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DARLEGUNG DER UMWELTBELANGE
Stadt Pegau
Begründung zum Bebauungsplan
„Wohngebiet Dr.-Otto-Kunzmannstraße“
(Verfahren nach § 13b BauGB)
Entwurfsstand 12.03.2021

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Darlegung der Umweltbelange
Stadt Pegau
zum Bebauungsplan „Wohngebiet Dr.-Otto-Kunzmannstraße“
PLA.NET Sachsen GmbH
Stadtplanung . Regionalentwicklung . Landschaftsökologie
2
IMPRESSUM
Auftraggeber
Stadt Pegau
Markt 1
04523 Pegau
Ansprechpartner:
Herr Grothe
Amtsleiter Bau- und Ordnungsamt
Tel.:
(034 296) 980 16
Auftragnehmer
PLA.NET Sachsen GmbH
Straße der Freiheit 3
04769 Mügeln OT Kemmlitz
Tel.:
(034 362) 316 50
Fax:
(034 362) 316 47
E-Mail: info@planernetzwerk.de
Bearbeitung:
Dipl.-Ing. agr. Heiko Hauffe
Susann Köhler, Dipl. -Ing. (Landschaftsarchitektur)
Rainer Ulbrich (Ornithologe)
Mügeln OT Kemmlitz, 12.03.2021

Darlegung der Umweltbelange
Stadt Pegau
zum Bebauungsplan „Wohngebiet Dr.-Otto-Kunzmannstraße“
PLA.NET Sachsen GmbH
Stadtplanung . Regionalentwicklung . Landschaftsökologie
3
Inhaltsverzeichnis
0.
ALLGEMEINE ANGABEN
........................................................................................ 4
1.
EINLEITUNG - RECHTLICHE GRUNDLAGEN
.................................................................... 5
1.1
Ziele des Umweltschutzes und sonstiger fachlicher Grundlagen ..................... 6
2.
BESCHREIBUNG UND BEWERTUNG DER VORAUSSICHTLICHEN UMWELTAUSWIRKUNGEN DER
PLANUNG
......................................................................................................... 9
2.1
Pflanzen, Tiere und biologische Vielfalt ........................................................... 9
2.2
Boden und Fläche ......................................................................................... 15
2.3
Wasser .......................................................................................................... 17
2.4
Klima / Luft .................................................................................................... 18
2.5
Landschaft .................................................................................................... 19
2.6
Mensch ......................................................................................................... 21
2.7
Kultur- und sonstige Sachgüter ..................................................................... 22
2.8
Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Schutzgütern und Belangen ..... 23
2.9
Vermeidung von Emissionen sowie der sachgerechte Umgang mit Abfällen
und Abwässern ............................................................................................. 24
2.10
Nutzung erneuerbarer Energien sowie sparsame und effiziente Nutzung
von Energie ................................................................................................... 24
2.11
Auswirkungen aufgrund der Anfälligkeit für Unfälle oder Katastrophen ......... 25
3.
EINGRIFFSREGELUNG NACH DEM BUNDESNATURSCHUTZGESETZ
....................................... 27
4.
GEPLANTE MAßNAHMEN ZUR VERMEIDUNG, ZUR VERMINDERUNG UND ZUM AUSGLEICH DER
NACHTEILIGEN UMWELTAUSWIRKUNGEN
................................................................. 28
4.1
Grünordnerische Festsetzungen ................................................................... 28
4.2
Grünordnerische Hinweise ............................................................................ 31
4.3
Vorgaben des Artenschutzes - Maßnahmen zur Vermeidung und zur
Sicherung der kontinuierlichen ökologischen Funktionalität ........................... 32
4.4
Weitere Maßnahmen zur Vermeidung und Verminderung nachteiliger
Umweltauswirkungen .................................................................................... 33
5.
ANDERWEITIGE PLANUNGSMÖGLICHKEITEN
.............................................................. 34
6.
ALLGEMEINVERSTÄNDLICHE ZUSAMMENFASSUNG
....................................................... 34
Anhang:
Anlage 1
-
Literatur
Anlage 2
-
Fotodokumentation
Plan 1
-
Bestandsplan
Plan 2
-
Lageplan der grünordnerischen und landschaftspflegeri-
schen Maßnahmen

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4
0. ALLGEMEINE ANGABEN
Standort des Planungsgebietes:
Standort des Plangebietes:
Land:
Sachsen
Landkreis:
Leipzig
Stadt:
Pegau
Gemarkung:
Kitzen Flur 2
Flurstücke:
25/2; 25/3 und 25/12
Teile von 25/1 und 24/135
Plangebietsgröße:
9.207 m²
Das Plangebiet befindet sich am nördlichen Ortsrand von Kitzen. Die Lage geht aus der nach-
folgenden Abbildung 1 hervor:
Abb. 1: Die Lage des Plangebietes (ohne Maßstab)

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1. EINLEITUNG - RECHTLICHE GRUNDLAGEN
Im Ortsteil Kitzen besteht aktuell und anhaltend die konkrete Nachfrage nach Bauland von Per-
sonen, die sich dauerhaft sesshaft machen wollen. Vor diesem Hintergrund fasste die Stadt
Pegau in der Stadtratssitzung am 19.12.2018 den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungs-
plan „Wohngebiet
Dr.-Otto-Kunzmann-Straße“
(Drucksache Nr. 417/31/18).
Es sollen mittels
eines Bebauungsplanes die bauplanungsrechtlichen Voraussetzungen für die Errichtung von
Einfamilienhäusern (6 Bauplätze) geschaffen werden.
Der
Bebauungsplan „Wohngebiet
Dr.-Otto-Kunzmannstraße““
soll nach § 13b BauGB unter Ein-
beziehung von Außenbereichsflächen i. V. m. § 13a BauGB im vereinfachten Verfahren aufge-
stellt werden.
Rechtsgrundlage für die Aufstellung des Bebauungsplanes im beschleunigten Verfahren (Be-
bauungsplan der Innenentwicklung) ist §13b BauGB, in welchem geregelt wird:
„Bis zum 31. Dezember 2019 gilt
§
13a
entsprechend für Bebauungspläne mit einer Grundfläche
im Sinne des
§
13a
Absatz
1
Satz
2
von weniger als 10.000 Quadratmetern, durch die die Zu-
lässigkeit von Wohnnutzungen auf Flächen begründet wird, die sich an im Zusammenhang be-
baute Ortsteile anschließen. Das Verfahren zur Aufstellung eines Bebauungsplans nach Satz 1
kann nur bis zum 31. Dezember 2019 förmlich eingeleitet werden; der Satzungsbeschluss nach
§ 10 Absatz 1 ist bis zum 31. Dezember
2021 zu fassen.“
Inhaltliche Schwerpunkte des Bebauungsplans sind die Ausweisung eines Allgemeinen Wohn-
gebietes gemäß § 4 BauNVO. Die Grundflächenzahl wird im Baugebiet mit 0,3 festgesetzt. Eine
Überschreitung der zulässigen Grundfläche im Sinne des § 19 Abs. 4 BauNVO wird nicht zuge-
lassen.
Neben dem Allgemeinen Wohngebiet wird eine private Grünfläche mit der Zweckbestimmung
Ortsrandgrün sowie eine öffentliche Straßenverkehrsfläche ausgewiesen.
Nach § 13a Abs.2 Nr. 1 BauGB gelten im beschleunigten Verfahren die Vorschriften des ver-
einfachten Verfahrens nach
§
13
Abs.
2
und
3
Satz
1
BauGB entsprechend. Damit entfallen
gemäß § 13 Abs. 3 Satz 1 BauGB die Umweltprüfung nach § 2 Abs. 4 BauGB, der Umweltbericht
nach § 2a BauGB und die Bekanntgabe im Rahmen der öffentlichen Auslegung, welche Arten
umweltbezogener Informationen vorhanden sind (§ 3 Abs. 2 Satz 2 BauGB); daraus folgt im
Übrigen, dass auch keine zusammenfassende Erklärung nach § 10 Abs. 4 BauGB erforderlich
ist.
Das Vorliegen der umweltrelevanten Voraussetzungen für das beschleunigte Verfahren wurde
mit folgenden Ergebnissen geprüft:
Die Zulässigkeit von Vorhaben, die einer Pflicht zur Durchführung einer Umweltverträglich-
keitsprüfung nach Anlage 1 des UVPG oder nach Landesrecht unterliegen, wird nicht vor-
bereitet oder begründet. Es handelt sich der Art nach um den Bau eines Städtebauprojektes
für sonstige Anlagen im Sinne der Nr. 18.7 der Anlage 1 zum UVPG. Der dort genannte
Größenwert von 20.000 m² zulässiger Grundfläche wird nicht erreicht. Die nach dem Bebau-
ungsplan maximal zulässige Grundfläche im Sinne des § 19 Abs. 2 BauNVO beträgt ledig-
lich ca. 1.964 m².
Es bestehen keine Anhaltspunkte für eine Beeinträchtigung der in § 1 Abs. 6 Nr. 7 Buchstabe
b BauGB genannten Schutzgüter (Erhaltungsziele und Schutzzweck der Gebiete von ge-
meinschaftlicher Bedeutung und der Europäischen Vogelschutzgebiete im Sinne des Bun-
desnaturschutzgesetzes). Da sich keine derartigen Gebiete in der näheren Umgebung oder
im möglichen Einwirkbereich von nach dem Bebauungsplan zulässigen Nutzungen befin-
den, sind Beeinträchtigungen der oben genannten Schutzgüter nicht zu erwarten. (vgl. Ka-
pitel 1.1)
Die Kumulationsregel des § 13a Abs. 1 Nr.1 BauGB, wonach bei der Ermittlung der zu berück-
sichtigenden Grundfläche Bebauungspläne im engen sachlichen, räumlichen und zeitlichen Zu-
sammenhang mitzurechnen sind, ist für die Aufstellung des Bebauungsplanes „Wohngebiet Dr.-

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Otto-Kunzmann-Straße“ ohne Relevanz, da entsprechende Bebauungspläne nicht vorhanden
sind.
Nach § 13a Abs.2 Nr. 1 BauGB gelten im beschleunigten Verfahren die Vorschriften des ver-
einfachten Verfahrens nach
§
13
Abs.
2
und
3
Satz
1
BauGB entsprechend. Damit entfallen
gemäß § 13 Abs. 3 Satz 1 BauGB die Umweltprüfung nach § 2 Abs. 4 BauGB, der Umweltbericht
nach § 2a BauGB und die Bekanntgabe im Rahmen der öffentlichen Auslegung, welche Arten
umweltbezogener Informationen vorhanden sind (§ 3 Abs. 2 Satz 2 BauGB); daraus folgt im
Übrigen, dass auch keine zusammenfassende Erklärung nach § 10 Abs. 4 BauGB erforderlich
ist.
Dennoch sind gemäß § 1 Abs. 6 Nr. 7 BauGB bei der Aufstellung von Bauleitplänen die Belange
des Umweltschutzes, einschließlich des Naturschutzes und der Landschaftspflege zu berück-
sichtigen.
Auch ohne förmliche Umweltprüfung sind die wesentlichen Auswirkungen des Bebauungspla-
nes auf die Umwelt zu ermitteln und in der Begründung zum Bebauungsplan darzustellen (§ 2a
Nr. 1 BauGB).
Bei der Darlegung der Umweltbelange werden die Auswirkungen der Planung auf die Belange
des Umweltschutzes untersucht. Insbesondere soll dabei geklärt werden, ob erhebliche Um-
weltauswirkungen tatsächlich ausgeschlossen werden können. Ob erhebliche Beeinträchtigun-
gen vorliegen bzw. zu erwarten sind, ist in erster Linie eine umweltfachliche Fragestellung, die
im Einzelfall entschieden werden muss. Wichtig ist dabei nicht nur die Intensität der Auswirkun-
gen, sondern auch die Empfindlichkeit des ggf. betroffenen Schutzgutes.
Der Katalog nach § 1 Abs. 6 Nr. 7a BauGB erfüllt zugleich die Funktion der Prüfung des Vorlie-
gens eines Eingriffes nach BNatSchG [BATTIS et al., 2014], so dass diese Prüfung in die Darle-
gung der Umweltbelange mit aufzunehmen ist.
Gemäß § 11 Abs. 2 BNatSchG kann die Kommune im Rahmen der verbindlichen Bauleitplanung
einen Grünordnungsplan aufstellen. Die Grundlagen und Inhalte der Grünordnungsplanung sind
als Festsetzungen in den Bebauungsplan aufzunehmen. Abweichungen sind zu begründen.
Da auf die Erstellung eines Grünordnungsplanes verzichtet wird, erfolgt, um den Belangen des
Umweltschutzes gerecht zu werden, im Rahmen der Darlegung der Umweltbelange auch die
Erarbeitung grünordnerischer Festsetzungen zur Übernahme in den Bebauungsplan und eine
Begründung derselben.
1.1
Ziele des Umweltschutzes und sonstiger fachlicher Grundlagen
Schutzgebiete und Schutzobjekte nach dem Naturschutzrecht
Schutzgebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung
Das Plangebiet befindet sich nicht in einem
FFH - Gebiet
. Das nächstgelegene FFH-Gebiet ist
das FFH -
Gebiet „Elsteraue südlich Zwenkau“ (landesinterne Nr. 218) in
einer Distanz von 6,15
km im Osten.
Aufgrund der räumlichen Distanz und dem Charakter des Vorhabens können erhebliche pro-
jektbezogene Auswirkungen auf die Erhaltungsziele des FFH - Gebietes ausgeschlossen wer-
den.
Das Plangebiet liegt nicht in einem
ausgewiesenen europäischen Vogelschutzgebiet.
Die
Nächstgelegenen sind das SPA-Gebiet
„Bergbaufolgelandschaft Werben“ mit einer kürzesten
Distanz von ca. 3,2 km im Süden und das SPA -
Gebiet „Elsteraue bei Groitzsch“ mit einer
kürzesten Distanz von ca. 6,15 km im Osten.

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Aufgrund der räumlichen Distanz und dem Charakter des Vorhabens können erhebliche pro-
jektbezogene Auswirkungen auf die Erhaltungsziele der SPA- Gebiete ausgeschlossen werden.
Schutzgebiete nach dem sächsischen Naturschutzgesetz
Naturpark, Nationalparke und Biosphärenreservate
Im näheren Umfeld befinden sich keine solchen Schutzgebiete.
Auswirkungen auf solche können aufgrund der räumlichen Distanz ausgeschlossen wer-
den.
Naturschutzgebiete
Das Plangebiet befindet sich nicht in einem Naturschutzgebiet (NSG).
Die nächstgelegenen Naturschutzgebiete
sind das NSG „Pfarrholz Groitzsch“ in einer Ent-
fernung von ca. 8,6
km in südlicher Richtung und das NSG „Kulkwitzer Lachen“ in
5,9 km
Entfernung in nördlicher Richtung.
Auswirkungen auf die NSG können aufgrund der räumlichen Distanz und dem Charakter
des Vorhabens ausgeschlossen werden.
Landschaftsschutzgebiete
Das Plangebiet befindet sich nicht in einem Landschaftsschutzgebiet (LSG). Die Nächstge-
legenen sind das LSG „Elsteraue“ mit
einer Entfernung von 3,9 km in östlicher Richtung so-
wie das LSG „Leipziger Auwald“ in einer Entfernung von 7,2 km in nordöstlicher Richtung.
Auswirkungen auf die LSG können aufgrund der räumlichen Distanz und dem Charakter
des Vorhabens ausgeschlossen werden.
Flächennaturdenkmale / Naturdenkmale
Das Vorhabensgebiet liegt nicht in einem Flächennaturdenkmal (FND). Naturdenkmale be-
finden sich nicht im Gebiet. Auch befinden sich solche Schutzgebiete / -objekte nicht im nä-
heren Umfeld.
Auswirkungen auf FND oder ND können ausgeschlossen werden.
geschützte Landschaftsbestandteile
Die Stadt Pegau verfügt über eine Baumschutzverordnung aus dem Jahre 1992. Gemäß
dieser Baumschutzverordnung sind
Bäume mit einem Stammumfang von 15 cm und mehr gemessen in einer Höhe von
100 cm über den Erdboden,
Hecken und Strauchgruppen mit einer Mindesthöhe von 100 cm und einen Streifen
vom mindestens 3 m bilden oder eine geschlossene bewachsene Fläche von mehr
als 5 m² bilden (außer Beerenobstkulturen),
Wandbegrünungen, soweit sie die Bausubstanz des Gebäudes nicht beeinträchtigen,
geschützt.
Entsprechende Gehölze sind damit geschützten Landschaftsbestandteile im Sinne des § 19
SächsNatSchG.
geschützte Biotope nach § 30 BNatSchG und nach § 21 SächsNatSchG
Im Plangebiet befinden sich keine besonders geschützten Biotope nach § 30 BNatSchG oder
§ 21 SächsNatSchG.

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Sonstige Planungen und Ziele des Umweltschutzes
Flächennutzungsplan
Die Stadt Pegau verfügt über einen rechtswirksamen Flächennutzungsplan (Stand 08/2006).
Der Flächennutzungsplan weist das Plangebiet als Fläche für die Landwirtschaft aus.
Landschaftsplan
Die Stadt Pegau verfügt über einen Landschaftsplan, welcher in den Flächennutzugsplan (s.o.)
integriert wurde.
Sonstige fachliche Grundlagen
BÜRO FÜR LANDSCHAFTSARCHITEKTUR DIPL. ING. SUSANN KÖHLER: Artenschutzrechtliche Be-
troffenheitsabschätzung
zum Bebauungsplan „Wohngebiet
Dr.-Otto-Kunzmannstraße“
der
Stadt Pegau; Stand 12.03.2021.
Bezüglich des Vorkommens von Tier- und Pflanzenarten im Plangebiet und in dessen Um-
feld erfolgte bei der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes Landkreis Leipzig eine
Multi-Base Datenbankabfrage [UNB, LRA Landkreis Leipzig; 26.02.2019].
Informationen vom SÄCHSISCHEN LANDESAMT FÜR ARCHÄOLOGIE zu Bodendenkmalen im
Plangebiet und dessen Umfeld [Mail vom 25.02.2019].
AKIB SACHVERSTÄNDIGEN- UND INGENIEURGESELLSCHAFT MBH ERHARDSTRAßE 1-3 04229
LEIPZIG: Schallimmissionsprognose Bebauungsplan
„Wohngebiet
Dr.-Otto-Kunzmann-
Straße“
Dr.-Otto-Kunzmann-Straße, Pegau OT Kitzen; Stand, 15.01.2021.

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2. BESCHREIBUNG UND BEWERTUNG DER VORAUSSICHTLICHEN
UMWELTAUSWIRKUNGEN DER PLANUNG
Nachfolgende Flächenbilanz verdeutlicht die Änderung der Flächennutzung im Plangebiet. In
der Bilanz wurde die aktuelle Planung dem aktuellen Bestand gegenübergestellt.
Tabelle 1:
Flächenbilanz
Bestand
Fläche in
Anteil in
%
vollversiegelte Flächen; Straße
946
10,3
Summe überbauter Fläche:
946 m² (10,3 %)
intensiv genutztes Ackerland
7.985
86,7
nitrophile, ruderalisierte Gras- und Krautflur
276
3,0
9.207
100,0
Planung
Fläche in
Anteil in
%
Straßenverkehrsfläche
1.109
12,0
Summe überbauter Fläche:
überbaubare Grundstücksfläche
1.964
21,3
3.073 m² (33,4 %)
nicht überbaubare Grundstücksfläche
4.582
49,8
Grünfläche
1.552
16,9
9.207
100,0
In den nachfolgenden Kapiteln 2.1 bis 2.8 werden die mit der Realisierung der Planung verbun-
denen Umweltauswirkungen auf die einzelnen Schutzgütern dargestellt.
2.1
Pflanzen, Tiere und biologische Vielfalt
Pflanzen und Biotope
Zum Zeitpunkt der Ortsbegehung am 18.03.2020 konnten folgende Biotop- und Flächennut-
zungstypen aufgenommen werden:
vollversiegelte Fläche; Straße
Die am westlichen Plangebietsrand verlaufende
„Dr.-Otto-Kunzmannstraße“
ist bituminös befestigt.
intensiv genutztes Ackerland
Der überwiegende Teil des Plangebietes wird intensiv ackerbaulich genutzt. Zum Zeitpunkt der Ortsbegehung
wurde Raps angebaut. In Randbereichen der Ackerfläche waren Segetalarten anzutreffen, so:
Sonnenwendige Wolfsmilch
-
Euphorbia
helioscopia
Gewöhnlicher Erdrauch
-
Fumaria officinalis
Pyrenäenstorchschnabel
-
Geranium pyrenaicum
Gewöhnliche Vogelmiere
-
Stellaria media
Saatmohn
-
Papaver dubium
Gemeine Quecke
-
Elymus repens
Straßenrand / Rain
Die Dr.-Otto-Kunzmannstraße im Westen des Plangebietes wird von einem Rain begleitet, auf welchem sich
eine nitrophile, leicht ruderalisierte Gras- und Krautflur etabliert hat. Vorkommende Arten sind:
Deutsches Weidelgras
-
Lolium perenne
Weiche Trespe
-
Bromus hordeaceus
Gemeine Quecke
-
Elymus repens
Gewöhnliche Schafgrabe
-
Achillea millefolium
Raps
-
Brassica napus
Rotschwingel
-
Festuca rubra
Gemeines Hornkraut
-
Cerastium holosteoides
Jährige Rispe
-
Poa annua
Gemeines Knaulgras
-
Dactylis glomerata
Gewöhnliche Vogelmiere
-
Stellaria media
Pyrenäenstorchschnabel
-
Geranium pyrenaicum
Gewöhnliches Hirtentäschel
-
Capsella bursa-pastoris
Glatthafer
-
Arrhenatherum elatius

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Welsches Weidelgras
-
Lolium multiflorum
Mittelwegerich
-
Plantago media
Spitzwegerich
-
Plantago lanceolata
Efeu-Ehrenpreis
-
Veronica hederifolia
Vogelknöterich
-
Polygonum aviculare
Löwenzahn
-
Taraxacum officinale
Purpurote Taubnessel
-
Lamium purpureum
Entlang der Dr.-Otto-Kunzmannstraße stehen drei mittelalte Laubbäume (vgl. Tabelle 2).
Tabelle 2:
Einzelbäume im Plangebiet
lfd.
Nr.
Art
Stamm-Ø
in 1,30 m
Höhe
in cm
Höhe in m
Kronen-Ø
in m
Bemerkung
1
Berg-Ahorn (Acer pseudoplat-
anus)
35
12
8
Nistkasten; kleine Astausfaulungen
ohne Quartiereigenschaften
2
Berg-Ahorn (Acer pseudoplat-
anus)
33
11
8
Nistkasten; kleine Astausfaulungen
ohne Quartiereigenschaften
3
Gemeine Esche (Fraxinus
excelsior)
33
10
7
Im Zuge der Gehölzerfassung wurden die Bäume auf das Vorhandensein von Strukturen unter-
sucht, die eine besondere Eignung als Tierlebensraum (Baumhöhlen, Spalten, Risse) vermuten
lassen. Entsprechende Strukturen konnten nicht festgestellt werden.
Bei der nachgewiesenen Vegetation handelt es sich vorwiegend um häufig an Wegrainen und
auf Ackerflächen anzutreffende Arten mit einer hohen ökologischen Potenz. Geschützte und /
oder gefährdete Pflanzenarten konnten nicht nachgewiesen werden.
Das Vorkommen von besonders oder streng geschützten Pflanzen auf Flächen, deren Nut-
zungsänderung durch den Bebauungsplan vorbereitet wird, kann anhand der Biotoptypenaus-
stattung und Vegetationszusammensetzung ausgeschlossen werden.
Tiere
Durch das Büro FÜR LANDSCHAFTSARCHITEKTUR, SUSANN KÖHLER wurde eine Artenschutzrecht-
liche Betroffenheitsabschätzung (ABA)
zum Bebauungsplan „Wohngebiet
Dr.-Otto-Kunzmann-
straße“
im Verfahren nach § 13 b
BauGB (Stand 12.03.2021) der Stadt Pegau erstellt. Im Rah-
men der ABA wurde eine Brutvogelkartierung im Bereich des Plangebietes inklusive eines 100
m breiten Pufferstreifens im Bereich der ackerbaulich genutzten Flächen in der Erfassungszeit
von April bis Juni 2020 durchgeführt. Neben einer Brutvogelerfassung erfolgte im Rahmen der
ABA auch eine Datenrecherche wertgebender Arten sowie eine Einschätzung inwieweit die re-
cherchierten Arten potentiell innerhalb des Plangebietes vorkommen könnten.
Im Ergebnis der Brutvogelkartierung wurden insgesamt 18 Vogelarten kartiert. Davon 4, wel-
chen das Plangebiet incl. des Pufferraumes bzw. der Randbereich Brutmöglichkeiten bieten
konnte. Ein sicherer Brutnachweis wurde für die Feldlerche
(Alauda arvensis)
erbracht. Die
Schafstelze
(Motacilla alba)
wurde als wahrscheinlicher Brutvogel im untersuchten Gebiet nach-
gewiesen. Festzustellen war, dass sich das Artinventar im Wesentlichen auf das Umfeld kon-
zentrierte, da hier zum einen das Störungspotenzial geringer als in dem eigentlichem Plangebiet
ist und zum anderem weil die Nähe zu vertikalen Strukturen, wie Häuser und Bäume, gemieden
wird. Außerdem wurden unterschiedliche Feldfrüchte im Geltungsbereich des B-Planes (Raps)
und im Umfeld (überwiegend Getreide) angebaut. Beide festgestellten Arten (Feldlerche, Schaf-
stelze) nutzen als Bruthabitat eher die niedrigere Vegetation, in diesem Fall das Getreide. Die
Reviere der Schafstelze lagen überwiegend im Übergangsbereich von Raps und Getreide, was
daran liegen könnte, dass der Raps die benötigen Sitzwarten bietet.

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Folgende Tabelle gibt eine Übersicht über nachgewiesene Brutvögel im Plangebiet einschließ-
lich des 100 m breiten Umgebungsstreifens im Bereich der ackerbaulich genutzten Flächen:
Tabelle
3: Nachgewiesene Brutvögel im Umfeld des Untersuchungsgebietes bzw. nachgewiesene Überflieger/Nahrungs-
gäste im UG
Art
höchster ermittel-
ter Brutstatus
Status
ermittelte bzw. ge-
schätzte Anzahl
der Brutpaare
Bemerkungen
Graureiher
(Ardea cinerea)
0
Überflieger
Sperber
(Accipiter nisus)
0
Nahrungssuche
Jagdflug
Ringeltaube
(Columba palumbus)
0
Überflieger
Türkentaube (Strepto-
pelia decaocto)
0
Überflieger
Paar im angrenzenden Gelände
Rabenkrähe
(Corvus corone)
0
Paar im angrenzenden Gelände
Feldlerche
(Alauda arvensis)
C14b
sicherer Brutvogel
2
Die zwei Brutpaare wurden im Bereich des 100 m
Umfeldes registriert.
Rauchschwalbe (Hi-
rundo rustica)
0
Nahrungssuche
Star (Sturnus vulgaris)
C14b
sicherer Brutvogel
1
Brutplatz in Nistkasten an den älteren Bäumen am
Rand des B-Plan Geländes
Amsel (Turdus merula)
0
Nahrungssuche
Hausrotschwanz
(Phoenicurus ochruros)
0
Haussperling
(Passer domesticus)
0
Wahrscheinliche Brutplätze an den Gebäuden des
angrenzenden Siedlungsbereiches
Feldsperling
(Passer montanus)
B6
wahrscheinlicher Brut-
vogel
1
Brutplatz in Nistkasten an den älteren Bäumen am
südlichen Rand des B-Plan Geländes
Schafstelze
(Motacilla flava)
B5
wahrscheinlicher Brut-
vogel
5
Die ermittelten Reviere der Schafstelze liegen über-
wiegend im Bereich des 100 m Umfeldes.
Bachstelze
(Motacilla alba)
0
Überflieger
möglicher Brutvogel im angrenzenden Siedlungsbe-
reich
Girlitz (Serinus serinus)
0
möglicher Brutvogel im angrenzenden Siedlungsbe-
reich
Grünfink
(Carduelis chloris)
0
Überflieger
möglicher Brutvogel im angrenzenden Siedlungsbe-
reich
Stieglitz
(Carduelis carduelis)
0
Überflieger
Bluthänfling
(Carduelis cannabina)
0
Nahrungssuche/ Über-
flieger
Legende zur Tabelle 3
Die Angaben erfolgen nach folgendem international üblichen Schema:
Status (A = möglicher, B = wahrscheinlicher, C = sicherer BV
)
A
1
Art zur Brutzeit im möglichen Bruthabitat festgestellt
2
singendes, trommelndes oder balzendes Männchen zur Brutzeit im mögli-
chen Bruthabitat festgestellt
B
3
Paar zur Brutzeit in geeignetem Bruthabitat festgestellt
4
Revierverhalten (Gesang, Kämpfe mit Reviernachbarn etc.) an mind. 2 Ta-
gen im Abstand von mind. 7 Tagen am selben Ort lässt ein dauerhaft besetz-
tes Revier vermuten
5
Balzverhalten (Männchen und Weibchen) festgestellt
6
Altvogel sucht einen wahrscheinlichen Nestplatz auf
7
Warn- oder Angstrufe von Altvögeln oder anderes aufgeregtes Verhalten,
das auf ein Nest oder Junge in der näheren Umgebung hindeutet
8
Brutfleck bei gefangenem Altvogel festgestellt
9
Nest- oder Höhlenbau, Anlage einer Nistmulde u.ä. beobachtet
C
10
Ablenkungsverhalten oder Verleiten (Flügellahmstellen) beobachtet
11a
Benutztes Nest aus der aktuellen Brutperiode gefunden
11b
Eischalen geschlüpfter Jungvögel aus der aktuellen Brutperiode gefunden

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12
Status (A = möglicher, B = wahrscheinlicher, C = sicherer BV
)
12
Eben flügge Jungvögel (Nesthocker) oder Dunenjunge (Nestflüchter) festge-
stellt
13a
Altvögel verlassen oder suchen einen Nestplatz auf. Das Verhalten der Alt-
vögel deutet auf ein besetztes Nest hin, das jedoch nicht eingesehen werden
kann (hoch oder in Höhlen gelegene Nester)
13b
Nest mit brütendem Altvogel entdeckt
14a
Altvogel trägt Kotsack von Nestling weg
14b
Altvogel mit Futter für die nicht-flüggen Jungen beobachtet
15
Nest mit Eiern entdeckt
16
Junge im Nest gesehen oder gehört
Weiterhin wurden in der Artenschutzrechtlichen Betroffenheitsabschätzung alle nachgewiesen
Tierarten in der Multi-Base Datenbank für einen eng gefassten Betrachtungsraum und alle
Fundpunkte der Artengruppe Vögel und Fledermäuse für einen weit gefassten Betrachtungs-
raum (entspricht MTBQ 4739 SW) abgefragt. Bei den Ortsbegehungen erfolgte eine Abschät-
zung, welche der in der Artdatenbank aufgeführten Tierarten nach Anhang IV der FFH-Richtlinie
und welche Europäischen Vogelarten potentiell innerhalb des Plangebietes vorkommen könn-
ten. So wurden die Begehungen zu Brutvögeln dazu genutzt, die Lebensraumeignung des Plan-
gebietes für die Artgruppe Vögel einzuschätzen. Auch erfolgte eine Kontrolle der vorhandenen
Gehölze auf artenschutzrechtlich relevante Strukturen wie Baumhöhlen, Risse, abblätternde
Rinde, Totholz u.ä.
Im Ergebnis der Potentialabschätzung steht fest, dass:
-
von den Tierarten, die nach Anhang IV a) der FFH-Richtlinie geschützt sind, weder Ver-
treter der Artgruppe Fledermäuse, noch die im Multi-Base-Datenbankauszug nachge-
wiesene Zauneidechse und auch nicht der Kleine Wasserfrosch innerhalb des Plange-
bietes geeignete Habitatstrukturen vorfinden,
-
das Untersuchungsgebiet für fast alle der im Multi-Base-Datenbankauszug enthaltenen
Brutvogelarten keine Habitateignung bietet. So finden in Abhängigkeit von der angebau-
ten Feldfrucht nur die Schafstelze, die Feldlerche und die Wachtel geeignete Habi-
atstrukturen zur Brutzeit innerhalb des Plangebietes vor,
-
einige der in Multi-Base aufgeführten Arten potentiell innerhalb des an das Plangebiet
angrenzenden Siedlungsbereichs vorkommen können (Schwanzmeise, Bluthänfling,
Stieglitz, Grünfink, Gartenbaumläufer, Ringeltaube, Rabenkrähe, Buntspecht, Klein-
specht, Buchfink, Gelbspötter, Rauchschwalbe, Bachstelze, Blau- und Kohlmeise, Haus-
sperling, Gartenrotschwanz, Zilpzalp, Elster, Grünspecht, Heckenbraunelle, Girlitz, Klei-
ber, Türkentaube, Mönchs- und Klappergrasmücke, Amsel sowie Singdrossel) bzw.
nachweislich dort vor kommen (Star, Feldsperling)
-
regelmäßige bedeutende Ansammlungen bildende Arten in Gewässern und Feuchtge-
bieten (Wasservogelarten) und eine übergeordnete Bedeutung des Plangebietes für
Zug- und Rastvögel aufgrund der Biotopausstattung und der Lage des Plangebietes aus-
geschlossen werden kann.
Beurteilung Pflanzen und Tiere:
Die Flora und Fauna des Plangebietes können anhand folgender Kriterien beurteilt werden:
1. Schutz/ Gefährdung von Arten,
2. Vorkommensdichte wertgebender Arten,
3. Isolation/ Vernetzungsgrad des Lebensraumes.
1. Schutz/ Gefährdung von Arten
Bei der Vegetation handelt es sich um häufig anzutreffende Arten mit einer hohen ökologi-
schen Potenz, welche typisch für ackerbaulich genutzte Flächen sind.
Der Mangel an Strukturen, welche als Verstecke, Brutplätze, Rückzugsräume etc. genutzt
werden können und die überwiegend ackerbauliche Nutzung der Flächen wirken sich un-
günstig auf die Lebensraumeignung für wertgebende Tierarten aus. Tierarten des Anhanges

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IV der FFH-Richtlinie, die im Multi-Base-Datenbankauszug nachgewiesen wurden (Breitflü-
gelfledermaus, Kleiner Wasserfrosch und Zauneidechse) finden innerhalb des Plangebietes
keine geeigneten Habitate vor. Alle bei der Brutvogelkartierung 2020 nachgewiesenen Brut-
vögel sind besonders geschützt nach §7 Abs.2 Ziff.13 BNatSchG, keine der nachgewiese-
nen Brutvögel ist streng geschützt nach §7 Abs.2 Ziff. 14. Der kurz außerhalb des Plange-
bietes nachgewiesene Star sowie die innerhalb des untersuchten Pufferstreifens als sicherer
Brutvogel nachgewiesene Feldlerche sind nach der Roten Liste Deutschlands als gefährdet
eingestuft.
Die Schafstelze und die Feldlerche stehen auf der Vorwarnliste der Roten Liste
Sachsens, der kurz außerhalb des Plangebietes nachgewiesene Feldsperling auf der Vor-
warnliste der Roten Liste Deutschlands (keine Gefährdungskategorie). Bei den kurz außer-
halb des Plangebietes nachgewiesenen Feldsperling und Star handelt es sich laut der Ta-
belle „In Sachsen auftretende Vogelarten des
LfULG vom 30.03.2017 um häufige Brutvo-
gelarten. Die als Brutvögel nachgewiesene Feldlerche und Schafstelze sowie die potentiell
im Plangebiet vorkommende Wachtel wird in gleichnamiger Tabelle als Vogelarten mit her-
vorgehobener artenschutzrechtlicher Bedeutung geführt.
Zusammenfassend ist festzustellen, dass vorwiegend mit dem Vorkommen von weit verbrei-
teten und ungefährdeten Tierarten, wie sie typisch für ackerbaulich genutzte Flächen sind,
zu rechnen ist.
2. Vorkommensdichte wertgebender Arten
Das Vorkommen von besonders oder streng geschützten Pflanzen kann ausgeschlossen
werden.
Ein gehäuftes Vorkommen von wertgebenden Tierarten ist ebenfalls nicht zu erwarten - ein
sporadisches Vorkommen (in Abhängigkeit von der angebauten Feldfrucht) kann jedoch
nicht ausgeschlossen werden.
3. Isolation/ Vernetzungsgrad des Lebensraumes
Das Plangebiet hat keine besondere Bedeutung im Biotopverbund. Es fehlen entsprechende
Strukturen. Ein (linearer) Verbund zwischen räumlich benachbarten bzw. getrennten Le-
bensräumen ist im Plangebiet nicht vorhanden. Der schmale, ruderale Straßenrand und die
Einzelgehölze wirken bestenfalls als „Trittsteine“ im Biotopverbund.
Insgesamt ist von einer unterdurchschnittlichen Vernetzung des Plangebietes auszugehen.
Zusammenfassend ergibt sich folgende Bewertungsmatrix:
Tabelle 4:
Bewertung der Flora und Fauna des Plangebietes
Schutz/Gefährdung
von Arten
Vorkommensdichte
wertgebender Arten
Vernetzungsgrad
des Lebensraumes
Bewertung
(sehr hoch
hoch
mittel
gering
sehr gering)
gering
gering
gering
Biologische Vielfalt
Bezüglich der biologischen Vielfalt lassen sich aus der Bestandssituation von Flora und Fauna
folgende Schlüsse ableiten:
Die Artenzahl im eigentlichen Untersuchungsgebiet ist unterdurchschnittlich ebenso wie die
Vielfalt zwischen den Arten und zwischen den verschiedenen Biotoptypen.
Die biologische Vielfalt im Plangebiet ist stark anthropogen geprägt (Kulturpflanzen, Ruderalar-
ten). Die vorkommenden Biotoptypen haben einen anthropogenen Ursprung (Ackerland, Stra-
ßenrand, befestigte Flächen). Daraus wird deutlich, dass die biologische Vielfalt im Untersu-
chungsgebiet vor dem Hintergrund eines starken anthropogenen Einflusses zu betrachten und
zu interpretieren ist - sie spiegelt in diesem Sinne eine Vorbelastung wider.

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Eine Bestandsanalyse sollte daher unter dem Gesichtspunkt einer standorttypischen Vielfalt er-
folgen. Nach SCHMIDT, HEMPEL et al. (2002) wäre die HPNV entsprechend der Standortbe-
dingungen ein Hainbuchen-Traubeneichenwald.
Von dieser ursprünglichen Waldgesellschaft sind im Plangebiet und in dessen unmittelbarer
Umgebung keine Überbleibsel mehr vorhanden.
Auch die Tierwelt der natürlicherweise vorkommenden Waldgesellschaften wurde im Untersu-
chungsgebiet durch andere Tierarten ersetzt und kommt nicht mehr vor.
Zusammenfassend ist festzustellen, dass die biologische Vielfalt im Untersuchungsgebiet auf
anthropogene Einflüsse zurückzuführen ist.
Es dominieren überwiegend Tier- und Pflanzenarten mit einer hohen ökologischen Potenz, wel-
che häufig auf Ackerland und ruderalen Säumen anzutreffen sind.
Auswirkungen der Planung und Erheblichkeitsabschätzung:
Mit der Realisierung der Vor-
gaben des Bebauungsplans sind folgende Auswirkungen auf Pflanzen, Tiere und die biologi-
sche Vielfalt zu erwarten:
anlagebedingt:
-
Verlust von Pflanzenstandorten und Tierlebensräumen auf den zusätzlich neu befestigten
Flächen (2.127 m²),
-
Änderung der Bewirtschaftungsweise (z.B. Anlage von Hausgärten statt landwirtschaftli-
cher Bearbeitung der Flächen),
-
Schaffung von Lebensräumen und Biotopverbunden durch Begrünung der Baugrundstü-
cke und privaten Grünflächen.
baubedingt:
-
Temporärer Verlust von Pflanzenstandorten durch baubedingte Flächenbeanspruchung,
Verdichtung und im Falle von Havarien durch Schadstoffeinträge (z.B. bei Ölleckagen an
Baumaschinen),
-
Permanenter und temporärer Verlust von Tierlebensräumen durch baubedingte Flächen-
beanspruchung und -beräumung,
-
Tötung nicht fluchtfähiger Tiere,
-
Funktionsverlust, Beeinträchtigung von Teillebens- und Gesamtlebensräumen durch bau-
zeitliche visuelle Störreize, Verlärmung, Erschütterungen, Licht.
Festzustellen ist, dass im Plangebiet ein Mangel an wertgebenden und / oder geschützten Tier-
und Pflanzenarten herrscht.
Die beanspruchte Ackerfläche wird intensiv genutzt und ist arm an Wildkräutern.
Nicht ausgeschlossen werden kann, dass die Ackerfläche für einzelne wertgebende Vogelarten
als potentielles Bruthabitat relevant ist. Ein gehäuftes Auftreten von geschützten und /oder ge-
fährdeten Tierarten ist jedoch nicht zu erwarten.
Der im Plangebiet vorherrschende Biotoptyp Ackerland zeichnet sich durch eine hohe anthro-
pogene Prägung (Kulturpflanzen, intensive Nutzung) und eine relativ leichte Wiederherstellbar-
keit und Ersetzbarkeit aus.
Im Bebauungsplan werden Regelungen getroffen, die eine intensive Durchgrünung des Plan-
gebietes (Baugrundstücke und Grünflächen) sicherstellen und welche den Anteil überbaubarer
Flächen gegenüber der nach BauNVO möglichen Obergrenze deutlich reduzieren.
Bedingt durch den prognostizierten Flächenverbrauch (vgl. Flächenbilanz Eingangs unter Kapi-
tel 2), ist davon auszugehen, dass eine Bebauung des Plangebietes entsprechend den Vorga-
ben des Bebauungsplanes mit Auswirkungen auf die Schutzgüter Pflanzen und Tiere verbunden
sein wird.

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Aufgrund der Vorbelastungen und den geplanten grünordnerischen Maßnahmen (Durchgrü-
nung des Wohngebietes; Anlage von privaten Grünflächen mit Gehölzpflanzungen) bzw. den
im Kapitel 4. formulierten Vermeidungsmaßnahmen kann eingeschätzt werden
,
dass diese Aus-
wirkungen nicht die Schwelle zur Erheblichkeit überschreiten werden.
Diese Einschätzung wird auch dadurch verdeutlicht, da der Gesetzgeber mit dem Schwellenwert
von 20.000 m² Grundfläche (vgl. § 13a Abs, 1 Nr. 1 BauGB) unterstellt, dass Vorhaben die
diesen Schwellenwert deutlich unterschreiten (vorliegende Planung erreicht nur ca. 9,8 % des
Schwellenwertes) i.d.R. nicht mit erheblichen Umweltauswirkungen verbunden sind.
Bzgl. der biologischen Vielfalt werden diese Auswirkungen, aufgrund der Vorbelastungen von
geringerer Intensität sein. Erhebliche Umweltauswirkungen sind hier bei Planrealisierung nicht
zu erwarten.
In der Artenschutzrechtlichen Betroffenheitsabschätzung (ABA), konnte nachgewiesen werden,
dass die Realisierung der Vorgaben des Bebauungsplanes keine erheblich negativen Folgen
auf besonders oder streng geschützte Tier- und Pflanzenarten oder europäische Vogelarten
haben wird, unter der Bedingung, dass die in der ABA aufgezeigten speziellen Vermeidungs-
maßnahmen (vgl. Kapitel 4.3) berücksichtigt werden.
2.2
Boden und Fläche
Bestand:
Im Plangebiet bildet elsterkaltzeitlicher, glazifluviatiler Sand und Kies den unmittelbar anstehen-
den geologischen Untergrund.
[Quelle: Geologische Karte der eiszeitlich bedeckten Gebiete von Sachsen, 1 : 50.000, Blatt 2565, 1. Auflage, 1996].
Ausgehend von diesem geologischen Untergrund haben sich im Plangebiet Parabraunerde-
Tschernoseme und Braunerde-Parabraunerde etabliert.
[Quelle: Digitale Bodenkarte
https://www.umwelt.sachsen.de/umwelt/infosysteme/ida/pages/map/default/index.xhtml;
Abrufdatum
23.09.2020]
Tschernosem (Synonym: Schwarzerde)
Sehr tiefgründige Böden aus kalkhaltigen Ausgangsmaterial (i.d.R. Löss) mit einem wenigsten 40 cm mächtigen
humosen Oberboden. Landwirtschaftlich sehr wertvoller Boden mit einer sehr hohen Bodenfruchtbarkeit.
Schwarzerden sind Steppenböden welche nur unter entsprechenden Klimabedingungen (trockene, warme
Sommer, kurzer feuchter Herbst, langer kalter Winter) entstehen können. Im Untersuchungsgebiet konnten
diese Böden nach der Eiszeit nur fortbestehen, da sich das Gebiet im Regenschatten des Harzes und des
Thüringer Waldes befindet. Bei höheren Niederschlägen entwickeln sich Schwarzerden in andere Bodentypen
(i.d.R. Parabaraunerden) weiter.
Parabraunerde
Parabraunerden entwickeln sich am ausgeprägtesten auf karbonathaltigen Feinsedimenten und kommen meist
auf Löß- und Sandlößstandorten vor. Sie sind durch Tonverlagerungsprozesse, welche sich nach der Entkal-
kung des Lößes und einer leichten Bodenversauerung einstellen, in tiefere Bodenschichten gekennzeichnet.
Parabraunerde besitzt neben der hohen Nährkraft, einen günstigen Luft- und Wasserhaushalt und gehört des-
halb zu den ertragreichsten Böden überhaupt.
Braunerde
Typisch für die Braunerden ist eine brauner Bodenhorizont, welcher sich unter einem Mull - Humus - Horizont
(Wald) oder unter einer Ackerkrume befindet. Dieser Horizont ist das Ergebnis des Zusammenwirkens von Ei-
senfreilegung und -oxidation bei der Verwitterung von eisenhaltigen Mineralien und anschließender Tonmine-
ralbildung.
Die meisten Braunerdeflächen sind mit Wald bestockt. Lediglich mit Parabraunerde vergesellschaftet, werden
sie auch landwirtschaftlich genutzt. Sie verfügen - forstwirtschaftlich gesehen - über mittlere, in Tallagen auch
höhere Nährkraft. Die landwirtschaftliche Fruchtbarkeit ist unterdurchschnittlich.
Die Böden im Plangebiet weisen eine sehr hohe Bodenfruchtbarkeit auf. Die Bodenwertzahl
gemäß Reichsbodenschätzung liegt bei > 88. Die Böden sind daher für die ackerbauliche Nut-
zung prädestiniert und das Gebiet wird im Regionalplan Westsachsen als Vorranggebiet für die
Landwirtschaft ausgewiesen. [Quelle: Regionalplan Westsachsen, verbindlich seit 25.07.2008, Karte 14].

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Tabelle 5:
Standorteigenschaften der anstehenden Böden
Standorteigenschaften
Parabraunerde-Tscherno-
seme
Braunerde-Parabraun-
erde
natürliche Bodenfruchtbarkeit
sehr hoch
mittel
Wasserspeichervermögen
sehr hoch
mittel
Filter- und Puffervermögen für Schadstoffe
hoch
mittel
Erodierbarkeit des Bodens
hoch
hoch
besondere Standorteigenschaften
keine
keine
[Quelle:
https://www.umwelt.sachsen.de/umwelt/infosysteme/ida/pages/map/default/index.xhtml;
Abrufdatum 23.09.2020 ].
Im Plangebiet sind keine seltenen Böden (meint landesweit seltene Böden mit relativ regionaler
Seltenheit; regional seltene Böden; naturnahe Böden) und keine Böden mit besonderen Stan-
dorteigenschaften (meint besonders nasse Böden, besonders trockene Böden, besonders nähr-
stoffarme Böden) anzutreffen. [Quelle: Umweltbericht zum Regionalplan Westsachsen, verbindlich seit 25.07.2008,
Karte U-3].
Das Plangebiet liegt in einem archäologischen Relevanzbereich. Dies belegen archäologische
Kulturdenkmale im Plangebiet und in dessen Umfeld, die nach § 2 SächsDSchG Gegenstand
des Denkmalschutzes sind. [Quelle: Information des Landesamtes für Archäologie; vom 25.02.2019.]
Für das Plangebiet liegt kein Altlastenverdacht vor.
Auswirkungen der Planung und Erheblichkeitsabschätzung:
Mit der Realisierung der Vorgaben des Bebauungsplanes geht eine Überbauung von ca. 3.073
m² Fläche (ca. 33,4 % der Plangebietsfläche) einher. Damit verbunden ist eine Erhöhung des
Anteiles überbauter Flächen um 2.127 m² (ca. 23,1 %) gegenüber der aktuellen Bestandssitua-
tion (überbaute Flächen im Bestand: 946 m² bzw. ca. 10,3 %).
Die Voll- und Teilversiegelung derzeit unversiegelter Flächen auf den Baugrundstücken bedeu-
tet nahezu den Totalverlust aller Bodenfunktionen:
Tabelle 6:
Auswirkungen von Flächenversiegelung auf die Bodenfunktionen
ökologische Bodenfunktionen
Auswirkungen der Flächenversiegelung
Lebensraum für Pflanzen und Tiere
Totalverlust
Grundlage der Produktion von Nahrungsmitteln, Fut-
termitteln und organischen Rohstoffen
Totalverlust (im Plangebiet von untergeordne-
ter Bedeutung)
Filter-, Puffer- und Transformatorsystem für die
Grundwasserneubildung und -reinhaltung
vollversiegelte Flächen
Totalverlust
teilversiegelte Flächen
starke Einschrän-
kung
Speicherraum für Nährstoffe und Niederschlagswas-
ser
vollversiegelte Flächen
Totalverlust
teilversiegelte Flächen
starke Einschrän-
kung
auf den Menschen bezogene Bodenfunktionen
Lagerstätte
keine
Baugrund
keine
Archiv der Natur- und Kulturgeschichte
starke Einschränkung
Denkbare Auswirkungen während der Bauphase beschränken sich auf Beeinträchtigung durch
mögliche Kontamination in der Bau- und Erschließungsphase (bei Havarien).
Mit der Planrealisierung werden durch die Umnutzung 7.985 m² hochwertigster Böden der land-
wirtschaftlichen Nutzung entzogen.
Zur Verminderung der Auswirkungen auf den Boden wurde im Bebauungsplan eine GRZ von
0,3 festgesetzt und eine Überschreitung der zulässigen Grundfläche im Sinne des § 19
Abs. 4 BauNVO ausgeschlossen. Weiterhin wurden Teile der Grundstücke als private
Grünflächen ausgewiesen, damit sich das Ausmaß der baulichen Flächenbeanspruchung weiter

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reduziert. Insgesamt wird durch diese Regelungen, im Vergleich zu einer Variante in welcher
das Gebiet insgesamt als Baugebiet ausgewiesen und der von der BauNVO vorgegebene Rah-
men voll ausgeschöpft wird, der Anteil überbaubarer Flächen um 1.964 m² verringert.
Auswirkungsmindernd wirkt sich weiterhin aus, dass für das geplante Baugebiet keine neue
Erschließungsstraße gebaut werden muss.
Aufgrund der geringen Größe der zusätzlich überbaubaren Flächen in der Planung (2.127 m²)
und den geplanten Verminderungsmaßnahmen wird eingeschätzt, dass die Planrealisierung
Umweltauswirkungen auf das Schutzgut Boden erwarten lässt, welche die Schwelle zur Erheb-
lichkeit nicht überschreiten.
Diese Einschätzung wird auch dadurch verdeutlicht, da der Gesetzgeber mit dem Schwellenwert
von 20.000 m² Grundfläche (vgl. § 13a Abs, 1 Nr. 1 BauGB) unterstellt, dass Vorhaben die
diesen Schwellenwert deutlich unterschreiten (vorliegende Planung erreicht nur ca. 9,8 % des
Schwellenwertes) i.d.R. nicht mit erheblichen, bodenbezogenen Umweltauswirkungen verbun-
den sind.
2.3
Wasser
Bestand:
Oberflächengewässer:
Innerhalb des Plangebietes befinden sich keine Oberflächengewässer. Das Plangebiet befindet
sich weder in einem ausgewiesen (festgesetzten) noch in einem faktischen Überschwemmungs-
gebiet.
Grundwasser:
Das Plangebiet befindet sich in keinem festgesetzten Trinkwasserschutzgebiet
[Quelle:
https://rz.ipm-
gis.de/rapis2/client/?app=umwelt,
Abrufdatum 23.09.2020].
Der durchschnittliche Grundwasserflurabstand lag 2016 bei ca. 126 bis 127 m üNN bei einer
Geländehöhe von ca. 140 m üNN. Das Schutzpotential der Grundwasserüberdeckung ist un-
günstig.
[Quelle:
https://www.umwelt.sachsen.de/umwelt/infosysteme/ida/pages/map/default/index.xhtml;
Abrufdatum
23.09.2020]
Laut dem Regionalplan Westsachsen (2008) liegt das Plangebiet in einem regional bedeutsa-
men Grundwassersanierungsgebiet. [Regionalplan Westsachsen 2008, Karte 15]
Auswirkungen der Planung und Erheblichkeitsabschätzung:
Mit der Realisierung der Vorgaben des Bebauungsplanes geht eine Überbauung von
ca. 3.073 m² Fläche (ca. 33,4 % der Plangebietsfläche) einher. Damit verbunden ist eine Erhö-
hung des Anteiles überbauter Flächen um 2.127 m² (ca. 23,1 %) gegenüber der aktuellen Be-
standssituation (überbaute Flächen im Bestand: 946 m² bzw. ca. 10,3 %).
Die Erhöhung des Anteiles versiegelter Flächen führt zu einer Reduktion der Grundwasserneu-
bildungsrate und verstärkt den oberflächlichen Abfluss.
Denkbare Auswirkungen während der Bauphase beschränken sich auf Beeinträchtigungen
durch mögliche Kontaminationen in der Bau- und Erschließungsphase (bei Havarien).
Die mit der Realisierung der Vorgaben des Bebauungsplanes zu erwartende Flächenversiege-
lung wird im Vergleich mit der aktuellen Bestandssituation mit negativen Umweltauswirkungen
verbunden sein. Diese werden jedoch nicht die Schwelle zur Eingriffserheblichkeit überschrei-
ten. Begründet wird dies mit der Bestandsituation (keine Oberflächengewässer; keine Trinkwas-
serschutz- und Überschwemmungsgebiete) und der geplanten Verminderung der Flächenbe-
anspruchung (vgl. Auswirkungsprognose zum Schutzgut Boden im Kap. 2.2).
Diese Einschätzung wird auch dadurch bekräftigt, da der Gesetzgeber mit dem Schwellenwert
von 20.000 m² Grundfläche (vgl. § 13a Abs. 1 Nr. 1 BauGB) unterstellt, dass Vorhaben die
diesen Schwellenwert deutlich unterschreiten (vorliegende Planung erreicht nur ca. 9,8 % des
Schwellenwertes) i.d.R. nicht mit erheblichen, bodenbezogenen (hier Grundwasser) Umwelt-
auswirkungen verbunden sind.

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18
2.4
Klima / Luft
Bestand:
Der Untersuchungsraum liegt im Bereich des mäßig trockenen Tieflandes und ist durch eine
mittlere Jahrestemperatur von ca. 9°C gekennzeichnet. Die durchschnittliche Jahresnieder-
schlagssumme beträgt 700 bis 750 mm.
[http://www.naturraeume.lfz-dresden.de/;
Abrufdatum 23.09.2020]
Das Plangebiet liegt in keinem siedlungsklimatisch bedeutsamen Bereich. [Quelle: Regionalplan West-
sachsen, verbindlich seit 25.07.2008, Karte 16].
Über der Ackerfläche entsteht in wolkenarmen, windschwachen Nächten (Strahlungsnächte)
bodennah Kaltluft, die dem Gefälle folgend, nach Nordosten, abfließt.
Allgemein wird in der Region die Luftverunreinigung als mäßig eingestuft. Der Jahresmittelwert
für die NO
2
-Belastung
lag 2017 bei unter 15 μg/m³ und die
Ozon-Belastung im Jahresmittel 2017
zwischen 45-50 μg/m. Die Feinstaubbelastung (PM 10) wurde 2017 mit einem Jahresmittel zwi-
schen 16-20
μg/m³
erfasst. [Quelle: Luftqualität in Sachsen, Jahresbericht 2017; unter:
https://publikationen.sach-
sen.de/bdb/artikel/30895;
Abrufdatum: 23.09.2020]
Auswirkungen der Planung und Erheblichkeitsabschätzung:
Mit der Realisierung der Vorgaben des Bebauungsplanes werden mikroklimatisch günstig zu
beurteilende Flächen (Kaltluftentstehungsgebiet/Ackerland) beansprucht.
Die Erhöhung des Grades der Flächenversiegelung ist aus mikroklimatischer Sicht als ungüns-
tig zu bewerten.
Aufgrund
der Lage des Plangebietes am Siedlungsrand,
der relativ geringen Flächengröße,
der Lage außerhalb von bedeutsamen Kaltluftabflussbahnen und –bzw. Frischluftentste-
hungsgebieten mit Siedlungsbezug
und den im Bebauungsplan geregelten Begrünungsmaßnahmen,
wird eingeschätzt, dass bei der Realisierung der Vorgaben des Bebauungsplanes keine erheb-
lichen Auswirkungen auf die Schutzgüter Klima und Luft zu erwarten sind.
Diese Einschätzung wird auch dadurch bekräftigt, da der Gesetzgeber mit dem Schwellenwert
von 20.000 m² Grundfläche (vgl. § 13a Abs. 1 Nr. 1 BauGB) unterstellt, dass Vorhaben die
diesen Schwellenwert deutlich unterschreiten (vorliegende Planung erreicht nur ca. 9,8 % des
Schwellenwertes) i.d.R. nicht mit erheblichen, flächenbezogenen (hier Klima / Luft) Umweltaus-
wirkungen verbunden sind.

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19
2.5
Landschaft
Bestand:
Bei der Beurteilung des Landschaftsbildes ist das Umfeld mit in die Betrachtung einzubeziehen.
Abb. 2: Luftbild vom Plangebiet und dessen Umgebung (ohne Maßstab)
[Quelle:
http://rz.ipm-gis.de/rapis/client/?app=umwelt;
Abrufdatum 23.09.2020]
Die Bewertung des Landschaftsbildes richtet sich nach folgenden Kriterien:
Strukturvielfalt
Eigenart
Naturnähe
Erholungseignung
Die Bewertung erfolgt für jedes Kriterium in Form einer reduzierten 5er-Skala, wobei die Stufen
2 (gering) und 4 (hoch) aufgrund der problemspezifischen eingeschränkten Differenzierungs-
möglichkeiten unbelegt bleiben.
Kriterien zur Einschätzung der Empfindlichkeit und Bedeutung des Schutzgutes Landschaftsbild/ land-
schaftsgebundene Erholung:
Wertstufe
-
Eigenart
Landschaftseinheit mit historisch gewachsenem, unverwechselbarem und typischem Er-
scheinungsbild bzw. besonders charakteristischen unverwechselbaren Landschaftsstruktu-
ren mit ausgesprochen hoher Identifikationsfunktion
sehr hoch / 5
Charakteristische Landschaftseinheit mit erkennbaren historisch begründeten bzw. prägen-
den Bereichen und Strukturen
mittel / 3
Gleichförmig wirkende Landschaft mit sehr geringer bzw. fehlender historischer Prägung und
mangelnden Identifikationen schaffenden Strukturen oder Flächen
sehr gering / 1

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20
- Strukturvielfalt
Hohe Anzahl als angenehm empfundener prägender und miteinander in räumlichen Bezug
stehender, wahrnehmungsbestimmender Einzelelemente und strukturierter Flächen bis zu
einer sehr hohen, als flächendeckend empfundenen gleichmäßigen Durchsetzung mit ver-
schiedenen natürlichen bzw. naturnahen oder auch landschaftlich eingepassten anthropoge-
nen Strukturen in kleinräumigem Wechsel
sehr hoch / 5
Mittlere Durchsetzung mit als angenehm empfundenen prägenden Einzelelementen und
strukturierten Bereichen in mittel- bis weitläufigem räumlichen Bezug
mittel / 3
Geringer Anteil an strukturgebenden Elementen und Flächen mit meist bzw. z.T. fehlendem
Bezug zueinander oder Vorhandensein störender, als unangenehm empfundener techni-
scher Bauwerke bis zum Empfinden von Eintönigkeit, z.B. aufgrund fehlender Bezüge
sehr gering / 1
-
Naturnähe / Natürlichkeit
Kein bzw. geringer Einfluss menschlicher Nutzung ohne Verlust des naturnahen Charakters
erkennbar; Eindruck einer intakten unberührten Natur (nicht ökologisch betrachtet) ohne Stör-
faktoren
sehr hoch / 5
Ausmaß menschlicher Nutzung (deutlich) erkennbar, Empfinden von einer anthropogenen
Überformung der natürlichen Landschaft
mittel / 3
Hohes bis sehr hohes Ausmaß einer als Eingriff empfundenen menschlichen Nutzung, Ein-
druck einer ge- bis zerstörten Natur
sehr gering / 1
- Erholungseignung
Unter Einbeziehung der zuvor genannten Kriterien sind hier zusätzlich zu werten:
Großflächige bis flächendeckende Schutzgebietsausweisung /-en mit (kultur-) landschaftli-
chem Bezug, hohes Maß an Luftreinheit und Ruhe, gute bis sehr gute Freiraumausstattung
und Erschließung.
sehr hoch / 5
Bestehende, flächige bis vereinzelte freiraumbezogene Schutzgebietsausweisungen, ge-
ringe Beeinträchtigungen durch Lärm und Gerüche, durchschnittliche Ausstattung und/oder
Erschließung
mittel / 3
Fehlende oder nur geringflächige freiraumbezogene Schutzgebietsausweisungen, deutliche
Beeinträchtigungen durch Lärm und Gerüche, geringe bis fehlende Ausstattung und Erschlie-
ßung
sehr gering / 1
Gesamtwertbildung
Die Gesamtbewertung erfolgt unter dem Gesichtspunkt der freiraumbezogenen Erholung und des land-
schaftlichen Erlebniswertes als Lebensgrundlage für den Menschen. Sie wird in der oben genannten
Schrittfolge verbal-argumentativ hergeleitet.
[Quelle: THÜRINGER MINISTERIUM FÜR UMWELT UND LANDESPLANUNG; 1994]
Die Eigenart des Plangebietes selbst drückt sich zum einen durch die natürliche Erscheinung
des Reliefs und zum anderen durch die Lage am Siedlungsrand aus.
Das Erscheinungsbild ist durch das Ackerland geprägt. Sowohl im Plangebiet als auch im Um-
feld (außer Siedlungsbereich) mangelt es an Identifikationen schaffenden Strukturen oder Flä-
chen (Wertstufe
1
). Der Siedlungsbereich ist diesbezüglich hingeben als durchschnittlich zu be-
werten (Wertstufe
3
).
Die Ausstattung an Identifikationen schaffenden Strukturen oder Flächen ist innerhalb des Plan-
gebietes und seines Umfeldes unterdurchschnittlich (➔ Wertstufe 1). Die Ortslage von Kitzen
ist gut strukturiert (➔ Wertstufe
3 bis 5
).
Das Plangebiet und sein Umfeld vermitteln nicht einen Eindruck von Naturnähe/Natürlichkeit.
Die anthropogene Prägung herrscht für den Betrachter vor und ist an jeder Stelle auch für den
Laien erkennbar (➔ Wertstufe
1
).
Das Plangebiet selbst ist für den erholungssuchenden Besucher ohne Bedeutung, da sich keine
Erholungsinfrastruktur innerhalb des Plangebietes befindet. (➔ Wertstufe
1
) Auch das Umfeld
hat nur eine geringe Erholungseignung (außer Sportplatz). In der Ortslage haben die Grünflä-
chen und Gärten eine Erholungsfunktion für den Einzelnen ebenso der Sportplatz (➔ Wertstufe
3
).

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Stadt Pegau
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21
Zusammenfassend
ist festzustellen, dass das Plangebiet eine geringe Wertigkeit aus der Sicht
des Landschaftsbildes und der Erholungseignung aufweist. Das weitere Umfeld ist hingegen als
gering bis mittelwertig zu bewerten.
Auswirkungen der Planung und Erheblichkeitsabschätzung:
Eine Realisierung der Vorgaben des Bebauungsplanes ist mit einer Änderung des Landschaft-
und Ortsbildes verbunden, wobei festzustellen ist, dass aufgrund der Lage am Siedlungsrand
und der geplanten Eingrünung diese Veränderung nicht weiträumig wirken kann.
Aufgrund der Bestandsituation und den geplanten grünordnerischen Maßnahmen (Festsetzung
einer Mindestbegrünung und Eingrünung) wird eingeschätzt, dass die Realisierung der Vorga-
ben des Bebauungsplanes keine erheblichen Auswirkungen auf das Schutzgut Landschaft be-
wirkt.
2.6
Mensch
Vorbemerkung:
Das Schutzgut "Mensch, seine Gesundheit und die Bevölkerung" umfasst sämtliche Faktoren
der Umwelt, die sich auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der innerhalb des Plangebiets
oder seines Wirkungsbereichs arbeitenden und wohnenden Menschen auswirken können.
Hierzu zählen insbesondere:
-
der Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen im Sinne von § 3 Abs. 1 BlmSchG, d.h.
vor allem Immissionen, die nach Art, Ausmaß oder Dauer geeignet sind, Gefahren, erheb-
liche Nachteile oder erhebliche Belästigungen für die Allgemeinheit oder die Nachbar-
schaft herbeizuführen,
-
der Schutz vor von Bodenverunreinigungen ausgehenden Gefahren,
-
die durch den Bauleitplan erwarteten klimatischen Veränderungen, soweit sie sich auf die
Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen innerhalb des Plangebiets oder seines
Wirkungsbereichs auswirken,
-
Beeinträchtigungen bestehender und geplanter Erholungsmöglichkeiten innerhalb des
Plangebiets oder seines Wirkungsbereichs.
Bestand:
Luftverunreinigungen
Das Plangebiet liegt in einem Gebiet mäßiger Belastung mit Luftverunreinigungen (vgl. Kap.
2.4). Ein Luftreinhalteplan gibt es für die Stadt Pegau nicht.
Bodenverunreinigungen
Für das Plangebiet liegt kein Altlastenverdacht vor.
Immissionsschutz
Bedeutende Lärmquellen im Umfeld sind die Bundesautobahn A 38 im Norden in ca. 1,5 km
Entfernung und ein Sportplatz im Nordwesten in einer Entfernung von ca. 40 m. Hinzu kommen
Lärmemissionen von der S 75, welche im Süden (ca. 110 m) durch Kitzen verläuft und die S 76
in einer Entfernung von 1,5 km im Nordosten.
Klimatische Belastungen
Bei dem Plangebiet handelt es sich um ein Kaltluftentstehungsgebiet, welches keine besondere
Bedeutung für die Belüftung von Siedlungsflächen aufweist. (vgl. Kap. 2.4).

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Hochwasserschutz
Das Plangebiet befindet sich weder in einem festgesetzten noch in einem faktischen Über-
schwemmungsgebiet.
Erholung
Im Plangebiet befinden sich keine Erholungszielpunkte. Eine Erholungsinfrastruktur ist nicht vor-
handen.
Auswirkungen der Planung und Erheblichkeitsabschätzung:
Vom geplanten Vorhaben sind keine schädlichen Umwelteinwirkungen im Sinne von § 3 Abs. 1
BlmSchG, d.h. vor allem Immissionen, die nach Art, Ausmaß oder Dauer geeignet sind, Gefah-
ren, erhebliche Nachteile oder erhebliche Belästigungen für die Allgemeinheit oder die Nach-
barschaft herbeizuführen, zu erwarten.
Von Bodenverunreinigungen bzw. Kontaminationen ausgehenden Gefahren sind, nach derzei-
tigem Kenntnisstand, nicht zu erwarten - ebenso wenig wie klimatische, für die Gesundheit und
das Wohlbefinden des Menschen relevante, Veränderungen innerhalb des Plangebiets oder
seines Wirkungsbereichs.
Erhebliche Beeinträchtigung bestehender und geplanter Erholungsmöglichkeiten innerhalb des
Plangebiets oder seines Wirkungsbereichs können aufgrund der Bestandssituation ausge-
schlossen werden.
Eine
Schallimmissionsprognose
durch
das
Büro
AKIB
SACHVERSTÄNDIGEN-
UND
INGENIEURGESELLSCHAFT mbH kommt zu dem Schluss, dass die Orientierungswerte im Plange-
biet des Bauvorhabens „Bebauungsplan „Wohngebiet Dr.-Otto-Kunzmann-Straße““
in Pegau
OT Kitzen eingehalten werden.
Zusammenfassend ist festzustellen, dass erhebliche Umweltauswirkungen bzgl. des Schutzgu-
tes Mensch nicht zu erwarten sind.
2.7
Kultur- und sonstige Sachgüter
Bestand:
Kulturgüter:
Im Untersuchungsgebiet befinden sich keine Baudenkmale nach § 2 Abs. 5 a SächsDSchG.
Das Plangebiet liegt in einem archäologischen Relevanzbereich. Dies belegen archäologi-
sche Kulturdenkmale im Umfeld, die nach § 2 SächsDSchG Gegenstand des Denkmalschut-
zes sind.
o
D-56790-08 (vgl. Abb. 4): Erdwerke und Siedlungsspuren (Zeitstellung unbekannt)
o
D-56790-05 (vgl. Abb. 4): Gräber und Siedlungsspuren (Mittelneolithikum)
o
D-56790-01 (vgl. Abb. 4): historischer Ortskern (Mittelalter)
o
D-56790-12 (vgl. Abb. 4): Siedlung, Gräber (Vorgeschichte) und Siedlungsspuren (Zeit-
stellung unbekannt) [Quelle: Information des Landesamtes für Archäologie; vom 25.02.2019.]

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Abb. 3:
Lage archäologischer Denkmale im Umfeld des Plangebietes.
[Landesamtes für Archäologie; 25.02.2019]
Sachgüter
1
:
Die im Plangebiet befindliche Straße ist ein Sachgut im Sinne der Definition.
Auswirkungen der Planung und Erheblichkeitsabschätzung:
Kulturgüter:
Da das Plangebiet in einem archäologischen Relevanzbereich liegt, ist vor Beginn der Bauar-
beiten eine denkmalschutzrechtliche Genehmigung einzuholen. Ggf. sind vor Beginn der Bau-
arbeiten archäologische Untersuchungen durchzuführen. Nur unter dieser Voraussetzung kön-
nen erhebliche Auswirkungen auf Kulturgüter ausgeschlossen werden.
Sachgüter:
Der Fortbestand der Straße wird im Bebauungsplan planungsrechtlich gesichert.
Erhebliche Auswirkungen auf Sachgüter können ausgeschlossen werden.
2.8
Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Schutzgütern und Belangen
Die größten Auswirkungen des Bauvorhabens sind bei den Schutzgütern Boden und Wasser
sowie bei den Schutzgütern Tiere / Pflanzen und deren Lebensraumfunktionen zu erwarten.
Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Schutzgütern können insbesondere auf die bauli-
che Inanspruchnahme derzeit nicht bebauter Böden zurückgeführt werden. Der Verlust einzel-
ner Bodenfunktionen auf diesen Flächen wirkt sich auf andere Schutzgüter aus. So lassen sich
die Auswirkungen auf die Schutzgüter Wasser sowie Tiere und Pflanzen auf die Bodenbean-
spruchung zurückführen.
1
Definition:
Sachgüter sind alle natürlichen oder vom Menschen geschaffenen Güter, die für den Einzelnen, die
Gesellschaft insgesamt oder Teile davon von materieller Bedeutung sind. [SCHRÖDER et al.; 2004
in BUNZEL; 2005]

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Aufgrund der in den Kapiteln 2.1 bis 2.7 dargelegten Bestandssituation, Vorbelastungen und
Planungsauswirkungen und bei Berücksichtigung der in der artenschutzrechtlichen Betroffen-
heitsabschätzung formulierten Vermeidungsmaßnahmen, wird eingeschätzt, dass bei Durch-
führung der Planung keine erheblichen Auswirkungen bezüglich der Wechselwirkungen zwi-
schen den einzelnen Schutzgütern und Umweltbelangen zu erwarten sind.
Aufgrund der Lage und der Umgebung des Plangebiets kann darüber hinaus eingeschätzt wer-
den, dass bei Durchführung der Planung erhebliche Auswirkungen auf Wechselwirkungen zwi-
schen räumlich benachbarten bzw. getrennten Ökosystemen ausgeschlossen werden können.
2.9
Vermeidung von Emissionen sowie der sachgerechte Umgang mit Abfällen und
Abwässern
Emissionen während der Bauphase
Mit der Realisierung der Planung kommt es in der Bauphase zu zeitlich begrenzten Belastungen
durch Baustellenverkehr und -betrieb in Form von Geräuschemissionen sowie verstärkte Staub-
entwicklung bei anhaltend trockener Witterung. Diese Beeinträchtigungen können durch die
Festlegung von Arbeitszeiten, den Einsatz moderner, geräusch- und emissionsarmer Maschi-
nen und Geräte sowie bei Bedarf durch die Benetzung von Bauflächen mit Wasser bis unter die
Erheblichkeitsschwelle minimiert werden.
Luftschadstoffe
Von dem Wohngebiet ist mit den üblichen Emissionen in Form von Lärm-, Licht- und Heizemis-
sionen zu rechnen. Unter Zugrundelegung der gültigen Wärmedämmstandards und moderner
Heizanlagen sind, bei Berücksichtigung der Vorgaben der 1. BImSchV, keine erheblichen Um-
weltauswirkungen zu erwarten.
Abfälle, Abwässer
Das Plangebiet ist derzeit unbebaut und ein Altlastenverdacht liegt nicht vor. Bodenmaterial,
welches bei Baumaßnahmen anfällt, ist gemäß § 7 Abs. 2 KrWG zu verwerten. Die Verwertung
hat Vorrang vor der Beseitigung.
Abfälle und Abwässer, welche im Rahmen der Nutzung anfallen, werden gemäß den gültigen
Standards ordnungsgemäß entsorgt.
Aufstellung von Luft-Wärmepumpen und/oder Klima-, Kühl- oder Lüftungsgeräten
Zur Vermeidung von schalltechnischen Konflikten wird auf den „LAI
- Leitfadens für die Verbes-
serung des Schutzes gegen Lärm bei stationären Geräten", (Stand: 28.08.2013, aktualisiert
durch Beschluss der 139. LAI-Sitzung vom 24.03.2020) verwiesen.
[Im Detail siehe:
https://www.lai-immissionsschutz.de/documents/leitfaden_verbesserung_schutz_gegen_laerm_bei_stat_gera-
ete_1588594414.pdf]
Blendungen durch Solarkollektoren
Durch Solarkollektoren kann es zu schädlichen Umwelteinwirkungen (Blendungen) im Sinne
BImSchG kommen. Sind entsprechende Umwelteinwirkungen zu befürchten, können diese
durch die Verwendung von Modulen mit einer matten Oberfläche gemindert werden.
2.10
Nutzung erneuerbarer Energien sowie sparsame und effiziente Nutzung von
Energie
Gemäß § 1 Abs. 6 Nr. 7f BauGB ist bei der Aufstellung von Bauleitplänen die Nutzung erneuer-
barer Energien sowie die sparsame und effiziente Nutzung von Energien zu berücksichtigen.
Mit dem am 30.07.2011 in Kraft getretenen Gesetz zur Förderung des Klimaschutzes bei der
Entwicklung in den Städten und Gemeinden (BGBl. I S.1509) wurde das Baugesetzbuch zudem

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unter dem Aspekt des Klimaschutzes und des Einsatzes erneuerbarer Energien, der Energieef-
fizienz und der Energieeinsparung geändert und ergänzt. Weiterhin kann auf die speziellen
energiefachrechtlichen Regelungen mit ihren Verpflichtungen zur Errichtung und Nutzung be-
stimmter erneuerbarer Energien verwiesen werden, die bei der Bauplanung und Bauausführung
zu beachten und einzuhalten sind. Nach § 3 Abs. 1 Erneuerbare-EnergienWärme-Gesetz (EE-
WärmeG) werden die Eigentümer von Gebäuden dazu verpflichtet, den Wärmeenergiebedarf
des Gebäudes durch die anteilige Nutzung von erneuerbaren Energien zu decken. Im Zuge der
Energieeinsparverordnung (EnEV) ist zudem sicherzustellen, dass bei der Errichtung und we-
sentlichen Änderung von Gebäuden ein bestimmter Standard an Maßnahmen zur Begrenzung
des Energieverbrauchs von Gebäuden einzuhalten ist.
Aufgrund der Größe und der Ausrichtung des Baufeldes ermöglicht der Bebauungsplan eine
optimale Ausrichtung der Gebäude zur Nutzung von Solarenergie und für die Besonnung von
Innenräumen. Dem dient auch, dass die Standorte der zu pflanzenden Bäume frei gewählt wer-
den können, so dass Konflikte durch Beschattung vermieden werden können.
Zusammenfassend wird es für zulässig erachtet, hinsichtlich der Nutzung von erneuerbaren
Energien sowie der Energieeinsparung keine weitergehenden Vorgaben in den Bebauungsplan
aufzunehmen, sondern vielmehr auf die bestehenden und zudem stetig fortentwickelten gesetz-
lichen Regelungen in ihrer jeweils gültigen Fassung zu verweisen.
2.11
Auswirkungen aufgrund der Anfälligkeit für Unfälle oder Katastrophen
Gemäß § 1 Abs. 6 Nr. 7 Buchst. j BauGB sind, unbeschadet des § 50 Satz 1 des BImSchG, die
Auswirkungen, die aufgrund der Anfälligkeit der zulässigen Vorhaben für schwere Unfälle oder
Katastrophen auf die Belange nach § 1 Abs. 6 Nr. 7 Buchst. a bis d und i BauGB zu erwarten
sind, bei der Aufstellung der Bauleitpläne zu berücksichtigen.
Exkurs:
Gegenstand der Betrachtungen
sind dabei grundsätzlich ausschließlich (vgl. Gesetzentwurf der Bundesregie-
rung zum BauGB 2017, S. 40)
Vorhaben,
o
für die nach dem Bebauungsplan eine Zulässigkeit ge geben ist und
o
die nach gegenwärtigem Wissensstand hinsichtlich derjenigen Merkmale, die für die Bestim-
mung der Relevanz von Unfall- oder Katastrophenereignissen von Bedeutung sind, hinreichend
konkretisiert sind, sowie
Unfall- oder Katastrophenereignisse,
o
die aufgrund der Anfälligkeit des jeweiligen Vorhabens für schwere Unfälle und/oder Katastro-
phen zu erwarten und deshalb für das betroffene Vorhaben von Bedeutung sind, wobei
o
für die Bestimmung der Relevanz von Unfall- und Katastrophenereignissen sowohl ihre Wahr-
scheinlichkeit als auch das mit ihnen verbundene Schadensausmaß zu berücksichtigen sind,
Auswirkungen, die
o
bei relevanten Unfall- oder Katastrophenereignissen
o
von dem jeweiligen Vorhaben selbst hervorgerufen werden können.
Für schwere Unfälle
,
die als vorhabeninterne Ereignisse von dem Vorhaben selbst hervorgerufen werden können,
bei denen die Eintritts-Wahrscheinlichkeit nicht so gering ist, dass mit ihrem Eintreten nicht gerechnet
werden muss, und
bei denen erhebliche Auswirkungen auf die genannten Belange zu erwarten oder nicht auszuschlie-
ßen sind,
ist zu ermitteln und darzulegen, welche erheblichen Umweltauswirkungen zu erwarten oder nicht auszuschließen
sind.
Hinsichtlich schwerer Unfälle im Sinne der Seveso-III-Richtlinie bzw. der StörfallVO des Bundes werden hier
zusätzlich die Auswirkungen in den Blick genommen, die von außerhalb des Plangebietes gelegenen Betriebs-
bereichen von Störfallbetrieben auf schutzbedürftig e Nutzungen einwirken können.

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26
Für Katastrophen
,
die als vorhabenexterne Ereignisse von außen auf das jeweilige Vorhaben einwirken können,
bei denen die Eintritts-Wahrscheinlichkeit nicht so gering ist, dass mit dem Eintreten nicht gerechnet
werden muss,
für die das jeweilige Vorhaben anfällig ist und
deren Einwirken auf das jeweilige Vorhaben bewirkt, dass von ihm erhebliche Auswirkungen auf die
genannten Belange zu erwarten oder nicht auszuschließen sind,
ist zu ermitteln und darzulegen, welche erheblichen Umweltauswirkungen zu erwarten oder nicht auszuschließen
sind.
An Katastrophenereignissen sind von den grundsätzlich denkbaren Fällen
z.B. Erdbeben, Anstieg des Mee-
resspiegels, Überschwemmungen; vgl. UVP-ÄndRL, S. 2, Erwägungsgrund (15)
für die Stadt Pegau in die-
sem Zusammenhang nach ausreichendem Ermessen nur Hochwassersituationen bzw. Überflutungen nach
Starkregen bedeutsam und daher auch nur diese zu betrachten.
[Quelle: FRENK, J.; Stadtplanungsamt Leipzig, Bauleitplanungs-Handbuch Teil II, Mustergliederung in der Fassung
vom 09.06.2020; geringfügig verändert - angepasst]
Eingeschätzt wird, dass bei Planrealisierung
keine erheblichen
Umweltauswirkungen aufgrund
einer Anfälligkeit für Unfälle oder Katastrophen zu erwarten sind.
Anhaltspunkte dafür, dass derartige Auswirkungen zu erwarten sind, liegen nicht vor. Die in dem
Bebauungsplan festgesetzten Baugebiete liegen weder in einem Überschwemmungsgebiet
noch in einem Bereich, der in der Vergangenheit von Überflutungen betroffen war bzw. für den
es Hinweise auf eine derartige Gefährdung gibt.
Die nach dem Bebauungsplan zulässigen Vorhaben weisen keine besondere Anfälligkeit für
schwere Unfälle oder Katastrophen im Sinne des § 1 Abs. 6 Nr. 7 Buchst. j BauGB auf.

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3. EINGRIFFSREGELUNG NACH DEM BUNDESNATURSCHUTZGESETZ
Der Bebauungsplan
„Wohngebiet Dr.-Otto-Kunzmannstraße“
der Stadt
Pegau wird im beschleu-
nigten Verfahren nach § 13a BauGB aufgestellt.
Gemäß § 13a Abs. 2 Nr. 4 BauGB gelten im beschleunigten Verfahren
„… in den Fällen des Absatz 1 Satz 2 Nr. 1 (Gesamtgrundfläche kleiner 2 ha; so im vorliegenden
Fall) Eingriffe, die auf Grund der Aufstellung des Bebauungsplanes zu erwarten sind, als im
Sinne des § 1a Abs. 3 Satz 5 vor der planerischen Entscheidung erfolg
t oder zulässig.“
§ 1a Abs. 3 Satz 5:
Ein Ausgleich ist nicht erforderlich, soweit die Eingriffe bereits vor der planerischen
Entscheidung erfolgt sind oder zulässig waren.“
Für den Bebauungsplan
„Wohngebiet
Dr.-Otto-Kunzmannstraße“ bedeutet Vorgenanntes,
dass sich für die Realisierung des Planvorhabens kein Ausgleichserfordernis ableiten lässt.
Festsetzungen im Bebauungsplan dürfen daher weder rechtlich noch fachlich die Qualität von
„Ausgleichsmaßnahmen“ im Sinne der
Eingriffsregelung annehmen [SCHRÖDER et. al; 2019].
§ 18 Abs. 1 BNatSchG definiert: „Eingriffe in Natur und Landschaft“ als „Veränderungen der
Gestalt oder Nutzung von Grundflächen oder Veränderungen des mit der belebten Boden-
schicht in Verbindung stehenden Grundwasserspiegels, die die Leistungs- und Funktionsfähig-
keit des Naturhaushalts oder das Landschaftsbild erheblich beeinträchtigen können.“ Bei der
Feststellung, ob eine Planung oder eine Maßnahme zu einem Eingriff führt, ist die planungs-
rechtliche Qualität der Fläche nicht von Bedeutung: Eine Verschlechterung der Leistungsfähig-
keit des Naturhaushaltes kann sowohl bei der Inanspruchnahme von Außenbereichsflächen als
auch von Flächen im so genannten Innenbereich auftreten [SCHWIER; 2002]. Dieser Grundsatz
gilt nunmehr auch für Bebauungspläne der Innenentwicklung.
Die Gemeinde ist somit nicht von der Pflicht zur Ermittlung der tatsächlichen Beeinträchtigung
freigestellt. Auch ist die Prüfung der Vermeidungsmöglichkeit auf den vollen Umfang der Beein-
trächtigung zu erstrecken.
Lediglich das Ausgleichserfordernis wird durch § 1a Abs. 3 Satz
5 BauGB modifiziert.
[vgl. BUNZEL; 1999]
Mit der Darlegung der Umweltbelange wird dem vorbenannten Anspruch Rechnung getragen.

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4. GEPLANTE MAßNAHMEN ZUR VERMEIDUNG, ZUR VERMINDERUNG UND ZUM
AUSGLEICH DER NACHTEILIGEN UMWELTAUSWIRKUNGEN
4.1
Grünordnerische Festsetzungen
Nachfolgende grünordnerische Maßnahmen werden als Festsetzungen in den Bebauungsplan
übernommen:
Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Boden, Natur und Land-
schaft (§ 9 Abs.1 Nr. 20 BauGB)
Maßnahme 1 (M 1)
Ziel:
Versiegelungsbeschränkung
Planungsrechtliche Grundlage:
§ 9 Abs. 1 Nr. 20 BauGB
Festsetzung:
Die Befestigung von Stellplätzen, Wegen und Plätzen ist so auszuführen, dass das auf den
jeweiligen Flächen anfallende Niederschlagswasser weitestgehend innerhalb dieser Flächen
oder an deren Rand versickern kann.
Befestigungen wie Betonunterbau, Fugenverguss, Asphaltierungen und Betonierungen sind un-
zulässig, soweit sie nicht zur Herstellung der Verkehrssicherheit erforderlich sind.
Begründung:
Die Festsetzung dient der Eingriffsvermeidung.
Um natürliche Versickerungsvorgänge nicht vollkommen zu unterbinden, zur Erhöhung der
Grundwasserneubildung und zur Entlastung von Abwassersystemen sind Stellflächen, Wege
und Plätze so zu befestigen, dass das auf diesen Flächen anfallende Niederschlagswasser dort
oder am Rand weitestgehend versickern kann. Bauweisen, welche eine Versickerung von Nie-
derschlagswasser zulassen sind beispielsweise: Pflasterflächen, Rasengittersteine, Ökopflas-
ter, Dränpflaster, Schotterrasen und wassergebundene Decken.
Eine darüber hinausgehende stärkere Versiegelung ist nur zulässig, wenn dies nutzungsbedingt
aus Gründen der Verkehrssicherheit unumgänglich ist.
Maßnahme 2 (M 2)
Ziel:
Verbot von
„Schottergärten“
Planungsrechtliche Grundlage:
§ 9 Abs. 1 Nr. 20 BauGB i.V.m. § 89 SächsBO
Mit Steinen, Kies, Schotter oder sonstigen vergleichbaren losen Materialschüttungen bedeckte
Flächen mit einer Größe von über 10 m² (Schottergärten), auf denen Gräser und Kräuter einen
flächigen Deckungsgrad von weniger als 70 % erreichen, sind unzulässig.
Ausgenommen sind Flächen, welche der Erschließung oder der Zugängigkeit baulicher Anlagen
dienen und Flächen im Traufbereich der Gebäude bis maximal 0,5 m Breite.
Begründung:
Die Regelung dient der Eingriffsvermeidung. Ziel ist es, das Anlegen von sogenannt
en „Schot-
tergärten“ auf den Grundstücken zu verhindern. Die Festsetzung wi rd getroffen, da sich die
Bestimmungen des § 8 Abs. 1 SächsBO, nur auf nicht überbaute Flächen der bebauten Grund-
stücke beziehen. Grundsätzlich ist aber davon auszugehen, dass es sich bei den Schottergar-
tenflächen um überbaute Flächen handelt. Mit der Festsetzung soll die Intention des § 8 Abs. 1
SächsBO aufgenommen werden.

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29
Ziel ist die Vermeidung der negativen Auswirkungen von Schottergärten auf das Mikroklima
(Überwärmung), auf den Boden und Fläche (Überbauung) sowie auf die biologische Vielfalt, auf
Pflanzen und Tiere (Lebensraumverlust, Verhinderung von Biotopverbunden).
Mit der Einschränkung, dass Flächen bis 10 m² nicht unter das Verbot fallen, sollen kleinere aus
gestalterischen und/oder funktionalen Gründen anzulegende „Schotterflächen“ wie sie bei-
spielsweise im Bereich von Grillplätzen, Terrassen oder Pools häufig angelegt werden, zulässig
sein, da von solchen kleinen Flächen nicht im erheblichen Maß die vorbenannten negativen
Auswirklungen zu erwarten sind.
Mit der Regelung, dass Flächen auf denen Gräser und Kräuter einen flächigen Deckungsgrad
von mehr als 70 % erreichen, nicht unter das Verbot fallen, werden klassische Steingärten er-
möglicht. Wobei die Bezeichn
ung „flächiger Deckungsgrad“ klarstellen soll, dass der Mindest-
bedeckungsgrad auf der gesamten Fläche erreicht werden muss.
Dabei wird auch klargestellt, dass es sich explizit um Gräser und Kräuter handeln muss - eine
Überschrimung mit Gehölzen (etwa einem Baum) genügt nicht.
Maßnahmen zum Anpflanzen von Bäumen und Sträuchern und sonstige Anpflanzungen
(§9 (1) Nr. 25 a BauGB)
Maßnahme 3 (M 3)
Ziel:
Begrünung
Planungsrechtliche Grundlage:
§ 9 Abs. 1 Nr. 25a BauGB
Festsetzung:
Je angefangene 250 m² Baugrundstücksfläche, außerhalb der privaten Grünfläche, ist mindes-
tens ein mittel- oder großkroniger Laubbaum (Stammumfang mindestens 14 - 16 cm) oder ein
halb- oder hochstämmiger Obstbaum (Stammumfang mindestens 6 - 8 cm) zu pflanzen. Wei-
terhin sind 5 % der Baugrundstücksfläche mit Sträuchern zu bepflanzen (Pflanzdichte 4 Stück
je 10 m²; Höhe des Pflanzgutes 60 bis 100 cm). Abgänge sind zu ersetzen.
Begründung:
Die Festsetzung dient der Eingriffsminimierung. Neben den positiven Auswirkungen der begrün-
ten Flächen auf das Mikroklima und dem Erhalt der Bodenfunktionen auf diesen Flächen dient
diese Festsetzung auch der Förderung von Flora und Fauna und ermöglicht einen, wenn auch
eingeschränkten, Biotopverbund zwischen den Grünstrukturen innerhalb und außerhalb des
Plangebietes.
Weiterhin dient diese Festsetzung der Integration des Baugebietes in die angrenzende Sied-
lungsstruktur.
Um vorbenannte Zielsetzung opimal zu erreichen, wurde die Verwendung von Laubbäumen
bzw. Obstbäumen festgesetzt. Wobei bei den Laubbäumen standortheimische und standortge-
rechtete Arten, welche darüber hinaus gut die Folgen des Klimawandels tolerieren können, ge-
wählt werden sollten.
Auswahl besonders geeigneter Laubbaumarten für das Plangebiet:
Acer campestre
-
Feldahorn
(mk)
Acer platanoides
-
Spitzahorn
(gk)
Acer pseudoplatanus
-
Bergahorn
(gk)
Carpinus betulus
-
Hainbuche
(mk - gk)
Prunus avium
-
Vogelkirsche
(mk)
Pyrus pyraster
-
Wildbirne
(mk)
Quercus petraea
-
Traubeneiche
(gk)
Quercus robur
-
Stieleiche
(gk)
Tilia cordata
-
Winterlinde
(gk)
Ulmus minor
-
Feldulme
(gk)

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Abkürzungen:
mk
mittelkronig
gk
großkronig
Besonders geeignete Obstsorten sind [Quelle: SMUL; 2003]:
Apfelsorten:
Altländer Pfannkuchenapfel
Auralia
Bittenfelder
Blenheim
Bohnapfel
Brettacher
Carola
Coulon - Renette
Dülmener Rosenapfel
Finkenwerder Herbstprinz
Fischer
Geflammter Kardinal
Glockenapfel
Grahams Jubiläumsapfel
Halberstädter Junfernapfel
Helios
Jakob
Kaiser Wilhelm
Krügers Dickstiel
Lunower
Maunzen
Melrose
Minister von Hammerstein
Piros
Prinz Albrecht von Preußen
Prinzenapfel
Reka
Relinda
Retina
Rheinischer Krummstiel
Riesenboiken
Rote Sternrenette
Roter Eiserapfel
Roter Gravensteiner
Schöner von Herrnhut
Schöner von Nordhausen
Winterrambour
Zabergäu-Renette
Birnensorten:
Armida
Bunte Julibirne
Clairgeau
Eckehard
Gute Graue
Köstliche von Charneu
Lucius
Marianne
Paris
Pastorenbirne
Petersbirne
Phillipsbirne
Pitmaston
Poiteau
Thimo
Triumph von Vienne
Süßkirschen:
Altenburger Melonenkirsche
Bianca
Büttners Rote Knorpel
Dönissens Gelbe
Drogans Gelbe Knorpel
Durone de Vignola
Fromms Herz
Kassins Frühe
Namara
Teickners Schwarze Herzkirsche
Türkine Namosa
Klargestellt wird: Halbstämme sind Obstbäume mit einem Kronenansatz von 100 cm bis 160
cm. Hochstämme sind Obstbäume mit einem Kronenansatz von mindestens 160 cm bis 180
cm.

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Maßnahme 4 (M 4)
Ziel:
Pflanzmaßnahmen in festgesetzten privaten Grün-
flächen
Planungsrechtliche Grundlage:
§ 9 Abs. 1 Nr. 25a BauGB
Festsetzung:
Auf der mit M 4 gekennzeichneten privaten Grünfläche sind je angefangene 150 m² mindestens
ein mittel- oder großkroniger, Laubbaum (Stammumfang mindestens 14 - 16 cm) oder ein halb-
oder hochstämmiger Obstbaum (Stammumfang mindestens 6 - 8 cm) zu pflanzen.
Weiterhin sind 10 % der Grünfläche mit Sträuchern zu bepflanzen (Pflanzdichte 4 Stück je 10
m²; Höhe des Pflanzgutes 60 bis 100 cm). Abgänge sind zu ersetzen.
Begründung:
Die geplante Maßnahme dient der Eingriffsminimierung. Ziel der Pflanzung ist eine Eingrünung
des Siedlungsrandes, die Schaffung eines Lebensraumes für Tiere und Pflanzen sowie von
Biotopverbunden und eines Puffers zwischen Siedlungsbereich und der freien Landschaft.
Um vorbenanntes Ziel zu erreichen, wurde eine höhere Pflanzdichte gegenüber der Pflanzdichte
auf der Baugebietsfläche (vgl. Maßnahme 3) festgesetzt.
Neben der Bedeutung der Gehölzpflanzung für das Landschaftsbild erfüllt sie auch ökologische
Funktionen (Lebensraum, Nahrungsquelle etc.) und wirkt sich günstig auf das Mikroklima
(Staubbindung, Beschattung) aus. Sie fördert damit auch die Erholungsfunktion der privaten
Grünfläche (Hausgärten).
Eine Auflistung besonders geeigneter standortheimischer Laubbäume findet sich in der Begrün-
dung zur Maßnahme 3. Alternativ können halb- oder hochstämmige Obstbäume gepflanzt wer-
den, da auch diese die angestrebten Funktionen erfüllen können. Eine Auflistung besonders
geeigneter Obstsorten findet sich in der Begründung zur Maßnahme 2.
Klargestellt wird: Halbstämme sind Obstbäume mit einem Kronenansatz von 100 cm bis 160
cm. Hochstämme sind Obstbäume mit einem Kronenansatz von mindestens 160 cm bis 180
cm.
Die festgesetzte Mindestgröße für die Pflanzungen soll sicherstellen, dass die vorbenannten
Ziele schnell erreicht werden und die Pflanzungen auf der Grünfläche möglichst schnell anwach-
sen.
4.2
Grünordnerische Hinweise
Grenzabstände für Bäume und Sträucher
Bei allen Gehölzpflanzungen sind die im Sächsischen Nachbarrechtsgesetz (SächsNRG) fest-
gelegten Grenzabstände für Bäume und Sträucher einzuhalten, sofern zwischen den Nachbarn
keine abweichende Vereinbarung (nach § 3 SächsNRG) getroffen wurde.
Abstände gemäß § 9 SächsNRG: Pflanzungen innerhalb von Ortschaften müssen mind. 0,5 m
und bei Gehölzen mit einer Höhe von über 2 m mind. 2 m entfernt von der Grundstücksgrenze
erfolgen.
Abstände gemäß § 10 SächsNRG: Ist das Grundstück des Nachbarn landwirtschaftlich genutzt,
ist zu diesem mindestens ein Abstand von 0,75 m oder, falls die Bäume, Sträucher oder Hecken
über 2 m hoch sind, ein Abstand von mindestens 3 m einzuhalten, wenn der Schattenwurf die
wirtschaftliche Bestimmung des Grundstücks erheblich beeinträchtigen würde.

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Bodenschutz
Bodenmaterial, welches bei Baumaßnahmen anfällt, ist gemäß § 7 Abs. 2 KrWG zu verwerten.
Die Verwertung hat Vorrang vor der Beseitigung. Ergeben sich im Zuge der weiteren Planung,
Bauvorbereitung und -ausführung Hinweise auf schädliche Bodenveränderungen oder / und Alt-
lasten (z.B. altlastenrelevante Sachverhalte wie organoleptische Auffälligkeiten, Abfall) besteht
für den Grundstückseigentümer und Inhaber der tatsächlichen Gewalt über das Grundstück die
Pflicht, diese unverzüglich der zuständigen Behörde (Umweltamt) mitzuteilen.
Erhalt und Pflege der Pflanzung
Sämtliche Pflanzungen sind vom Grundstückseigentümer im Wuchs zu fördern, zu pflegen und
vor Zerstörung zu schützen. Alle ausgefallenen Gehölze sind, insoweit es die Standortverhält-
nisse zulassen, auf Kosten des Grundstückseigentümers zu ersetzen.
Fertigstellung der Grünflächen (§ 178 BauGB)
Die Fertigstellung der Bepflanzung der einzelnen Baugrundstücke muss spätestens 24 Monate
nach Bezug der Wohngebäude abgeschlossen sein.
4.3
Vorgaben des Artenschutzes - Maßnahmen zur Vermeidung und zur Sicherung
der kontinuierlichen ökologischen Funktionalität
Im Ergebnis der Darlegungen im Kap. 2.1.1 ergeben sich die nachfolgend aufgeführten arten-
schutzrechtlichen Vorgaben, welche der Artenschutzrechtliche Betroffenheitsabschätzung
(BÜRO FÜR LANDSCHAFTSARCHITEKTUR, 12.03.2021) entnommen wurden.
artenschutzrechtliche Vorgabe 1 (V 1):
Bei einer Änderung der Flächennutzung oder der Lebensraumausstattung, insbesondere bei
einem erheblich verzögerten Baubeginn (5 Jahre nach Erstellung der Betroffenheitsabschät-
zung), ist im Vorfeld einer Bebauung eine erneute artenschutzrechtliche Betroffenheitsabschät-
zung erforderlich. Eine veränderte Lebensraumausstattung ist beispielsweise insbesondere
dann gegeben, wenn die ackerbauliche Nutzung der Fläche aufgegeben wird und diese Fläche
brach fällt.
artenschutzrechtliche Vorgabe 2 (V 2):
Eine Baufeldfreimachung muss außerhalb der Brutzeit, welche von Anfang April bis Anfang Au-
gust dauert, erfolgen. D.h. außerhalb der Brutzeit müssen die potentiell zur Brutzeit nutzbaren
Strukturen (v.a. krautige Vegetation) entfernt werden.
Können die Beschränkungen zur Bauzeit nicht eingehalten werden, ist alternativ V 3 durchzu-
führen.
Wird die Fläche ackerbaulich genutzt, ist es auch möglich, unmittelbar nach Aberntung der Flä-
chen mit dem Bau zu beginnen (auch wenn die Brutzeit dann noch nicht zu Ende ist).
artenschutzrechtliche Vorgabe 3 (V 3)(alternativ zu V 2):
Zeitnah zur Baufeldfreimachung, ist eine Begehung zur Feststellung des Brutvogelvorkommens
innerhalb des entsprechenden Bereiches notwendig.
Ist im Ergebnis der Untersuchungen festzustellen, dass das Schädigungs- bzw. Störungsverbot
eintreten könnte, so ist zu prüfen ob:
die ökologische Funktion der von dem Eingriff oder Vorhaben betroffenen Fortpflanzungs-
oder Ruhestätten im räumlichen Zusammenhang gewahrt wird und
ob die Störung zu keiner Verschlechterung des Erhaltungszustandes der lokalen Population
führt.

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Ist dies der Fall, dann ist weder das Schädigungsverbot nach § 44 Abs. 1 Nr. 1 und 3 i.V.m.
Abs. 5 BNatSchG noch das Störungsverbot nach § 44 Abs. 1 Nr. 2 i.V.m. Abs. 5 BNatSchG
erfüllt und es kann innerhalb der Brutzeit gebaut werden.
Treten das Schädigungsverbot und / oder das Störungsverbot ein, sind die naturschutzfachli-
chen Voraussetzungen für eine ausnahmsweise Zulassung des Vorhabens nach § 45 Abs. 7
BNatSchG zu prüfen oder alternativ muss mit der Baufeldfreimachung bis zum Ende der Brutzeit
gewartet werden.
Die Vorgaben des Artenschutzes leiten sich aus den Regelungen des § 44 BNatSchG ab. Es
handelt sich dabei um Vorgaben, welche auch ohne Regelung im Bebauungsplan
zwingend zu
beachten und einer Abwägung nicht zugänglich sind.
4.4
Weitere Maßnahmen zur Vermeidung und Verminderung nachteiliger Umweltaus-
wirkungen
Vermeidungs- und Minimierungsmaßnahmen:
Die Grundflächenzahl wird im Bebauungsplan auf 0,3 begrenzt und bleibt damit unter der
durch die BauNVO zulässigen Obergrenze von 0,4. Weiterhin wird eine Überschreitung der
zulässigen Grundfläche im Sinne des § 19 Abs. 4 BauNVO im Gesamtgebiet ausgeschlos-
sen. Durch diese Regelungen mindert sich die maximal überbaubare Grundfläche um 1.964
m².
Da das Plangebiet in einem archäologischen Relevanzbereich liegt, ist vor Beginn der Bau-
arbeiten eine denkmalschutzrechtliche Genehmigung einzuholen. Ggf. sind vor Beginn der
Bauarbeiten archäologische Untersuchungen durchzuführen.

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5. ANDERWEITIGE PLANUNGSMÖGLICHKEITEN
In Betracht kommende anderweitige Planungsmöglichkeiten, mit denen die Zielsetzung des Be-
bauungsplanes erfüllt werden können, bestehen nicht.
6. ALLGEMEINVERSTÄNDLICHE ZUSAMMENFASSUNG
Das Kapitel Umweltbelange umfasst die Ermittlung und Bewertung der umweltrelevanten Aus-
wirkungen des durch die Aufstellung des Bebauungsplanes planerisch vorbereiteten Vorha-
bens.
Dabei wurden die Bestandsituation der Schutzgüter Pflanzen- und Tierwelt, biologische Vielfalt,
Boden, Wasser, Klima / Luft, Landschaft, Mensch, Kultur- und Sachgüter sowie die Wechsel-
wirkungen zwischen den einzelnen Schutzgütern dargelegt und die Auswirkungen des Planvor-
habens abgeschätzt.
Weiterhin wurden Ausführungen zur Vermeidung von Emissionen sowie zum sachgerechten
Umgang mit Abfällen und Abwässern, zur erneuerbaren Energien sowie zur sparsamen und
effizienten Nutzung von Energie und zu möglichen Auswirkungen aufgrund der Anfälligkeit für
Unfälle oder Katastrophen in die Darlegung der Umweltbelange mit aufgenommen.
Ergebnisse: Aufgrund der Bestandssituation und der geplanten Flächenausnutzung ist davon
auszugehen, dass die Realisierung der Vorgaben des Bebauungsplanes mit negativen Umwelt-
auswirkungen verbunden sein wird. Aufgrund der Bestandsituation, der Vorbelastungen, der
geringen Dimension des Vorhabens und der geplanten Durch- und Eingrünungsmaßnahme wird
jedoch prognostiziert, dass diese Umweltauswirkungen nicht die Schwelle zur Erheblichkeit
überschreiten. Voraussetzung ist, dass die im Kapitel 4. zusammenfassend aufgeführten Maß-
nahmen zur Vermeidung und zur Verminderung, sowie die Maßnahmen, welche sich aus den
Anforderungen des Artenschutzes ableiten, realisiert werden.
Da der
Bebauungsplan
„Wohngebiet Dr.-Otto-Kunzmannstraße“
der
Stadt Pegau über § 13b
BauGB im beschleunigten Verfahren nach § 13a BauGB aufgestellt wird und die überbaubare
Grundstücksfläche kleiner 20.000 m² ist, sind weiterführende Ausgleichsmaßnahmen nicht
erforderlich (§ 13a Abs. 2 Nr. 4 BauGB in Verbindung mit § 1a Abs. 3 Satz 5 BauGB).

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Stadtplanung . Regionalentwicklung . Landschaftsökologie
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ungsplan „Wohngebiet
Dr.-Otto-Kunzmannstraße“
der Stadt Pegau;
Stand, 12.03.2021
AKIB SACHVERSTÄNDIGEN- UND INGENIEURGESELLSCHAFT MBH:
Schallimmissionsprognose Bebauungsplan „Wohngebiet
Dr.-Otto-
Kunzmann-Straße“ Dr.-Otto-Kunzmann-Straße, Pegau OT Kitzen; Stand, 15.01.2021.

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Anlage 2 - Fotodokumentation
Bild 1: Blick entlang der westlichen Plangebietsgrenze von Süd nach Nord. (18.03.2020)
Bild 2: Blick entlang der westlichen Plangebietsgrenze von Nord nach Süd. (18.03.2020)

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Bild 3: Blick über das Plangebiet von West nach Ost. (18.03.2020)

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