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Der Bergbau in Sachsen
Bericht des Sächsischen Oberbergamtes und des
Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
(Referat Rohstoffgeologie) für das Jahr 2012

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Vorwort
Sachsen bleibt auch zukünftig Bergbauland.
So hat es die sächsische Staatsregierung in ihrer
Rohstoffstrategie für Sachsen im August 2012
festgelegt. Kernpunkte der Rohstoffstrategie:
Eigene Potenziale nutzen, die Rohstoffver-
sorgung Sachsens nachhaltig sichern und die
Chancen für Wertschöpfung in diesem wichti-
gen Wirtschaftsbereich nutzen.
Als für den heimischen Bergbau konkret zu
setzende Rahmenbedingungen werden in der
Strategie die raumordnerische Sicherung po-
tenzieller Abbaugebiete, die Fortschreibung
von Rohstoffdatenbanken, die Unterstützung
von Unternehmen bei der Finanzierung von
Erkundung und Lagerstättenaufschluss so wie
die Anpassung der rechtlichen Rahmenbedin-
gungen an die Erfordernisse der Rohstoff-
wirtschaft benannt. Weitere wichtige Ziele
der Rohstoffstrategie für unseren sächsischen
Bergbau sind Maßnahmen zur Stärkung des
Standorts Sachsen für die Rohstoffwirtschaft,
eine stärkere Ausrichtung der Rohstofffor-
schung an den aktuellen Erfordernissen der
Rohstoffwirtschaft, ein Ausbau der führen-
den Rolle Sachsens bei der Ausbildung von
Fach- und Führungskräften im Bergbau und
eine für die Erfordernisse der Rohstoffwirt-
schaft optimierte Verwaltung.
Die sächsische Rohstoffstrategie erscheint
2012 zu einer Zeit, in der sich die neue Wel-
le des Erkundungsbergbaus und erste An-
strengungen zur Reaktivierung des Gewin-
nungsbergbaus auf Erz und Spat im Freistaat
verstetigt haben. Diese Entwicklung gilt es
nun in den kommenden Jahren durch Maß-
nahmen entlang der dargestellten Ziele der
Rohstoffstrategie weiter zu festigen.
Als einen ersten Schritt dazu hat der Frei-
staat Sachsen damit begonnen, Daten und
Informationen der Erkundungs- und Berg-
bautätigkeit der vergangenen Bergbauphasen
konsequent und möglichst umfassend digital
zu sichern und für explorierende und pro-
duzierende Bergbauunternehmen verfügbar
zu machen. Wegen des im internationalen
Maßstab hohen geologischen und geophysi-
kalischen Erkundungsgrades können dadurch
für Bergbauunternehmen kostspielige und
langwierige Erkundungen erleichtert oder gar
erspart werden. Für neue Bergbauvorhaben
bietet das Sächsische Oberbergamt zudem mit
optimierten Zulassungs- und Genehmigungs-
verfahren umfängliche Rechtssicherheit.
Der vorliegende Bericht gibt in guter Tradi-
tion einen Überblick über die wesentlichen
Entwicklungen des sächsischen Bergbaus,
Sanierungsbergbaus und der Bergverwal-
tung für das Jahr 2012. Dabei wird der ak-
tive Bergbau geprägt durch die Gewinnung
von Braunkohle, Steine und Erden und tiefe
Geothermie. Bei der in Deutschland einge-
leiteten Energiewende ist der Bodenschatz
Braunkohle als grundlastfähiger Energieträ-
ger unverzichtbar und ein wichtiger Wirt-
schaftsfaktor für Sachsen. Auch im Jahr 2012
versorgten die vier Tagebaue im Freistaat die
angeschlossenen Kraftwerke bedarfsgerecht
mit Braunkohle. Die Steine-Erden-Betriebe,
von denen 478 unter Bergaufsicht stehen,
versorgten zum einen die Bauwirtschaft und
natursteinverarbeitende Unternehmen mit
Rohstoffen, zum anderen sind sie ein wesent-
licher Wirtschaftsfaktor bei der Verwertung
bergbaufremder Abfälle. Diese Verwertung
steht unter qualifizierten Bedingungen des
Boden- und Wasserschutzes.
Der Freistaat Sachsen ist mit verschiede-
nen Einrichtungen an einem Pilotversuch
zur Nutzung der Tiefengeothermie beteiligt.
Der Versuch ist ein wesentlicher Schritt, das
Potenzial des „Bodenschatzes“ Erdwärme im
Freistaat Sachsen auch großtechnisch und
mit einem signifikanten Beitrag für die Ener-
giebilanz der Volkswirtschaft zu nutzen.
Der staatliche Bergbau auf Uranerz und
Braunkohle wurde mit der deutschen Wie-
dervereinigung abrupt beendet und konnte
so nicht mehr einer fach- und sachgerechten
Wiedernutzbarmachung zugeführt werden.
Ausgedehnte Gebiete im Freistaat Sachsen
waren daher durch die Hinterlassenschaften
des intensiven Uranerz- und Braunkohleberg-
baus stark beeinträchtigt. Den Bundesunter-
nehmen Wismut GmbH sowie Lausitzer und
Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesell-
schaft mbH ist es mittlerweile gelungen, vie-
le dieser durch alten Bergbau aufgerissenen
„Wunden“ zu schließen. Vielerorts wurden
attraktive, gut nutzbare neue Landschaften
entwickelt. Allerdings steht gerade die Braun-
kohlesanierung in den kommenden Jahren
noch vor großen Herausforderungen. Für den
großflächigen Grundwasserwiederanstieg
sind weitere geeignete Sanierungsverfahren
zu entwickeln, um die Gebiete dauerhaft als
nutzbare Lebensräume einzurichten. Die mit
dem Grundwasserwiederanstieg verbunde-
nen Auswirkungen auf die Grundwasser-
und Oberflächengewässerqualität erfordern
ebenfalls nachhaltige Sanierungsstrategien,
um auch nach Abschluss der bergbaulichen
Sanierung betriebsbedingte Gemeinschäden
zu vermeiden. Im Berichtsjahr 2012 haben
Bund und die ostdeutschen Braunkohleländer
für die Laufzeit der Jahre 2013 bis 2017 ein
weiteres Verwaltungsabkommen zur Braun-
kohlesanierung mit einer Finanzausstattung
von insgesamt 770 Mio. Euro geschlossen, um
diese Aufgaben angehen zu können.
Die Gefahrenabwehr aus dem Altberg-
bau konzentriert der Freistaat Sachsen auf
Maßnahmen, die zum Schutz von Leben,
Gesundheit, Eigentum und wichtigen Infra-
struktureinrichtungen notwendig sind. Dazu
unterhält das Sächsische Oberbergamt als zu-
ständige Polizeibehörde ein System, mit dem
es auf akute Gefährdungen aus dem Altberg-
bau sofort und mit geeigneten Maßnahmen
reagieren kann.
In Anbetracht der sich verändernden Berg-
baulandschaft Sachsen – mit neuen An-
forderungen an bestehende Betriebe, mit
fortschreitender Sanierung der Hinterlas-
senschaften des Uran- und Braunkohle-
bergbaus und mit neuen ermutigenden Er-
kundungs- und Auffahrungsaktivitäten im
Erz- und Spatbergbau – hat sich auch das
Oberbergamt organisatorisch neu aufgestellt.
Mit einer Konzentration der bergbaulichen
Fachreferate in zwei Branchenabteilungen für
Tagebau und Untertagebergbau sowie zwei
neuen Dienstleistungsreferaten Recht und
Controlling in der Abteilung Zentrale Auf-
gaben nimmt das Oberbergamt die aktuellen
Herausforderungen an und präsentiert sich
als eigenständiger und effizienter Dienstleis-
ter für den sächsischen Bergbau.
Für weitere Informationen zum Bergbau in
Sachsen und zur Arbeit des Oberbergamtes
lade ich Sie auf unsere neu gestaltete Inter-
netseite
www.oba.sachsen.de
ein.
Glückauf,
Freiberg, im Juli 2013
Prof. Dr. Bernhard Cramer
Oberberghauptmann

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Vorwort
Der Reichtum Sachsens an Bodenschätzen
hat es im Jahr 2012 ermöglicht, über 72 Mio.
Tonnen benötigter mineralischer und Ener-
gie-Rohstoffe im eigenen Land zu gewinnen
und nach meist nur kurzen Transportwegen
zu vielfältigen Produkten zu verarbeiten.
Nutznießer dieser natürlichen Ressourcen
sind wir alle:
Bei Baurohstoffen wie Kiesen, Sanden,
Festgesteinen und Ziegellehmen ist Sach-
sen weitestgehend Selbstversorger.
Einheimische Ton- und Kaolinvorkommen
sind die Grundlage für hoch veredelte,
weltweit gefragte Produkte, wie z. B. das
Meissener Porzellan.
Die genannten Bodenschätze werden u. a. in
der im Jahr 2012 erschienenen Monographie
„Steine-Erden-Rohstoffe in der Bundesrepu-
blik Deutschland“ beschrieben. Dieses Werk
gibt erstmals nach der Wiedervereinigung
einen Überblick über die vielfältigen Stei-
ne- und Erden-Rohstoffe in Deutschland. Es
wurde unter maßgeblicher Mitwirkung des
LfULG als Sächsischer Geologischer Dienst er-
arbeitet und findet seit seinem Erscheinen in
Wirtschaft, Verwaltung und Forschung große
Beachtung und Anerkennung. Die Monogra-
phie erhielt u. a. einen Förderpreis der Stif-
tung Steine-Erden-Bergbau und Umwelt.
Etwa 80 Prozent des in Sachsen erzeug-
ten Stroms stammen aus subventionsfrei
gewonnener Braunkohle.
Die Lausitzer Tagebaue Nochten und Reich-
walde sowie der Tagebau Vereinigtes Schleen-
hain im Südraum von Leipzig liefern Braun-
kohle für die Verstromung in den Kraftwerken
Boxberg und Lippendorf. Darüber hinaus wird
in geringem Umfang Braunkohle aus den ge-
nannten Revieren zu Briketts, Braunkohlen-
staub und Wirbelschichtkohle veredelt.
Durch die Gewinnung, Aufbereitung, Weiter-
verarbeitung und Veredlung der genannten
Rohstoffe unmittelbar in Sachsen werden
kostenintensive und umweltschädigende
Transporte eingespart, Arbeitsplätze erhalten
und Mehrwert geschaffen.
Das neue „Berggeschrey“ auf Erze & Spate
erreichte 2012 durch den Beginn umfang-
reicher unternehmerischer Erkundungs-
arbeiten (z. B. Bohrungen zur Evaluierung
existierender Erkundungsergebnisse) seinen
bisherigen Höhepunkt. Zur Planungen der
Erkundungsprojekte Kupferschiefer Lausitz,
Zinn Gottesberg, Zinn Geyer und Seltene Er-
den Storkwitz sowie bei den geochemischen
Prospektionen im Vogtland hat das LfULG
seinen Datenfundus sowie Expertenwissen
umfänglich zur Verfügung gestellt. Weiterhin
wurden im Rahmen einer Kooperation mit
dem Helmholtz-Institut Rossendorf/Freiberg
Archivdaten für verschiedene Rohstofffor-
schungsprojekte bereitgestellt.
Die sächsische Staatsregierung hat in ihrer
Rohstoffstrategie 2012 als Aufgabe u. a.
festgelegt, dass durch Fortschreibung der
vorhandenen Rohstoffdatenbanken die Rah-
menbedingungen für den Abbau heimischer
Rohstoffe so gestaltet werden, dass ein wirt-
schaftlicher Abbau nachhaltig gewährleistet
ist. Um diese Aufgabe zu erfüllen, begann
2012 das ROHSA 3 genannte, derzeit bedeu-
tendste und umfangreichste rohstoffgeolo-
gische Projekt des LfULG. In einem Vorprojekt
wurde eine erste realistische Einschätzung
von Potenzial, Aufwand und zu erwarten-
dem Nutzen für Bergbauunternehmer dar-
gestellt. Im Ergebnis von ROHSA 3 werden
vorhandene Daten mit modernen Verfahren
aufbereitet sowie das Rohstoffpotenzial in-
nerhalb eines definierten Prognosegebiets
visualisiert sein.
Ansprechpartner für nähere Auskünfte sowie
verschiedene Informationen zu den Lager-
stätten Sachsens finden Sie unter
www.umwelt.sachsen.de/umwelt/geologie/
index.html.
Dresden-Pillnitz, im Juli 2013
Norbert Eichkorn
Präsident des Sächsischen Landesamtes für
Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Inhaltsverzeichnis
Inhalt Seite
1
Aktiver Bergbau
.............................................................
6
Erze und Spate .............................................................. 7
Braunkohle ................................................................ 11
Steine und Erden ............................................................. 13
Geothermie ................................................................ 16
2 Sanierungsbergbau
...........................................................
18
Sanierung Erz- und Spatbergbau .................................................... 19
Sanierung Braunkohlenbergbau ..................................................... 22
3 Altbergbau
................................................................
26
Akute Gefahrenabwehr .......................................................... 27
Planmäßige Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen ......................................... 28
Zusammenarbeit mit der Tschechischen Republik – Ziel 3 ....................................... 30
Besucherbergwerke und sonstige zur Besichtigung freigegebene Objekte ............................... 30
4 Bergverwaltung und amtliche Rohstoffgeologie
..........................................
32
Anlagenverzeichnis .............................................................. 42

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6 |
1 Aktiver Bergbau
Sachsen ist ein rohstoffreiches Land, es verfügt über Lagerstätten mit einer große Vielfalt an minerali-
schen Rohstoffen. Der Bergbau in Sachsen hat über Jahrhunderte die Entwicklung des Landes geprägt
und ist auch heute eine wichtige Säule der wirtschaftlichen Entwicklung. Rückgrat des sächsischen
Bergbaus heute ist der Gewinnungsbergbau auf Braunkohle und auf eine Vielzahl verschiedener Boden-
schätze der Steine und Erden. Der Freistaat Sachsen bekennt sich zur Braunkohlengewinnung, um den
notwendigen Anteil grundlastfähiger Energieträger zu sichern. Die sächsischen Steine-Erden-Betriebe
gewinnen nahezu alle für die regionale Bauwirtschaft notwendigen Rohstoffe.
Der Freistaat Sachsen verfügt auch über nennenswerte Vorräte an international als kritisch eingestuften
Rohstoffen wie Wolfram, Lithium, Flussspat und Zinn. Seit 2006 sind diese wie auch andere Erz- und
Spatlagerstätten wieder im Fokus des unternehmerischen Interesses nationaler und internationaler
Bergbauunternehmen. Mehrere dieser Firmen arbeiten im Freistaat an der Entwicklung von Bergbau-
projekten zur Erz- und Spatgewinnung.

| 7
Erze und Spate
Die intensive Phase der Erkundung der Erz-
und Spatlagerstätten im Freistaat Sachsen
setzte sich auch im Jahr 2012 fort. Während
verschiedene Unternehmen mit der Erkun-
dung von Vorkommen begannen, haben
andere Unternehmen bereits in den Vorjahren
begonnene Projekte, die durch die Finanzkrise
2008 teilweise unterbrochen waren, weiter-
geführt oder verstetigt.
Das Sächsische Oberbergamt hat zur Zeit
18 Erlaubnisse zur Erkundung von Erz- und
Spatvorkommen erteilt. Diese gelten für be-
stimmte an der Erdoberfläche abgegrenzte
Felder, Bodenschätze und Rechtsinhaber.
Foto:
Tagebau Vereinigtes Schleenhain (© MIBRAG mbH)
Feldesname
erteilt am
Bodenschätze
Rechtsinhaber
Weißwasser II
5. Juni 2013
Kupfer, Silber, Blei, Zink, Gold, Molybdän, Rhenium, Platin, Palladium
KGHM Kupfer AG
Weißwasser
Sadisdorf
6. Februar 2013
Zinn, Wolfram, Kupfer, Molybdän, Wismut, Tantal, Zink, Indium, Gallium,
Germanium, Gold, Silber, Cäsium, Rhenium, Lithium, Vanadium
Sachsenzinn GmbH
Chemnitz
Altenberg
UMBONO
6. Februar 2013
Zinn, Wolfram, Molybdän, Tantal, Niob, Wismut, Lithium, Cäsium, Scandi-
um, Gold, Silber, Kupfer, Zink, Blei, Indium, Gallium, Germanium, Antimon,
Flussspat, Schwerspat
Umbono Minerals &
Mining LCC Wilming-
ton/Delaware (USA)
Altenberg-Nord
6. Februar 2013
Zinn, Wolfram, Molybdän, Wismut, Niob, Tantal, Scandium, Indium, Kupfer,
Blei, Zink, Silber, Lihtium, Rubidium, Cäsium, Yttrium, Lanthan und Lantha-
niden, Flussspat, Schwerspat
Erzgebirgische
Zinn-Wolfram GmbH
Altenberg
Nossen
6. Februar 2013
Blei, Chrom, Gold, Kobalt, Kupfer, Molybdän, Nickel, Silber, Tellur, Wolfram,
Zink, Zinn, Flussspat, Schwerspat
Proto Resources
& Investment Ltd.
Sydney/Australien
Breitenbrunn
Indo
4. Juni 2012
Zinn, Wolfram, Molybdän, Tantal, Beryllium, Kupfer, Blei, Zink, Silber, Gold,
Germanium, Indium, Flussspat, Schwerspat
Saxore Bergbau
GmbH Freiberg
Kiefernberg
11. April 2012
Nickel, Eisen, Chrom, Gold, Kobalt, Kupfer, Molybdän, Vanadium
Proto Resources
& Investment Ltd.
Sydney/Australien
Zinnwald-Nord
23. Januar 2012
Lithium,
Rubidium, Caesium, Zinn, Wolfram, Molybdän, Scandium, Yttrium, Lan-
than und Lanthanide, Wismut, Indium, Germanium, Gallium, Zink, Silber, Gold
SolarWorld Solicium
GmbH Freiberg
Oelsnitz
4. Januar 2012
Zinn, Wolfram, Molybdän, Kupfer, Silber, Gold, Blei, Kupfer, Tellur, Flussspat,
Schwerspat
Beak Consultants
GmbH Freiberg
Eibenstock
21. November 2011
Zinn, Wolfram, Molybdän, Tantal, Lithium, Kupfer, Blei, Zink, Silber, Gold,
Flussspat, Schwerspat, Beryllium
Saxore Bergbau
GmbH Freiberg
Kottenheide
11. November 2011
Zinn, Wolfram, Molybdän, Tantal, Lithium, Kupfer, Blei, Zink, Silber, Gold,
Flussspat, Schwerspat, Beryllium
Saxore Bergbau
GmbH Freiberg
Marienberg-Süd
9. Mai 2011
Zinn, Wolfram, Indium, Flussspat, Schwerspat, Molybdän, Gallium, Germani-
um, Zink, Blei, Silber, Gold, Yttrium, Scandium, Lanthan
Umbono Capital
Projects GmbH,
Frankfurt/M.
Zinnwald
21. Februar 2011
Lithium, Rubidium, Cäsium, Zinn, Wolfram, Molybdän, Niob, Tantal, Yttrium,
Scandium, Wismut, Indium, Germanium, Gallium, Silber, Gold
SolarWorld Solicium
GmbH Freiberg
Zschorlau
21. Oktober 2010
Silber, Blei, Eisen, Flußspat, Gold, Indium, Kobalt, Kupfer, Mangan, Molybdän,
Nickel, Schwerspat, Wismut, Wolfram, Zink, Zinn
Sachsenerz Berg-
werks GmbH,
Espenhain
Ehrenfrieders-
dorf/Geyer
17. Oktober 2007
Zinn, Aluminium, Arsen, Blei, Eisen, Gold, Kupfer, Mangan, Molybdän, Silber,
Titan, Wolfram, Zink, Flussspat, Schwerspat
Sachsenzinn GmbH
Chemnitz
Delitzsch
13. September 2007
Wolfram, Blei, Eisen, Germanium, Gold, Kupfer, Lanthan und Lanthaniden,
Molybdän, Niob, Phosphor, Silber, Yttrium, Zink, Zinn
Seltenerden Stork-
witz AG Chemnitz
Gottesberg
10. September 2007
Zinn, Arsen, Gold, Kupfer, Molybdän, Schwefel, Silber, Wismut, Wolfram, Zink
Sachsenzinn GmbH
Chemnitz
Weißwasser
11. Juni 2007
Kupfer, Blei, Zink, Silber
KGHM Kupfer AG
Weißwasser
Erkundung von Erz- und Spatvorkommen im Rahmen von Erlaubnissen nach § 7 Bundesberggesetz (BBergG), Stand: 1. Juli 2013

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8 |
Die Erkundungsvorhaben der Unternehmen
sind durch Arbeitsprogramme untersetzt. Die
Arbeitsprogramme weisen die beabsichtig-
ten Aufsuchungsarbeiten, die Erkundungs-
abschnitte, deren Inhalte und Dauer sowie
die geschätzten finanziellen Aufwendungen
aus. Die Unternehmen haben dem Sächsi-
schen Oberbergamt vor Erteilung der Erlaub-
nisse glaubhaft gemacht, dass sie die für die
ordnungsgemäße Aufsuchung notwendigen
Mittel aufbringen können.
Die Aufsuchungen haben das Ziel, technisch
gewinnbare Lagerstätten nachzuweisen und
die Vorkommen aufgrund geltender interna-
tionaler Standards zu bewerten. Ein weltweit
verwendetes System zur Klassifizierung von
Erkundungsergebnissen zu mineralischen
Rohstoffen gibt der nach dem australischen
Ausschuss Joint Ore Reserves Committee
(JORC) benannte JORC-Code vor, an dem sich
auch die meisten in Sachsen durchgeführten
Projekte orientieren. Der aus australischen
Trägerorganisationen bestehende und von
der australischen Bergbauindustrie und ihren
Berufsorganisationen getragene Ausschuss
hat das Bewertungssystem im Jahr 1989
eingeführt. Das System hat sich mittlerweile
weltweit so etabliert, dass Bergbauinvesto-
ren und ihre Berater öffentliche Berichte zu
Erkundungsergebnisse nach diesem System
erwarten. Die Einhaltung des JORC-Codes ist
u. a. verpflichtend für Börsennotierungen.
Wesentliche Bestandteile der Berichte sind
Vor-Machbarkeitsstudien (pre-feasibility-
studies) und Machbarkeitsstudien (feasibility-
studies). Weiter umfassen die Berichte z. B.
Jahres-und Quartalsberichte der Unterneh-
men, Pressemitteilungen, technische Papiere,
website postings, öffentliche Präsentationen
zu Erkundungsergebnissen und Mineralvor-
kommen. Am 20. Dezember 2012 hat das
JORC die aktuelle Fassung des JORC-Codes
herausgegeben, die für Berichterstattung zur
Erkundungsergebnissen mit Übergangsfristen
verbindlich ist.
Wesentlicher Bestandteil der Aufsuchungen
und der Nacherkundungen zu Beginn der
Gewinnungsvorhaben sind Bohrungen zur
Präzisierung der Lagerstättenausdehnung,
zur näheren Bestimmung der Mineralisation
und zu Aspekten der Erschließbarkeit der
Vorkommen. Im Berichtszeitraum hat das
Sächsische Oberbergamt verschiedene Boh-
rungen zugelassen.
Zu den genannten Vorhaben hat das Sächsi-
sche Oberbergamt auch im Berichtszeitraum
Betriebspläne zugelassen. Der Sachsenerz
Bergwerks GmbH wurde ein Hauptbetriebs-
plan zur Aufsuchung für das Feld „Zschorlau“
zugelassen. Die Zulassung für das Unterneh-
men Proto Resources Investments Ltd. gilt
für den ersten Teil des Hauptbetriebsplans
zur Aufsuchung im Feld „Kiefernberg“. Der
Seltenerden Storkwitz AG hat das Sächsische
Oberbergamt für das Feld „Delitzsch“ einen
Aufsuchungsbetriebsplan zugelassen und
eine wasserrechtliche Erlaubnis für Bohrun-
gen erteilt. Der Umbono Minerals & Mining
LCC hat es den ersten Teil der Aufsuchungsar-
beiten im Feld „Marienberg-Süd“ für übertä-
gige Probenahmen zugelassen. Die Zulassung
eines Betriebsplanes für die SolarWorld Soli-
cium GmbH zum Feld „Zinnwald-Nord“ war
Grundlage für umfassende Bemusterung der
Mineralisation, insbesondere auf den Boden-
schatz Lithium.
Feld
niedergebrachte Bohrungen
geplante Bohrungen
Anzahl
Bohrmeter
(nach Bohrmetern)
Schleife B
1
1.500
Weißwasser
4
5.000
1.500
Gottesberg
3
1.200
20.000
Delitzsch
1
750
Ehrenfriedersdorf/
Geyer
5
1.500
12.000
Pöhla (SME)
680
Breitenbrunn Indo
3.100
Zinnwald-Nord
2
500
Bohrungen zur Erkundung von Erz- und Spatvorkommen

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| 9
Das Sächsische Oberbergamt hat zurzeit wei-
terhin drei Bewilligungen zur Gewinnung von
Erz- und Spatvorkommen erteilt. Diese gelten
für bestimmte an der Erdoberfläche abgegrenz-
te Felder, Bodenschätze und Rechtsinhaber.
Die Erzgebirgische Fluss- und Schwerspatwer-
ke GmbH (EFS GmbH) hat im Berichtsjahr den
Ausbau der Spatgrube Niederschlag zielstrebig
fortgeführt. Wesentliche Arbeiten waren die
untertägige Auffahrung der Grubenräume
einschließlich des Bereichs für die künftige
erste Aufbereitungsstufe, Aufwältigungsar-
beiten am Stollen 216 als Flucht- und Wet-
terweg, die Aufwältigung des Schachtes 281
als Entnahmestelle für die Grubensümpfung
und Wasserhaltung sowie der Einbau von
Fahrungen. Für den künftigen Aufbereitungs-
standort Nickelhütte Aue hat das Sächsische
Oberbergamt das Verfahren nach Bundesim-
missionsschutzgesetz abgeschlossen und die
notwendige Genehmigung erteilt.
Im Feld „Pöhla (SME)“ hat die SME AG 2012
eine Bohrung zur Beprobung des Grubenwas-
sers niedergebracht.
Die erteilten Bergbauberechtigungen über-
decken einen großen Teil der Gebiete des
Freistaates Sachsen, in denen eine hohe
Erzhöffigkeit besteht oder vermutet wird
(s. Karte Bergbauberechtigungen auf Erze und
Spate auf der nächsten Seite).
Gewinnung in Erz- und Spatlagerstätten im Rahmen von Bewilligungen nach § 8 Bundesberggesetz (BBergG), Stand: 1. Juli 2013
Feldesname
erteilt am
Bodenschätze
Rechtsinhaber
Pöhla (SME)
24. Mai 2012
Zinn, Flussspat, Zink, Wolfram, Kupfer, Indium, Eisen, Silber, Kadmium
Saxony Minerals &
Exploration (SME) AG
Schleife B
8. Februar 2011
Kupfer, Blei, Zink, Silber, Actinium und die Actiniden, Antimon, Arsen, Cae-
sium, Chrom, Eisen, Gallium, Germanium, Gold, Indium, Kadmium, Kobalt,
Lanthan und die Lanthaniden, Lithium, Molybdän, Nickel, Niob, Osmium,
Palladium, Platin, Quecksilber, Rhenium, Rubidium, Schwefel, Selen, Stronti-
um, Tantal, Tellur, Vanadium, Wismut, Wolfram, Yttrium, Zinn
Minera S.A. Pana-
ma-City/Panama,
Nutzungsrecht:
Kupferschiefer Lausitz
GmbH, Spremberg
Niederschlag EFS
GEos
4. März 2008
Flussspat, Schwerspat
Erzgebirgische
Fluss- und Schwer-
spatwerke GmbH
Oberwiesenthal
1. Foto links:
Spatgrube Niederschlag – Ankerarbeiten im
Vortrieb (© EFS GmbH)
2. Foto links:
Spatgrube Niederschlag – Bohrwagen Altlas Copco
(© EFS GmbH)
1. Foto rechts:
Erkundungsbohrung im Erlaubnisfeld Gottesberg
(© Dr. Jörg Reichert, Deutsche Rohstoff AG)
2. Foto rechts:
Arbeiten zur Erkundungsbohrung bei Geyer
(© Dr. Jörg Reichert, Deutsche Rohstoff AG)

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10 |
Sächsisches Oberbergamt
Bergbauberechtigungen auf Erze und Spate
(Neues Berggeschrey)
Stand: 1. Juli 2013
Quelle: Sächsisches Oberbergamt Freiberg

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| 11
Braunkohle
Der aktive Braunkohlenbergbau verteilt sich
in Sachsen auf zwei Reviere, das Lausitzer
und das Mitteldeutsche Revier. In der Lausitz
förderte die Vattenfall Europe Mining AG auf
dem Gebiet des Freistaates Sachsen im Be-
richtszeitraum aus den Tagebauen Nochten
und Reichwalde. Im Mitteldeutschen Revier
gewann die MIBRAG mbH Rohbraunkohle aus
dem Tagebau Vereinigtes Schleenhain und
aus dem Tagebau Profen (sächsischer Teil).
Aktiver Braunkohlenbergbau im
Lausitzer Revier
Im Tagebau Nochten förderte die Vattenfall
Europe Mining AG im Jahr 2012 16,2 Mio. t
Rohbraunkohle (Vergleich 2011: 17,4 Mio. t).
Dazu bewegte sie etwa 86 Mio. m³ Abraum.
Im Tagebau Reichwalde förderte das Unter-
nehmen im Berichtszeitraum 9,1 Mio. Euro
Rohbraunkohle (Vergleich 2011: 6,7 Mio. t).
Dazu bewegte es etwa 32 Mio. m³ Abraum.
Hauptabnehmer der Rohbraunkohle aus den
sächsischen Tagebauen der Lausitz war das
Kraftwerk Boxberg, das mit den Tagebauen
über Bandanlagen verbunden ist.
Die Tagebautechnik stand im Februar des Be-
richtszeitraumes durch die andauernd nied-
rigen Temperaturen unter besonders starker
Beanspruchung. Der Frost verursachte ins-
besondere an den Kohlenbandanlagen einen
starken Abrieb und erforderte aufwendige
Reinigungsarbeiten.
Im Tagebau Nochten nahm die Vattenfall Eu-
rope Mining AG die planmäßige Komplett -
instandsetzung des Vorschnitt-Baggers SRs
6300 und der Förderbrücke F60 vor.
Das Sächsische Oberbergamt erließ im Ja-
nuar 2012 den Planfeststellungsbeschluss
„Tagebau Reichwalde – Weiterführung des
Tagebaus, Teilstilllegung der Hammerstäd-
ter Teiche und Schaffung notwendiger
Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen“. Die
Baustelleneröffnung zu der Maßnahme
fand im März des Berichtsjahres statt.
Die Arbeiten zur Stilllegung und zu den
Ersatzmaßnahmen liefen planmäßig. Die
Vattenfall Europe Mining AG arbeitete im
Berichtsjahr zudem weiter am Bau der
Dichtwand und der Verlegung des Weißen
Schöps, um den Wasserhaushalt in dem
Gebiet ohne nachteilige Entwicklungen
aufrechtzuerhalten.
Im Berichtsjahr bereitete das Sächsische
Oberbergamt das Planfeststellungsverfahren
für den Rahmenbetriebsplan „Nochten Ab-
baufeld 2“ vor. Im November 2012 fand zum
Verfahren der Scopingtermin für die Fest-
stellung des Untersuchungsrahmens und zur
Festlegung der beizubringenden Unterlagen
zur Umweltverträglichkeitsprüfung statt.
Die Vattenfall Europe Mining AG mit den
Tagebauen und die Vattenfall Europe Ge-
neration AG & Co. KG mit den Kraftwerken
bilden den bestimmenden industriellen Kern
in der Lausitz. Die Vattenfall Europe Mining
AG mit Sitz in Brandenburg hat über 5.000
Beschäftigte, von denen am Ende des Be-
richtsjahres 1.351 im Freistaat Sachsen tätig
waren. Mit den Neubaukraftwerken Schwarze
Pumpe und Boxberg verfügt der Konzern über
einen modernen Kraftwerkspark, der nach
Wirkungsgrad und Regelbarkeit die veränder-
ten energiewirtschaftlichen Rahmenbedin-
gungen mit volatilen erneuerbaren Energien
berücksichtigt.
Aktiver Braunkohlenbergbau im
Mitteldeutschen Revier
Im Tagebau Vereinigtes Schleenhain förderte
die MIBRAG mbH im Berichtszeitraum 9,7
Mio. t Rohbraunkohle (Vergleich 2011: 9,9
Mio. t). Zur Gewinnung bewegte die MIBRAG
mbH 28 Mio. m³ Abraum. Der Tagebau ver-
sorgt über einen langfristigen Vertrag das
durch die Vattenfall Europe Generation AG &
Co. KG betriebene Kraftwerk Lippendorf.
Im Tagebau Profen (sächsischer Teil) förderte
die MIBRAG mbH im Berichtszeitraum noch
140.000 t Rohbraunkohle (Vergleich 2011: 1,0
Mio. t). Dazu bewegte das Unternehmen 0,7
Mio. m³ Abraum. Die Gewinnung im säch-
sischen Teil des Tagebaus neigt sich dem
Ende zu. Der Schwerpunkt der Nutzung in
den nächsten Jahrzehnten liegt in der Ver-
kippung der Hohlform durch Abraum aus den
umliegenden Tagebaufeldern und der Wie-
dernutzbarmachung. Die Gewinnung geht
damit vollständig in die in Sachsen-Anhalt
belegenen Tagebaufelder über.
Zur Vorbereitung des Übergangs vom Ta-
gebaufeld Schleenhain in das Tagebaufeld
Peres begann der Bau der Ersatzstraße
B 176 zwischen Groitzsch und Neukieritzsch
Foto:
Bagger und Abraumförderbrücke im Tagebau
Nochten (© Archiv Vattenfall)

image
image
12 |
über das Kippengelände des Tagebaus Ver-
einigtes Schleenhain. Die MIBRAG mbH er-
weiterte den Kohlemisch- und Stapelplatz
zur Versorgung des Kraftwerkes Lippendorf
für den LKW-Transport. Für Tätigkeiten zum
Schutz des künftigen Abbaufeldes vor ver-
unreinigtem Grundwasser durch Altlasten
des Chemie-Standorts Böhlen erarbeitete
die MIBRAG mbH einen Sonderbetriebsplan.
In das Zulassungsverfahren sind neben den
beteiligten Unternehmen mehrere staatliche
Stellen einbezogen.
Im Tagebau Vereinigtes Schleenhain kam es
am 29. August 2012 zu einem geotechni-
schen Ereignis mit erheblichen Sachschäden
an Tagebaugroßgeräten. Unvorhergesehene
Bodenbewegungen verursachten einen Bö-
schungsbruch auf einer Länge von 300 m mit
einer vertikalen Hebung des Kohleflözes um
bis zu 10 m. Der auf dem Kohleflöz einge-
setzte Bagger 1554 SRs 702 kippte um, der
angeschlossene Bandwagen 811 BRs 1400
stellte sich quer. Die technischen Warnsys-
teme für das Gerätepersonal sprachen auf das
sich entwickelnde Ereignis sofort an, sodass
alle eingesetzten Personen die Großgeräte
rechtzeitig verlassen konnten. Den Bandwa-
gen ließ die MIBRAG mbH im 4. Quartal des
Berichtszeitraumes bergen. Nach Ertüchti-
gung ist dieser im Tagebau wieder einsetz-
bar. Die Bergung des Baggers steht für das
Folgejahr an.
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
0
10
20
30
40
50
Lausitz
Mittel-
2012
deutschland
Verwertbare Fördermenge an Braunkohle im Freistaat Sachsen (in Mio. t)
Foto links:
Ausgleichsmaßnahmen zur Teilstilllegung der
Hammerstädter Teiche (© Archiv Vattenfall)
Foto rechts:
Nach dem geotechnischen Ereignis im Tagebau
Vereinigtes Schleenhain am 29. August 2012
(© MIBRAG mbH)

image
image
| 13
Foto links:
Metabasaltabbau in Bösenbrunn/Vogtlandkreis
(© Sächsisches Oberbergamt)
Foto rechts:
Kiestagebau in Reinsdorf/Landkreis Zwickau mit
begleitender Wiedernutzbarmachung – Errichtung
Golfplatz (© Sächsisches Oberbergamt)
Steine und Erden
Der Steine-Erden-Bergbau umfasst die größte
Anzahl der bergbaulichen Gewinnungsbetrie-
be im Freistaat Sachsen. Anders als in den
westlichen Bundesländern stehen im Frei-
staat Sachsen die meisten der Gewinnungs-
betriebe für Baurohstoffe unter Bergaufsicht.
Die besondere Situation gründet auf dem Ei-
nigungsvertrag zwischen der Bundesrepublik
Deutschland und der ehemaligen Deutschen
Demokratischen Republik. Dieser ordnete mit
einem bis in das Jahr 1996 geltenden Über-
gangsrecht viele der vom Bundesberggesetz
nicht erfassten Bodenschätze den bergfreien
Bodenschätzen zu. Die politischen Akteure
wollten damit den für den Wiederaufbau
Ostdeutschlands notwendigen Zugang zu
Massenbaurohstoffen wegen der Vielzahl un-
geklärter Eigentumsverhältnisse am Grund-
vermögen sichern.
Betriebliche Entwicklung
Im Berichtszeitraum förderten in Sachsen 285
unter Bergaufsicht stehende Betriebe Stei-
ne- und Erdenrohstoffe. Die Rohförderung
im Berichtsjahr betrug insgesamt 37,2 Mio. t
(Vergleich 2011: 40,4 Mio. t). Davon entfielen
34,3 Mio. t auf die verwertbare Förderung
(Vergleich 2011: 37,1 Mio. t), der überwiegen-
den Teil davon auf die Massenbaurohstoffe
Schotter, Splitt, Kies und Kiessande. Andere
wichtige gewonnene Bodenschätze waren
Kaolin, Lehm, Kalk und Dolomit, Quarz- und
Formsande sowie Spezialtone. Die Unterneh-
men gewinnen diese Rohstoffe überwiegend
in Tagebaubetrieben. Ausnahmen sind drei
Betriebe mit Untertagebergbau: Das Unter-
nehmen GEOMIN Erzgebirgische Kalkwerke
GmbH gewinnt in den Betrieben Lengefeld
(Erzgebirgskreis) und Hermsdorf (Landkreis
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) Marmor,
die Staatliche Porzellan-Manufaktur Meißen
GmbH unterhält zudem das untertägige Er-
denwerk Seilitz (Landkreis Meißen) zur Eigen-
versorgung mit hochwertigem Kaolin.
Im Freistaat Sachsen sind derzeit 62 Steine-
Erden-Betriebe bekannt, die nicht unter Berg-
aufsicht stehen. Im Berichtszeitraum betrieben
davon ca. 45 aktiv Rohstoffgewinnung. Diese
Betriebe unterliegen der Aufsicht der unteren
Bau-, Immissionsschutz- und Wasserbehörden.
Am Ende des Berichtsjahres hatten die unter
Bergaufsicht stehenden sächsischen Stei-
ne-Erden-Betriebe und die angegliederten
Weiterverarbeitungsanlagen insgesamt
2.273 Beschäftigte (Vergleich 2011: 2.390
Beschäftigte). Die Betriebe leisten einen we-
sentlichen Beitrag zur Versorgung mit heimi-
schen Rohstoffen. Durch den für zahlreiche
Baumaßnahmen standortnahen Abbau sind
kurze und kostengünstige Transportwege mit
relativ geringer Inanspruchnahme der Infra-
struktur möglich.
Die Steine- und Erdengewinnung steht an ver-
schiedenen Standorten im Freistaat Sachsen
im Spannungsfeld mit anderen öffentlichen
und privaten Interessen. Die an die vorhan-
denen und aufgeschlossenen Lagerstätten
gebundene Gewinnung im relativ dicht be-
siedelten Freistaat Sachsen berührt häufig
auch die Interessen von Anwohnern. Einzelne
Bodenschatzgruppe
Rohförderung in kt
2011
2012
Gesteine zur Herstellung von Schotter und
Splitt oder Werk-/Dekorsteine
20.879
21.825
Kiese und Kiessande
13.028
14.965
Kaolin
1.443
1.595
Lehm (Ziegelton)
864
1.143
Kalk und Dolomit
473
409
Quarz- und Formsand
69
44
Spezialton
471
461
Insgesamt
37.227
40.442

image
14 |
Bürger, Bürgerinitiativen und Gemeinden ha-
ben sich im Berichtsjahr mit Beschwerden zu
Immissionen durch Lärm, Staub, Geruch und
Sprengungen an das Sächsische Oberberg-
amt gewandt. Das Oberbergamt prüft jedes
Anliegen. Im gesetzlichen Rahmen vermittelt
es zwischen den verschiedenen Interessen.
Soweit es die Überschreitung immissions-
schutzrechtlicher Grenzwerte feststellt,
leitet es umgehend Maßnahmen zu deren
Einhaltung ein.
Verwertung mineralischer Abfälle in
Tagebauen unter Bergaufsicht
Die bergrechtliche Zulassung eines Gewin-
nungsbetriebs schließt die ordnungsgemä-
ße Wiedernutzbarmachung ein. Die Wieder-
nutzbarmachung erfolgt wie die vorherigen
Bergbauabschnitte aufgrund zugelassener
Betriebspläne. Bei der überwiegenden Anzahl
der Tagebaue entstehen in der Landschaft
Hohlformen, die nach Einstellung der Gewin-
nung aus sicherheitlichen, naturschutzfach-
lichen oder anderen Gründen dauerhaft so
nicht bleiben können. Zur Wiedernutzbarma-
chung ist deshalb bei vielen Tagebauen eine
Voll- oder Teilverfüllung der entstandenen
Hohlformen notwendig.
Die durch europäisches Recht und die
Rechtsprechung bestehenden Anforderun-
gen des Bergbauabfallrechts an Betriebe,
die der Bergaufsicht unterliegen, haben
sich in den vergangenen Jahren erheblich
Bodenschatzgruppe
Verwertbare
Förderung in kt
2011
2010
Gesteine zur Herstellung
21.825
20.721
14.965
13.342
1.595
1.279
1.143
606
409
371
44
72
pezialton
461
524
Insgesamt
40.442
36.915
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
0
10
20
30
40
50
60
70
Verwertbare Fördermenge (in Mio. t)
2012
Festgesteine
Kiese und
Kiessande
Fördermenge Festgesteine, Kiese und Kiessande (in Mio. t)

image
| 15
zwischen den Betrieben unter Bergaufsicht
und gegenüber der Abfallverwertung zur
Verfüllung von Abgrabungen außerhalb des
Bergrechts. Weiterhin sind die Grundsätze
auf die Anforderungen in den benachbarten
Bundesländern abgestimmt, um potenziel-
le Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden.
Das Sächsische Oberbergamt wendet die
Grundsätze bei künftigen Betriebsplanzu-
lassungen an. Durch die schadlose Verwer-
tung bergbaufremder mineralischer Abfäl-
le kommt es zu einem Ausgleich zwischen
bergtechnisch erforderlichem Bedarf an
geeigneten Mineralstoffen und der Nach-
frage nach günstigen Verwertungsmöglich-
keiten für umweltverträgliche Mineralstoffe
andererseits.
Neben der Zulassung liegt auch die Überwa-
chung der Verwertung mineralischer Abfälle
in Bergbaubetrieben in der Zuständigkeit des
Sächsischen Oberbergamtes. Die obere Ab-
fallbehörde bei der Landesdirektion Sachsen
unterstützt das Sächsische Oberbergamt bei
der Wahrnehmung dieser Aufgaben.
weiterentwickelt. Das Bergbauabfallrecht
im Sinne der europäischen Bergbauabfall-
richtlinie setzt sich aus den Vorschriften des
Bundesberggesetzes, der Allgemeinen Bun-
desbergverordnung (ABBergV), der Umwelt-
verträglichkeitsprüfungsverordnung Bergbau
(UVP-V Bergbau) und unmittelbar anwendba-
ren europäischen Rechtsgrundlagen zusam-
men. Zentrale Regelung ist der seit 1. Mai
2008 geltende neue § 22a ABBergV. Zur Un-
terstützung einer praxisgerechten Einführung
hat der Länderausschuss Bergbau Vollzugs-
hinweise zu § 22 a ABBergV erarbeitet und
am 12. November 2009 bekannt gemacht. Das
Sächsische Oberbergamt hat für den Vollzug
des Bergbauabfallrechts im Freistaat Sachsen
ergänzende Hinweise erarbeitet und über den
Internetauftritt
(http://www.bergbau.sachsen.
de/8201.html) bekannt gegeben.
Das bestehende Massendefizit für die Verfül-
lung der betrieblichen Hohlformen können
Bergbauunternehmen nur zu einem kleineren
Teil durch die beim Aufsuchen, Gewinnen und
Aufbereiten von Bodenschätzen anfallenden
bergbaulichen Abfälle ausgleichen. Für diese
Abfälle sieht das Kreislaufwirtschafts- und
Abfallgesetz eine Ausnahmeklausel vor. Da-
nach regelt sich der Umgang mit den Ab-
fällen nach dem Bundesberggesetz. Berg-
bautreibende haben die Abfälle im Rahmen
bergrechtlicher Betriebspläne gemeinwohl-
verträglich zu entsorgen. Aufgrund der spe-
zifischen bodenphysikalischen Eigenschaften
dieser meist mineralischen Stoffe dominiert
dabei der Einsatz für bergtechnische Zwecke
bei Stabilisierungsmaßnahmen, Hohlraum-
verfüllungen und Landschaftsbauwerken in
Bergbaubetrieben.
Zu der in einem verträglichen Zeitraum not-
wendigen Wiedernutzbarmachung sind die
Steine-Erden-Betriebe darauf angewiesen,
auch bergbaufremde Abfälle zu verwerten.
Voraussetzung ist die ordnungsgemäße und
schadlose Verwertung der bergbaufrem-
den mineralischen Abfälle im Rahmen der
Grundpflichten nach § 7 Abs. 3 Kreislauf-
wirtschaftsgesetz (KrWG). Auf Grundlage
weiterer rechtlicher Anforderungen nach
dem Bundesbodenschutzgesetz, der Bundes-
bodenschutzverordnung, dem Wasserhaus-
haltsgesetz, dem Sächsischen Wassergesetz
und höchstrichterlicher Rechtsprechung er-
arbeiten die für die Abfallverwertung zu-
ständigen Behörden im Freistaat Sachsen
Grundsätze zur Verwertung bergbaufrem-
der mineralischer Abfälle. Die Grundsätze
sichern die einheitliche Rechtsanwendung
Foto links:
Lehmtagebau mit Ziegelproduktion in Freital
(© Sächsisches Oberbergamt)
Foto rechts:
Bohrplatz zur Vorbereitung einer Sprengung
im Bergwerk Hermsdorf
(© GEOMIN Erzgebirgische Kalkwerke GmbH)

image
16 |
Geothermie
Aufgrund der weltweit steigenden Energie-
nachfrage, der Endlichkeit fossiler Energie-
ressourcen und der damit einhergehenden
Verteuerung von Energie ist es unvermeidlich,
Energie sparsam und so effizient wie mög-
lich zu nutzen. Der bergfreie Bodenschatz
Erdwärme (Geothermie) gilt langfristig als
möglicher Schlüssel für eine dauerhafte,
ressourcenschonende und klimagerechte
Energieversorgung. Geothermie als jahres-
zeitenunabhängige und grundlastfähige er-
neuerbare Energiequelle kann hierbei einen
großen Beitrag leisten. Neue Erkenntnisse in
der Forschung und eine zunehmend schnelle-
re Entwicklung von Technologien auf diesem
Sektor ermöglichen eine effektive Nutzung
des geothermischen Potenzials.
Zur Nutzung geothermischer Energie exis-
tieren mehrere Möglichkeiten: die oberflä-
chennahe Geothermie, die Grubenwasser-
geothermie und die Erschließung der Tiefen
Geothermie. Der Schwerpunkt der Erdwär-
menutzung in Sachsen liegt gegenwärtig im
Bereich der oberflächennahen Geothermie,
sodass hier der größte Zuwachs an geother-
mischen Anlagen im Berichtszeitraum zu
verzeichnen ist.
Oberflächennahe Geothermie
Ende 2012 existierten in Sachsen 9.639 Erd-
wärmeanlagen mit einer installierten Ge-
samtheizleistung von ca. 118 MW (Vergleich
Ende 2011: 9.260 Anlagen). Der überwiegende
Anteil der Anlagen dient der Energieversor-
gung von Ein- und Zweifamilienhäusern. Da-
bei handelt es sich hauptsächlich um Kleinan-
lagen, wie Erdwärmesonden-, Brunnen- und
Erdkollektoranlagen mit einer Leistung pro
Anlage von kleiner 30 kW. In den letzten zwei
Jahren hat sich ein Trend hin zu Großanlagen
(Heizleistung über 30 kW) verfestigt. Diese
Anlagen dienen der Beheizung und Kühlung
von Bürokomplexen, Kindertagesstätten,
Schulen und Industriegebäuden. Vor allem
bei Großanlagen entwickelt sich die Kühlung
mittels Geothermie zu einem wachsenden
Nutzungsfaktor.
Neben den fachlichen Stellungnahmen des
Referats Hydrogeologie im LfULG für die un-
teren Wasserbehörden bei Erlaubnis- und
Bewilligungsanträgen von kleinen Erdwär-
meanlagen prüft die Projektgruppe Geother-
mie zusätzlich die Anträge zur Errichtung
von Großanlagen mit einer Leistung größer
30 kW.
Für Bohrungen mit einer Tiefe über 100 m
besteht nach § 127 Abs. 1 BBergG eine An-
zeigepflicht beim Sächsischen Oberbergamt.
Das Anzeigeverfahren fand im Jahr 2012 in
185 Fällen (2011: 192 Fälle) statt.
Zur planerischen Unterstützung von Erd-
wärmesondenvorhaben erstellt das LfULG
seit 2008 den Geothermieatlas Sachsen im
Maßstab 1:50.000 (GTK50). Derzeit stehen
acht Kartenblätter im Internet interaktiv zur
Verfügung. Mit diesem Geothermiekarten-
werk können die verfügbaren spezifischen
Entzugsleistungen in Watt pro Meter Son-
denlänge für vier Tiefenbereiche und zwei
unterschiedliche Jahresbetriebsstunden ab-
gelesen werden.
Grubenwassergeothermie
Ein weiteres geothermisches Potenzial stellt
die Grubenwassernutzung zur Klimatisierung
von Gebäuden dar. Diese geothermische Quel-
le wird in Sachsen in Gebieten mit gefluteten
Bergbaurevieren erschlossen.
Im September des Berichtsjahres begann ein
beauftragtes Unternehmen die Bohrarbeiten
für eine Forschungsbohrung in Zwickau, mit
Grafik links:
Nutzung geothermischer Energie in Sachsen 2012
(Grafik: © LfULG)
Foto rechts:
Vibroseis-Fahrzeuge bei den 3D-seismischen
Messungen im Raum Schneeberg (© Leonhardt)

image
| 17
der das Grubengebäude des ehemaligen
Steinkohlenbergbaus erschlossen werden
soll. Die Bohrung soll in ca. 625 m Tiefe
einen Blindschacht treffen, aus dem dann
Grubenwasser für die Klimatisierung eines
Gebäudes der Westsächsischen Hochschule
Zwickau genutzt werden soll. Die Planungs-
arbeiten realisierte der Staatsbetrieb Sächsi-
sches Immobilien- und Baumanagement (SIB)
im Auftrag der Hochschule. Das LfULG nimmt
dazu weiter die geologische Beratung und
Begleitung wahr.
Tiefengeothermie
Zur verstärkten Erschließung des tiefengeo-
thermischen Potenzials in Sachsen wurde
2009 unter Leitung des LfULG der „For-
schungsverbund Tiefengeothermie Sachsen“
gegründet, zu dessen Mitgliedern die Bundes-
anstalt für Geowissenschaften und Rohstof-
fe, das Geoforschungszentrum Potsdam, das
Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik
Hannover (LIAG), das Sächsische Oberbergamt
und die TU Bergakademie Freiberg gehören.
Der Verbund untersuchte ausgewählte Gebie-
te auf ein mögliches petrothermales Tiefen-
geothermieprojekt. Dazu vereinheitlichte er
für drei sächsische Vorzugsgebiete (Elbezone,
Freiberg, Aue) die vorhandenen geologischen,
petrophysikalischen und thermischen Daten
und bewertete diese neu. Ergebnis der Ar-
beiten sind verschiedene thematische 3D-
Modelle (geologische, gebirgsmechanische
und thermische) sowie der Abschlussbericht
des Forschungsverbundes. Die Möglichkeit
der Strom- und Wärmeerzeugung in einem
petrothermalen Kraftwerk durch Tiefboh-
rungen bis in 5 km Teufe ist in allen drei
betrachteten Gebieten gegeben. Weitere For-
schungsarbeiten konzentrieren sich aber auf
das Vorzugsgebiet Aue, konkret auf das Gebiet
um Schneeberg/Bad Schlema, aufgrund der
höchsten berechneten Temperaturen in der
Zielteufe, der besonders guten Datenlage,
wegen dem ehemaligen Wismut-Bergbau und
der vermuteten hohen Klüftigkeit des Granits.
Die weitere seismische Erkundung unter Lei-
tung des LIAG steht unter dem Novum, für
Sedimente bewährte seismische Methoden im
Bereich des Kristallin, beim konkreten Vorha-
ben in einer Teufe von 4.000 bis 5.000 m zu
erproben. Das LIAG beantragte beim Sächsi-
schen Oberbergamt die wissenschaftliche Er-
laubnis für ein 10 km x 10 km großes Messfeld
für die 3D-Reflexionsseismik sowie für einen
30 km durchmessenden Kreis für 24 gezielt
angelegte Zusatzmessungen. Die Behörde er-
teilte die Erlaubnis im März 2012. Die aktiven
Messungen nahm das LIAG zwischen dem
12. September und 13. November 2012 an
insgesamt 5.349 Vibratorpunkten und 8.146
Geophonpunkten vor. Die Qualitätskontrolle
zu den Untersuchungen und das erste Proces-
sing im Messtrupp-Büro haben ausgezeich-
nete Ergebnisse gezeigt. Einzelaufnahmen
und die Stapelung eines Teils der Messun-
gen zeigen steil einfallende Störungszonen
mit unterschiedlichen Einfallsrichtungen.
Das LIAG hat die Rohdaten der Universität
Hamburg und der TU Bergakademie Freiberg
zur weiteren Untersuchung übergeben. Die
Auswertung der umfangreichen Daten ist bis
Frühjahr 2014 vorgesehen.
Jährliche kumulative Entwicklung von Erdwärmeanlagen in Sachsen (Grafik: LfULG)
1990
Quelle: Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, 10 Geologie, PG Geothermie; Stand: 12/2012
11.000
10.000
9.000
8.000
7.000
6.000
5.000
4.000
3.000
2.000
1.000
0
2
1991
4
1992
Anzahl der Erdwärmeanlagen
Jahr
7
1993
12
1994
25
1995
29
1996
50
1997
82
1998
139
1999
208
2000
360
2001
631
2002
922
2003
1.340
2004
1.936
2005
2.741
2006
4.061
2007
5.561
2008
6.803
2009
7.531
2010
8.488
2011
9.260
2012
9.963
Erdwärmesonden
Erdwärme-Kollektoranlagen
Wasser-Wasser-Anlagen
Direktverdampferanlagen
Grubenwassernutzung
Thermalwassernutzung
Sonstige (nicht näher definiert)
Prozentuale Verteilung der Erdwärmenutzungen
92 %
0,1 %
0,7 % 0,1 %
4,2 %
2,6 %
0,4 %

image
18 |
2 Sanierungsbergbau
Der Freistaat Sachsen hatte sich nach der deutschen Wiedervereinigung mit der Sanierung bergbau-
bedingter Umweltschäden als Hinterlassenschaft der sozialistischen Staatswirtschaft großen Heraus-
forderungen gestellt. Die Bundesunternehmen Wismut GmbH als Rechtsnachfolgerin des ehemaligen
Uranerzbergbaus der Sowjetisch-Deutschen Aktiengesellschaft Wismut (SDAG Wismut) und die Lausitzer
und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) als Rechtsnachfolgerin der nicht
privatisierungsfähigen Braunkohlenunternehmen haben die Hinterlassenschaften in den vergangenen
zwei Jahrzehnten kontinuierlich saniert. Die Anforderungen an die Sanierung unterliegen aufgrund
der tatsächlichen Gegebenheiten einem ständigen Wandel.

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| 19
Sanierung Erz- und
Spatbergbau
Die Bundesrepublik Deutschland übernahm
im Jahr 1991 die Gesamtverantwortung
für die ehemals zweistaatliche Gesellschaft
Sowjetisch-Deutsche Aktiengesellschaft
Wismut (SDAG Wismut). Der Gesetzgeber
richtete mit dem Wismut-Gesetz vom 12.
Dezember 1991 die Wismut GmbH ein, de-
ren Alleingesellschafterin die Bundesrepublik
Deutschland ist. Auftrag und Gesellschafts-
zweck des Unternehmens waren und sind die
Stilllegungs- und Sanierungsarbeiten zu den
Hinterlassenschaften des ehemaligen Uran-
erzbergbaus. Wie in planwirtschaftlichen
Ländern üblich, hatte auch die SDAG Wismut
für die Stilllegungs- und Sanierungsarbei-
ten keinerlei finanzielle Rücklagen gebildet.
Die Bundesrepublik Deutschland musste die
Wismut GmbH deshalb finanziell ausstatten,
sodass diese den Auftrag erfüllen konnte. Da-
für hat der Gesetzgeber einschließlich der
bis zum Jahr 2040 prognostizierten Lang-
zeitaufgaben einen Finanzetat von mehr als
7 Mrd. zur Verfügung gestellt. Bis zum Ende
des Berichtsjahres sind etwa 5,65 Mrd. Euro,
davon 2,67 Mrd. Euro im Freistaat Sachsen
in die Stilllegung von Bergwerken und Auf-
bereitungsanlagen sowie in die Sanierung
kontaminierter Betriebsflächen geflossen.
Im Berichtsjahr setzte die Wismut GmbH
118 Mio. Euro, davon 65 Mio. Euro im Frei-
staat Sachsen ein.
Die Wismut GmbH saniert als Projektträ-
ger zudem im Auftrag der Bundesrepublik
Deutschland und des Freistaates Sachsen
die Altstandorte der ehemaligen SDAG-/
SAG-Wismut, für die die Wismut GmbH kei-
ne Rechtsverantwortung nach dem Wismut-
Gesetz hat. Dabei handelt es sich um Anlagen,
welche die Bergbautreibenden in der Regel
vor dem Jahr 1963 stillgelegt hatten. Bund
und Land finanzieren die Ausgaben jeweils
zur Hälfte.
Die Bundesrepublik Deutschland und der
Freistaat Sachsen haben am 24. April 2013
das Ergänzende Verwaltungsabkommen zur
Sanierung der sächsischen Wismut-Altstand-
orte für die Jahre 2013 bis 2022 geschlossen.
Die Vertragspartner stellen für die Aufgaben
in diesem Zeitraum gemeinsam einen Fi-
nanzrahmen in Höhe von 138 Mio. Euro zur
Verfügung. Mit dem Verwaltungsabkommen
setzen die Vertragspartner und die Wismut
GmbH als Projektträgerin die Sanierung der
Wismut-Altstandorte kontinuierlich fort.
Träger der Sanierungsarbeiten im ehemaligen
Zinnerz- und Spatbergbau sind zum Teil die
bundeseigene Gesellschaft zur Verwahrung
und Verwertung von stillgelegten Berg-
werksbetrieben mbH (GVV) und zum ande-
ren Teil private Rechtsnachfolger der ehemals
Bergbautreibenden.
Organisation der Sanierung im
Uranerzbergbau
Wesentliche Sanierungsarbeiten zur Stillle-
gung und Sanierung der Hinterlassenschaften
des ehemaligen Uranerzbergbaus in Sachsen
und Thüringen hat die Wismut GmbH abge-
schlossen oder begleitet diese noch in der
Endphase. Das betrifft die Sanierung, Si-
cherung und Flutung von Grubengebäuden,
das Verfüllen von Hohlräumen, den Abbruch
übertägiger Betriebsanlagen sowie die Kon-
turierung und Profilierung von Halden und
anderen Betriebsflächen. Wesentliche Aufga-
ben für die nächsten Jahre sind die weitere
Sanierung und Abdeckung von Halden und
anderen Betriebsflächen. Als Langzeitaufgabe
mit einem derzeit vorhersehbaren Zeithori-
zont 2040 steht die Wasserbehandlung ge-
fluteter Grubenbaue an.
Am Ende des Berichtsjahres hatte die Wismut
GmbH 1.217 Beschäftigte. Das Unternehmen
beendete aufgrund der Angebots- und Nach-
fragesituation auf dem Ausbildungsmarkt
und wegen des eigenen Fachkräftebedarfs
zu Beginn des Jahres 2013 seine seit dem
Jahr 1993 betriebene Erstausbildung. In
diesem Zeitraum bildete das Unternehmen
1.422 Jugendliche aus, von denen etwa die
Hälfte eine Tätigkeit bei der Wismut GmbH
aufnahm.
Foto links:
Sanierung Ostufer Silbersee
– Rütteldruckverdichtung (© LMBV)
Foto oben rechts:
Auffahrung des Wismut-Stollns in Freital
– Durchbruch zum Tiefen Elbstolln
(© Wismut GmbH)
Foto unten rechts:
Flutung der Grube Königstein – Arbeiten am
letzten Versatzdamm im Grubenfeld Nord
(© Wismut GmbH)

image
image
20 |
Die Wismut GmbH ist nur für die Hinter-
lassenschaften des ehemaligen Uranerz-
bergbaus verantwortlich, für die auch ihre
Rechtsvorgängerin, die SDAG Wismut, in
Anspruch genommen werden konnte. Nach
einem Abkommen der ehemaligen UdSSR und
der ehemaligen DDR vom 7. Dezember 1962
konnte die SDAG Wismut nicht mehr für die
Beseitigung von bergbaulichen Schäden bei
damals endgültig stillgelegten Betrieben he-
rangezogen werden.
Sanierung der Wismut GmbH an einzel-
nen Standorten
Die Wismut GmbH setzte in der Grube Schle-
ma-Alberoda die Auffahrung des „Südum-
bruchs“ auf der Markus-Semmler-Sohle fort.
Der 1,2 km lange „Südumbruch“ stellt die
Wasserlösefunktion des Markus-Semmler-
Stollns, der die Grubengebäude Schneeberg
und Schlema-Alberoda verbindet, wieder her.
Er umgeht den durch den Uranerzbergbau
abgesenkten Stollenbereich, der wegen des
unterbrochenen Gefälles für den Wasserab-
trag nicht mehr nutzbar ist. Im Lagerstätten-
bereich Niederschlema-Alberoda nahm das
Unternehmen die Verwahrung tagesnaher
Grubenbereiche über Bohrungen vor. Das
Sächsische Oberbergamt schloss im 3. Quar-
tal das wasserrechtliche Verfahren für die
Einleitung der gefassten Haldensicker- und
Oberflächenwässer der Halden 38 neu/208
und 38 alt in den Markus-Semmler-Stolln ab.
Am Standort Pöhla schloss die Wismut
GmbH Teilabbrucharbeiten an der Wasser-
aufbereitungsanlage ab. Dort ist eine den
bergbaulichen und hydrologischen Gegeben-
heiten angepasste optimierte Wasseraufbe-
reitung notwendig.
In der Grube Königstein setzte die Wismut
GmbH den Rückzug aus dem Grubenfeld
Nord fort. Nach Verwahrung der Schächte
388 und 390 ist das Grubenfeld nicht mehr
zugängig. Der Flutungsstand der Grube er-
reichte am Ende des Berichtszeitraumes
138 m NN. Im Jahr 2012 ließ das Unterneh-
men das Fördergerüst des Schachtes 398
komplett demontieren.
Auf der Halde Crossen arbeitete die Wismut
GmbH weiter am Rückbau von Absetzmassen
und Filterbergen. Dazu setzte sie eine sta-
tionäre Bodenaufbereitungsanlage ein. Der
Massentransport erfolgte zur Industrieellen
Absetzanlage (IAA) Helmsdorf.
Im August 2012 erreichte die Wismut GmbH
am Standort Freital-Gittersee den Durchschlag
des Wismut-Stollns zum Tiefen Elb stolln. Seit
dem Baubeginn im Jahr 2007 hat das Un-
ternehmen damit den ersten und längsten
Hauptabschnitt des Wismut-Stollns mit ei-
ner Gesamtlänge von 1.900 m aufgefahren.
Im Dezember 2012 begann das Unternehmen
mit den Arbeiten zum Vortrieb des Wismut-
Stollns in die östliche Richtung. Der Stollen
dient nach Fertigstellung der Aufnahme der
Flutungswässer der Grubenfelder Gittersee
und Bannewitz und deren kontrollierter Ablei-
tung über den Tiefen Elbstolln in die Elbe.
Sanierung nach dem Verwaltungs-
abkommen Wismut-Altstandorte an
einzelnen Standorten
Die Wismut GmbH setzte in der Laufzeit des
ersten Verwaltungsabkommens zur Sanie-
rung der sächsischen Wismut-Altstandorte
259 Einzelmaßnahmen um. Diese hatten
einen Finanzierungsumfang von 77,2 Mio.
Euro. An den Sanierungsarbeiten waren 37
mittelständische Unternehmen, meist regi-
onal ansässige Baufirmen und 23 Ingenieur-
büros beteiligt. Das Sanierungsgeschehen
konzentrierte sich auf den Erzgebirgskreis
(59,0 Mio. Euro) und den Vogtlandkreis (10,5
Mio. Euro). Weitere Projekte befanden sich
im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterz-
gebirge, im Landkreis Zwickau und in der
Stadt Dresden.
Im Berichtszeitraum arbeitete die Wismut
GmbH im Rahmen des Verwaltungsabkom-
mens an 31 Projekten. Für das Berichtsjahr
bestand das Ziel, möglichst viele Projekte mit
dem Auslaufen des Verwaltungsabkommens
abzuschließen. Die Bundesrepublik Deutsch-
land und der Freistaat Sachsen finanzierten
die Sanierungsleistungen im Berichtszeit-
raum mit 9,2 Mio. Euro.
In Annaberg-Buchholz schloss die Wismut
GmbH die Sicherung der Grubenbaue im Be-
reich der Großen Kartengasse als gemeinsames
Foto links:
Auffahrung des Südumbruchs auf der
Markus-Semmler-Sohle in Bad Schlema
(© Wismut GmbH)
Foto rechts:
Rückbau des Fördergerüsts am Schacht 398
im Grubenfeld Süd des Standorts Königstein
(© Wismut GmbH)

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| 21
Projekt mit dem Sächsischen Oberbergamt
zur Gefahrenabwehr aus dem Altbergbau ab.
Im Ortsteil Frohnau stellte sie die vollständige
Funktionstüchtigkeit der Wasserableitung am
Bierschnabelstolln in die Sehma her.
In Aue sanierte die Wismut GmbH die
Zeche 20 als ehemalige Erzverladestelle im
Bereich des Güterbahnhofes. Dort waren vor
allen Dingen radioaktive Kontaminationen zu
beseitigen. Die Deutsche Bahn und die Wis-
mut GmbH waren Projektpartner, die die Sa-
nierungsarbeiten gemeinsam realisierten und
finanzierten. Die Stadt Aue beabsichtigt, den
sanierten Bereich künftig als Gewerbegebiet
zu nutzen.
In Breitenbrunn verwahrte das Unternehmen
mit dem Schacht 337 und den Schürfen 2 und
8 drei weitere Schadstellen.
Auf dem Westplateau der Zentralschachthal-
de am Standort Johanngeorgenstadt, dem
über viele Jahre genutzten Einlagerungss-
tandort für Haldenmaterial, nahm die Wismut
GmbH die abschließende Konturierung, Ab-
deckung und Bepflanzung vor. An der Halde
54 begann sie in Zusammenarbeit mit dem
Zweckverband Wasserwerke Westerzgebirge
die Sanierung. Erste wesentliche Arbeiten wa-
ren der Abbruch einer Kläranlage. Die Sanie-
rung der Halde Haldenaufbereitung setzte das
Unternehmen fort. Im untertägigen Bereich
begann das Unternehmen den letzten Bau-
abschnitt im sogenannten Verwahrbereich
A und im Lagerstättenbereich Neuoberhaus.
In Schneeberg setzte die Wismut GmbH die
Arbeiten zur Grubenbauverwahrung im Be-
reich des Kirchplatzes und dem unmittelbar
angrenzenden Stadtzentrum fort. Die Sanie-
rungsarbeiten beauftragen die Wismut GmbH
und das Sächsische Oberbergamt dort ge-
meinsam, da die Bergbautätigkeit der SAG-/
SDAG Wismut den seinerzeit vorhanden Alt-
bergbau überprägt hat. Wesentliches Ziel der
Arbeiten ist neben der Sicherung der Tages-
oberfläche die Minderung der Beeinflussung
von Wohngebäuden durch aus dem Gruben-
gebäude austretende Radongase.
Im Gemeindegebiet Wolkenstein setzte das
Unternehmen die Arbeiten zur Sicherung ta-
gesnaher Grubenbaue und zur Beseitigung
von Schadstellen fort. Im Bereich des Ganges
Parallel nahm das Unternehmen u. a. die Si-
cherungsarbeiten unter der Bundesstraße 171
und der Zufahrt zur Ortslage Himmelreich vor.
Die Verwahrung des Schachtes 138 schloss
das Unternehmen ab.
Sanierungsarbeiten im ehemaligen
Zinnerz- und Spatbergbau an einzelnen
Standorten
Die bundeseigene Gesellschaft zur Verwah-
rung und Verwertung von stillgelegten Berg-
werksbetrieben mbH (GVV) setzte die im Jahr
2011 begonnenen Arbeiten zur „Herstellung
der dauerhaften Stand- und Hochwassersi-
cherheit sowie Endverwahrung der Indust-
riellen Absetzanlage Bielatal (IAA)“ fort. Das
Grundwasserforschungsinstitut Dresden
machte im Berichtsjahr Technikumsversuche
mit Analysen zum Erreichen der notwendigen
Wasserqualität für die Einleitung gefasster
Haldensickerwässer in die Kleine Biela. Ziel
der Versuche ist u. a. die weitgehende Eli-
minierung von Arsen durch Belüftung des
Drainagewassers.
Die GVV setzte im Berichtsjahr die Sanierung
des Entwässerungsstollns der ehemaligen
Zinngrube Altenberg fort. Im 3. Quartal be-
endete sie die Arbeiten zur geotechnischen
Sicherung. Im Juli 2012 begann sie im Ent-
wässerungsstollen die Arbeiten zur Wasser-
haltung und Sohlbefestigung.
Die Zinnerz Ehrenfriedersdorf GmbH schloss
gegen Ende des Berichtszeitraumes die
Sanierungsarbeiten zur Sicherung der Un-
terquerung der Bundesstraße 95 im Tiefen
Sauberger-Stolln ab. Weiterhin beendete das
Unternehmen die Sanierungsarbeiten auf
dem Norddamm der Spülhalde 1 als vorge-
zogene Maßnahmen der Gefahrenabwehr zur
Gesamtsanierung des Standorts.
Foto links:
Sanierung Wismut-Altstandort Halde
– Haldenaufbereitung (© Wismut GmbH)
Foto rechts:
Sanierung Wismut-Altstandort Schacht 138
Wolkenstein-Gehringswalde – Hängebühne und
Sanierung Schachtkopfbereich (© TS Bau GmbH)

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22 |
Sanierung Braunkohlenbergbau
Die Bundesrepublik Deutschland und der
Freistaat Sachsen haben in die Braunkohle-
sanierung der sächsischen Teile der Lausitz
und Mitteldeutschlands seit dem Jahr 1991
nahezu 3,9 Mrd. Euro, davon mehr als 870
Mio. Euro sächsische Landesmittel investiert.
Der Freistaat Sachsen trägt damit einen er-
heblichen Anteil an der größten Landschafts-
baustelle Europas. Am 9. Oktober 2012 haben
Bund und die ostdeutschen Braunkohleländer
für die Laufzeit der Jahre 2013 bis 2017 ein
weiteres Verwaltungsabkommen zur Braun-
kohlesanierung mit einer Finanzausstattung
von insgesamt 770 Mio. Euro geschlossen.
Schwerpunkte der zukünftigen Sanierungs-
tätigkeit werden die Sicherung und Gewähr-
leistung der Standsicherheit von Innenkip-
penbereichen, die abschließende Flutung der
Bergbaufolgeseen und die Gewässergüteent-
wicklung sein. Zur Gefahrenabwehr wegen
dem Grundwasserwiederanstieg stehen Kom-
plexmaßnahmen und Einzelobjektsicherung
gegen die Vernässung und zur dauerhaften
Gewährleistung der geotechnischen Stand-
sicherheit im Mittelpunkt.
Der Freistaat Sachsen verfolgt mit einem Teil
der eingesetzten Mittel weiter das Ziel, den
Folgenutzungsstandard um die Tagebaurest-
seen zu erhöhen. Schlüsselprojekte sind dabei
die Herstellung weiterer schiffbarer Verbin-
dungen zwischen den Seen. Die Maßnahmen
sind darauf ausgerichtet, in den nächsten
Jahren weitere Investoren, insbesondere für
ein breites touristisches Angebot zu gewin-
nen. Hierfür stellt der Freistaat Sachsen 44
Mio. Euro Landesmittel im Zeitraum 2013 bis
2017 zur Verfügung.
Organisation der Braunkohlesanierung
Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-
Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) ist
Rechtsnachfolgerin der nach der Wie-
dervereinigung nicht privatisierungsfä-
higen Braunkohlenbetriebe und für die-
sen Bereich Unternehmerin im Sinne des
Bundesberggesetzes.
Für bereits vor der Wiedervereinigung einge-
stellte Braunkohlenbetriebe trägt die LMBV
keine bergrechtliche Verantwortung. Soweit
auf oder von den Flächen der eingestellten
Betriebe Gefahren bergbaulichen Ursprungs
ausgehen, ist das Sächsische Oberbergamt
die für den Freistaat Sachsen zuständige
Behörde nach dem Sächsischen Polizeige-
setz. Damit kann es alle erforderlichen Maß-
nahmen anordnen, die zur Abwendung von
Gefahren bzw. der Aufrechterhaltung oder
Wiederherstellung der öffentlichen Sicherheit
notwendig sind. Die wichtigsten Schutzgüter
der öffentlichen Sicherheit, Leben, Gesund-
heit und Eigentum, stehen dabei im Mittel-
punkt der Bewertungen.
Von den notwendigen Gefahrenabwehr- und
Sanierungsmaßnahmen um diese älteren Ta-
gebaurestseen sind mittlerweile eine größere
Anzahl von Anwohnern, Gewerbetreibenden
und sonstigen Nutzern betroffen. Der an-
haltende Grundwasserwiederanstieg nach
Einstellung der Entwässerungsmaßnahmen
der Braunkohlenwirtschaft zu Beginn der
1990er-Jahre hat zu Beeinträchtigungen
der Standsicherheit der Geländeoberfläche
geführt. Um Gefahren zu begegnen, ist es
erforderlich, betroffene Bereiche näher zu
untersuchen und nötigenfalls zu sanieren.
Dabei kommt es zu Einschränkungen durch
Sperrungen, Betretungs- und Nutzungsver-
boten oder notwendigen baulichen Verän-
derungen. Mit der Ausführung der Arbeiten
hat das Sächsische Oberbergamt die LMBV
als Projektträgerin beauftragt. Personen, die
durch Gefahrenabwehrmaßnahmen betroffen
sind, steht für die ihnen durch Maßnahmen
entstandene Schäden eine angemessene
Entschädigung zu. Das Sächsische Ober-
bergamt und die LMBV haben Einzelheiten
in einer sogenannten Polizeivereinbarung
festgelegt. Gemeinsames Ziel ist die zügige
Foto links:
Bau der schiffbaren Verbindung Spreetal-
Sabdtroder See – Überleiter 1 (© LMBV)
Foto rechts:
Bau Schiffsanleger am Geierswalder See
(© LMBV)

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Entschädigung Betroffener. Ansprechpartner
zur Geltendmachung der Ansprüche ist die
LMBV.
Der Freistaat Sachsen bedient sich der LMBV
zum überwiegenden Teil auch als Projektträ-
gerin für die Maßnahmen zur Erhöhung des
Folgenutzungsstandards nach § 4 VA Braun-
kohlesanierung. Hierzu haben das Sächsische
Oberbergamt und die LMBV für die Laufzeit
des Verwaltungsabkommens zur Braunkoh-
lesanierung im Zeitraum 2013 bis 2017 eine
Vereinbarung geschlossen.
Die LMBV hatte am Ende des Berichtszeit-
raumes 628 aktive Beschäftigte (Dezember
2011: 697), davon 61 Auszubildende. 210
Beschäftigte waren im Freistaat Sachsen
tätig. Das Unternehmen generiert mit Auf-
trägen zu verschiedenen Ingenieur- und
Bauleistungen insbesondere in den Regio-
nen um die Tagebaurestlöcher eine erhebliche
Beschäftigungswirkung.
Die Bundesrepublik Deutschland und die
Braunkohlenländer finanzierten die Braun-
kohlesanierung im Jahr 2012 aus dem Vierten
Verwaltungsabkommen zur Braunkohlesa-
nierung vom 2. Juli 2007. Berichtszeitraum
setzten die Finanziers im Freistaat Sachsen
Sanierungsmittel von etwa 71 Mio. Euro ein
(Vergleich 2011: 82 Mio. Euro).
Die Sanierungsmittel standen für die drei
Programmteile des Verwaltungsabkommens
zur Verfügung:
die Grundsanierung im Rahmen der
Rechtsverpflichtungen der LMBV (§ 2 des
Verwaltungsabkommens) mit der Finan-
zierung der Ausgaben von 75 Prozent
durch den Bund und 25 Prozent durch
das Land,
die Abwehr von Gefährdungen im Zu-
sammenhang mit dem Wiederanstieg
des Grundwassers (§ 3 des Verwaltungs-
abkommens) sowie sonstige Maßnahmen
mit der Finanzierung der Ausgaben von je
50 Prozent durch den Bund und das Land
und
die Maßnahmen zur Erhöhung des Fol-
genutzungsstandards (§ 4 des Verwal-
tungsabkommens) mit der Finanzierung
der Ausgaben durch das Land und Eigen-
mitteln der Vorhabensträger.
Der Bund und die Länder treffen die grund-
sätzlichen Entscheidungen zur Umsetzung
des Verwaltungsabkommens im Steuerungs-
und Budgetausschuss für die Braunkohlesa-
nierung (StuBA). Der Freistaat Sachsen ist
in dem Ausschuss durch das Sächsische
Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und
Verkehr (SMWA) und das Sächsische Staats-
ministerium für Umwelt und Landwirtschaft
(SMUL) vertreten. Der StuBA führt viertel-
jährlich Beratungen durch, in denen er zu
den geplanten Maßnahmen entscheidet. Zur
Unterstützung unterhält er die Bund-Länder-
Geschäftsstelle für die Braunkohlesanierung.
Die etwa 20 Mitarbeiter der Geschäftsstelle
übernehmen für die Finanziers in wesentli-
chen Teilen das vor- und nachlaufende wirt-
schaftliche sowie technologische Controlling
für alle Projekte.
Projektkonkrete Entscheidungen zur Geneh-
migung im mittleren und kleinen Umfang
treffen die in den Sanierungsbereichen Ost-
sachsen und Westsachsen eingerichteten
Sanierungsbeiräte. Diese geben weiterhin
Empfehlungen an den StuBA. In den Sanie-
rungsbeiräten waren im Berichtszeitraum das
Sächsische Oberbergamt, die regional zustän-
dige Landesdirektion und der jeweilige Regio-
nale Planungsverband stimmberechtigt.
Aktuelle Entwicklungen der
Braunkohlesanierung
Die LMBV arbeitete im Berichtsjahr mit er-
heblichem Einsatz an der Bewertung der in
den Jahren 2010 und 2011 als instabil einge-
stuften Innenkippenbereiche der ehemaligen
Tagebaue. Hiervon sind im Wesentlichen ehe-
malige Tagebaue im Lausitzer Revier, sowohl
im Freistaat Sachsen als auch im Land Bran-
denburg betroffen. Zur Unterstützung der
LMBV war der aus international anerkannten
Wissenschaftlern der Geotechnik gebildete
„Geotechnische Beirat bei der LMBV“ tätig.
Mit dessen Unterstützung fanden geotech-
nische Analysen aller Innenkippenbereiche
der Lausitz und Feldversuche zur Entwicklung
ergänzender Sanierungsmaßnahmen statt.
Ein erstes wesentliches Arbeitsergebnis dieser
Untersuchungen ist, dass die Instabilität der
Innenkippen in der Regel mit ungewöhnlich
hohem Porendruck in Verbindung mit dem
Grundwasserwiederanstieg einhergehen.
Deshalb sind Sanierungsmaßnahmen zu
entwickeln oder zu verfeinern, die kritische
Porendrücke in der Entstehung vermeiden
oder bestehenden hohen Fluiddruck abbauen.
Dafür kommen insbesondere die Anlage von
Drainagesystemen für kleinräumig zu schüt-
zende Objekte und Verfahren zur schonenden
Verdichtung von Kippenmassen in Frage.
Zu den mit Gefährdungspotenzial eingeord-
neten Kippen außerhalb der Bergaufsicht
der LMBV erließ und änderte das Sächsische
Oberbergamt im Jahr 2012 mehrere Allge-
meinverfügungen mit Betretungsverboten
oder bestimmten Nutzungseinschränkun-
gen. Die Allgemeinverfügungen machte es
ortsüblich und im Internetauftritt bekannt.
Die LMBV bietet über ihren Internetauftritt
ein umfangreiches Informationsangebot zu
aktuellen Sperrflächen.
Das Sächsische Oberbergamt und die LMBV
haben die vor den Grundbruchereignissen be-
gonnenen Planungen komplexer Sanierungs-
maßnahmen an mehreren Bergbaufolgeseen
außerhalb der bergrechtlichen Verantwortung
Foto:
Hochwasserentlastungsanlage von der
Weißen Elster zum Zwenkauer See (© LMBV)

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24 |
der LMBV fortgesetzt. Im sächsischen Teil der
Lausitz betrifft das vor allem den touristisch
intensiv genutzten Knappensee, dessen Sanie-
rungsvorbereitung auf Hochtouren läuft.
Als Komplexmaßnahme setzte die LMBV im
Berichtsjahr die Sanierung der Ostuferbö-
schung des Silbersees fort. Über das gesamte
Ostufer führt eine Güterfernverkehrtrasse der
Deutschen Bahn. Die nicht sanierte Böschung
war wegen dem eingetretenen Grundwasser-
wiederanstieg nicht mehr standsicher. Mit-
tels Rütteldruckstopfverdichtung, bei der das
beauftragte Unternehmen in einem engen
Raster Schottersäulen bis zu 40 m unter Bö-
schungsoberkante einrüttelt, erreicht der Kip-
penbereich die künftig dauerhaft notwendige
Standfestigkeit, um wieder als Eisenbahntras-
se nutzbar zu sein. Während der Sanierungs-
arbeiten kam es zu mehreren Rutschungen
im noch nicht verdichteten Kippenbereich.
Personen und die eingesetzte Technik, die wie
vorgeschrieben vom sanierten Bereich aus
arbeiteten, kamen nicht zu Schaden.
Im 2. Halbjahr 2012 setzte im tagebaunahen
Bereich der Spree und ihrer südlichen Zuflüs-
se eine zunehmende Eisenbelastung durch
diffusen Eintrag von Grundwasser ein. Auf
sächsischem Gebiet ist davon insbesondere
der Zuflussbereich zur Talsperre Spremberg
betroffen. Die LMBV und der Freistaat Sachsen
begannen mit der Erarbeitung von Abwehr-
und Schutzmaßnahmen. Bereits mit kurz-
fristig wirkenden Maßnahmen beabsichtigen
sie, die Eisenhydroxid-Belastung der Spree
deutlich zu reduzieren und mit mittel- und
langfristigen Maßnahmen zu minimieren.
Weitere Schwerpunkte der
Grundsanierung nach § 2 des
Verwaltungsabkommens
Im sächsischen Bereich des Partwitzer Sees
schloss die LMBV die Arbeiten zur Sicherung
der Gabionenwand und den Neubau des
Auslaufbauwerkes vom Berzdorfer See zur
Neiße ab. Das Augusthochwasser 2010 hatte
das Auslaufbauwerk vollständig zerstört. Mit
dem Bauwerk sind die vollständige Flutung
des Sees im Jahr 2013 und die notwendige ge-
ordnete Wasserhaltung möglich. Zur Inlake-
Neutralisation des im Jahr 2012 gleichzeitig
endgefluteten Tagebaus Scheibe brachte das
Unternehmen ca. 15.000 t Brandkalk ein. Nach
den mittlerweile vorliegenden Ergebnissen hat
die Pilotmaßnahme den angestrebten Erfolg
und steht damit als weitere anerkannte Inla-
ke-Technik zur Neutralisation weiterer See-
wasserkörper zur Verfügung. Im Tagebaus-
restsee Burghammer schaffte die LMBV durch
die weitere Bekalkung die Voraussetzungen,
für das aus dem Restloch übertretende Wasser
die qualitativen Ausleitbedingungen herzu-
stellen. Im Industriekomplex Schwarze Pum-
pe errichtete das Unternehmen an weiteren
Standorten Haltungs- und Infiltrationsbrun-
nen zur Grundwassersanierung. An mehreren
Stellen des Lausitzer Seenlandes richtete die
LMBV Maßnahmen zur wasserwirtschaftli-
chen Nachsorge aus. Diese waren vor allem
auf den Schutz von Böschungen und die Ver-
hinderung von Kliffbildungen in touristisch
genutzten Bereichen ausgerichtet.
Im Berichtsjahr schloss die LMBV die Siche-
rung der Steinekippe Gestewitz am Witznitzer
See ab. Die Maßnahme diente vor allem dem
Schutz vor fortschreitender Erosion mit-
tels Materialanstützung, dem Auftrag von
kulturfähigem Boden und der geeigneten
Begrünung. Im sächsischen Teil des Tage-
baus Goitsche schloss das Unternehmen die
wasserbaulichen Arbeiten zur Ufersicherung
ab. Am Störmthaler See führte die LMBV die
Ufersicherung der Ostböschung auf einer
Länge von 1,1 km aus. Die durch Kliffbildung
beeinträchtigte Süd-Ost-Böschung setzte sie
umfassend instand. Als dauerhafte und war-
tungsarme Sicherung setzte sie der Uferlinie
vorgesetzte Sandcontainer ein, welche die
Beeinträchtigungen durch Wind und Wellen
minimieren sollen. Im Tagebau Zwenkau stell-
te die LMBV das Einlaufbauwerk von und zur
Weißen Elster nahezu fertig. Die Maßnahme
dient vor allem der Schaffung des notwen-
digen Retentionsraumes für den Hochwas-
serschutz. Das Bauwerk hat drei wesentliche
Bestandteile: das Abschlagsbauwerk in die
Weiße Elster, das Überleitbauwerk mit Ein-
leiterinne in den Zwenkauer See sowie die
Brücke der B 186 über das Überleitbauwerk.
Das Überleitbauwerk hat eine Durchlasska-
pazität von 130 m³ Wasser in der Sekunde
und kann bei voller Auslastung damit zwei
Tage lang mehr als 18 Mio. m³ Wasser aus der
Weißen Elster in den Zwenkauer See aufneh-
men. Am Zwenkauer See beendete die LMBV
zudem weitere Sicherungsmaßnahmen zur
Böschungsabflachung.

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| 25
Weitere Schwerpunkte der Abwehr
von Gefährdungen durch den Grund-
wasserwiederanstieg nach § 3 des
Verwaltungsabkommens
An der Horizontalfilterbrunnenanlage zur
Sicherung der Stadt Hoyerswerda hat die
LMBV nach vier Jahren Dauerbetrieb in ei-
nem Horizontalfilterbrunnen die einzelnen
Filterstränge einer Wartung unterzogen. An
den Hauptsträngen waren keine Ablagerun-
gen von Eisenhydroxidschlamm feststellbar.
Das System kann somit die volle Leistungs-
fähigkeit zur Gefahrenabwehr gegen das
ansteigende Grundwasser erbringen. Die
LMBV schloss auf zwei Teilflächen im Lug-
teichgebiet bei Laubusch den Massenauftrag
zur geotechnischen Sicherung ab. Dazu baute
sie auf einer Fläche von 30 ha ca. 650.000 m³
Erdstoff aus einer benachbarten Hochkippe
ein. In der Gemeinde Lohsa stellte das Un-
ternehmen einen weiteren Abschnitt zur Re-
gulierung der Wasserableitung fertig. Dazu
baute es auf einer Länge von 1.250 m den
„Mittleren Graben“ und auf einer Länge von
800 m den „Südlichen Graben“ aus.
An der Hochkippe Borna errichtete die LMBV
eine temporäre Wasserhaltung zur Einhal-
tung des vorgegebenen Wasserstandes im
Restloch Borna. Die dauerhafte Ableitungsva-
riante entscheidet sich nach Erarbeitung und
Auswahl der Sanierungsvariante der angren-
zenden setzungsfließgefährdeten Hochkippe.
Das Unternehmen schloss im Bereich der ehe-
maligen Deponie Dölitz die Erkundung und
Verwahrung des Tiefbaues Leipzig-Dölitz ab.
Am 3. Bauabschnitt des Loberausbaus nahm
die LMBV Ausgleichs- und Ersatzpflanzungs-
maßnahmen vor. Für den 2. Bauabschnitt des
Loberausbaus präzisierte das Unternehmen
die Planungen und machte zusätzliche um-
weltrelevante Untersuchungen. In der Stadt
Delitzsch sicherte die LMBV im Jahr 2012
durch Errichtung von Betonwannen, die Ver-
füllung von Kellern oder Hausanhebungen
insgesamt 31 Gebäude.
Schwerpunkte zur Erhöhung des
Folgenutzungsstandards nach § 4 des
Verwaltungsabkommens
Schlüsselprojekte des Programmteils sind die
Herstellung von schiffbaren Verbindungen
zwischen den Bergbaufolgeseen und umlie-
genden Fließgewässern. Die Gewässerverbin-
dungen sind zum einen für die Steuerung von
Qualität und Quantität des Flutungswassers
hydraulisch notwendig, weshalb die anteilige
Finanzierung mit Beteiligung der Bundesre-
publik Deutschland über § 2 Verwaltungsab-
kommen Braunkohlesanierung erfolgt, zum
anderen steigern diese das touristische Po-
tenzial der Regionen erheblich. Im Berichts-
jahr führte die LMBV die Bauarbeiten an der
Schleuse des Gewässerverbundes Störmthaler
See-Markkleeberger See weiter. Im Novem-
ber 2012 war damit die erste Schiffshebung
und die Fahrt durch den 850 m langen Kanal
zwischen den beiden Seen möglich. Im Lau-
sitzer Seenland setzte die LMBV den Bau der
schiffbaren Verbindung Spreetal-Sabtrodter
See (Überleiter 1) fort.
Am Berzdorfer See vervollständigte die LMBV
die Hafenanlage und übergab diese der Stadt
Görlitz zur Nutzung. Am Dreiweiberner See
brachte das Unternehmen die Erweiterung
der Strandbereiche in Weißkollm und die Um-
gestaltung des Strandbereichs in Lohsa zum
Abschluss und erweiterte eine Steganlage.
Alle Anlagen übergab sie der Gemeinde Lohsa
zur Nutzung. Im November 2012 begann die
LMBV mit dem Bau eines Schiffs- und Boots-
anlegers am Geierswalder See.
Im Bereich der Stadt Groitzsch ließ die
LMBV einen etwa 3,5 km langen Abschnitt
der Kippenrandstraße ausbauen. Die Ver-
kehrsfreigabe erfolgte im Dezember 2012.
Die Straße dient als wesentlicher Anschluss
an das vorhandene Straßen- und Radwe-
genetz in Richtung Zwenkauer See und
in Richtung Borna. Zur Erschließung des
Schladitzer Sees erbrachte die LMBV im Be-
richtsjahr die trink- und abwasserseitige
Erschließung für den Sportstrand Schla-
ditz. Weiterhin begann das Unternehmen
mit dem Bau der Freianlagen. Dazu baute
sie mehr als 10.000 m³ Sand ein und legte
Wege und Sportfelder an.
Foto links:
Bau der Kanuparkschleuse zur schiffbaren
Verbindung zwischen Markkleeberger und
Störmthaler See (© LMBV)
Foto rechts:
Bautreppe zu einer Hausanhebung (© LMBV)

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26 |
3 Altbergbau
Der Freistaat Sachsen hat eine lange und reichhaltige Bergbaugeschichte. Seit der ersten Blütephase
in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts hat der Bergbau immer wieder einzelne Regionen stark
geprägt. Das belegen heute noch zahlreiche bergbauliche Hinterlassenschaften, d. h. mehrere tausend
Grubengebäude mit zum Teil sehr umfangreichen Auffahrungen und komplexen Wasser- und Wet-
tersystemen sowie Halden und Restlöcher. Insbesondere von dem historischen Bergbau, für den es
heute keine Rechtsnachfolger mehr gibt, gehen jährlich zwischen 150 und 200 bekannte neue Scha-
densereignisse aus. Dabei stürzen alte Grubenbaue ein, die Erdoberfläche senkt sich oder es kommt
zu unkontrollierten Wasseraustritten und Vernässungen. Der Freistaat Sachsen setzt deshalb Mittel
zur notwendigen Gefahrenabwehr für die öffentliche Sicherheit ein.
Andere Hinterlassenschaften des Altbergbaus sind Entwicklungshemmnisse für die wirtschaftliche
Entwicklung oder bergen ein latentes Gefahrenrisiko, insbesondere bei häufiger auftretenden Wetter-
ereignissen infolge des Klimawandels. An Standorten, wo derartige Beeinträchtigungen im erheblichen
Umfang vorliegen, betreibt der Freistaat Sachsen durch geeignete Maßnahmen Vorsorge.

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Akute Gefahrenabwehr
Überblick
Das Sächsische Oberbergamt verzeichnete
im Berichtsjahr 147 neue Schadstellen. Diese
liegen überwiegend in Bereichen, in den sich
dauerhaft oder gelegentlich Menschen auf-
halten. Deshalb gehen von den Schadstellen
in vielen Fällen Gefährdungen der öffentli-
chen Sicherheit aus. Bei einigen Ereignissen
war die Gefahr ohne vorherige Anzeichen so-
fort akut. Um auf die Gefahren unverzüglich
und mit geeigneten Maßnahmen reagieren zu
können, hat das Sächsische Oberbergamt eine
polizeirechtliche Sonderzuständigkeit. Auf
Grundlage der Polizeiverordnung des Säch-
sischen Staatsministeriums für Wirtschaft
und Arbeit über die Abwehr von Gefahren
aus unterirdischen Hohlräumen sowie Halden
und Restlöchern (Sächsische Hohlraumver-
ordnung – SächsHohlrVO) ergreift es alle er-
forderlichen Maßnahmen, um die öffentliche
Sicherheit durch im Altbergbau gefährdende
Ereignisse wiederherzustellen.
Durch Verordnung des Sächsischen Staatsmi-
nisteriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
vom 20. Februar 2012 wurde die Sächsische
Hohlraumverordnung neu gefasst. Neben
redaktionellen Anpassungen sieht die neue
Hohlraumverordnung zusätzliche Gebote zur
Unterhaltung von Einrichtungen zur Gefah-
renabwehr, insbesondere Entwässerungsstol-
len, Bewetterungssysteme und geotechnische
Schutzbauwerke vor. Gleichzeitig werden die-
se Einrichtungen in ein Anzeigeverfahren bei
Änderungen oder Beseitigung einbezogen.
Im Mittelpunkt der Sanierungsarbeiten stan-
den im Berichtsjahr 63 Baustellen, von denen
zwei Baustellen noch der Beseitigung von
Gefahren aus dem Augusthochwasser des
Jahres 2002 dienten. Die Baustellen waren
an den Schadstellen konzentriert, bei denen
Gefahren für Leben, Gesundheit und größerer
Beeinträchtigung von Eigentum bestanden.
Das Sächsische Oberbergamt setzte im Be-
richtszeitraum für die dauerhafte Sicherung
und Sanierung von Gefahrenstellen im Alt-
bergbau Mittel aus dem Landeshaushalt in
Höhe von 12.992.000 Euro ein. Dazu kam
weiter ein Mitteleinsatz aus der Wiederauf-
bauhilfe nach dem Hochwasser des Jahres
2002 in Höhe von 407.000 Euro.
Das Sächsische Oberbergamt schloss für
die Sicherungs- und Sanierungsarbeiten im
Berichtszeitraum insgesamt 67 Verträge.
Weiterhin löste es 36 Sofortaufträge aus.
Diese waren insbesondere bei Schadenser-
eignissen unter öffentlichen Verkehrsflächen
und in Bereichen von Bebauungen mit aku-
ter Gefährdung von Leben, Gesundheit und
Gebäuden sowie für Sachstandsrecherchen
zur Gefährdungseinschätzung notwendig. Für
die Sofortaufträge bedient sich die Behörde
über Rahmenverträge der Leistungen von
gegenwärtig acht Bergbauspezialunterneh-
men. Die Unternehmen bieten ohne Verzug
das gesamte Spektrum von Sicherungs- und
Sanierungsleistungen, das für eine wirksame
Gefahrenabwehr notwendig ist. Insgesamt
arbeitete das Sächsische Oberbergamt im Be-
richtszeitraum mit 11 Sanierungsbetrieben
und neun Ingenieurbüros zusammen. Bei die-
sen Auftragnehmern handelt es sich um klei-
ne oder mittelständische Unternehmen. Die
Erkundungs- und Sanierungsarbeiten zu un-
terirdischen Hohlräumen führen ausschließ-
lich Bergbauspezialunternehmen aus.
Die Bergbehörde gewährleistet die wirtschaft-
lich und technologisch optimale Sanierung
der Gefahrenstellen u. a. durch regelmäßige
Befahrungen und Baustellenkontrollen (An-
zahl im Jahr 2012: 600).
Regionale Schwerpunkte der Gefahrenabwehr
waren der Erzgebirgskreis mit etwa 50 Prozent
des Mitteleinsatzes sowie der Vogtlandkreis
und der Landkreis Sächsische Schweiz-Os-
terzgebirge mit jeweils 20 Prozent des Mit-
teleinsatzes. Die Sicherungsarbeiten bezogen
sich auf folgende Bergbaubereiche:
Mitteleinsatz für Sicherungsarbeiten
Ausgewählte Schadensereignisse
mit akuten Gefahren und Arbei-
ten an Schadstellen mit dringendem
Sanierungsbedarf
In Bräunsdorf (Landkreis Mittelsachsen) kol-
labierten Ende 2011 in unmittelbarer Wohn-
bebauung der Schacht und die Grubenbaue
oberhalb des „Oberen Stollns“. Im Zuge der Si-
cherungs- und Verwahrungsarbeiten der un-
mittelbaren Bruchstelle stellte das Sächsische
Oberbergamt bei der weiteren Erkundung fest,
dass sich die Abbauhohlräume oberflächen-
nah unter die umliegende Wohnbebauung
und die Romanus-Teller-Straße fortsetzen.
Die betroffenen Bereiche ließ es zum einen
Teil vom Schacht ausgehend durch Einbau
eines eingespannten Betonriegels mit auf-
gesetzter Schachtplombe und zum anderen
Teil durch die Verwahrung über Bohrungen
von Übertage sichern.
In Dippoldiswalde (Landkreis Osterzgebirge-
Sächsische Schweiz) meldeten Bewohner
des Heideweges zu Beginn des Jahres Sen-
kungen im Wohngrundstück mit Rissbildun-
gen an massiven Gebäuden. Das Sächsische
Oberbergamt stellte unter dem Bruchbereich
mittels beauftragter Bohrungen einen steil
einfallenden Erzgang mit Hohlräumen in ei-
ner Tiefe zwischen zwei und 22 Metern fest.
Wegen der akuten Gefahren für die Bewohner
ließ das Sächsische Oberbergamt den Gruben-
bau sichern und verwahren.
In Annaberg-Buchholz (Erzgebirgskreis) fiel
am Wohnhaus Karlsbader Straße ein Tages-
bruch. Dabei verschwand ein kompletter Ab-
wassersammelschacht in den Untergrund, das
zulaufende Abwasser ergoss sich Untertage.
Sicherungsarbeiten
2012 in TEuro
2011 in TEuro
Erzbergbau
10.087,5
10.679,8
Steinkohlenbergbau
881,9
1.418,2
Unterirdische Hohlräume
1.008,4
531,4
Braunkohlentiefbau
316,0
356,0
Steine-Erden-Bergbau
137,7
217,8
Ingenieurleistungen
361,6
603,9
Erstsicherungen/Sachstandsanzeigen
199,1
291,9
Insgesamt
12.992,2
14.099,0
Foto:
Sicherungsarbeiten an der Baustelle
Zürcherplatz in Annaberg-Buchholz
(© Schachtbau Nordhausen GmbH)

image
image
28 |
Durch dem von der bisher nur lageungenau
bekannten Fundgrube „Gottes Vertrauen“
ausgehenden Tagebruch bestand eine akute
Gefährdung für das anliegende Wohnhaus
und der hinter dem Wohnhaus aufragenden
sechs Meter hohen Stützmauer zur Schul-
gasse. Das Sächsische Oberbergamt leitete
umgehend Sicherungsmaßnahmen ein. In
der Annaberger Altstadt setzte ein Bergsi-
cherungsunternehmen die Sicherungs- und
Verwahrungsmaßnahmen an den komplexen
Grubenbauen über die Baustellen Zürcher-
platz und Große Kartengasse fort.
In der Gemeinde Sehmatal, Ortsteil Neudorf
(Erzgebirgskreis) traf das bauausführende Un-
ternehmen bei Bohrarbeiten für den Stützmau-
erneubau an der S 268 größere Hohlräume an.
Diese gehören zu einem bisher nicht bekannten
Stollenabschnitt, der sich vier Meter unter dem
Straßenkörper befindet. Die Untersuchungen
ergaben eine Wasserführung mit wahrscheinli-
chen Massenumlagerungen im Stollenbereich.
Dadurch war auch im Zusammenhang mit den
Straßenbauarbeiten ein akutes Bruchgesche-
hen zu befürchten. Das Sächsische Oberberg-
amt ließ den Straßenabschnitt deshalb sperren
und begann mit den Erkundungs-, Sicherungs-
und Verwahrungsarbeiten. Bis zum Jahresende
konnte das beauftragte Bergsicherungsunter-
nehmen den ersten Teilabschnitt der Verwah-
rung abschließen. Im Jahr 2013 setzt das Säch-
sische Oberbergamt die Arbeiten fort.
In Erla-Cransdorf (Erzgebirgskreis) fiel im
September 2012 in einer gewerblichen ge-
nutzten Lagerhalle über einem Schacht ein
Tagesbruch mit einem Durchmesser von sie-
ben Metern an der Tagesoberfläche. Der alte
Schachtausbau war nicht mehr tragfähig.
Im Schacht und dem umliegenden Gruben-
bau staute sich das Wasser, welches weitere
Massenumlagerungen beschleunigte und zur
stetigen Entwicklung des Bruchgeschehens
führte. Dadurch war die Standsicherheit der
Lagerhalle akut gefährdet. Das Sächsische
Oberbergamt begann umgehend mit den Si-
cherungs- und Verwahrungsmaßnahmen, die
bis in das Jahr 2013 reichen.
In der Stadt Marienberg, Ortsteil Gebirge (Erz-
gebirgskreis) ließ das Sächsische Oberbergamt
fortschreitende Senkungen im Bereich des
Wohngrundstückes „Sandweg 5b“ untersuchen.
Bohrungen in unmittelbarer Nähe des Wohn-
hauses ergaben einen tieferreichenden Hohl-
raum, der von einem tonnenlägigen Schacht
oder Abbau ausging. Von dem Hohlraum mit zu
vermutendem weiterer Bruchgeschehen ging
eine akute Gefährdung des Wohnhauses aus.
Das Sächsische Oberbergamt begann mit den
Sicherungs- und Verwahrungsmaßnahmen, die
bis in das Jahr 2013 reichen.
In Trebendorf (Landkreis Görlitz) stellte das
Sächsische Oberbergamt nach Hinweisen der
Gemeinde im Bereich der Wohnbebauung „An
den Gärten“ Senkungen an der Tagesoberflä-
che über dem Förderschacht des Südfeldes
der ehemaligen Braunkohlengrube „Gustav
Adolf“ fest. Der Schacht war lediglich mit
Lockermassen verfüllt. Durch die Änderungen
an der Geländeoberfläche war von weiteren
Umlagerungsprozessen im Untergrund aus-
zugehen. Zur Abwehr der Gefährdung ließ das
Sächsische Oberbergamt den Schachtbereich
erkunden und mit Einbau einer Schachtab-
deckplatte dauerhaft sichern.
Planmäßige Sicherungs- und
Sanierungsmaßnahmen
Neben der akuten Gefahrenabwehr verfolgt
der Freistaat Sachsen das Ziel planmäßiger
Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen.
Diese sind auf die Wiedernutzbarmachung
bergbaulicher Flächen zugunsten der gewerb-
lichen Wirtschaft und den dauerhaften Erhalt
bergbaulicher Entwässerungseinrichtungen
gerichtet. In der Förderperiode des Europäi-
schen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)
für den Zeitraum 2007 bis 2013 stehen dafür
seit Bestätigung der Europäischen Kommis-
sion zur Änderung des Operationellen Pro-
gramms für den Freistaat Sachsen im Jahr
2011 zwei Vorhaben zur Verfügung. Das Säch-
sische Oberbergamt ist für beide Vorhaben
staatlicher Projektträger.
EFRE-Vorhaben 3.7 – Nachträg-
liche Wiedernutzbarmachung in
Bergbauregionen
Das EFRE-Vorhaben 3.7 „Vorhaben für die
gewerbliche Wirtschaft zur nachträglichen
Wiedernutzbarmachung in ehemaligen Berg-
bauregionen“ hat vor allem die Sanierung
von Bergbauhinterlassenschaften des ehe-
maligen Steinkohlenbergbaus in den Re-
vieren Lugau-Oelsnitz, Zwickau und Freital
Foto links:
Baustelle Gefahrenabwehr Karlsbader Straße in
Annaberg-Buchholz – Sicherung der Einbruchsstelle
(© Schachtbau Nordhausen GmbH)
Foto rechts:
Sicherung Schachtkopfbereich in Bräunsdorf
(© Sächsisches Oberbergamt)

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| 29
zum Ziel. Wesentliche Maßnahmen sind die
nachträgliche Wiedernutzbarmachung der
durch Bergbau beeinträchtigten Oberfläche
(Halden und andere Betriebsflächen) und die
Sicherung von unterirdischen Hohlräumen in
baulich genutzten Gebieten. Das Sächsische
Oberbergamt bereitet einzelne Projekte vor.
Mit den Kommunen und anderen Betroffenen
stimmt es die Projekte nach planungsrecht-
lichen und regionalplanerischen Vorgaben
ab. Zur Genehmigung der Projektanträge
entscheidet ein Sanierungsbeirat unter Lei-
tung des SMWA. Weitere stimmberechtigte
Mitglieder sind das SMI und das Sächsische
Oberbergamt, beratenden Status haben das
LfULG und der Regionale Planungsverband.
Für Maßnahmen zum Vorhaben setzte das
Sächsische Oberbergamt im Berichtsjahr Mit-
tel in Höhe von 1.846.000 Euro ein. Für die drei
größeren sächsischen Steinkohlenreviere ließ
es von Ingenieurbüros Standortsanierungs-
konzepte erstellen, aus denen es in der Folge
die prioritären und im Rahmen des Vorhabens
umsetzbaren Sanierungsmaßnahmen ableitet.
Nach Fertigstellung der Standortsanierungs-
konzepte traf das Sächsische Oberbergamt
mit dem in der Förderperiode zur Verfügung
stehenden Mitteln eine Projektauswahl und
legte diese mit einzelnen Beschreibungen
dem Sanierungsbeirat zur Genehmigung vor.
Nach den Genehmigungen begann das Säch-
sische Oberbergamt mit der Planung einzelner
Projekte. Zu den bereits zuvor als prioritär
eingeordneten und begonnenen Baupro-
jekten setzte das beauftragte Unternehmen
die Sanierung des Karl-Marx-Schachtes I
mit Beharrlichkeitsschacht in Zwickau fort.
Das Unternehmen nahm umfangreiche
Bohrerkundungen zu Hohlräumen und dem
Verfüllzustand der Schachtsäulen und anlie-
genden Bergbauanlagen vor. Weiter arbeitete
es an der dauerhaft standsicheren Verpres-
sung der Hohlräume mit einer für die Verwah-
rung geeigneten speziellen Betonsuspension.
Zur Sanierung der Kettenberghalde in Freital
erbrachte der Auftragnehmer die wesentli-
chen Bauleistungen zur Massenumlagerung
und künftigen Konturierung des Geländes
sowie für das Anlegen eines geforderten
Regenrückhaltebeckens.
EFRE-Vorhaben 5.6 – Bergbauliche
Entwässerungssysteme
Das EFRE-Vorhaben 5.6 „Vorhaben zur Siche-
rung und zum Ausbau von bergbaulichen Ent-
wässerungssystemen“ hat Maßnahmen der
Grubenentwässerung im alten Erzbergbau mit
Verringerung der Nachteile gegenüber vom
Altbergbau unbelasteten Regionen zum Ziel.
Die Projekte im Vorhaben dienen hauptsäch-
lich der Herstellung der dauerhaft wirksamen
Funktionsfähigkeit von Wasserlösestollen in
größeren Bergbaurevieren. Diese liegen vor
allem im Erzgebirge und Erzgebirgsvorland
um Freiberg. Der dauerhafte Erhalt der berg-
baulichen Entwässerungseinrichtungen ist
eine wesentliche Voraussetzung für stabile
hydrauliche und geotechnische Verhältnis-
se in den eingestellten Gruben und an der
Tagesoberfläche. Er dient damit dem Schutz
der Infrastruktur in den Bergbauregionen
und mindert in erheblichem Umfang Schä-
den an Verkehrswegen, der Bebauung und
Medienträgern. Die im Sächsischen Ober-
bergamt vorbereiteten Projekte genehmigt
deren Leiter, der Oberberghauptmann, als
Sachentscheidungsebene.
Für Maßnahmen zum Vorhaben setzte das
Sächsische Oberbergamt im Berichtsjahr
Mittel in Höhe von 5.623.000 Euro ein. Dazu
hatte es im Berichtsjahr bereits 11 Maßnah-
men in unterschiedlichen Phasen der Umset-
zung. Diese fanden an den Bergbauanlagen
Aaron-Stolln (Johanngeorgenstadt), Tiefer
Weißtaubner Stolln (Marienberg/Pobershau),
Tiefer Hirtenstolln (Geyer), Rother und Weißer
Löwe Stolln (Breitenbrunn), Walfischstolln
(Pobershau), Grubengebäude der Fortuna/Se-
gen Gottes Stolln (Breitenbrunn), Blei- und
Silberzecher Stolln (Thum), Sankt-Johannes-
Erbstolln (Erla-Cransdorf), Tiefer Wolf Stolln
(Siebenlehn), Seiffener Pingen (Seiffen) und
König-David-Hilfsstolln (Klipphausen/Schar-
fenberg) statt.
Das SMWA, das Sächsische Oberbergamt
und das mit der Bauausführung beauftrag-
te Unternehmen Schachtbau Nordhausen
GmbH richteten an der Baustelle „Tiefer
Hirtenstolln“ in Geyer am 12. Mai 2012 ei-
nen Tag der offenen Tür aus. Dort stellten
sie die Maßnahme vor. Zahlreiche Besucher
nutzten die Gelegenheit, das Projekt Un-
ter- und Übertage zu besichtigen. Der Hö-
henrettungszug der Freiwilligen Feuerwehr
Annaberg-Buchholz demonstrierte in einer
aktionsreichen und realitätsnahen Übung die
Bergung von Untertage.
Foto links:
Aufwältigung mit Stahlausbau (© BTOe – Bergbau-
und Tiefbau GmbH Oelsnitz/Erzgebirge)
Foto rechts:
Sanierung Karl-Marx-Schachtes I in Zwickau
(© Sächsisches Oberbergamt)

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30 |
Zusammenarbeit mit der
Tschechischen Republik
— Ziel 3
Die grenznahen Gebiete im Freistaat Sachsen
und der Tschechien Republik sind seit Jahr-
hunderten von einer ähnlichen Bergbauent-
wicklung geprägt. Nachbergbaulich ergeben
sich deshalb zum Teil gleiche oder ähnliche
Aufgaben. Das Sächsische Oberbergamt ist
Projektpartner in grenzübergreifenden Pro-
jekten, aus den alle beteiligten Partner Vor-
teile ziehen können.
Gebietsprojekt VODAMIN
In dem Projekt arbeiten die Regionalverwal-
tung des tschechischen Bezirks Usti nad Labem
(Lead-Partner), das LfULG, die Stadt Oelsnitz/
Erzgebirge und das Sächsische Oberbergamt
zusammen. Die Partner verfolgen das Ziel,
konkrete grenzüberschreitende Arbeitsschritte
zur Bewältigung wachsender Herausforderun-
gen in den ehemaligen Bergbaugebieten zu
realisieren. Die Herausforderungen ergeben
sich aus der durch viele und lange Bergbau-
perioden eingetretenen Beeinträchtigung des
Gewässerhaushalts. Negative Auswirkungen
bestehen durch großflächige und langfristige
Veränderungen von Wassermenge und –be-
schaffenheit sowohl bei Grund- und Sicker-
wasser als auch bei Oberflächen- und Gruben-
wasser. In den Gebieten steht die Umsetzung
der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie
deshalb vor besonderen Herausforderungen.
Zentrales Projekt für das Sächsische Ober-
bergamt ist die Errichtung einer Tiefen
Grundwassermessstelle in Oelsnitz. Diese
dient der mittel- und langfristigen Beobach-
tung des Grubenwasseranstiegs, um genaue
Prognosen und notwendige Maßnahmen für
den Übertritt des Grubenwassers in die Ober-
flächengewässer ableiten zu können. Hierzu
fanden im Berichtsjahr Grundlagenermittlun-
gen und Planungen statt. Weitere Projekte
sind Studien zu den Folgen des Grundwas-
serwiederanstiegs im Steinkohlenrevier und
zu den Auswirkungen der Haldensickerwässer
auf die Infrastruktur.
Das Sächsische Oberbergamt richtete zum
Projekt ein eigenständiges Fachkolloquium
beim Freiberger Forschungsforum (63. Berg-
und Hüttenmännischer Tag) im Juni 2012 aus.
Dazu trugen acht Referenten aus Deutsch-
land, Tschechien und Polen zu den „Recht-
lichen Grundlagen der Bergbausanierung“
vor. Die Vorträge nutzten 89 Teilnehmer zur
Informationsaufnahme und zum Austausch
mit Fachkollegen. Im Rahmen des Projekts
richtete das Sächsische Oberbergamt in Ko-
operation mit der Stadt Zwickau und dem
Planungsverband Region Chemnitz am 19.
und 20. September 2012 die 8. Internatio-
nale Bergbaukonferenz in Zwickau aus. Im
Mittelpunkt der Konferenz mit mehr als 100
Teilnahmern standen Themen zum aktuellen
Stand und dem Ausblick zur Bewältigung der
Bergbauhinterlassenschaften in den ehema-
ligen sächsischen Steinkohlerevieren sowie
eine Exkursion zu ausgewählten vom Bergbau
geprägten Zielen in den Steinkohlerevieren
Zwickau und Lugau-Oelsnitz.
Projekt ArcheoMontan
In dem Projekt arbeiten das Landesamt für
Archäologie (Lead-Partner), der Tschechische
Geologische Dienst, das Institut für archäo-
logische Denkmalpflege, das Museum Kar-
lovy Vary und das Sächsische Oberbergamt
zusammen. Die Projektpartner erkunden,
erfassen und erforschen Altbergbaurelik-
te ausgewählter Untersuchungsregionen
im Erzgebirgsraum. Archäologen, Gra-
bungstechniker, Bergingenieure, Historiker,
Vermessungsingenieure, Geologen, Mine-
ralogen, Restauratoren und Museologen
verrichten dazu wissenschaftliche und
ingenieurtechnische Arbeiten. Das Projekt
begann am 31. Januar 2012 und endet im
November 2014.
Das Sächsische Oberbergamt überarbeitet
bzw. erstellt im Projekt ausgewählte Berg-
schadenkundliche Analysen (BSA) mit ver-
stärktem historischem Bezug. Die Gutachten
dienen einerseits der weiteren Aufhellung
der sächsischen Bergbaugeschichte, sind
andererseits aber auch wesentliche Grund-
lage zur Bewertung von Gefahren aus dem
Altbergbau und der Festlegung notwendiger
Sicherungsarbeiten. Im Berichtsjahr erteilte
das Sächsische Oberbergamt Aufträge zur
Überarbeitung/Neubearbeitung der BSA Dip-
poldiswalde, Reichenau, Frauenstein, Nieder-
pöbel und Sadisdorf. Die vorhandenen BSA,
zumeist aus den 1970er-Jahren, genügen
nicht mehr den aktuellen Anforderungen, da
diese lageungenau sind und die analogen Da-
ten nicht in die digital gestützten Systeme des
Landesamtes für Archäologie und des Säch-
sischen Oberbergamtes überführbar sind. Die
BSA sollen gegen Ende 2013 vorliegen. Das
Sächsische Oberbergamt pflegt die Daten in
das digitale Altbergbaukataster ein. Das Lan-
desamt für Archäologie soll nach Fertigstel-
lung auf die Daten zugreifen können.
Besucherbergwerke und
sonstige zur Besichtigung
freigegebene untertägige
Objekte
In Sachsen bestanden zum Ende des Be-
richtsjahres 55 Besucherbergwerke, acht
unterirdische Hohlräume mit begehbaren
Gangsystemen, eine Besucherhöhle und acht
von Interessengemeinschaften oder Vereinen
betreute Objekte des historischen Bergbaus.
Die Besucherbergwerke im Freistaat Sachsen,
insbesondere in und um die traditionsreichen
historischen Bergstädte des Erzgebirges, wa-
ren auch im Jahr 2012 wichtige touristische
Anziehungspunkte. Zusammen zählten sie
2012 rund 276.000 Besucher.
Die Betreiber waren in vielen bergbaulichen
Objekten damit beschäftigt, die Attraktivität
der Anlagen durch Erhaltungs- und Aus-
baumaßnahmen weiter zu steigern. Dafür
setzen sich in den Besucherbergwerken und
den anderen zur Besichtigung freigegebe-
nen Objekten 136 Mitarbeiter in Voll- oder
Teilzeitbeschäftigung ein. Wesentlich für
die Präsentation der zahlreichen Sachzeu-
gen des Bergbaus ist die Arbeit der vielen
ehrenamtlichen Helfer, die im Berichtsjahr
nahezu 48.000 Arbeitsstunden leisteten.
Eine Übersicht zur regionalen Verteilung der
Besucherbergwerke, Besucherhöhlen und
sonstigen zur Besichtigung freigegebenen
unterirdischen Hohlräume gibt die folgende
Karte. Detaillierte Kontaktinformationen zu
den Anlagen stehen im Internet unter
www.bergbau.sachsen.de/8173.html bereit.
Foto:
Errichtung Stollenmundloch als Zugang zum
Sankt-Johannes-Erbstolln (© TS Bau GmbH)

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| 31
Sächsisches Oberbergamt
Besucherbergwerke und sonstige
zur Besichtigung freigegebene Objekte
Stand: 12/2012
Quelle: Sächsisches Oberbergamt Freiberg
u. Ä.

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32 |
4 Bergverwaltung und amtliche Rohstoffgeologie
Das Bundesberggesetz enthält zum Aufbau der Berg- und Geologiebehörden keine Bestimmungen. Die
Länder regeln die Einrichtung der Behörden im Rahmen des § 142 BBergG in eigener Verantwortung.
Im Freistaat Sachsen sind Bergverwaltung und amtliche Rohstoffgeologie zwei verschiedenen Ressorts
zugeordnet, einerseits die Bergverwaltung dem SMWA, andererseits die Rohstoffgeologie dem SMUL.
Die Bergbehörden der Länder und das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie arbeiten im
Länderausschuss Bergbau zusammen. Dort stimmen sie die Rechtsanwendung und den Verwaltungs-
vollzug zum Bundesberggesetz und zu anderen gesetzlichen und untergesetzlichen Regelungen ab.

| 33
Aufgaben und Aufbau
Der Freistaat Sachsen hat eine zweistufige
Bergverwaltung. Das Sächsische Staatsminis-
terium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr ist
oberste Bergbehörde, das Sächsische Ober-
bergamt obere Bergbehörde. Das Sächsische
Oberbergamt hat seinen Sitz in Freiberg.
Das Sächsische Oberbergamt übt im Freistaat
Sachsen als Fach- und Vollzugsbehörde die
staatliche Aufsicht über den Bergbau aus. Das
gilt gleichermaßen für den aktiven Bergbau
Über- und Untertage als auch für den Sa-
nierungsbergbau. Die Zuständigkeit umfasst
die Zulassung bergbaulicher Vorhaben, die
Finanzierung des Sanierungsbergbaus, die
Überwachung der betrieblichen Sicherheit,
des Arbeits- und Gesundheits- sowie des
Umweltschutzes und die Rohstoffsicherung.
Die bergrechtlichen Zulassungsverfahren
umfassen auch Entscheidungen nach ande-
ren Rechtsbereichen. Das Sächsische Ober-
bergamt hat deshalb Sonderzuständigkeiten
im Wasser-, Immissionsschutz-, Abfall- und
Arbeitsschutzrecht. Die polizeirechtliche Son-
derzuständigkeit für die Abwehr von Gefah-
ren aus dem Altbergbau einschließlich Halden
und Restlöcher ohne Rechtsnachfolger und
anderen unterirdischen Hohlräumen liegt
ebenfalls beim Sächsischen Oberbergamt.
Das Sächsische Oberbergamt hat seine Auf-
bauorganisation im Jahr 2012 einer umfas-
senden Untersuchung unterzogen. Die Unter-
suchung hatte das Ziel, die Verwaltung mit
den zur Verfügung stehenden Ressourcen auf
die Herausforderungen der nächsten Jahre
auszurichten. Infolgedessen änderte die Be-
hörde den Aufgabenzuschnitt und die –ver-
teilung wesentlich. Seit Beginn des Jahres
2013 gilt eine neue Struktur (s. Anlage 1). Das
Sächsische Oberbergamt gliedert sich weiter
in drei Abteilungen. Die Abteilung 1 ist für die
Zentralen Dienste, Recht und Controlling zu-
ständig. Die Abteilung 2 nimmt die Aufgaben
zum Braunkohlenbergbau und Steine-Erden-
Bergbau wahr. Die Abteilung 3 ist für den
Untertagebergbau, das Markscheidewesen
und den Altbergbau zuständig.
Die Bergbehörde hatte am 31. Dezember 2012
72 Beschäftigte. Die Bediensteten waren fol-
genden Laufbahngruppen zugeordnet:
Das LfULG nimmt mit seiner Abteilung Geo-
logie die Aufgaben des Staatlichen Geologi-
schen Dienstes im Freistaat Sachsen wahr.
Darin vertritt das Referat Rohstoffgeologie
mit derzeit zehn Mitarbeitern die rohstoff-
geologischen Interessen des Freistaates Sach-
sen. Wesentliche Aufgaben sind die rohstoff-
geologische Landesaufnahme (Vorerkundung,
Erfassung und Bewertung von Rohstoffvor-
kommen, Höffigkeitseinschätzung), die Auf-
bereitung und Veröffentlichung ausgewähl-
ter Daten (z. B. Rohstoffgeologische Karten),
Stellungnahmen, Beratung und Information
für die Politik, Behörden, Hochschulen und
die Wirtschaft sowie die rohstoffgeologische
Information der Öffentlichkeit.
Ein Schwerpunkt der rohstoffgeologischen
Arbeit des Referats Rohstoffgeologie ist die
Erweiterung und Optimierung des Fachin-
formationssystems (FIS) „Rohstoffe“, das
zugleich eine wesentliche Arbeitsgrundlage
ist. Im Berichtszeitraum erfolgten weitere
Erfassungen von Qualitätsparametern der
Braunkohle sowie insbesondere der Steine
und Erden. Dabei aktualisiert das Referat
fortlaufend die Karte der oberflächennah-
en mineralischen Rohstoffe im Maßstab
1:50.000 (KOR50). Das LfULG erweiterte im
Berichtszeitraum das Fachinformationssys-
tem um ein Modul zur Erfassung von Erzen
und Spaten und mit den Daten von derzeit
etwa 140 Erz-und Spatvorkommen. Basie-
rend auf einer ebenfalls hinzuprogrammier-
ten Erweiterung im Fachinformationssystem
„Rohstoffe“ können zudem nun die Daten zu
den Steine- und Erdenvorkommen komplexen
Rohstoffbewertungen unterzogen werden.
Eine wesentliche Bewertung ist z. B. die Karte
der Sicherungswürdigkeit für Steine-Erden-
Rohstoffe, wie sie im Landesentwicklungs-
plan enthalten ist.
Das LfULG stellte 2012 sowohl für unter-
nehmerische Erkundungsarbeiten im Bereich
Erze und Spate als auch für wissenschaftliche
Zwecke im Rahmen der Rohstoffforschung
umfangreiche Daten aus seinen Archiven
sowie Expertenwissen von Mitarbeitern der
Abteilung Geologie zur Verfügung.
Das Geokompetenzzentrum Freiberg e. V.
schloss im Berichtszeitraum mit den an-
deren Partnern, u. a. dem LfULG und dem
Sächsischen Oberbergamt das vom SMWA
finanzierte „Vorprojekt Rohstoffe Sachsen 3
(ROHSA 3)“, welches insbesondere Grundla-
gen und Aufwand eines geplanten Haupt-
projekts „ROHSA 3“ beschreiben soll, ab. Das
Referat Rohstoffgeologie hatte dabei Aufga-
ben des Qualitätsmanagements inne. Ziel des
Hauptprojekts ist die Recherche, Erfassung
und Qualifizierung umfangreicher Primärda-
ten mit Spezialsoftware zu Prognosekarten
für neue Erz- und Spatvorkommen.
Betriebsaufsicht
Am 31. Dezember 2012 standen insgesamt
478 (2011: 484) bergbauliche Betriebe und
Anlagen im aktiven Bergbau und im Sanie-
rungsbergbau mit insgesamt 4.014 (2011:
4.123) direkt Beschäftigten (ohne Sanie-
rungsbetriebe) unter Aufsicht des Sächsi-
schen Oberbergamtes. Die unter Aufsicht
stehenden Betriebe förderten Braunkohle
und Erdwärme sowie alle im regionalen Markt
benötigten Steine- und Erdenrohstoffe, über-
wiegend im Tagebau.
In den Steine-Erden-Betrieben unterliegen
teilweise auch Weiterverarbeitungsanlagen
der Aufsicht der Bergbehörde, weil sie in un-
mittelbarem betrieblichen Zusammenhang
mit den Gewinnungsbetrieben stehen und die
Aufbereitung den Schwerpunkt der Tätigkeit
darstellt. Zu den Weiterverarbeitungsanlagen
zählen insbesondere Transportbetonwerke,
Werksteinweiterverarbeitungsanlagen und
Asphaltmischanlagen. Weiterhin nutzen ei-
nige Betriebe die Aufbereitungsanlagen auch
zum Recycling von Bauschutt.
Nach dem Gesetz zur Vereinheitlichung
der Rechtsverhältnisse bei Bodenschätzen
vom 15. April 1996 arbeiten eine Reihe von
Steine-Erden-Betrieben, die nicht unter die
Bestandsschutzregelungen dieses Gesetzes
fallen, auf Grundlage von Genehmigungen
nach Bundesimmissionsschutz-, Wasser- oder
Technische Beamte/Angestellte
des höheren Dienstes
15
Nichttechnische Beamte/Ange-
stellte des höheren Dienstes
4
Technische Beamte/Angestellte
des gehobenen und mittleren
Dienstes
25
Nichttechnische Beamte/An-
gestellte des gehobenen und
mittleren Dienstes
27
Beamte im Vorbereitungsdienst
für den höheren technischen
Dienst
1
Insgesamt
72
Besetzung Sächsisches Oberbergamt
zum 31. Dezember 2012
Foto:
Betriebsaufsicht durch Befliegung/Granittagebau
Mittweida (© Sächsisches Oberbergamt)

34 |
Baurecht. Diese Betriebe gewinnen überwie-
gend Kiessande und Sande, des Weiteren auch
Festgesteine sowie Spezialton.
Das Referat Rohstoffgeologie im LfULG er-
fasst und bewertet die Lagerstättendaten
sowohl zu den unter Bergaufsicht als auch
zu den nicht unter Bergaufsicht stehenden
Gewinnungsbetrieben auf Steine und Erden.
Dazu befährt es auch die Gewinnungsbetrie-
be, um die sich mit dem Abbaufortschritt
ändernden Erkenntnisse zum Rohstoff und
zur Lagerstättengeologie zu dokumentieren
und im Fachinformationssystem Rohstoffe
zu aktualisieren.
Bei den Sanierungsbetrieben stehen noch
zahlreiche Anlagen der nicht privatisierungs-
fähigen Betriebe des Braunkohlenbergbaus
der ehemaligen DDR, Betriebe des ehema-
ligen Wismutbergbaus und Betriebe des bis
Beginn der 1990er-Jahre beendeten Zinn-
erz-, Spat- und Steinkohlenbergbaus unter
Bergaufsicht.
Bergaufsicht (ausschließlich
Grubenkontrolleure)
Der Bergbau unterliegt, durch Gesetz geregelt,
der Aufsicht durch die zuständige Behörde
(§ 69 Abs. 1 BBergG). Die Betriebsaufsicht
als Kontrolltätigkeit vor Ort ist wesentlicher
Bestandteil der Bergaufsicht. Dazu führte
das Sächsische Oberbergamt im Berichts-
jahr insgesamt 642 Kontrollbefahrungen bei
Steine-Erden-Betrieben, 128 Kontrollbefah-
rungen bei Braunkohlengewinnungs- und Sa-
nierungsbetrieben und 133 Befahrungen im
Untertagebergbau, den Besucherbergwerken
sowie im Zusammenhang mit der Sanierung
der Anlagen des ehemaligen Uranerz-, Zinn-
erz- und Spatbergbaus durch.
Arbeits- und Gesundheitsschutz
Die Bergbauunternehmen zeigten dem Säch-
sischen Oberbergamt im Jahr 2012 insge-
samt 80 meldepflichtige Unfälle mit einem
Arbeitsausfall von mehr als drei Arbeitstagen
an (Vergleich 2011: 75 Unfälle). Die Unfälle
verteilten sich auf Steine-Erden-Betriebe
(44), die Braunkohlenbetriebe (9), die Ge-
winnungsbetriebe im Untertagebergbau (13),
die Wismut GmbH (7), die Bergsicherungsun-
ternehmen (2) und Fremdfirmen (5). Weiter
ereigneten sich drei Wegeunfälle.
Neben der regulären Betriebsaufsicht führt
das Sächsische Oberbergamt regelmäßig Be-
triebskontrollen durch, die im Wesentlichen
auf den Arbeits- und Gesundheitsschutz der
Beschäftigten und der Gefahrenabwehr an den
Arbeitsplätzen ausgerichtet sind. Das Kont-
rollsystem ist insbesondere wegen der hohen
Gefahrenneigung in den Bergbaubetrieben
notwendig. Die Aufgabe ist zwei Grubenkon-
trolleuren übertragen. Im Berichtszeitraum
führten die Grubenkontrolleure in Abstim-
mung mit den zuständigen Betriebsplanbe-
arbeitern insgesamt 270 Kontrollen durch,
davon 31 Untertage, 145 in Tagebauen und
94 an sonstigen übertägigen Betriebsanlagen.
Die Befahrungsergebnisse dokumentierten sie
im Sächsischen Bergbauinformationssystem
(SBIS) des Sächsischen Oberbergamtes. Die
Bergaufsicht und die Kontrollen zum Arbeits-
und Gesundheitsschutz ergänzen sich damit.
Die Ergebnisse aus beiden Bereichen sind für
alle verantwortlichen Mitarbeiter nutzbar. Das
Sächsische Oberbergamt forderte die Berg-
bauunternehmen im notwendigen Umfang
zur Abstellung der festgestellten Mängel auf.
Die sächsische Bergverwaltung gewährleistet
die Arbeitssicherheit der Beschäftigten neben
der Bergaufsicht und dem Vorschriftenwe-
sen auch durch die Bestellung verantwort-
licher Personen. Als Besonderheit enthält
Förderung
mit
ohne
Braunkohlenbergbau
4
0
Steine-Erden-Bergbau
Festgesteinstagebau
101
20
Kies- und Kiessandtagebau
136
37
Kaolintagebau
13
5
Spezialtontagebau
10
4
Lehm- und Tontagebaue
18
8
Kalk- und Dolomitgruben
4
2
Quarz- und Formsandtagebaue
3
2
Fluss- und Schwerspatgruben
0
1
Erdwärme
9
0
Insgesamt
298
79
Braunkohlesanierung
Tagebaue (einschl. Altkippen und länderübergreifende Tagebaue)
28
Brikettfabriken und Schwelerein
13
Kraftwerke, Kesselhäuser
9
Industrielle Absetzanlagen und Spülhalden
3
Sonstige Anlagen
8
Sanierung im Uranerzbergbau
Bergwerke
2
Halden
23
Absetzbecken
1
Sonstige Anlagen
3
Sanierung im Zinnerz-, Spat- und Steinkohlenbergbau
Bergwerke
4
Aufbereitungsanlagen
1
Industrielle Absetzanlagen und Spülhalden
5
Sonstige Anlagen
1
Insgesamt
101
Gewinnungsbetriebe unter Bergaufsicht (Stand: 31. Dezember 2012)
Sanierungsbetriebe unter Bergaufsicht (Stand: 31. Dezember 2012)

image
image
| 35
das Bergrecht gesetzliche Regelungen mit
Bezug auf die Leitung und Beaufsichtigung
der Betriebe. Nach dem Bundesberggesetz
trägt der Unternehmer die Verantwortung
für die Einhaltung bergrechtlicher Pflichten
zur ordnungsgemäßen Errichtung, Führung
und Einstellung des Betriebs. In der Regel
sind durch den Unternehmer zur Erfüllung
der Aufgaben weitere Personen für die Lei-
tung und Beaufsichtigung des Betriebs zu
bestellen. Die verantwortlichen Personen ste-
hen unter hohen Anforderungen. Sie müssen
Zuverlässigkeit, Fachkunde und körperliche
Eignung nachweisen. Unter Angabe der Stel-
lung im Betrieb sowie der Vorbildung sind sie
der zuständigen Bergbehörde sowohl nach
der Bestellung als auch nach dem Ausschei-
den zu benennen.
Daneben hat der Unternehmer nach dem
Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG) und der
Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vor-
sorge zur Unterstützung der Aufgaben zur
Verbesserung des Arbeitsschutzes und der
Unfallverhütung im Betrieb, einen arbeitssi-
cherheitlichen und betriebsärztlichen Dienst
einzurichten oder diese Pflichten auf anderer
Weise zu erfüllen. Der betriebsärztliche Dienst
ist im Wesentlichen als außerbetrieblicher
Dienst organisiert.
Sachverständige
Das Sächsische Oberbergamt erkannte im
Berichtsjahr einen Sachverständigen neu an.
Die am Ende des Berichtsjahres anerkannten
Sachverständigen verteilten sich auf sechs
Fachgebiete.
Fachgebiet
Anzahl
Geotechnik
47
Überwachungsbedürftige
Anlagen
1
Elektrische Anlagen in
Grubenbauen
8
Schacht- und
Schrägförderanlagen
5
Tagebaugroßgeräte
6
Schwimmende Geräte
2
Insgesamt
69
Sachverständige im Bergbau
(Stand: 31. Dezember 2012)
Foto links:
Amtliche Probenahme in einem Kaolinvorkommen
der Westlausitz (© LfULG)
Foto rechts:
Amtliche Probenahme in einem Kiesvorkommen
bei Leipzig (© LfULG)

image
image
36 |
Sächsisches Oberbergamt
Gewinnungsbetriebe
unter Bergaufsicht
Stand: 12/2012
Quelle: Sächsisches Oberbergamt Freiberg, Marktscheidewesen

image
| 37
Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
Gewinnungsbetriebe
nicht unter Bergaufsicht
Stand: 12/2012
Quelle: Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

image
38 |
Quelle: Sächsisches Oberbergamt Freiberg, Marktscheidewesen
Sächsisches Oberbergamt
Sanierungsbetriebe/-anlagen
unter Bergaufsicht
-ohne Altbergbau-
Stand: 12/2012

| 39
Betriebsplanzulassungen und andere
Genehmigungsverfahren
Das Bundesberggesetz sieht für die Errich-
tung, Führung und Einstellung von Aufsu-
chungsbetrieben, Gewinnungsbetrieben und
Betrieben zur Aufbereitung Betriebspläne vor
(§ 51 BBergG). Die Unternehmen stellen die
Betriebspläne auf und reichen diese bei der
Bergbehörde zur Zulassung ein. Das Sächsi-
sche Oberbergamt lässt die Betriebspläne zu,
soweit sie den Anforderungen nach europä-
ischem, bundesdeutschen und sächsischem
Recht entsprechen. Die Unternehmen haben
dazu weitreichende Forderungen des Arbeits-
und Gesundheitsschutzes, einer sicheren Be-
triebsführung und des Umweltschutzes zu
erfüllen. Die Betriebsplanpflicht gilt auch
bei Einstellung eines Bergbauvorhabens im
Falle der Rücknahme, des Widerrufs oder der
Aufhebung einer Erlaubnis, einer Bewilligung
oder eines Bergwerkeigentums.
Die Zulassung bergrechtlicher Betriebspläne,
deren Fristverlängerung, Ergänzung und Ab-
änderung sowie die Kontrolle der Einhaltung
durch Betriebsbefahrungen sind ein Schwer-
punkt der Tätigkeit des Sächsischen Ober-
bergamtes. Zu den Arbeiten gehören auch
das Feststellen der Beendigung der Berg-
aufsicht, Anordnungen und Untersagungen
bei nicht rechtskonformer Betriebsführung
(§ 71 ff. BBergG) und die Befreiung von der
Betriebsplanpflicht für kleinere Vorhaben
(§ 51 Abs. 3 BBergG). Mit den bergrechtli-
chen Zulassungen erteilt das Sächsische
Oberbergamt auch Genehmigungen nach
dem Bundesimmissionsschutzgesetz und
dem Wasserhaushaltsgesetz.
Das Referat Rohstoffgeologie im LfULG un-
terstützt das Sächsische Oberbergamt bei den
Entscheidungen. Planungsunterlagen, mit
Wertungen zur Rohstoffgeologie und Lager-
stättenbeschaffenheit prüft es auf fachliche
Plausibilität, d. h. insbesondere auf Begrün-
detheit und Nachvollziehbarkeit. Zu einigen
Verfahren regte das Referat Änderungen und
Ergänzungen der Planungsunterlagen an.
Das Referat Rohstoffgeologie berät im Vorfeld
der Erarbeitung von Planungsunterlagen auf
Anfrage planende Ingenieurbüros und Betrie-
be zur Rohstoff- und Lagerstättensituation.
Im Rahmen der Betriebsplanverfahren führt
das Sächsische Oberbergamt bergrechtliche
Planfeststellungsverfahren nach § 52 Abs.
2a BBergG, wenn ein Bergbauvorhaben einer
Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) bedarf.
Die Kriterien für UVP-pflichtige Vorhaben
sind in der Verordnung über die Umweltver-
träglichkeitsprüfung bergbaulicher Vorhaben
(UVP-Verordnung Bergbau) genannt. Zur
Vorbereitung der Planfeststellungsverfahren
beraten die beteiligten Behörden mit dem An-
tragsteller in der Regel in einem Scopingter-
min. Dort legen die Behörden grundsätzliche
Forderungen für das Vorhaben fest. Planfest-
stellungsverfahren sind neben der UVP mit
einer Öffentlichkeitsbeteiligung verbunden.
Bergrechtliche Planfeststellungsbeschlüs-
se haben eine Konzentrationswirkung. Sie
schließen häufig Genehmigungen nach an-
deren Rechtsvorschriften wie Immissions-
schutzrecht und Wasserrecht ein.
Im Berichtszeitraum fasste das Sächsische
Oberbergamt den insgesamt 93. Planfeststel-
lungsbeschluss seit dem Jahr 1991.
Bergbauberechtigungen,
Bodenschatzeinstufungen
Der aktive Bergbau im Freistaat Sachsen ist
überwiegend auf mineralische Rohstoffe
gerichtet, die formal nicht zum Eigentum
an den Grundstücken gehören, unter denen
sie liegen. Diese Rohstoffe bezeichnet das
Bergrecht als bergfreie Bodenschätze. Die
Verfasser des Einigungsvertrags hatten sich
mit einer Verordnung bereits im August 1990
darauf geeinigt, im Beitrittsgebiet einen sehr
umfassenden Katalog von Rohstoffen ein-
schließlich der Baurohstoffe den bergfreien
Bodenschätzen zuzuordnen. Sie trafen damit
eine vom Bundesberggesetz abweichende Re-
gelung, nach dem ein Teil dieser Rohstof-
fe den grundeigenen Bodenschätzen oder
den vom Bundesberggesetz nicht erfassten
Grundeigentümerbodenschätzen zuzuordnen
ist. Der Gesetzgeber verband damit die Ab-
sicht, die Versorgung des Baugewerbes mit
zugelassen
Beteiligung LfULG
Fakultative Rahmenbetriebspläne
3
2
Hauptbetriebspläne
33
12
Abschluss-/Teilabschlussbetriebspläne
1
6
Aufsuchungsbetriebspläne
7
12
Sonderbetriebspläne
34
2
Betriebsplanergänzungen/-änderungen/
-verlängerungen
242
Beendigung der Betriebsaufsicht/Teilflächen
8
Anordnung oder Untersagung nach
§ 71 ff. BbergG
6
Befreiung von der Betriebsplanpflicht nach
§ 51 Abs. 3 BBergG
-
Ausnahmen nach § 13 ArbZG
4
Wasserrechtliche Erlaubnis nach dem WHG
13
Genehmigungen nach BImschG
2
OWiG-Verfahren
6
Sonstige Genehmigungen
2
Beteiligung LfULG
Laufende Planfestellungsverfahren
(Stand: 31. Dezember 2012)
30
9
Planfeststellungsbeschlüsse
2
Planänderungsbeschlüsse
3
andere Entscheidungen
4
Scopingtermine
0
Betriebsplanzulassungen und andere Genehmigungen im Jahr 2012
Planfeststellungsverfahren im Jahr 2012

40 |
den notwendigen Rohstoffen nicht zu behin-
dern, weil die Eigentumsverhältnisse in den
ostdeutschen Bundesländern an Grund und
Boden zunächst weitgehend ungeklärt waren.
Auch heute überwiegt aufgrund der Regelun-
gen des Einigungsvertrags in Verbindung mit
den Bestandsschutzregelungen des Gesetzes
zur Vereinheitlichung der Rechtsverhältnisse
bei Bodenschätzen vom 15. April 1996 nach
wie vor die Anzahl an Bergbauberechtigungen
auf Steine und Erden.
Die Bodenschätze, die nach dem Bundesberg-
gesetz nicht „bergfrei“ sind, sind Bestandteil
der betreffenden Grundstücke. Dabei sind die
grundeigenen Bodenschätze nach § 3 Abs.
4 BBergG, deren Gewinnung ebenfalls unter
Bergaufsicht erfolgt, von den sogenannten
„Grundeigentümerbodenschätzen“ zu unter-
scheiden, deren Gewinnung die Landkreise
und Kreisfreien Städte zulassen.
Das Referat Rohstoffgeologie im LfULG stellte
im Berichtszeitraum auf Antrag für drei Kies-
sand-, ein Ton- und ein Kaolinvorkommen die
Bodenschatzkategorie fest. In Zusammenar-
beit mit den planenden Ingenieurbüros führte
es hierzu mittels Bohrungen oder Schürfen
amtliche Probenahmen durch. Auf Grundlage
der Analyseergebnisse erfolgte die Einstufung
aller beprobten Vorkommen in die Kategorie
„grundeigener Bodenschatz“.
Wer bergfreie Bodenschätze aufsuchen will,
bedarf der Erlaubnis, wer bergfreie Boden-
schätze gewinnen will, der Bewilligung oder
des Bergwerkeigentums (§ 6 Satz 1 BBergG).
Das Sächsische Oberbergamt erteilt die Er-
laubnisse und Bewilligungen aufgrund der
Anforderungen des Bundesberggesetzes. Im
Freistaat Sachsen bestanden am Ende des
Berichtsjahres 502 Bergbauberechtigungen
(Stand Ende 2011: 509).
Im Jahr 2012 erteilte das Sächsische Ober-
bergamt acht neue Bergbauberechtigungen,
sechs verlängerte es. In neun Fällen stimmte
es einer Übertragung der Bergbauberechti-
gung, Veräußerung oder einer Beteiligung an
derselben zu. Sechs Bergbauberechtigungen
widerrief die Behörde, neun hob sie ganz oder
teilweise auf, zwei nahm sie zurück.
Bergbehörde und amtliche Rohstoffgeo-
logie als Träger öffentlicher Belange
Verschiedene Planungsträger und Behörden
im Freistaat Sachsen beteiligen das Sächsi-
sche Oberbergamt und das Referat Rohstoff-
geologie beim LfULG als Träger öffentlicher
Belange. Schwerpunkte sind dabei Verfah-
ren der Landes- und Regionalplanung, der
Bauleitplanung und der Fachplanung für
andere fachgesetzliche Genehmigungsver-
fahren. Diese Planungen sind im Hinblick auf
bergbauliche und bergrechtliche Belange des
aktiven Bergbaus, des Sanierungsbergbaus
und möglicher Auswirkungen des Altberg-
baus sowie bezüglich der Rohstoffsicherung
zu prüfen.
Die Bergverwaltung vertritt die Interessen
zur Aufsuchung und Gewinnung von Bo-
denschätzen gegenüber konkurrierenden
Nutzungen. Damit steht sie neben dem
Geologischen Dienst des Freistaates Sach-
sen für die langfristige planerische Sicher-
heit der Bodenschätze im Freistaat Sachsen
ein. Die Bergbehörde wie auch das LfULG
wirken dabei insbesondere in den Verfahren
zur Erstellung der Braunkohlenrahmenpläne,
Braunkohlensanierungspläne, Regionalpläne
und bei verschiedenen Bauleitplanungen mit.
Hierbei prüft das Oberbergamt, welche berg-
baulichen Tätigkeiten auf geplante Vorhaben
einwirken und ob Vorhaben Bergbaubelange
beeinträchtigen.
Für den Entwurf des neuen Landesentwick-
lungsplanes erstellte das Referat Rohstoff-
geologie eine erste Bewertung der Bau- und
Sicherungswürdigkeit der Steine-und-Erden-
sowie der Braunkohlenvorkommen. Dafür
nutzte es ein digitales Bewertungsinstrument
aus dem in 2011 abgeschlossenen FuE-Projekt
„Entwicklung eines Bewertungsverfahrens für
ausgewählte sächsische Rohstoffe (Braun-
kohle) mit besonderer Berücksichtigung ihrer
stofflichen und energetischen Eigenschaf-
ten“. Die Ergebnisse der Bewertung werden im
Landesentwicklungsplan in Form von Karten
veröffentlicht. Die Karten sind eine Grundla-
ge für die Rohstoffsicherung im Rahmen der
Landes- und Regionalplanung.
Das Sächsische Oberbergamt erarbeitete im
Berichtsjahr 513 Stellungnahmen im Rah-
men der Beteiligung als Träger öffentlicher
Belange. Die Stellungnahmen betrafen Bau-
leitplanungen, Schutzgebietausweisungen,
Verkehrsplanungen und sonstige Vorhaben.
Darüber hinaus erteilte die Behörde zu Anfra-
gen von 1.222 Grundeigentümern Auskunft
über die altbergbaubedingte Gefährdungssi-
tuation auf ihren Grundstücken.
Das Referat Rohstoffgeologie gab zu 173
Vorhaben der Bauleitplanung, der Verkehrs-
wegeplanung, zu wasser- und abfallrechtli-
chen Planungen sowie zu sonstigen Vorhaben
einschließlich zu Fragen des Geotopschutzes
Stellungnahmen ab. Hierbei nahm es insbe-
sondere Belange der Rohstoffsicherung wahr.
Das Referat beriet Behörden, Kommunen, Un-
ternehmen oder deren Verbände sowie Pri-
vate zu Fragen der Rohstoffsicherung und
zu lagerstättengeologischen Fragen in 53
Fällen. Weiterhin beantwortete es zahlreiche
Bürgeranfragen zur Erdwärmenutzung sowie
Fachfragen von Bohrfirmen und Universitä-
ten zu geothermischen Anwendungen.
Markscheidewesen
Bergbautreibende haben alle raumbezoge-
nen Informationen und Daten eines berg-
baulichen Gewinnungsbetriebs in einem
bergmännischen Risswerk darzustellen. Das
Risswerk dient als Instrument der Bergauf-
sicht, als Planungs- und Antragsgrundlage
für das jeweilige Bergbauunternehmen und
als dauerhafte Dokumentation der bergbau-
lichen Tätigkeit. Verantwortlich ist der Unter-
nehmer. Grundsätzlich besteht ein Risswerk
aus dem „Grubenbild“, das nur durch einen
anerkannten Markscheider geführt werden
darf, und aus „sonstigen Unterlagen“.
Die Markscheider-Bergverordnung regelt in
§ 12, für welche Betriebe die Bergverwaltung
auf Antrag die Ausnahme vom Erfordernis
des Grubenbildes bewilligen kann. Bei Be-
willigung einer Ausnahme kann die Berg-
verwaltung für diese Betriebe neben Mark-
scheidern auch andere (vermessungskundige)
Personen nach § 64 Abs. 1 Satz 2 BBergG für
die Führung des Risswerkes anerkennen. Die
Risswerke bestehen dann nur noch aus den
„sonstigen Unterlagen“, was aber lediglich
eine Auswirkung auf die äußere Form, nicht
jedoch auf den Inhalt des Risswerkes hat.
Markscheider sind befugt, Tatsachen mit
2012
2011
Erlaubnisse nach § 7 BBergG
18
15
Bewilligungen nach § 8 BBergG
214
222
Bergwerkseigentum nach § 9 BBergG
270
272
Insgesamt
502
509
Bestand der Bergbauberechtigungen jeweils zum 31. Dezember

| 41
öffentlichem Glauben zu beurkunden. Diese
Befugnis haben die anderen anerkannten Per-
sonen nicht. Bedeutung hat dies in Gerichts-
verfahren, die sich auf die Aussagekraft von
Risswerken stützen. Im Berichtsjahr erteilte
das Sächsische Oberbergamt keine Ausnah-
me vom Erfordernis des Grubenbildes gemäß
§ 12 Markscheider-Bergverordnung.
Sowohl die Markscheider und die anderen an-
erkannten Personen als auch die Ausführung
der markscheiderischen Arbeiten unterliegen
der Aufsicht des Sächsischen Oberbergamtes.
Markscheider werden auf der Grundlage des
Gesetzes über die Anerkennung als Mark-
scheider (SächsMarkG) durch das Sächsische
Oberbergamt anerkannt. Die Anerkennung gilt
für den Freistaat Sachsen und darüber hinaus
aufgrund der EU-Dienstleistungsrichtlinie im
gesamten Gebiet der Bundesrepublik Deutsch-
land. Im Berichtsjahr erkannte das Sächsische
Oberbergamt einen Markscheider und zwei
„andere Personen“ neu an. Fünf Anerken-
nungen von „anderen Personen“ erweiterte
es für andere Betriebe. Im Berichtsjahr nahm
die Bergbehörde 83 nachgetragene Risswerke
an und prüfte diese.
Feldes- und Förderabgaben
Das Sächsische Oberbergamt vollzieht für
den Freistaat Sachsen die Feldes- und För-
derabgabenverordnung. Rechtsgrundlage
dafür sind die §§ 30 bis 32 BBergG.
Der Inhaber einer bergbaulichen Erlaubnis
zur Aufsuchung zu gewerblichen Zwecken
hat nach § 31 BBergG grundsätzlich eine
Feldesabgabe zu entrichten. Der Freistaat
Sachsen erhebt diese Abgabe aufgrund
volkswirtschaftlicher Belange im Sinne des
§ 32 Abs. 2 BBergG nicht.
Der Inhaber einer bergrechtlichen Be-
willigung hat nach § 32 BBergG für die aus
dem Bewilligungsfeld gewonnenen und
mitgewonnenen bergfreien Bodenschätze
grundsätzlich eine Förderabgabe zu entrich-
ten. Gleiches gilt für den Bergwerkseigentü-
mer mit Ausnahme alter Rechte, die von der
Förderabgabe befreit sind. Die Abgabepflicht
gilt nicht, soweit Inhaber oder Bergwerksei-
gentümer die Bodenschätze ausschließlich
aus gewinnnungstechnischen Gründen ab-
bauen und nicht wirtschaftlich verwerten.
Der Landesgesetzgeber setzt den Marktwert
und den Abgabesatz für einzelne Boden-
schätze auf dem Verordnungsweg fest. Das
SMWA hat die Erhebung der Förderabgaben
im Jahr 2012 neu geordnet. Nach der Neu-
ordnung sind die Bodenschätze Braunkohle,
Erdwärme, Marmor, Sole, Flussspat, Schwer-
spat, Kupfer und bestimmte Natursteine aus
volkswirtschaftlichen Belangen im Sinne des
§ 32 Abs. 2 BBergG von der Förderabgabe
befreit.
Im Berichtsjahr entrichteten die abgabe-
pflichtigen Unternehmen Förderabgaben in
Gesamthöhe von 647.500 Euro.
Das Sächsische Oberbergamt beteiligt bei Be-
darf das Referat Rohstoffgeologie im LfULG
bei Bewertung der Förderabgabenpflicht.
Ausbildung
Das Sächsische Oberbergamt bildet kontinu-
ierlich Referendare im Vorbereitungsdienst
für den höheren Staatsdienst aus. Die Aus-
bildung findet für das Bergfach und für das
Markscheidefach statt. Voraussetzung für
die Einstellung in den Vorbereitungsdienst
ist ein abgeschlossenes Hochschulstudium
in einer der beiden Fachrichtungen sowie der
erfolgreiche Abschluss der Beflissenenausbil-
dung. Der Vorbereitungsdienst ist schwer-
punktmäßig auf den späteren Einsatz in der
staatlichen Bergverwaltung ausgerichtet. Für
die Diplomingenieure für Markscheidewesen
ist der erfolgreich abgeschlossene Vorberei-
tungsdienst gleichzeitig die Grundlage für
eine spätere Anerkennung als Markscheider,
um in Wirtschaftsunternehmen oder als Selb-
ständige die ihnen vorbehaltenen Aufgaben
ausführen zu dürfen. In der Ausbildung ver-
binden die Referendare das im Hochschul-
studium gewonnene Fachwissen mit den
besonderen Anforderungen des staatlichen
Verwaltungshandelns, insbesondere recht-
liche und wirtschaftswissenschaftliche Be-
fähigungen. Der Vorbereitungsdienst endet
mit der Großen („Zweiten“) Staatsprüfung
vor einem gemeinsamen Prüfungsausschuss
der Bundesländer. Die Große Staatsprüfung
umfasst das Anfertigen einer häuslichen Prü-
fungsarbeit, drei Klausuren und eine münd-
liche Prüfung.
Die Bergbehörde bildete im Jahr 2012 zwei
Bergreferendare im Vorbereitungsdienst für
den höheren Staatsdienst im Bergfach aus.
Die Beflissenausbildung vermittelt zu Beginn
und während des Hochschulstudiums prakti-
sche bergmännische und markscheiderische
Fertigkeiten und Kenntnisse für den späteren
beruflichen Einsatz. Dabei sollen Kenntnisse
aus verschiedenen Bergbauzweigen erworben
werden. Das Sächsische Oberbergamt ist die
von der Staatsregierung bestimmte Aufsichts-
behörde für die Ausbildung. Sie weist die Be-
werber auf Antrag den Ausbildungsunterneh-
men zu und bescheinigt die Abschlüsse.
Im Berichtsjahr begannen 31 Bergbaubeflis-
sene und Beflissene des Markscheidefachs die
Ausbildung beim Sächsischen Oberbergamt.
Sechs Beflissene schlossen in diesem Zeit-
raum die Ausbildung ordnungsgemäß ab.
Das Sächsische Oberbergamt bildete im Be-
richtszeitraum zwei Auszubildende in der
Fachrichtung Bürokommunikation aus.
Risswerkführung durch Markscheider
Risswerkführung durch „andere Personen“
Anzahl risswerkfüh-
render Markscheider
Gesamtanzahl
an Risswerken
Anzahl an
„anderen Personen“
Gesamtanzahl
an Risswerken
Braunkohlen-Bergbau
6
36
1
2
Uranerz- und Spat-Bergbau
6
11
Kalktiefbau
1
4
Tontiefbau
1
4
Steine-Erden-Tagebaue
19
142
34
176
Haldenrückgewinnung
4
6
Insgesamt
37
203
35
178
Risswerkführung in den einzelnen Bergbauzweigen (Stand: 31. Dezember 2012)

42 |
Im Berichtsjahr absolvierten Schüler, Stu-
denten oder andere Personen Praktika im
Sächsischen Oberbergamt und im Referat
Rohstoffgeologie des LfULG.
Öffentlichkeitsarbeit
Im Berichtszeitraum nahmen das Sächsische
Oberbergamt und das Referat Rohstoffgeo-
logie im LfULG für Presse, Fernsehen und
Rundfunk zu vielfältigen bergbaulichen,
rohstoffgeologischen und bergbehördlichen
Themen Stellung.
Vertreter der Bergbehörde und des Referats
Rohstoffgeologie informierten im Berichts-
zeitraum bei zahlreichen Veranstaltungen
und Tagungen zu nationalen und sächsi-
schen Bergbau- und Rohstoffthemen. Das
Sächsische Oberbergamt und das Referat
Rohstoffgeologie im LfULG sind Mitveran-
stalter verschiedener Kolloquien in Freiberg
(Freiberger Kolloquium, Geokolloquium) und
an anderen Orten. Beide Behörden unterhal-
ten insbesondere zur TU Bergakademie Frei-
berg vielfältige Kontakte auf Leitungs- und
Arbeitsebene.
Das LfULG und das Sächsische Oberbergamt
geben seit dem Jahr 1994 gemeinsam die
Schriftenreihe „Bergbau in Sachsen“ – Mono-
graphien sächsischer Bergbaureviere heraus.
Mittlerweile liegen alle Bergbaumonographien
auch digital im PDF-Format vor und können kos-
tenlos von der Publikationsdatenbank des LfULG
bzw. des SMUL heruntergeladen werden.
Im Berichtsjahr publizierten Mitarbeiter des
Referats Rohstoffgeologie entweder als Auto-
ren oder Mitautoren verschiedene Veröffentli-
chungen, so z. B. das Kapitel „Tone und tonige
Gesteine in Steine- und Erden-Rohstoffe in
der Bundesrepublik Deutschland“, Geologi-
sches Jahrbuch, Sonderhefte, Heft SD 10. Das
Buch erschien im April 2012 und findet seit
dem in Wirtschaft, Verwaltung und Forschung
große Beachtung und Anerkennung. Des Wei-
teren publizierten die Mitarbeiter zwei Arti-
kel zur Thematik Erz- und Spatvorkommen in
Sachsen in Fachzeitschriften.
Anlagenverzeichnis
1. Organisationsplan Sächsisches
Oberbergamt
2. Auszug Organisationsplan Sächsisches
Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit
und Verkehr (SMWA)
3. Auszug Organisationsplan Landesamt
für Umwelt, Landwirtschaft und
Geologie (LfULG)
Schriftenreihe des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie und des Sächsischen Oberbergamtes
„Bergbau in Sachsen“ (Monographien sächsischer Bergbaureviere)
Band
Titel
Erscheinungsjahr
1
Das Zinnerz-Lagerstättengebiet Ehrenfriedersdorf/Erzgebirge
1994
2
Flußspatlagerstätten des Südwestvogtlandes: Schönbrunn, Bösenbrunn, Wiedersberg
1996
3
Erläuterungen zur Karte „Mineralische Rohstoffe Erzgebirge-Vogtland/Krusne Hory 1:100.000,
Karte 2: Metalle, Fluorit/Baryt-Verbreitung und Auswirkungen auf die Umwelt“
1997
4
Das Lagerstättengebiet Geyer
1998
5
Die Schwerspatlagerstätte Brunndöbra und das Schwerspatvorkommen Schnarrtanne im
Ostvogtland/Westerzgebirge
1998
6
Die Uranerz-Baryt-Fluorit-Lagerstätte Niederschlag bei Bärenstein und benachbarte Erzvorkommen
2002
7
Die Uranlagerstätte Königstein
2000
8
Die polymetallische Skarnlagerstätte Pöhla-Globenstein
2002
9
Die Zinnerzlagerstätte Altenberg/Osterzgebirge
2002
10
Wismut-, Kobalt-, Nickel- und Silbererze im Nordteil des Schneeberger Lagerstättenbezirks
2003
11
Der Braunkohlenbergbau im Südraum Leipzig
2004
12
Das Döhlener Becken bei Dresden –Geologie und Bergbau-
2006
13
Die Kaolinlagerstätte des Kemlitzer Reviers
2007
14
Geologie und Uranbergbau im Revier Schlema-Alberoda
2008
15
Die Steinkohlenlagerstätte Zwickau
2009
16
Marmor im Erzgebirge
2010
17
Die Komplexlagerstätten Tellerhäuser und Hämmerlein
2012

| 43
Anlage 1
Oberberghauptmann
Prof. Dr. Bernhard Cramer
9000
Vertreter: Martin Herrmann 1000
Abteilung 1
Zentrale Aufgaben
Martin Herrmann
1000
Referat 11
Zentrale Dienste
Birgit Schubert
1100
Referat 12
Recht
Tobias Dressler
1200
Referat 13
Controlling
Ralph Weidner
1300
Sekretariat
Kerstin Dimmer
9001
Beauftragte für den Haushalt
Birgit Schubert
1100
Sozialpolitischer Beirat
Karlheinz Lagerpusch
3103
Abteilung 2
Tagebau
Christof Voigt
2000
Referat 21
Braunkohlenbergbau
Berndt Schilling 2100
Referat 22
Steine-Erden-Bergbau
Steffen Döhner
2200
Abteilung 3
Untertagebergbau
Werner Kleine
3000
Referat 31
Untertagebergbau/
Markscheidewesen
Joachim Bayer
3100
Referat 32
Altbergbau
Hartmut Rössel
3200
Organisationsplan Sächsisches Oberbergamt
Stand: 1. März 2013
Hausanschrift:
Kirchgasse 11
09599 Freiberg
Postanschrift:
Postfach 1364
09583 Freiberg
Tel.: 03731 372-0
Fax: 03731 372-1009
Internet:
www.oba.sachsen.de
E-Mail:
poststelle@oba.sachsen.de

44 |
Organisationsplan des Sächsischen Staatsministeriums
für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
(Auszug)
Stand: 1. Juli 2013
Staatsminister für
Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
Sven Morlok
Staatssekretär für
Wirtschaft und Arbeit
Hartmut Fiedler
Abteilung 4
Grundsatz
Dr. Dirk Orlamünder
Referat 46
Bergbau, Umweltfragen
Wolfgang Buchner
Anlage 2

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Organisationsplan des Landesamtes für Umwelt,
Landwirtschaft und Geologie
(Auszug)
Stand: 1. Juli 2013
Präsident
Norbert Eichkorn
Ständiger Vertreter
des Präsidenten
Heinz Gräfe
Abteilung 10
Geologie
Dr. Frank Fischer
Referat 104
Rohstoffgeologie
Dr. Uwe Lehmann
Anlage 3

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Herausgeber:
Sächsisches Oberbergamt
Kirchgasse 11, 09599 Freiberg
Titelbild:
Bohrwagen für Sprengungen bei der Marmorgewinnung in Lengefeld
(© GEOMIN Erzgebirgische Kalkwerke GmbH)
Redaktion:
Peter Horler (Sächsisches Oberbergamt)
Gestaltung und Satz:
Pfefferkorn & Friends GmbH
Druck:
ReproMedia GmbH
Redaktionsschluss:
1. Juli 2013
Bezug:
Diese Druckschrift kann kostenfrei bezogen werden bei:
Sächsisches Oberbergamt
Kirchgasse 11, 09599 Freiberg
Telefon: 03731 372 9001
Telefax: 03731 372 9009
E-mail: poststelle@oba.sachsen.de
www.oba.sachsen.de
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