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Dein Leben!
Deine Entscheidungen?
Now
RIGHT
Das geht,
wenn du
noch keine
18 bist.

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Inhalt
Liebe Jugendliche,
ihr wollt wissen, was ihr schon allein entschei-
den dürft, bevor ihr 18 seid? Dann habt ihr
schon selbst eine richtige Entscheidung ge-
troffen und euch dieses Heft genommen. Hier
erfahrt ihr, was ihr alles schon selbst und ohne
eure Eltern tun dürft und wofür ihr noch deren
Einverständnis benötigt. Darf ich mit meinen
Freunden in den Film gehen, von dem alle re-
den? Gibt es Regelungen, wie lange ich auf Par-
tys darf? Ab wann kann ich jobben gehen? Wel-
che Besonderheiten gelten für die Nutzung von
Handy und Internet? Was gilt es bei Verträgen
zu beachten? Dieses Heft gibt euch Antworten
und noch viele weitere Hinweise. Denn wenn ihr
älter werdet, gibt es zwar mehr Möglichkeiten,
aber auch mehr zu beachten.
Anregungen zum Heft, insbesondere ob die
Dinge enthalten sind, die euch interessieren
oder vielleicht etwas fehlt, sind gern willkom-
men. Übrigens ist das Heft auch online abrufbar
unter
http://publikationen.sachsen.de
.
Dresden, im August 2019
Vorwort
Sebastian Gemkow
Sächsischer Staatsminister der Justiz
Verträge &
Rechtliches
Seite 4
Freizeit &
Partys
Seite 8
Glaube &
Religion
Seite 11
Alkohol &
Drogen
Seite 12
Körper &
Gesundheit
Seite 13
Job &
Geld
Seite 17
Urlaub &
Reisen
Seite 20
Handy &
Social Media
Seite 21
Filme &
Musik
Seite 26
2

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Ich bin Ben und 16 Jahre alt. Meine Eltern sagen mir immer wieder, dass ich noch
keine 18 und damit noch „minderjährig“ bin. Deshalb wollen sie mir ständig
Ratschläge geben und sich in meine Sachen einmischen: für was ich mein
Taschengeld ausgebe, wann ich zu Hause sein muss, wie ich mit meinem Handy,
Facebook, Instagram und Co. umgehe, dass ich im Internet keine Filme
herunterladen soll …
Hey!
Was geht,
was nicht und
worauf muss
ich achten?
Ich möchte gern jetzt schon
vieles selbst bestimmen.
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Jeder Mensch hat ab seiner Geburt bestimmte Rechte. Zum Beispiel hast du
ein Recht auf Privatleben, das heißt deine Eltern dürfen etwa nicht einfach so
in deinem Tagebuch oder in deinen Mails lesen. Ebenso wichtig: Wenn du Mist
baust, bist du dran! Bis 13 Jahre droht dir zwar keine Strafe, dein Verhalten kann
aber das Jugendamt oder sogar das Familiengericht auf den Plan rufen, die dann
auf „erzieherische Maßnahmen“ hinwirken. Es gibt also keinen Freibrief!
Ab 14 Jahren kannst du für Straftaten nach Jugendstrafrecht voll verantwortlich
gemacht werden, das bedeutet im schlimmsten Fall auch Jugendknast.
Ab 18 Jahren wird anhand deiner persönlichen Entwicklung und „Reife“
entschieden, ob Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht angewendet wird.
Der Begriff kommt aus dem Gesetz. Minderjährig ist man, wenn man noch
keine 18 Jahre alt ist. Ab dem 7. Lebensjahr gilt man zwar schon als „beschränkt
geschäftsfähig“, du kannst aber viele Verträge noch nicht selbstständig – ohne
deine gesetzlichen Vertreter, meistens deine Eltern – abschließen.
„Minderjährig“ –
was soll das sein?
Wichtig!
Verträge &
Rechtliches
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Ein Vertrag ist ein Rechtsgeschäft zwischen mindestens zwei Personen: Käufer
und Verkäufer, Mieter und Vermieter, Arbeitnehmer und Arbeitgeber, die über-
einstimmend ihren Willen erklären und sich gegenseitig zu einer Leistung oder
einem bestimmten Verhalten verpflichten. Verträge können sowohl schriftlich
als auch mündlich vereinbart werden. Es ist übrigens egal, ob du Verträge in der
realen oder virtuellen Welt abschließt. Durch das Absenden der Bestellung per
E-Mail oder das Anklicken des Bestellbuttons erklärst du auch, wie im Geschäft,
dass du die Ware kaufen willst.
Entgegen einer weit verbreiteten Meinung kann deine Unterschrift als „Minder-
jähriger“ gültig sein. Dann kannst du auch alleine ein Smartphone kaufen oder
die Sneakers deiner Lieblingsmarke. Aber: Du musst dir diese Sachen von deinem
üblichen Taschengeld leisten können. Wenn du von deinem Taschengeld eine
größere Summe ansparst, sind regelmäßig auch etwas größere Ausgaben gesetz-
lich erlaubt. Wenn es aber teurer wird oder die Verträge (lange) Laufzeiten haben
(besonders bei Handys), brauchst du das Einverständnis von deinen Eltern. Da
heißt es Überzeugungsarbeit leisten! Wenn du dieses Einverständnis nicht be-
kommst, dann ist der Vertrag unwirksam und der Verkäufer wird von dir die Ware
zurückverlangen. Ab 18 bist du dann verantwortlich für alles, was du unter-
schreibst oder verbindlich zusagst.
Überall schließen wir Verträge, ohne dass wir es so richtig bemerken, z. B. im
Verträge:
Brauche ich nicht?
Supermarkt, im App Store, im Späti, am Clubeingang
Verträge &
Rechtliches
5

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Manche Angebote sind nur für die Dauer bis zum 18. Geburtstag
kostenfrei, z. B. eine Mitgliedschaft in einem Automobilclub, Konto-
verträge usw. Weil diese „Gratisverträge“ sich aber mit deiner Volljährig-
keit in kostenpflichtige Verträge „umwandeln“, sind sie ohne die Zustimmung
deiner Eltern vorerst unwirksam. Das bedeutet, dass dein Vertragspartner aus
dem Vertrag von dir nichts fordern kann und du auch keine Ansprüche aus dem
Vertrag gegen ihn hast. Du selbst kannst den Vertrag aber mit 18 Jahren „wirk-
sam werden lassen“, indem du z. B. den Mitgliedsbeitrag zahlst.
Bei manchen Geschäften (z. B. bei bestimmten Online-Bestellungen, Geschäften
an der Haustür oder auf der Straße) gibt es ein gesetzliches Widerrufsrecht. Das
gibt dir die Möglichkeit, den Vertrag innerhalb von 14 Tagen schriftlich zu wider-
rufen und die erhaltene Ware ohne Angabe von Gründen zurückzuschicken.
Darüber muss dich der Verkäufer beim Vertragsschluss belehren.
Für andere Verträge gibt es kein gesetzlich festgelegtes Widerrufsrecht.
Wenn du z. B. deine Jeans in der falschen Größe im Geschäft gekauft hast, hängt
es vom Händler ab, ob du diese überhaupt zurückgeben kannst. Ob das geht, wie
lange das möglich ist und ob du das Geld oder einen Gutschein dafür bekommst,
legen die meisten Händler in ihren Geschäftsbedingungen fest. Du findest
sie meistens als Aushang im Laden oder auf der Rückseite deiner Rechnung.
Ansonsten frag einfach beim Kauf nach!
Wenn du „das Falsche“
gekauft hast
Verträge &
Rechtliches
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Überlege immer vorher, ob du dir den
Vertrag und die daraus entstehenden
Kosten leisten kannst, insbesondere
wenn du dich verpflichtest, für die
Zukunft regelmäßig einen bestimmten
Betrag zu zahlen.
Lass dir bei schriftlichen Verträgen immer eine Kopie durch
deinen Vertragspartner geben und bewahre diese Kopien in
deinen Unterlagen auf, damit du einen Überblick darüber
hast, welche Verpflichtungen du eingegangen bist.
Trage bei Verträgen mit Laufzeiten die
Kündigungsfrist in deinen Kalender ein.
Schließe keinen Vertrag ab, den du nicht genau verstanden
hast. Frage besser deine Eltern oder andere Personen, die sich
auskennen und dir weiterhelfen können.
…und denke daran:
schließe nur Verträge für dich ab
und mache keine falschen Angaben!
Verträge & Rechtliches
Check-Liste für Verträge:
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Party machen –
aber sicher
Es gibt grundsätzlich keine gesetzlichen Bestimmungen darüber, wie lange du
draußen unterwegs oder bei deinen Freunden sein darfst. Deine Eltern dürfen
aber festlegen, wann du zu Hause sein musst und mit welchen Personen du dich
regelmäßig treffen darfst, denn sie haben gesetzlich die Aufsicht über dich. Willst
du mit deinen Freunden in den Club, ins Kino oder auf ein Konzert gehen, können
bestimmte Dinge zu beachten sein:
Freizeit &
Partys
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Um peinliche Situationen zu vermeiden, solltest du einiges beachten, denn der
Zutritt zu Partys und Clubs ist gesetzlich geregelt und die meisten Türsteher
und Clubs halten sich auch daran. Unter 16 Jahren darfst du nicht in Clubs,
wenn nicht eine „personensorgeberechtigte oder erziehungsbeauftragte Person“
(Begleitperson, wie z. B. deine Eltern oder jemand, der von deinen Eltern beauf-
tragt wurde) dabei ist. Die 16- bis 17-Jährigen dürfen bis
24 Uhr bleiben. Es gibt aber Ausnahmen: Wenn die
Veranstaltung beispielsweise von bestimmten
Jugendtreffs der Kommune, Vereinen oder der
Kirche organisiert ist, dürfen unter 14-Jährige bis
22 Uhr und unter 16-Jährige bis 24 Uhr anwesend
sein. Informiere dich am besten vorher darüber!
Clubs
Bars/Gaststätten
Die nächste Party
kommt bestimmt.
Du darfst in Gaststätten gehen, wenn du zwischen 5 Uhr und 23 Uhr hier etwas
essen oder trinken willst oder eine Begleitperson bei dir ist. Wenn du 16 bist,
darfst du dich auch länger dort aufhalten, in der Zeit zwischen 24 Uhr und 5 Uhr
morgens allerdings nur mit Begleitperson. Eine Besonderheit gilt für Nachtclubs
oder -bars sowie Spielhallen. Dort ist der Zutritt für unter 18-Jährige nicht
gestattet.
Freizeit &
Partys
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Bei Konzerten außerhalb von Clubs und Bars können
die Veranstalter oder die zuständige Behörde Alters-
beschränkungen anordnen. Informationen dazu
gibt es meist beim Ticketkauf. Wichtig: Du brauchst
dennoch die Erlaubnis von deinen Eltern, solange
du noch keine 18 bist. Dasselbe gilt übrigens auch
für Festivals. Die Veranstalter haben oft eine Alters-
grenze in ihren Geschäftsbedingungen. Achte beim
Ticketkauf darauf!
Auf Filmplakaten liest man immer wieder „FSK“. Die Abkürzung steht für die
Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft und gibt vor, ab welchem Alter
welcher Film gesehen werden darf. Schau also genau auf dieses Zeichen, sonst
stehst du vielleicht umsonst an der Kinokasse. Außerdem musst du mit einer
Begleitperson da sein, wenn du unter 16 Jahre bist und der Film nach 22 Uhr
endet. Bist du schon 16 Jahre und der Film endet nach 24 Uhr muss ebenfalls
eine Begleitperson dabei sein.
Konzerte/Festivals
Kino
FSK?
Freizeit &
Partys
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Religion
Ab 14 Jahren darfst du selbst entscheiden, ob und welcher Religion du angehö-
ren möchtest. Du bist damit voll religionsmündig und könntest dich nach dem
Sächsischen Schulgesetz ab diesem Alter auch selbst für den Religionsunterricht
an deiner Schule entscheiden.
entscheide selbst,
welcher
Religion du
angehören
möchtest
Glaube &
Religion
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Alkohol & Drogen
Alkohol findest du nahezu in jedem Supermarkt. Kaufen darfst du Bier, Wein,
„weinähnliche Getränke“ und Schaumwein oder deren Mischungen mit nicht-
alkoholischen Getränken aber erst ab 16 Jahren. Getränke mit höherem Alkohol-
gehalt (Schnaps, Cocktails, Mixgetränke mit hohem Alkoholgehalt) dürfen erst ab
18 Jahren an dich verkauft werden. Das gilt sowohl im Supermarkt oder Späti als
auch in Gaststätten und Bars.
Tabakwaren, E-Zigaretten und E-Shishas dürfen an unter 18-Jährige
nicht verkauft und auch sonst nicht abgegeben werden, z. B. in Gaststätten oder
im Supermarkt. Andere Drogen wie Cannabis, Crystal Meth, Ecstasy usw. sind
nach dem Betäubungsmittelgesetz illegal. Das bedeutet, dass deren Besitz,
Kauf, Verkauf usw. strafbar ist – unabhängig davon, wie alt du bist.
Wenn du unter Einfluss von Alkohol oder Drogen Moped fährst, drohen dir harte
Konsequenzen, wie ein Bußgeld von mindestens 500,00 Euro, ein Fahrverbot,
Punkte im Verkehrszentralregister bis hin zu einer „medizinisch-psychologischen
Verkehrsuntersuchung“ (sog. Idiotentest). Wenn du Fahranfänger bist, gilt für
dich die absolute 0,00 Promille-Grenze! Nutze lieber Bus, Straßenbahn, Bahn
oder Taxi, um nach Hause zu kommen oder frag deine Eltern, ob sie dich abholen
können, denn sie waren ja auch mal jung.
Grundsätzlich solltest du aber immer daran denken, dass jede Art von Drogen
deine Gesundheit gefährdet. Unter Drogeneinfluss werden Situationen oftmals
falsch eingeschätzt und die eigenen Fähigkeiten überschätzt. Damit gefährdet
man sich und andere Menschen erheblich.
Alkohol und
andere Drogen
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Dein Körper,
deine Gesundheit
Die ärztliche Schweigepflicht gilt zwar grundsätzlich auch für dich. Dem sind
aber Grenzen gesetzt, wenn deine Eltern die medizinische Behandlung mit-
bestimmen (sie müssen ja wissen, worum es geht) oder wenn dein Arzt bei der
Untersuchung feststellt, dass dein körperliches oder seelisches Wohl in Gefahr
ist, weil es beispielsweise Anzeichen von Misshandlungen gibt.
Dass du mit zunehmendem Alter nicht unbedingt deine Eltern mit zum Arzt
nehmen willst, ist verständlich. Wenn du nach vernünftiger Sicht für dich und
deine Gesundheit entscheiden und insbesondere auch die Risiken abwägen
kannst, darfst du mitentscheiden. Nicht nur bei besonders gefährlichen und
schwierigen Eingriffen solltest du dich mit deinen Eltern beraten lassen, damit
die beste Entscheidung für deine Gesundheit getroffen werden kann. Das gilt
übrigens auch für Schönheitsoperationen. Aus medizinischen Gründen werden
einige Operationen auch erst ab einem bestimmten Alter vorgenommen, weil
sich dein Körper noch entwickelt und dafür Zeit braucht.
Wichtig!
Körper &
Gesundheit
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Bis du 18 bist, haben hier deine
Eltern das letzte Wort. Seriöse
Studios, die auch ab 16 Jahren
tätowieren/piercen, wollen das
Einverständnis deiner Eltern auch
schriftlich. Neben der Überzeu-
gungsarbeit bei deinen Eltern
ist aber auch wichtig, dass du
dir gut überlegst, dass dieser
Schmuck deinen Körper ver-
ändert und – insbesondere bei
Tätowierungen – für immer auf
deiner Haut bleibt. Auch das Geld
für Tattoos und Piercings müssen
dir deine Eltern – trotz ihres Ein-
verständnisses – nicht geben.
Tätowierungen
und Piercings
Du solltest – außer in absoluten Eilfällen – vorher zumindest
mit deinen Eltern darüber reden.
Nimm deine Krankenkassenkarte und nach Möglichkeit eine
kurze schriftliche Erklärung deiner Eltern mit, dass sie einver-
standen sind. Letzteres ist insbesondere auch wichtig, wenn du
über deine Eltern privat versichert bist und ggf. gar keine Kranken-
kassenkarte hast.
Wenn du allein zum Arzt
gehen möchtest:
Körper &
Gesundheit
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Liebe, Sex
und Verhütung
Wer Erfahrungen in Sachen Sexualität macht, sollte auch die (rechtlichen) Gren-
zen kennen. Es ist die „schönste Sache der Welt“ - aber nur, wenn sie freiwillig
geschieht! Sex gegen deinen Willen ist strafbar und du kannst dich dagegen
wehren. Wenn du dir nicht sicher bist, ob du das möchtest, dann sag dies deinem
Intimpartner und sprecht darüber.
Die „Altersschutzgrenze“ in Sachen Sex liegt bei 14
Jahren. Rechtlich gesehen sind sexuelle Handlungen
mit oder an unter 14-Jährigen strafbar und auf eine
Anzeige hin muss strafrechtlich ermittelt werden. Es
passiert aber nichts, wenn beide gleichaltrig sind und
dies freiwillig war. Problematisch wird es, wenn der
Partner über 18 Jahre alt ist oder eine besondere
Obhuts-/ Fürsorgepflicht für dich hat, z. B. dein
Betreuer im Ferienlager. Das ist strafbar.
Es ist übrigens ganz egal, welches Geschlecht die
Person hat, mit der du intim wirst. Diese
Regeln gelten für verschiedenge-
schlechtliche wie gleichgeschlecht-
liche Sexualität gleichermaßen.
Körper &
Gesundheit
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Manchmal haben Eltern eine ganz andere Vorstellung von „dem
perfekten Freund“ oder „der perfekten Freundin“. Sie dürfen dir den
Kontakt zu ihm/ihr dann verbieten, wenn sie annehmen müssen, dass
er/sie dich oder deine Gesundheit gefährdet, z. B. durch Drogenkonsum,
sexuelles Ausnutzen, Gewalt oder, weil er/sie sehr viel älter ist als du. Wenn die
Situation schwierig ist, heißt es wieder einmal: Überzeugungsarbeit leisten.
Vielleicht hilft ein gemeinsames Essen, bei dem sich alle kennenlernen können.
Egal, ob es das erste oder zweite Mal ist: Verhütung verhindert nicht nur eine
(ungewollte) Schwangerschaft, sondern schützt auch vor sexuell übertragbaren
Krankheiten, von denen du vielleicht nicht weißt, dass du oder die andere Person
sie haben. Es gibt viele Möglichkeiten der Verhütung. Informiere dich bei deinem
Arzt oder anderen seriösen Stellen über die Anwendung, Kosten und Risiken, z. B.
bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
(www.bzga.de)
.
Die Anti-Baby-Pille können du oder deine Freundin jedoch nicht einfach so
kaufen, da sie ein verschreibungspflichtiges Medikament ist. Der Arzt kann
grundsätzlich die Pille verschreiben, wenn keine gesundheitlichen Be-
denken bestehen und er dich bzw. deine Freundin als „psychisch
reif“ genug einschätzt. Mit 16 Jahren gehen die meisten Ärzte
davon aus. Entscheidend ist aber immer die
ärztliche Einschätzung.
is everywhere
Körper &
Gesundheit
16

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Es gibt kein Recht auf Taschengeld. Das musst du mit deinen Eltern aushandeln.
Wie sollst du lernen, später mit deinem selbst verdienten Geld umzugehen? Das
wäre ein guter Einstieg, um deine Eltern zu überzeugen! Ein eigenes Girokonto
brauchst du nur, wenn du am bargeldlosen Zahlungsverkehr teilnehmen willst.
Darauf kannst du Geld überweisen lassen, selbst Überweisungen veranlassen,
Daueraufträge einrichten, Lastschriften ausführen lassen
oder auch Ein- und Auszahlungen tätigen.
Grundsätzlich brauchst du für die Kontoeröffnung
bei einer Bank die Zustimmung deiner Eltern. Auf
dieses Konto könnten deine Eltern zum Beispiel
das Taschengeld oder der Arbeitgeber dir den Lohn
deines Nebenjobs überweisen. Von diesem Konto
könntest du auch selbstständig Barbeträge abheben.
Taschengeld
und ein eigenes
Konto führen
lerne, mit Geld umzugehen
Die Bank wird dir allerdings nur ein Konto auf „Guthabenbasis“ geben. Das heißt,
du kannst nur so viel Geld von deinem Konto abheben oder auf andere Konten
überweisen, wie du auch auf dem Konto hast (das nennt man „Haben“). Ins „Mi-
nus“ (das nennt man „Soll“) kannst du damit nicht rutschen. Das kann sich aber
ändern, wenn du 18 wirst, ein eigenes Konto führst und die Bank dich mehr Geld
abheben oder überweisen lässt, als du Guthaben auf deinem Konto hast. Davon
solltest du jedoch, wenn möglich, die Finger lassen, denn das kostet Zinsen und
kann daher sehr teuer werden.
Die Bank ist verpflichtet, alle Buchungsvorgänge eines Girokontos aufzulisten.
Dies erfolgt in Form von Kontoauszügen. Diese kannst du entweder am Konto-
auszugsdrucker der Bank ausdrucken lassen oder sie stehen dir per Online-Ban-
king zur Verfügung. Kontoauszüge sind wichtige Unterlagen, die du regelmäßig
kontrollieren solltest. Bei der Vielzahl von Buchungsvorgängen im bargeldlosen
Zahlungsverkehr können auch Fehler passieren!
Job &
Geld
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Mit einem
Nebenjob sein eigenes
Geld verdienen
Achte bei
deinem Nebenjob
darauf, dass du
ausreichend Pausen
bekommst.
Job & Geld
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Du brauchst mehr als dein Taschengeld, weil du auf ein Festival-Ticket sparst?
Ein Nebenjob könnte helfen. Arbeiten darfst du aber erst ab 13 und auch nicht in
jedem Job. Dein Arbeitgeber muss darauf achten, dass deine Arbeit nicht gefähr-
lich für deine Gesundheit oder zu schwer für deine körperliche Leistungsfähigkeit
ist. Achte bei deinem Nebenjob darauf, dass du ausreichend Pausen bekommst.
Bei einer täglichen Arbeitszeit von mehr als 4,5 bis 6 Stunden muss die Pause
mindestens 30 Minuten betragen, bei mehr als 6 Stunden 60 Minuten. Wichtig:
Du darfst für deinen Nebenjob nicht die Schule schwänzen, sonst gibt es nicht
nur Krach mit den Eltern, sondern auch mit deinem Arbeitgeber oder sogar der
Polizei.
während der Schulferien für bis zu vier Wochen Vollzeit (bis zu 8
Stunden täglich bzw. 40 Stunden pro Woche) im Kalenderjahr
regelmäßig zwischen 6 und 20 Uhr und nicht am Wochenende
oder an Feiertagen (hier gibt es aber Ausnahmen)
Mit Zustimmung deiner Eltern!
Ab 15 Jahren, wenn du
vollzeitschul-
pflichtig bist, ist zudem erlaubt:
grundsätzlich bis zu zwei Stunden täglich, nicht zwischen 18 und
8 Uhr, nicht vor und während des Schulunterrichts
z. B. Zeitung austragen, Nachhilfestunden geben, Betreuung von
Kindern, Ausführen von Haustieren, Einkäufe erledigen für andere
(außer Tabak und Alkohol), leichte Tätigkeiten im Garten
So ist arbeiten ab 13 Jahren erlaubt:
Check-Liste für deinen Nebenjob:
Job &
Geld
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Ohne Eltern in
den Urlaub
Alleine verreisen, ohne Erlaubnis der Eltern: das geht erst ab 18. Aber bis dahin
gibt es viele Möglichkeiten mit anderen „elternfrei“ Urlaub zu machen. Dafür
brauchst du aber die Zustimmung deiner Eltern! Während der Reise kannst
du auch selbst Sachen kaufen und Verträge schließen, wenn dein Taschengeld
dafür ausreicht oder du die Zustimmung von deinen Eltern hast. Diese Erlaubnis
solltest du schriftlich mit deinen anderen Reisedokumenten (Personalausweis,
Reisepass) mit dir führen. Für Besuche in Clubs gelten in anderen Ländern meist
andere Regeln. Darüber sowie über weitere Besonderheiten im Ausland solltest
du dich vorab informieren.
Ab 16 Jahren musst du einen gültigen Personalausweis oder Reisepass
besitzen. Wenn du von der Polizei danach gefragt wirst und keinen be-
sitzt, kann das sogar eine Geldbuße bedeuten. Grundsätzlich solltest du
deinen Personalausweis bei dir tragen, Pflicht ist es nicht. Beantragen
kannst du diesen beim Bürgeramt in deinem Wohnort.
Übrigens:
elternfrei
Urlaub machen
COSTIERA AMALFITANA
Urlaub &
Reisen
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Eigenes Handy –
Was du beachten solltest
Es gibt keine gesetzliche Bestimmung, ab wann du ein eigenes Handy haben
darfst. Das liegt – bis du 18 bist - in der Entscheidung deiner Eltern, denn sie
haben das „Sorgerecht“ für dich. Deine Eltern dürfen dir dein Handy auch (zeit-
weise) wieder wegnehmen, auch wenn du es dir von deinem Taschengeld oder
Geldgeschenken selbst gekauft hast oder deine Eltern dem Kauf zugestimmt
haben. Grundsätzlich muss dies aber der Erziehung dienen oder der begründete
Verdacht bestehen, dass du durch das Handy deine Schulpflichten vernachläs-
sigst oder dir Gefahr droht. Das Sächsische Schulgesetz verbietet zwar Handys
in der Schule nicht, jedoch kann die Schule in ihrer Haus- oder Schulordnung
eine eigene Entscheidung dazu treffen, ob Handys an der Schule erlaubt sind
oder ob die Nutzung eingeschränkt wird (z. B. während des Unterrichts). Achte
beim Internetsurfen mit deinem Smartphone – wie am PC – darauf, dass du nur
sichere Verbindungen benutzt, z. B. das hauseigene WLAN. Gib deine sensiblen
Daten (z. B. Kontodaten) nicht preis, bevor du nicht deine Eltern oder eine andere
Person mit Erfahrung gefragt hast. Wenn du ein eigenes Handy hast, solltest du
die folgenden Hinweise beachten:
Handy &
Social Media
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Wenn du ein Handy kaufst oder einen Vertrag mit einem Mobilfunkanbie-
ter abschließt, gilt grundsätzlich das Gleiche wie bei allen anderen Verträ-
gen. Insbesondere bei Prepaid-Verträgen (bei denen das Guthaben immer
wieder aufgeladen werden muss), brauchst du regelmäßig keine Erlaubnis,
denn „Telefonschulden“ kannst du damit kaum machen. Bei Verträgen mit
monatlichen Kosten sieht das anders aus. Hier sollten deine Eltern vorher
ihr Einverständnis geben. Wichtig: Lies genau, welche Leistungen (Flat-
rates, Freiminuten, etc.) in deinem Handyvertrag enthalten sind. Dies steht
oftmals auch im „Kleingedruckten“.
1
Handyvertrag:
Apps sind Anwendungen, die die Nutzung von Smartphones noch ein-
facher und vielfältiger machen. Leider hat der Spaß manchmal auch seine
Schattenseiten. Achte deshalb vor dem Herunterladen der App darauf, ob
diese wirklich kostenfrei ist oder du damit einen Abovertrag abschließt.
Das kann sonst sehr teuer werden.
2
Apps:
In den Apps selbst können auch Werbebanner mit Kostenfallen eingebaut
sein. Kommst du aus Versehen beim Wischen darauf, ist das Abo vielleicht
schon aktiviert. Aber keine Angst: So einfach kommt kein wirksamer Ver-
trag zustande und auf deiner Handyrechnung siehst du, ob mehr Geld ab-
gebucht wurde. Setze dich mit deinem Mobilfunkanbieter in Verbindung,
damit du das Geld zurückbekommst. Solltest du aber trotzdem einmal
einen Abovertrag geschlossen haben, den du nicht willst, kannst du diesen
innerhalb von zwei Wochen auch schriftlich widerrufen.
3
Werbung in Apps:
wirklich
kostenfrei?
Werbebanner mit
Kostenfallen
Handy & Social Media
lies das
Klein-
gedruckte
22

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Bei der Anmeldung auf sozialen Netzwerken geben wir sehr viel über uns preis.
Schließlich wollen wir, dass unsere Freunde möglichst viel von uns mitbekom-
men. Aber diese Informationen wie Alter, Schule, Hobbies, Lieblingsessen, Musik
usw. sieht auch der Betreiber des sozialen Netzwerkes, ohne dass wir wissen,
was er mit diesen Informationen macht und ohne, dass wir das beeinflussen
können. Auf der anderen Seite werden uns dafür Freundschaftsvorschlä-
ge von Personen gemacht, die ähnliche Interessen wie wir haben. Echt
sinnvoll! Dennoch: Manches sollte man vielleicht lieber nur den besten
Freunden erzählen ...
Deine Story,
deine Daten,
deine Bilder
– auf Facebook, Instagram & Co.
Handy &
Social Media
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Selfies und
Bilder
*
in sozialen
Netzwerken
Nur derjenige, der ein bestimmtes Werk (Lied, Bild, Text …) geschaffen hat, darf
entscheiden, zu welchen Bedingungen dieses Werk von anderen genutzt werden
kann. Das Urheberrecht regelt den Schutz des Urhebers eines Werkes und welche
finanzielle Vergütung er für die Nutzung seines „geistigen Eigentums“ durch an-
dere erhält. Bei der ungefragten Verwendung von fremden Bildern kann es sich
um eine Verletzung des Urheberrechts handeln. Möchtest du Bilder von jemand
anderem benutzen, solltest du daher den Urheber um Erlaubnis fragen! Nur weil
ein Bild beispielsweise auf Google zu finden ist, bedeutet das nicht, dass dieses
von allen verwendet werden darf. Hinweise wie „Das Bild ist möglicherweise ur-
heberrechtlich geschützt“ solltest du daher ernst nehmen! Das klingt zwar sehr
theoretisch, aber in diesem Fall ist die Verwendung des Bildes nicht legal und
kann zu teuren Abmahnungen führen.
*anderer
Fast jedes Smartphone besitzt mittlerweile eine eingebaute Kamera, die sich
perfekt für Selfies und andere Schnappschüsse eignet, welche dann direkt auf
Facebook, Instagram und Co. hochgeladen werden können. Egal, ob du der
Fotograf bist oder von jemand anderem fotografiert wurdest: dein Bild bzw. die
Aufnahme von dir durch jemand anderen ist rechtlich geschützt.
Urheber um Erlaubnis fragen
Handy &
Social Media
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Wenn du ein Selfie von dir machst, hast du das „Urheberrecht“ an diesem Bild,
denn du hast das Bild „geschaffen“. Du bist als Fotograf der Schöpfer und hast
das Recht, darüber zu bestimmen, was mit deinem Werk passiert und durch wen
es genutzt wird. Wenn auf deinem Selfie aber nicht nur du zu sehen bist, sondern
auch andere Personen – egal ob im Hintergrund oder als Gruppenbild –,
dann haben auch diese Personen an der Verwendung des Bildes „ein Wörtchen
mitzureden“. Das „Recht am eigenen Bild“ bedeutet nämlich, dass Personen, die
auf Bildnissen (z. B. Fotos) abgebildet werden, das Recht haben, darüber zu
bestimmen, wie und durch wen diese Bilder veröffentlicht werden. Die Veröffent-
lichung von Fotos, die Menschen zeigen, ist grundsätzlich nur dann zulässig,
wenn die abgebildeten Personen ihr Einverständnis dazu gegeben haben. Es gibt
Ausnahmen, z. B. wenn Personen nur Beiwerk sind (Passanten vor einer
Sehenswürdigkeit), bei Großveranstaltungen bzw. Versammlungen
oder bei Personen des öffentlichen Lebens (z. B. der
sächsische Ministerpräsident).
Das gilt übrigens auch für Videos und für das Veröffent-
lichen in sozialen Netzwerken oder für das Versenden
mit Messenger-Diensten wie WhatsApp oder Telegram.
Recht am eigenen Bild
Wichtig!
Ein Bild kann genau so verletzend sein
wie Worte! Daher solltest du insbeson-
dere Bilder, die du ohne Einverständnis
von Personen gemacht hast, die diese
herabwürdigen, sofort löschen und
nicht anderen zur Verfügung stellen.
Das „Cyber-Mobbing“, gemeint ist das
wiederholte seelische Schikanieren und
Verletzen einer Person über Netzwerke
im Internet, ist nicht nur „einfaches
Hänseln“, sondern durchaus strafbar
und für den Betroffenen eine furchtbare
Situation.
Handy &
Social Media
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Filme und Musik
aus dem Internet
Wenn ein Künstler einen neuen Song komponiert und in einem Tonstudio
eingespielt hat, kannst du den Song nicht nur in Form von CDs kaufen, son-
dern vor allem auch gegen Entgelt auf Internetplattformen herunterladen.
Streaming-Dienste wie beispielsweise Spotify oder Apple Music dürfen den Song
ihren Abonnenten zum Anhören zur Verfügung stellen; für jeden Abruf erhält der
Künstler dann einen Anteil von den Einnahmen des Dienstes. Jeder, der den Song
im Internet anbietet, muss also die Erlaubnis des Künstlers haben. Diese Erlaubnis
gibt dir die Sicherheit, den Song legal anzuhören oder herunterzuladen. Gerade
im Internet werden Musik und Filme aber meist ohne Einwilligung des Urhebers
getauscht oder heruntergeladen. Das ist nicht legal und strafbar.
Folgendes solltest du dazu wissen:
Songs
& movies
– Was geht und was nicht
CDs, DVDs oder Bücher stehen heute
meist nur noch bei deinen Eltern im
Schrank. Musik, Spiele und Filme sind
mittlerweile ganz einfach online abruf-
bar. Für diese gilt auch – wie für deine
Fotos und Profilbilder auf den sozialen
Netzwerken – das Urheberrecht.
Filme &
Musik
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Der Begriff „Streaming“ kommt vom englischen Wort „Stream“.
Darunter versteht man in der Informatik einen „Datenstrom“.
Durch einen solchen „Stream“ ist es im Internet möglich, Musik
anzuhören oder Filme anzusehen, ohne diese vollständig herunter-
zuladen. Denn diese werden „nur“ kurzfristig im Cache gespeichert
(Browser-Cache = Browser-Zwischenspeicher).
Filme & Musik
Streaming
Es gibt bekannte Plattformen, wie etwa YouTube, bei denen du davon ausgehen
kannst, dass sie die erforderlichen Rechte für die Musik und die Videos besitzen
und daher keine Probleme drohen. Schwieriger wird es bei Plattformen, die weni-
ger bekannt sind. Oft findest du auf diesen Plattformen die neuesten Filme oder
Filme bzw. Musik stehen in großem Umfang, kostenlos und ganz ohne Werbung
zur Verfügung. Davon solltest du die Finger lassen. Am besten sprichst du mit
deinen Eltern darüber, welche Streamingdienste du nutzen darfst. Vielleicht gibt
es in eurem Haushalt bereits ein Abo für Filme oder Musik, das deine Eltern dann
mit dir teilen.
Ob diese „Zwischenspeicherung“ bereits
eine Verletzung von Urheberrechten
und damit illegal ist, ist bislang noch
nicht geklärt. Aber: Es ist dennoch sehr
riskant! Das Streamen aus offensichtlich
illegalen Quellen ist rechtswidrig und es
gibt Anwälte, die sich auf sogenannte
Abmahnungen spezialisiert haben.
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Filme & Musik
Filesharing
Eine weit verbreitete Form für den Austausch von Musik und Filmen im
Internet ist das sogenannte Filesharing. Filesharing bedeutet „Daten-
tausch“ und wird auf Tauschbörsen mit speziellen Programmen betrie-
ben. Der Internetnutzer lädt dabei eine Datei herunter (Download) und
stellt dabei auch andere Dateien den anderen Nutzern zur Verfügung
(Upload). Diese Dateien, die zur Verfügung gestellt werden, sind aber
nicht die eigenen. Derjenige ist nicht der Urheber, da das Video oder
die Musik nicht von ihm gemacht wurde und er keine Erlaubnis des Ur-
hebers hat. Solches Filesharing ist eine
Urheberrechtsverletzung,
damit illegal und strafbar!
Unproblematisch sind Inhalte, die auf dem jeweiligen Store
(Google Play, App Store…) deines Gerätes angeboten werden, auch
wenn sie kostenlos sind, denn die Anbieter haben die Rechte erworben.
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Von allgemeinen Plattformen im Internet solltest du die Fin-
ger lassen und insbesondere keine Filme oder Musiktitel mit
anderen Nutzern teilen oder diese anbieten. Auch das Versenden
der Dateien, in dem der Film oder der Titel gespeichert sind, ist nicht
erlaubt. Es kann dir allerdings auch unbewusst passieren, dass du zum An-
bieter wirst. Eine Software kann nämlich dafür sorgen, dass sie für dich den Film
oder den Musiktitel, den du gerade heruntergeladen hast – ohne dass du das
merkst – im Internet anbietet (so genannte Filesharing-Plattformen oder peer-
to-peer-Netzwerke). Am besten meidest du daher das kostenlose Herunterladen
von Filmen oder Musiktiteln und achtest darauf, keine Software zu installieren,
die ein solches Herunterladen ermöglicht.
Wenn du auf illegale Weise Dateien über den Internetanschluss deiner Eltern
tauschst, dann haften diese grundsätzlich für dich und müssen ggf. Schadens-
ersatz und Abmahnkosten zahlen. Deshalb müssen dich deine Eltern auch dar-
über belehren. Wenn sie sogar konkrete Hinweise darauf haben, dass du illegal
Filme, Musik etc. über das Internet tauschst, müssen sie auch in deinem Compu-
ter oder Handy nachsehen. Grundsätzlich solltet ihr daher gemeinsam über die
Risiken von Downloads und Uploads im Internet sprechen und die drohenden
Konsequenzen nicht auf die leichte Schulter nehmen!
Wichtig!
Downloads
& Uploads
Filme &
Musik
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Kommt deswegen eine Abmahnung ins Haus, steht Ärger an! Ab-
mahnungen sind Anschreiben – meist von einem Anwalt – mit
dem Vorwurf einer Urheberrechtsverletzung und der Aufforderung,
dass man ein bestimmtes Verhalten unterlassen soll. Dabei werden
ggf. Schadensersatz und Abmahnkosten geltend gemacht. Meistens
wird von dir oder deinen Eltern noch eine sogenannte Unterlas-
sungserklärung verlangt. Das bedeutet, dass man erklärt, ein bestimmtes
Verhalten zu unterlassen und für den Fall des Verstoßes eine sehr hohe Vertrags-
strafe zu zahlen. Das kann sehr teuer werden. Auch die Polizei kann bei dir zu
Hause vorbeikommen und deinen PC oder dein Smartphone mitnehmen, um zu
schauen, wie viel Musik, Filme oder Bilder du tatsächlich illegal aus dem Internet
heruntergeladen hast.
Falls du oder deine Eltern eine Abmahnung
wegen illegaler Dateiendown- oder Uploads
erhalten, solltet ihr euch unbedingt
rechtlichen Rat suchen!
Daher:
Schadensersatz
und Abmahnkosten
Filme &
Musik
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Man darf Dateien aus dem Internet nur dann downloaden und
uploaden, wenn die Dateien nicht urheberrechtlich geschützt
sind. Grundsätzlich ist ein Download kostenpflichtig, vor allem bei
aktueller Musik.
Veröffentliche nur Musik, Bilder, Videos usw., die du selbst ge-
macht hast oder für die du von dem Urheber das Einverständnis
dazu bekommen hast.
Du solltest immer nach „freien Bildern“ suchen. Hier heißt das
Zauberwort „Creative Commons“ (diese Bilder sind mit „CC“ mar-
kiert). Du findest im Internet auch weitere Anbieter, bei denen du
die Bilder unter bestimmten Bedingungen nutzen kannst.
Bei selbstgeknipsten Fotos ist es wichtig, dass alle auf dem Foto
erkennbaren Personen mit der Veröffentlichung des Bildes im
Internet einverstanden sind. Eventuell solltest du deine eigenen
Alben daraufhin nochmal checken!
Nutze zum Musikhören legale kostenlose Kanäle wie YouTube
oder kostengünstige wie Spotify und ITunes. Das ist legal, da hier
der Musiker Geld bekommt, wenn du die Musik anhörst.
Check-Liste für Bilder,
Musik, Videos, Texte oder
andere Dateien im Internet:
Filme &
Musik
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Herausgeber:
Sächsisches Staatsministerium der Justiz
Pressestelle
Hospitalstraße 7, 01097 Dresden
Redaktion:
Abteilung III, Referat III.3
Fotos:
www. unsplash.comIcons:www.flaticon.com/Freepik
Gestaltung und Satz:
WSB Werbeagentur GmbH
Druck:
optimalprints
Redaktionsschluss:
August 2019
Bezug:
Diese Druckschrift kann kostenfrei bezogen werden bei:
Zentraler Broschürenversand der Sächsischen Staatsregierung
Hammerweg 30, 01127 Dresden
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