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Bebauungsplan „Wohngebiet Dr.-Otto-Kunzmannstraße“
(Verfahren nach § 13b BauGB) der Stadt Pegau
Artenschutzrechtliche Betroffenheitsabschätzung
Auftraggeber:
Stadt Pegau
Markt 1
04523 Pegau
Auftragnehmer:
Büro für Landschaftsarchitektur
Dipl. Ing. Susann Köhler
Friedensstraße 12
04769 Mügeln / Baderitz
Tel.:
034362 / 37515
Funk:
0172 / 9179780
e-Mail:
info@koehlerholz.de
Datum:
12.03.2021

Bebauungsplan „Wohngebiet Dr. Otto-Kunzmann-Straße" gem. §13b BauGB der Stadt Pegau
Artenschutzrechtliche Betroffenheitsabschätzung
Arbeitsstand 12.03.2021
2
Inhaltsverzeichnis
0.
Allgemeine Angaben .................................................................................. 3
1.
Einleitung und Aufgabenstellung ............................................................. 4
2.
Bearbeitungsgrundlagen ........................................................................... 5
3.
Rechtsgrundlagen...................................................................................... 5
4.
Bestandssituation ...................................................................................... 6
4.1. Flächennutzungs- und Biotoptypen ........................................................................ 6
4.2 Bestand Tiere ........................................................................................................ 7
4.2.1
Brutvögel ......................................................................................................... 7
4.2.2
Datenrecherche wertgebender Arten ............................................................. 13
4.2.2.1
Aves- Vögel ..................................................................................................... 16
4.2.2.2
Mammalia – Säugetiere .................................................................................. 33
4.2.2.3
Amphibia – Lurche .......................................................................................... 34
4.2.2.4
Reptilia – Kriechtiere ....................................................................................... 35
5.
Beschreibung des Vorhabens und seiner Wirkfaktoren ....................... 36
6.
Artenschutzrechtliche Betroffenheitsabschätzung (ABA) ................... 38
6.1
Pflanzenarten nach Anhang IV b) FFH-RL ....................................................... 38
6.2
Tierarten des Anhanges IV a) FFH-RL ............................................................. 38
6.3
Europäische Vogelarten nach Art. 1 der VSchRL ............................................. 39
6.3.1
Brutvögel ....................................................................................................... 39
6.3.2
Durchzügler und Überwinterungsgäste ......................................................... 45
7.
Maßnahmen zur Vermeidung und zur Sicherung der
kontinuierlichen ökologischen Funktionalität ....................................... 46
8.
Zusammenfassung / Ergebnis ................................................................ 48
Anhang:
Anlage 1:
-
Literatur
Anlage 2:
-
Fotodokumentation
Anlage 3:
-
Plan 1 - Flächennutzungs- und Biotoptypen sowie Ge-
hölzbestand

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Bebauungsplan „Wohngebiet Dr. Otto-Kunzmann-Straße" gem. §13b BauGB der Stadt Pegau
Artenschutzrechtliche Betroffenheitsabschätzung
Arbeitsstand 12.03.2021
3
0.
Allgemeine Angaben
Auftraggeber:
Stadt Pegau
Markt 1
04523 Pegau
Bearbeiter:
Dipl. - Ing. agr. H. Hauffe
Dipl. - Ing. (Landschaftsarchitektur) S. Köhler
Rainer Ulbrich (Ornithologe)
Susanne Ulbrich (Ornithologin)
Standort des Planungsgebietes
Land:
Sachsen
Landkreis:
Leipzig
Stadt:
Pegau
Gemarkung:
Kitzen Flur 2
Flurstücke:
25/2; 25/3; 25/12 sowie Teile von 25/1 und 24/135
Größe:
ca. 9.207 m²
Das Plangebiet befindet sich im Norden von Kitzen. Die Lage geht aus der nachfolgenden
Karte hervor:
Abb. 1:
Lage des Plangebietes (ohne Maßstab)

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Artenschutzrechtliche Betroffenheitsabschätzung
Arbeitsstand 12.03.2021
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1.
Einleitung und Aufgabenstellung
Im Ortsteil Kitzen besteht aktuell und anhaltend die konkrete Nachfrage nach Bauland von
Personen, die sich dauerhaft sesshaft machen wollen. Vor diesem Hintergrund fasste die
Stadt Pegau in der Stadtratssitzung am 19.12.2018 den Aufstellungsbeschluss für den
Bebauungsplan „Wohngebiet Dr.-Otto-Kunzmann-Straße“ (Drucksache Nr. 417/31/18). Es
sollen mittels eines Bebauungsplanes die bauplanungsrechtlichen Voraussetzungen für die
Errichtung von Einfamilienhäusern ( 6 Bauplätze) geschaffen werden.
Der Ortsteil Kitzen besitzt als Wohnstandort aufgrund seiner Lage, der Nähe zu
Versorgungseinrichtungen, Betreuungs- und Bildungseinrichtungen, des regen Vereins- und
Dorflebens sowie der guten verkehrlichen Anbindung eine hohe Qualität und Attraktivität. Die
Stadt Pegau unterstützt die Eigenentwicklung des Ortsteils und auch den Zuzug potentiell
Bauwilliger.
Die Baulandreserven im Ortsteil Kitzen einschl. der Bauplätze in der Wohnsiedlung „Kitzen-
Rodeland“ sind weitestgehend erschöpft. Das Plangebiet, gelegen in unmittelbaren
Anschluss an den Siedlungsbereich der Dr.-Otto-Kunzmann-Straße, biete städtebauliches
und nutzungsstrukturelles Potenzial für das bestehende Ansiedlungsbegehren und dem
daraus resultierenden Wohnungsbedarf.
Aus städtebaulicher Sicht bildet der der Geltungsbereich eine sinnvolle Ergänzung und
Abrundung der vorhandenen Bebauung. Die vorhandenen Infrastruktureinrichtungen können
genutzt bzw. müssen geringfügig ergänzt werden.
[PLA.NET: Planzeichnung und Begründung zum B-Plan „Wohngebiet Dr.-Otto-Kunzmannstraße“, Stand 12.03.2021.]
Inhaltliche Schwerpunkte des Bebauungsplans „Dr. Otto-Kunzmann-Straße“ ist die
Ausweisung eines Allgemeinen Wohngebietes gemäß § 4 BauNVO. Die Grundflächenzahl
wird in dem Baugebiet mit 0,3 festgesetzt. Eine Überschreitung der zulässigen Grundfläche
im Sinne des § 19 Abs. 4 BauNVO wird nicht zugelassen.
Neben dem Allgemeinen Wohngebiet wird im Norden und Osten eine private Grünfläche mit
der Zweckbestimmung Ortsrandgrün sowie im Westen eine öffentliche Verkehrsfläche
ausgewiesen.
Das Plangebiet befindet sich am nördlichen Ortsrand von Kitzen. Zum überwiegenden Teil
handelt es sich um intensiv genutztes Ackerland. Entlang der westlichen Plangebietsgrenze
verläuft die bituminös befestigte Dr.-Otto-Kunzmannstraße. Zwischen Straße und Ackerland
hat sich ein Rain mit einer nitrophilen, ruderalisierten Gras- und Krautflur etabliert. Im Be-
reich des Raines stehen drei mittelalte Laubbäume.
In der Stellungnahme des Landratsamtes Landkreis Leipzig [Aktenzeichen 00120/621.0/456/1/6BLP/
12/19-0, 07.03.2019] wird die Berücksichtigung der Artenschutzrechtlichen Belange gefordert.
Auch wird ebenda die Kartierung der Feldlerche im Geltungsbereich des B-Planes zuzüglich
eines 100 m breiten Pufferbereichs um die Geltungsbereichsgrenze verlangt.
Im Zuge der artenschutzrechtlichen Betroffenheitsabschätzung ist zu prüfen, ob die arten-
schutzrechtlichen Verbotstatbestände nach § 44 Abs. 1 i.V.m. Abs. 5 BNatSchG bezüglich
der gemeinschaftsrechtlich geschützten Arten (Arten des Anhangs IV der FFH-Richtlinie, alle
europäischen Vogelarten), bei Umsetzung der Vorgaben des B-Planes erfüllt werden könn-
ten bzw. ist zu ermitteln und darzustellen, ob sich aufgrund der Biotopausstattung und der
Lage des Plangebietes der begründete Verdacht ergibt, dass Arten nach Anh. IV der FFH-
Richtlinie oder europäische Vogelarten betroffen sein könnten. Sind andere Arten betroffen,
ist unabhängig von deren Schutzstatus § 44 Abs.5 Satz 5 BNatSchG einschlägig.
Kann eine Betroffenheit von Arten nach Anhang IV der FFH-Richtlinie oder europäischer
Vogelarten nicht ausgeschlossen werden, so ist eine spezielle artenschutzrechtliche Prüfung
gemäß § 44 Abs. 5 Satz 2 bis 4 durchzuführen. Bei dieser ist dann auch zu prüfen, ob die
naturschutzfachlichen Voraussetzungen für eine Ausnahme von den Verboten gem. § 45
Abs. 7 BNatSchG gegeben sind.

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Arbeitsstand 12.03.2021
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2. Bearbeitungsgrundlagen
PLA.NET: Planzeichnung und Begründung Bebauungsplan „Wohngebiet Dr.-Otto-
Kunzmannstraße“, Stand 12.03.2021.
LANDRATSAMT LANDKREIS LEIPZIG: Multi-Base-Datenbankauszug, Vorkommen von Tieren
in einem weit und eng gefassten Betrachtungsraum, Daten übergeben am 27.02.2019.
PLA.NET: Darlegung der Umweltbelange mit Grünordnerischen Festsetzungen, Stand
12.03.2021.
IB HAUFFE GBR: Brutvogelkartierung durch die Ornithologin Susanne Ulbrich im Frühjahr
2020.
LANDRATSAMT LANDKREIS LEIPZIG: Stellungnahme des Landratsamtes Landkreis Leipzig
im Rahmen der Vorabstimmung der Behörden und sonstiger Träger öffentlicher Be-
lange zum Bebauungsplan „Wohngebiet Dr.-Otto-Kunzmannstraße“, Aktenzeichen
00120/621.0/456/1/6BLP/12/19-0, 07.03.2019.
weitere Literatur siehe Literaturverzeichnis.
3. Rechtsgrundlagen
Artenschutzrechtliche Situation:
Gemäß § 44 BNatSchG gilt:
(1)
Es ist verboten,
1. wild lebenden Tieren der besonders geschützten Arten nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen
oder zu töten oder ihre Entwicklungsformen aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu
zerstören,
2. wild lebende Tiere der streng geschützten Arten und der europäischen Vogelarten während der Fort-
pflanzungs-, Aufzucht-, Mauser-, Überwinterungs- und Wanderungszeiten erheblich zu stören; eine
erhebliche Störung liegt vor, wenn sich durch die Störung der Erhaltungszustand der lokalen Popula-
tion einer Art verschlechtert,
3. Fortpflanzungs- oder Ruhestätten der wild lebenden Tiere der besonders geschützten Arten aus der
Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören,
4. wild lebende Pflanzen der besonders geschützten Arten oder ihre Entwicklungsformen aus der Natur
zu entnehmen, sie oder ihre Standorte zu beschädigen oder zu zerstören
(5)
Für nach § 15 Absatz 1 unvermeidbare Beeinträchtigungen durch Eingriffe in Natur und Landschaft, die
nach § 17 Absatz 1 oder Absatz 3 zugelassen oder von einer Behörde durchgeführt werden, sowie für
Vorhaben im Sinne des § 18 Absatz 2 Satz 1 gelten die Zugriffs-, Besitz- und Vermarktungsverbote nach
Maßgabe der Sätze 2 bis 5. Sind in Anhang IV Buchstabe a der Richtlinie 92/43/EWG aufgeführte Tier-
arten, europäische Vogelarten oder solche Arten betroffen, die in einer Rechtsverordnung nach § 54 Ab-
satz 1 Nummer 2 aufgeführt sind, liegt ein Verstoß gegen
1. das Tötungs- und Verletzungsverbot nach Absatz 1 Nummer 1 nicht vor, wenn die Beeinträchtigung
durch den Eingriff oder das Vorhaben das Tötungs- und Verletzungsrisiko für Exemplare der be-
troffenen Arten nicht signifikant erhöht und diese Beeinträchtigung bei Anwendung der gebotenen,
fachlich anerkannten Schutzmaßnahmen nicht vermieden werden kann,
2. das Verbot des Nachstellens und Fangens wild lebender Tiere und der Entnahme, Beschädigung
oder Zerstörung ihrer Entwicklungsformen nach Absatz 1 Nummer 1 nicht vor, wenn die Tiere oder
ihre Entwicklungsformen im Rahmen einer erforderlichen Maßnahme, die auf den Schutz der Tiere
vor Tötung oder Verletzung oder ihrer Entwicklungsformen vor Entnahme, Beschädigung oder Zer-
störung und die Erhaltung der ökologischen Funktion der Fortpflanzungs- oder Ruhestätten im räum-
lichen Zusammenhang gerichtet ist, beeinträchtigt werden und diese Beeinträchtigungen unvermeid-
bar sind,
3. das Verbot nach Absatz 1 Nummer 3 nicht vor, wenn die ökologische Funktion der von dem Eingriff
oder Vorhaben betroffenen Fortpflanzungs- und Ruhestätten im räumlichen Zusammenhang weiter-
hin erfüllt wird.

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Artenschutzrechtliche Betroffenheitsabschätzung
Arbeitsstand 12.03.2021
6
Soweit erforderlich, können auch vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen festgelegt werden. Für Standorte
wild lebender Pflanzen der in Anhang IV Buchstabe b der Richtlinie 92/43/EWG aufgeführten Arten gelten
die Sätze 2 und 3 entsprechend. Sind andere besonders geschützte Arten betroffen, liegt bei Handlungen
zur Durchführung eines Eingriffs oder Vorhabens kein Verstoß gegen die Zugriffs-, Besitz- und Vermark-
tungsverbote vor.
Im Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes vom 14.07.2011 (Az.9 A 12.10; „Freiberg-Urteil“) wird klargestellt,
dass die Privilegierung überhaupt nur in Betracht komme, wenn ein nach § 15 BNatSchG zulässiger Eingriff
in Natur und Landschaft vorliegt. Als Eingriff in diesem Sinne sei nicht die konkrete Beeinträchtigung, son-
dern nach dem eindeutigen, zwischen Eingriff und Beeinträchtigungen unterscheidenden Wortlaut des § 14
Abs. 1 BNatSchG die Veränderung der Gestalt oder Nutzung von Grundflächen
als Ganzes
zu verstehen
1
.
Dies habe zur Konsequenz, dass Gegenstand der Zulässigkeitsbeurteilung das Vorhaben und nicht die ein-
zelne Beeinträchtigung sei; führt also das Vorhaben in bestimmter Hinsicht zu Beeinträchtigungen, die den
Vorgaben der Eingriffsregelung widersprechen, so sei der Eingriff insgesamt unzulässig mit der Folge, dass
auch anderen von ihm ausgehenden Beeinträchtigungen die Privilegierung des § 44 Abs. 5 Satz 2
BNatSchG verwehrt bleibe.
Der Wortlaut „unvermeidbare Beeinträchtigungen“ macht klar, dass vermeidbare Tötungen oder Beeinträch-
tigungen zu unterlassen sind, d.h. Vermeidungsmaßnahmen ergriffen werden müssen.
Zu betrachten sind gemäß § 44 Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 5 BNatSchG alle europäischen Vogel-
arten i. S. Art. 1 VSchRL, Arten des Anhangs IV FFH-Richtlinie) und die nicht gemeinschaftsrechtlich
geschützten Arten, die gem. nationalem Recht streng geschützt sind. Nach dem nationalen Recht
besonders geschützte Arten müssen nicht einbezogen werden.
4.
Bestandssituation
4.1. Flächennutzungs- und Biotoptypen
Am 18.03.2020 erfolgte im Rahmen der Erstellung der Darlegung der Umweltbelange
[PLANET, Stand 12.03.2021] im Plangebiet eine flächendeckende Biotopkartierung.
Folgende Flächennutzungs- und Biotoptypen sind anzutreffen:
vollversiegelte Fläche; Straße
Die am westlichen Plangebietsrand verlaufende „Dr.-Otto-Kunzmannstraße“ ist bituminös befestigt.
intensiv genutztes Ackerland
Der überwiegende Teil des Plangebietes wird intensiv ackerbaulich genutzt. Zum Zeitpunkt der Ortsbege-
hung wurde Raps angebaut. In Randbereichen der Ackerfläche (vgl. Vegetationsaufnahmefläche 2 im Plan
1) waren Segetalarten anzutreffen, so:
Sonnenwendige Wolfsmilch
-
Euphorbia helioscopia
Gewöhnlicher Erdrauch
-
Fumaria officinalis
Pyrenäenstorchschnabel
-
Geranium pyrenaicum
Gewöhnliche Vogelmiere
-
Stellaria media
Saatmohn
-
Papaver dubium
Gemeine Quecke
-
Elymus repens
Rain
Die Dr.-Otto-Kunzmannstraße im Westen des Plangebietes wird von einem Rain begleitet auf welchem sich
eine nitrophile, leicht ruderalisierte Gras- und Krautflur etabliert hat. Vorkommende Arten (vgl. auch Vegeta-
tionsaufnahmefläche 1 im Plan 1) sind:
Deutsches Weidelgras
-
Lolium perenne
Weiche Trespe
-
Bromus hordeaceus
Gemeine Quecke
-
Elymus repens
Gewöhnliche Schafgrabe
-
Achillea millefolium
Raps
-
Brassica napus
Rotschwingel
-
Festuca rubra
Gemeines Hornkraut
-
Cerastium holosteoides
Jährige Rispe
-
Poa annua
1
BVwerG, (Fn.6), Rn.117

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Gemeines Knaulgras
-
Dactylis glomerata
Gewöhnliche Vogelmiere
-
Stellaria media
Pyrenäenstorchschnabel
-
Geranium pyrenaicum
Gewöhnliches Hirtentäschel
-
Capsella bursa-pastoris
Glatthafer
-
Arrhenatherum elatius
Welsches Weidelgras
-
Lolium multiflorum
Mittelwegerich
-
Plantago media
Spitzwegerich
-
Plantago lanceolata
Efeu-Ehrenpreis
-
Veronica hederifolia
Vogelknöterich
-
Polygonum aviculare
Löwenzahn
-
Taraxacum officinale
Purpurote Taubnessel
-
Lamium purpureum
Entlang der Dr.-Otto-Kunzmannstraße stehen drei mittelalte Laubbäume (vgl. Tabelle 1).
Tabelle 1:
Einzelbäume im Plangebiet
lfd.
Nr.
Art
Stamm-Ø
in 1,30 m
Höhe
in cm
Höhe in m
Kronen-Ø
in m
Bemerkung
1
Berg-Ahorn (Acer pseudoplat-
anus)
35
12
8
Nistkasten; kleine Astausfaulungen
ohne Quartiereigenschaften
2
Berg-Ahorn (Acer pseudoplat-
anus)
33
11
8
Nistkasten; kleine Astausfaulungen
ohne Quartiereigenschaften
3
Gewöhnliche Esche (Fraxinus
excelsior)
33
10
7
Im Ergebnis der Bestandsaufnahmen steht fest:
Besonders oder streng geschützte Pflanzen, die in der Roten Liste Deutschlands/ Sachsens
geführt werden, kommen innerhalb des Plangebietes nicht vor und sind auch aufgrund der
Biotopausstattung des Plangebietes nicht zu erwarten.
4.2
Bestand Tiere
4.2.1 Brutvögel
Methodik
In der Stellungnahme des LRA Landkreis Leipzig [Aktenzeichen 00120/621.0/456/1/6BLP/12/19-0,
07.03.2019] wurde eine Kartierung der Feldlerche im Geltungsbereich des B-Planes zzgl. eines
mindestens 100 m breiten Pufferstreifens über eine Vegetationsperiode gefordert. Deshalb
wurde für die Erfassung der Brutvögel ein Untersuchungsgebiet festgelegt, welches im Be-
reich der ackerbaulich genutzten Flächen, die der Feldlerche (potentiell) als Bruthabitat die-
nen könnten, einen 100 m breiten Pufferstreifen um den Geltungsbereich umfasst (vgl. rote
Linie in nachfolgender Abb. 2). Auf eine Kartierung im Bereich des Siedlungsbereiches und
des Sportplatzes wurde dagegen verzichtet, da auf diesen Flächen eine Feldlerchenbrut auf-
grund der dort vorhandenen Flächennutzung von vorherein ausgeschlossen werden konnte.
Neben der Feldlerche wurden alle weiteren beobachteten Individuen, Brutpaare, Durchzügler
und Nahrungsgäste kartiert und dokumentiert. Neben dem Tagdatum wurde die Uhrzeit und
die Witterung zum Zeitpunkt der Begehung notiert.
Während der Brutzeit der Vögel erfolgten insgesamt 5 Begehungen innerhalb des Untersu-
chungsgebietes, so am 04.04., 26.04., 06.05., 15.05., und am 06.06.2020. Relevante Rand-
bereiche wurden mit erfasst und in der Kartendarstellung sichtbar gemacht. Die Begehungen
erfolgten in den Morgenstunden, da zu diesen Tageszeiten die Gesangsaktivitäten der Re-
viere anzeigenden Männchen bei den Vögeln am höchsten sind.
Aufgefundene Nester, beobachtete Jungvögel, futtertragende Altvögel und ähnliche Be-
obachtungen wurden ebenfalls als Brutnachweise angesehen.
Die Kartierung und die daraus folgende Darstellung erfolgte gemäß den "Methodenstandards
zur Erfassung der Brutvögel Deutschlands".

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Arbeitsstand 12.03.2021
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Abb. 2: Darstellung des Untersuchungsgebietes für die Erfassung der Artgruppe Vögel im
Jahr 2020 sowie Darstellung der angebauten Feldfrüchte im UG
Erfassungsergebnis
Insgesamt wurden 18 Vogelarten kartiert.
Davon 4, welchen das Plangebiet incl. des erwei-
terten Untersuchungsgebietes bzw. des Randbereiches Brutmöglichkeiten bieten konnte. 2
Vogelarten aus dieser Liste zeigten in dem Plangebiet bzw. im erweiterten Untersuchungs-
gebiet einen höheren Brutstatus. Jene sind in der Kartendarstellung berücksichtigt.
Ein sicherer Brutnachweis wurde für die Feldlerche erbracht.
Das Artinventar konzentriert sich im Wesentlichen auf den erweiterten Untersuchungsraum.
Zum einen ist hier das Störungspotenzial geringer als in dem eigentlichem Plangebiet, zum
anderem wird die Nähe zu vertikalen Strukturen, wie Häuser und Bäume, gemieden. Außer-
dem wurden unterschiedliche Feldfrüchte im Geltungsbereich des B-Planes (Raps) und im
Pufferstreifen (überwiegend Getreide) angebaut (Abb. 2). Beide festgestellten Arten (Feldler-
che, Schafstelze) nutzen als Bruthabitat eher die niedrigere Vegetation, in diesem Fall das
Getreide. Die Reviere der Schafstelze liegen überwiegend im Übergangsbereich von Raps
und Getreide, was daran liegen könnte, dass der Raps die benötigten Sitzwarten bietet.
Es kann mit 7 Vogelbrutpaaren bzw. Revieren gerechnet werden.
Die folgende Tabelle (nächste Seite) gibt eine Übersicht zu kartierten Brutvögeln innerhalb
des Plangebietes zuzüglich des erweiterten Untersuchungsraumes sowie des angrenzenden
Siedlungsbereiches.
Grenze des
UG Vögel
Grenze des
Plangebietes

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Tabelle 2:
Brutvögel im Untersuchungsgebiet
Nr.
Name
Status
Bemerkungen
Kartendarstellung
(Zeichenerklärung siehe Legende am Tabellenende)
1
Feldlerche
(Alauda arven-
sis)
C14b
Die Anzahl der ermittelten/ geschätzten Brutpaare
im Bereich des erweiterten Untersuchungsgebietes
wird auf 2 geschätzt.
2
Schafstelze
(Motacilla flava)
B5
Die Anzahl der ermittelten/ geschätzten Brutpaare
wird auf 5 geschätzt. Die ermittelten Reviere der
Schafstelze liegen überwiegend im Bereich des
erweiterten Untersuchungsgebietes.

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Legende zur Tabelle 2/ Spalte Kartendarstellung
Begehungstermine:
Der Gefährdungsstatus der Arten ist der Tabelle 5 im Kapitel 4.2.2.1
zu entnehmen.
Neben der Feldlerche und der Schafstelze als ermittelte Vögel mit Brutstatus konnten
noch folgende Überflieger und Nahrungsgäste bzw. Brutvögel des angrenzenden Sied-
lungsbereichs ermittelt werden:
Tabelle 3:
Nachgewiesene
Brutvögel
im
Umfeld
des
Untersuchungsgebietes
bzw.
nachgewiesene
Überflie-
ger/Nahrungsgäste im UG
Art
höchster ermittel-
ter Brutstatus
Status
ermittelte bzw. ge-
schätzte Anzahl
der Brutpaare
Bemerkungen
Graureiher
(Ardea cinerea)
0
Überflieger
Sperber
(Accipiter nisus)
0
Nahrungssuche
Jagdflug
Ringeltaube
(Columba palumbus)
0
Überflieger
Türkentaube (Strepto-
pelia decaocto)
0
Überflieger
Paar im angrenzenden Gelände
Rabenkrähe
(Corvus corone)
0
Paar im angrenzenden Gelände
Rauchschwalbe (Hi-
rundo rustica)
0
Nahrungssuche

Bebauungsplan „Wohngebiet Dr. Otto-Kunzmann-Straße" gem. §13b BauGB der Stadt Pegau
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Art
höchster ermittel-
ter Brutstatus
Status
ermittelte bzw. ge-
schätzte Anzahl
der Brutpaare
Bemerkungen
Star (Sturnus vulgaris)
C14b
sicherer Brutvogel
1
Brutplatz in Nistkasten an den älteren Bäumen kurz
außerhalb des B-Plan Gebietes
Amsel (Turdus merula)
0
Nahrungssuche
Hausrotschwanz
(Phoenicurus ochruros)
0
Haussperling
(Passer domesticus)
0
Wahrscheinliche Brutplätze an den Gebäuden des
angrenzenden Siedlungsbereiches
Feldsperling
(Passer montanus)
B6
wahrscheinlicher
Brutvogel
1
Brutplatz in Nistkasten an den älteren Bäumen am
südlichen Rand kurz außerhalb des B-Plan Gebie-
tes
Bachstelze
(Motacilla alba)
0
Überflieger
möglicher Brutvogel im angrenzenden Siedlungsbe-
reich
Girlitz (Serinus serinus)
0
möglicher Brutvogel im angrenzenden Siedlungsbe-
reich
Grünfink
(Carduelis chloris)
0
Überflieger
möglicher Brutvogel im angrenzenden Siedlungsbe-
reich
Stieglitz
(Carduelis carduelis)
0
Überflieger
Bluthänfling
(Carduelis cannabina)
0
Nahrungssuche/ Über-
flieger
Bedeutung der farbigen Schattierung vgl. Legende zur Tabelle 2
Legende zu den Tabellen 2 und Tabelle 3 / Spalte Status
Die Angaben erfolgen nach folgendem international üblichen Schema:
Status (A = möglicher, B = wahrscheinlicher, C = sicherer
BV
)
A
1
Art zur Brutzeit im möglichen Bruthabitat festgestellt
2
singendes, trommelndes oder balzendes Männchen zur Brutzeit im mögli-
chen Bruthabitat festgestellt
B
3
Paar zur Brutzeit in geeignetem Bruthabitat festgestellt
4
Revierverhalten (Gesang, Kämpfe mit Reviernachbarn etc.) an mind. 2
Tagen im Abstand von mind. 7 Tagen am selben Ort lässt ein dauerhaft
besetztes Revier vermuten
5
Balzverhalten (Männchen und Weibchen) festgestellt
6
Altvogel sucht einen wahrscheinlichen Nestplatz auf
7
Warn- oder Angstrufe von Altvögeln oder anderes aufgeregtes Verhalten,
das auf ein Nest oder Junge in der näheren Umgebung hindeutet
8
Brutfleck bei gefangenem Altvogel festgestellt
9
Nest- oder Höhlenbau, Anlage einer Nistmulde u.ä. beobachtet
C
10
Ablenkungsverhalten oder Verleiten (Flügellahmstellen) beobachtet
11a
Benutztes Nest aus der aktuellen Brutperiode gefunden
11b
Eischalen geschlüpfter Jungvögel aus der aktuellen Brutperiode gefunden
12
Eben flügge Jungvögel (Nesthocker) oder Dunenjunge (Nestflüchter) festge-
stellt
13a
Altvögel verlassen oder suchen einen Nestplatz auf. Das Verhalten der
Altvögel deutet auf ein besetztes Nest hin, das jedoch nicht eingesehen
werden kann (hoch oder in Höhlen gelegene Nester)
13b
Nest mit brütendem Altvogel entdeckt
14a
Altvogel trägt Kotsack von Nestling weg
14b
Altvogel mit Futter für die nicht-flüggen Jungen beobachtet
15
Nest mit Eiern entdeckt
16
Junge im Nest gesehen oder gehört
Die folgende Tabelle stellt bezüglich der erfassten Brutvögel zusammenfassend die
Anzahl der ermittelten Datensätze, die Uhrzeit und die Witterung am Tag der Begehung
sowie die Feststellung der Arten im Kartierungsverlauf dar.

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Arbeitsstand 12.03.2021
12
Tabelle 4:
ermittelte Datensätze und Feststellung der Arten im Kartierungsverlauf
Art
Anzahl der Datensätze
Feststellung im Kartierungsverlauf
04.04.2020
10:00 bis 11:00 Uhr
8°C, leicht bewölkt,
schwach windig
26.04.2020
07:00 bis 08:00 Uhr
7°C, klar, windstill
06.05.2020
07:45 bis 08:45 Uhr
3°C, tlw. bewölkt,
schwach windig
15.05.2020
08:00 bis 09:00 Uhr
5°C, klar, windstill
06.06.2020
06:00 bis 07:00 Uhr
8°C, bewölkt,
schwach windig
Graureiher
(Ardea cinerea)
1
Sperber
(Accipiter nisus)
2
Ringeltaube
(Columba palumbus)
1
Türkentaube
(Streptopelia decaocto)
3
Rabenkrähe
(Corvus corone)
1
Feldlerche
(Alauda arvensis)
18
Rauchschwalbe
(Hirundo rustica)
6
Star
(Sturnus vulgaris)
6
Amsel
(Turdus merula)
1
Hausrotschwanz
(Phoenicurus ochruros)
2
Haussperling
(Passer domesticus)
2
Feldsperling
(Passer montanus)
4
Schafstelze
(Motacilla flava)
15
Bachstelze
(Motacilla alba)
2
Girlitz
(Serinus serinus)
1
Grünfink
(Carduelis chloris)
2
Stieglitz
(Carduelis carduelis)
1
Bluthänfling
(Carduelis cannabina)
2

image
Bebauungsplan „Wohngebiet Dr. Otto-Kunzmann-Straße" gem. §13b BauGB der Stadt Pegau
Artenschutzrechtliche Betroffenheitsabschätzung
Arbeitsstand 12.03.2021
13
4.2.2 Datenrecherche wertgebender Arten
Neben der Brutvogelkartierung erfolgte zur Untersuchung des Vorkommens von Tierarten
im Rahmen einer ersten Sondierung eine Auswertung der Multi-Base-Artdatenbank
[UNB,
LRA Landkreis Leipzig; 27.02.2019]. Es wurden alle nachgewiesen Tierarten in der Multi-Base Da-
tenbank für einen eng gefassten Betrachtungsraum und alle Fundpunkte der Artengruppe
Vögel und Fledermäuse für einen weit gefassten Betrachtungsraum (entspricht MTBQ
4739 SW) abgefragt.
Abb. 3: Lage der abgefragten Betrachtungsräume in der Multi-Base-Artdatenbank.
Bei den Ortsbegehungen erfolgte eine Abschätzung, welche der in der Artdatenbank auf-
geführten Tierarten nach Anhang IV der FFH-Richtlinie und welche Europäischen Vogel-
arten potentiell innerhalb des Plangebietes vorkommen könnten. So wurden die Bege-
hungen zu Brutvögeln dazu genutzt, die Lebensraumeignung des Plangebietes für die
Artgruppe Vögel einzuschätzen. Auch erfolgte eine Kontrolle der vorhandenen Gehölze
auf artenschutzrechtlich relevante Strukturen wie Baumhöhlen, Risse, abblätternde Rinde,
Totholz u.ä.
Die folgenden Tabellen beinhalten alle wertgebenden Arten, d.h.
-
nach BNatSchG besonders und / oder streng geschützte Arten im Sinne von § 7 Abs.
2 Nr.13 und 14 BNatSchG;
-
und / oder Arten, die in einer Gefährdungskategorie oder in der Vorwarnliste der Ro-
ten Liste Sachsens und / oder der Roten Liste Deutschlands aufgeführt sind,
auf die es Hinweise in der Multi-Base-Datenbank gab und/oder für die Nachweise bei den
Geländebegehungen gelangen. Im Sinne eine worst-case-Betrachtung wurde für alle nicht
kartierten Arten eingeschätzt inwieweit diese innerhalb des Plangebietes potentiell vor-
kommen könnten.
Anhand der am Tabellenanfang dargestellten Kriterien wird durch Abschichtung ermittelt,
auf welche Arten bei Realisierung der Vorgaben des B-Planes Auswirkungen zu erwarten
weit gefasster
Betrachtungsraum
eng gefasster
Betrachtungsraum

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Artenschutzrechtliche Betroffenheitsabschätzung
Arbeitsstand 12.03.2021
14
sind. Als Beurteilungsgrundlage dafür diente eine flächendeckende Biotopkartierung in-
nerhalb des Plangebietes sowie die Erfassung der Brutvögel im Frühjahr 2020, bei der die
Lebensraumeignung des Plangebietes für Vögel mit beurteilt wurde.
Nachfolgende, ausführliche Tabellendarstellung dient vorrangig als interne Checkliste der
Nachvollziehbarkeit der Ermittlung der wertgebenden Arten. Die Ergebnisse der Auswahl
der Arten sind im Kap. 6 dokumentiert.
Abschichtungskriterien
(Spalten am Tabellenanfang):
Schritt 1: Relevanzprüfung
N
:
Art im Großnaturraum der Roten Liste Sachsens
0
= ausgestorben/verschollen/nicht vorkommend
X
= vorkommend oder keine Angaben in der Roten Liste vorhanden (k.A.)
V
:
Wirkraum des Vorhabens liegt
0
= außerhalb des bekannten Verbreitungsgebietes der Art nach den folgenden für die ein-
zelnen Artengruppen getroffenen Bestimmungen
X
= innerhalb des bekannten Verbreitungsgebietes der Art in Sachsen
oder keine Angaben zur Verbreitung der Art in Sachsen vorhanden
(k.A.)
für Liste Vögel:
Vogelart wird als im Verbreitungsgebiet vorkommend bewertet, wenn sie:
im Multi-Base-Datenbankauszug für den eng oder weit gefassten
Betrachtungsraum enthalten ist,
oder im Zuge der Brutvogelkartierung im Frühjahr 2020 durch die
Ornithologin Susanne Ulbrich nachgewiesen werden konnte.
für Liste Säugetiere:
Art wird als im Verbreitungsgebiet vorkommend bewertet, wenn sie:
im Multi-Base-Datenbankauszug für den eng oder weit gefassten
Betrachtungsraum enthalten ist.
für Liste Amphibien:
Art wird als im Verbreitungsgebiet vorkommend bewertet, wenn sie:
im Multi-Base-Datenbankauszug für den eng gefassten Betrach-
tungsraum enthalten ist.
für Liste Kriechtiere:
Art wird als im Verbreitungsgebiet vorkommend bewertet, wenn sie:
im Multi-Base-Datenbankauszug für den eng gefassten Betrach-
tungsraum enthalten ist.
L
:
Erforderlicher Lebensraum/Standort der Art im Wirkraum des Vorhabens (Lebensraum-
Grobfilter nach z.B. Moore, Wälder, Gewässer)
0
= nicht vorkommend; spezifische Habitatansprüche der Art werden mit Sicherheit nicht er-
füllt
z.B. konnten für die Liste Vögel diejenigen ausgeschlossen werden, die an Wälder und
Forsten, an stehende Gewässer, Schilfbestände oder Gebäude gebunden sind, da die-
se innerhalb des Plangebietes nicht vorkommen.
X
= vorkommend; spezifische Habitatansprüche der Art werden voraussichtlich erfüllt oder
es sind keine Angaben möglich (k.A.)

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Artenschutzrechtliche Betroffenheitsabschätzung
Arbeitsstand 12.03.2021
15
E
:
Wirkungsempfindlichkeit der Art
0
= projektspezifisch so gering, dass mit hinreichender Sicherheit davon ausgegangen wer-
den kann, dass keine Verbotstatbestände ausgelöst werden können
X
= gegeben, oder nicht auszuschließen, dass Verbotstatbestände ausgelöst werden
können
Arten, bei denen eines der o.g. Kriterien mit "0" bewertet wurde, sind als nicht relevant
identifiziert. Zusammenfassend ist in der Spalte „relevant“ die Einschätzung angegeben
und die relevanten Arten sind farbig hervorgehoben.
relevante Arten, für die eine verbotstatbeständliche Betroffenheit nicht ausge-
schlossen werden kann, eine artenschutzrechtliche Betroffenheitsabschätzung
muss durchgeführt werden
Bei der Liste Vögel sind Durchzügler und Überwinterungsgäste alle als planungsrelevant
identifiziert, da die Abschichtungskriterien hier keine Anwendung fanden.
Für die
häufigen Vogelarten ohne hervorgehobene artenschutzrechtliche Bedeutung
(vgl. Tabelle „in Sachsen auftretende Vogelarten“ des LfULG vom 30.03.2017) wurde wei-
terhin ergänzend hinzugefügt, ob für diese eine überschlägige Betroffenheitsabschätzung
durchzuführen ist.
relevante Brutvogelarten, die in Anlehnung an die Tabelle „in Sachsen auftre-
tende Vogelarten“ als häufige Vogelarten ohne hervorgehobene artenschutz-
rechtliche Bedeutung einzustufen sind und demnach nur einer überschlägigen
Betroffenheitsabschätzung zu unterziehen sind
Weitere Abkürzungen:
RLS:
Für Wirbeltiere:
LFULG: Rote Liste der Wirbeltiere Sachsen, 30. Dezember 2015.
Für Vögel:
LFULG: Rote Liste Sachsens 2013/2015 in Tabelle: In Sachsen auftretende Vo-
gelarten, 30.03.2017.
für Tiere und Pflanzen:
Kategorien
0
ausgestorben oder verschollen
1
vom Aussterben bedroht
2
stark gefährdet
3
gefährdet
n
nicht gefährdet
nb
nicht bewertet
G
Gefährdung anzunehmen, aber Status unbekannt
R
extrem seltene Arten oder Arten mit geografischen Restriktionen
D
Daten defizitär
V
Arten der Vorwarnliste
RLD:
Rote Liste Deutschland (Kategorien wie RLS für Tiere):
für Wirbeltiere:
BUNDESAMT FÜR NATURSCHUTZ (2009);
für Vögel
: GRÜNEBERG, C., H—G. BAUER, H. HAUPT, O. HÜPPOP, T.RYSSLAVY &
P.SÜDBECK, Ber. Vogelschutz 52: 19-69, 2015.
b:
besonders geschützte Art nach § 7 Abs.2 Ziff.13 BNatSchG
s:
streng geschützte Art nach § 7 Abs.2 Ziff.14 BNatSchG
g:
allgemeiner gesetzlicher Schutz nach §39 BNatSchG; keine europäische Vogelart

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Artenschutzrechtliche Betroffenheitsabschätzung
Arbeitsstand 12.03.2021
16
4.2.2.1 Aves- Vögel
Für 64
Vogelarten mit Brutstatus
lagen Hinweise in den ausgewerteten Daten vor. Des Weiteren konnten bei der Brutvogelkartierung noch zwei
Arten registriert werden, auf die es keine Hinweise in den Multi-Base-Daten gab.
Tabelle 5
: Rechtlicher Status und Habitatansprüche von Vogelarten, die in den Bearbeitungsgrundlagen als Brutvögel geführt werden bzw. die bei der Brutvogelkartierung registriert werden konnten
sowie Einschätzung inwieweit diese innerhalb des für die Artgruppe Vögel festgelegten Untersuchungsgebietes brüten könnten
Abschichtungskriterien
Name
EG-
VO
338/97
Anh. A
RL
79/40
9
EWG
Anh.
I
BNatS
chG
RLS
RLD
Ökologische
Gilde
Zur Brutzeit benötigte Habitatstrukturen I)
Raumbedarf
zur Brutzeit
Flucht-
distanz
Quelle
N
V
L
E
relevant
x
x
0
0
nein
keine geeigne-
ten Habita-
te/Strukturen
vorhanden;
Die zweimali-
ge Beobach-
tung im
Kartierungs-
verlauf
(Jagdflug,
Nahrungssu-
che) deutet
auf ein
wahrscheinli-
ches Brutvor-
kommen im
näheren
Umkreis hin
Accipiter nisus
(Sperber)
X
s
n
n
Wälder und
Forsten/ Sied-
lungsbereiche
(auf hohen
Bäumen brü-
tend)
Abwechslungsreiche Landschaften mit Waldflächen u. Offenland
(ausreichendes Kleinvogelangebot); Horst bevorzugt in Nadel-
holz-Stangenhölzern
(kaum in reinen Laubwäldern); Jagd bes. in
Heckenlandschaften, Waldrandnähe, halboffene Feuchtgebiete,
Gärten. In zunehmendem Maße brüten Sperber auch in städti-
schen Bereichen.
Nestabstand
z.T.
< 1 km;
Aktionsraum
7 - 14 km²
50 - 150
m
11)
x
x
0
0
nein
keine geeigne-
ten Habita-
te/Strukturen
vorhanden
Acrocephalus
palustris
(Sumpfrohrsänger)
b
n
n
Gew. und
Verl.ber.
(dicht über
Boden brüt.)
Brutvogel in offener od. locker mit Büschen bestandenen Flä-
chen; dichte Hochstaudenbestände mit Blättern u. Verzweigun-
gen, aber vor allem mit einem hohen Anteil vertikaler Elemente
aufweisen (Höhe ca. 80 - 160 cm) => Bestände aus: Brennnes-
sel, Mädesüß, Wasserdost, Weidenröschen, Knöterich, Rain-
farn, Beifuß u.a. aber auch Raps; häufig auch Mischbestände,
meidet reine Schilfröhrichte u. andere Strukturen ohne Verzwei-
gungen; früher häufig in verunkrauteten Getreidefeldern - heute
in diesen nur selten; einzelne Sträucher o.ä. als Singwarten
notwendig
k.A.
k.A.
2)
5)

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17
Abschichtungskriterien
Name
EG-
VO
338/97
Anh. A
RL
79/40
9
EWG
Anh.
I
BNatS
chG
RLS
RLD
Ökologische
Gilde
Zur Brutzeit benötigte Habitatstrukturen I)
Raumbedarf
zur Brutzeit
Flucht-
distanz
Quelle
N
V
L
E
relevant
x
x
0
0
nein
im UG sind
keine geeigne-
ten Habita-
te/Strukturen
vorhanden, im
angrenzenden
Siedlungsbe-
reich gute
Nistbedingun-
gen vorhan-
den
Aegithalos caudatus
(Schwanzmeise)
b
n
n
Wälder und
Forsten / Halb-
offenland
(auf Bäumen
brütend)
Bevorzugt Wacholderheiden sowie lichte, bodenfeuchte, unter-
holzreiche Wälder, reichstrukturierte Waldränder, Ufergehölze,
halboffene Landschaften mit hohen reichstrukturierten Hecken
u. Feldgehölzen, Parks, Friedhöfe, Gebüschbrachen, +/- unge-
pflegte Baum-/ Obstgärten; meidet große monotone Forste u.
Offenland
Einzelre-
vier<5 - 18
ha,
Schwarmre-
vier 17 - 200
ha
<5 - 15
m
2)
5)
x
x
0
0
nein
keine geeigne-
ten Habita-
te/Strukturen
vorhanden
Alcedo atthis
(Eisvogel)
X
s
3
n
Gew. und
Verl.ber.
(Steilufer)
Kleinfischreiche Still- u. Fließgewässer mit ausreichender Sicht-
tiefe u. geeigneten Ansitzwarten (<2 -
3 m über dem Wasser)
sowie nicht zu weit entfernten (bevorzugt am Wasser gelege-
nen) steilen, sandig – lehmigen, >50 cm hohe Erd- (Ufer-
)abbrüche
0,5 - 3 km
Fließgewäs-
ser-strecke
20 - 80
m (Ge-
wöh-
nung an
Wege
möglich)
2)
5)
x
x
x
x
ja
Nw als siBV
im erweiterten
UG, Das
erweiterte UG
bietet auf-
grund der
größeren
Entfernung zur
Siedlung und
dem damit
verbundenen
geringerem
Störpotenzial,
sehr gute
Nistmöglich-
keiten
Alauda arvensis
(Feldlerche)
b
V
3
Offenland
(Bodenbrüter)
Brutvogel im offenen Gelände auf trockenen bis wechselfeuch-
ten Böden mit niedriger, abwechslungsreicher Kraut- u. Strauch-
schicht, bevorzugt karge Veg. => Wiesen, Weiden, Ackerland
(ideal: extensiv genutzte, reich strukturierte Feldflur)
k.A.
k.A.
3)
6)
10)
x
x
0
0
nein
keine geeigne-
ten Habita-
te/Strukturen
vorhanden
Anas platyrhynchos
(Stockente)
b
n
n
Gew. und
Verl.ber.
(Bodenbüter)
Brutvogel an stehenden u. langsam fließenden Gewässern aller
Art; Nahrungssuche auch fernab vom Wasser (z.B. Felder)
k.A.
k.A.
3)
6)
x
x
0
0
nein
keine geeigne-
ten Habita-
te/Strukturen
vorhanden
Anthus trivialis
(Baumpieper)
b
3
3
alle Bereiche
(Bodenbrüter)
Brutvogel in allen Bereichen; vom geschlossenen Hochwald
über Mittel- u. Niederwald bis hin zur offenen Landschaft mit
Feldgehölzen, Hecken od. Ufergehölzen bis zum Schilf; besie-
delt in Verbindung mit Gebäuden (Scheunen, Einzelhäuser,
Dörfer, Villen- u. Gartenstadtviertel, Industrieanlagen) auch
weitgehend baumfreie Landschaften, wobei jedoch die Sied-
lungsdichte mit dem Gehölzangebot korreliert
k.A.
k.A.
3)
6)

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Artenschutzrechtliche Betroffenheitsabschätzung
Arbeitsstand 12.03.2021
18
Abschichtungskriterien
Name
EG-
VO
338/97
Anh. A
RL
79/40
9
EWG
Anh.
I
BNatS
chG
RLS
RLD
Ökologische
Gilde
Zur Brutzeit benötigte Habitatstrukturen I)
Raumbedarf
zur Brutzeit
Flucht-
distanz
Quelle
N
V
L
E
relevant
x
x
0
0
nein
Nw nur als
ÜF; im UG
keine geeigne-
ten Habita-
te/Strukturen
vorhanden
Ardea cinerea
(Graureiher)
b
n
n
Wälder und
Forsten
(Gew.nähe)
(auf Bäumen
brütend)
BV in Altholzbeständen, oft nah am Wasser (fischreiche Gewäs-
ser aller Art); Nahrungssuche im Seichtbereich bis etwa 0,6 m
Tiefe, auch im Feuchtgrünland; im Spätsommer / Herbst auch
auf Feldern u. Wiesen (Mäusefang)
Nahrungs-
fläche bis
über 10 km
von Kolonie
<50 bis
>150 m
(abhän-
gig von
Jagd-
druck)
11)
x
x
0
0
nein
keine geeigne-
ten Habita-
te/Strukturen
vorhanden
Apus apus
(Mauersegler)
b
n
n
Wälder und
Forsten sowie
Siedlungsb.
(Bäume oder
Gebäude)
Nistplätze an (bevorzugt mehrgeschossigen) Gebäuden mit
tiefen Nischen u. Höhlen (Dachtraufbereich); Altblocks, Burgen,
Türme, Ruinen, Fabriken, Bahnhöfe; kaum an Neubauten mit
glatter/ intakter Fassade; Schwerpunkt in Innenstädten, in Dör-
fern seltener; vereinzelt in Altholzbeständen mit Höhlen u. freiem
Anflug; jagt im freien Luftraum, oft über Wasserflächen
Nestabstand
in den Kolo-
nien oft <1
m; Aktions-
radius 0,5
bis >50 km
<10 m
2)
5)
x
x
0
0
nein
keine geeigne-
ten Habita-
te/Strukturen
vorhanden
Asio otus
(Waldohreule)
X
s
n
n
Wälder und
Forsten/ Halb-
offenland
(auf Bäumen
brütend)
Brutplatz in Wäldern in Waldrandnähe od. (bevorzugt) in Feld-
gehölzen, Baumgruppen, Hecken od. sogar Einzelbäume; be-
vorzugt Fichten-
u. Kiefernbestände; jagt über deckungsarmen
Gelände mit niedriger Veg. (z.B. Felder, Wiesen, Niedermoore,
Kahlschläge, Lichtungen, Parkrasen)
<150 - 600
ha; Aktions-
radius bis zu
2,3 km
<5 - >10
m
3)
6)
x
x
0
0
nein
keine geeigne-
ten Habita-
te/Strukturen
vorhanden
Buteo buteo
(Mäusebussard)
X
s
n
n
Wälder und
Forsten
(auf hohen
Bäumen brü-
tend)
benötigt Wald als Brutplatz u. offenes Land als Jagdrevier;
Nester in größeren geschlossenen Baumbeständen, aber auch
in kleineren Beständen (Feldgehölze) bis hin zu einzelnen
Baumgruppen u. sogar Einzelbäumen; Jagd auf offenen Flächen
in der weiteren Umgebung der Nester; bevorzugt hier kahlen
Boden od. kurzrasige Veg.
k.A.
k.A.
3)
6)
x
x
0
0
nein
Nw als
ÜF/NG; im UG
keine geeigne-
ten Habita-
te/Strukturen
vorhanden; im
angrenzenden
Siedlungsbe-
reich dagegen
Bruten
möglich
Carduelis cannabina
(Bluthänfling)
b
V
3
Halboffenland
(auf Bäumen
oder im Ge-
büsch brütend)
Brutvogel sonniger, offener mit Hecken, Sträuchern od. jungen
Nadelbäumen bewachsener Flächen mit kurzer, samentragen-
der Krautschicht; => heckenreiche Agrarlandschaften mit Acker-
u. Grünlandflächen, Ödland, Ruderalfluren, Gärten, Parks
k.A.
k.A.
2)
5)
11)

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Artenschutzrechtliche Betroffenheitsabschätzung
Arbeitsstand 12.03.2021
19
Abschichtungskriterien
Name
EG-
VO
338/97
Anh. A
RL
79/40
9
EWG
Anh.
I
BNatS
chG
RLS
RLD
Ökologische
Gilde
Zur Brutzeit benötigte Habitatstrukturen I)
Raumbedarf
zur Brutzeit
Flucht-
distanz
Quelle
N
V
L
E
relevant
x
x
0
0
nein
Nw als ÜF; im
B-Plangebiet
keine geeigne-
ten Habita-
te/Strukturen
vorhanden;
der angren-
zende Sied-
lungsbereich
dagegen
bietet gute
Nistmöglich-
keiten
Carduelis carduelis
(Stieglitz)
b
n
n
Halboffenland
sowie
Siedlungsb.
(auf Bäumen
brütend)
Halboffene Agrarlandschaften mit Alleen, Feldgehölzen, hohen
Hecken sowie Obstbaumbeständen; bäuerliche Dörfer mit locke-
ren Baumbeständen; seltener Waldränder, lichte Laubwälder;
bes. Hartholzauen; zunehmend in Gartenstädten, Kleingärten,
Parks u. Friedhöfen mit entsprechendem Baumbestand; selbst
im Innern großer Städte
<1 - >3 ha;
Nester z.T.
in lockeren
Gruppen
<1 - 3 m
3)
6)
11)
x
x
0
0
nein
Nw nur als
ÜF; im
Plangebiet
keine geeigne-
ten Habita-
te/Strukturen
vorhanden; im
angrenzenden
Siedlungsbe-
reich Nw als
möBV
Carduelis chloris
(Grünfink)
b
V
n
Wälder und
Forsten sowie
Siedlungsb.
(Hecken,
Gebüsch)
Brutvogel halboffener, parkähnlicher Landschaften, mit Baum-
gruppen, Gebüsch od. aufgelockerten Baumbeständen u. freien
Flächen (z.B. Feldgehölze, Waldränder, lichte Misch- u. Auwäl-
der, Parks, Gärten); bei Anwesenheit von nur wenigen Gehölzen
auch in Siedlungen, nach der Brutzeit: Ruderalfluren, Felder,
Wegränder, Bahndämme; im Winter mehr in u. um Siedlungen
k.A.
k.A.
3)
6)
11)
x
x
0
0
nein
keine geeigne-
ten Habita-
te/Strukturen
vorhanden; im
angrenzenden
Siedlungsbe-
reich dagegen
Bruten
möglich
Certhia brachydacty-
la
(Gartenbaumläufer)
b
n
n
Wälder und
Forsten sowie
Siedlungsb.
(Baumspalten,
Holzstößen,
unter Dächern)
+/- lichte Wälder, Waldränder, Parks, Friedhöfe, Baumgärten, -
hecken, Alleen usw. mit im lockeren Verband stehenden Alt-
bäumen; bevorzugt großborkige Gehölze (z.B. Eichen)
<0,8 - >3 ha
meist
<10 ha
5)
2)
x
x
0
0
nein
keine geeigne-
ten Habita-
te/Strukturen
vorhanden
Circus pygargus
(Wiesenweihe)
X
s
2
2
Halboffenland
(Feuchtgebie-
te)
(Bodenbrüter,
selten Busch-
brüter)
Offene und halboffene, wenig gestörte Feuchtgebiete, v.a.
Niedermoore, ausgedehnte Verlandungszonen, großflächige
Heidemoore und weite, feuchte Dünentäler der Küste, Horst in
meist schütterem Schilf, Hochstauden- und Großseggenrieden,
hohem Gras, selten Getreide, z.T. zwischen niedrigen Büschen
(z.B.Gagel)
Nestrevier
sehr klein,
Aktionsradi-
us bis zu 20
km²
150-300
m
3)
6)
x
x
0
0
nein
keine geeigne-
ten Habita-
te/Strukturen
vorhanden
Coccothraustes
coccothraustes
(Kernbeißer)
b
n
n
Wälder und
Forsten / Sied-
lungsbereich
(auf Bäumen
brütend)
Lichte Laub- u. Mischwaldbestände mit Unterwuchs (in ge-
schlossenen Wäldern meist in Randzonen) => Hainbuchen-,
Buchenbestände, Parks, größere Gärten, lichte Auwälder, Feld-
gehölze
k.A.
k.A.
2)
5)

Bebauungsplan „Wohngebiet Dr. Otto-Kunzmann-Straße" gem. §13b BauGB der Stadt Pegau
Artenschutzrechtliche Betroffenheitsabschätzung
Arbeitsstand 12.03.2021
20
Abschichtungskriterien
Name
EG-
VO
338/97
Anh. A
RL
79/40
9
EWG
Anh.
I
BNatS
chG
RLS
RLD
Ökologische
Gilde
Zur Brutzeit benötigte Habitatstrukturen I)
Raumbedarf
zur Brutzeit
Flucht-
distanz
Quelle
N
V
L
E
relevant
x
x
0
0
nein
Nw nur als
ÜF; Im UG
sind keine
Habitate bzw.
Strukturen
vorhanden,
die ein Brüten
ermöglichen.
Die direkt an
das B-Plan-
Gebiet
angrenzenden
Obstbäume
bieten gute
Nistmöglich-
keiten
Columba palumbus
(Ringeltaube)
b
n
n
Wälder und
Forsten sowie
Siedlungsb.
(auf Bäumen
brütend)
Nest- u. Ruhezone in Gehölzen; Nahrungserwerb auf Flächen
mit niedriger od. lückenhafter Veg.; meist Baumgruppen inmitten
od. in der Umgebung von Feldern (Wälder, Feldgehölze, Alleen,
mitunter Einzelbäume od. Gebüsche); zunehmend in menschli-
chen Siedlungen
k.A.
k.A.
3)
6)
11)
x
x
0
0
nein
Im UG sind
keine Habitate
bzw. Struktu-
ren vorhan-
den, die ein
Brüten
ermöglichen.
Die direkt an
das B-Plan-
Gebiet
angrenzenden
Obstbäume
bieten gute
Nistmöglich-
keiten; im
angrenzenden
Gelände
wurde ein
Paar registriert
Corvus corone coro-
ne
(Rabenkrähe)
b
n
n
Halboffenl. und
Offenland.
(auf Bäumen
brütend)
Benötigt Bäume od. zumindest hohe Büsche als Ansitzwarten,
Deckung, Schlaf- u. Nistplätze sowie offene, kurzrasige, schütter
bewachsene od. veg.freie Flächen (z.B. Grünland, Acker, Ra-
senflächen) zur Nahrungssuche; typ. Brutvogel der halboffenen
u. offenen Agrarlandschaft mit Feldgehölzen, Baumreihen od.
Hecken sowie der Waldränder zur offenen Landschaft; zuneh-
mend in Parks, Friedhöfen u. Siedlungen mit höherem Baumbe-
stand
<10 (Städte)
-
>50 ha
100 -
200 m
im Of-
fenland
3)
6)
11)
x
x
x
x
ja
Je nach
angebauter
Feldfrucht
bietet potenti-
ell vor allem
das erweiterte
UG (aufgrund
weniger
Störung) gute
Nistbedingun-
gen
Coturnix coturnix
(Wachtel)
b
n
V
Offenland
(Bodenbrüter)
Möglichst gehölzfreie Felder, Wiesen, Ruderalflächen; benötigt
eine dichte, Deckung gebende Krautschicht; bevorzugt warme u.
dabei frische Sand-, Moor od. tiefgründige Löß- u. Schwarzer-
deböden; Brutvogel in: Wintergetreide, Klee, Luzerne, Wiesen;
im Sommer in Hackfruchtäckern u.a.
mind. 20 -
50 ha an
geeigneten
Habitat
30 - 50
m (?)
2)
5)

Bebauungsplan „Wohngebiet Dr. Otto-Kunzmann-Straße" gem. §13b BauGB der Stadt Pegau
Artenschutzrechtliche Betroffenheitsabschätzung
Arbeitsstand 12.03.2021
21
Abschichtungskriterien
Name
EG-
VO
338/97
Anh. A
RL
79/40
9
EWG
Anh.
I
BNatS
chG
RLS
RLD
Ökologische
Gilde
Zur Brutzeit benötigte Habitatstrukturen I)
Raumbedarf
zur Brutzeit
Flucht-
distanz
Quelle
N
V
L
E
relevant
x
x
0
0
nein
keine geeigne-
ten Habita-
te/Strukturen
vorhanden
Cuculus canorus
(Kuckuck)
b
3
V
alle Bereiche
(k.A.)
vielseitige Lebensräume, zur Eiablage deckungslose, offene
Flächen bevorzugt mit geeigneten Sitzwarten; fehlt in der ausge-
räumten Agrarlandschaft
k.A.
k.A.
2)
5)
x
x
0
0
nein
keine geeigne-
ten Habita-
te/Strukturen
vorhanden
Delichon urbicum
(Mehlschwalbe)
b
3
V
Siedlungsb.
(an
Gebäuden o. ä.
brütend)
Alle Formen menschlicher Siedlungen (v.a. bäuerliche Dörfer);
wichtig sind Gewässernähe (Nahrungs- u. Nistmaterial) bzw.
schlammige/ lehmige Ufer od. Pfützen, sowie für den Nestbau
Gebäudefassaden mit rauher Oberfläche u. überstehenden
Vorsprüngen/ Simsen/ Dachtraufen
Nester z.T.
aneinander
gebaut;
Aktionsradi-
us i.d.R. 0,3
– 0,7 km
<10 –
20
m
3)
6)
x
x
0
0
nein
Im UG sind
keine Habitate
bzw. Struktu-
ren vorhan-
den, die ein
Brüten
ermöglichen.
Die direkt an
das B-Plan-
Gebiet
angrenzenden
Obstbäume
bieten Poten-
tial für die
Anlage einer
Nisthöhle.
Dendrocopos major
(Buntspecht)
b
n
n
Wälder und
Forsten
(in Baumhöh-
len brütend)
Brutvogel in allen Laub-
u. Nadelwaldlandschaften; ferner in
Parks, Feldgehölzen, Gärten
k.A.
k.A.
3)
6)
x
x
0
0
nein
Im UG sind
keine Habitate
bzw. Struktu-
ren vorhan-
den, die ein
Brüten
ermöglichen.
Die direkt an
das B-Plan-
Gebiet
angrenzenden
Obstbäume
bieten Poten-
tial für die
Anlage einer
Nisthöhle.
Dendrocopos minor
(Kleinspecht)
b
n
V
Wälder und
Forsten
(in Baumhöh-
len brütend)
Laub- (Misch-) Wälder, bevorzugt Erlen-, Birkenbruchwälder,
Hart- u. Weichholzauen, Erlen-Eschen-Wälder, Pappelforste; oft
in Ufergehölzen z.B. bachbegleitende Saumgehölze, halboffene
Niederungen; besiedelt Wälder z.T. bereits im Stangenholzalter;
auch in Parks u. Gärten mit Altbaum- u. Hochstammobstbestand
4 – 40 ha
<10 – 30
m
2)
5)

Bebauungsplan „Wohngebiet Dr. Otto-Kunzmann-Straße" gem. §13b BauGB der Stadt Pegau
Artenschutzrechtliche Betroffenheitsabschätzung
Arbeitsstand 12.03.2021
22
Abschichtungskriterien
Name
EG-
VO
338/97
Anh. A
RL
79/40
9
EWG
Anh.
I
BNatS
chG
RLS
RLD
Ökologische
Gilde
Zur Brutzeit benötigte Habitatstrukturen I)
Raumbedarf
zur Brutzeit
Flucht-
distanz
Quelle
N
V
L
E
relevant
x
x
0
0
nein
keine geeigne-
ten Habita-
te/Strukturen
vorhanden
Emberiza calandra
(Grauammer)
s
V
V
Offenland
(Bodenbrüter)
Brutvogel offener Landschaften, bevorzugt ebenes Gelände mit
niedriger od. lückiger Bodenveg. zur Nahrungsaufnahme; mög-
lichst extensiv genutzte Grünländer unterschiedlicher Nässestu-
fen u. Äcker (bevorzugt gute Bonität) u. auch Ruderalfluren mit
einzelnen
Bäumen,
Baumreihen,
Telegraphenleitungen,
manchmal auch nur Büsche od. Hochstauden als Singwarten
1,3 - >7 ha;
Nahrungs-
plätze aber
z.T. außer-
halb
10 - 40
m
2)
5)
x
x
0
0
nein
keine geeigne-
ten Habita-
te/Strukturen
vorhanden
Emberiza citrinella
(Goldammer)
b
n
V
Offenland bzw.
Halboffenland
(Bodenbrüter)
Brutvogel offener u. halboffener, abwechslungsreicher Land-
schaften mit Büschen, Hecken u. Gehölzen u./ od. vielen Rand-
linien (Säume) zwischen unterschiedlichen Veg.höhen: Wald-
ränder, -lichtungen, Kahlschläge, Heckenlandschaften, ab-
wechsungsreiche Feldfluren (mit Gehölzen, Gebüschgruppen,
Windschutzpflanzungen), entsprechend bepflanzte Böschungen
bzw. Dämme, ältere Ruderalfluren
k.A.
k.A.
3)
6)
x
x
0
0
nein
keine geeigne-
ten Habita-
te/Strukturen
vorhanden;
der angren-
zende Sied-
lungsbereich
dagegen
bietet gute
Nistmöglich-
keiten
Erithacus rubecula
(Rotkehlchen)
b
n
n
Wälder und
Fors-
ten/Siedl.ber.-
Gärten
(auf Boden
brütend)
In unterholzreichen Baumbeständen u. Waldrändern von Laub-,
Misch- u. Nadelhochwäldern, Gebüschen, Hecken, Parks, Gär-
ten; bevorzugt Gewässernähe od. feuchtere Standorte
k.A.
k.A.
3)
6)
x
x
0
0
nein
keine geeigne-
ten Habita-
te/Strukturen
vorhanden
Falco subbuteo
(Baumfalke)
X
s
3
3
Wälder und
Forsten
(auf hohen
Bäumen brü-
tend)
Halboffene bis offene Feuchtgebiete
=> Verlandungszonen,
Feuchtwiesen, Moore, Ödflächen od. Trockengebiete => Heide-
landschaften mit zumindest kleinen Wäldern (bevorzugt als
Brutplatz lichte Kiefernwälder), Gehölzen; auch auf einzeln
stehenden Bäumen mitunter in Parkanlagen, Alleen, Villengär-
ten
Nestrevier
>10 ha,
Jagdrevier
bis
30 km²
>50 -
200 m
2)
x
x
0
0
nein
keine geeigne-
ten Habita-
te/Strukturen
vorhanden
Falco tinnunculus
(Turmfalke)
X
s
n
n
Wälder und
Forsten,
Siedl.b., Felsen
(auf hohen
Bäumen ,
Gebäuden,
Felsen brü-
tend)
Offene Landschaften; bes. Agrarlandschaften, in Kombination
zumindest mit kleinen Wäldern, Feldgehölzen od. Baumreihen,
sowie Siedlungen mit Kirchtürmen, hohen Gebäuden o.ä.; Bur-
gen, Felswände, Steinbrüche mit nahegelegener Agrarland-
schaft, Brachflächen od. anderer Offenlandschaft
Nestrevier
sehr klein;
Aktionsraum
bis zu 10
km²
30 - 100
m
3)
6)

Bebauungsplan „Wohngebiet Dr. Otto-Kunzmann-Straße" gem. §13b BauGB der Stadt Pegau
Artenschutzrechtliche Betroffenheitsabschätzung
Arbeitsstand 12.03.2021
23
Abschichtungskriterien
Name
EG-
VO
338/97
Anh. A
RL
79/40
9
EWG
Anh.
I
BNatS
chG
RLS
RLD
Ökologische
Gilde
Zur Brutzeit benötigte Habitatstrukturen I)
Raumbedarf
zur Brutzeit
Flucht-
distanz
Quelle
N
V
L
E
relevant
x
x
0
0
nein
keine geeigne-
ten Habita-
te/Strukturen
vorhanden;
der angren-
zende Sied-
lungsbereich
dagegen
bietet gute
Nistmöglich-
keiten
Fringilla coelebs
(Buchfink)
b
n
n
Wälder und
Forsten/ Halb-
offenland
(auf Bäumen
od. im Ge-
büsch brü-
tend)
Wälder aller Art, kleinere u. größere Baumgruppen, Feldgehöl-
ze, Alleen, Parks, Obstanlagen, Baumgärten; optimal: Baum-
gruppen, Wälder mit spärlicher Strauch- u. Krautschicht; Nah-
rungssuche vorwiegend am Boden
k.A.
k.A.
3)
6)
x
x
0
0
nein
keine geeigne-
ten Habita-
te/Strukturen
vorhanden
Fulica atra
(Bläßralle/ Bleßralle)
b
n
n
Gew. und
Verl.ber.
(Bodenbüter)
Stehende u. langsam fließende Gewässer (z.B. Seen, Teiche,
langsam fließende Flüsse mit Altwässern, Stauseen, Parkteiche
usw.), Flachufer u. Uferveg. nötig; kaum an oligotrophen u.
dystrophen Gewässern sowie Meeresküsten
k.A.
k.A.
2)
5)
x
x
0
0
nein
keine geeigne-
ten Habita-
te/Strukturen
vorhanden;
der angren-
zende Sied-
lungsbereich
dagegen
könnte
Nistmöglich-
keiten bieten
Hippolais icterina
(Gelbspötter)
b
V
n
Wälder und
Forsten/Halb-
offen-
land/Siedl.ber.
(auf Bäumen
od. im Ge-
büsch brütend)
Mehrschichtige Laubgehölze mit geringem Deckungsgrad der
Oberschicht, d.h. hohes Gebüsch mit lockerem Baumbestand;
bevorzugt Klein- od. Saumgehölze u. Mosaike aus lichten/
niedrigwüchsigen Stellen u. höheren Gebüschgruppen; max.
Dichte => Parks, Friedhöfe, Gärten, Auwälder, Hecken, Feldge-
hölze
800 - >2000
<10 m
2)
5)
x
x
0
0
nein
Nw nur als
NG; keine
geeigneten
Habita-
te/Strukturen
vorhanden;
Die mehrfache
Beobachtung
im Kartie-
rungsverlauf
deutet auf ein
wahrscheinli-
ches Brutvor-
kommen im
näheren
Umkreis hin
Hirundo rustica
(Rauchschwalbe)
b
3
3
Siedlungsb.
(Gebäude)
Nistplätze im Inneren zugänglicher Ställe, Scheunen, Schuppen
u.a. Gebäuden sowie unter Brücken, an Schleusen, Minen usw.;
größte Dichten an Einzelgehöften u. in stark bäuerlich geprägten
Dörfern; Nahrungssuche bevorzugt in Umgebung der Ställe,
über Viehweiden, Wasserflächen, Feuchtgebieten u. Grünland
Koloniedich-
te (bis 120
Brutpaare/
Hof), Akti-
onsradius oft
<1 km
<10 m
3)
6)
11)

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Artenschutzrechtliche Betroffenheitsabschätzung
Arbeitsstand 12.03.2021
24
Abschichtungskriterien
Name
EG-
VO
338/97
Anh. A
RL
79/40
9
EWG
Anh.
I
BNatS
chG
RLS
RLD
Ökologische
Gilde
Zur Brutzeit benötigte Habitatstrukturen I)
Raumbedarf
zur Brutzeit
Flucht-
distanz
Quelle
N
V
L
E
relevant
x
x
0
0
nein
keine geeigne-
ten Habita-
te/Strukturen
vorhanden
Lanius collurio
(Neuntöter/
Rotrückenwürger)
X
b
n
n
Halboff. und
Offenland
(Feldflur)
(kurz
ü. Boden im
Gebüsch
brütend)
Brutvogel halboffener u. offener Landschaften mit aufgelocker-
ten Buschbestand sowie Einzelbäumen, abwechslungsreiche
Krautfluren => extensiv genutzte Kulturlandschaft, Trockenra-
sen, Sukzessionsflächen, Heckenlandschaften, Feldgehölze,
Ödland, Streuobstwiesen auch verwilderte Gärten, Mülldepo-
nien, Parks
<0,1 - >3 (-
8) ha; kleins-
tes Revier
dabei i.d.R.
linear (z.B.
Hecke)
<10 – 30
m
3)
6)
x
x
0
0
nein
keine geeigne-
ten Habita-
te/Strukturen
vorhanden
Locustella naevia
(Feldschwirl)
b
n
3
Offenland
(Bodenbrüter)
Offenes bis halboffenes Gelände mit mind. 20 - 30 (-60) cm
hoher, dichter aber genügend Bewegungsfreiheit am Boden
gewährender Krautschicht aus relativ schmalblättrigen Halmen
sowie diesen Horizont überragende Singwarten (z.B. vorjährige
Stauden, Einzelbäume, Sträucher, Reisighaufen, Zäune); ty-
pisch: Sukzessionsflächen, Kahlschläge; auch stark verunkrau-
tete Äcker
<0,1 - 2,1 ha
<10 - 20
m
2)
5)
x
x
0
0
nein
keine geeigne-
ten Habita-
te/Strukturen
vorhanden
Luscinia megarhyn-
chos
(Nachtigall)
b
n
n
Wälder und
Forsten / Halb-
offenland
(Bodenbrüter)
Dichte Laubgebüsche (freistehend od. als Unterholz) mit Fal-
laubdecke am Boden (Nahrungsraum) u. Partien mit dichter u.
hoher Krautschicht (Nistplatz); daher v.a. unterholzreiche Au-
wälder,
Ufergebüsche, Parks, Friedhöfe u. Gärten mit größeren
Gebüschkomplexen, frische- feuchte, unterholzreiche Laub- u.
Mischwälder, Knicks, selten Feldgehölze
0,13 – 4 (?)
ha
<10 m
3)
6)
x
x
0
0
nein
keine geeigne-
ten Habita-
te/Strukturen
vorhanden
Milvus migrans
(Schwarzmilan)
X
s
n
n
Wälder und
Forsten
(auf
hohen Bäumen
brütend)
Horstet in Wäldern, oft Auwälder u. auch größere Feldgehölze
i.d. Nähe von Gewässern od. Feuchtgrünland u.a. Feuchtgebie-
ten, bevorzugt an Waldrändern u. lückigen Beständen, Nah-
rungssuche an Gewässern od. im offenen Land
Nestrevier
sehr klein;
Aktionsraum
<5 - >10 km²
100 -
300 m
3)
6)
x
x
0
0
nein
keine geeigne-
ten Habita-
te/Strukturen
vorhanden
Milvus milvus
(Rotmilan)
X
X
s
n
V
Wälder und
Forsten
(auf
hohen Bäumen
brütend)
Reich gegliederte Landschaft mit Wald; Nest in lichten Altholz-
beständen (kleine Feldgehölze können zur Brut ausreichen);
Jagdgebiet: freie Flächen im Kulturland, an Gewässern, oft auch
Straßen, Mülldeponien; Schlafplätze in Gehölzen
> 4 km²
(Aktions-
raum);
Nestrevier
sehr klein
100 -
300 m
3)
6)
x
x
0
0
nein
Nw nur als
ÜF; keine
geeigneten
Habita-
te/Strukturen
vorhanden;
der angren-
zende Sied-
lungsbereich
dagegen
bietet gute
Nistmöglich-
keiten
Motacilla alba
(Bachstelze)
b
n
n
Halboffenl. und
Offenland
(Gew.nähe)
(Halbhöhlen,
Baumhöhlen,
Nischen)
In halboffener u. offener Landschaft mit passenden Nistplätzen
u. veg.armen od. -freien Stellen; an Gewässern mit schlammi-
gen, sandigen, kiesigen od. steinigen Ufern sowie in Siedlungen;
am häufigsten in bäuerlichen Dörfern, an Kiesgruben u. Riesel-
feldern sowie an naturnahen Fließgewässern; Nahrungssuche
am Wasser, kurzrasige od. veg.arme Bodenstellen; Nistplätze
an Gebäuden, Brücken, Feldschuppen u.v.a.
1 - 10 ha
bzw.
<100 - 500
m Fließge-
wässer-
strecke
<5 - 10
m
3)
6)
11)

Bebauungsplan „Wohngebiet Dr. Otto-Kunzmann-Straße" gem. §13b BauGB der Stadt Pegau
Artenschutzrechtliche Betroffenheitsabschätzung
Arbeitsstand 12.03.2021
25
Abschichtungskriterien
Name
EG-
VO
338/97
Anh. A
RL
79/40
9
EWG
Anh.
I
BNatS
chG
RLS
RLD
Ökologische
Gilde
Zur Brutzeit benötigte Habitatstrukturen I)
Raumbedarf
zur Brutzeit
Flucht-
distanz
Quelle
N
V
L
E
relevant
x
x
x
x
ja
Nw als waBV;
Vor allem das
erweiterte UG
bietet auf-
grund der
größeren
Entfernung zur
Siedlung und
dem damit
verbundenen
geringerem
Störpotenzi-
als, sehr gute
Nistmöglich-
keiten je nach
angebauter
Feldfrucht
Motacilla flava
(Schafstelze)
b
V
n
Offenland
(Bodenbrüter)
Brutvögel auf ebenen, mit Gräsern u. Seggen bestandenen,
kurzrasigen Flächen; bei horstbildenden Pflanzen sind veg.freie
Flächen nötig; als Singwarten: höhere Stauden, Sträucher,
kleine Bäume od. Zaunpfosten; Böden: wenigstens teilweise
naß, wechselnaß od. feucht; Lebensraum: nasse/ wechselnasse
Wiesen, Seggenfluren, Verlandungsgesellschaften, Streu- u.
Mähwiesen; zunehmend auch auf Hackfruchtäckern, Getreide-
u. Futterpflanzenschlägen, Brachflächen
Nestrevier
z.T. <0,5 ha;
jedoch
Nahrungs-
plätze +/-
entfernt
gelegen
< 10 - 30
m
3)
6)
9)
x
x
0
0
nein
keine geeigne-
ten Habita-
te/Strukturen
vorhanden
Muscicapa striata
(Grauschnäpper)
b
n
n
Siedlungsb. /
Halboffenland
(Nischenbrüter;
Halbhöhlenbr.
an Bäumen,
Fels, Gebäu-
den,)
Horizontal u. vertikal stark gegliederte Habitate mit hohen Bäu-
men (durchsonnte Krone) u./ od. einer Vielzahl anderer expo-
nierter Ansitzmöglichkeiten (z.B. Antennen, Zäune) u. gutem
Angebot an größeren Fluginsekten; bevorzugt Dörfer, Siedlun-
gen, halboffene Landschaften mit alten Bäumen u. lichten Alt-
holzbeständen
<0,5 - 1 ha
10 - 20
m
3)
6)
x
x
0
0
nein
keine geeigne-
ten Habita-
te/Strukturen
vorhanden
Oriolus oriolus
(Pirol)
b
V
V
Wälder und
Forsten / Halb-
offenland
(auf
Bäumen brü-
tend)
Laubwälder, Obstbaumbestände, sowie Parks, Friedhöfe,
Baumgärten, Hof- u. Feldgehölze mit altem Laubholzbestand,
ferner laubholzreiche Kiefernforste u. Kiefern- Eichen- Wälder,
selten auch Nadelforste mit geringem Laubholzanteil; bevorzugt
lichte Bruch- u. Auenwälder, Pappelforste, Ufer- u. Feldgehölze
in Feuchtgebieten
4 – 50 ha,
Aktionsräu-
me bis 110
ha
<20 –
150 m
2)
5)
x
x
0
0
nein
keine geeigne-
ten Habita-
te/Strukturen
vorhanden;
der angren-
zende Sied-
lungsbereich
dagegen
bietet gute
Nistmöglich-
keiten
Parus caeruleus
(Blaumeise)
b
n
n
Wälder und
Forsten / Halb-
offenland
(in
Baumhöhlen,
Halbhöhlen,
Nistkästen)
Lichte sonnige Laubwälder u. offene Baumbestände (z.B. Laub-
u. Mischwälder, Auwälder, Feldgehölze, Parks, Gärten u.ä.);
selten in dunklen geschlossenen Hoch- u. reinen Nadelwäldern
k.A.
k.A.
3)
6)

Bebauungsplan „Wohngebiet Dr. Otto-Kunzmann-Straße" gem. §13b BauGB der Stadt Pegau
Artenschutzrechtliche Betroffenheitsabschätzung
Arbeitsstand 12.03.2021
26
Abschichtungskriterien
Name
EG-
VO
338/97
Anh. A
RL
79/40
9
EWG
Anh.
I
BNatS
chG
RLS
RLD
Ökologische
Gilde
Zur Brutzeit benötigte Habitatstrukturen I)
Raumbedarf
zur Brutzeit
Flucht-
distanz
Quelle
N
V
L
E
relevant
x
x
0
0
nein
keine geeigne-
ten Habita-
te/Strukturen
vorhanden;
der angren-
zende Sied-
lungsbereich
dagegen
bietet gute
Nistmöglich-
keiten
Parus major
(Kohlmeise)
b
n
n
Wälder und
Forsten;
Siedl.ber.
(in
Baumhöhlen,
Halbhöhlen,
Nistkästen)
Laub- u. Nadelwald; bevorzugt offene, lichte Bestände; Höhlen-
angebot für Besiedlung notwendig; ferner auch in kleineren
Baumbeständen, selbst in kleinen Grünflecken od. Buschgrup-
pen im Stadtbereich
k.A.
k.A.
3)
6)
x
x
0
0
nein
keine geeigne-
ten Habita-
te/Strukturen
vorhanden;
der angren-
zende Sied-
lungsbereich
dagegen
bietet gute
Nistmöglich-
keiten
Passer domesticus
(Haussperling)
b
V
V
Siedl.ber.
(in Gebäude
brütend)
Siedlungen aller Art (Nistplätze in Form
von Nischen od. Höhlen
- z.B. im Mauerwerk, hinter Fensterläden, in Nistkästen u.ä.);
auch an einzelnen Gebäuden in freien Landschaft, wenn nicht
zu isoliert; max. Dichten in bäuerlichen Dörfern u. an Altbau-
blocks
Nester in
Kolonien;
Aktionsradi-
us bis zu >2
km
<5 m
3)
6)
x
x
0
0
nein
zwar Nw als
waBV in
Bäumen
südlich kurz
außerhalb des
Plangebietes;
innerhalb des
UGs aber
keine geeigne-
ten Habita-
te/Strukturen
vorhanden
Passer montanus
(Feldsperling)
b
n
V
Wälder und
Forsten;
Siedl.ber.
(in
Baumhöhlen,
Halbhöhlen,
Mauerlöchern)
Locker bebaute Siedlungen u. möglichst angrenzende Felder;
halboffene
Agrarlandschaften,
Feldgehölze,
Baumhecken;
Wälder aller Art (bes. solche mit Eichenanteil); maximale Dichte
in bäuerlichen Dörfern, Kleingärten, Obstgärten, Hartholzaue,
Parks u. Friedhöfen; Nahrungssuche bevorzugt an Eichen u.
Obstbäumen
<0,3 - >3 ha
<10 m
3)
6)
9)
x
x
0
0
nein
keine geeigne-
ten Habita-
te/Strukturen
vorhanden
Phasianus colchicus
(Fasan)
b
nb
N
Halboff. und
Offenl.
(Bodenbrüter)
offene Landschaften mit ausreichender Deckung; meist Agrar-
landschaften mit Hecken, Feldgehölzen od. nahegelegenen
lichten Wäldern; höchste Dichten in abwechslungsreicher Kultur-
landschaft, in der ein jahreszeitlicher Wechsel der Biotopwahl
möglich ist
k.A.
k.A.
3)
6)
x
x
0
0
nein
nur Sichtbeo-
bachtungen,
ohne Brut-
nachweis; im
PG keine
geeigneten
Habita-
te/Strukturen
vorhanden
Phoenicurus
ochruros
(Hausrotschwanz)
b
n
n
Siedl.b. und
Felsen
(Fels-
spalten, Mau-
erhöhlen,
Dachbalken)
Stark an steinige/ felsige Gebiete gebunden (ersatzweise Sied-
lungen, Industriegebiete); Nahrungssuche auf veg.armen Flä-
chen (Baustellen, Ruderalflächen, Bahnanlagen, etc.) od. kurz-
rasigere, strukturreiche, krautige Flächen; häufig in Steinbrü-
chen, Ruinen, Tagebauen, bäuerlichen Dörfern u.ä.
<2 - >5 ha
<10 - 15
m
3)
6)
11)

Bebauungsplan „Wohngebiet Dr. Otto-Kunzmann-Straße" gem. §13b BauGB der Stadt Pegau
Artenschutzrechtliche Betroffenheitsabschätzung
Arbeitsstand 12.03.2021
27
Abschichtungskriterien
Name
EG-
VO
338/97
Anh. A
RL
79/40
9
EWG
Anh.
I
BNatS
chG
RLS
RLD
Ökologische
Gilde
Zur Brutzeit benötigte Habitatstrukturen I)
Raumbedarf
zur Brutzeit
Flucht-
distanz
Quelle
N
V
L
E
relevant
x
x
0
0
nein
keine geeigne-
ten Habita-
te/Strukturen
vorhanden;
der nah
angrenzende
Siedlungsbe-
reich könnte
Nistmöglich-
keiten bieten
Phoenicurus
phoenicurus
(Gartenrotschwanz)
b
3
n
Wälder und
Forsten / Halb-
offenland/
Siedl.ber.
(in
Mauerlö-
chern/Felsspalt
en, Baumhöh-
len brütend)
Brutvogel in lichten od. aufgelockerten Altholzbeständen; =>
Waldränder u. -lichtungen; Parks, Grünflächen in Siedlungen,
Obst- u. Hausgärten, sofern Bäume (meist mit künstlichen Nist-
hilfen) vorhanden sind, auch Feldgehölz u. Alleen
ca. 1 ha
10 - 20
m
2)
5)
x
x
0
0
nein
keine geeigne-
ten Habita-
te/Strukturen
vorhanden;
der angren-
zende Sied-
lungsbereich
dagegen
bietet gute
Nistmöglich-
keiten
Phylloscopus
collybita
(Zilpzalp)
b
n
n
Wälder und
Forsten / Halb-
offenland
(Bodenbrüter)
Laub-, Misch- u. Nadelwälder mit viel Unterholz od. Jungwuchs,
ohne vollständigen Kronenschluß; Baumschicht: reich struktu-
riert, Strauchschicht: mind. stellenweise gut ausgebildet, Kraut-
schicht: lückig bis gut ausgebildet; vorzugsweise trockene
Standorte; Bestandslücken od. Ränder in Hochwäldern, Parks,
Gartenstadtzonen, baum- u. buschbestandenen Ödländer
k.A.
k.A.
2)
5)
x
x
0
0
nein
keine geeigne-
ten Habita-
te/Strukturen
vorhanden
Phylloscopus trochi-
lus
(Fitis)
b
V
n
Wälder und
Forsten
(Bo-
denbrüter)
Lichte aufgelockerte Waldbestände, Waldränder, durchsonntes
Gebüsch; kaum in Baumbeständen mit dichtem Kronenschluß;
Baumschicht: einschichtig, Strauchschicht: zumindest stellen-
weise ausgebildet, Krautschicht: üppig, fast flächendeckend;
meidet ausgesprochene Trockenstandorte
k.A.
k.A.
2)
5)
x
x
0
0
nein
keine geeigne-
ten Habita-
te/Strukturen
vorhanden;
die direkt an
das B-
Plangebiet
angrenzenden
Bäume bieten
gute Nistbe-
dingungen
Pica pica
(Elster)
b
n
n
Halboffenl.
(meist in Bäu-
men o. i. Ge-
strüpp)
Halboffene u. parkähnliche Landschaften mit einigen höheren
Bäumen als Nistplatz u. Rasen od. kurzrasigen Grünland als
Nahrungshabitat; bevorzugt daher halboffene Agrarlandschaften
mit Baumreihen, hohen Hecken od. Feldgehölzen; Friedhöfe,
Parks, Dörfer, Gartenstädte
2 - 10 ha
<10 - 20
m
3)
6)

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Name
EG-
VO
338/97
Anh. A
RL
79/40
9
EWG
Anh.
I
BNatS
chG
RLS
RLD
Ökologische
Gilde
Zur Brutzeit benötigte Habitatstrukturen I)
Raumbedarf
zur Brutzeit
Flucht-
distanz
Quelle
N
V
L
E
relevant
x
x
0
0
nein
keine geeigne-
ten Habita-
te/Strukturen
vorhanden;
Die direkt an
das B-Plan-
Gebiet
angrenzenden
Obstbäume
bieten Poten-
tial für die
Anlage einer
Nisthöhle.
Picus viridis
(Grünspecht)
s
n
n
Wälder und
Forsten
/Halboffenland
(Baumhöhle)
Halboffene Mosaiklandschaften mit größeren, lichten bis stark
aufgelockerten Altholzbestand im Kontakt zu Wiesen, Weiden
od. Rasenflächen; besiedelt nur Randzonen der Wälder bzw. im
Inneren (nahe größerer Kahlschläge, Lichtungen, Waldwiesen);
auch in Parks, Friedhöfen, Obstwiesen, Baumgärten, Alleen,
Feldgehölzen; an Laubholz-(Misch-)Bestand gebunden
8 - >100 ha
30 - 60
m
3)
6)
x
x
0
0
nein
keine geeigne-
ten Habita-
te/Strukturen
vorhanden;
der angren-
zende Sied-
lungsbereich
dagegen
bietet gute
Nistmöglich-
keiten
Prunella modularis
(Heckenbraunelle)
b
n
n
Wälder und
Forsten
/Halboffenland/
Siedl.ber.
(im
Gebüsch in
Bodennähe)
Halbdunkle bis dunkle Gehölzdickichte mit kleinen freien Plätzen
od. grasigen Flächen/ niedrige Staudenfluren; bevorzugt Fich-
tenforste u. Nadelholzdickungen u. -stangenhölzer; Parkgebü-
sche, unterholzreiche Wälder, Knicks, Gartenhecken, Ufergebü-
sche, Baumgrenzhabitate usw.
<1 - >10 ha
<5 - 10
m
2)
5)
x
x
0
0
nein
im UG keine
geeigneten
Habita-
te/Strukturen
vorhanden; im
angrenzenden
Siedlungsbe-
reich Nw als
möBV
Serinus serinus
(Girlitz)
b
n
n
Halboffenl.
(auf
Bäumen / in
Gebüsch
brütend)
Halboffene reichstrukturierte Habitate mit günstigen (warmen)
Kleinklima; typische Elemente: lockere Baumbestand, Singwar-
ten, Gebüschgruppen, kleine Koniferen u./ od. Obstbäume
(Nistplätze) sowie dazwischen liegende offene Flächen (z.B.
Rasenflächen) u. Staudenfluren; bevorzugt in Gartenstädten,
Kleingärten, Dörfern, Obstgärten, Parks u. Friedhöfen
<1 - 3 ha
< 10 m
2)
5)
x
x
0
0
nein
keine geeigne-
ten Habita-
te/Strukturen
vorhanden;
der angren-
zende Sied-
lungsbereich
dagegen
bietet gute
Nistmöglich-
keiten
Sitta europaea
(Kleiber)
b
n
n
Wälder und
Forsten / Halb-
offenland
(Baumhöhlen,
Nistkästen,
Mauerspalten)
Altholzbestände, bevorzugt Laubholz (bes. rauhborkige Bäume,
Eichen); am häufigsten in strukturierten, lichten Beständen mit
hohen Anteil an Eichen; fehlt in Dickungen, Stangenhölzern,
monotonen Nadelforsten; brütet in Parks, Gärten, halboffenen
Landschaften, sofern Altholz vorhanden
<1 - >4 ha
<10 m
3)
6)

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Name
EG-
VO
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Anh. A
RL
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9
EWG
Anh.
I
BNatS
chG
RLS
RLD
Ökologische
Gilde
Zur Brutzeit benötigte Habitatstrukturen I)
Raumbedarf
zur Brutzeit
Flucht-
distanz
Quelle
N
V
L
E
relevant
x
x
0
0
nein
keine geeigne-
ten Habita-
te/Strukturen
vorhanden;
Nw nur als ÜF
im UG; der
angrenzende
Siedlungsbe-
reich dagegen
bietet gute
Nistmöglich-
keiten
Streptopelia decaoc-
to
(Türkentaube)
b
n
n
Wälder und
Forsten, Sied-
lungsb.
(auf
Bäumen od.
Geb. brütend)
Gartenstädte, Dörfer sowie Wohnblockzonen u. City-Bereiche
mit Baumbestand u. Freiflächen (Rasenflächen, Brachen, Bau-
stellen); günstig sind Geflügelhöfe, Zoologische u. Botanische
Gärten, Saatzuchtbetriebe, Getreidespeicher, Bahnhöfe, Hafen-
viertel
1 - 5 ha
30 - 60
m
3)
6)
11)
x
x
0
0
nein
keine geeigne-
ten Habita-
te/Strukturen
vorhanden
Strix aluco
(Waldkauz)
X
s
n
n
Wälder und
Forsten,
Siedl.b.
(in
Baumhöhlen
oder Geb.
brütend)
Reichstrukturierte Laub- u. Mischwälder mit Lichtungen od.
Schneisen od. in Randlage; Parks, Friedhöfe, Dörfer, Garten-
städte, Alleen mit alten Bäumen; benötigt alten großhöhlenrei-
chen Baumbestand od. entsprechende Höhlen in Gebäuden
(Kirchen, Ruinen, Scheunen); fehlt in Hochlagen, monotonen
Forsten, Offenland
<20 – 50 ha,
seltener bis
75 ha
10 – 20
m
2)
5)
x
x
0
0
nein
zwar Nw als
siBV in den
direkt an das
Plangebiet
angrenzenden
Bäumen;
innerhalb des
UGs aber
keine geeigne-
ten Habita-
te/Strukturen
vorhanden
Sturnus vulgaris
(Star)
b
n
3
Wälder und
Forsten,
Siedl.b.
(in
Baum- und
Mauerhöhlen)
Brutvogel in Gebieten mit Angeboten an Brutplätzen (Baum- u.
Felshöhlen, Maueröffnungen, Nistkästen o.ä.) u. offenen Flä-
chen (bes. Rasen-, Weide- u. Wiesenflächen, Ruderalflächen,
Sportplätze, Ufer) zur Nahrungssuche
k.A.
k.A.
3)
6)
10)
x
x
0
0
nein
keine geeigne-
ten Habita-
te/Strukturen
vorhanden;
der angren-
zende Sied-
lungsbereich
dagegen
bietet gute
Nistmöglich-
keiten
Sylvia atricapilla
(Mönchsgrasmücke)
b
n
n
in allen Berei-
chen
(kurz
über Boden in
Gebüsch
brütend)
Breite Habitatpalette; vorzugsweise halbschattige Lagen, im-
mergrüne Veg., höchste Dichtungen in Auwäldern u. feuchten
Mischwäldern, schattige Parkanlagen; auch in Parks u. busch-
reichen Gärten mit Bäumen
k.A.
k.A.
3)
6)
x
x
0
0
nein
keine geeigne-
ten Habita-
te/Strukturen
vorhanden
Sylvia borin
(Gartengrasmücke)
b
V
n
Wälder und
Forsten / Halb-
offenland
(kurz
über Boden in
Gebüsch
brütend)
Breites Habitatspektrum; vorzugsweise Gehölze mit gut ausge-
bildeter Stauden- u. Strauchschicht, wie Waldmäntel, uferbeglei-
tend Gehölze, Auwälder, größere Heckenkomplexe, Bruchwäl-
der, Parks, gebüschreiche Gärten; kaum in Wäldern mit dichten
Kronenschluß
k.A.
k.A.
3)6)

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EG-
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RL
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9
EWG
Anh.
I
BNatS
chG
RLS
RLD
Ökologische
Gilde
Zur Brutzeit benötigte Habitatstrukturen I)
Raumbedarf
zur Brutzeit
Flucht-
distanz
Quelle
N
V
L
E
relevant
x
x
0
0
nein
keine geeigne-
ten Habita-
te/Strukturen
vorhanden
Sylvia communis
(Dorngrasmücke)
b
V
n
Halboffenl. und
Offenl.
(kurz
über Boden in
Gebüsch
brütend)
Brutvogel in halboffenen bis offenen Landschaften mit kleinen
Komplexen an Dornsträuchern, Staudenfluren, Einzelbüschen,
junge Hecken, junge Stadien d. Waldsukzession, verbuschte
Brachen; optimal: trockene Gebüsch- u. Heckenlandschaften
k.A.
k.A.
3)
6)
x
x
0
0
nein
keine geeigne-
ten Habita-
te/Strukturen
vorhanden;
der angren-
zende Sied-
lungsbereich
dagegen
bietet gute
Nistmöglich-
keiten
Sylvia curruca
(Klappergrasmücke)
b
V
n
Halboffenl. und
Offenl.
(kurz
über Boden in
Gebüsch
brütend)
Brutvogel in offenem bis halboffenem Gelände mit dichten
Gruppen niedriger Sträucher od. vom Boden ab dichten Bäumen
(vor allem junge Nadelbäume). Fehlt in geschlossenen älteren
Wäldern od. Krautdickichten. In Siedlungsnähe (Grünflächen),
Trockenhänge, Weinberge, junge Waldpflanzungen u. Baumkul-
turen, Hecken u. Feldgehölze in der Agrarlandschaft.
k.A.
k.A.
2)
5)
x
x
0
0
nein
keine geeigne-
ten Habita-
te/Strukturen
vorhanden
Troglodytes
troglodytes
(Zaunkönig)
b
n
n
Wälder und
Forsten/ Halb-
offenland
(niedrig über
Boden an
Bruchholz,
Gebüsch,
Mauern, etc.)
Überall in nicht zu trockenen, mit Gebüsch bestandenen Land-
schaften; bevorzugt unterholzreiche Laub-
u. Mischwälder mit
hoher Bodenfeuchtigkeit; an deckungsreichen Fließgewässern,
abwechslungsreiche
Parklandschaften
u.
Gehölze,
Ge-
büschstreifen, Heckenlandschaften, Gärten
k.A.
k.A.
3)
6)
x
x
0
0
nein
Nw nur als
NG; Im
Projektgebiet
sind keine
Habitate bzw.
Strukturen
vorhanden,
die ein Brüten
ermöglichen.
Die direkt an
das B-Plan-
Gebiet
angrenzenden
Bäume und
die Hecken-
struktur bieten
gute Nistmög-
lichkeiten.
Turdus merula
(Amsel)
b
n
n
in allen Berei-
chen
(in Ge-
büsch, auf
Bäumen,
Gebäuden)
Brutvogel in allen Bereichen vom geschlossenen Hochwald über
Mittel- u. Niederwald bis hin zur offenen Landschaft mit Feld-,
Ufergehölzen od. Hecken; auch in Siedlungen aller Art, Dichte
abhängig vom Angebot an Sträuchern u. Bäumen
k.A.
k.A.
3)
6)
11)

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Artenschutzrechtliche Betroffenheitsabschätzung
Arbeitsstand 12.03.2021
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Name
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VO
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9
EWG
Anh.
I
BNatS
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RLD
Ökologische
Gilde
Zur Brutzeit benötigte Habitatstrukturen I)
Raumbedarf
zur Brutzeit
Flucht-
distanz
Quelle
N
V
L
E
relevant
x
x
0
0
nein
keine geeigne-
ten Habita-
te/Strukturen
vorhanden;
der angren-
zende Sied-
lungsbereich
dagegen
bietet gute
Nistmöglich-
keiten
Turdus philomelos
(Singdrossel)
b
n
n
Wälder und
Forsten
(nied-
rig über Boden)
V.a. in geschlossenen Fichten- u. Tannenwäldern mit dichtem
Unterholz, aber auch in unterholzarmen Beständen; Nahrungs-
suche v.a. am Boden; im reinen Laubwald seltener; auch in
Feldgehölzen, Parks, Baumbestände in Siedlungen
k.A.
k.A.
3)
6)
Weiterhin wurden durch den Multi-Base-Datenbankauszug folgende
Überwinterungsgäste und Durchzügler
im weit und eng gefassten Betrach-
tungsraum nachgewiesen
.
Tabelle 6:
Rechtlicher Status der im weit und eng gefassten Betrachtungsraum vorkommenden Überwinterungsgäste und Durchzügler
Name
EG-
VO
338/97
Anh. A
RL
79/409
EWG
Anh.
I
BNatS
chG
RLS
RL
BRD
Brutvogel in: I)
Status in Mitteleuropa: II)
Quelle
Alopochen aegyptia-
cus
(Nilgans)
g
n.b.
n.b.
in Afrika, im Süden der Sahara, im Niltal bis Asswan
seltener Brutvogel in Niederlanden und Deutschland, aus
Gefangenschaft, zunehmend
1)
Anser albifrons
(Blässgans)
b
n.b.
U
Ende September bis Ende Februar/ Anfang März in den Winterquartieren
Arktische Gebiete der Sowjetunion, arktisches Nord-Amerika
und Nord-Küste Grönlands
1)
4)
Anser anser
(Graugans)
b
n
n
Nord- und Osteuropa, Südwest- Inner- und Ostasien
häufiger Brutvogel, z.T. eingebürgert, zunehmend, häufiger
Gast der Tiefenländer im Norden und Osten. Im Winter
seltener
1)
4)
Anser fabalis
(Saatgans)
b
n.b.
n
Brutvogel im Norden Eurasiens
sehr häufiger Wintergast mit Schwerpunkt an der Küste und
in den Tiefländern
1)
4)
Ardea cinerea
(Graureiher)
b
n
n
Eurasien einschließlich Sachalin, Japan, Java mit Ausnahme der Tundren,
Wüsten, Steppen und Hochgebirge, Ost- und Südafrika.
Sehr häufiger Brutvogel, regional schwankend. Sehr häufiger
Gast, ganzjährig. lückig verbreiteter, häufiger Brut- und
Jahresvogel, häufiger Gastvogel, im Winter vor allem im
Tiefland; in nationalen Vogelschutzbericht (2013) zuneh-
mender Populationstrend seit 1980 (+35% bis +68%)
1)
Corvus frugilegus
(Saatkrähe)
b
2
n
in der borealen, gemäßigten Wüsten- und Steppenzone der Paläarktis, im
Osten bis in die Randtropen
Häufiger Brut- und Jahreszeitenvogel im Tiefland mit
Schwerpunkten im Osten und in der polnisch-
norddeutschen-niederländischen Tiefebene, größeren Ver-
breitungslücken im Mittelgebirge, fehlt weitgehend in den
Alpen; sehr häufiger Wintergast
1)
4)

Bebauungsplan „Wohngebiet Dr. Otto-Kunzmann-Straße" gem. §13b BauGB der Stadt Pegau
Artenschutzrechtliche Betroffenheitsabschätzung
Arbeitsstand 12.03.2021
32
Name
EG-
VO
338/97
Anh. A
RL
79/409
EWG
Anh.
I
BNatS
chG
RLS
RL
BRD
Brutvogel in: I)
Status in Mitteleuropa: II)
Quelle
Cygnus olor
(Höckerschwan)
b
n
n
Als Wildvogel in Schweden, Ost-Europa, Ost-Mitteleuropa bis Schwarzmeer-
gebiet sowie mit größeren Lücken Vorder- und Mittelasien bis N-Tibet, Ussuri-
Gebiet und Mittelchina.
Häufiger Brutvogel, zunehmend. Häufiger Sommer- und
Wintergast
1)
Egretta alba
(Silberreiher)
X
X
s
n
R
September / November bis Ende Februar / Anfang April im Winterquartier
seltener, regelmäßiger Brutvogel in Österreich und Ungarn,
unregelmäßig in Niederlande und Tschechien
1)
Grus grus
(Kranich)
X
s
n
n
Eurasien von Nord- und Mitteleuropa bis West Ostsibirien, im Süden bis an
den Nord-rand des Mittelmeeres
seltener Brutvogel nur im Norden und Nordosten, langfristige
Abnahme und regional ausgestorben, häufiger Durchzügler
1)
Larus argentatus
(Silbermöwe)
b
R
n
in der borealen und Tundrenzone Nord-Amerikas, am Atlantik nach Süden bis
Nordcarolina und Nordwest-Europa; in Mitteleuropa als Brutvogel fast ganz auf
Nord- und Ostseeküste beschränkt
sehr häufiger Brutvogel an der Küste, z.T. zunehmend; sehr
häufiger Gast an der Küste, im Binnenland selten
1)
4)
Larus canus
(Sturmmöwe)
b
n
n
im Norden Eurasiens und im Nordwesten Nordamerikas
häufiger Brutvogel an der Küste, selten bis sehr selten im
Binnenland, sehr häufiger bis häufiger Gast an der Küste,
häufiger Gast im Binnenland
1)
4)
Larus ridibundus
(Lachmöwe)
b
V
n
in den Überwinterungsgebieten werden die maximalen Zahlen im November
bis Januar erreicht
im mittleren und nördlichen Eurasien von Island bis
Kamtschatka
1)
4)
Vanellus vanellus
(Kiebitz)
s
1
2
Eurasiens in der gemäßigten und mediterranen Zone
sehr häufiger Brutvogel des Tieflandes, langfristige Zunah-
me, neuerdings z.T. Abnahme, sehr häufiger Gast, in milden
gebieten auch regelmäßig im Winter
1)
Quellen:
Angaben zur Verbreitung im und in der näheren Umgebung des Plangebietes:
1)
Landratsamt Landkreis Leipzig, Multi-Base-Datenbankauszug, Vorkommen im weit gefassten Betrachtungsraum (hier Daten ab dem Jahr 2007), von Vögeln, die
im Gebiet beobachtet wurden (ohne Brutnachweis), A1-Status oder ohne Statusangabe, Daten übergeben am 27.02.2019.
2)
Landratsamt Landkreis Leipzig, Multi-Base-Datenbankauszug, Vorkommen im weit gefassten Betrachtungsraum (hier Daten ab dem Jahr 2007), von Vögeln mit
Status A 2 oder B-Status, Daten übergeben am 27.02.2019.
3)
Landratsamt Landkreis Leipzig, Multi-Base-Datenbankauszug, Vorkommen im weit gefassten Betrachtungsraum (hier Daten ab dem Jahr 2007), von Vögeln mit
C-Status, Daten übergeben am 27.02.2019.
4)
Landratsamt Landkreis Leipzig, Multi-Base-Datenbankauszug, Vorkommen im eng gefassten Betrachtungsraum (hier Daten ab dem Jahr 2009), von Vögeln, die
im Gebiet beobachtet wurden (ohne Brutnachweis), A1-Status oder ohne Statusangabe, Daten übergeben am 27.02.2019.
5)
Landratsamt Landkreis Leipzig, Multi-Base-Datenbankauszug, Vorkommen im eng gefassten Betrachtungsraum (hier Daten ab dem Jahr 2007), von Vögeln mit
Status A 2 oder B-Status, Daten übergeben am 27.02.2019.
6)
Landratsamt Landkreis Leipzig, Multi-Base-Datenbankauszug, Vorkommen im eng gefassten Betrachtungsraum (hier Daten ab dem Jahr 2007), von Vögeln mit
C-Status, Daten übergeben am 27.02.2019.
7)
B
ÜRO FÜR LANDSCHAFTSARCHITEKTUR (Susann Köhler): Brutvogelkartierung 2020, hier Nachweis mit Status A 1.
8)
BÜRO FÜR LANDSCHAFTSARCHITEKTUR (Susann Köhler): Brutvogelkartierung 2020, hier Nachweis mit Status A 2.
9)
BÜRO FÜR LANDSCHAFTSARCHITEKTUR (Susann Köhler): Brutvogelkartierung 2020, hier Nachweis mit B-Status.
10)
BÜRO FÜR LANDSCHAFTSARCHITEKTUR (Susann Köhler): Brutvogelkartierung 2020, hier Nachweis mit C-Status.
11)
BÜRO FÜR LANDSCHAFTSARCHITEKTUR (Susann Köhler): Brutvogelkartierung 2020, hier Nachweis als Überflieger oder Nahrungsgast.
Quellen: Ausgewertete Literatur zu benötigten Habitatstrukturen, Raumbedarf und Fluchtdistanz:
I)
BEZZEL, E. Kompendium der Vögel Mitteleuropas Band 1 und 2 Aula-Verlag GmbH, Wiesbaden 1991.

Bebauungsplan „Wohngebiet Dr. Otto-Kunzmann-Straße" gem. §13b BauGB der Stadt Pegau
Artenschutzrechtliche Betroffenheitsabschätzung
Arbeitsstand 12.03.2021
33
FLADE, M. Die Brutvogelgemeinschaften Mittel- und Norddeutschlandes Grundlagen für den Gebrauch vogelkundlicher Daten in der Landschaftsplanung IHW -
Verlag, Eching 1994.
GEDEON, K., GRÜNEBERG, C., MITSCHKE, A., SUDFELDT, C., EIKHORST, W., FISCHER, S., FLADE, M., FRICK, S., GEIERSBERGER, B., KOOP, B.,
KRAMER, M., KRÜGER, T., ROTH, N., RYSLAVY, T., STÜBING, S., SUDMANN, S. R., STEFFENS, R., VÖKLER, F. und WITT, K. (2014): Atlas Deutscher
Brutvogelarten.
NICOLAI, B. (Hrsg.) Atlas der Brutvögel Ostdeutschlands Gustav Fischer Verlag, Jena 1993.
STEFFENS, R.; KRETZSCHMAR, R.; RAU, S. Atlas der Brutvögel Sachens Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie (Hrsg.), Dresden 2000.
STEFFENS, R., SAEMANN, D., GÖßLER, K.: Die Vogelwelt Sachsens, Jena 1998.
4.2.2.2 Mammalia – Säugetiere
Chiroptera - Fledermäuse
Auf eine
Fledermausart
gab es Hinweise in den ausgewerteten Daten.
Tabelle 7:
Rechtlicher Status und Habitatansprüche der Breitflügelfledermaus auf die es Hinweise in den ausgewerteten Daten gab
Abschichtungskriterien
Art
BArt-
SchV
Anlage
1
Spalte
3
RL
92/43
EWG
Anh.
IV
BNatS
chG
RLS
RLD benötigte Habitatstrukturen
Quelle
N
V
L
E
relevant
x
x
0
0
nein
weder Gebäude
noch Bäume mit
Quartiereigenschaf-
ten im PG vorhanden
Eptesicus serotinus
Breitflügelfledermaus
X
s
3
G
Als Sommerquartiere zum Übertragen und für die Einrichtung von Wochen-
stuben bevorzugt die Breitflügelfledermaus Hohlräume an und in Gebäuden.
Diese Quartiere können sich hinter Fassadenverkleidungen, Regenrinnen,
Attiken oder ähnlichem befinden.
1)
2)
Quellen:
Angaben zur Verbreitung im und in der näheren Umgebung des Plangebietes:
1)
Landratsamt Landkreis Leipzig, Multi-Base-Datenbankauszug, Vorkommen im eng gefassten Betrachtungsraum (hier Nachweis aus dem Jahr 2007), Daten
übergeben am 27.02.2019.
2)
Landratsamt Landkreis Leipzig, Multi-Base-Datenbankauszug, Vorkommen im weit gefassten Betrachtungsraum (hier Nachweis aus dem Jahr 2007), Daten
übergeben am 27.02.2019.
Quellen: Ausgewertete Literatur zu benötigten Habitatstrukturen:
I)
STRESEMANN, E. (Hrsg): Exkursionsfauna Bd. Wirbeltiere, Berlin 1984.
GÖRNER, M., HACKETHAL, H.: Säugetiere Europas, Leipzig 1988.
DIETZ, HELVERSEN, NILL: Handbuch der Fledermäuse Europas und Nordwestafrikas, Stuttgart 2007.
LFULG: Atlas der Säugetiere Sachsen, Rassau 2009.

Bebauungsplan „Wohngebiet Dr. Otto-Kunzmann-Straße" gem. §13b BauGB der Stadt Pegau
Artenschutzrechtliche Betroffenheitsabschätzung
Arbeitsstand 12.03.2021
34
4.2.2.3 Amphibia – Lurche
Hinweise auf das Vorkommen von drei Amphibienarten ergaben sich durch die Auswertung der Multi-Base-Daten.
Tabelle 8:
Rechtlicher Status und Habitatansprüche der im Multi-Base-Datenbankauszug nachgewiesenen Amphibien
Abschichtungskriterien
Art
VD
BArt-
SchV
Anlage
1
Spalte
3
RL
92/43
EWG
Anh.
IV
BNatS
chG
RLS
RLD benötigte Habitatstrukturen I)
Quelle
N
V
L
E
relevant
x
x
0
0
nein
keine geeigneten
Laichgewässer im
Plangebiet und
dessen Umfeld
vorhanden
Rana kl. esculenta
Teichfrosch mit
Grünfroschkomplex
!
b
n
n
weite ökologische Potenz; bevorzugt kleinere permanente
Gewässer (Teiche, Weiher) mit Tiefen über 50 cm umgeben
von lichten Gehölzbeständen und mit einer reichen Unterwas-
ser- und/oder Schwimmblattvegetation; ganzjährige enge
Gewässerbindung; Landhabitate: Sumpfwiesen, Flachmoore,
Wiesen, Weiden, Laub- u. Mischwald
1)
x
x
0
0
nein
keine geeigneten
Laichgewässer im
Plangebiet und
dessen Umfeld
vorhanden
Rana lessonae
(Kleiner Wassserfrosch)
X
s
2
G
nicht so streng an Gew. gebunden, überwintert in terrestrischen
Habitaten, regelmäßige Wanderungen über Land, Nahrungssu-
che oftmals weiter vom Wasser entfernt, lebt häufig in Waldge-
wässern; moorig sumpfige Wiesen- u. Waldsümpfe, Wiesen-
gräben u. –kanäle, eutrophe Weiher u. Teiche in d. offenen
Landschaft, Hochmoore u. Erlenbruchgew.
1)
x
x
0
0
nein
keine geeigneten
Laichgewässer im
Plangebiet und
dessen Umfeld
vorhanden
Rana ridibunda
(Seefrosch)
b
3
n
bevorzugt größere (ab 2.500 m²) und tiefere (mind. 50 cm),
eutrophe Gewässer mit reichen Pflanzenbeständen insbeson-
dere in Flußauen (Seen, Altarme, ruhige Streckenabschnitte u.
seenartige Erweiterungen der Flüsse, Kanäle, breite Gräben,
Unterläufe der Nebenflüsse); bevorzugt die offene Landschaft
1)
Verantwortlichkeit Deutschlands (VD):
in Anlehnung an die Bewertung in der Roten Liste Deutschland
!!
in besonders hohem Maße verantwortlich
!
in hohen Maße verantwortlich
(!)
in besonderem Maße für hochgradig isolierte Vorposten verantwortlich
?
Daten ungenügend; evtl. erhöhte Verantwortlichkeit zu vermuten
nb
nicht bewertet
[leer]
allgemeine Verantwortlichkeit
Quellen: Angaben zur Verbreitung im und in der näheren Umgebung des Plangebietes:
1)
Landratsamt Landkreis Leipzig, Multi-Base-Datenbankauszug, Vorkommen im eng gefassten Betrachtungsraum (hier Nachweis ab dem Jahr 2011), Daten über-
geben am 27.02.2019.

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Artenschutzrechtliche Betroffenheitsabschätzung
Arbeitsstand 12.03.2021
35
Quellen: Ausgewertete Literatur zu benötigten Habitatstrukturen:
I)
GÜNTHER, R.: Die Amphibien und Reptilien Deutschlands, Jena 1996.
BLAB, J.: Biologie, Ökologie und Schutz von Amphibien, Bad-Godesberg 1986.
4.2.2.4 Reptilia – Kriechtiere
Im Multi-Base-Datenbankauszug gab es Hinweise auf das Vorkommen der Zauneidechse innerhalb des eng gefassten Betrachtungsraumes.
Tabelle 9:
Rechtlicher Status und Habitatansprüche der im Multi-Base-Datenbankauszug nachgewiesenen Zauneidechse
Abschichtungskriterien
Art
BArt-
SchV
Anlage
1
Spalte
3
RL
92/43
EWG
Anh.
IV
BNatS
chG
RLS
RLD benötigte Habitatstrukturen I)
Quelle
N
V
L
E
relevant
x
x
0
0
nein
keine geeigneten
Habitate/Strukturen
vorhanden
Lacerta agilis
Zauneidechse
X
s
3
V
besiedelt offene Lebensräume; Ansprüche: sonnenexponierte Lagen, lockere,
gut drainierte Substrate, spärliche bis mittelstarke Vegetationsstrukturen mit
vegetationsfreien Teilflächen; Kleinstrukturen (Steine, Totholz etc.) müssen als
Sonnenplätze vorhanden sein
1)
Quellen: Angaben zur Verbreitung im und in der näheren Umgebung des Plangebietes:
1)
Landratsamt Landkreis Leipzig, Multi-Base-Datenbankauszug, Vorkommen im eng gefassten Betrachtungsraum (hier Nachweis ab dem Jahr 2009), Daten über-
geben am 27.02.2019.
Quellen: Ausgewertete Literatur zu benötigten Habitatstrukturen:
I)
GÜNTHER, R.: Die Amphibien und Reptilien Deutschlands, Jena 1996.
Weitere Hinweise auf besonders oder streng geschützte Tierarten oder europäische Vogelarten lagen durch die ausgewerteten Daten nicht vor.

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Artenschutzrechtliche Betroffenheitsabschätzung
Arbeitsstand 12.03.2021
36
5. Beschreibung des Vorhabens und seiner Wirkfaktoren
Um mögliche Konflikte mit artenschutzrechtlichen Vorschriften hinreichend genau zu be-
schreiben und sachgerecht beurteilen zu können, ist es notwendig auch die spezifischen
Wirkfaktoren (die ursächlich mit dem geplanten Vorhaben in Zusammenhang stehen) zu
kennen.
In der nachfolgenden Beurteilung des Bebauungsplanes wird von einer vollständigen
Ausschöpfung des mit dem Bebauungsplan ermöglichten planungsrechtlichen Zulässig-
keitsrahmens ausgegangen und entspricht damit in diesem Punkt einer „worst case“ -
Betrachtung.
Das Planungsgebiet hat eine Gesamtflächengröße von ca. 9.207 m². Geplant ist die Aus-
weisung eines Allgemeinen Wohngebietes (WA). Die Obergrenze für die Grundflächen-
zahl (GRZ) ist gemäß § 19 BauNVO auf 0,3 festgesetzt. Eine Überschreitung der festge-
setzten Grundflächenzahl gem. § 19 Abs. 4 Satz 2 BauNVO ist nicht zulässig. Die nach
dem Bebauungsplan maximal zulässige Grundfläche im Sinne des § 19 Abs. 2 BauNVO
beträgt lediglich ca. 1.964 m².
Neben der Grundfläche weist der Bebauungsplan im Westen eine öffentliche Verkehrsflä-
che (1.109 m²) aus. Die insgesamt maximal bauliche Flächenbeanspruchung, welche
prognostiziert werden kann, summiert sich somit auf 3.073 m².
Weiterhin wird nördlich und östlich der künftigen Wohnbebauung eine private Grünfläche
mit der Zweckbestimmung „Ortsrandgrün“ ausgewiesen.
Nachfolgende Flächenbilanz verdeutlicht die Änderung der Flächennutzung im Plange-
biet. In der Bilanz wurde die aktuelle Planung dem aktuellen Bestand gegenübergestellt.
Tabelle 10:
Flächenbilanz
Bestand
Fläche in
Anteil in
%
vollversiegelte Flächen; Straße
946
10,3
Summe überbauter Fläche:
946 m² (10,3 %)
intensiv genutztes Ackerland
7.985
86,7
nitrophile, ruderalisierte Gras- und Krautflur
276
3,0
9.207
100,0
Planung
Fläche in
Anteil in
%
Straßenverkehrsfläche
1.109
12,0
Summe überbauter Fläche:
überbaubare Grundstücksfläche
1.964
21,3
3.073 m² (33,4 %)
nicht überbaubare Grundstücksfläche
4.582
49,8
Grünfläche
1.552
16,9
9.207
100,0
Eine Durchführung der Planvorgaben bedeutet im Einzelnen:
-
Verlust von Pflanzenstandorten und Tierlebensräumen auf den zusätzlich neu be-
festigten Flächen (2.127 m²),
-
Änderung der Bewirtschaftungsweise (z.B. Anlage von Hausgärten statt landwirt-
schaftlicher Bearbeitung der Flächen),
-
Schaffung von Lebensräumen und Biotopverbunden durch Begrünung der Bau-
grundstücke und privaten Grünflächen.
[Quelle: PLANET: Darlegung der Umweltbelange zum B-Plan „Wohngebiet Dr.-Otto-Kunzmannstraße“ der Stadt Pegau sowie Begründung zum
B-Plan; im Detail siehe ebenda]

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Artenschutzrechtliche Betroffenheitsabschätzung
Arbeitsstand 12.03.2021
37
In der nachfolgenden Tabelle werden die Wirkungen beschrieben, die zu erwarten sind,
wenn die Vorgaben des Bebauungsplanes „Wohngebiet Dr.-Otto-Kunzmannstraße“ der
Stadt Pegau realisiert werden. Dabei ist davon auszugehen, dass die Realisierung des mit
dem B-Plan vorbereitenden Vorhabens zeitnah geschieht, da die prognostizierten
Wirkfaktoren sich auf den 2020 erfassten Bestand beziehen und nicht die langfristige
Entwicklung der Flächen einschließen können.
Grundsätzlich lassen sich die während der Vorhabensrealisierung (Bauphase) auftreten-
den Auswirkungen von den langfristigen Auswirkungen auf hydrologische, morphologi-
sche und ökologische Verhältnisse unterscheiden.
Entsprechend ihres zeitlichen und räumlichen Wirkungsspektrums hat sich eine Unter-
gliederung in bau-, anlage- und betriebsbedingte Wirkfaktoren als zweckmäßig erwiesen.
Tabelle 11:
Wirkfaktoren
Wirkfaktor
Wirkungs-
dauer
Auswirkungen
baubedingt
Lärmemissionen, Abgase, Licht,
Erschütterungen
Inanspruchnahme von Boden,
Bodenverdichtung (Erdarbeiten;
Zwischenlagerung)
kurzfristig
Störung/Zerstörung der im gebagger-
ten Boden lebenden Arten- und Le-
bensgemeinschaften,
Verlust potentieller und möglicher-
weise vorhandener Neststandorte
(Bodenbrüter),
Scheuchwirkung / Beunruhigung von
Teillebensräumen (Brutstätten, Nah-
rungshabitate) während der Bauphase
durch den Baustellenbetrieb,
Tötung nicht fluchtfähiger Tiere durch
Baustellenbetrieb / Bauarbeiten
anlagebedingt
Beanspruchung von: 965 m²
vollversiegelte Fläche (Straße),
8.106 m² intensiv genutzten
Ackerland, 280 m² Rain
eventuell Rodung von drei mit-
telalten Laubbäumen
zusätzliche Versieglung von
2.127 m² Fläche
langfristig
Verlust potentieller und möglicher-
weise vorhandener Neststandorte (z.B.
Bodenbrüter; Baumbrüter),
Zerstörung der jetzigen Vegetation und
der vorhandenen Biotoptypen,
Veränderung der Artenzusammenset-
zung
Gehölzpflanzungen (Begrünung
der Baugrundstücke sowie der
privaten Grünfläche)
langfristig
Schaffung von neuen Lebensräumen
(z.B. für Gebüsch- und Baumbrüter)
betriebsbedingt
Änderung der Bewirtschaf-
tungsweise (z.B. Anlage von
Hausgärten statt intensive land-
wirtschaftliche Nutzung der Flä-
che)
langfristig
Veränderung der Artengarnitur und
Biotoptypenausstattung
kurzfristig:
wenige Wochen bis mehrere Monate
mittelfristig:
bis zwei Jahre
langfristig:
mehrere Jahre bis hin zu einer Dauerwirkung

Bebauungsplan „Wohngebiet Dr. Otto-Kunzmann-Straße" gem. §13b BauGB der Stadt Pegau
Artenschutzrechtliche Betroffenheitsabschätzung
Arbeitsstand 12.03.2021
38
6. Artenschutzrechtliche Betroffenheitsabschätzung (ABA)
6.1 Pflanzenarten nach Anhang IV b) FFH-RL
Bei den Geländebegehungen konnten keine Pflanzenarten, die besonders oder streng
geschützt nach BNatSchG sind oder in einer Gefährdungskategorie der Roten Liste
Sachsens enthalten sind, im Plangebiet nachgewiesen werden.
Pflanzenarten nach Anhang IV b) FFH-Richtlinie kommen im Plangebiet nicht
vor. Eine Betroffenheit nach § 44 Abs. 1 Nr. 4 i.V.m. Abs. 5 BNatSchG für die im
Sinne des § 18 Absatz 2 Satz 1 BNatSchG zulässigen Vorhaben kann ausgeschlos-
sen werden. Weitere Untersuchungen sind nicht erforderlich.
6.2 Tierarten des Anhanges IV a) FFH-RL
Von den Tierarten, die nach Anhang IV a) der FFH-Richtlinie geschützt sind, konnten in-
nerhalb des weit und des eng gefassten Betrachtungsraumes eine
Fledermausart
durch
den Multi-Base-Datenbankauszug nachgewiesen werden (vgl. Tabelle 7).
Die im Multi-Base-Datenbankauszug aufgeführte Breitflügelfledermaus ist streng ge-
schützt nach BNatSchG sowie nach der Roten Liste Sachsens gefährdet. Da innerhalb
des Plangebietes weder Gebäude noch Bäume mit Quartiereigenschaften für Fledermäu-
se vorhanden sind, kann ein Vorkommen von Fledermäusen im Quartier innerhalb des
Plangebietes ausgeschlossen werden. Ein Auslösen der Verbotstatsbestände bei Reali-
sierung der Vorgaben des B-Planes kann in Bezug auf die Artgruppe Fledermäuse mit
Sicherheit ausgeschlossen werden.
Bei der Auswertung der Multi-Base-Daten gab es Hinweise auf die
Zauneidechse
. Inner-
halb des Plangebietes findet die Zauneidechse keine geeigneten Habitate vor. Ein Auslö-
sen der Verbotstatsbestände bei Realisierung der Vorgaben des B-Planes ist nicht zu
prognostizieren.
Aus der Artgruppe der
Amphibien
gab es Hinweise auf den Teichfrosch, den Kleinen
Wasserfrosch und den Seefrosch in der Multi-Base-Datenbank. Der Teich- und der See-
frosch sind nicht im Anhang IV der FFH-Richtlinie enthalten und deshalb für die vorliegen-
de Arbeit nicht planungsrelevant. Der Kleine Wasserfrosch dagegen ist im Anhang IV der
FFH-Richtlinie aufgeführt. Er ist nach der Roten Liste Sachsens stark gefährdet. Da weder
im Plangebiet noch im Umfeld des Plangebietes geeignete Laichgewässer vorhanden
sind, ist ein Vorkommen des Kleinen Wasserfrosches innerhalb des Plangebietes auszu-
schließen. Ein Auslösen der Verbotstatsbestände bei Realisierung der Vorgaben des B-
Planes ist nicht zu prognostizieren.
Tierarten nach Anhang IV a) FFH-Richtlinie kommen im Plangebiet nicht vor.
Eine Betroffenheit nach § 44 Abs. 1 Nr. 4 i.V.m. Abs. 5 BNatSchG für die im Sinne
des § 18 Absatz 2 Satz 1 BNatSchG zulässigen Vorhaben kann ausgeschlossen
werden. Weitere Untersuchungen sind nicht erforderlich.

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Artenschutzrechtliche Betroffenheitsabschätzung
Arbeitsstand 12.03.2021
39
6.3 Europäische Vogelarten nach Art. 1 der VSchRL
6.3.1 Brutvögel
Wie in
Tabelle 5
dargestellt, lagen Hinweise auf 64
Vogelarten mit Brutstatus
in den
ausgewerteten Daten vor.
Des Weiteren konnten bei der Brutvogelkartierung noch zwei
Arten registriert werden, auf die es keine Hinweise in den Multi-Base-Daten gab.
Die 66 in der
Tabelle 5 aufgeführten Brutvogelarten wurden hinsichtlich ihres potentiellen
Vorkommens innerhalb des Untersuchungsgebietes im Zuge der Brutvogelkartierung
durch die Ornithologin Susanne Ulbrich geprüft. Dabei wurde festgestellt, dass das Unter-
suchungsgebiet für fast alle in der Tabelle 5
aufgeführten Brutvogelarten keine Habitat-
eignung bietet. So finden beispielsweise Vögel, die an Wälder und Forsten oder an größe-
re Schilfbestände oder an Gebäude oder Gewässer gebunden sind, keine geeigneten
Habitate vor. Auch konnte ein Vorkommen von Großvogelarten wie Mäusebussard, Rot-
und Schwarzmilan ausgeschlossen werden, da sich keine geeigneten Horstbäume inner-
halb des Untersuchungsgebietes befinden.
Bachstelze, Girlitz und Grünfink wurden zwar
als möglicher Brutvogel im angrenzenden Siedlungsbereich registriert, finden aber inner-
halb des Plangebietes keine geeigneten Habiatstrukturen zur Brut vor. Gleiches gilt für
Türkentaube und Rabenkrähe, von denen je ein Paar im angrenzenden Gelände gesichtet
werden konnte, aber deren Brüten innerhalb des Plangebietes ausgeschlossen ist. Wei-
terhin gelang der sichere Brutnachweis von Star und der Nachweis als wahrscheinlicher
Brutvogel vom Feldsperling kurz außerhalb des untersuchten Gebietes. Auch für Star und
Feldsperling ist festzustellen, dass sie innerhalb des Plangebietes keine geeignete Habi-
tatstruturen zur Brutzeit vorfinden.
Von den 66 Vogelarten konnten 63 Arten unter diesen Gesichtspunkten abgeschichtet
werden. Sie sind in der
Tabelle 5
in den Spalten „L“ und „E“ mit „0“ gekennzeichnet und
als nicht relevant in die Tabelle eingetragen.
Von den verbleibenden 3 Arten sind die Feldlerche als sichere, und die Schafstelze als
wahrscheinlicher bei der Brutvogelkartierung 2020 innerhalb des untersuchten Gebietes
nachgewiesen worden (vgl. auch Tabelle 2 im Kap.4.2.1). Weiterhin könnte in Abhängig-
keit von der angebauten Feldfrucht die Wachtel potentiell auf der Ackerfläche innerhalb
des Untersuchungsgebietes brüten.
Potentiell und nachweislich innerhalb des angrenzenden Siedlungsbereichs vorkommen-
de Vogelarten (Schwanzmeise, Bluthänfling, Stieglitz, Grünfink, Gartenbaumläufer, Rin-
geltaube, Rabenkrähe, Buntspecht, Kleinspecht, Buchfink, Gelbspötter, Rauchschwalbe,
Bachstelze, Blau- und Kohlmeise, Haus- und Feldsperling, Gartenrotschwanz, Zilpzalp,
Elster, Grünspecht, Heckenbraunelle, Girlitz, Kleiber, Türkentaube, Star, Mönchs- und
Klappergrasmücke, Amsel sowie Singdrossel) sowie die potentiell im Plangebiet vorkom-
mende Wachtel, wurden hinsichtlich ihres möglichen Vorkommens im Untersuchungsge-
biet sowie hinsichtlich eines möglichen Verstoßes gegen die Verbote des § 44 Abs. 1 Nr.
1 – 3 BNatSchG in Folge der Realisierung der Vorgaben des B-Planes überschlägig ge-
prüft. Dabei wurde festgestellt, dass Vermeidungsmaßnahmen notwendig sind, um das
Auslösen der Verbotstatsbestände des § 44 BNatSchG zu verhindern. Diese Vermei-
dungsmaßnahmen sind im Kap. 7 der vorliegenden Arbeit beschrieben und erläutert.
Werden die im Kap. 7 benannten Vermeidungsmaßnahmen fachgerecht durchgeführt, so
ist festzustellen, dass:
-
sich das Tötungsrisiko für diese Arten nicht signifikant erhöht,
-
verbleibende Beeinträchtigungen im Sinne § 44 Abs. 1 Nr. 1 unvermeidbar sind,
-
sich der Erhaltungszustand der lokalen Populationen der Arten nicht verschlechtert
(vgl.§ 44 Abs. 1Nr. 2 BNatSchG),
-
im Sinne von § 44 Abs. 5 BNatSchG die ökologische Funktion der von dem Eingriff
oder Vorhaben betroffenen Fortpflanzungs- oder Ruhestätten im räumlichen Zu-
sammenhang weiterhin erfüllt sowie zukünftig für die meisten dieser Vogelarten
sich langfristig die Lebensraumausstattung des Plangebietes für diese Vogelarten

image
Bebauungsplan „Wohngebiet Dr. Otto-Kunzmann-Straße" gem. §13b BauGB der Stadt Pegau
Artenschutzrechtliche Betroffenheitsabschätzung
Arbeitsstand 12.03.2021
40
des Siedlungsbereichs verbessern wird und sie langfristig gesehen auch innerhalb
des Plangebietes geeignete Habitatstrukturen vorfinden und die ökologische Funk-
tion gesichert wird.
Für die innerhalb des untersuchten Gebietes (vgl. Abgrenzung in Abb. 2) nachgewiesenen
Vogelarten mit Brutstatus (Feldlerche und Schafstelze) wird im Folgenden artbezogen
geprüft, ob die Verbotstatsbestände des § 44 BNatSchG bei Realisierung der Vorgaben
des B-Planes ausgelöst werden (könnten). Zunächst werden im Folgenden die Basisan-
gaben für diese Vogelarten Art für Art aufgelistet. Bei der Prüfung, ob die Verbotstatbe-
stände nach § 44 BNatSchG erfüllt werden, werden die Vögel zu einer Gruppe zusam-
mengefasst.
Feldlerche
Alauda arvensis (LINNAEUS, 1758)
☒Vogelschutzrichtlinie
☐Anhang I
☒besonders geschützt
☐streng geschützt
Basisangaben
Vorkommen im
Untersuchungsgebiet
☒nachgewiesen
☐potenziell möglich
Hinweise auf das Vorkommen der Feldlerche lagen durch die Aus-
wertung des Multi-Base-Datenbankauszuges im weit und eng ge-
fassten Betrachtungsraum aus dem Jahr 2007 vor, wobei der höchs-
te Status ein sicherer Brutnachweis war. In dem MTBQ 4739 SW ist
die Feldlerche im Brutvogelatlas (Kartierzeitraum 2004-07) ebenfalls
als sicherer Brutvogel nachgewiesen. Bei der Brutvogelkartierung im
Frühjahr 2020 konnten zwei Reviere der Feldlerche innerhalb des
100 m breiten erweiterten Untersuchungsgebietes nachgewiesen
werden. Im Plangebiet dagegen gelang kein Nachweis der Art. In
Abhängigkeit von der Feldfrucht findet die Feldlerche auch zukünftig
im Bereich der intensiv ackerbaulich genutzten Flächen geeignete
Bruthabitate vor.
Bestandssituation
Deutschland:
Rote Liste 3 (gefährdet)*; 1.300.000 – 2.000.000
BP**
* Rote Liste der Brutvögel Deutschlands (5. Fassung, 30.11.2015)
** SUDFELDT ET AL. (2013): Vögel in Deutschland – 2013
Der Bestandstrend ist langfristig und kurzfristig (1990-2009) jedoch
negativ. [Atlas Deutscher Brutvogelarten, 2014.]
Sachsen:
Rote Liste V (Vorwarnliste)*; 80.000 – 160.000 BP**
* LFULG: Rote Liste Sachsens 2013/2015 in Tabelle: In Sachsen auftretende Vogelarten,
30.03.2017.
** STEFFENS ET AL. (2013): Brutvögel in Sachsen.
Abbildung aus STEFFENS ET AL. (2013): Brutvögel in Sachsen, wobei das Plangebiet in

Bebauungsplan „Wohngebiet Dr. Otto-Kunzmann-Straße" gem. §13b BauGB der Stadt Pegau
Artenschutzrechtliche Betroffenheitsabschätzung
Arbeitsstand 12.03.2021
41
Feldlerche
Alauda arvensis (LINNAEUS, 1758)
☒Vogelschutzrichtlinie
☐Anhang I
☒besonders geschützt
☐streng geschützt
dem Meßtischblattquadrant 4739 SW liegt.
Erhaltungszustand
der Art in
Deutschland
in der
kontinentalen Region
☐günstig
☒unzureichend
☐schlecht
☐unbekannt
[Erhaltungszustand wird als unzureichend bewertet, da die Feldlerche in der Roten
Liste Deutschlands als gefährdet geführt wird und da im nationalen Vogelschutzbe-
richt (2019) ein abnehmender Populationstrend (-55%) verzeichnet ist.]
der Art in
Sachsen
☐günstig
☒unzureichend
☐schlecht
☐unbekannt
LFULG: Tabelle „In Sachsen auftretende Vogelarten“, 30.03.2017.
der
lokalen Population
☐hervorragend (A)
☐gut (B) ☐mittel bis schlecht (C)
☒unbekannt
Die lokale Population der Feldlerche ist laut der Tabelle der in Sach-
sen auftretenden Vogelarten auf Ebene der Gemeinde abzugrenzen.
Auf Gemeindeebene wurden keine Daten erhoben.
Der Bestand innerhalb des untersuchten Gebietes kann im Jahr
2020 mit 2 Brutpaaren angegeben werden. Als Bruthabitat diente
2020 die intensiv ackerbaulich genutzte Fläche, auf welcher Raps
und Getreide angebaut wurde. Eine zukünftige Änderung der Flä-
chennutzung ist im Bereich des Plangebietes zu prognostizieren, so
werden insgesamt 8.106 m² derzeit intensiv ackerbaulich genutzte
Fläche zu Hausgärten umgestaltet, mit Gehölzen bepflanzt bzw.
bebaut. Die zukünftige Flächennutzung im Plangebiet wird für die
Feldlerche keine geeigneten Bruthabitate mehr darstellen. Auch
werden direkt an die Gärten angrenzenden Ackerflächen zukünftig
gemieden. Im großen räumlichen Ganzen (Bezugsmaßstab ist hier
die Ebene der Gemeinde) wird sich die derzeitige Flächennutzung
aber nicht grundlegend ändern und die Feldlerche wird weiterhin in
Abhängigkeit von der angebauten Feldfrucht Habitate vorfinden. Die
ackerbauliche Bodennutzung der Flächen stellt eine Beeinträchti-
gung für die Feldlerche dar, wobei die Feldlerche durch Ersatzgele-
ge bzw. durch 2-3 Jahresbruten den eventuellen Verlust eines Gele-
ges kompensieren kann.
Schafstelze
Motacilla flava (LINNAEUS, 1758)
☒Vogelschutzrichtlinie
☐Anhang I
☒besonders geschützt
☐streng geschützt
Basisangaben
Vorkommen im
Untersuchungsgebiet
☒nachgewiesen
☐potenziell möglich
Hinweise auf das Vorkommen der Schafstelze lagen durch die Aus-
wertung des Multi-Base-Datenbankauszuges aus den Jahren 2007
und 2010 vor, wobei sie sowohl im weit als auch im eng gefassten
Betrachtungsraum mit dem höchsten Status als sicherer Brutvogel
nachgewiesen wurde. Bei der Brutvogelkartierung im Frühjahr 2020
konnten fünf Reviere der Schafstelze innerhalb des 100 m breiten
erweiterten Untersuchungsgebietes nachgewiesen werden. Im Plan-
gebiet dagegen gelang kein Nachweis der Art. In dem MTBQ 4739
SW ist die Schafstelze im Brutvogelatlas (Kartierzeitraum 2004-07)
ebenfalls als sicherer Brutvogel nachgewiesen. Bei entsprechender
Bewirtschaftung
findet die Schafstelze auch zukünftig im Bereich der

image
Bebauungsplan „Wohngebiet Dr. Otto-Kunzmann-Straße" gem. §13b BauGB der Stadt Pegau
Artenschutzrechtliche Betroffenheitsabschätzung
Arbeitsstand 12.03.2021
42
Schafstelze
Motacilla flava (LINNAEUS, 1758)
☒Vogelschutzrichtlinie
☐Anhang I
☒besonders geschützt
☐streng geschützt
intensiv ackerbaulich genutzten Flächen geeignete Bruthabitate vor.
Bestandssituation
Deutschland:
Rote Liste n (nicht gefährdet)*;
98.000 – 185.000 BP**
* Rote Liste der Brutvögel Deutschlands (5. Fassung, 30.11.2015)
** SUDFELDT ET AL. (2013): Vögel in Deutschland – 2013
Die Bestandssituation wird als langfristig stabil eingeschätzt. Der
kurzfristige Trend (1990-2009) ist insgesamt positiv. Seit der Jahrtau-
sendwende zeichnet sich jedoch eine Trendumkehr ab. [Atlas Deutscher
Brutvogelarten, 2014.]
Sachsen:
Rote Liste V (Vorwarnliste)*; 4000 – 8000 BP**
* LFULG: Rote Liste Sachsens 2013/2015 in Tabelle: In Sachsen auftretende Vogelarten,
30.03.2017.
** STEFFENS ET AL. (2013): Brutvögel in Sachsen.
Abbildung aus STEFFENS ET AL. (2013): Brutvögel in Sachsen, wobei das Untersu-
chungsgebiet in dem Meßtischblattquadranten 4739 SW liegt.
Erhaltungszustand
der Art in
Deutschland
in der
kontinentalen Region
☒günstig
☐unzureichend
☐schlecht
☐unbekannt
[Erhaltungszustand wird als günstig bewertet, da die Schafstelze in der Roten Liste
Deutschlands als ungefährdet geführt wird und im nationalen Vogelschutzbericht
(2019) ein stabiler Populationstrend (-16%) verzeichnet ist.]
der Art in
Sachsen
☒günstig
☐unzureichend
☐schlecht
☐unbekannt
LFULG: Tabelle „Regelmäßig in Sachsen auftretende Vogelarten“, 30.03.2017.
der
lokalen Population
☐hervorragend (A) ☐gut (B) ☐mittel bis schlecht (C) ☒unbekannt
Die lokale Population der Schafstelze ist laut der Tabelle der in Sach-
sen auftretenden Vogelarten auf Ebene der Gemeinde abzugrenzen.
Auf Gemeindeebene wurden keine Daten erhoben.
Der Bestand innerhalb des untersuchten Gebietes kann im Jahr 2020
mit 5 Brutpaaren angegeben werden. Als Bruthabitat diente 2020 die
intensiv ackerbaulich genutzte Fläche, vorwiegend im Bereich des

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Artenschutzrechtliche Betroffenheitsabschätzung
Arbeitsstand 12.03.2021
43
Schafstelze
Motacilla flava (LINNAEUS, 1758)
☒Vogelschutzrichtlinie
☐Anhang I
☒besonders geschützt
☐streng geschützt
Pufferstreifens, in welchem Getreide angebaut wurde. Eine zukünftige
Änderung der Flächennutzung ist im Bereich des Plangebietes zu
prognostizieren, so werden insgesamt 8.106 m² derzeit intensiv
ackerbaulich genutzte Fläche zu Hausgärten umgestaltet, mit Gehöl-
zen bepflanzt bzw. bebaut. Die zukünftige Flächennutzung im Plan-
gebiet wird für die Schafstelze keine geeigneten Bruthabitate mehr
darstellen. Auch werden direkt an die Gärten angrenzenden Ackerflä-
chen zukünftig gemieden. Im großen räumlichen Ganzen (Bezugs-
maßstab ist hier die Ebene der Gemeinde) wird sich die derzeitige
Flächennutzung aber nicht grundlegend ändern und die Schafstelze
wird weiterhin in Abhängigkeit von der angebauten Feldfrucht (bevor-
zugt werden Bestandslücken in Raps, Klee, Kartoffeln und Winterge-
treide) Habitate vorfinden. Die ackerbauliche Bodennutzung der Flä-
chen stellt eine Beeinträchtigung für die Schafstelze dar, wobei die
Schafstelze durch Ersatzgelege bzw. durch eine zweite Jahresbrut
den eventuellen Verlust eines Geleges kompensieren kann.
Im Folgenden werden Feldlerche und Schafstelze zu einer Gruppe zusammengefasst.
Prognose und Bewertung der Betroffenheit der Verbote des § 44 Abs. 1 BNatSchG Feldler-
che und Schafstelze
(Bodenbrüter)
Habitatansprüche der einzelnen Arten vgl. Auflistung in
Tabelle 5
Fang, Verletzung oder Tötung von Tieren sowie Entnahme, Beschädigung oder Zerstörung
von Entwicklungsformen dieser Tiere (§ 44 Abs. 1 Nr. 1 BNatSchG)
a)
Könnten Tiere gefangen, verletzt oder getötet oder Entwicklungsformen dieser Tiere ent-
nommen, beschädigt oder zerstört werden?
☒ja
☐nein
Bei Realisierung der Vorgaben des B-Planes werden 8.106 m² Ackerland als (potentielle) Habitate der Bodenbrüter
beansprucht. Wird die Baufeldfreimachung innerhalb der Brutzeit durchgeführt, ist es möglich, dass Tiere verletzt
und getötet bzw. Eier beschädigt oder zerstört werden. Zu berücksichtigen ist, dass die Verbotstatbestände des § 44
Abs. 1 Nr. 1 BNatSchG im Sinne des § 44 Abs. 4 BNatSchG durch die landwirtschaftliche Bodennutzung nicht aus-
gelöst werden.
Wenn ja, erhöht sich das Verletzungs- oder Tötungsrisiko für die Tiere (Individuen bzw. deren
Entwicklungsformen) signifikant?
☒ja
☐nein
Da es bei Realisierung der Vorgaben des B-Planes zu einer flächigen Beanspruchung von Ackerland und schmalem
Wegrain kommt, erhöht sich das Tötungs- und Verletzungsrisiko signifikant.
Wenn ja, sind Vermeidungsmaßnahmen möglich?
☒ja
☐nein
Um ein Zerstören von Eiern/ Gelegen zu verhindern, ist die Baufeldfreimachung außerhalb der Brutzeit durchzufüh-
ren. (
V 2
) Auch kann im Fall einer ackerbaulichen Nutzung der Fläche die Baufeldfreimachung unmittelbar nach
Aberntung der Flächen erfolgen. Alternativ ist im Fall der Baufeldfreimachung innerhalb der Brutzeit -bzw. wenn
nicht unmittelbar nach Aberntung der Fläche gebaut werden kann -eine Brutvogelkartierung kurz vor Baubeginn
notwendig. Findet eine Brut auf den vom Bauvorhaben beanspruchten Flächen statt, ist zu prüfen, ob das Schädi-
gungsverbot ausgelöst wird. Tritt das Schädigungsverbot ein, sind die naturschutzfachlichen Voraussetzungen für
eine ausnahmsweise Zulassung des Vorhabens nach § 45 Abs. 7 BNatSchG zu prüfen oder alternativ muss mit der
Realisierung des Bauvorhabens bis zum Ende der Brutzeit gewartet werden.
(V 3 alternativ zu V 2)
b)
Ist der Verbotstatbestand des § 44 Abs. 1 Nr. 1 BNatSchG erfüllt?
☐ja
☒nein
Wenn
V 2 (oder alternativ zu V 2: V 3)
fachgerecht durchgeführt werden, ist der Verbotstatbestand des § 44 Abs. 1
Nr. 1 BNatSchG nicht erfüllt.
Erhebliches Stören von Tieren während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser-, Überwin-

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Prognose und Bewertung der Betroffenheit der Verbote des § 44 Abs. 1 BNatSchG Feldler-
che und Schafstelze
(Bodenbrüter)
Habitatansprüche der einzelnen Arten vgl. Auflistung in
Tabelle 5
terungs- und Wanderungszeiten (§ 44 Abs. 1 Nr.2 BNatSchG)
a)
Könnten Tiere während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser-, Überwinterungs- und Wan-
derungszeiten gestört werden?
☒ja
☐nein
Bei einer Baufeldfreimachung innerhalb der Brutzeit, kann es zu einer Störung in der Fortpflanzungs- und Aufzuchts-
zeit der Feldlerche und der Schafstelze kommen. Während der Bauphase ist durch baubedingte Störreize (Lärm,
Licht, Erschütterungen, etc.) mit einer Scheuchwirkung zu rechnen.
Wenn ja, führt diese Störung zu einer Verschlechterung des Erhaltungszustandes der lokalen
Population?
☐ja
☒nein
Für die Feldlerche und die Schafstelze wird eingeschätzt, dass die Störung zu keiner Verschlechterung des Erhal-
tungszustandes führt:
Begründung:
Laut der Tabelle „in Sachsen auftretende Vogelarten (Stand: 30.03.2017) ist die lokale Population der Feld-
lerche und der Schafstelze auf Ebene der Gemeinde abzugrenzen.
In Sachsen wird der Erhaltungszustand der Schafstelze als günstig eingeschätzt und sie kommt in dem
MTBQ 4739, welcher das Plangebiet überstreicht, in einer relativ hohen Dichte von 21-50 Brutpaa-
ren/Revieren vor.
Die Feldlerche und die Schafstelze sind in keiner Gefährdungskategorie der Roten Liste Sachsen enthalten.
Der Erhaltungszustand der Feldlerche wird zwar in Sachsen als unzureichend eingeschätzt, aber sie ist in
Sachsen noch relativ flächendeckend verbreitet und sie kommt innerhalb des MTBQ 4739 SW, welcher das
Plangebiet überstreicht, mit einer relativ hohen Dichte vor (so: 101-250 Brutpaaren/Revieren).
Durch die flächendeckende Verbreitung bzw. der relativ hohen Brutdichte innerhalb des MTBQ 4739 SW wird
eingeschätzt, dass die Aufgabe eines Reviers oder das Zerstören eines Geleges (bezogen auf Ebene der Gemein-
de) nicht zu einer Verschlechterung des Erhaltungszustandes der lokalen Population führen wird.
(Die Prüfung des Verbotes Nr. 2 endet hier.)
b)
Ist der Verbotstatbestand des § 44 Abs. 1 Nr. 2 BNatSchG erfüllt?
☐ja
☒nein
Entnahme, Beschädigung oder Zerstörung von Fortpflanzungs- oder Ruhestätten (§44 Abs.
1 Nr. 3 BNatSchG)
a)
Könnten Fortpflanzungs- oder Ruhestätten aus der Natur entnommen, beschädigt oder zer-
stört werden?
☒ja
☐nein
Bei der Durchführung der Baufeldfreimachung während der Brutzeit kann es zu einer Beschädigung oder Zerstörung
von Nestern kommen, die Fortpflanzungs- und Ruhestätten im Sinne der Definition sind.
Wenn ja, sind Vermeidungsmaßnahmen möglich?
☒ja
☐nein
Schafstelze und Feldlerche sind nicht nesttreu, d.h. sie wechseln ihr Nest als Fortpflanzungsstätte regelmäßig und
nutzen es in der Regel nicht erneut. Durch diesen Sachverhalt ist die Zerstörung der Fortpflanzung- und Ruhestätte
außerhalb der Nutzungszeit / Brutzeit kein Verstoß gegen die artenschutzrechtlichen Vorschriften. [BLESSING /
SCHARMER:Der Artenschutz im Bebauungsplanverfahren, 2012, S. 41,42.].
Um zu vermeiden, dass Fortpflanzungs- und Ruhestätten zerstört oder beschädigt werden, ist wie oben erläutert
durch eine Beschränkung der Zeit, in der die Baufeldfreimachung durchgeführt werden darf, zu vermeiden (
V 2
). Al-
ternativ können weitere Untersuchungen durchgeführt werden (
V 3
alternativ zu
V 2
).
b)
Handelt es sich um einen nach § 15 BNatSchG zulässigen Eingriff oder nach § 18 Abs. 2
Satz 1 zulässiges Vorhaben bzw. zulässige Planung (§ 44 Abs. 5 Satz 1 BNatSchG)?
☒ja
☐nein
Wenn ja, bleibt die ökologische Funktion im räumlichen Zusammenhang ohne CEF-
Maßnahmen weiterhin erfüllt (§ 44 Abs. 5 Satz 2 BNatSchG)?

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Prognose und Bewertung der Betroffenheit der Verbote des § 44 Abs. 1 BNatSchG Feldler-
che und Schafstelze
(Bodenbrüter)
Habitatansprüche der einzelnen Arten vgl. Auflistung in
Tabelle 5
☒ja
☐nein
Bei der Durchführung des Vorhabens wird hauptsächlich intensiv genutztes Ackerland in Anspruch genommen, die-
ses steht als Fortpflanzungs- und Ruhestätte in Abhängigkeit von der angebauten Feldfrucht im Umfeld des Vorha-
bens weiterhin zur Verfügung. Da die lokale Population von Feldlerche und Schafstelze auf der Ebene der Gemeinde
abzugrenzen ist, ist die Flächeninanspruchnahme von 8.106 m² Ackerland im Verhältnis zur Flächengröße ackerbau-
lich genutzter Flächen im Gemeindegebiet gering, die ökologische Funktion im räumlichen Zusammenhang bleibt er-
halten. Dass sowohl Feldlerche als auch Schafstelze an das Plangebiet angrenzende Flächen zur Brut nutzen, wird
mit den Erfassungsergebnissen der Brutvogelkartierung 2020 belegt, bei welcher 2 Reviere der Feldlerche und 5
Reviere der Schafstelze innerhalb des an das Plangebiet angrenzenden Ackerlandes nachgewiesen werden konnten
(vgl. Kap. 4.2.1).
(Die Prüfung des Verbotes Nr. 3 endet hier.)
c) Ist der Verbotstatbestand des § 44 Abs. 1 Nr.3 BNatSchG erfüllt?
☐ja
☒nein
Wenn
V 2 (oder alternativ zu V 2: V 3)
fachgerecht durchgeführt werden, ist der Verbotstatbestand des § 44 Abs. 1
Nr. 3 BNatSchG nicht erfüllt.
Zusammenfassend ist festzustellen, dass eine Betroffenheit dieser Vogelarten nur ausge-
schlossen werden kann, wenn die im Kap. 7 beschriebenen Vermeidungsmaßnahmen
V 1
(erneute Prüfung bei Flächenumnutzung bzw. bei erheblich verzögerten Baubeginn) und
V 2
(Begrenzung der Zeit der Baufeldfreimachung) oder alternativ zu V 2:
V 3
(Bestands-
aufnahmen und weitere Prüfungen) durchgeführt werden.
6.3.2 Durchzügler und Überwinterungsgäste
In Bezug auf die
Durchzügler und Überwinterungsgäste
ist die Frage zu klären, ob
Handlungen vollzogen werden, die bewirken, dass die ökologische Funktion der Fort-
pflanzungs- und Ruhestätte der Zug- und Rastvogelarten mehr oder weniger beeinträch-
tigt wird. Dies könnte zum Beispiel der Fall sein, wenn die Realisierung der Vorgaben des
B-Planes dazu führt, dass die in der Tabelle 6 benannten Zug- und Rastvögel keine ge-
eigneten Rastplätze mehr finden und in der Folge davon sterben, den Raum verlassen
müssen oder auf die Fortpflanzung verzichten beziehungsweise nur noch zu einem redu-
zierten Fortpflanzungserfolg in der Lage sind.
2.
Es ist festzustellen, dass regelmäßige bedeutende Ansammlungen bildende Arten in Ge-
wässern und Feuchtgebieten (Wasservogelarten) und eine übergeordnete Bedeutung des
Plangebietes für Zug- und Rastvögel aufgrund der Biotopausstattung und der Lage des
Plangebietes ausgeschlossen werden kann. Ein Auslösen der Verbotstatsbestände des
§ 44 BNatSchG kann in Hinblick auf Durchzügler und Überwinterungsgäste ausgeschlos-
sen werden.
2
Wann Zugstraßen unter die Verbotstatbestände des § 44 Abs. 1 Nr. 3 BNatSchG fallen ist unter: Bayrische Akademie für
Naturschutz und Landschaftspflege: Der spezielle Artenschutz in der Planungspraxis, 2009, S. 33 ff. nachzulesen.

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7. Maßnahmen zur Vermeidung und zur Sicherung der kontinuierlichen ökologi-
schen Funktionalität
V 1 Flächenumnutzung; Lebensraumveränderung; erheblich verzögerter Baube-
ginn:
Bei einer Änderung der Flächennutzung oder der Lebensraumausstattung, insbesondere
bei einem erheblich verzögerten Baubeginn (5 Jahre nach Erstellung der Betroffenheits-
abschätzung), ist im Vorfeld einer Bebauung eine erneute artenschutzrechtliche Betrof-
fenheitsabschätzung erforderlich. Eine veränderte Lebensraumausstattung ist beispiels-
weise insbesondere dann gegeben, wenn die ackerbauliche Nutzung der Fläche aufge-
geben wird und diese Fläche brach fällt.
V 1
ist als Hinweis in den Bebauungsplan oder dessen Begründung bzw. in die Dar-
legung der Umweltbelange aufzunehmen.
Erläuterung zu V 1:
Der größte Teil des Plangebietes wird derzeit intensiv ackerbaulich genutzt - die ABA
wurde vor dem Hintergrund einer intensiv landwirtschaftlichen Nutzung des größten Teils
des Plangebietes durchgeführt.
Bei einem Brachfallen der Ackerfläche (z.B. in Erwartung des Baubeginns) ist zu erwar-
ten, dass sich innerhalb relativ kurzer Zeit die Lebensraumausstattung derart ändern
kann, dass die Aussagen der ABA nicht mehr zu treffen und aktualisiert werden müssen.
Deshalb ist die Vermeidungsmaßnahme V 1 notwendig.
V 2 Begrenzung der Zeit der Baufeldfreimachung:
Eine Baufeldfreimachung muss außerhalb der Brutzeit, welche von Anfang April bis An-
fang August dauert, erfolgen. D.h. außerhalb der Brutzeit müssen die potentiell zur Brut-
zeit nutzbaren Strukturen (v.a. krautige Vegetation) entfernt werden.
Können die Beschränkungen zur Bauzeit nicht eingehalten werden, ist alternativ V 3
durchzuführen.
Wird die Fläche ackerbaulich genutzt, ist es auch möglich, unmittelbar nach Aberntung
der Flächen mit dem Bau zu beginnen (auch wenn die Brutzeit dann noch nicht zu Ende
ist).
V 2
ist als Hinweis in den Bebauungsplan oder dessen Begründung bzw. in die Dar-
legung der Umweltbelange aufzunehmen.
Kann die zeitliche Begrenzung der Baufeldfreimachung nicht eingehalten werden,
sind alternativ folgende Schritte durchzuführen:
V 3 (alternativ zu V 2): Bestandsaufnahme und weitere Prüfungen
Zeitnah zur Baufeldfreimachung, ist eine Begehung zur Feststellung des Brutvogelvor-
kommens innerhalb des entsprechenden Bereiches notwendig.
Ist im Ergebnis der Untersuchungen festzustellen, dass das Schädigungs- bzw. Störungs-
verbot eintreten könnte, so ist zu prüfen ob:
die ökologische Funktion der von dem Eingriff oder Vorhaben betroffenen Fortpflan-
zungs- oder Ruhestätten im räumlichen Zusammenhang gewahrt wird und
ob die Störung zu keiner Verschlechterung des Erhaltungszustandes der lokalen Po-
pulation führt.
Ist dies der Fall, dann ist weder das Schädigungsverbot nach § 44 Abs. 1 Nr. 1 und 3
i.V.m. Abs. 5 BNatSchG noch das Störungsverbot nach § 44 Abs. 1 Nr. 2 i.V.m. Abs. 5
BNatSchG erfüllt und es kann innerhalb der Brutzeit gebaut werden.
Treten das Schädigungsverbot und / oder das Störungsverbot ein, sind die naturschutz-
fachlichen Voraussetzungen für eine ausnahmsweise Zulassung des Vorhabens nach §

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45 Abs. 7 BNatSchG zu prüfen oder alternativ muss mit der Baufeldfreimachung bis zum
Ende der Brutzeit gewartet werden.
V 3
ist als Hinweis in den Bebauungsplan oder dessen Begründung bzw. in die Dar-
legung der Umweltbelange aufzunehmen.
Hinweis:
Das Abschneiden oder das auf den Stock setzen von Bäumen und Sträuchern haben außerhalb gärtnerisch
genutzter Flächen gemäß § 39 Abs. 5 BNatSchG im Zeitraum 1. Oktober bis 28. Februar zu erfolgen.
Abweichungen von dieser Regelung erfordert einen Antrag auf Befreiung nach § 67 BNatSchG bei der Unte-
ren Naturschutzbehörde.
Erläuterung zu V 2 und V 3:
Die bei der Brutvogelkartierung im Frühjahr 2020 nachgewiesenen Vogelarten Feldlerche
und Schafstelze sind nicht streng standorttreu. Durch diesen Sachverhalt ist die Zerstö-
rung der Fortpflanzung- und Ruhestätte außerhalb der Nutzungszeit / Brutzeit kein Ver-
stoß gegen die artenschutzrechtlichen Vorschriften. [SMUL: Hinweise zu zentralen unbestimmten
Rechtsbegriffen im BNatSchG, 26.10.2009, S.8.] Dies gilt insbesondere da im unmittelbaren Umfeld
des Vorhabensgebietes geeignete Ausweichhabitate zur Verfügung stehen und die ökolo-
gische Funktion der von dem Eingriff betroffenen Fortpflanzungs- oder Ruhestätte im
räumlichen Zusammenhang gewahrt wird und somit die Verminderung des Fortpflan-
zungserfolgs oder der Ruhemöglichkeiten nicht wahrscheinlich ist und eine Beschädigung
nicht vorliegt.
Baubedingte Tötungen von Individuen der Arten oder die Zerstörung von Eiern /Gelegen
sind durch eine Baufeldfreimachung außerhalb der Brutzeit
(V 2)
zu vermeiden. Auch
kann im Fall einer ackerbaulichen Nutzung der Fläche der Baubeginn unmittelbar nach
Aberntung der Flächen erfolgen, da die Verbotstatbestände des § 44 Abs. 1 Nr. 1
BNatSchG im Sinne des § 44 Abs. 4 BNatSchG durch die landwirtschaftliche Bodennut-
zung nicht ausgelöst werden. Klargestellt wird, dass ein Freimachen der Fläche ohne
landwirtschaftlichen Nutzungshintergrund kein „Abernten“ darstellt.
Alternativ ist im Fall des Baubeginns innerhalb der Brutzeit - bzw. wenn nicht unmittelbar
nach Aberntung der Fläche gebaut werden kann - eine Brutvogelkartierung kurz vor
Baubeginn notwendig, um festzustellen, ob im Vorhabensbereich tatsächlich Bruten
stattfinden.
Findet eine Brut auf den vom Bauvorhaben beanspruchten Flächen statt, ist zu prüfen,
ob das Schädigungsverbot ausgelöst wird. Tritt das Schädigungsverbot ein, sind die na-
turschutzfachlichen Voraussetzungen für eine ausnahmsweise Zulassung des Vorha-
bens nach § 45 Abs. 7 BNatSchG zu prüfen oder alternativ muss mit der Realisierung
des Bauvorhabens bis zum Ende der Brutzeit gewartet werden. (
V 3 alternativ zu V 2
).

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8. Zusammenfassung / Ergebnis
Zusammenfassend ist festzustellen, dass ein Vorkommen von Tierarten des Anhanges IV
a) der FFH-Richtlinie und von Pflanzenarten nach Anhang IVb) der FFH-Richtlinie inner-
halb des Plangebietes aufgrund der derzeit vorhandenen Flächennutzungs- und Bio-
topausstattung ausgeschlossen werden kann.
Bei der Brutvogelkartierung im Frühjahr 2020 konnten die Feldlerche und die Schafstelze
als Brutvögel innerhalb der an das Plangebiet angrenzenden Ackerfläche nachgewiesen
werden. Weiterhin wurde eingeschätzt, dass von recherchierten Brutvogelarten potentiell
die Wachtel in Abhängigkeit von der Feldfrucht innerhalb des Plangebietes vorkommen
kann. Der überwiegende Anteil der in den Multi-Base-Daten aufgeführten Brutvogelarten
findet jedoch im Plangebiet keine geeigneten Habitate/Strukturen für eine Brut vor. Einige
der in Multi-Base aufgeführten Arten können potentiell innerhalb des an das Plangebiet
angrenzenden Siedlungsbereichs brüten bzw. kommen nachweislich dort vor (Star, Feld-
sperling).
Um ein Auslösen der Verbotstatsbestände zu verhindern, müssen die im Kap. 7 aufge-
führten Vermeidungsmaßnahmen durchgeführt werden. Nur unter der Bedingung, dass
V 1 bis V 3 fachgerecht durchgeführt werden, kann eine Betroffenheit von europäischen
Vogelarten ausgeschlossen werden - eine spezielle artenschutzrechtliche Prüfung gemäß
§ 44 Abs. 5 Satz 2 bis 4 muss nicht durchgeführt werden.
Baderitz, den 12.03.2021
Susann Köhler

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Arbeitsstand 12.03.2021
1
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BFN: Nationaler Bericht nach Art.17 FFH-Richtlinie in Deutschland (2019),
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Artenschutzrechtliche Betroffenheitsabschätzung
Arbeitsstand 12.03.2021
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unveröffentlichte Quellen:
PLA.NET: Planzeichnung und Begründung Bebauungsplan „Wohngebiet Dr.-Otto-Kunzmannstraße“, Stand 12.03.2021.
LANDRATSAMT LANDKREIS LEIPZIG: Multi-Base-Datenbankauszug, Vorkommen von Tieren in einem weit und eng gefassten
Betrachtungsraum, Daten übergeben am 27.02.2019.
PLA.NET: Darlegung der Umweltbelange mit Grünordnerischen Festsetzungen, Stand 12.03.2021.
IB HAUFFE GBR: Brutvogelkartierung durch die Ornithologin Susanne Ulbrich im Frühjahr 2020.
LANDRATSAMT LANDKREIS LEIPZIG: Stellungnahme des Landratsamtes Landkreis Leipzig im Rahmen der Vorabstimmung der
Behörden und sonstiger Träger öffentlicher Belange zum Bebauungsplan „Wohngebiet Dr.-Otto-Kunzmannstraße“, Ak-
tenzeichen 00120/621.0/456/1/6BLP/12/19-0, 07.03.2019.

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Anlage 2 - Fotodokumentation
Bild 1: Blick von der Dr.-Otto-Kunzmannstraße auf das Plangebiet
[18.03.2020].
Bild 2: Drei mittelalte Laubbäume stehen am Straßenrand innerhalb des
Plangebietes [18.03.2020].

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Bild 3: Innerhalb des Plangebietes wurde bei der Ortsbegehung im Früh-
jahr 2020 Raps angebaut [18.03.2020].
Bild 4: Im Süden grenzt der Siedlungsbereich von Kitzen an das Plange-
biet an [18.03.2020].

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