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Geschäftsbericht 2020

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Es ist das zweite Jahr, in dem unter Pandemiebedingungen ein Geschäftsbericht unseres zentralen IT-Dienst-
leisters vorgelegt wird. Dieser Bericht beschreibt in nüchternen Worten, was in einem außergewöhnlichen
Jahr Herausragendes geleistet wurde. Ich möchte zuerst feststellen: Ohne den Staatsbetrieb Sächsische In-
formatik Dienste und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wäre das vergangene Jahr und der Beginn von
2021 für die sächsische Staatsverwaltung ganz anders verlaufen. Durch die engagierte Belegschaft des SID
konnten wir die notwendige Netzinfrastruktur für flächendeckendes Homeoffice erweitern.
Dass wir auch aus der Distanz miteinander arbeiten und uns abstimmen konnten, verdanken wir einer zeitge-
mäßen Ausstattung mit mobilen Arbeitsgeräten und leistungsfähiger Infrastruktur für digitale Besprechun-
gen. Kaum zu glauben, dass wir vor zwei Jahren noch grundsätzlich über Für und Wider von Homeoffice dis-
kutiert haben. Die Pandemie hat uns allen gezeigt: Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, braucht es nur
noch das richtige Material und die richtige Einstellung und das Arbeiten auf Distanz ist trotzdem möglich.
Das hat sich sogar bis in die „höchsten Kreise“ durchgesetzt. Selbst im digitalen Kabinett konnten wir uns in
den letzten Wochen und Monaten stets auf die Sachthemen konzentrieren. Die technische Unterstützung
dieser wichtigen Sitzungen verlief auch dank des SID reibungslos. So stelle ich mir zeitgemäße IT-Leistungen
aus kompetenter Hand vor!
Auch steht 2020 für das Ende einer „Ära“. Seit meinem Amtsantritt als CIO ist das zentrale Client-Manage-
ment eines meiner Hauptanliegen. Im November 2020 wurde die Betreuung für die IT-Arbeitsplätze der SK in
die vorhandenen Strukturen des SID übergeben. Ich bin sicher, dass in nächster Zeit weitere Ministerien und
Behörden unserem Weg folgen werden und dem SID die Rolle zugestehen, für die er gegründet wurde - als
leistungsstarker zentraler IT-Dienstleister für die sächsische Staatsverwaltung. Wir können es uns nicht leis-
ten, einen Flickenteppich an Insellösungen, dezentralen IT-Standorten und verteilter Expertise vorzuhalten.
Das Zukunftsmodell heißt: Ressourcen an zentraler Stelle bündeln. Das gelingt im Bereich der Informationssi-
cherheit mit dem Computernotfallteam SAX.CERT ausgesprochen gut und hat bisher größere Sicherheitspan-
nen verhindert. Auch die zentrale Netzinfrastruktur des SVN oder die IT-Vergabestelle funktionieren nach
diesem Prinzip und vom zentralen Client-Management verspreche ich mir ähnliche Effekte.
Auf strategischer Ebene schicken wir uns mit dem Projekt MIGRA zudem an, das Fundament der digitalen
Verwaltung des Freistaates Sachsen neu aufzusetzen. Die Rechenzentren aller Ressorts zusammenzuführen
und ein zentrales Rechenzentrum für den Freistaat zu errichten, garantiert uns zukünftig einen sicheren, sta-
bilen, wirtschaftlichen und eigenverantworteten Betrieb der IT-Verfahren. Kurzum: Mehr digitale Souveräni-
tät und IT-Standards für die Verwaltung von heute und von morgen. Angesichts immer größerer digitaler
Durchdringung der Verwaltungsprozesse und immer schnellerer technologischer Entwicklung bleibt uns auch
keine andere Wahl.
Ich baue darauf, dass wir gemeinsam voranschreiten und sich im Leistungsportfolio des SID widerspiegelt,
wie vielfältig die Staatsverwaltung ist und wie leistungsfähig sie unter den richtigen Rahmenbedingungen
sein kann. Dafür werde ich mich auch in Zukunft stark machen.
Thomas Popp
Staatssekretär für Digitale Verwaltung und Verwaltungsmodernisierung (MdSR)
© Matthias Rietschel
GRUßWORT DES CIO

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Sehr geehrte Damen und Herren,
was für ein Jahr!? Wer hat das 2020 nicht häufig gesagt. Ungeahnte Herausforderungen kamen auf uns alle
privat wie beruflich zu und halten weiter an. Aber gerade für die IT, die Digitalisierung und auch uns als IT-
Dienstleister der sächsischen Landesverwaltung brachte die Pandemie doch einen gewaltigen Rückenwind.
Was das speziell für den SID bedeutete, können sie im folgenden Artikel unseres neuen stellvertretenden Ge-
schäftsführers Dr. Harald Kogel genauso wie in allen Berichten der Unternehmensbereiche lesen.
Gleich am Anfang möchte ich mich diesmal bei allen Beschäftigten des SID ausrücklich für die geleistete Ar-
beit unter den gegebenen Bedingungen bedanken. Alle haben ihr Bestes gegeben und dazu beigetragen, die
Leistungen in gewohnter Qualität zu erfüllen und unsere Kunden keine Beeinträchtigungen spüren zu lassen.
Allen Partnern und Nutzern unserer Dienstleistungen danke ich für das anhaltend gleichbleibende Vertrauen
und die sehr gute Zusammenarbeit.
Wenn ich mir ein Fazit an dieser Stelle - mitten in der dritten Welle der Corona-Pandemie - erlauben darf:
Die Digitalisierung in Sachsen lässt weiter Wünsche offen, aber wir haben schon sehr viel erreicht und tragen
mit unseren Leistungen weiter dazu bei, Abläufe auf digitalem Weg zu vereinfachen und zu standardisieren.
Einen wesentlichen Beitrag leisten dazu die Projekte des Programmes
pro
SID: so sind mittlerweile über
17.000 Postfächer sächsischer Behörden auf das zentrale Exchange-Cluster umgezogen, das Clientmanage-
ment der Sächsischen Staatskanzlei ist in unseren Verantwortungsbereich übergegangen und weitere Ein-
richtungen werden folgen.
Unerlässlich und hinreichend genutzt in Lockdownzeiten wurden Anwendungen, die ohne den SID nicht zur
Verfügung ständen: alle Basiskomponenten des E-Government - rechtzeitig und fristgerecht wurde unter
anderem das Projekt E-Rechnung umgesetzt, die elektronische Vorgangsbearbeitung eVA.SAX, der elektroni-
sche BAföG-Antrag, das sächsische Schulverwaltungssystem SaxSVS, das Sächsische Verwaltungsnetz mit
neuen Möglichkeiten und Erweiterungen beispielsweise zur Nutzung von Videokonferenzsystemen, der Si-
chere Datenaustausch über SiDaS sowie Anwendungs- und Datenbereitstellung über Terminalserver.
Neben den genannten Aufgaben und Projekten haben wir im vergangenen Jahr den Umzug eines Standortes
bewältigt. Sie finden uns seit September auch in Radebeul. Ich würde mich freuen, Sie in absehbarer Zeit in
einer unserer Räumlichkeiten persönlich und mit wenig Schutzmaßnahmen begrüßen zu dürfen.
Prof. Dr. Sebastian Kiebusch
© Jan Felber - Fotografie
VORWORT DES GESCHÄFTSFÜHRERS

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DER RÜCKENWIND DER PANDEMIE
Im Februar, der Zeitpunkt meiner Ankunft im SID, wurde von einem neuartigen Virus, das sich rasant ausbrei-
tet, berichtet. Die ersten Fälle in Europa, in Deutschland wurden publik, wer hätte damals gedacht, dass wir
Ende 2020 noch stärker betroffen sein werden, als im Frühjahr…
Schnell wurde klar, dass ein „einfach weiter so“ nicht funktioniert, dass vielfältige und umfangreiche Maß-
nahmen ergriffen werden müssen, um die weitere Ausbreitung des Virus zu minimieren.
Für den SID hieß dies: ab sofort Homeoffice, wie in der gesamten Staatsverwaltung. Nach der schnellen Be-
reitstellung der entsprechenden Token für fast alle SID-Mitarbeiter:innen war der Zugang zum gewohnten
Arbeitsplatz mit allen Anwendungen und Verzeichnissen von daheim aus möglich. Die Ausstattung mit mobi-
ler Technik hatte einen beispielgebenden Stand erreicht. Präsenzveranstaltungen, auch Leitungsbesprechun-
gen wurden nach und nach in Videokonferenzen überführt, täglich fortgeschriebene Dokumente (Lagebericht,
Status-, Auslastungsmeldungen) ins Leben gerufen, das Notfallkonzept aktuell angepasst, ... Ein völlig ande-
res Arbeiten als bislang gewohnt musste schnell funktionieren. Homeoffice quasi aus dem Stand heraus war
für alle Beteiligten Neuland. Es verlangte von jedem Einzelnen viel Disziplin und Motivation, um seine Ar-
beitsziele zu erreichen. Das „normale Tagesgeschäft“, wenn man es in diesen Zeiten überhaupt so bezeichnen
darf, musste weiterlaufen.
Hinzu kamen plötzlich Anfragen an uns als IT-Dienstleister des Freistaates Sachsen
(ach ja, da war doch was…)
zum Beispiel zur Beschaffung mobiler Clients und zur Unterstützung bei Videokonferenzen. Da wurde auch
gern mal bis zum CIO eskaliert, wenn Anfragen und Ersuchen nicht umgehend positiv beschieden werden
konnten. Lieferschwierigkeiten der Rahmenvertragspartner selbstredend, Modellwechsel, Nachverhandlungen
zu Verträgen, ... all dies erledigte sich nicht im Selbstlauf und unverzüglich.
Der gefühlt kleinen Entspannung über den Sommer sollte eine zweite Corona-Welle folgen, deren Ausmaß
nicht vorhersehbar war. Wie meistert der SID nun die Pandemie? Was für Schlussfolgerungen müssen gezo-
gen werden? Für abschließende Antworten ist es noch zu früh, aber bereits im Frühjahr haben wir unsere
Mitarbeiter:innen ins Boot geholt und unter der Überschrift „lessons learned“ gefragt, wie wir gemeinsam
unter Homeoffice-Bedingungen effizient arbeiten können, wo es Probleme gibt und wo Optimierungspoten-
zial vorhanden ist. Zum Drehen an vielen Stellschrauben wurden wertvolle Anregungen für die Etablierung
von Kommunikations-, Telearbeits- und Krisenkonzepten gegeben.
Laut einer Umfrage hat über die Hälfte der IT-Dienstleister (52 Prozent) in diesem Jahr Aufträge verloren. Nur
fünf Prozent der Firmen sehen sich selbst als Gewinner der Krise. Einerseits ging täglich durch die Medien,
dass die Corona-Krise einen großen Schub für die Digitalisierung bedeute, aber Home-Office oder Home-
Schooling sind nur eine Facette der großen IT-Landschaft. Dem Wettbewerbsdruck muss sich ein staatlicher
Dienstleister nicht aussetzen, es ist eher eine Chance. Den Rückenwind der Krise gilt es zu nutzen. Die Er-
kenntnis, dass eine heterogene IT-Landschaft bei der Krisenbewältigung weniger hilfreich ist, setzt sich bei
den Entscheidungsträgern der öffentlichen Verwaltung nach und nach durch. Dass wir künftig Ressourcen
bündeln müssen, ob personell oder materiell, ist in Anbetracht der ständig steigenden Anforderungen im Ver-
hältnis zu den zur Verfügung stehenden Mitteln selbstredend. Mit Ressortdenken sind die Herausforderungen
der Zukunft nicht zu meistern. Die Ansätze bspw. mit einem ITEG-Einzelplan sind vielversprechend. Wir sind
bereit, bei Bereitstellung der entsprechenden Ressourcen, mehr Verantwortung zu übernehmen.
Dr. Harald Kogel, stellvertretender Geschäftsführer
© SID/Rössel, 2021

Der Staatsbetrieb
6
Die Positivliste der VwV SID
8
Die Standorte
10
Das Programm
pro
SID
12
Die Geschäftsentwicklung 2020
Geschäftsleitung
&
Stabsstellen
20
Klausur 20
I
ISM 22
I
Datenschutz 24
Der Unternehmensbereich Zentrale Aufgaben und IT-Vergaben
25
Personal 26
I
Innerer Dienst 27
I
Organisation 28
Stratgie Vergabe 28
I
Vergabe 29
I
Finanzmanagement 30
Der Unternehmensbereich IT-Verfahren
34
Verbundentwicklung 35
I
EMSy 35
I
GENESIS 37
I
zeBRA / VDM 37
Regionalregister 38
I
FWS 38
I
FAG / GFRG / HARTZ IV 39
I
KOMFIN 40
Wahlen 40
I
PSD 40
I
BAföG 41
I
SaxSVS 42
I
Schulstatistiken 43
E-Government-Plattform 44
I
SVN 46
I
SVN & CORONA 47
I
UCC 47
Projekt IAM 47
I
SVN-Anschlüsse 48
I
BaK ESV 49
I
XÖV 50
I
DVDV 51
BaK AM 52
I
BaK BP 52
I
BaK zCMS 53
I
BaK WH 54
I
BaK SM 54
BaK FS 54
I
Open Data 55
I
BaK Amt24 & BaK SK 56
I
BaK ZV 58
I
E-Rechnung 59
I
Test & QM 60
I
Polarion 61
Der Unternehmensbereich IT-Infrastruktur und Betrieb
62
Homeoffice 63
I
Exchange 64
I
One Identity 66
I
Datenbanken 67
eVA.SAX 68
I
MedienDB Cumulus 69
I
ILIAS Lernwelten 70
I
Statistiken 71
Der Unternehmensbereich IT-Projekte und Servicemanagement
72
Kundenmanagement 73
I
Projektmanagement 73
I
Prozessmanagement 74
SAX.CERT 74
Organisation und Fachaufsicht
76
INHALT

6
Der Staatsbetrieb Sächsische Informatik Dienste (SID) ist seit 2008 der zentrale IT-Dienstleister für die säch-
sische Staatsverwaltung. Er ist zuständig für
ı
IT-Beratung,
ı
Vergabe von IT-Leistungen,
ı
Planung, Test, Betrieb, Wartung und Pflege der IT-Infrastruktur,
ı
Entwicklung, Test, Verfahrensbetrieb und -betreuung übergreifender IT-Verfahren,
ı
Entwicklung, Test, Verfahrensbetrieb und -betreuung fachspezifischer IT-Verfahren,
ı
CERT (Computer Emergency Response Team)
ı
SVN (Sächsisches Verwaltungsnetz)
ı
Scan- und Druckdienstleistungen.
DER STAATSBETRIEB
Aufgaben
Der Staatsbetrieb ist eine nachgeordnete Behörde der Sächsischen Staatskanzlei (SK). Die Abteilung vier der
SK hat die Fachaufsicht über den SID.
Aufgrund der Vorgaben des Artikels 108 Grundgesetz ist der Unternehmensbereich Landesrechenzentrum
Steuern als Oberbehörde dem Sächsischen Staatsministerium der Finanzen unterstellt.
Der Staatsbetrieb SID erbringt die unter Aufgaben aufgeführten IT-Leistungen im Auftrag der Staatskanzlei,
der Staatsministerien und deren Geschäftsbereiche auf der Grundlage von
Leistungsvereinbarungen
mit den
Behörden und Einrichtungen der Staatsverwaltung. Darin werden auch die Höhe und Modalitäten der Kos-
tenübernahme vereinbart. Dies gilt auch für diejenigen IT-Aufgaben, die dem Staatsbetrieb SID dem Grunde
nach durch Rechtsvorschrift zugewiesen sind. Die Behörden und Einrichtungen sind verpflichtet, die in der
Positivliste
gemäß der Anlage der VwV SID mit Kontrahierungszwang gekennzeichneten IT-Leistungen dem
Staatsbetrieb SID anzudienen (
Andienungspflicht
) und abzunehmen (
Kontrahierungszwang
). Hiermit korres-
pondiert eine Leistungspflicht des Staatsbetriebes SID unter Beachtung der abgeschlossenen Leistungsverein-
barungen. Für alle weiteren IT-Leistungen steht es den Behörden und Einrichtungen der Staatsverwaltung
frei, ob sie diese beim Staatsbetrieb SID beauftragen oder in eigener Zuständigkeit erbringen (
Wahlleistun-
gen
). Für Teile dieser Wahlleistungen besteht für den Staatsbetrieb SID eine Leistungspflicht.
Gegründet wurde der SID auf Grundlage der gemeinsamen
Verwaltungsvorschrift
fast aller Staatsministerien
und der Staatskanzlei
über die Errichtung des Staatsbetriebes Sächsische Informatik Dienste (VwV SID)
vom 27. November 2007. Zum 1. Januar 2008 erfolgte die Migration der Rechenzentren des Sächsischen
Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft in Lichtenwalde, des Statistischen Landesamtes des Frei-
staates Sachsen in Kamenz, der sächsischen Steuerverwaltung sowie wesentlicher Teile des IuK-Systemzent-
rums der damaligen Landespolizeidirektion Zentrale Dienste in Dresden in den SID. Mit dem zusätzlichen
Aufbau einer Zentrale in Dresden wurde die Betriebsfähigkeit als eigenständiger Staatsbetrieb hergestellt.
Vorerst existierten die ehemaligen IT-Abteilungen als Niederlassungen mit jeweils eigener Organisations-
struktur unter der Zentrale weiter. Im Jahr 2012 erstellte der SID zusammen mit dem verantwortlichen Säch-
Zugehörigkeit
Geschäftsgrundlage
Historie

7
Koordination
Öffentlichkeitsarbeit
IT-Verfahren
Querschnitts- und
Landesverfahren
Entwicklung
Statistikverfahren
E-Government und
Sächsisches
Verwaltungsnetz
Aufsicht durch das Sächsische
Staatsministerium der Finanzen
Betrieb
IT-Infrastruktur
Landesrechenzentrum
Steuern
Zentrale Dienste
Betrieb Zentrale
Verfahren
Betrieb Produktion
Entwicklung und Betrieb
Dezentrale Verfahren
Geschäftsführer
Zentrale Aufgaben
und IT-Vergaben
Finanzmanagement
und Controlling
Vergabestelle, Recht
und Lizenzen
Personal, Organisation
und Innerer Dienst
Strategisch-Taktische
Ausrichtung der
IT-Vergabe
IT-Infrastruktur
und Betrieb
IT-Projekte und
Servicemanagement
Kunden-, Projekt- und
Prozessmanagement
Sicherheitsnotfallteam
CERT
Clientmanagement
und Service Desk
Datenbankmanagement
Verfahrensbetrieb
Technische Infrastruktur,
Basisdienste und
Outputmanagement
System- und
Applikationsmanagement
Serviceportal und
Elektronischer
Zahlungsverkehr
Stellv. Geschäftsführer
mit Zuständigkeit für
Informationssicherheit
Strategisches
Architekturmanagement
Behördlicher
Datenschutzbeauftragter
Organigramm Januar 2021
DER STAATSBETRIEB
sischen Staatsministerium der Justiz und für Europa - basierend auf den Ergebnissen einer
Organisationsun-
tersuchung - ein Konzept zur Neuausrichtung des Staatsbetriebes
. Die anschließende Reorganisation mit
schrittweiser Umsetzung einer neuen Aufbauorganisation und ein darauf folgendes Nachziehen der Ablaufor-
ganisation ergab ein Organigramm, mit welchem sich der SID funktional strukturiert und standortübergrei-
fend aufstellte.
Am 1. Dezember 2015 wurde die gemeinsame
Kabinettsvorlage „SID 2025“
der Sächsischen Staatskanzlei
und des Sächsischen Staatsministeriums des Innern, die auch eine
Neufassung der Verwaltungsvorschrift
SID
beinhaltete, beschlossen. Mit der gleichzeitig vom Kabinett bestätigten
Vorlage zum zentralen Rechen-
zentrum des Freistaates
ist der Weg zu einer weitreichenden Konsolidierung in der Informationstechnik der
Landesverwaltung vorgezeichnet. Das zentrale Rechenzentrum sowie der dazugehörige Backup-Standort sol-
len durch den SID betrieben werden.
Auf Grundlage des Kabinettsbeschlusses 06/0178 erfolgte noch im Dezember 2015 die Überführung des
Fachbereichs Betrieb und Verfahren Polizei in das zwischenzeitlich neu entstandene Polizeiverwaltungsamt.
Zum 1. Mai 2018 waren die Ressourcen des SID-Standortes Lichtenwalde in den Zuständigkeitsbereich des
Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft zu überführen. Infolge dessen wurde eine
erneute interne Umstrukturierung des SID notwendig.
Auf Beschluss der Sächsischen Staatregierung wurde zum 1. August 2018 die Zuständigkeit für „Verwal-
tungsmodernisierung und IT“ und damit auch für „E-Government“ vom Staatsministerium des Innern auf die
Sächsische Staatskanzlei (SK) übertragen. Damit wird seitdem auch die Dienst- und Fachaufsicht über den
Staatsbetrieb Sächsische Informatik Dienste durch die Staatskanzlei ausgeübt. Am
3. Mai 2019
trat die
neue
VwV SID
in Kraft. Die Staatsregierung hat sich damit bekannt, die Leistungsfähigkeit des SID durch eine ser-
vice- und dienstleistungsorientierte Ausrichtung der internen Prozesse zu erhöhen und ihn durch eine ver-
besserte Personal- und Ressourcenausstattung zu stärken. Das Kabinett hat die schrittweise Umsetzung des
Kontrahierungszwangs
der staatlichen Behörden und Einrichtungen sowie der
Leistungspflicht
des Staats-
betriebes SID beschlossen. Die schrittweise Umsetzung erfolgt auf der Basis von mit den Ressorts einver-
nehmlich abgestimmten Migrationskonzepten unter Berücksichtigung ihrer fachlichen Anforderungen gemäß
dem Prinzip der
Positivliste
.
Organigramm

DIE POSITIVLISTE DER VwV SID
K1
DERZEITIGE SID-LEISTUNGEN FÜR ALLE RESSORTS
a
a
Durchführung von EU-weiten Vergaben
zu Software-Lizenzen und Technik
a
Netzwerkbetrieb
zwischen den Häusern des Regierungscampus (WAN-Zugang)
a
Zentraler Betrieb und Anwendungsbetreuung
sächsisches Serviceportal,
E-Government-Basiskomponenten, eVergabe
a
Zentraler Plattform- und Verfahrensbetrieb
Sicherer Datenaustausch (SiDaS)
mit Administratorschulungen
(ohne Administration)
a
Betrieb und technische Verfahrensbetreuung
Elektronische Vorgangsbearbeitung
und Aktenführung (VIS.SAX)
a
Zentraler Betrieb
Extranet
(MS SharePoint)
a
Zentraler Betrieb des
Computer Emergency Response Teams (SAX.CERT)
a
Zentraler Betrieb des
Sächsischen Verwaltungsnetzes (SVN 2.0)
Leistungspflicht des SID mit Kontrahierungszwang (K) besteht laut Positivliste der VwV SID für
die Behörden und Einrichtungen der Staatsverwaltung für die folgenden Leistungen.
K2
LEISTUNGSERWEITERUNG GEGENÜBER STATUS QUO
+
+
Basisinfrastruktur-Housing
für die georedundante IT-Infrastruktur der Kunden und für
Backup
(Leistungsfläche und zusätzliche Unterstützung beim Betrieb der IT-Infrastruktur)
+
Zentraler Betrieb
Mobile Device Management / Enterprise Mobility Management
(MDM / EMM)
+
Zentraler Betrieb E-Mail
(MS Exchange 2016) mit Exchange-Cluster inkl. Backup und
Bereitstellung von E-Mail-Postfächern
(ohne Postfach-Management)
+
Zentraler technischer Betrieb ZIWD sowie Intranets
(MS SharePoint) der Ressorts und
Behörden
(Skalierbar durch Cluster; Authentisierung über Active Directory des SVN 2.0)
+
WLAN, Web- und Videokonferenzen
im SVN 2.0
(Beantragung per Change Request)
8

image
DIE POSITIVLISTE DER VwV SID
Leistungspflicht (L) des SID besteht laut Positivliste der VwV SID für die Behörden und Einrich-
tungen der Staatsverwaltung für die folgenden Leistungen.
L
LEISTUNGSPFLICHT DES SID
!
IT-Beratung
zu IT-Infrastruktur und Software für die Bestandsleistungen und die
Leistungen aus der Positivliste
!
Fachadministration
Mobile Device Management / Enterprise Mobility Management
(
MDM / EMM
)
!
Betrieb
des Softwaretools
DocSetMinder
nach BSI-Grundschutz
(Migrationsbegleitung
und Verfahrensbetreuung durch GRC-Partner)
!
Betrieb
des Softwaretools
OTRS
(ITSM-Suite)
!
Betrieb und Verfahrensbetreuung
des Softwaretools
Polarion
(Anforderungsmanagement)
!
Betrieb
derzeitiger
Bestandsverfahren
im SID
!
Testdienstleistungen
(funktionale und nichtfunktionale Tests)
!
Druckdienstleistungen
(+ Kuvertierung, Versand, Plastikkarten, Datenträger, Plots)
!
9
© Alexandr Mitiuc - Fotolia.com

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image
image
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Standort Radebeul
*
Dresdner Straße 78 A
01445 Radebeul
(
0351 3264 - 5101
@ poststelle@sid.sachsen.de
Standort Kamenz
*
Garnisonsplatz 13
01917 Kamenz
(
0351 3264 - 5101
@ poststelle@sid.sachsen.de
Landesrechenzentrum
Steuern
*
Stauffenbergallee 2
01099 Dresden
(
0351 8129 - 0
@ poststelle@rz.smf.sachsen.de
www.sid.sachsen.de
10
Standort Dresden
*
Glacisstraße 4
01099 Dresden
(
0351 3264 - 5101
@ poststelle@sid.sachsen.de

Service Desk
E-Government
Projektmanagement
Client Service
Vergabe
Kundenmanagement
SAX.CERT
Datenschutz
Informationssicherheit
Sächsisches Verwaltungsnetz
Statistik
Exchange
Backup-Standort
Wahlen
Elterngeld
BAföG
Schulportal
Landesblindengeld
SAXMBS
FÖMISAX
FAG/GFRG
SGB IX
SaxSVS
SaxDVDV
Steuer- und
Bezügeverfahren
BALVI-iP
LIT
LEVES-SN
Druckdienste
11

12
Das Jahr 2020 hat in besonderer Weise gezeigt, wie wichtig eine Konsolidierung sowie die konsequente Bün-
delung der IT-Aufgaben des Landes beim Staatsbetrieb Sächsische Informatik Dienste sind. Trotz einer nach
wie vor unzureichenden Personalsituation konnte der SID gerade in diesem Jahr den Umfang qualitativ hoch-
wertiger Leistungen für seine Kunden weiter ausbauen.
Die Corona-Pandemie hat aber auch für den Staatsbetrieb SID den
Handlungsdruck erhöht
, seine mit dem
IT-Einsatz verbundenen
Prozesse, Strukturen und Systeme anforderungsgerechter, effizienter und sicherer
zu machen
. Das von der Staatsregierung beauftragte Veränderungsprogramm
pro
SID wurde deshalb auch im
Jahr 2020 intensiv weitergeführt, um den SID nachhaltig als den zentralen, leistungsfähigen und innovativen
IT-Dienstleister der sächsischen Landesverwaltung zu etablieren.
Zur Umsetzung der genannten Kabinettsbeschlüsse und der im Koalitionsvertrag 2019-2024 vereinbarten
Ziele wurden für das Programm
pro
SID
vier Zielbereiche
definiert.
Zur Erfüllung dieser Ziele umfasst das Programm der-
zeit
elf fachliche Projekte
, die unterschiedliche the-
matische Aufgabenstellungen abdecken:
ı
die ITSM-Prozess-Standardisierung nach
ITIL mit Betriebseinführung entsprechend
angepasster Prozesse
(Projekte ITIL, BEST, BESOC, ENTE)
,
ı
die Erarbeitung und Veröffentlichung
sowie die Fortschreibungsprozesse des
Servicekatalogs des SID
(Projekt LEV)
,
ı
die koordinierte Einführung von Software-
Werkzeugen zur Prozessunterstützung im
SID
(Projekt TOOLS)
,
ı
die Standardisierung und Migration staat-
licher IT-Infrastruktur in ein gemeinsames
neues SID-Rechenzentrum
(Projekt MIGRA)
,
ı
die Zentralisierung des Client-Managements
und weiterer IT-Aufgaben im Regierungsviertel
(Projekt CAMP)
,
ı
die Einführung eines Lizenz- und Vertragsmanagements im SID
(Projekt LIVE)
sowie
ı
die Optimierung seines Stellen-/Personalmanagements
(Projekt STEPER)
und
ı
Finanzmanagements
(Projekt FINES)
.
Nach einem guten Start im Jahr 2019 konnten 2020 trotz der Corona-Herausforderungen mit umfangreicher
externer Unterstützung von 10 Beratungsfirmen und unter Mitwirkung von maximal 14 Projektstellen Fort-
schritte in allen
pro
SID-Projekten erzielt werden.
Erhöhung
von
Umfang
und
Qualität
der vom SID
angebotenen
Services
Sicherstellung
einer
effektiven
Unterstützung
der Projekte
Erhöhung von
Wirtschaft-
lichkeit
und
Informations-
sicherheit
der SID-Leistungen
Erhöhung der
Leistungs-
tranzparenz
des SID
DAS PROGRAMM pro
SID
pro
SID
Das Programm des Freistaates zur weiteren Stärkung des SID
Am 19. März 2019 hat das sächsische Kabinett den Bericht der Staatskanzlei zur Stärkung des Staatsbe-
triebes SID zur Kenntnis genommen und eine Neufassung der Verwaltungsvorschrift (VwV) SID beschlos-
sen. Der Kabinettsbeschluss umfasste auch die schrittweise Umsetzung des Kontrahierungszwangs für
IT-Aufgaben der staatlichen Behörden und Einrichtungen des Freistaates sowie die entsprechende Leis-
tungspflicht des SID. Darüber hinaus wurde die Einführung des zentralen Client-Managements beim
Staatsbetrieb zunächst für den Regierungscampus in Dresden beschlossen.
Anfang Dezember 2019 wurde der Koalitionsvertrag für die 7. Legislaturperiode 2019-2024 beschlossen.
Darin bekennen sich die Koalitionäre zur finanziellen und strukturellen Stärkung des Staatsbetriebs und
bekräftigen nochmals die Rolle des SID als zentralen IT-Dienstleister, bei dem geeignete IT-Aufgaben der
Staatsverwaltung gebündelt und standardisiert werden sollen. Die Leistungen des SID sollen auch den
Kommunen angeboten werden.

13
DAS PROGRAMM
pro
SID
STEPER
Optimierung Stellen-
und Personal-
management im SID
ITIL
ITSM-Prozess-
Standardisierung
im SID
BEST
Betriebseinführung
der Prozesse Change
Mgmt. und Continual
Service Improvement
BESOC
Betriebseinführung
der Service-
Operation-Prozesse
sowie SCM
CAMP
Zentralisierung Client-
Management im
Regierungscampus
Ziel:
Erhöhung
von
Umfang
und
Qualität
der Services
des SID
PROMA
Programm-Management
Sicherstellung einer
effektiven Unterstützung der Projekte
TOOLS
Standardisierter
Einsatz neuer Tools
im SID
ENTE
Standardisierung der
Entwicklungs-, Test-,
Einführungsprozesse
im SID
MIGRA
Vorb. und Durchführung
der Migration der
IT-Infrastruktur in das
SID-RZ (DD/KM)
LIVE
Einführung Lizenz-
und Vertrags-
management im SID
Ziel:
Erhöhung
von
Wirtschaft-
lichkeit
und
Informations-
sicherheit
FINES
Anpassung
Finanzmanagement
und NSM im SID
LEV
Erarbeitung
Service-Katalog,
Betriebseinführung
SCM-/SLM-Prozesse
FINES
Anpassung
Finanzmanagement
und NSM im SID
LEV
Erarbeitung
Service-Katalog,
Betriebseinführung
SCM-/SLM-Prozesse
Ziel:
Erhöhung
der
Leistungs-
transparenz
des SID

14
DAS PROGRAMM pro
SID
Projekt ITIL
ITSM-Standardisierung im SID
Im Projekt ITIL, welches die Grundlagen für die Einführung der ausgewählten ITIL-Prozesse jeweils konzeptio-
nell vorbereitet, konnten die
Soll- bzw. Referenzprozessdokumentationen an die Einführungsprojekte LEV,
BESOC und ENTE planmäßig übergeben
werden. Für das Projekt BEST ist diese Übergabe Anfang des Jahres
2021 vorgesehen.
Darüber hinaus wurde im ITIL-Projekt eine
Website zur Präsentation und Fortschreibung der erarbeiteten
Prozessdokumentationen
aufgebaut. Informationen und grafische Darstellungen (Picture-Integration) zu den
einzelnen Prozessen werden in diesem
Prozess-Wiki
übersichtlich aufbereitet, den SID-Beschäftigten zur
Unterstützung ihrer Tagesaufgaben zentral bereitgestellt und regelmäßig aktualisiert. Neben der Informati-
onsbündelung für die einzelnen Rollen in den ITIL-Prozessen ist auch die gemeinsame
IT-Begriffswelt des
SID (SID-Glossar) integriert
. Nach vollzogener pilothafter Abbildung zweier Prozesse werden nun folgend
die restlichen im Projekt erarbeiteten Prozessdokumentationen SID-weit präsentiert.
Betriebseinführung der ITIL-Prozesse Change Management &
Continual Service Improvement
Projekt BEST
Das Projekt BEST zielt auf die Einführung der ITIL-Prozesse Change Management und Continual Service Im-
provement. Nachdem im Jahr 2020 der Schwerpunkt auf der
Mitwirkung bei der Erarbeitung der Soll-Pro-
zessdokumentationen
im Projekt ITIL lag, werden in 2021 die genannten Prozesse eingeführt.
Betriebseinführung von ITIL-Service-Operation-Prozessen sowie
des ITIL-Prozesses Service Asset & Configuration Management
Projekt BESOC
Im Projekt BESOC wurden im Jahr 2020 unter Federführung des Projekts ITIL die
Soll-Prozessdokumentatio-
nen für Incident Management und Problem Management erarbeitet
. Auf dieser Grundlage sind erste
Schritte für die Implementierung der Prozesse eingeleitet worden. Neben der
Erhebung der Tool-Anforde-
rungen
für die genannten Prozesse und dem
Beschluss zum funktionalen Ausbau des Ticket-Systems
»OTRS«
, wurden in einem
Umsetzungsplan
Maßnahmen zur Prozesseinführung abgeleitet. Nach Bestätigung
des Umsetzungsplans durch die SID-Geschäftsleitung wird der Schwerpunkt des Jahres 2021 auf der Umset-
zung der definierten Maßnahmen inkl. der Ertüchtigung des Ticket-Systems OTRS liegen.
Gleichermaßen im Fokus war der ITIL-Prozess Service Asset and Configuration Management. Hier ging es um
die
Erhebung der Anforderungen an die künftige Datenplattform des SID (Configuration Management
Database - CMDB) inkl. ihrer Schnittstellen
. Als künftige CMDB-Lösung wurde in Zusammenarbeit mit dem
Projekt TOOLS das
System »i-doit«
ausgewählt.
Im Jahr 2021 gilt es, neben der Finalisierung der Tool-Anforderungen, den Umsetzungsplan zu erarbeiten und
damit die Prozesseinführung des Service Asset and Configuration Management im SID voranzutreiben.
Neben den elf fachlichen Projekten werden im Rahmen des Programm-Managements umfangreiche
Aktivi-
täten zum Führen des Programms, zum Qualitäts-, Risiko- und Veränderungsmanagement, zur externen
und internen Ressourcensteuerung, zur Berichterstattung
in verschiedene Ebenen und
zur Koordination
und fachlichen Begleitung
der fachlichen Projekte unternommen. Darüber hinaus arbeitet das Programm-
Management punktuell auch an fachlichen Konzeptionen und Präsentationen sowie bei strategischen und
regulativen Entscheidungen und Vorgaben bzgl. des Programms
pro
SID mit.
Projekt PROMA
Programm-Management

15
DAS PROGRAMM pro
SID
Im Projekt ENTE erfolgte im Jahr 2020 eine
umfassende Bestandaufnahme der Ist-Prozesse
rund um die
Betriebseinführung von Verfahrenssoftware im SID. Weiterhin wurden die
Referenzdokumentationen
der hier
einschlägigen ITIL-Prozesse
Release and Deployment Management sowie Service Validation and Testing
gemeinsam mit dem Projekt ITIL
erarbeitet
sowie mit der Sollkonzeption begonnen.
Im Jahr 2021 erfolgt die weitere Detaillierung sowie die Komplettierung der Tool-Anforderungen für diese
Prozesse.
Servicekatalog & Betriebseinführung Servicekatalog-Manage-
ment, Service Level Management und Request Fulfilment
Projekt LEV
Im Projekt LEV wurden aufbauend auf der im Jahr 2019 entwickelten Servicekatalogstruktur, die inzwischen
ca. 100 Einzel- und technische Services umfasst, gemeinsam mit den Serviceverantwortlichen die
Beschrei-
bungen für die Services erarbeite
t. Planmäßig zum Ende des Jahres 2020 stand die
Version 1.0 des Service-
katalogs
zur Verfügung. Da weiterhin eine Entscheidung zum künftigen Finanzierungsmodell des SID aus-
steht, enthält der Servicekatalog
noch keine Entgelte
.
Als weiteres wesentliches Projektergebnis wurden die
»Rahmenbedingungen des SID für die Erbringung von
Services«
im Sinne allgemeiner Geschäftsbedingungen erarbeitet. Ziel ist es, mit diesen Rahmenbedingungen
Standards zur Gestaltung der Leistungsbeziehungen
zwischen dem SID und seinen Kunden zu schaffen.
Dazu gehört auch die
Einführung von Servicescheinen
, die in Verbindung mit dem Servicekatalog und den
Rahmenbedingungen nicht nur die bisherigen Leistungsvereinbarungen ablösen, sondern diese auch über-
sichtlicher gestalten sollen.
Servicekatalog und Rahmenbedingungen wurden nach Präsentation im Verwaltungsrat des SID im September
2020 auch dem AK ITEG zur Prüfung und Stellungnahme zugeleitet.
Im Jahr 2021 sollen dann Beschlüsse
des Verwaltungsrates und des Kabinetts zur Verankerung in der VwV SID herbeigeführt werden.
Zudem wurden im Projekt LEV unter Federführung des Projekts ITIL die
Soll-Prozessdokumentationen für
Servicekatalog-Management, Service Level Management und Service Request Fulfilment erarbeitet
, die
entsprechenden
Tool-Anforderungen definiert
und die
Prozessimplementierung
teilweise
begonnen
.
Ziel für das Jahr 2021 ist es, die im Projekt TOOLS vorgesehene Umsetzung der Tool-Anforderungen intensiv
zu begleiten und damit die Einführung der genannten Prozesse voranzutreiben.
Projekt TOOLS
Standardisierter Einsatz neuer Tools im SID
Für das Projekt TOOLS konnte nach vielen Bemühungen erst in der zweiten Hälfte des Jahres 2020 ein SID-
Mitarbeiter als Projektleiter gefunden werden. Die Projektarbeit konzentrierte sich auf die Sichtung und Ver-
arbeitung der bis dahin vorliegenden Projektergebnisse, auf Abstimmungen mit den anderen
pro
SID-Projek-
ten zu den vorliegenden Tool-Anforderungen sowie auf die Beschaffung von Projektressourcen.
Auf der Basis der Vorarbeiten konnte die Nutzung bzw. geeignete Anpassung der bereits vorhandenen Tools
»OTRS« als Ticket-System und »i-doit« als zentrale CMDB und zur Unterstützung der im Rahmen des Pro-
gramms
pro
SID betrachteten Prozesse bestätigt werden. Die Prüfung der Anforderungen und der Nutzbarkeit
des vorhandenen Vorgangsbearbeitungssystems »VIS.SAX« für bestimmte
pro
SID-Prozesse wurde begonnen.
Der Schwerpunkt für das Jahr 2021 liegt auf der Konsolidierung der Tool-Anforderungen aus den
pro
SID-
Projekten inkl. der Betrachtung notwendiger Schnittstellen mit dem Ziel, die Betriebseinführung der in diesen
Projekten entwickelten Prozesse mit Hilfe der vorhandenen Tools schnell abzuschließen.
Standardisierung der Entwicklungs-, Test- und Einführungs-
prozesse im SID
Projekt ENTE

16
DAS PROGRAMM pro
SID
Infrastruktur-Migration in das SID-Rechenzentrum
(Dresden/Kamenz)
Projekt MIGRA
Das Projekt MIGRA umfasst neben der Erarbeitung und Vorbereitung einer ressortübergreifenden Verabschie-
dung wichtiger IT-Infrastruktur- und weiterer IT-Standards auch die
Begleitung der Baumaßnahmen für das
zentrale Rechenzentrum der Landesverwaltung
(SID-RZ DD/KM) sowie die
Vorbereitung und Durchführung
der entsprechenden Migrationsvorhaben
in das SID-RZ DD/KM.
Im vierten Quartal 2019 stellten sich eine umfangreichere Vorbereitung des künftigen RZ-Betriebs und eine
nicht vorgesehene tiefergehende fachliche Begleitung des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Bau-
management (SIB) beim RZ-Bau als notwendig heraus. Die
Planung des Projekts MIGRA
wurde daraufhin
grundsätzlich überarbeitet
. Als entscheidender Meilenstein für die Errichtung des neuen RZ-Standorts Dres-
den konnte im Jahr 2020 auf der Grundlage des gemeinsam mit dem SIB erarbeiteten Anforderungsprofils die
Entscheidungsunterlage Bau (ES-Bau) erarbeitet und zur Genehmigung beim Finanzministerium einge-
reicht
werden. Auch für die Ertüchtigung des RZ-Standorts in Kamenz wurde ein Anforderungsprofil fertig-
gestellt und dem SIB übergeben.
Das Projekt MIGRA hat im Jahr 2020 durch großes Engagement der Beteiligten sowohl eine Neuplanung des
Projekts mit erheblicher Erweiterung des Projektumfanges als auch einen
Wechsel des Projektleiters
erfolg-
reich gemeistert. Das Projekt ist nun stärker auf die
Schaffung einer ganzheitlich serviceorientierten
IT-Architektur (SOA)
als Basis für den künftigen Betrieb an den beiden Standorten des SID-RZ DD/KM aus-
gerichtet. Ausgehend von einem
strategischen Rahmenkonzept für Service-Portfolio, Aufbau- und Ablauf-
organisation, Service-Automatisierung sowie technische XaaS-Cloud-Plattform
wurde ein
neues Service-
modell mit einer zentralen IT-Serviceplattform konzipiert
, das im weiteren Projektverlauf konkretisiert und
im SID-RZ DD/KM implementiert werden soll. Das Rahmenkonzept wurde mit der AG IBIS abgestimmt und im
AK ITEG vorgestellt.
Ein weiteres Projektergebnis des Jahres 2020 war die
Erarbeitung des IaaS/PaaS-Architekturmodells
auf
dessen Basis die Konzeption der drei Cloud-Computing-Services IaaS, PaaS und SaaS konkretisiert werden
soll. Darüber hinaus fokussiert sich die Arbeit des Jahres 2021 auf die Konzeption, Abstimmung und ressort-
übergreifende Verabschiedung wichtiger IT-Infrastruktur- und weiterer IT-Standards der Landesverwaltung.
Projekt LIVE
Einführung Lizenz- und Vertragsmanagement im SID
Wegen der engen Verzahnung des Themas Lizenzmanagement mit den im Programm
pro
SID betrachteten
ITIL-Prozessen (insbesondere Service Asset and Configuration Management) erfolgte im Jahr 2020 die
Auf-
nahme
des laufenden SID-Projekts zum Lizenzmanagement unter Hinzunahme des Themas Vertragsmanage-
ment
als elftes fachliches Projekt in das Programm
(Projekt LIVE).
Das Projekt LIVE zielt auf die
Erarbeitung und Umsetzung eines einheitlichen, bereichsübergreifenden Li-
zenzmanagement- und Vertragsmanagement-Prozesses
im SID inkl. entsprechender Tool-Unterstützung ab.
Für beide Themen konnten jeweils externe Beraterfirmen gebunden werden, mit deren Unterstützung eine
umfassende Bestandsaufnahme der Ist-Prozesse zum Lizenz- und Vertragsmanagement
unter Beteiligung
der betroffenen Bereiche erfolgte. Darauf aufbauend sollen im Jahr 2021 die Soll-Prozesse, Prozessschnitt-
stellen sowie Tool-Anforderungen dokumentiert sowie die Umsetzungspläne für die Einführung des Lizenz-
und Vertragsmanagements erarbeitet werden.

17
DAS PROGRAMM pro
SID
Das Projekt CAMP hat im Jahr 2020 eine umfangreiche operative Arbeit bei der
Überführung der IT-Aufga-
ben von der Staatskanzlei (SK) zum SID
geleistet. Die hierbei gewonnenen Erfahrungen waren sowohl für
die Fortschreibung des Gesamtkonzepts zur Einführung eines zentralen Client-Managements im Freistaat
Sachsen als auch zur Weiterentwicklung der Vorgehensplanung für die nachfolgenden Migrationsprojekte
außerordentlich hilfreich. Nach erfolgreicher Pilotierung und Evaluierung im Büro des Staatssekretärs und
CIO und in der Abteilung 4 der SK erfolgte
zum 1. November der Übergang der Gesamtverantwortung aller
operativen IT-Aufgaben
. Zusätzlich hat das Projekt die SK bei der Bewältigung der aus der Corona-Pandemie
resultierenden Herausforderungen unterstützt. Die Situation machte den ohnehin zunehmenden Bedarf nach
mobilem Arbeiten und die Ausstattung mit anforderungsgerechter mobiler Technik unerlässlich.
Über diese Aufgaben hinaus wurden Vorbereitungen für ein neues Migrationsprojekt mit dem Sächsischen
Rechnungshof (SRH) getroffen. Im Jahr 2021 werden neben dieser Migration auch die Planungen für die
Überführung von IT-Aufgaben weiterer Einrichtungen vorangetrieben. In Gesprächen mit ausgewählten Res-
sorts sollen die konkreten Umsetzungsschritte und -inhalte abgestimmt werden.
Projekt CAMP
Zentralisierung Client-Management Regierungscampus
Im Projekt STEPER wurden im Jahr 2020 basierend auf der erarbeiteten
Strategie zur Personalgewinnung
die
Bewerbungsprozesse evaluiert und optimiert
sowie der Bekanntheitsgrad des Arbeitgebers SID in sozialen
Netzwerken verbessert. Zur
Etablierung eines ganzheitlichen Personalmanagements
wurde eine
Strategie
zur Optimierung der Personalentwicklung und -bindung
erarbeitet. Auf der Grundlage einer Ist-Analyse
wurden darin sowohl bestehende Maßnahmen bewertet und Empfehlungen zur Verbesserung ihrer Wirksam-
keit gegeben als auch ergänzende Möglichkeiten angeregt.
Das Projekt konnte
planmäßig zum 31. Dezember 2020 abgeschlossen
werden. Die weitere Umsetzung der
vorgeschlagenen Maßnahmen erfolgt in der Linienorganisation des SID. Die Ergebnisse werden über die
Staatskanzlei sowie bestehende Gremien und Arbeitsgruppen den Ressorts zur Verfügung gestellt.
Projekt STEPER
Optimierung Stellen- und Personalmanagement im SID
Anpassung Finanzmanagement und Neues Steuerungsmodell
(NSM)
Projekt FINES
Im Projekt FINES wurde im vergangenen Jahr ein
Lastenheft für die Einführung des NSM-Standardman-
danten inkl. integrierter Aufwandserfassung erarbeitet
.
Die erforderliche
Trennung der Mandanten SID und Landesrechenzentrum Steuern im ERP-System
konnte
Anfang 2020 erfolgreich abgeschlossen werden. Die eigentliche Einführung des NSM-Standardmandanten
konnte jedoch nicht wie geplant erfolgen, da nach wie vor
keine Entscheidung zum künftigen Finanzie-
rungsmodell des SID
vorliegt. Dieses bestimmt wesentlich den Funktionsumfang bzw. die Systemeinrichtung
der eingesetzten ERP-Software. Nach entsprechender Richtungsentscheidung zur Finanzierung des SID sollen
im Jahr 2021 Konzeption und Einführung des NSM-Standardmandanten abgeschlossen werden.
Ab Juli 2020 konnte das
Thema Einführung einer Inventarisierungslösung
in den Blick genommen werden.
Der
Soll-Inventarisierungsprozess
wurde
entworfen
und die zugehörigen
Tool-Anforderungen spezifiziert
.
Nach erfolgter Abstimmung mit dem Projekt TOOLS wurde
»i-doit« als künftiges Inventarisierungstool
aus-
gewählt. Nach Freigabe der Soll-Prozessdokumentation ist im Jahr 2021 die Umsetzung der Tool-Anforderun-
gen und die Betriebseinführung des Inventarisierungsprozesses im SID vorgesehen.

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GESCHÄFTSENTWICKLUNG

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GESCHÄFTSENTWICKLUNG 2020

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GESCHÄFTSLEITUNG & STABSSTELLEN
Klausur
Bei frischem Schnee zu neuen Ideen in Altenberg
Die SID-Klausurtagung fand am 30. und 31. Januar 2020 in Altenberg im Traditionshotel Lugsteinhof statt.
Diesmal nahmen auch die Fachbereichsleiter:innen wieder teil. Altenberg begrüßte die Gruppe mit 10 cm
Neuschnee, der eine wunderbare Kulisse für 1,5 Tage intensive Arbeit und Diskussion bot. Das Hotel Lugstein-
hof spart nicht an Dekoration, Erinnerungen an sportliche Erfolge und sonstige Utensilien, was einen span-
nenden Rahmen für die Klausur-Arbeit bildete. Frau Anja Zimmermann
(anja zimmermann coaching)
, die die
Veranstaltung moderierte, empfing die Teilnehmer:innen in einem mit vielen visuellen Impulsen vorbereiteten
Raum. Diese sollten zur Diskussion, zum Nachdenken und zur wertschätzenden Kommunikation anregen.
Zu Beginn der Klausurtagung stand die
Zusammenarbeit im SID
im Vordergrund. Die Teilnehmer:innen nah-
men sich einen ganzen Tag Zeit, die aktuelle Zusammenarbeit zu bewerten und herauszuarbeiten, wo Verbes-
serungen notwendig sind und was konkret getan werden kann.
Der zweite Tag bot Fachbereichen, Unternehmensbereichen und Projekten des SID die Möglichkeit, ihre Er-
gebnisse, ihre
inhaltlichen Themen oder angestrebten Ziele
in Form von Kurzvorträgen und im Rahmen ei-
nes Marktplatzes vorzustellen.
Neben den thematischen Inhalten der Klausurtagung war erklärtes Ziel, mit
Festlegungen und Vereinbarun-
gen
die 1,5 Klausurtage abzuschließen, die dann auch realistisch umsetzbar sind und umgesetzt werden. Da-
ran wollen sich der Geschäftsführer, die Unternehmens- und die Fachbereichsleiter:innen messen lassen.
Tag 1
Schwerpunkt des ersten Tages der Klausurtagung bildete das Thema Zusammenarbeit. Zum Auftakt arbeite-
ten die Teilnehmer:innen bei einer kleinen Herausforderung im Schnee heraus, was gute Zusammenarbeit
kennzeichnet, worauf zu achten ist und was im SID weiterentwickelt werden muss.
Mit diesem gemeinsamen Verständnis haben die Teilnehmer:innen die Zusammenarbeit mit ihrer ganz per-
sönlichen Sicht in Form einer sogenannten Skalenabfrage bewertet. Das Ergebnis zeigt, dass die Zusammen-
arbeit in den Teams und den Fachbereichen bis auf kleinere Ausnahmen als gut beziehungsweise sehr gut
bewertet wird. Je größer die Gruppen, die bezüglich der Zusammenarbeit zu betrachten waren, desto proble-
matischer wurde der aktuelle Stand eingeschätzt. Mit dieser Bewertung war für die weitere Diskussion am
ersten Klausur-Tag ein Rahmen gesetzt.
Über den laufenden Tag hinweg wurde in vier verschiedenen Arbeitsgruppen intensiv miteinander diskutiert
und analysiert, wie die konkrete Problemsituation derzeit aussieht und welche Auswirkungen und Ursachen
die Probleme in der Zusammenarbeit haben. Abgeleitet aus dieser Analyse wurden umsetzbare Ideen zur Ver-
besserung zusammengetragen und in eine zu überwachende Arbeitsliste aufgenommen:
20

GESCHÄFTSLEITUNG & STABSSTELLEN
21
»
Die Controlling-Berichte
sind Grundlage für eine wirksame Steuerung des SID durch die SK und quar-
talsweise zu erstellen. Diese sollen künftig nutzbringender für den SID selbst gestaltet werden. Das bedeutet,
dass perspektivisch von den verschiedenen Bereichen Controlling-Zahlen identifiziert und ermittelt werden,
die für den SID steuerungsrelevant und damit zielführend sind. Erste Abstimmungen dazu laufen bereits.
»
Im Rahmen des SID-Kundenforums wird eine
Kundenbefragung
durchgeführt. Ziel ist es, die Einschät-
zung der Kunden in strukturierter Form zu ermitteln und mit diesen Informationen weitere Schritte für die
kunden- und serviceorientierte Arbeit des SID zu identifizieren beziehungsweise dann auch umzusetzen.
»
Neben der regelmäßigen
Präsenz
des Geschäftsführers
in Kamenz
werden ab März 2020 auch
Vertreter:innen des UB1 zu festgelegten Zeiten vor Ort sein. So erhalten auch die Kamenzer Kollegen die
Möglichkeit, direkt am Standort Personal-, Organisations- oder Finanzfragen zu klären.
»
Der Einsatz und der weitere
Ausbau von OTRS
als zentrales ITSM-Werkzeug des SID soll vorangetrieben
werden. Dazu wird zunächst der aktuelle Arbeits- und Nutzungsstand betrachtet, um dann gemeinsam zu
definieren, an welchen Stellen OTRS optimiert und in welcher Form ausgebaut werden kann.
»
Das
Betriebsdatenblatt
wird wiederbelebt. Es soll die zentrale Kommunikationsschnittstelle zwischen
Betrieb und Entwicklung werden. Begleitet wird diese Maßnahme durch das
pro
SID-Projekt ENTE.
»
Von den verschiedenen Bereichen sind
Serviceverantwortliche
zu benennen, die dann auch ihre Rolle
ausfüllen und leben (können). Erste Absprachen und Klärungen dazu laufen bereits.
»
Aufgaben sollen vermehrt delegiert und themenspezifisch unterschiedliche Ansprechpartner:innen be-
nannt werden, so dass die
bereichsübergreifende Kommunikation und Zusammenarbeit auf mehrere
Schultern verteilt
wird.
Tag 2
Im ersten Teil des Tages wurden in Form von Kurzvorträgen folgende Themen vorgestellt.
ı
Controlingberichte und Kennzahlen: Was wollen wir, was brauchen wir?
ı
Verteilung der Zuschüsse
ı
Stand der Positivliste, Prozess für die Erweiterung der Positivliste
ı
Programmboard
pro
SID – Besprechungsinhalte, Ergebnisse, Bereitstellung der Ergebnisse
ı
Auswirkungen der Regierungsbildung auf den SID und die Abteilung 4 der Staatskanzlei
Im zweiten Teil hatten die Bereiche die Möglichkeit, über ihnen wichtige Themen aus der eigenen Arbeit oder
aus den eigenen Projekten zu berichten. Dazu wurde ein
„Marktplatz“ mit selbst gestalteten Plakaten
auf-
gebaut, die Themen kurz vorgestellt und die Teilnehmer:innen hatten die Möglichkeit, eigene Ideen einzu-
bringen und Fragen zu stellen. Es kam zu einem intensiven Austausch. Auch das ist ein
wichtiger Aspekt der
Zusammenarbeit:
ı
Wissen, was die Anderen tun.
ı
Verständnis bekommen, warum die Anderen es tun, wie sie es tun.
ı
Wissen, wo die Anderen Unterstützung benötigen und wo sie in welcher Form mit wem
zusammenarbeiten müssen.
Fazit der Teilnehmer:innen
a
Wir sind ein gutes Team
a
Das müssen wir weiter ausbauen.
a
Wir müssen das Thema Zusammenarbeit aktiv in die Hand nehmen.
a
Dafür haben wir die Verantwortung.

22
GESCHÄFTSLEITUNG & STABSSTELLEN
Mit der Stärkung der Hausspitze und der
Installation des Bereiches Informationssicherheit im Bereich des
Stellvetretenden Geschäftsführers
wurde der Bedeutung der Themen Informationssicherheit und Notfallma-
nagement verstärkt Rechnung getragen.
Zu den Aufgaben des neuen Bereiches gehören u. a. der Aufbau,
Betrieb und die Weiterentwicklung des Informationssicherheitsmanagements, die Verantwortung für den
Informationssicherheitsprozess, die Beratung zu allen Themen der Informationssicherheit laut BSI-Vorge-
hen, das Notfallmanagement und letztendlich die Informationssicherheitskonzeption des SID.
Nach dem Superwahljahr 2019 war auch das Jahr 2020 für die Informationssicherheit ein besonderes Jahr
mit besonderen Herausforderungen. Nachdem im Jahr 2018 das BSI-Grundschutz-Kompendium mit dem
Standard 200-x eingeführt wurde und die Arbeit mit dem DocSetMinder im SID startete, wurde nun die
Edi-
tion 2020 des BSI-Grundschutz-Kompendiums eingearbeitet
.
Der
DocSetMinder
ist
das Tool zur Unterstützung der Dokumentation und Referenzierung
der Informati-
onssicherheit im SID. Dieses wird auch
anderen Behörden
im Freistaat in Form eigenständiger Instanzen
zur
Nutzung angeboten
. Der SID verfügt über ein hohes Maß an Know-How in diesem Bereich und sichert damit
sowohl den
Betrieb des Tools als auch Beratungsleistungen
ab. Mit dem Update der Kompendium-Stamm-
daten gab es
vielfältige Änderungen bei einigen Sicherheitsanforderungen
. Diese müssen durch die jeweili-
gen Nutzer gesichtet und bewertet werden. Mit der Sächsischen Staatskanzlei (SK) konnten zwei neue Man-
danten (SK selbst und E-Government-Umgebung) gewonnen werden.
Da Informationssicherheit ein typisches Querschnittsthema ist, gibt es auch eine
breite Beteiligung in vielen
Projekten
, insbesondere des Programms
pro
SID. Dadurch wird die Positionierung des Themengebietes Infor-
mationssicherheit gesichert und vertieft.
I
n den Projekten zur Verbesserung der Servicequalität und des Serviceumfanges ITIL, BESOC und BEST
hat
sich eine enge Zusammenarbeit etabliert. Gerade bei der bevorstehenden Betriebseinführung der ITIL-Pro-
zesse Change Management und Continual Service Improvement werden
wesentliche Synergieeffekte
erwar-
tet. Ein standardisierter Prozess zum Change Management mit Beteiligung der Informationssicherheit trägt
direkt zur Erhöhung dieser bei.
Im
Projekt CAMP
wurde die erste Version des
Sicherheitskonzeptes
erstellt. Viele Vorarbeiten in diesem Zu-
sammenhang auch im Bereich der Prozesse waren nötig. Die Arbeiten an einem Sicherheitskonzept Version 2
im Zusammenhang mit der Etablierung eines Clients für alle Behörden des Freistaates werden fortgeführt.
Bei den
pro
SID-
Projekten zur Erhöhung der Wirtschaftlichkeit und Informationssicherheit TOOLS, ENTE
und MIGRA
gibt es ebenfalls eine enge Beteiligung. So werden Effizienzsteigerungen bei der Einführung ei-
ner CMDB und Schaffung einer
Schnittstelle zur Dokumentation der IT im DocSetMinder
erwartet. Die An-
forderungen aus dem Grundschutz werden bei der Standardisierung der Entwicklungs- und Einführungspro-
zesse berücksichtigt. Im Projekt
MIGRA
ist ein
vollumfängliches Sicherheitskonzept
Bestandteil des
Projektplans.
Aber auch außerhalb des Programmes
pro
SID wurden und werden viele Projekte durch den Bereich Informa-
tionssicherheit unterstützt oder selbst vorangetrieben. Die
Infrastruktur zum Betrieb des Exchange-Clusters
wurde in die Sicherheitskonzeption aufgenommen. Die
Aktualisierung des Sicherheitskonzeptes zur elekt-
ronischen Vorgangsbearbeitung und Aktenführung eVA.SAX
wurde begonnen. Verschiedene
Konzepte,
bei-
spielsweise
im Bereich des Statistischen Landesamtes, wurden geplant
. In Zusammenarbeit mit dem Säch-
sischen Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus wurde die Arbeit am
Sicherheitskonzept
für Bafög21
begonnen. Aus allen diesen Projekten werden die Ergebnisse, sofern sie den Verantwortungsbe-
reich des SID betreffen, im DocSetMinder dokumentiert und führen damit zu einer
Vervollständigung der
Sicherheitskonzeption des SID
. Hier gibt es durchaus noch weiße Flecken, welche im Jahr 2021 weiter bear-
beitet werden müssen. Insbesondere die Übernahme neuer Aufgaben führt regelmäßig zu Verzögerungen im
Bereich der IT-Dokumentation und damit auch in der Sicherheitskonzeption.
Bewertung von Sicherheitsereignissen
Im Jahr 2020 wurden im SID
acht Sicherheitsereignisse
gemeldet, welche direkt oder indirekt mit vom SID
betriebener Informationstechnik im Zusammenhang stand. Nur
eines
dieser Ereignisse wurde
zum Sicher-
heitsvorfall hochgestuft
. Hier wurden organisatorische Maßnahmen getroffen, Auswirkungen auf die Infor-
mationssicherheit wurden nicht festgestellt. Durch die hervorragende Zusammenarbeit mit dem SAX.CERT
konnten die meisten Ereignisse sehr schnell aufgeklärt werden. Bei der Bearbeitung eines Sicherheitsereignis-
ses mit Auswirkungen im gesamten Freistaat und dessen Lösung ist der SID beteiligt.
ISM
Informationssicherheit und Notfallmanagement im SID

23
GESCHÄFTSLEITUNG & STABSSTELLEN
Notfallvorsorge
Mit Beginn des Jahres wurde durch die Geschäftsleitung ein Notfallvorsorgebeauftragter benannt und mit
besonderen Aufgaben, wie der
Überarbeitung des Notfallmanagement-Prozesses
betraut. Dieser besteht aus
Notfallvorsorge, Notfallbewältigung
, und einer anschließenden
kontinuierlichen Verbesserung der Bewäl-
tigung von Notfällen
.
In einem ersten Schritt wurde die
Leitlinie „Notfallmanagement des SID“ vollständig überarbeitet
. Dieses
Dokument beschreibt die Ziele des Notfallmanagements und
regelt die Begrifflichkeiten Störung, Notfall,
Krise und Katastrophe
. Eine Anlage regelt operativ die
Zuweisung der personellen Verantwortlichen zu den
Rollen
. Als Grundlage für die Business Impact Analyse des Notfallkonzeptes legt eine weitere Anlage die so-
genannten
Verfahrensklassen für die internen und Kunden-Verfahren
fest. Hier war eine intensive Zusam-
menarbeit mit den Fachbereichen Verfahrensbetrieb notwendig. Die Leitlinie wurde durch die Geschäftslei-
tung freigegeben.
„Besondere Situation“ Corona-Pandemie
Wie wichtig diese Leitlinie ist, sollte sich im Frühjahr zeigen, als mit der Ausbreitung des Corona-Virus SARS-
CoV-2 die Pandemie begann. Auch hier konnte der SID seiner Verantwortung als IT-Dienstleister der Sächsi-
schen Staatsregierung zur Sicherstellung der IT-Infrastruktur nachkommen. Kurzfristig wurde auf der Grund-
lage des Pandemieplanes des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Gesellschaftlichen
Zusammenhalt vom 29. Februar 2020 das
Notfallkonzept „Besondere Situation während der Ausbreitung
des Corona-Virus SARS-CoV-2“
erstellt. In einer Business Impact Analyse auf der Grundlage der Hausverfü-
gung 05-2018 „Richtlinie Risikoanalyse des SID“ wurden die
Risiken nach Ausfallwahrscheinlichkeit und
Schadenshöhe im SID durch die Schadensszenarien einer Virus-Pandemie analysiert und bewertet
. Auf der
Grundlage der Leitlinie legt das Konzept die
Rollen für den Notfallstab und seine Notfallteams
fest. In einer
Anlage wurden die
Verfahren und Services bei einem Notfall priorisiert
. In mehreren Absprachen mit der
Geschäftsleitung und den Leitern wurden die Rollen mit den verantwortlichen Mitarbeiter:innen besetzt. Das
Dokument konnte bereits am 16. März 2020 durch die Geschäftsleitung freigegeben werden. Es ist ein wich-
tiges Arbeitsmittel bei der Bewältigung der Folgen der Corona-Pandemie.
Koordinatoren
Rollen
Verantwortungsbereiche
Rollen
Proaktiv
Reaktiv
Notfallvorsorge
Notfall-
bewältigung
Vorsorgeteam
Beauftragter
Geschäftsführer
Lokale Steuerung
in den Fachbereichen
Umsetzungsvorgaben
Gesamt-
verantwortung
Notfallteams
Krisenstab
Entscheidungs-
gremium
Umsetzung
Berichtsweg
Berichtsweg
operativ
taktisch
strategisch
taktisch
operativ
strategisch
Rollen und Verantwortungsbereiche entsprechend Standard 100-4, Notfallmanagement des Bundesamtes für Sicherheit in
der Informationstechnik (BSI)

GESCHÄFTSLEITUNG & STABSSTELLEN
Entsprechend der Definitionen der Leitlinie hat die Geschäftsleitung die
Veränderungen ab März 2020
nicht
als „Notfall“, sondern
als „Besondere Situation“
mit folgenden Aufgaben beschrieben:
ı
weitere Absicherung der Geschäftstätigkeit,
ı
Verfügbarkeit des Personals in hochpriorisierten Services,
ı
Sicherheitsvorkehrung zur Infektionsbekämpfung bei der Pandemieausbreitung,
ı
kurzfristiger Übergang von Vor-Ort- in Homeoffice-Tätigkeiten für den Großteil der Beschäftigten,
ı
Ausstattung der Mitarbeiter:innen mit notwendiger Infrastruktur und Netzzugängen,
ı
Dokumentation, Überwachung, Anpassung der Geschäftstätigkeit entsprechend des Pandemieverlaufs.
Zur Auswertung bisheriger Schritte und flexibler Reaktionsmöglichkeiten auf Veränderungen im Pandemie-
verlauf finden
seit März 2020 regelmäßig Tagesmeetings des Notfallstabes
statt. Der Stab erhält täglich
von der Stabsstelle Koordination und Datenschutz den
Lagebericht des Sächsischen Verwaltungsnetzes
und
den
Lagebericht zur Situation im Staatsbetrieb
.
Mit der Reorganisation des Bereiches Informationssicherheit und Notfallmanagement in die Zuständigkeit
des Stellvertretenden Geschäftsführers kommt die Geschäftsleitung den Anforderungen aus der Hausverfü-
gung 06-2020 „Leitlinie Informationssicherheit“ nach und erkennt die besondere Rolle von Informationssi-
cherheits- und Business Continuity Management an. Dies schafft für die Zukunft die Voraussetzung für ver-
antwortungsvolles und wirkungsvolles Handeln in diesen Themengebieten. Herausforderungen liegen noch in
der Einbindung dieser Themen in andere Managementprozesse, wie etwa Prozess- und Projektmanagement.
Aufgaben für das kommende Geschäftsjahr sieht der Notfallvorsorgebeauftragte vor allem in der Fortschrei-
bung des Notfallvorsorge-Konzepts und des Notfallhandbuches, sowie in der Initiierung und Umsetzung von
Maßnahmen aus diesen Handlungsanweisungen.
Risikoanalysen
Mit dem Sächsischen Datenschutzbeauftragten erfolgte eine
Abstimmung zu den bisher getroffenen daten-
schutzrechtlichen Maßnahmen für das Projekt CAMP des Programmes
pro SID und für das Projekt „Mig-
ration Exchange“
als Aufgabe aus der Positivliste für den gesamten Freistaat Sachsen. Im Ergebnis hat der
Sächsische Datenschutzbeauftragte die
Durchführung von Risikoanalysen nach dem Standard-Daten-
schutz-Modell (SDM) für beide Projekte
empfohlen. Mit externer Unterstützung und unter aktiver Beteili-
gung der Behördlichen Datenschutzbeauftragten und der zuständigen Projektleiter konnten diese in einem
Zeitraum von sechs Monaten erstellt und die Ergebnisse danach dem Sächsischen Datenschutzbeauftragten
zur Bewertung übergeben werden. Des Weiteren wurden auf Grundlage der Analysen für beide Projekte Pläne
zur Umsetzung der ermittelten Maßnahmen entwickelt und ein Controlling eingerichtet.
Vereinbarungen
In 2020 wurde die zusätzliche
Vereinbarung zur Auftragsdatenverarbeitung nach Art. 28 DS-GVO zu den
Leistungen des SVN 2.0 Vertrages
zwischen dem Freistaat Sachsen, vertreten durch den Staatsbetrieb Säch-
sische Informatik Dienste und der Deutschen Telekom Business Solutions GmbH abgeschlossen. Dieser dient
nunmehr als Grundlage für alle Dienste und Services aller Behörden des Freistaates Sachsen, welche im Zu-
sammenhang mit dem Vertrag zu SVN 2.0 genutzt werden.
Verfahrensunterstützung
Auch im Freistaat waren die gesetzlichen Vorgaben zu E-Rechnung umzusetzen. Dabei wurde der zuständige
Bereich von der Behördlichen Datenschutzbeauftragten zu wesentlichen datenschutzrechtlichen Aspekten im
Projektverlauf beraten und unterstützt. Nachdem die Systeme für E-Rechnung in Betrieb genommen wurden,
kamen weitere sehr konkrete Fragestellungen zum Datenschutz auf. Auch hier konnte der Bereich bei der
Beantwortung und Klärung gut unterstützt werden.
Datenschutz
Datenschutzrechtliche Begleitung wichtiger Projekte
24

image
ZENTRALE AUFGABEN &
IT-VERGABEN

26
Im Staatsbetrieb Sächsische Informatik Dienste (SID) waren zum Stichtag 31. Dezember 2020 insgesamt an
allen Standorten inklusive Landesrechenzentrum Steuern
369 Mitarbeiter:innen
beschäftigt.
Zum Ende des Geschäftsjahres 2020 stellt sich die Beschäftigtenstruktur des SID wie folgt dar:
Beamte/Beschäftigte
Unternehmensbereiche
Stabs-
stellen
Geschäfts-
führung
LRZS
Gesamt
1
2
3
4
Laufbahngruppe 2.2
6
17
9
9
3
6
2
52
Laufbahngruppe 2.1
22
50
42
21
4
0
104
243
Laufbahngruppe 1.2
11
6
3
5
1
0
39
65
Laufbahngruppe 1.1
0
4
0
2
0
0
3
9
Gesamt
39
77
54
37
8
6
148
369
Das
Landesrechenzentrum Steuern (LRZS)
ist direkt dem Sächsischen Staatsministerium der Finanzen unter-
stellt und verwaltet sein Personal selbst. Das LRZS meldete für das Jahr 2020
11 Personalzugänge
(Neuein-
stellungen und Versetzungen aus anderen Landesbehörden) und
11 Personalabgänge
(Ruhestand, Auflö-
sungsvertrag, Versetzungen an andere Landesbehörden).
Ein Praktikant
wurde vom LRZS betreut.
Im Geschäftsjahr 2020 wurden
im SID 37 neue Mitarbeiter:innen
gewonnen, dabei konnten 19 Personen
unbefristete Arbeitsverhältnisse angeboten werden.
32 Personen haben den SID
im Geschäftsjahr 2020
ver-
lassen
. Zum Stichtag 31.12.2020 waren sechs Bedienstete von anderen Landesbehörden zum SID befristet
abgeordnet und insgesamt
22 Bedienstete
vom SID an die Staatskanzlei, nach Brüssel und an das LfULG
ab-
geordnet
. Weitere
sechs Bedienstete
waren
dem öffentlichen Gesundheitsdienst
der Landkreise und Kreis-
freien Städte im Freistaat Sachsen zur Unterstützung der Pandemiebekämpfung
befristet zugewiesen
.
Das
Durchschnittsalter
der Beschäftigten im SID und LRZS liegt bei
46 Jahren
.
Ausbildungen im SID
Im August 2020 hat im Fachbereich Service Desk und Client Management ein
zweiter Auszubildender
seine
Ausbildung
zum Fachinformatiker für Systemintegration
begonnen und im Oktober 2020 hat am Standort
Kamenz im Fachbereich Querschnitts- und Landesverfahren
ein Berufsakademiestudent in der Fachrichtung
Wirtschaftsinformatik
sein Studium begonnen.
Weiterhin wurden
drei Praktikanten
betreut. Zwei Praktika von Studenten der Hochschule für öffentliche
Verwaltung und Rechtspflege Meißen von jeweils drei Monaten wurden absolviert und ein Praktikum von
sechs Monaten hat im Rahmen des Bachelorstudiengangs Wirtschaftsinformatik begonnen.
Für
vier Vermessungsreferendare
des Staatsbetriebs Geobasisinformation und Vermessung Sachsen wurde im
Juli 2020 ein ressortübergreifendes einwöchiges
Praktikum im Rahmen der Laufbahnausbildung
koordiniert.
An zwei Tagen erfolgte der Einsatz der Referendare in den Bereichen IT-Verfahren, E-Government und SVN.
Fortbildungen
Im Jahr 2020 konnten den Mitarbeiter:innen des SID inklusive Landesrechenzentrum Steuern insgesamt
138-
mal
die Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Rechts-
pflege,
Fortbildungszentrum des Freistaates Sachsen
ermöglicht werden. Es wurden dabei
77 Seminare im
Bereich der Verwaltung und 36 im Bereich der IT
besucht. Durch
externe Anbieter
konnten Bedienstete
117-mal
geschult werden. Vervollständigt wurde das Angebot zu Fortbildungsmaßnahmen durch
fünf In-
house-Schulungen
(zwei Verwaltungsseminare und drei IT-Seminare).
Der Laufbahngruppe 1.1 sind Bedienstete in Ausbildung zugeordnet. Die Stabsstellen beinhalten auch die Bediensteten des Bereiches
Informationssicherheit
Personal
Bestand, Entwicklung und Weiterbildung
ZENTRALE AUFGABEN & IT-VERGABEN

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27
27
ZENTRALE AUFGABEN & IT-VERGABEN
Innerer Dienst
Der Umzug eines Standortes trotz Pandemie
Geschäftsführung Ausbildungsverbund Fachinformatiker
Bezüglich der an den SID übergebenen Geschäftsstelle des Ausbildungsverbunds Fachinformatiker konnte im
Sommer 2020 eine einjährige Bilanz gezogen werden. Die
Übernahme vom Ausbildungszentrum Bobritzsch
und die Weiterführung durch den SID konnten nahtlos erfolgen.
Eine bisher unbekannte
Herausforderung
stellte die
Einhaltung der Maßnahmen zur Eindämmung der Co-
vid-19-Pandemie
bei der Vorbereitung und der Durchführung der Lehrgänge zur zusätzlichen Wissensver-
mittlung für die Auszubildenden dar. Insbesondere für die Azubis des 3. Lehrjahres konnte die Wissensver-
mittlung zum Ende des Ausbildungsjahres 2019/2020 so organisiert werden, dass ihrem
erfolgreichen
Ausbildungsabschluss
nichts im Wege stand.
Die meisten der im 1. und 2. Lehrjahr (Ausbildungsjahr 2019/2020) Corona-bedingt
ausgefallenen Lehrgänge
konnten
im Herbst 2020 entweder als Präsenz- oder als Onlineveranstaltungen unter hohem organisatori-
schem Aufwand
nachgeholt werden
.
Hier gilt der Dank allen Beteiligten, beginnend bei den Ausbildungsbehörden als auch den engagierten
Dozenten, den Bildungseinrichtungen des Freistaats als auch den externen Schulungsanbietern.
Die COVID19-Pandemie hat das Sachgebiet Innerer Dienst vor neue Herausforderungen gestellt. Während des
Lock-Down im Frühjahr 2020 wurde der Dienstbetrieb vor Ort aufrechterhalten. Dadurch konnten die Voraus-
setzungen für die
Umstellung auf den digitalen Rechnungslauf
in diesem Zeitraum geschaffen und die Er-
reichbarkeit des SID vor Ort sichergestellt werden. Trotz schwieriger Versorgungslage konnte die benötigte
Schutzausrüstung für die Mitarbeiter:innen
des SID beschafft und zur Verfügung gestellt werden.
Parallel beteiligte sich der Innere Dienst intensiv an den notwendigen
Baumaßnahmen zur Errichtung der
neuen Liegenschaft
am Standort Radebeul.
Vom Schließsystem bis zur Klimatisierung der Serverräume
wurden die Anforderungen des SID ermittelt, an die Verantwortlichen kommuniziert und die Umsetzung
überwacht. Die Sommermonate waren von den umfangreichen Vorbereitungen für den Ende September ge-
planten
Umzug nach Radebeul
gekennzeichnet. Hierbei waren eine komplexe Leistungsbeschreibung für die
Beauftragung eines Umzugsunternehmens
zu erarbeiten und nach Abschluss der Vergabe die Abläufe mit
dem Unternehmen abzusprechen. Weiterhin erfolgten regelmäßige Abstimmungen mit den anderen Dienst-
leistungseinheiten des SID, um gemeinsam Lösungen für die Herausforderungen eines Behördenumzugs zu
erarbeiten. Gleichzeitig waren die Mitarbeiter:innen des SID über die Rahmenbedingungen des Umzugs, die
notwendigen Vorbereitungsmaßnahmen und die Veränderungen der Abläufe am neuen Standort zu informie-
ren.
Der Umzug erfolgte planmäßig und termingerecht unter Aufrechterhaltung des Dienstbetriebs.
Die
Organisation der neuen Abläufe im Dienstbetrieb
, beispielhaft seien hier die Abstimmungen mit einer
neuen Reinigungs- und Hausmeisterfirma sowie die Behebung festgestellter Baumängel am neuen Standort
genannt, bildeten die Aufgabenschwerpunkte nach dem Einzug in das neue Dienstgebäude.
Sie finden uns ab 28.9.2020
am Standort Radebeul
Dresdner Straße 78A
WIR ZIEHEN UM

28
ZENTRALE AUFGABEN & IT-VERGABEN
Im Sachgebiet Organisation konnte die
Annahme der E-Rechnungen im SID über eVA.SAX erfolgreich im-
plementiert
werden. Es wurde ein interner Prozess gemeinsam mit den beteiligten Fachbereichen und Inter-
essenvertretern erarbeitet. Umfangreiche Tests, betreffend die Annahme und Zurückweisung von E-Rechnun-
gen mittels eVA.SAX sowie den internen Prozess, wurden initiiert und begleitet.
Auch
Reorganisationsmaßnahmen
waren 2020 wieder umzusetzen. Im April 2020 erfolgte die
Zuordnung
des Bereichs Informationssicherheit zum Stellvertretenden Geschäftsführer
des SID. Mit der stetig wach-
senden Bedeutung des Themas Informationssicherheit durch die fortschreitende Digitalisierung der Verwal-
tungsabläufe wurde der Entwicklung durch die unmittelbare Anbindung des Bereiches an die Geschäftslei-
tung Rechnung getragen.
Zum 1. Januar 2021
stand eine weitere umfangreiche
Reorganisationsmaßnahme
an. Die hierfür notwendi-
gen Vorbereitungen erfolgten zum Jahresende 2020. Insbesondere
im Unternehmensbereich IT-Infrastruktur
und Betrieb
waren Neustrukturierungen zu realisieren, um die gestiegenen Anforderungen an den Bereich
technische Infrastruktur umzusetzen. Die Trennung des Bereiches Verfahrensbetrieb in zwei Fachbereiche
wurde aufgehoben, um klare und einheitliche Regelung für die Einbindung des Verfahrensbetriebes in über-
geordnete Prozesse des SID und generell in den IT-Betrieb zu gewährleisten. Die
neu geschaffene Stabsstelle
Strategisches Architekturmanagement
wurde mit der Erstellung von Konzepten zur Konsolidierung und
Standardisierung der IT-Infrastruktur und mit dem Aufbau eines übergreifenden Informationssicherheitsma-
nagementsystems für den IT-Betrieb beauftragt.
Organisation
Elektronische Rechnungen und Reorganisationen
Der Jahresbeginn war inhaltlich angefüllt mit den Vorbereitungen auf eine
Vergabekonferenz für die Res-
sorts und Behörden der sächsischen Landesverwaltung
. Am
28. Februar 2020
wurde sie schließlich einge-
bunden in eine Informationsveranstaltung unseres Kundenmanagements zur Präsentation ausgewählter Leis-
tungen des SID. Auf Basis des in der VwV SID verankerten
Auftrags zur zentralen Abwicklung EU-weiter
IT-Vergaben
wurden neben der Darstellung der Leistungsfähigkeit der Vergabestelle die wesentlichen Eck-
punkte der vom SID gehaltenen Rahmenverträge umfassend erläutert. Die Bereitschaft des SID zur
Abstim-
mung weiterer Rahmenverträge
als ein Ausblick in die Zukunft sowie die
Mitwirkung der Ressorts und Be-
hörden bei Bedarfserhebungen
waren wesentliche Bestandteile der gemeinsam von Vergabestelle und
Stabsstelle erarbeiteten und gehaltenen Präsentation.
Eine für 2020 geplante Folgeveranstaltung zum abgeschlossenen Rahmenvertrag Microsoft Select Plus
konnte Corona-bedingt leider nicht durchgeführt werden.
Am 30. April 2020 war der
Konditionenver-
trag
zwischen
Adobe
und dem Freistaat
Thüringen
ersatzlos ausgelaufen
, den auch
Sachsen mit nutzen konnte. Eine Prüfung
des Bedarfs gemeinsam mit dem Referat 43
der Sächsischen Staatskanzlei hat ergeben,
dass der Bedarf an kostenpflichtigen Adobe-
Produkten in der Landesverwaltung keine für
einen Rahmenvertrag geeignete Größenord-
nung erreicht sowie die Versorgungssicher-
heit durch Einzelbeschaffungen jederzeit ge-
währleistet ist. Sicher sollte auch die
Abstimmung eines Technologie-Korridors vor
der Entwicklung neuer zusätzlicher Rahmen-
verträge stehen.
Strategie Vergabe
Vergabekonferenz und Auslauf Adobe-Konditionenvertrag
Hardware
Programmierung
Rahmenverträge
Dienstleistungen
Beratung
Software

29
ZENTRALE AUFGABEN & IT-VERGABEN
Vergabe
Bilanz im Vergabewesen 2020
Der Schwerpunkt der Arbeit des Fachbereichs Vergabe, Recht und Lizenzen bildet die Aufgabe der zentralen
IT-Vergabestelle.
Die Vergabestelle beschafft
seit über zehn Jahren
für alle im Kundenauftrag durch den
SID betriebenen Verfahren die benötigte Hardware, Software und Dienstleistungen
. Mit der Novelle der
VwV SID vom 5. April 2019 sind die Behörden und Einrichtungen des Freistaates Sachsen verpflichtet, die in
der
Positivliste
mit Kontrahierungszwang gekennzeichneten IT-Leistungen dem SID anzudienen (Andienungs-
pflicht) und abzunehmen. Dazu zählen nach der Anlage zu Ziffer II Nummer 3 und 4 die
Durchführung von
EU-weiten Vergaben zu Software-Lizenzen und Technik
. Im Rahmen dieser Aufgabe schließt die Vergabe-
stelle u. a. auch
Rahmenverträge
, aus denen die Behörden der Staatsverwaltung IT-Produkte abrufen können
und führt auch
Vergabeverfahren im Auftrag anderer Behörden
des Freistaates Sachsen durch.
Das Angebot zur Durchführung von Vergabeverfahren wird von vielen Behörden des Freistaates Sachsen sehr
rege genutzt, sodass die zentrale IT-Vergabestelle im Jahr 2020 trotz Corona-bedingter Einschränkungen eine
nach wie vor
sehr hohe Anzahl an nationalen sowie insbesondere EU-weiten Ausschreibungen
zu ver-
zeichnen hatte. Die Anzahl der Freihändigen Vergaben ging demgegenüber wiederum wie in den Vorjahren
kontinuierlich und stark zurück. Dies ist durch die vermehrte Bündelung und Befriedigung von Bedarfen auch
und gerade über schon bestehende, langfristige Rahmenverträge verursacht.
Insgesamt erteilte der SID im Jahr 2020
205 Aufträge mit einem Gesamtvolumen von 70,23 Millionen EUR
(brutto)
. Hiervon entfielen
22 Aufträge auf EU-weite Vergabeverfahren mit einem Gesamtvolumen von
über 65 Millionen EUR (brutto).
In
16 nationalen Ausschreibungen
wurde zudem ein
Auftragsvolumen von gut 1,7 Millionen EUR (brutto)
vergeben; weitere ca.
3,3 Millionen EUR (brutto) in 167 Freihändigen Vergaben
.
Rahmenverträge
Zu den in 2020 neu abgeschlossenen Rahmenverträgen, aus denen die Behörden des Freistaates Sachsen IT-
Services abrufen können, gehören zum einen
der neue Rahmenvertrag zum Bezug von Microsoft-Produk-
ten auf Grundlage des Select-Vertrages des BMI mit Microsoft
und ergänzend zu den zwei großen schon
bestehenden Saxonia-Client-Rahmenverträgen zu Notebooks und Monitoren der
neu hinzugekommene zu
Desktops (Auftragswert 6 Mio. Euro)
. Neu abgeschlossen wurden zudem
Rahmenverträge zu Bezahltermi-
nals, Beratungsleistungen im Prozessmanagement, zur Verfahrensentwicklung im Onlinezugangsgesetz
(die beiden letzten unter Federführung der Sächsischen Staatskanzlei)
und zu Zahlungsverkehrsleistungen
.
Alle Rahmenverträge
wurden durch die Behörden auch und gerade Corona-bedingt im Jahr 2020
in über-
großem Umfang genutzt
. Insbesondere die
Saxonia-Client-Rahmenverträge mit der Abrufmöglichkeit aus
dem SID-eigenen IT-Warenhaus
standen dabei im Fokus. Auch wenn einzustellen ist, dass es bei den gebun-
denen Lieferanten durchaus Corona-bedingte Lieferengpässe aus China gab und zahlreiche Produktanpassun-
gen über Change Requests notwendig wurden.
Ein Nachprüfungsverfahren gem. § 8 Abs. 2 SächsVergabeG vor der Aufsichtsbehörde im Unterschwel-
lenwertbereich war 2020 ebenso wenig anhängig wie ein Nachprüfungsverfahren gemäß § 160 GWB vor
der Vergabekammer des Freistaates Sachsen im Oberschwellenwertbereich.
EU-Vergabeverfahren
Nationale Ausschreibungen
Freihändige Vergaben
1,7
3,3
65
Mio. €
167
16
22

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30
ZENTRALE AUFGABEN & IT-VERGABEN
Finanzmanagement
Herausforderungen in 2020
Die Arbeit im Fachbereich Finanzmanagement und Controlling war 2020 bestimmt durch die bis zum
1. Januar 2021 umzusetzenden
Änderungen im Umsatzsteuerrecht
. Für das Jahr 2020
ergab die umsatz-
steuerrechtliche Prüfung, dass der SID einen Betrieb gewerblicher Art (BgA) hat und damit für bestimmte
Leistungen umsatzsteuerpflichtig wird.
Zur Unterstützung der Vorbereitungen des SID auf diese gravierenden Änderungen wurde eine Steuerberater-
kanzlei gewonnen. Die maßgeblichen Leistungen für die
Umstellung in konzeptioneller, organisatorischer
und softwaretechnischer Sicht
wurden jedoch vom Fachbereich selbst erbracht. Auch als im Mai 2020 im
Rahmen des ersten Coronasteuerhilfegesetzes der Übergangszeitraum zur Anwendung des neuen §2b UStG
bis zum 31. Dezember 2022 verlängert wurde, bedeutete dies kein Ende der Anstrengungen. So müssen z. B.
noch die monatlichen Umsatzsteueranmeldungen des Jahres 2020 korrigiert werden.
Wegen der Corona-Pandemie wurde auch die Arbeit des Fachbereiches seit März 2020 zu großen Teilen im
Homeoffice erbracht. Die Rechnungsbearbeitung und –freigabe konnte auf digitale Workflows in VIS.SAX
umgestellt werden. Notwendige Unterschriften wurden später manuell nachgeholt.
Die im zweiten Coronasteuerhilfegesetz vom Juni 2020 beschlossene
Mehrwertsteuersenkung führte zu zu-
sätzlichem Aufwand
. Bereits bezahlte Lieferantenrechnungen mussten storniert und an den neuen Mehr-
wertsteuersatz angepasst werden.
Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt war die
seit 18. April 2020 geltende Verpflichtung zur Annahme und
Verarbeitung von E-Rechnungen
. E-Rechnungen werden seither in VIS.SAX eingestellt und dort per Ge-
schäftsgang zur weiteren Bearbeitung verfügt. Im Zuge dieser Verpflichtung wurden und werden weitere
or-
ganisatorische und softwaretechnische Änderungen in der ERP-Software
notwendig.
Bis Anfang 2020 nutzten der SID und das Landesrechenzentrum Steuern (LRZS) zum Teil gleiche Daten in der
ERP-Software. Im Rahmen des
pro
SID-Projektes FINES erfolgte nun eine
Trennung der Mandanten
. Seitdem
können SID und LRZS die Software komplett unabhängig voneinander nutzen.
Zum Projekt FINES bestanden auch in 2020 enge Wechselwirkungen. In
mehrtägigen Workshops
wurden die
aktuellen Anforderungen des Rechnungswesens an die ERP-Software
definiert. Die Anforderungen an das
Rechnungswesen wiederum haben sich wegen der Einführung neuer Kontierungselemente im Zuge der Er-
stellung des SID-Servicekataloges, der Umsatzsteuerthematik, der Verarbeitung von E-Rechnungen und
schließlich durch stetig steigende Ansprüche an die Leistungsabrechnungen des SID stark erhöht.
Der
kaufmännische Jahresabschluss 2019
konnte
zum 30. September 2020 fristgerecht erstellt
und dem
Verwaltungsrat vorgelegt werden. Gleichzeitig wurde ein Prüfbericht nach §53 Haushaltsgrundsätzegesetz
zur Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung vorgelegt.
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© Bild von edar auf Pixabay

31
ZENTRALE AUFGABEN & IT-VERGABEN
Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage im Geschäftsjahr 2019, Auszug aus dem Lagebericht &
Jahresabschluss 2019 (ohne LRZS)
Die
Ertragslage
hat sich gegenüber dem Jahr 2018 erfreulich entwickelt. So konnte zum 31. Dezember 2019
ein positives Ergebnis der gewöhnlichen Verwaltungstätigkeit von 395,8 T€ (-643,1 T€ in 2018) erreicht wer-
den. Insgesamt ergibt sich nach Einbeziehung der sonstigen Steuern ein Jahresüberschuss von 394,8 T€ (Jah-
resfehlbetrag -663,4 T€ in 2018).
Das Eigenkapital
(Gewinnvortrag aus den Vorjahren) in Höhe von 997,6 T€
konnte sich
dadurch nunmehr
auf 1.392,4 T€ erhöhen
.
Die
Gesamterträge
beliefen sich auf 68.214,5 T€. Dies bedeutet eine
Steigerung im Vergleich zum Vorjahr
(2018: 64.107,2 T€)
um 4.107,3 T€ bzw. 6,41%.
Die
Transfererträge
belaufen sich im Berichtsjahr auf 20.721,7 T€. (2018: 7.329,6 T€). In den Transferträgen
sind ganz überwiegend
Zuschussmittel
für den laufenden Betrieb und
Investitionen
sowie
Rückzahlungen
des SID an Kunden enthalten. Die gegenüber dem Vorjahr verzeichnete
Steigerung der Transfererträge von
über 180%
hat im Wesentlichen zwei Gründe: zum einen hat der SID im Berichtsjahr erheblich mehr Mittel
für Investitionen von Kunden erhalten (2018: 1.724,8 T€, 2019: 4.850,5 T€). Zum anderen wurde im Berichts-
jahr der Abrechnungsmodus für SVN-Leistungen gegenüber den Kunden umgestellt. Der Anteil der Transfer-
erträge an den Gesamterträgen beträgt in 2019 ca. 30%.
Die
Leistungserlöse verminderten sich im Gegenzug
zum Anstieg der Transfererträge von 54.550,2 T€ in
2018 auf 44.454,8 T€ im Berichtsjahr. Es handelt sich hierbei also um eine Verschiebung der Erträge inner-
halb der Ertragskategorien.
Auch bei den
sonstigen betrieblichen Erträgen
(2019: 3.053,5 T€) ist ein
Rückgang
im Vergleich zu 2018
(4.136,8 T€) um ca. 25% zu verzeichnen. Auch hier liegt die Ursache in Einmaleffekten des Jahres 2018.
Für den Staatsbetrieb bestehen
keine nennenswerten Preisänderungs-, Währungs-, Ausfall- und Liquidi-
tätsrisiken
. Die Liquidität ist aufgrund der Zuschussfinanzierung durch die Sächsische Staatskanzlei stets
gesichert. Der Zahlungsverkehr des SID wird über die Hauptkasse des Freistaates Sachsen abgewickelt, die
auch das Mahnwesen zentral wahrnimmt.
GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
31.12.2019
31.12.2018
1. Transfererträge
20.721.685,73 €
7.329.590,58 €
2. Leistungserlöse
44.454.829,77 €
54.550.210,87 €
3. Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen
15.562,29 €
1.909.422,32 €
4. sonstige betriebliche Erträge
3.053.544,70 €
4.136.829,54 €
5. Materialaufwand
43.921.106,08 €
43.713.775,12 €
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs-, Betriebsstoffe und bezogene Waren
283.352,19 €
181.805,09 €
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen
43.637.753,89 €
43.531.970,03 €
6. Personalaufwand
13.553.619,13 €
12.463.101,64 €
a) Löhne und Gehälter
11.389.671,84 €
10.650.147,52 €
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und
Unterstützung
2.163.947,29 €
1.812.954,12 €
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des
Anlagevermögens und Sachanlagen
2.755.271,21 €
2.247.609,04 €
8. sonstige betriebliche Aufwendungen
7.588.706,23 €
6.325.808,64 €
9. Ergebnis der gewöhnlichen Verwaltungstätigkeit
395.795,26 €
- 643.085,77 €
sonstige Steuern
1.012,00 €
20.272,83 €
Jahresüberschuss / Jahresfehlbetrag
394.783,26 €
- 663.358,60 €
31

32
ZENTRALE AUFGABEN & IT-VERGABEN
AKTIVA
31.12.2019
31.12.2018
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1.023.482,08 €
624.683,86 €
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte
1.023.482,08 €
624.683,86 €
II. Sachanlagen
5.948.579,17 €
4.870.452,78 €
1. technische Anlagen und Maschinen
5.717.865,04 €
4.510.592,12 €
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
230.714,13 €
359.860,66 €
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
12.794,07 €
28.356,36 €
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
0,00 €
0,00 €
2. unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen
12.794,07 €
28.356,36 €
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
15.580.298,54 €
7.178.344,86 €
1. Forderungen aus Zuweisungen und Zuschüssen
0,00 €
1.797.349,12 €
2. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
393.363,78 €
5.364.319,88 €
3. Forderungen gegen verbundene Unternehmen und
Einrichtungen
15.186.934,76 €
15.315,76 €
4. sonstige Vermögensgegenstände
0,00 €
1.360,10 €
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten
551.515,56 €
12.568.553,89 €
C. Rechnungsabgrenzungsposten
3.170.571,30 €
3.428.724,31 €
Bilanzsummer AKTIVA
26.287.240,72 €
28.699.116,06 €
PASSIVA
31.12.2019
31.12.2018
A. Eigenkapital
I. Nettokapital
0,00 €
0,00 €
II. Gewinnvortrag
997.578,29 €
1.660.936,89 €
III. Jahresüberschuss
394.783,26 €
-663.358,60 €
B. Sonderposten für Investitionen
6.972.061,25 €
5.495.136,64 €
C. Rückstellungen
1.486.392,59 €
6.952.436,70 €
sonstige Rückstellungen
1.486.392,59 €
6.952.436,70 €
D. Verbindlichkeiten
15.457.685,89 €
13.758.352,98 €
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
3.370.603,04 €
0,00 €
2. Verbindlichkeiten aus Zuweisungen und Zuschüssen
1.016.301,35 €
0,00 €
3. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen
2.256.511,87 €
2.865.380,47 €
4. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
7.860.940,36 €
7.795.568,66 €
5. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
62.241,02 €
74.163,75 €
6. Verbindlichkeiten gegenüber anderen staatlichen
Behörden und Einrichtungen
0,00 €
0,00 €
7. Sonstige Verbindlichkeiten
891.088,25 €
3.023.240,10 €
E. Rechnungsabgrenzungsposten
978.739,44 €
1.495.611,45 €
Bilanzsumme PASSIVA
26.287.240,72 €
28.699.116,06 €
Die
Bilanzsumme verringerte sich
um 2.411,9 T€ auf 26.287,2 T€ (28.699,1 T€ in 2018).
Der
Buchwert des Anlagevermögens erhöhte sich
um 1.477,0 T€ auf 6.972,1 T€.
Das
Umlaufvermögen sank
im Berichtsjahr von 2018: 19.775,3 T€ auf nunmehr in 2019 16.144,6 T€.

33
ZENTRALE AUFGABEN & IT-VERGABEN
Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2019
Zugänge
Abgänge
31.12.2019
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
7.193.150,91 €
1.209.787,76 €
2.951,20 €
8.399.987,47 €
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte
7.193.150,91 €
1.209.787,76 €
2.951,20 €
8.399.987,47 €
II. Sachanlagen
10.565.239,72 € 3.028.000,68 €
82.001,86 € 13.511.238,54 €
1. Technische Anlagen und Maschinen
8.678.069,58 €
2.568.650,90 €
61.492,30 €
11.185.228,18 €
2. Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung
1.887.170,14 €
459.349,78 €
20.509,56 €
2.326.010,36 €
GESAMT Anlagevermögen
17.758.390,63 €
4.237.788,44 €
84.953,06 € 21.911.226,01 €
Abschreibungen
01.01.2019
Zugänge
Abgänge
31.12.2019
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
6.568.467,05 €
808.940,10 €
901,76 €
7.376.505,39 €
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte
6.568.467,05 €
808.940,10 €
901,76 €
7.376.505,39 €
II. Sachanlagen
5.694.786,94 €
1.946.331,11 €
78.458,68 €
7.562.659,37 €
1. Technische Anlagen und Maschinen
4.167.477,46 €
1.361.369,98 €
61.484,30 €
5.467.363,14 €
2. Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung
1.527.309,48 €
584.961,13 €
16.974,38 €
2.095.296,23 €
GESAMT Anlagevermögen
12.263.253,99 €
2.755.271,21 €
79.360,44 € 14.939.164,76 €
Buchwerte
31.12.2018
31.12.2019
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
624.683,86 €
1.023.482,08 €
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte 624.683,86 €
1.023.482,08 €
II. Sachanlagen
4.870.452,78 €
5.948.579,17 €
1. Technische Anlagen und Maschinen
4.510.592,12 €
5.717.865,04 €
2. Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung
359.860,66 €
230.714,13 €
GESAMT Anlagevermögen
5.495.136,64 €
6.972.061,25 €
Entwicklung des Anlagevermögens

image
IT-VERFAHREN

image
IT-VERFAHREN
35
Verbundentwicklung
Trendumkehr = Erfüllung der Verbundquote erreicht
Im Statistischen Verbund werden jährlich ca. 1.000 Personenmonate (PM)
Softwareentwicklungsleistungen
erbracht, die nach dem Königsteiner Schlüssel auf die einzelnen Ämter verteilt werden. Der von
Sachsen
zu
erbringende Anteil liegt somit bei
ca. 50 PM
. In der Vergangenheit wurde der größte Teil dieser Leistungen
im Bereich der Programmierung für das Unternehmensregister erbracht. Bedingt durch eine neue Aufgaben-
verteilung zwischen dem Statistischen Bundesamt und den Landesämtern, wurde für Sachsen eine Neuorien-
tierung zur Erfüllung der Verbundquote nötig.
Die bereits im Jahr 2018 begonnene Übernahme von neuen Aufgaben aus dem Bereich der Anpassungen und
der Weiterentwicklung der Statistischen Fachverfahren konnte in 2020 weiter fortgesetzt und konsolidiert
werden.
Gemäß den Absprachen im Verbund übernimmt Sachsen hier vor allem Aufgaben aus den Fach-
clustern „Sozialhilfe“, „Pflege“ und „Gesundheit“.
Ein großer Anteil der zu erbringenden Leistungen wurde
im
Gesamtprojekt „Anpassungsprogrammierung Krankenhausstatistik“
mit der Umsetzung zahlreicher Ein-
zelanforderungen erbracht. Die Palette der Aufgaben reichte
»
von der Ertüchtigung für die Parallelbearbeitung mehrerer Berichtsjahre,
»
über die Verbesserung der Fehlerstatistik,
»
die Ausweitung der Ausprägung des Merkmals Geschlecht auf divers,
»
einschließlich der damit zusammenhängenden Geheimhaltungsproblematik,
»
bis hin zu zusätzlichen Exportmöglichkeiten
»
und der Anbindung der aktuellen MS-Officeformate.
Ein zweiter wichtiger Bestandteil der Verbundaufgaben aus dem Cluster Gesundheit besteht in der Umset-
zung und Anpassung der Tabellenprogrammierung für die Krankenhausstatistik.
Mit der
Betreuung des Fachverfahrens für die Statistiken zu den Informations- und Kommunikations-
technologien in Unternehmen (IKE)
wurde ein weiteres Projekt aus dem Bereich der Verbundprogrammie-
rung nach Kamenz übernommen. Neben den üblichen jährlichen Anpassungen der Programme für die aktu-
elle Erhebung war hier die
Anbindung an das QuiV
in 2020 zu realisieren. QuiV steht für Qualitätsdaten-
blätter im Verbund und bezeichnet ein
statistikübergreifendes Verfahren zur Gewinnung von Qualitäts-
kennzahlen zum statistischen Produktionsprozess
.
Ein weiteres und in den beiden Vorjahren etabliertes Standbein für die Erfüllung der Verbundquote für die
Softwareentwicklungsleistungen ist die
Programmierung von Formularen für den Onlinedateneinzug
. Im
vergangenen Jahr konnten 15 Aufträge übernommen werden, die die Neuprogrammierung bzw. die Anpas-
sung von insgesamt 24 verschiedenen Onlineformularen beinhalteten. Der inhaltliche Schwerpunkt lag auch
hier auf den Fachclustern „Sozialhilfe“, „Pflege“ und „Gesundheit“.
Zusätzlich
dazu hat Sachsen aus dem Be-
reich der
Umweltstatistiken
die Formulare für die Abfallerhebungen übernommen.
Nach den Defiziten bei Verbundquotenerfüllung in den Jahren 2018 und 2019 steht nunmehr für 2020
wieder ein Plus in der Endabrechnung.
EMSy
Unterstützung des statistischen Erhebungsprozesses
Zentraler Baustein für die
Unterstützung des gesamten statistischen Erhebungsprozesses ist das Erhe-
bungsmanagementsystem (EMSy)
. Beginnend mit der Übernahme des Berichtskreises für die konkrete statis-
tische Erhebung werden alle folgenden Prozesse, also der Versand der Erhebungsunterlagen, die Eingangs-
kontrolle, ggf. ein Neuversand, die Verarbeitung von Adressinformationen bis hin zu möglicherweise
notwendigen Verwaltungsverfahren wie Widerspruchs-, Zwangsgeld-, oder Bußgeldbescheid in diesem ein-
heitlichen System bearbeitet und überwacht.

36
IT-VERFAHREN
Die im März 2019 unter Federführung des Statistischen Landesamtes Sachsen (StLA) und des SID entstan-
dene EMSy-Nutzergruppe kann auch auf ein erfolgreiches Jahr 2020 zurückschauen. In den insgesamt acht
Nutzerämtern des Erhebungsmanagementsystems (Bremen, Hessen, Bayern, Mecklenburg-Vorpommern,
Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen) und dem Statistischen Bundesamt ist die Nutzung des Systems immer
noch sehr differenziert. Neben Nutzerämtern mit bereits deutlich etabliertem Verfahrensbetrieb gibt es ei-
nige, die sich noch in der Einführungsphase befinden.
Ab März 2020 wurde die dafür vorgesehene Unterstützung durch ein entsprechend aufgelegtes Lehrgangs-
programm durch die Corona-Pandemie und die damit verbundene Unmöglichkeit von Präsenzschulungen be-
einträchtigt. Als Alternative konnten alsbald
virtuelle Schulungen unter Nutzung von Webkonferenzsyste-
men
vorbereitet und angeboten werden. Die hierbei mögliche Stückelung komplexer Schulungsinhalte in
übersichtlichere Teile und die Möglichkeit kurzfristiger Aufarbeitung erkannter Probleme mit den vermittel-
ten Inhalten in Folgekonferenzen erscheint in der Reflexion der Schulungsaktivitäten sogar vorteilhaft ge-
genüber dem kompakten Zweitagesschulungsangebot.
Ergonomieuntersuchung
Ende 2019 wurde im Zusammenhang mit der entstandenen Nutzergruppe durch die Personalvertretung des
StLA eine
Softwareergonomieuntersuchung
initiiert. Dazu wurde im I. Quartal 2020 ein
Onlinefragebogen
,
der den Fragekatalog zur Beurteilung von Software auf der Grundlage der Internationalen Ergonomie-Norm
nach DIN EN ISO 9241-110 (nach Prüm-
per & Anft) abbildet, entwickelt und den
Mitgliedern der Nutzergruppe zur Verfü-
gung gestellt.
Die Auswertung der eingegangenen Er-
gebnisse erarbeitete im Rahmen einer
Studienarbeit ein Berufsakademie-Stu-
dent, der Teil des EMSy-Entwicklerteams
ist. Die in der Form einer symmetrischen
bipolaren Ratingskala vorliegenden Fra-
gebogenergebnisse wurden statistisch
durch Ermittlung der Mittelwerte und
Standardabweichungen untersucht und
durch Box-Plot- und Spiderweb-Grafi-
ken veranschaulicht. Im Ergebnis liegen
belastbare Erkenntnisse zu den sieben
Themenkomplexen, die für die Bewer-
tung des Dialoges zwischen Mensch und
Software als wichtig gelistet sind, vor.
Aus technologischen Gründen (Ablösung von Rich-Client-Verfahren) ist für das EMSy-System die
Neupro-
grammierung der Nutzeroberfläche in Webtechnologie geplant
. Hierfür liefert neben der fachlichen Diskus-
sion in der Nutzergruppe diese Ergonomieuntersuchung bedeutende Ansätze.
Anzahl der registrierten Eingänge zu Auskunftspϐlichtigen 2020
0
50.000
100.000 150.000 200.000 250.000 300.000 350.000 400.000
destatis
Hessen
Bayern
Sachsen
Sachsen-Anhalt
Thüringen
Anzahl der registrierten Eingänge zu Auskunftspflichtigen 2020
0,58
0,07
1,15
- 0,30
0,09
- 0,08
- 0,27
Aufgabenangemessenheit
Selbstbeschrei-
bungsfähigkeit
Erwartungs-
konformität
Steuerbarkeit
Lernförderlichkeit
Fehlertoleranz
Individualisierbarkeit
Wichtigkeit für den Nutzer
aktueller Stand von EMSy laut Fragebogen
anzustrebender Mindestzielwert von 1,0 in der Entwicklung von EMSy

image
37
IT-VERFAHREN
Regionalregister
FWS
GENESIS
Gemeinsames Neues Statistisches Informationssystem
GENESIS ist ein von den Statistischen Landesämtern und dem Statistischen Bundesamt
gemeinsam entwi-
ckeltes metadatengestütztes Datenbanksystem für die Amtliche Statistik Deutschlands
. Es bietet die Mög-
lichkeit, die Ergebnisse der Statistikproduktion deutschlandweit
auf einer einheitlichen Plattform innerhalb
der Ämter
(GENESIS-Client)
und öffentlich im Internet
(GENESIS-Online) darzustellen.
GENESIS
wird
seit 20 Jahren
und
GENESIS-Online seit 15 Jahren
unter der Verantwortlichkeit des Statisti-
schen Landesamtes des Freistaates Sachsen und seit dessen Gründung
vom SID betrieben und befüllt
. Beide
enthalten mittlerweile ein umfangreiches, fachlich und regional tief gegliedertes Datenangebot zu über 170
Themenfeldern. Diese Daten können im GENESIS-Client durch selbst erstellte oder in GENESIS-Online durch
bereitgestellte Tabellen, die durch Auswahlmöglichkeiten an individuelle Suchbedarfe anpassbar sind, abge-
rufen werden. 2020 wurden alle Themen turnusmäßig aktualisiert und wenn notwendig nach den Wünschen
der Fachbereiche im Statistischen Landesamt erweitert. Die Nutzer konnten sich zu inhaltlichen und bedie-
nungstechnischen Fragen jederzeit an die Kolleginnen des GENESIS-Teams wenden.
GENESIS und GENESIS-Online werden
kontinuierlich weiterentwickelt und den Bedürfnissen der Betreiber
und Nutzer angepasst
. In Sachsen wurden Anfang 2020 beide Anwendungen von der Version 4.1 auf die Ver-
sion 4.2 umgestellt. Diese Umstellung bringt für GENESIS-Online vor allem ein verändertes Outfit und durch
die Verschiebbarkeit von Tabellenelementen eine noch höhere Anpassbarkeit der Tabellen an individuelle
Wünsche des öffentlichen Nutzers.
zeBRA / VDM
Unterstützung der Landwirtschaftszählung 2020
Grundlage für die
statistischen Erhebungen im Bereich der Landwirtschaft
ist
das zentrale Betriebsregister
AGRAR - zeBRA
. In diesem Register werden alle in den zahlreichen Statistiken aus dem Bereich Landwirt-
schaft berichtspflichtigen Betriebe geführt, damit bundesweit einheitlich die Berichtskreise für die durchzu-
führenden Erhebungen ermittelt werden können. Zur Entlastung der Betriebe werden zunehmend Daten aus
den unterschiedlichsten Verwaltungsquellen genutzt: u. a. INVEKOS - das Integrierte Verwaltungs- und Kont-
rollsystem der Europäischen Union und HIT - das Herkunftssicherungs- und Informationssystem für Tiere.
Die Arbeiten zur Weiterentwicklung und Pflege dieses Registers standen im vergangenen Jahr ganz im Zei-
chen der
Landwirtschaftszählung LZ2020
. Die LZ2020 ist eine
statistische Großerhebung
, die einen umfas-
senden Datenbestand zu Themen wie
Bodennutzung, Tierbestand, ökologischen Landbau
, aber auch
Eigen-
tums- und Rechtsverhältnisse
oder
Fördermaßnahmen
liefert.
Die daraus resultierenden fachlichen Anforderungen wurden in
zwei neuen Versionen der Software
eingear-
beitet, die im Januar bzw. im Oktober des Jahres für den Statistischen Verbund freigegeben werden konnten.
Da
Sachsen
auch als
Betreiberland für den ZPD-Betrieb
(zentrale Produktion und Datenhaltung) des zeBRA/
VDM die Verantwortung übernommen hat, bestanden im Zusammenhang mit der LZ2020 naturgemäß auch
erhöhte Anforderungen für die fachliche und systemtechnische Betreuung des Verfahrensbetriebes. Diese
Aufgaben konnten insgesamt mit der notwendigen Unterstützung aus dem Rechenzentrum und dem zustän-
digen Fachbereich des Statistischen Landesamtes gut gemeistert werden.

image
38
IT-VERFAHREN
Regionalregister
Fortsetzung der Arbeiten
Das Regionalregister Sachsen ist das
Verzeichnis aller administrativen und sachbezogenen Regionaleinhei-
ten
im Freistaat Sachsen. Es bildet die komplette administrative Struktur
seit der Gründung des Freistaates
am 3. Oktober 1990 hierarchisch
ab. Sämtliche Regionaleinheiten und Gebietsänderungen können recher-
chiert werden. Die amtliche Statistik arbeitet fast durchweg mit dem Regionalbezug, darin liegt die beson-
dere Bedeutung dieses Registers.
Auch in 2020 wurden die Entwicklungsarbeiten in diesem Projekt fortgesetzt. Im Fokus standen hier weitere
Recherche- und Downloadfunktionalitäten und die
Einbindung der OWASP Enterprice Security API (ESAPI)
.
Im Ergebnis konnte nach einem umfangreichen Penetrationstest im September die diesbezügliche Fehlerfrei-
heit der Anwendung festgestellt werden, so dass einer Freigabe für die Veröffentlichung im Internet aus
Gründen der IT-Sicherheit nichts mehr im Wege steht. In Arbeit sind aktuell noch einige notwendige Anpas-
sungen, die aus der EU-Richtlinie über den „barrierefreien Zugang zu den Websites und mobilen Anwendun-
gen öffentlicher Stellen“ resultieren.
Im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums des Innern entwickelte und betreibt der SID ein
Frühwarn-
system „Kommunale Haushalte“
. Sich abzeichnende finanzielle Problemlagen bei Kommunen und Landkrei-
sen sollen damit frühzeitig erkennbar gemacht werden, um im Zusammenwirken zwischen Kommunen und
Rechtsaufsicht gegensteuern und eine Verschlechterung der Situation verhindern zu können.
Das System besteht aus
drei Komponenten
: einer
Onlinedateneinzugslösung
, einer
Verarbeitungskompo-
nente
insbesondere für die Erstellung weiterverwendbarer Office-Formate und einer
Internetpräsentation
.
Für alle drei Komponenten wurden in den vergangenen Jahren Lösungen bereitgestellt, die unmittelbar dem
Technologiekorridor entstammen, der für die Aufgabenerfüllung in der amtlichen Statistik bereitsteht.
Auf Grund einer
umfangreichen Anforderungsliste für neue bzw. angepasste Funktionen
wurde für dieses
System im Sommer des Jahres ein entsprechendes Update vorbereitet und bereitgestellt.
FWS
Statistik IT - Know How für andere Auftraggeber

image
39
IT-VERFAHREN
FAG / GFRG / HARTZ IV
Vollzug Auszahlungen an die sächsischen Kommunen
Die
Verfahren Kommunaler Finanzausgleich (SächsFAG), Gemeindeanteile Einkommen- und Umsatzsteuer
(GFRG) und Sonderlastenausgleich HARTZ IV
beschäftigen sich mit Auszahlungen an die Kommunen und
werden durch den SID auf einer einheitlichen technologischen Basis zur Verfügung gestellt. Auftraggeber
sind das Statistische Landesamt und die Landesdirektion Sachsen.
Im Berichtszeitraum wurden im Rahmen dieser IT-Verfahren
ca. 5,5 Milliarden Euro an die Kommunen aus-
gezahlt
. So erhielten die Kommunen folgende Zuweisungen:
ı
allgemeine und investive Zuweisung bzw. Zuweisungen einer
Finanzausgleichsumlage
ı
Zuweisungen aus dem
Straßenlastenausgleich
ı
Zuweisungen für
übertragene Aufgaben
ı
Zuweisungen aus dem
Mehrbelastungsausgleich
ı
Investitionspauschale zur
Stärkung der Investitionskraft
der Kommunen
ı
Zuweisung nach §20a SächsFAG für die
Instandhaltung von Straßen und Radwegen
ı
Pauschale zur
Stärkung des ländlichen Raumes
ı
Pauschale zur Unterstützung der
Gewässerunterhaltung
ı
Wahlkostenerstattungen
für die Landtagswahl
ı
Auszahlungen für Gemeindeanteil an
Einkommen- und Umsatzsteuer
ı
Zuweisungen aus dem
Sonderlastenausgleich HARTZ IV
Hinzu kamen im Jahr 2020
Zuweisungen zur Überwindung der Belastungen durch die COVID-19-Pande-
mie
. Durch den SID wurden dabei u. a. folgende Leistungen erbracht:
ı
Einlesen von
Ausgangsdaten
ı
Berechnungen
laut Fachkonzept
ı
Erstellung der
Zahlungsdateien
ı
Erstellung der
Zahllisten
ı
Erstellung der
Datenträgerbegleitscheine
ı
Erstellung verschiedener
Festsetzungsbescheide
Kommunaler Finanzausgleich
(SächsFAG)
416 Gemeinden
3 kreisfreie Städte
10 Landkreise
10 Berechnungen
28 Zahlbarmachungen
4.026 Millionen Euro
Gemeindeanteile Einkommen-
und Umsatzsteuer (GFRG)
416 Gemeinden
3 kreisfreie Städte
9 Berechnungen
10 Zahlbarmachungen
1.427 Millionen Euro
Sonderlastenausgleich
HARTZ IV
3 Kreisfreie Städte
10 Landkreise
6 Berechnungen
12 Zahlbarmachungen
201 Millionen Euro
© Bild von stux auf Pixabay

Das Entwicklerteam stellte dem Auftraggeber Statistisches Landesamt am Ende des zweiten Quartals 2020
einen ersten Meilenstein des neu zu entwickelnden Wahlclients zum Test zur Verfügung.
Im Rahmen des Wechsels der Projektleitung auf der Auftraggeberseite wurde beschlossen, die vorliegenden
Anforderungsdokumente zu prüfen und eine erneute Anforderungsanalyse durchzuführen, die vom SID im
Rahmen von Workshops unterstützt wurde. Seit November 2020 ist ein Mitarbeiter des Entwicklungsteams
an das Gesundheitsamt Bautzen zur Unterstützung der Kontaktnachverfolgung im Rahmen der Corona-Pan-
demie abgeordnet. Der Auftraggeber prüft als Alternative zur Eigenentwicklung den Einsatz einer Kaufsoft-
ware. Eine Entscheidung ist im Berichtszeitraum nicht gefallen.
IT-VERFAHREN
KOMFIN
Informationssystem Kommunalfinanzen
Das Informationssystem Kommunalfinanzen (KOMFIN) ist eine
Sammlung von Rechtsgrundlagen, statisti-
schen Kassendaten und Eckdaten aus dem Vollzug des Sächsischen Kommunalen Finanzausgleichs FAG,
des Gemeindefinanzreformgesetzes GFRG und des Sonderlastenausgleichs HARTZ IV
. KOMFIN hilft dem
Sächsischen Staatsministerium der Finanzen bei der
Beurteilung der wirtschaftlichen Lage
einzelner Kom-
munen und bei der
Entscheidung über Anträge auf Bedarfszuweisungen
. Den Rechtsaufsichtsbehörden hilft
es bei der raschen
Bewertung der Haushaltslage
der in ihrer Aufsicht stehenden Kommunen.
Im Rahmen des
E-Government
sollen zukünftig die sächsischen Landkreise, kreisfreien Städte, Städte und
Gemeinden Zugriff auf die Webanwendung KOMFIN erhalten. Dabei sollen
Informationen sowie Dokumente
im Zusammenhang mit den Finanzzuweisungen
(gesetzliche Grundlagen, Ausgangsdaten für die Berech-
nungen, die Höhe der aktuellen Zuweisungen, Zeitreihen, Festsetzungsbescheide, sonstige Mitteilungen)
nur
noch online
über dieses System bereitgestellt werden. Berücksichtigung findet allerdings auch ein Postver-
sand, wenn die Bescheide nicht im festgelegten Zeitraum abgeholt werden.
Unter diesem Aspekt wurde das aktuell bestehende Rollen- und Rechtekonzept angepasst bzw. erweitert.
Zahlreiche Berichte innerhalb der Anwendung mussten so gefiltert werden, dass die unterschiedlichen Kom-
munen nur Zugriff auf ihre Daten erhalten. Durch die
Nutzung der Virtual Private Database – Technologie
(VPD) der Oracle-Datenbank
war es in kürzester Zeit möglich, diese Anforderung zu realisieren und eine
Testversion dem Auftraggeber Statistisches Landesamt zur Verfügung zu stellen. Die programmtechnische
Umsetzung wird in 2021 abgeschlossen.
Wahlen
Projekt Neuentwicklung Wahlclient
40
Der SID entwickelte und betreibt im Auftrag der Sächsischen Staatskanzlei (SK) eine
Personalstrukturdaten-
bank
. Im Berichtszeitraum lag der Schwerpunkt auf der Konzeption und der softwaretechnischen Umsetzung
einer
datenschutzkonformen Anonymisierungsfunktion für Datensätze von aus dem Dienst- bzw. Arbeits-
verhältnis ausgeschiedener Bediensteter.
Ziel dabei war, dass sich die Auswirkungen der Anonymisierung auf
Auswertungen über mehrere Meldestichtage hinweg auf das absolut notwendige Maß beschränken.
Die gemeinsam mit dem Auftraggeber konzipierte Lösung wurde vom Sächsischen Datenschutzbeauftragen
bestätigt. Anschließend startete die Umsetzung.
Der Regelbetrieb der Personalstrukturdatenbank mit den Meldestichtagen 1. Januar 2020 und 1. Juli 2020 lief
im Berichtszeitraum störungsfrei.
PSD
Personalstrukturdatenbank der Sächsischen Staatskanzlei

image
IT-VERFAHREN
BAföG
Start bundeseinheitliche Plattform BAföG-E-Antrag
In den Berichtszeitraum fiel der
Start des Pilotbetriebs der bundesein-
heitlichen Plattform für den BAföG-E-Antrag
.
Seit dem 26. Oktober
2020 können
im Rahmen der auf ein halbes Jahr angelegten Pilotie-
rungsphase in den Ländern Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-
Westfalen, Hessen und Berlin
Anträge elektronisch eingereicht werden
.
Der SID entwickelt
das in den Bundesländern Sachsen, Baden-Württem-
berg, Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz eingesetzte IT-
Verfahren
BAföG21
und ist damit auch am Pilotbetrieb beteiligt.
Weiterhin war der SID
federführend für die Definition des Standards XBafög zum Austausch von Nach-
richten
zwischen der zentralen Antragsplattform und den Herstellern der jeweiligen Fachsoftware verant-
wortlich. Das Datenformat erlaubt es, einen
Antrag ausschließlich elektronisch mit allen notwendigen An-
lagen
zu stellen und die Daten
medienbruchfrei in die Fachsoftware
des jeweils zuständigen Amts
einzuspielen und dort dem Sachbearbeiter zur Bearbeitung zur Verfügung zu stellen.
Das neue Datenformat unterstützt auch die Rückrichtung, so dass der Antragsteller Informationen direkt aus
dem Amt über die zentrale Plattform erhalten kann. Dazu gehören neben der Information der abschließenden
Bearbeitung z. B. auch Rückfragen des Amts.
Im
Teilmodul BAföG21
wurden Ende des Jahres alle erforderlichen
Umbauarbeiten
weitgehend abgeschlos-
sen. Zwei Entwickler stellten in einer intensiven Überarbeitung quasi die gesamte Softwarelösung auf den
Kopf und räumten bestehende Schwachpunkte aus. Nunmehr kann im Jahr
2021
mit ausführlichen
Fachtests
in den Verbundländern
begonnen werden. Hier plant der SID mit einem Testzeitraum über vier Monate und
daran anschließend den produktiven Einsatz dieses Teilmoduls ab dem II. Quartal 2021. Die „alte“ Version des
Teilmoduls BAföG21 wird noch bis zum Ende des Jahres 2021 weiter gepflegt.
41

42
IT-VERFAHREN
SaxSVS
Sächsisches Schulverwaltungssystem
Im Geschäftsjahr 2020 wurden eine
Vielzahl von Anforderungen des Sächsischen Staatsministeriums für
Kultus (SMK) und des Landesamtes für Schule und Bildung (LaSuB) in den verschiedenen Modulen des
IT-Verfahrens umgesetzt
:
Schul- und Lehrermodul der allgemeinbildenden Schulen (ABS)
»
Anpassungen an den Zeugnisformularen aufgrund der Änderung der VwV Zeugnisformulare und der
Stundentafeln einzelner Schularten
»
Verbesserungen in der Auswahl / Findung der Art von Zeugnissen zu deren Erstellung
»
Implementierung neuer Funktionalitäten zur Erfassung des Impfstatus der Masernschutzimpfung von
Schülern und Lehrern nach § 20 Absatz 9 Infektionsschutzgesetz
»
Programmanpassungen bei der Behandlung von Abgängern in den Jahrgangsstufen 11 und 12, um
größere Abweichungen bei der Schülerzahlprognose des Statistischen Landesamtes beim Übergang
von der Klasse 10 zur Klasse 11 am Gymnasium zu vermeiden
Schulmodul der berufsbildenden Schulen (BBS)
»
Änderungen an der Schülerlaufbahn
»
Implementierung neuer Plausibilitäten
»
Änderungen und Erweiterungen an den Im- und Exporten
»
Änderungen in der Planung und bei der Berechnung des Theoretischen Grundbereiches
»
Erweiterung der Schnittstelle zum Schulaufsichtsmodul
Schulaufsichtsmodul
»
Anpassungen verschiedener Berichte und Berechnungen durch die Erweiterung der Geschlechter-
auswahl um die Auswahlmöglichkeit „divers“ und „ohne Angabe“ in Schulmodulen
»
Programmierung eines Exportes zum Erstellen von Tabellen mit Kontaktdaten der Schulen, um die
Schulen eines Sprengels (Schulbezirk), Standortes oder Landkreises schnell ermitteln zu können
»
Erstellung eines Exports zur Kontrolle der erhobenen Daten des Impfstatus Masernschutzimpfung der
Schulen auf Vollständigkeit
»
Anpassungen im größeren Maße an der Schnittstelle SaxSVS zu PEGASUS (Schulstatistik allgemein-
bildender Schulen) aufgrund der Erweiterung der Geschlechter „divers“ und „ohne Angabe“
»
Neuentwicklung der Schnittstelle SaxSVS zu PHÖNIX (Schulstatistik der berufsbildenden Schulen)
Eine Besonderheit des
Schulmoduls der allgemeinbildenden Schulen
liegt
im dezentralen Betrieb
. Derzeit
müssen über 1.300 produktive Installationen gewartet werden, was hohe Supportaufwände in den Schulen
selbst, im Service-Desk des SID und dem 2nd-Level-Support, der durch das LaSuB wahrgenommen wird, nach
sich zieht. Der dezentrale Betrieb bedingt weiterhin, dass die Daten nur einmal täglich mit dem Schulauf-
sichtsmodul synchronisiert werden, was die Reaktion auf Planungsfehler erschwert. Zukünftige Erweiterun-
gen des Lehrermoduls - wie z. B. die Implementierung eines digitalen Klassenbuches - lassen sich auf der
jetzigen Grundlage nicht sinnvoll realisieren, da kein Datenaustausch zurück in das Schulmodul vorgesehen
ist. Hinzu kommt, dass die technologische Basis des Schulmoduls in die Jahre gekommen ist. Das Support-
ende für das verwendete Java-User-Interface (UI)-Framework ist absehbar, ein Upgrade käme aufwandsmä-
ßig in die Nähe einer Neuprogrammierung.
Aus den vorgenannten Gründen beschloss der Auftraggeber SMK zusammen mit dem SID, ein
Projekt zur
Neuentwicklung des Schulmoduls auf einer grundlegend neuen technologischen Basis
aufzusetzen. Ana-
log zum SaxSVS-Modul für berufsbildende Schulen soll das bestehende Schulmodul für allgemeinbildende
Schulen (ABS) durch eine über das Internet erreichbare Webanwendung abgelöst werden.
Zunächst wurden im Rahmen eines Vorprojekts wesentliche technologische Fragen geklärt. Dazu gehört das
einzusetzende UI-Framework und die Systemarchitektur der Server-Anwendung. Der Vorteil der gewählten
modularen Systemarchitektur besteht vor allem in der Containerisierung der einzelnen Module. Damit kön-
nen z. B. etwaige zukünftige Technologiewechsel leichter vollzogen werden. Es ist weiterhin nicht notwendig,
dass alle Module in nur einer Sprache programmiert werden. Der UI-Prototyp wurde von SMK und LaSuB in
2020 bereits abgenommen und die eigentliche Neuentwicklung konnte beginnen.

43
IT-VERFAHREN
Auch im Schulaufsichtsmodul haben sich über die Jahre Defizite und Probleme angesammelt, die im Rahmen
der derzeitigen Softwarebasis nicht oder nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand behoben werden könn-
ten. Deswegen fiel auch hier die Entscheidung für eine Neuentwicklung. Die Arbeiten hierzu haben bereits
begonnen und ein erster Prototyp konnte dem SMK und dem LaSuB zum Testen bereitgestellt werden.
Schulstatistiken
PEGASUS und PHÖNIX
In den Erhebungen der amtlichen Statistik wird das „Geschlecht (nach Geburtenregister)“ erfasst. Seit dem
vergangenen Geschäftsjahr sind zu den bisher erhobenen Geschlechtsmerkmalen „männlich“ und „weiblich“
die weiteren Angaben „divers“ und „ohne Angabe“ aus dem Personenstandsgesetz hinzugekommen. Dies
stellte sowohl den Fachbereich des SID als auch das Statistische Landesamt vor eine große Herausforderung.
Alle Erhebungstabellen mit dem Merkmal Geschlecht mussten neu konzipiert und entwickelt werden
(PEGASUS ca. 200 Tabellen, PHÖNIX ca. 360 Tabellen). Aufgrund dieser völlig neuen Tabellenstrukturen waren
umfangreiche Änderungen/Erweiterungen in den verschiedenen Programmen zur Erfassung, Plausibilitätsprü-
fung, Erstellung von Erhebungs- und Summenbögen sowie der Schnittstelle zu SaxSVS umzusetzen.
Weiterhin stellte der Fachbereich im Berichtszeitraum dem Statistischen Landesamt und den berufsbildenden
Schulen eine
neue Version der Webanwendung PHÖNIX
zur Verfügung, die unter den Aspekten
Datensi-
cherheit, Datenschutz, Design mit Außenwirkung und Barrierefreiheit wesentliche Verbesserungen
auf-
weist. Dies wurde durch das
sehr positive Feedback der Anwender
bestätigt.
Oracle-Datenbank
SaxSVS-Module
Statische
Inhalte
HTML, CSS,
JS, Bilder,
PDF, ...
JavaSE
Teil des
Schulmoduls
z. B.:
Welcome
Page
JavaSE
Teil des
Schulmoduls
z. B.:
Schuldaten-
maske
JavaSE
Teil des
Schulmoduls
z. B.:
Lehrer-
maske
JavaSE
Teil des
Schulmoduls
z. B.:
Schüler-
maske
JavaSE
Teil des
Schulmoduls
alle weiteren
Masken
API-Loader, Loadbalancer
Anmeldung / SSO
Schulportal
Rechenzentrum mit Proxy / Firewall ...
Schulen
Internet /
SVN
Systemarchitektur Modulare Web-Anwendung für die Neuentwicklung SaxSVS Schulmodul (ABS)

44
IT-VERFAHREN
E-Government-Plattform
Überblick der Dienste im Sächsischen
Verwaltungsnetz 2.0

45
IT-VERFAHREN

46
IT-VERFAHREN
Im Jahr 2020 wurden im Bereich des Sächsischen Verwaltungsnetzes
verschiedene Anpassungen und tech-
nische Verbesserungen
durchgeführt.
ı
Die
Umstellung aller Festnetzanschlüsse auf digitale Technologie („All-IP-Umstellung“)
wurde zum
30. Juni 2020 abgeschlossen. Es wurden
insgesamt ca. 2.000 Anschlüsse einschließlich der vier
Landeskrankenhäuser
umgestellt. Parallel dazu wurden im Zuge der
Hochschulmigration 17 Hoch-
schulen
auf die neue Technologie umgestellt und in den Leistungsbereich SVN integriert.
ı
Der
WLAN-Ausbau an den SVN-Standorten
wurde weiter vorangetrieben. Aktuell sind
36 Behör-
denstandorte mit insgesamt ca. 700 Accesspoints
mit WLAN versorgt.
ı
Die zentrale
Microsoft Exchange Plattform
wurde auf die
Server-Version 2016
angehoben.
Konzeptionelle Arbeiten
Neben den technischen Arbeiten wurden
verschiedene Konzepte und Themen zur strategischen Weiterent-
wicklung des SVN
vorangetrieben.
ı
Der
Umstieg von IPv4 auf IPv6
soll mittelfristig der Knappheit der IP-Adressen vorbeugen und auch
neue Anwendungsfelder, wie
Machine-to-Machine-Kommunikation
und das
Internet der Dinge
,
erschließen. Erste Schritte der Umsetzung wurden bereits mit der
Erarbeitung eines Adressrahmen-
konzeptes und einer Adresspolicy
getan und wurden mit der
Umstellung erster zentraler Dienste
auf IPv6
praktisch begonnen.
ı
Ebenfalls dem Sicherheitsaspekt geschuldet ist die konzeptionelle Betrachtung einer
Einführung von
IEEE 802.1X im LAN-Bereich
.
ı
Ein weiteres wichtiges Konzept ist der
sichere Zugriff auf das SVN im Bereich des mobilen
Arbeitens
, welches durch praktische Tests der verwendeten Zugangstechnologien im Hinblick auf
Nutzbarkeit und Sicherheit untersetzt wurde.
ı
Erste Gedanken zur Nachfolge des aktuellen SVN wurden in einem Visionspapier festgehalten. Im
Laufe des Jahres wurde daraus der
Projektansatz SVN Next Generation (SVN NG)
.
ı
Zur effizienten Anbindung von SVN-Standorten über sogenannte
Campuslösungen
wurde im Bereich
der LAN-Anbindung eine konzeptionelle Lösung entwickelt, mittels derer per Multiplexverfahren
mehrere einzelne LAN-Verbindungen über eine gemeinsame Weitverkehrsverbindung geführt werden.
ı
Um eine weitere
Steigerung der Effizienz im WAN-Bereich
zu erzielen, wurden Gespräche mit den
Verantwortlichen des Deutschen Forschungsnetzes (DFN) geführt und die Möglichkeiten der Netz-
kopplung eruiert.
Neuausschreibung Verträge SIMA/SITA
Zur nahtlosen Sicherstellung des Betriebs der Landes- und Kommunalverwaltung wurden im Jahr 2020 die
Neuvergaben SIMA – Leistungsbereich Mobilfunk und SITA – Leistungsbereich Sprachdienst gestartet
.
Die Zuschlagserteilung im Vergabeverfahren ist für 2021 vorgesehen.
SVN
Verbesserungen und Weiterentwickung
46

47
IT-VERFAHREN
UCC
Unified Communication and Collaboration
Projekt IAM
Projekt Identity und Access Management
Innerhalb des Projektes Identity- und Accessmanagement (IAM) wurde die Berechtigungsmanagement
(BMM) -Plattform etabliert. Seit dem
Produktionsstart des Berechtigungsmanagementtools
im I. Quartal
2020 wurden die Tools „SVN-Leistungskatalog“ und „SVN-Portal“ angebunden. Vorarbeiten zur Erweiterung,
z. B. der Unterstützung weiterer aktueller Protokolle (SAML, OpenID, WsFed) wurden durchgeführt. Durch die
Einführung der Rolle Anwendungsadministrator wurde die
Sicherheit im BMM-Tool verbessert
und mittels
Penetrationstest verifiziert.
Das BMM ist Teil des Gesamtansatzes IAM. Das
Grobkonzept
zur Definition der weiteren Schritte und der
notwendigen technischen und organisatorischen Infrastruktur wurde
fertiggestellt
. Es gibt einen Überblick
über das
Identitäts- und Zugriffsmanagement des Freistaates Sachsen
und zeigt die geplante Entwicklung
der nächsten Jahre auf. Dazu gehören insbesondere das
Föderierte Identitätsmanagement
mit größeren Or-
ganisationen wie z. B. Polizei und Hochschulen. Ziele sind ein möglichst hoch automatisiertes Identitätsma-
nagement, die Standardisierung beim Umgang mit digitalen Identitäten und Single Sign On (SSO). In diesem
Zusammenhang werden Möglichkeiten zum Auswerten von Zugriffen und Rechten benötigt.
Das
SVN-WebEx-System
wurde im Frühjahr 2020
auf die Kapazität von 800 gleichzeitigen Nutzern erwei-
tert
. Im Laufe des Jahres kristallisierte sich immer mehr heraus, dass selbst diese große Anzahl von parallelen
Verbindungen nicht ausreicht, um den Bedarf an Webkonferenzen zu decken. Um diesem Engpass kurzfristig
entgegenzuwirken, wurde ein
Test der WebEx Cloud mit weiteren 500 Teilnehmern
etabliert.
Unabhängig davon wurde begonnen, ein geeignetes
Nachfolgesystem
für das absehbar auslaufende SVN-
WebEx-System zu finden. Berücksichtigung dabei finden neben einer
ausreichenden Kapazität
und der
barri-
erefreien Nutzbarkeit
die
gestiegenen Anforderungen der Ressorts
an ein derartiges System.
Zur Verbesserung der anwendungsübergreifenden
Zusammenarbeit im SID
erfolgte eine Erweiterung der Ar-
beitsplatzpakete, die durch größere Flexibilität das mobile Arbeiten deutlich erleichtert.
Im Jahr 2020 mussten überdurchschnittlich viele Aktivitäten durch den massiven Einfluss der Covid19-Pan-
demie neben dem Tagesgeschäft priorisiert behandelt werden.
Nie war die schnelle Reaktion auf Bedarfe
hinsichtlich Technik im Freistaat Sachsen wichtiger als dieses Jahr.
Dazu zählen insbesondere die Erweite-
rung der Kapazitäten für
CISCO WebEx
, die Umstellung der Arbeitsplatzpakete zum
besseren mobilen Arbei-
ten
und der
Testbetrieb der WebEx Cloud
.
Ein weiterer wichtiger Punkt war die Einrichtung der
Corona-Hotline
für das Sächsische Staatsministerium
für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, über die die Erreichbarkeit der Ansprechpartner des Frei-
staates gegenüber den Bürgern sichergestellt wurde.
In diesem Zusammenhang stand und steht nach wie vor die
Sicherstellung des zentralen SVN-Betriebs
an
erster Stelle.
SVN & CORONA
Tätigkeiten im Kontext der Covid19-Pandemie
47

48
IT-VERFAHREN
Durch den SID werden die Sprach- und Datenanschlüsse der Behörden und Einrichtungen der Staatsverwal-
tung verwaltet. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die im Jahr 2020 vorhandenen Anschlüsse:
Im Jahr 2020 wurden durch die zuständigen Mitarbeiter:innen des SID
1.850 Change-Request-Anträge (CR)
bearbeitet. Die im Jahr 2019 bearbeiteten 3.881 CRs waren durch Einmaleffekte wie Schulmigration beein-
flusst, daher sind die Gesamtzahlen der Jahre nur schwer miteinander vergleichbar.
Der Jahresanfang war von der All-IP-Umstellung und den CRs im Zusammenhang mit der Bildung der Staats-
regierung im Dezember 2019 und in deren Folge mit der Umstrukturierung innerhalb der Staatsverwaltung
geprägt. In den Monaten März bis Mai sowie Oktober bis Dezember war ein weiterer starker Anstieg der CRs
im Rahmen der Covid19-Pandemie zu verzeichnen.
Im Nachgang des Wechsels vom SVN zum SVN 2.0 sind die Aktivitäten im Zusammenhang mit dem LAN-Re-
fresh noch nicht gänzlich abgeschlossen und werden auch 2021 fortgeführt. Die Koordination beansprucht
nach wie vor Ressourcen in der Leitstelle Sächsisches Verwaltungsnetz. Weiterhin wurde die Umstellung alter
SVN1-Anschlüsse auf Voice over IP (VoIP) Anschlüsse fortgeführt.
Für die Umgestaltung des CR-Prozesses wurde die Webansicht der SVN-Datenbank um Funktionen zur elekt-
ronischen Erstellung von CR-Anträgen erweitert. Diese neuen Funktionen erprobten ausgewählte Behörden
und Ressorts. Für 2021 ist die Umstellung auf diese neue Verfahrensweise für alle SVN-Nutzer geplant. Eben-
falls wurden die Prozesse mit den SVN-Vertragspartnern überarbeitet und eine umfangreiche digitale Ab-
wicklung der Vorgänge ohne Medienbrüche ermöglicht.
SVN-Anschlüsse
Change Management - Sächsisches Verwaltungsnetz
ANSCHLUSSART
AKTIVE ANSCHLÜSSE
2020 AKTIVIERT
2020 DEAKTIVIERT
SINI
1.648
57
12
SIDI
840
26
10
SIMA
25.161
4.456
487
SITA
623
43
13
SIRIA
1
0
0
FKTO/AGB
921
68
135
FKTO/BTP
147
0
94
FKTO/CVS
832
70
83
Sonstige
995
78
7
SUMME
31.168
4.798
841
Kategorie
Change
Request
Sprachdienst
Datendienst
Mobilfunk
VoIP
Sonstige
Ressort
SMEKUL
SMF
SMJusDEG
SMI
SMWK
SMK
SMWA
SK
SMR
LS SVN
SMS
SLT
Weitere
Verteilung der Change-Request-Anträge 2020 in Kategorien und Ressorts

49
IT-VERFAHREN
BaK ESV
Basiskomponente Elektronische Signatur und Verschlüsselung
Im Geschäftsjahr 2020 zeigte sich wie im Vorjahr ein
erhöhter Bedarf an sicheren Kommunikationswegen
.
Zudem
stiegen die Nutzungszahlen durch Landes- und Kommunalbehörden
weiter stark an. Die Basiskom-
ponente Elektronische Signatur und Verschlüsselung (BaK ESV) bietet dafür diverse fachbezogene sowie auch
andere Technologien an. Dazu gehören unter anderem v
erschlüsselte Online Services Computer Interface
(OSCI)-Kommunikationen, De-Mail, SecureMail Gateway (SMGW)
sowie dazugehörige Produkte wie
Zerti-
fikate, Signaturkarten und Kartenleser
. All diese Produkte sowie die dazugehörige Software werden einheit-
lich über das eigene Warenhaus angeboten. Dieses Angebot wurde 2020 um die
Signatursoftware
erweitert.
Weitere Leistungen der BaK ESV sind begleitende
Beratungen zur Einführung neuer Identifizierungsverfah-
ren im E-Government
, zum Beispiel bei Amt24.
Mit den gesetzlichen Regelungen im elektronischen Rechtsverkehr, aber auch dem SächsEGovG und seiner
Durchführungsverordnungen, sind alle sächsischen Behörden und Kommunen sowie Körperschaften öffentli-
chen Rechts per Gesetz beauftragt, sichere elektronische Kommunikationskanäle zu eröffnen. Seitdem ist
eine
steigende Tendenz bei der Registrierung von besonderen Behörden Postfächern (beBPo)
zu verzeich-
nen. Es gibt seit Ende letzten Jahres
122 neu
angelegte beBPo-Postfächer. Ein großer Teil der Landesbehör-
den, der Landratsämter, der großen Kommunen, einiger Gemeinden und Körperschaften öffentlichen Rechts
ist damit mit einem beBPo-Postfach ausgestattet. Das beBPo trägt so auch zur weiteren Digitalisierung der
Justiz- und Verwaltungsprozesse bei.
Zur Unterstützung der Nutzer bei der Konfiguration
der Postfächer
wurden
Workshops
durchgeführt, welche großen Anklang gefunden haben.
Der
Intermediär „Governikus Service Components“
wird permanent auf dem aktuellen Stand nach Vorgaben
des Herstellers gehalten. Der in der OSCI-Kommunikation aus Sicherheitsgründen abgekündigte AES-CBC-
Verschlüsselungsmodus wurde im Testsystem abgeschaltet, sodass
Nachrichten nur noch im AES-GC-Ver-
schlüsselungsmodus
zugelassen werden. Sobald alle Fachverfahren ihre OSCI-Kommunikationsszenarien an-
gepasst haben, wird auch im Produktivsystem die Abschaltung des AES-CBC-Modus vollzogen. Für den
Abruf
von qualifizierten Zeitstempeln
wurde der Anbieter
von der Bundesnotarkammer auf die Exceet Secure
Solutions GmbH umgestellt
.
Zur Einbindung der Authentisierung über den elektronischen Personalausweis wird mit dem
eID-Service
Sachsen
eine Schnittstelle zur Nutzung des Berechtigungszertifikates für Sachsen (Basiskomponente Tempo-
räre Identität) bereitgestellt. Die Mitnutzung des eID-Servers Sachsen mit einem eigenen Berechtigungszerti-
fikat ist alternativ möglich.
Im Bereich
SecureMail Gateway (SMGW)
ist eine
deutlich steigende Nutzung der E-Mail-Verschlüsselung
und Signaturfunktion
zu verzeichnen. Deshalb wurden z. B. die Nutzungsbedingungen der Web-Messenger
angepasst und sächsische Behörden (vor allem kommunale) entsprechend informiert und motiviert. Die
Bera-
tungsangebote
werden von verschiedenen staatlichen und kommunalen Verwaltungen gern angenommen. In
der Regel werden prozessbezogene Beratungen nachgefragt. Als Beispiel sei hier genannt:
SMGW-Manda-
tierung plus Beauftragung passender Zertifikate plus dazu notwendigen Zugang zum BaK ESV-Waren-
haus
, d. h. die Basiskomponente wird „als Ganzes“ wahrgenommen. Mehrere Verwaltungen senden bereits
voreingestellt nur noch elektronisch signierte E-Mails. Im Bereich Justiz (Gerichte) begannen wir im IV. Quar-
tal mit dem Großflächen-Rollout für alle sächsischen Gerichte.
De-Mail
wird inzwischen auch
deutlich intensiver genutzt
, der Zuwachs an Mandatierungen auf dem De-
Mail-Gateway des Freistaates Sachsen war in diesem Jahr erheblich größer. Das hängt unter anderem mit der
häufig gleichzeitigen Mandatierung für De-Mail und BeBPo zusammen. Auch das Nachrichtenaufkommen ist
gewachsen. Vom Hersteller wurden neue Main-Releases als Updates bereitgestellt und zeitnah eingespielt.
Gleichzeitig wurden aber die Hardware-Gateways abgekündigt, so dass im nächsten Jahr über einen Strate-
giewechsel nachgedacht werden muss.
Die
AD-integrierte Sachsen PKI
stellte im Berichtszeitraum
über 4.000 Client- und Serverzertifikate
für
AD-integrierte Geräte aus. Dabei wurden ca. 105 Zertifikate manuell durch die Zertifikatsmanager geprüft -
nur 12 Anträge mussten abgelehnt werden. Der Betrieb verlief ohne Störungen.

50
IT-VERFAHREN
XÖV
Fachadministration elektronisches Meldewesen
Der fachliche
Nachrichtenverkehr im XÖV-Bereich über den sächsischen Intermediär
ist auch 2020 weiter
angestiegen. In den bereits aktiven Fachwesen (
Melde-, Pass-, Ausweis-, Personenstands- und Ausländer-
wesen
) bewegt sich die Menge des Nachrichtenverkehrs stabil auf hohem Niveau. Allein im
Meldewesen
wurden
mehr als 1,2 Mio. elektronische Nachrichten
übermittelt.
Durch die Fachadministration für das elektronische Meldewesen wurden im Jahr 2020
66 Störungen
des
elektronischen Nachrichtenverkehrs bearbeitet. Betroffen von diesen Störungen waren insgesamt
1.490 Ein-
zelnachrichten
. Die Anzahl von
291 Meldebehörden
ist im Jahresverlauf unverändert geblieben. Alle Ände-
rungen für sächsische Behörden, die sich aus neuen Anforderungen an elektronische Dienste bundesweit er-
gaben, wurden zu den einheitlichen Stichtagen 1. Mai und 1. November termingerecht eingearbeitet. So
wurden
Änderungen in den XÖV-Standards XMeld, XAusländer und XPersonenstand
wirksam. In diesem
Rahmen wurden Tests vor der Einführung der neuen Versionen dieser Standards ausgeführt. Störungen des
elektronischen Nachrichtenverkehrs sind durch Änderungen in den XÖV-Standards nicht aufgetreten. Bei den
bearbeiteten 66 Störungen handelte es sich fast ausschließlich um Fehler beim fristgerechten Abholen der
Nachrichten durch die Empfänger. Ein Teil dieser Störungen resultiert aus Umstellungen von Fachverfahren
bei den empfangenden Meldebehörden. Es traten auch Störungen in anderen Fachbereichen, wie z. B. im Per-
sonenstands- und Ausländerwesen auf. Die Ermittlung und Beseitigung von Fehlerursachen wird dabei wei-
terhin komplexer.
Im Jahr 2020 gab es einige
Änderungen an den SSL-Zertifikaten
wegen Umstellungen bei den Internet-
browsern. Dies hatte zur Folge, dass die
Laufzeit auf 12 Monate verringert
wurde. Auch bezüglich der Ge-
nehmigung der Zertifikate wurden die Kriterien verschärft. Darunter gibt es nun klare Vorgaben der Organisa-
tionseinheit (OU). Die
SachsenGlobalCA
hat im Berichtszeitraum
mehr als 300 Zertifikate
ausgestellt.
Im Berichtszeitraum wurden weitere Organisationen für die Nutzung der
Basiskomponente ESV-Warenhaus
registriert. Hervorzuheben ist dabei auch die
verstärkte Mitnutzung
der Abrufmöglichkeit für Leistungen der
Basiskomponente
durch kommunale Stellen
. Neu wurden in 2020 Abrufe aus dem Governikus-Rahmenver-
trag (Downloadprodukte) aufgenommen. So können nun Kommunikationssoftware (OSCI), Kartenleser, quali-
fizierte Signatur- und Siegelkarten, Zertifikate und neu auch Signatursoftware bezogen werden.
0
20.000
40.000
60.000
80.000
100.000
120.000
Monat.Jahr
Anzahl
Meldebehörde (XMeld)
Ausländerbehörde (XAusländer)
Pass- und Ausweisbehörde (XhD)
114 450
71 843
118 779
120 891
105 890
10 663
2 870
8 365
5 886
25 522
12 042
27 245
19 963
Nachrichten auf dem sächsischen Intermediär 2020 an Behördenkatgorie

image
51
IT-VERFAHREN
DVDV
Deutsches Verwaltungsdiensteverzeichnis
Das Deutsche Verwaltungsdiensteverzeichnis (DVDV) ist die
fach- und verwaltungsübergreifende Infra-
strukturkomponente für die sichere und verlässliche Adressierung von automatisierten Diensten und
Fachverfahren zur Kommunikation zwischen und mit Behörden der öffentlichen Verwaltung in Deutsch-
land
. Sächsische Behörden sind laut
Sächsischer Meldeverordnung (SächsMeldVO)
verpflichtet, ihre Daten
über die im SID entwickelte und betriebene Anwendung SaxDVDV zu pflegen.
Die
Anwendungsbetreuung und pflegende Stelle DVDV/SaxDVDV
des SID unterstützt die sächsischen Be-
hörden in den Bereichen Meldewesen, Ausländerwesen und Personenstandswesen bei der Datenpflege im
SaxDVDV und der nachgelagerten Datenproduktivsetzung im DVDV. Dabei werden umfassende Supportleis-
tungen erbracht. Diese beinhalten beispielsweise die Fernwartung bei der
Beantragung von Zertifikaten
und
der späteren
Pflege von Authentifizierungs- und Adressierungsdaten
im SaxDVDV/DVDV.
Im Jahr 2020 wurden
783 Zertifikatsänderungen für alle XÖV-Fachwesen
durch die DVDV-pflegende Stelle
in das Deutsche Verwaltungsdienste Verzeichnis eingearbeitet. Dabei wurden im Rahmen der
bundesweiten
Einführung von eID-Kartenbehörden
umfangreiche zusätzliche Leistungen erbracht und 290 eID-Kartenbe-
hörden im SaxDVDV und DVDV eingepflegt.
Weitere umfassende Leistungen wurden im Zuge der
bundesweiten Migration auf die Softwareversion 2.0
der Basiskomponente DVDV
erbracht. Diese beinhalteten u.a. die Planung und Beschaffung neuer Hardware,
die Konfiguration der IT-Infrastruktur der neugestalteten Systemlandschaft, sowie die Koordinierung und
Steuerung aller notwendigen Projektaktivitäten zur erfolgreichen Migration des Sächsischen DV.
SaxDVDV
Behörden
Sächsische
Stadt A
Stadt B
Sonstige
Trust Center
Testa-Trust
Center
Intermediär
Intermediär
Intermediär
DVDV -
Landesserver 1
DVDV -
Bundesserver
DVDV - Pflege-Client
(pro Land)
Die Zusammenarbeit mit dem sächsischen Melderegister bildet einen wichtigen Teil der Arbeit der XÖV-Fach-
administration Meldewesen. Am 3. Februar 2020 erfolgte die Datenlieferung der Meldebehörden für den
ZENSUS 2021
. Alle 291 Meldebehörden haben für
419 sächsische Gemeinden 4,2 Mio. Personendatensätze
(Haupt- und Nebenwohnungen) frist- und qualitätsgerecht geliefert.
Einen Schwerpunkt bildete 2020 auch die
Organisation der ersten Online-Sitzung der Arbeitsgruppe der
Clearingstellenbetreiber
am 2. September 2020. Dabei wurde erfolgreich das Konferenzsystem Cisco WebEX
eingesetzt. Die Nutzer:innen wurden durch die Erarbeitung und Bereitstellung einer „Netikette“ und einer
detaillierten Anleitung unterstützt. Die erfolgreiche Durchführung mit 46 Teilnehmer:innen aus dem gesam-
ten Bundesgebiet; darunter alle für das Meldewesen relevanten Akteure (KOSIT, Bundesdruckerei, Beitrags-
service, Intermediärs- und Clearingstellenbetreiber) fand ein positives Echo bei allen Teilnehmer:innen.

52
IT-VERFAHREN
In 2020 wurden durch die Anwendungsbetreuung die
Services für die Verfahren Elektronische Bohranzeige
Sachsen (ELBA.SAX), Lagerfeuer und LEO.SAX, das elektronische Bewerbermanagement für den Sächsi-
schen Schuldienst
, mit der Basiskomponente Antragsmanagement (BaK AM)
stabil gemanagt
. Neu hinzuge-
kommen sind in der Testumgebung des Antragsmanagements mehrere
Prototypen von Services
, wie zum
Beispiel der
Antrag auf Übermittlung von Daten des Liegenschaftskatasters, der Meldung für Hassbot-
schaften (Banhate) und der Übermittlung einer Auftragsdatenvereinbarung
.
Das Landesamt für Schule und Bildung (LaSuB) konnte im Frühjahr 2020 bereits die dritte und im Herbst
2020 die vierte Bewerbungsphase mit dem Onlineverfahren
LEO.SAX
sehr erfolgreich abschließen. Das Sys-
tem verhielt sich trotz eines sehr hohen täglichen Bewerbungsaufkommens
außerordentlich stabil und per-
formant
. Insgesamt wurden in den beiden Verfahren auf elektronischem Wege
ca. 4.800 Bewerbungen mit
einer 100% Online-Quote eingereicht
. Zukünftig sollen im Jahr zwischen 6.000 und 8.000 Bewerbungen
über das System verarbeitet werden. LEO.SAX ist von allen bisher auf der E-Government–Plattform des Frei-
staates Sachsen produktiv gesetzten Online-Verfahren das Verfahren mit den mit Abstand höchsten Antrags-
zahlen.
Vor jeder Bewerbungsphase wird das Web-Portal LEO.SAX überarbeitet und erweitert
, wie bei-
spielsweise mit der webbasierten Stellensuche für schulscharfe Ausschreibungen mit einer
Schnittstelle zur
Basiskomponente Geodaten
. Im Vorfeld von Verbesserungen und Erweiterungen des Verfahrens wirkt die
Anwendungsbetreuung beim Anforderungsmanagement, der Konfiguration sowie der Qualitätssicherung mit.
Das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, das Sächsische Oberbergamt und die unteren Was-
serbehörden der Landkreise und kreisfreien Städte konnten mit dem
Verfahren zur elektronischen Bohran-
zeige (ELBA.SAX)
in 2020
ca. 4.000 Anzeigen
verarbeiten. In Kürze wird die 10.000ste Anzeige seit Produk-
tivsetzung über das Portal eingehen. Neben den Anzeigen – die automatisch den zuständigen Behörden
übermittelt werden - beinhaltet das Themenportal den
Workflow für das gesamte Verwaltungsverfahren:
die notwendigen Ergebnislieferungen, eine Nachrichtenkommunikation mit den zuständigen Behörden, die
Meldung einer Nichtdurchführung usw. Die ständige Weiterentwicklung wird durch die Anwendungsbetreu-
ung mit Tests und Qualitätssicherung unterstützt. Ferner stellt die Anwendungsbetreuung den Support für
die Nutzer:innen sicher.
BaK AM
Basiskomponente Antragsmanagement
Das Beteiligungsportal ist eine mandantenfähige Applikation, die sowohl staatliche als auch kommunale Be-
hörden des Freistaates Sachsen bei der
Durchführung von Online-Beteiligungen
unterstützt. Besonders
stark genutzt wird die Möglichkeit,
Online-Umfragen
zu konzipieren und durchzuführen sowie die gesetzli-
chen Verpflichtungen im Rahmen der Offenlagen und
Bekanntmachungen von Bauleitplänen
zu erfüllen.
Einen großen Stellenwert hat auch das
Veranstaltungsmanagement
, das den staatlichen Behörden und Kom-
munen einen großen Funktionsumfang für die Planung, die Teilnehmerverwaltung und die Nachbereitung von
Veranstaltungen bietet. Im Geschäftsjahr 2020 wurde mit der
Terminvereinbarung
ein weiterer Beteili-
gungstyp entwickelt. Dieser ermöglicht die Verwaltung von Besucherterminen. Bürger:innen können Behör-
dentermine online buchen.
Die Anwendungsbetreuung hat auch 2020 die Mitarbeiter:innen der staatlichen und kommunalen Behörden
bei der Einführung und Pflege von Beteiligungsverfahren unterstützt und an funktionalen Erweiterungen er-
folgreich mitgearbeitet. Ebenfalls zum Aufgabenspektrum der Anwendungsbetreuung gehört die Qualitätssi-
cherung der gelieferten Softwareversionen - ein Major Release und 20 Minor Releases wurden in Tests abge-
nommen und produktiv gesetzt.
Im Jahr 2020 wurden mit dem Beteiligungsportal knapp 2.000 aktive
Beteiligungen durchgeführt. Den größten Anteil hatten die Bauleitpläne gefolgt von Umfragen und Ver-
anstaltungen.
BaK BP
Basiskomponente Beteiligungsportal

image
53
IT-VERFAHREN
BaK zCMS
Basiskomponente zentrales Content Management System
Fast 50 neue zCMS-Projekte
wurden den Kunden in 2020 zum Aufbau von Webportalen bereitgestellt.
Darunter ein Projekt des Sächsischen Staatsministeriums des Innern für eine Seite mit hoher Bedeutung für
den Freistaat: die zentrale sächsische Corona-Informationsseite coronavirus.sachsen.de, an der 28 Redak-
teure beteiligt sind.
Fortgesetzt in diesem Geschäftsjahr wurde die 2019 gestartete
Hebung der Fachverfahrens-Webseiten auf
den Sachsen.de-Styleguide
unter Verwendung des zCMS. So zeigen sich jetzt viele neue Projektvorschaltsei-
ten wie bspw. die für die Fachadministration Meldewesen
(>> https://extranet.sachsen.de/meldewesen)
oder
die des Sächsischen Schulverwaltungsprogramm
(>> https://extranet.sachsen.de/saxsvs)
im neuen Design.
Der
Umzug von Altprojekten
auf das Webdesign des neuen Styleguides beschäftigte die Anwendungsbetreu-
ung auch in diesem Jahr fortwährend.
„Unter der Haube“ der Basiskomponente erfolgten ebenso Veränderungen. Zur Sicherstellung der Stabilität,
Verfügbarkeit und Sicherheit der Software wurden
Updates des „Open Text Web Site Managements“ einge-
spielt und der Styleguide aktualisiert
.
Die Anwendungsbetreuung unterstützte die Kunden erfolgreich in unzähligen Anfragen zum Livegang von
Webportalen, redaktionellen Themen und der Bedienung des zCMS mit persönlichen Beratungen, Anleitungen
sowie begleiteten Projektanpassungen.

54
IT-VERFAHREN
Im Bereich des Webhostings wurden im Geschäftsjahr 2020
46 neue Domains für den Freistaat Sachsen
eingerichtet
. Die Koordination der für die Einrichtung neuer Domains notwendigen Maßnahmen wurde durch
die Anwendungsbetreuung übernommen - ebenso wie für die Löschung nicht mehr benötigter Domains und
für die Änderung bestehender Weiterleitungen.
Zu den neu eingerichteten Domains gehörte auch
coronavirus.sachsen.de
. Insgesamt konnte an einzelnen
Tagen rund um Corona-relevante Entscheidungen eine deutlich erhöhte Anzahl Sessions beobachtet werden.
Auch auf technischer Seite wurden Anpassungen vorgenommen: Auf dem Liveserver wurden
IPv6 und
HTTP/2 aktiviert
.
Zu den
Webanwendungen unter „sachsen.de“
gehören der Themenbaum, die Broschürendatenbank und der
Medienservice. An den Themenbaum wurde die
Suchmaschine angebunden
. Dadurch wurde der bisher anfal-
lende
Pflegeaufwand
für die im Themenbaum verwalteten Domains deutlich
reduziert
.
In der
Broschürendatenbank
konnte mit einer neuen Version und den darin enthaltenen Features die
Ar-
beitsweise der Bestellbearbeiter verbessert
werden. Außerdem wurde das neue Frontend Styleguide-konform
gestaltet. Diese neue Version geht im I. Quartal 2021 produktiv.
Für den
Medienservice
wurden durch die Anwendungsbetreuung mehrere neue Releases getestet. Sie liefern
neue Funktionalitäten wie das Löschen von Pressemitteilungen, Rich Text-Funktionalitäten und die Möglich-
keit der Regionalisierung. Die Anzahl der Organisationen, welche Pressemitteilungen versenden, stieg um 21
Gerichte, 10 Justizvollzugsanstalten, 10 Polizeidirektionen sowie 5 Staatsanwaltschaften an. Dies trug zur
Erhöhung der Gesamtmenge der versendeten Pressemitteilungen um circa 20% im Vergleich zum Vorjahr bei.
Bei der
Komponente Webhosting – Docker
koordinierte die Anwendungsbetreuung neben der Erweiterung
der Anwendung HoneySens auch die Aktualisierung einer Reihe anderer Containeranwendungen. Derzeit lau-
fen die verschiedenen Anwendungen in insgesamt 35 Docker-Containern.
BaK WH
Basiskomponente Webhosting
Auf der Suchmaschine wurde im Geschäftsjahr 2020 eine
neue Version für das Staatsarchiv
installiert.
Mit der
Inklusionssuche
ließ das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusam-
menhalt eine neue Anwendung entwickeln. Die Inklusionssuche befindet sich derzeit in der Vorbereitungs-
phase zum Test. Sie soll es Menschen mit Behinderung ermöglichen, sich über ein neues barrierefreies Such-
widget über behinderungsspezifische Inhalte zu informieren. Ziel ist der Produktivgang in 2021.
BaK SM
Basiskomponente Suchmaschine
BaK FS
Basiskomponente Formularservice
Auch im vergangenen Jahr wurde die
Umwandlung von PDF- in HTML-Formulare
weiter vorangetrieben.
Zudem erstellte die Anwendungsbetreuung weitere HTML-Formulare für das Staatsministerium für Wirt-
schaft, Arbeit und Verkehr und andere staatliche Behörden.
Im Geschäftsjahr 2020 zeigte sich, dass der
Antragsassistent BAföG
von den Antragstellern immer mehr in
Anspruch genommen wird. Zudem stiegen die Formulareinreichungen von Nutzern, die sich durch den elekt-
ronischen Personalausweis authentisieren, weiter an. Im September wurde die entsprechende Schnittstelle
zur BAK ESV aktualisiert und auf OpenIDConnect umgestellt.

image
55
IT-VERFAHREN
Das Projekt Open Government Data verfolgt das
Ziel
,
mehr Daten der öffentlichen Verwaltung bereitzustel-
len
und diese an einer zentralen Stelle auffindbar sowie
durch Dritte nachnutzbar zu machen.
Damit sollen
die
wirtschaftlichen Potenziale sächsischer Verwaltungsdaten gehoben, Innovation gefördert und Wert-
schöpfung generiert
werden. Das
Open Data Portal
ermöglicht die Recherche in den Metadaten aller derzeit
veröffentlichten offenen Verwaltungsdaten im Freistaat Sachsen.
Neben aktuellen Datensätzen des Statistischen Landesamtes des Freistaates Sachsen wurde das
Portal-Ba-
ckend, das Open Data Register
, um den
Zugriff auf neue Datensätze
des Staatsministeriums für Energie,
Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft, des Staatsbetriebes Geobasisinformation und Vermessung Sachsen,
der Städte Dresden und Leipzig, als auch des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes erweitert.
Ein Teil der neuen Datensätze konnte durch die
Entwicklung einer an das sächsische Open Data Register
angepassten CSW-Schnittstelle
(zum Abruf der Metadaten aus der Geodateninfrastruktur des GeoMIS.Sach-
sen) gewonnen werden.
Im Laufe des Geschäftsjahres 2020 wurde eine
neue Benutzeroberfläche
mit zusätzlichen Funktionen und
erhöhter Nutzerfreundlichkeit entwickelt. Parallel dazu wurde der Betrieb der Basiskomponenten Open Data
Register und Katalog
in eine Cloud-Infrastruktur des SVN 2.0 verlagert
. Mit einem darauffolgenden Last-
test konnten alle notwendigen Vorbereitungen für den Relaunch des Portal-Frontends abgeschlossen werden.
Open Data
Projekt Open Government Data

image
56
IT-VERFAHREN
BaK Amt24 & BaK SK
Basiskomponente Amt24 und Basiskomponente Servicekonto
Mit dem Fortschreiten der Frist zur Umsetzung des Online-Zugangsgesetzes (OZG) ist eine
intensivere Nut-
zung des Serviceportals Amt24
zu verzeichnen. Dass das Angebot sowohl Endnutzer wie Bürger und Unter-
nehmen als auch die Verwaltung selbst anspricht, wird insbesondere in der Nutzung des Servicekontos und
des Verfahrensmanagements deutlich.
Beim
Servicekonto
stieg die Anzahl der persönlichen Servicekonten und Organisationskonten im Jahresver-
lauf kontinuierlich an. Eine Neuerung stellte die
Bereitstellung der Behördenkonten
dar. Dabei handelt es
sich um eine ausschließlich für sächsische Behörden verifizierte Variante des Servicekontos, das
zum Daten-
und Nachrichtenaustausch
zwischen Antragstellern und der Verwaltung zur Verfügung steht. Damit verbun-
den ist ein besonderer Beantragungspro-
zess. Im Rahmen eines Rollouts wurden
durch die Anwendungsbetreuung zahlrei-
che Behördenkonten für sächsische Lan-
desbehörden sowie kommunale Einrich-
tungen und Zweckverbände in enger
Abstimmung mit der Sächsischen Staats-
kanzlei eingerichtet.
Im Bereich des
Verfahrensmanagements
wurden weitere Prozesse erstellt und veröffentlicht. Insbesondere
im Kontext der Corona-Krise wurden
Beantragungsverfahren für Hilfsangebote
der Städte Chemnitz und
Leipzig sowie der Landesdirektion Sachsen als Online-Dienste in Amt24 zur Verfügung gestellt. Darüber hin-
aus wurden im kommunalen Bereich durch den neu gegründeten Dienstleister KOMM24 mehrere Prozesse
entwickelt, die auch von anderen Kommunen nachgenutzt werden. Hier unterstützte die Anwendungsbetreu-
ung die Behörden und ihre Prozessmodellierer neben dem etablierten Supportprozess bei der Produktivset-
zung dieser Verfahren.
Um dem Nutzungsanstieg und den Bedarfen der verschiedenen Nutzergruppen in Amt24 gerecht zu werden,
wurde die
Amt24-Systemlandschaft um ein Entwicklungssystem erweitert
, auf dem Prozessentwickler Ver-
fahren entwickeln und testen können. Somit können sie unabhängig von den Testaktivitäten im Rahmen der
regelmäßigen Entwicklungssprints agieren. Die Anwendungsbetreuung koordinierte dabei den Systemaufbau,
die initialen Installationen, konfigurierte das Berechtigungsmanagement und unterstützte die Prozessmodel-
lierer in der Nutzung des Systems.
Kontoart
Anzahl im Dezember 2020
Persönliches Servicekonto
8.045
Behördenkonto
239
Organisationskonto
207
GESAMT
8.491

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57
IT-VERFAHREN
Ein wesentlicher Schwerpunkt bei der Entwicklung von Online-Diensten ist der regelmäßige Austausch aller
Beteiligten und das Schaffen von Synergieeffekten. Hierfür wurde ein von der Anwendungsbetreuung admi-
nistriertes
Wiki mit Forum bereitgestellt
, das den Prozessentwicklern
Dokumentationen, Informationen
und eine Diskussionsbasis
bietet. Dieses System basiert auf der Sächsischen Basiskomponente Webhosting
(dynamische Anwendungen-Docker) und wird im Rahmen der Kooperation zwischen Sachsen und Baden-
Württemberg von den Projektleitungen und Prozessentwicklern beider Länder genutzt.
Im Rahmen der
agilen Softwareentwicklung
wurde das Serviceportal auch im Geschäftsjahr 2020 in insge-
samt 18 Sprints konsequent weiterentwickelt und neue Funktionalitäten in den Produktivbetrieb übernom-
men. So erfolgte unter anderem ein
Update der Suchmaschine Elastic-Search
zur Suchmaschinenoptimie-
rung oder eine
Anpassung der Im- und Exportfunktionalitäten
im Verfahrensmanagement, um den Transfer
der Online-Dienste zwischen den verschiedenen Systemen zu verbessern.
Um den Supportprozess und die Meldewege der Amt24-Anwendungsbetreuung weiter zu optimieren, wurde
zudem ein
Newsletter
im zentral bereitgestellten Newsletter-Dienst eingerichtet, über den
Informationen zu
Wartungsarbeiten, Störungen, etc. an die Nutzer
der jeweiligen Systemumgebungen adressiert werden.
Im Rahmen des Qualitätsmanagements wurde neben den zahlreichen regelmäßigen Testmaßnahmen das
Ap-
plikationsmonitoring erweitert
, um mögliche Störungen frühzeitig identifizieren zu können.

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58
IT-VERFAHREN
E-Rechnung
Umsetzung der EU-Richtlinie 2014/55/EU
Das
Projekt E-Rechnung
hat im Jahr 2020 seine
finale Umsetzung
erfahren. Mit Frist 18. April 2020 konn-
ten ca.
175 Staatsbehörden und 529 Kommunen erfolgreich an das Zentrale Routing Land (ZRL) ange-
bunden
werden. Mit Hilfe der Absichtserklärung zur Mitnutzung der OZG-konformen Rechnungseingangs-
plattform des Bundes ist es öffentlichen Einrichtungen im Freistaat Sachsen nun möglich,
elektronische
Rechnungen entgegenzunehmen und weiterzuverarbeiten
. Die Einhaltung der EU-Richtlinie 2014/55/EU
stellt einen wesentlichen Meilenstein in der öffentlichen Verwaltung dar und ist vor allem der guten Zusam-
menarbeit aller Beteiligten zu verdanken.
Mit Hilfe des Entwicklungsdienstleisters und unter Berücksichtigung der Nutzererfahrungen der ZRL geht es
nun vor allem um einen
effizienten und kundenorientierten Rechnungsbearbeitungsprozess
, der den analo-
gen Abläufen in nichts nachsteht. Dabei handelt es sich um einen dynamischen Prozess, der im Laufe der Zeit
weiter optimiert werden wird. Im Rahmen der Digitalisierungsstrategie des Freistaates, werden mit Hilfe der
E-Rechnung zweifelsfrei für alle Beteiligten Vorteile generiert, welche sich vor allem in den Faktoren Zeit,
Kosten, Harmonisierung und nicht zuletzt der Revisionssicherheit niederschlagen.
Da es sich bei einer elektronischen Rechnung um ein rein maschinenlesbares Dokument handelt und die
durch den Bund zur Verfügung gestellte Visualisierungskomponente laut Einschätzung der Anwender Opti-
mierungspotential aufweist, ist das Projektbüro des SID mit der
Weiterentwicklung des durch die KoSIT be-
reitgestellten Visualisierungstools
beauftragt worden. Diese Entwicklung befindet sich derzeit in der finalen
Abnahme, in Folge dessen mit einem Roll-Out Anfang 2021 gerechnet werden darf. Für die Anwender ergibt
sich mit Hilfe dieses Tools nicht nur eine bessere Lesbarkeit, auch die Anzahl an Seiten konnte um Durch-
schnittlich 70 % reduziert werden. Diese Komprimierung war wesentlicher Treiber für die Beauftragung und
wird auf die Akzeptanz der elektronischen Rechnung im Freistaat Sachsen wesentlichen Einfluss haben.
1
Rechnungs-
steller
Zentraler Eingangskanal
Dezentrale Verarbeitung
Verwaltungsportal
Rechnungsempfänger
OZG-RE
Zentrale
Routingkomponente
Prüfprotokoll
Visualisierung
XRechnung
ZRL
VIS.SAX
ERP-
System
ERP-
System
Postfach
Dezentrale Langzeitspeicherung
Rechnungsbearbeitung
Schaubild Rechnungsworkflow

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59
Die BaK ZV basiert auf der
durch den Bund und zehn
Bundesländer gemeinsam entwickelten Software ePayBL
,
für die der SID die
Geschäftsstelle der Entwicklergemein-
schaft (EG)
betreibt. Mit dem
Beitritt von Hamburg,
Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt
im Jahr 2020
wurde die Entwicklergemeinschaft weiter gestärkt und der
Onboarding-Prozess mit den neuen Mitgliedern gestartet.
Sämtliche Abstimmungen mit den EG-Mitgliedern und den Dienstleistern im Tagesgeschäft sowie die zwei-
mal jährlich stattfindenden EG-Treffen fanden Corona-bedingt als Videokonferenzen statt.
Die im Jahr 2019 begonnene Neukonzipierung der Bezahlplattform und die damit verbundenen Entwick-
lungsarbeiten im
Projekt ePayBL 4
wurden fortgeführt. Bis zum Ende des Jahres 2020 erfolgte die Fertigstel-
lung der User-Stories und der technischen Spezifikationen für die Lieferstufe 3 der ePayBL 4. Die Entwick-
lungsarbeiten und Tests dieser Lieferstufe sollen im I. Quartal 2021 beginnen.
Mit den Neumitgliedern in der Entwicklergemeinschaft
Hamburg und Schleswig-Holstein
wurde der
Betrieb
der ePayBL beim SID
vereinbart und im ersten Schritt die Migration bestehender Fachverfahren zum Bezahl-
system beim SID gestartet. In einem zweiten Schritt werden weitere Verfahren angebunden.
Der
Rahmenvertrag für die Zahlungsverkehrsprovider-Dienstleistungen
im Rahmen der Bak ZV wurde im
August 2020
neu vergeben
. Die Leistungen und attraktiven Konditionen stehen den sächsischen Nutzern der
Bak ZV und den Mitgliedern der Entwicklergemeinschaft ePayBL bei Abruf zur Verfügung.
Für die
Lieferung und den Betrieb von Bezahlterminals
zur Abwicklung elektronischer Kartenzahlungen bei
staatlichen und kommunalen Behörden im Freistaat Sachsen wurde Ende 2020 ebenfalls ein
neuer Rahmen-
vertrag
geschlossen.
Als
neuer Kunde
der Bak ZV bietet der
Erzgebirgskreis
seit April 2020 im Rahmen der
Bearbeitung von Ord-
nungswidrigkeiten
ein elektronisches Bezahlverfahren über die ePayBL an. Mit dem Bescheid werden Zu-
gangsdaten zur Anmeldung in einem Onlineportal verschickt. Der Empfänger erhält im Portal weitere Infor-
mationen zur Ordnungswidrigkeit und kann das Bußgeld direkt elektronisch mit den angebotenen
Zahlungsarten begleichen.
Die BaK ZV kann einen
Zuwachs an Zahlungstransaktionen
verzeichnen. So konnten 2020
rund 275.000
Online-Zahlungen mit einem Volumen von rund 4,1 Millionen Euro
abgewickelt werden.
Über mobile Be-
zahlterminals
wurden bis zum Jahresende
rund 135.000 Transaktionen
mit einem
Volumen von etwa 8,4
Millionen Euro
verbucht.
IT-VERFAHREN
BaK ZV
Basiskomponente Zahlungsverkehr
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60
IT-VERFAHREN
Test & QM
Qualitätssicherung von Komponenten der SIDI-Plattform
Der SID übernimmt die
Qualitätssicherung und den Test von Komponenten der SIDI-Plattform
des Frei-
staates Sachsen. Die dafür erforderlichen methodischen und organisatorischen Prämissen sind im
Testhand-
buch
festgehalten. Ziel ist eine Unterstützung bei der
Planung und Durchführung von Testprojekten
sowie
eine
Standardisierung der zugehörigen Prozesse
. Ausgangspunkt bildet der Testprozess nach ISTQB®. Darü-
ber hinaus lehnen sich die Vorgaben dieses Testhandbuchs an den Standard ISO/IEC/IEEE 29119 Software
Testing bzw. für die Testdokumentation an den Standard IEEE 829 an.
Auf dieser Grundlage wurden auch 2020 zahlreiche Testprojekte zur Überprüfung und Sicherstellung der
Softwarequalität koordiniert, geplant und überwacht. So konnte auch in diesem Jahr ein entscheidender Bei-
trag zur anforderungskonformen Sicherstellung der Qualität eingesetzter Software geleistet werden. Hierzu
gehören u. a.
Last- und Performancetests für die Basiskomponente AMT24
zur Überprüfung der Stabilität,
Skalierbarkeit und Performance
sowie Sicherheitstests
zur Verifizierung des definierten Sicherheitsniveaus.
Im Projekt ePayBL 4.0
, dass sich mit der Neuentwicklung der Teilkomponente ePayBL des Zahlungsverkehrs
beschäftigt, wurden die
Abnahme- und Funktionstests
betreut. Zur Überprüfung der Softwarequalität der
Lieferstufe 3 des IT-Warenhaus
, wurden die
Funktionstests
erfolgreich koordiniert und durchgeführt. Dabei
wurden u. a. die erforderlichen Testfälle in Polarion geschrieben und zur Ausführung gebracht. Für die P
rojekt
E-Rechnung und Open Data Portal
wurden das Testvorgehen abgestimmt und im Anschluss die Testkon-
zepte erstellt. Für die Testausführung wurden Testskripte geschrieben und Testtools bereitgestellt. Abschlie-
ßend wurden die Ergebnisse in einem Testabschlussbericht zusammengefasst. Ein weiteres großes Projekt,
dass im November 2020 startete, ist der
SIDI-Sicherheitstest
. Der Test wird im Rahmen der Test– und Quali-
tätssicherung der SIDI-Plattform durchgeführt. Dabei werden insbesondere relevante Domains und Subdo-
mains, E-Government- und Plattform-Anwendungen sowie die zugrundeliegende Infrastruktur überprüft.
Aufbau Applikationsmonitoring AMT24
Die aktuelle
Überwachung der
zugrundeliegenden
IT-Infrastruktur der Basiskomponente AMT24
durch den
SIDI-Betrieb reichte bislang nicht aus, um Aussagen zum Gesundheitszustand der applikationsspezifischen
Komponenten und Funktionen treffen zu können. Die daraus resultierende Aufgabe bestand darin, ein Appli-
kations-Monitoring für AMT24 aufzubauen und damit die bestehende Monitoring-Lücke zu schließen.
Im Frühjahr 2020 wurde deshalb ein
Workshop
mit Vertretern der Staatskanzlei und der Anwendungsbetreu-
ung von AMT24 durchgeführt. Dabei wurden notwendige
Anforderungen bestimmt
, indem Überwachungs-
szenarien auf Basis fachlicher Use-Cases erörtert wurden. Es erfolgte im Anschluss eine erste
Erhebung des
Ist-Zustandes der technischen Monitoring-Infrastruktur
auf der SIDI-Plattform. Danach wurde mit der
Pla-
nung und Umsetzung
des Aufbaus des Applikationsmonitoring begonnen.
Um auf den
Erfahrungswerten des Schwestersystems in Baden-Württemberg
aufzubauen, wurde ein Teil
der bereitgestellten Monitoring-Objekte in die sächsische Lösung überführt. Weiterhin erfolgte in Zusam-
menarbeit mit Vertretern von T-Systems eine erste
Ausgestaltung des Monitoring-Dashboards
. Dabei wurde
im Besonderen versucht, den fachlichen Anforderungen der Anwendungsbetreuung Rechnung zu getragen.
Weitere Umsetzungen von fachlichen Anforderungen sind bereits für das kommende Jahr geplant.
Testcenter
Die Koordinierung und Steuerung verschiedener Testprojekte erfolgte auch dieses Jahr mit Unterstützung aus
dem Testcenter des SID. Das Testcenter wurde mit der Migration zu SVN2.0 neu konzipiert und gestaltet. Es
dient überwiegend zur
Durchführung von Sicherheits-, Last- und Performance- sowie Funktionstests im
Kontext der E-Government-Plattform
. Gegenwärtig erfolgen die SIDI-Sicherheitstests.
Vereinheitlichung der Dokumentenbasis
Ein weiterer wichtiger Punkt des Test- und Qualitätsmanagement neben der Begleitung des operativen Test-
geschehens, ist die Unterstützung aktueller und künftiger Testprojekte mit Informationen und der Vereinheit-
lichung der Dokumentenbasis. Dabei wurden auch in diesem Jahr die Dokumentenbibliothek weiter ausge-
baut sowie u. a. Dokumentenvorlagen und Informationen für zahlreiche Testprojekte bereitgestellt.

61
IT-VERFAHREN
Polarion
Anforderungsmanagement, Test- und Fehlermanagement
Polarion
wird allgemein zur
Unterstützung von IT-Managementprozessen
innerhalb des Lebenszyklus von
Softwareanwendungen eingesetzt. In der vom Freistaat Sachsen genutzten spezifischen Ausprägung werden
die Bereiche
Produktmanagement, Anforderungsmanagement, Test- und Fehlermanagement
unterstützt.
Ziel ist es, eine hohe Transparenz und Nachvollziehbarkeit von Aktivitäten in der Aufnahme und Spezifikation
von Anforderungen sowie der Überprüfung umgesetzter Anforderungen an die Entwicklung von Software
nachhaltig sicherzustellen. Polarion ist webbasiert und mit seinem Leistungsportfolio die
zentrale Lösung für
das Test- und Qualitätsmanagement der E-Government-Plattform
des Freistaates Sachsen. Für das Test-
und Qualitätsmanagement des SID bildet der Einsatz von Polarion die Grundlage der Leistungserbringung.
Mit der
Aufnahme von Polarion in die Positivliste der VwV SID
, können auch andere Behörden des Freistaa-
tes auf das Leistungsportfolio der Anwendung zugreifen. Sie wird bereits von verschiedensten staatlichen
Behörden und Einrichtungen (u. a. der Sächsischen Staatskanzlei, der Leitstelle für Informationstechnologie
der sächsischen Justiz, dem Statistischen Landesamt, dem Staatsbetrieb Sachsenforst und dem Staatsbetrieb
Geobasisinformation und Vermessung) zur Unterstützung von Softwareentwicklungsprojekten genutzt.
Aktuell werden
ca. 40 Softwareentwicklungsprojekte
in Polarion
aktiv betreut
. Die Gesamtanzahl der Pro-
jekte zum Vorjahr hat sich um ca. 10 Prozent erhöht. So wurde insbesondere in den Bereichen
Anforderungs-
management, Test- und Fehlermanagement
auf die Toolunterstützung
in den Projekten AMT24,
pro
SID
,
E-Rechnung, Erhebungsmanagement (EMSy), IT-Warenhaus
und bei der Neugestaltung der
ePayBL 4.0
der
Basiskomponente Zahlungsverkehr zurückgriffen. Insgesamt arbeiteten 2020
rund 500 Nutzer aktiv, verteilt
in 180 Polarion-Projekten
. Die Anzahl der erstellten und bearbeiteten Objekte (Anforderungen, Testfälle und
Fehlertickets) steigt weiter kontinuierlich an. Zur Unterstützung der Nutzer wurde das
Handbuch weiter an-
gepasst
und erweitert sowie
Workshops für Anwender
(z. B. zur Testfallerstellung, Testausführung, Fehler-
management, Anforderungsmanagement) durchgeführt.
Neuintegration Testautomatisierungsservice
Seit 2017 bietet der SID über die Anwendung Polarion eine
Schnittstelle zu einem Testautomatisierungsser-
vice
an. Testfälle können automatisiert ausgeführt und im Anschluss in Polarion erfasst und weiter bearbeitet
werden. So können beispielsweise Ergebnisse bei der Generierung von Berichten versionsbasiert vorselektiert
und automatisch erfasst werden.
Mit Inkrafttreten eines
neuen Rahmenvertrags für Testdienstleistungen
im November 2019 wechselte der
Anbieter des Services. In Zusammenarbeit mit dem neuen
Rahmenvertragspartner der msg systems AG
,
wurde der neue Testautomatisierungsservice in kürzester Zeit erfolgreich in Betrieb genommen. An bestehen-
den Prozessen und Workflows in Polarion wurden für die Nutzer keine spürbaren Änderungen vorgenommen.
Nachstehende Abbildung zeigt aus technischer Sicht die allgemeine Funktionsweise des neuen Testautomati-
sierungsservice im Zusammenspiel mit Polarion
Ausführung
Ausführung
Testfälle
SID
PolarionALM
msg Testrunner
Tosca Server
Common Repository
IT Service
Tosca Connect
Testergebnisse
Autom. Testfälle
Monitoring
Testergebnisse
Testdurchführung
msg
Testfälle
Testautomatisierungs-
center

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IT-INFRASTRUKTUR &
BETRIEB

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63
IT-INFRASTRUKTUR & BETRIEB
Homeoffice
TS-Plattformen für Homeoffice in der Pandemie
Der SID hatte während der
ersten Corona-Welle im März 2020
218 Mitarbeiter:innen an drei Standorten
(ohne Landesrechenzentrum Steuern). Bis zu den Corona-bedingten Einschränkungen bildete Homeoffice (al-
ternierende und Kurzzeit-Telearbeit) die Ausnahme. Nach Informationen der Personalabteilung des SID waren
vor den Corona-Schutzmaßnahmen regulär 15 Bedienstete (7%) in Homeoffice tätig, für 9 Mitarbeitende
(4%) lief der Genehmigungs- und Abnahmeprozess für alternierende Telearbeit. Diese Arbeitsform setzte ei-
nen Genehmigungsworkflow mit entsprechender Arbeitsplatzabnahme voraus. Der Großteil der Beschäftigten
arbeitete in Büros an den Standorten.
Von den 218 Mitarbeiter:innen waren bereits 154 (71%) mit einem Notebook ausgestattet, wobei 89 (41%)
einen Zugang über ein Virtual Privat Network (VPN) besaßen. Während des ersten Lockdown wurden
inner-
halb von drei Tagen zusätzlich 58 Beschäftigte mit einem Notebook ausgestattet
und
für 119
Mitarbeiter:innen wurde ein VPN-Zugang eingerichtet
. Diese rasche Umstellung gelang nur, weil entspre-
chende Geräte vorrätig waren und an die Standorte gebracht, Übergabetermine abgeklärt und die Technik
geordnet übergeben werden konnte, ohne dass zu viele Beschäftigte gleichzeitig anwesend sein mussten.
Nachbestellungen von Notebooks waren aufgrund der weltweiten Situation und der damit entstandenen Ge-
räteknappheit nicht möglich. Auch der Einsatz von Hardware-Token für
VPN Zugänge
musste nach dem Auf-
brauchen der Vorräte umgehend auf sogenannte
Softtoken
(die Zugangskennung wird dabei über Software
statt über Hardware erzeugt) umgestellt werden.
Die interne Bereitstellung der notwendigen Infrastruktur zur
Anwendungs- und Datenbereitstellung über
Terminalserver erfolgte proaktiv
, sodass Engpässe in der Nutzung so gering als möglich gehalten werden
konnten. Hier kamen die
Vorzüge einer teilweise weitestgehend automatisierten Server- und Anwen-
dungsinstallation in virtuellen Umgebungen
voll zum Tragen. Für den SID konnte damit
in kürzester Zeit
die
Terminalserverinfrastruktur von 2 auf 20 Terminalserver
, für den Kunden Statistisches Landesamt von 2
auf 16 Terminalserver
erweitert
werden. In Spitzenzeiten arbeiteten
180 Beschäftigte des SID gleichzeitig
auf den Terminalservern
.
Somit waren gewissermaßen „über Nacht“ 208 Beschäftigte des SID (95,4%) technisch in der Lage, ihre
Arbeit im Homeoffice aufzunehmen. Durchschnittlich wurde die Arbeit von 81% der Beschäftigten aus
dem Homeoffice erledigt.
Aufgrund der weiten Verbreitung von Notebooks im SID, der zügigen Bereitstellung von Hardware, Soft-
ware und proaktiver Bereitstellung von Kommunikations- und Server-Infrastrukturen auf Basis bereits
zuvor für die Telearbeit unter Berücksichtigung der Anforderungen von Informationssicherheit und Da-
tenschutz wurden die Mitarbeiter:innen sehr schnell in die Lage versetzt, im Homeoffice ihren Arbeitstä-
tigkeiten nachzugehen und somit die Leistungen gegenüber den Kunden des SID aufrecht zu erhalten.
Der Staatsbetrieb Sächsische Informatik Dienste konnte so die Umsetzung seiner Leitlinien als starker
innovativer IT-Dienstleister in dieser Ausnahmesituation erfolgreich unter Beweis stellen. Er ist damit
auch für die weitere Nutzung des Homeoffice über eine Pandemie hinaus gut gerüstet.
© Kzenon - Fotolia.com

IT-INFRASTRUKTUR & BETRIEB
Exchange
Projekt SID-Exchange 2016
Gemäß
Verwaltungsvorschrift der Sächsischen Staatsregierung über den Staatsbetrieb Sächsische Infor-
matik Dienste (VwV SID)
vom 5. April 2019 wurde der SID als zentraler IT-Dienstleister zur Erbringung von
IT-Dienstleistungen im Auftrag der Staatskanzlei, der Staatsministerien und deren Geschäftsbereiche be-
nannt. In der enthaltenen
Positivliste
ist der
zentrale Betrieb für E-Mail (MS Exchange) mit Exchange-
Cluster inklusive Backup und Bereitstellung von E-Mail-Postfächern
(ohne Postfachmanagement)
als Leis-
tungspflicht
mit Leistungserweiterung gegenüber Status quo (K2) ausgewiesen.
Vor dem Hintergrund, dass bis dato die Staatskanzlei und die Staatsministerien sowie teilweise deren nach-
geordneten Geschäftsbereiche eigene E-Mail-Systeme aufgebaut und betrieben haben, hat die Staatskanzlei
Mitte des Jahres 2019 den SID beauftragt, den Betrieb des E-Mail-Dienstes für alle dem Kontrahierungs-
zwang unterliegenden Behörden der Landesverwaltung zu übernehmen.
Voraussetzung für die Übernahme dieser Leistung durch den SID war eine Leistungserweiterung durch:
ı
Aufbau eines zentralen georedundanten E-Mail-Clusters beim SID,
ı
Upgrade der bis dahin in der Landesverwaltung eingesetzten E-Mail-Software Exchange
(Der Hersteller Microsoft hat die Exchange-Version 2010 zum 14.09.2020 abgekündigt. Der Einsatz einer weiter
unterstützten Softwareversion Exchange 2016 bedingte ein Upgrade der betroffenen Betriebssysteme Windows
Server 2008 und dies wiederum einen Ersatz der jeweiligen Server-Hardware. Durch die Übernahme des E-Mail-
Dienstes zentral durch den SID wurde den nutzenden Behörden ein wesentlicher Teil dieser Erneuerung erspart.),
ı
Migration aller Postfächer der nutzenden Behörden auf das E-Mail-Cluster beim SID,
ı
Aufbau einer arbeitsteiligen Betriebsorganisation auf Grundlage einer Leistungsvereinbarung mit
Clusterbetrieb einschließlich Backup durch den SID und Postfachverwaltung durch die nutzenden
Behörden.
Projekt-Ablauf
Zur Umsetzung der Aufgabe wurde eine
Projektgruppe mit Beteiligung der Staatskanzlei, mehrerer Berei-
che des SID und eines externen Dienstleisters
eingesetzt.
Bis Ende des Jahres 2019 wurde das
zentrale georedundante Exchange-Cluster an zwei unabhängigen
Standorten
errichtet und in Betrieb genommen. Mit Beginn des Jahres 2020 wurde eine
Technologie zur
Migration der Postfächer
von den bisherigen Systemen der Landesverwaltung auf das zentrale Cluster beim
SID
entworfen, getestet und
mit ausgewählten Partnern innerhalb der Landesverwaltung
produktiv erprobt
.
Ab März war der SID technisch und organisatorisch vorbereitet, die Postfachmigration im Zusammenwirken
mit den nutzenden Behörden planmäßig zu vollziehen.
Infolge der
Corona-Pandemie
mussten, insbesondere bei den nutzenden Behörden, Prioritäten neu gesetzt
werden. Dies führte dazu, dass die Migration einen deutlich längeren Zeitraum in Anspruch genommen hat
und operativer organisiert werden musste.
Dennoch ist es gelungen, bis zum Supportende von Exchange
2010 im September 2020 alle Postfächer der Landesverwaltung auf das aktuelle zentrale georedundante
Cluster beim SID zu migrieren.
Ausgenommen davon waren die so genannten Öffentlichen Ordner. Diese
konnten zwar auf einem Zwischensystem beim SID konzentriert werden. Die Migration auf das eigentliche
Zielsystem bei den zentralen Diensten des SVN konnte jedoch nicht zeitgerecht erfolgen. Ursache dafür wa-
ren Abhängigkeiten von den Exchange-Systemen bei vom Kontrahierungszwang befreiten Landesbehörden.
Es wurden insgesamt 17.391 Postfächer von den nutzenden Behörden auf das zentrale Exchange-Cluster
beim SID verschoben.
Projekt-Ergebnisse
ı
Das zentrale georedundante Exchange-Cluster beim SID arbeitet
zuverlässig und leistungsgerecht
.
ı
Durch die Georedundanz wurde die
Ausfallsicherheit deutlich erhöht
. Bereits erfolgte Wartungsar-
beiten oder technische Systemoptimierungen infolge der wachsenden Last konnten ohne Betriebsun-
terbrechung und Beeinträchtigung der Nutzer erfolgen.
ı
Das Exchange-Cluster ist
an veränderte Nutzeranforderungen
im weiten Umfang
anpassbar
.
64

IT-INFRASTRUKTUR & BETRIEB
65
ı
Durch den Einsatz zusätzlicher
Sicherheitssysteme
(Deep Discovery) wird der Schutz vor Schadsoft-
ware deutlich erhöht.
ı
Einheitliche
Datensicherung
an zentraler Stelle mittels zuverlässiger Technik und erprobter Methoden
und Prozesse.
ı
Deutliche
Entlastung der Systemadministratoren
bei den nutzenden Behörden durch Wegfall von
Betrieb, Pflege und Weiterentwicklung der Exchange-Server.
ı
Erhöhung des Standardisierungsgrades
bei Hardware, Software, Postfachverwaltung, Contentschutz.
ı
Postfachkapazität von 5 GB
je Standardpostfach.
ı
Volle
Selbstbestimmung
der nutzenden Behörden bei der
Postfachverwaltung
im Rahmen der
technischen Kapazitäten.
Erkenntnisse aus dem Projekt
Die
Bündelung der erforderlichen Infrastrukturen
, ihre
georedundante Auslegung
sowie die
zentrale Über-
wachung
führt zu erheblichen
Ressourceneinsparungen
in den angeschlossenen Ressorts und Behörden, aber
auch zu Veränderungen in den bisherigen Abläufen.
Nutzung des E-Mail-Dienstes
Es hat sich im Laufe des Projektes gezeigt, dass es teilweise sehr unterschiedliche Arbeitsweisen bei der Nut-
zung des E-Mail-Dienstes gibt. So werden sehr häufig E-Mails über sehr lange Zeiträume gespeichert.
Ex-
change als Kommunikationsplattform und nicht als Archivierungsplattform
zu begreifen, war somit auch
eine schmerzliche Erfahrung für einige Behörden innerhalb dieses Projektes. Eine umfassende Verfahrensbe-
treuung im SID setzt
künftig zentrale operative organisatorische Regelungen zur Nutzung des E-Mail-
Dienstes
für alle beteiligten Behörden voraus. Die Staatskanzlei, als Auftraggeber für den SID wird diesen
Prozess aus strategischer Sicht aktiv begleiten.
Zentraler Betrieb
Das Active Directory (AD)
, wesentliches Element des SVN, ist in unterschiedlicher Tiefe mit nahezu allen In-
frastrukturelementen, Softwarekomponenten und Benutzern im SVN und den angeschlossenen Behörden ver-
zahnt. Daraus ergeben sich Abhängigkeiten zwischen den Behörden unabhängig von ihrer Stellung zum Kon-
trahierungszwang. Exchange ist sehr eng mit dem Active Directory verzahnt. Fehler in einzelnen Behörden
haben Auswirkungen auf das gesamte System.
IT-Personal
Die
Nutzerzahlen
haben sich
für den SID verfünffacht
und
erfordern
damit auch
eine dringende Verstär-
kung des Betriebspersonals
zur personellen und technischen Absicherung dieses zentralen Services für den
Freistaat Sachsen.
Zentrale Finanzierung
Zu Beginn des Projektes wurde davon ausgegangen, dass die Kosten für die Bereitstellung von elektronischen
Postfächern anteilig von den nutzenden Behörden getragen werden. Im Laufe der Projektrealisierung wurde
eine
zentrale Finanzierung der Investitions- und der Betriebskosten
beschlossen. Das hatte positive Aus-
wirkungen auf die Motivation der nutzenden Behörden, die zentrale Plattform zu nutzen. Eine zentrale Fi-
nanzierung birgt für die Zukunft aber auch das Risiko, dass der SID bezüglich Kapazitäten und Funktionalität
mit unbilligen Anforderungen konfrontiert wird. Die zentrale Finanzierung einer soliden Kapazitätsausstat-
tung und eines allgemeinen Funktionsumfanges ist sinnvoll. Darüberhinausgehende spezifische Anforderun-
gen einzelner nutzender Behörden sollte jedoch von diesen eigenständig getragen werden.
Fazit
Die Umsetzung des Projektes Exchange 2016 kann durchaus als ein
Meilenstein und Beispiel in der Zentra-
lisierung von IT-Verfahren in der sächsischen Verwaltung
betrachtet werden. Nur so ist es möglich, die
vielfältigen Anforderungen an die IT, die Herausforderungen durch die Demografie und angespannte Haus-
haltslage, die Anforderungen der Informationssicherheit und des Datenschutzes zu erfüllen.

Das bisher eingesetzte
Identity- und Access-Management-Tool „One Identity“
wurde beginnend im Herbst
2019 im laufenden Betrieb auf die neueste Version migriert. Das Werkzeug wird zur Nutzerverwaltung und
automatisierten Bereitstellung von IT-Ressourcen, wie Anwendungen und Speicherplatz für Projektdaten, auf
Basis eines User-Self-Service im Statistischen Landesamt (StLA) und im SID selbst genutzt. Mit dem
Ab-
schluss der Migration im März 2020
steht nun eines der leistungsfähigsten IAM-Tools am Markt zur Verfü-
gung und ist
zur Nutzung in allen Landesbehörden Sachsens lizenziert
.
Mit der Anforderung an die
Erbringung von IT-Dienstleistungen im Rahmen der
pro
SID
-CAMP-Projekte
über ein Client-Management hinaus, wurde schnell auch die
Notwendigkeit einer effizienten, prozessba-
sierten und hochautomatisierten Nutzerverwaltung
deutlich.
Mit Unterstützung des neu gebildeten Sächsischen Staatsministeriums für Regionalentwicklung (SMR) und
unter Berücksichtigung der bereits im SID und StLA produktiv eingesetzten Verfahrensweisen, werden seit
dem IV. Quartal 2020 Lösungen geplant und entwickelt. Diese erlauben es künftig,
One Identity als Basis ei-
nes standardisierten IAM-Services zur Nutzer- und Rechteverwaltung in sächsischen Landesbehörden in
verschiedenen Ausbaustufen
einzusetzen. Damit kann
jederzeit ein regelbasierter, zeitgenau nachvollzieh-
barer Datenbestand
für Nutzer, ihnen zugeordnete IT-Ressourcen und ihre Berechtigungen auf Grundlage
geltender Richtlinien sichergestellt werden. Über den mit diesem Tool möglichen
hohen Automatisierungs-
grad von Konfigurationsabläufen
sollen
Fehlerraten minimiert
,
Personal entlastet
und
kompetenzgerechte
Beteiligungen
gewährleistet werden.
Ein
herausragendes Beispiel
ist der derzeit bereits im SID
im produktiven Einsatz befindliche Personenpro-
zess
, der den
gesamten Life-Cycle eines Mitarbeiters bei der Nutzung von IT-Ressourcen
von seinem Ein-
tritt in die Behörde bis zu seinen Ausscheiden abbildet.
Es ist geplant, die
erste Ausbaustufe des standardisierten IAM-Service
des SID
für die Kunden Sächsische
Staatskanzlei, SMR und Landesamt für Denkmalpflege
zu nutzen. Der Personaleinsatz ließe sich damit beim
Kunden optimieren, erfordert aber im SID zur Sicherstellung des Services für alle Kunden einen Ausbau der
derzeitigen Kapazitäten.
IT-INFRASTRUKTUR & BETRIEB
One Identity
Identity- und Access-Management-Tool in CAMP-Projekten
Das Jahr 2020 war neben den Herausforderungen der Corona–Pandemie wiederum geprägt von den Anforde-
rungen vielfältiger Zuarbeiten und der Mitarbeit in diversen Projekten des Programmes
pro
SID sowie im
Umfeld der für Kunden zu erbringenden Dienstleistungen.
Dafür seien beispielhaft die Unterstützung des Statistischen Landesamtes bei der
Erarbeitung von Sicher-
heitskonzepten
für diverse im bundesweiten Statistikverbund eingesetzte Verfahren sowie die beginnende
Mitarbeit im Projekt ZENSUS, die
Beiträge im Rahmen der Neuprogrammierung
des BAföG21-Verfahrens
des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Kultur und Tourismus und von SaxSVS und Schulportal
des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus, die Arbeiten zur Migration des Sozialverfahrens SGB IX und
Einführung des neuen Verfahrens ISABELLA im Erziehungsgeldbereich für den Kunden Kommunaler Sozialver-
band genannt.
Die hohe Aufgabenlast unter den Pandemie–Bedingungen machte eine Priorisierung und Ressourcenbereit-
stellung zunehmend schwieriger, so dass der Zeitplan zur Migration der landesweit eingesetzten Verfahren
eVA.SAX, el_Sta und SiDaS aus dem ehemaligen SID-Rechenzentrum in Lichtenwalde nach Kamenz im Infra-
strukturbereich erste Verzögerungen aufweist.
Es wird angesichts des auch im kommenden Jahr zu erwartenden Aufgabenzuwachses weiter eine Aufgabe
des SID bleiben, die sicher notwendige technische Optimierung von Betriebsabläufen ebenso wie die Bewälti-
gung der künftigen Herausforderungen mit einer entsprechenden Personalkapazität zu untersetzen.
66
Betrieb
Das Tagesgeschäft des System- und Applikationsmanagements

IT-INFRASTRUKTUR & BETRIEB
Datenbanken
Migration der Oracle-Datenbank-Infrastruktur
67
Im Fachbereich Datenbankmanagement werden technische und technologische Infrastrukturen für die Da-
tenbanksysteme Oracle, MySQL, Microsoft SQL sowie zugehörige Anwendungsserver bereitgestellt und admi-
nistriert. Diese Datenbanktechnologien sind Basis für eine Vielzahl von sächsischen Landes- und Kommunal-
verfahren sowie Verfahren der Landes- und Bundestatistik.
Nach der Erneuerung der zentralen Hardware-Basis (von Oracle Exadata X4 auf Oracle Exadata X8) war das
Jahr 2020 geprägt von
Migrationsmaßnahmen
der Oracle-Datenbank-Infrastruktur. Betroffen davon waren
die vorhandenen
Cluster-Systeme und
die
eingesetzten Datenbank-Produkte
. Der Schwerpunkt lag auf der
Oracle Datenbank-Migrationen von
Version 12c auf Version 19c
. Diese Migration wurde aufgrund des Endes
des Premier Support für Oracle Datenbank Version 12c zum 30. November 2020 notwendig. Der Support um-
fasst die Sicherstellung der Verfügbarkeit aktueller Funktional- und Sicherheitspatches, den Hersteller-Sup-
port für Updates, Fixes, den Technischen Support sowie Zugriff auf Oracle MySupport als zentrale Informati-
onsbasis sowie für Störungsbehebung. Die
Einhaltung der Supportvorgaben
ist ein wesentlicher Bestandteil
des Rechenzentrumsbetriebes.
Bei der Oracle Datenbank
Version 19c
handelt es sich um eine
Langzeit-Version mit Premier Support bis
zum April 2024
. Dadurch kann die
Produktstabilität und Planungssicherheit
für die nächsten Jahre sicher-
gestellt werden. Auch bringt diese Version einige
neue Funktionalitäten
, wie zum Beispiel in den Bereichen
Automatisierung, Datenmanagement, Performance und Security, mit.
Die
Migration von circa 40 Datenbanken
wurde im Wesentlichen
durch unser erfahrenes Oracle-Adminis-
tratoren-Team
, auch unter Zurückstellung persönlicher Belange und im laufenden Verfahrensbetrieb, durch-
geführt. Zu den auf den umgestellten Datenbanken laufenden Verfahren zählen unter anderem BAföG, För-
dermittel-Systeme, Schulverwaltungssysteme, Statistikverfahren und Sozialverfahren. Diese Verfahren
werden von
mehreren tausend Nutzern verwendet
und die
durchgängige Verfügbarkeit
, insbesondere in
diesem von Corona geprägten Jahr, musste unbedingt sichergestellt werden.
Aufgrund der
Komplexität der technischen und technologischen Basis
für die Verfahren und verschiedens-
ter Abhängigkeiten innerhalb der Datenbank-Infrastruktur (Einsatz von Oracle-Hochverfügbarkeitslösungen
– Cluster, Replikation) haben sich die
Migrationen als besondere Herausforderung
erwiesen. Umfangreiche
detaillierte Planungen, Absprachen mit Verfahrensverantwortlichen, Unterstützung durch Software-Entwick-
ler sowie Consulting mit Herstellern waren zwingende Voraussetzungen für die einzelnen Datenbankumstel-
lungen. Da die Migration auf jeweils vorhandenen Entwicklungs-, Test- und Produktivsystemen durchgeführt
werden musste, sind die notwendige Koordination und die Zeitaufwände zusätzlich gestiegen. Somit wurden
die Arbeiten teilweise außerhalb der üblichen Wartungstage und außerhalb der Betriebszeiten durchgeführt.
Die personell sehr aufwändigen Migrationen waren geprägt von individuellen Herausforderungen. Gründe
hierfür waren neben der Komplexität vorwiegend
langjährig gewachsene Datenbank-Strukturen
und der
Wegfall von Datenbank-Optionen
. Dies führte teilweise zu sehr (zeit)intensiven Fehlersuchen und Problem-
lösungen.
Trotzdem konnten bis zum Ende des Jahres 2020, bis auf zwei verfahrensbedingte Ausnahmen,
alle Datenbanken auf Oracle Version 19c umgestellt werden.
Ohne die
engagierte Zusammenarbeit von
Fachverantwortlichen, Entwicklungsteams und die außerordentliche Einsatzbereitschaft des Oracle-Ad-
ministrations-Teams
wären die Migrationen in dem vorgegebenen Zeitfenster nicht möglich gewesen.

68
IT-INFRASTRUKTUR & BETRIEB
eVA.SAX
Stabiles Wachstum des Verfahrens, E-Rechnung und Kamenz
Seit dem Aufbau der
Betriebsplattform eVA.SAX für die elektronische Vorgangsbearbeitung und Akten-
führung im Freistaat Sachsen
im Jahr 2012 kommen kontinuierlich Mandanten hinzu. Im Jahr 2020 konnten
nunmehr
13.177 Anwender aus 32 Behörden
das IT-Verfahren auf der zentralen Plattform nutzen. Mit
ca. 40,33 Millionen VIS-Dokumenten in 1,7 Millionen Akten
halten wir ein
Gesamtspeichervolumen von
ca. 23,5 Terabyte
online bereit, deren Bestand
stündlich und georedundant gesichert
wird.
Große Anstrengungen wurden im vergangenen Jahr unternommen, um die elektronische Rechnung im Frei-
staat Sachsen zu etablieren und allen Behörden den
Empfang von Rechnungen revisionssicher auf elektro-
nischem Wege
zu ermöglichen. Den Börden, die die Software VIS.SAX nutzen, konnte der Empfang über eine
neue Schnittstelle (ESB) zu Ihrem Mandanten
eingerichtet werden. Für Behörden, die über keinen eigenen
VIS Mandanten verfügen und auch keine Alternativen für den Abruf von Rechnungen über den elektronischen
Weg hatten, wurde ein
zentraler Mandant ZRL
eingerichtet, der diesen Behörden die Möglichkeit bietet, ihre
Rechnungen von einer speziell für diese Behörde eingerichtete Ablage abzurufen. Dieses Verfahren läuft seit
April 2020 stabil im Produktivbetrieb.
Die
produktive Plattform eVA.SAX
soll
spätestens im Jahr 2022 vom ehemaligen SID-Standort Lichten-
walde nach Kamenz verlegt
werden. So wurde bereits im vergangenen Jahr mit der Einführung der
Version
VIS.SAX 2.4
, die auf einer
neuen Betriebssystemumgebung (Windows 2019 und MSSQL 2017)
zu instal-
lieren war, die Infrastruktur geschaffen, um den Betrieb des Referenzsystems VIS.SAX in Kamenz zu ermögli-
chen.
65 neue Server
wurden in Betrieb genommen, das
Netzwerk
für das Referenzsystem
eingerichtet
und
ein
Datenpool bereitgestellt,
welcher der Dimension des Produktivsystems entspricht. Die
Einrichtung des
Backupsystems
ist ein weiterer Schritt, um die Funktionstüchtigkeit des Referenzsystems zu komplettieren.
Somit ist der produktive Umstieg des Verfahrens eVA.SAX zum Standort Kamenz im Jahr 2022 gut vorberei-
ten. Um auch nach dem Umzug den georedundanten Betrieb zu gewährleisten, wird die Ertüchtigung eines
weiteren Standortes für das Verfahren ein Schwerpunkt im Geschäftsjahr 2021 sein.
0
5
10
15
20
25
30
35
40
Akten
Vorgänge
Dokumente
Millionen
2020
2020
2020
VIS.SAX

image
69
Bei der
Mediendatenbank Cumulus der Firma Canto
handelt es sich um ein komfortables
Digital Asset Ma-
nagement System (DAM)
. Sie dient der
Ablage, Pflege und Verschlagwortung zentraler Bilder- und Video-
kataloge
. Die Pflege erfolgt hierbei entweder über einen Desktopclient oder alternativ über einen Webclient
mit annähernd gleicher Funktionalität. Die Mediendateien können webbasiert aus dem jeweiligen Intranet
des beauftragenden Ressorts und für einzelne Kollektionen auch durch Linkversand aus dem Internet zur
Nutzung durch verschiedene Interessenten zur Verfügung gestellt werden.
Das
Verfahren mit integriertem proprietärem Datenbanksystem
läuft im SID
in einer virtualisierten Win-
dows-Server-Umgebung
(Windows Server 2016). Die
Datenablage
erfolgt dabei
im Filesystem
. Der zugehö-
rige
Webserver
(Apache Tomcat) wird
separat in einer virtualisierten Linux-Server-Umgebung
(Red Hat
Enterprise Linux) betrieben. Um Email-Benachrichtigungen (z. B. mit Links für Kollektionen) versenden zu
können, wurde das System an den Mailserver angebunden. Das Verfahren bietet eine
Integration in das Ac-
tive Directory
des Freistaates. Als LDAP Server werden verschiedene Domain Controller benutzt.
Anfang 2020 wurde die Mediendatenbank mit Unterstützung des externen Dienstleisters CDS Gromke aus
dem ehemaligen SID-Standort Lichtenwalde in unser Rechenzentrum nach Kamenz migriert. Alle Kataloge
der drei Bestandskunden wurden dabei berücksichtigt und für die Nutzer mit gewohntem Funktionalitätsum-
fang unter neuer Adresse
(>> https://extranet.sachsen.de/cumulus/)
zur Verfügung gestellt.
Bestandskunden unserer Mediendatenbank sind
ı
das Sächsische Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft (SMEKUL)
mit seinem gesamten Geschäftsbereich,
ı
der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement und
ı
das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Im Laufe des Jahres 2020 wurden die
Leistungsvereinbarungen mit den Kunden überarbeitet und ange-
passt
. Insbesondere für das SMEKUL wurden weitere Anforderungen, wie die Überarbeitung und Anpassung
der Katalog- und Rechtestruktur, umgesetzt
Im Dezember 2020 wurden die Installation und Inbetriebnahme der Kataloge für den
neuen Kunden Sächsi-
sche Staatskanzlei
durchgeführt. Unter Nutzung eines Tools der Firma Attention, wurde hier zusätzlich zu
den anderen Funktionalitäten, eine Anbindung an gängige Social-Media-Kanäle ermöglicht.
Die Anfrage des nächsten potentiellen Kunden - Sächsisches Staatsministerium für Regionalentwicklung -
liegt bereits vor und wird voraussichtlich Anfang 2021 realisiert.
IT-INFRASTRUKTUR & BETRIEB
MedienDB Cumulus
Ein komfortables Digital Asset Management System (DAM)

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70
IT-INFRASTRUKTUR & BETRIEB
ILIAS Lernwelten
Die ILIAS-Lernplattform SID-Lernwelten
Der bereits Ende 2019 gestartete
Pilotbetrieb des Verfahrens „SID–Lernwelten“ auf Basis des Open Source
Lernmanagement Systems ILIAS
wurde in Zusammenarbeit mit dem Beauftragten für Informationssicherheit
des Landes über das gesamte Jahr 2020 durchgeführt. Die Lernwelt „Informationssicherheit am Arbeitsplatz“
wurde in diesem Zeitraum von
ca. 4.800 registrierten Benutzern
verwendet. Das Lernmodul bearbeiteten
mehr als 3.200 Interessierte vollständig,
über 3.100 Anwender erwarben den „Sächsischen Informationssi-
cherheitsschein“
.
Das System konnte
zu Beginn der Corona-Pandemie
im Frühjahr 2020 auch
im Internet freigegeben
werden
(neben der Verfügbarkeit im Sächsischen Verwaltungsnetz und Kommunalen Datennetz) und erleichtert somit
das Online-Lernen auch im häuslichen Umfeld. Ein weiterer Penetrationstest und das regelmäßige Aktualisie-
ren der verwendeten Systemumgebung bildeten die Grundlage dafür. So wurde noch im Dezember 2020 auf
die
aktuellste Version ILIAS 6
gewechselt. Der Betrieb erfolgt auf einer
virtualisierten Serverplattform un-
ter
dem Betriebssystem
Red Hat Enterprise Linux 8
.
Zum 1. Januar 2021 werden die SID-Lernwelten in den produktiven Betrieb überführt
und nachfolgend
auch weitere Inhalte integriert. Unter anderem wurde bereits eine Leistungsvereinbarung mit dem Kompe-
tenzzentrum Vorgangsbearbeitung (CCV im Referat 43) der Sächsischen Staatskanzlei über die
Bereitstellung
von eVA.SAX-Lernmodulen
geschlossen.
Es ist geplant, eine möglichst skalierbare Lernplattform bereitzustellen, die mit ihren Aufgaben wachsen
kann. Die angestrebte
Einbindung in das Berechtigungsmanagement des Freistaates
soll den Zugang zum
System für die Bediensteten erleichtern und im Idealfall ein sogenanntes „Single Sign On“ ermöglichen. Be-
gleitet werden wir dabei ab sofort von der DATAbay AG, einem ILIAS-Premiumpartner.
Außerdem unterstützt
der SID als institutionelles Mitglied im ILIAS open source e-Learning e.V.
die nach-
haltige Entwicklung von ILIAS.
70

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71
IT-INFRASTRUKTUR & BETRIEB
Statistiken
Datenaufbereitung und Transformation
Im Statistischen Landesamt des Freistaates Sachsen, als Teil des amtlichen statistischen Systems der Bundes-
republik Deutschland, werden ständig Daten zu fast allen Bereichen des gesellschaftlichen Zusammenlebens
erhoben, aufbereitet, analysiert und veröffentlicht.
Der SID unterstützt im Verfahrensbetrieb die Aufbereitung und Transformation der Daten zu aktuell 28
Statistiken.
Das entspricht regelmäßig
monatlich 12 Auswertungen
, zzgl.
7 Auswertungen je Quartal bzw.
Halbjahr
sowie
12 jährliche Auswertungen
. Zusätzlich erfolgen
spezielle Aufbereitungen
zum Jahresab-
schluss und
Sonderauswertungen
auf Anfrage. Dabei werden die Rohdaten aus den statistischen Fachan-
wendungen mithilfe von Programmen
in .BASE – STATSPEZ und SAS tabelliert
und somit zur weiteren
Analyse lesbar gemacht. Anschließend erfolgt die
Bereitstellung
für die Mitarbeiter:innen im Statistischen
Landesamt sowie die termingerechte Lieferung an das Statistische Bundesamt in Wiesbaden via DVE.
Zu weiteren Statistiken werden
Daten über unterschiedliche Transfer-Verfahren
– wie DVE, ELSTER-Transfer,
SiDaS –
in Empfang genommen, transformiert und
dem Statistischen Landesamt Sachsen
für die Weiter-
verarbeitung zur Verfügung gestellt
. In diesem Jahr wurde dafür die Aktualisierung der Anwendung ElsterFT
zum neuen ELSTER-Transfer-Verfahren vollzogen, welches einen
zukunftssicheren Datenaustausch
gewähr-
leistet. Diese Aufgaben des Verfahrensbetriebes erfolgen in Zusammenarbeit mit dem Sachgebiet Datenverar-
beitungsverfahren, zu dessen Unterstützung für ausgewählte Statistiken nun auch die Veröffentlichung der
sächsischen Ergebnisse in der GENESIS-Online Datenbank übernommen wurde.
„Die Daten der amtlichen Statistik sind eine wichtige Grundlage für faktenbasierte Entscheidungen – gerade
in Krisenzeiten.“
(Quelle:
https://www.destatis.de/DE/Home/_inhalt.html)
Gerade in diesem Jahr der COVID-
19-Pandemie trägt der SID durch dieses seit Jahren etablierte Verfahren, das u. a. die sächsischen Daten zu
Handel, Gastronomie, Tourismus und Gewerbeanzeigen aufbereitet und liefert, dazu bei, dass die neue Situa-
tion bewertet, Entscheidungen getroffen und Ergebnisse analysiert werden können.
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© jojje11 - Fotolia.com

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IT-PROJEKTE &
SERVICEMANAGEMENT

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73
Kundenmanagement
Verstärktes Angebot von Workshops und Webinaren
IT-PROJEKTE & SERVICEMANAGEMENT
Für das Kundenmanagement bestand im Jahr 2020 die Herausforderung darin, auch in Zeiten der Corona-
Pandemie und trotz angespannter Personalsituation, die sich u. a. auch durch eine Abordnung an das Ge-
sundheitsamt Bautzen ergeben hat, Kundenanliegen dennoch qualitätsgerecht zu bearbeiten.
So wurden verstärkt auch Leistungen nachgefragt, die nicht zum Standard des SID gehören und auf die das
Kundenmanagement schnell reagieren musste. Dazu gehörte z. B. die
kurzfristige Bereitstellung von
Threema-Lizenzen
. Darüber hinaus wurden
weitere Leistungsvereinbarungen
mit den Kunden
abgeschlossen
sowie
Workshops zur Beratung und Anforderungsanalyse
mit den Kunden durchgeführt. Auch die
Migra-
tion der Behörden auf das zentrale Exchange-Cluster
des SID wurde durch das Kundenmanagement aktiv
begleitet.
Ein großes Anliegen des Kundenmanagement ist es, die
Leistungen der Positivliste den Kunden näher zu
bringen und mehr Transparenz zum Leistungsumfang und den Rahmenbedingungen zu schaffen
.
Dazu hat das Kundenmanagement am 28. Februar 2020 gemeinsam mit der Vergabestelle des SID und dem
Fachbereich Querschnitttsverfahren eine
Informationsveranstaltung zu den Themen IT-Vergaben
(Leistun-
gen des SID und Rahmenbedingungen zur Beauftragung),
Testdienstleistungen
(Vorstellung des Rahmenver-
trags und der Vertragspartner) sowie dem
Produkt POLARION
durchgeführt.
Am 14. Oktober 2020 fand weiterhin ein
Webinar zum Thema Digitale Barrierefreiheit
statt. Den Teilneh-
mern aus allen Teilen der sächsischen Staatsverwaltung wurde ein Überblick über die gesetzlichen Anforde-
rungen, Best-Practices, Testverfahren, Konformitätsbewertungen und Zertifizierungen zur digitalen Barriere-
freiheit gegeben.
Behörden und Einrichtungen des Freistaates Sachsen können Barrierefreiheitstests über
den Rahmenvertrag Testdienstleistungen des SID beauftragen.
Es hat sich gezeigt, dass das Interesse an solchen Veranstaltungen sehr groß ist. Daher ist vorgesehen, dieses
Format entsprechend fortzusetzen und weitere Informationsveranstaltungen und Webinare zu ausgewählten
Leistungen des SID durchzuführen. Die Präsentationen zu den Veranstaltungen werden für alle Interessenten
unter
>>
https://www.sid.sachsen.de/kundenmanagement.html
veröffentlicht.
Die jährlich durchzuführenden
Ressortgespräche zur Positivliste
konnten 2020 leider nur teilweise fortge-
setzt und sollen
im Jahr 2021 wieder aufgenommen
werden.
Implementierung eines PMIS im SID
Projektmanagement
Wie auch im Geschäftsjahr 2019 lag der Schwerpunkt im Projektmanagement-Office (PMO) bei der Beglei-
tung des Programms
pro
SID. Das PMO im SID hat das Programmmanagement-Office sowohl methodisch als
auch operativ unterstützt.
Das im Jahr 2019 gestartete P
rojekt „Implementierung eines Projektmanagement- und Informationssys-
tems (PMIS) im SID“
wurde erfolgreich fortgesetzt. Ziele des Projekts sind die
Optimierung der Projektma-
nagementprozesse
, die
Stärkung der Projektarbeit
im SID sowie die
Einführung eines Tools zur
Unterstützung aller Projektrollen
über den gesamten Lebenszyklus eines Projekts. Die bereits gelebten Pro-
jektmanagementprozesse sollen durch das PMIS besser unterstützt und dokumentiert sowie die Themen Con-
trolling und Auswertungen und das strategische Projektmanagement verstärkt werden. Anhand einer
Anfor-
derungserhebung
, bei der ausgewählte Projektleiter und die Leitungsebene des SID einbezogen wurden,
wurde ein
Lastenheft
ausgearbeitet. Durch das PM-Board wurde die Entscheidung getroffen, für die Umset-
zung der Anforderungen das ERP-System Unit 4 zu nutzen. Da dieses System auch im Bereich Finanzmanage-
ment eingesetzt wird, werden Synergieeffekte erwartet. Erste Designworkshops mit der für die Implementie-
rung beauftragten Firma Greenlight Consulting GmbH wurden durchgeführt.
Für das Geschäftsjahr 2021 soll als Ziel der Abschluss des Projekts PMIS und die erfolgreiche Inbetriebnahme
und Etablierung des Systems im SID stehen.

74
IT-PROJEKTE & SERVICEMANAGEMENT
Prozessmanagement
Strategische Ausrichtung des GPM & lessons learned
Mit dem
Geschäftsprozessmanagement (GPM) nach ITIL
wird die strategische Zielsetzung verfolgt, sich als
moderner IT-Dienstleister wettbewerbsfähig aufzustellen. Das GPM im SID koordiniert die entsprechenden
Rahmenbedingungen und notwendigen Schritte im benötigten Umfang. Eine solche solide Grundlage ist eine
entscheidende Voraussetzung für die erfolgreiche Implementierung der zu erwartenden Projektergebnisse aus
dem Programm
pro
SID.
Schwerpunkt für das Geschäftsjahr 2020 war die strategische Ausrichtung des Prozessmanagements:
ı
Es wurden
Prozesslandkarten
, die eine
strategische Sicht über alle Prozesse
ermöglichen,
ausgearbeitet und abgestimmt.
ı
Der
Leitfaden „Prozessmanagement im SID“
wurde grundlegend überarbeitet.
ı
Es wurde eine
neue Vorgehensweise zur Implementierung und Freigabe von Prozessen
ausgearbeitet.
ı
Die
Rollen der Prozesseigentümer und –verantwortlichen
wurden präzisiert.
ı
Die
Prozesskoordination
, die bis 2019 noch arbeitsteilig versehen wurde, wurde nun für den
gesamten SID zentralisiert.
Weiterhin wurde ein
neues Konzept für das Prozesscontrolling
entwickelt. Es basiert auf dem Reifegrad der
Prozesse und dient dazu, die Entwicklung des GPM im SID qualitativ und quantitativ bewerten zu können.
Nach einer Bereinigung des Prozessregisters in PICTURE wurden 400 dokumentierte Prozesse identifiziert,
deren Reifegrade nun quartalsweise aus der Datenverfügbarkeit in PICTURE abgeleitet werden. Aufgrund
zahlreicher ungeplanter Prioritäten im Jahr 2020 konnte die Datenlage bis zum Jahresende bisher nur auf ei-
nen durchschnittlichen Reifegrad von 1 (von einem max. erreichbarem Reifegrad von 5) über alle 400 Pro-
zesse erzielt werden. In 2021 werden die Bemühungen zur Aktualisierung und aktiven Nutzung der dokumen-
tierten Prozesse intensiv fortgesetzt.
Während des ersten
COVID-19-Lock-Down
im Frühjahr wurde die
Initiative „lessons learned“
gestartet. Ziel
war es, einen
Kommunikationskanal für alle Mitarbeitenden
bereitzustellen, um Stimmungen und Meinun-
gen zu den Arbeitsweisen während der Pandemie gezielt zu erfassen und auszuwerten. Nach einer regen Be-
teiligung der Mitarbeiter:innen wurden Vorschläge zu Optimierung der Arbeitsweisen im SID ausgearbeitet
und der Leitungsebene vorgestellt. Im Sommer wurde eine strukturierte Umfrage mittels der Beteiligungs-
plattform des Freistaates Sachsen entwickelt und bereitgestellt. Es haben 86 Beschäftigte des SID an der
Umfrage teilgenommen. Die Ergebnisse wurden ausgewertet und graphisch aufgearbeitet.
SAX.CERT
Ausbau SAX.CERT zum IT-Sicherheitszentrum
Auf Grundlage des Sächsischen Informationssicherheitsgesetzes (SächsISichG) und der Koalitionsvereinba-
rung wurde der
Ausbau des SAX.CERT zum zentralen IT-Sicherheitszentrum für Land, Kommunen und
KRITIS
im Jahr 2020 vorangetrieben. Bisher lag der Fokus eher auf dem Ausbau der Dienstleistungen für die
Landesverwaltung. Nun wurde auch verstärkt auf die Nutzer außerhalb der Landesverwaltung (aber innerhalb
des Geltungsbereichs des SächsISichG) zugegangen. Zudem wurden die wichtigsten Dienstleistungen des
CERTs auf der
neu gestalteten Internetseite
>>
www.cert.sachsen.de
aufgeführt.
Weiterhin wurde ein
professionelles Lagezentrum
eingerichtet, um eine bessere Übersicht auf die sicher-
heitsrelevanten Ereignisse aus den verschiedenen eingebundenen Meldesystemen des Freistaates zu erhalten.
Eine große Monitorwand bietet den Überblick auf die vom SAX.CERT teilweise eigenentwickelten
Statusdia-
gramme, Statusseiten, News-Seiten und CERT-Infokanälen wie Verwaltungs-CERT-Verbund- und BSI-
Chats.
Sie zeigen aber auch eine
Gesamtgefahrenbewertung in Form eines „Tachos“ in Echtzeit
an und
geben so stets Auskunft darüber, welche Gefahren aktuell auf den Freistaat von außen einwirken.

image
75
IT-PROJEKTE & SERVICEMANAGEMENT
Im Nachgang der sächsischen Kabinettssitzung am 22. Oktober 2020, in der es um das Thema Informationssi-
cherheit ging, besuchten Staatssekretär Popp und der BSI-Präsident Schönbohm das Lagezentrum in Beglei-
tung von Reportern und einem Kamerateam. Hier informierte Herr Markgraf für das SAX.CERT kurz über die
live dargestellten Informationen und betonte die gute Zusammenarbeit mit dem BSI.
Jahresverlauf der Mailviren
Im Folgenden wird beispielhaft zur Veranschaulichung der Tätigkeit des SAX.CERT eine grafische Darstellung
erläutert, aus der das stark schwankende Gefahrenpotential über ein Jahr hervorgeht, das von außen auf den
Freistaat Sachsen und seine Einrichtungen wirkt.
Gezeigt ist die Anzahl an Mailviren, welche an den zentralen Schutzsystemen des Freistaates herausgefil-
tert und damit wegen Verdachts auf Schadcode nicht zugestellt wurden.
Deutlich zu erkennen sind die
Monate August und September, in welchen die Belastung um eine Vielfaches höher ausfiel, als im übrigen
Jahr. Die Summe der herausgefilterten Mails in den beiden Monaten lag mit 27.128 um einiges höher als die
Summe (19.962 Mails) der restlichen Monate. Die Beobachtung der Angriffe lässt durchaus Muster erkennen,
welche wiederum verschiedene Rückschlüsse auf die Verursacher der Angriffe ermöglichen. Erfolgreiche An-
griffe laufen zwar regelmäßig auf Erpressungsversuche (Verschlüsselung der Daten und Aufhebung der Ver-
schlüsselung erst gegen Bezahlung) hinaus, jedoch ist es nicht auszuschließen, dass durchaus erfolgreiche
Angriffe zunächst unerkannt bleiben, da sie tatsächlich einen Datendiebstahl beabsichtigen. Daher gilt es
weiterhin besonders wachsam zu sein und auch die Mitarbeiter:innen laufend für entsprechendes Verhalten
zu sensibilisieren.
0
2.000
4.000
6.000
8.000
10.000
12.000
14.000
Anzahl
Monat 2020
Jan Feb Mrz Apr
Mai Jun
Jul
Aug
Sep Okt
Nov Dez

76
ORGANISATION & FACHAUFSICHT
Die Organe des SID ergeben sich aus der Verwaltungsvorschrift der Sächsischen Staatsregierung über den
Staatsbetrieb Sächsische Informatik Dienste vom 5. April 2019 (SächsABl. S. 658), enthalten in der Verwal-
tungsvorschrift vom 17. Dezember 2019 (SächsABl. SDr. S. S 334).
Am 1. September 2012 übernahm Prof. Dr. Sebastian Kiebusch die Geschäftsführung des Staatsbetriebes.
Der Verwaltungsrat des SID setzt sich zusammen aus Mitgliedern der Sächsischen Staatskanzlei sowie den
sächsischen Staatsministerien. Im Jahr 2020 bildeten die folgenden Personen den Verwaltungsrat:
Dirk Sott
Leiter der Abteilung 4 der Sächsischen Staatskanzlei
Sybille Gedenk-Fleger
Leiterin der Abteilung 1 des Sächsischen Staatsministeriums der Finanzen
Robert Bey
Leiter der Abteilung 3 des Sächsischen Staatsministeriums der Justiz und für Demokratie, Europa
und Gleichstellung
Matthias Hüchelheim
Leiter der Abteilung 1 des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Kultur und Tourismus
Rüdiger Raulfs
Leiter der Abteilung 1 des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Gesellschaftlichen
Zusammenhalt
Jochen Rest
Leiter der Abteilung 1 des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus
Uwe Schneider
Leiter des Referates 14 des Sächsischen Staatsministeriums für Energie, Klimaschutz, Umwelt und
Landwirtschaft
Dr. Ulrich Reusch
Leiter der Abteilung1 des Sächsischen Staatsministeriums für Regionalentwicklung
Dr. Wolfgang Harz
Leiter der Abteilung 1 des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
Jörg Schröder
Leiter der Abteilung 2 des Sächsischen Staatsministeriums des Innern

77
Geschäftsführer
Prof. Dr. Sebastian Kiebusch
0351 3264 5100
Fachbereich 1.1
Vergabestelle, Recht,
Lizenzen
Bernhard Fett
0351 3264 5240
Fachbereich 1.3
Finanzmanagement und
Controlling
Dr. Silke Kühn
0351 3264 5230
Fachbereich 4.3
Sicherheitsnotfallteam
CERT
N. N.
0351 3264 6630
Fachbereich 1.2
Personal, Organisation,
Innerer Dienst
Kerstin Mühle
0351 3264 5220
Fachbereich 3.1
Technische Infrastruktur,
Basisdienste,
Outputmanagement
Fred Unnasch
0351 3264 6340
Fachbereich 3.4
Verfahrensbetrieb I
Uwe Schwarz (komm.)
0351 3264 8250
Fachbereich 3.2
System- und Applika-
tionsmanagement
Michael Zeun
0351 3264 8330
Fachbereich 4.2
Clientmanagement,
Service Desk
Andreas Fahland
0351 3264 6220
Sachgebiet 5.1
Zentrale Dienste
Robert Kluger
0351 8129 1000
Sachgebiet 5.5
Betrieb IT-Infrastruktur
Carsten Herzog
0351 8129 5000
Sachgebiet 5.2
Betrieb Zentrale
Verfahren
Stefanie Wollenberg
0351 8129 2000
Sachgebiet 5.4
Betrieb Produktion
Annett Schreiter
0351 8129 4000
Sachgebiet 5.3
Entwicklung und Betrieb
Dezentrale Verfahren
Manuela Krause
0351 8129 3000
Aufsicht durch das Sächsische
Staatsministerium der Finanzen
Postanschrift:
Postfach 1185
01911 Kamenz
Tel.:
0351 3264 5101
Fax:
0351 3264 5109
Internet:
www.sid.sachsen.de
E-Mail: poststelle@sid.sachsen.de
Hausanschriften:
Standort Radebeul
Dresdner Straße 78A
01445 Radebeul
Standort Kamenz
Garnisonsplatz 13
01917 Kamenz
Standort Dresden
Glacisstraße 4
01099 Dresden
Landesrechenzentrum Steuern
Stauffenbergallee 2
01099 Dresden
Stand 1. Oktober 2020
Öffentlichkeitsarbeit
Kati Rössel
0351 3264 5120
Stellvertretender
Geschäftsführer mit
Zuständigkeit für
Informationssicherheit
Dr. Harald Kogel
0351 3264 5105
Fachbereich 4.1
Kunden-, Projekt- und
Prozessmanagement
Ronald Popp
0351 3264 5210
Fachbereich 2.3
Querschnitts- und
Landesverfahren
Bernhard Baier
0351 3264 7330
Fachbereich 2.2
E-Government und SVN
Marcus Knappe
0351 3264 7230
Fachbereich 2.1
Entwicklung
Statistikverfahren
Ulrich Schlungbaum
0351 3264 7320
Strategisch-Taktische
Ausrichtung der IT-
Vergabe
Jürgen W. Wiedling
0351 3264 5205
Fachbereich 3.3
Datenbankmanagement
Tobias Weimann
0351 3264 8350
Fachbereich 3.5
Verfahrensbetrieb II
Uwe Schwarz
0351 3264 8250
Unternehmensbereich 2
IT-Verfahren
Jörg Steinig
0351 3264 7300
Unternehmensbereich 3
IT-Infrastruktur und Betrieb
Jens Fleischer
0351 3264 6300
Unternehmensbereich 1
Zentrale Aufgaben und
IT-Vergaben
Monika Breiling
0351 3264 5200
Unternehmensbereich 5
Landesrechenzentrum
Steuern
Robert Kluger
0351 8129 1000
Unternehmensbereich 4
IT-Projekte und
Servicemanagement
Axel Geck
0351 3264 8200
Fachbereich 2.4
Serviceportal und
Elektronischer
Zahlungsverkehr
Steffen Kaden
0351 3264 7210
Koordination und
Datenschutz
Michael Kühhirt
0351 3264 5110
ORGANIGRAMM Oktober 2020

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Herausgeber:
Staatsbetrieb Sächsische Informatik Dienste (SID)
Dresdner Straße 78 A I 01445 Radebeul
Postanschrift: Postfach 1185 I 01911 Kamenz
E-Mail: poststelle@sid.sachsen.de
Internet:
www.sid.sachsen.de
Redaktion:
Geschäftsführung SID
Gestaltung I Satz:
Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit
Redaktionsschluss:
Juni 2021
Fotos I Bilder:
Grundlage Bilder Umschlag & Seiten 18-19
I
25
I
34
I
62
I
72: © Gerd Altmann - Pixabay.com
Grundlage Icons Seite 28
I
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43
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44-45
I
49
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64-65
I
67: © Artco - Fotolia.com
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Bezug:
Der Geschäftsbericht steht zum kostenlosen Download unter
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