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Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
10
Treibhausgas Kohlendioxid. Wird das Holz als Erbe unserer Vorfahren am Ende dieser
Entstehungskette einer Nutzung zugeführt, entzieht dieses Holz der Atmosphäre das Treibhausgas
CO
2
zum Beispiel als Bauholz in Häusern oder Möbeln und bindet es damit dauerhaft klimaneutral.
Abbildung 9: Zusammenfassung Waldfunktionenkartierung im Gesamtwald des FoB Leipzig (2015)
Die Waldflächen des Forstbezirkes Leipzig sind mit einem engmaschigen Netz von Schutzgebieten
überzogen. Da ist zum Beispiel das europaweite Schutzgebietsnetz „Natura 2000“ zu nennen,
welches den Forstbezirk mit 19 Vogelschutzgebieten und 41 FFH-Gebieten bedeckt. In den
Anhängen beider Richtlinien sind europaweit gefährdete Lebensraumtypen, Tier- und
Pflanzenarten benannt, zu deren Erhalt die Schutzgebiete dienen. Die dort festgelegten
Erhaltungsmaßnahmen sind für den Landeswald des Freistaates Sachsen und damit für den
Staatsbetrieb Sachsenforst bindend.
Hierbei handelt es sich vordergründig um Artenschutz- und Biotopschutzmaßnahmen, die es gilt
dauerhaft durchzusetzen, sei es die Förderung des Eschenscheckenfalters, die Pflege von Wiesen
oder die Erhaltung des Flächenanteils der Eiche durch gezielte Verjüngung, um nur einige
Schutzgüter zu nennen.
Die weiteren gesetzlichen deutschen Naturschutzkategorien im Landeswald werden nachfolgend
in Tabellen aufgelistet. Zeilen ohne Flächenangaben ( - ) gehören territorial zum Forstbezirk
Leipzig und umfassen dann ausschließlich Waldflächen im Privat- und Körperschaftswald.

Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
11
Schutzgebietskategorie Waldfläche (ha)
Anteil an Landeswald
Anzahl
FFH
7.231,95
21,25 %
41
SPA
13.166,50
38,68 %
19
NSG
2.200,15
6,46 %
32
FND
301,47
0,89 %
159
LSG
22.789,87
66,95 %
31
Waldbiotopkartierung
(WBK)
4.773,89
14,02 %
1443
WBK (§ 21)
1.601,66
4,71 %
570
Naturwaldzelle
27,81
0,08 %
1
Tabelle 2: Übersicht der Naturschutz-Schutzgebietskategorien im Landeswald (Stand 2018)
FFH-Nr.
FFH-Name
Status
ha Landeswald
002E
Mittleres Zwickauer Muldetal
MaP bestätigt
0,05
020E
Striegistäler und Aschbachtal
MaP bestätigt
52,70
050E
Leipziger Auensystem
MaP bestätigt
1.736,60
052E
Laubwaldgebiete zwischen Brandis und Grimma
MaP bestätigt
370,82
054E
Stöckigt und Streitwald
MaP bestätigt
420,34
056E
Berge um Hohburg und Dornreichenbach
MaP bestätigt
60,83
065E
Vereinigte Mulde und Muldeauen
MaP bestätigt
363,94
169
Jahnaniederung
MaP bestätigt
45,23
170
Großholz Schleinitz
MaP bestätigt
-
198
Lossa und Nebengewässer
MaP bestätigt
0,12
199
Am Spitzberg
MaP bestätigt
37,60
201
Dahle und Tauschke
MaP bestätigt
22,45
202
Wermsdorfer Waldteichkette
MaP bestätigt
130,47
203
Waldgebiet an der Klosterwiese
MaP bestätigt
94,75
204
Döllnitz und Mutzschener Wasser
MaP bestätigt
307,20
205
Collmberg und Oschatzer Kirchenwald
MaP bestätigt
67,26
207
Dolomitgebiet Ostrau und Jahnatal
MaP in Bearbeitung
57,92
212
Partheaue
MaP bestätigt
123,75
213
Teich- und Waldgebiete um Machern und Brandis
MaP bestätigt
178,50
214
Laubwaldgebiete der Oberen Partheaue
MaP bestätigt
142,05
215
Brösen Glesien und Tannenwald
MaP bestätigt
109,66
216
Bienitz und Moormergelgebiet
MaP bestätigt
65,88
217
Kulkwitzer Lachen
MaP bestätigt
0,44
218
Elsteraue südlich Zwenkau
MaP bestätigt
217,72
222
Lobstädter Lache
MaP bestätigt
23,30
223
Nordteil Haselbacher Teiche
MaP bestätigt
8,18
224
Oberholz und Störmthaler Wiesen
MaP bestätigt
188,75
225
Rohrbacher Teiche und Göselbach
MaP bestätigt
82,74
227
Laubwälder um Beucha
MaP bestätigt
77,55
228
Bergbaufolgelandschaft Bockwitz
MaP bestätigt
244,25
229
Prießnitz
MaP bestätigt
69,90
230
Wyhraaue und Frohburger Streitwald
MaP bestätigt
182,11
233
Bläulingswiesen südöstlich Leipzig
MaP bestätigt
2,91
234
Kohlbach- und Ettelsbachtal
MaP bestätigt
121,00
235
Erlbach- und Auenbachtal bei Colditz
MaP bestätigt
103,16
236
Tiergarten Colditz
MaP bestätigt
88,11
237
Muldentäler oberhalb des Zusammenflusses
MaP bestätigt
814,80
238
Unteres Zschopautal
MaP bestätigt
325,65
239
Separate Fledermausquartiere in Mittel- und
Nordwestsachsen
MaP bestätigt
275,67
240
Pastholz Langenleuba
MaP bestätigt
17,56
252
Oberes Freiberger Muldetal
MaP bestätigt
0,06
252
Oberes Freiberger Muldetal
MaP bestätigt
0,06
Tabelle 3: FFH-Gebiete im Landeswald des Forstbezirkes Leipzig (Stand 2018)

Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
12
SPA-Nr.
SPA-Name
Status
ha Landeswald
05
Leipziger Auwald
MaP bestätigt
2.238,55
06
Laubwaldgebiete östlich Leipzig
kein MaP
3.355,84
07
Rückhaltebecken Stöhna
kein MaP
128,61
08
Elsteraue bei Groitzsch
kein MaP
227,67
09
Bergbaufolgelandschaft Werben
kein MaP
45,13
12
Bergbaufolgelandschaft Haselbach
kein MaP
9,21
13
Lobstädter Lachen
kein MaP
23,59
14
Speicherbecken Borna und Teichgebiet
Haselbach
kein MaP
11,06
15
Bergbaufolgelandschaft Bockwitz
MaP bestätigt
320,65
16
Eschefelder Teiche
kein MaP
6,17
17
Kohrener Land
kein MaP
735,48
19
Vereinigte Mulde
kein MaP
580,84
21
Dahlener Heide
kein MaP
-
22
Spitzberg Wurzen
MaP bestätigt
75,35
23
Wermsdorfer Teich- und Waldgebiet
kein MaP
3.923,90
24
Täler in Mittelsachsen
kein MaP
1.439,80
25
Elbaue und Teichgebiete bei Torgau
MaP bestätigt
-
27
Linkselbische Bachtäler
kein MaP
44,66
76
Tal der Zwickauer Mulde
kein MaP
0,00
Tabelle 4: SPA-Gebiete im Landeswald des Forstbezirkes Leipzig (Stand 2018)
NSG – Nr.
NSG Name
Status
ha Landeswald
C 91
Scheergrund
festgesetzt
57,49
C 92
Hochweitzschener Wald
festgesetzt
18,91
C 93
Kirstenmüühle-
Schanzenbachtal
festgesetzt
111,63
C 94
Eichberg
festgesetzt
16,88
C 95
Maylust
festgesetzt
26,00
C 96
Staupenbachtal
festgesetzt
10,01
C 97
Alte Halde -
Dolomitgebiet Ostrau
festgesetzt
15,13
L 09
Burgaue
festgesetzt
208,33
L 10
Elster- und Pleiße-
Auwald
festgesetzt
59,62
L 12
Polenzwald
festgesetzt
85,57
L 13
Dornreichenbacher Berg
festgesetzt
38,45
L 14
Langes Holz - Radeland
festgesetzt
20,41
L 15
An der Klosterwiese
festgesetzt
82,10
L 17
Döbener Wald
festgesetzt
133,90
L 18
Alte See-Ruhmberg
festgesetzt
43,36
L 19
Rohrbacher Teiche
festgesetzt
35,74
L 27
Pfarrholz Groitzsch
festgesetzt
17,82
L 28
Prießnitz
festgesetzt
57,95
L 29
Eschefelder Teiche
festgesetzt
1,88
L 30
Streitwald
festgesetzt
72,90
L 31
Hinteres Stöckigt
festgesetzt
30,92
L 43
Kulkwitzer Lachen
festgesetzt
0,44
L 45
Luppeaue
festgesetzt
389,66
L 47
Wachtelberg-
Mühlbachtal
festgesetzt
1,16
L 49
Haselberg-Straßenteich
festgesetzt
30,04
L 51
Kreuzgrund
festgesetzt
1,40
L 53
Kohlbachtal
festgesetzt
225,13
L 55
Am Spitzberg
festgesetzt
37,01

Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
13
L 56
Lehmlache Lauer
festgesetzt
36,04
L 57
Rückhaltebecken Stöhna
festgesetzt
63,96
L 58
Schmielteich Polenz
festgesetzt
37,40
L 60
Bockwitz
festgesetzt
232,90
Tabelle 5: Naturschutzgebiete im Landeswald des Forstbezirkes Leipzig (Stand 2018)
LSG Nr.
LSG Name
Status
ha Landeswald
c 01
Mulden- und Chemnitztal festgesetzt
188,52
c 72
Freiberger Mulde-
festgesetzt
1.460,11
Zschopau
c 73
Striegistal
festgesetzt
53,17
c 74
Freiberger Mulde-
festgesetzt
224,00
Zweiniger Grund
c 76
Mulden- und Chemnitztal festgesetzt
84,16
l 03
Mittlere Mulde
festgesetzt
118,47
l 05
Dahlener Heide
festgesetzt
-
l 10
Leipziger Auwald
festgesetzt
2.317,41
l 11
Partheaue Machern
festgesetzt
98,94
l 14
Großsteinberg-
festgesetzt
1.947,37
Ammelshain
l 15
Wermsdorfer Forst
festgesetzt
5.242,21
l 16
Colditzer Forst
festgesetzt
3.372,60
l 17
Pleißestausee Rötha
festgesetzt
42,37
l 22
Thümmlitzwald-Muldetal
festgesetzt
2.166,14
l 24
Lößnig-Dölitz
festgesetzt
129,82
l 25
Ístliche Rietzschke -
festgesetzt
17,72
Stünz
l 26
Paunsdorfer Wäldchen -
festgesetzt
88,39
Heiterblick
l 27
Etzoldsche Sandgrube
festgesetzt
13,22
und Rietzschketal
Zweinaundorf
l 28
Nördliche Rietzschke
festgesetzt
1,55
l 29
Kohrener Land
festgesetzt
1.185,33
l 31
Liebschützer Höhenzug
festgesetzt
216,10
l 32
Partheaue
festgesetzt
2.671,59
l 33
Leubener Döllnitzaue
festgesetzt
33,06
l 36
Loberaue
festgesetzt
-
l 37
Schnauderaue
festgesetzt
39,82
l 38
Elbaue Torgau
festgesetzt
-
l 40
Elsteraue
festgesetzt
255,62
l 43
Wyhraaue
festgesetzt
269,21
l 44
Wachberg Rückmarsdorf
festgesetzt
2,23
l 45
Endmoränenlandschaft
festgesetzt
149,74
zwischen Taucha und
Eilenburg
l 46
Lübschützer Teiche-
festgesetzt
400,49
Tresenwald
Tabelle 6: Landschaftsschutzgebiete im Landeswald des Forstbezirkes Leipzig (Stand 2018)

image
 
Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
14
1.2. lokale Prioritäten für Naturschutzvorhaben
1.2.1.
Waldumbau – grundlegendste forstliche Naturschutzaufgabe-
Ausgangslage/ Definition/ Ziel
Historisch bedingt überwiegen in Sachsen junge und mittelalte Nadelholzbestände aus Kiefer und
Fichte, die rund drei Viertel der sächsischen Waldfläche einnehmen. Diese gleichartigen und meist
instabilen Reinbestände besitzen eine hohe Anfälligkeit gegenüber Sturm, Schneebruch,
Immissionen, Feuer und Insekten.
Seit 1992 wird ein langfristiger Umbau der Wälder in Sachsen in leistungsfähige und ökologisch
stabile Mischwälder („Waldumbau“) konsequent durchgeführt. Damit sind jährliche Kosten von
rund 15 Mio. Euro verbunden. Die jährliche Waldumbaufläche von Sachsen beträgt rund 1200 ha
Wald des Freistaates Sachsen. (SBS 2016)
In Sachsen sind die Wälder z.B. in Waldentwicklungstypen gegliedert. Hierbei wird der
Ausgangszustand detailreich analysiert und mit einem Zielzustand verbunden. Aus diesen
Ergebnissen leitet sich die konkrete waldbauliche Behandlung auf der Fläche ab. Mit den
abgeleiteten Waldentwicklungstypen werden dann die zeitliche Abfolge und der Inhalt von
relevanten waldbaulichen Maßnahmen dargestellt, die vom Ausgangs- zum Zielzustand führen.
Abbildung 10: Waldentwicklungstypen im Landeswald des FoB Leipzig (Kompetenzzentrum Wald und
Forstwirtschaft Graupa 2016)

image
Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
15
Die Forsteinrichtung 2012 legte für den Forstbezirk Leipzig eine planmäßige jährliche
Waldumwandlungsfläche von 70 – 80 Hektar fest. Dieses Ziel wurde nach regulärem
Holzeinschlag der Nadelholbestände, Pflanzung und Saat von fast ausschließlich
Eichenwaldgesellschaften in den letzten Jahrzehnten mit den vorhandenen personellen und
finanziellen Kapazitäten zielstrebig umgesetzt. Allein das Sturmereignis Friederike führte dann am
18.01.2018 in wenigen Stunden für eine zusätzliche „Waldumbaufläche“ von mehr als 300 Hektar,
die bis dahin überwiegend mit Fichte bestockt waren. Die nachfolgende Borkenkäfersituation,
begünstigt durch das hohe Brutangebot, sowie die trockenwarme Witterung, hatte weitere
Abgänge zur Folge, sodass die schadereignisbedingte Verjüngungsfläche weiter zunahm. Aktuell
sind im Forstbezirk über 550 Hektar Schadfläche nach Sturm, Borkenkäfer und Trockenheit zu
verzeichnen.
Abbildung 11: Befliegung am 20.01.2018 nach Sturmschadereignis Friederike am 18.01.2018 des Waldgebietes
Colditzer Forst im Landeswald des FoB Leipzig (Kompetenzzentrum Wald und Forstwirtschaft Graupa 2018)
Der planmäßige Umbau der Fichtenbestände in naturnahe Mischwälder hätte noch über sechs
Jahre beansprucht. Zur Wiederaufforstung kommen nun differenzierte Handlungsweisen zur
Anwendung die im Kapitel 2.1. „Waldumbau – die grundlegende Naturschutzaufgabe – geplantes
Vorgehen nach den Stürmen“ dargelegt werden.
Auch zusammen mit der Raumplanung wurde bezogen auf den Colditzer Forst das Erfordernis und
die Wirkungen des Waldumbaus bearbeitet und in Broschüren sowie in Lehrpfaden visualisiert und
verständlich aufbereitet (KlimaMORO, 2013).

 
Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
16
1.2.2.
Schutz und Entwicklung von Biotopen und Lebensraumtypen
Die Waldbiotopkartierung des Forstbezirkes Leipzig weist aktuell 1219 Biotope auf einer Fläche
von 2048 Hektar aus. Davon befinden sich im Landeswald 1148, 71 im Privat- und
Körperschaftswald.
Biotoptyp
gesetzlicher
§21 Schutz
SächsNatSchG
LRT-
Code
Fläche
(m2)
Anzahl
Botanisch wertvoller Bereich
0,90
4
Natürlicher basenarmer Silikatfels
§
(8220,
8230)
4,74
47
Höhlenreiche Altholzinsel
§
4,37
18
Eichenwald trockenwarmer Standorte
§
0,76
3
Ahorn-Eschenwald felsiger Schatthänge und Schluchten
§
9180*
7,10
10
Strukturreicher Waldbestand
5,20
5
Bodensaurer Eichen-Mischwald armer Sandböden
9190
6,53
1
Sonstiger bodensaurer Eichen-Mischwald des Tieflandes
17,18
10
Bodensaurer Eichen-Mischwald des Hügel- und
Berglandes
3,67
4
Sumpfwald
§
13,61
19
Strukturreicher Waldrand
(§)
0,26
2
Sonstiger Moorwald
§
0,77
1
Mesophiler Buchenwald des Tief- und Hügellandes
9130
19,05
9
Hartholz-Auwald (Eichen-Eschen-Ulmen-Auwald)
§
91F0
530,29
82
Traubeneichen-Hainbuchenwald mäßig trockener
Standorte
9170
334,60
150
Stieleichen-Hainbuchenwald feuchter Standorte
(§)
9160
641,78
170
Bodensaurer Buchenwald des Tief- und Hügellandes
9110
351,17
186
Erlen-Bruchwald nährstoffreicher Standorte
§
21,92
14
Birken-Erlen-Bruchwald nährstoffärmerer Standorte
§
2,55
2
Erlen-Eschen-Quellwald
§
91E0*
2,13
9
Traubenkirschen-Erlen-Eschenwald der Niederungen
§
91E0*
39,89
48
Erlen- und Eschen-Bachwald des Berg- und Hügellandes
§
91E0*
4,62
8
Sonstiges naturnahes nährstoffreiches Stillgewässer
§
(3150)
3,73
1
Tauch- und Schwimmblattvegetation eutropher
Stillgewässer
§
(3150)
1,77
11
Röhricht eutropher Stillgewässer
§
1,14
11
Großseggenried eutropher Stillgewässer
§
0,92
1
Naturnaher eutropher Teich/Weiher
§
(3150)
0,14
2
Naturnahes nährstoffreiches Rest- und Abbaugewässer
§
(3150)
4,30
2
Tauch- und Schwimmblattvegetation mesotropher
Stillgewässer
§
(3130,
3140)
0,12
3
Großseggen-, Wollgras- und Binsenbestände
mesotropher Gewässer
§
0,01
1
Naturnahes temporäres Kleingewässer
§
(3130)
0,60
24
Naturnahes ausdauerndes nährstoffreiches
Kleingewässer
§
(3150)
2,00
33
Naturnahes ausdauerndes nährstoffarmes Kleingewässer
§
(3130,
3140)
0,72
5
Altwasser
§
(3150)
3,58
8
Trocken- und Halbtrockenrasen
§
6210,
6240*
0,06
1
Borstgrasrasen feuchter Standorte
§
6230*
0,54
3

Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
17
Schilfröhricht
§
0,50
3
Rohrkolben-Röhricht
§
0,18
1
Rohrglanzgras-Röhricht
§
0,00
1
Kleinseggenried basenarmer Standorte
§
(7140)
0,01
2
Zwischenmoor des Tieflandes
§
7140,
7150
0,36
1
Großseggenried nährstoffreicher Standorte
§
0,92
9
Großseggenried (außerhalb stehender Gewässer)
§
(7140)
0,04
1
Binsen-, Waldsimsen- und Schachtelhalmsumpf
§
0,75
17
Uferstaudenflur
(§)
(6430)
0,08
2
Hochstaudenflur sumpfiger Standorte
§
(6430)
0,55
5
Sonstige extensiv genutzte Frischwiese
6510
6,10
5
Pfeifengras-Wiese basenreicher Standorte
§
6410
1,31
6
Pfeifengras-Wiese basenarmer Standorte
§
6410
1,93
5
Magere Frischwiese
§
6510
4,60
9
Sonstiges artenreiches Feuchtgrünland
2,31
3
Nasswiese
§
7,04
8
Tümpelquelle
§
0,14
5
Sturzquelle
§
0,00
1
Kalkarme Sickerquelle
§
0,03
9
(Naturnaher) Graben/Kanal
(3260)
1,45
15
Naturnaher sommerwarmer Fluss
§
(3260,
3270)
2,43
3
Naturnaher sommerwarmer Bach (Tieflandbach)
§
(3260)
7,56
88
Naturnaher sommerkalter Bach (Berglandbach)
§
(3260)
1,09
17
Gebüsch frischer Standorte
0,22
2
Weiden-Moor- und Sumpfgebüsch
§
2,51
8
Weiden-Auengebüsch
§
0,01
1
Feldgehölz
6,14
13
Tabelle 7: Ergebnisse Waldbiotopkartierung im Landeswald des Forstbezirkes Leipzig
Wie die Tabelle 7 verdeutlicht, gibt es in der naturräumlichen Ausstattung des Forstbezirkes
Leipzig eine breite Palette an Biotoptypen. Der Schwerpunkt im reinen Bereich „Wald“ liegt bei
„Traubeneichen-Hainbuchenwald mäßig trockener Standorte“, „Stieleichen-Hainbuchenwald
feuchter Standorte“, „Bodensaurer Buchenwald des Tief- und Hügellandes“, „Traubenkirschen-
Erlen-Eschenwald der Niederungen“ und der „Hartholz-Auwald (Eichen-Eschen-Ulmen-Auwald)“.
Weiterhin sind die „Naturnaher sommerwarmer Tieflandbach“, „Naturnahes temporäres
Kleingewässer“, „Naturnahes ausdauerndes nährstoffreiches Kleingewässer“, „Natürlicher
basenarmer Silikatfels“, „Höhlenreiche Altholzinsel“ mit einem größeren Umfang zu benennen.
Der Forstbezirk Leipzig pflegt seit Jahren im großen Umfang Offenlandbiotope. Hier sind die
Biotoptypen „Sonstige extensiv genutzte Frischwiese“, „Pfeifengras-Wiese basenreicher Standorte“,
„Pfeifengras-Wiese basenarmer Standorte“, „Magere Frischwiese“ und „Sonstiges artenreiches
Feuchtgrünland“ zu nennen. Mit viel Aufwand und entsprechend angepassten Pflegeverfahren
werden die besonders naturschutzfachlich schützenswerten Biotope erhalten.
Die FFH-Managementpläne weisen Lebensraumtypen (LRT) aus, die in nachfolgender Tabelle 8
für den Landeswald im Forstbezirk Leipzig aufgelistet sind. Diese Flächen wurden vom Freistaat
Sachsen als Bestand zur Europäischen Union als besonders schützenswert gemeldete. Sie

image
Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
18
unterliegen speziellen Behandlungsgrundsätzen, die für Sachsenforst in der Bewirtschaftung
gesetzlich bindend sind.
FFH – Lebensraumtypen
Entwick
-lungs-
fläche
(Hektar)
Anzahl
Entwick-
lungs-
fläche
Erhaltungs-
fläche
(Hektar)
Anzahl
zu
erhaltende
LRT
3150-Eutrophe Stillgewässer
2,0
4
12,4
34
3260-Fließgewässer mit Unterwasservegetation
0,7
8
3270-Flüsse mit Schlammbänken
1,6
4
6230-Artenreiche Borstgrasrasen
0,5
3
6410-Pfeifengraswiesen
3,3
10
6430-Feuchte Hochstaudenfluren
0,1
1
2,1
5
6440-Brenndolden-Auenwiesen
0,0
1
1,2
4
6510-Flachland-Mähwiesen
3,3
14
25,8
46
8220-Silikatfelsen mit Felsspaltenvegetation
1,0
7
8230-Silikatfelskuppen mit Pioniervegetation
0,2
3
9110-Hainsimsen-Buchenwälder
11,6
9
107,5
35
9130-Waldmeister-Buchenwälder
19,0
9
9160-Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwälder
16,2
5
293,6
51
9170-Labkraut-Eichen-Hainbuchenwälder
0,7
1
195,1
73
9180-Schlucht- und Hangmischwälder
7,1
10
91E0-Erlen-Eschen- und Weichholzauenwälder
4,3
6
42,1
55
91F0-Hartholzauenwälder
25,9
17
525,6
83
Summe
64,2
58
1.238,9
440
Tabelle 8: Ergebnisse der FFH-Managementplanung im Landeswald des Forstbezirkes Leipzig
Die nachfolgenden Definitionen der Lebensraumtypen sind der Broschüre „FFH-Gebiete in
Sachsen – Ein Beitrag zum europäischen NATURA 2000-Netz“ (Landesamt für Umwelt und
Geologie – aktuell: LfULG 2004) entnommen. Weitere Details und umfängliche Darstellungen der
Artenausstattung und weitere Beschreibungen befinden sich im „Kartier- und Bewertungsschlüssel
für Wald-Lebensraumtypendes Anhangs I der Richtlinie 92/43/EWG (FFH-Richtlinie)“.
Der Lebensraumtyp
Eutrophe Stillgewässer
„umfasst natürliche und naturnahe eutrophe Seen
und Teiche einschließlich ihrer Unterwasservegetation, wenn es Vorkommen von frei
schwimmender Wasservegetation oder Bestände submerser Laichgewässer gibt. Als spezieller
Untertyp gehören nicht durchströmte Altwässer zum LRT. In den LRT einbezogen ist i. d. R. das
gesamte Stillgewässer (in Sachsen vor allem Teiche, Weiher sowie ältere Abgrabungsgewässer),
in der die betreffende Vegetation vorkommt“. Dieser ist
Lebensraumtyp ist in den FFH-Gebieten Rohrbacher
Teiche und Göselbach, Kohlbach- und Ettelsbachtal,
Nordteil Haselbacher Teiche, Laubwaldgebiete der Oberen
Partheaue, Wermsdorfer Waldteichkette, Wyhraaue und
Frohburger Streitwald, Leipziger Auensystem und
Vereinigte Mulde und Muldeauen vorhanden.
Abbildung 12: Eutrophes Stillgewässer
„Carlsteich“ (FND) im Landeswaldrevier
Wermsdorf

Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
19
Der LRT
Fließgewässer mit Unterwasservegetation
„umfasst die von flutender
Wasservegetation geprägten natürlichen und naturnahen Fließgewässer vom Tiefland bis zur
montanen Stufe. Voraussetzung für die Zuordnung der Gewässer zum FFH-Lebensraumtyp ist das
Vorkommen bestimmter Ausprägungen von flutender submerser Vegetation (z.B. von
Fluthahnenfuß-Gesellschaften und bestimmten Laichkrautgesellschaften). Zum Lebensraumtyp
zählen auch Gewässerabschnitte mit Vorkommen von fließgewässertypischen Moosgesell-
schaften. Auch durchströmte Altarme und naturnahe wasserführende Gräben sind
eingeschlossen.“ Dieser LRT kommt im Landeswald des Forstbezirkes Leipzig in den FFH-
Gebieten Muldentäler oberhalb des Zusammenflusses, Leipziger Auensystem, Vereinigte Mulde
und Muldeauen, Kohlbach- und Ettelsbachtal und Laubwaldgebiete der Oberen Partheaue vor.
Flüsse mit Schlammbänken
„umfasst naturnahe größere Fließgewässer der planaren und
submontanen Stufe mit einjähriger stickstoffliebender Vegetation (wie z.B. bestimmte Zweizahn-
oder Gänsefußgesellschaften) auf Schlammbänken. Kennzeichnend sind die Überflutung im
Frühjahr und im Frühsommer und die Besiedlung mit Vegetation erst nach dem spätsommerlichen
Trockenfallen. Der Lebensraum unterliegt kurzfristigen und saisonalen Änderungen (insbesondere
hinsichtlich der Lage der Schlammflächen sowie des Zeitpunktes und der Dauer des
Trockenfallens), daher ist der gesamte Flußabschnitt mit potenziellen Vorkommen trocken
fallender Schlammbänke in die Abgrenzung einzubeziehen.“ Im FFH-Gebiet Vereinigte Mulde und
Muldeauen ist dieser LRT vorhanden.
Der Lebensraumtyp
Artenreicher Borstgrasrasen
„umfasst extensiv genutzte, niedrigwüchsige
Magerrasen insbesondere auf mäßig trockenen bis feuchten, silikatischen
Gesteinsverwitterungsböden, die vom Vorkommen des Borstgrases geprägt sind. Sie kommen vor
allem im Erzgebirge als Borstgras-Magerrasen auf trockenen bis frischen, flachgründigen Böden
oder als Borstgras-Feuchtrasen auf anmoorigen oder abgetorften Moorböden vor. Durch ihre
lückige Struktur bieten die vielen konkurrenzschwachen Arten Lebensraum.“ Er kommt in den
FFH-Geiten Kohlbach- und Ettelsbachtal und Waldgebiet an der Klosterwiese vor.
Pfeifengraswiesen
„umfassen extensiv genutzte, ungedüngte Wiesen auf feuchten bis
wechselfeuchten Böden. Traditionell erfolgt eine Mahd pro Jahr. Es gibt eine Ausbildung auf
basenreichen Standorten (basiphytische Pfeifengraswiesen z.B. mit Vorkommen von sibirischer
Schwertlilie, Iris sibirica) und eine auf bodensauren Standorten (azidophytische Pfeifengraswiesen
z.B. mit Dominanz von Binsen). Artenarme Pfeifengras-Dominanz-bestände als
Degenerationsstadien von entwässerten Mooren gehören nicht zum Lebensraumtyp“, der im
Forstbezirk in den FFH-Gebieten Kohlbach- und Ettelsbachtal, Waldgebiet an der Klosterwiese,
Wermsdorfer Waldteichkette und Oberholz und Störmthaler Wiesen vor.
Feuchte Hochstaudenfluren
„umfasst feuchte Hochstaudenfluren in drei Ausbildungen als
Uferstaudenfluren an Fließgewässern und Altwässern (z.B. Mädesüß-Hochstausenfluren), als an
Waldrändern gelegene Hochstaudenfluren (z.B. mit Alpen-Milchlattich, Cicerbita alpina) auf
nährstoffreichen Standorten. Die Vegetation differiert je nach Ausbildung stark. Die

Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
20
Hochstaudenfluren sind meist linear, kleinflächig und werden nicht oder nur sporadisch
genutzt.“ Sie kommen hier in den FFH-Gebieten Unteres Zschopautal, Tiergarten Colditz,
Leipziger Auensystem, Oberholz und Störmthaler Wiesen und Muldentäler oberhalb des
Zusammenflusses vor.
Die
Brenndolden-Auenwiesen
„sind wechselnasse bis wechselfeuchte Grünlandgesellschaften
mit subkontinentaler Verbreitung, die vor allem in den großen Stromtälern vorkommen. Ihre
Standorte zeichnen sich durch regelmäßige Überflutung im Frühjahr und Frühsommer aus,
während im Sommer starke Austrocknung der humosen Auenlehme kennzeichnend ist. Die
Vegetation ist gekennzeichnet durch die Assoziationen bzw. Gesellschaften des Verbandes der
Brenndolden-Stromtalwiesen (Cnidion dubii), in denen das Auftreten von Stromtalpflanzen
charakteristisch ist.“ Diese Lebensraumtypen befinden sich ausschließlich im FFH-Gebiet
Leipziger Auensystem.
Flachland Mähwiesen
„sind artenreiche, i.d.R. extensive genutzte Grünlandgesellschaften auf
mäßig trockenen, frisch bis mäßig feuchten Standorten im Flach- und Hügelland. Die Vegetation ist
gekennzeichnet durch die Assoziationen bzw. Gesellschaften des Verbandes der Frischwiesen
(Arrhenatherion elatioris) unterer Lagen. Diese können beispielsweise als Glatthafer-Frischwiese,
Rotschwingelwiese oder submontane Goldhafer-Frischwiese ausgeprägt sein. Eingeschlossen
sind neben reinen Mähwiesen auch Mähweiden und jüngere Brachestadien, sofern sie eine
typische Artenkombination aufweisen. Reine Weideflächen gehören in der Regel nicht zum
Lebensraumtyp“, die zahlreich in den FFH-Gebieten Dahle und Tauschke, Kohlbach- und
Ettelsbachtal, Döllnitz und Mutzschener Wasser, Nordteil Haselbacher Teiche, Waldgebiet an der
Klosterwiese, Muldentäler oberhalb des Zusammenflusses, Laubwaldgebiete zwischen Brandis
und Grimma, Laubwaldgebiete der Oberen Partheaue, Leipziger Auensystem
Oberholz und Störmthaler Wiesen, Tiergarten Colditz, Vereinigte Mulde und Muldeauen im
Landeswald des Freistaates Sachsen vorkommen.
Der LRT
Silikatfelsen mit Felsspaltenvegetation
„umfasst vegetationsarme, natürliche und
naturnahe, sauer verwitternde Silikatfelsen, Kreidesandsteinfelsen und Felsen aus sonstigen
basenarmen Gesteinen. Am Aufbau der typischen Felsenspaltenvegetation sind vor allem
bestimmte Farne, Moose und Flechten beteiligt. Der Lebensraumtyp umfasst neben primären auch
sekundäre Felsbildungen, wie beispielsweise Altsteinbrüche mit naturnaher Entwicklung. Als
Sonderfall sind auch die Seltenen Serpentinfelsen mit Vorkommen von Serpentin-Streifenfarn-
Gesellschaften mit Streifenfarn-Arten wie Asplenium cuneifolium und Asplenium adulterinum
eingeschlossen.“ Dieser Lebensraumtyp findet sich in den FFH-Gebieten Unteres Zschopautal,
Vereinigte Mulde und Muldeauen und Muldentäler oberhalb des Zusammenflusses.
Silikatfelsen mit Pioniervegetation
„finden sich an felsigen Kuppen sauer verwitterten Gesteins
ohne oder nur mit schwacher Bodenbildung. Der Lebensraumtyp umfasst Silikatfelskuppen mit
Pioniervegetation auf flachgründigen Felsstandorten und Felsgrus. Die niedrigwüchsige und
lückige Vegetation ist durch Mosse, Flechten und Trockenheit ertragende Samenpflanzen

Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
21
gekennzeichnet. Charakteristische Vegetationseinheiten sind Bleichschwingel-
Felsbandgesellschaften. Eingeschlossen sind Felskuppen und –simse mit Silikatflechten-
gesellschaften sowie anthropogene Felsbisldungen (z.B: Altsteinbrüche) mit entsprechender
Vegetation“, die im Landeswald des Forstbezirkes Leipzig in den FFH-Gebieten Vereinigte Mulde
und Muldeauen und Muldentäler oberhalb des Zusammenflusses vorkommen.
Der Lebensraumtyp
Hainsimsen Buchenwälder
„umfasst bodensaure, frische bis mäßig trockene,
meist krautarme Rotbuchen(misch)-wälder vom Tiefland bis in die Mittelgebirge. Charakteristische
Vegetationseinheiten sind Hainsimsen-Buchenwaldgesellschaften oder auch Fichten-Tannen-
Buchenwaldgesellschaften des Berglandes sowie die submontan bis planar verbreiteten
bodensauren Eichen- Buchenwälder.“ Im Forstbezirk Leipzig kommt dieser LRT im Landeswald in
den FFH-Gebieten Collmberg und Oschatzer Kirchenwald, Kohlbach- und Ettelsbachtal,
Muldentäler oberhalb des Zusammenflusses, Vereinigte Mulde und Muldeauen, Tiergarten Colditz,
Döllnitz und Mutzschener Wasser, Waldgebiet an der Klosterwiese und Wermsdorfer
Waldteichkette vor.
Der LRT
Waldmeister-Buchenwald
„umfasst die mitteleuropäischen, mesophytischen
Buchenwälder auf kalkhaltigen und neutralen, jedoch basenreichen Böden vom Tiefland bis zur
montanen Stufe. Dazu gehört der für den LRT namensgebenden Waldmeister-Buchenwald, aber
z.B. auch der Waldgersten-Buchenwald. Waldmeister-Buchenwälder verfügen über eine gut
entwickelte Krautschicht mit vielen Geophyten. Zur in der Baumschicht dominierenden Rotbuche
treten noch Edellaubbaumarten und im Bergland Fichte und Tanne hinzu.“ Im Landeswald des
Forstbezirkes Leipzig kommt dieser Lebensraumtyp in den FFH-Gebieten Vereinigte Mulde und
Muldeauen, Laubwaldgebiete der Oberen Partheaue, Oberholz und Störmthaler Wiesen vor.
Die
Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwälder
„umfassen die subatlantischen und
mitteleuropäischen Stieleichen-Hainbuchenwälder auf zeitweilig oder dauerhaft feuchten Böden
mit hohem Grundwasserstand. Sie verfügen über eine meist gut ausgeprägte Krautschicht. Sie
sind primär auf für die Rotbuche ungeeigneten, zeitweise vernässten Standorten zu finden und
sekundär als Ersatzgesellschaft von Buchenwälder auf Grund historischer Nutzung.“ Sie kommen
im Forstbezirk Leipzig in den FFH-Gebieten Berge um Hohburg und Dornreichenbach, Dahle und
Tauschke, Laubwälder um Beucha, Dolomitgebiet Ostrau und Jahnatal, Muldentäler oberhalb des
Zusammenflusses, Brösen Glesien und Tannenwald, Nordteil Haselbacher Teiche, Waldgebiet an
der Klosterwiese, Döllnitz und Mutzschener Wasser, Wermsdorfer Waldteichkette,
Laubwaldgebiete zwischen Brandis und Grimma, Laubwaldgebiete der Oberen Partheaue,
Leipziger Auensystem, Oberholz und Störmthaler Wiesen, Rohrbacher Teiche und Göselbach vor.
Die
Labkraut-Eichen-Hainbuchenwälder
„umfasst von Trauben-Eichen und Hainbuchen
beherrschte Wälder auf grund- und stauwasserfernen, nährstoffreichen, oft lehmig-tonigen Böden.
Die Wälder sind reich strukturiert und zeichnen sich durch eine gut entwickelte Strauch- und
Krautschicht aus. In wärmebegünstigten Hanglagen kommen zahlreiche wärmeliebende
Pflanzenarten vor.“ Im Forstbezirk Leipzig kommt dieser LRT im Landeswald in den FFH-Gebieten

Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
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Berge um Hohburg und Dornreichenbach, Unteres Zschopautal, Bienitz und Moormergelgebiet,
Dolomitgebiet Ostrau und Jahnatal, Collmberg und Oschatzer Kirchenwald, Bienitz und
Moormergelgebiet, Muldentäler oberhalb des Zusammenflusses, Kohlbach- und Ettelsbachtal,
Tiergarten Colditz, Vereinigte Mulde und Muldeauen, Döllnitz und Mutzschener Wasser,
Waldgebiet an der Klosterwiese, Stöckigt und Streitwald, Separate Fledermausquartiere in Mittel-
und Nordwestsachsen, Oberholz und Störmthaler Wiesen und Laubwaldgebiete zwischen Brandis
und Grimma.
Der LRT
Schlucht- und Hangmischwälder
„umfasst edellaubreiche Mischwälder stark geneigter,
block- und steinschuttreicher, oft sickerfeuchter nährstoffreicher Hang- und Schluchtstandorte im
Hügel- und Bergland. Zum LRT gehören zwei verschiedene Ausprägungen, zum einen die farn-
und moosreichen Eschen-Ahorn-Schlucht bzw. Hangwälder kühler und feuchter Standorte mit
einer reich entwickelten Krautschicht und zum anderen die Ahorn-Linden-Hangschuttwälder
trockener warmer Standorte.“ Dieser LRT ist im Landeswald des Forstbezirkes Leipzig in den FFH-
Gebieten Unteres Zschopautal, Muldentäler oberhalb des Zusammenflusses, Tiergarten Colditz,
Vereinigte Mulde und Muldeauen, Stöckigt und Streitwald vertreten.
Der LRT
Erlen-Eschen- Weichholzauenwälder
als prioritärer Lebensraumtyp (LRT) „umfasst 3
verschiedene Ausbildungen, erstens den Bach-Eschenwald auf quelligen und sickerfeuchten
Standorten entlang von Bächen und Hangmulden, zweitens den Schwarzerlenwald und
Traubenkirschen-Erlen-Eschenwald an schnell bis langsam fließenden Bächen und Flüssen und
drittens von baumförmigen Weiden dominierter Weichholzauenwald mit am Ufer großer Flüsse.
Standorte des LRT sind durch mehr oder weniger regelmäßige Überflutung mit je nach Ausbildung
unterschiedlicher Überflutungsdauer gekennzeichnet. Der LRT bildet zum Teil sehr schmale
Galeriewälder entlang der Bäche und Flüsse, wobei einreihige Erlenbestände (auch wenn bereits
des Gewässer ausgeprägt) i.d.R. nicht als LRT erfasst werden.“ Im Forstbezirk Leipzig ist dieser
Lebensraumtyp im Landeswald in vielen FFH-Managementplänen meist rudimentär vorhanden, so
in Dolomitgebiet Ostrau und Jahnatal, Dahle und Tauschke, Kohlbach- und Ettelsbachtal,
Laubwälder um Beucha, Muldentäler oberhalb des Zusammenflusses, Tiergarten Colditz,
Vereinigte Mulde und Muldeauen, Döllnitz und Mutzschener Wasser, Nordteil Haselbacher Teiche,
Wermsdorfer Waldteichkette, Laubwaldgebiete der Oberen Partheaue, Wyhraaue und Frohburger
Streitwald, Oberholz und Störmthaler Wiesen, Laubwaldgebiete zwischen Brandis und Grimma,
Leipziger Auensystem, Erlbach- und Auenbachtal bei Colditz und Waldgebiet an der Klosterwiese.
Der
Hartholzauenwald
„umfasst Laubmischwälder in den Auenbereichen großer Flüsse auf
nährstoffreichen Standorten mit natürlicher Überflutungsdynamik (periodische winterliche
Überflutungen mit einer Dauer von mehreren Tagen bis Wochen, zum Teil auch durch
Druckwasser verursacht). Die Wälder weisen eine ausgeprägte vertikale Schichtung mit Lianen
und einer üppigen Strauch- und Krautschicht mit Geophyten auf.“
Dieser Lebensraumtyp kommt im Forstbezirk im Landeswald in den FFH-Managementplänen
Leipziger Auensystem und Elsteraue südlich Zwenkau vor.

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Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
23
Abbildung 13: Eichenverjüngung über Femel / Altarm in der Nordwestaue bei Schkeuditz
Die Hauptaufgaben des Forstbezirkes Leipzig bei den Erhaltungsmaßnahmen der
Waldlebensraumtypen sind die Anteile der lebensraumtypischen Hauptbaumarten aktiv zu erhalten
oder aktiv zu verjüngen, starkes stehendes oder liegendes Totholz zu belassen oder anzureichern,
Müll und anorganische Ablagerungen zu beseitigen, Gesellschaftsfremden Baumartenanteile vor
der Hiebsreife zu reduzieren, Biotopbäume zu belassen bzw. anzureichern, Naturverjüngung der
lebensraumtypischer Baumarten zu fördern, die Mehrschichtigkeit zu verbessern oder zu
entwickeln oder die Verbissbelastung durch Wild zu reduzieren. Bei den
Offenlandlebensraumtypen steht die Beibehaltung der bisherigen Nutzungsform bzw. der
Maßnahmen an oberster Stelle.
Weiterhin bemüht sich der Forstbezirk Leipzig im Rahmen seiner finanziellen und personellen
Möglichkeiten die Maßnahmen der Entwicklungsflächen im Landeswald ebenfalls umzusetzen, die
ähnliche Anforderungen haben, wie die bestehenden Lebensraumtypen.
Besonderheit im Forstbezirk Leipzig: Bergbaufolgelandschaft und Waldmehrung
Nach dem Landesentwicklungsplan 2013 wird in der Planungsregion Leipzig-Westsachsen ein
Waldteil von 19 Prozent angestrebt. Damit ist die Waldmehrung eine wichtige forstpolitische
Zielstellung in der Region. Aber gerade in der Bergbaufolgelandschaft – dem landesweiten
Schwerpunkt für Waldmehrung – konkurriert das Anliegen der Erstaufforstung mit vielen anderen
Nutzungsinteressen, oft auch mit naturschutzfachlichen Zwängen. Nach Abschluss bergbaulicher
Tätigkeit siedeln auch seltene Arten des Offenlandes an, die nach Naturschutzrecht besonderen
Schutz genießen (z.B. Bachpieper, Neuntöter, Raubwürger, Grauammer, blauflügelige
Ödlandschrecke u.a.). Damit ist die geplante Aufforstung dieser Flächen nur eingeschränkt
möglich.“ Dieses Spannungsfeld macht es notwendig von Fläche zu Fläche die verschiedenen
Aspekte und Interessensschwerpunkte abzuwiegen, um allen naturräumlichen Aspekten gerecht
zu werden. (Umweltreport Freistaats Sachsen 2017)
Aktuell liegt der Waldflächenanteil im Forstbezirk Leipzig bei knapp 13 %. In den vergangenen
Jahrzenten wurden Kippenflächen wieder aufgeforstet und damit erneut Wald geschaffen.

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Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
24
Rund 940 ha Landeswald im Forstbezirk sind Kippenaufforstungen (7 %). Diese verteilen sich auf
rund 600 ha im Revier Leipzig (40 % der Revierfläche) und 340 ha im Revier Leipzig Süd (25 %
der Revierfläche).
Abbildung 14: Kippen-Aufforstungen im Forstbezirk Leipzig – Landeswald
Tabelle 9: Auflistungen der Kippen-Aufforstungen im Forstbezirk (nur Landeswald)
Die Erstaufforstungen erfolgen in der Regel auf Acker. Sie sind größtenteils Ausgleichs- und
Ersatzmaßnahmen oder Ökokontoflächen, werden als Reservierung für laufende
Planungsverfahren oder direkte Zuordnung zu bestehenden Eingriffen nach Sächsischen
Waldgesetz oder Sächsischem Naturschutzgesetz für öffentliche und private Bauträger gebunden
und sind meist in Generaldienstleistung oder seltener auch als Flächenverleih bei öffentlichen
Auftraggebern vergeben. So konnten aktuell seit 2008 rund 126 Hektar Wald im Forstbezirk
Leipzig in dieser waldarmen Region weiter aufgeforstet werden. Jährlich kommen 5 bis 20 Hektar
aus Neuaufforstungen dazu.
Nr.
Name Waldort
Revier
Größe
Aufgeforstet
1
Harthsenke
Leipzig
~ 200 ha
1980-1985
2
Erstaufforstung Harth
Leipzig
~ 90 ha
1998
3
Kippe Böhlen
Leipzig
~ 130 ha
1940-1950
4
Restflächen
Leipzig
~ 180 ha
-
5
Haselbacher Kippe
Leipzig-Süd
~ 340 ha
~ 1974 - 1979

Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
25
Besonderheit im Forstbezirk Leipzig: – Leipziger Auwald
Dem Landeswaldrevier Leipzig sind rund 1.500 Hektar Fläche zugeordnet, davon 1.370 ha in
forstlicher Bewirtschaftung. Die Waldflächen befinden sich zu 53 % auf Auenstandorten, die eine
herausragende Bedeutung in Sachsen und Mitteldeutschland haben. Der Managementplan für das
FFH Gebiet mit Landesmeldenummer 050 E „Leipziger Auensystem“ (4639-301) und das SPA V05
„Leipziger Auwald“ (4639-451) – Kapitel „Gebietsbeschreibung – 2.1.1 Allgemeine Beschreibung
(S.24)“charakterisiert das Gebiet wie folgt: „Das FFH-Gebiet und das SPA werden durch eine
Vielzahl von Fließgewässern geprägt, die in historischer Zeit ein hohes Maß an Dynamik
aufwiesen und zur Entstehung großer zusammenhängender Auenlebensräume geführt haben.
Durch die eingreifenden Maßnahmen der Flussregulierung vor allem seit Beginn des 20. Jh. sind
bis zum heutigen Tag nur noch Relikte der alten, ursprünglich deltaähnlich aufgefächerten Fließe
und Flutrinnen erhalten geblieben, welche das einstige Auenregime erahnen lassen. Auch viele
auetypische Lebensräume weisen heute einen Reliktcharakter auf und sind vom Verschwinden
bedroht.
Das „Leipziger Auensystem“ erstreckt sich im Wesentlichen entlang der Flussauen von Elster,
Pleiße und Neuer Luppe. Im südlichen Teil des SCI tritt die Weiße Elster in südnördlicher Richtung
ins Untersuchungsgebiet ein und teilt sich im Stadtgebiet von Leipzig in mehrere kleinere
Nebengewässer und Mühlgräben auf. Gemeinsam mit den Nebengewässern Pleiße und Parthe
bildet die Weiße Elster den so genannten „Leipziger Wasserknoten“. Unterhalb des Elsterbeckens
teilt sich das Gewässer in die Weiße Elster, die Neue Luppe, in welche weiter westlich der
Zschampert aufgenommen wird, sowie in die Nahle auf. Letztere fließt ebenfalls der Neuen Luppe
zu. Aus dieser tritt, sofern das Wehr geöffnet wird, bei Kleinliebenau der Restlauf der Alten Luppe
aus (In den vergangenen Jahren blieb das Wehr allerdings geschlossen, so dass der Restlauf der
Alten Luppe derzeit durch zunehmenden Stillgewässercharakter [Altarm] gekennzeichnet ist).
Die Auen des beschriebenen Flusssystems weisen vor allem im Nordwesten ausgedehnte
naturnahe Hartholzauwaldbestände mit Übergängen zu Eichen-Hainbuchenwäldern auf, wie sie im
mitteldeutschen Raum kaum noch zu finden sind. Weite Teile der südlichen Flussaue werden
hingegen von Eichen-Hainbuchenwäldern mit teilweise hohem Bestandsalter geprägt. Zudem ist
ein kleinräumig gegliedertes Landschaftsbild erhalten mit einem Mosaik aus zum Teil in
hervorragendem Zustand bewahrtem Frischgrünland, Stromtalwiesen von überregionaler
naturschutzfachlicher Bedeutung, Lehmlachen und Altwässern mit artenreicher Herpeto- und
Wirbellosenfauna, Gebüschen, Säumen, Gräben und Weichholzauen.“
In diesem ganz besonderen Ökosystem gibt es viele Lebensraumtypen und verschiedenste
schützenswerte Arten. Dabei stellt die forstliche Bewirtschaftung die entscheidende Grundlage für
deren Erhalt dar. So setzt das Landeswaldrevier Leipzig zum Beispiel für den
Eschenscheckenfalter und die Wildkatze jährlich gezielte Bewirtschaftungs- und
Entwicklungsmaßnahmen um. Weiterhin wird die Eiche, die als spezieller Lebensraum für viele

 
Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
26
weiter verschiedensten Arten die Grundlage bietet, vom Forstbezirk Leipzig aktiv verjüngt, damit
diese Lebensgrundlage auch die nächsten Jahrhunderte dauerhaft vorhanden ist.
Der Biotoptyp Hartholz-Auwald (Eichen-Eschen-Ulmen-Auwald) nach Waldfunktionenkartierung
liegt zu rund 98 %, mit einer Flächengröße von 530 Hektar im Landeswaldrevier Leipzig, wobei
dem Forstbezirk Leipzig damit eine hohe Verantwortung beim Schutz dieses Lebensraums obliegt.
1.2.3.
Biotopverbund
Biotopverbund ist ein wichtiges Thema im forstlichen Naturschutz. Im Kapitel 2.4 werden fünf
aktuelle Umsetzungsprojekte näher dargestellt, die der Forstbezirk Leipzig bis 2023 umsetzen wird.
So bedarf es aktuell einer unter anderem einer Überprüfung der Bewirtschaftung von hochwertigen
Naturschutzwiesen im Oberholz bei Großpösna und weiterhin sollen Trittsteine für die Ausbreitung
des Eschenscheckenfalters im Leipziger Auwald entstehen.
Im letzten Jahrzehnt lag ein Schwerpunkt des Biotopverbunds bei der aktiven Förderung der
Zerfallsphase von Waldbäumen und darauf spezialisierten Tieren und Organismen. Hierzu gibt es
verschiedene Ansätze und damit Möglichkeiten mit dem wichtigen Naturschutzthema weiter
umzugehen, die nachfolgend erläutert werden.
Das zweite Hauptthema, die wohlmöglich größte Herausforderung, die sich der Forstbezirk Leipzig
und davor das Forstamt Leipzig schon seit vielen Jahrzehnten stellen, ist die aktive
Eichenverjüngung im Landeswald des Freistaates Sachsen. Die Eiche würde im Wald nicht
natürlich bestandesbildend, also als Eichenwald, vorkommen. Der Grund hierfür liegt in ihrer
Biologie. Die Eiche ist eine Lichtbaumart, die in den ersten Entwicklungsjahren dauerhaft
menschliche Unterstützung bedarf, kontinuierlich von Konkurrenz befreit werden muss, um bei der
großen Konkurrenz auf den wüchsigen Böden im Forstbezirk Leipzig eine Chance in der Jugend
zu haben. So sind zum Beispiel die konkurrenzstärkeren Baumarten Esche und Ahorn in der
Jugend deutlich schneller in ihrem Höhenwachstum, überragen die Eiche und nehmen ihr das
benötigte Licht und bringen sie damit zum Absterben.
Waldzerfallsphase im Landeswald – 1.
Ausweisung von Biotopbaumgruppen
Die multifunktionale und nachhaltige Ausrichtung der Forstwirtschaft, auch bezogen auf die
vielfältigen Schutzfunktionen des Waldes, findet ihre Grundlage u.a. im Bundeswaldgesetz
(BWaldG) und im Waldgesetz für den Freistaat Sachsen (SächsWaldG) sowie in Strategiepapieren,
z. B. der Waldstrategie 2050 für den Freistaat Sachsen oder der Entwicklungskonzeption 2020 des
Staatsbetriebes Sachsenforst.
Die Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes umfasst neben der Schaffung standortsangepasster
Laubmischwälder (Waldumbau) auch die Förderung und den Schutz von Ökosystemdynamiken –
Prozessschutz, um die Biodiversität und Stabilität von Waldökosystemen weiter zu begünstigen.
Für biodiverse Waldökosysteme ist liegendes und stehendes Totholz als Lebensstätte vielfältiger
Tier- Pflanzen- und Pilzarten, als Trittsteinbiotop und Refugium seltener als auch geschützter Arten

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Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
27
ein besonderer und unabdingbarer Bestandteil. Demnach verfolgt auch der Staatsbetrieb
Sachsenforst die aktive Mehrung und Förderung von Biotop- und Habitatholz in Gruppenform
neben den bereits nach § 21 SächsNatSchG besonders geschützten Biotop- und Totholz
(Definition nach VWV Biotopschutz vom 27. Nov. 2008), die per se unter Schutz stehen.
Die Anlage und aktive Mehrung von Biotopbaumgruppen bzw. Altholzinseln wurde in FFH-
Gebieten und den hier vorkommenden Waldlebensraumtypen (LRT) umgesetzt. Dabei sollten
Biotopbaumgruppen, in Beständen ab einem Alter von 80 Jahren, durch mindestens 10 bis 15
Bäume repräsentiert werden, welche einen Brusthöhendurchmesser (BHD) von mehr als 40 cm
überschreiten, ggf. Höhlungen sowie Horste aufweisen und aufgrund ihrer Gestalt (Bizarrformen)
keiner Nutzungsabsicht unterliegen. Durch den Nutzungsverzicht dieser Baumgruppen wird
sichergestellt, dass Ökosystemprozesse bis hin zur Alterungs- und Zerfallsphase der
Baumindividuen durchlaufen werden können.
So gibt es derzeitig im Forstbezirk Leipzig 243 Biotopbaumgruppen, mit insgesamt 2.970
Biotopbäumen, die aus 7 bis 40 Bäumen je Gruppe bestehen und in Summe 26 Hektar umfassen.
Die Anzahl der auszuweisenden Gruppen richtet sich nach dem Erhaltungszustand und der Größe
der sich im betroffenen FFH-Gebiet befindlichen LRT´s. Grundsätzlich wird für Waldlebensräume
mit günstigem Erhaltungszustand eine Gruppe je drei Hektar etabliert. Die Anlage der
Biotopbaumgruppen sollte dabei so gewählt werden, dass bereits bestehende Rücke- und
Maschinenwege nicht beeinträchtigt und durch einen Mindestabstand (1 Baumlänge) zu öffentlich
gewidmeten Wegen die Verkehrssicherheitsbelange gewahrt werden. Für eine dauerhafte
Sicherung ist die Markierung der ausgewiesenen Biotopbaumgruppen unabdingbar. Innerhalb der
Gruppen erfolgen keine forstlichen Maßnahmen.
Abbildung 15: Biotopbaumgruppen im Landeswald der Nordwestaue südlich von Schkeuditz

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Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
28
Waldzerfallsphase im Landeswald – 2.
§ 21 Biotope (höhlenreiche Einzelbäume)
Welche Menge an Totholz zusätzlich zu den Biotopbaumgruppen im Landeswald durch die §21
Einzelbiotope aktuell vorrätig sind, lässt sich an den folgenden zwei Beprobungen abschätzen.
Im Rahmen des Naturschutzgroßprojektes „Lebendige Luppe“, gefördert durch das Bundesamt für
Naturschutz, zeigen wissenschaftliche Begleitforschungen sehr positive Ergebnisse. Die der
Universität Leipzig (Wirth, 2018) ergaben ein Totholzvolumen im Landeswald der Nordwestaue
von durchschnittlich rund 80 m
3
je Hektar in der Nordwestaue bei Schkeuditz, und auch die
aktuelle Sachsenforst-Stichprobeninventur im Zuge der Forsteinrichtung nach etwas anderen
Kriterien belegen dort durchschnittlich ca. 45 m
3
/ ha Todholz, das höchste Niveau in Sachsen.
Abbildung 16: stehendes und liegendes Totholz im Forstbezirk Leipzig / markierte Biotopbaumgruppe
Waldzerfallsphase im Landeswald – 3.
FON-Flächen – „Fläche ohne Nutzung“
Im Rahmen der Forsteinrichtung, einer Waldinventur und Planung aller zehn Jahre, wird 2020 im
Forstbezirk Leipzig eine neue forstliche Naturschutzkategorie ausgewiesen. Die sogenannten
„FoN-Flächen“, sind „Flächen ohne Nutzung“, welche auf Basis ihrer naturschutzfachlichen
Ausstattung und bestehender Naturschutzziele längerfristig aus der Nutzung genommen werden.
Dazu wird anhand des Flächenzustandes und des Status geprüft, inwiefern die Betriebsart FoN
ausgewiesen werden kann. Im Rahmen der Revierabsprache bzw. Schlussverhandlung zur
Forsteinrichtung erfolgen finale Abstimmungen zu den FoN-Flächen. Danach wird auf diesen
Waldflächen über forstliche Maßnahmen nicht mehr in die natürlichen Abläufe eingegriffen.
Naturerbeflächen (NNE) im Forstbezirk Leipzig
Die Koalitionsparteien der 16. Legislaturperiode CDU/CSU und SPD hatten 2005 vereinbart,
gesamtstaatlich repräsentative Naturschutzflächen des Bundes (inklusive der Flächen des Grünen
Bandes) in einer Größenordnung von bis zu 125.000 Hektar an die Länder, die Deutsche
Bundesstiftung Umwelt (DBU) oder Naturschutzorganisationen zu übertragen. Ehemals militärisch
oder für den Braunkohlentagebau genutzte Areale sowie das Grüne Band als größter
Biotopverbund in Deutschland bleiben so als wertvolle Naturräume erhalten.
[www.bfn.de]

Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
29
Für die langfristige Entwicklung der Wälder des Naturerbe-Flächenkomplexes ist der
Prozessschutz das übergeordnete Schutzziel. Waldbestände werden ihrer eigenen natürlichen
Entwicklungsdynamik ohne menschliche Eingriffe überlassen.
Naturnahe Waldbereiche des Naturerbe-Flächenkomplexes unterliegen unmittelbar dem
Prozessschutz. In naturfernen Waldbereichen können auf Basis des Intro-Papiers „Verfahren und
Ziele für die langfristige naturschutzfachliche Entwicklung und Sicherung der Flächen des
Nationalen Naturerbes im Freistaat Sachsen“ kurz- bis mittelfristig noch naturschutzfachlich
begründete Entwicklungsmaßnahmen zur Erhöhung der Naturnähe durchgeführt werden. Sobald
die Entwicklung in Richtung der angestrebten Waldbilder gesichert ist, werden auch diese Flächen
ihrer natürlichen Entwicklung überlassen.
Neben naturnahen Waldflächen, die dem Prozessschutz unterliegen bzw. kurz- bis mittelfristig
dorthin entwickelt werden sollen, gibt es im Nationalen Naturerbe auch Waldstrukturen, die durch
dauerhafte Pflege in ihrem naturschutzfachlich wertvollen Zustand erhalten bzw. entwickelt werden
sollen (z. B. gemeldete Eichen-FFH-Lebensraumtypen).
Für die Waldentwicklungsplanung in sächsischen Naturerbegebieten, die seitens des
Staatsbetriebes Sachsenforst verwaltet werden, wurden in Abstimmung zwischen dem Bundesamt
für Naturschutz, dem Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft und dem
Staatsbetrieb Sachsenforst die folgenden vier Waldentwicklungskategorien definiert [SBS 2016].
Tabelle 10: NNE-Waldentwicklungskategorien und die dazugehörigen Entwicklungssteuerungsmaßnahmen
Für die Naturerbeflächen im Wald sind Steuerungsmaßnahmen in bestimmten Fallkonstellationen
erforderlich. Sie dienen dazu, die Waldentwicklungskategorien „N“, „ÜK“, „ÜM“ und „D“ inhaltlich
auf der Ebene der jeweiligen Teilfläche zielgerichtet zu untersetzen. So können, mit Ausnahme der
Kategorie „D“, jeder anderen Waldentwicklungskategorie bei Bedarf eine oder mehrere
Steuerungsmaßnahmen zugeordnet werden.
Maßnahmen zur Waldentwicklungsteuerung sind:
o
M1:
Keine Maßnahmen
o
M2: Entnahme standortfremder Bäume zum Zweck der Förderung standortheimischer
Baumart(-en) und deren Verjüngung
o
M3:
Pflanzung bzw. Saat von Baumarten der natürlichen Waldgesellschaft
o
M4: Walderhaltende Pflege zur Strukturanreicherung in nicht standortsheimischer
Waldgesellschaft
o
M5:
Invasive fremdländische Baumarten zurückdrängen
Waldentwicklungs-
kategorie
Kürzel
Zeithorizont
Entwicklungssteuerungsmaßnahmen
Natürliche Entwicklung
N
Sofort
Keine Maßnahmen
Überführung kurzfristig
ÜK
20 Jahre
Kurzfristige Maßnahmen
Überführung mittelfristig
ÜM
40 Jahre
Mittelfristige Maßnahmen
Dauerhafte Pflege
D
unbegrenzt
Maßnahmen auf Dauer erforderlich

Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
30
o
M6: Eichen sichern in eichendominierten Lebensraumtypen der FFH-LRT 9170, 9180
jeweils mindestens 10% Baumartenanteil) sowie LRT 9190 (mindestens 50 %
Baumartenanteil)
Die Maßnahmen zur Entwicklungssteuerung M2 bis M6 gelten nicht für Bereiche mit
Offenlandcharakter im Wald (z. B. Moore, Wiesen, Heiden) trotz formeller Waldeigenschaft nach
Waldgesetz. Quelle: STAATSBETRIEB SACHSENFORST, 2016): Waldentwicklungskategorien für
Naturerbeflächen. Hinweise zur Waldbehandlung von Naturerbeflächen im sächsischen
Landeswald.
Der Forstbezirk Leipzig hat zum Ziel, drei größere (> 20 Hektar) und viele weitere Flurstücke
langfristig zu Prozessschutzflächen im Wald zu entwickeln.
Tabelle 11: Waldflächen des Nationalen Naturerbes im Forstbezirk Leipzig
Naturwaldzelle im Wermsdorfer Wald
Nach § 29 Sächssiches Waldgesetz (Schutzwald) wurde im Wermsdorfer Wald 1996 die
Naturwaldzelle mit dem Namen „Klosterwiese“ ausgewiesen. Sie ist eine von 8 in Sachsen
ausgewiesenen Naturwaldzellen, mit dem Ziel der Erforschung und Monitoring weitgehend
unbeeinflusster, Waldlebensgemeinschaften, ihrer Böden, Struktur und Fauna. Sie sind
Weiserflächen und Anschauungsobjekte für die Waldbaupraxis bezüglich Baumartenwahl,
Verjüngungsverfahren, Produktionszeiträume, Konkurrenzsteuerung, natürliche Auslese und
Differenzierung. Sie dienen dem Biotop- und Artenschutz, erhalten genetische Ressourcen und
vermitteln besondere „urwaldähnliche“ Naturerlebnissen. Zur Naturwaldzelle wird eine
entsprechende vergleichbare Referenzfläche angelegt, die weiter forstlich bewirtschaftet wird. Hier
lässt sich jetzt bereits eindeutig sehen, dass unter diesen standörtlichen Bedingungen die
Eichenverjüngung ohne forstliche Eingriffe ausbleibt.
Mittelspecht als Zielart für die Region als Zeiger für Naturnähe
Im Artensteckbrief des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie wird
der Mittelspecht
(www.umwelt.sachsen.de/umwelt/natur/8261.htm)
wie folgt beschrieben: „Der
Mittelspecht (Dendrocopos medius) ist etwa so groß wie der Buntspecht. Er unterscheidet sich von
diesem durch den vollständig roten Scheitel und den fehlenden beziehungsweise unvollständig
ausgebildeten schwarzen Bartstreif. Bevorzugter Lebensraum sind Laubwälder mit hohem Anteil
an Alteichen und stärkerem Unterwuchs, insbesondere Auwälder, Eichen- und Eichen-
Hainbuchenwälder. Die Bruthöhlen werden vorwiegend in Alteichen angelegt, gelegentlich auch in
anderen Laubbaumarten (zum Beispiel Wildapfel, Erle, Esche, Ulme, Birke, Bergahorn). Brutzeit
NNE-Bezeichnung
Flurstücke
(Anzahl)
Gesamtfläche
(ha)
Waldfläche
(ha)
NNE-Komplex „Waldflächen Brandis“
5
65,4
64,9
NNE-Komplex „Waldflächen im Wermsdorfer Wald“
42
63,3
59,7
NNE-Komplex „Wiesen in der Elsteraue bei Auligk“
61
46,7
1,7
Splitterflächen
53
88,6
73,2

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Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
31
der Art sind die Monate April und Mai. Die Nahrungsgrundlage des Standvogels besteht vorrangig
aus Insekten. Die sächsischen Vorkommen des Mittelspechtes beschränken sich auf das Hügel-
und Tiefland, wo die Art sehr zerstreut nachgewiesen wurde. Vorkommensschwerpunkte liegen im
Leipziger Land (besonders Auwälder von Elster und Pleiße) und im angrenzenden
Nordsächsischen Platten- und Hügelland, dem Altenburg-Zeitzer Lösshügelland und im Mulde-
Lösshügelland. Weitere Vorkommen gibt es im Mittelsächsischen Lösshügelland, im Nordostteil
der Großenhainer Pflege, im Oberlausitzer Heide- und Teichgebiet, im Oberlausitzer Gefilde und
Westlausitzer Hügel- und Bergland. Der gesamte Bestand der Art beträgt zwischen 150 und 250
Brutpaaren mit deutlich zunehmender Tendenz.“
In der Naturschutzreferendarsarbeit 2018 wurde die Ziel- und Leitart Mittelspecht, als eine
Weiserart für viele naturschutzrelevante Arten im Wald, schwerpunktartig im Naunhofer Wald
untersucht. (Sauer 2018). Danach benötigt der Mittelspecht vorwiegend nachfolgende Requisiten:
1.
Zusammenhängende Laubwälder mit dicken, alten Bäumen
2.
Dominierende Baumarten Eiche, Hainbuche, Linde, Ahorn oder Buche
3. Grobborkige Bäume für ganzjähriges Nahrungsangebot (überwiegend Insekten,
Spinnentiere; teilw. pflanzliche Nahrung wie z. B. Efeubeeren im Winter).
Wie man in den nachfolgenden Diagrammen aus der Arbeit sehen kann, befindet sich in diesem
Waldgebiet im Unterstand noch keine Eichenverjüngung. Wie die nachfolgenden Diagramme
verdeutlichen, verjüngt sich die für den Mittelspecht und weiteren Arten wichtige Baumart Eiche
hier nicht ausreichend. Die Verjüngung des LRT-Lebensraumtyps Sternmieren-Eichen-
Hainbuchenwald stellt daher unter Naturschutzaspekten eine wichtige waldbauliche Zielstellung
dar.
Abbildung 17: Baumartenverteilung im Ober- und Unterstand im Landeswaldteil Naunhof Wald (Sauer 2018)
1.2.4.
Artenschutz
Der Forstbezirk Leipzig ist durch seine breite naturräumliche Aufstellung von einer Vielzahl an
Biotopen geprägt, in dem ein breites Spektrum an zu schützenden Arten vorkommt, die einer
hohen naturschutzflachlichen Aufmerksamkeit bedürfen. Der Erhalt und die Pflege der vielfältigen
Biotope und möglicher Biotopverbundmaßnahmen bilden die Grundlage für den Artenschutz im
Forstbezirk Leipzig.

Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
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FFH – Arten nach Anhang II
der FFH-Richtlinie in Sachsen
in den FFH Gebieten des Forstbezirkes
Leipzig
Erhaltungs-
fläche
(Hektar)
Anzahl
zu
erhaltende
LRT
Kammmolch
292,1
21
Rotbauchunke
39,6
6
Bechsteinfledermaus
22,9
1
Biber
10,8
13
Bitterling
1,4
2
Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling
22,2
7
Eremit
32,5
6
Eschen-Scheckenfalter
153,4
3
Fischotter
326,1
22
Groppe
0,1
2
Große Moosjungfer
Großes Mausohr
53,0
5
Grüne Keiljungfer
2,0
7
Hirschkäfer
4,3
2
Mopsfledermaus
32,4
6
Spanische Flagge
0,5
1
Tabelle 12: Waldflächen des Nationalen Naturerbes im Forstbezirk Leipzig
Im Zuge dieses Naturschutzkonzepts werden zum Beispiel auf Grundlage von FFH-
Managementplanforderungen spezielle Maßnahmen zur Arterhaltung realisiert.
Die nachfolgenden Definitionen der Lebensraumtypen sind der Broschüre „FFH-Gebiete in
Sachsen – Ein Beitrag zum europäischen NATURA 2000-Netz“ (Landesamt für Umwelt und
Geologie – aktuell: LfULG 2004) entnommen.
Die
Bechsteinfledermaus
ist im Forstbezirk Leipzig im FFH-Gebiet Berge um Hohburg und
Dornreichenbach vorhanden und wurde jetzt aktuell im Wermsdorfer Wald nachgewiesen. Sie ist
eine „mittelgroße Myotis-Art mit auffallend langen Ohren, die nach vorn gelegt die
Schnauzenspitze überragen. Sie kommt in Sachsen nur sehr selten vor, vor allem in feuchten
Mischwäldern, aber auch in Kiefernwäldern, Parks und Gärten. Die Wochenstuben finden sich
meist in Baumhöhlen, gebietsweise werden aber auch Fledermaus- und Vogelnistkästen
angenommen. Die Art bezieht gern stillgelegte Bergwerkstollen und Höhlen als Winterquartier.“ Auf
dem Dornreichenbacher Berg sieht der FFH-Managementplan diverse artunterstützende
Maßnahmen vor, die innerhalb eines Projektes dieses Naturschutzkonzeptes umgesetzt werden
und wird auch im Wermsdorfer Wald von Bedeutung sein.
Das
Große Mausohr
kommt im Forstbezirk in den FFH-Gebieten Berge um Hohburg und
Dornreichenbach, Döllnitz und Mutzschener Wasser, Tiergarten Colditz, Laubwaldgebiete
zwischen Brandis und Grimma vor „und ist mit einer Körperlänge von 67–79 mm und einer
Spannweite von 350-430 mm die größte europäische Fledermausart. Die wärmeliebende Art ist in
Sachsen vor allem eine Hausfledermaus und bevorzugt als Wochenstuben Dachböden von großen
Gebäuden. Sie Sommerquartiere befinden sich meist in Höhenlagen unter 600 m ü. NN. Als
Winterquartiere werden meist Höhlen, Stollen oder Keller benutzt.“ Der Erhalt der für die Gebiete
typischen Laub-und Laubmischwaldbestände mit ihrer, in Abhängigkeit von ihrer

Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
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Vegetationsgesellschaft, hinreichenden Bodenzugänglichkeit ist dabei unsere größte Aufgabe, den
diese Art fängt ihre Nahrung bodennah aus der Luft.
Die
Mopsfledermaus
wurde in den FFH-Gebieten Vereinigte Mulde und Muldeauen, Waldgebiet
an der Klosterwiese, Döllnitz und Mutzschener Wasser, Collmberg und Oschatzer Kirchenwald,
Berge um Hohburg und Dornreichenbach, Kohlbach- und Ettelsbachtal, Tiergarten Colditz,
Laubwaldgebiete zwischen Brandis und Grimma und Laubwälder um Beucha nachgewiesen.
„Sie ist eine mittelgroße Fledermausart mit einem sehr dunklen Fell und einer mopsartig
gedrungenen, schwarzen Schnauze. Sie bevorzugt als Lebensraum waldreiche Gebiete im
Tiefland und in den Vorgebirgsregionen bis 500 m ü. NN. Als Sommerquartier dienen
Spaltenräume wie Stammrisse und abstehende Borke alter bzw. toter Bäume. Die
Mopsfledermaus scheint sowohl hinsichtlich ihrer speziellen Quartieransprüche als auch bezüglich
der Jagdhabitate von naturnahen Walbewirtschaftungsformen deutlich zu profitieren. Zum
Winterschlaf zieht sie sich gern in Tunnel, Höhlen, Stollen und Keller zurück, wo sie auch
Temperaturen unter dem Gefrierpunkt erträgt.“ Hier ist unsere Hauptaufgabe die Erhöhung des
Anteils an Biotopbäumen, die als Fledermausquartiere in Form von Spaltenquartieren geeignet
sind.
Im Artensteckbrief des LfULG
(www.umwelt.sachsen.de/umwelt/natur)
„wird der
Kleine Maivogel
(Euphydryas maturna, LINNAEUS 1758) oder
Eschen-Scheckenfalter
als Art beschrieben, die
lichte, feuchtwarme Wälder mit ausgeprägter Kraut- und Strauchschicht (Auenwälder und andere
Laubmischwälder mit randständigen Eschen, Pappeln oder Weiden) und eschenreiche
Wiesentäler im Bereich des Tief- und Hügellandes besiedelt. Die einbrütige Art legt ihre Eier in
Form von Gelegen auf die Blattunterseite der Futterpflanzen. Wichtigste Nahrungspflanze der
Raupen ist anfänglich die Esche (Fraxinus excelsior). Im vierten Larvenstadium überwintern die
Tiere am Boden; nach der Überwinterung fressen die Raupen auch an anderen Pflanzen,
beispielsweise Zitterpappel (Populus tremula), Salweide (Salix caprea), Geißblatt (Lonicera spec.)
und verschiedene Kräuter. Die Falter fliegen von Ende Mai bis Ende Juni und saugen an Blüten
von Acker-Witwenblume (Knautia arvensis), Liguster (Ligustrum vulgare), Gemeinem Schneeball
(Viburnum opulus), Giersch (Aegopodium podagraria) und anderen. Der Kleine Maivogel war
ursprünglich in Deutschland verbreitet und wurde in fast allen Bundesländern nachgewiesen.
Heute ist er sehr selten und nur noch lokal anzutreffen. Für Sachsen liegen aktuelle
Fundortangaben lediglich aus dem Bereich des Leipziger Auwaldes vor. Dabei handelt es sich
vermutlich um die letzten Populationen der in Sachsen vom Aussterben bedrohten Art. Zu den
Gefährdungsfaktoren gehören Umwandlung von naturnahen Wäldern in Forsten, forstliche
Maßnahmen im Bereich der Waldränder und -säume, Aufforstung von Lichtungen und Waldwiesen,
intensive Nutzung der angrenzenden Wiesen, Einsatz von Insektiziden und anderes.“
Diese Art kommt in Deutschland nur noch viermal vor. Ein Gebiet befindet sich in Sachsens
Nordwestaue bei Schkeuditz. Der Eschenscheckenfalter wird seit Jahren intensiv vom
Sachsenforst gefördert. Zusammen mit dem LfULG gibt es ein regelmäßiges Monitoring worin in

Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
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dessen Ergebnissen bereits die Erhöhung der Population durch die vielen Maßnahmen
nachgewiesen werden konnte. Dieser besonders wichtigen Art gilt im Forstbezirk die höchste
Aufmerksamkeit. So wird sich ein Biotopverbundprojekt der Verbindung über Trittsteinanlage zum
Vorkommen in Sachsen Anhalt dem Eschen-Scheckenfalter weiter widmen.
Der
Hirschkäfer
(Lucanus cervus, LINNAEUS 1785) ist mit einer Länge bis zu 90 Millimeter der
größte heimische Käfer. Charakteristisch für die Art sind die namensgebenden geweihartigen
Mandibel der Männchen. Die dämmerungs- und nachtaktiven Imagines (geschlechtsreife
Adultform) schwärmen von Juni bis August. Die Eiablage erfolgt im Wurzelbereich von Stubben
(Überreste eines gefällten Baumes) und morschen Bäumen, wobei der Zersetzungsgrad des
Holzes eine wesentliche Rolle spielt. Nach einer Entwicklungszeit von 3 bis 8 Jahren verpuppen
sich die Larven im umgebenden Erdreich. Im folgenden Frühjahr verlassen die Käfer die
Puppenwiege und graben sich an die Oberfläche. Besiedelt werden naturnahe, lichte und
wärmebegünstigte Laubwaldbestände mit einem hohen Anteil an alten und absterbenden Bäumen,
vor allem Eichenwälder, Eichen-Hainbuchenwälder und Kiefern-Traubeneichenwälder, teilweise
auch Parkanlagen und Obstwiesen. Bevorzugte Entwicklungsbäume sind Eichen, aber auch
andere Baumarten bis hin zu Obstgehölzen werden genutzt. Die Alttiere ernähren sich
vorzugsweise vom Baumsaft »blutender« Eichen. Die Verbreitung des Hirschkäfers in Sachsen
beschränkt sich auf das Flach- und Hügelland. Insgesamt liegen nur wenige aktuelle Nachweise,
zumeist von Einzeltieren, vor, beispielsweise aus der Dresdner Elbtalweitung, Mulde-Lößhügelland,
Düben-Dahlener Heide, Großenhainer Pflege, Muskauer Heide und Leipziger Land. Waldbestände
mit gehäuftem Auftreten der Art sind in Sachsen nicht bekannt. Seit dem Ende des 19.
Jahrhunderts ist der ehemals weit verbreitete Hirschkäfer in ständigem Rückgang begriffen und
vieler Orts bereits ausgestorben. Das belegen zahlreiche Altnachweise. Entsprechend der derzeit
gültigen Roten Liste ist die nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützte Art in
Sachsen »stark gefährdet«. Zu den wesentlichen Ursachen der Gefährdung gehören insbesondere
die intensive forstliche Bewirtschaftung mit Verringerung der Umtriebszeiten, Beseitigung von
geschädigten Altbäumen und Totholz (zum Beispiel Stubbenrodung), tiefe Bodenbearbeitung,
Anlage von Nadelholzmonokulturen und anderes.“ Im FFH-Gebiet „Kohlbach- und
Ettelsbachtal“ bei Colditz wurde der Hirschkäfer nachgewiesen. Diese Art soll daher im Rahmen
eines Projektes gezielt durch die Anlage von Hirschkäfer-Wiegen gefördert werden.
Der
Eremit
(Osmoderma eremita, SCOPOLI 1763) ist ein 24 bis 39 Millimeter großer,
schwarzbrauner Blatthornkäfer, der zur Familie der Scarabaeidae gehört. Die Bezeichnung
Juchtenkäfer bezieht sich auf den Geruch der Imagines (geschlechtsreife Adultform) nach
Juchtenleder. Die phytophage (pflanzenfressende) und stenotope (begrenzt verbreitete, auf best.
Biotop fixierte) Art besiedelt naturnahe lichte Laubwälder und Waldränder (vor allem Buchen-,
Eichen- und Eichen-Hainbuchenwälder), Flussauen, alte Alleen, Parks, Friedhöfe,
Streuobstwiesen und Solitärbäume in Forsten. Dort vollzieht sich die Entwicklung der Tiere vom Ei
bis zum Imago (geschlechtsreife Adultform) im Mulm von Baumhöhlungen und Rindenspalten.

Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
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Bevorzugt werden besonnte, alte brüchige Laubbäume, insbesondere Eichen und Linden, aber
auch Rotbuchen, Eschen, Rosskastanien, Weiden (namentlich Kopfweiden), Obstbäume und
andere Laubbaumarten. Voraussetzung für eine erfolgreiche Ansiedlung ist ein günstiges
Mikroklima, eine bestimmte Mindestmenge (mehrere Liter) und ein bestimmter Zersetzungsgrad
des Mulms (schwarzer Mulm, Bodensediment aus org. Material), wofür oft Jahrzehnte erforderlich
sind. Die Entwicklungsdauer des Eremiten bis zur Verpuppung wird mit 3 bis 4 Jahren angegeben.
Insbesondere in den Monaten Juli und August können die flugträgen Imagines (geschlechtsreife
Adultform) oft an den Brutbäumen beobachtet werden. Als ursprüngliches Hauptverbreitungsgebiet
des Eremiten in Sachsen werden die wärmebegünstigten großen Flusstäler und Waldgebiete des
Tief- und Hügellandes angenommen. Aktueller Verbreitungsschwerpunkt der Art sind die
Elbtalweitung von Pirna bis Riesa und die angrenzenden Bereiche der Naturräume Mulde-
Lößhügelland, Mittelsächsisches Lößhügelland und Westlausitzer Hügel- und Bergland.
Einzelnachweise liegen beispielsweise auch aus Nordwestsachsen und der nördlichen Oberlausitz
vor. Noch im 19. Jahrhundert galt der Eremit als weit verbreitet und häufig. Heute ist der Käfer in
Sachsen und Deutschland stark gefährdet. Gefährdungen für die Art ergeben sich vor allem aus:
Entfernung alter höhlenreicher Laubholzbäume in Wald, Offenland und Siedlungsräumen,
intensive forstwirtschaftliche Waldnutzung (strukturarme Wirtschaftswälder mit geringen
Umtriebszeiten), zunehmende Verinselung der Lebensräume (geringes Ausbreitungsvermögen)
und Baumpflegemaßnahmen bei Straßen-, Park- und Siedlungsbäumen. Der Eremit gehört zu den
prioritären Arten der FFH-Richtlinie, für deren Erhaltung der Europäischen Gemeinschaft eine
besondere Verantwortung zukommt.“ Der Eremit wurde in den FFH-Gebieten Collmberg und
Oschatzer Kirchenwald, Döllnitz und Mutzschener Wasser, Kohlbach- und Ettelsbachtal und
Leipziger Auensystem nachgewiesen. Ein konkretes Projekt, im Rahmen dieses
Naturschutzprojektes, wird sich auf den Collmberg (Wermsdorfer Wald) beziehen.
„Der
Helle Wiesenknopf-Ameisenbläuling
(Maculinea teleius, syn. Glaucopsyche teleius,
BERGST. 1779), der auch als Großer Moorbläuling bezeichnet wird, ist ein Bewohner der
Feuchtwiesen und Moorränder. Hier besiedelt er Kohldistelwiesen, Binsenwiesen, ungedüngte
Flachmoore, Pfeifengraswiesen und feuchte Glatthaferwiesen mit Vorkommen des Großen
Wiesenknopfes (Sanguisorba officinalis). Von großer Bedeutung für die Populationen sind die von
der intensiven Bewirtschaftung nicht oder nur unregelmäßig erfassten Saumstandorte.
Voraussetzung ist weiterhin das Auftreten von Wirtsameisen, meist Trockenrasen-Knotenameise
(Myrmica scabrinodis). Der Helle Wiesenknopf-Ameisenbläuling legt seine Eier auf die (meist noch
grünen) Blütenköpfe von Sanguisorba officinalis. Im Herbst (ab Larvenstadium 4) verlassen die
Raupen die Nahrungspflanze. Die weitere Entwicklung bis zur Verpuppung vollzieht sich im Nest
der Wirtsameisen, wo sich die Tiere von der Ameisenbrut ernähren. Von Ende Juni bis Mitte
August erstreckt sich die Flugzeit der Falter (Schwerpunkt Ende Juli bis Anfang August).
Wichtigste Nektarpflanze ist der Große Wiesenknopf. Glaucopsyche teleius hat seinen
Verbreitungsschwerpunkt vor allem in Süddeutschland. In Sachsen kommt die ehemals verbreitete

Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
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Art nur noch sehr lokal vor und ist nach der Roten Liste vom Aussterben bedroht. Aktuelle
Nachweise (nach 1990) liegen beispielsweise aus dem Raum Leipzig, dem Neißegebiet bei Görlitz,
Westsachsen (Raum Zwickau) sowie der Umgebung von Dresden, Nossen und Weißwasser vor.
Zu den Ursachen der rückläufigen Bestandesentwicklung gehören unter anderem Zerstörung der
Lebensräume, Entwässerung, Aufgabe oder Intensivierung der Nutzung und die vollständige Mahd
der Flächen, bevor die Raupen die Nahrungspflanzen verlassen haben. Notwendige
Pflegemaßnahmen sind in den Vorkommensgebieten mit dem Entwicklungszyklus des Falters
abzustimmen.“ Diese Art kommt im FFH-Gebiet Leipziger Auensystem zusammen mit dem
Dunklen Wienknopfameisenbläuling vor.
Der
Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling
(Maculinea nausithous, syn. Glaucopsyche
nausithous, BERGSTRÄSSER 1779) wird auch als Schwarzblauer Bläuling bezeichnet. Er hat
ähnliche ökologische Ansprüche wie der Helle Wiesenkopf-Ameisenbläuling (Glaucopsyche
teleius) und besiedelt daher annähernd gleiche Habitate wie die vorangehende Art
(Feuchtwiesenkomplexe, Ränder von Flachmooren und Gewässern), ist jedoch zusätzlich auf
etwas trockeneren Standorten anzutreffen. Auch der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling
benötigt für seine Entwicklung Bestände des Großen Wiesenknopfes (Sanguisorba officinalis) und
eine genügende Anzahl von Nestern der Wirtsameisen, hier insbesondere die Rote Gartenameise
(Myrmica rubra). Die Falter legen ihre Eier in die Blütenköpfe vom Großen Wiesenkopf
(Sanguisorba officinalis), wo die Raupen die ersten drei Larvenstadien (von Ende Juli bis Anfang
September) verbringen. Ab dem 4. Larvenstadium leben sie in den Nestern der Wirtsameisen. Dort
erfolgen auch Überwinterung und Verpuppung. Im Frühsommer schlüpfen die Falter (Flugzeit von
Ende Juni bis Mitte August), deren Hauptnahrungsquelle die Blütenköpfe des Großen
Wiesenknopfes sind. Hauptverbreitungsgebiet von Glaucopsyche nausithous in Deutschland sind
die südlichen und mittleren Teile, nach Norden zu wird die Art seltener und fehlt in Schleswig-
Holstein und Mecklenburg-Vorpommern ganz. In Sachsen ist die nach der Roten Liste gefährdete
Art noch relativ verbreitet. Sie wurde aus allen Regionen gemeldet (größere Populationen
beispielsweise aus dem Bereich der Auenwiesen bei Leipzig). Die Gefährdungsfaktoren
entsprechen im wesentlichen den bei G. teleius genannten: Zerstörung der Lebensräume,
Entwässerung, Aufgabe oder Intensivierung der Nutzung und Mahd während der frühen
Larvenstadien. Insgesamt scheint jedoch die Art weniger empfindlich auf unsachgemäße Pflege-
beziehungsweise Bewirtschaftungsmaßnahmen zu reagieren.“ Der Dunkle Wiesenkopf-
ameisenbläuling kommt in den FFH Gebieten Kohlbach- und Ettelsbachtal, Laubwaldgebiete der
Oberen Partheaue, Oberholz und Störmthaler Wiesen und Leipziger Auensystem vor. Gezielte
Förderungsmaßnahmen bezogen auf das FFH Gebiet Oberholz und Störmthaler Wiesen werden
im Rahmen dieses Naturschutzkonzeptes beispielhaft behandelt.
Definitionen der FFH-Arten: (Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie, 2004)
Weitere Arten, die in den FFH-Gebieten Muldentäler oberhalb des Zusammenflusses, Waldgebiet
an der Klosterwiese, Kohlbach- und Ettelsbachtal, Laubwaldgebiete zwischen Brandis und Grimma

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Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
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und Leipziger Auensystem des Forstbezirkes Leipzig vorkommen sind
Kammmolch
,
Große
Moosjungfer
und
Rotbauchunke
. Hier sind beispielhaft Pflegemaßnahmen, wie zum Beispiel das
Entfernen von Gehölzen am Gewässerrand, um eine bessere Besonnung zu erzielen bis hin zur
schonenden Entschlammung, um der Verlandung entgegenzuwirken, vorgesehen.
Weitere zu schützende Arten sind im Forstbezirk Leipzig der
Biber
und der
Fischotter
. Im FFH-
Gebiet Leipziger Auensystem wurde im Rahmen der Managementplanerstellung nur der Fischotter
erfasst, für den vor allem beruhigte Bereiche geschaffen werden sollen. In den letzten Jahren hat
sich dort auch der Biber angesiedelt, der seit einigen Jahren ebenfalls im Colditzer Wald vorkommt
und durch eine Referendarsarbeit 2016 in seiner Ausbreitung und Wirkung auf den dortigen Wald
untersucht wurde.
Eine sachsenweite Besonderheit im Forstbezirk Leipzig ist die
Wildkatze
im Leipziger Auwald.
Hier gibt es mittlerweile zwischen Sachsenforst und dem Bund für Umwelt und Naturschutz
Deutschland (BUND) eine Kooperationsvereinbarung zum Wildkatzenschutz. Auf Grundlage dieser
Vereinbarung werden seit einigen Jahren gemeinsam Wiesen entbuscht, Waldränder gestaltet,
Lockstoffstäbe im Landeswaldrevier Leipzig ausgebracht und kontrolliert und manche sogar mit
Wildtierkameras versehen. Gemeinsame Waldführungen und Workshops zum Thema Wildkatze,
der Bau von Querungshilfen für Wildkatzen bei Knotengeflecht-Zäunen oder das Stapeln von
spezielle Holzhäufen als Geheckmöglichkeiten, runden die Maßnahmenpalette der Kooperation ab.
Abbildung 18: Wildkatze an Lockstab – Bilder der Wildtierkamera des Landeswaldrevieres Leipzig
Im Umgriff bekannter Horste von Schwarzstorch und Seeadler sind im Forstbezirk feste
Horstschutzzonen mit Bewirtschaftungseinschränkungen ausgewiesen. Darüber hinaus werden im
Rahmen ständiger Arbeitsgruppen mit den UNB und den Horstschutzbetreuern erforderlichenfalls
neue Schutzzonen festgelegt, wenn diese störungsanfälligen Arten spontan an weiteren Orten
auftreten.
Diese Auflistung der Artenschutzmaßnahmen im Forstbezirk Leipzig erhebt nicht den Anspruch auf
Vollständigkeit. In den Revieren wurden über die Jahrzehnte noch weitere Artschutz- und
Fördermaßnahmen durchgeführt, wovon z.B. die Haselmaus oder Schwarzspecht in den letzten
Jahren profitiert haben.

 
Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
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2. Umsetzungen im Planungszeitraum
2.1. Waldumbau – die grundlegende Naturschutzaufgabe – geplantes
Vorgehen nach den Stürmen
Das Jahr 2018 war im Forstbezirk Leipzig v.a. durch die Aufarbeitung der massiven Sturmschäden
im Wald, resultierend aus dem Herbsttief 2017 „Herwart“ und dem Januartief 2018 „Friederike“,
geprägt. Besonders die Wälder im Süden des Forstbezirkes Leipzig waren sehr stark betroffen,
teilweise wurde die siebenfache reguläre jährliche Holzmenge vom Sturm geschädigt. Von den
insgesamt ca. 500.000 Festmeter Sturmholz im Forstbezirk konzentriert sich über die Hälfte des
Schadens im Bereich der Wälder in und um den Colditzer Forst. Bedingt durch die große Hitze (>
30 Tage mit Spitzentemperaturen über 30 °C) und der Trockenheit in den Jahren 2018 / 2019
konnten sich rindenbrütende Borkenkäfer, v.a. an Fichte und an Lärche stark vermehren und bis
zu drei Generationen anlegen.
Es handelt sich derzeit um eine noch nie dagewesene Waldschutzsituation. Um diese aktuell
entstehenden immensen Verjüngungsfläche zu bewältigen, wurden nach Waldbegängen im Juni
2018 nachfolgende Festlegungen zur Bewältigung des Verjüngungsumfanges mit der
Geschäftsleitung von Sachsenforst als Leitlinie getroffen, die in Schutzbieten entsprechend der
Naturschutzvorgaben angepasst werden.
Ausgangszustand
EI-LB
BU-EI
EI-BU / EI-ELB
Kiefernbaumholz
(durchbrochen, inkl.
Freiflächen <0,3 ha)
vorerst keine aktive Verjüngung, mit Planungsbegang der neuen
Forsteinrichtung (FE) werden reguläre Vorausverjüngungen geplant:
(KTA/WTA)
BU
BU, BHA, BAH
Lärchenbaumholz
(durchbrochen, inkl.
Freiflächen <0,3 ha)
Nachrangige
Verjüngung, Räumung
instabiler Bestockungen
Eichenkultur (i.d.R.
ohne Mulchen, mit
Frässtreifen)
vorerst keine aktive Verjüngung, mit
Planungsbegang der FE werden reguläre
Vorausverjüngungen geplant:
BU, BHA (=Baumhasel), KTA
Laubbäume (und
Freiflächen nach Lb,
außer Birke)
Natürliche Verjüngung (Sukzession); Lücken mit Brombeere, etc. werden
erst in späterer Stangenholzphase (nachlassen Konkurrenzkraft der
Brombeere) aktiv verjüngt.
Freifläche nach
Lärche/Kiefer/Birke
(i.d.R. mit
Bodenvegetation)
vordringliche Flächen, da i.d.R. über die vorhandene Verjüngung hinaus
keine Sukzession zu erwarten (Bodenvegetation
Gras/Himbeere/Brombeere/Adlerfarn): Mulchen, Frässtreifen,
Anlage einer Eichenkultur (1,0-1,5 ha), mit
anteiliger Bepflanzung (50-70% der Fläche in
Einheiten >0,1 ha, Restfläche NV oder VKI im
Weitverband 2x2m); Restflächen:
REI-Kultur (0,5-1,5 ha;
trockenere Standorte
für EI-Kultur eher
ungünstig) oder

Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
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ASP(Pappelsteckhölzer),
VKI im Weitverband
(2x2m) oder KI-Kultur
ELA, HLA, VKI, BAH im
Weitverband oder REI-
Kultur
VKI, BAH, ELS, ELA, HLA
im Weitverband
Freifläche nach Fichte
(i.d.R. ohne
Bodenvegetation)
Mineralisierung der Streuauflage abwarten, vorhandene + ankommende
Verjüngungsdichten beurteilen; Vorrangflächen für Sukzession; anteilig
Bereiche mit Bodenvegetation (Gras, Sträucher, Adlerfarn, nicht aber
Kräuter!) aktiv verjüngen (arrondierte Flächen für Bodenarbeiten (min. 0.5
ha) schaffen!)
Verjüngung wie oben, aber Vorrang: Überstellen stammzahlärmerer
Sukzession/Lücken im Weitverband > Eichenkultur (1-1,5 ha)
Abbildung 19: Betriebsmitteilung vom 26.06.2018 im FoB Leipzig
Mit dieser festgelegten Strategie wird der Forstbezirk Leipzig mit den entstandenen Freiflächen
sehr differenziert umgehen. Der Forstbezirk Leipzig wird die Vielzahl an natürlichen Möglichkeiten
für Waldverjüngung aktiv nutzen, um seiner Verpflichtung nach Sächsischem Waldgesetz
nachzukommen, den bestehenden Wald zu erhalten und zu pflegen. Die kommenden Jahre
werden zeigen, an welchen Orten die Natur welche Richtung einschlägt.

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Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
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2.2. Übersichtskarte der Einzelmaßnahmen
Biotopschutzmaßnahmen:
1. Rev. 1
Thümmlitz-KB
Erneuerung Obstbaumwiese
2. Rev. 2
Collm
Waldrandgestaltung auf Erstaufforstungsfläche
3. Rev. 3
Wermsdorf
Revitalisierung FND Carlsteich
4. Rev. 6
Waldmühle
Entwicklung FND „Moor Colditz“
5. Rev. 8
Leipzig-Süd
Neophytenbekämpfung Riesenbärenklau
6. Rev. 9
Leipzig
Eutrophes Stillgewässer und Hochstaudenflur
7. Rev. 9
Leipzig
Offenlandfläche Kippe Böhlen
Biotopverbundsmaßnahmen:
8. Rev. 1
Thümmlitz-KB
Formen der Waldzerfallsphase
9. Rev. 4
Horstsee
Fledermausprojekt im Wermsdorfer Wald
10. Rev. 7
Naunhof
Bewirtschaftungsauslegung auf die Zielart Mittelspecht
11. Rev. 8
Leipzig-Süd
Orchideenwiesen Oberholz
12. Rev. 9
Leipzig
Eschenscheckfalter in der Nordwestaue
Artenschutzmaßnahmen:
13. Rev. 2
Collm
Eremitenförderung auf dem Collmberg
14. Rev. 3
Wermsdorf
Bechsteinfledermausförderung
15. Rev. 4
Horstsee
Schwarzspechtentwicklung im Revier Horstsee
16. Rev. 5
Colditz
Bibervorkommen versus FND Neuangerwiese
17. Rev. 5
Colditz
Hirschkäferförderung
18. Rev. 6
Waldmühle
Haselmausmonitoring und Förderung
19. Rev. 7
Naunhof
Fledermausweinkellerausbau Kloster Nimbschen
20. Rev. 9
Leipzig
Wildkatzenförderung in der Nordwestaue
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Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
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2.3. Biotopschutzmaßnahmen
2.3.1.
Rev. 1 – Thümmlitz-Klosterbuch – Erneuerung Obstbaumwiese
Naturschutz-Vorhaben im Forstbezirk Leipzig /
Revier Thümmlitz-Klosterbuch
1.
Biotope und LRT
2. Biotopverbund
3. Artenschutz und Habitate
Name des Projektes:
Ausgewählte Ersatzpflanzungen von alten Obstbaumsorten - nach Erkenntnissen des Bundessortenamtes
in Wurzen - auf einer Ostbaumwiese im Revier Thümmlitz-Klosterbuch
Ziel der Maßnahme:
Kartierung des Obstbaumbestandes und Analyse des Habitatzustandes
spezielle Auswahl alter Ostbaumsorten mit Unterstützung des Bundesortenamtes – Prüfstelle
Wurzen für die betroffenen Wiesen
auf Grundlage der Analyse und eventueller Habitatsanpassungen erfolgt die Beschaffung der
Obstbäume und die Pflanzung
ziehen von Schlüssen für die weiteren Obstbaumwiesen im Forstbezirk Leipzig und Erarbeitung
einer entsprechenden internen Handlungsempfehlung.
Projektbeginn: 2021
Geplante Laufzeit: 2021 -2022
Projektpartner: Bundessortenamt mit Prüfstelle in Wurzen / privater Pächter
Abbildung 20: Luftbild und Bilder der Obstbaumwiese im Landeswaldrevier Thümmlitz-Klosterbuch

Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
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Streuobstwiesen sind die bekannteste Form des Streuobstbaus (auch Streuobstanbau genannt).
Für diesen ist die Mehrfachnutzung kennzeichnend: Die Bäume dienen der Obsterzeugung
(„Obernutzung“); da die Bäume locker stehen, dienen die Flächen zugleich als Grünland
(„Unternutzung“), entweder als Mähwiese zur Heugewinnung oder direkt als Viehweide.
Der Streuobstanbau hatte im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine große
kulturelle, soziale, landschaftsprägende und ökologische Bedeutung. Durch die Intensivierung der
Landwirtschaft sowie durch das Bau- und Siedlungswesen wurden jedoch Streuobstwiesen in der
zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stark dezimiert. Heute gehören sie zu den am stärksten
gefährdeten Biotopen Mitteleuropas. Die Imkerei spielt bei der Bestäubung eine wichtige Rolle.
Die alten Sorten, die auch heute noch traditionell im Streuobstanbau verwendet werden, wurden
zu einer Zeit entwickelt, als Pflanzenschutzmittel gar nicht oder nur sehr eingeschränkt zur
Verfügung standen. Sie sind daher gegenüber Krankheiten und Schaderregern als besonders
robust einzustufen. Für die Streuobstwiese eignen sich nur robuste veredelte Hochstämme mit
geringen Ansprüchen an Pflege und Standort. Die Wildformen stellten auf Grund ihrer Herkunft
jedoch meist hohe Ansprüche an Boden und Klima, daher wurden spezielle, widerstandsfähige
Sorten gezüchtet, die den jeweiligen Gegebenheiten nahezu perfekt angepasst sind. Die
Sortenvielfalt hat daher stets einen regionalen Bezug; traditionelle Artenzusammensetzung und
Sortenauswahl weisen einen sehr hohen Spezialisierungsgrad für unterschiedliche Standorte und
Nutzungen auf. Von den über 3000 Apfelsorten Mitteleuropas sind nur etwa 60 im deutschen
Handel. Auf Streuobstwiesen finden sich jedoch noch viele alte Regionalsorten. Sie stellen daher
ein wichtiges Reservoir für den Genpool der Kulturäpfel dar. Die typische Streuobstwiese gibt es
nicht. (Wikipedia 2019)
Streuobstwiesen sind einzigartige Lebensräume für alle Arten von Kleintieren wie Vögel,
Schmetterlinge, Fledermäuse, Insekten und viele andere mehr sowie Lebensraum für viele
Pflanzen. Aus diesem Grund fördert der Forstbezirk Leipzig schon immer die vorhanden
Obstbaumwiesen und hat in Vergangenheit schon viele Obstbäume auf den Streuobstwiesen des
Freistaates Sachsen gepflanzt.
Im Zuge des Naturschutzkonzeptprojektes soll diese verpachtete Streuobstwiese näher analysiert
werden und eine Kartierung des Obstbaumbestandes und Analyse des Habitatzustandes
entstehen. Die spezielle Auswahl alter Ostbaumsorten soll mit der Unterstützung des
Bundesortenamtes in der Prüfstelle Wurzen erfolgen. Weiterhin soll aus den gesammelten Daten
eine interne Handlungsempfehlung für die anderen Streuobstwiesen im Forstbezirk Leipzig
entstehen.

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Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
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2.3.2.
Rev. 2 – Collm – Waldrandgestaltung auf Erstaufforstungsfläche
Naturschutz-Vorhaben im Forstbezirk Leipzig /
Revier Collm
1.
Biotope und LRT
2. Biotopverbund
3. Artenschutz und Habitate
Name des Projektes:
Aktive Waldrandgestaltung eines Erstaufforstungsprojektes am Wermsdorfer Wald mit dem Ziel der
Förderung von Baumarten 2. Ordnung
Ziel der Maßnahme:
Pflanzung eines neuen mehrstufigen Waldaußenrandes
Darlegung des Optimums eines solchen Randaufbaus für die vielen zu erfüllenden Funktionen
eines Waldes: u.a. Windschutz / Naturschutz / Sichtschutz
Analyse der Waldaußenränder im Forstbezirk Leipzig
Projektbeginn: 2020
Geplante Laufzeit: 2020
Projektpartner: Unter Naturschutzbehörde des Landkreises Nordsachsen
Abbildung 21: Luftbild der Erstaufforstungsfläche und Fotos der aufzuforstenden zukünftigen Waldfläche
Waldränder sind Grenzbereiche des Waldes oder einzelner Waldbestände. Unterschieden werden:
Waldaußenränder als Grenzbereiche zu landwirtschaftlich genutzten Flächen, Siedlungen,
Verkehrswegen oder größeren Freiflächen im Wald. Waldinnenränder, als Grenzbereiche
verschiedener Waldbestände, sind durch Schneisen, Abteilungslinien, Forstwege oder Gewässer

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Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
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voneinander getrennt. Richtig aufgebaute Waldränder haben eine wichtige Bedeutung für den
vorbeugenden Forstschutz, den Naturschutz und bereichern das Landschaftsbild sehr. Daneben
erfüllen sie oft weiterhin spezielle Schutzfunktionen wie Bodenschutz, Immissionsschutz und
Sichtschutz. (Der Forstwirt, Ulmerverlag 1996).
Durch den Aufbau eines vom Bestandesrand zum Bestandesinneren ansteigenden Bewuchses
wird die Bildung einer Stauzone vor der anströmenden Luft fast ganz vermieden. Vielmehr wird
das Luftfeld allmählich angehoben. Dadurch kommt es kaum zur Bildung von Turbolenzen, und die
mit dem Aufgleiten der Luft verbundene Erhöhung der Strömungsgeschwindigkeit hält sich in
Grenzen. Die Art, wie man sich die Zusammensetzung eines solchen Bestandesrandes, der ja sein
Aussehen im Laufe der Zeit nicht wesentlich verändern darf, vorstellen muss, ist in der Zeichnung
angedeutet. („Grundriss des Waldbaus“ – Pareys Studientexte 1997)
Abbildung 22: Abbildungen aus dem forstlichen Standartwerk „Grundriss des Waldbaus“ – Pareys Studientexte
1997 1. Abb.: allmähliche Höhenzunahme / 2. Abb.: Rand aus sehr stabilen Einzelbäumen
Durch den hier neu zu gestaltenden Waldaußenrand zu einer Straße ergreift der Forstbezirk
Leipzig die Chance ein Idealbild eines breiten und vielfältigen Waldaußenrandes zu schaffen, der
forstwirtschaftlichen und höchsten naturschutzfachlichen Ansprüchen gerecht wird. Es entsteht ein
Linienbiotop, in dem eine Vielzahl seltener Tiere und Pflanzen einen geeigneten Lebensraum
finden und für den Wald einen sicheren Traufschutz gegen Sturm und starke Sonneneinstrahlung
bietet. Zudem wird er das Landschaftsbild beleben und den Erholungswert steigern.
Der Waldrand grenzt sich durch den Wald mit den sogenannten Bäumen 2. Ordnung ab. Auf
dieser Fläche pflanzt der Forstbezirk leipzig hierzu Eberesche (Sorbus aucuparia), Wildapfel
(Malus sylvestris), Wildbirne (Pyrus pyraster) Speierling (Sorbus domestica) Feldahorn (Acer
campestre) Elsbeere (Sorbus torminalis) und Baumhasel (Corylis colurna), die in ihrer
abschließenden Wuchshöhe niedriger sein werden als der Waldbestand. Die nächste flachere und
nach außen abschließende Schicht des Waldrandes bilden die Straucharten Besenginster (Cytisus
scoparius), Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus), Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum),
Kornelkirsche (Cornus mas) und Schlehe (Prunus spinosa).
Ziel des Naturschutzkonzeptprojektes ist die Darstellung des Landschaftselements mehrstufigen
Waldaußenrandes und dessen großen Biotopwertes.

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Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
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2.3.3.
Rev. 3 – Wermsdorf – Revitalisierung FND Silbersee
Naturschutz-Vorhaben im Forstbezirk Leipzig /
Revier Wermsorf
1.
Biotope und LRT
2. Biotopverbund
3. Artenschutz und Habitate
Name des Projektes:
Revitalisierung des Flächennaturdenkmals „Silbersee“ und geschützten Biotops „Carlsteich (Silbersee)“
Ziel der Maßnahme:
2015/2016: Sanierung des Ständerbauwerk durch den Forstbezirk Leipzig
Im letzten Jahrzehnt ist eine Verlandung und Verschlammung des Teiches mit flächigem
Wasserpflanzenbewuchs zu beobachten
zum Erhalt des Flächennaturdenkmals plant der Forstbezirk Leipzig eine grundlegende
fachgerechte Sanierung mit einer Entschlammung - mit ggf. vorherigem Ablassen des Wassers
Projektbeginn: 2021
Geplante Laufzeit: 2021 - 2023
Projektpartner: Untere Naturschutzbehörde / Untere Wasserbehörde des Landkreises Nordsachsen
Abbildung 23: Lage des Flächennaturdenkmals (FND) Carlsteich im Revier Wermsdorf
Starkregenereignisse im Mai und Juni 2013 führten zu Überspülung des Ständerbauwerkes des
Flächennaturdenkmals (FND) Carlsteich (Silbersee) im Landeswaldrevier Wermsdorf wobei es zu
Auskolkungen und Ausspülungen eines ca. 1,5 m tiefen Loch zwischen der Flügelwand und dem Ablauf kam.
Die Stabilität des Ständerbauwerkes wurde dadurch eingeschränkt und nachfolgend ziehendes Wasser
führte zur weiteren Destabilisierung. Daraufhin wurde bei abgelassenem Wasser ein Ingenieurgutachten
erstellt und die notwenigen baulichen Maßnahmen zur Sicherung des FND durchgeführt. Die geschah in
sehr guter abstimmungs- und genehmigungstechnischer Zusammenarbeit zwischen der Unteren
Wasserbehörde und im Einvernehmen mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Nordsachsen.

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Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
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Abbildung 24: Neues Ständerbauwerk des Flächennaturdenkmals Carlsteich
Nachdem der Teich als vom Menschen erbauten Landschaftselement nun baulich erneuert und damit aus
dieser Richtung gesichert ist, will der Forstbezirk Leipzig das Flächennaturdenkmal nun pflegen, indem in
diesem Projekt der zunehmenden Verlandung dieses vom Menschen angelegten Gewässer entgegenwirkt
werden soll.
Teiche gelten als historisch bedeutsame Entwicklung der Wasserbaukunst. Erst durch die Speicherung von
Trink- und Brauchwasser wurde die Ausweitung der Besiedlung im Bereich städtischer und ländlicher
Räume möglich. Diese Bedeutung der Teiche für die Wasserbevorratung ging erst in neuerer Zeit mit der
modernen Wasserversorgung aus dem Grundwasser mittels Tiefbrunnen und Druckleitungen (Wasserwerk)
nach und nach zurück. Meist wird ein fließendes Gewässer (Bach, Wassergraben) gestaut und durch
Ausbildung eines Erdbeckens ein Stauvolumen geschaffen, wobei die Teichsohle mit Gefälle so ausgebildet
wird, dass der Teich am tiefsten Punkt vollständig abgelassen werden kann. Dort wird der Wasserspiegel
mittels eines Ablaufbauwerks (Mönch, Striegelanlage bei Stauteichen) gestaut und reguliert, so dass
nötigenfalls der Teich auch trockengelegt werden kann. Üblicherweise nehmen mit abnehmender Größe und
Tiefe eines Stillgewässers seine Stabilität und Lebensdauer schnell ab, weil bei abnehmendem
Wasservolumen der relative Anteil der peripheren Strukturelemente zunimmt. Je kleiner ein Stillgewässer ist,
desto stärker wirken sich Stoffeinträge auf den Wasserkörper aus, da sich Nährstoffe, Biomasse sowie
mineralische Sedimente ständig anreichern.“ (Wikipedia 2019)
Abbildung 25: aktuell stark verlandetes Flächennaturdenkmal „Carlsteich“
Der Forstbezirk Leipzig will hier eine Entschlammung durchführen, um das Flächennaturdenkmal zu sichern.
Wahrscheinlich erfolgt dies mit erneutem Ablassen des Wassers außerhalb der Laichzeit und
Populationsentwicklung der siedelnden Lurche ab Ende Oktober eines Jahres.

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Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
47
2.3.4.
Rev. 6 – Waldmühle – Entwicklung FND „Moor Colditz“
Naturschutz-Vorhaben im Forstbezirk Leipzig / Revier Waldmühle
1
. Biotope und LRT
2. Biotopverbund
3. Artenschutz und Habitate
Name des Projektes:
Bestandsaufnehme und Pflege des Flächennaturdenkmales „Moor Colditz“
Ziel der Maßnahme:
nach Sanierung des Staubauwerks am FND „Moor Colditz“ ist eine Bestandsaufnahem geplant
Prüfung und Umsetzung des konkreten Pflegebedarfs im und um das Moor Colditz
Projektbeginn: 2021
Geplante Laufzeit: 2021 - 2023
Projektpartner: Lehrausbildung des Forstbezirkes Leipzig / Unter Naturschutzbehörde Landkreis Leipzig
Abbildung 26: Lagekarte des Flächennaturdenkmals „Moor Colditz“ / Bild von den Holzresten des alten
Ständerbauwerks und die abdichtendend und damit sichernde Wirkung des Neubaus davor
Das Besondere, Charakteristische und Schützenswerte des FND „Moor Colditz“ ist nicht nur die
Entwicklung einer charakteristischen Moorfläche (Biotoptyp), sondern auch das Vorkommen
seltener und geschützter Pflanzen- und Tierarten. So kommen der Rundblättrige Sonnentau
(Drosera rotundifolia) und die Gewöhnliche Moosbeere (Vaccinium oxycoccus), beide Arten der
Roten Liste ((stark) gefährdet), vor, wobei Erstere auch dem besonderen Artenschutz gemäß §44
(1) BNatSchG unterliegt. Auch Amphibien wie der Springfrosch (Rana dalmatina) oder Kleiner
Wasserfrosch (Rana (Pelophylax) Lessonae) (beide streng geschützt, Anhang IV der RL
92/43/EWG), Insekten und Wasserkäfer- und wanzen profitieren von den Moorflächen. (K. Bürger
2015). Das Ablassbauwerkes, ein Holzdamm, wurde durch eine umgestürzte Kiefer beschädigt
und 2015 mit dem Umweltamt, Sachgebiet Natur- und Landschaftsschutz Landkreis Leipzig, Herr
Möhring, besichtigt und die Bauwerksicherung mit Erhalt der Stauhöhe als zwingend erforderlich
angesehen. Daraufhin erfolgte eine Variantenerörterung durch Herr Schiwora als ehrenamtlicher

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Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
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Naturschutzhelfer des Landkreises Leipzig, in welcher Form das Moor am besten gesichert werden
kann. Herr Schiwora erstellte ein ausführliches Maßnahmenkonzept mit Variantenerörterung des
Staubauwerkes. Der Neubau erfolgte 2017 in Anlehnung an Variante 1, ein Neubau eines
bewährten Torfdammes unterhalb des vorhandenen Dammes. So wurde erst einmal das
Flächennaturdenkmal gesichert.
Die 2017 erarbeitete Darstellung von Karin Bürger, Sachgebiet Natur- und Landschaftsschutz im
Landkreis Leipzig zeigt verschieden bewertete Flächen vor der Sanierung des Staubauwerkes.
Abbildung 27: Quelle K. Bürger – Landkreis Leipzig – Darstellung der Zustände der Lebensraumtypen
„Übergangs- und Schwingrasenmoore“ von 2015
Wurde 2009 in beiden Bereichen der Biotoptyp „Moorstadium mit Dominanz von Pfeifengras“ (MTP,
05.02.300) festgestellt, so konnte der LRT 7140 „Übergangs- und Schwingrasenmoore“ erst 2015
auch für die östliche Fläche festgestellt werden. Das bedeutet, dass sich die östliche Fläche positiv,
d.h. in Richtung LRT = 7140, entwickelt, während die Tendenz im FND „Moor Colditz“ eher negativ
zu beurteilen ist. So ist der Erhaltungszustand des LRT „7140“ nach wie vor mit „c“ und damit
schlecht zu bewerten, das Gleiche gilt für den Zustand des Biotoptyps „Moorstadium mit Dominanz
von Pfeifengras“, Tendenz sinkend. (K. Bürger 2017)
Der Forstbezirk Leipzig wird im Rahmen dieses Naturschutzkonzeptprojektes den aktuellen
Zustand dieses und nördlich davor liegender kleinere Moorflächen begutachten und
entsprechende Pflegemaßnahmen, wie Entbuschung durchführen, um das Flächennaturdenkmal
und weiterführende Moorflächen zu erhalten und langfristig zu sichern.

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Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
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2.3.5.
Rev. 8 – Leipzig-Süd – Neophytenbekämpfung Riesenbärenklau
Naturschutz-Vorhaben im Forstbezirk Leipzig / Revier
Leipzig-Süd
1.
Biotope und LRT
2. Biotopverbund
3. Artenschutz und Habitate
Name des Projektes:
Erfolgsanalyse der seit 2012 durchgeführten Bekämpfungsmaßnahmen gegen den Riesenbärenklau im
Oberholz bei Großpösna
Ziel der Maßnahme:
Bekämpfungsmaßnahmen seit 2012 in den punktuellen Verbreitungsinseln im Oberholz bei
Großpösna (Referendararbeit – Heubaum)
Überprüfung des Zurückdrängungserfolges der jährlichen Bekämpfung seit 2012
Ausblick und Planung des weiteren Vorgehens bei der chemischen Bekämpfung oder
gegebenenfalls angepasstes Vorgehen
Projektbeginn: 2021
Geplante Laufzeit: 2021 - 2023
Projektpartner: Untere Naturschutzbehörde Landkreis Leipzig
Abbildung 28: Karte mit Übersicht des Untersuchungsgebietes Oberholz / Foto des Versuchs der PSM
Ausbringung mittels Rückenspritze, hier in der Hand gehalten (Heubaum 2012)
Forstreferendar Heubaum erstellte 2012 seine Naturschutzarbeit zum Thema „Der Riesen-
Bärenklau (RBK) (Heracleum mantegazzianum SOMM. & LEV.) im Oberholz bei Großpösna –
Erfassung, Bekämpfung, Monitoring und Öffentlichkeitsarbeit“. Der Riesenbärenklau ist eine
Neobiotische Pflanze, auch Neophyt genannt. Der Überbegriff ist Neobiota. Als Neobiota werden
Arten bezeichnet, die unter bewusster oder unbewusster Mitwirkung des Menschen außerhalb
ihres natürlichen Verbreitungsgebietes seit dem Jahr 1492 (Entdeckung Amerikas durch
Kolumbus) Einzug gefunden haben. Es handelt sich um nicht einheimische bzw. gebietsfremde
Arten, welche in ihrem neuen Umfeld grundsätzlich lebensfähig sind. Einige Neobiota können
einheimische Arten verdrängen, Struktur und Funktion von Ökosystemen nachhaltig verändern und

Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
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große wirtschaftliche und medizinische Probleme mit sich bringen. (Heubaum, 2012) Auf Grund
dieser eingetretenen Probleme ließ der Forstbezirk Leipzig die Bekämpfungsmöglichkeiten in
dieser Arbeit analysieren.
Insgesamt wird die Ausrottung von Riesen-Bärenklau-Beständen in der Fachliteratur kontrovers
betrachtet. Einige Autoren halten sie aufgrund des enormen Regenerations- und
Reproduktionspotentials der Art für illusorisch. Der überwiegende Teil hingegen sieht bei einer
wohlüberlegten Wahl des Bekämpfungsverfahrens, einer guten Vorbereitung und Planung der
Maßnahmen sowie einer regelmäßigen Nachkontrolle der betroffenen Flächen gute Chancen, den
Neophyten nachhaltig zu entfernen. Herr Heubaum erfasste systematisch die verschieden
Vorkommen des Riesen-Bärenklau im Oberholz, nach Altersverteilung und Besiedlungsklassen
unterschieden, und legte Versuchsflächen für die verschieden in der Literatur zu findende
Bekämpfungsverfahren an. Mit Hilfe der eigenen Waldarbeiter verglich er auf einer Wiese mit
Dominanzflächenbeständen die mechanischen und chemischen Bekämpfungsmöglichkeiten. Die
Versuchsflächen wurden angelegt, um selbst Erfahrungen im Umgang mit den für das Oberholz
relevanten Bekämpfungsmethoden zu sammeln. Hierbei wurden zum einen die Wirksamkeit und
zum anderen die Praxistauglichkeit des Verfahrens getestet. Die Quintessenz aus den Tests der
drei mechanischen Arbeitsgeräte ist eine gute Eignung bei der Bekämpfung von Einzelpflanzen,
jedoch eine sehr schlechte Eignung bei der Zurückdrängung von Beständen des RBK. Die
Schlussfolgerungen aus den Bekämpfungsversuchen und der Tenor der Fachliteratur führen zu
einem umgekehrten Sachverhalt bei der chemischen Bekämpfung: Diese eignet sich gut für die
Bekämpfung von Beständen, ist aber bei der Einzelpflanzenbekämpfung nicht optimal einzusetzen.
(Heubaum 2012)
Aufgrund der Multifunktionalität der Waldflächen des Oberholzes kommt es zu zahlreichen
Überschneidungen der Riesen-Bärenklau-Vorkommen mit vorhandenen Naturschutzkategorien
bzw. der Lage von besonders geschützten Waldbiotopen. Im Oberholz ist ein von drei
Flächennaturdenkmalen betroffen, viele Flächen (67% (Heubaum 2012)) liegen im FFH-Gebietes
„Oberholz und Störmthaler Wiesen“, alle Vorkommen sind im SPA Gebiet und es sind besonders
die geschützter linienhaften und flächenhaften Waldbiotope von der invasiven Flächenausbreitung
betroffen. Weiterhin unterliegt dieses Waldgebiet einem enormen Besucherdruck und die
Gefährdung der menschlichen Gesundheit hier sehr hoch.
Aus diesen Ergebnissen leitete Herr Heubaum eine Handlungsempfehlung für den Forstbezirk
Leipzig ab und ab dem Untersuchungsjahr 2012 bekämpfte der Forstbezirk Leipzig den
Riesenbärenklau im Oberholz bei Großpösna.
In diesem Naturschutzprojekt soll die Wirksamkeit der jahrelangen systematischen
Bekämpfungsmaßnahme überprüft und weitere Schlüsse im Umgang mit dieser Problematik
gezogen werden.

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Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
51
2.3.6.
Rev. 9 – Leipzig – Eutrophes Stillgewässer und Hochstaudenflur
Naturschutz-Vorhaben im Forstbezirk Leipzig /
Revier Leipzig
1.
Biotope und LRT
2. Biotopverbund
3. Artenschutz und Habitate
Name des Projektes:
Zustandserfassung / Entwicklung und Maßnahmenumsetzung der Lebensraumtypen „Feuchte
Hochstaudenflur“ (LRT-ID: 14015 + 14023) und Eutrophes Stillgewässer (LRT-ID: 15064) des FFH-
Gebietes „Leipziger Auensystem“ auf den Landeswaldflächen im Revier Leipzig in der Nordwestaue bei
Schkeuditz
Ziel der Maßnahme:
Zustandserfassung der einzelnen Lebensraumtypflächen
Pflege der Flächen nach Vorgaben des Managementplanes und der aktuellen Situation der
Feuchten Hochstaudenflur und des Eutrophen Stillgewässers
Ausblick des in den nächsten Jahrzehnten zu realisierenden Pflegeaufwandes gemeinsam mit der
Unteren Naturschutzbehörde Nordsachsen
Projektbeginn: 2021
Geplante Laufzeit: 2021 - 2023
Projektpartner: Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Nordsachsen
Abbildung 29: Karte mit FFH Lebensraumtypen „Feuchte Hochstaudenflur“ und „Eutrophes Stillgewässer“ im
FFH Gebiet „Leipziger Auensystem“
In diesem Projekt wird sich der Forstbezirk Leipzig mit der Behandlung von stark verlandenden
Eutrophen Stillgewässer und Feuchte Hochstaudenflur, beides FFH-Lebensraumtypen, am
Beispiel des FFH-Gebietes „Leipziger Auensystem“ befassen, möglichst konkrete Maßnahmen in
diesem Gebiet umsetzen und bei den Hochstaudenfluren Schlüsse für die anderen FFH-Gebiete
und die anderen Flächen im Forstbezirk ziehen.

Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
52
Im Kapitel „9 Maßnahmen zur Erhaltung und Entwicklung“ sind für Eutrophes Stillgewässer viele
Grundsätze aufgelistet, welche umgesetzt werden sollen. So soll der mögliche Fischbestand
gemäß Größe und Beschaffenheit des Gewässers angepasst sein. Das trophischen Niveaus und
die Wasserqualität sollen durch die Vermeidung von Nähr- und Schadstoffeinträgen gesichert und
die naturnahen Uferbereiche geschützt sein. Sollte es eine erhebliche Zustandsverschlechterung
geben, soll der Freiwasserkörper durch geeignete Maßnahmen, wie Entschlammung, Entlandung
und Gehölzrückschnitt wieder hergestellt werden. Diese Maßnahmen können ebenfalls zur
Gewässerunterhaltung notwendig werden, die in enger Abstimmung mit der zuständigen
Naturschutzbehörde erfolgen sollen. Doch das oberste Ziel zur Sicherung der Stillgewässer in
diesem Auengebiet ist die Wiederherstellung einer naturnahen Auendynamik. (FFH-
Managementplan 2012)
Feuchte Hochstaudenfluren gedeihen auf gut nährstoffversorgten, potenziell waldfähigen
Standorten, sodass es bei ungestörter Sukzession zur Etablierung von Gehölzen kommen kann.
Dieser Prozess wird oftmals sehr verlangsamt, weil die hochwüchsigen Stauden zur Ausbildung
relativ stabiler Dominanzstadien in der Lage sind. Da die LRT-Flächen im Leipziger Auensystem
grundsätzlich im Einflussbereich der Fließgewässerdynamik liegen, unterbleibt durch regelmäßige
Hochwasserereignisse eine Gehölzetablierung. In der Regel brauchen diese Bestände keine
Pflege oder ein Management, was es hier im Gebiet noch einmal zu kontrollieren gilt. Das
Abflussgeschehen soll sich am natürlichen (jahreszeitlich ggf. wechselnden) Wasserdargebot
orientieren. Einleitungen, Wasserentnahmen, Rückstaumaßnahmen oder sonstige vergleichbare
Eingriffe, sollen vermieden werden, soweit dadurch das Abflussgeschehen erheblich beeinflusst
wird. Gewässerrandstreifen gemäß § 50 SächsWG sind zu erhalten. Darüber hinaus soll in
angrenzenden Bereichen der Fließgewässerabschnitte mit LRT-Vorkommen die derzeit ortsübliche
Art und Weise der landwirtschaftlichen Nutzung, entsprechend des bisherigen Maßes / Umfangs
fortgeführt werden. Eingriffe in die Sohlen- und Uferstruktur z.B. Verbau, Aufschotterung etc. sind
zu vermeiden und eine Rücknahme entsprechender früherer Eingriffe ist anzustreben. Bei ggf.
notwendigen Maßnahmen der Gewässerunterhaltung sind Beeinträchtigungen möglichst
weitgehend zu vermeiden. Insbesondere sollen relevante LRT-Merkmale und –Voraussetzungen
erhalten bzw. geduldet werden. LRT-Bereiche im unmittelbaren Flussuferbereich bleiben i.d.R.
durch die Dynamik des Abflussgeschehens erhalten und bedürfen keiner pflegenden Eingriffe. Im
Bereich landseitiger (Teil-)Flächen kommt die Abflussdynamik nur abgeschwächt / indirekt zum
Tragen, daher können hier gelegentliche Pflegeeingriffe (maßvolle Gehölzentfernung, Mahd,
möglichst mit Mahdgutberäumung) erforderlich sein. (FFH-Managementplan 2012)

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Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
53
2.3.7.
Rev. 9 – Leipzig – Offenlandfläche Kippe Böhlen
Naturschutz-Vorhaben im Forstbezirk Leipzig / Revier Leipzig
1.
Biotope und LRT
2. Biotopverbund
3. Artenschutz und Habitate
Name des Projektes:
Entwicklungsgesamtplanung der großen Offenlandfläche auf der Kippe Böhlen und flächenmäßige
Untergliederung der einzelnen Naturschutzziele
Ziel der Maßnahme:
Erstellung einer flächenkonkrete Entwicklungsplanung für die vorkommenden zu schützenden
Arten und zu schützenden Biotope in Abstimmung mit der vorgegebenen forstlichen
Bewirtschaftung nach Rekultivierung des Kippenstandortes
Festlegung von Feingliederungselementen z.B. durch Gehölzstreifen als Biotopverbund oder auf
einigen Teilflächen die Zulassung der natürlichen Sukzession
Projektbeginn: 2020
Geplante Laufzeit: 2020 - 2023
Projektpartner: Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Leipzig
Abbildung 30: Karte mit rot eingezeichneter Flächenlage der großen Offenlandfläche auf der Kippe Böhlen und
Luftbild der Offenlandfläche
Nach fachlicher Prüfung der Fläche durch die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Leipzig
2016 wurde ein geschütztes Biotop nach § 30 BNatSchG festgestellt.
Es ist ein halbruderaler Halbtrockenrasen, d.h. dass dieser bereits leicht verbracht ist. Das
Verbrachungsstadium d.h., dass hier etwas sich in eine andere Richtung entwickelt, ist an den
Vertretern der Pflanzengesellschaft Daucus-Picridetum erkennbar. Daucus carota und Picris
hieracoides deuten die Vermittlung zu dem Biotoptyp „trockenwarmen Staudenfluren“ an.
Insgesamt jedoch ist der Gesamtzustand noch zu dem Biotoptyp der kontinentalen

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Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
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Halbtrockenrasen einzuordnen, da die Entwicklung zu den trockenwarmen Staudenfluren noch
nicht weit genug fortgeschritten ist. Auch die trockenwarmen Staudenfluren stellen eine §30
BNatSchG Biotop dar. Folgende Pflanzen konnten festgestellt werden: Kleiner Odermennig
(Agrimonia eupatoria), Echtes Tausendgüldenkraut (Centaurium erythraea), Kleines Habichtskraut
(Hieracium pilosella), Kleine Pimpinelle (Pimpinella saxifraga), Echtes Labkraut (Galium verum),
Gewöhnliches Bitterkraut (Picris hieracoides), Wilde Möhre (Daucus carota), Blutwurz (Potentilla
erecta) und Bärenschote (Astragalus glycphyllus). (Höhn 2016)
Die rund neun Hektar große Fläche soll nach Festlegungen des Erstaufforstungsantrag 2009
langfristig mit Schafen beweidet werden. Diese Beweidungsform zeigte sich nicht ausreichend, um
die starke Strauchvegetation (insbesondere Weißdorn) zurückzuhalten bzw. zurückzudrängen.
Das Mulchen wird aus Perspektive der UNB kritisch gesehen, da die Gefahr des Verfilzens besteht
und kein notwendiger Nährstoffentzug realisiert wird. Eine Mahd wird aus Sicht des Forstbezirks
problematisch gesehen, da starke Stockausschläge von Weißdorn vorhanden sind. Diese
Nutzungsform wurde in den letzten Jahren dennoch mit den befürchteten Problemen aufwendig
realisiert.
Ab 2020 wird die Offenlandfläche mit Färsen (ist ein geschlechtsreifes weibliches Rind unter zwei
Jahren das noch nicht gekalbt hat) in drei fest untergliederten Teilbereichen beweidet.
Abbildung 31: zwei Bilder der Offenlandfläche auf der Kippe Böhlen
In diesem Naturschutzkonzeptprojekt soll es eine Neuaufnahme der Fläche geben und die Frage
beantworten werden, ob die die neue Nutzungsform die erhofften Ergebnisse des Zurückdrängens
des Weißdorns erbringt. Weiterhin bedarf es der Klärung, ob Strukturelemente der Untergliederung
dieses Biotops noch abrunden würden, denn auch die vorhandenen Bodenbrüter müssen
berücksichtigt werden und könnten dadurch Deckungsmöglichkeiten erhalten.

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Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
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2.4. Biotopverbundsmaßnahmen
2.4.1.
Rev. 1 – Thümmlitz-Klosterbuch – Formen der Waldzerfallsphase
Naturschutz-Vorhaben im Forstbezirk Leipzig /
Revier Thümmlitz-Klosterbuch
1. Biotope und LRT
2.
Biotopverbund
3. Artenschutz und Habitate
Name des Projektes:
Abschluss der Ausweisung der weiter zu erbringenden 24 Biotopbaumgruppen in den FFH Gebieten
„Muldentäler oberhalb des Zusammenflusses“, „Unteres Zschopautal“ und „Vereinigte Mulde“ des
Landeswaldrevieres Thümmlitz-Klosterbuch im Planungszeitraum und Darstellung der weiteren
Waldzerfallsflächenkategorien bei Sachsenforst
Ziel der Maßnahme:
Ausweisung aller noch notwendigen Biotopbaumgruppen des Sachenforstes in den FFH-Gebieten
im Zuge der im Forsteinrichtungszeitraum geplanten Durchforstungen bis 2021
Projektbeginn: 2020
Geplante Laufzeit: 2020 - 2021
Projektpartner: LfULG / Geschäftsleitung Sachsenforst – Naturschutzreferat
Abbildung 32: Übersichtskarte und Karte mit dargestellten Biotopbaumgruppen vom Revier Thümmlitz-
Klosterbuch
Wälder sind biodiverse Ökosysteme, bei der die Zerfallsphase und dabei liegendes und stehendes
Totholz eine Lebensstätte vielfältiger Tier- Pflanzen- und Pilzarten darstellt. Diese seltenen und
auch häufig geschützten Arten sind hoch spezialisiert und benötigen Trittsteinbiotope, um sich auf
der gesamten Waldfläche verteilen zu können. Aus diesem Grund verfolgt Sachsenforst einen
integrativen Naturschutz, der die aktive Mehrung und Förderung der Zerfallsphase auf der breiten
Landeswaldfläche verteilt und nicht nur in einzelnen Totalreservaten.
Diese Verteilung auf der Landeswaldfläche erfolgt in unterschiedlicher Art und Weise. Zum ersten
bleiben die nach § 21 SächsNatSchG besonders geschützten Biotop- und Totholzbäume auf der
gesamten forstlichen Fläche stehen.

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Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
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Nachfolgend kommt die aktive Mehrung und Förderung von Biotop- und Habitatholz in
Gruppenform. Die Anlage und aktive Mehrung von Biotopbaumgruppen bzw. Altholzinseln wurde
in FFH-Gebieten und den hier vorkommenden Waldlebensraumtypen (LRT) umgesetzt. Dabei
sollten Biotopbaumgruppen, in Beständen ab einem Alter von 80 Jahren, durch mindestens 10 bis
15 Bäume repräsentiert werden, welche einen Brusthöhendurchmesser (BHD) von mehr als 40 cm
überschreiten, ggf. Höhlungen sowie Horste aufweisen und aufgrund ihrer Gestalt (Bizarrformen)
keiner Nutzungsabsicht unterliegen. Durch den Nutzungsverzicht dieser Baumgruppen wird
sichergestellt, dass Ökosystemprozesse bis hin zur Alterungs- und Zerfallsphase der
Baumindividuen durchlaufen werden können. (Stubenrauch 2013)
So gibt es derzeitig im Forstbezirk Leipzig 243 Biotopbaumgruppen, mit insgesamt 2.970
Biotopbäumen, die aus 7 bis 40 Bäumen je Gruppe bestehen und 26 Hektar umfassen.
Im Rahmen der Forsteinrichtung, einer Waldinventur aller zehn Jahre, wird 2020 im Forstbezirk
Leipzig auch eine neue naturschutzfachliche Flächennutzungskategorie ausgewiesen. Die
sogenannten „FON-Flächen“, sind „Flächen ohne Nutzung“, welche auf Basis ihrer
naturschutzfachlichen Ausstattung und bestehender Naturschutzziele längerfristig aus der Nutzung
genommen werden.
somit aktiv die Waldzerfallsphase auf unterschiedlich großen Flächen und bei
verschiedenen Baumarten dauerhaft geschützt
wird.
In diesem Naturschutzkonzeptprojekt soll die abschließende Umsetzung der Biotopbaumgruppen-
auswahl dokumentiert und exemplarisch in dem Revier die anstehende Ausweisung der FON-
Flächen im Zuge der neuen Forsteinrichtung begleitet und dargestellt werden.
Abbildung 33: stehendes und liegendes Totholz im Landeswald des Forstbezirkes Leipzig

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Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
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2.4.2.
Rev. 4 – Horstsee – Fledermausprojekt im Wermsdorfer Wald
Naturschutz-Vorhaben im Forstbezirk Leipzig / Revier Horstsee
1. Biotope und LRT
2
. Biotopverbund
3. Artenschutz und Habitate
Name des Projektes:
Fledermausprojekt Wermsdorfer Wald – Auswertung der Ergebnisse und ziehen von Schlussfolgerungen
für die Forstwirtschaft
Ziel der Maßnahme:
-
detaillierte Erfassung der Fledermauspopulationen im Wermsdorfer Wald
-
Schlussfolgerungen für die forstliche Bewirtschaftung ziehen und Umsetzung initiieren
Projektbeginn: 2019
Geplante Laufzeit: 2019 - 2023
Projektpartner: UNB Nordsachsen / Firma „hochfrequent“
Abbildung 34: kartenmäßiger Überblick über den Wermsdorfer Wald
Der Wermsdorfer Wald ist das größte zusammenhängende Waldgebiet im Forstbezirk Leipzig.
Eingebettet in das intensiv landwirtschaftlich genutzte nordsächsische Platten- und Hügelland
zeichnet er sich durch 5.100 ha Nadel- und Laubwälder aus, wobei einige älteren Eichen-
Hainbuchen- sowie Rotbuchen-Bestände als wertgebend hervorzuheben sind. Die Auswertung
verfügbarer Datenquellen zeigt, dass trotz der Erfassungen zur FFH-Managementplanung in den
in mehreren Teilflächen bislang nur unzureichende Informationen zu Fledermäusen vorliegen. Die
Bestandsdaten beschränken sich zu großen Teilen auf bioakustische Erfassungen und einige
wenige Netzfänge. Nachweise zu Quartierlebensräumen seltener, stark an den Wald gebundener
Arten wie Bechsteinfledermaus, Nymphenfledermaus, Mopsfledermaus oder Große

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Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
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Bartfledermaus fehlten vollständig, obwohl diese angesichts der Biotopausstattung mit
Reproduktionsvorkommen vertreten sein sollten. Wegen ihrer Seltenheit im Freistaat hätten
entsprechende Nachweise gerade bei Bechstein- und Nymphenfledermaus eine unmittelbare
landesweite Bedeutung, und wären nicht nur für das amtliche Monitoring der Erhaltungszustände
und zur Erweiterung des (teils sehr begrenzten) Kenntnisstandes, sondern auch für die Umsetzung
des integrativen Artenschutzes im Wirtschaftswald von großem Wert. (hochfrequent 2019)
In einer gemeinsamen Initiative von LfULG, Sachsenforst und dem Fachbüro „hochfrequent“ wurde
daher ein Projekt zur Ersterfassung bislang unbekannter Vorkommen seltener Fledermausarten
und zum langfristigen Monitoring der Fledermausfauna im Wermsdorfer Wald gestartet. Dabei
kommt eine Methodenkombination aus Netzfängen, Telemetrie, bioakustischen Dauererfassungen
und künstlichen Quartieren zum Einsatz. Neben der möglichst vollständigen Dokumentation des
lokalen Artenspektrums und ersten vergleichenden Analysen zwischen Prozessschutz- und
Wirtschaftsflächen steht dabei explizit auch die Verortung artenschutzfachlich besonders sensibler
Areale und die Identifikation deren wertgebender Elemente im Mittelpunkt. Gerade
Bechsteinfledermaus und Nymphenfledermaus eignen sich hierbei in besonderer Weise als
Leitarten für einen Waldnaturschutz, der über allgemeine Grundsätze hinaus gezielt wichtige
Vorkommen und deren Kernlebensräume erhält und fördert. (hochfrequent 2019)
In diesem Naturschutzkonzeptprojekt werden die Ergebnisse über die Fledermauspopulationen
direkt in der waldbaulichen Praxis umgesetzt. Dies beginnt schon mit der Forsteinrichtung 2020.
Jetzt kann genau beschrieben werden, wo Bestände im Sinne der Fledermäuse entwickelt werden
müssen, welche Quartierbäume eine Förderung brauchen oder welche Flächen als FON (Fläche
ohne Nutzung) ausgewiesen werden können.
Abbildung 35: a) gespannte Netze b) im Netzt gefangene Fledermaus c) Vermessung der Flügellänge der
gefangenen Arten d) Telemetriegerät zur Ortung der besenderten Fledermäuse e) angebrachter Sender an einer
Fledermaus f) gefangene Bechsteinfledermaus

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Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
59
2.4.3.
Rev. 7 – Naunhof – Bewirtschaftungsauslegung auf die Zielart
Mittelspecht
Naturschutz-Vorhaben im Forstbezirk Leipzig /
Revier Naunhof
1. Biotope und LRT
2.
Biotopverbund
3. Artenschutz und Habitate
Name des Projektes:
Forsteinrichtungsplanung 2020 – exemplarische Darstellung im Bereich Naunhofer Forst (Landeswald)
unter dem Fokus der Zielart Mittelspecht und der Eichen-LRT-Erhaltung im Hinblick auf starker
Einbeziehung naturschutzfachlich begründeter SPA-, FFH-, NSG-Sachverhalte
Ziel der Maßnahme:
Spezielle naturschutzfachliche Begleitung der Forsteinrichtungsplanung 2020 mit dem Fokus auf
die Ziel- und Weiserart Mittelspecht exemplarisch im Bereich Naunhofer Wald
Ableitung der Handlungsschwerpunkte bei der Waldbewirtschaftung bezugnehmend auf den
Anforderungen der zu Grund liegenden Schutzgebiete und darüber hinaus und Verankerung in der
Forsteinrichtung
Projektbeginn: 2020
Geplante Laufzeit: 2020 - 2021
Projektpartner: Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Leipzig
Abbildung 36: Übersichtskarte über die Projektgebiete Naunhofer Wald und Polenzwald
Die Sächsische Forsteinrichtung ist eine aller zehn Jahre wiederkehrendes betriebliches
Planungsinstrument, was denn jeweiligen IST-Zustand erfasst und auf dessen Basis für das

Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
60
kommende Jahrzehnt im Detail die Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen des sächsischen
Landeswaldes festlegen. Hierzu werden die vorhandenen naturschutzfachlichen Aspekte zu
Grunde gelegt und bei der Planung berücksichtigt. In diesem Naturschutzkonzeptprojekt soll die
Forsteinrichtung der Landeswaldflächen im Bereich Naunhof als zu bewirtschaftendes
Laubwaldgebiet, exemplarisch dargestellt werden, unter Einbeziehung der Referendarsarbeit von
Frau Sauer. Sie nutzte das Vorkommen der Weiserart Mittelspecht und dessen
Lebensraumansprüche dafür, die Wälder im Untersuchungsgebiet auf ihren naturschutzfachlichen
Wert hin zu analysieren. Dabei sind folgende Dinge als wichtigste Punkte zu benennen, die der
Mittelspecht zum Leben braucht:
1.
Zusammenhängende Laubwälder mit dicken, alten Bäumen
2.
Dominierende Baumarten Eiche, Hainbuche, Linde, Ahorn oder Buche
3. Grobborkige Bäume für ganzjähriges Nahrungsangebot (überwiegend Insekten,
Spinnentiere; teilw. pflanzliche Nahrung wie z. B. Efeubeeren im Winter). (Sauer 2018)
Im Artensteckbrief des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie wird
der Mittelspecht
(www.umwelt.sachsen.de/umwelt/natur/8261.htm)
wie folgt beschrieben: Der
Mittelspecht (Dendrocopos medius) ist etwa so groß wie der Buntspecht. Er unterscheidet sich von
diesem durch den vollständig roten Scheitel und den fehlenden beziehungsweise unvollständig
ausgebildeten schwarzen Bartstreif. Bevorzugter Lebensraum sind Laubwälder mit hohem Anteil
an Alteichen und stärkerem Unterwuchs, insbesondere Auwälder, Eichen- und Eichen-
Hainbuchenwälder. Die Bruthöhlen werden vorwiegend in Alteichen angelegt, gelegentlich auch in
anderen Laubbaumarten (zum Beispiel Wildapfel, Erle, Esche, Ulme, Birke, Bergahorn). Brutzeit
der Art sind die Monate April und Mai. Die Nahrungsgrundlage des Standvogels besteht vorrangig
aus Insekten. …Der gesamte Bestand beträgt zwischen 150 und 250 Brutpaare mit deutlich
zunehmender Tendenz. (Sauer 2018)
In diesem Waldgebiet ist im Unterstand keine Eichenverjüngung vorhanden. Diese braucht es, um
Lebensraumtyps Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwald und damit die Eiche als Lebensstätte für
viele naturschutzfachlich wertvolle Arten langfristig erhalten bleibt. Die Eiche ist eine Lichtbaumart.
Damit eine Verjüngung stattfinden kann, braucht es Licht auf dem Boden. Diese kann nur realisiert
werden, wenn mindestens ein Loch von einem halben Hektar geschaffen wird, um die
beschattende Randwirkung der umgebenden Waldbestände aufzuheben. Weiterhin benötigt die
Eiche in Ihrer Jugend menschliche Hilfe in Form von Beseitigung konkurrierender Mischbaumarten,
da die Eiche in diesem Alter den anderen Baumarten unterlegen ist.
Welche Schwerpunkte lassen Sich im Gebiet für die neue Forsteinrichtungsperiode festlegen und
wie kann das Spannungsfeld zwischen künstlich geschaffenem Eichenwald, dessen
Pflegenotwenigkeit in den einzelnen Altersstadien, der künstlich einzuleitenden Eichenverjüngung
und den Naturschutzansprüchen konstruktiv gehalten werden.

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Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
61
2.4.4.
Rev. 8 – Leipzig - Süd – Orchideenwiesen Oberholz
Naturschutz-Vorhaben im Forstbezirk Leipzig / Revier
Leipzig-Süd
1. Biotope und LRT
2
. Biotopverbund
3. Artenschutz und Habitate
Name des Projektes: Orchideenwiesen im FFH-Gebiet „Oberholz und Störmthaler Wiesen“ –
Zustandserhaltung und ggf. Verbesserung der Orchideenwiesen mit den FFH-Lebensraumtypen
„Flachland-Mähwiesen“ und „Pfeifengraswiesen“ unter Berücksichtigung der Arthabitate der FFH-Art
„Dunkler Wiesenknopfameisenbläuling“ mit Überarbeitung des Bewirtschaftungsregimes
Ziel der Maßnahme: Optimierung des Madregimes auf allen drei Naturschutzwiesen als Verbund / Einheit
unter Berücksichtigung der verschiedenen Verpachtungen und eigenen Bewirtschaftungsanteilen mit dem
Ziel der optimalen Bewirtschaftung bei gleichzeitiger Aufwertung der FFH-Lebensraumtypen und der
prioritären Ausrichtung der Bewirtschaftung an die Biologie des Dunklen Wiesenknopfameisenbläulings
Projektbeginn: 2021
Geplante Laufzeit: 2021 - 2023
Projektpartner: Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Leipzig / Pächter / Geschäftsleitung
Sachsenforst – Naturschutzreferat
Alle drei naturschutzfachlich hochwertigen Wiesen werden derzeitig unterschiedlich bewirtschaftet.
Zwei der Flächen sind verpachtet und die innere Orchideenwiese lässt der Forstbezirk Leipzig von
Unternehmen mähen und das Schnittgut entsorgen.
Die derzeitigen Zustände der Wiesen aus faunistischer und aus Sicht der Ansprüche der
Schmetterlingsart Dunkler Wiesenknopfameisenbläuling nach wechselnden Pächtern und teilweise
unzureichender Erfüllung der Pachtverpflichtungen sind derzeitig ggf. überprüfungswürdig. Aus
diesem Grund plant der Forstbezirk Leipzig eine Bestandsaufnahme der naturschutzfachlichen
Zustände.
Auf Grundlage dieser Ergebnisse soll die Bewirtschaftung so gestaltet bzw. optimiert werden, dass
es den verschieden Biotop- und Artansprüchen größtmöglich gerecht wird.
Hierzu bedarf es die Unterstützung der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Leipzig und
der jeweiligen aktuellen Pächter, um Wege zu finden die Naturschutzziele langfristig zu sichern.
Abbildunge 37: zwei Kartendarstellungen vom Untersuchungsgebiet a) im Überblick und b) im Detail

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Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
62
Abbildung 38: a) äußere Orchideenwiese in kartenmäßiger Darstellung und b) im Bild und zwei weitere Bilder
von der c) inneren Orchideenwiese und der d) dritten Orchideenwiese am Oberholz
Beispielhalft soll hier die Komplexität der Bewirtschaftung an der äußeren Orchideenwiese
verdeutlicht werden. Hier sind FFH-Lebensraumtypen von Pfeifengraswiesen und Flachland-
Mähwiesen kleinflächig wechselnd vorliegend und der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling hat
hier ein Arthabitat. Es ist ein komplexes Mahdregime einzuhalten, um allen Bedürfnissen gerecht
zu werden. Unter anderem soll hier ein kleinräumiges Mosaik unterschiedlicher Feuchtestufen
erhalten bleiben und eine zweischürige Mahd als wesentlicher Grundsatz für die Bewahrung der
Lebensraumtypen und als Arthabitat des Dunklen Wiesenknopfameisenbläulings ist vorgegeben.
Die Erstmahd muss bis Ende Mai abgeschlossen sein und es ist dann eine Ruhepause bis Mitte
September einzuhalten, um die Blüte des Wiesenknopfes und dann den Abschluss der in den
Blütenköpfchen stattfindenden Entwicklungsphasen der Laven zu ermöglichen.
Neben vielen weiteren Vorgaben zu Schnitthöhe, Vermeidung von Bodenverdichtung und
schnellem Abtransport des Mähgutes, soll das jährlich wechselnde Belassen von Brachestreifen
mit ausreichenden Beständen des Großen Wiesenknopfes (Sanguisorba officinalis) angestrebt
werden.
In diesem Projekt des Naturschutzkonzeptes wird das Ziel angestrebt, unter den gegebenen
verschiedenen Voraussetzungen, die Bewirtschaftung so zu gestalten, dass die Bedürfnisse aller
zu schützender Naturschutzaspekte optimal berücksichtigt und umgesetzt werden.

 
Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
63
2.4.5.
Rev. 9 – Leipzig – Eschenscheckfalter in der Nordwestaue
Naturschutz-Vorhaben im Forstbezirk Leipzig /
Revier Leipzig
1. Biotope und LRT
2.
Biotopverbund
3. Artenschutz und Habitate
Name des Projektes:
Sicherung der Metapopulation des Eschenscheckenfalters im Bereich Schkeuditz und Schaffung eines
Korridors zur Population in Sachsen-Anhalt auf Grundlage des Aktionsplanes zur Art
Ziel der Maßnahme:
Erhalt und Entwicklung von offenen Waldbereichen zur Förderung junger GES (NV und
Stockausschlag) als Fraßpflanze
Schaffung von Kleinsthabitaten entlang der A9
ggf. Wiederansiedlung an ehemalige Vorkommensorte in Richtung Osten (Stadt Leipzig) nach
vorheriger Habitatsgestaltung
Projektbeginn: 2020
Geplante Laufzeit: 2020 - 2023
Projektpartner: Untere Naturschutzbehörde Landkreis Nordsachsen / LfULG
Der Kleine Maivogel oder Eschenscheckenfalter (Euphydryas maturna) ist eine Schmetterlingsart,
die warmfeuchte, sehr lichte Laubmischwälder mit hohen Eschen-Anteilen (Erlen- und
Hartholzauwälder sowie Eichen-Hainbuchenwälder) besiedelt. Essentiell ist dabei das
Vorhandensein von Jungeschen (oder auch tiefbelaubten älteren Eschen) in besonnter und
zugleich feuchter Lage (als Eiablageplatz, Raupenfutterpflanze) und blütenreichen Krautfluren (als
Nahrungshabitat der Imagines). In erster Linie ist dies gewährleistet im Bereich so genannter
Waldinnensäume (entlang von Wegen, auf Lichtungen, an kleinflächig parzellierten Schlägen etc.).
Entsprechende Strukturen wurden insbesondere erzeugt im Rahmen der historischen
Mittelwaldbewirtschaftung. Aufgrund der im Zuge der Sukzession i.d.R. nur relativ kurzzeitigen
Eignung entsprechender Larvalhabitate zeigt die Art innerhalb ihrer Vorkommensgebiete eine
starke zeitliche und räumliche Dynamik. Auch historische Vorkommen liegen in Deutschland
ausschließlich im Bereich wärmebegünstigter Gebiete (Süddeutschland sowie Mitteldeutsches
Trockengebiet und Umgebung). Die in ganz Europa stark rückläufige und zunehmend gefährdete
Art besitzt im Bundesgebiet lediglich noch 4 Vorkommensgebiete mit aktuellen Nachweisen (nach
1990). Davon entfallen 3 auf Süddeutschland (Donau- und Maingebiet, Franken) sowie eins auf
das Elster-Luppe-Gebiet im Grenzbereich Sachsen / Sachsen-Anhalt. (FFH-Managementplan
„Leipziger Auensystem“, 2012)
Aus diesem Grund liegt bei der Bewirtschaftung des Waldgebietes Nordwestaue ein hohes
Augenmerk auf dieser Arterhaltung und Ausbreitung. Hierfür wurden in den letzten Jahren viele
Monitoring- und Erhaltungsmaßnahmen vom Forstbezirk Leipzig durchgeführt und in diesem
Projekt soll es nun speziell um die Gebietsausweitung durch Trittsteinanlage gehen.

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Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
64
Der 2015 erstellte Aktionsplan zum Eschenscheckenfalter beinhaltet Maßnahmen, die zur
Verbesserung bzw. Verhinderung einer weiteren Verschlechterung des Erhaltungszustandes
umgesetzt werden müssen. Ohne nachhaltige Maßnahmen, die auch auf eine Änderung der
Landschaft und Standortverhältnisse abzielen, wird eine langfristige Erhaltung der Art nur schwer
möglich sein. Ziel ist aber zunächst die Optimierung der Habitatqualität im bestehenden
Vorkommen (Erhaltungsmaßnahmen) sowie Schaffung und Optimierung neuer Eiablage- und
Larvalhabitate im unmittelbaren Umfeld des aktuellen Vorkommens. Zwischen den alten und
neuen Habitaten müssen Verbundachsen und Trittsteine hergestellt werden, die ein Erreichen der
neuen Habitate ermöglichen. Die Individuendichte soll über die entsprechenden Maßnahmen
erhöht werden. Damit soll die lokale Population nachhaltig stabilisiert und der Aktionsradius
erweitert werden. Das kurzfristige Ziel beträgt regelmäßig über 50 Gespinste und mittelfristig
regelmäßig über 70 Gespinste pro Jahr. (Aktionsplan Eschenscheckenfalter 2015)
Im neuen Forsteinrichtungszeitraum wird geprüft, in wieweit eine Anlage einer mittelwaldartigen
Bewirtschaftung in dem Vorkommensgebiet sinnvoll ist.
Abbildung 39: zwei Fotos vom Eschenscheckenfalter in der Nordwestaue

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Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
65
2.5. Artenschutzmaßnahmen
2.5.1.
Rev. 2 – Collm – Eremitenförderung auf dem Collmberg (FFH)
Naturschutz-Vorhaben im Forstbezirk Leipzig / Revier Collm
1. Biotope und LRT
2. Biotopverbund
3.
Artenschutz und Habitate
Name des Projektes:
Aktive Maßnahmenumsetzung zur Förderung des Vorkommens der FFH-Art Eremit im FFH-Gebiet
„Collmberg und Oschatzer Kirchenwald“
Ziel der Maßnahme:
Erhalt von Höhlenbäumen bei notwendiger Verkehrssicherungspflicht als Hochstubben
Freistellen jüngerer Eichen und Beseitigung konkurrierender anderer Verjüngung
gegebenenfalls Pflanzung von Eichen mit Einzelschutz in lichteren Bereichen
Projektbeginn: 2019
Geplante Laufzeit: 2019 - 2023
Projektpartner: Untere Naturschutzbehörde Landkreis Nordsachsen
Abbildung 40: Übersichtskarte und Maßnahmenkarten aus dem FFH-Managementplan
Im Kapitel 4.2.3. Eremit des FFH-Managementplanes „Collmberg und Oschatzer Kirchenwald“,
wird beschrieben, wie und wo der Eremit nachgewiesen wurde.
„Beim Bodenfallenaufbau für die Herbsterfassung der Laufkäfer am 26.08.2004 konnte unter
einem Eichen-Hochstubben frisch ausgeworfene Kotpillen sowie Chitinreste vom Juchtenkäfer
(Osmoderma eremita) nachgewiesen, der als prioritäre Art des Anhanges II der FFH-Richtlinie gilt.
Während der vier Begehungen zur xylobionten Käferfauna, die vorher stattfanden, wurde auch
dieser Stamm mehrfach untersucht, jedoch ohne entsprechende Nachweise. Vermutlich sind diese
frisch ausgeworfenen Kotpillen erst durch die Wühltätigkeit eines Wirbeltieres (Baummarder,
Eichhörnchen o.ä.) ans Tageslicht getreten. … Im Zeitraum vom 09.09. - 29.09.2004 erfolgte
während mehreren Begehungen die Suche nach (potentiellen) Eremit-Brutbäumen in den
Altholzbeständen auf der gesamten Collmberg-Areal mittels Kontrolle um den Stammfuß der
Bäume (Suche nach den charakteristischen Kotpillen sowie Chitin- und Kokonreste) sowie

Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
66
Absuchen der Stämme und Kronen mit Fernglas. Insgesamt wurden mehrere Hundert Bäume
begutachtet. Am Südhang konnten zwei weitere, noch lebende Eichen gefunden werden, die auf
Grund des Austretens von den charakteristischen Kotpillen sowie von Chitin- und Kokonresten auf
Vorkommen von O.e. schließen lassen. Weitere ca. 50 Eichen wurden identifiziert, die als
potentielle Brutbäume in Frage kommen, v.a. wegen dem Vorhandensein von Baumhöhlen
und/oder hohlen bzw. morschen Stamm- und Starkastpartien mit erkennbarem rotbraunem Mulm.
Karte 5a im Anhang enthält die potentiellen, wahrscheinlichen und „sicheren“ Brutbäume
einschließlich Kurzcharakteristik. Die Kategorie „wahrscheinlich“ wurde für Bäume gewählt, bei
denen Kotpillen gefunden wurden, diese aber nicht sicher zu O.e. zugeordnet werden können, da
Vertreter der Gattung Protaetia („Goldkäfer“) ähnliche, aber meist kleinere Kotpillen produzieren,
die dann von denen jüngerer Juchtenkäferlarven nicht mehr eindeutig unterscheidbar sind. (FFH-
Managementplanes „Collmberg und Oschatzer Kirchenwald“ 2005)
In den weiteren Abschnitten im FFH-Managementplan wird der Eremit auf dem Collmberg
weiterhin beschrieben. „Mikroklimatisch günstige Voraussetzungen gibt es in erster Linie am
südlich exponierten Hang. Besonders im mittleren Teil südlich der Türme befinden sich eine
überdurchschnittlich große Zahl alter, anbrüchiger, meist stammfauler Eichen mit teilweise bizarren
Stamm- und Kronenformen. Durch das Absterben ganzer Bäume bzw. Abbrechen von
Kronenästen ist der Bestand relativ licht. Mit 3 festgestellten „sicheren“ Brutbäumen sowie vielen
potentiellen Brutbäumen, vor allem alte Eichen, wird die Fläche nach der
Managementplankategorie „B“ bewertet, da über die tatsächliche Zahl besiedelter Brutbäume nach
der kurzen, hier durchgeführten Ersterfassung, keine gesicherten Aussagen gemacht werden
können. Auf längere Sicht können die jüngeren Eichenbestände im Südwesten des FFH-Gebietes
eine gewisse Biotoptradition fortsetzen, sofern nicht nur die kartierten, potentiellen Brutbäume
erhalten bleiben sondern alle derzeit noch vorhandenen Eichen.
Im Kapitel 9 zur Umsetzung von Maßnahmen wird für den Eremiten die Förderung der Eichen-
Naturverjüngung vorgeschlagen, die stärkere Bejagung der Rehwildbestände und Freistellung
jüngerer Eichen. Auch durch die gezielte Beseitigung anderer Laubholz-Naturverjüngungen, z.B.
von Robinie und ggf. Birke und die aktive Nachpflanzung von Eichen in aufgelichteten Bereichen,
wo keine Naturverjüngung ankommt, muss der Eichenwald als Lebensraum langfristig erhalten
bleiben. Die Erhaltung aller Höhlenbäume ist das oberste Ziel. Bei eventuellen Gefährdungen und
den Erfordernissen zur Verkehrssicherungspflicht sollten Fällungen alter Bäume vermieden
werden, indem Hochstubben erhalten bleiben.
In diesem Naturschutzkonzeptprojekt soll das Eremitvorkommen auf dem Collmberg nach 2005 im
Jahr 2020 neu analysiert und die Forderungen des Managementplanes gezielt auf den Eremiten
umgesetzt werden.

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Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
67
2.5.2.
Rev. 3 – Wermsdorf – Bechsteinfledermausförderung (FFH)
Naturschutz-Vorhaben im Forstbezirk Leipzig /
Revier Wermsorf
1. Biotope und LRT
2. Biotopverbund
3.
Artenschutz und Habitate
Name des Projektes:
Bechsteinfledermausschutzprojekt auf dem Dornreichenbacher Berg
Ziel der Maßnahme:
Analyse des Arthabitats und Förderung von Fledermausarten – im speziellen der
Bechsteinfledermaus - im FFH-Gebiet „Berge um Hohburg und Dornreichenbach“
Ausblick der Auswirkungen der Forsteinrichtungskategorie „Fläche ohne Nutzung (FoN)“ an
Beständen und LRT-Flächen mit bereits jetzt hoher Habitatqualität
ggf. Aufhängen von Fledermauskästen in Bereichen mit Quartiermangel
Erhöhung des Anteils an Biotopbäumen die als Fledermausquartiere geeignet sind
Projektbeginn: 2020
Geplante Laufzeit: 2020 - 2023
Projektpartner: Untere Naturschutzbehörde Nordsachsen / Hochfrequent
Abbildung 41: Karte des Dornreichenbacher Berges und Fledermaukarte aus dem FFH Managementplan „Berge
um Hohburg und Dornreichenbach“2004
Die Bechsteinfledermaus ist von allen heimischen Fledermausarten die am stärksten an Wald
gebundene Art. Sie kommt besonders in strukturreichen, älteren Laub- und Mischwäldern vor,
besiedelt in geringerer Dichte jedoch auch Kiefern- und andere Nadelwälder. Voraussetzung für
die Besiedlung von Nadelwaldbeständen ist das Vorhandensein geeigneter Baumquartiere.
Wochenstubenquartiere wie auch Männchenquartiere sind vorzugsweise in Baumhöhlen in einem
älteren Baumbestand zu finden. Ersatzweise werden auch in Vogel- und Fledermauskästen
angenommen. Vogelnistkästen stehen den Fledermäusen in der Regel jedoch erst recht spät im
Jahr, nach Beendigung der Bruten, zur Verfügung. Im Spätsommer und Herbst ergibt sich ein
stellenweise hoher Konkurrenzdruck durch Bilche, v.a. den Siebenschläfer. Bechsteinfledermäuse
wechseln häufig die Quartiere, so dass eine ausreichende Ausstattung mit Höhlen (Naturhöhlen,

Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
68
Nistkästen) von besonderer Bedeutung ist, wobei eine Häufung von Höhlen in bestimmten
Bereichen den Ansprüchen dieser Art eher entspricht als eine geringe Dichte auf größerer Fläche.
Voraussetzung für die hohe Siedlungsdichte sind dabei der Struktur- und Höhlenreichtum der
Waldbestände. Das Jagdverhalten der Bechsteinfledermaus beinhaltet zumeist Jagdflüge
innerhalb eines Waldbestandes in geringer Höhe über dem Boden bzw. in geringer Entfernung zur
Vegetation.
(FFH Managementplan „Berge um Hohburg und Dorn-reichenbach“ 2004)
Im FFH-Managementplan wurden neben weiteren 8 Fledermausarten, die Bechsteinfledermaus,
das Große Mausohr und Mopsfledermaus, als Anhangs II –Arten der FFH-Richtlinie erfasst.
Bemerkenswert ist dabei das Vorkommen der Bechsteinfledermaus, die in der Region als sehr
selten gilt. Das Untersuchungsgebiet weist eine hohe Präsenz naturnaher Waldbereiche auf. Damit
wird die Habitatnutzung durch waldbewohnende Fledermausarten deutlich begünstigt. Die
Individuendichte ist für die einzelnen Arten des Anhangs II unterschiedlich einzustufen. Insgesamt
besitzt das Gebiet einen hohen Wert für diese Artengruppe. Die Bechsteinfledermaus ist
landesweit eine vom Aussterben bedrohte, extrem seltene Art. Bundesweit wird sie als gefährdet
eingestuft. Für die Bechsteinfledermaus wurden 4 Nachweise mittels Detektor innerhalb der
Transekte im Gebiet erbracht. Damit wird eine geringe Nachweisdichte erreicht. Die
Nachweisdichte in den Transekten beträgt 7% bezogen auf alle Transekte und Begehungen. Die
Populationsgröße ist damit als mittel bis gering einzustufen (Wertstufe C).
Insgesamt wird der Erhaltungszustand der Jagdhabitate der Bechsteinfledermaus mit B bewertet
(guter Erhaltungszustand). Der Anteil der Optimalhabitate liegt nur bei ca. 17%. Gewertet werden
hierbei nur die Habitate mit Nachweisen der Art (Kernlebensraum). Dennoch wird auch eine
weitere Besiedlung bzw. Nutzung der in den Teilflächen Löbenberg und Hohburg vorhandenen
Buchenwaldbestände nicht ausgeschlossen. Diese sind zumindest als Entwicklungsflächen in die
Bewertung einzubeziehen. Als Optimalhabitat sind Altholzbestände (Laubwald) mit einem hohen
Anteil an der Gesamtwaldfläche anzusehen (>60%). Die Baumhöhlendichte erreicht in diesen
Flächen dabei >10 Höhlenbäume / ha. Im Gebiet ist dies in den Flächen mit Nachweisen der
Bechsteinfledermaus nur teilweise gegeben. Bezogen auf die Gesamtwaldfläche ist der Anteil der
Optimalhabitate mäßig hoch (Wertstufe C).
(FFH Managementplan „Berge um Hohburg und Dorn-
reichenbach“ 2004)
Um das FFH-Gebiet vor allem für die so seltene Bechsteinfledermaus attraktiver zu gestalten, wird
in diesem Naturschutzkonzeptprojekt der Forstbezirk Leipzig auf dem Dornreichenbacher Berg der
Naturschutzforderung nach Mehrung von Fledermausquartieren nachkommen, sei es durch
Erhöhung des Anteils an Biotop- und Todholzbäumen über Nutzungsverzicht oder durch das
Aufhängen spezieller Fledermauskästen.

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Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
69
2.5.3.
Rev. 4 – Horstsee – Schwarzspechtentwicklung im Revier
Horstsee
Naturschutz-Vorhaben im Forstbezirk Leipzig /
Revier Horstsee
1. Biotope und LRT
2. Biotopverbund
3.
Artenschutz und Habitate
Name des Projektes:
Wiederholte Kartierung des Schwarzspechtvorkommens im Revier Horstsee und folglich Auswertung der
Entwicklungstendenz mit der Zielstellung der Erarbeitung von Rückschlüssen für die forstliche
Bewirtschaftung um die Art weiter zu fördern
Ziel der Maßnahme:
wiederholte Kartierung der Schwarzspechthölen im Revier Horstsee
Datenabgleich der über 10 Jahre auseinander liegenden Ergebnissen
Erarbeitung von Rückschlüssen für die forstliche Bewirtschaftung zur Artförderung
Projektbeginn: 2020
Geplante Laufzeit: 2020 - 2023
Projektpartner: Untere Naturschutzbehörde Landkreis Nordsachsen
Abbildung 42: Übersichtskarte zum Forstrevier Horstsee und ein Auszug aus der 2003 Schwarzspechtbestands-
aufnahme vom Revierleiter Uwe Lange
Der Schwarzspecht, die größte europäische Spechtart und stellt durch den Bau von geräumigen
Baumhöhlen der Waldlebensgemeinschaft wichtige Kleinsthabitate zur Verfügung. Viele Tierarten
sind als „Nachnutzer“ auf die Höhlen des Schwarzspechtes angewiesen und würden ohne ihn
unsere Wälder nicht bzw. in sehr viel geringer Dichte besiedeln. Der Schwarzspecht ist sowohl
nach europäischem als auch nach deutschem Recht streng geschützt. In Deutschland besiedeln
Schwarzspechte nahezu alle Waldgesellschaften bis zu 1.400 Meter Höhe in stark variierender
Siedlungsdichte. Ein Brutpaar nutzt durchschnittlich eine Waldfläche von 200 bis 400 Hektar.
Schwarzspechte brüten bevorzugt in alten Buchenwäldern mit hohem Anteil an Totholz. Reicht das
lokale Nahrungsangebot nicht aus, fliegen sie zur Nahrungssuche auch in andere, mehrere
Kilometer weit entfernt gelegene Wälder. Die bevorzugte Nahrung des Schwarzspechts sind

Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
70
Ameisen und Käferlarven, aber auch andere holzbewohnende Insekten und Früchte zählen zu
ihrem Nahrungsspektrum. Männchen und Weibchen tragen ein schwarzes Federkleid. Auffällig
sind ihre roten Federn auf dem Kopf, durch die sie leicht zu unterscheiden sind. Beim Männchen
ist der gesamte Scheitel, beim Weibchen lediglich der Hinterkopf rot gefärbt. Der Schwarzspecht
hat für die Artenvielfalt in einem Waldgebiet eine Schlüsselrolle. Er zimmert geräumige
Baumhöhlen, die im Verlauf der Jahre ihre Strukturen verändern können. In Europa dienen
Schwarzspechthöhlen bis zu 60 unterschiedlichsten Arten als Schlaf- oder Überwinterungsplatz,
als Nahrungsdepot oder zur Jungenaufzucht. Viele dieser Großhöhlen-bewohner sind in ihrem
Bestand gefährdet und würden den Wald ohne den Schwarzspecht nicht oder in deutlich
geringerer Anzahl besiedeln.
(Deutsche Wildtier-Stiftung 2008)
Schwarzspechte besiedeln alte Wälder mit weiträumigem, hallenartigem Bestandesaufbau und
geschlossenem Kronendach. In unmittelbarer Umgebung der Höhlenbäume sind oft tief beastete
Bäume zu finden. Schwarzspechte bevorzugen Rotbuchen als Höhlenbaum. Ihre zweite Wahl sind
Kiefern, Tannen oder Fichten. Sehr selten nutzen sie andere Baumarten. Schwarzspechte
besiedeln Buchenbestände, die mindestens 80 Jahre alt sind. Der Brusthöhendurchmesser von
Höhlenbäumen beträgt mindestens 32 Zentimeter. Für ihre Höhlen favorisieren Schwarzspechte
Bäume der vorherrschenden und herrschenden Bestandesschicht. Diese sind auf den ersten Blick
gesund, von guter Wuchsqualität, meist geradschaftig und verfügen über einem hohen
Kronenansatz. Insbesondere bei Rotbuchen kann der Schwarzspecht nur dann eine Bruthöhle
bauen, wenn der Stamm durch den Befall von Fäule erregenden Pilzen geschwächt ist. Mit dem
Bau beginnen sie an der schwächsten Stelle. Spechte erkennen die befallenen Buchen an der
unterschiedlichen Resonanz beim Stammklopfen. Je nach Zersetzungsrad des Holzes vergehen
Jahre bis eine Höhle komplett ausgebaut ist. (Deutsche Wildtier-Stiftung 2008)
In diesem Projekt wird Revierleiter Uwe Lange eine erneute Erfassung des Schwarz-
spechtvorkommens im Revier Horstsee durchführen. Die Höhlenbäume sollen wieder mit genauem
Standort und die entsprechenden Bestandesdaten, wie Baumart, Alter, BHD etc. erfasst und
ausgewertet werden. Aus dem Vergleich der Erfassungsjahre lassen sich dann entsprechende
Schlüsse für die aktuelle Bewirtschaftung im Revier ziehen und sollen auch im gesamten
Forstbezirk vorgestellt werden.

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Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
71
2.5.4.
Rev. 5 – Colditz – Bibervorkommen und Habitatentwicklung
Naturschutz-Vorhaben im Forstbezirk Leipzig /
Revier Colditz
1. Biotope und LRT
2. Biotopverbund
3.
Artenschutz und Habitate
Name des Projektes:
Darstellung eines naturschutzfachlichen Zielkonflikts zwischen Art- und Biotopschutz und Erarbeitung einer
Behandlungsstrategie – am Beispiel der faunistisch sehr wertvollen Neuangerwiese (FND) und der
natürlichen Erweiterung des Arthabitates des Bibers am Grimmerbach in Colditzer Wald
Ziel der Maßnahme:
Aufnahme des Ausbreitungszuwachses zwischen 2016 (Referendararbeit Coordes) und
Bestandsaufnahme 2021 – Darstellung des Umfangs der Flächenerweiterung
Darstellung des Einflusses der Bauaktivitäten des Bibers am Grimmerbach auf die Neuangerwiese
- welche durch den Bach geteilt wird
Abwägung von Vergrämungsmöglichkeiten für den Biber mit der unteren Naturschutzbehörde des
Landkreises Leipzig auf der einen und ggf. der Aufgabe der Neuangerwiese als faunistische
Besonderheit auf der anderen Seite
Projektbeginn: 2021
Geplante Laufzeit: 2021 - 2023
Projektpartner: Unter Naturschutzbehörde Landkreis Leipzig / Lehrausbildung des Forstbezirkes Leipzig
Abbildung 43: Übersichtskarte zum Untersuchungsgebiet im Landeswaldrevier Colditz
Das Flächennaturdenkmal Neuangerwiese ist eine extensiv genutzte Wiese mit mehreren
Biotoptypen. Der südliche Teil mit Naßwiesencharakter beherbergt eine Fülle seltener
Pflanzenarten, u.a. Fieberklee und Wollgras in den sumpfigen Gräben, Sumpfdotterblume und
Knabenkraut. Aufgrund wechselnder standörtlicher Verhältnisse, durch welliges Gelände kommt es
kleinflächig zu einer unterschiedlichen Zusammensetzung der Vegetation. Im südlichen Bereich
sowie am begradigten Grimmerbach, der die Wiese durchzieht, findet sich eine Hochstaudenflur

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Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
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mit Mädesüß und Blutweiderich und am Bach auch Kohldistel. Die Nordhälfte der binsenreichen
Wiese ist durch Geländeanstieg als Fuchsschwanzwiese ausgebildet. Hier befinden sich an den
Gräben und in Geländemulden zwei Waldsimsensümpfe und ein Großseggenried. Am
Grimmerbach gibt es eine typische Begleitvegetation. (Waldbiotopkartierung 2017)
Der Biber ist mit bis zu mehr als 120 cm Gesamtlänge und durchschnittlich 25 kg Gewicht das
größte europäische Nagetier. Charakteristisch sind sein gedrungener Körperbau und der
abgeplattete schuppige Schwanz. Der Biber bevorzugt langsam fließende und stehende Gewässer
(Landesamt für Umwelt und Geologie – aktuell: LfULG 2004)
Im Jahr 2016 erfolgte eine Bestandsaufnahme der vom Biber am Grimmebach im Forstrevier
Colditz beanspruchten Flächen und verursachten Schäden im Rahmen einer Referendararbeit. Zu
diesem Zeitpunkt hatte der Biber noch keinen Einfluss auf das Flächennaturdenkmal
Neuangerwiese. Im Kapitel Theoretische Prüfung eines Interessensabgleich - 5.3.4 Maßnahmen
Neuangerwiese konnte noch 2016 festgestellt werden: „Die Bewirtschaftung der Neuangerwiese
muss sich infolge fehlender Biberaktivitäten auch weiterhin an den Zielen als Flächennaturdenkmal
orientieren, die eine periodische Mahd bzw. Beweidung zum Schutz seltener
Orchideenvorkommen vorsieht. Aufgrund der geringen Habitatqualität der Neuangerwiese für den
Biber, insbesondere infolge der fehlenden Winternahrung (vgl. Abschnitt 2.3), erscheint eine
Besiedlung eher unwahrscheinlich. Bei steigendem Populationsdruck kann die Biberaktivität aber
auch zu Überflutungen führen, welche die bisherigen Naturschutzziele dieser Fläche gefährden
können. Eventuelle naturschutzinterne Konflikte betreffen die Belange der zuständigen
Naturschutzbehörden. Die Entscheidung über eine Vergrämung oder Duldung des Bibers auf der
Neuangerwiese bedarf der naturschutzrechtlichen Abwägung der Behörde. Dem Forstbezirk
Leipzig obliegt dabei die Kontrolle der Flächen als Eigentümer, sowie die Meldung über Konflikte
im Einzelfall.“ (Coordes 2016)
Der Biber ist aktuell mit seinen Bauaktivitäten zur verpachteten Neuangerweise vorgedrungen und
es bestehen mittlerweile naturschutzinterne Konflikte. Diese sollen in diesem Naturschutzkonzept-
projekt mit der zuständigen Unteren Naturschutzbehörde erörtert und Lösungsansätze aufgezeigt
werden.
Abbildung 44: zwei Fotos von Biberbauaktivitäten auf der Neuangerwiese

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Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
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2.5.5.
Rev. 5 – Colditz – Hirschkäferförderung (FFH)
Naturschutz-Vorhaben im Forstbezirk Leipzig /
Revier Colditz
1. Biotope und LRT
2. Biotopverbund
3.
Artenschutz und Habitate
Name des Projektes:
Förderung der FFH-Art Hirschkäfer im FFH Gebiet Kohlbach- und Ettelsbachtal im Colditzer Wald durch
konkrete Maßnahmenplanung und Umsetzung im Vorkommensgebiet
Ziel der Maßnahme:
Freistellen von Habitat-Altbäumen und Altholzstubben insbesondere durch Auflichtungen im Unter-
und Zwischenstand
Anlage einer Hirschkäferentwicklungshilfe ("Hirschkäferwiege") im südexponierten Hangbereich
und Sicherung durch einen Wildschutzzaun
Anlage von Ruhezonen, optimaler Eichenfällungszeitraum - Abstimmung mit der zuständigen
Naturschutzbehörde
Projektbeginn: 2020
Geplante Laufzeit: 2020 - 2023
Projektpartner: Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Leipzig
Abbildung 45: Übersichtskarte zum Hirschkäferprojekt im Landeswaldrevier Colditz
Die bekannten Hirschkäfervorkommen in Sachsen konzentrieren sich vor allem im
nordsächsischen Tiefland (Elbtalweitung, Düben-Dahlener Heide, westlich von Grimma). Diese
Vorkommen zeigen jedoch Verinselungseffekte der optimalen Habitate, was mit dem geringen
Aktionsradius von Hirschkäfern (max. 5 km) zusammenhängt. Ein derartiges
„Reliktvorkommen“ am südlichen Rand der sächsischen Hirschkäferverbreitung stellt der östliche
Randbereich des Colditzer Forstes dar.
Aufgrund der standörtlichen Verhältnisse (Lage, Klima, Boden) finden sich bereits jetzt im
Forstbezirk Leipzig auf 63 % der Waldfläche Laubhölzer und auch in Zukunft werden weiter
großflächig standortsgerechte und naturnahe Laubholzbestände (hohe Eichenanteile) etabliert.
Diese bilden den potentiellen Lebensraum des Hirschkäfers für die Zukunft. Neben den
zusätzlichen Biotopverbundmaßnahmen in der freien Landschaft helfen diese Laubwälder,

Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
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Verbindungen zwischen den einzelnen Hirschkäferpopulationen herzustellen und damit einen
Genaustausch zu gewährleisten.
Neben dem langfristigen Baustein „Waldumbau“ hin zu strukturierten, lichten Eichen-Mischwäldern
gilt es für den aktuellen Zeitraum, dieses Reliktvorkommen im Colditzer Forst zu erhalten und zu
stabilisieren. Hierfür sollen verschiedene Maßnahmen zum Tragen kommen, welche neu initiiert
und langfristig im regulären Waldbewirtschaftungsprozess integriert fortgesetzt werden sollen.
Der Erhalt von Alteichen (Stiel- und Traubeneichen) als potentielle Hirschkäferhabitate im FFH-
Gebiet „Kohlbach- und Ettelsbachtal“ steht an erster Stelle. Alteichen sind zu erhalten und in der
Krone im Zuge von Durchforstungen freizustellen. Hierbei wird eine mäßige aber kontinuierliche
Eingriffsstärke bevorzugt. Neben der Förderung der Krone soll ein Lichtregime am Boden erzielt
werden, welches eine partielle Besonnung der Wurzel- und Stammanläufe gewährleistest, ohne
dass sich dabei eine durch zu hohes Lichtangebot stark geförderte Strauch- und
Baumunterstandsschicht etabliert, welche wiederum die Besonnung reduziert. Hirschkäferlarven
als auch Imagos im Boden benötigen ausreichend Wärme für Ihre Entwicklung bzw. Fortpflanzung.
Erfahrungen aus anderen Hirschkäferschwerpunktvorkommen wie der Dahlener Heide zeigen,
dass der Hauptlebensraum der Hirschkäfer vor allem an süd- bis südostexponierten lichten
Waldaußen- und Waldinnensaumbereichen (Waldwiesen, Holzlagerplätze, Abteilungsschneisen)
zu sehen ist. Hier finden Hirschkäfer das größte Wärmeangebot vor. Im FFH-Gebiet hier sollen an
derartig exponierte Waldsaumbereichen die vorhandenen besonnten Altholzstreifen (bevorzugt
Eiche) erhalten und gefördert werden. Tiefbeastete Randeichen an besonnten Standorten werden
aufgeastet und verdämmende Bodenvegetation und den Schaft einer Alteiche beschattende
Verjüngung und Unterstand partiell entfernt. Da anbrüchiges und angemodertes Holz (Eiche) die
bevorzugte Nahrung für die sich entwickelnden Hirschkäferlarven ist, werden im FFH-Gebiet
absterbende Laubbäume, stehendes und liegendes Totholz prioritär erhalten und gefördert.
Die Hirschkäferimago ernähren sich ausschließlich von Baumsäften (v.a. Eiche, aber auch Kirsche,
Kastanie, Rotbuche) und vom Saft reifer Früchte (v.a. Kirschen). Dementsprechend sollen gezielt
sichtbare Bäume mit Schleimfluss und Kirschbäume erhalten und durch die Entnahme von
Bedrängern gefördert werden. Weiterhin werden 5 Kirschbäume im Kohlbachtal auf einer
landeseigenen Wiese gepflanzt. Diese erbringen außerdem zusätzlichen Nutzen als Habitat und
Nahrungsquelle für weitere Tiere und Insekten.
Neben den mehr einzelbaumweise vorkommenden Alteichen im FFH-Gebiet stocken auf größerer
Fläche Eichenkulturen bzw. -jungbestände. Diese werden in der Zukunft dem Hirschkäfer einen
optimalen Lebensraum bieten. Bis dahin werden künstliche Hirschkäferwiegen für die
Larvalentwicklung an süd- bis südostexponierten Waldinnen- und Waldaußenrändern, besonders
zu Waldwiesen, angelegt. Da Hirschkäferlarven als beliebte Nahrung von Schwarzwild
angenommen werden, sind diese hier besonders zu bejagen und die Hirschkäferwiegen werden
vorsichtshalber mit einem Wildschutzzaun versehen. (Richter 2018)

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Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
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2.5.6.
Rev. 6 – Waldmühle – Haselmausmonitoring und Förderung
II.
Naturschutz-Vorhaben im Forstbezirk Leipzig /
Revier Waldmühle
1. Biotope und LRT
2. Biotopverbund
3.
Artenschutz und Habitate
Name des Projektes:
Monitoring der Haselmausbestände im Revier Waldmühle und anschließende Förderung der Anhang IV Art
der Flora-Fauna-Habitatrichtlinie
Ziel der Maßnahme:
Vergleich der Ergebnisse des Haselmausmonitorings 2014 und der aktuellen Erfassung mit
Schlussfolgerungen auf die zukünftige Waldbewirtschaftung
Umsetzung von Maßnahmen zur Habitatverbesserung – z.B. Einbringung von beerentragenden
Waldsträuchern
Projektbeginn: 2021
Geplante Laufzeit: 2021 - 2023
Projektpartner: Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Leipzig / Hochfrequent
Abbildung 46: Übersichtskarte zum Haselmausprojekt und ein Foto zu den Haselmauskästen im
Landeswaldrevier Waldmühle
Die Haselmaus ist ein kleines Nagetier aus der Familie der Bilche bzw. Schläfer und mit den
heimischen Arten Siebenschläfer, Gartenschläfer und Baumschläfer verwandt. Die Haselmaus
wird nur knapp 7 cm groß und wiegt 15 bis 40 Gramm. Auffällig ist der dicht behaarte, etwa 6 cm
lange Schwanz, der den sehr geschickten Kletterern beim Balancieren hilft. Haselmäuse können
bis zu 6 Jahre alt werden. Sie sind im Anhang IV der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie gelistet und
zählen somit zu den streng geschützten Arten.

Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
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Die nacht- und dämmerungsaktive Art bewohnt unterholzreiche Laub- und Mischwälder,
Kahlschläge, Waldsäume, aber auch Feldhecken. Eine wichtige Voraussetzung scheint das
Vorhandensein einer gut entwickelten Strauchschicht (Brom- oder Himbeere) zu sein. Haselmäuse
sind sehr gute Kletterer. Als Tagesverstecke werden kugelförmige Nester (Durchmesser 12 – 15
cm, seitlicher Eingang) aus trockenem Gras und Laub freistehend in dichten Gebüschen oder in
Höhlungen (z.B. Nistkästen) angelegt. Der in unseren Breiten von Oktober bis April dauernde
Winterschlaf wird am Boden unter der Laubschicht, zwischen Baumwurzeln oder aber auch in
Erdlöchern bzw. Felsspalten abgehalten. Für diesen Zeitraum werden im Herbst Fettdepots
angelegt. In Deutschland ist die Art vor allem im kollinen und montanen Bereich verbreitet. Für
Sachsen betrifft dies das Erzgebirge, das Elbsandsteingebirge und die Lausitz. Die
Verbreitungsgebiete der Haselmaus in Sachsen sind in den letzten Jahrzehnten stark
zurückgegangen. Als eine Ursache wird der Verlust von Habitaten gesehen.
Im Forstbezirk Leipzig ist der Colditzer Forst einer der wenigen (nachgewiesenen) Vorkommens-
gebiete der Haselmaus im Landkreis Leipzig. Ein weiteres Vorkommen befindet sich im Oberholz.
Frühere Nachweise aus dem Fürstenholz und Himmelreich bei Frohburg sind seit längerem nicht
mehr bestätigt bzw. ist zu vermuten, dass die Vorkommen ggf. erloschen sind. In den aktuellen
beiden Vorkommensgebieten ist die Art jedoch sehr selten und kann nur gelegentlich
nachgewiesen werden. Im Colditzer Forst (Buchheimer Winkel) befindet sich seit 10 Jahren eine
Untersuchungsfläche mit 60 Stück Haselmauskästen, wo jährlich zwei Kontrollen erfolgen um den
Erhaltungszustand zu überwachen (FFH-Monitoring/Feinmonitoring für Arten des Anhangs IV).
Diese Fläche wird durch das Fachbüro Hochfrequent betreut, neben weiteren Kontrollflächen im
Fürstenholz und Oberholz. (Meisel 2019)
Der Forstbezirk Leipzig liegt am Rande des Verbreitungsgebietes der Haselmaus, allerdings sind
einige Waldgebiete aufgrund ihrer Baumartenzusammensetzung und Struktur durchaus als
potentieller Lebensraum geeignet. Wichtig ist die Verbesserung der Habitatstrukturen. In diesem
Zusammenhang lässt sich der größte Effekt mit der Anlage und Pflege stufiger Waldinnen- und
außensäume erzielen. Auch bei der Anlage von Erstaufforstungen kann dieser Aspekt
berücksichtigt und eine potentielle Lebensstätte durch die Pflanzung von Waldsträuchern in
vorgelagerten Randstreifen geschaffen werden. Gerade beerentragende Waldsträucher als
Nahrungslieferant können hier gezielt miteingebracht oder gefördert werden. Weiterhin können die
Habitateigenschaften natürlich durch die Installation von zusätzlichen Nistkästen verbessert
werden. (Franz 2018)
Bei diesem Projekt im Rahmen des Naturschutzkonzeptes will sich der Forstbezirk Leipzig
verstärkt mit der Haselmaus befassen und praxistaugliche Kriterien herausarbeiten, wie durch
gezielte Waldbewirtschaftung diese Art gestärkt und gegebenenfalls neue Vorkommen etabliert
werden können.

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Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
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2.5.7.
Rev. 7 – Naunhof – Fledermausweinkeller Kloster Nimbschen
Naturschutz-Vorhaben im Forstbezirk Leipzig / Revier
Naunhof
1. Biotope und LRT
2. Biotopverbund
3.
Artenschutz und Habitate
Name des Projektes:
Entwicklung des „Weinkellers“ – Teil des Kulturdenkmals „Klosterruine Nimbschen“ – zum
Fledermausquartier im FFH Gebiet „Vereinigte Mulde und Muldeauen“ im flächigen Arthabitat des Großen
Mausohrs und der Mopsfledermaus
Ziel der Maßnahme:
Fledermaus- und denkmalgerechte Instandsetzung der baulichen Einrichtungen des „Weinkellers“
als Teil des Kulturdenkmals „Klosterruine Nimbschen“
Anbringung von Fledermaussteinen im Innenraum des Weinkellers
Projektbeginn: 2019
Geplante Laufzeit: 2019 - 2020
Projektpartner: Untere Denkmalschutz- und Naturschutzbehörde des Landkreises Leipzig
Abbildung 47: drei Fotos zum Fledermausweinkeller im Kloster Nimbschen und eine Übersichtskarte

Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
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Der Fledermausweinkeller, im Bereich des flächigen Naturdenkmals „Klosterruine
Nimbschen“ wurde bereits verkehrssicherungstechnisch gesichert und soll in diesen Naturschutz-
konzeptprojektes für Fledermäuse optimal als Quartier ausgebaut werden.
Der ursprüngliche Vorratskeller, in den Berg baulich eingelassen, wurde bis ins 20. Jahrhundert als
Weinkeller genutzt. Im Zuge von Begehungen 2018 erfolgte eine Prüfung auf Fledermausbesatz
durch Herrn Frank Meisel. Aufgrund störungsarmer Bedingungen, freier Einflugmöglichkeiten, dem
umliegenden Waldkomplex mit der anliegenden Mulde als Nahrungshabitat und der strukturreichen
Bausubstanz des Kellers wird die Nutzung als Quartier für Arten wie Großes Mausohr (Myotis
myotis), Mopsfledermaus (Barbastella barbastella), Braunes Langohr (Plecotus auritius) und
Fransenfledermaus (Myotis nattereri) bereits als hochwahrscheinlich eingestuft. Im Bereich der
gemauerten Theke wurde frischer Fledermauskot der Gattung Langohren (Plecotus) gefunden.
Damit ist ein bestehender Fledermausbesatz nachgewiesen.
Bevorstehende Erhaltungsmaßnahmen im und am Objekt bedürfen gemäß Sächsischem
Denkmalschutzgesetz § 12 (1) aufgrund der Einordnung als Kulturdenkmal einer Genehmigung
durch die Denkmalschutzbehörde. Im Zuge des Genehmigungsverfahrens wird die untere
Naturschutzbehörde beteiligt. Es werden unter anderem Forderungen zur Einhaltung der
Vorschriften für besonders geschützte und bestimmte andere Tier- und Pflanzenarten gemäß § 44
(1) bis (3) Bundesnaturschutzgesetz aufgestellt.
Fledermausarten wie Großes Mausohr, Mopsfledermaus, Braunes Langohr und
Fransenfledermaus können je nach Anspruch im Weinkeller Nimbschen Spalten und andere
Hohlräume als Quartier nutzen. Diese dienen der Jungtieraufzucht, der Paarung im Herbst und
Winter und dem Schutz während der kalten, nahrungsarmen Zeit im Winter. Entscheidend für die
Qualität eines Quartiers sind neben Räumlichkeit und Lage vor allem mikroklimatische
Eigenschaften. Für die Winterruhe benötigen die aufgeführten Fledermausarten Quartiere mit
hoher Luftfeuchte und Temperaturen von 2 bis 8°C. Der beobachtete Fledermausbesatz bestätigt,
dass im Weinkeller geeignete Bedingungen vorhanden sind. Das Angebot an Hangplätzen soll
ausreichend hoch platziert und mit zahlreichen Versteckmöglichkeiten, z.B. freie Hangplätze,
Nischen, Spaltenverstecke, Natursteingewölbe mit ausreichender Fläche je nach Anspruch
möglicher unterschlupfsuchender Arten ausgestattet sein. Das intakte Gewölbe des Weinkellers
bietet wenige Spaltenverstecke an. Eine Installation von Strukturelementen z.B. Blähtonsteine und
spezielle Wandschalen aus Holzbeton sind notwendig. Diese baulichen Elemente finden im
baulichen Artenschutz bereits Verwendung, sind feuchtebeständig, wartungsfrei und werden von
allen in der Region überwinternden Fledermäusen angenommen. (Koch 2019)

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Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
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2.5.8.
Rev. 9 – Leipzig – Wildkatzenförderung in der Nordwestaue
Naturschutz-Vorhaben im Forstbezirk Leipzig / Revier Leipzig
1. Biotope und LRT
2. Biotopverbund
3.
Artenschutz und Habitate
Name des Projektes:
Die Europäische Wildkatze in der Nordwestaue bei Schkeuditz – Artenschutzprojekt mit
Habitatverbesserungsmaßnahmen
Ziel der Maßnahme:
Mitarbeit beim Nachweis der einzelnen Individuen mit Hilfe der Lockstoffmethode
Interessenausgleich zwischen der nachhaltigen forstlichen Bewirtschaftung und Maßnahmen zum
Schutz der seltenen und sensiblen Art
Durchführung von Biotoppflegemaßnahmen zur Förderung der Art
Projektbeginn: 2021
Geplante Laufzeit: 2021 - 2023
Projektpartner: Untere Naturschutzbehörde Nordsachsen / BUND (Kooperationsvereinbarung)
Abbildung 48: Übersichtskarte zum Wildkatzenvorkommen in der Nordwestaue bei Schkeuditz
Die Europäische Wildkatze (Felis silvestris) ist angewiesen auf große, zusammenhängende,
ungestörte Waldgebiete. Sie bevorzugt alte Laubwälder, vor allem Eichen- und
Buchenmischwälder, ist gelegentlich aber auch in Nadelwäldern zu finden. Die Wildkatze ist meist
in der Abenddämmerung und Nacht aktiv und jagt vor allem Wühlmäuse. Diese und andere

Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
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Kleinsäuger findet sie vor allem an Waldrändern, Waldinnensäumen oder Offenflächen u.a. an
Lichtungen und Windwurfflächen.
Die Wildkatze galt in Sachsen seit Mitte des 18. Jahrhunderts als ausgestorben. Nach über
hundert Jahren konnten seit 2011 wieder Einzeltiere der streng geschützten Art im Vogtland und in
der Dübener Heide sowie eine kleine Population im Leipziger Auwald nachgewiesen werden.
Die Europäische Wildkatze unterliegt auf internationaler und europäischer Ebene sowie auf
Bundes- und Länderebene unterschiedlichen Schutzkategorien. Felis silvestris ist nach der FFH-
Richtlinie im Anhang IV geführt, unterliegt somit dem Rechtsschutz der Europäischen Union, weil
sie als selten und besonders schützenswert eingeordnet wird. Im Bundesnaturschutzgesetz ist die
Wildkatze unter den besonders geschützten bzw. streng geschützten Arten geführt. In der „Roten
Liste“ ist sie vom Bundesamt für Naturschutz bundesweit als „gefährdet“ eingestuft, im Freistaat
Sachsen als „(akut) vom Aussterben bedroht“.
In den Jahren 2013, 2015 und verstärkt im Jahr 2016 konnte die Europäische Wildkatze (Felis
silvetris) im Leipziger Auwald zweifelsfrei nachgewiesen werden. Mit Hilfe von Fotos (Fotofallen)
und der genetischen Analyse von gesammelten Haarproben konnte gezeigt werden, dass im
Leipziger Auwald eine kleine Population vorkommt. Die bisher untersuchten Tiere weisen eine
geringe genetische Variabilität auf und sind daher vermutlich aus nur einem Gebiet eingewandert.
Aufgrund der genetischen Ähnlichkeit mit den Wildkatzen aus dem östlichen Harz und Sachsen-
Anhalt kann man von einer natürlichen Besiedlung aus den genannten Gebieten ausgehen. 2017
konnten im Leipziger Auwald acht verschiedene Individuen nachgewiesen werden, 2016 waren es
noch zwölf.
Aufgrund der geringen genetischen Variabilität ist es wichtig, Trittsteinhabitate im Rahmen des
Biotopverbundes zu schaffen, damit ein Austausch mit anderen Populationen möglich wird. Dies
lässt sich in einer derart waldarmen Region wie dem Leipziger Umland nur durch
Erstaufforstungen erreichen. Diesen Maßnahmen kommt somit im Rahmen des
Wildkatzenschutzes eine besondere Bedeutung zu. Weiterhin wird in der Nordwestaue
weitestgehend auf den Einsatz von Rodentiziden auf forstlichen Kulturflächen verzichtet. Zwar
stellen diese keine direkte Gefährdung für die Wildkatze dar, allerdings vermindern sie das
Nahrungsangebot an Nagetieren in den forstlichen Kulturen. Zusätzlich werden geeignete
Durchlässe und Überstiege in die Kulturzäunen integriert, damit diese Flächen für die Wildkatze
auch zugänglich sind. Ebenso spielen der Erhalt der Flachlandmähwiesen durch extensive
Nutzung und die Habitatstrukturverbesserung durch Ausweisung von Biotopbaumgruppen und
Totholzanreicherung wichtige Rollen im Wildkatzenschutz. (Franz 2018)
In diesem Naturschutzkonzeptprojektes werden die gemeinsamen Aktivitäten und Maßnahmen
zum Erhalt der Wildkatze zwischen dem Forstbezirk Leipzig und dem BUND Sachsen –
Rettungsnetz Wildkatze Sachsen dargestellt.

 
Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
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3.
Zusammenfassung und Ausblick
In diesem Naturschutzkonzept des Forstbezirkes Leipzig wurde die naturräumliche Vielfalt der
Region in groben Zügen dargestellt und der hohe naturschutzfachliche Wert der Laubwälder im
Forstbezirk Leipzig an vielen Stellen beschrieben. Aus diesem Grunde hat der Forstbezirk Leipzig
eine hohe Verantwortung, vor allem den typischen Hartholzauwald und die Eichenwälder der
Region langfristig zu erhalten, damit weiterführend die darauf spezialisierten Arten auch in Zukunft
einen optimalen Lebensraum vorfinden.
Die geplanten Projekte sind ein Ausschnitt der breiten naturschutzfachlichen Themen im
Forstbezirk Leipzig und bieten einen kleinen Einblick in das naturschutzfachliche Tätigkeitsfeld der
Mitarbeiter im Forstbezirk Leipzig.
Die Projekte sollen ebenfalls zum Anlass genommen werden, die Zusammenarbeit mit den
vielfältigen Akteuren in der Region zu vertiefen und exemplarisch darzustellen.

 
Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
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4. Auflistungen (Abbildungen / Tabellen / Literaturverzeichnis)
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Lage der Landeswaldreviere im FoB Leipzig (Vorbericht Forsteinrichtung 2012) ........................ 3
Abbildung 2: Übersichtskarte und Struktur aller Reviere des Forstbezirkes Leipzig ......................................... 4
Abbildung 3: Lage der Landeswaldflächen in den forstlichen Wuchsgebieten (Vorbericht zur Forsteinrichtung
2012) ................................................................................................................................................................... 5
Abbildung 4: Bodenfeuchtestufen im Landeswald des Forstbezirkes Leipzig (Vorbericht zur Forsteinrichtung
2012) ................................................................................................................................................................... 6
Abbildung 5: Bodenfeuchtestufen in den Landeswaldteilen des FoB Leipzig (Vorbericht zur Forsteinrichtung
2012) ................................................................................................................................................................... 7
Abbildung 6: Darstellung der aktuellen Klimagliederung der einzelnen Landeswaldteile im FoB Leipzig nach
Vegetationszeit und klimatischer Wasserbilanz sowie einer Prognose für das Jahr 2100 (Vorbericht zur
Forsteinrichtung 2012) ........................................................................................................................................ 7
Abbildung 7: Auswirkungen auf künftige Baumartenzusammensetzungen und die territoriale
Anbauwürdigkeit von Baumarten sind vorhersehbar (Kompetenzzentrum Wald und Forstwirtschaft Graupa
2017) ................................................................................................................................................................... 8
Abbildung 8: Baumartenanteile im Landeswald des FoB Leipzig (Vorbericht zur Forsteinrichtung 2012) ........ 9
Abbildung 9: Zusammenfassung Waldfunktionenkartierung im Gesamtwald des FoB Leipzig (2015) ........... 10
Abbildung 10: Waldentwicklungstypen im Landeswald des FoB Leipzig (Kompetenzzentrum Wald und
Forstwirtschaft Graupa 2016) ........................................................................................................................... 14
Abbildung 11: Befliegung am 20.01.2018 nach Sturmschadereignis Friederike am 18.01.2018 des
Waldgebietes Colditzer Forst im Landeswald des FoB Leipzig (Kompetenzzentrum Wald und Forstwirtschaft
Graupa 2018) ................................................................................................................................................... 15
Abbildung 12: Eutrophes Stillgewässer „Carlsteich“ (FND) im Landeswaldrevier Wermsdorf ....................... 18
Abbildung 13: Eichenverjüngung über Femel / Altarm in der Nordwestaue bei Schkeuditz ............................ 23
Abbildung 14: Kippen-Aufforstungen im Forstbezirk Leipzig – Landeswald .................................................... 24
Abbildung 15: Biotopbaumgruppen im Landeswald der Nordwestaue südlich von Schkeuditz ...................... 27
Abbildung 16: stehendes und liegendes Totholz im Forstbezirk Leipzig / markierte Biotopbaumgruppe ....... 28
Abbildung 17: Baumartenverteilung im Ober- und Unterstand im Landeswaldteil Naunhof Wald (Sauer 2018)
.......................................................................................................................................................................... 31
Abbildung 18: Wildkatze an Lockstab – Bilder der Wildtierkamera des Landeswaldrevieres Leipzig ............. 37
Abbildung 19: Betriebsmitteilung vom 26.06.2018 im FoB Leipzig .................................................................. 39
Abbildung 20: Luftbild und Bilder der Obstbaumwiese im Landeswaldrevier Thümmlitz-Klosterbuch ............ 41
Abbildung 21: Luftbild der Erstaufforstungsfläche und Fotos der aufzuforstenden zukünftigen Waldfläche ... 43
Abbildung 22: Abbildungen aus dem forstlichen Standartwerk „Grundriss des Waldbaus“ – Pareys
Studientexte 1997 1. Abb.: allmähliche Höhenzunahme / 2. Abb.: Rand aus sehr stabilen Einzelbäumen .... 44
Abbildung 23: Lage des Flächennaturdenkmals (FND) Carlsteich im Revier Wermsdorf ............................... 45
Abbildung 24: Neues Ständerbauwerk des Flächennaturdenkmals Carlsteich ............................................... 46
Abbildung 25: aktuell stark verlandetes Flächennaturdenkmal „Carlsteich“ .................................................... 46
Abbildung 26: Lagekarte des Flächennaturdenkmals „Moor Colditz“ / Bild von den Holzresten des alten
Ständerbauwerks und die abdichtendend und damit sichernde Wirkung des Neubaus davor........................ 47
Abbildung 27: Quelle K. Bürger – Landkreis Leipzig – Darstellung der Zustände der Lebensraumtypen
„Übergangs- und Schwingrasenmoore“ von 2015 ........................................................................................... 48
Abbildung 28: Karte mit Übersicht des Untersuchungsgebietes Oberholz / Foto des Versuchs der PSM
Ausbringung mittels Rückenspritze, hier in der Hand gehalten (Heubaum 2012) ........................................... 49
Abbildung 29: Karte mit FFH Lebensraumtypen „Feuchte Hochstaudenflur“ und „Eutrophes Stillgewässer“ im
FFH Gebiet „Leipziger Auensystem“ ................................................................................................................ 51
Abbildung 30: Karte mit rot eingezeichneter Flächenlage der großen Offenlandfläche auf der Kippe Böhlen
und Luftbild der Offenlandfläche ...................................................................................................................... 53
Abbildung 31: zwei Bilder der Offenlandfläche auf der Kippe Böhlen .............................................................. 54
Abbildung 32: Übersichtskarte und Karte mit dargestellten Biotopbaumgruppen vom Revier Thümmlitz-
Klosterbuch ....................................................................................................................................................... 55
Abbildung 33: stehendes und liegendes Totholz im Landeswald des Forstbezirkes Leipzig .......................... 56
Abbildung 34: kartenmäßiger Überblick über den Wermsdorfer Wald ............................................................. 57
Abbildung 35: a) gespannte Netze b) im Netzt gefangene Fledermaus c) Vermessung der Flügellänge der
gefangenen Arten d) Telemetriegerät zur Ortung der besenderten Fledermäuse e) angebrachter Sender an
einer Fledermaus f) gefangene Bechsteinfledermaus ..................................................................................... 58
Abbildung 36: Übersichtskarte über die Projektgebiete Naunhofer Wald und Polenzwald ............................. 59
Abbildunge 37: zwei Kartendarstellungen vom Untersuchungsgebiet a) im Überblick und b) im Deatail ....... 61

Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
83
Abbildung 38: a) äußere Orchideenwiese in kartenmäßiger Darstellung und b) im Bild und zwei weitere
Bilder von der c) inneren Orchideenwiese und der d) dritten Orchideenwiese am Oberholz .......................... 62
Abbildung 39: zwei Fotos vom Eschenscheckenfalter in der Nordwestaue ..................................................... 64
Abbildung 40: Übersichtskarte und Maßnahmenkarten aus dem FFH-Managementplan ............................... 65
Abbildung 41: Karte des Dornreichenbacher Berges und Fledermaukarte aus dem FFH Managementplan
„Berge um Hohburg und Dornreichenbach“2004 ............................................................................................. 67
Abbildung 42: Übersichtskarte zum Forstrevier Horstsee und ein Auszug aus der 2003
Schwarzspechtbestands-aufnahme vom Revierleiter Uwe Lange ................................................................... 69
Abbildung 43: Übersichtskarte zum Untersuchungsgebiet im Landeswaldrevier Colditz ................................ 71
Abbildung 44: zwei Fotos von Biberbauaktivitäten auf der Neuangerwiese .................................................... 72
Abbildung 45: Übersichtskarte zum Hirschkäferprojekt im Landeswaldrevier Colditz ..................................... 73
Abbildung 46: Übersichtskarte zum Haselmausprojekt und ein Foto zu den Haselmauskästen im
Landeswaldrevier Waldmühle .......................................................................................................................... 75
Abbildung 47: drei Fotos zum Fledermausweinkeller im Kloster Nimbschen und eine Übersichtskarte ......... 77
Abbildung 48: Übersichtskarte zum Wildkatzenvorkommen in der Nordwestaue bei Schkeuditz
........ 79
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Wuchsgebiete und Wuchsbezirke im Forstbezirk Leipzig ................................................................. 5
Tabelle 2: Übersicht der Naturschutz-Schutzgebietskategorien im Landeswald (Stand 2018) ....................... 11
Tabelle 3: FFH-Gebiete im Landeswald des Forstbezirkes Leipzig (Stand 2018) ........................................... 11
Tabelle 4: SPA-Gebiete im Landeswald des Forstbezirkes Leipzig (Stand 2018)........................................... 12
Tabelle 5: Naturschutzgebiete im Landeswald des Forstbezirkes Leipzig (Stand 2018) ................................ 13
Tabelle 6: Landschaftsschutzgebiete im Landeswald des Forstbezirkes Leipzig (Stand 2018) ...................... 13
Tabelle 7: Ergebnisse Waldbiotopkartierung im Landeswald des Forstbezirkes Leipzig ................................ 17
Tabelle 8: Ergebnisse der FFH-Managementplanung im Landeswald des Forstbezirkes Leipzig .................. 18
Tabelle 9: Auflistungen der Kippen-Aufforstungen im Forstbezirk (nur Landeswald) ...................................... 24
Tabelle 10: NNE-Waldentwicklungskategorien und die dazugehörigen Entwicklungssteuerungsmaßnahmen
.......................................................................................................................................................................... 29
Tabelle 11: Waldflächen des Nationalen Naturerbes im Forstbezirk Leipzig ................................................... 30
Tabelle 12: Waldflächen des Nationalen Naturerbes im Forstbezirk Leipzig ................................................... 32
Literaturverzeichnis
Sachsenforst – Geschäftsleitung (2020) Vorbericht zur Forsteinrichtung des Landeswaldes im Forstbezirk
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Forstbezirk Leipzig (2015-2018) diverse Themenvorträge zu verschiedenen Anlässen
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Sachsen. Schriftenreihe der Sächsischen Landesanstalt für Forsten, Heft 8/96
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SBS (2017) Naturerbe-Entwicklungsplan für den Flächenkomplex Wermsdorf im Forstbezirk Leipzig
(Staatsbetrieb Sachsenforst) Auftragnehmer Dipl.-Forstwirt Steffen Hilpert im Auftrag des SBS
Stubenrauch, F. (2013) Exkursionsführer für den Forstbezirk Leipzig –Thema Biotopbaumgruppen im Kapitel
Biotopverbund
Erlass zur Dauerhaften Markierung von Biotopbaumgruppen in FFH-Gebieten vom 18. Jan. 2013 – im
Kapitel 1.2.3 Biotopverbund
WIKIPEDIA (2019) Suchbegriff „Streuobstwiese“
„Der Forstwirt“ (1996) Standartwerk: herausgegeben von den Waldarbeitsschulen der Bundesrepublik
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„Grundriss des Waldbaus“ (1997) Pareys Studientexte: von Peter Burschel und Jürgen Huss
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Heubaum, F. (2012) „Der Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum SOMM. & LEV.) im Oberholz bei
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der Referendarsausbildung bei Sachsenforst
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Hochfrequent – Meisel und Roßner GbR (2019) „Gezielte Suche nach Quartieren seltener Fledermausarten
im Wermsdorfer Wald - Beitrag für die FFH-Berichtspflicht und Grundlage für Schutzmaßnahmen in Sachsen
– Zwischenbericht Erfassungssaison 2019“ Im Auftrag von:
Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
Büro für Landschaftsökologie und Landschaftsplanung – Fischer / Stegner (2015) Erstellung von
Aktionsplänen und Artenschutzkonzepten für Pflanzenarten und wirbellose Tierarten mit besonderer
Landesweiter Bedeutung - Los 1: Eschen-Scheckenfalter (Euphydryas maturna) – Aktionsplan
FFH-Managementplan „Collmberg und Oschatzer Kirchenwald“ (2005) Auftraggeber: Landesforstpräsidium /
Umsetzung in einer Arbeitsgemeinschaft aus: Frau Karin Morgenstern (Diplom-Forstingenieurin) Frau
Bettina Löffler (Diplom-Biologin) / mit Beiträgen von: Herrn Peter Endl (Diplom-Biologe: Fledermäuse), Herrn

Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
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Dr. Jörg Lorenz (Diplom-Forstingenieur: Laufkäfer, xylobionte Käfer), Frau Kareen Seiche (Diplom-Biologin:
Brutvögel).
FFH-Managementplan „Berge um Hohburg und Dornreichenbach“ (2004) Umsetzung in einer
Arbeitsgemeinschaft aus: Frau Karin Morgenstern (Diplom-Forstingenieurin), Frau Bettina Löffler (Diplom-
Biologin), Herrn Tilo Schindler (Forstassessor) mit Beiträgen von: Herrn Peter Endl (Diplom-Biologe:
Fledermäuse), Herrn Dr. Jörg Lorenz (Diplom-Forstingenieur: Laufkäfer, xylobionte Käfer), Frau Kareen
Seiche (Diplom-Biologin: Brutvögel).
Fischer, U. (2019) „Koordinierung und fachliche Begleitung von Maßnahmen im Rahmen des
Artenhilfsprogramms für den Eschen-Scheckenfalter (Euphydryas maturna) im Zeitraum von Januar 2018
bis November 2019 – Jahresbericht 2019 – Auftraggeber: Sächsisches Landesamt für Umwelt,
Landwirtschaft und Geologie – Abt. Naturschutz und Landschaftspflege
Deutsche Wildtier-Stiftung (2008) „Der Schwarzspecht und seine Höhlen – Empfehlungen für die
Fortwirtschaft“ – Ein Gemeinschaftsprojekt der Deutschen Wildtier Stiftung und des Naturparks Nossentiner
Schwinzer Heide
Staatsbetrieb Sachsenforst (2017) Waldbiotopkartierung 2. Durchgang (WBK 2) der Jahre 2006 – 2016 –
Biotopblattbeschreibung
Coordes, R.(2016) Landespflegearbeit im Rahmen des Forstreferendariates im Freistaat Sachsen
„Biber im Colditzer Forst – Artenschutz und Waldbewirtschaftung“
Meisel, F. (2019 / 2020) – Firma „hochfrequent“ – Meisel & Roßner GbR – diverse E-Mails zu den
Projektthemen Haselmaus und Fledermauskeller Kloster Nimbschen
Franz, S. (2018) Belegarbeit „Zielarten“ Arten mit besonderer Bedeutung im Rahmen des Regionalen
Naturschutzkonzeptes für den Forstbezirk Leipzig – Belegarbeit im Rahmen der Referendarausbildung zu
einem Wahlthema
Koch, M. (2019) Belegarbeit im Forstbezirk Leipzig „Umbau eines historischen Weinkellers in ein
Fledermausquartier unter Berücksichtigung der Verkehrssicherung und des Natur- und Denkmalschutzes“
Richter, M. (2018): Artenschutzmaßnahmen für den Hirschkäfer als Einzelprojekt Artenschutz im Rahmen
des Naturschutzkonzeptes des SBS „Naturschutz als lokale Aufgabe“. Landespflegearbeit im Rahmen des
Referendariats im Staatsbetrieb Sachsenforst

Naturschutzkonzept Sachsenforst - Lokale Umsetzung im Forstbezirk Leipzig (2019 – 2023)
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Herausgeber:
Staatsbetrieb Sachsenforst
Redaktion:
Staatsbetrieb Sachsenforst
Forstbezirk Leipzig
Kontakt Sachsenforst – Forstbezirk: Leipzig
Heilemannstraße 1
04277 Leipzig
Tel. : 0341-860800
Ansprechpartner :
Sachbearbeiterin für Waldökologie und Naturschutz:
Annett Höber
Redaktionsschluss:
31.12.2019
Bezug:
Staatsbetrieb Sachsenforst
www.sachsenforst.de
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