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SÄCHSISCHES
OBERBERGAMT
Der Bergbau in Sachsen
Bericht des Sächsischen Oberbergamtes und des
Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
(Referat Rohstoffgeologie) für das Jahr 2014

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Sanierungsarbeiten im Restlochkomplex Heide –
Errichtung eines standsicheren Trenndammes

03 Vorwort
06
Aktiver Bergbau
08
Erze und Spate
12 Braunkohle
15
Steine und Erden
17 Geothermie
20 Sanierungsbergbau
21
Sanierung der Wismut GmbH
23
Sanierungsarbeiten im ehemaligen Zinnerz- und Spatbergbau
24
Sanierung Braunkohlenbergbau
30 Altbergbau
31 Gefahrenabwehrmaßnahmen
33
Planmäßige Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen
36
Zusammenarbeit mit der Tschechischen Republik — Ziel 3
37
Besucherbergwerke und sonstige zur Besichtigung
freigegebene untertägige Objekte
38
Bergverwaltung und amtliche Rohstoffgeologie
Infos zu ausgewählten Themen
07
Rohstoffe in Sachsen — das Projekt ROHSA 3.1
12
Der JORC-Code, Standardisierung von Ergebnissen der Erzerkundung
16
Die »Weiße Erde« – heimischer Rohstoff auch außerhalb
Sachsens begehrt
27
Länderübergreifende Sicherungsarbeiten am Restlochkomplex Heide
34
Sanierung der Paul-Berndt Halde – ein Beitrag zum ökologischen
Großprojekt »Revitalisierung des Saugrundes in Freital«
40
Neue Impulse für Bergbau-Zusammenarbeit zwischen
Sachsen und Mosambik
Anlagen
50
Organisationsplan Sächsisches Oberbergamt
51
Organisationsplan Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft,
Arbeit und Verkehr – SMWA (Auszug)
51
Organisationsplan Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und
Geologie – LfULG (Auszug)
52 Abkürzungsverzeichnis
Inhalt

02 | Vorwort
geologischen Daten Barrieren für Unternehmen abgebaut und
wissenschaftliche Arbeiten zur Förderung des Bergbaus stimu-
liert. In diesem Jahresbericht wird dazu, wie auch zu anderen
speziellen Themen, gesondert berichtet.
Der Gewinnungsbergbau in Sachsen wird aber bestimmt durch
den Abbau von Steine- und Erden und von Braunkohle. Insge-
samt standen 2014 im Freistaat 458 Betriebe unter Bergauf-
sicht, davon 222 Gewinnungsbetriebe. Das Sächsische Ober-
bergamt hat zur Führung der Betriebe 359 Betriebspläne und
Betriebsplanänderungen zugelassen. Zur Bergaufsicht vor Ort
wurden 437 Kontrollbefahrungen bei Steine-Erden-Betrieben
und 138 Befahrungen bei Braunkohlengewinnungs- und Sanie-
rungsbetrieben durchgeführt. Zusätzlich nahmen Grubenkont-
rolleure des Oberbergamtes 226 Betriebskontrollen vor, die
speziell auf den Arbeits- und Gesundheitsschutz ausgerichtet
waren. Mit einer Gesamtförderung von 37,4, Mio. t hat der
Steine- Erden-Bergbau auch in diesem Berichtsjahr insbeson-
dere die Bauwirtschaft bedarfsgerecht versorgt. Im Braunkoh-
lebergbau konnte die Produktion mit 38,1 Mio. t in beiden Re-
vieren wie in den Vorjahren gesteigert werden. 2014 hat die
Vattenfall Europe Mining AG beim Oberbergamt den Antrag zur
Feststellung des bergrechtlichen Rahmenbetriebsplans für das
Feld »Nochten 2« eingereicht. Im Unternehmen wurde zudem
mit Vorbereitungen zur Veräußerung der Braunkohlesparte be-
gonnen. Dies in Verbindung mit der politischen Diskussion über
die Bedeutung der Braunkohle als Energieträger zeigt, wie
schwierig die derzeitige Situation für den Braunkohlebergbau
gerade in der Lausitz ist. Der Freistaat Sachsen tritt mit Blick
auf den heimischen Braunkohlebergbau für ausgewogene Lö-
sungen ein, die sowohl wirtschaftliche als auch beschäftigungs-
politische und umweltpolitische Anforderungen angemessen
berücksichtigen.
Ein rohstoffwirtschaftlicher Zyklus nimmt seinen Lauf. Weltweit
sinken die Preise für Metallrohstoffe, Bergbaulizenzen werden
zurückgegeben, Projekte beendet, Finanzmittel abgezogen. Wie
wirkt sich diese globale Entwicklung auf die Erkundungswelle
auf Erze und Spate in Sachsen aus? Folgt nach der Euphorie die
Depression? Das Erzgebirge mit seinen polymetallischen Lager-
stätten, Nordsachsen mit den unverritzten Vorkommen Seltener
Erden, die Kupferschiefer der Lausitz: Sachsen ist reich an wirt-
schaftsrelevanten Metallrohstoffen. Aber auch in Sachsen wur-
den 2014 Berechtsame wie die Erlaubnis im Feld Delitzsch auf-
gehoben; einige Unternehmen drosselten spürbar Ihr Engage-
ment. Insgesamt wurde es schwerer, Finanzmittel für die mit
wirtschaftlichen Risiken behaftete Erkundung zu akquirieren. In
anderen Erlaubnisfeldern wurde aber weiter aktiv erkundet. Zwei
neue Erlaubnisse wurden 2014 durch das Oberbergamt erteilt.
Unter dem Strich ist die Erkundungswelle also nicht abgeebbt.
Mittelfristig kann aber eine Bereinigung der Erz- und Spatpro-
jekte unter den neuen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen
erwartet werden.
Der Rohstoffzyklus setzt sich fort: Preise für Metalle werden
wieder steigen. Der Erz- und Spatbergbau in Sachsen wird sich
weiter positiv entwickeln. Neben dem ersten neuen Spatberg-
werk in Niederschlag werden weitere neue Bergwerke in Betrieb
gehen. Der Freistaat unterstützt diese langfristige Entwicklung
seit 2012 mit seiner Rohstoffstrategie. Auch die neue Staatsre-
gierung hat im Koalitionsvertrag 2014 festgelegt, dass die Be-
reitstellung einer nachhaltigen Rohstoffversorgung für den
Freistaat Sachsen eine wichtige Aufgabe hoher politischer, wirt-
schaftlicher und wissenschaftlicher Priorität ist. Danach ist die
Sächsische Rohstoffstrategie umzusetzen und weiterzuentwi-
ckeln. Wichtigstes staatliches Projekt ist ROHSA 3.1. Hier werden
durch digitale Erfassung und Bereitstellung aller verfügbaren
Vorwort

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image
Vorwort | 03
Eine besondere Herausforderung für das Oberbergamt bestand
2014 in der Vorbereitung der Sanierung des Knappensees. Die
akute Gefahr von Rutschungsereignissen mit großem Schaden-
spotenzial auf der einen Seite und die starke Betroffenheit von
Anliegern und Nutzern auf der anderen Seite stellten sehr hohe
Anforderungen an die Behörde. Ufer und Kippenbereiche wur-
den großflächig gesperrt, die Baustelle eingerichtet, Entschädi-
gungen wurden mit 160 Betroffenen vereinbart und die Arbeiten
begannen im Kalibrierungsfeld. Mit geplanter Laufzeit von acht
Jahren und einem Mitteleinsatz von rund 100 Mio.
wird von
diesem Großprojekt in den Folgejahren noch zu berichten sein.
Auch zu diesen Themen und zu weiteren Aktivitäten im Sanie-
rungs- und im Altbergbau haben wir vielfältige Informationen
im Bergbaubericht zusammengefasst. Ich wünsche Ihnen eine
erkenntnisreiche Lektüre.
Glückauf,
Freiberg, im Juni 2014
Prof. Dr. Bernhard Cramer
Oberberghauptmann

04 | Vorwort
»Wir sehen in der Bereitstellung einer nachhaltigen Rohstoffver-
sorgung für den Freistaat Sachsen eine wichtige Aufgabe hoher
politischer, wirtschaftlicher und wissenschaftlicher Priorität.«
Mit dieser Aussage im Koalitionsvertrag 2014 bis 2019 zwischen
der CDU Sachsen und der SPD Sachsen folgt der Freistaat einer-
seits einer jahrhundertealten Tradition, welche eine wesentliche
Grundlage für das wirtschaftliche Wohlergehen Sachsens bil-
dete.
Andererseits sind wir auch heute noch weit von einer idealen
Kreislaufwirtschaft entfernt, die ohne eine Rohstoffzufuhr von
außen funktioniert. Daher bleibt Bergbau auf absehbare Zeit als
wichtiger Input für Stoffe und Energie unverzichtbar.
Gemäß einem alten Bergmannsspruch ist es »hinter der Hacke
duster«. In dieser Aussage steckt die Erfahrung, dass die Hoff-
nungen der alten Bergleute auf Antreffen reicher oder auf die
Fortsetzung bekannter Erzgänge sich oftmals nicht erfüllten.
Zwar ist heute im Vergleich zu früher unser Verständnis der geo-
logischen Vorgänge im Erdinneren riesig gewachsen. Dennoch
bleibt es Tatsache, dass sich nur an sehr wenigen Stellen Roh-
stoffe in solchen Mengen und Konzentrationen anreicherten,
dass bauwürdige Lagerstätten entstanden. Agricola beschrieb
1556 in seiner Schrift De re metallica libri XII die Verwendung
von Wünschelruten zum Auffinden solcher Orte. Auch wenn das
Geschäft des Wünschelrutengängers noch nicht ausgestorben
ist, wird diese Methode jedoch heute nicht mehr ernsthaft zur
Suche neuer Lagerstätten genutzt. Stattdessen bedarf es eines
großen finanziellen, personellen und technischen Aufwandes,
um den – bei den meisten Rohstoffen stetig wachsenden – Be-
darf durch Suche, Erkundung, Erschließung und schließlich Ab-
Vorwort
bau neuer Lagerstätten zu decken. Da Sachsen bekanntermaßen
besonders reich an einigen wichtigen Rohstoffen ist, wie z. B.
Zinn, Wolfram, Lithium, Kupfer, Flussspat – um nur einige zu
nennen –, engagieren sich hier seit nunmehr etwa zehn Jahren
zahlreiche in- und ausländische Firmen in der Suche nach ent-
sprechend bauwürdigen Vorkommen.
Dabei ist der Staatliche Geologische Dienst (SGD) des Freistaates
Sachsen – verkörpert durch die Abteilung Geologie des Sächsi-
schen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
(LfULG) – der erste Ansprechpartner. Aus gutem Grund: denn
hier lagert die umfassendste Sammlung geowissenschaftlicher
einschließlich rohstoffgeologischer Daten. Per Gesetz ist zudem
gesichert, dass ständig neue Informationen über den Aufbau des
geologischen Untergrundes eingepflegt werden, die z. B. beim
Abteufen von Baugrund- oder Erdwärmebohrungen gewonnen
werden. Hinzu kommen zahlreiche Proben – z. B. über einhun-
dert Kilometer Bohrkerne – sowie das Expertenwissen der Fach-
leute, für die die Beschäftigung mit der Zusammensetzung und
den Eigenschaften des Untergrundes zum »täglichen Brot« ge-
hört. Um insbesondere die alten Daten noch leichter – vor allem
digital – für jedermann verfügbar zu machen, wurde das vom
Umwelt- und Wirtschaftsministerium geförderte Projekt
ROHSA3 ins Leben gerufen. Dabei werden beispielsweise alte
Bohr-Schichtenverzeichnisse digitalisiert, Ergebnisberichte ge-
scannt oder geochemische Daten gesammelt und in Datenban-
ken eingegeben. Dadurch soll es Explorationsfirmen noch stärker
erleichtert werden, für die Suche nach neuen Lagerstätten sämt-
liche vorhandenen Daten zu nutzen, die ansonsten mit großem
finanziellen Aufwand erneut gewonnen werden müssten.

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Vorwort | 05
Während diese Aktivitäten vorwiegend auf das in den letzten
Jahren gewachsene Interesse an Erzen & Spaten fokussieren,
bleibt die Nutzung der einheimischen Baurohstoffe ein Dau-
erthema, denn mit einer Jahresproduktion der Fest- und Locker-
gesteine von über 35 Millionen Tonnen trägt diese wichtige,
oftmals in ihrer Bedeutung unterschätzte, Branche erheblich zur
Wertschöpfung in Sachsen bei. Die Sicherung einer kontinuier-
lichen Bereitstellung von Lagerstättenflächen dieser Rohstoffe
erfolgt im Rahmen der Regionalplanung. Die Rohstoffgeologen
des SGD haben im vergangenen Jahr hierfür grundlegende Zu-
arbeiten geleistet, um die derzeit laufende Aktualisierung der
Regionalpläne fachlich zu unterstützen.
Im vorliegenden gemeinsamen Jahresbericht des Sächsischen
Oberbergamts und des Referates Rohstoffgeologie des LfULG
werden diese und weitere Aktivitäten der Rohstoffgeologen nä-
her erläutert. Weitere Information finden Sie zudem unter
www.umwelt.sachsen.de/umwelt/geologie/index.html.
Viel Spaß bei der Lektüre!
Dresden-Pillnitz, im Juni 2014
Norbert Eichkorn
Präsident des Sächsischen Landes amtes für Umwelt,
Landwirtschaft und Geologie

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06 | Aktiver Bergbau
Aktiver Bergbau
Kohlegewinnung im Tagebau Nochten

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Aktiver Bergbau | 07
Mit der Gewinnung von Braunkohle, von einer vielgestaltigen
Palette an Steine- und Erden-Rohstoffen, mit dem Probebetrieb
des ersten neuen Spatbergwerks und mit einem breit aufgestell-
ten Erkundungsbergbau auf Erze präsentiert sich der Freistaat
Sachsen als aktives Bergbauland. Dieses Selbstverständnis als
Bergbauland bringt Sachsen in seiner Rohstoffstrategie zum
Ausdruck, die das SMWA im Jahr 2012 herausgegeben hat.
Die sächsische Rohstoffstrategie geht speziell auf die Verhält-
nisse und Anforderungen im Freistaat Sachsen ein und ist damit
spezifischer als die europäische und deutsche Rohstoffstrategie.
Die Ziele der sächsischen Rohstoffpolitik insgesamt sind dabei
breit aufgestellt und beschränken sich nicht nur auf die Rah-
menbedingungen für den Bergbau auf heimische Primärroh-
stoffe. Weitere wesentliche Themen sind Sachsen als Sekundär-
rohstoffland, Sachsen als Standort von Netzwerken für die
Rohstoffwirtschaft, die internationale Zusammenarbeit, die
sächsische Rohstoffforschung, die Ausbildung von Fachkräften
für die Rohstoffwirtschaft, die Ausrichtung der sächsischen Ver-
waltung an aktuelle Anforderungen und die Gestaltung des
Rohstoffbewusstseins in der Gesellschaft.
Zur Auftaktveranstaltung von ROHSA 3.1 am 22. Januar 2014
in Freiberg konstituierte sich der Projektbeirat mit Vertretern
von SMWA, SMUL, GKZ, IHK Chemnitz und TU Bergakademie
Freiberg. In der ersten Projektphase bearbeiten die Projekt-
partner bis 2016 ein 740 km² großes Pilotgebiet im mittleren
Erzgebirge zwischen Stollberg, Schwarzenberg, Zöblitz und
Reitzenhain. Die Projektgruppe aus LfULG und Sächsischem
Oberbergamt sichtete und erschloss 2014 Dokumente und
relevante Rohstoffdaten aus fünf Archiven. Weiterhin nahm
sie Anpassungen in IT-Systemen vor, um das Management
und die Verfügbarkeit der Daten zu verbessern. Die personel-
len und finanziellen Ressourcen für die Umsetzung des Pro-
jektes stellt der Freistaat Sachsen aus dem Landeshaushalt
zur Verfügung. Die Beteiligten stelIten das Projekt im Be-
richtsjahr in verschiedenen Medien (Fernsehen, Tageszeitun-
gen, Internet) sowie im Rahmen von Fachvorträgen der Öf-
fentlichkeit vor.
Rohstoffe in Sachsen — das Projekt ROHSA 3.1
Schlüsselprojekt der Sächsischen Rohstoffstrategie ist das
2014 angelaufene Projekt ROHSA 3. Basierend auf intensiven
Vorarbeiten durch das GKZ entwickelten und setzten das
SMWA, das SMUL, das LfULG und das Sächsische Oberberg-
amt das Projekt gemeinsam um.
Ziel ist es, alle verfügbaren Daten zu sächsischen Erz- und
Spatvorkommen zusammenzuführen, physisch zu sichern,
aufzuarbeiten und digital verfügbar zu machen. Nach der
Wiedervereinigung waren umfangreiche Daten der intensi-
ven Erkundungsarbeiten der DDR in verschiedenen Archiven
auch außerhalb Sachsens nicht zugänglich und damit der
effizienten wirtschaftlichen Nutzung weitgehend entzogen.
Die Rückführung, Sicherung und Nutzbarmachung dieser
Informationen aus rund 30 Archiven soll nun der Unterstüt-
zung der Wirtschaft bei Rohstofferkundung und Bergbau-
vorhaben aber auch der Wissenschaft zur Erforschung der
Lagerstätten und neuer Explorationsmethoden dienen.
Der am 22. Januar 2014 berufene Projektbeirat ROHSA 3: (v. l.)
Prof. Dr. Wolfgang Schilka (GKZ Freiberg e. V.), Dr. Stefan Seiffert (SMUL)
Wolfgang Buchner (SMWA), Dr. Manfred Goedecke (IHK Chemnitz),
Prof. Dr. Jörg Schneider (TU Bergakademie Freiberg)

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08 | Aktiver Bergbau
Erze und Spate
Die weltwirtschaftliche Entwicklung seit der Finanzkrise 2008/09
hatte bis in das Berichtsjahr eine schon längere Abflachung der
Nachfrage nach den meisten Industriemetallen zur Folge. Die ein-
getretenen Angebotsüberhänge führten bis heute zu einem Ver-
fall der Rohstoffpreise. Diese Entwicklung hat auch Auswirkungen
auf die laufenden sächsischen Explorationsvorhaben. Durch die
verschlechterte Ertragssituation sind tätige Bergbauunterneh-
men gezwungen, die Investitionen für Erkundungen zu mindern
und/oder zu verschieben. Gesunkene Rohstoffpreise erschweren
wegen der zwischenzeitlich eingetrübten Gewinnerwartungen
zudem die Suche nach Investoren. Rohstoffexperten gehen ge-
schlossen davon aus, dass der gegenwärtigen Entwicklung zyk-
lisch wieder eine Angebotsverknappung, eine steigende Nach-
frage nach Industriemetallen und höhere Rohstoffpreise folgen.
Bei dieser zyklischen Entwicklung rücken dann wieder die Roh-
stoffe besonders in den Fokus, die wegen der Konzentration der
Gewinnung besonders sensibel auf Marktveränderungen reagie-
ren. Die DERA hat diese Rohstoffe im Jahr 2014 im Auftrag der
Bundesregierung neu bewertet und die Ergebnisse in der »DERA-
Rohstoffliste, Angebotskonzentration bei mineralischen Rohstof-
fen und Zwischenprodukten – potenzielle Preis- und Lieferrisiken«
dargestellt. Als kritisch hat die DERA u. a. Fluor, Seltene Erden,
Wolfram und Zinn eingestuft, Rohstoffe die als Hauptminerale
Gegenstand von Bergbauvorhaben im Freistaat Sachsen sind.
Mehrere Unternehmen setzten im Jahr 2014 die Entwicklung
von Vorhaben im Erz- und Spatbergbau fort. Das Spektrum der
Tätigkeiten reichte dabei vom Beginn der Erkundungen bis zur
Verstetigung der Gewinnungstätigkeit im Probebetrieb.
Zwei Unternehmen arbeiteten im Berichtszeitraum an der Pla-
nung und Entwicklung von Bergwerken. Grundlage dafür sind
Bewilligungen des Sächsischen Oberbergamtes zur Gewinnung
von Erz- und Spatvorkommen. Diese gelten für bestimmte an
der Erdoberfläche abgegrenzte Felder, Bodenschätze und Rechts-
inhaber.
Gewinnungsrechte für Erz- und Spatlagerstätten im Rahmen
von Bewilligungen nach § 8 Bundesberggesetz (BBergG),
Stand: 1. Juli 2015
Feldes name erteilt am
Bodenschätze
Rechtsinhaber
Pöhla
(SME)
24. Mai
2012
Zinn, Flussspat, Zink, Wolf-
ram, Kupfer, Indium, Eisen,
Silber, Kadmium
Saxony Minerals &
Exploration (SME)
AG
Schleife B
8. Februar
2011
Kupfer, Blei, Zink, Silber,
Actinium und Actiniden,
Antimon, Arsen, Caesium,
Chrom, Eisen, Gallium,
Germanium, Gold, Indium,
Kadmium, Kobalt, Lanthan
und die Lanthaniden,
Lithium, Molybdän, Nickel,
Niob, Osmium, Palladium,
Platin, Quecksilber, Rhenium,
Rubidium, Schwefel, Selen,
Strontium, Tantal, Tellur,
Vanadium,
Wismut,
Wolfram,
Yttrium, Zinn
Minera S. A.
Panama-City/
Panama,
Nutzungsrecht:
Kupferschiefer
Lausitz GmbH
Spremberg
Nieder-
schlag
EFS GEos
4. März
2008
Flussspat, Schwerspat
Erzgebirgische
Fluss- und
Schwerspatwerke
GmbH Ober-
wiesenthal
Flussspatgrube Niederschlag – Verladung der Aufbereitungsanlage unter Tage

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Aktiver Bergbau | 09
Die Erzgebirgische Fluss- und Schwerspat GmbH Oberwiesenthal
setzte im Berichtsjahr den im Jahr 2013 begonnenen Probebe-
trieb in der Spatgrube Niederschlag fort. Das Unternehmen
baute dazu Flussspat in verschiedenen Gängen ab. Die Rohför-
derung betrug im Berichtsjahr 42.000 t. Die Untertage-Aufberei-
tung setzte abhängig von den Flussspatgehalten monatlich bis
zu 4.000 t Rohspat durch. Im Berichtsjahr stattete das Unterneh-
men das Bergwerk mit weiterer Gewinnungstechnik (Muldenkip-
per, Bohrwagen aus). Das Sächsische Oberbergamt genehmigte
die für den Probebetrieb notwendigen Betriebspläne. Am Stand-
ort der Endaufbereitung, der Nickelhütte Aue optimierte das
Unternehmen weiter die Technik, um ein beständig verkaufsfä-
higes Flussspatkonzentrat mit einem Reinheitsgrad von 98 Pro-
zent zu gewinnen. Dazu waren im Berichtsjahr noch erhebliche
Umbau- und Anpassungsarbeiten notwendig. Gegen Ende des
Berichtsjahres erreichte die Anlage einen wöchentlichen Durch-
satz von 1.400 t Rohspat. Das Unternehmen war damit in der
Lage, langfristige Lieferverträge mit Vertragspartnern abzu-
schließen.
Im Feld »Pöhla (SME)« schloss die Saxony Minerals & Exploration
AG im 4. Quartal 2014 die erste Bohrung zur Nacherkundung ab
und bereitete eine zweite Bohrung vor.
Aufgrund der rückläufigen Entwicklung des Kupferpreises ent-
schied sich das Unternehmen Kupferschiefer Lausitz GmbH, die
Projektentwicklung für das Feld Schleife B zu drosseln. Das be-
gonnene Raumordnungsverfahren wurde mit Kartierungsarbei-
ten vor Ort weitergeführt. Das Büro in Spremberg wurde jedoch
aufgelöst. Die Muttergesellschaft Minera S. A. mit Sitz in Wa-
shington D. C. beschloss, die Planungsarbeiten für das Projekt
aus den USA fortzuführen.
In weiteren 16 Projekten arbeiteten Unternehmen im Jahr 2014
an der Erkundung von Erz- und Spatvorkommen. Grundlage da-
für waren und sind bergrechtliche Erlaubnisse. Diese gelten für
bestimmte an der Erdoberfläche abgegrenzte Felder, Boden-
schätze und Rechtsinhaber. Die erteilten Bergbauberechtigun-
gen überdecken einen großen Teil der Gebiete des Freistaates
Sachsen, in denen eine hohe Erzhöffigkeit besteht oder vermutet
wird (s. Karte Bergbauberechtigungen auf Erze und Spate). Zwei
Unternehmen beendeten die Erkundungsarbeiten vorzeitig. Zu
den betroffenen Feldern nahm das Sächsische Oberbergamt die
Erlaubnisse zeitnah zurück, um diese für mögliche andere Vor-
haben frei zu machen. Zu zwei im Jahr 2014 neu beantragten
Erkundungsvorhaben erteilte das Sächsische Oberbergamt zu
Beginn des Jahres 2015 weitere Erlaubnisse. Diese sind das Feld
Aue der Vital Metals Limited und das Feld Ehrenfriedersdorf/
Geyer II der Sachsenzinn GmbH.
Flussspatgrube Niederschlag – Vortrieb

10 | Aktiver Bergbau
Erkundungsrechte von Erz- und Spatvorkommen im Rahmen
von Erlaubnissen nach § 7 Bundesberggesetz (BBergG),
Stand: 1. Juli 2015
Feldesname
erteilt am
Bodenschätze
Rechtsinhaber
Aue
18. Februar 2015
Antimon, Arsen, Beryllium, Blei, Bor, Caesium, Eisen, Flussspat, Gallium,
Germanium, Gold, Hafnium, Indium, Kadmium, Kobalt, Kupfer, Lanthan
und die Lanthaniden, Lithium, Molybdän, Nickel, Niob, Rubidium,
Scandium, Schwefel, Schwerspat, Selen, Silber, Tantal, Tellur, Vanadium,
Wismut, Wolfram, Yttrium, Zink, Zinn
Vital Metals Limited (VML)/Perth
(Australien)
Ehrenfriedersdorf/Geyer II
16. Januar 2015
Zinn, Aluminium, Arsen, Blei, Eisen, Gold, Indium, Kupfer, Mangan,
Molybdän, Silber, Titan, Wolfram, Zink, Flussspat, Schwerspat
Sachsenzinn GmbH Leipzig
Hohwald
3. Februar 2014
Nickel, Kobalt, Kupfer, Gold, Platin, Silber
Nickelhütte Aue GmbH Aue
Geyerscher Wald
28. August 2013
Kupfer, Silber, Blei, Zink, Gold, Molybdän, Rhenium, Platin, Palladium
Helmholtz-Zentrum Rossendorf e.V.
Weißwasser II
5. Juni 2013
Kupfer, Silber, Blei, Zink, Gold, Molybdän, Rhenium, Platin, Palladium
KGHM Kupfer AG Weißwasser
Sadisdorf
6. Februar 2013
Zinn, Wolfram, Kupfer, Molybdän, Wismut, Tantal, Zink, Indium, Gallium,
Germanium, Gold, Silber, Cäsium, Rhenium, Lithium, Vanadium
Sachsenzinn GmbH Leipzig
Altenberg UMBONO
6. Februar 2013
Zinn, Wolfram, Molybdän, Tantal, Niob, Wismut, Lithium, Cäsium,
Scandium, Gold, Silber, Kupfer, Zink, Blei, Indium, Gallium, Germanium,
Antimon, Flussspat, Schwerspat
Umbono Minerals & Mining LCC
Wilmington/Delaware (USA)
Altenberg-Nord
6. Februar 2013
Zinn, Wolfram, Molybdän, Wismut, Niob, Tantal, Scandium, Indium,
Kupfer, Blei, Zink, Silber, Lihtium, Rubidium, Cäsium, Yttrium, Lanthan
und Lanthaniden, Flussspat, Schwerspat
Erzgebirgische Zinn-Wolfram GmbH
Altenberg
Breitenbrunn Indo
4. Juni 2012
Zinn, Wolfram, Molybdän, Tantal, Beryllium, Kupfer, Blei, Zink, Silber,
Gold, Germanium, Indium, Flussspat, Schwerspat
Saxore Bergbau GmbH Freiberg
Zinnwald-Nord
23. Januar 2012
Lithium, Rubidium, Caesium, Zinn, Wolfram, Molybdän, Scandium,
Yttrium, Lanthan und Lanthanide, Wismut, Indium, Germanium,
Gallium, Zink, Silber, Gold
SolarWorld Solicium GmbH Freiberg
Oelsnitz
4. Januar 2012
Zinn, Wolfram, Molybdän, Kupfer, Silber, Gold, Blei, Tellur, Flussspat,
Schwerspat
Beak Consultants GmbH Freiberg
Eibenstock
21. November
2011
Zinn, Wolfram, Molybdän, Tantal, Lithium, Kupfer, Blei, Zink, Silber, Gold,
Flussspat, Schwerspat, Beryllium
Saxore Bergbau GmbH Freiberg
Kottenheide
11. November
2011
Zinn, Wolfram, Molybdän, Tantal, Lithium, Kupfer, Blei, Zink, Silber, Gold,
Flussspat, Schwerspat, Beryllium
Saxore Bergbau GmbH Freiberg
Marienberg-Süd
9. Mai 2011
Zinn, Wolfram, Indium, Flussspat, Schwerspat, Molybdän, Gallium,
Germanium, Zink, Blei, Silber, Gold, Yttrium, Scandium, Lanthan
Umbono Capital Projects GmbH,
Frankfurt/M.
Zinnwald
21. Februar 2011
Lithium, Rubidium, Cäsium, Zinn, Wolfram, Molybdän, Niob, Tantal,
Yttrium, Scandium, Wismut, Indium, Germanium, Gallium, Silber, Gold
SolarWorld Solicium GmbH Freiberg
Zschorlau
21. Oktober 2010
Silber; Blei, Eisen, Flußspat, Gold, Indium, Kobalt, Kupfer, Mangan,
Molybdän, Nickel, Schwerspat, Wismut, Wolfram, Zink, Zinn
Sachsenerz Bergwerks GmbH
Espenhain
Gottesberg
10. September
2007
Zinn, Arsen, Gold, Kupfer, Molybdän, Schwefel, Silber, Wismut, Wolfram,
Zink
Sachsenzinn GmbH Chemnitz
Weißwasser
11. Juni 2007
Kupfer, Blei, Zink, Silber
KGHM Kupfer AG Weißwasser

Aktiver Bergbau | 11
Die Aufsuchungen haben das Ziel, technisch gewinnbare Lager-
stätten nachzuweisen und die Vorkommen aufgrund geltender
internationaler Standards zu bewerten. Die Erkundungsvorhaben
der Unternehmen sind durch Arbeitsprogramme untersetzt. Die
Arbeitsprogramme weisen die beabsichtigten Aufsuchungsarbei-
ten, die Erkundungsabschnitte, deren Inhalte und Dauer sowie
die geschätzten finanziellen Aufwendungen aus. Die Unterneh-
men haben dem Sächsischen Oberbergamt vor Erteilung der Er-
laubnisse glaubhaft gemacht, dass sie die für die ordnungsge-
mäße Aufsuchung notwendigen Mittel aufbringen können.
Zu verschiedenen Vorhaben ließ das Sächsische Oberbergamt
im Berichtszeitraum Betriebspläne zu. Erkundungsmaßnahmen
vor Ort erfolgten beispielsweise durch die Sachsenerz Berg-
werks GmbH. Im Feld »Zschorlau« schloss die Sachsen Berg-
werks GmbH im 3. Quartal 2014 die Aufwältigungsarbeiten im
Stollen Bergsegen 3 ab und nahm eine Beprobung der anste-
henden Wismut-Kobalt-Nickel-Vererzung vor. Die SolarWorld
Solicium GmbH Freiberg beendete im 1. Quartal des Berichts-
zeitraumes die zweite Bohretappe zur Erkundung der Lager-
Bergbauberechtigungen auf Erze und Spate (Stand 1. Juli 2015)
SACHSEN-
ANHALT
THÜRINGEN
BAYERN
TSCHECHISCHE
REPUBLIK
REPUBLIK
POLEN
BRANDENBURG
LEIPZIG
DRESDEN
CHEMNITZ
Gottesberg
Weißwasser
Aue
Niederschlag EFS Geos
Nordsachsen
Meißen
Leipzig
Mittelsachsen
Bautzen
Görlitz
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Erzgebirgskreis
Zwickau
Vogtlandkreis
Zschorlau
Schleife B
Marienberg-
Süd
Eibenstock
Kottenheide
FREIBERG
Zinnwald
Oelsnitz
Breitenbrunn Indo
Pöhla SME
Zinnwald-Nord
Altenberg-Nord
Sadisdorf
Altenberg UMBONO
Weißwasser II
Geyerscher
Wald
Hohwald
Ehrenfriedersdorf/
Geyer II
erteilte Erlaubnisse
erteilte Bewilligungen
stätte in den Feldern »Zinnwald« und »Zinnwald-Nord«. Die
erzielten Erkundungsergebnisse auf Lithium belegen eine ab-
bauwürdige Lagerstätte.
Mit der Umbono Capital Projects GmbH für das Feld »Marienberg-
Süd« und der Saxony Minerals & Exploration AG für das Feld
»Pöhla (SME)« nutzen zwei Unternehmen das auf kritische Roh-
stoffe ausgelegte und für internationale und nationale Erkun-
dungsvorhaben aufgelegte Explorationsförderprogramm des
Bundes. Das Programm ist Bestandteil der Rohstoffstrategie des
Bundes. Die Förderung erfolgte in Form von bedingt rückzahl-
baren Darlehen. Die DERA bearbeitete die Anträge und begleitet
das Förderprogramm fachlich. Von der Förderung haben vier
Unternehmen mit insgesamt sechs Vorhaben Gebrauch gemacht.
Außer den sächsischen Vorhaben förderte der Bund Projekte in
Mosambik, Sri Lanka, Bolivien und Spanien.

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12 | Aktiver Bergbau
Erkundungsbohrung der KGHM Kupfer AG im Feld »Weißwasser 2«
bei Deschka/Landkreis Görlitz
Der JORC-Code, Standardisierung von
Ergebnissen der Erzerkundung
Ein weltweit anerkanntes System zur Standardisierung und
Klassifizierung von Erkundungsergebnissen zu mineralischen
Rohstoffen gibt der nach dem australischen Ausschuss Joint
Ore Reserves Committee (JORC) benannte JORC-Code vor. Er
setzt Minimumstandards für das Berichtswesen über Erkun-
dungsergebnisse, Rohstoffressourcen und Erz Reserven un-
ter Beachtung des geologischen Kenntnisstandes sowie der
technischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten.
Das System hat sich mittlerweile weltweit soweit etabliert,
dass Bergbauinvestoren und ihre Berater öffentliche Be-
richte zu Erkundungsergebnissen nach diesem System er-
warten. Die Einhaltung des JORC-Code ist u. a. verpflichtend
für Börsennotierungen. Wesentliche Bestandteile der Be-
richte sind Vor-Machbarkeitsstudien (pre-feasibility-studies)
und Machbarkeitsstudien (feasibility studies). Weiter umfas-
sen die Berichte z. B. Jahres- und Quartalsberichte der Un-
ternehmen, Pressemitteilungen, technische Papiere, website
postings, öffentliche Präsentationen zu Erkundungsergeb-
nissen und Mineralvorkommen. Die aktuelle Fassung des
JORC-Codes aus dem Jahr 2012 gilt für die Berichterstattung
zu Erkundungsergebnissen seit dem 1. Dezember 2013. Auch
einige Erkundungsvorhaben auf sächsische Erzlagerstätten
orientieren sich inzwischen am JORC-Code.
Braunkohle
Die Regierung des Königreiches Schwedens hat sich im Berichts-
jahr als Eigner von Vattenfall mittelfristig zum Ausstieg aus der
Braunkohlengewinnung und -verstromung entschieden. Daher
begann das Unternehmen mit der Vorbereitung einer Veräuße-
rung der Braunkohlesparte. Die Bundesregierung entwickelte im
Berichtsjahr ein Konzept zum Erreichen der mittel- und langfris-
tigen Zusagen zur Minderung des CO²-Ausstoßes. Wesentlicher
Bestandteil des Konzeptes ist ein deutlich höherer Beitrag der
Braunkohlenindustrie. In diesem Spannungsfeld bekennt sich der
Freistaat Sachsen zur heimischen Braunkohlengewinnung als
mittelfristige Brückentechnologie, um den notwendigen Anteil
grundlastfähiger Energieträger zu sichern. Er tritt für ausgewo-
gene Lösungen ein, die sowohl umweltpolitische als auch wirt-
schaftliche und beschäftigungspolitische Anforderungen ange-
messen berücksichtigen.
Die sächsischen Braunkohlentagebaue im Lausitzer und im Mittel-
deutschen Braunkohlenrevier haben einen wesentlichen Anteil an
der Gesamtgewinnung des Bodenschatzes im nationalen Maßstab.
In der Lausitz förderte die Vattenfall Europe Mining AG im Berichts-
zeitraum auf sächsischem Gebiet aus den Tagebauen Nochten und
Reichwalde. Im Mitteldeutschen Revier gewann die MIBRAG mbH
Rohbraunkohle aus dem Tagebau Vereinigtes Schleenhain und im
geringen Umfang noch aus dem Tagebau Profen (sächsischer Teil).
Die Gesamtförderung der sächsischen Tagebaue steigt in Sachsen
seit 2009 kontinuierlich an. Mit 38,1 Mio. t Rohbraunkohle gab es
2014 die höchste Gewinnung seit 1995.

image
image
Aktiver Bergbau | 13
Archäologische Untersuchungen im Abbaufeld Peres
des Tagebaus Vereinigtes Schleenhain
Flugbegrünung im Tagebau Vereinigtes Schleenhain
Aktiver Braunkohlenbergbau im Lausitzer Revier
Im Tagebau Nochten förderte die Vattenfall Europe Mining AG
im Jahr 2014 wie im Vorjahr 16,9 Mio. t Rohbraunkohle. Dazu
bewegte sie etwa 106 Mio. m³ Abraum. Im Tagebau Reichwalde
förderte das Unternehmen im Berichtszeitraum 9,3 Mio. t Roh-
braunkohle (Vergleich 2013: 9,1 Mio. t). Dazu bewegte es etwa
33 Mio. m³ Abraum. Hauptabnehmer der Rohbraunkohle aus den
sächsischen Tagebauen der Lausitz war das Kraftwerk Boxberg,
das mit den Tagebauen über Bandanlagen verbunden ist.
Die Vattenfall Europe Mining AG stellte die Tagebaue Nochten
und Reichwalde im Berichtsjahr auf die unternehmenseigene
Energieversorgung um. Im Bereich der neuen Tagesanlagen der
beiden Tagebaue errichtete das Unternehmen weitere Gebäude.
Die Vattenfall Europe Mining AG und die LMBV schlossen im
September 2014 einen Vertrag zur Reinigung von jährlich etwa
drei Mio. Kubikmeter eisenhaltigem Grundwasser aus dem Ein-
zugsbereich der LMBV in der Grubenwasserbehandlungsanlage
Schwarze Pumpe. Die LMBV ist damit in der Lage, Sanierungs-
anforderungen zur Minderung der Eisenfracht der Kleinen Spree
und ihrem Zuflussbereich wesentlich zügiger umzusetzen. Im
Oktober 2014 reichte die Vatenfall Europe Mining AG den Antrag
zur Feststellung des bergrechtlichen Rahmenbetriebsplans für
das Feld »Nochten 2« ein. Der Antrag ist auf die Gewinnung von
Braunkohle nach dem Jahr 2030 ausgerichtet.
Die Vattenfall Europe Mining AG mit den Tagebauen und die
Vattenfall Europe Generation AG & Co. KG mit den Kraftwerken
bilden den bestimmenden industriellen Kern in der Lausitz. Die
Vattenfall Europe Mining AG mit Sitz in Brandenburg hat über
5.000 Beschäftigte, von denen am Ende des Berichtsjahres mehr
Verwertbare Fördermenge an Braunkohle im Freistaat Sachsen (in Mio. t)
1994
1996
1998
2000
2002
2004
2006
2008
2010
2012
2014
0 10 20 30 40 50
n
Lausitz
n
Mitteldeutschland

image
14 | Aktiver Bergbau
als 1.400 im Freistaat Sachsen tätig waren. Mit den Neubau-
kraftwerken Schwarze Pumpe und Boxberg verfügt der Konzern
über einen modernen Kraftwerkspark, der nach Wirkungsgrad
und Regelbarkeit die veränderten energiewirtschaftlichen Rah-
menbedingungen mit volatilen erneuerbaren Energien berück-
sichtigt.
Aktiver Braunkohlenbergbau im Mitteldeutschen Revier
Im Tagebau Vereinigtes Schleenhain förderte die MIBRAG mbH
im Berichtszeitraum 11,8 Mio. t Rohbraunkohle (Vergleich 2013:
10,7 Mio. t). Zur Gewinnung bewegte die MIBRAG mbH 24 Mio. m³
Abraum. Der Tagebau versorgt über einen langfristigen Vertrag
das durch die Vattenfall Europe Generation AG & Co. KG betrie-
bene Kraftwerk Lippendorf. Im Tagebau Profen (sächsischer Teil)
förderte die MIBRAG mbH im Berichtszeitraum noch 130.000 t
Rohbraunkohle (Vergleich 2013: 400.000 t). Dazu bewegte das
Unternehmen 0,03 Mio. m³ Abraum. Die Gewinnung im sächsi-
schen Teil des Tagebaus neigt sich dem Ende zu. Bis etwa 2018
fördert das Unternehmen dort noch etwa 2 Mio. t Braunkohle
mit sehr guter Qualität. Der Schwerpunkt der Nutzung in den
nächsten Jahrzehnten liegt in der Verkippung der Hohlform
durch Abraum aus den umliegenden Tagebaufeldern und der
Wiedernutzbarmachung. Die Gewinnung geht dann vollständig
in die in Sachsen-Anhalt gelegenen Tagebaufelder über.
Im neuen Abbaufeld Peres des Tagebaus Vereinigtes Schleenhain
fanden vor Aufnahme der Gewinnung im Berichtsjahr archäo-
logische Untersuchungen statt. Das Landesamt für Archäologie
stieß dabei neben Strukturen einer alten Siedlung auch auf neun
vorgeschichtliche Brunnen, von denen einige mehr als 7.000
Jahre alt sind. Die MIBRAG mbH nahm an der Großfördertechnik
des Tagebaus eine Generalüberholung vor, die u. a. eine elektro-
technische Neuausrüstung zum Gegenstand hatte. Im Berichts-
jahr setzte das Unternehmen einen Teil der Gewinnungstechnik
in das Abbaufeld Peres um. Auf der Grundfläche des künftigen
Massenverteilers nahm die MIBRAG mbH bodenverbessernde
Maßnahmen durch Fallgewichtsverdichtung vor.
Die MIBRAG mbH ist im Dreiländereck Sachsen/Sachsen-Anhalt/
Thüringen ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Das Unternehmen
hat etwa 3.000 Beschäftigte, von denen am Ende des Berichts-
jahres mehr als 400 im Freistaat Sachsen tätig waren. Das Un-
ternehmen setzt intensiv auf die eigene Fachkräftegewinnung
und Ausbildung.
Umverlegung des Weißen Schöps im Vorfeld des Tagebaus Reichwalde

Aktiver Bergbau | 15
Steine und Erden
Eine wichtige Säule der Rohstoffversorgung ist der sächsische
Steine-Erden-Bergbau. Auch in relativ dicht besiedelten sächsi-
schen Gebieten ordnet er sich in das Lebensumfeld ein. Die Ge-
winnungsbetriebe versorgen den Markt auf kurzen Wegen mit
nahezu allen benötigten mineralischen Rohstoffen.
Der Steine-Erden-Bergbau umfasst die größte Anzahl der berg-
baulichen Gewinnungsbetriebe im Freistaat Sachsen. Anders als
in den westlichen Bundesländern stehen im Freistaat Sachsen die
meisten der Gewinnungsbetriebe für Baurohstoffe unter Berg-
aufsicht. Die besondere Situation gründet auf dem Einigungsver-
trag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der ehema-
ligen Deutschen Demokratischen Republik. Dieser ordnete mit
einem bis in das Jahr 1996 geltenden Übergangsrecht viele der
vom Bundesberggesetz nicht erfassten Bodenschätze den berg-
freien Bodenschätzen zu. Die politischen Akteure wollten damit
den für den Wiederaufbau Ostdeutschlands notwendigen Zu-
gang zu Massenbaurohstoffen wegen der Vielzahl ungeklärter
Eigentumsverhältnisse am Grundvermögen sichern. Wegen der
in der Regel langfristig angelegten Betriebsdauer wirkt dieses
Übergangsrecht noch über einige Jahrzehnte fort.
Die Steine- und Erdengewinnung steht an verschiedenen Stand-
orten im Freistaat Sachsen im Spannungsfeld mit anderen öf-
fentlichen und privaten Belangen. Die an die vorhandenen und
aufgeschlossenen Lagerstätten gebundene Gewinnung im relativ
dicht besiedelten Freistaat Sachsen berührt häufig auch die In-
teressen von Anwohnern. Einzelne Bürger, Bürgerinitiativen und
Fördermenge Festgesteine, Kiese und Kiessande – Betriebe unter Bergaufsicht (in Mio. t)
1994
1996
1998
2000
2002
2004
2006
2008
2010
2012
2014
0 10 20 30 40 50 60 70
n
Festgesteine
n
Kiese und
Kiessande
n
andere Steine
und Erden
Gemeinden haben sich im Berichtsjahr mit Beschwerden zu Im-
missionen durch Lärm, Staub, Geruch und Sprengungen an das
Sächsische Oberbergamt gewandt. Das Oberbergamt prüft jedes
Anliegen. Im gesetzlichen Rahmen vermittelt es zwischen den
verschiedenen Ansprüchen. Soweit es die Überschreitung immis-
sionsschutzrechtlicher Grenzwerte feststellt, leitet es umgehend
Maßnahmen zu deren Einhaltung ein.
Betriebliche Entwicklung
Im Berichtszeitraum förderten in Sachsen 205 unter Bergauf-
sicht stehende Betriebe Steine- und Erdenrohstoffe. Die Rohför-
derung im Berichtsjahr betrug insgesamt 37,4 Mio. t (Vergleich
2013: 37,2 Mio. t). Davon entfielen 34,6 Mio. t auf die verwert-
bare Förderung (Vergleich 2013: 31,8 Mio. t), der überwiegenden
Teil davon auf die Massenbaurohstoffe Schotter, Splitt, Kies und
Kiessande. Andere wichtige gewonnene Bodenschätze waren
Kaolin, Lehm, Kalk und Dolomit, Quarz- und Formsande sowie
Spezialtone. Die Unternehmen gewinnen diese Rohstoffe über-
wiegend in Tagebaubetrieben. Ausnahmen sind vier Betriebe mit
Untertagebergbau: Das Unternehmen GEOMIN Erzgebirgische
Kalkwerke GmbH gewinnt in den Betrieben Lengefeld, Hamme-
runterwiesenthal (beide Erzgebirgskreis) und Hermsdorf (Land-
kreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) Marmor. Die Staatliche
Porzellan-Manufaktur Meißen GmbH unterhält zudem das unter-
tägige Erdenwerk Seilitz (Landkreis Meißen) zur Eigenversorgung
mit hochwertigem Kaolin.

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image
16 | Aktiver Bergbau
Bodenschatzgruppe
Rohförderung in kt
2013
2014
Gesteine zur Herstellung von Schotter
und Splitt oder Werk-/Dekorsteine
19.601
19.762
Kiese und Kiessande
13.512
14.111
Kaolin
1.387
1.596
Lehm (Zieglton)
991
1.026
Kalk und Dolomit
556
543
Quarz- und Formsand
45
44
Spezialton
336
319
Insgesamt
36.428
37.401
Im Freistaat Sachsen sind derzeit 68 Steine-Erden-Betriebe be-
kannt, die nicht unter Bergaufsicht stehen. Im Berichtszeitraum
betrieben davon ca. 50 aktiv Rohstoffgewinnung. Diese Betriebe
unterliegen der Aufsicht der unteren Bau-, Immissionsschutz-
und Wasserbehörden.
Am Ende des Berichtsjahres hatten die unter Bergaufsicht ste-
henden sächsischen Steine-Erden-Betriebe und die angeglieder-
ten Weiterverarbeitungsanlagen insgesamt 1.791 Beschäftigte.
Die Betriebe leisten einen wesentlichen Beitrag zur Versorgung
mit heimischen Rohstoffen. Durch den für zahlreiche Baumaß-
nahmen standortnahen Abbau sind kurze und kostengünstige
Transportwege mit relativ geringer Inanspruchnahme der Infra-
struktur möglich.
Die »Weiße Erde« – heimischer Rohstoff auch
außerhalb Sachsens begehrt
Meißner Porzellan genießt seit seiner Erfindung vor über 300
Jahren Weltruf. Dass diese Erfindung auf sächsischem Boden
stattfand und dass der sächsischen König August der Starke
mit der »Königlich-Polnischen und Kurfürstlich-Sächsische
Porzellan-Manufaktur« Porzellan umgehend nutzen konnte,
war nur möglich, weil Sachsen über sehr gute Lagerstätten
der »weißen Erde« Kaolin verfügt.
Die Bedeutung von Kaolin als Rohstoff und damit als Grund-
stoff von Wertschöpfungsketten ist seitdem erheblich gewach-
sen. Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert wurden
Keramikprodukte zur Massenware. Heute machen insbesondere
die besonderen Pigmenteigenschaften den Wert von Kaolin aus.
Seine breite Verwendung reicht von der Papierindustrie, über
die Gummi-, die Keramik-, die Lack- und Kunststoffindustrie
bis in die Lebensmittel- und Düngemittelindustrie.
Deutschland steht nach den USA mit etwa 13 % weltweit an
zweiter Stelle der Kaolinförderung (Weltbergbau-Daten, Wien
2014). Von den in Deutschland gewonnenen 4,3 Mio. t (2014)
stammt rund ein Drittel aus sächsischem Bergbau. Dieser ver-
sorgt in erheblichen Umfang den Markt auch außerhalb des
Freistaates Sachsen. Der Berufsverband Deutscher Geowis-
senschaftler ernannte Kaolin zum Gestein des Jahres 2013.
Diese Würdigung erfuhr Kaolin als erstes Locker gestein.
Die größeren in Sachsen tätigen Unternehmen im Kaolin-
Bergbau sind darauf angewiesen, mittelfristig neue Lager-
stätten aufzuschließen. Die auf Bauwürdigkeit zu untersu-
chenden Vorkommen liegen regelmäßig in Siedlungsbereichen.
Dort treffen die Interessen der Rohstoffversorgung und der
Wirtschaft auf zahlreiche andere öffentliche und private In-
teressen. Die vom Sächsischen Oberbergamt geführten Ver-
fahren dienen der Abwägung aller wichtigen Belange.
Kiessandtagebaue Reinsdorf/Landkreis Zwickau – Gewinnung und
Gewinnung im Kaolintagebau Caminau
Wiedernutzbarmachung

image
Aktiver Bergbau | 17
Nutzung geothermischer Energie in Sachsen 2014
Geothermie
Die Aspekte der Ressourcenschonung und des Klimaschutzes ge-
bieten, Energie sparsam und so effizient wie möglich zu nutzen.
Der bergfreie Bodenschatz Erdwärme (Geothermie) gilt langfris-
tig als wichtiger Bestandteil für eine dauerhafte, ressourcen-
schonende und klimagerechte Energieversorgung. Geothermie
als jahreszeitenunabhängige und grundlastfähige erneuerbare
Energiequelle kann hierbei einen großen Beitrag leisten. Neue
Erkenntnisse in der Forschung und eine zunehmend schnellere
Entwicklung von Technologien auf diesem Sektor ermöglichen
eine effektive Nutzung des geothermischen Potenzials.
Zur Nutzung geothermischer Energie existieren mehrere Mög-
lichkeiten: die oberflächennahe Geothermie, die Grubenwasser-
geothermie und die Erschließung der Tiefen Geothermie. Der
Schwerpunkt der Erdwärmenutzung in Sachsen liegt gegenwär-
tig im Bereich der oberflächennahen Geothermie, aber auch die
Anlagen zur Nutzung des geothermischen Potenzials aus Gru-
benwasser nehmen zu. Die Tiefengeothermie ist noch im Ent-
wicklungsstadium.

18 | Aktiver Bergbau
Jährliche kumulative Entwicklung von Erdwärmeanlagen in Sachsen (Stand Dezember 2014)
12.000
11.000
10.000
9.000
8.000
7.000
6.000
5.000
4.000
3.000
2.000
1.000
0
1990
1991
1992
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2
4
12
25
50
82
7
29
139
208
6.752
922
9.294
2.741
360
7.480
1.340
10.161
4.060
631
8.437
1.936
11.088
11.883
5.534
Oberflächennahe Geothermie
Ende 2014 existierten in Sachsen 11.883 Erdwärmeanlagen mit
einer installierten Gesamtheizleistung von ca. 140 MW (Ver-
gleich Ende 2013: 10.815 Anlagen). Der überwiegende Anteil der
Anlagen dient der Energieversorgung von Ein- und Zweifamili-
enhäusern. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Kleinanla-
gen, wie Erdwärmesonden-, Brunnen- und Erdkollektoranlagen
mit einer Leistung pro Anlage von kleiner 30 kW. In den letzten
Jahren nahm auch die Versorgung von großen gewerblichen und
industriellen Gebäuden (Heizleistung über 30 kW) zu. Diese
Großanlagen dienen der Beheizung und Kühlung von Bürokom-
plexen, Kindertagesstätten, Schulen und Industriegebäuden. Vor
allem bei Großanlagen entwickelt sich die Kühlung mittels Geo-
thermie zu einem wachsenden Nutzungsfaktor.
Neben den fachlichen Stellungnahmen für die unteren Wasser-
behörden bei Erlaubnis- und Bewilligungsanträgen von kleinen
Erdwärmeanlagen prüft das LfULG im Besonderen die Anträge
zur Errichtung von Großanlagen mit einer Leistung größer 30 kW
sowie bei Kühlungszwecken.
Für Bohrungen mit einer Tiefe über 100 m besteht nach § 127
Abs. 1 BBergG eine Anzeigepflicht beim Sächsischen Oberberg-
amt. Das Anzeigeverfahren fand im Jahr 2014 in 202 Fällen
(2013: 198 Fälle) statt.
Zur planerischen Unterstützung von Erdwärmesondenvorhaben
erstellt das LfULG seit 2008 den Geothermieatlas Sachsen im
Maßstab 1: 50.000 (GTK50). Derzeit stehen 16 Kartenblätter im
Internet interaktiv zur Verfügung. Im Berichtszeitraum wurden
folgende Geothermieblätter im Maßstab 1: 50.000 im Internet
veröffentlicht: Stollberg, Zschopau, Eilenburg, Gräfenhainichen,
Jessen, Herzberg, Torgau und Elsterwerda.
Im Dezember 2014 stellten das Polnische Staatliche Geologi-
schen Institut – Staatliches Forschungsinstitut, Niederschlesi-
sche Sektion (PIG-PIB OD) und das LfULG das gemeinsame EU-
Projekt »TransGeoTherm« (Laufzeit seit Oktober 2012) fertig. Die
EU förderte das Projekt im Rahmen des Operationellen Pro-
gramms der grenzübergreifenden Zusammenarbeit zwischen
Sachsen und Polen in den Jahren 2007 bis 2013. Ziel des Projek-
tes war die Erarbeitung und Bereitstellung von Planungsgrund-
lagen für die Nutzung der oberflächennahen Geothermie in der
sächsisch-polnischen Neiße-Region sowie die Aufklärung über
ihre Möglichkeiten und ihre Vorteile. Ergebnis war die erstmalige
Erstellung eines grenzüberschreitenden hydrogeologisch-geo-

Aktiver Bergbau | 19
Prozentuale Verteilung der Erdwärmenutzung (Stand Dezember 2014)
n
Erdwärmesonden
n
Erdwärme-Kollektoranlagen
n
Wasser-Wasser-Anlagen
n
Direktverdampferanlagen
n
Grubenwassernutzung
n
Thermalwassernutzung
n
Sonstige
(nicht näher definiert)
0,7 %
0,1 %
0,1 %
0,4 %
2,6 %
4,2 %
92,0 %
thermischen 3D-Untergrundmodells auf der Basis verschiedener
Datenquellen. Die Projektpartner leiteten darauf aufbauend
hoch aufgelöste Karten der integralen Wärmeleitfähigkeiten
(professional version) sowie der geothermischen Entzugsleis-
tung (public version) für verschiedene Tiefenstufen ab. Diese
stehen im Internet als Planungsinstrument zur Verfügung
(www.
transgeotherm.eu).
Das LfULG passte die Sächsische Informationsbroschüre Erdwär-
mesonden im Berichtszeitraum an die gültigen Rechtsvorschrif-
ten an und veröffentlichte diese danach neu. Sie steht ebenfalls
im Internet zum Download bereit.
Grubenwassergeothermie
Ein weiteres geothermisches Potenzial stellt die Grubenwasser-
nutzung zur Klimatisierung von Gebäuden dar. Diese geother-
mische Quelle wird in Sachsen in Gebieten mit gefluteten Berg-
baurevieren erschlossen.
2014 stellte der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Bau-
management als Baulastträger des Freistaates Sachsen einen
Betriebsplanantrag für die Geothermie-Forschungsbohrung in
Zwickau.
Der Landkreis Freiberg arbeitete im Berichtsjahr als Träger des
Freiberger Kreiskrankenhauses an der Errichtung einer Geother-
mienanlage zur Gewinnung von Wärme und Kälte aus dem Frei-
berger Grubenbau.
Tiefengeothermie
Zur verstärkten Erschließung des tiefengeothermischen Poten-
zials in Sachsen gründete sich 2009 unter Leitung des LfULG der
»Forschungsverbund Tiefengeothermie Sachsen«. Zu dessen Mit-
gliedern gehören neben dem LfULG die Bundesanstalt für Geo-
wissenschaften und Rohstoffe, das Geoforschungszentrum
Potsdam, das Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik Han-
nover, das Sächsische Oberbergamt und die TU Bergakademie
Freiberg. Der Verbund untersuchte ausgewählte Gebiete auf die
Eignung für ein mögliches petrothermales Tiefengeothermiepro-
jekt. Die Partner vereinheitlichten und bewerteten für drei säch-
sische Vorzugsgebiete (Elbezone, Freiberg, Aue/Bad Schlema) die
vorhandenen geologischen, petrophysikalischen und thermi-
schen Daten. Ergebnisse der Arbeiten sind verschiedene thema-
tische 3D-Modelle (geologische, gebirgsmechanische und ther-
mische) sowie der Abschlussbericht des Forschungsverbundes.
Die Möglichkeit der Strom- und Wärmeerzeugung in einem
petrothermalen Kraftwerk durch Tiefbohrungen bis in fünf Kilo-
meter Tiefe ist in allen drei betrachteten Gebieten gegeben. Auf-
grund der höchsten berechneten Temperaturen in der Zielteufe,
der besonders guten Datenlage aufgrund des ehemaligen Wis-
mut-Bergbaus und der vermuteten hohen Klüftigkeit tiefer Stö-
rungszonen konzentrierten sich weitere Forschungsarbeiten auf
das Vorzugsgebiet Aue, konkret auf das Gebiet um Schneeberg/
Bad Schlema. Im Berichtszeitraum fanden im Projektgebiet
Schneeberg/Bad Schlema jedoch keine weiteren Arbeiten statt.
Unter Leitung des Umweltamtes Dresden und mit Beteiligung
des LfULG fanden im Rahmen eines Ziel 3-Projektes mehrere
Workshops und öffentliche Foren zu »Chancen und Risiken der
geothermalen Energie in der Euroregion Elbe-Labe« zwischen der
nordböhmischen Stadt Litomerice und der Landeshauptstadt
Dresden statt. Ziel war ein Erfahrungsaustausch zur Tiefengeo-
thermie sowie die Diskussion mit der Bevölkerung. Die Veran-
staltung verdeutlichte, dass ein Tiefengeothermieprojekt nicht
isoliert, sondern als ein Baustein zur Modernisierung des beste-
henden und noch zu erweiternden Fernwärmesystems in Dres-
den betrachtet werden muss.

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20 | Sanierungsbergbau
Sanierungsbergbau
Auffahrung des Südumbruches auf der Markus-Semmler-Sohle
in Bad Schlema – Bohren der letzten Löcher für den Durchschlag

image
Sanierungsbergbau | 21
Mit der deutschen Wiedervereinigung waren in Sachsen viele
große Bergbaubetriebe der DDR nicht nach heutigen Maßstäben
stillgelegt und die Flächen und Hinterlassenschaften im Sinne
einer angemessenen Wiedernutzbarmachung gesichert und sa-
niert. So sah sich der Freistaat Sachsen nach der Wiedervereini-
gung mit der Sanierung bergbaubedingter Umweltschäden als
Hinterlassenschaft der sozialistischen Staatswirtschaft großen
Herausforderungen gegenübergestellt. Dies betraf den intensi-
ven Uranbergbau der Wismut genauso wie die zahlreichen offen
verbliebenen Braunkohlentagebaue und die eingestellten Erz-
bergwerke.
Sanierung der Wismut GmbH
Grundsanierung Wismut
Im Jahr 1991 übernahm die Bundesrepublik Deutschland die Ge-
samtverantwortung für die ehemals zweistaatliche Gesellschaft
Sowjetisch-Deutsche Aktiengesellschaft Wismut (SDAG Wismut).
Der Gesetzgeber richtete mit dem Wismut-Gesetz vom 12. De-
zember 1991 die Wismut GmbH ein, deren Alleingesellschafterin
die Bundesrepublik Deutschland ist. Auftrag und Gesellschafts-
zweck des Unternehmens waren und sind die Stilllegungs- und
Sanierungsarbeiten zu den Hinterlassenschaften des ehemaligen
Uranerzbergbaus. Dafür hat der Gesetzgeber einschließlich der
bis zum Jahr 2040 prognostizierten Langzeitaufgaben einen
Finanzetat von mehr als 7 Mrd.
zur Verfügung gestellt.
Bis zum Ende 2014 investierte die Wismut GmbH im Freistaat
Sachsen etwa 2,79 Mrd.
in die Stilllegung von Bergwerken und
Aufbereitungsanlagen sowie in die Sanierung kontaminierter Be-
triebsflächen. Im Berichtsjahr setzte die Wismut GmbH im Frei-
staat Sachsen 51 Mio.
ein. Wesentliche Sanierungsarbeiten zur
Stilllegung und Sanierung der Hinterlassenschaften des ehema-
ligen Uranerzbergbaus in Sachsen und Thüringen hat die Wismut
GmbH abgeschlossen oder begleitet diese noch in der Endphase.
Das betrifft die Sanierung, Sicherung und Flutung von Gruben-
gebäuden, das Verfüllen von Hohlräumen, den Abbruch übertägi-
ger Betriebsanlagen sowie die Konturierung und Profilierung von
Halden und anderen Betriebsflächen. Wesentliche Aufgaben für
die nächsten Jahre sind die weitere Sanierung und Abdeckung von
Halden und anderen Betriebsflächen. Als Langzeitaufgabe mit
einem derzeit vorhersehbaren Zeithorizont 2040 steht die Was-
serbehandlung gefluteter Grubenbaue an. Am Ende des Berichts-
jahres hatte die Wismut GmbH etwa 1.100 Beschäftigte.
Im Dezember 2014 beendete die Wismut GmbH im Grubenrevier
Schlema-Alberoda die Auffahrung des »Südumbruches« auf der
Markus-Semmler-Sohle. Der 1,2 km lange »Südumbruch« stellt die
Wasserlösefunktion des Markus-Semmler-Stolln, der die Gruben-
gebäude Schneeberg und Schlema-Alberoda verbindet, wieder her.
Er umgeht den durch den Uranerzbergbau abgesenkten Stollen-
bereich, der wegen des unterbrochenen Gefälles für den Wasser-
abtrag nicht mehr nutzbar ist. Der letzte Teil der Auffahrung fand
im Lagerstättenteil Oberschlema statt. Die Verwahrung tagesnaher
Grubenbaue auf den Gängen »Falke«, »Mars«, »16«, »Schneider II«,
»Maria I und II« und »Wassergang« schloss das Unternehmen im
Berichtsjahr ab. Die Haldensanierung führte das Unternehmen am
Standort planmäßig weiter. Auf der Halde 310 nahm es wieder
Arbeiten zur Rodung und Profilierung auf. Die Sanierungsarbeiten
an der Betriebsfläche Schacht 66 schloss es ab. Die Halde 371
diente weiter der Einlagerung von Immobilisaten der Wasserauf-
bereitungsanlage und des Materials von Dritten.
Am Standort Pöhla ging die im Jahr 2013 umgebaute Wasser-
aufbereitungsanlage in den Probebetrieb. Der Betrieb erreichte
im 3. Quartal 2014 einen zulassungsgemäßen Stand.
Am Standort Königstein setzte die Wismut GmbH den Abbruch
von baulichen Anlagen der ehemaligen Schächte 388 und 390
fort. Den Schrott der rückgebauten Fördergerüste baute das Un-
ternehmen wegen der radiologischen Belastung in Trockenbee-
ten auf der Halde Schüsselgrund ein.
Konturierung der Halde 310 in Bad Schlema

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22 | Sanierungsbergbau
Auf der Halde Crossen setzte die Wismut GmbH die Umlagerung
auf die Industrieelle Absetzanlage (IAA) Helmsdorf sowie die
Sanierungsarbeiten an den Haldenaufstandsflächen fort.
Am Standort Freital-Gittersee schloss die Wismut GmbH die
Auffahrung des Wismut-Stolln ab. Durch die im September 2014
durch vier Bohrungen hergestellte hydraulische Verbindung zum
Querschlag Grubenfeld ist die Wasserlösung über den Wismut-
Stolln und den Elbe-Stolln in die Elbe hergestellt. Das Unterneh-
men stellte darauf die bisher betriebene Wasserhaltung über das
Förderbohrloch 1 ein. Der Wasserübertritt trat im Oktober 2014
ein. Seitdem fließen stündlich durchschnittlich 70 m³ Flutungs-
wasser ab.
Sanierung nach dem Verwaltungsabkommen
Wismut-Altstandorte
Nach einem Abkommen der ehemaligen UdSSR und der ehemali-
gen DDR vom 7. Dezember 1962 konnte die SDAG Wismut nicht
mehr für die Beseitigung von bergbaulichen Schäden bei damals
endgültig stillgelegten Betrieben herangezogen werden. Die Bun-
desrepublik Deutschland und der Freistaat Sachsen verständigten
sich zunächst für Pilotprojekte und dann über ein Verwaltungsab-
kommen zur Sanierung der sächsischen Wismut-Altstandorte für
die Jahre 2003 bis 2012 mit paritätischer Finanzierung. Dieses
Verwaltungsabkommen hatte ein Finanzvolumen in Höhe von 78
Mio.
. Im Jahr 2013 schlossen die Bundesrepublik und der Frei-
staat Sachsen für die Jahre 2013 bis 2022 ein Ergänzendes Verwal-
tungsabkommen zur Sanierung der sächsischen Wismut-Alt-
standorte mit einem Volumen 138 Mio.
. Das Abkommen soll der
Umsetzung aller noch notwendigen Sanierungsarbeiten dienen.
Die Wismut GmbH setzte als Projektträgerin im Auftrag des Frei-
staates Sachsen im Jahr 2014 die nach dem Ergänzenden Ver-
waltungsabkommen zur Sanierung der Wismut-Altstandorte für
das Jahr geplanten 14,0 Mio.
und weitere 3,8 Mio.
nicht
verbrauchte Mittel aus den Vorjahren ein.
Im Berichtszeitraum arbeitete die Wismut GmbH im Rahmen des
Verwaltungsabkommens an 74 Projekten, die in 23 Gemeinden
lagen. Der Umsetzung der Projekte kamen die milden Winter am
Anfang und Ende des Berichtsjahres zu Gute. Dadurch war der
Baubetrieb zu Zeiten möglich, an denen sonst regelmäßig eine
Winterpause notwendig war. Das traf insbesondere auch auf die
zahlreichen Baustellen in Mittelgebirgslage zu.
Die wichtigste Baustelle in Annaberg-Buchholz bestand in der
Sicherung und Verwahrung des im Jahr 2013 gefallenen Tages-
bruches an der Zufahrt zum Wohngebiet Dörfler Weg. Schwer-
punkt im Berichtsjahr war dort die untertägige Aufwältigung bis
zum Erreichen eines sicheren Verwahrhorizontes. Im über 20 ha
großen Schurfgebiet Sehmatal setzte die Projektträgerin die im
Jahr 2013 begonnenen Sanierungsarbeiten fort.
In Aue setzte die Wismut GmbH im Bereich des Zeller Berges die
Verwahrarbeiten in einzelnen Abschnitten fort. Die im Jahr 2013
begonnenen Arbeiten im Bauabschnitt 1C (Hangseite Lößnitztal)
Rückbau des Schachtkomplexes 388/390 am Standort Königstein

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Sanierungsbergbau | 23
schloss sie ab. In Bad Schlema ließ die Projektträgerin von der
ehemaligen Betriebsfläche des Schachtes 207 am Edelhofweg
Haldenmaterial entfernen und auf die Halde 371 der Wismut
GmbH einlagern.
In Breitenbrunn lag der Schwerpunkt bei der untertägigen Ver-
wahrung. Für das Grubengebiet des Schachtes 98 konnte dort
die Wasserableitung in das Schwarzwasser ertüchtigt werden.
Die Umsetzung dieses Projektes ist Voraussetzung für weitere
Projekte im Grubenbau. Zum Abschluss kamen die Arbeiten im
Abschnitt 1 des Verwahrbereiches am Rabenberg. Bei den über-
tägigen Maßnahmen war Johanngeorgenstadt auch im Jahr
2014 der Bearbeitungsschwerpunkt. Die Projektträgerin setzte
die Arbeiten am bisher größten Objekt der Altstandortesanie-
rung, der Dammhalde Trockenbecken, fort. Wesentliche Maß-
nahmen waren dort die Abdeckung großer Haldenbereiche, die
Errichtung von Gabionen als Stützbauwerke und Wasserbau-
werke. Die Sanierungsarbeiten im Revier Himmelfahrt kamen
zum Abschluss.
In Marienberg beseitigte die Projektträgerin mit Verwahrung des
Schachtes 152 (Vater Abraham) eine Schadstelle, mit der zu-
gleich ein innerstädtischer Schandfleck beseitigt werden konnte.
Ein Schwerpunkt der untertägigen Verwahrung war in der Ge-
meinde Wolkenstein die untertägige Verwahrung des Ganges
Parallel. Diese Arbeiten schloss die Projektträgerin im Berichts-
jahr ab.
In der Gemeinde Neuensalz kam die Verwahrung der Schächte
320 und 362 zum Abschluss. Mit Einbau von Betonplomben und
der Verfüllung der Hohlräume ist die Gefahr beseitigt, die von
beiden Schächten ausging.
In der Gemeinde Raschau-Markersbach ließ die Projektträgerin
tagesnahe Grubenbaue des Ganges 57/57a verfüllen. Der damit
fertiggestellte Bauabschnitt ist Voraussetzung zur Sanierung der
Mischaltlast »Am Knochen«.
Die Stadt Schneeberg war im Berichtsjahr weiter ein Schwer-
punktstandort bei der Sanierung der Wismut-Altstandorte. Im
Berichtszeitraum betraf das die Arbeiten zur Grubenbauverwah-
rung am Kirchplatz und der weiteren Ertüchtigung des Markus-
Semmler-Stolln. Während der Verwahrungsarbeiten trafen die
bauausführenden Unternehmen eine Reihe unbekannter Gru-
benbaue an, die in die Sanierung einzubeziehen waren. Im Be-
richtsjahr begann ein beauftragtes Unternehmen mit der Sanie-
rung des Schachtes 10 Siebenschlehen. Die Sicherung des im
Jahr 2013 gefallenen Tagesbruches »Am alten Mühlberg« kam
zum Abschluss.
In Tannenbergsthal schloss die Projektträgerin im Bereich
Schneckenstein die Arbeiten im Verwahrbereich 2 ab. In die Ar-
beiten war die Beseitigung größerer Schadstellen des Schurfes
25 und des Schachtes 347 einbezogen.
Sanierungsarbeiten im ehemaligen
Zinnerz- und Spatbergbau
Die Bundesrepublik richtete im Jahr 1992 die GVV mbH als Bun-
desunternehmen mit dem Ziel ein, die Betriebe mit untertägigem
Bergbau, deren Förderung 1990 und 1991 aus wirtschaftlichen
Gründen eingestellt werden musste, stillzulegen und zu verwah-
ren. Im September 2014 erfolgte die Verschmelzung der GVV auf
die LMBV. Seither führt die ehemalige GVV die Arbeiten der Sa-
nierung der untertägigen Grubenhohlräume im Bereich der still-
gelegten Kali-, Spat- und Erzbergwerke in Ostdeutschland als
Bereich Kali-Spat-Erz der LMBV fort. An einzelnen Standorten
sind die Sanierungsträger die privaten Rechtsnachfolger der
ehemals Bergbautreibenden.
Zur angestrebten Konzentrationsminderung von Arsen im Sicker-
wasser der Industriellen Absetzanlage Bielatal (IAA) verständig-
ten sich im Berichtsjahr die GVV und sächsische Behörden unter
Sanierung Dammhalde Trockenbecken in Johanngeorgenstadt
Grubenbauverwahrung Tagesbruch Dörfler Weg in Annaberg-Buchholz – Einbau der
Bewährung in ehemaligen Abbaubereichen

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24 | Sanierungsbergbau
fachlicher Begleitung Dritter zu den wasserrechtlichen Anfor-
derungen. Danach ist eine mechanisch-passive Wasserbehand-
lungsanlage für die notwendige Arsenreduzierung grundsätzlich
geeignet. Die GVV hat den Auftrag, die Anlage weiter zu planen.
In der ehemaligen Zinngrube Altenberg beendete die GVV die
Sanierungsarbeiten im Entwässerungsstollen der ehemaligen
Zinngrube Altenberg.
Sanierung Braunkohlenbergbau
Die LMBV ist als Bundesunternehmen Rechtsnachfolgerin der
nach der Wiedervereinigung nicht privatisierungsfähigen Braun-
kohlenbetriebe und für diesen Bereich Unternehmerin im Sinne
des Bundesberggesetzes. Die Rechtsvorgängerinnen der LMBV
haben dazu im Jahr 1991 einen Bestand von Tagebauen übernom-
men, aus dem mittlerweile 120 Restseen, davon 42 im Freistaat
Sachsen, entstanden sind. Dazu kamen zahlreiche angeschlossene
Industrieanlagen zur Energiegewinnung und Rohstoffveredlung.
Für die sächsischen Teile der Lausitz und Mitteldeutschlands
wendeten die Bundesrepublik und der Freistaat Sachsen für die
Braunkohlesanierung seit 1991 nahezu 4,0 Mrd.
Euro, davon
956 Mio.
sächsische Landesmittel auf.
Für bereits vor der Wiedervereinigung endgültig eingestellte
Braunkohlenbetriebe trägt die LMBV keine bergrechtliche Verant-
wortung. Soweit auf oder von den Flächen der eingestellten Be-
triebe Gefahren bergbaulichen Ursprungs ausgehen, ist das Säch-
sische Oberbergamt die für den Freistaat Sachsen zuständige
Behörde nach dem Sächsischen Polizeigesetz. Damit kann die
Behörde alle erforderlichen Maßnahmen anordnen, die zur Ab-
wendung von Gefahren bzw. der Aufrechterhaltung oder Wieder-
herstellung der öffentlichen Sicherheit notwendig sind. Die wich-
tigsten Schutzgüter der öffentlichen Sicherheit, Leben, Gesundheit
und Eigentum, stehen dabei im Mittelpunkt der Bewertungen.
Mit einem Teil der für die Braunkohlesanierung eingesetzten
Mittel verfolgt der Freistaat Sachsen das Ziel, den Folgenut-
zungsstandard um die Tagebaurestseen zu erhöhen. Schlüssel-
projekte sind dabei die Herstellung weiterer schiffbarer Verbin-
dungen zwischen den Seen. Die Maßnahmen sind darauf
ausgerichtet, in den nächsten Jahren weitere Investoren, insbe-
sondere für ein breites touristisches Angebot zu gewinnen.
Organisation der Braunkohlesanierung
Die Bundesrepublik Deutschland und die Braunkohlenländer
finanzierten die Braunkohlesanierung im Jahr 2014 aus dem
Vierten ergänzenden Verwaltungsabkommen (VA V Braunkohle-
sanierung) vom 9. Oktober 2012. Im Berichtszeitraum setzten
die Finanziers im Freistaat Sachsen Sanierungsmittel von etwa
100 Mio.
(Vergleich 2013: 98 Mio.
€)
ein.
Die Sanierungsmittel standen für die drei Programmteile des
Verwaltungsabkommens zur Verfügung:
n
die Grundsanierung im Rahmen der Rechtsverpflichtungen
der LMBV (§ 2 des Verwaltungsabkommens) mit der Finan-
zierung der Ausgaben von 75 Prozent durch den Bund und
25 Prozent durch das Land,
Bau Auslaufbauwerk (Rahmendurchlass) vom Zwenkauer See
in die Weiße Elster
Sanierung Knappensee – Einsatzstelle für die seeseitige Rütteldruckverdichtung

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Sanierungsbergbau | 25
n
die Abwehr von Gefährdungen im Zusammenhang mit dem
Wiederanstieg des Grundwassers (§ 3 des Verwaltungs-
abkommens) sowie sonstige Maßnahmen mit der Finanzie-
rung der Ausgaben von je 50 Prozent durch den Bund und
das Land und
n
die Maßnahmen zur Erhöhung des Folgenutzungsstandards
(§ 4 des Verwaltungsabkommens) mit der Finanzierung der
Ausgaben durch das Land und Eigenmitteln der Vorhabens-
träger.
Der Bund und die Länder treffen die grundsätzlichen Entschei-
dungen zur Umsetzung des Verwaltungsabkommens im Steue-
rungs- und Budgetausschuss für die Braunkohlesanierung
(StuBA). Der Freistaat Sachsen ist in dem Ausschuss durch das
SMWA und das SMUL vertreten. Der StuBA führt vierteljährlich
Beratungen durch, in denen er zu den geplanten Maßnahmen
entscheidet. Zur Unterstützung unterhält er die Bund-Länder-
Geschäftsstelle für die Braunkohlesanierung. Die 15 Mitarbeiter
der Geschäftsstelle übernehmen für die Finanziers in wesentli-
chen Teilen das vor- und nachlaufende wirtschaftliche sowie
technologische Controlling für alle Projekte.
Projektkonkrete Entscheidungen zur Genehmigung im mittleren
und kleinen Umfang treffen die in den Sanierungsbereichen Ost-
sachsen und Westsachsen eingerichteten Sanierungsbeiräte.
Diese geben weiterhin Empfehlungen an den StuBA. In den Sa-
nierungsbeiräten waren im Berichtszeitraum das Sächsische
Oberbergamt, die Landesdirektion Sachsen und der jeweilige
Regionale Planungsverband stimmberechtigt.
Von den notwendigen Gefahrenabwehr- und Sanierungsmaß-
nahmen um die älteren Tagebaurestseen sind mittlerweile eine
größere Anzahl von Anwohnern, Gewerbetreibenden und sons-
tigen Nutzern betroffen. Der anhaltende Grundwasserwiederan-
stieg nach Einstellung der Entwässerungsmaßnahmen der
Braunkohlenwirtschaft zu Beginn der 1990er-Jahre hat zu Be-
einträchtigungen der Standsicherheit der Geländeoberfläche
geführt. Um Gefahren zu begegnen, ist es erforderlich, betrof-
fene Bereiche näher zu untersuchen und nötigenfalls zu sanie-
ren. Dabei kommt es zu Einschränkungen durch Sperrungen,
Betretungs- und Nutzungsverbote oder notwendige bauliche
Veränderungen. Mit der Ausführung der Arbeiten hat das Säch-
sische Oberbergamt die LMBV als Projektträgerin beauftragt.
Personen, die durch Gefahrenabwehrmaßnahmen betroffen
sind, steht für die ihnen durch Maßnahmen entstandene Schä-
den eine angemessene Entschädigung zu. Das Sächsische Ober-
bergamt und die LMBV haben Einzelheiten in einer sogenannten
Polizeivereinbarung festgelegt. Gemeinsames Ziel ist die zügige
Entschädigung Betroffener. Ansprechpartner zur Geltendma-
chung der Ansprüche ist die LMBV.
Der Freistaat Sachsen bedient sich der LMBV zum überwiegenden
Teil auch als Projektträgerin für die Maßnahmen zur Erhöhung
des Folgenutzungsstandards nach § 4 VA Braunkohlesanierung.
Hierzu haben das Sächsische Oberbergamt und die LMBV für die
Grubenwasserreinigungsanlage in Burgneudorf

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26 | Sanierungsbergbau
Laufzeit des Verwaltungsabkommens zur Braunkohlesanierung
im Zeitraum 2013 bis 2017 eine Vereinbarung geschlossen.
Aktuelle Entwicklungen der Braunkohlesanierung
Die LMBV hatte am Ende des Berichtszeitraumes 670 aktiv Be-
schäftigte und 54 Auszubildende. 223 Beschäftigte waren davon
im Freistaat Sachsen tätig. Bis zum Ende des Berichtsjahres hat
das Unternehmen über 70 neue Stellen eingerichtet, um den
gestiegenen Anforderungen für hydrologische und geotechni-
sche Maßnahmen, aber auch zu den wasserrechtlichen Geneh-
migungsverfahren gerecht zu werden.
Die außer Betrieb genommenen Tagebaue sind mittlerweile voll-
ständig geflutet oder befinden sich in Einzelfällen in der Schluss-
phase der Flutung. Die früheren Industrieanlagen sind zurück-
gebaut oder dienen heute anderen Nutzungen. Die Schwerpunkte
der künftigen Sanierungstätigkeit sind auf die Sicherung und
Gewährleistung der Standsicherheit von Kippenbereichen und
die Gewässergüteentwicklung ausgerichtet. Zur Gefahrenab-
wehr wegen des Grundwasserwiederanstiegs stehen Komplex-
maßnahmen und Einzelobjektsicherungen gegen die Vernässung
und zur dauerhaften Gewährleistung der geotechnischen Stand-
sicherheit im Mittelpunkt.
Im Berichtsjahr arbeitete die LMBV verstärkt an Maßnahmen zur
Gewässergüteverbesserung der Spree. Seit dem Jahr 2012 setzte
im tagebaunahen Bereich der Spree und ihrer südlichen Zuflüsse
eine zunehmende Eisenbelastung durch diffusen Eintrag von
Grundwasser ein, die mit einer Braunfärbung des Flusswassers
einhergeht. Diese Verockerung hat geologische und bergbauge-
schichtliche Ursachen. Im Boden der Lausitz gibt es verbreitet
natürliche Vorkommen der Minerale Pyrit und Markasit, chemi-
sche Verbindungen von Eisen und Schwefel. Durch die Braun-
kohletagebaue und die großflächige Grundwasserabsenkung im
20. Jahrhundert verwitterten Eisensulfide im erheblichen Um-
fang zu Eisenhydroxiden und Sulfaten. Der aktuelle Grundwas-
serwiederanstieg führt großräumig, aber von Ort zu Ort in un-
terschiedlichem Umfang zum Eintrag der Umsetzungsprodukte
in die Flüsse und Seen der Lausitz.
Zur Beobachtung der Entwicklung hat die LMBV im brandenbur-
gischen und sächsischen Teil der Lausitz ein montanhydrologi-
sches Monitoring installiert. Dieses liefert fortlaufend Erkennt-
nisse, um geeignete Maßnahmen zur Abwehr und Minderung
der Verockerung planen und umsetzen zu können. In Verantwor-
tung und unter Leitung der LMBV setzen das Landesamt für
Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg, das Sächsische
Oberbergamt, Wasserbehörden, Boden- und Wasserbände und
Kommunen mittlerweile einen Maßnahmekatalog um.
Kurzfristige Lösungsansätze verfolgte die LMBV im Berichtsjahr
auf dem Gebiet des Freistaates Sachsen mit dem Pilotversuch
der Untergrundwasserbehandlung im Bereich Ruhlmühle, der
Errichtung eines Abfangriegels mit zunächst zwei Brunnen mit
Ableitung in die Wasserbehandlungsanlage Schwarze Pumpe
von Vattenfall und der Behandlung von Teilmengen der Kleinen
Spree in einem Altbecken der Grubenwasserreinigungsanlage
Burgneudorf. Langfristig planen die Verantwortlichen eine Kom-
Schiffbare Verbindung Spreetal-Sabrodter See – Überleiter 1

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Sanierungsbergbau | 27
Länderübergreifende Sicherungsarbeiten
am Restlochkomplex Heide
Die Restlöcher Heide V und VI sind aus dem nach Auskohlung
im Jahr 1968 beendeten Braunkohlenbergbau entstanden. Sie
befinden sich länderübergreifend auf dem Gebiet des Landes
Brandenburg und des Freistaates Sachsen. Ein Dammbauwerk
trennte während der weiteren Betriebszeit die beiden Rest-
löcher. Das Restloch Heide V diente in der Folgezeit als Indus-
trielle Absetzanlage zur Ablagerung von Rotschlamm aus der
ehemaligen Aluminiumproduktion der Lautawerke. Die ein-
gelagerten Schlämme sind vor allem durch Fluoride, Vana-
dium und Arsen belastet. Dabei hatte das Restloch Heide V
ein etwa zwei Meter höheres Einstauniveau als das Restloch
Heide VI. Das Restloch Heide V ist außerhalb bergrechtlicher
Verantwortung Bestandteil des Ökologischen Großprojektes
Lauta. Das Restloch Heide VI ist einschließlich des Dammbau-
werkes zwischen den Restlöchern in die bergrechtliche Ver-
antwortung der LMBV übergegangen. Untersuchungen der
letzten Jahre ergaben eine Setzungsfließgefährdung des
Dammes bei Normaleinstau des Restloches Heide V, die bei
Ansteigen des Wasserspiegels und des hydrologischen Gefäl-
les zwischen den beiden Restlöchern noch zunahm.
Die LMBV und die Gesellschaft zur Entwicklung und Sa nierung
von Altstandorten mbH (GESA) erstellten nach Bekanntwerden
Errichtung standsicherer Trenndamm im Restloch Heide VI (Brandenburg) zum
Schutz des Restloches Heide V (Sachsen)
der Untersuchungsergebnisse ein Sanierungskonzept und
setzten dieses nach Zulassung durch die zuständigen Behör-
den bis in das Berichtsjahr weitgehend um. Zur vorüberge-
henden Entlastung des Dammbauwerkes, die auch wegen der
Initialeinträge im Sanierungsbereich notwendig war, leitete
die LMBV Wasser vom Restloch Heide V in das Restloch VI
über, so dass sich das hydrologische Gefälle zwischen den
beiden Restlöchern auf etwa einen Metern verringerte. Die
LMBV beseitigte im Berichtsjahr die geotechnische Gefähr-
dung mit Errichtung eines Trenndammes mittels Rüttel-
stopfverdichtung.
bination aus Untergrundwasserbehandlung, Abfangmaßnahmen
mit Brunnenriegeln, Drainagen, offenen Gräben, den Einbau von
Dichtwänden zur Verringerung des Grundwasserstroms, die Re-
aktivierung weiterer Grubenwasserreinigungsanlagen und die
Errichtung von Anlagen für die oberirdische Wasserbehandlung.
Die Maßnahmen stellen sicher, dass der weitere Unterlauf der
Spree, insbesondere wegen der ökologisch sensiblen Bereiche im
Spreewald nicht gefährdert wird.
Im Berichtsjahr begann die LMBV die komplexen Sanierungs-
maßnahmen am touristisch intensiv genutzten Knappensee. Die
Maßnahmen setzt die LMBV in den nächsten Jahren als beauf-
tragter Projektträger des Freistaates Sachsen außerhalb ihrer

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28 | Sanierungsbergbau
rungsfeld vorgesehenen 240 Rüttellöcher ab und ging danach
zur Verdichtung im Regelbetrieb über. Am Ende des Berichtsjah-
res setzte er einen zweiten Schwimmponton mit Seilbagger und
Rüttellanze in Betrieb.
Weitere Schwerpunkte der Grundsanierung
nach § 2 des Verwaltungsabkommens
An mehreren Bergbaufolgeseen im sächsischen Teil des Lausitzer
und Mitteldeutschen Braunkohlereviers setzte die LMBV im Be-
richtsjahr wasserwirtschaftliche Maßnahmen zur Verbesserung
der Gewässergüte fort. In den Seen sind wegen der regelmäßig
niedrigen ph-Werte des aufgehenden Grundwassers aus geflu-
teten Innenkippen Neutralisationsmaßnahmen notwendig. Ei-
nen Beitrag zur Neutralisation leistet das aus den aktiven Tage-
bauen eingeleitete Sümpfungswasser. Die LMBV ergänzt die
Neutralisation durch Zugabe von Kalkmilchsuspension. Für die
Seen, die künftig als Hochwasserpuffer dienen, ist die Neutrali-
sation eine genehmigungsrechtliche Voraussetzung, um Wasser
aus den Bergbaufolgeseen über Ablaufbauwerke wieder in die
Fließgewässer abzuleiten.
Im Tagebau Spreetal begann die LMBV mit Nachverwahrungsar-
beiten alter Entwässerungsstrecken. Die mit Bohrungen festge-
stellten Streckenabschnitte im größeren Umfang bergen ein
erhebliches Gefahrenpotenzial, das insbesondere von nicht kon-
trollierbaren geohydrologischen Ereignissen ausgeht, die Rut-
bergrechtlichen Verantwortung um. Vor Beginn der Maßnahmen
waren umfangreiche Abstimmungen mit den Trägern öffentli-
cher Belange zu Medienverlegungen und der Gewässerinan-
spruchnahme notwendig. Im Berichtsjahr schloss die LMBV
Entschädigungsvereinbarungen mit etwa 160 Einzelparteien, die
entweder vom vollständigen Rückbau ihrer Freizeitanlagen oder
der vorübergehenden Nichtnutzbarkeit von ständigen Wohnsit-
zen oder Freizeitanlagen betroffen sind. Das Sächsische Ober-
bergamt bewertete die beabsichtigten Entschädigungsvereinba-
rungen vor Vertragsschluss nach polizeirechtlichen Maßstäben
und gab gegenüber der LMBV dazu einzelfallbezogene Stellung-
nahmen ab.
Im Mai des Berichtsjahres richtete das Unternehmen auf Grund-
lage von Allgemeinverfügungen des Sächsischen Oberbergamtes
die großflächige Sperrung der Ufer- und anliegenden Kippenbe-
reiche ein. Im Oktober begann der Auftragnehmer zur Sanierung
mit der Einrichtung der Baustelle. Dazu montierte das beauf-
tragte Unternehmen an der vorbereiteten Einsatzstelle auf ei-
nem schwimmbaren Ponton einen Seilbagger mit Rüttellanze.
Mit der Anlage begann das Unternehmen am 20. Oktober 2014
mit der seeseitigen Uferverdichtung in einem Kalibrierungsfeld
im Nordostbereich des Sees. Das Kalibrierungsfeld dient u. a.
dazu, dass von den Sachverständigen vorgegebene Verdich-
tungsraster zu testen und weiter zu verfeinern. Der Auftragneh-
mer schloss Ende November die Bearbeitung der im Kalibrie-
Erschließung Vereinsstandort am Partwitzer See nach Umsiedlung vom Knappensee

Sanierungsbergbau | 29
schungen auslösen können. Im Oktober des Berichtsjahres be-
gann die LMBV mit der Wiederherstellung der Ufersicherung am
Berzdorfer See im Bereich des Naturschutzgebietes und der lang
anhaltenden »Rutschung P«. Die Starkniederschläge im Juni
2013 hatten dort eine Verschiebung der Uferböschung verur-
sacht. Wesentliche Maßnahmen waren dazu die Wiederherstel-
lung der betroffenen Entwässerungsgräben, der Rückbau der
verschobenen Ufersicherung und der Neubau eines Abflusses
vom Entwässerungsgraben durch den Wirtschaftsweg ein-
schließlich Ableitung in den See.
Am Zwenkauer See stellte die LMBV im Berichtsjahr das Hoch-
wasser-Auslaufbauwerk zur Weißen Elster nahezu fertig. Das
Bauwerk besteht aus einem knapp 100 m langen zweizügigen
Rahmendurchlass sowie einem 370 m langen Zulaufgraben
bzw. nach dem Auslaufbauwerk über einen 50 m langen Aus-
laufgraben in die Weiße Elster. Am See nahm die LMBV um-
fangreiche Holzungsarbeiten im Böschungsbereich und über
der Wasseroberfläche vor. Des Weiteren arbeitete das Unter-
nehmen an der Herstellung des Seerundweges. Im November
des Berichtsjahres begann die LMBV mit der Baugrundvergü-
tung für die künftige schiffbare Verbindung zwischen dem
Zwenkauer und Cospudener See. Die Verbindung soll sowohl
der Wasserhaltung als auch touristischen Zwecken dienen. Die
Umsetzung erfolgt deshalb sowohl im Rahmen der Grundsa-
nierung nach § 2 als auch im Rahmen der Erhöhung des Folge-
nutzungsstandards nach § 4 des Verwaltungsabkommens. Die
LMBV lässt dort nach Vorprofilierung des Kanals auf einer Flä-
che von 70.000 m² über 14.000 Rüttelstopfsäulen mit einer
Tiefe von 19 bis 25 m errichten. Weitere 3.400 Kiessäulen mit
einer Tiefe von 19 m sollen der Drainage für die spätere Grund-
wasserhaltung bei der Kanalherstellung dienen.
Weitere Schwerpunkte der Abwehr von Gefährdungen
durch den Grundwasserwiederanstieg nach § 3 des
Verwaltungsabkommens
Im Berichtsjahr schloss die LMBV die Komplexmaßnahme zur
Sanierung der Ostuferböschung des Silbersees nahezu ab. Der
gesamte Böschungsbereich ist für die weitere Nutzung als Bahn-
trasse standsicher hergestellt. Für 2015 stehen dort noch Rest-
arbeiten zur Böschungsprofilierung an. Die nicht sanierte Bö-
schung war wegen dem eingetretenen Grundwasserwiederanstieg
nicht mehr standsicher. Die notwendige Standsicherheit er-
reichte die LMBV mittels Rütteldruckstopfverdichtung, bei der
das beauftragte Unternehmen in einem engen Raster Schotter-
säulen bis zu 40 m unter Böschungsoberkante einrüttelte. Wäh-
rend der Sanierungsarbeiten kam es aufgrund der eingetragenen
Initiale zu mehreren Rutschungen im noch nicht verdichteten
Kippenbereich. Im Berichtsjahr ließ die LMBV den Westrandgra-
ben bei Hoyerswerda generalüberholen. Das 3.300 m lange Bau-
werk ließ die LMBV im Zeitraum 2000 bis 2002 zur dauerhaften
Grundwasserniederhaltung im Stadtgebiet errichten. Die regel-
mäßige Inanspruchnahme durch Ausbaggerung von Eisenhyd-
roxidschlamm und Starkniederschläge hatten zu größeren Schä-
den an dem Bauwerk geführt.
Der Schwerpunkt der Sanierungstätigkeit im mitteldeutschen
Braunkohlerevier lag im Berichtsjahr auf dem Gewässerausbau
des Lobers und der kleineren Fließgewässer in seinem Einzugs-
gebiet. Im Stadtgebiet von Delitzsch konzentrierten sich die Si-
cherungsmaßnahmen auf Wohngebäude in Vernässungsgebie-
ten. Die Sicherungsmaßnahmen umfassten dort die Errichtung
von Betonwannen für Gebäude, das Verfüllen von Kellern und
Hausanhebungen.
Schwerpunkte zur Erhöhung des Folgenutzungsstandards
nach § 4 des Verwaltungsabkommens
Der Freistaat Sachsen fördert im laufenden Verwaltungsabkom-
mens V weiter die Schlüsselprojekte zur Schiffbarmachung hy-
draulisch erforderlicher Gewässerverbindungen. Einen Teil der
Mittel stellt er für die Mischfinanzierung des kommunalen Stra-
ßenbaus auf Grundlage der Richtlinie Kommunaler Straßenbau
(RL-KStB) zur Verfügung. Dazu fördert er subsidiär zu anderen
Förderprogrammen weitere Maßnahmen, wie Anlagen von Ha-
fenbecken, Molen, Kaimauern, einfachen Marinas mit Liegeplät-
zen, öffentliche Sanitätseinrichtungen sowie Anschlüsse für
Elektrizität, Trinkwasser und Abwasser. Zur Stärkung der kom-
munalen Verantwortung hat der Freistaat Sachsen die Beteili-
gung der Vorhabensträger, ausgenommen die Schlüsselprojekte
und die Mischfinanzierung des kommunalen Straßenbaus, ab
dem Jahr 2013 an die Bedingungen der Förderkulisse der Ge-
meinschaftsaufgabe »Verbesserung der regionalen Wirtschafts-
struktur« angepasst. Die Vorhabensträger stärken damit die Fi-
nanzierung und den Umfang der Maßnahmen. Der Freistaat
Sachsen stellt im Zeitraum 2013 bis 2017 für den Programmteil
wenigstens 57 Mio.
zur Verfügung.
Als zentrale Maßnahme im Lausitzer Seenland ging im Berichts-
jahr der Bau der schiffbaren Verbindung Spreetal-Sabrodter See
(Überleiter 1) in die Endphase. Dort stellte die LMBV die 2.750 m
lange Kanalverbindung mit umfangreichen Erdbauarbeiten, ei-
nem Brückenbauwerk und dem Bau der Schleuse her. Im Be-
richtsjahr nahm das Unternehmen im Wesentlichen die Erschlie-
ßung des Westufers am Scheibesee vor. Am Partwitzer und am
Geierswalder See begann die LMBV mit notwendigen Maßnah-
men zur Herstellung des Gemeingebrauchs und der Schiffbar-
machung. Das betrifft insbesondere umfangreiche Betonnungs-
maßnahmen.
Den größten Leistungsumfang im mitteldeutschen Braunkoh-
lenrevier erbrachte die LMBV im Berichtsjahr mit der Herstellung
des östlichen und nördlichen Straßenanschlusses mit Parkplatz
für den Werbeliner See. Die Erschließung des Freizeitbereiches
Schladitzer Bucht am Schladitzer See schloss das Unternehmen
ab. Gegenstand des Projektes waren Geländeprofilierungen und
die Aufsandung zur Herstellung des Sportstrandes, Erschlie-
ßungsmaßnahmen mit Medien und der Wegebau. Zum geplan-
ten Bau der schiffbaren Verbindung Cospudener See-Zwenkauer
See nahm die LMBV Baugrunduntersuchungen und Rütteldruck-
verdichtungen in einem Versuchsfeld vor.

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30 | Altbergbau
Altbergbau
Paul-Berndt-Halde in Freital nach Abschluss der Sanierungsarbeiten

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Altbergbau | 31
Der Bergbau hat die Landschaft Sachsens seit dem 12. Jahrhun-
dert in mehreren Perioden nachhaltig geprägt. Die über Jahrhun-
derte betriebene Gewinnung von Erzen und der im Industriezeit-
alter betriebene Abbau vom Energierohstoff Kohle haben die
Entwicklung wesentlich bestimmt. Die Hinterlassenschaften des
historischen Bergbaus sind heute fast im gesamten Freistaat ge-
genwärtig. Mehrere tausend Grubenbaue mit einer Gesamtlänge
von über zehntausend Kilometern prägen das Bild unter Tage,
Halden und Restlöcher das Bild über Tage. Von den Hinterlassen-
schaften des historischen Bergbaus, für den es heute keinen
Rechtsnachfolger mehr gibt, gehen jährlich zwischen 150 bis 200
bekannte neue Schadensereignisse aus. Das Sächsische Ober-
bergamt ergreift als Sonderpolizeibehörde Maßnahmen zur aku-
ten Gefahrenabwehr, um Leben, Gesundheit und Sachgüter zu
schützen. Dazu setzt der Freistaat Sachsen Mittel aus dem Lan-
deshaushalt ein, um die notwendige Gefahrenabwehr zu finan-
zieren, wenn dafür keine anderen Personen in Frage kommen.
Darüber hinaus betreibt der Freistaat Sachsen gezielt Präventi-
onsmaßnahmen, um die Auswirkungen der Bergbauhinterlas-
senschaften für die Infrastruktur und gewerbliche Wirtschaft zu
mindern. Hierzu setzte das Sächsische Oberbergamt auch im
Berichtsjahr europäische Fördermittel ein.
Gefahrenabwehrmaßnahmen
Das Sächsische Oberbergamt verzeichnete im Berichtsjahr 160
neue Schadensmeldungen. Für Schadensereignisse ohne akute
Gefahren und somit ohne dringenden Handlungsbedarf beauf-
tragte die Behörde Sachstandsermittlungen, bei Bedarf zusätzlich
Maßnahmen zur Erstsicherung und Absperrung. Ein Teil der Schä-
den trat in erschlossenen Bereichen auf. Da sich dort dauerhaft
oder gelegentlich Menschen aufhalten, geht von solchen Schäden
regelmäßig eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit aus. Bei
einigen Ereignissen war die Gefahr ohne vorherige Anzeichen so-
fort akut. Um auf die Gefahren unverzüglich und mit geeigneten
Maßnahmen reagieren zu können, hat das Sächsische Oberberg-
amt eine polizeirechtliche Sonderzuständigkeit. Auf Grundlage der
Polizeiverordnung des SMWA für die Abwehr von Gefahren aus
unterirdischen Hohlräumen sowie Halden und Restlöchern (Säch-
sische Hohlraumverordnung – SächsHohlrVO) ergreift es alle er-
forderlichen Maßnahmen, um die öffentliche Sicherheit durch im
Altbergbau gefährdende Ereignisse wiederherzustellen.
Die Gefahrenabwehrmaßnahmen im Berichtsjahr umfassten 72
Baustellen, von denen 13 Baustellen die Beseitigung von Schäden
des Junihochwassers 2013 zum Gegenstand hatten. Die sonstigen
Baustellen waren an den Schadstellen konzentriert, bei denen
Gefahren für Leben, Gesundheit und größerer Beeinträchtigung
von Eigentum bestanden. Das Sächsische Oberbergamt setzte im
Berichtszeitraum für die dauerhafte Sicherung und Sanierung von
Gefahrenstellen im Altbergbau Mittel aus dem Landeshaushalt in
Höhe von 11.855.500
ein. Dazu kam ein Mitteleinsatz aus der
Aufbauhilfe zur Beseitigung von Schäden im Altbergbau nach
dem Hochwasser 2013 in Höhe von 2.491.300
€.
Das Sächsische Oberbergamt arbeitete für die Maßnahmen zur
Gefahrenabwehr insgesamt mit 66 Werk- und Ingenieurverträ-
gen. Weiterhin löste es 28 Sofortaufträge aus. Diese waren ins-
besondere bei Schadensereignissen unter öffentlichen Verkehrs-
flächen und in Bereichen von Bebauungen mit akuter Gefährdung
von Leben, Gesundheit und Gebäuden und für Sachstandsre-
cherchen zur Gefährdungseinschätzung notwendig. Die mit den
Aufträgen betrauten Bergbauspezialunternehmen bieten ohne
Verzug das gesamte Spektrum von Sicherungs- und Sanierungs-
leistungen, das für eine wirksame Gefahrenabwehr notwendig
ist. Insgesamt arbeitete das Sächsische Oberbergamt im Be-
richtszeitraum mit 13 Sanierungsbetrieben und 14 Ingenieurbü-
ros zusammen. Bei diesen Auftragnehmern handelt es sich um
kleine oder mittelständische Unternehmen.
Erkundung des Tagesbruchbereiches an der S 272 in Wildenthal

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32 | Altbergbau
Wesentlicher Bestandteil der Arbeiten waren im Berichtsjahr 878
Kontrollen zu Bergsicherungsarbeiten und Schadstellen.
Regionale Schwerpunkte der Gefahrenabwehr waren nach
Schadensmeldungen der Erzgebirgskreis mit 44 Prozent, dort
insbesondere in den Bergbaurevieren Annaberg-Buchholz,
Schneeberg, Schwarzenberg und Marienberg, der Landkreis
Mittelsachsen mit 21 Prozent, der Landkreis Sächsische Schweiz
mit etwa neun Prozent und die Landkreise Zwickau und Meißen
mit je acht Prozent. Die Sicherungsarbeiten bezogen sich auf
folgende Bergbaubereiche:
Mitteleinsatz Gefahrenabwehr im Altbergbau
Sicherungsarbeiten
2014 in T
2013 in T
Erzbergbau
10.510,9
9.715,4
Steinkohlenbergbau
712,4
1.006,9
Unterirdische Hohlräume
109,9
425,3
Braunkohlentiefbau
19,1
52,0
Steine-Erden-Bergbau
0
604,2
Ingenieurleistungen
245,4
443,8
Erstsicherungen/Sachstandsanzeigen
257,8
112,4
Insgesamt
11.855,5
12.360,0
Ausgewählte Schadensereignisse mit
akuten Gefahren und Arbeiten an Schadstellen
mit dringendem Sanierungsbedarf
In Hilbersdorf (Landkreis Mittelsachsen) fiel auf dem Gelände der
WECO GmbH im Februar des Berichtsjahres auf einem alten
Kunstschacht des Schieferleithe Erbstollns ein Tagesbruch mit
etwa 7,5 m Durchmesser und 30 m Tiefe. Eine Wasserspiegello-
tung im Tagesbruch ergab einen Wasserstand von über vier Me-
ter über Stollensohle. Daraus schloss die Behörde, dass der ver-
brochene Stollen bis auf Sickerwässer keinen Wasserabtrag mehr
leistet. Bei einem im Jahr 2008 gemessenen täglichen Durchfluss
des Stollen zwischen 400 und 700 m³ war schon bei durch-
schnittlichen Niederschlagsereignissen mit einem enormen An-
stieg des Wassers im Grubenbau zu rechnen. Dieser hätte einen
steigenden hydrostatischen Druck, weitere Masserumlagerun-
gen und mögliche weitere Tagesbrüche zur Folge gehabt. Das
Sächsische Oberbergamt löste deshalb einen Sofortauftrag zur
Wiederherstellung der Wasserabtragsfähigkeit aus.
In Freiberg (Landkreis Mittelsachsen) fiel auf dem Gelände des
gewerblich genutzten Brennstoffinstitutes Halsbrücker Straße
im bebauten und Verkehrsbereich ein Tagesbruch. Die Erkundung
ergab umfangreiche offene Hohlräume über einem Schacht, die
eine erhebliche Bruchausweitung befürchten ließen. Das Säch-
sische Oberbergamt begann im Berichtsjahr mit der Sicherung
und Verwahrung der Hohlräume.
Ebenfalls in Freiberg fiel im Juni 2014 unter einem Gebäude am
Schachtweg ein Tagesbruch. Durch das Ereignis lagen das Fun-
dament und die Grundmauer des Gebäudes frei. Bei einem wei-
teren Abgang der angetroffenen Verfüllsäule des Schachtes war
ein Einsturz des Gebäudes zu besorgen. In unmittelbarer Nähe
befinden sich der relativ stark befahrene Schachtweg und ein
gerade saniertes Wohnhaus. Zur Dimensionierung und Verwah-
rung des Schachtes lagen keine Unterlagen vor. Das vom Säch-
sischen Oberbergamt beauftragte Bergsicherungsunternehmen
beräumte im Berichtsjahr den Schacht und bereitete den Einbau
eines Betonriegels zur dauerhaften Herstellung der Standsicher-
heit vor. Die Arbeiten dauerten Ende 2014 noch an.
In Lauter (Erzgebirgskreis) fiel im Mündungsbereich der An-
tonsthaler Straße in die Goethestraße ein Tagesbruch über dem
Breitenhöfer Stolln. Das Bruchgeschehen fand in etwa fünf Me-
tern Entfernung zu einem Wohnhaus statt. Wegen der Eigenart
war von einer wahrscheinlichen Ausweitung des Bruchbereiches
in den öffentlichen Verkehrsraum, zur Wohnbebauung und in
Richtung eines naheliegenden Schulgebäudes auszugehen. Das
Sächsische Oberbergamt löste umgehend einen Sofortauftrag
zur Sicherung und Erkundung des Tagesbruches aus.
In Eibenstock, Ortsteil Wildenthal (Erzgebirgskreis) ereignete sich
beim Bau eines straßenbegleitenden Radweges zur S 272 nach
einem Starkniederschlagsereignis ein Tagesbruch. Aufgrund der
bergbaulichen und baugrundseitigen Verhältnisse schätzte das
Sächsische Oberbergamt eine erhebliche Bruchgefahr für die
Staatsstraße ein. Es musste deshalb die Vollsperrung der Straße
veranlassen. Die Erkundungs- und Sicherungsarbeiten führte
Aufwältigung des Hoffnungsschachtes über dem König-David-Hilfsstolln in
Scharfenberg in einem zwischenzeitlich entkernten Wohnhaus

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image
Altbergbau | 33
das beauftragte Unternehmen nach Anforderung zweischichtig
aus. Der Straßenverkehr konnte so nach fünf Wochen Bauzeit
wieder freigegeben werden.
Die starke Einschränkung der Wasserabtragsfähigkeit im König-
David-Hilfsstolln in Klipphausen, Ortsteil Scharfenberg (Landkreis
Meißen) hatte in der Vergangenheit immer wieder zu Schäden
wegen unkontrollierter Wasseraustritte an die Tagesoberfläche
geführt. Der Stollen befindet sich unter einem besiedelten Gebiet,
so dass Schäden eine Gefährdung für Personen und Sachgüter
folgt. Das Sächsische Oberbergamt beauftragte die Ertüchtigung
des Stollens. Bis zum Jahresende erreichte das beauftragte Unter-
nehmen die Beräumung von Massen und die Sicherung auf einem
Stollenabschnitt von 640 m. Für die Arbeiten ließ die Behörde aus
wirtschaftlichen Gründen einen zweiten Betriebspunkt über dem
Hoffnungsschacht anlegen, der sich direkt unter einem Wohnhaus
befindet. Gegenstand der im Jahr 2015 fortgesetzten Maßnahme
ist auch die dauerhaft sichere Verwahrung des Schachtes.
Ebenfalls in Klipphausen, Ortsteil Scharfenberg führte eine Boh-
rerkundung wegen im Jahr 2013 festgestellter massiver Gebäu-
deschäden zum Nachweis eines bisher nicht bekannten Schach-
tes. Von diesem ging für die anliegende Wohnbebauung eine
akute Gefahr aus. Das Sächsische Oberbergamt ließ den Schacht
sichern und mit einem oberflächennahen Betonriegel versehen.
Damit konnte es den um den Schacht über Jahrzehnte labilen,
ständig aufgefüllten Senkungsbereich stabilisieren.
Planmäßige Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen
Neben der akuten Gefahrenabwehr verfolgt der Freistaat Sach-
sen das Ziel planmäßiger Sicherungs- und Sanierungsmaßnah-
men. Diese sind auf die Wiedernutzbarmachung bergbaulicher
Flächen zugunsten der gewerblichen Wirtschaft und den dauer-
haften Erhalt bergbaulicher Entwässerungseinrichtungen ge-
richtet. In der Förderperiode des Europäischen Fonds für regio-
nale Entwicklung (EFRE) für den Zeitraum 2007 bis 2013 standen
dafür seit Bestätigung der Europäischen Kommission zur Ände-
rung des Operationellen Programms für den Freistaat Sachsen
im Jahr 2011 zwei Vorhaben zur Verfügung. Das Sächsische
Oberbergamt ist für beide Vorhaben staatlicher Projektträger.
Mit Beginn der Auslaufzeit der Förderperiode zum 31. Dezember
2015 standen im Berichtsjahr die weitere Umsetzung und der
Abschluss von Projekten an.
EFRE-Vorhaben 3.7 – Nachträgliche
Wiedernutzbarmachung in Bergbauregionen
Das EFRE-Vorhaben 3.7 »Vorhaben für die gewerbliche Wirtschaft
zur nachträglichen Wiedernutzbarmachung in ehemaligen Berg-
bauregionen« hat vor allem die Sanierung von Bergbauhinterlas-
senschaften des ehemaligen Steinkohlenbergbaus in den Revieren
Lugau-Oelsnitz, Zwickau und Freital zum Ziel. Die Maßnahmen
dienen der Beseitigung von Bergbauhinterlassenschaften, die we-
sentliche standortbezogene Entwicklungshemmnisse für die ge-
Sicherung Schachtkopf Albert-Funk-Schacht 1 vor der Verwahrung
Stahlausbau im Grubengebäude Breitenbrunn

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34 | Altbergbau
Sanierung der Paul-Berndt Halde – ein Beitrag
zum ökologischen Großprojekt »Revitalisierung des
Saugrundes in Freital«
In Freital (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) be-
gann im Bereich Saugrund des Döhlener Beckens mit dem
Steinkohlenbergbau in den 1870iger-Jahren die Aufhaldung
von Schachtmassen. Der Wismut-Bergbau nutzte diesen Be-
reich zum Anlegen großer Industrieller Absetzanlagen, die
Stadt Freital u. a. als Hausmülldeponie. Seit den 1990er-
Jahren arbeiten die ansässige BGH Edelstahlwerke GmbH, die
Wismut GmbH, die Stadt Freital und staatliche Behörden an
der Beseitigung wesentlicher Beeinträchtigungen und Nut-
zungseinschränkungen. Aus dem gesamten Sanierungsbe-
reich verursachte der Grundwasserabstrom für einen Sulfat-
austrag, der erhebliche Schäden am Gebäudebestand der als
große Kapitalgesellschaft eingeordneten BGH Edelstahl-
werke GmbH verursachte. Der nicht sanierte Haldenkegel
verhinderte des Weiteren die Einrichtung der Schlackenauf-
bereitung an dem dafür geeigneten Standort.
Die über das EFRE-Vorhaben beim Sächsischen Oberbergamt
finanzierten Sanierungsarbeiten an der Kettenberghalde (Ab-
schluss im Jahr 2013) und an der Paul-Berndt-Halde sind
wesentliche Bestandteile der Revitalisierung des Saugrun-
des. Die das Stadtbild prägenden Maßnahmen tragen we-
sentlich zur Minderung der schädlichen Einflüsse aus dem
Grundwasserabstrom bei. Weiterhin sind die BGH Edelstahl-
werke in die Lage versetzt, die Betriebsfläche zur Schlacken-
Paul-Berndt-Halde während der Sanierung; Bild von sanierter Halde, siehe S. 30
werbliche Wirtschaft darstellen. Maßnahmen sind die nachträgli-
che Wiedernutzbarmachung der durch Bergbau beeinträchtigten
Oberfläche (Halden und andere Betriebsflächen) und die Sicherung
von unterirdischen Hohlräumen in baulich genutzten Gebieten.
Sachentscheidungsebene zur Genehmigung der Projektanträge
war ein für den Zweck eingerichteter Sanierungsbeirat unter
Leitung des SMWA. Weitere stimmberechtigte Mitglieder waren
das SMI und das Sächsische Oberbergamt, beratenden Status
hatten das LfULG und der Regionale Planungsverband Chemnitz.
Im Berichtsjahr genehmigte der Beirat verschiedene Änderungs-
anträge zu einzelnen Projekten. Den Handlungsbedarf und die
Prioritäten für die Sanierung in den drei Steinkohlenrevieren
hatte das Sächsische Oberbergamt im Jahre 2012 über Stand-
ortsanierungskonzepte ermitteln lassen.
Für Maßnahmen in diesem Vorhaben setzte das Sächsische
Oberbergamt im Berichtsjahr Mittel in Höhe von 6.130.000
und damit den größten Jahresbetrag für das Vorhaben mit einem
Gesamtvolumen in Höhe von 12.666.700
ein.
aufbereitung an der Schnittstelle zur Hüttengrundhalde zu
erschließen, ohne dass vom Haldenkegel der Paul-Berndt-
Halde Gefahren ausgehen. Die Maßnahme trägt dazu bei,
dass die bereits ausgeführten Sanierungsmaßnahmen der
BGH Edelstahlwerke GmbH und zum Verwaltungsabkommen
Wismut Altstandorte die volle Wirkung entfalten können.
Der Wirtschaftsstandort wird spürbar gestärkt.

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Altbergbau | 35
Am ehemaligen Kohleverladungsbahnhof Oelsnitz/E. (Erzgebirgs-
kreis) beteiligte sich das Sächsische Oberbergamt mit zehn Pro-
jekten an der Sanierung von Flächen für die Landesgartenschau
2015. Die Maßnahmen hatten im Wesentlichen den Rückbau
alter Gleisanlagen, den Bodenaustausch, die fachgerechte Ent-
sorgung des schadstoffbelasteten Bodens und die Vorbereitung
der Folgenutzung zum Gegenstand. Nach der Landesgartenschau
beabsichtigen drei Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft
auf dem Gelände eine Niederlassung einzurichten.
An weiteren gewerblich genutzten Standorten, im Gewerbege-
biet »Albert-Funk-Schacht« Oelsnitz/E. und am »Merkurschacht«
in Gersdorf setzten die vom Sächsischen Oberbergamt beauf-
tragten Unternehmen die Sanierungsarbeiten fort. Wesentliche
Bestandteile der Maßnahmen an beiden Standorten sind die
Verwahrung der Schächte, der Abriss von Schachtgebäuden
und die Herstellung von Betriebsflächen für die weitere Ent-
wicklung.
EFRE-Vorhaben 5.6 – Bergbauliche
Entwässerungssysteme
Das EFRE-Vorhaben 5.6 »Vorhaben zur Sicherung und zum Aus-
bau von bergbaulichen Entwässerungssystemen« hat Maßnah-
men der Grubenentwässerung im alten Erzbergbau mit Verrin-
gerung der Nachteile gegenüber vom Altbergbau unbelasteten
Regionen zum Ziel. Die Projekte im Vorhaben dienen hauptsäch-
lich der Herstellung der dauerhaft wirksamen Funktionsfähigkeit
von Wasserlösestollen in größeren Bergbaurevieren. Diese liegen
vor allem im Erzgebirge und Erzgebirgsvorland um Freiberg. Der
dauerhafte Erhalt der bergbaulichen Entwässerungseinrichtun-
gen ist eine wesentliche Voraussetzung für stabile hydrauliche
und geotechnische Verhältnisse in den eingestellten Gruben und
an der Tagesoberfläche. Er dient damit dem Schutz der Infra-
struktur in den Bergbauregionen und mindert in erheblichem
Umfang Schäden an Verkehrswegen, der Bebauung und Medien-
trägern. Die im Sächsischen Oberbergamt vorbereiteten Projekte
genehmigt dessen Leiter, der Oberberghauptmann, als Sachent-
scheidungsebene. Die Priorität einzelner Maßnahmen bewertete
das Sächsische Oberbergamt zuvor über so genannte Stollen-
konzepte.
Für Maßnahmen zum Vorhaben setzte das Sächsische Oberberg-
amt im Berichtsjahr Mittel in Höhe von 6.237.700
ein.
Im Berichtsjahr arbeiteten Bergsicherungsunternehmen und
bauüberwachende Ingenieurbüros an der Umsetzung von fünf
Maßnahmen. Zum Abschluss kamen die Projekte zur Wiederher-
stellung der Wasserabtragsfähigkeit des Aaron Stolln im Zusam-
menhang mit der Sanierung im Bereich Elias Stolln in Johann-
georgenstadt (Erzgebirgskreis), zur Entwässerung des Bergbau-
reviers Breitenbrunn, Ortsteil Steinheidel durch die Sanierung
des Rother und Weißer Löwe Stolln (Erzgebirgskreis) und die
Wiederherstellung der Wasserabtragsfähigkeit – komplexe Sa-
nierung des Entwässerungsstollen »Walfisch Stolln«, 2. Bauab-
schnitt »Wildsberg«, 2. Teil, Marienberg, Ortsteil Pobershau (Erz-
gebirgskreis). Zu zwei Entwässerungssystemen, einer weiteren
Sanierungsetappe am Weißtaubner Stolln im Marienberger
Bergbaurevier und im Grubengebäude der Fundgrube Fortuna,
Segen Gottes, Kaltwasser sowie der tiefen Stolln in der Ortslage
Breitenbrunn (beide Erzgebirgskreis) setzten die vom Sächsi-
schen Oberbergamt beauftragten Unternehmen die Sanierungs-
arbeiten fort. Zu zwei weiteren Wasserlösestollen setzte das
Sächsische Oberbergamt Planungsprojekte um. Diese betrafen
den Blei- und Silberzecher Stolln (Thum/Erzgebirgskreis) und die
Seiffener Pingen (Seiffen/Erzgebirgskreis).
EFRE-Vorhaben – Prävention von Risiken
des Altbergbaus
Die Europäische Kommission bestätigte am 17. November 2014
das Operationelle Programm des Freistaates Sachsen (OP) im
Rahmen des Ziels »Investitionen in Wachstum und Beschäfti-
gung«. Gegenstand des OP ist u. a. das Vorhaben »Prävention von
Risiken des Altbergbaus«. In die Risikobewertung von unterirdi-
schen Hohlräumen und Bergbauanlagen über Tage gehen Folgen
des Klimawandels, insbesondere das vermehrte Auftreten von
Starkniederschlägen ein. Das Sächsische Oberbergamt setzt das
Vorhaben als staatlicher Projektträger in der Förderperiode 2014
bis 2020 um.
Die Maßnahmen im Vorhaben sollen der Beseitigung risikobe-
hafteter und entwicklungshemmender Hinterlassenschaften aus
dem Altbergbau ohne Rechtsnachfolger dienen. Maßnahmen
sind dazu über und unter Tage die Sicherung, die Verwahrung,
der endgültige Rückbau oder die Herstellung der langfristigen
Funktionalität von Bergbauanlagen. Die Sanierungsleistungen
sollen so umfassend sein, dass die negativen Auswirkungen im
Aaron Stolln in Johanngeorgenstadt – Mundlochbereich nach Abschluss der Sanierung

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36 | Altbergbau
Rohreinbau während der Bohrung zur tiefen Grundwassermessstelle Gersdorf.
ergeben sich aus der durch viele und lange Bergbauperioden
eingetretenen Beeinträchtigung des Gewässerhaushaltes. Nega-
tive Auswirkungen bestehen durch großflächige und langfristige
Veränderungen von Wassermenge und -beschaffenheit sowohl
bei Grund- und Sickerwasser als auch bei Oberflächen- und Gru-
benwasser. Die sich abzeichnenden Herausforderungen, insbe-
sondere wegen des Grubenwasseranstieges sind mit ausschließ-
lich lokalen Ansätzen nicht zu lösen. In den Gebieten steht die
Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie deshalb
vor besonderen Herausforderungen.
Zentrales Maßnahme für das Sächsische Oberbergamt war die
Errichtung einer Tiefen Grundwassermessstelle in Gersdorf.
Diese dient künftig der mittel- und langfristigen Beobachtung
des Grubenwasseranstieges, um genaue Prognosen und not-
wendige Maßnahmen für den Übertritt des Grubenwassers in
die Oberflächengewässer ableiten zu können. Die Messstelle
ergänzt damit die bereits früher eingerichtete Messstelle in
Oelsnitz/E. Die beiden Messstellen befinden sich in unterschied-
lichen Bereichen des Grubenreviers, bei denen das Sächsische
Oberbergamt wegen der bergbaulichen und geologischen Ver-
hältnisse unterschiedliche Auswirkungen des Grubenwasseran-
stiegs vermutet.
Das beauftragte Bohrunternehmen schloss die Bohrung mit ei-
ner Tiefe von 674 m im Zeitraum November 2013 bis Februar
2014 auf. Der Bohrung schlossen sich geplante Pumpversuche
und der Ausbau der Bohrung zur Grubenwassermess stelle an.
Das Sächsische Oberbergamt rechnet mit einem notwendigen
Betrieb der Messstelle bis etwa zum Jahr 2030.
Projekt ArchaeoMontan
In dem Projekt arbeiteten das Landesamt für Archäologie (Lead-
Partner), der Tschechische Geologische Dienst, das Institut für
archäologische Denkmalpflege, das Museum Karlovy Vary und das
Sächsische Oberbergamt zusammen. Die Projektpartner erkunde-
ten, erfassten und erforschten Altbergbaurelikte ausgewählter
Untersuchungsregionen im Erzgebirgsraum. Archäologen, Gra-
bungstechniker, Bergingenieure, Historiker, Vermessungsingeni-
eure, Geologen, Mineralogen, Restauratoren und Museologen
richteten dazu wissenschaftliche und ingenieurtechnische Arbei-
ten aus. Das Projekt begann am 31. Januar 2012 und endete im
November 2014.
Im Berichtsjahr überprüfte das Sächsische Oberbergamt die von
Auftragnehmern überarbeiteten Bergschadenkundliche Analy-
sen (BSA) Frauenstein-Reichenau, Schmiedeberg-Niederpöbel-
Sadisdorf und Dippoldiswalde und forderte dazu Nacharbeiten
an. Die BSA dienen einerseits der weiteren Aufhellung der säch-
sischen Bergbaugeschichte, sind andererseits aber auch wesent-
lichen Grundlage zur Bewertung von Gefahren aus dem Altberg-
bau und der Festlegung notwendiger Sicherungsarbeiten. Die
vorhandenen BSA, zumeist aus den 1970er-Jahren, genügten
nicht mehr den aktuellen Anforderungen, da diese lageungenau
sind und die analogen Daten nicht in die digital gestützten Sys-
teme des Landesamtes für Archäologie und des Sächsischen
Oberbergamtes überführbar sind.
Einwirkungsbereich des Altbergbaus nicht mehr zu erwarten
sind. Die Maßnahmen verbessern damit die Standortqualität und
leisten einen Beitrag für nachhaltiges Wirtschaftswachstum und
die regionale Entwicklung.
Zusammenarbeit mit der
Tschechischen Republik — Ziel 3
Die grenznahen Gebiete im Freistaat Sachsen und der Tschechien
Republik sind seit Jahrhunderten von einer ähnlichen Bergbau-
entwicklung geprägt. Nachbergbaulich ergeben sich deshalb
zum Teil gleiche oder ähnliche Aufgaben. Das Sächsische Ober-
bergamt war Projektpartner in zwei grenzübergreifenden Pro-
jekten, die im Jahr 2014 zum Abschluss kamen. Für die Zukunft
plant die Behörde die Beteiligung an weiteren grenzübergreifen-
den Projekten mit tschechischen und polnischen Partnern, bei
denen durch gemeinsam erarbeitete Problemlösungen ein Nut-
zen für die Bergverwaltung im Freistaat entsteht.
Projekt VODAMIN
In dem Projekt arbeiteten die Regionalverwaltung des tschechi-
schen Bezirkes Usti nad Labem (Lead-Partner), das LfULG, die
Stadt Oelsnitz/E. und das Sächsische Oberbergamt zusammen.
Die Partner verfolgen das Ziel konkreter grenzüberschreitender
Arbeitsschritte zur Bewältigung wachsender Herausforderungen
in den ehemaligen Bergbaugebieten. Die Herausforderungen

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Altbergbau | 37
Besucherbergwerke und sonstige zur Besichtigung freigegebene Objekte (Stand Dezember 2014)
Besucherbergwerk
Bergkeller, Gangsysteme
nichtbergbaulichen
Ursprungs
u.
ä.
Besucherhöhle
s
sonstiger UIH
Besucherbergwerke und sonstige zur Besichtigung
freigegebene untertägige Objekte
In Sachsen bestanden zum Ende des Berichtsjahres 52 Besucher-
bergwerke, acht unterirdische Hohlräume mit begehbaren Gang-
systemen, eine Besucherhöhle und acht von Interessengemein-
schaften oder Vereinen betreute Objekte des historischen
Bergbaus. Im Berichtsjahr stellten zwei Besucherbergwerke den
Betrieb ein.
Die Besucherbergwerke im Freistaat Sachsen, insbesondere in
und um die traditionsreichen historischen Bergstädte des Erz-
gebirges, waren auch im Jahr 2014 wichtige touristische Anzie-
hungspunkte. Zusammen zählten sie 266.000 Besucher.
Die Betreiber waren in vielen bergbaulichen Objekten damit be-
schäftigt, die Attraktivität der Anlagen durch Erhaltungs- und
Ausbaumaßnahmen weiter zu steigern. Dafür setzen sich in den
Besucherbergwerken und den anderen zur Besichtigung freige-
gebenen Objekten 75 Mitarbeiter in Voll- oder Teilzeitbeschäfti-
gung ein. Wesentlich für die Präsentation der zahlreichen Sach-
zeugen des Bergbaus ist die Arbeit der vielen ehrenamtlichen
Helfer, die im Berichtsjahr etwa 34.000 Arbeitsstunden leisteten.
Eine Übersicht zur regionalen Verteilung der Besucherbergwerke,
Besucherhöhlen und sonstigen zur Besichtigung freigegebenen
unterirdischen Hohlräume gibt die folgende Karte. Detaillierte
Kontaktinformationen zu den Anlagen stehen im Internet unter
www.bergbau.sachsen.de/8173.html
bereit.

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38 | Bergverwaltung und amtliche Rohstoffgeologie
Bergverwaltung und
amtliche Rohstoffgeologie
Betriebsaufsicht durch Befliegung/Metabasalttagebau Bösenbrunn

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Bergverwaltung und amtliche Rohstoffgeologie | 39
Bergverwaltung und amtliche Rohstoffgeologie
Das Bundesberggesetz enthält zum Aufbau der Berg- und Geolo-
giebehörden keine Bestimmungen. Die Länder regeln die Einrich-
tung der Behörden im Rahmen des § 142 BBergG in eigener Ver-
antwortung. Im Freistaat Sachsen sind Bergverwaltung und
amtliche Rohstoffgeologie zwei verschiedenen Ressorts zugeord-
net, die Bergverwaltung dem SMWA, die Rohstoffgeologie dem
SMUL. Abweichend von dieser Organisation nimmt das SMWA
innerhalb der Staatsregierung die Fachaufsicht auch für die Roh-
stoffgeologie wahr.
Der Bund-Länder-Ausschuss Bergbau (LAB)
Das Gremium ist ein durch die Wirtschaftsministerkonferenz
ständig berufener Ausschuss. In ihm kommen die für den Berg-
bau zuständigen obersten Behörden des Bundes und der Länder
zusammen, um Fragen ihres Aufgabenkreises zu erörtern, Lö-
sungen auszuarbeiten und Empfehlungen auszusprechen. Hierzu
gehören insbesondere:
n
die gegenseitige Information und Abstimmung von Maß-
nahmen, die ein einheitliches Verwaltungshandeln von
Bund und Ländern erfordern, eingeschlossen Angelegen-
heiten der Europäischen Union,
n
die Gewährleistung eines einheitlichen Vollzugs des
Bundesberggesetzes,
n
die gegenseitige Information und Abstimmung von
Maßnahmen des untergesetzlichen Landesrechts auf der
Grundlage des Bundesberggesetzes,
n
die gegenseitige Information und Erarbeitung von Lösungs-
vorschlägen hinsichtlich des Vollzugs des Bergrechts und
n
die Beratung fachlicher Fragen und Ausarbeitung von
Empfehlungen.
Aufgaben und Aufbau
Der Freistaat Sachsen hat eine zweistufige Bergverwaltung. Das
SMWA ist oberste Bergbehörde, das Sächsische Oberbergamt
obere Bergbehörde. Das Sächsische Oberbergamt hat seinen Sitz
in Freiberg.
Das Sächsische Oberbergamt übt im Freistaat Sachsen als Fach-
und Vollzugsbehörde die staatliche Aufsicht über den Bergbau
aus. Das gilt gleichermaßen für den aktiven Bergbau über und
unter Tage als auch für den Sanierungsbergbau. Die Zuständig-
keit umfasst die Zulassung bergbaulicher Vorhaben, die Finan-
zierung des Sanierungsbergbaus, die Überwachung der betrieb-
lichen Sicherheit, des Arbeits- und Gesundheits- sowie des
Umweltschutzes und die Rohstoffsicherung.
Die bergrechtlichen Zulassungsverfahren umfassen auch Ent-
scheidungen nach anderen Rechtsbereichen. Das Sächsische
Oberbergamt hat deshalb Sonderzuständigkeiten im Wasser-,
Immissionsschutz-, Abfall- und Arbeitsschutzrecht. Die polizei-
rechtliche Sonderzuständigkeit für die Abwehr von Gefahren aus
dem Altbergbau einschließlich Halden und Restlöcher und an-
deren unterirdischen Hohlräumen liegt ebenfalls beim Sächsi-
schen Oberbergamt.
Das Sächsische Oberbergamt gliedert sich in drei Abteilungen.
Die Abteilung 1 ist für die Zentralen Dienste, Recht und Cont-
rolling zuständig. Die Abteilung 2 nimmt die Aufgaben zum
Braunkohlenbergbau und Steine-Erden-Bergbau wahr. Die Ab-
teilung 3 ist für den Untertagebergbau, das Markscheidewesen
und den Altbergbau zuständig.
Am 31. Dezember 2014 hatte die Bergbehörde 80 Beschäftigte.
Die Bediensteten waren folgenden Laufbahngruppen zugeordnet:
Besetzung Sächsisches Oberbergamt
zum 31. Dezember 2014
Technische Beamte/Angestellte
Laufbahngruppe 2, Einstiegsebene 2
15
Nichttechnische Beamte/Angestellte
Laufbahngruppe 2, Einstiegsebene 2
4
Technische Beamte/Angestellte
Laufbahngruppe 2, Einstiegsebene 1 und
Laufbahngruppe 1, Einstiegsebene 2
25
Nichttechnische Beamte/Angestellte
Laufbahngruppe 2, Einstiegsebene 1 und
Laufbahngruppe 1, Einstiegsebene 2
25
Beamte im Vorbereitungsdienst für den
technischen Dienst zur Laufbahngruppe 2, Einstiegsebene 2
3
Projektbezogene Mitarbeiter
8
Insgesamt
80
Das LfULG nimmt mit seiner Abteilung Geologie die Aufgaben
des Staatlichen Geologischen Dienstes im Freistaat Sachsen
wahr. Darin vertritt das Referat Rohstoffgeologie mit derzeit elf
Mitarbeitern die rohstoffgeologischen Interessen des Freistaates
Sachsen. Wesentliche Aufgaben sind die rohstoffgeologische
Landesaufnahme (Vorerkundung, Erfassung und Bewertung von
Rohstoffvorkommen, Höffigkeitseinschätzung), die Aufberei-
tung und Veröffentlichung ausgewählter Daten (z. B. Rohstoff-
geologische Karten), Stellungnahmen, Beratung und Informa-

image
40 | Bergverwaltung und amtliche Rohstoffgeologie
Neue Impulse für Bergbau-Zusammenarbeit
zwischen Sachsen und Mosambik
Das Sächsische Oberbergamt ist unmittelbar und über Netz-
werke an verschiedenen Aufgaben zur Umsetzung der Säch-
sischen Rohstoffstrategie beteiligt. Dabei unterstützt es
auch das Ziel, langjährige internationale Kontakte zu roh-
stoffreichen Ländern auszubauen, um das sächsische roh-
stoffwirtschaftliche Know-how international besser als bis-
her zu vermarkten.
Die Zusammenarbeit zwischen Sachsen und Mosambik ist
eine Initiative der sächsischen Rohstoffstrategie, die das An-
liegen zum Ausbau internationaler Kontakte im Bergbau auf-
greift. Sie gründet sich auf die intensiven Kontakte der DDR
und Mosambiks bis zur Wiedervereinigung, durch die gerade
im Bergbau bis heute enge Verbindungen bestehen.
Eine Expertengruppe des GKZ war unter Leitung des sächsi-
schen Oberberghauptmannes vom 26. April bis 4. Mai 2014
zur Unterstützung der Bergaufsicht in Mosambik tätig. Das
rohstoffreiche Land erlebt eine rasante Entwicklung des Berg-
baus. Hier hat der Bergbau das Potenzial, eine positive wirt-
schaftliche Entwicklung des Landes zu unterstützen. Mosam-
bik steht daher vor der wichtigen Aufgabe, eine effektive
Bergaufsicht aufzubauen. Herausforderungen für die mosam-
bikanische Bergverwaltung liegen insbesondere im Umgang
mit illegalem Kleinbergbau und mit großen internationalen
Bergbaukonzernen sowie in der Entwicklung der neu gefun-
denen Erdöl- und Erdgaslagerstätten. Dabei stehen Fragen
Beratungsgespräch Bergaufsicht in Tete/Mosambik, linke Seite, v. l.: Dieter Hesse
(GKZ Freiberg e.V.), Prof. Dr. Bernhard Cramer (Sächsisches Oberbergamt), Peter
Wolf (GIZ), Obete Matine (Generalinspektor Bergbau im Ministerium für Minerali-
sche Rohstoffe MIREM, rechte Seite: Bergbauinspektoren aus der Provinz Tete
des Umweltschutzes, des Arbeits- und Gesundheitsschutzes
ebenso im Vordergrund wie die Sicherstellung der Abgaben
aus dem Bergbau.
Konkret wurde durch die Experten des GKZ eine Strukturie-
rung der Bergbehörde vorgenommen sowie Stellen- und
Ausbildungspläne erarbeitet. Dazu führte die Expertengruppe
mit den Bergbauinspektionen der Provinzen Tete und Nam-
pula auch Gespräche vor Ort. In diesen Provinzen entwickelt
sich der Bergbau auf Kohle, Erz, Erdöl und Erdgas besonders
rasant. Ein Workshop in Maputo mit den Bergbauinspektio-
nen aus allen Provinzen Mosambiks sowie Vertretern der
Generalinspektion Bergbau und Mitarbeitern des Erdölinsti-
tuts Mosambiks vertiefte die Vor-Ort-Analyse. In weiterer
Umsetzung der Arbeiten entsandte Mosambik zehn Studen-
ten zur Ausbildung an die TU Bergakademie Freiberg. Säch-
sische Institutionen und Unternehmen planen weitere Aus-
bildungsmaßnahmen.
Die Expertenreise folgte einem Besuch der mosambikani-
schen Bergbauministerin Esperanca Bias im Freistaat Sach-
sen und weiteren Besuchen mosambikanischer Offizieller. So
besuchte eine hochrangige Delegation des Bergbauministe-
riums unter Leitung des Generalinspektors Bergbau Obete
Matine Freiberg für ein Arbeitstreffen. Die intensiven Ge-
spräche waren Teil des von der Deutschen Gesellschaft für
Internationale Zusammenarbeit GmbH (GIZ) unterstützten
Projektes zur Weiterentwicklung der Staatlichen Bergauf-
sicht Mosambiks.

Bergverwaltung und amtliche Rohstoffgeologie | 41
tion für die Politik, Behörden, Hochschulen und die Wirtschaft
sowie die rohstoffgeologische Information der Öffentlichkeit.
Ein Schwerpunkt der rohstoffgeologischen Arbeit des Referates
Rohstoffgeologie ist die Erweiterung, Optimierung und Befül-
lung des Fachinformationssystems (FIS) Rohstoffe, das zugleich
eine wesentliche Arbeitsgrundlage ist. Im Berichtszeitraum er-
folgten weitere Erfassungen von Qualitätsparametern sowohl
der Braunkohle als auch der Steine und Erden. Dabei aktualisiert
das Referat fortlaufend die Karte der oberflächennahen minera-
lischen Rohstoffe im Maßstab 1:50.000 (KOR50). Das in das FIS
Rohstoffe integrierte Modul zur Erfassung von Erzen und Spaten
führt aktuell über 140 Erz-und Spatvorkommen. Die Steine- Er-
den- und Braunkohlenvorkommen können, basierend auf einem
speziell dafür entwickelten Modul im Fachinformationssystem
Rohstoffe, komplexen Rohstoffbewertungen unterzogen werden.
Ein wesentliches Produkt hieraus ist z. B. die Karte der Siche-
rungswürdigkeit für Steine-Erden-Rohstoffe, wie sie im Landes-
entwicklungsplan enthalten ist. Ebenso werden hiermit Karten-
grundlagen, die in der Regionalplanung als Basis für die Karten
zur Ausweisung von Vorrang- und Vorbehaltsgebieten für ober-
flächennahe Rohstoffe dienen, erzeugt.
Das LfULG stellte 2014 sowohl für unternehmerische Erkun-
dungsarbeiten im Bereich Erze und Spate als auch für wissen-
schaftliche Zwecke im Rahmen der Rohstoffforschung umfang-
reiche Daten aus seinen Archiven sowie Expertenwissen von
Mitarbeitern der Abteilung Geologie zur Verfügung.
Bergaufsicht
Der Bergbau unterliegt, durch Gesetz geregelt, der Aufsicht durch
die zuständige Behörde (§ 69 Abs. 1 BBergG).
Am 31. Dezember 2014 standen insgesamt 458 (2013: 469) berg-
bauliche Betriebe und Anlagen im aktiven Bergbau und im Sanie-
rungsbergbau mit insgesamt 3.778 (2013: 3.867) direkt Beschäf-
tigten (ohne Sanierungsbetriebe) unter Aufsicht des Sächsischen
Oberbergamtes. Die unter Bergaufsicht stehenden Betriebe för-
derten Braunkohle und Erdwärme sowie alle im regionalen
Markt benötigten Steine- und Erdenrohstoffe, überwiegend im
Tagebau.
In den Steine-Erden-Betrieben unterliegen teilweise auch Wei-
terverarbeitungsanlagen der Aufsicht der Bergbehörde, weil sie
in unmittelbarem betrieblichen Zusammenhang mit den Gewin-
nungsbetrieben stehen und die Aufbereitung den Schwerpunkt
der Tätigkeit darstellt. Zu den Weiterverarbeitungsanlagen zäh-
len insbesondere Transportbetonwerke, Werksteinweiterverar-
beitungsanlagen und Asphaltmischanlagen. Weiterhin nutzen
einige Betriebe die Aufbereitungsanlagen auch zum Recycling
von Bauschutt.
Die Betriebsaufsicht als Kontrolltätigkeit vor Ort ist wesentlicher
Bestandteil der Bergaufsicht. Das Sächsische Oberbergamt nahm
die Aufsicht im Berichtsjahr mit 437 Kontrollbefahrungen bei
Steine-Erden-Betrieben, 138 Kontrollbefahrungen bei Braun-
kohlengewinnungs- und Sanierungsbetrieben und 119 Befah-
rungen im Untertagebergbau, den Besucherbergwerken sowie
Gewinnungsbetriebe unter Bergaufsicht (Stand: 31. Dezember 2014)
Bodenschatz
gesamt
mit
Förderung
ohne
Förderung
Sanierung/
Wiedernutz-
barmachung
Aufsuchung
Steinkohle
1
1
Braunkohle
59
4
55
Minerale / Gesteine zur Gewinnung chemischer Elemente
23
22
1
Thermalsole
2
2
Steine-Erden-Rohstoffe
Festgesteine
128
70
40
18
Kiese, Kiessande
143
101
36
6
Kaolin
27
11
8
8
Spezialtone
24
8
3
13
Lehm- und Ton
20
12
8
Kalk, Dolomit, Marmor
6
3
2
1
Quarz- und Formsande
7
4
3
Fluss- und Schwerspat
4
1
3
Uran
4
2
2
Erdwärme
10
10
Insgesamt
458
222
103
132
1

image
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42 | Bergverwaltung und amtliche Rohstoffgeologie
Gewinnungsbetriebe unter Bergaufsicht (Stand Dezember 2014)
Festgesteine
Kiese, Kiessand
Kalkstein, Dolomit
Kaolin
Ton, Lehm
Braunkohle
Quarzsand
Erdwärme
Flussspat/Schwerspat
Haldenrückgewinnung
im Zusammenhang mit der Sanierung der Anlagen des ehema-
ligen Uranerz-, Zinnerz- und Spatbergbaus wahr.
Nach dem Gesetz zur Vereinheitlichung der Rechtsverhältnisse
bei Bodenschätzen vom 15. April 1996 arbeiten eine Reihe von
Steine-Erden-Betrieben, die nicht unter die Bestandsschutzre-
gelungen dieses Gesetzes fallen, auf Grundlage von Genehmi-
gungen nach Bundesimmissionsschutz-, Wasser- oder Baurecht.
Diese Betriebe gewinnen überwiegend Kiessande und Sande, des
Weiteren auch Festgesteine sowie Ton.
Das Referat Rohstoffgeologie im LfULG erfasst und bewertet die
Lagerstättendaten sowohl zu den unter Bergaufsicht als auch
zu den nicht unter Bergaufsicht stehenden Gewinnungsbetrie-
ben. Dazu befährt es die Lagerstätten, um die sich mit dem Ab-
baufortschritt ändernden Erkenntnisse zum Rohstoff und zur
Lagerstättengeologie zu dokumentieren und im Fachinformati-
onssystem Rohstoffe zu aktualisieren.
Bei den Sanierungsbetrieben stehen noch zahlreiche Anlagen
der nicht privatisierungsfähigen Betriebe des Braunkohlenberg-
baus der ehemaligen DDR, Betriebe des ehemaligen Wismut-
bergbaus und Betriebe des bis Beginn der 1990er-Jahre beende-
ten Zinnerz-, Spat- und Steinkohlenbergbaus unter Bergaufsicht.
Die Entlassung aus der Bergaufsicht erfolgt nach vollständiger
Erledigung der Sanierungsverpflichtungen.
Arbeits- und Gesundheitsschutz
Die Bergbauunternehmen zeigten dem Sächsischen Oberberg-
amt im Jahr 2014 insgesamt 49 meldepflichtige Unfälle mit ei-
nem Arbeitsausfall von mehr als drei Arbeitstagen an (Vergleich
2013: 55 Unfälle). Dabei kam es nach einem Absturz zu einem
tödlichen Unfall in einem Steine-Erden-Betrieb. Die Unfälle ver-
teilten sich auf Steine-Erden-Betriebe (21), die Braunkohlenbe-
triebe (3), die Gewinnungsbetriebe im Untertagebergbau (6), die
Wismut GmbH (3), die Bergsicherungsunternehmen (7) und
Fremdfirmen (9). Weiter ereigneten sich drei Wegeunfälle.
Neben der regulären Betriebsaufsicht führt das Sächsische Ober-
bergamt regelmäßig Betriebskontrollen durch, die im Wesentli-
chen auf den Arbeits- und Gesundheitsschutz der Beschäftigten
und der Gefahrenabwehr an den Arbeitsplätzen ausgerichtet
sind. Das Kontrollsystem ist insbesondere wegen der hohen Ge-
fahrenneigung in den Bergbaubetrieben notwendig. Die Aufgabe

Bergverwaltung und amtliche Rohstoffgeologie | 43
ist zwei Grubenkontrolleuren übertragen. Diese nahmen im Be-
richtszeitraum in Abstimmung mit den zuständigen Betriebs-
planbearbeitern insgesamt 226 Kontrollen wahr. Die Befah-
rungsergebnisse dokumentierten sie im Sächsischen Bergbauin-
formationssystem (SBIS) des Sächsischen Oberbergamtes. Die
Bergaufsicht und die Kontrollen zum Arbeits- und Gesundheits-
schutz ergänzen sich damit. Die Ergebnisse aus beiden Bereichen
sind für alle verantwortlichen Mitarbeiter nutzbar. Das Sächsi-
sche Oberbergamt forderte die Bergbauunternehmen im not-
wendigen Umfang zur Abstellung der festgestellten Mängel auf.
Das Kontrollsystem leistet einen wesentlichen Beitrag, Anzahl
und Schwere der Arbeitsunfälle weiter zu reduzieren.
Die sächsische Bergverwaltung gewährleistet die Arbeitssicher-
heit der Beschäftigten neben der Bergaufsicht und dem Vor-
schriftenwesen auch durch die Bestellung verantwortlicher
Personen. Als Besonderheit enthält das Bergrecht gesetzliche
Regelungen mit Bezug auf die Leitung und Beaufsichtigung der
Betriebe. Nach dem Bundesberggesetz trägt der Unternehmer
die Verantwortung für die Einhaltung bergrechtlicher Pflichten
zur ordnungsgemäßen Errichtung, Führung und Einstellung des
Betriebes. In der Regel sind durch den Unternehmer zur Erfül-
lung der Aufgaben weitere Personen für die Leitung und Beauf-
sichtigung des Betriebes zu bestellen. Die verantwortlichen Per-
sonen stehen unter hohen Anforderungen. Sie müssen Zuver-
lässigkeit, Fachkunde und körperliche Eignung nachweisen.
Unter Angabe der Stellung im Betrieb sowie der Vorbildung sind
sie der zuständigen Bergbehörde sowohl nach der Bestellung als
auch nach dem Ausscheiden zu benennen.
Daneben hat der Unternehmer nach dem Arbeitssicherheitsge-
setz (ASiG) und der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vor-
sorge zur Unterstützung der Aufgaben zur Verbesserung des
Arbeitsschutzes und der Unfallverhütung im Betrieb einen ar-
beitssicherheitlichen und betriebsärztlichen Dienst einzurichten
oder diese Pflichten auf anderer Weise zu erfüllen. Der betriebs-
ärztliche Dienst ist im Wesentlichen als außerbetrieblicher
Dienst organisiert.
Gewinnungsbetriebe nicht unter Bergaufsicht (Stand Dezember 2014)
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Leipzig
Dresden
Chemnitz
Zwickau
Plauen
Görlitz
Abgebauter
Rohstoff
Quarzporphyr
Granit
Granodiorit
Phyllit
Quarzphyllit/Gneis
Kieselschiefer
Granitgrus
Kiessand
Ton/Lehm
Steine-Erden-
Rohstoffvorkommen
Lehme, Tone,
Kaoline, Bentonite
Sande, Kiessande
und Kiese
Festgesteine
Braunkohlenfelder
Braunkohlentagebaue
(stillgelegt,
saniert,
in Betrieb)
0 15 30 60 km
n
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n
n
n
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44 | Bergverwaltung und amtliche Rohstoffgeologie
Sanierungsbetriebe/-anlagen unter Bergaufsicht – ohne Altbergbau (Stand Dezember 2014)
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SACHSEN-
ANHALT
THÜRINGEN
BAYERN
TSCHECHISCHE
REPUBLIK
REPUBLIK
POLEN
BRANDENBURG
LEIPZIG
DRESDEN
CHEMNITZ
Nordsachsen
Leipzig
Mittelsachsen
Erzgebirgskreis
Zwickau
Vogtlandkreis
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Meißen
Bautzen
Görlitz
A7
2
(i
m
Bau)
FREIBERG
Kraftwerke
Brikettfabriken
Schwelereien
Industrielle Absetzanlagen
und Spülhalden
Braunkohlentagebaue
sonstige Sanierungsanlagen
sonstige Sanierungs- und
Aufbereitungsanlagen
Uranerzbergbau
Spatbergwerke
Zinnbergwerke
Kalkbergwerke
Halden
Sachverständige
Im Berichtsjahr erkannte das Sächsische Oberbergamt vier Sach-
verständige neu an, so dass sich deren Zahl auf 73 erhöhte. Die
anerkannten Sachverständigen verteilen sich auf sechs Fachge-
biete.
Sachverständige im Bergbau (Stand: 31. Dezember 2014)
Fachgebiet
Anzahl
Geotechnik
47
Überwachungsbedürftige Anlagen
1
Elektrische Anlagen in Grubenbauen
10
Schacht- und Schrägförderanlagen
5
Tagebaugroßgeräte
8
Schwimmende Geräte
2
Insgesamt
73
Betriebsplanzulassungen und
andere Genehmigungsverfahren
Das Bundesberggesetz sieht für die Errichtung, Führung und
Einstellung von Aufsuchungsbetrieben, Gewinnungsbetrieben
und Betrieben zur Aufbereitung Betriebspläne vor (§ 51 BBergG).
Die Unternehmen stellen die Betriebspläne auf und reichen diese
bei der Bergbehörde zur Zulassung ein. Das Sächsische Ober-
bergamt lässt die Betriebspläne zu, soweit sie den Anforderun-
gen nach europäischem, bundesdeutschem und sächsischem
Recht entsprechen. Die Unternehmen haben dazu weitreichende
Forderungen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes, einer siche-
ren Betriebsführung und des Umweltschutzes zu erfüllen. Die
Betriebsplanpflicht gilt auch bei Einstellung eines Bergbauvor-
habens im Falle der Rücknahme, des Widerrufs oder der Aufhe-
bung einer Erlaubnis, einer Bewilligung oder eines Bergwerkei-
gentums.
Die Zulassung bergrechtlicher Betriebspläne, deren Fristverlän-
gerung, Ergänzung und Abänderung sowie die Kontrolle der
Einhaltung durch Betriebsbefahrungen sind ein Schwerpunkt
der Tätigkeit des Sächsischen Oberbergamtes. Zu den Arbeiten
n
n
n
n

Bergverwaltung und amtliche Rohstoffgeologie | 45
gehören auch das Feststellen der Beendigung der Bergaufsicht,
Anordnungen und Untersagungen bei nicht rechtskonformer
Betriebsführung (§ 71ff BBergG) und die Befreiung von der Be-
triebsplanpflicht für kleinere Vorhaben (§ 51 Abs. 3 BBergG). Mit
den bergrechtlichen Zulassungen erteilt das Sächsische Ober-
bergamt auch Genehmigungen nach dem Bundesimmissions-
schutzgesetz und dem Wasserhaushaltsgesetz.
Das Referat Rohstoffgeologie im LfULG unterstützt das Sächsi-
sche Oberbergamt bei den Entscheidungen. Planungsunterlagen
mit Wertungen zur Rohstoffgeologie und Lagerstättenbeschaf-
fenheit prüft es auf fachliche Plausibilität, d. h. insbesondere auf
Begründetheit und Nachvollziehbarkeit. Zu einigen Verfahren
regte das Referat Änderungen und Ergänzungen der Planungs-
unterlagen an.
Das Referat Rohstoffgeologie berät im Vorfeld der Erarbeitung
von Planungsunterlagen auf Anfrage planende Ingenieurbüros
und Betriebe zur Rohstoff- und Lagerstättensituation.
Im Rahmen der Betriebsplanverfahren führt das Sächsische
Oberbergamt bergrechtliche Planfeststellungsverfahren nach
§ 52 Abs. 2a BBergG, wenn ein Bergbauvorhaben einer Umwelt-
verträglichkeitsprüfung (UVP) bedarf. Die Kriterien für UVP-
pflichtige Vorhaben sind in der Verordnung über die Umweltver-
träglichkeitsprüfung bergbaulicher Vorhaben (UVP-Verordnung
Bergbau) genannt. Zur Vorbereitung der Planfeststellungsver-
fahren beraten die beteiligten Behörden mit dem Antragsteller
in der Regel in einem Scopingtermin. Dort legen die Behörden
grundsätzliche Forderungen für das Vorhaben fest. Planfeststel-
lungsverfahren sind neben der UVP mit einer Öffentlichkeitsbe-
teiligung verbunden. Bergrechtliche Planfeststellungsbeschlüsse
haben eine Konzentrationswirkung. Sie schließen häufig Geneh-
migungen nach anderen Rechtsvorschriften wie Immissions-
schutzrecht und Wasserrecht ein.
Das Sächsische Oberbergamt fasste seit dem Jahr 1991 insge-
samt 92 Planfeststellungsbeschlüsse.
Bergbauberechtigungen, Bodenschatzeinstufungen
Der aktive Bergbau im Freistaat Sachsen ist überwiegend auf
mineralische Rohstoffe gerichtet, die formal nicht zum Eigen-
tum an den Grundstücken gehören, unter denen sie liegen. Diese
Rohstoffe bezeichnet das Bergrecht als bergfreie Bodenschätze.
Die Verfasser des Einigungsvertrages hatten sich mit einer Ver-
ordnung bereits im August 1990 darauf geeinigt, im Beitritts-
gebiet einen sehr umfassenden Katalog von Rohstoffen ein-
schließlich der Baurohstoffe den bergfreien Bodenschätzen
zuzuordnen. Sie trafen damit eine vom Bundesberggesetz ab-
weichende Regelung, nach dem ein Teil dieser Rohstoffe den
grundeigenen Bodenschätzen oder den vom Bundesberggesetz
nicht erfassten Grundeigentümerbodenschätzen zuzuordnen ist.
Der Gesetzgeber verband damit die Absicht, die Versorgung des
Baugewerbes mit den notwendigen Rohstoffen nicht zu behin-
dern, weil die Eigentumsverhältnisse in den ostdeutschen Bun-
desländern an Grund und Boden zunächst weitgehend ungeklärt
waren. Auch heute überwiegt aufgrund der Regelungen des
Einigungsvertrages in Verbindung mit den Bestandsschutzrege-
Betriebsplanzulassungen und andere
Genehmigungen im Jahr 2014
zugelassen
Beteiligung
LfULG
Fakultative Rahmenbetriebspläne
1
1
Hauptbetriebspläne
62
15
Abschluss-/Teilabschlussbetriebspläne
14
8
Aufsuchungsbetriebspläne
9
6
Sonderbetriebspläne
38
3
Betriebsplanergänzungen/ -änderungen/
-verlängerungen
238
20
Beendigung der Betriebsaufsicht/Teilflächen
12
Anordnung oder Untersagung nach § 71ff
BBergG
6
Befreiung von der Betriebsplanpflicht nach
§ 51 Abs. 3 BBergG
1
Ausnahmen nach § 13 ArbZG
6
Wasserrechtliche Erlaubnis nach dem WHG
16
Genehmigungen nach BImschG
4
OWiG-Verfahren
7
Sonstige Genehmigungen
1
Planfeststellungsverfahren
im Jahr 2014
Beteiligung
LfULG
Laufende Planfestellungsverfahren
(Stand: 31. Dezember 2014)
36
15
Planfeststellungsbeschlüsse
0
Planänderungsbeschlüsse
5
andere Entscheidungen
4
Scopingtermine
3
3
Bestand der Bergbauberechtigungen
jeweils zum 31. Dezember
2014
2013
Erlaubnisse nach § 7 BBergG
18
17
Bewilligungen nach § 8 BBergG
204
211
Bergwerkseigentum nach § 9 BBergG
269
270
Insgesamt
491
498

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46 | Bergverwaltung und amtliche Rohstoffgeologie
lungen des Gesetzes zur Vereinheitlichung der Rechtsverhältnisse
bei Bodenschätzen vom 15. April 1996 nach wie vor die Anzahl
an Bergbauberechtigungen auf Steine und Erden. Die Bestands-
schutzregelungen wirken wegen der Langfristigkeit der Berg-
bauvorhaben regelmäßig über mehrere Jahrzehnte.
Die Bodenschätze, die nach dem Bundesberggesetz nicht »berg-
frei« sind, sind Bestandteil der betreffenden Grundstücke. Dabei
sind die grundeigenen Bodenschätze nach § 3 Abs. 4 BBergG,
deren Gewinnung ebenfalls unter Bergaufsicht erfolgt, von den
so genannten »Grundeigentümerbodenschätzen« zu unterschei-
den, deren Gewinnung die Landkreise und Kreisfreien Städte
zulassen.
Das Referat Rohstoffgeologie im LfULG stellte im Berichtszeit-
raum auf Antrag für vier Kiessandvorkommen die Bodenschatz-
kategorie fest. In Zusammenarbeit mit den planenden Ingenieur-
büros oder Abbaubetreibern führte es hierzu mittels Bohrungen
oder Schürfen amtliche Probenahmen durch. Auf Grundlage der
Analyseergebnisse sowie Eignungs-Zertifikaten erfolgte die Ein-
stufung der Vorkommen in die Kategorie grundeigener Boden-
schatz bzw. Grundeigentümerbodenschatz.
Wer bergfreie Bodenschätze aufsuchen will, bedarf der Erlaub-
nis, wer bergfreie Bodenschätze gewinnen will, der Bewilligung
oder des Bergwerkeigentums (§ 6 Satz 1 BBergG). Das Sächsische
Oberbergamt erteilt die Erlaubnisse und Bewilligungen aufgrund
der Anforderungen des Bundesberggesetzes. Im Freistaat Sachsen
bestanden am Ende des Berichtsjahres 491 Bergbauberechtigun-
gen (Stand Ende 2013: 498).
Im Jahr 2014 erteilte das Sächsische Oberbergamt zwei neue
Bergbauberechtigungen, acht verlängerte es. In sieben Fällen
stimmte es einer Übertragung der Bergbauberechtigung, Veräu-
ßerung oder einer Beteiligung an derselben zu. Eine Bergbaube-
rechtigung widerrief die Behörde, eine hob sie teilweise auf.
Bergbehörde und amtliche Rohstoffgeologie
als Träger öffentlicher Belange
Verschiedene Planungsträger und Behörden im Freistaat Sach-
sen beteiligen das Sächsische Oberbergamt und das Referat
Rohstoffgeologie beim LfULG als Träger öffentlicher Belange.
Schwerpunkte sind dabei Verfahren der Landes- und Regional-
planung, der Bauleitplanung und der Fachplanung für andere
fachgesetzliche Genehmigungsverfahren. Diese Planungen sind
im Hinblick auf bergbauliche und bergrechtliche Belange des
aktiven Bergbaus, des Sanierungsbergbaus und möglicher Aus-
wirkungen des Altbergbaus sowie bezüglich der Rohstoffsiche-
rung zu prüfen.
Die Bergverwaltung vertritt die Interessen zur Aufsuchung und
Gewinnung von Bodenschätzen gegenüber konkurrierenden
Nutzungen. Damit steht sie neben dem Geologischen Dienst des
Freistaates Sachsen für die langfristige planerische Sicherheit
der Bodenschätze im Freistaat Sachsen ein. Die Bergbehörde wie
auch das LfULG wirken dabei insbesondere in den Verfahren zur
Erstellung der Braunkohlenrahmenpläne, Braunkohlensanie-
rungspläne, Regionalpläne und bei verschiedenen Bauleitpla-
nungen mit. Hierbei prüft das Oberbergamt, welche bergbauli-
chen Tätigkeiten auf geplante Vorhaben einwirken und ob
Vorhaben Bergbaubelange beeinträchtigen.
Die Regionalpläne der vier Planungsregionen in Sachsen werden
auf der Grundlage des aktuellen Landesentwicklungsplans (LEP)
fortgeschrieben. Um eine möglichst einheitliche Anpassung der
Regionalpläne an die Ziele und Grundsätze des LEP zu erreichen,
wurde eine interministerielle Arbeitsgruppe unter Leitung des
SMI gebildet. Im Jahr 2014 fanden in der Arbeitsgruppe drei
Fachgespräche statt, die das Referat Rohstoffgeologie im LfULG
und das Sächsische Oberbergamt aktiv mitgestalteten. Das Re-
ferat Rohstoffgeologie erarbeitete in diesem Rahmen gebietliche
Vorschläge für die Sicherung oberflächennaher Rohstoffe, die es
mit der Bergbehörde abstimmte. Die Vorschläge stellte es allen
regionalen Planungsstellen als Grundlage für die Ausweisung
von Rohstoffsicherungsflächen digital zur Verfügung.
Ein Mitarbeiter des Referates Rohstoffgeologie war im Berichts-
zeitraum Mitglied im Personenkreises »Nutzung tieferer Unter-
grund« der Ad-hoc-Arbeitsgruppe Geologie. Die Staatlichen
Geologischen Dienste der Länder und die Bundesanstalt für
Geowissenschaften und Rohstoffe charakterisierten zusammen
das Nutzungspotenzial des geologischen Untergrundes als Be-
wertungsgrundlage für unterirdische Raumnutzungen. Die Part-
ner legten den Abschlussbericht dem Bund-Länder-Ausschuss
Bodenforschung (BLA-GEO) vor. Seine Veröffentlichung ist für
2015 vorgesehen.
Amtliche Beprobung von ausgelegtem Bohrgut (Terrassenschotter aus
Nordsachsen) zur Bestimmung der Bodenschatzkategorie

Bergverwaltung und amtliche Rohstoffgeologie | 47
Risswerkführung in den einzelnen Bergbauzweigen (Stand: 31. Dezember 2014)
Risswerkführung durch Markscheider
Risswerkführung durch »andere Personen«
Anzahl risswerkführender
Markscheider
Gesamtanzahl
an
Risswerken
Anzahl an
»anderen Personen«
Gesamtanzahl
an Risswerken
Braunkohlen-Bergbau
9
44
Uranerz- und Spat-Bergbau
6
11
Kalktiefbau
1
4
Tontiefbau
1
4
Steine-Erden-Tagebaue
16
146
35
196
Haldenrückgewinnung
4
6
Insgesamt
37
215
30
196
Das Sächsische Oberbergamt erarbeitete im Berichtsjahr 414
Stellungnahmen im Rahmen der Beteiligung als Träger öffent-
licher Belange. Die Stellungnahmen betrafen Bauleitplanungen,
Schutzgebietausweisungen, Verkehrsplanungen und sonstige
Vorhaben. Darüber hinaus erteilte die Behörde zu Anfragen von
1.178 Grundeigentümern Auskunft über die altbergbaubedingte
Gefährdungssituation auf ihren Grundstücken.
Das Referat Rohstoffgeologie gab zu 108 Vorhaben der Bauleit-
planung, der Verkehrswegeplanung, zu wasser- und abfallrecht-
lichen Planungen sowie zu sonstigen Vorhaben Stellungnahmen
ab. Hierbei nahm es insbesondere Belange der Rohstoffsiche-
rung wahr. Das Referat beriet Behörden, Kommunen, Unterneh-
men oder deren Verbände sowie Private zu Fragen der Rohstoff-
sicherung und zu lagerstättengeologischen Fragen in 60 Fällen.
Weiterhin beantwortete es zahlreiche Bürgeranfragen zur Erd-
wärmenutzung sowie Fachfragen von Bohrfirmen und Univer-
sitäten zu geothermischen Anwendungen.
Markscheidewesen
Bergbautreibende haben alle raumbezogenen Informationen
und Daten eines bergbaulichen Gewinnungsbetriebes in einem
bergmännischen Risswerk darzustellen. Das Risswerk dient als
Instrument der Bergaufsicht, als Planungs- und Antragsgrund-
lage für das jeweilige Bergbauunternehmen und als dauerhafte
Dokumentation der bergbaulichen Tätigkeit. Verantwortlich ist
der Unternehmer. Grundsätzlich besteht ein Risswerk aus dem
»Grubenbild«, das nur durch einen anerkannten Markscheider
geführt werden darf, und aus »sonstigen Unterlagen«.
Die Markscheider-Bergverordnung regelt in § 12, für welche Be-
triebe die Bergverwaltung auf Antrag die Ausnahme vom Erfor-
dernis des Grubenbildes bewilligen kann. Bei Bewilligung einer
Ausnahme kann die Bergverwaltung für diese Betriebe neben
Markscheidern auch andere (vermessungskundige) Personen
nach § 64 Abs. 1 Satz 2 BBergG für die Führung des Risswerkes
anerkennen. Die Risswerke bestehen dann nur noch aus den
»sonstigen Unterlagen«, was aber lediglich eine Auswirkung auf
die äußere Form, nicht jedoch auf den Inhalt des Risswerkes hat.
Markscheider sind befugt, Tatsachen mit öffentlichem Glauben
zu beurkunden. Diese Befugnis haben die anderen anerkannten
Personen nicht. Bedeutung hat dies in Gerichtsverfahren, die
sich auf die Aussagekraft von Risswerken stützen. Im Berichts-
jahr erteilte das Sächsische Oberbergamt fünf Ausnahmen vom
Erfordernis des Grubenbildes nach § 12 Markscheider-Bergver-
ordnung.
Sowohl die Markscheider und die anderen anerkannten Perso-
nen als auch die Ausführung der markscheiderischen Arbeiten
unterliegen der Aufsicht des Sächsischen Oberbergamtes.
Markscheider werden auf der Grundlage des Gesetzes über die
Anerkennung als Markscheider (SächsMarkG) durch das Säch-
sische Oberbergamt anerkannt. Die Anerkennung gilt für den
Freistaat Sachsen und darüber hinaus aufgrund der EU-Dienst-
leistungsrichtlinie im gesamten Gebiet der Bundesrepublik
Deutschland. Im Berichtsjahr erkannte das Sächsische Ober-
bergamt einen Markscheider und eine »andere Personen« neu
an. 11 Anerkennungen erweiterte es für andere Betriebe. Im
Berichtsjahr nahm die Bergbehörde 83 nachgetragene Riss-
werke an und prüfte diese.
Feldes- und Förderabgaben
Das Sächsische Oberbergamt vollzieht für den Freistaat Sachsen
die Feldes- und Förderabgabenverordnung. Rechtsgrundlage
dafür sind die §§ 30 bis 32 BBergG.
Der Inhaber einer bergbaulichen Erlaubnis zur Aufsuchung zu
gewerblichen Zwecken hat nach § 31 BBergG grundsätzlich eine
Feldesabgabe zu entrichten. Der Freistaat Sachsen erhebt diese
Abgabe aufgrund volkswirtschaftlicher Belange im Sinne des
§ 32 Abs. 2 BBergG nicht.
Der Inhaber einer bergrechtlichen Bewilligung hat nach § 32
BBergG für die aus dem Bewilligungsfeld gewonnenen und mit-
gewonnenen bergfreien Bodenschätze grundsätzlich eine För-
derabgabe zu entrichten. Gleiches gilt für den Bergwerkseigen-
tümer mit Ausnahme alter Rechte, die von der Förderabgabe
befreit sind. Die Abgabepflicht gilt nicht, soweit Inhaber oder
Bergwerkseigentümer die Bodenschätze ausschließlich aus ge-

48 | Bergverwaltung und amtliche Rohstoffgeologie
winnnungstechnischen Gründen abbauen und nicht wirtschaft-
lich verwerten. Der Landesgesetzgeber setzt den Marktwert und
den Abgabesatz für einzelne Bodenschätze auf dem Verordnungs-
weg fest. Von der Verordnungsermächtigung hat das SMWA so-
weit Gebrauch gemacht, dass es die Bodenschätze Braunkohle,
Erdwärme, Marmor, Sole, Flussspat, Schwerspat, Kupfer und be-
stimmte Natursteine aus volkswirtschaftlichen Belangen im
Sinne des § 32 Abs. 2 BBergG zeitlich befristet von der Förder-
abgabe befreit hat.
Im Berichtsjahr entrichteten die abgabepflichtigen Unterneh-
men Förderabgaben in Gesamthöhe von 656.300
€.
Davon ent-
fielen Teilbeträge in Höhe von 303.400
auf Natursteine, in
Höhe von 279.800
auf Kiese und Kiessande und in Höhe von
73.100
auf tonige Gesteine.
Das Sächsische Oberbergamt beteiligt bei Bedarf das Referat
Rohstoffgeologie im LfULG bei Bewertung der Förderabgaben-
pflicht.
Rechtsentwicklung
Das Bundesverfassungsgericht hat mit Urteil vom 17. Dezember
2013 (1 BvR 3139/08 und 1 BvR 3386/08; Urteil »Garzweiler II«)
die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichtes hinsicht-
lich der bergrechtlichen Verfahren zur Grundabtretung und zur
Zulassung von Rahmenbetriebsplänen in weiten Teilen bestätigt
und zu den Anforderungen aus Artikel 14 Abs. 3 GG weiterent-
wickelt.
Der Fachausschuss Bergrecht des LAB hat aufgrund der komple-
xen höchstrichtlicher Rechtsprechung zum Themenbereich Voll-
zugsempfehlungen für die Länder erarbeitet. Der LAB hat die
Vollzugsempfehlungen, die die bisherigen Verfahrens- und Ent-
scheidungsgrundsätze des Bundesverwaltungsgerichtes unter
Berücksichtigung der Maßgaben des Bundesverfassungsgerich-
tes zusammenfassen, im November des Berichtsjahres zustim-
mend zur Kenntnis genommen und den Ländern zur Anwendung
empfohlen. Die Vollzugsempfehlungen regeln im Detail die An-
forderungen der Verhältnismäßigkeitsprüfung von Eigentums-
eingriffen auf den Ebene der verschiedenen Verfahrensstufen
(Betriebsplanverfahren, Grundabtretungsverfahren). Weiter re-
geln Sie detailliert die Anforderungen an die Zulassung von Be-
triebsplänen, das Verhältnis von Rahmenbetriebsplanzulassung
und Grundabtretungsverfahren und den verfahrensrechtlichen
Umgang mit Altfällen.
Das SMWA hat die Vollzugsempfehlungen im Freistaat Sachsen
zum 1. Januar 2015 eingeführt.
Ausbildung
Das Sächsische Oberbergamt bildet kontinuierlich Referendare
im Vorbereitungsdienst für den höheren Staatsdienst aus. Die
Ausbildung findet für das Bergfach und für das Markscheidefach
statt. Voraussetzung für die Einstellung in den Vorbereitungs-
dienst ist ein abgeschlossenes Hochschulstudium in einer der
beiden Fachrichtungen sowie der erfolgreiche Abschluss der
Beflissenenausbildung. Der Vorbereitungsdienst ist schwer-
punktmäßig auf den späteren Einsatz in der staatlichen Berg-
verwaltung ausgerichtet. Für die Diplomingenieure für Mark-
scheidewesen ist der erfolgreich abgeschlossene Vorbereitungs-
dienst gleichzeitig die Grundlage für eine spätere Anerkennung
als Markscheider, um in Wirtschaftsunternehmen oder als Selb-
ständige die ihnen vorbehaltenen Aufgaben ausführen zu dürfen.
In der Ausbildung verbinden die Referendare das im Hochschul-
studium gewonnene Fachwissen mit den besonderen Anforde-
rungen des staatlichen Verwaltungshandelns, insbesondere
rechtliche und wirtschaftswissenschaftliche Befähigungen. Der
Vorbereitungsdienst endet mit der Großen (»Zweiten«) Staats-
prüfung vor einem gemeinsamen Prüfungsausschuss der Bun-
desländer. Die Große Staatsprüfung umfasst das Anfertigen einer
häuslichen Prüfungsarbeit, drei Klausuren und eine mündliche
Prüfung.
Die Bergbehörde bildete im Jahr 2014 zwei Bergreferendare und
einen Bergvermessungsreferendar im Vorbereitungsdienst für
den höheren Staatsdienst im Bergfach aus.
Die Beflissenenausbildung ist eine Voraussetzung für die Ein-
stellung als Referendar für das Bergvermessungswesen und für
das Berufsziel Markscheider. Die Ausbildung vermittelt zu Be-
ginn und während des Hochschulstudiums praktische berg-
männische und markscheiderische Fertigkeiten und Kenntnisse
für den späteren beruflichen Einsatz. Dabei sollen Kenntnisse
aus verschiedenen Bergbauzweigen erworben werden. Das
Sächsische Oberbergamt ist die von der Staatsregierung be-
stimmte Aufsichtsbehörde für die Ausbildung. Sie weist die
Bewerber auf Antrag den Ausbildungsunternehmen zu und
bescheinigt die Abschlüsse.
Im Berichtsjahr begannen 36 Bergbaubeflissene und Beflissene
des Markscheidefachs die Ausbildung beim Sächsischen Ober-
bergamt. 11 Beflissene schlossen in diesem Zeitraum die Ausbil-
dung ordnungsgemäß ab.
Das Sächsische Oberbergamt bildete im Berichtszeitraum eine
Auszubildende in der Fachrichtung Bürokommunikation aus.
Im Berichtsjahr absolvierten Schüler, Studenten oder andere
Personen Praktika im Sächsischen Oberbergamt und im Referat
Rohstoffgeologie des LfULG.
Öffentlichkeitsarbeit
Im Berichtszeitraum nahmen das Sächsische Oberbergamt und
das Referat Rohstoffgeologie im LfULG für Presse, Fernsehen
und Rundfunk zu vielfältigen bergbaulichen, rohstoffgeologi-
schen und bergbehördlichen Themen Stellung. Hierzu beantwor-
tete das Sächsische Oberbergamt 175 Medienanfragen. Schwer-
punktthemen waren die Gefahrenabwehrmaßnahmen am
Knappensee, einzelne Planfeststellungsverfahren (Nochten II;
Windberg/Mühlberg, Schwarzkollm), die Entwicklung der Berg-
bauprojekte auf Erze und Spate und verschiedene Scha-
densereignisse aus dem Altbergbau.
Vertreter der Bergbehörde und des Referates Rohstoffgeologie
informierten im Berichtszeitraum bei zahlreichen Veranstaltun-
gen und Tagungen zu nationalen und sächsischen Bergbau- und

Bergverwaltung und amtliche Rohstoffgeologie | 49
Rohstoffthemen. Das Sächsische Oberbergamt und das Referat
Rohstoffgeologie im LfULG sind Mitveranstalter verschiedener
Kolloquien in Freiberg (Freiberger Kolloquium, Geokolloquium)
und an anderen Orten. Beide Behörden unterhalten insbeson-
dere zur TU Bergakademie Freiberg vielfältige Kontakte auf
Leitungs- und Arbeitsebene.
Das LfULG und das Sächsische Oberbergamt geben seit dem Jahr
1994 gemeinsam die Schriftenreihe »Bergbau in Sachsen« –
Monographien sächsischer Bergbaureviere heraus. Die Bergbau-
monographien geben u. a. umfassende Überblicke zur Bergbau-
geschichte, zur geologisch-lagerstättenkundlichen Erforschung,
zur Geologie, Tektonik und Mineralisation, Rohstoffcharakteris-
tik, Geophysik und Hydrogeologie der einzelnen Bergbaurevie-
ren. Sie eignen sich deshalb besonders als Grundlage für weiter-
gehende Forschungen und aktuellen Erkundungsarbeiten zur
Inwertsetzung von Rohstoffvorkommen.
Schriftenreihe des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie und des
Sächsischen Oberbergamtes »Bergbau in Sachsen« (Monographien sächsischer Bergbaureviere)
Band
Titel
Erscheinungsjahr
1
Das Zinnerz-Lagerstättengebiet Ehrenfriedersdorf/Erzgebirge
1994
2
Flussspatlagerstätten des Südwestvogtlandes: Schönbrunn, Bösenbrunn, Wiedersberg
1996
3
Erläuterungen zur Karte »Mineralische Rohstoffe Erzgebirge-Vogtland/Krusne Hory 1:100.000,
Karte 2: Metalle, Fluorit/Baryt-Verbreitung und Auswirkungen auf die Umwelt«
1997
4
Das Lagerstättengebiet Geyer
1998
5
Die Schwerspatlagerstätte Brunndöbra und das Schwerspatvorkommen Schnarrtanne im Ostvogtland/Westerzgebirge
1998
6
Die Uranerz-Baryt-Fluorit-Lagerstätte Niederschlag bei Bärenstein und benachbarte Erzvorkommen
2002
7
Die Uranlagerstätte Königstein
2000
8
Die polymetallische Skarnlagerstätte Pöhla-Globenstein
2002
9
Die Zinnerzlagerstätte Altenberg/Osterzgebirge
2002
10
Wismut-, Kobalt-, Nickel- und Silbererze im Nordteil des Schneeberger Lagerstättenbezirks
2003
11
Der Braunkohlenbergbau im Südraum Leipzig
2004
12
Das Döhlener Becken bei Dresden –Geologie und Bergbau-
2006
13
Die Kaolinlagerstätte des Kemlitzer Reviers
2007
14
Geologie und Uranbergbau im Revier Schlema-Alberoda
2008
15
Die Steinkohlenlagerstätte Zwickau
2009
16
Marmor im Erzgebirge
2010
17
Die Komplexlagerstätten Tellerhäuser und Hämmerlein
2012
Die Veröffentlichungen aus der Publikationsreihe stehen u. a. gebührenfrei zum
Download zur Verfügung
(www.umwelt.sachsen.de/umwelt/geologie/8095.htmht-
tps://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/15269).

50 | Anlage
Anlage
Organisationsplan
Sächsisches
Oberbergamt
Abteilung 2
Tagebau
Christof Voigt
2000
Abteilung 1
Zentrale Aufgaben
Martin Herrmann
1000
Referat 11
Zentrale Dienste
Jörg Dreßler
1100
Referat 21
Braunkohlenbergbau
Berndt Schilling
2100
Referat 31
Untertagebergbau/
Markscheidewesen
Joachim Bayer
3100
Referat 12
Recht
Tobias Dressler
1200
Referat 22
Steine-Erden-Bergbau
Steffen Döhner
2200
Referat 32
Altbergbau
Hartmut Rössel
3200
Referat 13
Controlling
Ralph Weidner
1300
Abteilung 3
Untertagebergbau
Werner Kleine
3000
Sekretariat
Kerstin Dimmer
9001
Beauftragte für den Haushalt
Jörg Dreßler
1100
Sozialpolitischer Beirat
Karlheinz Lagerpusch
3103
Oberberghauptmann
Prof. Dr. Bernhard Cramer 9000

Organisationsplan des Sächsischen
Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und
Verkehr (Auszug, Stand: 1. Juni 2015)
Staatsminister für
Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
Martin Dulig
Staatssekretär für
Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
Dr. Hartmut Mangold
Abteilung 3
Industrie, Mittelstand und Innovation
Barbara Meyer
Referat 46
Bergbau, Umweltfragen
Dr. Peter Jantsch
Organisationsplan des Landesamtes
für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
(Auszug, Stand: 1. Juni 2015)
Präsident
Norbert Eichkorn
Abteilung 10
Geologie
Dr. Frank Fischer
Ständiger Vertreter
des Präsidenten
Heinz Gräfe
Referat 104
Rohstoffgeologie
Dr. Uwe Lehmann

52 | Abkürzungsverzeichnis
BBergG
Bundesberggesetz
DERA
Deutsche Rohstoffagentur
GKZ
Geokompetenzzentrum Freiberg e. V.
GVV mbH
Gesellschaft zur Verwahrung und Verwertung
von stillgelegten Bergwerksbetrieben mbH
IHK
Industrie- und Handelskammer
LfULG
Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft
und Geologie
LMBV
Lausitzer- und Mitteldeutsche
Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH
MIBRAG mbH
Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft mbH
ROHSA
Projekt Rohstoffe in Sachsen
SDAG
Wismut
Sowjetisch-Deutsche Aktiengesellschaft
Wismut
SGD
Staatlicher Geologischer Dienst
SMI
Sächsisches Staatsministerium des Inneren
SMUL
Sächsisches Staatsministerium für Umwelt
und Landwirtschaft
SMWA
Sächsisches
Staatsministerium
für Wirtschaft Arbeit und Verkehr
Abkürzungsverzeichnis

Herausgeber:
Sächsisches Oberbergamt
Kirchgasse 11, 09599 Freiberg
Telefon: + 49 3731 372-9001
Telefax: + 49 3731 372-9009
E-Mail: poststelle@oba.sachsen.de
www.oba.sachsen.de
Redaktion:
Peter Horler (Sächsisches Oberbergamt)
Redaktionsschluss:
1. Juli 2015
Realisierung:
Sandstein Kommunikation GmbH
Fotos:
Titel, S. 14: © Archiv Vattenfall; Titel Innenseite, S. 24 – 28: © LMBV; S. 6: © Christian Bede-
schinski; S. 7, 17 – 19, 43, 46: © LfULG; S. 8, 9: © EFS GmbH; S. 11, 12, 15, 16 (li), 30, 31,
33 – 35, 37, 38, 40, 42, 44: © Sächsisches Oberbergamt; S. 13: © MIBRAG mbH; S. 16 (re):
© Caminauer Kaolinwerk GmbH; S. 20 – 23: © Wismut GmbH; S. 32: © Bergsicherung Freital
GmbH; S. 36: © Angers Söhne Bohr- und Brunnenbaugesellschaft mbH
Auflage:
1.000 Exemplare
Bezug:
Diese Druckschrift kann
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