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Bericht des Sächsischen Oberbergamtes und des
Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
(Referat Rohstoffgeologie) für das Jahr 2010
Der Bergbau in Sachsen

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Die Bergleute früherer Jahrhunderte errich-
teten im Erzgebirge und seinem Vorland eine
große Anzahl von Grubenbauen, um Boden-
schätze zu gewinnen, die dem Land Wohl-
stand und Reichtum brachten. Die Anlagen
erreichten häufig eine Tiefe, bei denen die
Abbaubereiche mit bestehenden technischen
Möglichkeiten nicht mehr vom Grubenwasser
freigehalten werden konnten. Grubeninhaber,
Vereinigungen von Grubeninhabern und so-
gar das sächsische Königreich mit eigens ein-
gesetzten Behörden errichteten deshalb zum
Teil aufwändige und von den technischen An-
forderungen beeindruckende Entwässerungs-
systeme. Zentrale Bestandteile dieser Systeme
waren so genannte Wasserlösestollen. Diese
waren so angelegt, dass die Grubenwässer
im natürlichen Gefälle und teilweise unter
Wasserscheiden hindurch untertage in ein Tal
mit ausreichend geringer geografischer Tiefe
geleitet wurden. Im Freistaat Sachsen sind
etwa 900 dieser Wasserlösestollen bekannt.
Einige dieser Stollen sind nicht nur Zeugnisse
des Bergbaus, sondern auch der Markschei-
dekunst. Diese war Voraussetzung dafür, dass
gerade die komplexen Entwässerungssysteme
mit einer heute noch beeindruckenden Ge-
nauigkeit aufgefahren werden konnten.
Viele dieser Wasserlösestollen haben heute
noch eine wesentliche Bedeutung als unter-
irdische Drainagesysteme. In die weit ver-
zweigten Grubenbaue dringt insbesondere
witterungsabhängig zeitweise in erheblichen
Mengen Oberflächenwasser ein. Wie zu Berg-
bauzeiten führen die Entwässerungssysteme
das Wasser über die Stollen an die Erdoberflä-
che ab. Dort, wo die Systeme nicht mehr funk-
tionieren, staut sich das Wasser, gerät unter
Druck, beschädigt weiter die alten Bergbau-
anlagen und sucht sich an den „schwächs-
ten Stellen“, meist geologischen Störungen,
den Weg an die Erdoberfläche. Dort kommt
es dann zu teilweise heftigen Wasserausbrü-
chen, Ausspülungen und Tagesbrüchen, bei
denen die Erdoberfläche in die Gruben sackt.
Beim Augusthochwasser des Jahres 2002 ver-
Vorwort
zeichnete das Sächsische Oberbergamt eine
Vielzahl von größeren Schadensereignissen in
Grubenbauen und an der Erdoberfläche, die
von Störungen der Entwässerungssysteme
ausgingen.
Der Freistaat Sachsen verfolgt seit dem Au-
gusthochwasser 2002 verstärkt einen prä-
ventiven Ansatz zur notwendigen Sicherung
und zum Ausbau der bergbaulichen Entwäs-
serungssysteme. Auf Grundlage im Detail er-
stellter Stollenkonzepte lässt das Sächsische
Oberbergamt eingestürzte oder sonst beschä-
digte Wasserlösestollen sichern, von Ver-
bruchmassen sowie abgelagerten Sedimen-
ten beräumen, dauerstandsicher ausbauen
und zu entwässernde Grubenreviere sinnvoll
an Entwässerungssysteme anschließen. Die
Maßnahmen dienen wesentlichen Zielen des
Europäischen Fonds für Regionale Entwick-
lung (EFRE) und anderen europäischen Leit-
linien, so der Aufarbeitung und Bewältigung
von naturbedingten und technologischen
Risiken sowie der Stärkung der Synergien
zwischen Umweltschutz und Wachstum. Der
Freistaat Sachsen hat deshalb die Aufnahme
der Maßnahmen zu den Entwässerungssyste-
men in das Operationelle Programm des EFRE
beantragt.
Das Thema Wasserlösestollen für sichere
Standortverhältnisse in ehemaligen Bergbau-
regionen stelle ich Ihnen in diesem Bericht als
Schwerpunktthema vor. Die weiteren Kapitel
beschreiben wesentliche Entwicklungen des
sächsischen Bergbaus, Sanierungsbergbaus
und der Bergverwaltung im Jahr 2010. Für wei-
tere Informationen lade ich Sie auf unsere In-
ternetseite
www.bergbehoerde.sachsen.de
ein.
Freiberg, im Juli 2011
Prof. Reinhard Schmidt
Oberberghauptmann

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Auch wenn noch immer gestritten wird, vor
wieviel Hundertausenden von Jahren die
Menschwerdung begann: Offensichtlich ist,
dass bereits die ersten Hominiden zum Über-
leben geologische Kenntnisse benötigten.
Der Gebrauch von Steinen zur Herstellung
verschiedenster nützlicher Werkzeuge, wie
beispielsweise Schaber, Klingen, Faustkeile,
Pfeilspitzen etc. erforderte es bereits damals,
sich die vorhandenen natürlichen Rohstoffe
genau anzuschauen und ihre Eigenschaften
zu untersuchen. Weder aus Granit, Basalt,
Tonschiefer oder Sandstein lassen sich die
genannten Werkzeuge herstellen. Wohl aber
beispielsweise aus den durch die Eiszeiten
nach Sachsen herantransportierten Feuer-
steinen.
Heute, Hunderttausende Jahre und mehrere
Kalt- und Warmzeiten später, gilt sinngemäß
mit gleicher unausweichlicher Konsequenz:
Ohne die Nutzung der im Erdinnern gebil-
deten Ressourcen können Menschen nicht
(über)leben. In den letzten Jahren wurde oft
vergessen, dass auch eine hochspezialisierte
Gesellschaft weiterhin auf zahlreiche Roh-
stoffe angewiesen ist. Im Gefolge der in den
letzten Jahren durchlebten Rohstoffpreis-
schwankungen setzt sich nur langsam auf
den verschiedenen gesellschaftlichen Ebenen
wieder die Erkenntnis durch, dass benötigte
Vorwort
Inhalt
Seite
1 Schwerpunktthema:
Wasserlösestollen für sichere Standortverhältnisse in ehemaligen Bergbauregionen
6
2 Weitere Arbeiten im Altbergbau und Besucherbergwerke
12
3 Aktiver Braunkohlenbergbau
16
4 Braunkohlesanierung
20
5 Steine-Erden-Bergbau
24
6 Untertagebergbau
26
7 Sanierung im Uranerz-, Zinnerz- und Spatbergbau
28
8 Geothermie
32
9 Bergbehörde und amtliche Rohstoffgeologie
34
10 Das 16. Treffen der Leiter Europäischer Bergbehörden am 6. und 7. Juli 2010 in Meißen
46
11 Sicherheit und Umweltschutz im Bergbau
48
Anlagenverzeichnis
Bodenschätze nicht einfach überall „herum-
liegen“. Die geologische Entwicklung der Erde
hat nur an relativ wenigen Stellen bauwür-
dige Anreicherungen in Lagerstätten bewirkt.
Daher bedarf es einer gezielten Strategie, um
derartige volkswirtschaftlich benötigte Roh-
stoffe zu suchen, zu erkunden und – sofern
sie in bauwürdigen Mengen und Qualitäten
vorliegen – auch für ihre spätere Nutzung zu
schützen.
Folgerichtig beauftragte der Sächsische Land-
tag die Staatsregierung im Sommer 2009,
eine sächsische Rohstoffstrategie zu erarbei-
ten. Dabei ist ein ganzheitlicher Ansatz ge-
fordert, um die sächsische Wirtschaft gegen
steigende Rohstoffpreise und Lieferengpässe
der zur Produktion benötigten Rohstoffe zu
stärken.
Das Sächsische Landesamt für Umwelt, Land-
wirtschaft und Geologie ist ein entschei-
dender Partner bei der Ausarbeitung dieser
Strategie, insbesondere wenn es um die Nut-
zung einheimischer Rohstoffe geht. Etwa 125
Kilometer Bohrkerne sowie über zwei Regal-
Kilometer geologischer Akten umfasst das
„geologische Gedächtnis Sachsens“ in Form
des Geologischen Archivs im Landesamt. Hin-
zu kommt das Expertenwissen in der Abtei-
lung Geologie zu Fragen beispielsweise der
Rohstoffverbreitung, -qualitäten, -aufbereit-
barkeit, zu den hydro- und ingenieurgeologi-
schen Eigenschaften der Lagerstätten und zu
vielen weiteren nutzungsrelevanten Themen.
Zahlreiche Daten (z. B. in der Aufschlussdaten-
bank, im Fachinformationssystem Rohstoffe,
im Erz- und Spat – Kataster) sowie Software
(z. B. das automatisierte Bewertungsverfah-
ren der einheimischen Braunkohlen- und
Steine-Erden-Lagerstätten) unterstützen bei
rohstoffbezogenen Entscheidungsfindungen.
Grundsätzlich stehen die im Sächsischen Lan-
desamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geo-
logie vorhandenen geologischen Informati-
onen unter Wahrung des Personenschutzes
sowie der Betriebs- und Geschäftsgeheim-
nisse jedermann zur Verfügung. Unter
www.umwelt.sachsen.de/umwelt/geologie/
index.html können Sie den geologischen Un-
tergrund Sachsens erkunden oder geeignete
Ansprechpartner für Ihre Fragen finden.
Dresden-Pillnitz, im Juli 2011
Norbert Eichkorn
Präsident des Sächsischen Landesamtes für
Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
Inhaltsverzeichnis

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1. Schwerpunktthema:
Wasserlösestollen für sichere Standortverhältnisse
in ehemaligen Bergbauregionen
Nahezu alle sächsischen Bergbaureviere haben untertägige Wasserlösestollen. Diese Stollen leiten
das in den Grubenbauen anfallende Wasser in Oberflächengewässer ab. Die wichtigsten Wasser-
lösestollen haben nach ihrem zum Teil jahrhundertelangen Fortbestehen quasi die Funktion eines
unterirdischen Drainagesystems. Der dauerhafte Erhalt der bergbaulichen Entwässerungseinrich-
tungen ist eine wesentliche Voraussetzung für stabile hydrauliche und geotechnische Verhältnisse
in den eingestellten Gruben und an der Tagesoberfläche. Er dient damit dem Schutz der Infra-
struktur in den Bergbauregionen und mindert in erheblichem Umfang Schäden an Verkehrswegen,
der Bebauung und Medienträgern.
Entstehung und Bedeutung der Wasser-
lösestollen während früherer Bergbaupe-
rioden
Bergbautreibende haben zur Entwässerung
ausgedehnter Grubenbaue in verschiedenen
Bergbauperioden Wasserlösestollen ange-
legt. Viele dieser Stollen dienten ausschließ-
lich diesem einen Zweck. Zur Errichtung der
Bergbauanlagen nutzten die Altvorderen
insbesondere die durch die sächsischen Mit-
telgebirge gegebene Geomorphologie. Über
zahlreichen Lagerstätten in größerer Tiefe
war die Hebung des Grubenwassers mit sei-
nerzeit vorhandenen technischen Mitteln
nicht möglich oder unwirtschaftlich. Um
diese Lagerstättenteile ohne Wasserhaltung
abbauen zu können, errichteten die Berg-
bautreibenden Stollen zur Wasserableitung,
die im natürlichen Gefälle bis in ein Tal mit
notwendiger geringer geografischer Höhe
führten. Verschiedene Entwässerungssysteme
erweiterten sie neben den Hauptwasserlöse-
stollen um Hilfsstollen. Als Nebenstollen auf-
gefahren, entwässerten diese ebenfalls das
Bergbaurevier über eigene Mundlöcher. Als
weitere wichtige Funktion waren die Wasser-
lösestollen regelmäßig in die Wetterführung
der angrenzenden Grubenbaue eingebunden.
Die Herstellung der Wasserlösestollen für die
großen Grubenreviere nahm aufgrund ihrer
Länge mehrere Jahre oder gar Jahrzehnte
in Anspruch. Der Ausbau erfolgte je nach
Perspektive der Lagerstätte in der Regel für
mehrere Jahrzehnte. Im standfesten Gebirge
errichtete Wasserlösestollen mauerten die
Bergbautreibenden in der Regel nicht aus.
Notwendig war das aber in den nicht standsi-
cheren Bereichen, zum Beispiel dort, wo geo-
logische Störungen in das Gebirge einfielen.
Dort findet man noch heute zum Teil aufwän-
dige und fein gearbeitete Ausmauerungen
aus verwitterungsfesten Materialien.
Die an den Stollen angeschlossenen Gruben-
besitzer kamen im Regelfall für den Vortrieb
und die Erhaltung der Wasserlösestollen auf.
An einzelnen größeren Stollenprojekten be-
teiligte sich auch das sächsische Königreich.
Durch Verordnungen war die Instandhaltung
der Stollen geregelt.
Einige Wasserlösestollen waren Erbstollen,
was heute noch in den historischen Bezeich-
nungen nachvollziehbar ist. Besitzer dieser
Stollen hatten das Recht, von Bergwerken,
deren Wasser sie ableiteten, eine Abgabe, die
so genannte Erbstollengebühr zu erheben. Bei
vielen angeschlossenen Gruben in größeren
Bergbaurevieren war das Betreiben von Erb-
stollen mitunter so einträglich, dass sich für
Bau und Unterhaltung der Stollen eigene Un-
ternehmen gründeten.
Mit welchem Aufwand Grubenbesitzer und
der Staat die Entwässerungsstollen ange-
legt haben, zeigen einige Kenndaten für den
Rothschönberger Stolln, der das Brander und
Freiberger Bergrevier entwässert. Im Zeitraum
1844 bis 1882 fuhren die Königliche Admi-
nistration des Rothschönberger Stollns, eine
eigens für diesen Zweck gegründete Behör-
de, zwischen Bergbaurevier und Triebischtal
und die Revierwasserlaufanstalt innerhalb
des Bergbaureviers den Stollentrakt mit An-
schluss an die verschiedenen Gruben auf.
Foto links:
Sanierung des Schluchtengewölbes im Rothschönberger
Stolln (Foto: Sächsisches Oberbergamt)
Rothschönberger Stolln mit Tagesöffnungen, (blau =
fiskalischer Teil, grün = Revierteil, braun = Gruben-
verzweigungen (Abb.: Sächsisches Oberbergamt)

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Der gesamte Stollen hat eine Länge von fast
51 km, davon entfallen 14 Kilometer auf den
Hauptstollentrakt außerhalb des Bergreviers
(fiskalischer Teil) und 15 km auf den Haupt-
stollentrakt innerhalb des Bergreviers. Die Er-
richtung fand über acht Lichtlöcher statt, von
denen der Stollen jeweils in beide Richtungen
vorgetrieben wurde.
Funktion der Wasserlösestollen in der
Gegenwart
Die Bedeutung der Wasserlösestollen wurde
in jüngerer Vergangenheit bei den Starknie-
derschlägen und dem Hochwasser im August
2002 deutlich. Die extremen Wetterereignisse
konzentrierten sich insbesondere auch auf
die Regionen mit ausgedehnten Gruben-
bauen. Über Tagesöffnungen und Klüfte im
Gebirge drangen enorme Wassermassen in
die Grubenbaue ein. Das Wasser mobilisierte
dabei in großem Umfang Lockermassen und
transportierte diese zu den tiefer liegenden
Bereichen der Gruben. Durch den Wasser-
zustrom kam es zu zahlreichen Verbrüchen
in den Gruben. Diese Verbrüche und andere
bereits bestehende Hindernisse, insbesondere
in den Wasserlösestollen, führten zum Zuset-
zen großer Teile der Grubenbaue. Das weiter
zufließende Wasser staute sich auf und er-
zeugte Druck auf das umliegende Gebirge.
Insbesondere in geologischen Störungszonen
brachen die Grubenbaue bis an die Erdober-
fläche durch. Dort entstanden zum Teil große
Bruchtrichter. In den Überschwemmungsge-
bieten liefen über diese Tagesbrüche einige
hochwasserführende Flüsse und Bäche ab.
Im Münzbachtal gefallene Tagesbrüche be-
wahrten so z. B. die Stadt Freiberg vor einer
größeren Überschwemmung. Im Gegensatz
zum deutlich weniger verheerenden Hoch-
wasser in der Region im Jahr 1897, standen
Häuser im alten Muldenlauf bei Halsbrücke
nicht unter Wasser. Die Wasseraufnahme der
Grubenbaue in diesem Bereich muss bei dem
extremen Wassergang der Freiberger Mulde
erheblich gewesen sein.
Im Zeitraum 12. August 2002 bis 30. Novem-
ber 2002 registrierte das Sächsische Ober-
bergamt 230 hochwasserbedingte Schad-
stellen. Darunter waren etwa 50 Schadens-
ereignisse mit größerem Ausmaß, die jeweils
Sicherungsaufwendungen ab einem höhe-
ren sechsstelligen Betrag zur Folge hatten.
Der Verbruch des Rothschönberger Stolln im
Bereich des Halsbrücker Spates, der zum Ver-
schluss des Stollens führte, war der größte
Einzelschaden infolge der Unwetterereignisse
im August 2002.
Die Gesamtschadensbilanz der Ereignisse an
Grubenbauen vor neun Jahren zeigte, dass
die Erhaltung der Funktionalität der Wasser-
lösestollen eine wesentliche Voraussetzung
ist, stabile hydrologische und hydraulische
Verhältnisse unter Tage zu erhalten. Diese
sind Voraussetzung für die dauerhafte Stand-
sicherheit der Grubenbaue und den Schutz der
Tagesoberfläche mit allen Einrichtungen. Die
Schadensbilanz der jährlich dem Sächsischen
Oberbergamt gemeldeten Tagesbrüche zeigt
einen signifikanten Zusammenhang zwischen
der Funktionsfähigkeit der Wasserlösestollen
und dem Schadensgeschehen innerhalb der
bergbaulich beeinflussten Regionen.
Sicherung und Ausbau von bergbaulichen
Entwässerungssystemen
Zur Minderung der Gefahren aus dem Alt-
bergbau verfolgt der Freistaat Sachsen einen
präventiven Ansatz zur Sicherung und zum
Ausbau der Entwässerungssysteme.
Im Freistaat Sachsen existieren etwa 900
Wasserlösestollen. Für den überwiegenden
Teil der Stollen gibt es heute entweder kei-
ne Rechtsverantwortlichen oder staatliche
Abkommen, mit denen Sicherung und Aus-
bau gewährleistet sind. Wesentliche Was-
serlösestollen errichtete und unterhält die
Wismut GmbH als Sanierungsaufgabe nach
dem Wismut-Gesetz (z. B. Anteile am Markus-
Semmler-Stolln/Grubenrevier Schneeberg-
Schlema, Wismutstolln und Tiefer Elbstollen/
Grubenrevier Freital). Die bundeseigene Ge-
sellschaft zur Verwahrung und Verwertung
von stillgelegten Bergwerksbetrieben GmbH
(GVV) sichert den Neuen Bielastolln (Gruben-
revier Altenberg). Die Zinnerz Ehrenfrieder-
dorf GmbH ist für die Entwässerung des Tie-
fen Sauberger Stolln (Grubenrevier Sauberg/
Ehrenfriedersdorf) verantwortlich. Die Siche-
rung und der Ausbau von Wasserlösestollen
fällt, soweit sachlich betroffen, auch unter
das Verwaltungsabkommen zur Sanierung der
Wismut-Altstandorte (z. B.: Anteil am Mar-
kus-Semmler-Stolln/ Grubenrevier Schnee-
berg-Schlema, Bierschnabelstolln/ Gruben-
revier Annaberg).
Foto:
Mundloch des Königlich Weißtaubner Tiefen
Erbstollns zur Entwässerung des Marienberger
Grubenreviers bei Tauwetter am 19. März 2005
(Foto: Sächsisches Oberbergamt)

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Das Sächsische Oberbergamt hat die wich-
tigsten Hauptwasserlösestollen und Was-
serlösestollen im Freistaat Sachsen ermittelt
und für diese Konzepte zur ausreichenden
Herstellung und Erhaltung der Funktionalität
erstellt. Dabei handelt es sich um 54 Anlagen
zwischen dem Vogtland und der Landes-
hauptstadt Dresden. Für diese Stollen erarbei-
tet das Sächsische Oberbergamt mit externem
Sachverstand so genannte Stollenkonzep-
te. Hierzu nutzt es die Kenntnisse des alten
Bergbaus, die in zahlreichen Rissen (Bergbau-
karten), anderem Archivmaterial und den für
einige Grubenreviere seit den 1950er-Jahren
erstellten Bergschadenkundlichen Analysen
aufgezeichnet sind. Konzeptionelle Ziele sind
die Wiederherstellung der Entwässerungs-
funktion für notwendig zu entwässernde
Grubenfelder bei enger Verzahnung mit dem
Gewässer- und Hochwasserschutz sowie die
Einrichtung zweckmäßiger Kontrollsysteme.
Wesentliches Begleitziel der Stollensanierung
und -unterhaltung für den Umwelt- und Ge-
wässerschutz ist die Reduzierung der Schad-
stofftransporte aus dem ehemaligen Bergbau.
Die Umsetzung der Stollenkonzepte erfolgt
im Wesentlichen durch bergtechnische Ar-
beiten. Dazu vergibt das Sächsische Ober-
bergamt im Rahmen von Vergabeverfahren
Aufträge an Bergsicherungsunternehmen.
Regelmäßige Auftragsbestandteile sind die
Schaffung von Zugängen zu den Wasserlö-
sestollen, die Beräumung von Verbruchmas-
sen und durch Grubenwasser abgelagerten
Sedimenten, der dauerhafte Ausbau der Zu-
gangsschächte, die Wiederherstellung der
Anbindung von Teilrevieren der Grubenbaue,
die gefahrlose Ableitung der Grubenwässer,
Maßnahmen zur Verhinderung von unkon-
trollierten Standwasserbildungen und die
geordnete Einbindung in die Oberflächen-
wässer. So unterschiedlich wie die Bergleute
die Wasserlösestollen aufgefahren haben, so
variabel gestaltet sich heute auch der Ausbau
der Grubenbaue. Speziell der Stahlausbau von
Stollenfirsten, die das Gewicht des Deckge-
birges dauerhaft und zuverlässig aufnehmen
müssen, ist in den engen Grubenbauen inge-
nieurtechnisch häufig eine große Herausfor-
derung. Die Bergsicherungsunternehmen ha-
ben mit ihren erfahrenen Mitarbeitern schon
eine Reihe von anspruchsvollen Tragwerken
errichtet, die die Bezeichnung „(Berg-) Bau-
kunst“ verdienen. Der Ausbau der Zugangs-
schächte erfolgt bei Bedarf so, dass die Was-
serlösestollen auch nach der Sanierung für
Kontrollzwecke befahrbar (bergmännisch für
begehbar) sind. Die Kontrollen sollen dauer-
haft möglichen Veränderungen in den Stollen
dienen. Wegen der zum großen Teil weiten
Verzweigung der Grubenreviere ist vor allen
Dingen schwer vorhersehbar, in welchem
Umfang das Grubenwasser weiter Feinsedi-
mente in die Wasserlösestollen einträgt. Ge-
rade diese Feinsedimente sollen wegen der
zum Teil erhöhten Schadstoffbelastung vor
dem Überlauf in die Oberflächengewässer ab-
geschieden werden.
Die umfangreichsten Arbeiten an Wasserlö-
sestollen außerhalb der Bergaufsicht finden
im Auftrag des Sächsischen Oberbergamtes
derzeit im Tiefer Hilfe Gottes Stolln (Gruben-
revier Zinnwald), im Königlich Weißtaubner
Tiefer Erbstolln (Grubenrevier Marienberg),
im Walfischstolln (Grubenrevier Pobershau)
und im Rothschönberger Stolln (Grubenre-
vier Freiberg/Brand-Erbisdorf) statt. Im Tie-
fer Hilfe Gottes Stolln hat die Bergsicherung
Freital GmbH neben den zuvor beschriebenen
Arbeiten umfangreiche hydraulische Regu-
lierungen der angeschlossenen Grubenfelder
durchgeführt. Die Baukosten betragen dort
etwa 4,5 Mio.
€.
Im Königlich Weißtaub-
ner Tiefer Erbstolln baut die Bergsicherung
Sachsen GmbH den Bereich vom Mundloch
bis zum Schacht 302 im Grubenrevier aus.
Dafür fallen Kosten von etwa 3,6 Mio.
an.
Die Bergbau und Tiefbau Oelsnitz GmbH baut
über einen Tagesschacht im Ortszentrum den
Mittelteil des Walfischstolln aus. Im Roth-
schönberger Stolln hat die BST Freiberg GmbH
& Co. KG den Teil des stark bruchgefährdeten
und mit Sandstein gemauerten Schluchten-
gewölbes zwischen 1. Lichtloch und dem
Mundloch im Triebischtal gesichert. Das Ton-
nengewölbe wurde dazu mit einer Stahlbeton-
innenummantelung ausgebaut. Die Arbeiten
führte das Unternehmen über das zuvor voll-
ständig verfüllte und zunächst beräumte und
gesicherte 1. Lichtloch durch. Die Baukosten
betrugen 2,5 Mio.
€.
Die TS Bau GmbH errich-
tet derzeit einen maschinellen Zugang über
das Lehr- und Forschungsbergwerk Reiche
Zeche bis zum Rothschönberger Stolln. Damit
entsteht gleichzeitig ein Zugang für weitere
notwendige Sicherungs- und Ausbauarbeiten
am Rothschönberger Stolln.
Stollenbezeichnung
Entwässerungsrevier
Sanierungszeitraum
Lampertusstolln
Hohenstein-Ernstthal
1997 bis 1998
Treue Freundschaft Stolln
Schwarzenberg/Sachsenfeld
2005 bis 2009
Brüder Einigkeit Stolln
Schönbrunn-Bösenbrunn
2006 bis 2007
(Tiefer) Friedrich Christoph Erbstolln
Reichenau/Frauenstein
2008 bis 2010
Frisch Glück Stolln
Waschleithe
2008 bis 2010
Sanierte Wasserlösestollen
In Sanierung befindliche bzw. zur Sanierung vorbereitete Wasserlösestollen
Stollenbezeichnung
Entwässerungsrevier
Aaron Stolln
Johanngeorgenstadt
Markus Semmler Stolln
Niederschlema
Roter und Weißer Löwe Stolln
Steinheidel in Breitenbrunn
Oberer und Tiefer Segen Gottes Stolln
Fortuna Fundgrube in Breitenbrunn
Tiefer Haupt- oder Hüttenstolln
Geyer
Hirtenstolln
Geyer
Tiefer Sauberger Stolln
Ehrenfriedersdorf
Königlich Weißtaubner Tiefer Erbstolln
Marienberg, Pobershau
Walfischstolln
Pobershau
Tiefer Heilige Dreifaltigkeit Stolln
Seiffen
Tiefer Erbstollen
Scheibenberg
Tiefer Wolf Stolln
Grubenfeld „Romanus“ Siebenlehn
Rothschönberger Stolln
Freiberg, Brand Erbsidorf
Tiefer Hilfe Gottes Stolln
Zinnwald
Neuer König David Hilfsstolln
Scharfenberg
Ausblick: Sicherung und Ausbau bergbau-
licher Entwässerungssysteme nach dem
Operationellen Programm des Europäi-
schen Fonds für regionale Entwicklung
(EFRE)
Der Freistaat Sachsen stellte für die Beseiti-
gung der durch die Starkniederschläge und
das Hochwasser im August entstandenen
Bergbauschäden bis zum Jahr 2012 über 60
Mio.
bereit. Das Sächsische Oberbergamt
setzte einen Teil dieser Mittel für die Siche-
rung und den Ausbau der Wasserlösestollen
ein, die durch die Ereignisse erheblich be-
schädigt wurden.
Zur Umsetzung der Ziele des geltenden Lan-
desentwicklungsplanes für den Freistaat
Sachsen aus dem Jahr 2003 (Ziel 3.3.8), in den
Bergbaufolgelandschaften des ehemaligen
Uranerzbergbaus, des sonstigen Erzbergbaus
und des Steinkohlenbergbaus ganzheitliche
Entwicklungsstrategien zu erarbeiten und Sa-
nierungsmaßnahmen so durchzuführen, dass
bergbaubedingte Nutzungseinschränkungen
begrenzt werden, sind noch zahlreiche Siche-
rungs- und Ausbaumaßnahmen notwendig.
Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie stellt
strenge Anforderungen an die künftige Beein-
flussung der Grundwasserkörper und Oberflä-
chengewässer durch bergbauliche Anlagen.
Dazu unterscheidet das europäische Recht
die Anlagen nicht nach bestehender Rechts-
verantwortung oder einem bestimmten Be-
triebsstatus.
Der Freistaat Sachsen strebt für die nächsten
Jahre deshalb die Nutzung von Fördermög-
lichkeiten des EFRE an. Die in den einzelnen
Stollenkonzepten vorgesehenen Maßnahmen
können die Standortgefahren für die Infra-
struktur in den altbergbaulich geprägten Re-
gionen erheblich mindern. Für Einwohner und
Investoren werden diese Gebiete wegen der
positiv nachhaltigen Entwicklung attraktiver.
Die Vorhaben entsprechen so Artikel 4 Ziffer
5 der Verordnung (EG) Nr. 1080/2006 (EFRE-
Verordnung). Die Vorschrift ist auf die Risiko-
vermeidung, insbesondere die Ausarbeitung
und Bewältigung von naturbedingten und
technologischen Risiken gerichtet. Zudem
stellen die beabsichtigten Maßnahmen auf
die Ziele der Strategischen Kohäsionsleitli-
nien, Kapitel 1.1.2 „Stärkung der Synergien
zwischen Umweltschutz und Wachstum“
ab. Darin ist ein besonderer Vorrang für den
Schutz vor bestimmten Umweltrisiken ent-
halten, um die langfristige Nachhaltigkeit des
Wirtschaftswachstums zu gewährleiten.
Durch in den letzten Jahren aufgekommene
Nachnutzungsziele einiger Grubenbaue, ver-
zahnen sich die Umwelt- und Wachstums-
interessen immer stärker. Die geothermische
Nutzung von Grubenwasser hat die funktio-
nierende Wasserlösung zur Voraussetzung.
Für die laufenden untertägigen Rohstoffpro-
jekte im Erzgebirge ist für den möglichen spä-
teren Grubenbetrieb die geordnete Wasserab-
führung eine Voraussetzung. Die Aufnahme
von Maßnahmen für die bergbaulichen Ent-
wässerungssysteme in das Operationelle Pro-
gramm des EFRE durch die EU-Kommission
wurde zwischenzeitlich genehmigt. Ab der
Jahresmitte 2011 kann eine Umsetzung die-
ses Vorhabens durch Sanierungsprojekte an
Wasserlösestollen erfolgen.
Foto 1 und 2:
Befahrung und Firstausbau im Tiefer Hilfe Gottes
Stolln Zinnwald (Fotos: Sächsisches Oberbergamt)
Foto 3:
Beräumung von Bergemassen im Königlich
Weißtaubner Tiefer Erbstolln Marienberg
(Foto: Bergsicherung Sachsen GmbH)

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2. Weitere Arbeiten im Altbergbau
und Besucherbergwerke
Auf dem Gebiet des Freistaates Sachsen existieren mehrere tausend Grubengebäude mit zum Teil
sehr umfangreichen Auffahrungen. Insbesondere von dem historischen Bergbau, für den es heute
keine Rechtsnachfolger mehr gibt, gehen jährlich zwischen 150 und 200 bekannte neue Scha-
densereignisse aus. Die sächsische Bergverwaltung ist dauerhaft mit solchen Ereignissen konfron-
tiert, die aus unterirdischen Hohlräumen bergbaulichen oder nichtbergbaulichen Ursprungs sowie
von Halden oder Restlöchern bergbaulichen Ursprungs herrühren. Dabei stürzen alte Grubenbaue
ein, die Erdoberfläche hebt bzw. senkt sich oder es kommt zu unkontrollierten Wasseraustritten
und Vernässungen. Eine Schadenshäufung tritt insbesondere nach extremen Wettereignissen auf.
Ein solches Ereignis waren die Starkniederschläge im August des Berichtsjahres, die sich insbe-
sondere auf den Altbergbau im mittleren Erzgebirge, dem Erzgebirgsvorland und in Ostsachsen
auswirkten.
Gefahrenabwehr für die öffentliche
Sicherheit
Das Sächsische Oberbergamt verzeichne-
te mit Stand 31. Dezember 2010 insgesamt
7.670 konkrete Gefahrenstellen des Altberg-
baus. Dazu kommen noch eine Vielzahl bisher
nicht registrierter Gefahrenstellen und einige
tausend Halden und alte Restlöcher. Von den
gemeldeten Schadensereignissen geht in vie-
len Fällen eine Gefährdung für die öffentliche
Sicherheit aus. Bei einigen Ereignissen ist die
Gefahr ohne vorherige Anzeichen sofort akut.
Um auf diese Gefahren unverzüglich und mit
den richtigen Mitteln reagieren zu können,
hat das Sächsische Oberbergamt eine polizei-
rechtliche Sonderzuständigkeit. Auf Grund-
lage der Polizeiverordnung des Sächsischen
Staatsministeriums für Wirtschaft und Arbeit
über die Abwehr von Gefahren aus unterir-
dischen Hohlräumen sowie Halden und Rest-
löchern (Sächsische Hohlraumverordnung
– Sächs-HohlrVO) kann es alle erforderlichen
Maßnahmen ergreifen, um die öffentliche Si-
cherheit oder Ordnung zu gewährleisten.
Im Mittelpunkt der Sanierungsarbeiten stan-
den im Jahr 2010 insgesamt 78 Baustellen.
Sie waren an den Schadstellen konzentriert,
bei denen Gefahren für Leben, Gesundheit
und Eigentum bestanden. Der Bearbeitung
dieser Schadstellen standen im Jahr 2010
insgesamt 183 neue Schadensmeldungen
gegenüber. Das Sächsische Oberbergamt
konnte einen Teil dieser Schadstellen durch
Sofortmaßnahmen beseitigen. Das betraf sol-
che Ereignisse, bei denen mit einer vorüber-
gehenden Sicherung der notwendige Schutz
von Leben, Gesundheit und Eigentum nicht
zu erreichen war. Die anderen Schadstellen
hat das Sächsische Oberbergamt vorüber-
gehend so sichern lassen, dass keine akuten
Gefahren bestehen. Die Behörde setzte im
Berichtszeitraum für die dauerhafte Siche-
rung und Sanierung von Gefahrenstellen im
Altbergbau Mittel aus dem Landeshaushalt
von 17.252.500
ein. Dazu kam weiter ein
Mitteleinsatz von 5.417.600
aus der Wie-
deraufbauhilfe nach dem Hochwasser des
Jahres 2002 und in Höhe von 980.000
aus
der Gefahrenabwehr infolge des Augusthoch-
wassers 2010.
Das Sächsische Oberbergamt schloss für die
Sicherungs- und Sanierungsarbeiten im Be-
richtszeitraum insgesamt 129 Verträge. Wei-
terhin löste es 164 Sofortaufträge aus. Diese
sind vor allem bei Schadensereignissen unter
öffentlichen Verkehrsflächen und in Berei-
chen von Bebauungen mit akuter Gefährdung
von Leben, Gesundheit und Gebäuden und für
Sachstandsrecherchen zur Gefährdungsein-
schätzung notwendig. Für die Sofortaufträge
bedient sich die Behörde über Rahmenver-
träge der Leistungen von gegenwärtig acht
Bergbauspezialunternehmen. Die Unterneh-
men bieten ohne Verzug das gesamte Spekt-
Foto links:
Teufarbeiten an einem Tagesbruch in Ostrau
(Foto: Bergsicherung Freital GmbH)
rum von Sicherungs- und Sanierungsleistun-
gen, das für eine wirksame Gefahrenabwehr
notwendig ist.
Die Bergbehörde gewährleistet die wirt-
schaftlich und technologisch optimale Sanie-
rung der Gefahrenstellen u. a. durch regelmä-
ßige Befahrungen und Baustellenkontrollen
(Anzahl im Jahr 2010: 867).
Regionale Schwerpunkte für den Mittelein-
satz waren der Erzgebirgskreis und der Land-
kreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Der
Mitteleinsatz der Sicherungsarbeiten konzen-
trierte sich auf folgende Bereiche:
Mitteleinsatz für Sicherungsarbeiten
Sicherungsarbeiten
2010 in T
2009 in T
Erzbergbau
14.740,8
15.257,2
Steinkohlenbergbau
277,0
160,0
Unterirdische
Hohlräume
887,3
1.113,8
Braunkohlentiefbau
352,0
384,0
Steine-Erden-
Bergbau
32,3
188,4
Ingenieurleistungen
748,2
753,5
Erstsicherungen/
Sachstandsanzeigen
214,9
247,9
Insgesamt
17.252,5
18.104,8

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Ausgewählte Schadensereignisse mit aku-
ten Gefahren und Arbeiten an Schadstel-
len mit dringendem Sanierungsbedarf
Auf der Großen Kartengasse in Annaberg-
Buchholz traf ein Versorgungsunternehmen
bei Erneuerung eines Abwasseranschlusses
einen bisher unbekannten Abbauhohlraum
an. Bei den Untersuchungen stellte das
Sächsische Oberbergamt eine Ausdehnung
des tagesnahen Abbauhohlraumes unter die
umliegenden Gebäude in größerem Umfang
fest. Wegen des Hohlraumes war die Standsi-
cherheit eines Wohngebäudes gefährdet. Zur
Erstsicherung ließ die Behörde das Gebäude
mit einer Stahlbaukonstruktion abfangen. Die
folgende Untersuchung der ausgedehnten
Hohlräume ergab in großem Umfang aus-
gespülte und nachgebrochene Massen. Das
beauftragte
Bergsicherungsunternehmen
beräumte diese. Die Verwahrung des Gruben-
baus steht für das Jahr 2011 an.
Im Zusammenhang mit den Sanierungsar-
beiten im Entwässerungssystem „Walfisch
Stolln“ in Pobershau stellte das beauftragte
Bergsicherungsunternehmen einen tagesna-
hen Abbauhohlraum fest. Dieser erstreckte
sich unter eine Schule, eine Turnhalle und
eine Straße. Insbesondere die Turnhalle war
akut von einem Tagesbruch bedroht. Das
Sächsische Oberbergamt ließ die Turnhalle
bis nach Ausführung der notwendigen Siche-
rungsarbeiten sperren. Die Verwahrungsar-
beiten konnten im Berichtsjahr abgeschlos-
sen werden.
Am Urbanus Stolln in Oberwildenthal/ Ge-
meinde Eibenstock verzeichnete das Sächsi-
sche Oberbergamt im März des Berichtsjahres
einen heftigen Wasserausbruch. In dem nicht
sanierten Entwässerungsstollen war durch
Stauwasser die Firste gebrochen und das un-
ter Druck stehende Wasser schlagartig aus-
getreten. Unterliegende Grundstücke wur-
den darauf mit sedimentführendem Wasser
geflutet. Die Sogwirkung des Wassers löste
in Kürze zwei weitere Tagesbrüche aus. Die
Bergbehörde ließ die Schadstelle sichern und
im Stollen ein Sperrbauwerk errichten, das
den zerstörten Stollenbereich vor weiteren
Ausspülungen schützt. Den Ausbau des Ent-
wässerungssystems plant das Oberbergamt
im Rahmen der EFRE-Förderung.
Auf der August-Bebel-Straße in Halsbrücke
fiel im April des Berichtsjahres ein Tages-
bruch über risskundigem Bergbau. Der Ta-
gesbruch führte zu einem Totalverschluss
des Grubengebäudes, so dass die Entwässe-
rung unterbrochen war und sich Stauwas-
ser bildete. Durch Druckwasseraustritte und
Durchfeuchtungen bestand die Gefahr einer
Hangrutschung mit Gefährdung von Gebäu-
den und der Staatsstraße 197. Das Sächsische
Oberbergamt gab sofort Sicherungs-, Erkun-
dungs- und Verwahrungsarbeiten in Auftrag.
Die Gefahr konnte somit im Berichtsjahr be-
seitigt werden.
Die komplexen Erkundungs- und Verwah-
rungsarbeiten in Dippoldiswalde erreichten
im Berichtsjahr im Bereich der Herrengasse
einen offenen unverwahrten Schacht, der
mit einigen umliegenden Abbauen bis an die
Oberfläche reicht. Wegen der zusätzlichen
tiefgründigen Verwitterung des Gebirges be-
steht dort die Gefahr größerer Nachbrüche
mit Gefährdung der Wohnbebauung. Das be-
auftragte Bergsicherungsunternehmen nahm
die Verwahrungsarbeiten auf.
Foto links:
Verwahrarbeiten über dem Urbanus Stolln
(Foto: BTOe Bergbau und Tiefbau GmbH Oelsnitz)
Foto rechts:
Stahlbautechnische Konstruktion zur Gebäudesi-
cherung über Tagesbruch in Annaberg-Buchholz,
Kartengasse 8 (Foto: Sächsisches Oberbergamt)
Weitere ausgewählte Arbeitsschwerpunkte
Zur Sanierung der Siedlungsentwässerung
und Grundwasserhaltung im Senkungsbe-
reich des ehemaligen Steinkohlenbergbaus
setzte das Sächsische Oberbergamt im Be-
richtsjahr ein wesentliches Projekt um. Die
Firma Steinle Bau Löbau-Oschatz errichtete
entlang der Zwickauer Mulde eine 1.050 m
lange Stahlspundwand. Die in den Baugrund
einvibrierten Spundbohlen mit einer Länge
zwischen 3,0 und 10,5 m bilden eine Sperrflä-
che von etwa 7.000 m², die den Zustrom von
Grundwasser aus dem Bereich der Zwickauer
Mulde in den Absenkungstrichter um etwa
90 Prozent mindern sollen. Für die Arbeiten
waren die Schedewitzer Brücke und mehrere
Versorgungsleitungen zu queren. Die Stahl-
spundwand trägt zur natürlichen Wasserre-
gulierung in dem Gebiet bei, ohne dass wei-
tere Langzeitbelastungen durch technische
Maßnahmen zur Wasserhaltung anfallen. Der
Freistaat Sachsen finanzierte das Projekt im
Jahr 2010 mit 1,4 Mio.
aus dem Vermögen
ehemaliger Parteien sowie Massenorganisati-
onen der DDR. Der Abschluss des Projektes ist
für das erste Halbjahr 2011 vorgesehen.
Wirtschaftliche Effekte
Das Sächsische Oberbergamt arbeitete im
Berichtszeitraum mit 23 Auftragnehmern (11
Sanierungsbetrieben und 12 Ingenieurbüros)
zusammen. Die Auftragnehmer sind kleine
oder mittelständische Unternehmen. Die Er-
kundungs- und Sanierungsarbeiten zu unter-
irdischen Hohlräumen führen ausschließlich
Bergbauspezialunternehmen aus. Die Unter-
nehmen bieten über 200 Arbeits- und mehre-
re Ausbildungsplätze.
Besucherbergwerke und sonstige zur
Besichtigung freigegebene Objekte
In Sachsen bestanden zum Ende des Be-
richtsjahres 54 Besucherbergwerke, acht
unterirdische Hohlräume mit begehbaren
Gangsystemen, eine Besucherhöhle und acht
von Interessengemeinschaften oder Vereinen
betreute Objekte des historischen Bergbaus.
Ein Besucherbergwerk (Gläserstolln Marien-
berg) stellte im Berichtszeitraum den Betrieb
ein, da der genutzte Grubenbau in die Sanie-
rung des Entwässerungssystems einbezogen
wurde. Die Besucherbergwerke im Freistaat
Sachsen, insbesondere in und um die tradi-
tionsreichen historischen Bergstädte des Erz-
gebirges, waren auch im Jahr 2010 wichtige
touristische Anziehungspunkte. Diese zählten
in dem Zeitraum etwa 325.000 Besucher. Die
Betreiber waren in vielen bergbaulichen Ob-
jekten damit beschäftigt, die Attraktivität der
Anlagen durch Erhaltungs- und Ausbaumaß-
nahmen weiter zu steigern. Dafür setzen sich
in den Besucherbergwerken und den anderen
zur Besichtigung freigegebenen Objekten
zwischen 80 und 90 Mitarbeiter in Voll- oder
Teilzeitbeschäftigung ein. Wesentlich für die
Präsentation der zahlreichen Sachzeugen des
Bergbaus ist die Arbeit der vielen ehrenamt-
lichen Helfer. Die Übersicht aller Besucher-
bergwerke, Besucherhöhlen und sonstiger zur
Besichtigung freigegebener unterirdischer
Hohlräume mit umfangreichen Kontaktdaten
findet sich in Anlage 4.
Foto links:
Verwahrungsarbeiten unter der Herrengasse in
Dippoldiswalde (Foto: Bergsicherung Freital GmbH)
Foto rechts:
Baustelle zur Errichtung der Stahlspundwand in
Zwickau-Schedewitz nach dem Muldehochwasser im
August 2010 (Foto: Sächsisches Oberbergamt)

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3. Aktiver Braunkohlenbergbau
Der Freistaat Sachsen ist mit seinen Anteilen am Lausitzer und Mitteldeutschen Braunkohlenrevier
eines der drei großen Braunkohlenländer im Bundesgebiet. Die Förderung von mehr als 30 Mio. t
Rohbraunkohle im Berichtsjahr entspricht einem Anteil von etwa 18 Prozent der Förderung in der
Bundesrepublik Deutschland. Die Fördermenge ist auch im internationalen Maßstab bedeutend. Im
Jahr 2010 förderten die Tagebaue auf sächsischem Gebiet etwa 3,5 Prozent der weltweit gewon-
nenen Rohbraunkohle. Die Braunkohle als grundlastfähiger Energieträger stand subventionsfrei zu
wettbewerbsfähigen Konditionen und mit großer Reichweite zur Verfügung.
Aktiver Braunkohlenbergbau im
Lausitzer Revier
Die Vattenfall Europe Mining AG förderte im
Braunkohlentagebau Nochten im Jahr 2010
18,7 Mio. t Rohbraunkohle (Vergleich 2009:
16,4 Mio. t). Dazu bewegte sie etwa 85 Mio.
m³ Abraum, von dem etwa 75 Mio. m³ auf die
Förderbrücke F 60 entfielen.
Das Sächsische Oberbergamt erteilte dem
Unternehmen im Januar 2010 die Zulassung
zum „Bau des Grubenabwasserleiters Noch-
tener Wasser II vom Tagebau Nochten nach
Schwarze Pumpe“. Der Zulassung gingen
umfangreiche behördliche Abstimmungen zu
wasserrechtlichen Fragen voraus.
Die Starkniederschläge im August und Sep-
tember des Berichtsjahres führten zu erheb-
lichen Einschränkungen im Tagebaubetrieb.
Das Unternehmen musste insbesondere den
Abraumvorschnitt und Brückenbetrieb wegen
völlig durchweichter Böden unterbrechen. Die
Versorgung des Kraftwerkes Boxberg war in
dieser Zeit durch ausreichende Kohlevorräte
gesichert.
Im Dezember des Berichtsjahres nahm das
Tochterunternehmen der Vattenfall Europe
Mining AG, die GMB GmbH im Tagebau ein
Rütteldruckverdichtungsgerät in Betrieb. Mit
dem Gerät verdichtet es Kippenflächen für die
Nachnutzung. Teile der Innenkippe des Tage-
baus sollen künftig Schwerlasttransporten
für eine militärische Nachnutzung dienen.
Zur Vorbereitung des bergrechtlichen Plan-
feststellungsverfahrens „Teilstilllegung Ham-
merstädter Teiche sowie Schaffung der Aus-
gleichsflächen um den Tagebau Reichwalde“
fanden mehrere Abstimmungen mit dem
Bergbauunternehmen und anderen Trägern
öffentlicher Belange statt.
Die Vattenfall Europe Mining AG nahm im
Tagebau Reichwalde am 7. April 2010 die ge-
neralüberholte Abraumförderbrücke F60 und
die zwei zugehörigen Eimerkettenbagger in
Betrieb.
Im zweiten Halbjahr des Berichtszeitrau-
mes stellte Vattenfall den Aufbau der Koh-
lebandtrasse vom Tagebau Reichwalde zum
Kraftwerk Boxberg fertig. Dazu errichtete es
Antriebs- und Umlenkstationen. Die Bandan-
lagen der Tagebaue Nochten und Reichwalde
sind so verbunden, dass die Kohleversorgung
einschließlich -mischung für das Kraftwerk
Boxberg ausreichend variabel ist. Für die
Kohlebandtrasse fand am 15. Dezember 2010
der erste Probebetrieb statt. In drei Schich-
ten förderte das Unternehmen dazu 18.700 t
Rohbraunkohle.
Die Vattenfall Europe Mining AG mit den
Tagebauen und die Vattenfall Europe Gene-
ration AG & Co. KG mit den Kraftwerken bil-
den den bestimmenden industriellen Kern in
der Lausitz. Die Vattenfall Europe Mining AG
mit Sitz in Brandenburg hat über 5.000 Be-
schäftigte, von denen etwa 1.300 im Freistaat
Foto links:
Tagebau Reichwalde – Instandsetzung der F60
(Foto: Vattenfall Europe Mining & Generation AG)
Sachsen tätig sind. Das Unternehmen bildete
im Berichtszeitraum mehr als 300 Lehrlinge
aus. Um die Standorte der Braunkohlenindus-
trie siedeln sich junge Unternehmen an und
schaffen weitere Arbeits- und Ausbildungs-
plätze. Vattenfall fördert in der Region eine
Reihe von sozialen, kulturellen und touristi-
schen Projekten.
Aktiver Braunkohlenbergbau im
Mitteldeutschen Revier
Die MIBRAG mbH fördert auf dem Gebiet des
Freistaates Sachsen aus dem Tagebau Ver-
einigtes Schleenhain und aus dem Tagebau
Profen (sächsischer Teil) Rohbraunkohle.
Im Tagebau Vereinigtes Schleenhain förderte
das Unternehmen im Berichtszeitraum 11,2
Mio. t Rohbraunkohle (Vergleich 2008: 11,4
Mio. t). Zur Gewinnung bewegte die MIBRAG
mbH fast 26 Mio. m³ Abraum. Der Tagebau
versorgt über einen langfristigen Verbund das
durch die Vattenfall Europe Generation AG &
Co. KG betriebene Kraftwerk Lippendorf. Der
Kohlelieferungsvertrag ist bis zum Jahr 2040
angelegt.
Zu Beginn des Berichtszeitraumes hat die
nach einem bergrechtlichen Planfeststel-
lungsverfahren erfolgte Zulassung des Rah-
menbetriebsplans für die Süderweiterung
des Abbaufeldes Schleenhain Bestandskraft
erlangt. Für den Abbau in diesem Feld besteht
damit Planungssicherheit.

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Foto 1:
Abraumförderung im Tagebau Nochten
(Foto: Vattenfall Europe Mining & Generation AG)
Foto 2:
Absetzer im Tagebau Vereinigtes Schleenhain
(Foto: MIBRAG mbH)
Foto 3:
Kohlemisch- und -stapelplatz im Tagebau Profen
(Foto: MIBRAG mbH)
Im März 2010 schloss die MIBRAG mbH mit
dem Bau der Grubenwasserreinigungsanlage
Schleenhain ein umfangreiches Investitions-
projekt ab. Nach einer Bauzeit von sieben Mo-
naten weihte sie die Anlage am 31. März 2010
ein. Auf einer von Gehölzen umgebenen, zwei
Hektar großen Fläche am nördlichen Rand
des Tagebaus entstanden eine moderne Be-
kalkungsanlage mit zwei Silos, ein Kontakt-
und Belüftungsbecken, sechs Rundbecken
unterschiedlicher Größe mit einem Fassungs-
vermögen von bis zu 5.000 m³, ein Maschi-
nenhaus, ein Betriebsgebäude und Rohr-
leitungssysteme. Gleichzeitig verlegte die
MIBRAG mbH den Leitstand der gesamten Ta-
gebauentwässerung in die neue Anlage. Von
hier aus überwacht sie etwa 250 Brunnen und
alle Pumpstationen der Tagebaue Vereinigtes
Schleenhain und Profen. Die Anlage kann je
Minute zwischen 45 und 60 m³ Sümpfungs-
wasser behandeln. Dabei hebt die MIBRAG
mbH den pH-Wert des sauren Wassers durch
Zugabe von Kalkmilch und Luftsauerstoff in
den neutralen Bereich. Gleichzeitig senkt sie
den Eisengehalt durch Ausfällung des Eisen-
hydroxides auf weniger als drei Milligramm je
Liter. Das gereinigte Wasser leitet sie über un-
terirdisch verlegte Rohre in die 1,2 Kilometer
entfernte Pleiße.
Zur bergbaulichen Inanspruchnahme der
Ortslage Heuersdorf baute die MIBRAG mbH
im Juni des Berichtsjahres die Taborkirche zu-
rück. Der Inanspruchnahme gingen umfang-
reiche denkmalpflegerische und archäologi-
sche Untersuchungen voraus.
Im 2. Quartal des Jahres begann ein Versuch,
Braunkohle aus dem Tagebau Vereinigtes
Schleenhain zur Verarbeitung beim Braun-
kohlenunternehmen Romonta einzusetzen.
Die Romonta benötigt für die Fertigung von
Halb- und Endprodukten besonders wachs-
haltige Kohle, die es aus dem eigenen Tage-
baubetrieb nicht mehr in ausreichendem Um-
fang gewinnen kann. Die Schleenhainer Kohle
ist für diese Verwendung besonders geeignet.
Im 3. Quartal des Jahres beendete die MI-
BRAG mbH umfangreiche Rekonstruktionsar-
beiten des Baggers 1528 (Srs2000) und des
Absetzers 1124 (A2Rs 10000). Dazu wendete
sie etwa 9 Mio.
auf.
Wesentliche Arbeiten waren der komplette
Korrosionsschutz, die komplette elektrische
und elektronische Neuausrüstung und für
den Bagger der Einbau eines neuen Schaufel-
rades und eines sanierten Schaufelradgetrie-
bes. Beide Geräte sind damit auch für den im
Jahr 2013 anstehenden Wechsel in das Ab-
baufeld Peres ausgerichtet.
Im Dezember 2010 nahm das Tochterunter-
nehmen der MIBRAG mbH, die Neue Ener-
gie GmbH auf der Altkippe Schleenhain den
Windpark „Am Geyersberg“ mit drei Windrä-
dern von je 2,3 MW Leistung in Betrieb.
Nach Versuchen mit rheinischer Braunkoh-
le plant das Unternehmen im Jahr 2011 die
Brikettfabrik Deutzen wieder in Betrieb zu
nehmen.
Seit dem Berichtsjahr versorgt die MIBRAG
mbH das Heizwerk Chemnitz jährlich mit
etwa einer Million Tonnen Rohbraunkohle.
Der Transport der Kohle verläuft über Bahn-
betrieb.
Im Tagebau Profen (sächsischer Teil) förder-
te die MIBRAG mbH im Berichtszeitraum 1,9
Mio. t Rohbraunkohle (Vergleich 2009: 2,6
Mio. t).
Das Unternehmen stellte im Berichtszeit-
raum trotz der in mehreren Monaten extre-
men Wettereinflüsse die Kohleversorgung in
ausreichendem Umfang sicher. Im Jahr 2010
waren im Gebiet um die zwei Tagebaue sechs
Monate wesentlich zu feucht. Insbesonde-
re der August und September waren durch
Starkniederschläge und einer Regensumme
mit bis zum dreifachen üblicher Jahresmittel-
werte gekennzeichnet. Sicherheit und Förde-
rung im Grubenbetrieb standen deshalb vor
besonderen Herausforderungen.
Die MIBRAG mbH ist ein stabilisierender Fak-
tor im wirtschaftlichen Leben der Region. Sie
beschäftigt knapp 2.000 Mitarbeiter, von de-
nen 375 im Freistaat Sachsen tätig sind. Im
Berichtsjahr bildete sie etwa 150 Lehrlinge
aus. Damit ist das Unternehmen der größte
Arbeitgeber im Dreiländereck Sachsen/Sach-
sen-Anhalt/Thüringen. Es erzeugt mit Liefer-
verträgen ein Auftragsvolumen von jährlich
über 90 Mio.
und sichert damit in erhebli-
cher Anzahl Arbeitsplätze auch außerhalb des
Unternehmens.
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
0
10
20
30
40
50
Verwertbare Fördermenge an Braunkohle im Freistaat Sachsen (in Mio. t)
Lausitz
Mittel-
deutschland

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4. Braunkohlesanierung
Die Bundesrepublik Deutschland und der Freistaat Sachsen haben in die Braunkohlesanierung der
sächsischen Teile der Lausitz und Mitteldeutschlands seit den 1990er Jahren bereits mehr als 3,7
Milliarden Euro, davon mehr als 810 Mio.
sächsische Landesmittel investiert. Der Freistaat Sach-
sen hat damit einen erheblichen Anteil an der größten Landschaftsbaustelle Europas. Verschiedene
Ereignisse im Berichtsjahr machten deutlich, dass die von den früheren Braunkohlentagebauen
hinterlassenen Kippengelände sensible und hochkomplexe geotechnische und hydraulische Systeme
sind. Bestimmte Bodenbeschaffenheiten und Witterungseinflüsse führten in der Lausitz zu meh-
reren Grundbrüchen, davon zwei größeren auch im sächsischen Teil des Braunkohlenreviers. Die
Herstellung der ausreichenden Standsicherheit dieser Kippenbereiche für verschiedene Nachnutzun-
gen wird eine Schwerpunktaufgabe der Braunkohlesanierung der nächsten Jahre.
Organisation der Braunkohlesanierung
Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-
Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) ist
Rechtsnachfolgerin der nach der Wiederver-
einigung nicht privatisierungsfähigen Braun-
kohlenbetriebe und damit Unternehmerin im
Sinne des Bundesberggesetzes.
Die Kerntätigkeit des Unternehmens besteht
mittlerweile in der Flutung der sanierten
Tagebaurestlöcher. Die LMBV wehrt außer-
dem Gefährdungen wegen des großflächigen
Grundwasserwiederanstieges ab und besei-
tigt aus diesem Grund eingetretene Schäden.
Zu Maßnahmen der Erhöhung des Folgenut-
zungsstandards ist die LMBV für die Braun-
kohlenländer als Projektträger tätig. Sie hatte
am Ende des Berichtszeitraumes 691 Beschäf-
tigte. Durch Aufträge zu verschiedenen Inge-
nieur- und Bauleistungen erreichte die LMBV
eine erhebliche Beschäftigungswirkung.
Für bereits vor der Wiedervereinigung einge-
stellte Tagebaue trägt die LMBV keine berg-
rechtliche Verantwortung. Soweit an und um
diese Tagebaurestseen Gefahren bergbauli-
chen Ursprungs auftreten, ist das Sächsische
Oberbergamt die für den Freistaat Sachsen
zuständige Behörde nach dem Sächsischen
Polizeigesetz. Damit kann es alle erforderli-
chen Maßnahmen anordnen und durchfüh-
ren lassen, die zur Abwendung der Gefahren
bzw. Aufrechterhaltung oder Wiederherstel-
lung der öffentlichen Sicherheit notwendig
sind. Die wichtigsten Schutzgüter der öffent-
lichen Sicherheit, nämlich Leben, Gesundheit
und Eigentum stehen dabei im Mittelpunkt
der Bewertungen. Mit der Ausführung der
Sanierung hat das Sächsische Oberbergamt
die LMBV als Projektträgerin beauftragt.
Die Bundesrepublik Deutschland und die
Braunkohlenländer finanzieren die Braunkoh-
lesanierung derzeit aus dem Vierten Verwal-
tungsabkommen zur Braunkohlesanierung
vom 2. Juli 2007. Im Berichtszeitraum setzten
die Finanziers im Freistaat Sachsen Sanie-
rungsmittel von etwa 89 Mio.
ein (Vergleich
2009: 82 Mio.
€).
Das aktuelle Verwaltungsabkommen hat drei
Programmteile:
Grundsanierung im Rahmen der Rechts-
verpflichtungen der LMBV (§ 2 des Ver-
waltungsabkommens) mit der Finanzie-
rung der Ausgaben von 75 Prozent durch
den Bund und 25 Prozent durch das Land,
Abwehr von Gefährdungen im Zusam-
menhang mit dem Wiederanstieg des
Grundwassers (§ 3 des Verwaltungsab-
kommens) sowie sonstige Maßnahmen
mit der Finanzierung der Ausgaben von je
50 Prozent durch den Bund und das Land
und
Maßnahmen zur Erhöhung des Folgenut-
zungsstandards (§ 4 des Verwaltungs-
abkommens) mit der Finanzierung der
Ausgaben durch das Land und Eigenmittel
der Vorhabensträger.
Der Bund und die Länder treffen die grund-
sätzlichen Entscheidungen zur Umsetzung
des Verwaltungsabkommens im Steuerungs-
und Budgetausschuss für die Braunkohle-
sanierung (StuBA). Der Freistaat Sachsen
ist in dem Ausschuss durch das Sächsische
Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und
Verkehr (SMWA), das Sächsische Staatsminis-
terium des Innern (SMI) und das Sächsische
Staatsministerium für Umwelt und Landwirt-
schaft (SMUL) vertreten. Der StuBA führt vier-
teljährlich Beratungen durch, in denen er zu
den geplanten Maßnahmen entscheidet. Zur
Unterstützung unterhält er die Bund-Länder-
Geschäftsstelle für die Braunkohlesanierung.
Die etwa 20 Mitarbeiter der Geschäftsstelle
übernehmen für die Finanziers in wesentli-
chen Teilen das vor- und nachlaufende wirt-
schaftliche sowie technologische Controlling
für alle Projekte. Das Controlling führt die
Geschäftsstelle bis auf die Ebene konkreter
Eigenleistungen der LMBV und Fremdleistun-
gen Dritter durch.
Projektkonkrete Entscheidungen zur Geneh-
migung in mittlerem und kleinem Umfang
trafen die in den Sanierungsbereichen Ost-
sachsen und Westsachsen eingerichteten
Sanierungsbeiräte. Diese gaben weiterhin
Empfehlungen an den StuBA. In den Sanie-
rungsbeiräten waren im Berichtszeitraum
das Sächsische Oberbergamt, die regional
zuständige Landesdirektion und der jeweilige
Regionale Planungsverband stimmberechtigt.
Daneben sind in die Beiräte alle wichtigen an-
deren Akteure, vor allem aus den Regionen,
beratend eingebunden.
Foto links:
Bau der schiffbaren Verbindung zwischen Neuwieser
See und Partwitzer See – Überleiter 6 (Foto: LMBV)

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Aktuelle Entwicklungen der Braunkohlen-
sanierung
Die extreme Witterung ab August des Be-
richtsjahres war auch Voraussetzung für grö-
ßere Schadensereignisse im Lausitzer Braun-
kohlenrevier.
Durch die Starkniederschläge ab 7. August
2010, dem folgenden Dammbruch am polni-
schen Witkastausee und dem Neißehochwas-
ser kam es zum flutartigen Überlauf in den
Berzdorfer See. Die Einlaufbauwerke und das
Böschungssystem an der Neißeseite wurden
dadurch stark beschädigt. Die Wasseraufnah-
me des Berzdorfer Sees wirkte spürbar als
Puffer für den Unterlauf der Neiße. Für die
Stadt Görlitz war die Hochwasserbedrohung
so erheblich gemildert. Auch die anderen mit
hydraulischen Funktionen ausgestatteten
Tagebaurestseen erfüllten „planmäßig“ ihre
Pufferfunktion.
Im ehemaligen Tagebau Spreetal ereignete
sich am 12. Oktober 2010 ein großflächiger
Grundbruch, der mit begleitender Setzungs-
fließrutschung eine Fläche von etwa 110 ha
in Anspruch nahm. Ursache des Grundbru-
ches waren die durch die lang anhaltenden
Niederschläge stark wassergesättigten und
in der Lastaufnahme eingeschränkten Bo-
denschichten und die bei Sanierungsarbei-
ten durchgeführten Bodenverkippungen mit
zusätzlichem Lasteintrag. Der zunächst auf
einer kleineren Teilfläche ausgelöste Grund-
bruch reichte aus, die Sackungspotenziale der
Innenkippe in einer Kettenreaktion in Bewe-
gung zu setzen und damit das große Ausmaß
zu bestimmen. Bei dem Ereignis versanken
fünf Baufahrzeuge, die Fahrer konnten sich
retten. Teile einer Schafherde versanken bei
der Rutschung.
Unmittelbar nach dem Ereignis leiteten die
LMBV und das Sächsische Oberbergamt zu-
sammen mit Sachverständigen Untersu-
chungen zu möglichen Gefährdungen auf
Kippen ehemaliger Tagebaue ein, die noch
nicht wegen laufender Sanierungsarbeiten
gesperrt waren. Am 30. November 2010 stell-
ten sie die Ergebnisse der Öffentlichkeit vor.
Für den Anteil des Freistaates Sachsen am
Lausitzer Braunkohlenrevier erweiterte sich
dadurch die Gesamtsperrfläche von 7.040 ha
auf ca. 12.000 ha. Soweit davon Kippenflä-
chen betroffen waren, die nicht mehr unter
Bergaufsicht stehen, machte das Sächsische
Oberbergamt Sperrungen mit Allgemeinver-
fügungen bekannt.
Um den 26. Dezember 2010 ereignete sich in
dem nicht mehr unter Bergaufsicht stehen-
den Kippengelände des ehemaligen Tagebaus
Lohsa ein Grundbruch mit einer Fläche von
26 ha. Die Ermittlungen zur Ursache nehmen
wegen der komplizierten geotechnischen
Verhältnisse dort einen längeren Zeitraum in
Anspruch.
Die Herstellung der geotechnischen Standsi-
cherheit, insbesondere auf den bisher nicht
sanierten Altkippen wird in den kommen-
den Jahren ein wesentlicher Bestandteil der
Braunkohlesanierung sein.
Das Sächsische Oberbergamt und die LMBV
haben bereits vor den Grundbruchereignis-
sen mit der Planung komplexer Sanierungs-
maßnahmen an mehreren Bergbaufolgeseen
begonnen und dazu die Öffentlichkeit infor-
miert. Im sächsischen Teil der Lausitz betrifft
das vor allem den Knappensee, den Silbersee
und das Restloch Mortka. Dort planen sie für
den Zeitraum 2011 bis 2025 die vollständige
Sanierung der Seen mit umliegenden Flächen.
Für den sächsischen Teil des Mitteldeutschen
Braunkohlenreviers hat das Sächsische Ober-
bergamt im April 2010 mit Allgemeinver-
fügung die Nutzung von größeren Uferbe-
reichen am Speicher Borna untersagt. Dort
untersucht es derzeit den Sanierungsbedarf.
Weitere Schwerpunkte der Grundsanie-
rung nach § 2 des Verwaltungsabkom-
mens im Berichtsjahr
Die LMBV setzte die Flutung der Tagebaue in
beiden Revieren fort.
In mehreren Tagebaurestseen (z. B. Burgham-
mer, Haselbach) war auch weiterhin die Neu-
tralisation des Wassers notwendig. Hierzu
wendete die LMBV mittels Bekalkung chemi-
sche Verfahren an. Auf mehreren Seen kamen
Bekalkungsschiffe zum Einsatz.
Foto 1:
Einlaufbauwerk am Bärwalder See
(Foto: LMBV)
Foto 2:
Grundbruch im ehemaligen Tagebau Spreetal
(Foto: LMBV)
Foto 3:
Rütteldruckverdichtung am Partwitzer See
(Foto: LMBV)
Foto 4:
Kunstobjekt VINETA vor dem Einschwimmen auf den
Störmthaler See (Foto: LMBV)
Im ehemaligen Restloch Skado, dem ent-
stehenden Partwitzer See, setzte die LMBV
umfangreiche Arbeiten zur endgültigen Bö-
schungsgestaltung mit Flach- und Steinbö-
schungen fort.
In beiden Braunkohlerevieren verwahrte die
LMBV nicht mehr benötigte Filterbrunnen.
Unverwahrt gehen von diesen teilweise Ge-
fährdungen aus, da der Zugang von Unbe-
fugten nicht ausgeschlossen ist. Untersu-
chungen zu allen Filterbrunnen führte sie um
die ehemaligen Tagebaue Bockwitz, Witznitz,
Haselbach, Zwenkau, Cospuden und Espen-
hain durch.
An einigen Tagebaurestseen (z. B. Störmthaler
See, Bockwitzer See) führte die LMBV Wege-
baumaßnahmen, Altlastenuntersuchungen
und Geländeprofilierungen durch.
Weitere Schwerpunkte der Abwehr von
Gefährdungen des Grundwasserwiederan-
stieges nach § 3 des Verwaltungsabkom-
mens im Berichtsjahr
Grundlage der Abwehr von Gefährdungen
des Grundwasserwiederanstieges sind für das
Lausitzer und Mitteldeutsche Revier jeweils
sieben zugelassene Betriebspläne. Gegen-
stand der Betriebspläne sind Grundwasser-
wiederanstiegsmodelle und das Grundwas-
sermonitoring über großflächige Bereiche der
ehemaligen und aktiven Tagebaue. Damit ha-
ben Grundeigentümer und andere Betroffene
die Möglichkeit, sich zum Grundwasseran-
stieg sowie mittel- und langfristigen Sanie-
rungsvorhaben zu informieren.
Im Bereich des Knappensees fanden aufgrund
von Polizeiverfügungen Sicherungsmaß-
nahmen statt. Dazu musste ein bewohntes
Grundstück gesperrt und die betroffenen
Einwohner umgesiedelt werden. Im Berichts-
zeitraum schloss die LMBV als Projektträgerin
den Rückbau der Hotelanlage mit Nebenge-
bäuden ab. Den Arbeiten ging das erste Me-
diationsverfahren beim Oberverwaltungsge-
richt Bautzen voraus, bei dem sich die LMBV,
das Sächsische Oberbergamt und die betrof-
fenen Einwohner zu allen Einzelheiten der
Inanspruchnahme einigten.
Um einige Tagebaue errichtete die LMBV für
das Monitoring neue Grundwassermess-
stellen.
Maßnahmen zur Erhöhung des Folge-
nutzungsstandards nach § 4 des Verwal-
tungsabkommens
Gegenstand des Programmteiles mit einem
Gesamtvolumen von 90 Mio.
für den Zeit-
raum 2003 bis 2012 sind Maßnahmen zur
Beseitigung struktureller Nachteile und Maß-
nahmen zur Unterstützung der regionalen
Entwicklung. Mit dem Programmteil spricht
der Freistaat Sachsen eine breite Öffentlich-
keit an. Mittlerweile haben die Regionen, die
LMBV und das Sächsische Oberbergamt das
zur Verfügung stehende Budget für Maßnah-
men verplant. Im Berichtszeitraum befanden
sich 41 Planungs- oder Ausführungsprojekte
in der Umsetzung.
Prioritäre Vorhaben zur Entwicklung der Fol-
gelandschaften des Braunkohlenbergbaus
sind schiffbare Verbindungen zur „Lausitzer
Seenkette“ und zum „Gewässerverbund Leip-
zig“. Damit beabsichtigt der Freistaat Sach-
sen, die Qualität der möglichen Folgenutzung
zu erhöhen. Im Berichtszeitraum schloss die
LMBV die wesentlichen Bauleistungen zur
schiffbaren Verbindung zwischen dem Part-
witzer und dem Neuwieser See (Überleiter 6)
ab.
Am Berzdorfer See baute die LMBV den Ha-
fen für Fahrgast- und Segelboote aus. Für
verschiedene Bootsstege am See errichte sie
Widerlager. Am Lausitzer Seenland brachte
die LMBV im Berichtszeitraum Straßen- und
Radwegebaumaßnahmen zum Abschluss.
Im Leipziger Neuseenland setzte die LMBV
wesentliche Arbeiten zur Schiffbarmachung
der Pleiße zwischen dem Agra Wehr und Con-
newitzer Wehr um und stellte das Schleusen-
bauwerk am Connewitzer Wehr fast fertig.
Die Pleiße ist damit zukünftig für den Boots-
betrieb zwischen der Leipziger Innenstadt
und dem Cospudener See geeignet. Im No-
vember des Berichtsjahres brachte die LMBV
das Kunstobjekt VINETA an seinen dauerhaf-
ten Platz auf den Störmthaler See. Das Kunst-
objekt soll an den früheren Kirchturm von
Magdeborn erinnern. Die ehemalige DDR gab
den Ort in den 1980er-Jahren an dieser Stelle
zugunsten der Braunkohlengewinnung auf.
Zu weiteren Einzelheiten informiert der Tä-
tigkeitsbericht „Impulse für die Regionalent-
wicklung in Sachsen 2010“, der u. a. im Inter-
netauftritt des Sächsischen Oberbergamtes
abrufbar ist.

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5. Steine-Erden-Bergbau
Von der Anzahl der Gewinnungsbetriebe stellt der sächsische Bergbau auf Steine- und Erdenroh-
stoffe das größte Kontingent. Die in der Branche tätigen Unternehmen fördern nahezu alle für
die regionale Bauwirtschaft notwendigen Rohstoffe. Anders als in den westlichen Bundesländern
stehen im Freistaat Sachsen fast alle Gewinnungsbetriebe für Baurohstoffe unter Bergaufsicht. Die
besondere Situation gründet auf dem Einigungsvertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland
und der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik. Dieser ordnete mit einem bis in das Jahr
1996 geltenden Übergangsrecht viele der vom Bundesberggesetz nicht erfassten, den bergfreien
Bodenschätzen zu. Die politischen Akteure wollten damit den für den Wiederaufbau Ostdeutsch-
lands notwendigen Zugang zu Massenbaurohstoffen wegen der Vielzahl ungeklärter Eigentums-
verhältnisse am Grundvermögen sichern.
Im Berichtszeitraum förderten 285 unter
Bergaufsicht stehende Betriebe Steine- und
Erdenrohstoffe. Die Gesamtförderung im
Berichtsjahr betrug 36,9 Mio. t verwertbare
Rohstoffe. Das entspricht einer Steigerung
der Fördermenge gegenüber dem Vorjahr
(31,4 Mio. t) um 5,5 Mio. t. Die deutlich ge-
stiegenen Förderzahlen belegen die Überwin-
dung der Wirtschafts- und Finanzkrise der
Vorjahre auch im Bausektor, der verstärkt
wieder die Massenbaurohstoffe nachfragte.
Neben den unter Bergaufsicht stehenden Be-
trieben förderten im Berichtszeitraum etwa
60 weitere Betriebe Steine und Erden. Die
Betriebe unterliegen der Aufsicht der unteren
Bau-, Immissionsschutz- und Wasserbehörde.
Am Ende des Berichtsjahres hatten die unter
Bergaufsicht stehenden sächsischen Steine-
Erden-Betriebe und angegliederten Weiter-
verarbeitungsanlagen insgesamt etwa 2.400
Beschäftigte. Die Betriebe leisten einen we-
sentlichen Beitrag zur Versorgung mit heimi-
schen Rohstoffen. Die Steine- und Erdenge-
winnung steht an verschiedenen Standorten
im Freistaat Sachsen immer wieder in der
öffentlichen Diskussion. Einzelne Bürger,
Bürgerinitiativen und Gemeinden haben sich
im Berichtsjahr mit Beschwerden zu Immis-
sionen durch Lärm, Staub und Sprengungen
an das Sächsische Oberbergamt gewandt. Das
Oberbergamt prüft jedes Anliegen. Soweit es
die Überschreitung immissionsschutzrecht-
licher Grenzwerte feststellt, leitet es umge-
hend Maßnahmen zu deren Einhaltung ein.
Förderung von Steinen und Erden in säch-
sischen Betrieben unter Bergaufsicht in
den Jahren 2009 und 2010
Bodenschatzgruppe
Verwertbare
Förderung in kt
2010
2009
Gesteine zur Herstellung
von Schotter und Split
oder Werk-/Dekorsteinen
20.721
17.190
Kiese und Kiessande
13.342
11.632
Kaolin
1.279
1.184
Lehm (Ziegelton)
606
584
Kalk und Dolomit
371
432
Quarz- und Formsand
72
92
Spezialton
524
314
Insgesamt
36.915
31.426
Foto links:
Gneistagebau bei Dörfel/Erzgebirgskreis
(Foto: Sächsisches Oberbergamt)
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
0
10
20
30
40
50
60
70
Verwertbare Fördermenge (in Mio. t)
Festgesteine
Kiese und
Kiessande

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6. Untertagebergbau
Zum sächsischen Bergbau gehört in kleinerem Umfang auch die Gewinnung von Rohstoffen
unter Tage. Mit der Gewinnung von Kalzit- und Dolomitmarmor in den untertägigen Betrieben
Hermsdorf/Osterzgebirge und Lengefeld/Erzgebirge versorgt das Unternehmen GEOMIN Erzgebir-
gische Kalkwerke GmbH die Farb- und Putzindustrie mit hochwertigen Rohstoffen. Die Staatliche
Porzellan-Manufaktur Meißen GmbH baut im Erdenwerk Seilitz im Landkreis Meißen Kaolin für die
eigene Produktion ab.
Für die nächsten Jahre steht der untertägige Abbau von Rohstoffen an weiteren Standorten im
Freistaat Sachsen in Aussicht. Unternehmen waren im Berichtszeitraum mit der Untersuchung
vorhandener Grubenbaue und vorbereitenden Arbeiten für einen möglichen Grubenbetrieb be-
schäftigt.
Der von den GEOMIN Erzgebirgische Kalkwer-
ke GmbH (GEOMIN) gewonnene Kalzit- bzw.
Dolomitmarmor zeichnet sich durch einen
hohen Weißgrad aus. Die Putzindustrie fragt
diese Rohstoffe stetig nach. Die gleichblei-
bende Qualität gewährleistet das Unterneh-
men durch Mischung der Materialien ver-
schiedener Abbauorte.
Am Standort Lengefeld erkundete GEOMIN
neue Lagerstättenbereiche und schloss diese
mit Gewinnungsarbeiten auf. Die im Vorjahr
vom Tochterunternehmen GEOMIN Indus-
triemineralien GmbH & Co. KG errichtete
neue Mahlanlage für dolomitischen und cal-
citischen Kalkstein nahm im Berichtsjahr den
Regelbetrieb auf.
Für das Kalkwerk Hermsdorf ließ das Sächsi-
sche Oberbergamt den Hauptbetriebsplan zu
bergmännischen Arbeiten für den Zeitraum
Juli 2010 bis Juni 2011 zu. Das Unternehmen
führte neben der Gewinnung umfangreiche
Versatzarbeiten zur Stabilisierung der Lager-
stätte durch.
Am fertig verwahrten Standort Oberscheibe
überwachte GEOMIN die Qualität des Flu-
tungswassers, um negative Auswirkungen
auf das Grundwasser zu vermeiden.
Am Standort Hammerunterwiesenthal/Erzge-
birge führte das Unternehmen in größerem
Umfang untertägige Versatzarbeiten durch
und arbeitete an der Streckenauffahrung für
die künftige Wiederaufnahme der Gewinnung.
Das von der Staatlichen Porzellan-Manufak-
tur Meißen GmbH betriebene „Erdenwerk Sei-
litz“ kennzeichnet zwei Alleinstellungsmerk-
male: Es gilt als kleinstes und ältestes aller
derzeit noch in Betrieb stehenden Kaolin-
bergwerke Europas. Im engeren Sinne bietet
die Grube heute Arbeit für drei Bergleute, im
weiteren Sinne für etwa 800 Meißener Manu-
fakturisten. Im Jahr 2010 sind 245 Jahre ver-
gangen, seit die Königliche Porzellan-Manu-
faktur im Oktober 1764 Kenntnis erhielt von
einer Lagerstätte „weißer Erde“ bei dem Dorf
Seilitz. Noch im selben Jahr begann man mit
der Förderung im Tagebau. Die Gewinnung im
Tiefbau erfolgt seit 1825. Gegenwärtig för-
dert das Unternehmen etwa 300 t Rohkaolin
im Jahr. Den Abbau des Kaolins nehmen die
Bergleute manuell mit Hacke, Schaufel und
Abbauhammer vor. Der hier geförderte Kaolin
bringt wegen seiner besonderen Mineralzu-
sammensetzung hervorragende Vorausset-
zungen für den Einsatz als Rohstoff bei der
Herstellung von Hartporzellan mit.
Die Erzgebirgische Fluss- und Schwerspat-
compagnie G.E.O.S GmbH baute im Berichts-
zeitraum das Stollenportal zum ehemaligen
Wismut-Stolln 215 als Zugangsstollen für
die künftige Fluss- und Schwerspatgrube
Niederschlag aus. Das im Stahlausbau ge-
fertigte Portal hat einen Querschnitt von 20
m² und eignet sich als Rampenzufahrt für
mobile Dieseltechnik. Am 28. Oktober 2010
fand unter großer Öffentlichkeitsbeteiligung
die symbolische Eröffnung des Bergwerkes
mit einer Sprengung des ersten Rampenan-
schlages statt. Im Berichtszeitraum bereite-
te das Unternehmen eine standortbezogene
Umweltverträglichkeitsuntersuchung vor und
führte zum Vorhaben mit dem Sächsischen
Oberbergamt und anderen Behörden mehrere
Beratungen.
Die KSL Kupferschiefer Lausitz GmbH (KSL)
setzte im Berichtszeitraum die Erkundung
des Lausitzer Kupferschiefers im Feld „Sprem-
berg/Graustein/Schleife“ fort. Im sächsischen
Teil des Erlaubnisfeldes brachte KSL eine
Bohrung bis auf über 1.500 m Teufe nieder.
Hierzu legte sie dem Sächsischen Oberberg-
amt den Abschlussbericht zur Bohrung vor.
Den Bohrplatz baute KSL zurück, so dass
die in Anspruch genommenen Flächen wie
zuvor nutzbar sind. Weiterhin bereitete sie
die Erstellung von Seismikprofilen vor. Auf-
grund der Erkundungsergebnisse beantragte
das Unternehmen gegen Ende des Berichts-
zeitraumes die Erteilung der Bewilligung zur
Gewinnung des Kupferschiefers für das Feld
„Schleife B“, das im vorgenannten Erkun-
dungsfeld liegt. Geplant ist die Errichtung
eines länderübergreifenden Bergwerkes in
Brandenburg und Sachsen.
Das Sächsische Oberbergamt erteilte der
Deutschen Rohstoff AG im August des Be-
richtsjahres zur bergrechtlichen Erlaubnis im
Feld „Granulitgebirge“ die Zulassung für drei
Baggerschürfe in Hohenstein-Ernstthal. Die
Arbeiten dienen der Gewinnung einer Probe
für geochemische Untersuchungen und für
Aufbereitungsversuche der Erze.
Foto links:
Bauarbeiten am Mundloch der Fluss- und Schwer-
spatgrube Niederschlag/Erzgebirgskreis
(Foto: Erzgebirgische Fluss- und Schwerspat-
compagnie G.E.O.S. GmbH)

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7. Sanierung im Uranerz-, Zinnerz-
und Spatbergbau
Die Regierungen der Bundesrepublik Deutschland und der Union der Sozialistischen Sowjetrepubli-
ken beendeten mit Gesetz zu ihrem Abkommen zur Tätigkeit der Sowjetisch- Deutschen Aktienge-
sellschaft Wismut vom 16. Mai 1991 die Urangewinnung des seinerzeit drittgrößten Uranprodu-
zenten der Welt. Der Bundesgesetzgeber wandelte die SDAG Wismut durch das Wismutgesetz vom
12. Dezember 1991 in die Wismut GmbH um. Für den Unternehmenszweck stellte der Bund als
alleiniger Gesellschafter aufgrund des damals geschätzten Bedarfs von 13 Mrd. DM Mittel bereit.
Im Jahr 2010 aktualisierte das Unternehmen das Sanierungsprogramm. Der gesamte Finanzetat mit
Langzeitaufgaben bis zum Jahr 2040 beträgt danach 7 Mrd. €.
Die Wismut GmbH saniert zudem im Auftrag der Bundesrepublik Deutschland und des Freistaates
Sachsen die Altstandorte der ehemaligen SDAG-/SAG-Wismut, für die die Wismut GmbH keine
Rechtsverantwortung nach dem Wismut-Gesetz hat. Dabei handelt es sich um Anlagen, die die
Bergbautreibenden vor 1963 stillgelegt hatten.
Aufgabe der Wismut GmbH ist die ökono-
misch und ökologisch optimierte Sanierung
der Hinterlassenschaften des Uranbergbaus
in Sachsen und Thüringen. Dies bedeutet im
Wesentlichen die Wiedernutzbarmachung
von bergbaulich in Anspruch genommenen
Flächen mit teilweise vorlaufender Demon-
tage und Abbruch von Gebäuden und Ein-
richtungen, die langzeitsichere Verwahrung
von Grubenbauen, Halden, Schlammteichen
sowie die Erfüllung der bergschadensrecht-
lichen Bestimmungen des Berggesetzes der
DDR und des Bundesberggesetzes. Derzeit
hat die Wismut GmbH etwa 1.450 Beschäf-
tigte, von denen 760 im Freistaat Sachsen
tätig sind. Das Unternehmen bildet in neun
anerkannten Ausbildungsberufen aus. Im
Unternehmen absolvierten seit dem Jahr
1993 mehr als 1.500 junge Menschen ihre
Ausbildung.
Die Wismut GmbH ist nur für die Hinter-
lassenschaften des ehemaligen Uranerz-
bergbaus verantwortlich, für die auch ihre
Rechtsvorgängerin, die SDAG Wismut, in
Anspruch genommen werden konnte. Nach
einem Abkommen der ehemaligen UdSSR und
der ehemaligen DDR vom 7. Dezember 1962
konnte die SDAG bzw. SAG Wismut nicht
mehr für die Beseitigung von bergbaulichen
Schäden bei damals endgültig stillgelegten
Betrieben herangezogen werden. Dieses Ab-
kommen wurde Anfang der 1970er-Jahre
bestätigt. Die Situation um die so genannten
Wismut-Altstandorte hatte bereits Anfang
der 1990er-Jahre zu Verstimmungen in den
betroffenen Regionen, insbesondere um Jo-
hanngeorgenstadt, geführt. Eine gesonderte
Zuständigkeit der Wismut GmbH, die durch
die Bundesrepublik Deutschland finanziert
wird, konnte zunächst nicht erreicht werden.
Seit dem Jahr 2000 versuchte das SMWA ein
Abkommen auf freiwilliger Basis zu erreichen.
In einem ersten Schritt wurde eine strittige
Sanierungsmaßnahme (Schurf 60) im Freita-
ler Revier durch das Sächsische Oberbergamt
gemeinsam mit der Wismut GmbH veranlasst
und finanziert. Im Rahmen der weiteren Ver-
handlungen wurden sieben prioritäre Objek-
te identifiziert, für die gemeinsam 4,68 Mio.
ab dem Jahr 2001 zur Verfügung gestellt
wurden. Der Durchbruch zum Verwaltungs-
abkommen Wismut-Altstandorte konnte im
Dezember 2002 erreicht werden. Die Unter-
zeichnung des bis zum Jahr 2012 geltenden
Abkommens erfolgte im September 2003. Da-
nach stellen die Bundesrepublik Deutschland
und der Freistaat Sachsen bis zum Jahr 2012
zu gleichen Teilen 78 Mio.
Sanierungsmittel
zur Verfügung.
Der Bund und der Freistaat Sachsen haben
zum Verwaltungsabkommen die Wismut
GmbH als Projektträgerin gewählt. Die Wis-
mut GmbH bereitet die Maßnahmen vor,
führt diese aus und sorgt für die Budgetsteu-
erung und erforderliche Berichterstattung.
Die Auswahl und Genehmigung der Maßnah-
men nimmt ein eigens für das Verwaltungs-
abkommen eingerichteter Sanierungsbeirat
vor. Den Vorsitz im Sanierungsbeirat hat das
SMWA. Stimmberechtigt waren im Berichts-
zeitraum daneben das SMI und das Sächsi-
sche Oberbergamt. Beratend sind im Beirat
u. a. das Bundesministerium für Wirtschaft
und Technologie, die Landesdirektion Chem-
nitz und das LfULG tätig. Zur Vorbereitung
der Projekte führen die Wismut GmbH und
das Sächsische Oberbergamt vor jedem Sa-
nierungsbeirat ein Statusgespräch.
Für den Zeitraum nach 2012 haben die Wis-
mut GmbH und das Sächsische Oberbergamt
für die Sanierung der sächsischen Wismut-
Altstandorte einen weiteren Finanzierungs-
bedarf in Höhe von 138 Mio.
zuzüglich 2,5
Mio.
pro Jahr für Langzeitaufwendungen
ermittelt. Zu Einzelheiten informiert ein Be-
richt, der im Internetauftritt des Sächsischen
Oberbergamtes
(www.bergbehoerde.sachsen.
de) unter Aktuelles und Termine/ Archiv zur
Verfügung steht. Im Berichtszeitraum ver-
handelten die Bundesrepublik Deutschland
und der Freistaat Sachsen zu einem Folgeab-
kommen.
Sanierung an einzelnen Standorten
Die Wismut GmbH setzte die Flutung der
Grube Schlema-Alberoda im Berichtsjahr fort.
Dabei bewährte sich der Pufferspeicher des
Grubengebäudes oberhalb der 60 m- Sohle,
in dem der Flutungspegel je nach Zufluss zum
Grubengebäude erhöht bzw. abgesenkt wur-
de. Insbesondere die niederschlagsreichen
Monate August und September waren durch
einen extremen Wasserzulauf in die Grube
gekennzeichnet. Dieser betrug bis zum fünf-
fachen der Normalwerte. Im Berichtszeitraum
Foto links:
Gesamtansicht zur Sanierung der Industriellen
Absetzanlage Helmsdorf in Zwickau-Crossen
(Foto: Wismut GmbH)

image
image
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30 |
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förderte die Wismut GmbH aus der Grube
mehr als 8,5 Mio. m³ Wasser, das sie nach
Behandlung in die Zwickauer Mulde leitete.
Die Grubenwasserbehandlungsanlage arbei-
tete auch bei dem extremen Wasserzulauf
zuverlässig. Die Verwahrung tagesnaher Gru-
benbaue setzte die Wismut GmbH fort. Der
Schwerpunkt der Arbeiten konzentrierte sich
auf die Markus-Semmler-Sohle. Auf der Soh-
le plante die Wismut GmbH die Auffahrung
eines Wasserlösestollens („Südumbruch“), um
den dauerhaft sicheren Abtrag von Wasser
des Schneeberger Grubenreviers über den
Markus-Semmler-Stolln zu realisieren.
Die Sanierungsarbeiten an den Halden kon-
zentrierten sich im Wesentlichen auf Maß-
nahmen zur Abdeckung und des Wasser- und
Wegebaus. Auf der Halde 309 erfolgten Ar-
beiten zur Profilierung sowie zur Fertigstel-
lung des Baus der Sickerwasserlösung. Auf
der Halde 310 erfolgten Baufeldfreimachung
und Rodungsarbeiten. Auf der Halde 371/1
setzte das Unternehmen die umfangreichen
Abdeckarbeiten fort.
Der Flutungswasserpegel der Grube König-
stein betrug zum Ende des Berichtsjahres
ca. 102 m NN. Die Steuerung der Flutung er-
folgte über zwei neu errichtete Förderbohr-
löcher und Pumpenanlagen. Im Oktober des
Berichtsjahres führte das Sächsische Ober-
bergamt die Abschlussbefahrung auf der 25
m-Sohle durch. Außerdem wurde der Umbau
des Schachtes 390 zur 50-m-Sohle vorge-
nommen.
Auf der Halde Crossen arbeitete die Wismut
GmbH weiter am Rückbau von Absetzmassen
und Filterbergen. Der Massentransport er-
folgte weiter zur Industriellen Absetzanlage
(IAA) Helmsdorf.
Die Auffahrung des Wismut-Stolln am Stand-
ort Freital-Gittersee zur dauerhaft sicheren
Entwässerung des Grubenreviers über den
Tiefen Elbstolln in die Elbe erreichte im Be-
richtsjahr 874 der etwa 3.000 geplanten Me-
ter. Zur Errichtung des Stollen waren umfang-
reiche Ausbaumaßnahmen notwendig, um
große nicht standsichere Tuffbereiche queren
zu können und die erhöhten Wasserzuflüsse
zu regulieren. Die Wismut GmbH begleitete
die Stollenauffahrung mit geomechanischen
Messungen an der Tagesoberfläche, insbe-
sondere in sensiblen Bereichen wie der ge-
querten Bahnstrecke Dresden-Chemnitz.
Sanierung nach dem Verwaltungsabkom-
men Wismut Altstandorte an einzelnen
Orten
Im Berichtszeitraum arbeitete die Wismut
GmbH an 85 Projekten. Darin eingeschlossen
waren zum Teil umfassende Planungsleistun-
gen und Sanierungsleistungen im Überta-
ge- und Untertagebereich. Die Bundesrepu-
blik Deutschland und der Freistaat Sachsen
finanzierten die Sanierungsleistungen im
Berichtszeitraum mit 9,5 Mio.
€.
Die Sanie-
rungsarbeiten erstrecken sich inzwischen auf
35 Gemeinden.
In Annaberg-Buchholz, OT Frohnau setzte die
Wismut GmbH die Sanierung des Bierschna-
belstollns fort. An dem Wasserlösestolln
nahm sie die Sanierungsarbeiten im Bereich
des Lichtloches 1 auf.
Die Halde 296 in der Stadt Aue ist in we-
sentlichen Teilen abgeschlossen. Sanierungs-
schwerpunkte im Berichtsjahr waren Wasser-,
Wegebau- und Aufforstungsarbeiten.
Die Projektträgerin und die Landestalsperren-
verwaltung schlossen in der Gemeinde Bad
Schlema die Sanierung des Silberbaches und
der Erzverladestelle als gemeinsame Maßnah-
men ab. Der Silberbach ist damit im Abschnitt
vom Stauweiher im Oberlauf bis zur Mün-
dung in den Schlemabach saniert.
In Breitenbrunn schloss die Wismut GmbH
mit der Sanierung des Mittelteils der Halde
Haberlandmühle und des Einlagerungsberei-
ches für umgelagerte Haldenmassen eines
der radiologischen Schwerpunktprojekte der
Altstandorte-Sanierung ab. Damit ist die Sa-
nierung des als „prioritäres Objekt“ im Jahr
2002 begonnen Komplexes „Halde Haber-
landmühle“ abgeschlossen.
Im Berichtszeitraum begann die Wismut
GmbH zusammen mit der BGH Edelstahlwer-
ke Freital GmbH die Sanierung der Industri-
ellen Absetzanlage Teich 1 in Freital, die die
Fläche wirtschaftlich nachnutzen wird.
Für den Standort Johanngeorgenstadt brach-
te die Wismut GmbH mehrere Planungen
einschließlich Genehmigungsverfahren vor-
an. Am Stolln 30 nahm sie die Sanierung von
Flächen auf. Abgeschlossen ist die Sanierung
der Plateaufläche der Halde Aufbereitung an
der Dimitroff-Straße. Unter Tage bestehen im
Adolphusstolln und dem Querschlag 1 mitt-
lerweile dauerhaft sichere Wasserableitun-
gen. Die Bereiche sind standsicher verwahrt.
Die Wasserableitung über den Rosengarten-
stolln war ebenfalls Gegenstand der Sanie-
rungsarbeiten im Jahr 2010.
In Lauter schloss die Projektträgerin die Ver-
wahrung des Schurfes 1 und der in unmittel-
barer Umgebung befindlichen Hohlräume ab.
Im Frühjahr des Berichtszeitraumes begannen
die Erdbauarbeiten zur Sanierung des Lenk-
teiches und der Nordhalde in Lengenfeld. Die
Projektträgerin richtete die Baustraßen ein,
beräumte den Lenkteich und baute die Schei-
benfilterberge auf der Nordhalde ein. Das alte
Dammbauwerk des Teiches brach sie ab und
begann mit der Beräumung von Flächen ent-
lang des Plohnbaches.
Den Schacht 277 in der Gemeinde Neuen-
salz brachte die Wismut GmbH durch eine
Schachtabdeckung aus Stahlbeton auf den
aktuellen technischen Standard.
In Schneeberg führte das Unternehmen im Be-
reich des Kirchplatzes die Verwahrungsarbei-
ten des Wismut-Bergbaus fort. Die Arbeiten
überlagern sich dort mit der Altbergbausanie-
rung des Sächsischen Oberbergamtes.
Im April 2010 übergab die Projektträgerin die
sanierte Halde und die Betriebsfläche Schacht
278 an die Stadt Schwarzenberg. Im Ortsteil
Bermsgrün der Stadt Schwarzenberg begann
sie die Sanierung der Halde Stolln 2 – Han-
senmühle mit Rodungsarbeiten und Mas-
senumlagerungen.
In Tannenbergsthal schloss das Unternehmen
die Sanierung der Halde Schacht 241 mit
Wasser- und Wegebaumaßnahmen sowie der
Begrünung ab.
Der Umfang der Verwahrungsarbeiten in
Zschorlau erweiterte sich durch das Antreffen
von historischem Altbergbau beträchtlich. Das
Sächsische Oberbergamt konnte die Siche-
rungsarbeiten im Altbergbau so gewährleis-
ten, dass die Wismut GmbH die Verwahrungs-
arbeiten am Schacht 73 und im Magnetstolln
noch im Berichtsjahr fortsetzen konnte.
Für etwa 81 Prozent der Ingenieur- und Sa-
nierungsleistungen vergab die Projektträgerin
Fremdaufträge. Dazu bezog sie 16 mittelstän-
dische und regional ansässige Bauunterneh-
men und acht Ingenieurbüros in die aktive
Umsetzung der Projekte ein.
Sanierungsarbeiten im ehemaligen Zinn-
erz- und Spatbergbau
Träger der Sanierungsarbeiten sind zum Teil
die bundeseigene Gesellschaft zur Verwah-
rung und Verwertung von stillgelegten Berg-
werksbetrieben mbH (GVV) und zum anderen
Teil private Rechtsnachfolger der ehemals
Bergbautreibenden.
Im Berichtszeitraum fanden im Rahmen eines
bergrechtlichen Genehmigungsverfahrens zur
Herstellung der dauerhaften Stand- und
Hochwassersicherheit sowie Endverwahrung
der ehemaligen Industriellen Absetzanlage
Bielatal der ehemaligen Zinngrube Alten-
berg umfangreiche Abstimmungen mit der
GVV und der unteren Wasserbehörde beim
Landratsamt statt. Im Oktober des Berichts-
zeitraumes ließ dass Oberbergamt den Son-
derbetriebsplan zur Sanierung des Entwäs-
serungsstollens der ehemaligen Zinngrube
Altenberg zu. Die Sanierungsarbeiten dienen
der geotechnischen Sicherung sowie der Ver-
meidung bzw. Minderung des Sedimentaus-
trages aus der Grube in die Oberflächenge-
wässer.
Die Arbeiten der Zinnerz Ehrenfriedersdorf
GmbH konzentrierten sich auf die Einlage-
rung von Bodenmaterial in die Spülhalde 2
und Sanierungsarbeiten im Tiefen Sauberger
Stolln als Hauptwasserlösestollen für die ehe-
malige Zinngrube.
Foto 1:
Auffahrung des Wismut-Stolln unter Freital
(Foto: Wismut GmbH)
Foto 2:
Sanierung der Halde Haberlandmühle in Breiten-
brunn (Foto: Wismut GmbH)
Foto 3:
Sicherungsarbeiten am Schurf 1 in Lauter
(Foto: Wismut GmbH)

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8. Geothermie
In Sachsen existieren für den bergfreien Bodenschatz Erdwärme folgende Nutzungsmöglichkeiten:
oberflächennahe Geothermie, Grubenwassergeothermie und tiefe Geothermie. Der Schwerpunkt der
Erdwärmenutzung in Sachsen liegt gegenwärtig im Bereich der oberflächennahen Geothermie.
Erdwärme (Geothermie) gilt langfristig als ein Schlüssel für die dauerhafte ressourcenschonende
und klimagerechte Energieversorgung. Neue Erkenntnisse in der Forschung und eine zunehmend
schnellere Entwicklung von Technologien auf diesem Sektor ermöglichen eine effektive Nutzung
des geothermischen Potenzials. Für den Freistaat Sachsen war im Berichtszeitraum ein weiterer
Zuwachs an geothermischen Anlagen zu verzeichnen.
Tiefengeothermie
Zur Forcierung der Erschließung des tie-
fengeothermischen Potenzials in Sachsen
existiert unter Leitung des LfULG der For-
schungsverbund Tiefengeothermie Sachsen.
Weitere Beteiligte sind die Bundesanstalt für
Geowissenschaften und Rohstoffe, das Geo-
forschungszentrum Potsdam, das Leibniz-
Institut für Angewandte Geologie Hannover,
das Sächsische Oberbergamt und die TU
Bergakademie Freiberg. Der Verbund führt in
ausgewählten Untersuchungsgebieten vorbe-
reitende Arbeiten für ein petrothermales Tie-
fengeothermieprojekt durch.
Für drei sächsische Vorzugsgebiete wurden
die vorhandenen geologischen, petrophysika-
lischen und thermischen Daten komplex aus-
gewertet und in 3D-Modellen modelliert. Die
Möglichkeit der Stromerzeugung durch Tie-
fenaufschlüsse bis 5 km in einem petrother-
malen Kraftwerk ist in allen drei betrachteten
Gebieten gegeben. Die Temperaturmodelle
weisen in 5 km Tiefe Werte zwischen 105
und 190°C auf. Im Vergleich zu den Vorzugs-
gebieten Elbezone und Freiberg verfügt das
Vorzugsgebiet Aue über die besten Voraus-
setzungen für die Errichtung eines petrother-
malen Tiefengeothermieprojektes.
Oberflächengeothermie
Ende 2010 existierten in Sachsen 8.488 Erd-
wärmeanlagen mit einer installierten Ge-
samtheizleistung von ca. 100 MW. Dabei
handelt es sich hauptsächlich um Erdwärme-
sonden-, Brunnen- und Erdkollektoranlagen.
Neben den fachlichen Stellungnahmen des
Referates Hydrogeologie im LfULG für die
unteren Wasserbehörden bei Erlaubnis- und
Bewilligungsanträgen von Erdwärmeanlagen
prüft die Projektgruppe Geothermie zusätz-
lich Anträge zur Errichtung von Großanlagen
mit einer Leistung größer 30 kW.
Für Bohrungen mit einer Tiefe über 100 m
besteht nach § 127 Abs. 1 BBergG eine An-
zeigepflicht beim Sächsischen Oberbergamt.
Das Anzeigeverfahren hat die Bergbehörde
im Jahr 2010 in 130 Fällen (2009: 118 Fälle)
durchgeführt.
Zur planerischen Unterstützung von Erdwär-
mesondenvorhaben erstellt das LfULG seit
2008 den Geothermieatlas Sachsen im Maß-
stab 1:50.000 (GTK50). Derzeit stehen sechs
Kartenblätter im Internet interaktiv zur Ver-
fügung. Mit dieser Geothermiekarte können
die verfügbaren spezifischen Entzugsleistun-
gen in Watt pro Meter Sondenlänge für vier
Tiefenbereiche und zwei unterschiedliche
Jahresbetriebsstunden abgelesen werden.
Weiterhin erschien die Informationsbroschü-
re Erdwärmesonden, welche die in Sachsen
geltenden Gesetze und Richtlinien aufzeigt,
neue Erkenntnisse vorstellt sowie Tipps und
Hinweise bei der Planung für Bauherren, Pla-
ner und Bohrfirmen gibt.
Grubenwassergeothermie
Ein weiteres geothermisches Potenzial stellt
die Grubenwassernutzung zur Klimatisie-
rung von Gebäuden dar. Diese geothermische
Quelle wird in Sachsen in Gebieten mit geflu-
teten Bergbaurevieren erschlossen.
Anzahl der Erdwärmeanlagen
10.000
9.500
9.000
8.500
8.000
7.500
7.000
6.500
6.000
5.500
5.000
4.500
4.000
3.500
3.000
2.500
2.000
1.500
1.000
500
0
1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010
8.488
7.531
6.803
5.561
4.061
2.741
1.936
1.340
922
631
360
208
139
2
4 7
12
25
29
50
82
Prozentuale Verteilung der Erdwärmennutzung
Erdwärmesonden
Erdwärme-Kollektoranlagen
Wasser-Wasser-Anlagen
Direktverdampferanlagen
Grubenwassernutzung
Thermalwassernutzung
Sonstige (nicht näher def.)
92,0 %
4,2 %
0,7 %
0,1 %
0,1 %
0,4 %
2,6 %
Daten und Grafik: Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und
Geologie. Abteilung 10 Geologie, PG Geothemie
Foto und Grafik: Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Abteilung 10 Geologie

image
34 |
| 35
9. Bergbehörde und amtliche
Rohstoffgeologie
Das Bundesberggesetz enthält zum Aufbau der Berg- und Geologiebehörden keine Bestimmungen.
Die Länder regeln die Einrichtung der Behörden im Rahmen der nach Artikel 83 und 84 Grund-
gesetz bestimmten Selbst- bzw. Bundesauftragsverwaltung. Die Bergbehörden der Bundesländer
unterstehen bis auf Hessen und Thüringen den Wirtschaftsressorts. Im Freistaat Sachsen sind
Bergverwaltung und amtliche Rohstoffgeologie zwei verschiedenen Ressorts zugeordnet, einerseits
dem Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, andererseits dem Staatsministerium für
Umwelt und Landwirtschaft.
Die Bergbehörden der Länder und das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie arbei-
ten im Länderausschuss Bergbau zusammen. Dort stimmen sie die Rechtsanwendung und den
Verwaltungsvollzug zum Bundesberggesetz und zu anderen gesetzlichen und untergesetzlichen
Regelungen ab.
Aufgaben und Aufbau
Der Freistaat Sachsen hat eine zweistufige
Bergverwaltung. Das Sächsische Staatsminis-
terium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr ist
oberste Bergbehörde, das Sächsische Ober-
bergamt obere Bergbehörde. Das Sächsische
Oberbergamt hat seinen Sitz in Freiberg.
Das Sächsische Oberbergamt übt im Frei-
staat Sachsen als Fach- und Vollzugsbehör-
de die staatliche Aufsicht über den Bergbau
aus. Das gilt gleichermaßen für den aktiven
Bergbau über und unter Tage als auch für den
Sanierungsbergbau. Die Zuständigkeit um-
fasst die Zulassung bergbaulicher Vorhaben,
die Finanzierung des Sanierungsbergbaus, die
Überwachung der betrieblichen Sicherheit,
des Arbeits- und Gesundheits- sowie des
Umweltschutzes und die Rohstoffsicherung.
Die bergrechtlichen Zulassungsverfahren
umfassen auch Entscheidungen nach ande-
ren Rechtsbereichen. Das Sächsische Ober-
bergamt hat deshalb Sonderzuständigkeiten
im Wasser-, Immissionsschutz-, Abfall- und
Arbeitsschutzrecht. Die polizeirechtliche Son-
derzuständigkeit für die Abwehr von Gefahren
aus dem Altbergbau ohne Rechtsnachfolger
und anderen unterirdischen Hohlräumen liegt
ebenfalls beim Sächsischen Oberbergamt.
Das Sächsische Oberbergamt gliedert sich
in drei Abteilungen mit je zwei Referaten (s.
Anlage 1). Die Abteilung 1 nimmt zentrale
Aufgaben und Aufgaben im Bereich Altberg-
bau wahr. Die Abteilung 2 ist für die Bereiche
Braunkohlenbergbau/Braunkohlesanierung
und Untertagebergbau zuständig. Die Ab-
teilung 3 nimmt die Aufgaben des Steine-
Erden-Bergbaus sowie des Markscheidewe-
sens, der Raumordnung, der Landesplanung
und der Ausbildung wahr. Die Projektgruppe
Abwicklung und Controlling übernimmt für
den Freistaat Sachsen als Zuwendungsgeber
wesentliche Aufgaben beim vorlaufenden,
begleitenden und nachlaufenden Controlling
zu den Verwaltungsabkommen Braunkohle-
sanierung und Wismut-Altstandorte.
Die Bergbehörde hatte am 31. Dezember 2010
74 Beschäftigte. Die Bediensteten waren fol-
genden Laufbahngruppen zugeordnet:
Besetzung Sächsisches Oberbergamt zum
31. Dezember 2010
Das LfULG nimmt mit seiner Abteilung Geo-
logie die Aufgaben des Staatlichen Geologi-
schen Dienstes im Freistaat Sachsen wahr.
Darin vertritt das Referat Rohstoffgeologie
mit acht Mitarbeitern die rohstoffgeologi-
schen Interessen des Freistaates Sachsen.
Wesentliche Aufgaben sind die rohstoffgeo-
logische Landesaufnahme (Vorerkundung,
Erfassung und Bewertung von Rohstoffvor-
kommen, Höffigkeitseinschätzung), die Auf-
bereitung und Veröffentlichung ausgewähl-
ter Daten (z. B. Rohstoffgeologische Karten),
Stellungnahmen, Beratung und Information
für die Politik, Behörden, Hochschulen sowie
die Wirtschaft und die rohstoffgeologische
Information der Öffentlichkeit.
Betriebsaufsicht
Am 31. Dezember 2010 standen insgesamt
478 (2009: 479) bergbauliche Betriebe und
Anlagen im aktiven Bergbau und im Sanie-
rungsbergbau mit insgesamt 4.094 (2009:
4.050) unmittelbar Beschäftigten (ohne Sa-
nierungsbetriebe) unter Aufsicht des Sächsi-
schen Oberbergamtes.
Die unter Aufsicht stehenden Betriebe för-
derten Braunkohle und Erdwärme sowie alle
im regionalen Markt benötigten Steine- und
Erdenrohstoffe, überwiegend im Tagebau. Die
Ausnahme bildet lediglich Kalk.
In den Steine-Erden-Betrieben unterliegen
teilweise auch Weiterverarbeitungsanlagen
der Aufsicht der Bergbehörde, weil sie in un-
mittelbarem betrieblichen Zusammenhang
mit den Gewinnungsbetrieben stehen und die
Aufbereitung den Schwerpunkt der Tätigkeit
darstellt. Zu den Weiterverarbeitungsanlagen
zählen insbesondere Transportbetonwerke,
Werksteinweiterverarbeitungsanlagen und
Asphaltmischanlagen. Weiterhin werden die
Aufbereitungsanlagen teilweise auch zum
Recycling von Bauschutt genutzt.
Nach dem Gesetz zur Vereinheitlichung der
Rechtsverhältnisse bei Bodenschätzen vom
15. April 1996 arbeiten eine Reihe von Stei-
ne-Erden-Betrieben, die nicht unter die Be-
standsschutzregelungen dieses Gesetzes fal-
len, auf Grundlage von Genehmigungen nach
Bundesimmissionsschutz-, Wasser- oder
Baurecht. Diese Betriebe gewinnen überwie-
gend Kiessande und Sande, des Weiteren
auch Festgesteine sowie Spezialton.
Gewinnungsbetriebe unter Bergaufsicht
(Stand: 31. Dezember 2010)
Bei den Sanierungsbetrieben stehen noch
zahlreiche Anlagen der nicht privatisierungs-
fähigen Betriebe des Braunkohlenbergbaus
der ehemaligen DDR, Betriebe des ehemaligen
Wismutbergbaus und Betriebe des bis Beginn
der 1990er-Jahre beendeten Zinnerz-, Spat-
und Steinkohlenbergbaus unter Bergaufsicht.
Technische Beamte/Angestellte des
höheren Dienstes
14
Nichttechnische Beamte/Angestellte
des höheren Dienstes
5
Technische Beamte/Angestellte des
gehobenen und mittleren Dienstes
23
Nichttechnische Beamte/Angestellte
des gehobenen und mittleren Dienstes
31
Beamte im Vorbereitungsdienst für
den höheren technischen Dienst
1
Insgesamt
74
Förderung
mit
ohne
Braunkohlenbergbau
4
10
Steine-Erden-Bergbau
Festgesteinstagebau
104
20
Kies- und Kiessandtagebaue
133
40
Kaolingruben
12
2
Spezialtontagebaue
19
9
Lehm- und Tontagebaue
13
2
Kalk- und Dolomitgruben
4
2
Quarz- und Formsandtagebaue
3
2
Erdwärme
5
1
Insgesamt
297
78

image
image
36 |
| 37
Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Abteilung 10 Geologie

image
image
38 |
| 39
Braunkohlesanierung
Tagebaue (inkl. Altkippen und
länderübergreifende Tagebaue)
28
Brikettfabriken und Schwelereien
13
Kraftwerke, Kesselhäuser
9
Industrielle Absetzanlagen und
Spülhalden
3
Sonstige Anlagen
8
Sanierung im Uranerzbergbau
Bergwerke
4
Halden
23
Absetzbecken
1
Sonstige Anlagen
3
Sanierung im Zinnerz-, Spat- und
Steinkohlenbergbau
Bergwerke
4
Aufbereitungsanlagen
1
Industrielle Absetzanlagen und
Spülhalden
5
Sonstige Anlagen
1
Insgesamt
103
Sanierungsbetriebe unter Bergaufsicht
(Stand: 31. Dezember 2010)
Das Referat Rohstoffgeologie im LfULG er-
fasst die Lagerstättendaten sowohl zu den
unter Bergaufsicht als auch zu den nicht unter
Bergaufsicht stehenden Gewinnungsbetrie-
ben auf Steine und Erden in einem Fachinfor-
mationssystem Rohstoffe. Das Fachinforma-
tionssystem ist wesentliche Grundlage für die
Arbeit des LfULG.
Bergaufsicht (ausschließlich Grubenkon-
trolleure)
Der Bergbau unterliegt, durch Gesetz gere-
gelt, der Aufsicht durch die zuständige Behör-
de (§ 69 Abs. 1 BBergG). Die Betriebsaufsicht
als Kontrolltätigkeit vor Ort ist wesentlicher
Bestandteil der Bergaufsicht. Dazu führte das
Sächsische Oberbergamt im Berichtsjahr ins-
gesamt 719 Kontrollbefahrungen bei Steine-
Erden-Betrieben, 292 Kontrollbefahrungen
bei Braunkohlengewinnungs- und Sanie-
rungsbetrieben und 130 Befahrungen im
Untertagebergbau, den Besucherbergwerken
sowie im Zusammenhang mit der Sanierung
der Anlagen des ehemaligen Uranerz-, Zinn-
erz- und Spatbergbaus durch.
Das Referat Rohstoffgeologie im LfULG be-
fährt die Gewinnungsbetriebe wegen der
Aktualisierung der sich mit dem Abbaufort-
schritt ändernden Erkenntnisse zum Rohstoff
und zur Lagerstättengeologie. Hierzu führten
die Mitarbeiter des Referates im Berichtszeit-
raum 42 Befahrungen durch. In zahlreichen
Kiesgruben wurden dabei auch Beprobungen
und Untersuchungen auf Goldgehalte durch-
geführt.
Besucherbergwerke und Sicherungsmaß-
nahmen im Altbergbau
Das Sächsische Oberbergamt beaufsichtigt
ebenso die im Freistaat Sachsen vorhandenen
Besucherbergwerke, Besucherhöhlen, unter-
irdischen Hohlräume sowie die von Interes-
sengemeinschaften oder Vereinen betreuten
Objekte des historischen Bergbaus. Daneben
ist das Sächsische Oberbergamt Aufsichtsbe-
hörde für die Sicherungs- und Sanierungsar-
beiten im Altbergbau.
Betriebsplanzulassungen und andere Ge-
nehmigungsverfahren
Das Bundesberggesetz sieht für die Errich-
tung, Führung und Einstellung von Aufsu-
chungsbetrieben, Gewinnungsbetrieben und
Betrieben zur Aufbereitung Betriebspläne vor
(§ 51 BBergG). Die Unternehmen stellen die
Betriebspläne auf und reichen diese bei der
Bergbehörde zur Zulassung ein. Das Sächsi-
sche Oberbergamt lässt die Betriebspläne zu,
soweit sie den Anforderungen nach europä-
ischem, bundesdeutschen und sächsischem
Recht entsprechen. Die Unternehmen haben
dazu weitreichende Forderungen des Arbeits-
und Gesundheitsschutzes, einer sicheren
Betriebsführung und des Umweltschutzes
zu erfüllen. Die Betriebsplanpflicht gilt auch
bei Einstellung eines Bergbauvorhabens im
Falle der Rücknahme, des Widerrufs oder der
Aufhebung einer Erlaubnis, einer Bewilligung
oder eines Bergwerkeigentums.
Die Zulassung bergrechtlicher Betriebspläne,
deren Fristverlängerung, Ergänzung und Ab-
änderung sowie die Kontrolle der Einhaltung
durch Betriebsbefahrungen sind ein Schwer-
punkt der Tätigkeit des Sächsischen Ober-
bergamts. Zu den Arbeiten gehören auch das
Feststellen der Beendigung der Bergaufsicht,
Anordnungen und Untersagungen bei nicht
rechtskonformer Betriebsführung (§ 71ff
BBergG) und die Befreiung von der Betriebs-
planpflicht für kleinere Vorhaben (§ 51 Abs. 3
BBergG). Mit den bergrechtlichen Zulassun-
gen erteilt das Sächsische Oberbergamt auch
Foto:
Betriebsaufsicht durch Befliegung –
Granittagebau Wildenau/Westerzgebirge
(Foto: Sächsisches Oberbergamt)

image
40 |
| 41
Braunkohlesanierung
zuge-
lassen
Betei-
ligung
LfULG
Fakultative
Rahmenbetriebspläne
2
2
Hauptbetriebspläne
39
5
Abschluss-/
Teilabschlussbetriebspläne
6
6
Aufsuchungsbetriebspläne
2
2
Sonderbetriebspläne
65
2
Betriebsplanergänzungen/
-änderungen/-verlängerungen
295
18
Beendigung der Betriebs-
aufsicht/ Teilflächen
3
Anordnung oder Untersagung
nach § 71 ff BBergG
5
Befreiung von der Betriebs-
planpflicht nach § 51 Abs. 3
BBergG
0
Ausnahmen nach § 13 ArbZG
3
Wasserrechtliche Erlaubnis
nach dem WHG
3
Genehmigungen nach
BImSchG
0
OwiG-Verfahren
11
Sonstige Genehmigungen
2
Betriebsplanzulassungen und andere Ge-
nehmigungen im Jahr 2010
Betei-
ligung
LfULG
Laufende
Planfeststellungsverfahren
45
Planfeststellungsbeschlüsse
5
Planänderungsbeschlüsse
3
andere Entscheidungen
8
Scopingtermine
1
1
Das Referat Rohstoffgeologie im LfULG nahm
des Weiteren zu drei Baugenehmigungsanträ-
gen für Gewinnung des Grundeigentümerbo-
denschatzes Kiessand sowie zu einem Antrag
zum Abbau von Festgestein gemäß Bundesim-
missionsschutzgesetz gegenüber anderen Be-
hörden Stellung.
Das Referat Rohstoffgeologie berät im Vorfeld
der Erarbeitung von Planungsunterlagen auf
Anfrage planende Ingenieurbüros und Betrie-
be zur Rohstoff- und Lagerstättensituation.
Im Rahmen der Betriebsplanverfahren führt
das Sächsische Oberbergamt bergrechtliche
Planfeststellungsverfahren nach § 52 Abs. 2a
BBergG durch, wenn ein Bergbauvorhaben
einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP)
bedarf. Die Schwellenwerte für UVP-pflich-
Im Berichtszeitraum fasste das Sächsische
Oberbergamt den insgesamt 87. Planfeststel-
lungsbeschluss seit dem Jahr 1991.
Bergbauberechtigungen, Bodenschatzein-
stufungen
Der aktive Bergbau im Freistaat Sachsen ist
überwiegend auf mineralische Rohstoffe
gerichtet, die formal nicht zum Eigentum
an den Grundstücken gehören, unter denen
sie liegen. Diese Rohstoffe bezeichnet das
Bergrecht als bergfreie Bodenschätze. Die
Verfasser des Einigungsvertrages hatten sich
mit einer Verordnung bereits im August 1990
darauf geeinigt, im Beitrittsgebiet einen sehr
umfassenden Katalog von Rohstoffen ein-
schließlich der Baurohstoffe den bergfreien
Bodenschätzen zuzuordnen. Sie trafen damit
eine vom Bundesberggesetz abweichende
Regelung, nach dem ein Teil dieser Rohstof-
fe den grundeigenen Bodenschätzen oder
den vom Bundesberggesetz nicht erfassten
Grundeigentümerbodenschätzen zuzuordnen
ist. Der Gesetzgeber verband damit die Ab-
sicht, die Versorgung des Baugewerbes mit
den notwendigen Rohstoffen nicht zu behin-
dern, weil die Eigentumsverhältnisse in den
ostdeutschen Bundesländern an Grund und
Boden zunächst weitgehend ungeklärt waren.
Auch heute überwiegt aufgrund der Regelun-
gen des Einigungsvertrages in Verbindung mit
den Bestandsschutzregelungen des Gesetzes
zur Vereinheitlichung der Rechtsverhältnisse
bei Bodenschätzen vom 15. April 1996 nach
wie vor die Anzahl an Bergbauberechtigun-
gen auf Steine und Erden.
Die Bodenschätze, die nach dem Bundesberg-
gesetz nicht „bergfrei“ sind, sind Bestandteil
der betreffenden Grundstücke. Dabei sind die
grundeigenen Bodenschätze nach § 3 Abs.
4 BBergG, deren Gewinnung ebenfalls unter
Bergaufsicht erfolgt, von den so genannten
„Grundeigentümerbodenschätzen“ zu unter-
scheiden, deren Gewinnung die Landratsäm-
ter und kreisfreien Städte zulassen.
Das Referat Rohstoffgeologie im LfULG stell-
te im Berichtszeitraum auf Antrag für fünf
Kiessand-, ein Ton- und ein Festgesteinsvor-
kommen die Bodenschatzkategorie fest. In
Zusammenarbeit mit den planenden Ingeni-
eurbüros führte es hierzu mittels Bohrungen
amtliche Probenahmen durch. Auf Grundlage
der Analyseergebnisse erfolgte die Einstufung
aller beprobten Vorkommen in die Kategorie
„grundeigener Bodenschatz“.
Wer bergfreie Bodenschätze aufsuchen will,
bedarf der Erlaubnis, wer bergfreie Boden-
schätze gewinnen will, der Bewilligung oder
des Bergwerkeigentums (§ 6 Satz 1 BBergG).
Das Sächsische Oberbergamt ist zuständige
Genehmigungs- und Zulassungsbehörde für
alle bergmännischen Arbeiten und Einrichun-
gen im Freistaat Sachsen.
Genehmigungen nach dem Bundesimmissi-
onsschutzgesetz und dem Wasserhaushalts-
gesetz.
Das Referat Rohstoffgeologie im LfULG un-
terstützt das Sächsische Oberbergamt bei den
Entscheidungen. Planungsunterlagen prüft es
auf fachliche Plausibilität, d. h. insbesondere
auf Begründetheit und Nachvollziehbarkeit.
Zu mehreren Verfahren regte das Referat Än-
derungen und Ergänzungen der Planungsun-
terlagen an.
tige Vorhaben sind in der Verordnung über
die Umweltverträglichkeitsprüfung bergbau-
licher Vorhaben (UVP-Verordnung Bergbau)
genannt. Zur Vorbereitung der Planfeststel-
lungsverfahren beraten die beteiligten Behör-
den mit dem Antragsteller in der Regel in ei-
nem Scopingtermin. Dort legen die Behörden
grundsätzliche Forderungen für das Vorhaben
fest. Planfeststellungsverfahren sind neben
der UVP mit einer Öffentlichkeitsbeteiligung
verbunden. Bergrechtliche Planfeststellungs-
beschlüsse haben eine Konzentrationswir-
kung. Sie schließen häufig Genehmigungen
nach anderen Rechtsvorschriften wie Immis-
sionsschutzrecht und Wasserrecht ein.
Planfeststellungsverfahren im Jahr 2010
Sächsisches Oberbergamt Freiberg, Ref. Markscheidewesen

42 |
| 43
2010
2009
Erlaubnisse nach § 7 BBergG
13
15
Bewilligungen nach § 8
BBergG
228
230
Bergwerkseigentum nach § 9
BBergG
273
274
Insgesamt
514
519
Im Freistaat Sachsen bestanden am Ende des
Berichtsjahres 514 Bergbauberechtigungen
(Stand Ende 2009: 519).
Im Jahr 2010 erteilte das Sächsische Ober-
bergamt sechs neue Bergbauberechtigungen,
neun Berechtigungen verlängerte es.
Das Sächsische Oberbergamt stimmte bei
neun Vorhaben einer Übertragung der Berg-
bauberechtigung oder einer Beteiligung an
derselben zu. Drei Bergbauberechtigungen
widerrief die Behörde, in vier Fällen hob sie die
Bergbauberechtigung ganz oder teilweise auf.
Bestand der Bergbauberechtigungen
jeweils zum 31. Dezember
Bergbehörde und amtliche Rohstoffgeolo-
gie als Träger öffentlicher Belange
Verschiedene Planungsträger und Behörden
im Freistaat Sachsen beteiligen das Sächsische
Oberbergamt und das Referat Rohstoffgeolo-
gie beim LfULG als Träger öffentlicher Belan-
ge. Schwerpunkte sind dabei Verfahren der
Landes- und Regionalplanung, der Bauleitpla-
nung und der Fachplanung für andere fach-
gesetzliche Genehmigungsverfahren. Diese
Planungen sind im Hinblick auf bergbauliche
und bergrechtliche Belange des aktiven Berg-
baus, des Sanierungsbergbaus und möglicher
Auswirkungen des Altbergbaus zu prüfen.
Die Bergverwaltung vertritt die Interessen
zur Aufsuchung und Gewinnung von Bo-
denschätzen gegenüber konkurrierenden
Nutzungen. Damit steht sie neben dem Geo-
logischen Dienst des Freistaates Sachsen
für die langfristige planerische Sicherheit
der Bodenschätze im Freistaat Sachsen ein.
Die Bergbehörde wie auch das LfULG wir-
ken dabei insbesondere in den Verfahren
zur Erstellung der Braunkohlenrahmenpläne,
Braunkohlensanierungspläne, Regionalpläne
und bei verschiedenen Bauleitplanungen mit.
Hierbei prüft das Oberbergamt, welche berg-
baulichen Tätigkeiten auf geplante Vorhaben
einwirken und ob Vorhaben Bergbaubelange
beeinträchtigen.
Ein Schwerpunkt der rohstoffgeologischen
Arbeit des Referates Rohstoffgeologie im
LfULG ist die Rohstoffsicherung im Rahmen
der Regionalplanung. Die Flächenvorschläge
des Referates Rohstoffgeologie wurden in
dem fortgeschriebenen Regionalplan für die
Planungsregion Oberlausitz-Niederschlesien
(im Februar 2010 in Kraft getreten) in un-
terschiedlichem Umfang berücksichtigt. Das
Referat Rohstoffgeologie im LfULG und das
Sächsische Oberbergamt stimmten ihre Stel-
lungnahmen gegenüber dem Regionalen Pla-
nungsverband ab.
Ein weiterer Schwerpunkt der rohstoffgeolo-
gischen Arbeit des Referates Rohstoffgeolo-
gie ist die Erweiterung und Optimierung des
Fachinformationssystems (FIS) Rohstoffe. Im
Berichtszeitraum erfolgten weitere Erfassun-
gen von Qualitätsparametern der Steine und
Erden sowie der Braunkohle, wobei teilwei-
se Firmen auf der Basis von Werkverträgen
eingesetzt wurden. Im Jahr 2010 wurden im
Rahmen des FuE-Projektes „Entwicklung ei-
nes Bewertungsverfahrens für ausgewählte
sächsische Rohstoffe (Braunkohle) mit be-
sonderer Berücksichtigung ihrer stofflichen
und energetischen Eigenschaften“ die digita-
len Bewertungsinstrumente für eine Bewer-
tung der Bau- und Sicherungswürdigkeit der
Steine-Erden- und Braunkohlenvorkommen
erstellt und getestet.
Das Sächsische Oberbergamt erarbeitete im
Berichtsjahr 559 Stellungnahmen im Rahmen
der Beteiligung als Träger öffentlicher Be-
lange. Die Stellungnahmen betrafen Bauleit-
planungen (332), Schutzgebietausweisungen
(59), Verkehrsplanungen (80) und sonstige
Vorhaben (88). Darüber hinaus erteilte die
Behörde zu Anfragen von 1.235 Grundeigen-
tümern Auskunft über die altbergbaubeding-
te Gefährdungssituation auf ihren Grundstü-
cken.
Das Referat Rohstoffgeologie im LfULG gab
zu 191 Vorhaben der Bauleitplanung, der
Verkehrswegeplanung, zu wasser- und ab-
fallrechtlichen Planungen sowie zu sonsti-
gen Vorhaben einschließlich zu Fragen des
Geotopschutzes Stellungnahmen ab. Hierbei
wurden insbesondere Belange der Rohstoffsi-
cherung wahrgenommen. Das Referat beriet
Behörden, Kommunen, Unternehmen oder
deren Verbände sowie Private zu Fragen der
Rohstoffsicherung und zu lagerstättengeo-
logischen Fragen in 59 Fällen. Weiterhin be-
antwortete es zahlreiche Bürgeranfragen zur
Erdwärmenutzung.
Markscheidewesen
Bergbautreibende haben alle raumbezogenen
Informationen und Daten eines bergbauli-
chen Gewinnungsbetriebes in einem berg-
männischen Risswerk darzustellen. Das Riss-
werk dient als Instrument der Bergaufsicht,
als Planungs- und Antragsgrundlage für das
jeweilige Bergbauunternehmen und als dau-
erhafte Dokumentation der bergbaulichen
Tätigkeit. Verantwortlich ist der Unternehmer.
Grundsätzlich besteht ein Risswerk aus dem
„Grubenbild“, das nur durch einen anerkann-
ten Markscheider geführt werden darf, und
aus „sonstigen Unterlagen“.
Die Markscheider-Bergverordnung regelt in
§ 12, für welche Betriebe die Bergverwaltung
auf Antrag die Ausnahme vom Erfordernis des
Grubenbildes bewilligen kann. Bei Bewilligung
einer Ausnahme kann die Bergverwaltung für
diese Betriebe neben Markscheidern auch an-
dere (vermessungskundige) Personen nach §
64 Abs. 1 Satz 2 BBergG für die Führung des
Risswerkes anerkennen. Die Risswerke beste-
hen dann nur noch aus den „sonstigen Un-
terlagen“, was aber lediglich eine Auswirkung
auf die äußere Form, nicht jedoch auf den
Inhalt des Risswerkes hat. Markscheider sind
befugt, Tatsachen mit öffentlichem Glauben
zu beurkunden. Diese Befugnis haben die
anderen anerkannten Personen nicht. Bedeu-
tung hat dies in Gerichtsverfahren, die sich
auf die Aussagekraft von Risswerken stützen.
Im Berichtsjahr bewilligte das Sächsische
Oberbergamt für einen Betrieb die Ausnahme
vom Erfordernis des Grubenbildes gemäß § 12
Markscheider- Bergverordnung.
Sowohl die Markscheider und die anderen an-
erkannten Personen als auch die Ausführung
der markscheiderischen Arbeiten unterliegen
der Aufsicht des Sächsischen Oberbergamtes.
Markscheider werden auf der Grundlage des
Gesetzes über die Anerkennung als Mark-
scheider (MarkG) durch das Sächsische Ober-
bergamt anerkannt. Die Anerkennung gilt für
den Freistaat Sachsen und darüber hinaus
aufgrund der EU-Dienstleistungsrichtlinie
im gesamten Gebiet der Bundesrepublik
Deutschland. Im Berichtsjahr erkannte das
Sächsische Oberbergamt eine „andere Person“
neu an. Sieben Anerkennungen von „anderen
Personen“ erweiterte es um weitere Betriebe.
Im Berichtsjahr nahm die Bergbehörde 102
nachgetragene Risswerke an und prüfte diese.
Risswerkführung durch Markscheider
Risswerkführung durch „andere Personen“
Anzahl risswerkführender
Markscheider
Gesamtanzahl an
Risswerken
Anzahl an
„anderen Personen“
Gesamtanzahl an
Risswerken
Braunkohlen-Bergbau
7
21
1
Uranerz- und Spat-Bergbau
4
5
Kalktiefbau
1
3
Tontiefbau
2
4
Steine-Erden-Tagebaue
21
171
37
176
Haldenrückgewinnung
3
6
Insgesamt
38
210
38
176
Risswerkführung in den einzelnen Bergbauzweigen (Stand: 31. Dezember 2010)
Förderabgaben und andere Verwaltungs-
einnahmen der Bergbehörde
Für die Gewinnung bergfreier Bodenschätze
hat der Bewilligungsinhaber oder der Berg-
werkseigentümer eine Förderabgabe zu ent-
richten. Die Abgabepflicht ist bundesrechtlich
in § 31 Abs. 1 BBergG geregelt. Der Landesge-
setzgeber setzt den Marktwert und den Abga-
besatz auf dem Verordnungsweg fest.
Im Berichtsjahr entrichteten die abgabe-
pflichtigen Unternehmen Förderabgaben in
Gesamthöhe von 1.313,5 T€. Im Einzelnen
entfielen auf die Förderung von Natursteinen
1.040,1 T€, auf die Förderung von Kiesen und
Kiessanden 255,3 T€, auf die Förderung von
tonigen Gesteinen 18,0 T€ und auf die Förde-
rung von Kaolin 0,1 T€.
Aufgrund der Verordnung des SMWA über
Feldes- und Förderabgaben (FFAVO) war die
Gewinnung der Bodenschätze Braunkohle,
Marmor und Erdwärme von der Förderabgabe
befreit. Die Befreiung erfolgte aus Gründen
der Abwehr der Störung des gesamtwirt-
schaftlichen Gleichgewichtes und der Gefähr-
dung der Wettbewerbslage der Unternehmen
sowie aus Gründen der Sicherung des Mark-
tes mit Rohstoffen und der Verbesserung der
Ausnutzung der Lagerstätten. Ebenso waren
die Unternehmen von der Zahlung der Feldes-
abgabe zur Aufsuchung von Bodenschätzen
befreit. Wegen der Anrechnung von Aufwen-
dungen sind bei der Feldesabgabe keine Ein-
nahmen zu erwarten.
Das Sächsische Oberbergamt beteiligt bei Be-
darf das Referat Rohstoffgeologie im LfULG
bei Bewertung der Förderabgabenpflicht.
Daneben erzielte die Bergverwaltung im Be-
richtsjahr andere Verwaltungseinnahmen in
Höhe von 490,3 T€. Darunter sind Einnahmen
für bergrechtliche Planfeststellungsverfahren,
Betriebsplanzulassungen und Genehmigungen
nach BImSchG, wasserrechtliche Genehmi-
gungen und weitere Verwaltungseinnahmen.
Rechtsentwicklung
Die Gesetz- und Verordnungsgeber auf euro-
päischer, bundesstaatlicher und sächsischer
Ebene haben im Jahr 2010 mit verschiedenen
Regelungen für die Bergaufsicht unmittelbar
oder mittelbar geltendes Recht fortgeschrie-
ben. Wesentliche Regelungen waren dabei:
Am 24. Februar 2010 hat der Bundesge-
setzgeber die Neufassung des Gesetzes
über die Umweltverträglichkeitsprüfung
-UVPG- (BGBl. I S. 95) bekannt gegeben.
Mit der Neufassung hat die Bundesre-
gierung die Orientierung im Recht der
Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) und
der Strategischen Umweltprüfung (SUP)
erleichtert.
Mit dem Gesetz zur Anpassung des Lan-
desumweltrechts an das neue Bundes-
recht aufgrund der Föderalismusreform
vom 28. April 2010 (SächsGVbl. S. 114)
ordnete der Gesetzgeber Regelungen
zur Umweltverträglichkeitsprüfung, zum
Sächsischen Wassergesetz und zum Säch-
sischen Naturschutzgesetz neu.
Das Gesetz zur Raumordnung und
Landesplanung des Freistaates Sachsen
(Landesplanungsgesetz – SächsLPG) vom
11. Juni 2010 (SächsGVBl. S. 174) regelt
in § 5 die Aufstellung von Braunkohlen-
plänen.
Mit dem Sächsischen Ausführungsgesetz
zum Sprengstoffrecht (SächsAGSprengG)
vom 1. September 2010 (SächsGVBl. S.
235) hat der Gesetzgeber sprengrechtli-
che Verfahren neu geregelt, die auch für
Bergbauunternehmen gelten.
Mit der Verordnung zum Schutz des
Grundwassers (Grundwasserverordnung –
GrWV) vom 9. November 2010 (BGBl. I S.
1513) folgt der Gesetzgeber der Revision
der europäischen Grundwasserrichtlinie
und des Wasserhaushaltsgesetzes.
Ausbildung
Das Sächsische Oberbergamt bildet seit
vielen Jahren kontinuierlich Referenda-
re im Vorbereitungsdienst für den höheren
Staatsdienst aus. Die Ausbildung findet für
das Bergfach und für das Markscheidefach
statt. Voraussetzung für die Einstellung in
den Vorbereitungsdienst ist ein abgeschlos-
senes Hochschulstudium in einer der beiden
Fachrichtungen sowie der erfolgreiche Ab-
schluss der Beflissenenausbildung. Der Vor-
bereitungsdienst ist schwerpunktmäßig auf
den späteren Einsatz in der staatlichen Berg-
verwaltung ausgerichtet. Für die Diplominge-
nieure für Markscheidewesen ist der erfolg-
reich abgeschlossene Vorbereitungsdienst
gleichzeitig die Grundlage für eine spätere
Anerkennung als Markscheider, um in Wirt-
schaftsunternehmen oder als Selbständige
die ihnen vorbehaltenen Aufgaben ausfüh-
ren zu dürfen. In der Ausbildung verbinden
die Referendare das im Hochschulstudium
gewonnene Fachwissen mit den besonderen
Anforderungen des staatlichen Verwaltungs-
handelns, insbesondere rechtliche und wirt-
schaftswissenschaftliche Befähigungen. Der
Vorbereitungsdienst endet mit der Großen
(„Zweiten“) Staatsprüfung vor einem gemein-
samen Prüfungsausschuss der Bundesländer.
Die Große Staatsprüfung umfasst das Anfer-
tigen einer häuslichen Prüfungsarbeit, drei
Klausuren und eine mündliche Prüfung.
Die Bergbehörde bildete im Jahr 2010 eine
Bergvermessungsreferendarin im Vorberei-
tungsdienst für den höheren Staatsdienst im
Markscheidefach aus.
Der Leiter des Sächsischen Oberbergamtes,
Oberberghauptmann Prof. Reinhard Schmidt,
ist Obmann für Personal- und Ausbildungs-
fragen beim Länderausschuss für Bergbau
(LAB). Des Weiteren beteiligt sich das Säch-
sische Oberbergamt als Vertreter des Frei-
staates Sachsen in den gemeinsamen Prü-
fungsausschüssen beim Bundesministerium
für Wirtschaft und Technologie (für Bergre-

44 |
| 45
ferendare) und beim Ministerium für Wirt-
schaft, Mittelstand und Energie des Landes
Nordrhein-Westfalen (für Bergvermessungs-
referendare). Für das Sächsische Oberberg-
amt war im Berichtszeitraum Bernd Sablotny
Vertreter im Prüfungsausschuss für die Berg-
referendare und Steffen Döhner Vertreter im
Prüfungsausschuss für die Bergvermessungs-
referendare.
Die Beflissenenausbildung vermittelt zu Beginn
und während des Hochschulstudiums prakti-
sche bergmännische und markscheiderische
Fertigkeiten und Kenntnisse für den späteren
beruflichen Einsatz. Dabei sollen Kenntnisse
aus verschiedenen Bergbauzweigen erworben
werden. Das Sächsische Oberbergamt ist die
von der Staatsregierung bestimmte Aufsichts-
behörde für die Ausbildung. Sie weist die Be-
werber auf Antrag den Ausbildungsunterneh-
men zu und bescheinigt die Abschlüsse.
Im Berichtsjahr begannen 86 Bergbaubeflis-
sene und Beflissene des Markscheidefachs die
Ausbildung beim Sächsischen Oberbergamt.
Sieben Beflissene schlossen in diesem Zeit-
raum die Ausbildung ordnungsgemäß ab.
Das Sächsische Oberbergamt bildete im Be-
richtszeitraum zwei Auszubildende in der
Fachrichtung Bürokommunikation aus.
Im Berichtsjahr absolvierten Schüler, Studen-
ten oder anderweitig Erwerbstätige Praktika
im Sächsischen Oberbergamt und im Referat
Rohstoffgeologie des LfULG.
Vertreter des Sächsischen Oberbergamtes
hielten im Jahr 2010 folgende Vorlesungen,
Seminare oder Lehrgänge:
Vorlesungen, Seminare, Lehrgänge des
Sächsischen Oberbergamtes
Name
Fachgebiet/
Thema
Lehreinrich-
tung
Prof.
Schmidt,
Reinhard
Vorlesungen
„Bergrecht“ und
„Arbeitssicherheit
im Bergbau“
TU
Bergakademie
Freiberg
Sablotny,
Bernd
Unterricht Fach-
bezogenes Recht,
Bergrecht
BSZ Julius
Weisbach
Freiberg
Heymann,
Holger
Unterricht Fach-
bezogenes Recht,
Bergrecht
BSZ Julius
Weisbach
Freiberg
Weber,
Burkhard
Bergrecht
Dresdner
Sprengschule
GmbH
Ein Bediensteter des Sächsischen Oberberg-
amtes ist im Prüfungs- und im Aufgabenaus-
wahlausschuss sowie in der Lehrplankommis-
sion für die Ausbildung zum Bohrtechniker
an der Fachschule für Technik im Beruflichen
Schulzentrum „Julius Weisbach“ in Freiberg
vertreten.
Öffentlichkeitsarbeit
Im Berichtszeitraum nahmen das Sächsische
Oberbergamt und das Referat Rohstoffgeolo-
gie im LfULG für Presse, Fernsehen und Rund-
funk zu vielfältigen bergbaulichen, rohstoff-
geologischen und bergbehördlichen Themen
Stellung.
Das LfULG stellte im Internetauftritt unter
Geologie/Rohstoffgeologie/Aktuelles
zwei
Fachbeiträge zu Erz- und Spatvorräten in
Sachsen sowie über regionalgeologische Ein-
heiten als möglichen CO
2
-Speicher ein. Beide
Berichte unterstützen die öffentliche Diskus-
sion dieser aktuellen Themenfelder. Insbeson-
dere letzterer wurde zur politischen Entschei-
dungsfindung herangezogen.
Vertreter der Bergbehörde informierten im
Berichtszeitraum im In- und Ausland bei ver-
schiedenen Veranstaltungen zu nationalen
und sächsischen Bergbauthemen. Das Säch-
sische Oberbergamt und das Referat Roh-
stoffgeologie im LfULG beteiligten sich an
verschiedenen Kolloquien in Freiberg und an
anderen Orten. Beide Behörden unterhalten
insbesondere zur TU Bergakademie Freiberg
vielfältige Kontakte auf Leitungs- und Ar-
beitsebene.
Im Berichtszeitraum erschien Band 16 der
vom LfULG und dem Sächsischen Oberberg-
amt gemeinsam herausgegebenen Schriften-
reihe Bergbau in Sachsen. Die Neuererschei-
nung trägt den Titel „Marmor im Erzgebirge“.
Seit 2010 werden diejenigen Bände der Berg-
baumonographien, die bislang noch nicht
zum Download im Internet zur Verfügung
standen, nachdigitalisiert. Im Berichtszeit-
raum konnten so die Monographien:
Das Zinnerz-Lagerstättengebiet Ehren-
friedersdorf/ Erzgebirge
Flußspatlagerstätten des SW-Vogtlandes:
Schönbrunn, Bösenbrunn, Wiedersberg
Die Uranlagerstätte Königstein
nun auch digital bereit gestellt werden.
In 2010 erschienen diverse Veröffentlichun-
gen von Mitarbeitern des Referates Rohstoff-
geologie entweder als Autoren oder Mitau-
toren. So z. B. zwei Beiträge zu Sachsen im
Themenheft „Gold in Deutschland“ der Berg-
bauzeitschrift Glückauf sowie in der „World
of Mining – Surfaces & Underground“. Des
Weiteren entstand der Exkursionsführer „Lan-
desentwicklung, Bodenschätze und Bergbau
zwischen Mulde und Elbe (Nordwestsachsen)“
sowie ein Abstract zu einem Vortrag bei der
internationalen Fachtagung GeoDarmstadt
mit dem Thema „Zur Methodik der Bewertung
von sächsischen Steine-Erden- und Braun-
kohlenlagerstätten für rohstoffgeologische
und landesplanerische Fragestellungen.“
Im Berichtszeitraum empfing das Sächsische
Oberbergamt Delegationen aus China und
der Mongolei zum Erfahrungsaustausch. Ver-
schiedenen Besuchergruppen berichtete es zu
den aktuellen Entwicklungen des sächsischen
Bergbaus.
Schriftenreihe des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie und des Sächsischen Oberbergamtes „Bergbau in Sachsen“
(Monographien sächsischer Bergbaureviere)
Band
Titel
Erscheinungsjahr
1
Das Zinnerz-Lagerstättengebiet Ehrenfriedersdorf/Erzgebirge
1994
2
Flussspatlagerstätten des Südwestvogtlandes: Schönbrunn, Bösenbrunn, Wiedersberg
1996
3
Erläuterungen zur Karte „Mineralische Rohstoffe Erzgebirge-Vogtland/Krusne Hory 1:100.000, Karte 2: Metalle,
Fluorit/Baryt-Verbreitung und Auswirkungen auf die Umwelt“
1997
4
Das Lagerstättengebiet Geyer
1997
5
Die Schwerspatlagerstätte Brunndöbra und das Schwerspatvorkommen Schnarrtanne im Ostvogtland/Westerzgebirge
1998
6
Die Uranerz-Baryt-Fluorit-Lagerstätte Niederschlag bei Bärenstein und benachbarte Erzvorkommen
2002
7
Die Uranlagerstätte Königstein
2000
8
Die polymetallische Skarnlagerstätte Pöhla-Globenstein
2002
9
Die Zinnerz-Lagerstätte Altenberg/Osterzgebirge
2002
10
Wismut-, Kobalt-, Nickel- und Silbererze im Nordteil des Schneeberger Lagerstättenbezirkes
2003
11
Der Braunkohlenbergbau im Südraum Leipzig
2004
12
Das Döhlener Becken bei Dresden – Geologie und Bergbau –
2006
13
Die Kaolinlagerstätten des Kemlitzer Reviers
2007
14
Geologie und Uranbergbau im Revier Schlema-Alberoda
2008
15
Die Steinkohlenlagerstätte Zwickau
2009
16
Marmor im Erzgebirge
2010

image
image
46 |
| 47
10. Das 16. Treffen der Leiter
Europäischer Bergbehörden am
6. und 7. Juli 2010 in Meißen
Die Konferenz der Leiter der Europäischen Bergbehörden ist ein internationales Gremium, das im
Jahr 1995 auf deutsche Initiative im Vorfeld der EU-Osterweiterung ins Leben gerufen wurde. Die
Konferenz gibt seitdem jährlich den Rahmen für einen Erfahrungsaustausch bei der Umsetzung
von EU-Richtlinien im Bergbaubereich und verfolgt das Ziel der länderübergreifenden Harmonisie-
rung von Sicherheitsstandards. Der Vorsitz der Konferenz wechselt jährlich nach dem Rotations-
prinzip. Im Berichtszeitraum oblag dieser Deutschland.
Das 16. Treffen der Leiter europäischer Berg-
behörden am 6. und 7. Juli 2010 stand unter
dem Thema „Effektiver Vollzug von Regelun-
gen zu Arbeitssicherheit und Gesundheits-
schutz, Umweltschutz und benachbarten Ge-
bieten“. Teilnehmer waren Delegationen aus
Österreich, Tschechien, Estland, Finnland, Un-
garn, Polen, Rumänien, Serbien, der Slowakei,
Slowenien und dem Vereinigten Königreich.
Gastgeber war das Bundesministerium für
Wirtschaft und Technologie. Neben dem
Gastgeber nahmen von deutscher Seite das
Land Brandenburg und der Freistaat Sachsen
teil. Die Organisation der Veranstaltung lag
beim Freistaat Sachsen.
Die Teilnehmer unterzeichneten am Ende
der Konferenz ein Memorandum, das den
Regierungen Handlungsempfehlungen für
die staatliche Begleitung des Bergbaus gibt.
Unter anderem brachten die Teilnehmer zum
Ausdruck, dass der Bergbau nach wie vor eine
maßgebliche Grundlage der Industrie-, Roh-
stoff- und Beschäftigungspolitik der Länder
darstellt und wegen seiner Unterschiede zu
anderen Branchen der besonderen Aufmerk-
samkeit der Regierungen bedarf. Trotz Wei-
terentwicklung des Arbeits- und Gesund-
heitsschutzes gehört der Bergbau zu den
Branchen mit hoher Gefahrenneigung und
bedarf deshalb einer intensiven Kontrolle.
Dazu ist u. a. ein striktes, klares und geeig-
netes Gesetz- und Regelwerk notwendig,
das die Verantwortung möglichst weit rei-
chend festlegt, d. h. für Sicherheit und Um-
weltschutz bei Aufsuchung, Gewinnung und
Aufbereitung aller Bodenschätze klare Regeln
beinhaltet und arbeitsfähige Vollzugsbehör-
den erfordert.
Foto:
Während der Konferenz auf Schloss Proschwitz (Foto: Sächsisches Oberbergamt)
Foto links:
Die Konferenzteilnehmer vor Schloss Proschwitz
(Foto: Sächsisches Oberbergamt)

image
48 |
| 49
11. Sicherheit und Umweltschutz
im Bergbau
Der Bergbau und der Sanierungsbergbau haben in allen Bereichen ein von der gewerblichen
Wirtschaft sehr unterschiedliches Gefährdungspotenzial. Sowohl in den Tagebauen als auch Un-
tertagebauen treffen die Unternehmen sich ständig ändernde geologische Verhältnisse an. In den
Braunkohlentagebauen der Lausitz sind einige der größten beweglichen technischen Einrichtungen
weltweit im Einsatz. In den Festgesteinstagebauen setzen die Unternehmen Rohstoffe mit Spren-
gungen frei. In den Untertagebauen ist bei Abbau und Sanierung auf standsichere Grubenge-
bäude und die ausreichende Bewetterung zu achten. Für die Unfallvermeidung bestehen deshalb
weitreichende Anforderungen an die Betriebe. Für das Sächsische Oberbergamt ist die Kontrolle des
Arbeits- und Gesundheitsschutzes eine zentrale Aufgabe.
Bergbau und Umweltschutz stehen nicht im Widerspruch. Bergbauunternehmen haben sowohl
bei Planung als auch der Gewinnung umfangreiche rechtliche Vorgaben zu beachten, um diese
verträglich in die eng besiedelten Landschaften einzuordnen.
Arbeits- und Gesundheitsschutz
Die Bergbauunternehmen zeigten dem Säch-
sischen Oberbergamt im Jahr 2010 insgesamt
99 meldepflichtige Unfälle mit einem Arbeits-
ausfall von mehr als drei Arbeitstagen an
(Vergleich 2009: 73 Unfälle). Im Berichtszeit-
raum ereignete sich wie im Vorjahr kein töd-
licher Unfall. Die Unfälle verteilten sich auf
Steine-Erden-Betriebe (46), die Braunkoh-
lenbetriebe (12), die Wismut GmbH (10), die
Bergsicherungsunternehmen (8), das Unter-
nehmen GEOMIN (7) und Fremdfirmen (16).
Neben der bereits im Kapitel 2.2. erwähnten
Betriebsaufsicht führt das Sächsische Ober-
bergamt regelmäßig Betriebskontrollen durch.
Diese Aufgabe ist zwei Grubenkontrolleuren
übertragen. Im Berichtszeitraum führten die
Grubenkontrolleure in Abstimmung mit den
zuständigen Betriebsplanbearbeitern insge-
samt 210 Kontrollen durch, davon 13 unter
Tage, 119 in Tagebauen und 78 an sonsti-
gen übertägigen Betriebsanlagen. Die Befah-
rungsergebnisse dokumentierten sie zeitnah
im Sächsischen Bergbauinformationssystem
(SBIS) des Sächsischen Oberbergamtes. Die
Kontrollen dienen der Gefahrenabwehr an
Arbeitsplätzen in den der Bergaufsicht unter-
stehenden Betrieben sowie bei Maßnahmen
der Bergbehörde nach Polizeirecht. Sie kon-
zentrieren sich auf folgende Schwerpunkte:
Schutzverkleidungen an Bandanlagen
Übergabestellen, Brecher- und Siebanlagen,
Sicherungsmaßnahmen an absturzgefähr-
deten Betriebsbereichen und Bereichen
mit Steinfallgefahr,
Installation und Sicherung elektrischer
Anlagen,
Betriebsanweisungen für sich wiederho-
lende Arbeiten,
Einhaltung brandschutztechnischer
Anforderungen,
Aktualität des Sicherheits- und Gesund-
heitsschutzdokumentes und
das Überhöhen von Böschungen.
Das Sächsische Oberbergamt forderte die
Bergbauunternehmen im notwendigen Um-
fang zur Abstellung der festgestellten Män-
gel auf. Die immer wieder neu auftretenden
Mängel in den fast 500 Betrieben zeigen
jedoch, dass kontinuierlich fortgesetzte Be-
triebskontrollen unverzichtbar sind.
Die sächsische Bergverwaltung gewährleistet
die Arbeitssicherheit der Beschäftigten neben
der Bergaufsicht und dem Vorschriftenwesen
auch durch die Bestellung verantwortlicher
Personen.
Als Besonderheit enthält das Bergrecht ge-
setzliche Regelungen mit Bezug auf die Lei-
tung und Beaufsichtigung der Betriebe. Nach
dem Bundesberggesetz trägt der Unterneh-
mer die Verantwortung für die Einhaltung
bergrechtlicher Pflichten zur ordnungsge-
mäßen Errichtung, Führung und Einstellung
des Betriebes. In der Regel sind durch den
Unternehmer zur Erfüllung der Aufgaben
weitere Personen für die Leitung und Beauf-
sichtigung des Betriebes zu bestellen. Die ver-
antwortlichen Personen stehen unter hohen
Anforderungen. Sie müssen Zuverlässigkeit,
Fachkunde und körperliche Eignung nach-
weisen. Unter Angabe der Stellung im Betrieb
sowie der Vorbildung sind sie der zuständigen
Bergbehörde sowohl nach der Bestellung als
auch nach dem Ausscheiden zu benennen.
Daneben hat der Unternehmer nach dem
Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG) und der
Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vor-
sorge zur Unterstützung der Aufgaben zur
Verbesserung des Arbeitsschutzes und der
Unfallverhütung im Betrieb einen arbeitssi-
cherheitlichen und betriebsärztlichen Dienst
einzurichten oder diese Pflichten auf anderer
Weise zu erfüllen. Der betriebsärztliche Dienst
ist im Wesentlichen als außerbetrieblicher
Dienst organisiert.
Rettungswesen
Am 31. Dezember 2010 standen in Sachsen
eine Grubenwehr sowie eine Gasschutzwehr
unter Bergaufsicht. Das waren eine Gruben-
wehr der Wismut GmbH sowie die Gasschutz-
wehr der Vattenfall Europe Mining AG am
Standort Schwarze Pumpe. Daneben beste-
hen Hilfeleistungsabkommen mit besonders
dafür qualifizierten Feuerwehren.
Sachverständige
Das Sächsische Oberbergamt erkannte im
Berichtsjahr einen Sachverständigen neu
an. Unter Berücksichtigung erloschener An-
erkennungen (nicht beantragte Überleitung
nach Sächsischer Bergverordnung, Altersru-
hestand, Unternehmenswechsel und Fachge-
Foto links:
Grubenwasserreinigungsanlage am Tagebau
Vereinigtes Schleenhain (Foto: MIBRAG mbH)

image
50 |
| 51
biete, die nicht mehr Bestandteil der Sachver-
ständigenrichtlinie sind) ergibt sich folgende
Übersicht:
Sachverständige im Bergbau
(Stand: 31. Dezember 2010)
Fachgebiet
Anzahl
Geotechnik (bisher Böschungen)
38
Überwachungsbedürftige Anlagen
1
Elektrische Anlagen in Grubenbauen
(bisher Elektrotechnik)
7
Bohranlagen
0
Schacht- und Schrägförderanlagen
(bisher Schachtförderanlagen)
5
Tagebaugroßgeräte
5
Schwimmende Geräte
2
Insgesamt
58
Abfallwirtschaft im Bergbau
Das Bergbauabfallrecht im Sinne der Um-
setzung der europäischen Bergbauabfall-
richtlinie setzt sich aus den Vorschriften des
Bundesberggesetzes, der Allgemeinen Bun-
desbergverordnung (ABBergV), der Umwelt-
verträglichkeitsprüfungsverordnung Bergbau
(UVP-V Bergbau) und unmittelbar anwend-
baren europäischen Rechtsgrundlagen zu-
sammen. Zentrale Regelung ist der seit 1. Mai
2008 geltende neue § 22a ABBergV. Zur Un-
terstützung einer praxisgerechten Einführung
hat der Länderausschuss Bergbau Vollzugs-
hinweise zu § 22 a ABBergV erarbeitet und
am 12. November 2009 bekannt gemacht. Das
Sächsische Oberbergamt hat für den Vollzug
des Bergbauabfallrechts im Freistaat Sachsen
ergänzende Hinweise erarbeitet und über sei-
nen Internetauftritt bekannt gemacht.
Neben der Zulassung liegt auch die Überwa-
chung der Verwertung mineralischer Abfälle
in Bergbaubetrieben in der Zuständigkeit
des Sächsischen Oberbergamtes. Die obere
Abfallbehörde bei den Landesdirektionen un-
terstützt das Sächsische Oberbergamt bei der
Wahrnehmung der Aufgaben. Abfallbehörde
und Bergbehörde arbeiten zu den abfall-
rechtlichen Themen eng zusammen. Dadurch
ist eine gemeinsame und effektive Überwa-
chungstätigkeit möglich.
Beim Aufsuchen, Gewinnen und Aufbereiten
von Bodenschätzen fallen in erheblichem Um-
fang bergbauliche Abfälle an. Für diese Abfälle
sieht das Kreislaufwirtschafts- und Abfallge-
setz eine Ausnahmeklausel vor. Danach regelt
sich der Umgang mit den Abfällen nach dem
Bundesberggesetz. Bergbautreibende haben die
Abfälle im Rahmen bergrechtlicher Betriebsplä-
ne gemeinwohlverträglich zu entsorgen. Auf
Grund der spezifischen bodenphysikalischen Ei-
genschaften dieser meist mineralischen Stoffe
dominiert dabei der Einsatz für bergtechnische
Zwecke bei Stabilisierungsmaßnahmen, Hohl-
raumverfüllungen und Landschaftsbauwerken
in Bergbaubetrieben. Ebenso bietet der Berg-
bau die Möglichkeit, geeignete bergbaufremde
Abfälle bei derartigen Vorhaben zu verwerten.
Insbesondere der Steine-Erden-Bergbau ist
darauf angewiesen, im Rahmen des Aus-
gleichs der Folgen von Eingriffen in die Land-
schaft und der Wiedernutzbarmachung von
bergbaulich in Anspruch genommenen Flä-
chen, bergbaufremde Abfälle zu verwerten.
Damit kommt es zu einem Ausgleich zwi-
schen bergtechnisch erforderlichem Bedarf
an geeigneten Mineralstoffen einerseits und
der gestiegenen Nachfrage nach günstigen
Verwertungsmöglichkeiten für umweltver-
trägliche Mineralstoffe andererseits.
Die Sanierungsunternehmen verarbeiten im
Untertagebereich für Stabilisierungsmaßnah-
men u. a. Braunkohlenfilterasche. Diese eig-
net sich dort auf Grund ihrer puzzolanischen
Eigenschaften (in Gegenwart von Wasser tritt
eine Aushärtung ein) hervorragend als Er-
satzbaustoff.
Anlagenverzeichnis
1. Organisationsplan Sächsisches Oberbergamt
2. Auszug Organisationsplan Sächsisches
Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit
und Verkehr (SMWA)
3. Auszug Organisationsplan Landesamt für
Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
(LfULG)
4. Übersicht zu den im Freistaat Sachsen
vorhandenen Besucherbergwerken und
-höhlen sowie zu sonstigen zur Besich-
tigung freigegebenen unterirdischen
Hohlräumen
Anlage 1

52 |
| 53
Anlage 2
Anlage 3

image
54 |
| 55
Anlage 4
Besucherbergwerke und -höhlen (Stand: 31. Dezember 2010)
Nr.
Name des Objektes
Ansprechpartner
1
Alaunbergwerk
„Ewiges Leben“ Plauen
Vogtländischer Bergknappenverein zu Plauen e. V.
Herr Müller
Bonhoeffer Straße 140
08525 Plauen
Telefon: 03741 529426 oder 0179 1303163
E-Mail: muellers_gert@web.de
Internet:
www.alaunbergwerk-plauen.de
2
Sächsisches Lehr- und Forschungsbergwerk
„Reiche Zeche“ und Alte Elisabeth
TU Bergakademie Freiberg
Herr Dr. Grund
Fuchsmühlenweg 9
09599 Freiberg
Telefon: 03731 394490
Fax: 03731 394492
E-Mail: Klaus.Grund@tu-freiberg.de
Internet:
www.tu-freiberg.de
3
Alte Hoffnung Erbstolln
Alte Hoffnung Erbstolln e. V.
Herr Gerold Riedl
Feldstraße 15
09661 Rossau, OT Schönborn-Dreiwerden-Seifersbach
Telefon: 03727 91845
E-Mail: ahe@schaubergwerk.de
Internet:
www.schaubergwerk.de
4
Altstolln Morgenstern Pöhla
Förderverein Freizeitzentrum mit Besucherbergwerk
Luchsbachtal Pöhla e. V.
Frau Grund
Hauptstraße 30
08340 Schwarzenberg, OT Pöhla
Telefon: 03774 29994
Fax: 03774 86080
E-Mail: morgenstern-poehla@gmx.de
Internet:
www.luchsbachtal.de
5
Andreas-Gegentrum-Stolln
Jöhstadt
Verein Altbergbau „Andreas-Gegentrum-Stolln“
im Preßnitztal e. V.
Herr Resch
Hauptstraße 70
09456 Mildenau, OT Arnsfeld
Telefon: 037343 7941
E-Mail: Andreas-Gegentrum-Stolln@web.de
Internet:
www.andreas-gegentrum-stolln.de
6
Aurora Erbstolln
„Aurora Erbstolln“ e. V.
Herr Fischer
Moritz-Fernbacher-Straße 1a
01705 Freital
Telefon: 0351 6502700
E-Mail: Info@AuroraErbstolln.de
Internet:
www.auroraerbstolln.gmxhome.de
7
Bartholomäusschacht
Brand-Erbisdorf
Stadtverwaltung Brand-Erbisdorf
Herr Maruschke
Markt 1
09618 Brand-Erbisdorf
Telefon: 037322 50699
E-Mail: museum@stadt-brand-erbisdorf.de
Internet:
www.bergbautradition-sachsen.de
8
Ehemaliger Entwässerungsstolln der 1. Sohle
des Alten Lagers Kalkwerk Lengefeld
Knappschaft Kalkwerk Lengefeld e. V.
Herr Roberto Sachse
Postfach 28
09512 Lengefeld
Telefon: 037367 83966
Fax: 037367 82692
E-Mail: kk-lengefeld@bergbautradition-sachsen.de
Internet:
www.knappen-lengefeld.de.vu
9
Dorotheastolln Cunersdorf
IG Altbergbau Dorotheastolln Cunersdorf e. V.
Herr Süß
Dorotheenstraße 2/8
09456 Annaberg-Buchholz
Telefon/Fax: 03733 66218
Internet:
www.dorotheastollen.de

56 |
| 57
Nr.
Name des Objektes
Ansprechpartner
10
Felsendome Rabenstein
Schaubergwerk Felsendome Rabenstein
Herr Tomek
Weg nach dem Kalkwerk 4
09117 Chemnitz
Telefon: 0371 8080037
Fax: 0371 8080038
E-Mail: info@felsendome.de
Internet:
www.felsendome.de
11
Frisch-Glück „Glöckl“
Lehr- u. Schaubergwerk Frisch-Glück „Glöckl“
Herr Krauß
Wittigsthalerstraße 13 – 15
08347 Johanngeorgenstadt
Telefon: 03773 882140
Fax: 03773 881758
E-Mail: gloeckl@frisch-glueck.de
Internet:
www.frisch-glueck.de
12
Fundgrube „Weißer Hirsch“
Bergsicherung Schneeberg GmbH
Herr Schönherr
Kobaltstraße 42
08289 Schneeberg
Telefon: 03772 290
Fax: 03772 29299
E-Mail: info@bergsicherung.net
Internet:
www.bergbauverein-weisser-hirsch.de
13
„Fundgrube Gesellschaft“
(Siebenschlehener Pochwerk)
Stadtverwaltung Schneeberg
Herr Windisch
Markt 1
08289 Schneeberg
Telefon: 03772 356215
Fax: 03772 356261
E-Mail: info@schneeberg.de
Internet:
www.schneeberg.de
14
Gnade Gottes Erbstollen Olbernhau
IG Bergbau u. Mineralien Olbernhau u. Umgebung e. V.
Herr Uwe Kempe
Blumenauer Straße 4
09526 Olbernhau
Telefon: 037360 35036 oder 72685
Fax: 037360 35270
E-Mail: verein@bergbau-live.de
15
Grube Tannenberg
Besucherbergwerk „Grube Tannenberg“
Herr Gerisch
Zum Schneckenstein 42
08262 Tannenbergsthal/OT Schneckenstein
Telefon: 037465 41993
Fax: 037465 41825
E-Mail: steiger@schneckenstein.de
Internet:
www.schneckenstein.de
16
Herkules Frisch-Glück
Stadtverwaltung Grünhain-Beierfeld
Bürgermeister Herr Rudler
August-Bebel-Straße 79
08344 Beierfeld
Telefon: 03774 24252
Fax: 03774 764868
E-Mail: Schaubergwerk@beierfeld.de
Internet:
www.beierfeld.de
17
Hülfe des Herrn Merzdorf-Biensdorf
AG Uraltbergbau e. V. Merzdorf/Biensdorf
Herr Mitka
Albert-Schweitzer-Straße 16
09669 Frankenberg
Telefon 0171 8943913 oder 037206 71502
E-Mail: bergwerk@bergbau-im-zschopautal.de
18
Im Gößner
Erzgebirgsmuseum Annaberg-Buchholz
Herr Nicklaus
Große Kirchgasse 16
09456 Annaberg-Buchholz
Telefon: 03733 23497
E-Mail: stadtverwaltung@annaberg-buchholz.de
Internet:
www.annaberg-buchholz.de
Nr.
Name des Objektes
Ansprechpartner
19
Kellerberg
Stadtverwaltung Waldheim Heimatmuseum
Herr Schuster, Frau Natzschka
Postfach 31
04734 Waldheim
Telefon: 034327 57234
Fax: 034327 679850
E-Mail: kulturzentrum.waldheim@t-online.de
Internet:
www.stadt-waldheim.de
20
Markus Röhling Stolln
Verein Altbergbau Markus Röhling Stolln Frohnau e. V.
Herr Schwan
Sehmatalstraße 15
09456 Annaberg-Buchholz, OT Frohnau
Telefon: 03733 52979
Fax: 03733 542631
E-Mail: info@roehling-stolln.de
Interne:
www.roehling-stolln.de
21
Neubeschert-Glück-Stolln Altenberg
Bergbaumuseum Altenberg
Herr Schröder
Mühlenstraße 2
01773 Altenberg
Telefon: 035056 31703
Fax: 035056 32542
E-Mail: museum-altenberg@freenet.de
Internet:
www.bergbaumuseum-altenberg.de
22
Pöhla-Tellerhäuser
Besucherbergwerk Zinnkammern Pöhla e. V.
Herr Weisflog
Luchsbachtal 12
08340 Schwarzenberg, OT Pöhla
Telefon: 03774 81078
Fax: 03774 81079
E-Mail: info@zinnkammern.de
Internet:
www.zinnkammern.de
23
Schacht 15 IIb/Markus-Semmler-Sohle,
Lagerstätte Schlema/Alberoda
Wismut GmbH, Niederlassung Aue
Herr Schmidt, Herr Rosmej
Talstraße 7
08118 Hartenstein
Telefon: 037605 80-0
Fax: 037605/80-562
E-Mail: info@wismut.de
Internet:
www.wismut.de
24
Segen Gottes Erbstolln
Segen Gottes Erbstolln e. V.
Herr Jens Schmidt
OT Gersdorf 5 – 6
09661 Tiefenbach
Telefon: 034322 12548
E-Mail: erbstolln-gersdorf@bergbautradition-sachsen.de
Internet:
www.bergbautradition-sachsen.de
25
Segen Gottes Erbstolln
Niederwinkel/Uhlsdorf
AG Altbergbau/Geologie Westsachsen e. V.
Herr Dr. Faust
Georgenkirchweg 22
09117 Chemnitz
Telefon: 0371 253742
E-Mail: verein@wolkenburger-bergbaurevier.de
Internet:
www.wolkenburger-bergbaurevier.de
26
Rudolph-Schacht Marienberg
MAB – Eigenbetrieb der Stadt Marienberg
Pferdegöpel am Rudolphschacht
Herr Fritzsche
Lautaer Hauptstraße 12
09496 Marienberg, OT Lauta
Telefon: 03735 608968
Fax: 03735 660372
E-Mail: pferdegoepel@marienberg.de
Internet:
www.marienberg.de
27
Sprengmittellager-Altlager
Kalkwerk Lengefeld
Stadverwaltung Lengefeld
Bürgermeister Herr Wappler
Markt 1
09514 Lengefeld
Telefon: 037367 333-10
Fax: 037367 333-50
E-Mail: sekretariat@lengefeld.de

58 |
| 59
Nr.
Name des Objektes
Ansprechpartner
28
St. Anna am Freudenstein
IG Historischer Bergbau Zschorlau e. V.
Herr Tschiedel
Hubertusstraße 74
08280 Aue
Telefon: 03771 478874
E-Mail: bergwerk@freudensteinfundgrube.de
Internet:
www.freudenstein-fundgrube.de
29
Tagesstrecke Oberes Revier Burgk
Museum Städtische Sammlung Freital auf Schloss Burgk
Herr Günther
Altburgk 61
01705 Freital
Telefon: 0351 6491562
Fax: 0351 6418310
E-Mail: museum@freital.de
Internet:
www.freital.de
30
Tiefer Molchner Stolln
„Tiefer Molchner Stolln“
Herr Scheuermann
Dorfstraße 67
09496 Pobershau
Telefon: 03735 62522
Fax: 03735 660235
E-Mail: info@molchner-stolln.de
Internet:
www.molchner-stolln.de
31
Trau auf Gott-Erbstolln
Gemeindeverwaltung Lichtenberg
Bürgermeisterin Frau Schädlich
Bahnhofstraße 3a
09638 Lichtenberg
Telefon: 037323 543-0
Fax: 037323 543-27
E-Mail: verwaltung@lichtenberg-erzgebirge.de
Internet:
www.lichtenberg-erzgebirge.de
32
Unbenannte Stollenanlage am Zschopauufer
Altbergbauverein Heilige-Dreifaltigkeit-Fundgrube
Zschopau e. V.
Herr Meyer
Chemnitzer Str. 59
09405 Zschopau
Telefon: 0162 2760974
E-Mail: Besucherbergwerk-Zschopau@web.de
Internet: bergmann80.be.funpic.de
33
Vereinigt Zwitterfeld zu Zinnwald
Besucherbergwerk „Vereinigt Zwitterfeld zu Zinnwald“
Herr Barsch
Goetheweg 8
01773 Zinnwald-Georgenfeld
Telefon/Fax: 035056 31344
E-Mail: info@besucherbergwerk-zinnwald.de
Internet:
www.besucherbergwerk-zinnwald.de
34
Zinngrube Ehrenfriedersdorf
Zweckverband Sächsisches Industriemuseum
Herr Kreibich
Am Sauberg 1
09427 Ehrenfriedersdorf
Telefon: 037341 2557
Fax: 037341 50159
E-Mail: zinngrube-ehrenfriedersdorf@t-online.de
Internet:
www.zinngrube.de
35
St. Anna-Fundgrube
AG Altbergbau/Geologie Westsachsen e. V.
Herr Dr. Faust
Georgenkirchweg 22
09117 Chemnitz
Telefon: 0371 253742
E-Mail: agwestsachsen@bergbautradition-sachsen.de
Internet:
www.wolkenburger-bergbaurevier.de
36
„Altes Kalkwerk“ Miltitz
Gemeindeverwaltung Triebischtal
Bürgermeister Herr Schneider
Talstraße 2
01665 Triebischtal, OT Miltitz
Telefon: 035244 471-0
Fax: 035244 471-30
E-Mail: post@triebischtal.de
Internet:
www.gemeinde-triebischtal.de
Nr.
Name des Objektes
Ansprechpartner
37
„Fortuna Stolln“
Fortuna Bernstein GmbH
Frau Preißler
Deutschkatharinenberg 14
09548 Deutschneudorf
Telefon: 037368 218
Fax: 037368 449
E-Mail: gv.deutschneudorf1@freenet.de
Internet:
www.deutschneudorf.de
38
Fundgrube „St. Christoph“
Besucherbergwerk „St. Christoph“
Herr Fuchs
Schachtstraße
08359 Breitenbrunn
Telefon: 037756 79740
E-Mail: fuxerfuchs@gmx.de
Internet:
www.bergwerk-online.de
39
Wille Gottes Stolln
Stadtverwaltung Thalheim
Bürgermeister Herr Kühn
Hauptstraße 5
09380 Thalheim
Telefon: 03721 26213
Fax: 03721 84180
E-Mail: r.kuehn@thalheim-erzgeb.de
Internet:
www.thalheim-erzgeb.de
40
Alaunwerk Reichenbach-Mühlwand
Stadtverwaltung Reichenbach
Herr Hennebach
Markt 6
08468 Reichenbach
Telefon: 03765 524-0
Fax: 03765 524-82330
E-Mail: stadt@reichenbach-vogtland.de
Internet:
www.reichenbach-vogtland.de
41
Stollensystem „Am Graben“
Kirchberger Natur- und Heimatfreunde im NABU
Deutschland Landesverband Sachsen e. V.
Herr Prehl
Innungsstraße 18
08107 Kirchberg
Telefon: 037602 6032
Fax: 037602 6032
E-Mail: bb-kirchberg@bergbautradition-sachsen.de
Internet:
www.bergbautradition-sachsen.de
42
Vestenburger Stollen
Historischer Bergbauverein Aue e. V.
Frau Vieregg
Bergfreiheit 11
08280 Aue
Telefon: 03771 22413
E-Mail: hbv-aue@bergbautradition-sachsen.de
Internet:
www.aue.de
43
Marie Louise Stollen
Kurgesellschaft Bad Gottleuba-Berggießhübel mbH
Frau Reuter-Bracklow
Siedlung 1
01819 Kurort Berggießhübel
Telefon: 035023 52980
Fax: 035023 52981
E-Mail: info@marie-louise-stolln.de
Internet:
www.marie-louise-stolln.de
44
Gottes Segen Fundgrube Zöblitz
Erzgebirgische Bergbauagentur
Herr Richter
Freiberger Straße 18
09517 Zöblitz
Telefon: 037363 7579
Fax: 037363 7599
E-Mail: info@bergbau-agentur.de
Internet:
www.bergbau-agentur.de
45
St. Briccius Fundgrube am Pöhlberg Geyersdorf
Gewerkschaft St. Briccius e. V. Geyersdorf
Herr Beier
Badstraße 2
09420 Wolkenstein
Telefon: 0162 4161082
E-Mail: uwe-steinbach@gmx.de

60 |
| 61
Nr.
Name des Objektes
Ansprechpartner
46
Sachzeugen Zwönitzer Bergbaugeschichte
Stadtverwaltung Zwönitz
Bürgermeister Herr Triebert
Markt 6
08927 Zwönitz
Telefon: 037754 35-0
Fax: 037754 35-199
E-Mail: verwaltung@zwoenitz.de
Internet:
www.zwoenitz.de
47
Fuchslochstollen Rittersgrün
Knappschaft 1743 Rittersgrün e. V.
Herr Seltmann
Waldweg 7
08359 Breitenbrunn, OT Rittersgrün
Telefon: 037757 7210
E-Mail: Kurt.Seltmann@knappschaft-rittersgruen.de
Internet:
www.knappschaftrittersgruen.de
48
Kuttenbergwerk Lößnitz
IG Historischer Erzbergbau Lößnitz e. V.
Herr Hahn
Bahnhofstraße 66a
08297 Zwönitz
Telefon: 037754 59097
49
Friede Gottes Stolln Bockau
Gemeindeverwaltung Bockau
Bürgermeister Herr Baumann
Schneeberger Straße 49
08324 Bockau
Telefon: 03771 430100
Fax: 03771 4301021
E-Mail: info@bockau.de
Internet:
www.bockau.de
50
Oberer Rother Adler
Knappschaft 1743 Rittersgrün e. V.
Herr Seltmann
Waldweg 7
08359 Breitenbrunn, OT Rittersgrün
Telefon: 037757 7210
E-Mail: Kurt.Seltmann@knappschaft-rittersgruen.de
Internet:
www.knappschaftrittersgruen.de
51
Fridolin am Zigeuner Pöhla
Förderverein Freizeitzentrum mit Besucherbergwerk
Luchsbachtal Pöhla e. V.
Frau Grund
Hauptstraße 30
08340 Schwarzenberg, OT Pöhla
Telefon: 03774 29994
Fax: 03774 86080
E-Mail: morgenstern-poehla@gmx.de
Internet:
www.luchsbachtal.de
52
Schwarzes Loch Johnsdorf
Jonsdorfer Gebirgsverein 1880 e. V.
Herr Pachl
An der Steinwarte 6
02796 Kurort Jonsdorf
Telefon: 0175 4157635
E-Mail: jonsdorf.1880ev@freenet.de
Internet:
www.gebirgsverein1880ev.de
53
Grüner Zweig samt Gnade Gottes Schlettau
Bergknappschaft Schlettau e. V.
Herr Göckeritz
Teichgasse 3
09487 Schlettau
Telefon: 0172 9819580
E-Mail: bkn-schlettau@bergbautradition-sachsen.de
Internet:
www.schlettau-im-erzgebirge.de
54
Lampertus-Richtschacht Hohenstein-Ernstthal
Große Kreisstadt Hohenstein-Ernstthal
Oberbürgermeister Herr Homilius
Altmarkt 41
09337 Hohenstein-Ernstthal
Telefon: 03723 402290
Fax: 03723 402309
E-Mail: bauamt@hohenstein-ernstthal.de
Internet:
www.hohenstein.ernstthal.de
Nr.
Name des Objektes
Ansprechpartner
A
Drachenhöhle Syrau
Gemeindeverwaltung Syrau
Frau Bauer
Höhlenberg 10
08548 Syrau
Telefon: 037431 8090
Fax: 037431 80912
E-Mail: syrau@t-online.de
Internet:
www.syrau.de
Unterirdische Hohlräume
I
Diener´sche Gänge/Stadttheater in Glauchau
Fremdenverkehrsverband Schönberger Land e. V.
Frau Grau
Markt 1
08371 Glauchau
II
Gangsysteme Kellerberge Penig
Stadtverwaltung Penig
Frau Scharf, Frau Fischer
Markt 6
09322 Penig
Telefon: 037381 959-0
Fax: 037381 959-23
E-Mail: info@stadt-penig.de
Internet:
www.stadt-penig.de
III
Gangsystem Schloss Hinterglauchau
Museum und Kunstsammlung Schloss Hinterglauchau
Herr Winkler
08371 Glauchau
Telefon/Fax: 03763 2931
E-Mail: schlossmuseum@glauchau.de
Internet:
www.glauchau.de
IV
Gangsystem Schloss Lichtenstein
Stadtverwaltung Lichtenstein
Herr Fiedler
Badergasse 17
09350 Lichtenstein
Telefon: 037204/610
Fax: 037204 61107
E-Mail: hauptamt@lichtenstein-sachsen.de
Internet:
www.lichtenstein-sachsen.de
V
Hohlraumsystem Burgberg Meerane
Stadtverwaltung Meerane
Frau Göthe
Lörracher Platz 1
08393 Meerane
Telefon: 03764 540
E-Mail: post@meerane.de
Internet:
www.meerane.de
VI
Hohlraumsystem Kaßberg, Fabrikstraße 6 und
Pfortensteg
Chemnitzer Gewölbegänge e. V.
Frau Demmler
Weststraße 8
09112 Chemnitz
Telefon: 0371 3346056
Internet:
www.chemnitzer-gewoelbegaenge.de
VII
Schaukellerareal Markt 4, 5 und 6 in Lommatzsch
Stadtverwaltung Lommatzsch
Frau Heimann
Am Markt 1
01623 Lommatzsch
Telefon: 035241 540-52
E-Mail: ilka.heimann@lommatzsch.de
Internet:
www.lommatzsch.de
VIII Tiefenkellersystem Wurzener Straße in Grimma
Stadtverwaltung Grimma
Frau Kutscher
Markt 16/17
04668 Grimma
Telefon: 03437 98580
E-Mail: info@grimma.de
Internet:
www.grimma.de

image
Herausgeber:
Sächsisches Oberbergamt
Kirchgasse 11, 09599 Freiberg
Titelbild:
Mundloch Tiefer Hilfe Gottes Stolln in Zinnwald (Foto: Sächsisches Oberbergamt)
Redaktion:
Peter Horler (Sächsisches Oberbergamt)
Gestaltung und Satz:
Pfefferkorn & Friends GmbH
www.pfefferkornundfriends.de
Druck:
Dzierzon Druck Freiberg,
www.dzerzon-druck.de
Redaktionsschluss:
15. Juli 2011
Bezug:
Diese Druckschrift kann kostenfrei bezogen werden bei:
Sächsisches Oberbergamt
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Telefon: +49 3731 372 1002
Telefax: +49 3731 372 1009
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www.bergbehoerde.sachsen.de
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