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Sicherer Schulsport
Eine Handreichung für Lehrkräfte
STAATSMINISTERIUM
FÜR KULTUS

Impressum
Herausgeber: Unfallkasse Sachsen (UKS) und
Sächsisches Staatsministerium für Kultus (SMK)
Erarbeitet vom Arbeitskreis „Sicherer Schulsport“ 2002:
Frau Mierdel, Frau Spindler, Herr Fischer, Herr Golde, Herr Dr. Kraft, Herr Dr. Lange, Herr Storm
Überarbeitet durch Unfallkasse Sachsen (UKS) und Sächsisches Staatsministerium für Kultus (SMK) 2012 und 2017
Foto Titelseite: picture-alliance
UK Sachsen 02-08
2017 Unfallkasse Sachsen
Alle Rechte vorbehalten.
2
STAATSMINISTERIUM
FÜR KULTUS
In Zusammenarbeit mit dem

3
Vorwort
Die Handreichung „Sicherer Schulsport“ bietet seit dem Jahr 200 sportunterrichtenden Lehrkräften
wertvolle Unterstützung.
Es obliegt den Lehrerinnen und Lehrern, bereits in der Vorbereitung des Unterrichts Gefahren und Risiken
abzuwägen, auf sichere Sportgeräte und -anlagen zu achten und für eine sicherUnterrichtsorganisation
zu sorgen. Die Handreichung beschreibt daher notwendige und praxisorientierte Sicherheitsvorschriften und
-hinweise für die im Schulsport angebotenen Bewegungsber
eiche und Sportangebote.
Aufmerksamen Lesern mag aufgefallen sein, dass sich der Titel der über
arbeiteten Handreichung verändert
hat: Sicherer Schulsport – eine Handreichung für Lehrkräfte. Damit soll unterstrichen werden, dass diese
Handreichung nicht nur für den Sportunterricht, sondern für alle sportliche Aktivitäten im Rahmen von
Schulveranstaltungen anzuwenden ist.
Wir wünschen allen Lehrkräften gutes Gelingen bei der Umsetzung eines attr
aktiven, motivierenden und
sicheren Schulsports.
Ihr
Ihre
Sächsisches Staatsministerium für Kultus
Unfallkasse Sachsen

4

Inhalt
I
Rechtliche Grundlagen
1
Handhabung des Lehrplanes
2
Qualifikation der Lehrkraft
3
Fachkonferenz
4
Unterweisung
5
VwV Schulsport
6
Anforderungen an Sportbrillen
7
Sport und Schwangerschaft bei Schülerinnen
8
Sport bei Gewitter – Richtiges Verhalten im Freien
II
Sportartbezogene Hinweise für die Kernsportarten laut
Lehrplan und ausgewählte Trendsportarten
1
Ansprechpartner
2
Sportarten
III
Anforderungen an Sportstätten
1
Rechtliche Grundlagen
2
Checklisten
2.1
Sporthalle
2.2
Sportplatz
2.3
Schulhallenbad
2.4
Künstliche Kletterwände
IV
Versicherungsschutz
1
Umfang und Grenzen des Versicherungsschutzes
in der Schule bzw. im Schulsport
1.1
Arbeitsunfall
1.1.1
Versicherte
1.1.2
Versicherte Tätigkeit
1.1.3
Unfall
1.1.4
Zusammenhang zwischen versicherter Tätigkeit
und Unfallereignis
2
Häufig gestellte Fragen zu Versicherungsschutz
und den Leistungen der gesetzlichen Unfallver-
sicherung
V
Erste Hilfe im Schulsport
1
Voraussetzungen
1.1
Personelle Voraussetzungen
1.2
Erste-Hilfe-Material
1.3
Meldeeinrichtungen
1.4
Kennzeichnung
1.5
Kosten der ersten Hilfe
2
Handlungen nach einem Unfall
2.1
Erkennen und Entscheiden
2.2
Arztbesuch
2.3
Aufzeichnen oder Anzeigen
2.4
Elterninformation
2.5
Nachbereitung
3
Rechtsfragen
5

6

7
I
Rechtliche Grundlagen
1
Handhabung des Lehrplanes
8
2
Qualifikation der Lehrkraft
8
3
Fachkonferenz
8
4 Unterweisung
8
5
VwV Schulsport
8
6
Anforderungen an Sportbrillen
10
7
Sport und Schwangerschaft bei Schülerinnen
11
8
Sport bei Gewitter – Richtiges Verhalten im Freien
14

8
1 Handhabung des Lehrplans
Die im Lehrplan ausgewiesenen Lernbereiche sind Inhalt des
Sportunterrichts und entsprechend zu planen. Dabei sind fol-
gende Schwerpunkte unter sicherheitserzieherischen Aspekten
zu beachten:
▸ Risiken in sportlichen Situationen (Unfallschwerpunkte in
den Lernbereichen, sicherheitstechnische Aspekte)
▸ Maßnahmen zur Unfallvermeidung (Organisationsrahmen,
Helfen und Sichern, Selbstsicherung, Regeln)
▸ Belastungsformen und -grenzen (funktionial, emotionial,
kognitiv, sozial)
2 Qualifikation der Lehrkraft
Die sportunterrichtenden Lehrkräfte müssen im Studium oder in
der Fortbildung über die im Lehrplan geforderten Lernbereiche
und ihre Vermittlung Kenntnisse erlangt haben.
Betreuer, die zur Absicherung des außerunterrichtlichen Sports
eingesetzt werden, müssen durch die Schulleiter über ihre Für-
sorge- und Aufsichtspflichten unterwiesen werden und fachlich
kompetent sein.
3 Fachkonferenz
Zur Umsetzung der Lehrplaninhalte legt die Fachkonferenz Sport
entsprechend der schulischen Situation verbindliche Schwer-
punkte fest und erarbeitet Krit erien für die Leistungsermitt-
lung und Leistungsbewertung. Die in der „Handreichung zur
Leistungsermittlung und Leistungsbewertung im Schulsport“
dargestellten Richtwerte sollen ein Orientierungsrahmen für die
Bewertung der Schülerleistungen sein.
4 Unterweisung
Die Schüler sind zum Schuljahresanfang, zum Schulhalbjahr
und vor Einführung eines neuen Lernbereichs über die Gefahren
und Risiken und deren Vermeidung aktenkundig zu belehren,
gleiches gilt für Schulfahrten mit sportlichen Aktivitäten.
Die Gefährdungsbeurteilung ist immanenter Bestandteil des
Sportunterrichts, des außerunterrichtlichen Schulsports und
bei Schulfahrten.
5 VwV Schulsport
Verwaltungsvorschrift des Sächsischen Staatsministeriums für
Kultus zum Schulsport (VwV Schulsport) vom 10. Dezember 2014
enthalten in Verwaltungsvorschrift des Sächsischen
Staats
ministeriums für Kultus über die geltenden
Verwaltungs vorschriften des Staatsministeriums für
Kultus vom 14. Dezember 2015 (SächsABl.SDr. S. S 407)
I. Geltungsbereich
Diese Verwaltungsvorschrift gilt für den Sportunterricht an den
allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen sowie für den
außerunterrichtlichen Schulsport.
II. Struktur
1. An jeder Regionalstelle der Sächsischen Bildungsagentur
(SBA) ist ein Referent für Schulsport tätig, der schulartüber-
greifend für Angelegenheiten des Sportunterrichts und des
außerunterrichtlichen Schulsports zuständig ist.
2. Die Referenten für Schulsport üben die Fachaufsicht über die
Leiter der Schulschwimm- und Eislaufzentren aus und unter-
stützen die Schulreferenten bei der Ausübung der Fachauf-
sicht über die Fachberater Sport.
3. Zur Unterstützung der Koordination des außerunterricht-
lichen Schulsports werden diesem Referenten Schulsport-
koordinatoren zugeordnet. Deren Anzahl bestimmt sich nach
dem Aufgabenumfang und den territorialen Besonderheiten,
insbesondere nach der Anzahl der Schulstandorte. Sie
werden auf Empfehlung der Referenten für Schulsport von
dem zuständigen Fachreferat festgelegt und erhalten für ihre
Tätigkeit folgende Anrechnungen auf das Regelstundenmaß:
21 bis 30 Schulen zehn Wochenstunden
15 bis 20 Schulen acht Wochenstunden
unter 15 Schulen sechs Wochenstunden.
4. Zur Durchführung von außerunterrichtlichen Wettkämpfen
wird je Sportart festgelegt:
a) durch das Staatsministerium für Kultus: ein Schulsport-
beauftragter; der jeweilige Landesfachverband hat ein
Vorschlagsrecht und
b) durch die SBA: ein Sportartbeauftragter für jede Regional-
stelle sowie nach Bedarf weitere Regionalbeauftragte.
III. Schwimmunterricht
1. Der Schwimmunterricht ist Bestandteil des Schulsports.
Wesentliches Lernziel ist die Erlangung der Schwimmfähig-
keit sowie der Sicherheit, sich im tiefen Wasser aufzuhalten.
Die SBA bestimmt Hallenbäder als Schulschwimmzentren
(SSZ), in denen der Schwimmunterricht in der Primarstufe
durchgeführt wird. Das Einzugsgebiet für jedes SSZ legt die
SBA in Abstimmung mit den jeweiligen Schulträgern fest.
2. Jedes SSZ hat einen Leiter, der Schwimmlehrer am SSZ ist,
und einen stellvertretenden Leiter. Beide sind gegenüber an-
deren Lehrkräften weisungsberechtigt; dies gilt ausschließ-
lich für die Klärung organisatorischer Fragen. Dem Leiter des
SSZ obliegt die Aufsicht darüber, dass die für den Schwim-
munterricht erforderliche Ausrüstung des SSZ vorhanden und
im ordnungsgemäßen Zustand ist. Mängel sind unverzüglich
der SBA anzuzeigen.
3. Lehrer, die Schwimmen unterrichten, müssen in der Metho-
dik und Didaktik des Schulschwimmens ausgebildet sein und
mindestens das Deutsche Rettungsschwimmerabzeichen
in Bronze besitzen. Mindestens alle zwei Jahre müssen sie
in einer Fortbildung ihre Rettungsfähigkeit nachweisen. Die
Fortbildung muss durch die SBA, den Landesverband Sach-
sen der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft e. V. oder
durch den DRK -Landesverband Sachsen e. V./Wasserwacht
anerkannt sein.
4. Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf können
durch Lehrkräfte ihrer Schule, die eine Qualifizierung
gemäß Nummer 3 aufweisen, im Schwimmen unterrichtet
werden.
IV. Sicherheit
1. Schüler und deren Eltern beziehungsweise volljährige Schü-
ler sind zu Beginn eines Schuljahres aktenkundig über die
Re gelungen zur Sicherheit im Schulsport zu belehren.

9
2. Die Teilnahme am Schulsport erfordert eine geeignete Sport-
bekleidung. Sie muss ein ungefährdetes Üben der Schüler
ermöglichen. Es werden insbesondere benötigt:
– Sportbekleidung entsprechend der Lernbereichsspezifik,
– Sportschuhe mit Sohleneigenschaften, die den jeweiligen
Nutzungsbedingungen der Sporthallen beziehungsweise
der Außensportanlagen entsprechen.
3. Die Lehrkraft stellt sicher, dass
a) die Schüler vor Beginn des Sportunterrichts ausnahmslos
alle Gegenstände, die eine unfall- und verletzungsfreie
Durchführung des Unterrichts gefährden könnten, able-
gen. Hierzu gehören insbesondere
– Uhren,
– Schlüssel,
– Gürtel und
– Schmuck (Ringe, Ketten, Armreifen, Ohrringe, Ohrste-
cker, Piercings).
Dabei entstehende Hautöffnungen sind vollflächig mit
einem Silikon- oder Gummipfropfen zu verschließen.
b) Haare im Sportunterricht so getragen werden, dass sie zu
keiner Beeinträchtigung führen und keine Gefahr dar-
stellen.
Brillenträgern ist das Tragen einer sportgerechten Brille zu
empfehlen.
4. Sportartspezifische Festlegungen sind in der Handreichung
„Sicherer Schulsport“ geregelt.
5. Lehrkräfte, die den Lernbereich „Klettern an künstlichen
Klett erwänden“ unterrichten, müssen im Abstand von drei
Jahren den Qualifikationsnachweis durch die Teilnahme an
einer anerkannten Fortbildung aktualisieren, den Nachweis
der Aus- und Fortbildung als Ersthelfer alle zwei Jahre.
6. Lehrkräfte, die die Risikosportarten Ski alpin beziehungs-
weise Snowboard sowie weitere Roll- und Gleitsportarten
unterrichten, müssen im Abstand von fünf Jahren den Quali-
fikationsnachweis durch die Teilnahme an einer anerkannten
Fortbildung aktualisieren.
7. In jeder Wasserfahrsportart muss der mit der Durchführung
Beauftragte mit der Sportart vertraut und im Besitz des Deut-
schen Rettungsschwimmerabzeichens in Silber sein. Dieses
muss alle vier Jahre aktualisiert werden.
V. Befreiungen
1. Schüler, die für ihre Befreiung vom Sportunterricht gemäß
§ 3 Absatz 2 Satz 3 der Schulbesuchsordnung vom 12. Au-
gust 1994 (SächsGVBl. S. 1565), die durch Verordnung vom
4. Februar 2004 (SächsGVBl. S. 66) geändert worden ist, eine
Bescheinigung des Kinder- und Jugendärztlichen Dienstes
beibringen müssen, werden vom Schulleiter aufgefordert,
sich unverzüglich beim zuständigen Kinder - und Jugendärzt-
lichen Dienst vorzustellen. Gleichzeitig erhalten die Eltern
oder die volljährigen Schüler das Formular zur Entbindung
von der ärztlichen Schweigepflicht ausgehändigt.
Damit wird es dem Kinder- und Jugendärztlichen Dienst er-
möglicht, Sportlehrer hinsichtlich der Belastbarkeit von teil-
sportbefreiten Schülern oder Schülern mit gesundheitlichen
Besonderheiten zu beraten, ohne Befunde zu übermitteln.
Die durch den Kinder- und Jugendärztlichen Dienst ausgefer-
tigte „Kinder - und Jugendärztliche Bescheinigung über die
Teilnahme am Sportunterricht“, die Bestandteil der Hand-
reichung zum Umgang mit Befreiungsempfehlungen für die
Teilnahme am Sportunterricht ist, wird auf der Basis einer
ärztlichen Untersuchung erstellt. Diese Empfehlung ist bis
maximal zum Ende des aktuellen Schuljahres befristet. In
begründeten Einzelfällen – bei nicht zu erwartender Ände-
rung des Gesundheitszustandes beziehungsweise der Behin-
derung – ist eine Befreiungsempfehlung für zwei Schuljahre
möglich. Sie dient dem Schulleiter als Entscheidungsgrund-
lage. Die Eltern oder die volljährigen Schüler erhalten
vom Schulleiter eine Kopie der Empfehlung. Diese enthält
keinerlei Angaben zur Benotung beziehungsweise Leistungs-
bewertung.
2. Über bereits zu Schuljahresbeginn feststehende schulsport-
befreite Schüler sowie bei Unklarheiten über Art und Umfang
von Schulsportbefreiungen kann sich der Sportlehrer mit
dem zuständigen Kinder - und Jugendärztlichen Dienst bera-
ten. Bei grundsätzlichen Fragen hinsichtlich der Leistungs-
ermittlung und -bewertung kann der Fachberater hinzugezo-
gen werden. Diese Zusammenarbeit entbindet nicht von der
ärztlichen Schweigepflicht.
3. Schülern der Sekundarstufe II, die gemäß § 40 Absatz 3
Satz 3 der Schulordnung Gymnasien Abiturprüfung vom
27. Juni 2012 (SächsGVBl. S. 348) beziehungsweise § 36 Ab-
satz 5 der Schulordnung Berufliche Gymnasien in der Fassung
der Bekanntmachung vom 10. November 1998 (SächsGVBl.
1999 S. 16, 130), die zuletzt durch Artikel 3 der Verordnung
vom 13. August 2014 (SächsGVBl. S. 461) geändert worden
ist, ein anderes Grundkursfach belegen, müssen sich nach
einmaliger Vorstellung am Ende der Sekundarstufe I nicht
erneut beim Kinder - und Jugendärztlichen Dienst vorstellen.
VI. Inkrafttreten, Außerkrafttreten
Die Verwaltungsvorschrift tritt am Tage nach ihrer Veröffentlichung
in Kraft. Gleichzeitig treten außer Kraft:
1.
Verwaltungsvorschrift des Sächsischen Staatsministeriums
für Kultus und des Sächsischen Staatsministeriums für
Soziales, Gesundheit und Familie zur Befreiung vom Sport-
unterricht vom 1. März 1996 (MBl. SMK S. 223),
2. Erlass des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus zum
Schwimmunterricht an Grundschulen und der Primarstufe
der Förderschulen im Freistaat Sachsen vom 24. März 2004
(MBl. SMK S. 219),
3. VwV Struktur des Schulsports vom 16. Juni 2009 (MBl. SMK
S. 260) und
4. Erlass zur Sicherheit im Schulsport vom 28. Mai 2010 (MBl.
SMK S. 316),
jeweils zuletzt enthalten in der Verwaltungsvorschrift vom
11. Dezember 2013 (SächsABl. SDr. S. S 895).
Dresden, den 10. Dezember 2014
Sächsisches Staatsministerium für Kultus
Dr. Frank Pfeil
Staatssekretär

10
Hinweise zur VwV Schulsport
1. Über diese Hinweise sind die Personensorgeberechtigten
aktenkundig in angemessener Form zu informieren sowie die
Schülerinnen und Schüler schuljährlich zu belehren.
2. Schülerinnen und Schüler können nur dann vollumfänglich
am Sportunterricht und anderen schulsportlichen Aktivitäten
teilnehmen, wenn ausnahmslos alle gefährdenden Gegen-
stände vom Körper entfernt worden sind.
3. Wird das Ablegen ohne Weiteres, also nicht nur operativ zu
entfernender gefährdender Gegenstände verweigert, kann
dies gemäß der jeweiligenSchulordnung zu einer ungenü-
gen den Leistungsbewertung in Folge von Leistungsverweige-
rung beziehungsweise von nicht erbrachter Leistung bei im
Sportunterricht durchzuführenden Lernzielkontrollen führen.
Sofern diese Leistungsverweigerung über das gesamte
Schuljahr anhält, ist die Note „ungenügend“ als Jahresnote
im Fach Sport zu erteilen. Damit ist eine Versetzung in die
folgende Klassen stufe oder die Erteilung eines Schulab-
schlusses nicht möglich. Der/die Sportlehrer/in soll unter
Einbeziehung der Schulleitung den Personensorgeberechtig-
ten und den betreffenden Schülern die Konsequenzen ihres
verweigernden Verhaltens deutlich machen und das Bera-
tungsergebnis aktenkundig protokollieren.
4. Schülerinnen und Schüler sowie deren Personensorgebe-
rechtigte sind schuljährlich aktenkundig darüber zu informie-
ren, dass gefährdende Gegenstände, die nur operativ (z. B.
Schmuckimplantate) oder nicht schadlos (z. B. erheblich
verlängerte Fingernägel) vom Körper entferntwerden können,
für die Dauer der Schul- und Ausbildungszeit nicht am Körper
angebracht werden dürfen. Schülerinnen und Schüler, die
sich nach aktenkundiger Belehrung durch das Anbringen
fest mit dem Körper verbundenen Schmucks absichtlich der
aktiven Teilnahme am Sportunterricht entziehen, werden
gemäß geltender Schulordnung mit der Note „ungenügend“
bewertet.
5. Für Schülerinnen und Schüler, die zum Zeitpunkt der
ersten aktenkundigen Belehrung zu Beginn des Schul-
jahres 2012/2013 bereits einen nicht bzw. nur operativ zu
entfernendenGegen stand am Körper tragen, entscheidet
der/die Schulleiter/in nach eingehender Gefährdungs-
beurteilung, ob und unter welchen Auflagen für den/die
Schüler/in eine gege be nenfalls eingeschränkte Teilnahme
am Sportunterricht möglich ist. Die Unfallkasse Sachsen
behält sich im Falle einer Verletzung vor, nach der Regulie-
rung von Behandlungskosten Regressforderungengegenüber
den Verantwortungsträgern der Schule zu stellen, sofern die
Verletzung auf das Tragen von Schmuck zurückzuführen ist.
Entscheidet der Schulleiter, dass der/die Schüler/in nicht-
aktiv am Sportunterricht teilnehmen kann, gelten folgende
Festlegungen:
– Oberschulen: passive Teilnahme am Sportunterricht und
Zeugniseintrag „befreit“.
– Gymnasium/Berufliches Gymnasium: Wahl eines Ersatz-
kurses mit Bewertung.
– Berufsschule: passive Teilnahme am Sportunterricht und
Zeugniseintrag „befreit“.
6. Schülerinnen und Schüler, die Tunnel, Plugs oder Expander
tragen, müssen diese vor dem Sportunterricht entfernen.
Die dabei entstehende Öffnung in der Haut ist vollflächig mit
einem Silikon- oder Gummipfropfen zu verschließen.
7. Schülerinnen und Schüler sind im Rahmen der Belehrung
darauf hinzuweisen, dass sich die Unfallkasse Sachsen vor-
behält, Regressforderungen zu stellen, wenn die Ursache für
eine Verletzung bei einer anderen Person im Schulsport auf
das Tragen von Schmuck an verdeckten Körperstellen zurück-
zuführen ist.
6 Anforderungen an Schulsportbrillen
Schulsportbrillen sollten nach Empfehlung des Zentralverban-
des der Augenoptiker folgende Krit erien erfüllen:
– Fassung aus splitterfreiem Sicherheitskunststoff,
– keine Metallteile,
– keine scharfen Kanten,
– Innenseite Nut höher als äußere, damit Gläser nicht nach
hinten durchgedrückt werden können,
Fassungsrahmen verläuft auf Höhe der Augenhöhlenknochen,
Nasenauflage muss eine Auflagefläche von mindestens
300–400 mm² aufweisen,
– elastisches Kopfband,
– bruchfeste Gläser (Polycarbonat oder vergleichbar
schlagfestes Material).
Gemäß § 14 Abs. 3 Buchstabe b) der Hilfsmittel-Richtlinie in
der Fassung vom 24. November 2016 sind bis zur Vollendung
der allgemeinen Schulpflicht bei Kindern u nd Jugendlichen
Kunststoffgläser mit einem Brechungsindex von n < 1,6 für den
Schulsport verordnungsfähig.
Nicht verordnungsfähig sind Brillenfassungen – s. § 14 (5) 13.

11
7 Sport und Schwangerschaft bei Schülerinnen
7.1 Einleitung
Können schwangere Schülerinnen am Sportunterreicht teilneh-
men? Auch wenn der Fall einer schwangeren Schülerin noch
eine Ausnahme darstellt, ist die Frage nicht nur theoretischer
Natur. Abgewogen werden muss dabei der Nutzen einer sport-
lichen Betätigung gegen die Risiken für Schwangere und Kind .
Eine moderate sportliche Aktivität kann aus medizinischer Sicht
durchaus befürwortet werden, auch wenn die sportlichen Ak-
tivitäten auf eine Auswahl von Sportarten mit geringen Risiken
beschränkt werden müssen. Die folgende Abhandlung gibt eine
Empfehlung zum „Problem“ Sport und Schwangerschaft und
begündet das Vorgehen aus medizinischer Sicht.
7.2 Sport und Veränderungen des mütterlichen Organismus in
der Schwangerschaft
Die Schwangerschaft geht mit tief greifenden Veränderungen
des mütterlichen Kreislaufs einher. Dies betrifft sowohl ein
erhöhtes Herzminutenvolumen, eine gesteigerte Herzfrequenz
und ein erhöhtes Schlagvolumen als auch einen erniedrigten
peripheren Gefäßwiderstand. In der Mitte der Schwangerschaft
ist das Schlagvolumen etwa 30 – 50 % höher als am Beginn.
Unter Berücksichtigung des Herz-Kreislauf-Systems ist auch zu
beachten, dass längeres Stehen zu einem verminderten Herzmi-
nutenvolumen führen kann und dass dies deshalb zu vermeiden
ist. Bei
submaximaler Belastung
steigen das Schlagvolumen
und die Herzfrequenz an, die Herzfrequenz um etwa 25 %.
Es wird angenommen, dass bei etwa 80 % der Sauerstoffauf-
nahme als einem Parameter des Energieumsatzes die kindli-
che Durchblutung signifikant beeinträchtigt wird. Da es einen
linearen Zusammenhang zwischen der Herzfrequenz und der
Sauerstoffaufnahme gibt, ist die Quantifizierung der körperli-
chen Belastung mit der Herzfrequenzrate möglich.
Bei der Betrachtung des Atmungssystems kann festgestellt
werden, dass das Atemminutenvolumen gegen Ende der
Schwangerschaft um etwa 50 % ansteigt; und zwar auf Grund
des erhöhten Zugvolumens bei nahezu unveränderter Atemfre-
quenz. Unter
maximaler
sportlicher Belastung unterscheiden
sich die Veränderungen der Atmung nicht wesentlich von denen
nicht schwangerer Frauen. Bei
submaximaler
Belastung ist das
Atemminutenvolumen aber um ca. 30 % gegenüber der Nachge-
burtsperiode erhöht.
Unter körperlicher Belastung nimmt die Durchblutung der Ske-
lettmuskulatur zu. Die Frage in der Schwangerschaft ist, ob es
bedingt durch die stärkere Durchblutung der Skelettmuskulatur
zu einer Minderdurchblutung der Gebärmutter und der Plazenta
und somit auch des Fetus kommt. Dies kann weitestgehend
verneint werden, da die Durchblutung des Uterus zugunsten
der Plazenta stärker eingeschränkt wird. Außerdem steigt die
Sauerstoffaufnahme der Plazenta an.
Auf den Zuckerstoffwechsel hat die körperliche Aktivität wäh-
rend der Schwangerschaft einen deutlich positiven Einfluss. Die
Empfindlichkeit des mütterlichen Organismus gegenüber Insulin
wird erhöht und die Zuckeraufnahme in die Körperzellen wird
gesteigert.
Die körperliche Aktivität wirkt gegen eine mögliche Insulinresis-
tenz und beugt einem Schwangerschaftsdiabetes vor.
Es wird berichtet, dass die Entbindungen bei sportlich aktiven
Schwangeren komplikationsärmer sind. In 2 Metaanalysen
konnten keine Änderungen der Tragzeit durch Sport nachgewie-
sen werden, obwohl auch eine geringfügig verkürzte Tragzeit
beobachtet wurde bzw. der Zusammenhang zwischen Sport und
Tragzeit als unklar betrachtet wurde.
Die Veränderungen des Stütz- und Bewegungsapparates
während der Schwangerschaft führen zu einem erhöhten
Verletzungsrisiko. Durch die Größenzunahme der Gebärmut-
ter und auch der Brüste kommt es zu einer Verlagerung des
Kö rperschwerpunktes nach vorn. Das wird mit einer verstärkten
Beugung der Lendenwirbelsäule, einer entsprechenden Becken-
drehung und einer verstärkten Aktivierung der Streckmuskulatur
der Wirbelsäule ausgeglichen.
Durch hormonelle Einflüsse wird der Bandapparat des Körpers
gelockert. Das führt zu einer erhöhten Gelenkinstabilität. Die
drei Faktoren – Gewichtszunahme, Schwerpunktverlagerung und
Gelenkinstabilität – beinhalten ein deutlich erhöhtes Verlet-
zungsrisiko.
7.3 Sport und Einflüsse auf das Kind in der Schwangerschaft
Obwohl Sport in der Frühschwangerschaft lange Zeit als Risiko
für kindliche Komplikationen angesehen wurde, konnten neuere
Untersuchungen dies widerlegen. Moderater Sport stellt kein
erhöhtes Ri siko für Frühaborte, drohende Fehlgeburten und
Eileiterschwangerschaften dar. Allerdings wurde bei verstärkter
sportlicher Aktivität von > 7 Stunden pro Woche eine erhöhte
Fehlgeburtsrate beobachtet. Nach der 18. Schwangerschaftswo-
che konnte diese Assoziation nicht mehr festgestellt werden.
Aus Tieruntersuchungen ist bekannt, dass eine erhöhte Körper-
temperatur im 1. Schwangerschaftsdrittel mit einer erhöhten
Fehlbildungsrate einhergehen kann. Auch durch sportliche
Betätigung steigt die Körpertemperatur an. Die Anstiegsrate ist
direkt von der Intensität der sportlichen Anstrengung abhängig.
Bei einer moderaten sportlichen Belastung steigt die Körper-
temperatur nicht schwangerer Frauen innerhalb von 30 Minuten
um durchschnittlich 1,5 °C an und verbleibt dann auf diesem
Plateau. Sind die Umgebungsbedingungen wie Hitze oder hohe
Luftfeuchtigkeit ungünstig oder ist die sportliche Anstrengung
extrem groß, werden die körpereigenen Gegenregulationen
überwunden und die Körpertemperatur steigt weiter an. Als
kritisch wird eine Temperaturerhöhung um 1,5 – 2,5 °C angese-
hen oder ein Anstieg > 39 °C. Dies sollte auf jeden Fall vermieden
werden, damit kein erhöhtes Ri siko von kindlichen Fehlbildun-
gen eingegangen wird.
In Untersuchungen am Menschen konnte allerdings durch mä-
ßige Saunabesuche oder mütterliches Fieber im ersten Schwan-
gerschaftsdrittel kein erhöhtes Fehlbildungsrisiko festgestellt
werden. Ein Temperaturanstieg > 38 °C wurde bei moderater
sportlicher Betätigung nicht beobachtet. Insgesamt gesehen
sollte eine lang andauernde sportliche Betätigung bei hohen
Temperaturen nicht ausgeführt werden.
Ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel wird von Sport in Rückenlage
abgeraten, da es dabei durch den Druck der Gebärmutter auf
die untere Hohlvene zu einer Kompression der Vene und einer
konsekutiven Verminderung des Blutflusses kommen kann.
Die Folge ist eine Abnahme der Herzfrequenz des Fetus, die als
Gefahr für das Kind angesehen wird.

Insgesamt ist die Datenlage zum Einfluss sportlicher Betätigung
auf die Herzfrequenz des Fetus so zu interpretieren, dass es bei
moderatem Sport zu keinem Abfall der Herzfrequenz sondern
tendenziell zu einem Anstieg von 5 – 20 Schläge/min kommt.
Dies gilt unter der Bedingung, dass die sportliche Intensität
50 – 70 % der maximalen aeroben Belastungsgrenze nicht über-
steigt. Bei höherer Belastung kann die Herzfrequenz des Fetus
abfallen. Diese Situation sollte vermieden werden.
Die Ergebnisse zum Einfluss von sportlicher Aktivität auf das Ge-
burtsgewicht des Kindes sind uneinheitlich. Für Nicht-Ausdauer-
sportlerinnen ergibt sich im 2. und 3. Schwangerschaftstrimester
kein erniedrigtes Geburtsgewicht des Kindes, ebenso wenig für
Ausdauersportlerinnen im 2. Trimester. Nur bei Ausdauersport-
lerinnen mit hoher Trainingsintensität (> 30 min pro Tag, ≥ 3 x pro
Woche, ≥ 50 % der Maximalkapazität bzw. > 50 % der maximalen
Herzrate) im 3. Trimester ist das Geburtsgewicht des Kindes
durchschnittlich um 200 – 400 g erniedrigt. Ob sich durch diese
Gewichtsverminderung allerdings ein Nachteil für den Fetus
ergibt, bleibt fraglich, da die Wachstumsverzögerungen im
Durchschnitt nicht über der 10 %-Perzentile lagen.
Die größte Gefahr für den Fetus sollte im durch den Sport be-
dingten Verletzungsrisiko gesehen werden. Das erste Schwan-
gerschaftsdrittel ist davon nicht betroffen, da die Gebärmutter
hier noch klein ist und geschützt hinter dem Damm liegt. Erst ab
dem 2. Schwangerschaftsdrittel können stumpfe Bauchverlet-
zungen die Schwangerschaft durch vorzeitige Wehen und durch
eine Lösung der Plazenta schädigen.
7.4 Sportliche Aktivitäten in der Schwangerschaft
Das Ziel von sportlicher Aktivität in der Schwangerschaft ist das
Training des Herz-Kreislauf-Systems und des Muskel-Skelett-Sys-
tems. Dieses Training kann grundsätzlich befürwortet werden.
Zerlegt man die sportlichen Bewegungen in die Komponenten
Gehen – Laufen – Einhalten bestimmter Positionen – Werfen
– Springen – Stoßen, so sollten die Grundkomponenten der ge-
wünschten Sportart nur aus den drei ersten Faktoren bestehen.
Rh ythmische Bewegungen, vor allem mit Beanspruchung der
großen Muskelgruppen, werden als vorteilhaft betrachtet.
Abgeraten wird von jeder Art des Mannschafts-, Kampf- und
Wettkampfsports. Auf Grund des Verletzungsrisikos sind
extreme Beschleunigungen und Abbremsmanöver ebenfalls zu
vermeiden. Dies gilt ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel auch für
Sportarten in Rückenlage.
Als Richtwert für die Stärke der sportlichen Belastung gilt laut
Deutscher Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention ein An-
stieg der Herzfrequenz bis zu einem Wert von 130 Schlägen pro
Minute als unbedenklich. Ensprechend den Empfehlungen des
American College of Obstetricians and Gynecologists sollte die
Intensität 60 – 90 % der maximalen Herzfrequenz* nicht über-
schreiten. Als Richtwert kann angesehen werden, dass während
der sportlichen Betätigung noch ein normales Gespräch geführt
werden kann, bzw., dass die Aktivität einem zügigen Gehen
äquivalent ist.
Für die Dauer der sportlichen Aktivität ist die Angabe eines
Grenzwertes nicht möglich, da eine reziproke Relation zwischen
der Intensität und der Dauer existiert. Wenn eine ausreichende
Thermoregulation gegeben ist und entsprechend getrunken
wird, sind sportliche Übungen für eine 3/4 Stunde möglich,
vorausgesetzt die in Tabelle 1 genannten Warnzeichen treten
nicht auf.
Alle Richtwerte für die sportliche Betätigung gelten nur für ge-
sunde Schwangere. Bei Erkrankungen sollte immer Rücksprache
mit dem behandelnden Arzt genommen werden. Im Zweifelsfall
sollte kein Sport ausgeübt werden. Bei der in Tabelle 1 genann-
ten Warnzeichen ist die sportliche Aktivität sofort abzubrechen.
In Tabelle 2 sind für Schwangere geeignete und ungeeignete
Sportarten genannt. Für die Empfehlungen der Deutschen
Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention siehe auch im
Anhang Reinhardt & Wurster (1994).
Tabelle 1
Abbruchkriterien für sportliche Aktivitäten
Vaginale Blutungen
Anschwellen und Schmerzen
von Armen oder Beinen
Unwohlsein und Schwindel
Vorzeitige Wehen
Ko pfschmerzen
Verminderte Kindsbewegungen
Muskelschwäche
Vorzeitiger Blasensprung
Brustschmerzen
Atemnot
*) Die alte Formel: 220 – Lebensalter gibt nur einen ungenau-
en Wert an. Andere Autoren arbeiten mit Formeln, die den
Ruhepuls und den maximalen Puls berücksichtigen (z. B.
Ka rvonen-Formel)
Tabelle 2
Für Schwangere empfohlene und nicht empfohlene
Sportarten (modifiziert)
empfohlen
akzeptabel
nicht geeignet
Aquarobic
Aerobic
Ka mpfsport
(2. Schw.-Drittel)
Walking/Wandern
Joggen
Mannschaftssport
Schwimmen
Rudern
Kr aftsport
Ra dfahren
Skilanglauf
Marathon
(stationär)
Gymnastik
Radfahren
Sport mit erhöhter
Sturzgefahr
12

7.5 Zusammenfassung
Die sportliche Betätigung in der Schwangerschaft ist aus me-
dizinischer Sicht grundsätzlich erlaubt. Dabei sollte stets das
sportliche Ausgangsniveau vor Beginn der Schwangerschaft
berücksichtigt werden. Da die Intensität des Schulsports weit
unterhalb des Leistungssports liegt, sind keine nachteiligen
Auswirkungen auf die Schwangerschaft zu befürchten. Die sport-
liche Intensität sollte aber im aeroben Bereich unterhalb der
Maximalbelastung liegen. Am kritischsten ist das Verletzungsri-
siko ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel anzusehen. Außerdem
sollten unbedingt die in Tabelle 1 genannten Abbruchkriterien
der sportlichen Aktivität beachtet werden. Weiterhin ist für eine
ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu sorgen. Sport bei hoher
Umgebungstemperatur sollte vermieden werden.
Dr. Udo Rehm
Zentrum für Arbeit und Gesundheit Sachsen
GWT-TUD GmbH
2008
7.6 Anhang
Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention:
Sportliche Belastung bei einer Schwangeren (in Auszügen)
Als Leitlinien mögen deshalb gelten:
Ohne Einschränkung erlaubt, solange es Spaß macht (bis Herz-
frequenz 130/min):
Jogging, Wandern bis 2000 m Höhe, Radfahren, Gymnastik, Tan-
zen, Schwimmen besonders empfehlenswert, Wassertemperatur
nicht unter 20 °C und nicht über 35 °C, Sauna max. 10 – 12 min.
Erlaubt, aber nur deutlich unterhalb der submaximalen Belas-
tung:
Laufen, Rudern, Bodenturnen, Skilanglauf (nicht über 1500 m
Höhe), Tennis, Squash, Badminton, Tischtennis, Segeln.
Erlaubt bis zur 16. Schwangerschaftswoche (wegen der Sturzge-
fahr):
Schlittschuh- und Rollschuhlaufen, Hochsprung, Weitsprung,
Kugelstoßen, Diskus u.a.m.
Nur sehr bedingt erlaubt (wegen des hohen Verletzungsrisikos):
Reiten und Ski-Alpin (bis 2000 m Höhe).
Nicht empfehlenswert
Mannschafts- und Kampfsportarten (Ballsportarten, Judo,
Fechten u.a.m.)
– Disziplinen mit hohem Sturzrisiko (Wasserski, Surfen, Geräte-
turnen u.a.m.)
– Körperliche Anstrengungen über 2000 – 2500 m Höhe, z. B.
Höhentraining
Marathonlauf, Triathlon, Tauchen, Bodybuilding, Boxen,
Gewichtheben, Fallschirmspringen, Gleitschirmfliegen, Bungee-
Jumping u.a.m.
Sollte es im Zusammenhang mit dem Sport zu Blutungen,
Wehen, Atemnot, Unwohlsein mit Augenflimmern und Kopf-
schmerzen kommen, sind ein sofortiges Sportverbot und der
Arztbesuch angeraten.
Verfasser: Lore Reinhardt und K. G. Wurster
Überarbeitet 1994
13

image
image
8 Sport bei Gewitter – Richtiges Verhalten im Freien
An durchschnittlich 15 Tagen pro Jahr im Norden bzw. 35 Tagen
im Süden Deutschlands kommt es zu Gewittern. Personen im
Freien sind dann besonders gefährdet. Jedes Jahr sind schwere
Blitzunfälle mit Verletzten und Toten zu verzeichnen.
Dieses Merkblatt erläutert die Gefahren bei Gewitter und zeigt
richtige Verhaltensweisen auf.
Gefahren durch Blitze
Herannahende Gewitter erkennt man an aufsteigenden Hau-
fenwolken, Schwüle mit aufkommendem Wind, Donner und
Wetterleuchten.
Die Entfernung eines Gewitters lässt sich grob abschätzen: Die
Sekunden zwischen Blitz und Donner geteilt durch 3 ergeben die
Entfernung in Kilometern. Beispiel: Folgt der Donner einem Blitz
nach 15 Sekunden, ist das Gewitter ungefähr 5 Kilometer entfernt
und damit bereits gefährlich nah.
Personengefährdung
Direkt vom Blitz getroffen – In dieser Gefahr schweben Personen
im Freien. Dann fließt der Blitzstrom durch den Menschen und
verursacht Bewusstlosigkeit, innere oder äußere Verbrennun-
gen, Atemstillstand, Herzstillstand oder Lähmungen.
Eine Gefährdung besteht auch in unmittelbarer Nähe eines vom
Blitz getroffenen Objektes durch
Blitzüberschlag: Von Bäumen oder hölzernen Masten kann
ein Blitz auf Personen in der Nähe überspringen, auch über
mehrere Meter.
Berührungsspannung: Beim Berühren von metallenen
Objekten wie Flutlicht- oder Fahnenmasten, Blitzableitern
usw. fließt ein Teil des Blitzstromes durch den Menschen.
Schrittspannung: Ausgehend von der Einschlagstelle breitet
sich der Blitzstrom im Erdboden nach allen Richtungen aus.
Eine Person nimmt mit den Beinen eine „Schritt“-Spannung
auf – ein Teil des Blitzstroms fließt durch den Körper. Dies ist
im Umkreis von einigen 10 m rund um den Eintritt des Blitzes
in den Erdboden gefährlich!
Explosion und Brand, wenn die vom Blitz getroffenen Objekte
explodieren oder sich entzünden.
Lebensgefährlich ist auch das Schwimmen im Freibad oder im
Badesee bei Gewitter. Im Wasser bewirkt ein Blitz in mehr als
100 m Entfernung vom Einschlagort, dass Schwimmer einen
Schock erleiden können, der zum Ertrinken führt. Deshalb ist
bei nahendem Gewitter das Wasser sofort zu verlassen. Auch
auf Booten, vor allem solchen mit Masten, ist die Gefahr des
Blitzschlags sehr hoch.
Schutz vor direkten Blitzeinschlägen
Personen finden Schutz
unter überdachten Tribünen, anderen Überdachungen, in
Gebäuden mit Blitzschutzsystemen und Fahrzeugen (mit
Ganzmetallkarosserien),
an Gebäuden und Masten für Fahnen, Flutlicht o. ä. ab 3 m
Höhe.
Diese bilden einen Schutzbereich, der sich für Objekte bis
20 m Höhe grob abschätzen lässt. Der Sportplatz selbst ist
in der Regel ungeschützt. Ein Blitz kann in Personen auf dem
Sportplatz einschlagen.
Schutzmaßnahmen
1. Richtiges Verhalten zur Vermeidung von Blitzunfällen
Voraussetzung ist die richtige Einschätzung der Wetterlage:
Bei Wahrnehmung von Donner ist ein Gewitter weniger als
10 km entfernt. Dann sollten umgehend der Aufenthalt im
Freien z. B. auf einem Sportplatz oder in einen Freibad
beendet und geschützte Bereiche aufgesucht werden.
Das gleiche gilt bei Gewitterwolken, die sich in unmittelbarer
Nähe bilden und die bisher zu keinem Blitz geführt haben.
10 Sekunden oder weniger zwischen Blitz und Donner: Ein
Blitzeinschlag kann unmittelbar auftreten – Lebensgefahr!
Wurde eine halbe Stunde lang kein Donner mehr wahrgenom-
men, kann davon ausgegangen werden, dass das Gewitter
vorüber ist. Die Personen können dann die Schutzbereiche ver-
lassen und der Sportbetrieb kann wieder aufgenommen werden.
Den besten Schutz bieten Gebäude mit Blitzschutzsystem oder
geschlossene Fahrzeuge mit Ganzmetallkarosserie.
14

Sind diese nicht vorhanden, sollten als zweitbeste Möglichkeit
folgende Bereiche aufgesucht werden:
große Festzelte (z. B. mit Metallgestänge und Erdung),
Umgebung von Gebäuden mit Blitzschutzsystem oder
Metallmasten,
Gebäude ohne Blitzschutzsystem.
Dabei ist von Wänden und Metallteilen ein Abstand von
mindestens 1 m, besser 3 m, einzuhalten.
Zur Verringerung von Schrittspannungen müssen die Füße eng
geschlossen gehalten werden.
Sind keine Schutzbereiche vorhanden, sollte man sich in Hock-
stellung begeben und die Beine eng geschlossen halten.
In keinem Fall sollte man:
Schutz unter Bäumen suchen,
auf der Erde liegen oder sich mit den Händen auf der Erde
abstützen,
in Gruppen stehen und sich gegenseitig berühren.
2. Organisatorische Maßnahmen
Für jede Sportanlage sollte eine Gefahrenbereichsanalyse,
erstellt von einer Blitzschutzfachkraft, vorhanden sein. Die
Betreiber einer Sportanlage können daraus Informationen
über Gefahren- und Schutzbereiche ableiten und Schutzmaß-
nahmen festlegen, die auf die Nutzung und die örtlichen
Gegebenheiten abgestimmt sind. Vor Veranstaltungen mit vielen
Zuschauern sollte eine Wetterprognose eingeholt werden.
3. Technische Blitzschutzmaßnahmen
Diese sind in kleineren Stadien, für Sport- oder Trainingsplätze
meistens nicht vorhanden. Sie sind durch eine Blitzschutzfach-
kraft zu planen und auszuführen.
Erste Hilfe
Die Erste Hilfe muss sofort an der Unfallstelle beginnen und bis
zum Eintreffen des Rettungsdienstes fortgeführt werden. (siehe
Abschnitt V).
Weitere Informationen
„Blitze - So können Sie sich schützen?“:
www.vor-blitzen-schuetzen.eu
„Fußball bei Gewitter“:
www.vde.com/Fussball-bei-Gewitter
„Blitzschutz bei Veranstaltungen und Versammlungen“:
www.vde.com/blitzschutz-bei-veranstaltungen
Mit freundlicher Genehmigung des VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik
Informationstechnik e.V., Ausschuss für Blitzschutz und Blitzforschung (ABB),
Stresemannallee 15, 60596 Frankfurt
Quellen: „Fußball bei Gewitter“ und „Blitze - So können Sie sich schützen“
15

16

II
Sportartbezogene Hinweise für die Kernsportarten
lt. Lehrplan und ausgewählte Trendsportarten
1
Ansprechpartner
18
2
Sportarten
18
Badminton
19
Basketball/Streetball
21
Beach-Volleyball
25
Eislaufsport
27
Fahrradtouren
29
Floorball
31
Fußball
33
Gerätturnen
35
Gymnastik/Tanz
45
Handball
47
Hockey
49
Inline-Skating
5
1
Judo
53
Klettern an künstlichen Kletterwänden
55
Leichtathletik
59
Orientierungslauf
63
Ring en
65
Schwimmen
67
Ski Alpin/Skilanglauf/Snowboard
69
Slackline
71
Tennis
73
Tischtennis
75
Triathlon
77
Volleyball
8 1
Wasserfahrsport
83
17

1 Ansprechpartner
Ziel dieser Handreichung ist es, wesentliche sicherheitsrele-
vante Hinweise sowohl für die methodisch-organisatorische
Unterrichtsgestaltung als auch bezüglich der Sportstätten und
dem Einsatz von Sportgeräten zu geben.
Sollten Fragen offen bleiben oder weitere Informationen ge-
wünscht werden, stehen Ihnen die unten aufgeführten Ansprech-
partner zur Verfügung. Weitere Ansprechpartner können Sie auch
der Broschüre „Schulsport in Sachsen“ entnehmen:
Landesamt für Schule und Bildung
Bautzen
Otto-Nagel-Straße 1
02625 Bautzen
Tel.
0 35 91 / 6 21 - 1 41
Fax
0 35 91 / 6 21 - 1 90
E-Mail: poststelle@rsbab.smk.sachsen.de
Chemnitz
Annaberger Straße 119
09120 Chemnitz
Tel.
03 71 / 53 66 - 4 27
Fax
03 71 / 53 66 - 4 91
E-Mail: poststelle@sbac.smk.sachsen.de
Dresden
Großenhainer Straße 92
01127 Dresden
Tel.
03 51 / 84 39 - 4 42
Fax
03 51 / 84 39 - 3 01
E-Mail: poststelle@sbad.smk.sachsen.de
Leipzig
Nonnenstraße 17 a
04229 Leipzig
Tel.
03 41 / 49 45 - 6 54
Fax
03 41 / 49 45 - 6 14
E-Mail: poststelle@sbal.smk.sachsen.de
Zwickau
Makarenkostraße 2
08066 Zwickau
Tel.
03 75 / 44 44 - 1 43
Fax
03 75 / 44 44 - 55 55
E-Mail: poststelle@sbaz.smk.sachsen.de
Sächsisches Staatsministerium für Kultus, Referat 32
Carolaplatz 1
01097 Dresden
Tel.
03 51 / 5 64 - 2824
Fax
03 51 / 5 64 - 2809
E-Mail: poststelle@smk.sachsen.de
Unfallkasse Sachsen
Rosa-Luxemburg-Straße 17 a
01662 Meißen
Tel.
0 35 21 / 7 24 - 0
Fax
0 35 21 / 7 24 - 1 11
E-Mail: poststelle@unfallkassesachsen.de
2 Sportarten
Die Sportarten wurden nach folgender Gliederung aufbereitet:
1. Methodisch-organisatorische (Unterrichts-) Gestaltung
2. Regelhinweise
3. Sicherheitstechnische Anforderungen
4. Sichtprüfung vor der Benutzung
5. Literaturangaben
Punkt 1 enthält Anforderungen an die Kleidung, das benötigte
Material und die Sportfläche sowie methodische Hinweise zur
Erwärmung und zum Lehr- und Lernprozess.
Es schließen sich Regelhinweise für einen sicheren und fairen
Spiel- und Sportbetrieb an.
Im Punkt 3 werden auszugsweise sicherheitstechnische Anfor-
derungen an die Sportgeräte genannt, die auf den jeweiligen
deutschen bzw. europäischen Normen beruhen. Diese Forderun-
gen sind bei der Beschaffung der Geräte zu beachten.
Vor jeder Benutzung sind Sportgeräte augenscheinlich auf
Mängel zu überprüfen. Dem Sportlehrer werden hierfür im Punkt
4 Anhaltspunkte geliefert.
Rückmeldungen und Anregungen zu den sportartbezogenen
Hinweisen sind ausdrücklich erwünscht!
18

image
19
Zulässige Maße pro Spielerpaar
Zusätzlicher hindernisfreier Abstand
Länge
[m]
Breite
[m]
Längsseite
[m]
Breitseite
[m]
13,4
6,1
0,3
a)
0,8
a)
a)
Für Übungs- und Wettkampfbetrieb sind an den Längs- und Breitseiten hindernisfreie Abstände erforderlich:
• zwischen Längsseiten zweier Felder 0,30 m
• zwischen den Breitseiten zweier Felder 1,30 m
• zwischen Breitseite und einer Längsseite zweier Felder 1,30 m
• zwischen Badmintonfeld und Trennvorhang 0,65 m
Quelle: DIN 18032-1:2014-11, Tabelle A.1
Im Badminton wird vor allem durch schnellkräftige Bewe-
gungen der Muskel- und Bandapparat im Fuß-, Hand- und
Schultergelenkbereich beansprucht. Hier gilt die besondere
Aufmerksamkeit der Erwärmung und Übungstätigkeit. Wichtige
Einflussfaktoren sind dabei die vorhandenen Bedingungen (z. B.
Bodenbelag) und verwendeten Materialien (z. B. Schläger und
Ballmaterial).
1 Methodisch-organisatorische Gestaltung
1.1 Materiell-technische Voraussetzungen
K l e i d u n g
Für ausreichende Bewegungsfreiheit im Lernprozess sollten
Sporthemd und -hose locker oder leger sitzen (aber nicht zu
lose am Körper hängen). Besondere Aufmerksamkeit gilt dem
Schuhwerk, das eine standsichere und geschmeidige Sohle so-
wie einen bewegungsfreien, aber sicheren Halt des Fußgelenkes
gewährleisten sollte.
M a t e r i a l
• Netzanlage:
Netzpfosten
(stationär in Bodenhülsen),
Spiel-
pfosten
(freistehend, rollbar) – je nach Ausführung für ca. 700
bis 1100 kN Verspannung der Netzanlage ausgelegt. Beim Ein-
satz von
Unterstützungspfosten
zur Netzverlängerung durch
2 bis 5 Netzgarnituren sind die Trag- und Belastungsfähigkeit
der Netze und die Standfestigkeit der Spielpfosten zu beach-
ten, besonders die Netzhöhe, -spannung und die Gegenge-
wichte in den Spielpfosten.
• Spielmaterial: Das
Badminton Racket
aus Ka rbon-Graphit;
Leichtmetall-Stahl; Holz (nur Kopf) und einer Länge von ca. 60
bis 70 cm sollte zwischen 100 g und 130 g (wegen der Haltbar-
keit und dem Spielgewicht) wiegen. Es sollten nur fachgerech-
te Eigen- oder Fremdreparaturen der Schlägerbesaitung durch
Ku nst- oder seltener Darmsaiten erfolgen.
• Von den
Federbällen
für 3 mögliche Geschwindigkeiten (slow-
grün; medium-blau; fast-rot) sollte im Schüler-, Anfängerbe-
reich mit rot aus Nylon begonnnen werden. Erst später im
Fortgeschrittenenbereich sollten die Naturfederbälle einge-
setzt werden. Defekte Bälle sind auszusortieren.
S p o r t f l ä c h e
1.2 Methodische Hinweise
E r w ä r m u n g
Die übungs- und spielvorbereitende Erwärmung sollte gezielt die
Fuß-, Handgelenk- und Schulterbereiche sowie die Rumpf- und
Beinmuskulatur in den Mittelpunkt stellen. Dies gilt vor allem für
die intensiven spezifischen Dehnformen, um das Verletzungsri-
siko zu minimieren. Für erfolgreiche Spielhandlungen sind R eak-
tionsübungen und Übungen zur Orientierung im Raum sowie zur
Auge-Hand-Koordination wichtig.
L e r n p r o z e s s
Begrenzte räumliche Bedingungen erfordern bei größeren Schü-
lerzahlen einen klaren organisatorischen Ablauf im Lern- und
Übungsprozess. Empfehlenswert ist eine streifenartige Hallen-
teilung (s. folgende Abb.).
Nach dem Erlernen der Schlägerhaltung und den Ballgewöh-
nungsübungen sind vor allem Lauf- und Spielformen zum
Anwenden der Schlagtechniken aus der Bewegung zu inten-
sivieren. Spätere komplexe Anwendungs-/Übungsformen der
Schlagtechniken bis hin zur spielnahen Anwendung erfordern
eine deutliche Abstimmung mit den Spielnachbarn.
Wettkampfformen sollten unter wettkampfnahen Bedingungen
(auch Spielfläche) realisiert werden.
2 Regelhinweise
Die Zählweise und die Anzahl der Sätze sind dem jeweiligen
Übungsstand anzupassen. Gleiches gilt für die Netzhöhe und
die Spielfläche im Einzel- oder Doppelspiel.
Badminton
12 m
3 m

image
image
20
3 Sicherheitstechnische Anforderungen
Badmintoneinrichtungen
– Anforderungen nach DIN EN 1509
(Auszug):
• Pfosten standsicher und mit geeigneten Befestigungsvorrich-
tungen für das Netz
• Ecken und Kanten gerundet (Radius mind. 3 mm)
• Spannvorrichtungen (falls vorhanden) dürfen sich nicht selb-
ständig lösen können
Spannvorrichtungen/Befestigungen dürfen nicht zum Spielfeld
gerichtet sein und dürfen keine Gefahr für die Spieler darstellen
Nutzung nach Gebrauchsanleitung des Herstellers
4 Sichtprüfung vor der Benutzung
• Boden
splitterfrei, trittsicher
hindernisfreie Räume
um das Spiel-/Übungsfeld gewährleistet
Badmintoneinrichtungen
– abgerundete Kanten
– Sicherung gegen unbeabsichtigtes Lösen des Stahldrahtsei-
les bzw. der Kette/Spannvorrichtung, Spannseile i. O.
– fester Sitz der Pfostens in den Bodenhülsen
• Schläger
– feste Verbindung zwischen Schaft und Kopf
– Griffband fest und intakt am Schlägergriff
– Besaitung intakt
5 Literaturangaben
Deutscher Badminton-Verband, Referat Schulsport. (2013).
Badminton in der Schule – Eine Informationsmappe für
Lehrerinnen und Lehrer
Gielen, D., & Rehmann, O. (2014). 30 x 90 Minuten –
Sport: Fertige Stundenbilder für Highlights zwischendurch.
Klasse 7–10. Verlag an der Ruhr; Auflage: 1.
Norbert Weyers, M. M. (2014). Rückschlagspiele: Badminton –
Tennis – Tischtennis. Handreichung für Schulen der Primarstufe
und Sekundarstufe (Edition Schulsport). Meyer & Meyer Sport;
Auflage: 1.
Offizielle Website des Deutschen Badminton-Verbandes e.V.
(DBV):
http:/
/www.badminton.de
Sportiv – Kopiervorlagen: Badminton. (2001).
Leipzig: Ernst Klett Schulbuchverlag Leipzig GmbH.
Badminton

image
21
Basketball gehört zu den häufig durchgeführten und beliebten
Sportspielen. Leider steht es auch in der Unfallstatistik sehr
weit oben. Technische Fehler und Körperkontakt, aber auch
unzureichende Aufwärmung oder konditionelle und koordinative
Mängel sind die wesentlichen Unfallursachen.
1 Methodisch-organisatorische Gestaltung
1.1 Materiell-technische Voraussetzungen
K l e i d u n g
Wichtig sind
feste Sportschuhe
mit rutschfester Sohle, die dem
Fuß genügend Halt geben.
In wettkampfnahen Spielformen ist das Tragen von verschie-
denfarbigen Spielhemden der Gegenspieler notwendig, um
Missverständnisse auszuschließen.
M a t e r i a l
• Es sind feste oder mobile
Basketballanlagen
möglich, wobei
mobile Basketballanlagen fixiert und durch den Lehrer kon-
trolliert werden müssen.
Übungskörbe
, die direkt an der Wand befestigt sind und den
Freiraum von 1,20 m zur Wand nicht erreichen, nur für Übungs-
würfe (beidbeiniger Nahwurf – Power Move –; nicht für die
Ausbildung des Korblegers) verwenden. Wettkampfformen auf
Übungskörbe sind nicht gestattet.
Bälle:
Faustregel – vom leichten zum schweren Ball; in der
5. und 6. Klasse ist der Miniball (Größe 3 und 5) laut Wett-
kampfbestimmungen zu spielen (wichtig, um Fingerver-
letzungen zu vermeiden).
S p o r t f l ä c h e
Die Übungsfläche muss frei von Sportgeräten und nicht be-
nutzten Bällen sein. Tore, die unter den Korbanlagen stehen,
müssen entfernt werden.
B a s k e t b a l l
S t r e e t b a l l
Grundsätzlich sollte Streetball auf einem 10 x 10 m großen Feld
oder einem regulären Halbfeld gespielt werden.
1.2 Methodische Hinweise
E r w ä r m u n g
Die übungs- und spielvorbereitende Erwärmung sollte neben
Laufspielen und Lauf-ABC mit und ohne Ball auch Übungen für
Rumpf, Schulter und Handbereich enthalten.
L e r n p r o z e s s
Voraussetzungen schaffen durch
• systematische Konditions- und Koordinationsschulung
• Erlernen grundlegender Fertigkeiten, Stopp- und Landetech-
niken (über den Ballen)
• Ballannahme im Stand und Lauf, das Zuspiel situationsgerecht
ausführen (der Passgeber ist für das Fangen des Balles verant-
wortlich) vom 2:0 zum 3:0 ohne und mit Korb
• Sich freilaufen, Zuspiele der Gegenmannschaft verhindern und
die Einstellung auf Mit- und Gegenspieler (peripheres Sehen)
sollten durch Übungsformen mit verschiedenen Bällen, aber
auch durch kleine Spiele (z. B. Turmbasketball, Kapitänsball),
vor dem Erlernen des Basketballspiels erfolgen. Das Spiel auf
einen Korb ist schon im Anfängerbereich sinnvoll (2 : 1, 2 : 2,
3 : 2, 3 : 3).
Um Basketball zu spielen, muss der Schüler mindestens über
folgendes Handlungsrepertoire verfügen: Werfen, Fangen,
Passen, Dribbeln, Befreien, Verteidigen, taktische Fähigkeiten
(Zusammenspiel).
Das Basketballspiel ist aufgrund seiner Foulregeln zwar
das fairste Spiel, es ist aber nur so fair, wie die Lehrer es
vermitteln, die Spielleiter es pfeifen und die Schüler es
spielen!
Basketball/
Streetball
Zulässige Maße
Zusätzlicher hindernisfreier
Mindestfreiraum
Abstand
(Abstand zwischen Spielbrett
und nächstem Hindernis,
Länge
[m]
Breite
[m]
Längsseite
[m]
Stirnseite
[m]
wie Stütze oder Wand)
[m]
26–28
14–15
2
a)
2
a)
1,20
a)
Bei 15 x 27 m großen Hallen 0,5 m ausreichend
Quelle: DIN 18032-1:2014-11, Tabelle A.1

image
image
22
2 Regelhinweise
Die Spielregeln sind an das technisch-taktische Spielvermögen
der Schüler anzupassen. Einmal vereinbarte R egeln müssen
jedoch konsequent durchgesetzt werden.
Das Unterlaufen des Angreifers beim Korbwurf ist unbedingt zu
unterbinden. Jegliches Hängen am Ring (einschl. Netz), wie auch
der gesamten K orbanlage, ist grundsätzlich zu verbieten.
Die Spieleranzahl richtet sich nach äußeren Bedingungen,
insbesondere
der
Spielfeldgröße,
nicht nach der Klassenstärke.
Pausierende Schüler müssen sich außerhalb des Spielfeldes
aufhalten; Sitzbänke sind seitlich der Mittellinie und außerhalb
der hindernisfreien Abstände zu platzieren.
3 Sicherheitstechnische Anforderungen
Basketballgeräte
(Basketballkorbanlage)
– Anforderungen nach DIN 7899 (Auszug):
• Aufbau, Handhabung, Einstellung und Wartung nur nach
Gebrauchsanleitung des Herstellers
• alle Ecken und Kanten im Freiraum bis in 2,90 m Höhe ge-
rundet (Radius mind. 3 mm), abgeschrägt oder gepolstert
• Spielbrettkanten abgeschrägt oder gepolstert
• Befestigungsplatte darf nicht über die Unterkante des Spiel-
bretts herausragen
• keine Fangstellen für Finger im Bereich der Netzbefestigung,
Lücken max.
8 mm breit
4 Sichtprüfung vor der Benutzung
• Boden
splitterfrei, trittsicher
hindernisfreie Räume
um das Spiel-/Übungsfeld gewährleistet
Basketballgeräte:
– unbeschädigte Netzhaken
– keine sichtbare Lockerung der Wandbefestigung
– Schwenkbare Basketballbretter müssen in Spielstellung fest
arretiert sein.
5 Literaturangaben
Krüssmann, P., & Clauss, S. (1997). Sportiv Basketball –
Kopiervorlagen. Klett.
Neumann, H. (2012). Richtig Basketball: Technik, Taktik,
Training. BLV Buchverlag; Auflage: 6.
Offizielle Webseite des Deutschen Basketball Bunds (DBB):
http:/
/www.basketball-bund.de
Schaake, B., & Rech, J. Be like Dirk - Stundenbilder unte:
http:/
/www.nbbl-basketball.de (steht als PDF frei zum Download)
Braun, R. & Goriss, A. (2014) Doppelstunde Basketball:
Unterrichtseinheiten und Stundenbeispiele für Schule und
Verein (Doppelstunde Sport). Hofmann; Auflage: 4.
Basketball/
Streetball

image
image
Für den Schulsport ist Streetball (3 x 3 Basketball) eine beliebte
Alternative bzw. Ergänzung zu Basketball. Unfallursachen sind
insbesondere technische Fehler und K örperkontakt, aber auch
unzureichende Aufwärmung oder konditionelle und koordinative
Mängel sowie technische Mängel an der Sportanlage.
1 Methodisch-organisatorische Gestaltung
1.1 Materiell-technische Voraussetzungen
K l e i d u n g
Wichtig sind
feste Sportschuhe,
die die Rutschgefahr minimie-
ren und dem Fuß genügend Halt geben.
In wettkampfnahen Spielformen ist das Tragen von verschieden-
farbigen Spielhemden der Gegenspieler notwendig, um Miss-
verständnisse auszuschließen.
M a t
e r i a l
• Es sind feste oder mobile
Basketballanlagen
möglich, wobei
mobile Basketballanlagen fixiert und durch den Lehrer kontrol-
liert werden müssen.
Streetballanlagen
sind für die Halle nicht
geeignet.
• Der
Abstand Brett – Korbsäule
sollte möglichst groß sein (Maß
für Wettkampfbetrieb 1,65 m, für Schulsport mind. 1,20 m).
Übungskörbe,
die direkt an der Wand befestigt sind und den
Sicherheitsabstand von 1,20 m nicht erreichen, nur für Übungs-
würfe (beidbeiniger Nahwurf – Power Move); nicht für die Aus-
bildung des Korblegers und Wettkampfformen verwenden.
Bälle:
Faustregel: vom leichten zum schweren Ball; in der
5. und 6. Klasse ist der Miniball (Größe 3 und 5) laut Wett-
kampfbestimmungen zu spielen (wichtig, um Fingerver-
letzungen zu vermeiden).
S p o r t f l ä c h e
Grundsätzlich sollte Streetball auf einem 10 x 10 m großen Feld
oder einem regulären Halbfeld gespielt werden.
Die empfohlenen Maße enthält nebenstehende Abbildung.Die
Zwei-Punkte-Linie (identisch mit der Drei-Punkte-Linie beim
Basketball) wird aus einem Halbkreis mit 6,75 m Radius vom
Ko rbmittelpunkt gebildet. Die Freiwurflinie sollte 4,60 m vom
Brett entfernt sein.
Wichtig ist der Abstand zu möglichen Hindernissen bzw. in
Sporthallen
der hindernisfreie Abstand
zu den Wänden. Er sollte
mindestens 1 m
allseits betragen. Dieser Abstand hat Vorrang
vor der Spielfeldgröße. Geringfügige Abweichungen sind mög-
lich, wenn die Regeln den räumlichen Bedingungen angepasst
und mögliche Aufprallflächen abgepolstert werden.
Die Übungsfläche muss frei von Sportgeräten und nicht
benutzten Bällen sein. Tore und andere Geräte, die unter den
Korbanlagen stehen, müssen entfernt werden.
1.2 Methodische Hinweise
E r w ä r m u n g
Laufspiele und Lauf-ABC mit und ohne Ball
L e r n p r o z e s s
Voraussetzungen schaffen durch
• systematische Konditions- und Koordinationsschulung,
• Erlernen grundlegender Fertigkeiten, Stopp- und Landetechni-
ken (über den Fußballen),
• Ballannahme im Stand und Lauf, das Zuspiel situationsgerecht
ausführen (der Passgeber ist für das Fangen des Balles verant-
wortlich) von 2 : 0 zum 3 : 0 ohne und mit Korb,
• Sich freilaufen, Zuspiele der Gegenmannschaft verhindern
und die Einstellung auf Mit- und Gegenspieler (peripheres
Sehen) sollten durch Übungsformen mit verschiedenen Bällen
erfolgen.
2 Regelhinweise
Die wichtigste Spielregel heißt „Fair Play“. Deshalb gibt es beim
Streetball keine Schiedsrichter. Gespielt wird 3 gegen 3.
Das Unterlaufen des Angreifers beim Korbwurf ist unbedingt zu
unterbinden. Jegliches Hängen am Ring (einschl. Netz), wie auch
an der gesamten Korbanlage ist grundsätzlich zu verbieten.
23
Basketball
/Streetball

image
image
3 Sicherheitstechnische Anforderungen
Basketballgeräte
(Basketballkorbanlage) – Anforderungen nach
DIN 7899 (Auszug):
• Aufbau, Handhabung, Einstellung und Wartung nur nach Ge-
brauchsanleitung des Herstellers
• die Korbsäule muss standsicher und verdrehsicher sein
• alle Ecken und Kanten bis in 2,90 m Höhe gerundet (Radius
mind. 3 mm), abgeschrägt oder gepolstert
• Spielbrettkanten abgeschrägt oder gepolstert
• Befestigungsplatte darf nicht über die Unterkante des Spiel-
bretts herausragen
• keine Fangstellen für Finger im Bereich der Netzbefestigung,
Lücken max. 8 mm breit
4 Sichtprüfung vor der Benutzung
• Boden
splitterfrei, trittsicher
• hindernisfreie Räume
um das Spiel-/Übungsfeld gewährleistet
• Basketballgeräte:
– ggf. Abpolsterung der Spielsäule
– unbeschädigte Netzhaken
– keine sichtbare Lockerung der Wandbefestigung
– Schwenkbare Basketballbretter müssen in Spielstellung fest
arretiert sein.
5 Literaturangaben
DBB. (2013). Studenbilder 3x3 Basketball
(frei zum Download unter:
http:/
/www.basketball-bund.de/
wp-content/uploads/3x3-Stundenbilder-2013_web.pdf)
Krüssmann, P., & Clauss, S. (1997).
Sportiv Basketball – Kopiervorlagen.
Neumann, H. (2012). Richtig Basketball: Technik, Taktik,
Training. BLV Buchverlag; Auflage: 6.
offizielle Webseite des Deutschen Basketball Bunds (DBB):
http:/
/www.basketball-bund.de
Schaake, B., & Rech, J.Be like Dirk – Stundenbilder
(frei zum Download unter:
http:/
/www.nbbl-basketball.de
24
Basketball
/Streetball

image
25
Beim Beachvolleyball sind die Festlegungen für Volleyball sinn-
gemäß zu beachten. Darüber hinaus sind gute Witterungsbedin-
gungen Voraussetzung für Beachvolleyball im Freien (besonders
Regen und niedrige Temperaturen unter 12 °C sollten gemieden
werden). Um die Felder muss genügend Freiraum vorhanden
sein und die Sandfläche ist nicht hart und scharfkantig von der
Umgebungsfläche abzutrennen.
1 Methodisch-organisatorische Gestaltung
1.1 Materiell-technische Voraussetzungen
K l e i d u n g
Kurze Sportkleidung ist zu empfehlen. Bei Hautproblemen an
den Füßen bzw. Verletzungen in diesem Bereich sind Beach-
socks zu empfehlen.
Bei starker Sonneneinstrahlung und damit verbundenen hohen
Temperaturen (30
°C und mehr) ist eine Kopfbedeckung und
Sonnenbrille zu empfehlen.
M a t e r i a l
Für je 2 Spieler sollte mind. ein Ball zur Verfügung stehen. Größe,
Gewicht und Innendruck sind für den Wettspielbetrieb im Regel-
werk fixiert. Der Ball ist wesentlich weicher als ein Hallenvolley-
ball. Für Netze dürfen keine defekten Stahlspannseile verwendet
werden, bei Netzen für den Beachvolleyball sind die Netzkanten
farbig abgesetzt. Netzpfosten sind mind. 1 m von der Seitenlinie
entfernt. Spannseile bei transportablen Anlagen sollten beson-
ders sichtbar gemacht werden.
S p o r t f l ä c h e
Nutzungsart
Spielfeld
zusätzlicher hindernisfreier
Abstand
Längsseiten
Stirnseiten
Training im An- 4,5 x 12 m
mind. 2 m
mind. 2 m
fängerbereich
Schulwett-
8 x 16 m
3 m
3 m
kampf
Internationaler 8 x 16 m
5 m
5 m
Wettkampf
1.2 Methodische Hinweise
E r w ä r m u n g
Neben der allgemeinen Erwärmung zielt die spezielle Erwärmung
vor allem auf die unfallgefährdeten Körperpartien wie Fuß- und
Kniegelenke, Finger, Hände und Schultern. Dazu dienen speziel-
le Gymnastik, kleine Spiele und volleyballtechnische Übungen.
Diese Übungen sollten ausschließlich im Sand absolviert wer-
den, um sich schneller an den neuen Untergrund zu gewöhnen.
L e r n p r o z e s s
Anfänger
Erleichterung durch „leichte“ Bälle (Soft-, Strand-, Minivolley-
bälle) und
• Spielfeldverkleinerung schaffen
Fortgeschrittene
• Kleinfeldspiele auf verkleinertem Spielfeld, Feldgrößen variie-
ren (Feldgrößen mit Markierungsbändern/Leinen statt Netze
verwenden)
• Wettkampfform 2 : 2 bei unterschiedlichen Feldgrößen bis zum
Normalfeld variieren
Sind Temperaturen dauerhaft höher, ist die Übungs- bzw. Spiel-
zeit zu reduzieren, Sätze zu kürzen oder davon ganz Abstand zu
nehmen. Auf Hautschutz (Sonnenbrandgefahr) ist zu achten.
2 Regelhinweise
Im Wettkampfsport gilt das offizielle Regelwerk des Deutschen
Volleyballverbandes.
Im
Sportunterricht
empfiehlt es sich, das Re
gelwerk
didaktisch
zu modifizieren, um
• den Entwicklungsstand der Spieler zu berücksichtigen,
• spezielle Lernziele zu erreichen,
• Verletzungen vorzubeugen,
• das Spiel zeitlich zu begrenzen.
• Besondere Regelungen für Abwehr und Annahme von Bällen
sind zulässig.
• Blockberührung gilt als erste von drei möglichen Handlungen
(Unterschied zum konventionellen Volleyball).
Beach-Volleyball

image
26
3 Sicherheitstechnische Anforderungen
Volleyballeinrichtungen
– Anforderungen nach DIN 33957, DIN
EN 15312 (Auszug) sowie nach den Planungsempfehlungen der
Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schulämter
• nur Sand gleicher Körnung (0,063 bis 2,0 mm) ohne Steine,
Muscheln, Scherben u. a. scharfkantige Bestandteile
verwenden
• Höhe der Sandaufschüttung i. M. 40 cm (≥ 45 cm unterm Netz,
≥ 35 cm im Randbereich)
• Ein Spielfeld auf nassem verdichteten Sand ist wegen Knie-
verletzungsgefahr nicht geeignet. Zur Vermeidung von Verlet-
zungen muss der obere Teil der Sandaufschüttung bis mind.
30 cm Tiefe feinkörnig und trocken sein.
• Pfosten müssen ausreichend stabil und vorzugsweise in Alu-
minium ausgeführt sein.
• Fundamente und Verankerungen müssen sich unter der Sand-
schicht befinden und dürfen keine Gefahr (z. B. Stolperstelle)
darstellen.
• Der Sand darf sich nicht mit dem Erdreich verbinden. Dies
kann durch eine Drainage erreicht werden.
• Die Bodenhülsen (aus witterungsbeständigem Stahl) müssen
an das Profil der Gerätepfosten angepasst sein (Bodenhülsen
sollen die Spielfläche ca. 20 cm überragen und gut erkennbar
sein [Warnfarbe]). Bodenhülsen müssen abdeckbar und gegen
Korrosion geschützt sein.
• Die Pfosten, müssen glatt, abgerundet und bis 1 m Höhe mit
nachgiebigem Material umhüllt sein.
• Äußere Öffnungen an Netzbefestigungen müssen ≤ 8 mm oder
≥ 25 mm sein.
• Überstehende Bolzengewinde müssen dauerhaft abgedeckt
sein, weniger als 8 mm überstehende Teile müssen gerundet
und gratfrei sein.
• Zum Randabschluss verwendete Hölzer müssen an den mög-
lichen Berührungsstellen ausreichend gerundet oder gefasst
sein. Wird Kunststoffrasen für die Übergangszone verwendet,
so sind die der Befestigung dienenden Erdnägel nur verdeckt
zulässig. Werden R andsteine verwendet, müssen diese eine
obere Gummiabschlusskante besitzen.
Hinweise zur Pflege:
Während der Wintermonate oder einer längeren Spielpause ist
der Sand am besten mit einer luftdurchlässigen Abdeckung, die
den Eintrag von Laub verhindert, zu schützen. Es empfiehlt sich,
alle portablen Bestandteile der Anlage in den Wintermonaten
einzulagern (z. B. Pfosten) sowie die Bodenhülsen (z. B. mit
einer Folie) abzudecken.
4 Sichtprüfung vor der Benutzung
• Sand mind. 40 cm hoch aufgeschüttet und frei von Verunreini-
gungen und aufgelockert
• hindernisfreie Abstände frei von Gegenständen aller Art
• Pfosten standsicher und bis mind. 1 m Höhe mit nachgiebigem
Material umhüllt
• Randabschlüsse nicht scharfkantig
5 Literaturangaben
Bachmann, E., & Bachmann, M. (2013). 1005 Spiel- und Übungs-
formen im Volleyball und Beachvolleyball. Hofmann; Auflage: 12.
Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp). (2009). Planung
und Bau von Beach-Sportanlagen (5. überarbeitete Auflage,
frei zum Dounload):
http:/
/www.bisp.de
Tobias, F., Dr. Czimek, J., & Ahmann, J. Beachvolley meets school
(kostenfreie Bestellung beim Deutschen Volleyball-Verband):
http:/
/www.volleyball-verband.de
siehe auch: Literaturangaben Kapitel „Volleyball“
Beach-Volleyball

27
Eislaufen ist für viele Schulen nur eine Saisonsportart. Aufgrund
der harmonischen Bewegung ist Eislaufen äußerst gelenk-
schonend. Verletzungen treten meist durch Stürze oder durch
Zusammenstöße auf. Vorwiegend betroffen sind Hand- und
Kniegelenk, Kopf, Ellenbogen
und Schlüsselbein.
Kältebedingte
Muskelverletzungen sind bei mangelndem Aufwärmen möglich.
1 Methodisch-organisatorische Gestaltung
1.1 Materiell-technische Voraussetzungen
K l e i d u n g
Um ein Überhitzen bzw. Auskühlen des Körpers zu vermeiden,
ist warme aber luftdurchlässige Kleidung notwendig. Ein gut
sitzender Helm und Handschuhe sind Pflicht. In besonderen
Fällen (z. B. ängstliche Schüler) kann ein zusätzlicher Schutz
durch Knie- und Ellenbogenschützer empfohlen werden.
M a t e r i a l
Für ungeübte Schüler sind Eishockey- oder Eiskunstlaufstiefel
empfehlenswert. Fortgeschrittene können auch mit Schnelllauf-
oder Short-Track-Schlittschuhen laufen. Entscheidend ist, dass
der Fuß einen guten stabilen Halt findet und die Schlittschuhe
gut geschliffene Kufen aufweisen.
S p o r t f l ä c h e
Nutzungsart
Fläche
Lernprozess,
mindestens Eishockeyfeld – ca. 30 x 60 m
komplexe
Anwendung
Eisschnelllauf: 333-m- bzw. 400-m-Bahn
1.2 Methodische Hinweise
E r w ä r m u n g
• kleine Aufwärmgymnastik auf dem „Trockenen"
• individuelles Einlaufen
• nach dem Erlernen grundlegender Fertigkeiten, Fange- und
Haschespiele (Paarhasche, Kettenhasche, Henne und Habicht,
Doktorhasche)
L e r n p r o z e s s
• Gewöhnung an die Schlittschuhe durch Gehen, Stapfen,
Schleichen und Hüpfen mit kleinen Bewegungsübungen
außerhalb der Eisfläche (Gummiboden)
• richtiges Hinfallen und Aufstehen üben
• erste Bewegungserfahrungen auf dem Eis im Stand
(Ein- und Ausdrehen der Füße, Twisten, Nachstellschritte
seitwärts usw.)
• Übungen in der Bewegung (erste kleine Schlittschuhschritte,
Gleitphase mit parallelen Füßen)
• Übungsformen zum Vorwärtslaufen (Verbesserung der
Gleichgewichtsfähigkeit und der Gewandtheit)
• Bremsen aus der Vorwärtsbewegung
• Bogenlaufen vorwärts (Canadierbogen und Übersetzen)
• Rückwärtsbewegung
• Bremsen aus dem Rückwärtslaufen
• Bogenlaufen rückwärts (Canadierbogen und Übersetzen)
2 Regelhinweise
Die Lehrkraft betritt als erstes das Eis und verlässt dieses zuletzt.
Die angegebene Laufrichtung ist einzuhalten.
• Anfänger dürfen sich nicht an Mitschülern festhalten.
• In der Eishalle Bandentür schließen.
• Mit den Kufen nicht über Steine oder Asphalt laufen!
Besondere Anforderungen an Qualifikation und Aufsicht
VwV Schulfahrten
VwV Schulsport
3 Sicherheitstechnische Anforderungen
• Bereich zu anderen Nutzern abgrenzen (z. B. durch Kegel)
• Mattenschutz in den Kurven auf Eisschnelllaufbahnen
(Empfehlung)
• für Tempoläufe in der Halle (Short Track) Mattenschutz
vor der Bande
• entsprechend der Schlittschuhart geschliffene Kufen
(Hohlschliff, Flachschliff)
• Natureisflächen müssen durch die zuständige Stelle, z. B.
Landratsamt, Gemeinde, für das Eislaufen freigegeben sein.
• Es muss jederzeit ein Notruf abgesetzt werden können.
• Beim Eishockey und ähnlichen Spielen auf dem Eis ist
„fair play“ oberstes Gebot. Bodychecks und gefährliche
Stockeinsätze sind verboten.
• Die Lehrkraft muss eine Erste-Hilfe-Ausrüstung (z. B. die
Sanitätstasche nach DIN 13160) mitführen. Diese sollte folgen-
des Material enthalten:Notfalldecke (Metallfolie mit Silber-/
Goldbeschichtung, um eine Unterkühlung bzw. Überhitzung
des Körpers zu verhindern), Dreieckstuch, Fixierbinde, sterile
Verbandpäckchen mit Kompressen, Pflaster in unterschied-
lichen Größen und Schere oder scharfes Messer.
4 Sichtprüfung vor der Benutzung
• Eisfläche:
– splitterfrei, trittsicher
– geschlossene Bande bei Eishockeyfeld
– keine Beschädigung des Eises (Risse, Löcher),
Verunreinigung, Schneebedeckung
• Schlittschuhe:
– geschliffene Kufen
– geschlossene Schuhe/zugeschnürte Senkel
– sichere Befestigung des Schuhs an den Schlittschuhen
• Kopfschutz:
– fest verschlossener Helm
Eislaufsport

28
5 Literaturangaben
Pavlis, Z. (2003). Eishockey. Kinder training.
Meyer & Meyer Sport; Auflage: 1. Auflage.
Pavlis, Z. (2005). Eishockey. Aufbautraining für Kinder.
Meyer & Meyer Sport; Auflage: 1. Auflage.
Schafroth, J. (2006). 1007 Spiel- und Übungsformen
im Eislaufen und Eishockey. Hofmann; Auflage: 5.
Tyroler, G., & Kocher-Benzing, B. (2012). Eislaufschule:
Basics, Tipps und Tricks. pietsch; Auflage: 1.
Eislaufsport

Bereits während der Planung einer Fahrradtour als Schulveran­
staltung sind wichtige Sicherheitsaspekte in den Vordergrund
zu stellen. Besondere Gefährdungen ergeben sich hier insbe­
sondere aus der Benutzung öffentlicher Straßen.
1 Methodisch-organisatorische Gestaltung
1.1
Materiell-technische Voraussetzungen
K l e i d u n g
Funktionelle Sportkleidung dient neben dem Gesundheitsschutz
auch der Unfallverhütung.
• nicht zu weite Hosen (ggf. Fahrradhosen)
• geschlossene Oberbekleidung (ggf. Fahrradtrikot)
• festes Schuhwerk mir kurzen Schnürsenkeln bzw.
Klettverschluss
• Helm – festsitzend
M a t e r i a l
• verkehrssicheres Fahrrad nach Straßenverkehrs­
Zulassungs­Ordnung (StVZO)
• an die Körpergröße angepasstes Fahrrad (Sattelhöhe)
• aufgepumpte Reifen Luftpumpe, Werkzeug­Tool und Flickzeug
(ggf. Schloss) griffbereithalten
S p o r t f l ä c h e
Die Auswahl einer Route sollte sich möglichst auf verkehrsarme
Straßen (z. B. Forststraßen, Flurbereinigungsstraßen) oder
Radwege beschränken. In jedem Fall sind Nutzungsrechte
(z. B. Privatweg) zu beachten und Radwanderkarten für die
Planung hilfreich. Die Strecke sollte von der begleitenden Lehr­
kraft vor der Rad wanderung abgefahren und auf Gefahrenstellen
überprüft werden (z. B. kurvenreiche und unbefestigte Straßen
oder besonders steile oder lange Gefällstrecken u. Ä.).
1.2
Methodische Hinweise
L e r n p r o z e s s
Das technisch richtige Radfahren sollte im Voraus der Fahrrad­
tour auf einem vom örtlichen Straßenverkehr abgesperrten
Übungsgelände durchgeführt werden, z. B. Schulhof, Sport­
gelände, Wald oder Freizeitpark.
Voraussetzung ist, dass die Schüler ihr Fahrrad „kennen“
und beherrschen. Zu Beginn der Veranstaltung gehört eine
Unterweisung (durch den Lehrer) über das Verhalten im
Straßenverkehr dazu.
G r u n d t e c h n i k e n
Je nach Kenntnisstand der Schüler einhändig links/rechts, im
Stehen und/oder mit variablen Radien/Abstand/Geschwindig­
keit auszuführen:
• das „sichere Fahren“ (in verschiedenen Geländen)
• das Anfahren, Bremsen und Schalten
• Kurventechnik (Fliehkräfte erfahren)
• das Fahren in der Gruppe (hinter­/nebeneinander)
2 Regelhinweise
• Im Vorfeld der Veranstaltung erfolgt durch die Schulleitung die
Gefährdungsbeurteilung und Genehmigung.
• Zusätzlich muss eine schriftliche Einverständniserklärung der
Erziehungsberechtigten vorliegen.
• Bei Ausfahrten fahren mindestens beauftragte Begleitperso­
nen, z. B. Lehrkräfte, mit. Sie begrenzen die Gruppe vorn und
am Ende. Für die bessere Zuordnung innerhalb der Gruppe und
Sichtbarkeit tragen sie Sicherheitswesten.
• Mit der Begleitperson ist zu vereinbaren, was bei eventuellen
Zwischenfällen zu tun ist (z. B. ein Fahrrad ist defekt oder
Disziplinschwierigkeiten). Ein möglicher außerplanmäßiger
Rücktransport per Eisenbahn oder durch die Eltern ist in die
Überlegungen mit einzubeziehen.
• Rechtzeitig mit den Schülern den sachgerechten Gepäck­
transport besprechen (z. B. keine Plastiktüten am Lenker
oder lose Kleidungsstücke auf dem Gepäckträger). Pack­
taschen sind Rucksäcken vorzuziehen.
• Die Straßenverkehrsordnung ist zu beachten:
a. §2 Abs. 4 Zitat: „Radfahrer müssen einzeln hintereinander
fahren; nebeneinander dürfen sie nur fahren, wenn dadurch
der Verkehr nicht behindert wird. Eine Benutzungspflicht
der Radwege in der jeweiligen Fahrtrichtung besteht
nur, wenn Zeichen 237, 240 oder 241 [Zeichen: Radweg,
Gemeinsamer Fuß­ und Radweg oder Getrennter Fuß­ und
Radweg] angeordnet ist.“
b. §27 Abs.1 Zitat: „Mehr als 15 Radfahrer dürfen einen
geschlossenen Verband bilden. Dann dürfen sie zu zweit
nebeneinander auf der Fahrbahn fahren.“
• Kommandos (zum Halten, Wechseln, Hindernisse umfahren)
müssen allen bekannt sein, und deutlich angesagt/angezeigt
werden.
• Kreuzungsbereiche dürfen nur auf Anordnung der Begleit­
personen befahren werden.
• Bei längeren Ausfahrten ist auf ausreichend Getränke und
Verpflegung zu achten.
• Auf Hautschutz (Sonnenbrand) ist zu achten.
29
Fahrradtouren

30
3 Sicherheitstechnische Anforderungen
Beim Fahren im Straßenverkehr sind Kenntnisse über die StVO
sowie besondere Verhaltensweisen von Radfahrern wichtig.
• Zu Beginn ist immer ein Rad­Check (Verkehrssicherheit des
Fahrrads nach StVZO) durchzuführen.
• Ausführliche Information zur Streckenführung müssen
vorhanden sein (Verkehrswege, Gelände­ und
Kartenmaterial bzw. GPS­Gerät ist mitzuführen.).
• stark frequentierte Verkehrswege meiden
• Helmpflicht
• Erste­Hilfe­Material und Notruftelefon ist mitzuführen.
5 Literaturangaben
DGUV Information 202­047 (2008). Sicherheit und Gesundheit
in Schulen. Mit der Schule sicher unterwegs. Sicherheits­
empfehlungen für Unterrichtsgänge, Exkursionen, Wanderun­
gen, Klassenfahrten und Heimaufenthalte.
Fahrradtouren

Floorball ist eine im Schulsport sehr beliebte Sportart. In seiner
Grundidee ist es auf Körperlosigkeit und Fairness angelegt. Eine
konsequente Durchsetzung der Regeln durch den Lehrer mindert
das Verletzungsrisiko auf ein Minimum.
1 Methodisch-organisatorische Gestaltung
1.1 Materiell-technische Voraussetzungen
K l e i d u n g
Als Spielkleidung ist normale Sportkleidung ausreichend. Es
sollten feste Hallenturnschuhe mit rutschfester Sohle getragen
werden.
Da im Schulsport ohne Torwart gespielt wird, ist eine Schutzbe-
kleidung nicht erforderlich.
M a t e r i a l
Schläger:
Elastisch leichte
Kunststoffschläger
(es sollten ver-
schiedene Schlägergrößen zur Verfügung stehen):
Körpergröße unter 159 cm – kurze Schläger (60–92 cm)
Körpergröße 160–189 cm – mittlere Schläger (95 bis 96 cm)
Körpergröße 190 cm
und größer
– lange Schläger
(97 cm und größer)
Bälle:
Gelochter ca. 23 g leichter Kunststoffball
Tore:
Floorball-Tore in einer Größe von 160 x 115 cm (IFF zertifiziert)
Kleintore (für Mixed-Variante) 60 x 90 cm
Achtung: Keine instabilen Ständer, Fahnenstangen oder Geräte
als Tore verwenden.
S p i e l f e l d
Das Wettkampffeld ist 40 m lang und 20 m breit. Es ist von
einer 50 cm hohen Bande mit abgerundeten Kanten (Radius
mind. 10 mm) umgeben.
Floorball kann durch Anpassung der Spielerzahl auch auf
kleinen Flächen gespielt werden (ideales Verhältnis von
Länge : Breite = 2
: 1). Zu empfehlen ist die Markierung der
Torräume, Anspielpunkt, Bullypunkte. Bereits vorhandene Spiel-
feldmarkierungen sollten sinnvoller Weise genutzt werden.
Banden:
Original werden Kunststoffbanden mit gerundeten
Ecken eingesetzt. Im Schulsport genügt es, das Spielfeld mit
Langbänken abzugrenzen, um eventuelle Gefahren an den Hal-
lenwänden auszuschließen. Ebene Hallenwände mit Prallschutz
sind als Bande gut geeignet.
1.2 Methodische Hinweise
E r w ä r m u n g
Nach der allgemeinen Erwärmung ist es ratsam, die sportart-
spezifische Erwärmung unter Einbeziehung technischer Elemen-
te durchzuführen.
L e r n p r o z e s s
Die Reihenfolge Ballführen, Passen, Schlenzen, Lüpfen,
Schlagen und Torschuss hat sich bewährt. Damit wird der
Regelverstoß „Hoher Schläger“ weitgehend vermieden
und es können schon im Lernweg entsprechende Sicher-
heiten erzielt werden (Gegen diesen Verstoß muss der
Lehrer konsequent von Beginn an vorgehen.).
2 Regelhinweise
Grundsatz: Jede Aktion gilt nur dem Ball.
Nicht erlaubt sind:
• Ausholen und Nachschwingen des Schlägers über Kniehöhe,
• den Ball im Liegen oder Sitzen zu spielen oder abzuwehren,
• den Schläger zwischen die Beine des Gegenspielers zu halten,
• auf den Schläger des Ballführenden zu schlagen, dessen
Schläger festhalten, hochheben oder festklemmen,
• vom Boden abspringen, um den Ball zu stoppen oder zu
spielen,
• mit Körperchecks gegnerische Spieler zu attackieren,
• den Ball mit Hand oder Kopf zu spielen.
3 Sicherheitstechnische Anforderungen
Es ist handelsübliches Schläger- und Ballmaterial zu
verwenden.
Tore:
• Kantenradius mindestens 3 mm
• Tore müssen gegen Umkippen gesichert sein.
4 Sichtprüfung vor der Benutzung
• Boden
splitterfrei, trittsicher, keine umherliegenden Gegen-
stände (Bälle, Stöcke), Hilfsmittel u. a.
• Schläger/Bälle:
unbeschädigt
• Bande, Tore, Hilfsmittel
(Bänke, Kastenteile u. ä.) auf einwand-
freien Zustand überprüfen
31
Floorball

32
5 Literaturangaben
„Was is’n Unihockey“ – eine Handreichung für Schule und Verein;
Bauer, J.; Kappler, A.: Trainerhandbuch Unihockey;
Blanke, R.: Lehrvideo Unihockey für Schule und Verein;
„Vereinfachte Spielregeln für die Schule“
Hrsg.: Deutscher Unihockey Bund (DUB)
Bayerische Landesstelle für den Schulsport:
http:/
/laspo.de
Dombroth, W. (2014). Floorball und Hockeyvarianten: Unter-
richtseinheiten für die 5.-10. Klasse (Themenhefte Sport
Sekundarstufe). Auer Verlag in der AAP Lehrerfachverlage GmbH;
Auflage: 1.
Floorball Deutschland e.V.:
http:/
/www.floorball.de
Floorball

image
33
Das Fußballspiel stellt besonders hohe Anforderungen an die
Beinarbeit und belastet damit in diesem Bereich vor allem die
Muskulatur, die Bänder und Knoc hen. Mangelnde technische
und z. T. taktische Fähigkeiten führen oft zu unkontrollierten
Handlungen
und in dessen Folge
zu
erhöhtem
Verletzungsrisiko.
Körperkontakt beim Kopfballspiel und beim Zweikampf um den
Ball er fordern besondere Aufmerksamkeit und faire Handlungs-
weisen.
1 Methodisch-organisatorische Gestaltung
1.1 Materiell-technische Voraussetzungen
K l e i d u n g
Beim Fußball sind Hemd, Hose, Strümpfe und geeignetes Schuh-
werk (Standsicherheit, Schutz des Fußes) zu tragen. Beim Spiel
mit Fußballschuhen sind Schienbeinschützer unabdingbar (vgl.
Regel 4, DFB). Für alle Schulwettkämpfe gilt das unabhängig
vom Spieluntergrund.
M a t e r i a l
Spielbälle/Spielgeräte
im Anfängerbereich sollten leicht sein.
Tore
müssen fest im Boden verankert sein (gesichert gegen
Umkippen und Verschieben), starre Metallkonstruktionen
anstelle des Netzes sind im Schulsport ungeeignet.
S p o r t f l ä c h e
Zulässige Maße für
Zusätzlich hindernis-
Spielfeld in
Sporthalle
freier Abstand
Länge
[m]
Breite
[m]
Längsseite
[m]
Breitseite
[m]
30–50
15–25
0,5
2,0
Quelle: DIN 18032-1:2014-11, Tabelle A.1
Zulässige Maße für
Zusätzlich hindernis-
Spielfeld in
Kleinfeld-
freier Abstand
a
fußball
(Freianlage)
Länge
[m]
Breite
[m]
Längsseite
[m]
Breitseite
[m]
30–60
15–30
1,0
2,0
a
entfällt bei Abgrenzung durch Banden
Quelle: DIN 18035-1:2003-02, Tabelle A.2
zulässige Maße für
zusätzlich hindernis-
Spielfeld in
Großfeld-
freier Abstand
fußball
(Freianlage)
Länge
[m]
Breite
[m]
Längsseite
[m]
Breitseite
[m]
90–120
45–90
1,0
a
2,0
a
a)
Zu diesen Mindestmaßen empfiehlt die DIN 18035 eine
Schutzzone von 2 m an den Längsseiten bzw. 3 m an den
Stirnseiten.
Quelle: DIN 18035-1:2003-02, Tabelle A.2
Die Spielfläche muss spieltauglich, eben und frei von Be-
grenzungskanten, Steinen, Scherben usw. sein. Es ist auf
altersgerechte Mannschaftsstärken und Spielfeldgrößen
zu achten, damit viele Ballkontakte und Erfolgserlebnisse
geschaffen werden.
1.2 Methodische Hinweise
E r w ä r m u n g
Vielfältige Lauf- und Bewegungsübungen zu Beginn der Erwär-
mungsphase sollten mit gezielten und intensiven Stretching-
programmen (besonders im Bein- und Hüftbereich) gekoppelt
werden.
L e r n p r o z e s s
Der ausgewogene Trainings- und Übungsbetrieb beugt häufi-
gen muskulären Disbalancen (vor allem im Oberschenkel und
Beckenbereich) und Problemen im Becken- und Wirbelsäulen-
bereich vor. Zu Beginn sollten Lauf- und Spielformen ohne Ball
im Mittelpunkt stehen. Die Schulung technischer Fertigkeiten,
besonders auch das Torschusstraining, sollten sehr abwechs-
lungsreich und variabel gestaltet werden. Dies verhindert eine
frühzeitige Ermüdung und zu starke einseitige Belastung der
Muskulatur und des Bandapparates. Auch der Einsatz leichterer
bzw. dem Alter adäquater Spielgeräte hat nicht nur trainingsme-
thodische Vorteile, sondern mindert auch das Verletzungsrisiko.
Zusätzlich sollten Übungen zur Stabilisation des Bandapparates
der unteren Extremitäten in den Übungsprozess einfließen.
2 Regelhinweise
Die allgemeinen Fußballregeln (Groß- und Kleinf eld) sollten
unter Berücksichtigung der beabsichtigten Zielstellung und
sicherheitstechnischer Anforderungen den vorhandenen kon-
kreten Bedingungen (materiell, personell) angepasst werden.
Dabei werden eine zweckmäßige Sportbekleidung und vor allem
den Bodenverhältnissen angepasstes Schuhwerk getragen.
Oberstes Prinzip ist die Fairness. Es ist verboten den Gegner
zu treten, Bein zu stellen, an zuspringen, zu rempeln, zu schla-
gen, zu stoßen, zu halten, anzuspucken oder absichtlich den
Ball mit der Hand zu spielen.
Fußball

image
image
34
3 Sicherheitstechnische Anforderungen
Tore
– Anforderungen nach DIN 7900, DIN EN 748 (Auszug):
• standsicher, gegen Umkippen und Verschieben gesichert (gilt
auch für nichtbenutzte Tore und für Lagerung im Geräteraum)
z. B. Arretierung am Boden, Befestigung mit Seil oder Kette an
der Wand
• Ecken und Kanten im Berührungsbereich mit mind. Radius
3 mm gerundet
• keine offenen Netzhaken
• bei neuen Toren dauerhaftes Warnschild oder entsprechendes
Piktogramm am Tor :
Tor jederzeit gegen Umkippen sichern!
Netz und Torrahmen nicht beklettern!
4 Sichtprüfung vor der Benutzung
• Spielfläche
trittsicher (keine Fremdkörper, splitterfrei),
Flächenmarkierungen ohne Verletzungsrisiko
hindernisfreie Räume
um das Spiel-/Übungsfeld gewährleistet
Bälle
in spieltauglichem Zustand (Nähte nicht gerissen,
ausreichender Luftdruck)
• Tore:
– Netz locker aufgehängt, damit der Ball nicht unmittelbar zu-
rückprallen kann (Befestigung an Pfosten und Querlatte)
– Befestigungen und Aufhängevorrichtungen max. 25 mm
vorstehend
feste Verbindungen des Gestells mit Pfosten und Querlatte
Tore gegen Umkippen gesichert
– keine Verstopfung der vorhandenen Gewindelöcher im
Boden durch Fußbodenpflegemittel, Schmutz o.ä.
– keine scharfen Kanten, keine splitternden oder angebroche-
nen Torrahmen
5 Literaturangaben
Breihofer, P. (2010). Doppelstunde Fußball: Unterrichtseinheiten
und Stundenbeispiele für Schule und Verein (Doppelstunde
Sport). Hofmann; Auflage: 2.
Dornbusch, R. (2014). Sportarten: Fußball kompetenzorientiert:
Kompakte Unterrichsreihen Klasse 5-10. Cornelsen Scriptor.
offizielle Seite vom Deutschen Fußball-Bund (DFB).
http:/
/www.dfb.de
Thissen, G. (1996). Fußball: Kopiervorlagen für den Fußball-
unterricht (Klett Sportiv). Klett .
Unfallkasse Nordrhein-Westfalen. (kein Datum). Prävention
in NRW | 23.Fußball in der Schule. Download frei unter:
http:/
/www.fachseminar-sport.com/Dokumente/
Handreichungen/Fu%C3%9Fball%20in%20der%20Schule.pdf
Fußball

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Turnen fördert die konditionellen und koordinativen Fähigkeiten
im besonderen Maße. Wer turnt, lernt sich in ungewöhnlichen
Körperlagen zu orientieren, um die Standsicherheit wiederzu-
erlangen. Turnen hilft auch, die möglichen Folgen eines Sturzes
durch reaktionsschnelle
Gegenbewegungen zu
verhindern
bzw.
den Aufprall durch geschicktes Abrollen zu vermindern.
Die vielfältigen Bewegungs- und Erlebnismöglichkeiten im
Turnen sind von einem sicheren Ordnungsrahmen abhängig. Un-
fallgefahren ergeben sich vor allem aus der Auseinandersetzung
mit den Geräten, durch Bewegungen in verschiedene Richtun-
gen und Ebenen und unterschiedliche Krafteinsätze.
1 Methodisch-organisatorische Gestaltung
1.1 Materiell-technische Voraussetzungen
K l e i d u n g
Es ist
enganliegende Kleidung
(Hemd in der Hose) zu tragen. Die
Turnschuhe
sollten rutschfest sein, klobige Sportschuhe sind
ungeeignet. Auch Hilfeleistung bzw. Sicherheitsstellung darf nur
in sportgerechter Kleidung erfolgen.
M a t e r i a l
• nur geprüfte
Geräte
verwenden (mind. jährliche Sachkundi-
genprüfung, Sichtprüfung vor Benutzung)
• sachgerechter Aufbau, sorgfältige Absicherung mit geeigneten
Matten
etc., Stolperstellen vermeiden
• übersichtliche Anordnung und Zugänglichkeit im Geräteraum
gewährleisten
• Geräteauf- und -abbau, Wegräumen und endgültige Lagerung
sind Teile des Unterrichts und müssen eingeplant werden.
Deshalb Zeitdruck dafür vermeiden!
• Die nicht bestimmungsgemäße (alternative) Nutzung von
Sportgeräten bedarf einer gründlichen Vorbereitung (Unfall-
quellen, Gerätesicherheit)
S p o r t f l ä c h e
Beim Aufbau der Geräte ist auf einen ausreichenden Sicher-
heitsabstand der einzelnen Geräte untereinander und zur Wand
zu achten (bei Geräteabgängen und Stützsprüngen sollte der
Abstand von
4 m
nicht unterschritten werden).
Anlauf- und Rückwege sind der Aufgabenstellung entsprechend
festzulegen und dürfen sich nicht kreuzen. Eine deutliche Kenn-
zeichnung der Aufstellungsräume, Ablaufpunkte, aber auch der
Warteräume (z. B. mit Bänken) ist notwendig.
Gerätturnen
Bewegungsraum und Sicherheitsbereiche für Turngeräte nach Empfehlung des Deutschen Turnbundes
(nach DIN 18032 T1):
Gerät
Hindernisfreier Bereich
a)
Sicherheitsabstand
b)
Länge x Breite x Höhe in
[m]
seitlich
vorwärts
rückwärts
untereinander
Barren
6 x 9,5 x 4,5
2
e)
4
e)
3
e)
4,5
Klettertaue
1,5
4,5
4,5
1
Spannreck /
12 x 6 x 5,5
1,5
6
6
Spannstufenbarren
(7 beim Reck
g
)
Sprossenwände aufgestellt
4
e/f)
4
e/f)
2
Sprunggeräte
9 (im Auslauf) x 2 x 5,5 m
Schaukelringe
4
18 x 4 x 5,5
1,5
e)
10,5
e)
7,5
e)
1,5
e)
Schwebebalken
12 x 6 x 4,5
a)
für den Leistungssport (einschließlich der Sicherheitsabstände)
b)
für den Schul- und Breitensport (zwischen Geräten und Wänden oder anderen Geräten)
c)
Anlauflänge 25 m, Gerätelänge 2 m, Auslauflänge 9 m
d)
Abstand der Seilachsen 0,5 m
e)
gemessen jeweils ab Achse Gerätepfosten oder -höhe, Holmende bzw. Seilachse
f)
Re duzierung auf 2 m zu Trennvorhängen möglich
g)
für internationale Wettkämpfe 7,5 m Höhe
Der Sportlehrer trägt die Verantwortung für den ordnungsgemäßen Auf-/Abbau aller eingesetzten Geräte (Kontrollfunktion: Sicht-
und Funktionsprüfung), auch wenn Schüler Auf-/Abbau sowie die Einstellung der Gerätehöhen durchgeführt haben.

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2 Helfen und Sichern
Helfen und Sichern zur Unfallverhütung, als Lernhilfe, zum
Angstabbau und zur Gewährleistung des Bewegungserfolges
Allgemeine Hinweise und Grundsätze für Helfer
• genaueste Kenntnis der Übungstechnik
• Kennen der Gefahrenpunkte
• gründliche Einweisung der Schüler in die Technik des Helfens
sowie deren wiederholtes Üben (Gefährdungsbeurteilung)
• aktives und überlegtes Eingreifen in den Bewegungsablauf,
d. h. rechtzeitig zugreifen und die Bewegung lange genug
bewegungsführend begleiten
• während des Helfens und Sicherns immer den Übenden
beobachten (nicht ablenken lassen)
• keine Gefährdung oder Behinderung des Übenden
• tragen zweckmäßiger Kleidung (auch geeigneter Schuhe)
• niemals Gelenke des Übenden anfassen
• sportschwachen und ängstlichen Schülern sollte der
Lehrer durch seine persönliche Hilfe den Bewegungserfolg
ermöglichen und durch fachgerechte Hilfe Angst abbauen
• Souveränität und Sicherheit ausstrahlen
• Helfer müssen über ausreichende Körpergröße und Kraft
verfügen
Arten der Hilfe
direkte Hilfe
• Hilfe durch Trainer (Lehrer) und Partner (Mitschüler)
Arten der direkten Hilfe
• Stützhilfe
• Stabilisierungshilfe (Gleichgewichtshilfe)
• Zughilfe
• Schubhilfe
• Drehhilfe
• Allgemeine Hinweise und Grundsätze für Helfer
indirekte Hilfe
• Gerätehilfen (Matten, Bretter etc.)
• optische Hilfen – Orientierungshilfen (Markierungen,
Reifen, Linien)
• akustische Hilfen (rhythmische Signale, Zurufe)
• psychologische Hilfen (Ermunterung, Lob)
Helfergriffe und ausgewählte Einsatzmöglichkeiten
Alle grundlegenden Helfergriffe lassen sich vom Klammergriff
ableiten.
ganzer Klammergriff
(Bild 1)
halber Klammergriff
(Bild 2)
Beide Hände umfassen
Eine Hand umfasst den
möglichst parallel den
Körperteil, dabei bilden die
Körperteil, dabei bilden
übrigen Finger und der
die Daumen einen
Daumen vom Ansatz her
Zusammenschluss.
eine Umklammerung.
1
2
36
L e r n p r o z e s s
Erarbeitung von Sachkompetenz
Entwicklung von Selbstkompetenz
Förderung der Sozialkompetenz
– Erwerb turnerischer Fertigkeiten und
Fähigkeiten
– sachgerechter Umgang mit Geräten
– Beachtung organisatorischer Rahmen-
bedingungen
– richtiges Helfen und Sichern
Um die
Voraussetzungen für das Turnen
zu schaffen, ist eine gezielte, längerfristige, konditionelle und koordinative Vorbereitung
erforderlich.
36
Gerätturnen
1.2 Methodische Hinweise
E r w ä r m u n g
Die Erwärmung sollte dem Belastungsschwerpunkt das Haupt-
teils Rechnung tragen. Leistungsmindernde Erwärmung der
Muskeln ist zu vermeiden (nur leichte Kr aftübungen einsetzen);
die Anforderungen sind den Leistungsvoraussetzungen anzu-
passen.
Hinweise:
• Aufwärmen erst nach dem Geräteaufbau,
• Warmlaufen und Erwärmung großer Muskelgruppen,
• Dehnübungen von erwärmter Muskulatur,
• erhöhte Koordinationsanforderungen als Überleitung zum
Hauptteil,
• bei längeren Pausen ist Zwischenaufwärmen erforderlich,
• keine Wettkampfformen in der Aufwärmphase verwenden.
– Angst artikulieren, Angst überwinden
– Verhindern der Selbstüberschätzung
(Verzicht bestimmter Übungen)
– Abwägen des Risikos
– angemessene Übungsauswahl
– Nutzung eines differenzierten Angebots
– mit dem Partner & in der Gruppe lernen
– Angst der anderen akzeptieren
– Rücksicht nehmen
– anderen helfen
– Verantwortung für andere übernehmen
– etwas gemeinsam ausprobieren

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halber Klammergriff vorwärts oder rückwärts bei auszuführen-
den Rotationsbewegungen (Hand des Helfers wird entgegen der
Drehrichtung des Übenden vor dem Ansetzen auf dem entspre-
chenden Körperteil eingedreht) (Bilder 3, 4)
Einsatzmöglichkeiten Stützgriff
• Stützen, Heben, Korrigieren der Körperposition
• Aufknien (Kasten/Bock)
• Aufhocken und Durchhocken aus Stütz am Gerät bzw. nach
Absprung (K asten/Bock/Schwebebalken/Stufenbarren)
• Sprunghocke/Sprungbücke/Sprunggrätsche
Klammergriff als Stützgriff
Allgemeine Hinweise für Helfer bei Anwendung
des Klammergriffes als Stützgriff
• nahe am Stützpunkt stehen
• inneres Bein vorn, nach dem Zufassen der Hände geht Helfer
mit innerem Bein zurück
• mit Oberkörper und Armen dem Übenden entgegen bewegen
• gegebenenfalls Schultersperre
• Unterstützung durch Zughilfe
• Unterstützung durch akustische Signale
Klammergriff als Stabilisierungshilfe
(Gleichgewichtshilfe)
• Halten des Kö rperschwerpunktes über der Stützebene
• geben zunächst Zughilfe, dann Gleichgewichtshilfe
• Helfer stehen (steht) unmittelbar neben dem Handstütz
Klammergriff als Zughilfe
• Helferstellung beachten!
• Fehler vermeiden!
• Gefahr der Überlastung des Lendenwirbels des Helfers!
• Nie in die Gelenke des Übenden greifen!
Klammergriff als Rotationshilfe
• Helferstellung beachten!
• Knien oder hocken zur Entlastung der Lendenwirbelsäule!
37
Gerätturnen
3
4
Klammergriff als Stabilisierungshilfe (Gleichgewichtshilfe)
Klammergriff als Rotationshilfe

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Helfergriffe lernen und üben
• Bewegungen begleiten –
Mitbewegen mit Klammergriff
am Oberarm
• Üben des Zugreifens –
Entgegenbewegen
• Schubhilfe bei Sprüngen –
Einsetzen der Bein- und
Rum pfmuskulatur
38
Gerätturnen
3 Sicherheitstechnische Anforderungen/
4 Sichtprüfung vor der Benutzung
Matten – Grundanforderungen
geltende Normen:
DIN EN 12503-1
Anforderungen:
• Der Überzug muss den Kern ohne Faltenbildung umschließen.
• Kern: z. B. Verbundschaum, der den Anforderungen o. g. DIN
entspricht (Härte und Dämpfung)
• Überzug: Benutzerfläche ohne Naht, Material z. B. Polyamid
(PA) oder Polyester (PE), mit PVC oder PUR beschichtet; für
Bodenfläche auch andere Werkstoffe zulässig
• Kennzeichnung: Hersteller und Herstellungsjahr,
DIN-, Prüf- oder Überwachungskennzeichen sowie Boden-
und Benutzerfläche
Sichtprüfung vor Benutzung:
einwandfreier Kern (nicht zusammengebrochen/durch-
getreten)
guter Sitz der Mattenhülle um den Kern
Mattenunterseite gegenüber dem Hallenboden gleithemmend
Überzug in einwandfreiem Zustand (Nähte, Risse, Brüche ...)
Grundanforderungen an den Einsatz von Matten:
• Je größer die Sprung-/Fallhöhe, desto besser müssen die
Dämpfungseigenschaften der Matten sein.
• Bis zu einer Sprung- bzw. Fallhöhe von 60 cm genügt eine
Gerätturnmatte. Bei mehr als 60 cm Sprunghöhe sollten
Mattenlagen mit besseren Dämpfungseigenschaften benutzt
werden.
Matten immer bündig legen, ungleiche Mattenstöße vermeiden.
Gerätturnmatten so legen, dass der Übende in der Mattenmit-
te landet. Dies gilt besonders dann, wenn die Gerätturnmatten
zur Auflage auf Weichbodenmatten benutzt werden. Matten-
korrektur nach dem Üben beachten.
• Punktuelles Einsinken in Weichbodenmatten wird verhindert,
wenn darauf Bodenturnläufer gelegt werden.
• Wenn doppelt gelegte Gerätturnmatten benutzt werden, sollte
bei Abgängen und Landungen aus größeren Höhen in jedem
Fall ein Läufer die Matten insgesamt bedecken (Informationen
zur Kombination von Matten siehe: DGUV Information 202-035,
S. 7).

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Barren/Stufenbarren
geltende Normen:
DIN 7901, DIN EN 914, 915
Anforderungen (Auszug):
• standsicher (Prüfung nach o. g. Normen)
• Oberflächen nicht scharfkantig und ohne vorstehende Teile,
die zu Verletzungen führen können
• Schrauben gegen selbsttätiges Lösen gesichert
• Verstellvorrichtung (doppelt) gesichert; das Einrasten muss in
Stufen von 50 mm möglich sein
• Bedienhebel der Barrenverschlüsse müssen in der Flucht der
Holmengasse liegen und dürfen keine Scher- und Quetschstel-
len aufweisen; beim Seitenverstellen darf sich die Verstellvor-
richtung nicht selbsttätig lösen.
Sichtprüfung vor Benutzung:
• Bewegliche Teile frei von Korrosion
• Holmoberflächen frei von Beschädigungen
zusätzlich bei Spanngeräten:
• Stahldrahtseile in unbelastetem Zustand frei von Knic kstellen
• einwandfreie Seilendverbindungen
• funktionsfähige Spannschlösser
Matten:
s. Grundanforderungen
• Niedersprungmatte im Abgangsbereich (ggf. Gerätturnmatten
doppelt legen); einfach oder doppelt gelegte Gerätturnmatten
im Fall- bzw. Aufgangsbereich
• Matten müssen einen fließenden Übergang haben (ggf. Läufer
darüberziehen).
39
Gerätturnen
Turnmatte
Höhe:
6–8 cm
Länge:
2 m
Breite:
1–1,5 m
Sicherung des
Abangs- und Sturzbereiches
Turnmatten sollten für
Höhen bis etwa 60 cm
eingesetzt werden. Für den
Primarstufenbereich sind
Turnmatten mit einer gerin-
geren Schaumstoffdichte
aufgrund ihrer Weichheit
für Landehöhen bis 1,00 m
geeignet. Ab den Jahrgangs-
stufen 9 und 10 sollten
diese leichten Turnmatten
nicht mehr als Landeflächen
eingesetzt werden.
Bodenturnmatte
Höhe:
3,5 cm
Länge:
6 oder 12 m
Breite:
2 m
Sicherung des
Bewegungsbereiches
im Bodenturnen
Abdeckung für Matten-
zwischenräume
Niedersprungmatte
Höhe:
12 cm (abweichend
von der Norm
gibt es auch
Matten mit
20 cm Stärke)
Länge: 2–3 m
Breite: 1,5–2 m
Niedersprungmatten sollten
bis zu einer Höhe von 1,20 m
als Landefläche gewählt
werden, dabei wird eine
Mattendicke von 15 cm vor-
ausgesetzt. Für 20 cm dicke
Matten wird eine Höhe bis
zu 1,40 m empfohlen. Bei
der Sprunghöhe von 60 cm
entstehen bei Landungen
auf Niedersprungmatten be-
reits geringere Belastungen
als auf Turnmatten.
Weichbodenmatte
Höhe:
30 cm
Länge:
3 m
Breite:
2 m
Sicherung von flächigen
Landungen. Achtung:
Durch die große Einsinktiefe
(„Schraubstockeffekt“) be-
steht bei einer punktuellen
Landung Verletzungsgefahr
(z. B. Fußlandung).

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Reck/Spannreck
geltende Normen:
DIN 7903, DIN EN 12197
Anforderungen (Auszug):
• standsicher (Prüfung nach o. g. Normen)
• Oberflächen nicht scharfkantig und ohne vorstehende Teile,
die zu Verletzungen führen können
• Gewindeschrauben gegen selbsttätiges Lösen gesichert
• Die Befestigung der Säule in der Bodenhülse und die Vorrich-
tung zur Höhenverstellung der Reckstange müssen so konstru-
iert sein, dass sie sich während der Benutzung des Recks nicht
lösen können.
Steckreck:
• Griffe gesichert (umgelegt, eingeschoben)
• Säulen und Reckstange fest
• Reckstange rostfrei
Spannreck:
• ordnungsgemäße Verspannung des gebrauchsfertigen Gerätes
• funktionsfähige Spannschlösser
• Stahldrahtseil im unbelasteten Zustand frei von Knic kstellen
• einwandfreie Seilendverbindungen
• Reckstange rostfrei
Sprunggeräte
Pferd, Bock, Sprungtisch
geltende Normen:
DIN EN 12196, DIN 33959
Anforderungen (Auszug):
• Standsicherheit und Festigkeit nach o. g. Normen
• Oberfläche der Beine lackiert/geschützt
• Hufe aus Stahl oder Grauguss mit Gleitschutz
• keine scharfen Ecken, Kanten, rauen Oberflächen
• Polsterung festliegend
• Untergestell muss sich Bodenunebenheiten anpassen lassen
• Verschlüsse der Verstelleinrichtungen der Beine innenliegend;
durch die Formgebung muss ein Abgleiten von Körperteilen
ermöglicht und Verletzungen vermieden werden.
• Vorrichtung zum Anziehen des Bolzens darf nicht aus dem
Pferdekörper vorstehen.
• Transportrollen dürfen in Gebrauchsstellung der Geräte den
Boden nicht berühren.
• Turnpferd mit mind. 2 Transportrollen
Sichtprüfung vor Benutzung:
• Polsterung darf sich bei Benutzung nicht verschieben
• Bein mit sicherem Klemmverschluss (Ausgleich von Boden-
unebenheiten)
• unbeschädigter Gleitschutz
• Transportrollen vor und nach der Benutzung immer in Ruhe-
stellung bringen.
Sprungkasten
geltende Normen:
DIN 7908, DIN EN 916
Anforderungen (Auszug):
• Standsicherheit und Festigkeit nach o. g. Normen
• Bedienteile der Transporteinrichtung dürfen nicht vorstehen
• max. 5 Kastenteile übereinander verwenden
Sichtprüfung vor Benutzung:
• keine scharfen Kanten und hervorstehende Teile an den Ober-
flächen, kein Grat
• unbeschädigter Gleitschutz
• fester Sitz der Kastenteile aufeinander
Matten:
s. Grundanforderungen:
• Niedersprungmatten (ggf. Gerätturnmatten doppelt legen)
• Bei Sprüngen über Pferd/Kasten muss der Landebereich mit
hintereinandergelegten Niedersprungmatten gesichert sein
(mit Klettverschlüssen verbunden).
40
Gerätturnen
Ideallösung
Behelfslösung

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Sprungbrett
Anforderungen
• Absprungfläche des Kopfbrettes rutschhemmend
• Auflagebrett mit Gleitschutz
• federnde Eigenschaften nach o. g. Normen
Sichtprüfung vor Benutzung:
• unbeschädigte, rutschhemmende Absprungfläche
• unbeschädigter Gleitschutz des Auflagebrettes
• fester Sitz der Verschraubungen, intakte Federung
Turnbank
geltende Normen:
DIN 7909
Anforderungen(Auszug):
• Kippsicherheit und Bruchfestigkeit nach o. g. Norm
• Holzteile lasiert, Lauffläche eben und geschliffen, Kanten
gerundet
• überstehende Bolzengewinde abgedeckt, Muttern und Schrau-
benköpfe, die mehr als 8 mm herausragen und nicht durch
benachbarte Flächen abgeschirmt sind, mind. mit Radius 3
mm gerundet
Sichtprüfung vor Benutzung:
• unbeschädigter Gleitschutz
• Verbindung von Füßen und Mittelstück mit der Turnbankplatte
nicht gelockert
• feste Schraubverbindungen
• Oberflächen splitterfrei
• Standsicherheit gewährleistet
Sprossenwand, Gitterleiter
geltende Normen:
DIN 7910, DIN 7911 T 1, DIN EN 12346
Anforderungen (Auszug):
• Sprossen form- und kraftschlüssig mit den Wangen
verbunden (z. B. verzapft oder verschraubt)
• Kanten gebrochen oder mit mind. 3 mm Radius gerundet,
Sprossen und Wangen lasiert
• keine losen Verbindungsstücke, Risse, Brüche oder
dauerhafte Verformungen
• Festigkeit nach o. g. Normen
Sichtprüfung vor Benutzung Sprossenwand:
• sichere Verbindung mit der Wand
• sichere Verbindung der Sprossenwände auch in
ausgeschwenkter Stellung an der Außenwange
• keine angerissenen, zerbrochenen oder gesplitterten
Holzteile
Anforderungen (Auszug) zusätzlich für Gitterleiter:
• Freiraum zwischen Gitterleiter und Wand mind. 1 m und
frei von Hindernissen
• Rollvorgang aus Arretierstellung leichtgängig
• Gitterleiter darf in Gebrauchs- und Ruhestellung nicht aus
der Arretierung springen (z. B. Verriegelung oder Arretierung
der Laufrolle).
• Im Ruhe- und Gebrauchszustand muss die Gitterleiter
am Boden verriegelt sein; Durchmesser der Verriegelung
mind. 12 mm; Verriegelung 3-fach, bei Vorhandensein
einer Bodenschwelle 2-fach.
• Verriegelung darf sich bei Gebrauch nicht unbeabsichtigt
lösen.
41
Gerätturnen

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Sichtprüfung vor Benutzung Gitterleiter:
• fester Sitz der Sprossen in den Holmen
• Funktionsfähigkeit der Bodenriegel
• intakte Arretierung für die Gitterleiter sowohl in
Gebrauchs- als auch in Ruhestellung
• Haltekonstruktion mit Wand fest verbunden
• keine angerissenen, zerbrochenen oder gesplitterten
Holzteile
Matten:
s. Grundanforderungen
Klettertaue
geltende Normen:
DIN 7911 T 2
Anforderungen (Auszug):
• unteres Klett ertauende gegen Aufdrehen gesichert
• in 5,50 m Höhe rote Farbmarkierung
• Festigkeit nach o. g. Norm
• Abstand der Klettertaue untereinander mind. 1 m
• Abstand von Mitte Laufkatze zur Wand bzw. zu eingebauten
Geräten muss in Richtung der Laufschiene mind. 1,50 m und
vertikal zur Laufschiene nach beiden Seiten mind. 4,50 m
betragen.
• Laufkatzen in Gebrauchstellung fixierbar; unbeabsichtigtes
Lösen der Verbindung zwischen den Laufkatzen muss
verhindert sein.
• Klettertauaufhängung mit Sicherung gegen unbeabsichtigtes
Aushängen des Klettertaues
• Klett ertaue dürfen nicht geknotet werden (Zusatzschild
anbringen).
• Bei Nichtbenutzung Taue aus dem Verkehrsbereich
entfernen (z. B. Arretierung über 2 m Höhe).
Sichtprüfung vor Benutzung:
• Taue und Ledermanschetten unbeschädigt
➀ ➁
• keine Knoten in den Klettertauen
• keine mehligen Klettertaue benutzen; Kontrolle durch
Aufdrehen der Taue gegen den Drall
Matten:
s. Grundanforderungen
Kletterstangen
geltende Normen:
DIN 7911 T 3
Anforderungen (Auszug):
• Aufhängung der Klett erstangen formschlüssig am Querträger
• Freiraum zwischen Kletterstangen und Wand mind. 1 m und
frei von Hindernissen
• Festigkeit nach o. g. Norm
• zugängliche Kanten mit mind. Radius 3 mm gerundet oder
gefasst
• Befestigung der Verrieglung gegen unbeabsichtigtes Lösen
gesichert; Durchmesser der Verriegelung mind. 12 mm
Sichtprüfung vor Benutzung:
• fester Sitz der Kletterstangen
• Bodenschwelle: nicht angerissen, gesplittert
• intakte Arretierung, sowohl in Gebrauchs- als auch in Ruhe-
stellung
• Oberfläche der Kletterstangen grat- und rostfrei
Matten:
s. Grundanforderungen
Hinweis:
Beim Herunterrutschen bis zum Bodenkontakt festhalten
(Methodik Lehrer)!
42
Gerätturnen

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Schwebebalken
geltende Normen:
DIN 7906, DIN EN 12432
Anforderungen (Auszug):
• Ummantelung fest mit Balken verbunden
• Lauffläche eben
• Gestell korrosionsgeschützt
• keine vorstehenden Teile am Gestell
• Höhenverstellung von 700 bis 1200 mm stufenlos oder in
Stufen von max. 50 mm
• Verbindung des Balkens mit dem Gestell so, dass Standsicher-
heit
auch
auf
unebenem
Boden gewährleistet
ist.
• Standsicherheit, Durchbiegung nach o. g. Normen
• Standfüße des Untergestells dürfen nicht über das Ende des
Schwebebalkens hinausragen; das Untergestell darf max.
60 mm über dem Fußboden sein (DIN EN 12432).
Sichtprüfung vor Benutzung:
• Höhenverstellung so beschaffen, dass sich die eingestellte
Höhe während der Benutzung nicht verändern kann.
• Gerät standsicher
• unbeschädigter Gleitschutz
• intakte Polsterung
• Lauffläche eben
• bei Holzbalken rutschfeste Schuhe tragen
• keine vorstehenden Schraubenköpfe
Matten:
s. Grundanforderungen
Minitrampolin
geltende Normen:
DIN EN 13219
Anforderungen (Auszug):
• Sprungtuch aus Polyamid oder gleichfestem Werkstoff
• Bei Sprungtüchern darf der Abstand zwischen zwei Gurten
max. 16 mm betragen.
• Abdeckung und Sprungtuch verschiedenfarbig
• Abdeckung sicher am Rahmen befestigt; sie darf sich nicht
abheben und muss so beschaffen sein, dass ein Durchtreten
durch die Verspannung vermieden wird
• Gestell mit Gleitschutz, der auf dem Fußboden keine bleiben-
den Spuren hinterlässt
• Das Gerät darf nicht kippen.
• Verstellvorrichtung so konstruieren, dass sie während der
Benutzung des Trampolins nicht nachgibt und sich nicht
selbsttätig löst.
• keine scharfen Ecken und Kanten
• bei Auf- und Abbau auf Scher- und Quetschstellen achten
Die Aufstellung des Minitrampolins sollte von den Hallen-
wänden
oder anderen Geräten einen Mindestabstand von
4 m in alle Bewegungsrichtungen haben (DIN 18032 Teil 1
Anhang A Tabelle A1).
Sichtprüfung vor Benutzung:
unbeschädigter Gleitschutz des Gestells
• vollständige Abdeckung von Rahmen und Verspannung bis
zum Sprungtuch
• unaufklappbare Verbindung der Abdeckung mit dem
Rahmen
• Verschiedenfarbigkeit von Abdeckung und Sprungtuch
• Zustand der Gummi- oder Federzüge
• Ke nnzeichnung der Einsprungstelle auf dem Sprungtuch
durch eine Markierung
Matten:
s. Grundanforderungen
Hinweis:
Die Aufstellung und der Einsatz eines Trampolins
(ab 2 x 3 m) kann nur mit SMK-Zertifikat,
einer entsprechenden
Ausbilung im Studium oder Qualifizierung durch den Fachverband
erfolgen.
43
Gerätturnen

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44
5 Literaturangaben
Informationen Sicherheit im Schulsport „Turnen“
(DGUV Information 202-088)
Informationen Sicherheit im Schulsport „Springen mit
dem Minitrampolin“ (DGUV Information 202-033)
Informationen Sicherheit im Schulsport „Ric htiger Einsatz
von Matten im Sportunterricht“ (DGUV Information 202-035)
Informationen Sicherheit im Schulsport „Alternative Nutzung
von Sportgeräten“ (DGUV Information 202-0)
Tendel, K. „Lehr- und Übungswege für das Gerätturnen“,
Pohl-Verlag 1987
Hofmann, A., & Zeuner, S. (2000). Sportiv Gerätturnen:
Schulmethodik Gerätturnen (Klett Sportiv). Klett.
Ro swita Härtig, G. B. (2011). Gerätturnen – Trainingsmethodik.
Meyer & Meyer Sport; Auflage: 2.
Sven Lange, K. B. (2012). Doppelstunde Turnen: Unterrichts-
einheiten und Stundenbeispiele für Schule und Verein
(Doppelstunde Sport). Hofmann; Auflage: 3.
Unfallkasse Nordrhein-Westfalen. (kein Datum). Prävention
in NRW | 11. Niedersprünge – Landungen – Matten. Informatio-
nen zum sicheren Landen im Schulsport. Download frei unter:
https:/
/www.unfallkasse-nrw.de/fileadmin/server/download/
praevention_in_nrw/praevention_NR W__11b.pdf.
Gerätturnen

45
Diese Sportart beinhaltet vielfältige Genre: Rhythmische Sport-
gymnastik, Gymnastik mit Alternativgeräten sowie unterschied-
lichste Tanzrichtungen. Gerade durch Integration moderner
Tanzelemente in den Unterricht sind Schüler gut für die Sportart
zu
motivieren.
Es werden konditionelle und koordinative
Fähig-
keiten mit Berücksichtigung ästhetischer Prinzipien ausgebildet.
Zu beachten sind immer die unterschiedlichen Voraussetzungen
der Schüler, um einen effektiven, unfallfreien und freudbetonten
Unterricht zu gestalten.
1 Methodisch-organisatorische Gestaltung
1.1 Materiell-technische Voraussetzungen
K l e i d u n g
• Bei der Rhythmischen Sportgymnastik sollten enganliegende
Kleidung sowie Hallenturnschuhe, Ballettschuhe oder Jazz-
tanzschuhe getragen werden oder barfuß geübt werden.
• Festere Sportschuhe oder spezielle Turnschuhe für die
entsprechende Tanzrichtung sind bei Alternativgeräten (z. B.
Ro pe-Skipping) und bei Tänzen (z. B. Cheerleding, Aerobic,
Rock’n Roll) wichtig.
• Die Standardtänze und Lateintänze können in leichteren Hal-
lenturnschuhen erlernt werden, denn nur ab einem gewissen
Ausbildungsstand können Absatzschuhe getragen werden.
M a t e r i a l
• Handgeräte Rhythmische Sportgymnastik:
Seil:
keine zu leichten Seile wählen, jedes Seilende mit Knoten
versehen; richtige Länge: steht die Schülerin mit beiden Füßen
auf der Seilmitte, reichen die Knoten bis unter die Achseln
Reifen:
Durchmesser an der Größe der Schülerinnen orientie-
ren; Material Holz oder Kunststoff
Ball:
Durchmesser an der Handgröße
der
Schüler orientieren
Keulen:
Länge an der Armlänge der Schüler orientieren (max.
Mitte Handfläche bis Ellbogengelenk); Material Holz oder
Ku nststoff
Band:
handelsübliche Bandstäbe mit Verbindungswirbeln
wählen; Bandlänge für Anfänger 4–5 m (Wettkampflänge
international 6 m), leichten Stoff für das Band wählen
• Alternative Materialien sind auch unter sicherheitstechnischen
Aspekten auszuwählen.
• Step-Aerobic setzt Stepbretter voraus, Turnbänke beanspru-
chen die Gelenke übermäßig.
• Die Lautstärke der Musik sollte den Übungsbedingungen
angemessen sein.
S p o r t f l ä c h e
Üblich ist die Nutzung von Turn- oder Gymnastikflächen. Es kann
auch auf herkömmlichen flächen- oder mischelastischen Sportbö-
den geübt werden (Verbindungen mit Schritten, Hüpfern, Ständen,
Drehungen und Sprüngen); Akrobatische Elemente und längere
Bodenübungen sollten auf Matten/Läufern ausgeführt werden.
Die Wettkampffläche in der Rhythmischen Sportgymnastik für
Einzel- und Gruppenübungen beträgt 13 x 13 m. Die Wettkampf-
fläche der verschiedenen Tanzrichtungen für Einzeltänzer, Paare
oder Formationen beträgt max. 15 x 15 m. Die Fläche im Schul-
sport kann entsprechend den örtlichen Bedingungen und der
Übungsauswahl variiert werden.
Beim Üben in Blockaufstellung ist hinreichender Sicherheits-
abstand (differenziert nach Übungsauswahl und Gerät) zwischen
den Schülern einzuhalten. Die Bewegungsamplituden von
Körper und Gerät sind zu berücksichtigen. Bei Übungen in der
Fortbewegung sind die R aumwege vorher abzustimmen.
1.2 Methodische Hinweise
E r w ä r m u n g
zu Beginn allgemeine und sportartspezifische Schritt-, Lauf-
und Sprungübungen einsetzen
• umfangreiches Re pertoire an Dehnungsübungen der erwärm-
ten Muskulatur integrieren
• mit sportartspezifischen Elementen als Überleitung zum
Hauptteil die Aufwärmphase beenden
• Erwärmung durch Einsatz von unterschiedlichen Klangkörpern
(z. B. Sprache, Schlaginstrumente, Kassetten/CD) unterstützen
L e r n p r o z e s s
Die Auswahl aus dem breiten Spektrum der Gymnastik und des
Tanzes sollte nach den Bedingungen vor Ort, den Interessen der
Schüler und den Kenntnissen des Lehrers erfolgen.
Es ist anzustreben, dass von Klasse 5 bis 10 mindestens zwei
verschiedene Handgeräte aus der Rhythmischen Sportgymnas-
tik und aus dem Genre der Tänze mindestens zwei verschiedene
Tänze vermittelt werden.
Im Umgang mit Alternativgeräten sollten die Schwerpunkte auf
das Sammeln von Bewegungserfahrungen und auf die Förderung
der Kreativität gelegt werden.
In der Gymnastik ohne Handgerät werden die wesentlichen Kör-
pertechniken aus der Rhythmischen Sportgymnastik erarbeitet.
Danach können Pflichtübungen, Übungen bestehend aus
Pflichtteil und Kürteil oder Kürübungen erarbeitet werden.
Bei allen Tänzen sind erst die Grundschritte zu vermitteln, bevor
die Pflichtfolgen erarbeitet werden. Danach können sich die
Schüler auch eigene Kompositionen zusammenstellen.
Gymnastik/Tanz

46
2 Regelhinweise
• Einzelübungen, Partnerübungen oder Gruppenübungen sind
methodisch-didaktisch im Vorfeld zu planen (z. B. Aufstellung
im R aum, Bewegungsrichtung, Einsatz von Handgeräten und
Alternativgeräten).
• Bei der Gymnastik und bei allen Tänzen ist auf den nötigen
Sicherheitsabstand zu achten.
• Bewegungsebenen müssen von allen eingehalten werden.
• Möglichkeiten zum selbständigen Orientieren im Raum geben.
• Jeder Übungsbeginn muss durch den Einsatz von Klangkörpern
erfolgen (z. B. Klatschen, Anzählen).
• Der Einsatz von Musik oder anderen Klangkörpern muss stets
harmonisch in das Übungsgeschehen eingreifen und die
Bewegung motivieren.
• Die methodischen Reihen sollten für alle Genre beachtet
werden (z. B. Aerobic: warm up, Hauptteil, cool down).
• Für alle Genre gilt, dass einseitige Belastungen vermieden
werden können, wenn ein ausgewogenes Verhältnis von
unterschiedlichen Belastungsformen und Erholungsphasen
geplant wird.
3 Sicherheitstechnische Anforderungen
Reifen müssen ein griffiges Profil haben, splitterfrei und bruch-
sicher sein (Auszug: DIN 7912).
4 Sichtprüfung vor der Benutzung
• Geräte/Materialien ohne sichtbare Mängel (Schiefer, Brüche,
scharfe Kanten etc.)
• Matten/Läufer in einwandfreiem Zustand, eben
• Ku nststoffreifen müssen gerade gelagert werden
• keine geklebten Geräte verwenden
Defekte Geräte sind der Nutzung zu entziehen.
5 Literaturangaben
Landessportbund NRW. (2007). Edition Schulsport: 5. Gestalten,
Tanzen, Darstellen in Schule und Verein. Meyer & Meyer Sport;
Auflage: 1.
Petra Beck, S. M. (2010). Gymnastik Basics: Technik – Training –
Methodik. Meyer & Meyer Sport; Auflage: 3.
Gymnastik/Tanz

image
47
Der moderne Hallenhandball hat sich zu einer der schnellsten
Mannschaftssportarten entwickelt. Physische Höchstleistun-
gen sowie psychische und technische Perfektion werden von
ihr gleichermaßen gefordert. Beim Handball ereignen sich die
meisten Unfälle beim
Zuspiel
(Fingerverletzungen) sowie beim
Laufen. Neben der Ausbildung der Grundfertigkeiten kommt der
Einhaltung des Regelwerks und der Einheit von Fairness und
Härteverträglichkeit große Bedeutung zu.
1 Methodisch-organisatorische Gestaltung
1.1 Materiell-technische Voraussetzungen
K l e i d u n g
Als Spielkleidung ist
normale Sportkleidung
ausreichend. Es
sollten
feste Hallensportschuhe
mit rutschfester Sohle getragen
werden.
M a t e r i a l
Auch beim Üben sind
Bälle
zu verwenden, die in ihren Ab-
messungen der jeweiligen Altersklasse und dem Geschlecht
entsprechen. Kleinere Handbälle werden von den Übenden zwar
gern genutzt, verzerren aber den erreichten Ausprägungsgrad
der Technik und können Mitspieler gefährden. Für spezielle
Übungsaufgaben (Techniktraining, Wurfkraftschulung) ist diffe-
renziertes Ballmaterial recht hilfreich:
Softbälle
für die Vorbereitung des Torhüters
Tennisbälle
zur Entwicklung der Reaktionsschnelligkeit
1-kg-Medizinbälle
zur Verbesserung der Wurfkraft
Als
Tore
sind Ballspieltore 3 x 2 m zu verwenden, die gegen
Umkippen gesichert sind.
S p o r t f l ä c h e
Zulässige Maße
Zusätzlich hindernis-
freier Abstand
Länge
[m]
Breite
[m]
Längsseite
[m]
Breitseite
[m]
40
a)
20
a)
1
b/c)
2
c)
a)
Abweichungen nach Absprache mit den Landesverbänden
sind möglich.
b)
Ein zusätzlicher Platzbedarf für den Zeitnehmertisch und
Auswechselbänke kann gegebenenfalls im Sportgeräteraum
abgedeckt werden. Die Vorgaben richten sich nach den
Sportfachverbänden.
c)
Bei bestehenden Hallen kleiner als 22 x 44 m muss der
hindernisfreie Abstand mindestens 0,5 m an den Längs-
seiten und mindestens 1 m an den Stirnseiten betragen.
Quelle: DIN 18032-1:2014-11, Tabelle A.1
Zulässige Maße für
Zusätzlich hindernis-
Kleinfeldhandball
freier Abstand
auf Freianlage
Länge
[m]
Breite
[m]
Längsseite
[m]
Breitseite
[m]
38–44
18–22
1,0
2,0
Quelle: DIN 18035-1:2003-02, Tabelle A.2
Für grundlegende Übungsaufgaben ist durchaus auch eine
Übungsstätte mit nur einem Tor und einem Wurf- bzw. Freiwurf-
kreis möglich.
1.2 Methodische Hinweise
E r w ä r m u n g
Der Erwärmung kommt im Lern-, Übungs- und Trainingsprozess
eine entscheidende Bedeutung zu und sie ist variantenreich
durchzuführen. Die allgemeine Erwärmung sollte mit Lauf-ABC,
Gymnastik und Stretching vor allem die Sprung-, Rumpf- und
Wurfmuskulatur vorbereiten. Besondere Aufmerksamkeit gilt
auch der Hand- und Fingermuskulatur.
In die spezielle Erwärmung sind kleine Spiele und spezielle
vorbereitende Übungen für Wurfvariationen und die Torwart-
einstellung einzuschließen.
L e r n p r o z e s s
Anfänger
(Empfehlungen zur Vervollkommnung der Grundfertigkeiten)
• Die Grundfertigkeiten Werfen, Fangen und (Frei-)Laufen sind
in hoher Qualität auszuprägen. Dabei ist auf variantenreiche
Übungen von Laufwegen und Abspielrichtungen sowie ver-
schiedenartige Ballgröße und Ballgewichte zu achten.
• Abwechslungsreiche Aufstellungsformen fördern die Aufmerk-
samkeit und das Spielverständnis.
• Kleine Spiele wie Ablöseball, Jägerball, Zweifelderball, Turm-
ball, Treibball und Brennball schulen das Werfen und Fangen.
• Parteiball, Mattenball, Brettball und Linienball entwickeln das
Freilaufen und Decken.
Fortgeschrittene
(Varianten zur Schulung der Angriffs- und Abwehrhandlungen)
• Anpassung des Regelwerkes durch Zeitbegrenzung, Aufgaben-
wechsel nach Torerfolg oder Fehlwurf
• Zwei Mannschaften spielen auf ein Tor (mit speziellen
technisch-taktischen Aufgaben).
• Gleichzeitiges Spielen von drei Mannschaften auf zwei Tore.
Handball

image
image
48
2 Regelhinweise
Im Wettkampfsport gilt das offizielle Regelwerk des Deutschen
Handballbundes.
Regelhinweise aus lernmethodischer Sicht:
Modifizierung der Regeln entsprechend den Lernzielstellungen.
Anfänger sind nicht mit einschneidenden Begrenzungen zu
überfordern.
• Erste einzuführende Regeln sind Schrittregeln, Verbot des
Doppeldribblings, Einhaltung der Spielfeldbegrenzung,
größtmögliche Fairness im Kampf um den Ball.
• Schrittweises Vervollkommnen der Spielregeln bis zu den
gültigen Wettkampfregeln.
Regelhinweise aus unfallprophylaktischer Sicht:
• Bei Sprungwürfen ist das Schwungbein auszuwinkeln.
• Umklammern des Gegners und Zu-Boden-Reißen ist verboten.
• Der Ball darf beim Torwurf nicht auf Deckungsspieler geworfen
werden.
3 Sicherheitstechnische Anforderungen
Tore
– Anforderungen nach DIN EN 749 (Auszug):
• standsicher, gegen Umkippen und Verschieben gesichert (gilt
auch für nichtbenutzte Tore und für Tore im Geräteraum), z. B.
Arretierung am Boden, Befestigung mit Seil oder Kette an der
Wand
• Ecken und Kanten im Berührungsbereich mit mind. Radius
3 mm gerundet
• Kanten des Torrahmens Radius 4±1 mm
• keine offenen Netzhaken
• bei neuen Toren dauerhaftes Warnschild oder entsprechendes
Piktogramm am Tor:
Tor jederzeit gegen Umkippen sichern!
Netz und Torrahmen nicht beklettern!
4 Sichtprüfung vor der Benutzung
Spielfläche trittsicher (keine Fremdkörper, splitterfrei),
hindernisfreie Räume, um das Spiel-/Übungsfeld
gewährleistet
Bälle in spieltauglichem Zustand (Nähte nicht gerissen,
ausreichender Luftdruck)
Tore:
Netz locker aufgehängt, damit der Ball nicht zurückprallen
kann.
Befestigungen und Aufhängevorrichtungen max. 25 mm
vorstehend
– feste Verbindungen des Gestells mit Pfosten & Querlatte
– Tore gegen Umkippen gesichert
– keine Verstopfung der vorhandenen Gewindelöcher im
Boden durch Fußbodenpflegemittel, Schmutz o. ä.
– keine scharfen Kanten, keine splitternden oder
angebrochenen Torrahmen
5 Literaturangaben
Bundesverband der Unfallkassen. (2004). Handball – attraktiv
und sicher vermitteln (DGUV Information 202-061 frei zum
Download unter:
http:/
/publikationen.dguv.de)
Emrich, A. (2010). Spielend Handball lernen:
in Schule und Verein. Limpert; Auflage: 6.
Offizielle Seite des Deutschen Handball Bund (DHB):
http:/
/dhb.de
Handball

image
49
Mit Feld- und Hallenhockey bietet diese Sportart zwei abwechs-
lungsreiche Varianten. Ein besonderes Regelwerk schützt den
Spieler und verlangt einen sportlichen Umgang mit dem Sport-
gerät „Schläger“. Unfallrisiken bestehen insbesondere durch
Missachtung
des Regelwerks.
1 Methodisch-organisatorische Gestaltung
1.1 Materiell-technische Voraussetzungen
K l e i d u n g
An die Kleidung werden keine besonderen Anforderungen ge-
stellt, jedoch sollte auf
feste Sportschuhe
Wert gelegt werden;
Schienbeinschützer sind zu empfehlen.
Der Torwart muss eine
vollständige Torwartausrüstung
haben,
dazu gehören: Kopf-, Gesicht-, Brust-, Unterleibs- und Torwart-
handschutz, Schienen und Kicker; Ellenbogenschützer können
getragen werden.
M a t e r i a l
Schläger:
Empfehlenswert sind im Anfängerbereich leichte
(17–18 Unzen) sowie mittelschwere (18–20 Unzen) Feld-
hockeyschläger sowohl für die Halle als auch für das Feld.
Keine zu schweren Hockey-Stöcke verwenden. Wer nur in
der Halle spielt, kann Hallenhockeystöcke verwenden.
Länge des Schlägers:
34,5 Zoll (Grundschule)
36 oder 36,5
Zoll (ab Klasse 5)
Bälle:
Kunststoffbälle (ca. 160 g, Umfang ca. 23 cm) sowohl für
die Halle als auch für das Feld
Tore:
Minitore, Hockeytore oder Hallentore;
Turnkastendeckel, kleine Kästen oder Sprunghocker – keine
instabilen Ständer, Fahnenstangen oder Geräte als Tore ver-
wenden.
S p o r t f l ä c h e
1.2 Methodische Hinweise
Ein intensiver Spielablauf ist auch auf engem Raum möglich. Ein
vereinfachtes Regelwerk für den Schulunterricht erleichtert den
Lernprozess.
E r w ä r m u n g
Die allgemeine Erwärmung sollte mit Lauf-ABC, Gymnastik und
Stretching vor allem die Sprung-, Rumpf- und Armmuskulatur
vorbereiten. Übungen mit Schläger und Ball können bereits in
die Erwärmung einbezogen werden. Bewegungsausführungen
sollen variieren, verschiedene Techniken in Komplexübungen
zusammengestellt werden.
L e r n p r o z e s s
Ziel ist die Spielform „Mini-Hockey“. Das Regelwerk des Kleinfeld-
Hockeys (JUGEND TRAINIER T FÜR OLYMPIA) kann modifiziert
werden.
Spielfeldgrößen (Empfehlungen):
• 10 x 15 m Mannschaftsstärke 3 gegen 3
• 15 x 27 m Mannschaftsstärke 4 gegen 4
• 20
x
40 m Mannschaftsstärke 6 gegen 6
Wichtige Lerninhalte:
– Ballführung
– Ballannahme und -abgabe
– Torschuss
– Abwehrverhalten
Hockey
Nutzungsart
mind. Spiel-, Übungsfläche
zusätzlicher hindernisfreier Abstand an den
Längsseiten
Stirnseiten
Anfängerbereich
ca. 10 x 15 m (kleine Felder)
0,5 m
1 m
Wettkämpfe
1)
36 – 44 x 18 – 22 m
0,5 m
2 m
Kleinfeld (Schulhockey)
1)
nach den Regeln der Sportfachverbände

image
50
2 Regelhinweise
Der Ball wird bei Spielbeginn und nach jedem Tor durch Anstoß
ins Spiel gebracht.
Der Stock darf nicht über Kniehöhe geführt werden.
Der Ballkontakt ist nur mit der flachen Seite des Hockeystockes
erlaubt.
Der Ball darf nicht mit dem Fuß oder Körper gespielt (beim
Anfänger nur absichtliches Fuß-Spiel ahnden) und nicht mit dem
Stock oder Körper abgeschirmt werden.
Ein Einwirken mit Stock oder Körper auf den Stock oder Körper
des Gegners ist verboten.
Tore dürfen nur erzielt werden, wenn sich der Angreifer im
Schusskreis oder einer festgelegten Torschusszone befindet.
Unfaires Spielen (Halten des Gegners, Stockwerfen usw.) ist
verboten.
Jedes gefährliche Spiel ist zu unterbinden (hoher Schläger,
Hochspielen des Balles u. ä.).
In der Ausbildung wird ohne Torwart gespielt, um alle Spieler am
Spiel zu beteiligen (Tore schlägerbreit bis max. 3 m).
Regelverstöße werden mit Schiebeball (Feld-Freischlag) oder
7-m-Ball geahndet.
Regelverstöße, die zu gefährlichem Spiel führen (z. B. ist das
Werfen des Schlägers ein grobes Foul) konsequent ahnden.
3 Sicherheitstechnische Anforderungen
Hockeytore
– Anforderungen nach DIN EN 750 (Auszug):
Sicherung gegen Umkippen (z. B. Festschraubmöglichkeit,
Befestigung mit Seil oder Kette an der Wand)
• Farbe des Torrahmens: entweder weiß oder natürlich silber
(Leichtmetall)
• Netz mit Maschenweite max. 45 mm; Netzbefestigung am
Torrahmen ohne Verletzungsgefahr (z. B. Öffnungen ≥ 8 mm
oder , ≤ 25 mm keine offenen Netzhaken)
• Kanten des Torrahmens mit Radius 3±1 mm gerundet
4 Sichtprüfung vor Benutzung
• Boden
splitterfrei, trittsicher, keine umherliegenden Gegen-
stände (Bälle, Stöcke)
• hindernisfreie Räume
um das Spiel-/Übungsfeld gewährleistet
• Schläger/Bälle:
unbeschädigt
• Bande, Tore, Hilfsmittel
(Bänke, Kastenteile u. ä.) auf einwand-
freien Zustand und sicheren Stand überprüfen
5 Literaturangaben
Bundeswettbewerb der Schulen JUGEND TRAINIERT FÜR
OLYMPIA e.V. (2015). Regelkommentar für Kleinfeldhockey der
Wettkampfklassen II, III und IV als Ergänzung zu den jährlichen
Ausschreibungen JUGEND TRAINIERT FÜR OLYMPIA (9. Überarb.
Auflage). Download frei unter:
http:/
/www.schulhockey.de/
VVI-web/Schulhockey/Upload/file/R egelkommentar_JTFO.pdf.
Deutscher Hockey-Bund e.V. (2015). Regeln für Feldhockey
2015-16. Download frei unter: https:/
/www.hockey.de/VVI-web/
Ordnungen/DHB/R egeln-Kleinf eld-2015.pdf.
DHB. (2008). DHB: Hockey macht Schule.
Ellenbeck, H., & Rabe, J.-P. (2006). Richtig Hockey:
Halle und Feld. BLV Sportpraxis : Top.
Rüdiger Hänel, W. H. (2012). Feld- und Hallenhockey.
Meyer & Meyer Sport; Auflage: 2.
Hockey

51
Inline-Skating gehört zu den Trendsportarten der letzten Jahre
und entwickelt sich immer mehr zum Breitensport. Gerade Kinder
und Jugendliche finden den Sport faszinierend, aber viele tragen
keine Schutzausrüstung und können nicht richtig bremsen.
Ziel im Schulsport ist es, die Fahrsicherheit beim Inline-Skaten
durch Schulung und umfassende Information zu erhöhen und
das Verletzungsrisiko zu minimieren.
1 Methodisch-organisatorische Gestaltung
1.1 Materiell-technische Voraussetzungen
K l e i d u n g
Zur Ausrüstung gehört die vollständige Schutzkleidung:
• Handgelenkschützer
• Ellbogenschützer
• Knieschützer
• Helm (auch Fahrradhelm)
Es darf nur mit
vollständiger
Schutzausrüstung gelaufen werden!
M a t e r i a l
Es werden diverse Schuhe, unterschiedliche Rollen, differente
Kugellager, Schienen und Bremssysteme für verschiedene
Ansprüche angeboten. Es ist sicher zu stellen, dass Skates
und persönliche Schutzkleidung das Prüfkennzeichen GS bzw.
CE besitzen.
Bei Neuanschaffung einer Ausrüstung sollte man sich vom Fach-
händler beraten lassen und die Erfahrungen und Materialien
der am „Safer-Skating-Projekt“ beteiligten Schulen nutzen. Zu
achten ist insbesondere auf:
• stabile Schale (am Knöchel nicht eindrückbar)
• stabile Schiene (nicht verbiegbar)
• fester Sitz der Ferse im Skate,
• gute Qualität der Rollen und Kugellager,
• Rollen mit runden Profilen.
S p o r t f l ä c h e
Da es im Schulsport ausschließlich um das sichere Skaten, d. h.
sowohl Aufklärung als auch Ausbildung bezüglich Lauftechnik,
Materialeinsatz und -pflege und Verkehrserziehung geht, sind spe-
zielle Einrichtungen, wie Curbs, Bank, Ramp, Pipe nicht erlaubt.
Erforderlich sind befestigte, vollkommen ebene Flächen mit
Asphalt – oder Betonbelag, die eine Mindestgröße von 15 x 15 m
Grundfläche nicht unterschreiten sollten. In jedem Fall müssen
Skate-Flächen von anderen Nutzern und besonders vom Stra-
ßenverkehr räumlich oder baulich deutlich abgegrenzt sein.
Inline-Skating ist eine Freiluftsportart. Nur in Ausnahmefällen
bzw. für den Lernprozess in den ersten Unterrichtsstunden sollte
die Sporthalle genutzt werden. Punktelastische und misch-
elastische Böden sind nicht geeignet. Vor der Benutzung ist
die Genehmigung des Schulträgers einzuholen.
Bei der Nutzung von Sporthallen ist sicherzustellen, dass
die Skates mit abriebfesten, Spurenbildung vermeidenden
Stoppern (Bremssystem) versehen sind.
1.2 Methodische Hinweise
E r w ä r m u n g
Vor dem Skaten sind Aufwärmen und Stretching notwendig.
Nach dem Üben ist ein langsames Ausrollen (Cool-Down-Phase)
zu empfehlen.
L e r n p r o z e s s
Der Schulsport sollte sich hauptsächlich an dem Lehr- und
Schulungsprogramm „Safer Skating – Inline Skating – aber
sicher“ orientieren. Informationen geben die Fachberater.
• Anlegen der Schutzkleidung
• Fallübungen (ohne/mit Skates)
• Grundstellung
• Rollen, Bremsen, aktives Gleiten
• Grundtechniken: Vorwärtslauf, Übersetzen, Rückwärtslauf
2 Regelhinweise
• Es darf nicht im öffentlichen Verkehrsbereich gelaufen werden.
• Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme/Fairness üben
Besondere Anforderungen an Qualifikation und Aufsicht
VwV Schulfahrten
VwV Schulsport
3 Sicherheitstechnische Anforderungen
Skates müssen mit Bremssystemen versehen sein.
Es müssen geeignete Laufflächen zur Verfügung stehen
(siehe Punkt 1.1).
Alle Fahrflächen dürfen keine scharfen Kanten oder Stolper-
stellen haben und nicht zum Splittern neigen. Kanten müssen
mindestens mit Radius 3 mm gerundet sein.
Inline-Skating

image
52
4 Sichtprüfung
• Sportfläche und Anlagen
splitterfrei, ohne Stolperstellen
und ohne scharfe Kanten
• Schutzausrüstung
unbeschädigt und vollständig
angelegt
5 Literaturangaben
Projektliteratur „Safer Skating – Inline Skating – aber sicher“
(Integratives Lehr- und Schulungsprogramm)
ADAC e.V. (2010). ADACsignale. Download frei unter: https://
www.adac.de/_mmm/pdf/Signale-33_Inline_Skating_45184.pdf
DGUV e.V. (2003). DGUV Information 202-017. Download frei un-
ter:
http:/
/publikationen.dguv.de/dguv/pdf/10002/si-8012.pdf
Hänsel, F., Pfeifer, K., & Woll, A. (1999).
Lifetime-Sport Inline-Skating . Schorndorf: Hofmann.
Inline-Skating

image
image
Judo gehört zu den Zweikampfsportarten, die durch Anwendung
besonderer körperlicher Techniken den Sieg über den Partner
zum Ziel haben. Besonders durch regelwidrige Angriffs- oder
Abwehrhandlungen kann es zu Verletzungen kommen. Deshalb
muss der Lehrer von Anfang an konsequent auf Fairness und Ein-
haltung des Regelwerks achten.
1 Methodisch-organisatorische Gestaltung
1.1 Materiell-technische Voraussetzungen
K l e i d u n g
Im Lernbereich Judo sollen die Schüler lange Hemden und
Hosen tragen, die sie während des Übens und Kämpfens vor
Schürfwunden an Ellbogen und Knie schützen. Zu dieser Sport-
kleidung sollte eine Judojacke (Kimono), mit einem Judogürtel
(Obi) zusammengebunden, getragen werden.
Bei Wettkämpfen ist
Kleidung lt. Wettkampfordnung
zu tragen.
M a t e r i a l
Für Judo im Sportunterricht sind
Judomatten, Turnmatten
oder
gleichwertige schützende Unterlagen zu verwenden. Lehrkräfte
müssen prüfen, ob die verwendete Mattenart für die gewählte
Übung geeignet ist. Eine Übersicht und Hilfe bei der Auswahl
geeigneter Matten bietet die Broschüre „Matten im Sport-
unterricht“ (DGUV Information 202-035). Bei der Verwendung
von Matten, die aufgrund mangelnder Bodenhaftung ver-
rutschen
können,
sind diese
gegen das Verrutschen
zu
sichern
(z.B durch Schüler).
S p o r t f l ä c h e
Wettkampf-
Sicherheits-
Zwischen
fläche
fläche
raum
U12 m/w
5 x 5 m
2 m
3 m
U15 m/w
5 x 5 m
3 m
3 m
U18 m/w
6 x 6 m
3 m
3 m
Schulwett-
kampf
1)
6 x 6 m
3 m
3 m
1)
Im Lernprozess kann die Mattenfläche auf 2 x 2 m verringert
werden.
1.2 Methodische Hinweise
E r w ä r m u n g
Nach einer allgemeinen Erwärmung mit Koordinationsübungen
in Lauf-Schulform sind weiterhin R ollbewegungen aus dem Tur-
nen empfehlenswert. Zur Vorbereitung von Unterrichtsvorhaben
eigenen sich auch viele kooperative Spielformen zum Abbau
von Berührungsängsten. Auch sind Übungen zur Schulung von
Körperspannung und Gleichgewicht bedeutsam. Zur spezifischen
Erwärmung dienen Partner- und Zweikampfübungen.
L e r n p r o z e s s
Fallübungen
sind unbedingte Voraussetzungen
für die
Wurf-
schule.
Der Judounterricht ist durch eine straffe Führung und exakte
Kommandosprache des Lehrers sowie besonders bewusste
Disziplin und konzentrierte Mitarbeit der Schüler gekennzeich-
net. Nach Abklopfen, Au- oder Haltrufen bzw. nach Schmerz
-
äußerungen sind alle Aktionen sofort zu beenden. Die Vermittlung
von Würgen und Hebeln setzt ein besonderes verantwortungs-
bewusstes Üben und Handeln der Schüler voraus.
Übungskämpfe im Judo zwischen Jungen und Mädchen bei
koedukativem Unterricht sollten nach Möglichkeit nicht durch-
geführt werden.
53
Judo
Sicherung von
Matten gegen
Verrutschen
durch Schüler

image
image
2 Regelhinweise
Verboten sind:
• Zwicken, Kratzen, Beißen, Treten, Stoßen, Schlagen, Würgen,
• den Gegner absichtlich außerhalb der Matte werfen,
• Angriffe gegen den Kopf (Gesicht, Haare) des Gegners,
• Anwendung von Hebeltechniken an anderen Stellen als am
Ellbogengelenk,
• Anwendung der Beinschere,
• Hebeltechniken im Übergang vom Stand- zum Bodenkampf,
• Anwendung von Beinfasstechniken im Stand,
• bei der Wurfausführung mit dem Kopf in die Matte tauchen
(Diving).
3 Sicherheitstechnische Anforderungen
Sportmatten
– Anforderungen nach DIN 7914 Teil 1 und DIN EN
12503 Teil 3 (Auszug)
• Die Sportmatte darf keine Schlaufen oder Griffe haben.
• Der Kern (z. B. Verbundschaum) muss den Anforderungen o. g.
Normen entsprechen (Steifigkeit, Elastizität, Dämpfung).
• Der Überzug muss den Kern ohne Faltenbildung umschließen.
• Benutzerfläche ohne Naht; Material z. B. Polyamid (PA) oder
Polyester (PE), mit PVC oder PUR beschichtet; für Bodenfläche
auch andere Werkstoffe zulässig
• Boden- und Benutzerfläche müssen deutlich und dauerhaft als
solche gekennzeichnet sein.
4 Sichtprüfung vor der Benutzung
• hindernisfreie Räume
um die Kampffläche gewährleistet
• Matten
– richtige Lage, Benutzerfläche nach oben
– einwandfreier Kern (nicht gebrochen/durchgetreten)
guter
Sitz der Mattenhülle um den Kern
– Mattenunterseite gegenüber dem Hallenboden gleithem-
mend
Überzug in einwandfreiem Zustand (Nähte, Brüche, Risse ...)
5 Literaturangaben
André Herz, J. E. (2009). Judo im Schulsport: Grundlagen-Metho-
dik-Technik. Limpert; Auflage: 1.
Deutscher Judobund e.V. (2016). Sonderregeln im Nachwuchs–
bereich des DJB. Download frei unter:
http:/
/www.njv.de/
download/service/111_sonderregeln_jugend_djb-2015.pdf
DGUV e.V. (2002). Matten im Sportunterricht DGUV Information
202-035 . frei zum Download unter:
http:/
/publikationen.dguv.de/
dguv/pdf/10002/si_8035.pdf.
Katrin Barth, F. W. (2011). Ich lerne Judo (Ich lerne, ich trainiere...).
Meyer & Meyer Sport; Auflage: 2.
Klocke, U. (2012). Das offizielle Lehrbuch des Deutschen Judo
Bundes (DJB) e.V. zur K yu-Prüfungsordnung / Judo lernen:
8. bis 5. Kyu, weiss-gelb bis orange. VP-Masberg; Auflage: 11.
(Hrsg.), LandesSportBund/Sportjugend NRW/NW Judo-Ver-
band e.V./Ringerverband NRW e.V. (2008). Ringen & Kämpfen –
Zweikampfsport: Handreichung für die Schulen der Primarstufe
und Sekundarstufe I (Edition Schulsport). Meyer & Meyer Sport;
Auflage: 1.
Mosebach, U. (56 (2007), Heft 3). Raufen und Kämpfen im
Sportunterricht. Lehrhilfen für den Sportunterricht, S. 1–14.
Rheinischer Gemeindeunfallversicherungsverband (RGUVV).
Kä mpfen im Unterricht. Download frei unter:
http:/
/www.sichere-schule.de/sport/kaempfen/kis/pdf/kis.pdf
54
Judo

Der Klett erunterricht mit Schülern erfordert ein besonderes
fachliches Spezialwissen, spezielle technische Mittel und
gewissenhafte Vorbereitung sowie die motivierte und aufmerk-
same Mitarbeit der Schüler. Bei Beachtung aller festgelegten
Sicherheitsvorkehrungen und Besonderheiten der neuen, außer-
gewöhnlichen Bewegungsräume ist Klettern nicht nur spannend
und attraktiv, sondern auch risikoarm.
1 Methodisch-organisatorische Gestaltung
1.1 Materiell-technische Voraussetzungen
K l e i d u n g
Sportkleidung, Klett erschuhe; Anfänger können auch gut
sitzende Sportschuhe tragen.
M a t e r i a l
• Bei Boulderwänden ist persönliche Schutzausrüstung (PSA)
nicht erforderlich.
• Bei Kletterwänden soll durch ein besonderes Sicherungs-
system die Absturzgefahr beseitigt werden. Als verwendete
Ausrüstung ist grundsätzlich nur
PSA der Kategorie III,
er-
kennbar an der CE-Ke nnzeichnung und einer vierstelligen
Nummer, zulässig.
• Als Sicherungsseile sind nur
dynamische Bergseile
zulässig.
• Die Sicherung erfolgt über einen Hüftgurt. Der Verantwortliche
entscheidet über die kombinierte Sicherung mit Brustgurt
(z. B. bei Anfängern oder kleinen Teilnehmern).
• Zu Sicherung werden alle normgerechten Halbautomaten
empfohlen. Voraussetzung für deren Verwendung ist, dass der
Verantwortlich die Halbautomaten beherrscht. Es kann auch
weiterhin über Halbmastwurf oder mit ATC/Tube gesichert
werden. Je nach Könnensstand ist eine geeignete Aufsichts-
form zu wählen, z. B. Hintersicherung.
S p o r t f l ä c h e
Boulderwand:
• Lage nach Möglichkeit in ruhigen Bereichen
• Bei einer freien Fallhöhe zwischen 0,60 m und 1 m ist dämp-
fender Untergrund (Rasen, Oberboden) erforderlich. Beträgt
die Fallhöhe mehr als 1 m, ist stoßdämpfender Untergrund
nach DIN EN 1176-1 (z. B. Rindenmulch, Holzschnitzel, Kies,
Sand) erforderlich.
• Ab einer Fallhöhe von mehr als 1,5 m berechnet sich die
Aufprallfläche nach der Formel: (2/3 der freien Fallhöhe)
+ 0,5 = Aufprallfläche (m).
• Sicherheitsbereich von 1,5 m in Sprung- und Fallrichtung
gewährleisten
• Überklettern und Aufsitzen muss verhindert sein
• Wird die Boulderwand direkt in eine Sporthalle eingebaut,
müssen die Bestimmungen für den Sportbetrieb in Sporthal-
len auch weiterhin erfüllt werden (z. B. Prallschutz und Eben-
flächigkeit bis 2 m über dem Sportboden, DIN 18032-1).
Klett erwand:
• Ohne Seilsicherung darf nur bis zu einer Fallhöhe von max.
2 m geklettert werden (in Verbindung mit stoßdämpfendem
Untergrund in den Sicherheitsbereichen).
• Griffe und Tritte müssen von einer Fachfirma bezogen
werden – kein Eigenbau! (vgl. DIN EN 12572-3).
Ausreichend Abstand zu anderen Ausrüstungsteilen einhalten!
Wird die Kletterwand direkt in eine Sporthalle eingebaut,
müssen die Bestimmungen für den Sportbetrieb in Sporthallen
auch weiterhin erfüllt werden (z. B. Prallschutz und Eben-
flächigkeit bis 2 m über den Sportboden, DIN 18032-1).
1.2 Methodische Hinweise
E r w ä r m u n g
Nach allgemeiner Erwärmung ist eine umfassende Gymnastik
durchzuführen (gesamter Körper, Finger).
L e r n p r o z e s s
1. Erarbeiten der Sicherungsmaßnahmen:
• Knotentechniken
• Anlegen der Gurte
• Einbinden in das Sicherungsseil
• gegenseitige Kontrolle
• Hintersichern durch zweite Person
2. Erlernen der Grundfertigkeiten:
• „Einklettern“ waagerecht in geringen Höhen
• Sitztest; Fallübungen nur für Fortgeschrittene
• Gleichgewichtsübungen an der Wand
• Abseilübung
3. Erlernen spezifischer Techniken:
• Tritt- und Grifftechniken, unbelastetes Weitertreten, Stützen,
Spreizen
• Schwierigkeitsgrad steigern (Es dürfen nur noch Griffe/Tritte
bestimmter Farben benutzt werden.)
• Finger bei Anfängern nicht überlasten (Griffe nicht zu klein,
kein Aufstellen der Finger)
Der Sportlehrer entscheidet, ob Schüler eigenständig sichern
dürfen.
55
Klettern an künstlichen Kletterwänden

2 Regelhinweise
Boulderwände dürfen ohne besonders fachkundige Aufsicht
beklettert werden. Günstig ist eine Ric htungsvorgabe, um gegen-
seitige Beeinträchtigungen zu vermeiden.
An Kletterwänden beginnen die Schüler mit dem Klettern erst
nach dem Parntercheck und der Kontrolle und Freigabe durch
den Lehrer. Dieser legt den Weg, das Ziel sowie die Reihen-
folge fest und stellt Teams zusammen. Wird in der Sporthalle
geklettert, dürfen nicht gleichzeitig andere Sportarten aus -
geübt werden, die die Sicherheit der Kletternden beeinträch-
tigen können. Wichtig ist eine eindeutige Kommandosprache.
In Schulveranstaltungen ist nur Toprope-Sicherung erlaubt.
Für die Wand ist eine Benutzervorschrift bekannt zu geben
(Klett erwandordnung).
Genehmigungsverfahren für die Nutzung künstlicher
Kletterwände im Schulsport
1.
Bedarfsanalyse in Abhängigkeit von der Klassenstufe, Beschrei-
bung des Objektes: Adresse, genaue Lage (z. B. an welcher
Wand der Turnhalle), Ausmaße (Höhe, Breite, Anzahl der Kle tter-
wege), Möglichkeiten der Unterbindung unberechtigter Nutzung
2.
Schriftliche Bereitschaftserklärung über die Nutzungsmöglich-
keiten der Klett erwand, falls der Schulträger nicht gleichzeitig
der Träger der künstlichen Kletterwand sein sollte
3. Nachweis der Erstprüfung der Klett erwand durch Sachverstän-
dige und der jährlichen Prüfung durch Sachkundige
4. Wegeskizze mit den Inhalten: Lage Kletterwand, Erste-Hilfe-
Einrichtungen
5. Nutzungsanleitung bzw. Auszug aus der Hallennutzungsord-
nung für die Kletterwand (vom Schulleiter bestätigt)
6. Inhalt der Unterweisung der Schüler über die bei der Nutzung
der Kletterwand auftretenden Gefahren sowie über die festge-
legten Maßnahmen zu deren Abwendung
7.
Name des Unterrichtenden, Nachweis des Fortbildungslehrganges
mit Kletterprüfung durch SBI/SMK-Lehrbefähigung, Nachweis der
Aus- oder Fortbildung als Ersthelfer in den letzten 2 Jahren
8.
Vordruck der Einverständniserklärung der Erziehungsberech-
tigten
9. Nachweis der Bereitschaft/Möglichkeit der ausreichenden
Materialbeschaffung (PSA der Kategorie III)
10. Nachweis der Möglichkeit der Sachkundigenprüfung der PSA
(vor erster Inbetriebnahme und mind. jährlich)
11. Bereitschaftserklärung der Unterrichtenden zur ständigen
persönlichen Fortbildung
Besondere Anforderungen an Qualifikation und Aufsicht
VwV Schulfahrten
VwV Schulsport
3 Sicherheitstechnische Anforderungen
Kletterwand
– Anforderungen nach DIN EN 12572-1
Vor der ersten Benutzung ist die Prüfung durch einen Sachver-
ständigen erforderlich. Die Kletterwand muss gegen unbeauf-
sichtigtes Beklettern gesichert werden. Bis zu einer Höhe von
2,0 m darf kein Griff erreichbar sein. Die Absicherung kann
durch absperrbare Flügeltore, durch Abschrauben der Griffe und
Tritte oder durch sicher befestigte, vorgestellte Weichboden-
matten erfolgen.
Jährliche Sachkundigenprüfung unter Einhaltung der Hersteller-
anweisungen:
• Haken festsitzend, keine Anrisse, nicht verbogen, richtige
Platzierung
• Griffe festsitzend, keine Anrisse (DIN EN 12572-3)
• Wandplatten festsitzend, intakt
Boulderwand
– Anforderungen nach DIN EN 1176-7
Die Erstprüfung und jährliche Hauptinspektion muss durch
einen Sachkundigen erfolgen; die regelmäßige Wartung
nach Herstellerangaben. Eine Funktionsprüfung durch die
pädagogische Leitung der Kletterangebote, alle 1 bis 3 Monate,
wird empfohlen.
Persönliche Schutzausrüstung (PSA)
Die Erstprüfung und jährliche Wiederholungsprüfung (schriftli-
cher Nachweis) muss durch einen Sachkundigen erfolgen. Als
sachkundig gilt diejenige Person, die eine Ausbildung für PSA
gegen Absturz gemäß DGUV Grundsatz 312-096 vorweisen kann.
Hinweis:
• Der Unternehmer einer Kletterhalle ist in jedem Fall für den
einwandfreien Zustand und die regelmäßige Sachkundigen-
prüfung der von ihm ausgeliehenen PSA verantwortlich. Die
Lehrkraft sollte sich das aktuelle Prüfdokument vom Unter-
nehmer vorzeigen lassen.
• Auch private PSA ist für den Gebrauch bei Schulveranstal-
tungen einer regelmäßigen – mindestens jährlichen –
Sachkundigenprüfung zu unterziehen.
Nicht geprüftes Material darf nicht verwendet werden!
56
Klettern an künstlichen Kletterwänden

57
4 Sichtprüfung vor der Benutzung
• Boden
(Freiraum, Fallschutz, keine Fremdkörper)
• hindernisfreie Räume
um das Spiel-/Übungsfeld gewährleistet
• Kletterwände:
Griffe fest, Sicherungsseil i. O., Karabiner fest
verschraubt, keine sichtbaren Schäden
• Schutzausrüstung:
Vollständigkeit und sachgerechtes Anle-
gen, Ausführung der Knoten
5 Literatur
(DAV), D. A. (2014). Indoor-Klettern: Das offizielle Lehrbuch
zum DAV-Kletterschein. BLV Buchverlag.
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V (DGUV). (2010).
Klett ern in Kinder tageseinrichtungen und Schulen (DGUV
Information 202-018). Download frei unter:
http:/
/publikationen.
dguv.de/dguv/pdf/10002/si-8013.pdf.
Perwitzschky, O. (2015). Klettern Das Standardwerk:Technik
&Sicherheit für Halle und Fels. BLV Buchverlag .
Unfallkasse Sachsen. (2015). Klettern in der Pause:
Eine Boulderwand für unsere Schule. Download frei unter:
http:/
/www.unfallkassesachsen.de/fileadmin/user_upload/
Mediathek/hauseigene/Druckschriften/UK_Sac hsen_02-12.pdf.
Winkler, R. (2015). Grundkurs Bouldern: erweiterte Ausgabe.
CreateSpace Independent Publishing Platform; Auflage: 2.
Klettern an künstlichen Kletterwänden

58

image
In der Leichtathletik werden vielfältige Bewegungen des
Laufens, Springens, Werfens, Stoßens mit und ohne Geräten
ausgeführt. Diese Vielfalt erfordert neben der allgemeinen
vor allem eine disziplinspezifische Aufmerksamkeit für einen
optimalen Übungsablauf, um Gefahren und Verletzungsrisiken
möglichst auszuschließen. Die folgenden Empfehlungen sind
schwerpunktmäßig ausgewählt und sollen den Blick auf markan-
te Situationen schärfen.
1 Methodisch-organisatorische Gestaltung
1.1 Materiell-technische Voraussetzungen
K l e i d u n g
In der Leichtathletik sollte Sportbekleidung (Sporthemd, Sport-
hose) getragen werden, die der Aufgabenstellung (z. B. Ausdau-
erlauf oder Hochsprung), der Witterung (Hitze/Kälte) sowie dem
Ort der Ausbildung (Sportplatz/Turnhalle) angepasst ist. Bei
kühlen Temperaturen ist ein Trainingsanzug angemessen.
Besondere Aufmerksamkeit gilt dem sitzfesten und der Sport-
disziplin zweckentsprechenden Schuhwerk (Spikes/Hallenturn-
schuhe).
M a t e r i a l
• nur geprüfte
Geräte
verwenden (mindestens jährliche Sach-
kundigenprüfung, Sichtprüfung vor Benutzung)
• sachgerechter Aufbau, sorgfältige Absicherung mit geeigneten
Matten
(Hochsprung), Stolperstellen vermeiden
• übersichtliche Anordnung und Zugänglichkeit im Geräteraum
gewährleisten
• Der Geräteauf- und -abbau und das Wegräumen sind Teile des
Unterrichts
und müssen eingeplant werden.
Zeitdruck dafür
vermeiden!
1.2 Methodische Hinweise
E r w ä r m u n g
Eine intensive allgemeine, aber auch spezielle Erwärmung ist
für jede leichtathletische Disziplin unabdingbar, wobei gezielte
Dehnübungen dazu gehören. Dies gilt speziell für den Arm- und
Schulterbereich beim Stoß und Wurf und für den Beinbereich
beim Lauf und Sprung.
Bei Übungen mit Gerät (Kugel, Schlagball, Speer, Diskus) ist auf
ausreichende Sicherheitsabstände (mindestens 2 m)
der Üben-
den untereinander zu achten.
L e r n p r o z e s s
Um eine hohe Intensität im Lernprozess zu erreichen, sollte
frontal oder in Gruppen/Rieg en mit konkreten Aufgabenstel-
lungen geübt werden.
Laufdisziplinen
• Vermitteln des effektiven (gelenkschonenden) Laufens
• Läufe über verschiedene Strecken mit unterschiedlichen
Umfängen und Intensitäten durchführen (z. B. Sprints, Dauer-
läufe)
• Laufspiele ermöglichen ein abwechslungsreiches Üben.
Sprungdisziplinen
• Sprung- bzw. Schnellkrafttraining durch verschiedene Formen
von ein- und beidbeinigen Sprüngen (auch über Hindernisse,
z. B. Kasten, Matten)
• Erkennen des Sprungbeines und der Absprung- sowie Höhen-
orientierung bei geraden, schrägen und bogenförmigen An-
läufen. Außerdem sind Mehrfachsprünge oder auch konkrete
Laufsequenzen ein geeignetes Mittel zur Bewegungsrhythmi-
sierung.
Wurfdisziplinen
• Üben mit altersadäquaten Geräten
• methodische Erarbeitung der Wurf- bzw. Stoßtechniken
Für sicheres und effektives Üben, vor allem in den Wurfdiszipli-
nen gilt:
• Kontrolle und Koordination des Übungsablaufes durch die
Lehrkraft
• eindeutige Regelungen zu Kommandos, z. B. zum Abwurf und
Zurückholen der Geräte
• geeignete Aufstellungsformen wählen, z. B. seitliche Sicher-
heitsabstände beim Werfen (mind. 2 m) sowie auf freie Wurf-
sektoren achten
• Einsatz optischer Hilfen (z. B. Ablauf-, Absprungmarkierungen)
und akustischer Signale
• Hilfreich sind leistungshomogene Gruppeneinteilungen.
• Ein Zuwerfen der Geräte ist nicht gestattet.
Um Verletzungen vorzubeugen, sind Übungen in der Gasse
(Speerwurf, Kugelstoß, Diskuswurf) zu unterlassen!
2 Regelhinweise
Im Übungs- und Lernprozess sollten die Wettkampfregeln nur
eine untergeordnete Rolle spielen. Festlegungen zu Ablauffor-
men z. B. im Sprint, der Absprungzone oder Sprungtechnik im
Hoch- oder Weitsprung, zum Stoßring oder -sektor sind vom
Ausbildungsziel und -stand abhängig. Modifizierte Wettkampf-
formen (z. B. bei Staffelwettbewerben oder Mehrkämpfen) sind
unter Beachtung grundlegender sicherheitstechnischer Anforde-
rungen zu empfehlen.
59
Leichtathletik

image
image
3 Sicherheitstechnische Anforderungen/
4 Sichtprüfung vor der Benutzung
Lauf
geltende Normen:
DIN 18035 T 1
(Sportplätze)
Anforderungen:
• Laufbahnen mindestens 1,22 m breit und durch Trennlinien
markiert
• bei gebogenen Bahnen hindernisfreier Abstand von 1 m nach
innen bzw. 0,28 m nach außen
• 3 m langer Startraum (im Schulsport mind. 2 m)
• 17 m langer Auslauf (im Schulsport mind. 13 m – abhängig von
Alter der Schüler und Laufbahnbegrenzungsflächen)
• Beim Hürdenlauf sind die Höhe, der Hürdenabstand und
die Kontergewichte in den Auslegern dem konkreten Ausbil-
dungsstand anzupassen. Besondere Aufmerksamkeit gilt den
Klappvorrichtungen/Tellergelenken von Übungshürden
Sichtprüfung vor Benutzung:
• Laufbahn/-strecke (Tartan, Sand, Erde) ebenflächig und frei
von Stolperstellen (Löcher, Bälle etc.)
• Bitumengebundene Beläge sollten aus sportfunktionellen und
medizinischen Gründen keine Anwendung finden.
• Startblöcke/-balken fest und rutschsicher im Boden arretiert
• Startklappe splitter- und rissfrei, Scharnier funktionstüchtig,
um Hand- und Fingerverletzungen zu vermeiden
• Staffelstäbe ohne Brüche, Risse, Splitter etc.
• Beim Crosslauf ist eine Einweisung zur Strecke erforderlich
und es sollte auf mögliche Gefahrenstellen (z. B. nasses Laub,
Baumwurzeln) hingewiesen werden.
Hochsprung
Anforderungen:
• Hochsprungständer (mit T-Fuß, Tellerfuß oder Ringf uß), Hoch-
sprunglatte (ALU oder Kunststoff, 4 m lang); im Anfänger- und
Übungsbereich Elastik- oder Gummibänder als Höhenmarkie-
rung einsetzen.
• Lattenaufleger sollten festgeschraubt und wenn möglich mit
Umlenkbügel versehen sein, um eine schmerzhafte Landung
auf der Latte zu vermeiden.
• Die Hochsprungmatte (weich) ist ausreichend groß (mind.
4 x 2,5 x 0,5 m – bei einer Sprunghöhe von bis zu 2 m –
mind. 5 x 3 x 0,5 m – DIN 79004-2:2014-12) mit zusätzlichen
Matten seitlich abzusichern. Der Bezug solltestrapazierfähig
und rissfrei aber glatt (kein Segeltuch) sein.
Sichtprüfung vor Benutzung:
• Hochsprungständer standfest positioniert
• Lattenaufleger müssen zueinander zeigen.
• Ständerfüße abgedeckt (mit Matten) – Stolpergefahr!
• Hochsprunglatte unversehrt, durch entsprechende Auflage-
enden störungsfrei und mit Abschluss zur Matte aufgelegt
• Absprunghilfen (Sprungbretter, Kastendeckel etc.) rutschfest
aufgestellt
• Abstand zwischen Latte und Matte (Fallhöhe) sollte im Lern-
prozess 60 cm nicht überschreiten.
Weitsprung
geltende Normen:
DIN 18035 T 1
(Sportplätze)
Anforderungen:
• Anlaufbahn, Absprungbalken und Oberfläche der Sprung-
grube auf einer Höhe
• Absprunglinie mind. 1 m vor der Sprunggrube, in Grund-
schulen max. 1 m
• Anlaufbahn mind. 1,22 m breit, bei Mehrfachanlagen
Bahnbreite jeweils 2 m
• Länge der Anlaufbahn für Grundschulen mind. 20 m,
für weiterführende Schulen mind. 30 m
• Sprunggrube mind. 8 m lang, für Grundschulen mindestens
7 m, und 2,75 m breit (bei Mehrfachanlagen jeweils
2 m zusätzlich für jede weitere Bahn)
• Sprunggrube mit gewaschenem Flusssand der Körnung
0 bis 2 mm ohne organische Bestandteile gefüllt
• Sandaufschüttung am Grubenrand mindestens 20 cm, in der
Grubenmitte mindestens 30 cm dick
• Sprunggrube bodenbündig, z. B. mit beidseitig abgerundeten
Holzbohlen oder Betonkantensteinen mit elastischer Auflage,
so eingefasst, dass Verletzungsgefahren des Springenden
eingeschränkt sind.
Sichtprüfung vor Benutzung:
• Anlauffläche eben mit griffigem Untergrund, frei von Schotter,
Unkraut etc.
• Absprungbalken plan zur Anlauffläche, stabil, frei von Rissen,
Splittern und rutschfest, sauber (Staub, Nässe etc.) und deut-
lich erkennbar
Sand in der Sprunggrube locker (ggf. aufgraben), bis zur Höhe des
Absprungbalkens aufgefüllt und frei von Fremdkörpern (z. B. Glas,
Steine). Nach jedem Sprung werden Löcher wieder glatt geharkt.
eingesetzte Sprunghilfen stabil
• verwendete Sprungmarkierungen für Höhe und Weite elastisch
(z. B. Gummibänder)
• Die Zacken der Harke zeigen beim Ablegen nach unten.
60
Leichtathletik

image
image
Kugelstoßen
geltende Normen:
DIN 18035 T 1
(Sportplätze)
Anforderungen:
• Kugelstoßanlage im Stoßkreis eben und mit einem Kreisring
abgegrenzt
• Fläche im Kreisring aus einem griffigen, unnachgiebigen Bau-
stoff, z. B. Beton, Asphalt, Kunststoff
• Maße Stoßsektor s. Abb.
• Stoßsektor mit einem Belag, auf dem die fallende Kugel einen
deutlichen Abdruck hinterlässt
• Stoßsektor am Kreisring des Stoßkreises mit einem Stoßbal-
ken begrenzt
• Stoßbalken weiß gekennzeichnet und während der Nutzung
unverrückbar befestigt
Sichtprüfung vor Benutzung:
• Übungsanlagen (Wurf-, Stoßring) sauber und standsicher
(Besen, Lappen bereithalten)
• Sportgeräte (Kugel) sauber und griffig, um ein versehendliches
Abrutschen aus der Hand zu verhindern
Bei Übungen in speziellen Hallen sind vorhandene Sicherheits-
maßnahmen (z. B. Netze, Dämmzonen) stetig zu kontrollieren.
In dem schattierten Bereichen darf sich niemand aufhalten!
Winkel Stoß-
Länge des Stoß- bzw. Wurf-
bzw. Wurf-
sektors (l)
sektor (α)
Kugelstoßen
40 °
– 20 m für Lehr- und Übungs-
betrieb (keinesfalls unter
15 m, geeignete Begrenzungs-
flächen vorausgesetzt)
– 25 m für Wettkämpfe
Speer
29 °
– 50 m für Lehr- und Übungs-
betrieb
– 100 m für Wettkämpfe
Schlagball
– 50 m für Lehr- und Übungs-
betrieb (Grundschulen)
– 70 m für Lehr- und Übungs-
betrieb (weiterführende
Schulen)
5 Literaturangaben
DGUV e.V. (2007). Sportstätten und Sportgeräte
(DGUV In formation 202–044). Download frei unter:
http:/
/publikationen.dguv.de/dguv/pdf/10002/si-8044.pdf.
Michael Belz, G. F. (2013). Doppelstunde Leichtathletik Band 1:
Kl asse 5–7 (10- bis 12-Jährige) Unterrichtseinheiten und
Stundenbeispiele für Schule und Verein (Doppelstunde Sport).
Hofmann; Auflage: 2.
Michael Belz, G. F. (2013). Doppelstunde Leichtathletik Band 2:
Kl asse 8–10 (13- bis 17-Jährige) Unterrichtseinheiten und
Stundenbeispiele für Schule und Verein (Doppelstunde Sport).
Hofmann; Auflage: 1.
Michael Belz, G. F. (2015). Doppelstunde Leichtathletik Band 3:
Kl asse 10–12 (16- bis 19-Jährige) Unterrichtseinheiten und
Stundenbeispiele für Schule und Verein (Doppelstunde Sport).
Hofmann; Auflage: 1.
Peter Wastl, R. W. (2012). Leichtathletik in Schule und Verein:
Ein Praxishandbuch für Lehrer und Trainer (Praxisideen –
Schriftenreihe für Bewegung, Spiel und Sport). Hofmann;
Auflage: 1.
Zeuner, A. (1997). Leichtathletik: Sport für Lehrer
(Klett Sportiv). Klett.
61
Leichtathletik

62

63
Der Schüler läuft mit Hilfe einer Karte zu bestimmten Punkten
(OL-Posten), die auf seiner Karte eingezeichnet und im Gelände
markiert sind. Er entscheidet selbst über die Route zwischen
den Punkten. Das Laufen erfordert Kondition und das Karten-
lesen setzt Konzentration und Abstraktion voraus. Beim Orien-
tierungslauf (OL) handelt der Schüler selbstbestimmt und er-
lebt die Natur unmittelbar.
1 Methodisch-organisatorische Gestaltung
1.1 Materiell-technische Voraussetzungen
K l e i d u n g
Empfohlen wird
lange Sportkleidung,
die an den Füßen, dem
Hals und Handgelenken eng schließt. T-Shirts sollten in der
Hose stecken, um evtl. aufgelesenen Zecken direkten Zugang
zur Körperoberfläche zu erschweren.
Da mit Hängenbleiben an Ästen oder Gebüsch und damit ggf.
Beschädigung der Kleidung zu rechnen ist, empfiehlt sich das
Tragen älterer Sachen.
M a t e r i a l
Notwendig sind detailgetreue
Karten
im Maßstab zwischen 1:100
und 1:20000. Ideal sind OL-Spezialkarten, die es in Sachsen
von nahezu allen größeren Waldgebieten gibt (Bezug über OL-
Vereine). Die anzulaufenden Punkte sind auf der Laufkarte farbig
so einzuzeichnen, dass sie eindeutig sind. Außerdem sollte den
Schülern eine Beschreibung der Punkte (z. B. Wegekreuzung,
Hochstand) zur Verfügung gestellt werden. Die Punkte sind im
Gelände so eindeutig zu kennzeichnen, dass der Läufer die Mar-
kierung sicher findet, wenn er den Geländepunkt erreicht hat.
Wichtige Kartenzeichen sollten den Schülern bekannt sein.
Bei Schulsportaktivitäten in heimatlichem Gelände ist der
Kompass
nicht notwendig. Das Abstraktionsvermögen der
Heranwachsenden macht den Einsatz des Ko mpass frühestens
ab dem 14. Lebensjahr (Klasse 8) sinnvoll.
S p o r t f l ä c h e
Die zum Orientierungslauf genutzten Räume und Gebiete dürfen
keine erhöhten Gefahren für die Schüler bergen. Sie müssen
für die Schüler eindeutig erkennbare Grenzen haben, bei deren
Erreichen sie aus eigener Kraft zum Ausgangspunkt zurückkeh-
ren können. Das ist nach Ermessen der Lehrkraft vor Beginn der
Veranstaltung einzuschätzen.
1.2 Methodische Hinweise
E r w ä r m u n g
Parallel zu einer kurzen allgemeinen Erwärmung muss eine
mentale Einstimmung auf die zu erwartende Aufgabe erfolgen,
da die Schüler sonst nur das Laufen sehen und die Bedeutung
des Orientierens mit Hilfe der Karte (geistige Komponente) völlig
unterschätzen. Dabei ist der Maßstab der Karte vor Beginn der
Aktivität für alle Teilnehmer erfassbar zu erklären.
L e r n p r o z e s s
Schrittweise zu erarbeiten sind:
• das Prinzip der Darstellung des Geländes auf einer Karte,
beginnend in bekannten Räumen (im Idealfall in der Reihen-
folge Klassenzimmer, Turnhalle, Schulgebäude, Schulpark,
Schulgelände, bekanntes Waldgebiet, unbekanntes Wald-
gebiet),
• das lagerichtige („eingeordnete“) Halten der Karte zu jedem
Zeitpunkt des Laufes (nicht in der „normalen Leserichtung“
halten),
• das Verfolgen der gelaufenen Strecke auf der Karte (Daumen
auf den Punkt der Karte, wo man gerade ist).
Die ersten Übungsformen sollten immer Läufe zu einem oder
ganz wenigen nahe gelegenen Punkten (am Anfang sogar in
Sichtweite vom Ausgangspunkt) sein, wonach zum Startpunkt
zurückgekehrt wird. Erst dann dürfen die nächsten und später
weiter entfernte Punkte angelaufen werden.
Das erfolgreiche Bewältigen der eigentlichen Wettkampfformen
des Orientierungslaufes (Ablaufen einer „OL-Bahn“) ist im Un-
terricht erst nach längerem Üben möglich. Start- und Zielpunkt
sollten im Anfängerunterricht immer dicht beieinander liegen.
2 Regelhinweise
Orientiertungslauf ist ein Individualsport, der in der Schule
am besten als Paarlauf zu organisieren ist. Besonders in
Wäldern sollte man Schülerinnen und Schüler nur paarweise
laufen lassen.
Es werden bestimmte Punkte (Posten), die auf der Karte einge-
zeichnet und im Gelände durch deutlich sichtbare orange-weiße
Markierungen erkennbar sind, angelaufen. Der Nachweis für das
Ablaufen der Strecke kann elektronisch, durch Lochungen oder
Farbmarkierungen auf einer (Start-) Karte, Abreißzettel o. ä. von
jedem angelaufenen OL-Punkt erfolgen. Sieger ist der Läufer, der
in der kürzesten Zeit alle Punkte in der vorgegeben Reihenfolge
angelaufen hat.
Vor Beginn des Unterrichts informiert sich der Lehrer über
besondere Aktivitäten (Waldarbeiten, Baumaßnahmen, Jagd
u. ä.) im Laufgelände und berücksichtigt sie bei der Durch-
führung. Besonders in heimatlicher und dörflicher Umgebung
ist darauf hinzuweisen, dass die Schüler auch dann, wenn
sie sich verlaufen haben sollten, zum vereinbarten Zielpunkt
zurückkehren müssen und der Unterricht für sie erst dann
beendet ist.
Der Leiter einer Unterrichtsveranstaltung darf
den Zielplatz erst verlassen, wenn alle Schüler zurück sind.
Orientierungslauf

64
3 Sicherheitstechnische Anforderungen/
4 Sichtprüfung vor der Benutzung
Das Sportgelände muss geeignet und die anzulaufenden Punkte
auf den Karten und im Gelände eindeutig sein.
Im sächsichen Raum besteht kein erhöhtes Erkrankungs- oder
Unfallrisiko bei freiem Bewegen in der Natur. Zeckenstiche sind
ein normales Ri siko. Informationen zum richtigen Umgang mit
Zeckenstichen stellt die Unfallkasse Sachsen unter dem Link:
http:/
/www.dguv.de/medien/fb-erstehilfe/de/documents/
zecken.pdf zur Verfügung.
Orientierungslauf

Ringen ist eine Kampfsportart, die von den Schülern Konzentra-
tion und viel Disziplin verlangt.
Um Unfällen vorzubeugen, muss der Sportlehrer sowohl auf die
Fairness der Kämpfenden, aber auch den Zustand der Matten
und die Bemessung der Sportfläche achten. Aufgrund der hohen
Beanspruchung des gesamten Muskel- und Bandapparates
muss großer Wert auf eine intensive Erwärmung gelegt werden.
1 Methodisch-organisatorische Gestaltung
1.1 Materiell-technische Voraussetzungen
K l e i d u n g
In der Ringk ampfausbildung ist eine
normale Sportkleidung
ausreichend, die aber nicht zu lose am Körper hängen sollte. Es
ist darauf zu achten, dass sich keine Metallteile (Reißverschlüs-
se) an den Sportsachen befinden. Die Sportschuhe sollten
möglichst eine weiche Sohle haben und ohne Metallösen sein.
M a t e r i a l
Für den Ringkampf im Schulsport sind
Turnmatten
(Verbundmat-
ten) oder
Ringermatten
zu verwenden.
Bei der Verwendung von Ringermatten ist ein Mattenbezug
(Ringerplane) erforderlich. Judomatten können ebenfalls
verwendet werden, aber dann sollten keine Würfe vom Stand
in die Bodenlage
durchgeführt werden, da
die Judomatten
härter sind als die Ringermatten.
S p o r t f l ä c h e
1.2 Methodische Hinweise
E r w ä r m u n g
Nach der allgemeinen Erwärmung sind für die spezifische Erwär-
mung Partnerübungen, volkstümliche Ringkämpfe und kleine
Zweikampfübungen geeignet. Eine wichtige Voraussetzung
für die Wurfschule sind Rollbewegungen aus dem Turnbereich
(Bodenturnen) sowie Rollbewegungen und Fallübungen aus dem
Judo. Um Nackenverletzungen vorzubeugen, ist eine entspre-
chende Vorbelastung (Brückenarbeit) zu empfehlen.
L e r n p r o z e s s
Erarbeitung technisch-taktischer Grundlagen:
1. Kampfstellung im Stand
2. Fassarten
3. Schrittstellung und Schrittbewegung
Erarbeitung von Sozialkompetenz:
Fair play im Kampf
Disziplin und konzentrierte Mitarbeit von Seiten der Schüler
sowie eine straffe Unterrichtsführung durch den Lehrer sind
die Voraussetzungen für eine erfolgreiche und verletzungsfreie
Ringkampfschulung. Schon in der Demonstrationsphase sollte
auf potenzielle Fehler, die Gefahren in sich bergen, hingewiesen
werden.
65
Ringen
Nutzungsart
Kampffläche (Mindestmaß)
zusätzlicher hindernisfreier Abstand
zu Wänden etc.
Lernprozess und komplexe Anwendung
1 m
– Standtechniken
6 x 6 m
1)
– Bodentechniken
2 x 2 m
1 m
Schulwettkampf
8 x 8 m mit eingezeichneter Zone 4
2 m
nationale und internationale Wettkämpfe
Kreis mit 7 m Durchmesser +
2 m
1 m Passivzone + 1,5 m Schutzzone
1)
Auf einer Mattenfläche von 6 x 6 m können 3 Paare üben. Dabei müssen die Techniken von der Mattenmitte nach außen gezogen
werden. Festhalten und Bodentechniken können auf einer Fläche von 4 m² pro Paar geübt werden. Bei Wettkämpfen sind die mate-
riellen Voraussetzungen den Festlegungen des Sportfachverbandes anzugleichen.

image
2 Regelhinweise
• Alle Handlungen, die zu Verletzungen führen können, sind
verboten. Nach Schmerzäußerungen bzw. Au- oder Haltrufen
sind alle Aktionen sofort zu stoppen.
• Üben der Technik und Taktik mit einem bereitwilligen Partner.
• Festigen der Technik und Taktik mit einem Partner, der die
Techniken durchführen lässt, die dabei bis zum leichten Wider-
stand variiert werden können.
• Das Werfen des Gegners vom Stand in die Bodenlage sollte nur
fortgeschrittenen Kämpfern gestattet werden.
• Der Sportlehrer kontrolliert vor der Ausbildung auf kurze
Fingernägel.
Verbotene Handlungen:
• Hände falten (Flechtgriff)
• Umfassen des gegnerischen Kopfes ohne Einschluss eines
Armes
• Umschließen des gegnerischen Körpers oder Kopfes mit den
Beinen
• Hebel gegen die Gelenke
• Anwendung des Doppelnelson
• Griffe, bei denen die Wirbelsäule gestaucht wird.
3 Sicherheitstechnische Anforderungen
Sportmatten
– Anforderungen nach DIN 7914 Teil 1 und DIN EN
12503 Teil 3 (Auszug)
• Die Turnmatte darf keine Schlaufen oder Griffe haben.
• Der Kern
(z. B.
Verbundschaum) muss den Anforderungen o.
g.
Normen entsprechen (Steifigkeit, Elastizität, Dämpfung).
• Der Überzug muss den Kern ohne Faltenbildung umschließen.
• Benutzerfläche ohne Naht; Material z. B. Polyamid (PA) oder
Polyester (PE), mit PVC oder PUR beschichtet; für Bodenfläche
auch andere Werkstoffe zulässig
• Boden- und Benutzerfläche müssen deutlich und dauerhaft als
solche gekennzeichnet sein
4 Sichtprüfung vor der Benutzung
• hindernisfreie Räume
um die Kampffläche gewährleistet
• Matten
– einwandfreier Kern (nicht zusammengebrochen/durch-
getreten)
– guter Sitz der Mattenhülle um den Kern
– Mattenunterseite gegenüber dem Hallenboden
gleit hemmend
– Überzug in einwandfreiem Zustand (Nähte, Brüche,
Risse ...)
– keine Spalten zwischen den einzelnen Mattenteilen
– Mattenüberzug straff über die Mattenteile gespannt
5 Literaturangaben
(Hrsg.), LandesSportBund/Sportjugend NRW/NW Judo-Verband
e.V./Ringerverband NRW e.V. (2008). Ringen & Kämpfen –
Zweikampfsport: Handreichung für die Schulen der Primarstufe
und Sekundarstufe I (Edition Schulsport). Meyer & Meyer Sport;
Auflage: 1.
Beitzen, M. (2014): Ringen, Raufen, Kämpfen – aber fair!:
Unterrichtsreihe mit Stationskarten und Spielen für ein kind-
gerechtes Kräftemessen (3. und 4. Klasse). Persen Verlag in
der AAP Lehrerfachverlage GmbH; Auflage: 1.
DGUV e.V. (2002): Matten im Sportunterricht DGUV Information
202-035 . frei zum Download unter:
http:/
/publikationen.dguv.
de/dguv/pdf/10002/si_8035.pdf.
Harald Lange, S. S. (2012): Kämpfen, Ringen und Raufen im
Sportunterricht. Limpert; Auflage: 3.
Katrin Barth, L. R. (2013): Ich trainiere Ringen (Ich lerne, ich
trainiere...). Meyer & Meyer Sport; Auflage: 1.
Katrin Barth, L. R. (2015): Ich lerne Ringen. Meyer & Meyer Ver-
lag; Auflage: 2.
Lothar Ruch, J. K. (2014): Die Techniken im RIngen: Das offizielle
Buch zur Vorbereitung auf das Ringkampf-Abzeichen RiK a des
DRB in den Stufen Bronze, Silber und Gold. Meyer & Meyer;
Auflage: 1.
Mosebach, U. (56 (2007): Heft 3). Raufen und Kämpfen im Sport-
unterricht. Lehrhilfen für den Sportunterricht, S. 1–14.
Rheinischer Gemeindeunfallversicherungsverband (RGUVV).
(kein Datum). Kämpfen im Unterricht. Download frei unter:
http:/
/www.sichere-schule.de/sport/kaempfen/kis/pdf/kis.pdf.
66
Ringen

image
Unfallschwerpunkte beim Schwimmen sind das Ausrutschen
im Duschraum und in der Schwimmhalle, Zusammenprall
beim Bahnenschwimmen sowie Unfälle durch unkontrollier-
tes Springen. Deshalb sind ein straffer Ordnungsrahmen bzw.
eine sichere Organisation vom Betreten bis zum Verlassen der
Schwimmhalle unumgänglich.
1 Methodisch-organisatorische Gestaltung
1.1 Materiell-technische Voraussetzungen
K l e i d u n g
Badebekleidung
(Badeanzug, Badehose eng anliegend),
wenn möglich Badeschuhe, generell Badekappe (lt. Hallen-
ordnung) – mit Namen im Grundschulbereich
Dinge für die persönliche Hygiene:
Waschzeug (Duschbad/
Seife mit Waschlappen), Handtuch, Kamm
Kopfbedeckung
in der kalten Jahreszeit für Heimweg
M a t e r i a l
Es dürfen nur
Schwimmsport- und Spielgeräte
genutzt werden,
die den anerkannten Regeln der Technik und den Fähigkeiten
und Fertigkeiten der Schüler entsprechen.
Für das generelle Tragen einer Schwimmbrille ist die Vorlage
einer augenärztlichen Bescheinigung erforderlich.
S p o r t f l ä c h e
Findet der Schwimmunterricht während der öffentlichen Badezeit
statt, ist die vorhandene Wasserfläche so auf die einzelnen Nut-
zergruppen aufzuteilen, dass kein „Mischbetrieb“ stattfindet.
1.2 Methodische Hinweise
E r w ä r m u n g
kurze Gymnastik für Arm- und Schulterbereich, Einschwimmen
• bei Anfängern regelmäßige Wassergewöhnungsübungen,
z. B. Augen öffnen unter Wasser (Orientierung unter Wasser)
L e r n p r o z e s s
Im Schwimmunterricht sind in der Grundausbildung die Grund-
fertigkeiten Atmen, Tauchen, Gleiten, Springen und Fortbewegen
im Wasser zu erlernen. Dazu werden Hilfs- und Spielgeräte auf
verschiedene Weise eingesetzt.
Brustschwimmen sollte im Schwimmunterricht als erste
Schwimmtechnik gelehrt werden.
Kraulschwimmen kann im 1. Komplex des Schulschwimmens
als 2. Schwimmtechnik eingeführt werden.
Beim Rückenschwimmen ist aus Sicherheitsgründen die
Wendetechnik in der Brustlage zu lehren.
Zum Ausbildungsprogramm gehören regelmäßige Unterweisung
durch die Lehrer über die Badeordnung des Schwimmbades,
Baderegeln sowie das Verhalten an winterlichen und offenen
Gewässern.
2 Regelhinweise
In der Grundschule sind die Regeln durch die Schulschwimmzen-
tren festgelegt. Weiterhin gelten allgemein folgende Hinweise:
Ein Schwimmlehrer betreut maximal 16 Schüler (Grundschule)
bzw. 20 Schüler (ab 5. Schuljahr – gemäß gültiger VwV Bedarf
und Schuljahresablauf).
• Der Lehrer muss genaue Kenntnis über Atteste haben.
• Es darf nur auf Anordnung des Lehrers ins Wasser gegangen
werden.
• Schüler, die zur Toilette müssen, melden sich beim Lehrer ab
und wieder an.
• Personen ins Wasser stoßen und unter Wasser drücken oder
aus Spaß um Hilfe rufen ist verboten.
• Nach Beendigung des Unterrichts ist die Vollzähligkeit der
Gruppe zu überprüfen.
Besondere Anforderungen an Qualifikation und Aufsicht
Lehrberechtigt sind alle Lehrer, die in Besitz des Deutschen
Rettungsschwimmabzeichens in Bronze (Mindestanforde-
rung) sind und eine Ausbildung in der Methodik des Schul
-
schwimmens absolviert haben.
Rechtliche Grundlagen: VwV Schulsport, VwV Schulfahrten
In Teichen, Seen und Talsperren darf nur geschwommen wer-
den, wenn diese als öffentliche Badeanstalten gekennzeichnet
sind. Begleitet kein eigener (mindestens Bronze, nicht älter
als 2 Jahre) eine Klasse oder Schulgruppe beim Besuch eines
öffentlichen Bades, ist eine Anmeldung beim aufsichtsführenden
Badper
sonal zwingend erforderlich. Die generelle Fürsorge- und
Aufsichtspflicht verbleibt immer bei der Lehrkraft.
Standort Lehrer
Lehrkräfte und Aufsichtspersonen sollten ihren Standort so
wählen, dass sie die gesamte Sportstätte im Auge haben, auch
wenn sie den Schwerpunkt ihrer Aufmerksamkeit einer speziel-
len Gruppe widmen müssen. Dabei sollten sie nach Möglichkeit
die Hauptlichtquelle (Fensterwand) im Rücken haben, um auch
den Beckenboden beobachten zu können.
67
Schwimmen

image
Bemerkungen zu Schülern mit Anfallsleiden
Schüler, deren Anfälle 1–2 Jahre zurückliegen, dürfen nach
Zustimmung des Arztes mit am Schwimmunterricht teilnehmen.
Schüler mit häufigen Anfällen dürfen nur einzeln beaufsichtigt
werden (nicht vom Lehrer; Aufsichtsperson muss ihre Rettungs-
fähigkeit nachweisen) – Rundschreiben zum Schulschwimmen
für Kinder mit Anfallsleiden beim Schwimmunterricht vom
25.05.2007.
3 Sicherheitstechnische Anforderungen
Schwimmbad, Lehrschwimmbecken – Anforderungen nach
DGUV Regel 107-001 – Betrieb von Bädern (Auszug):
• Fußböden rutschhemmend und trittfreundlich, Einhaltung
der Bewertungsgruppen für nassbelastete Barfußbereiche
(DGUV Information 207-006 – Bodenbeläge für nassbelastete
Barfußbereiche)
• Barfußbereiche eben und ohne Stolperstellen (z. B. Kanten,
Einzelstufen, defekte Wassereinläufe)
• Ke nnzeichnung der Wassertiefe und ggf. des Springverbotes in
unmittelbarer Nähe des Beckens
• geeignete Festhaltemöglichkeiten im Becken
• Einrichtungen und Einbauten mit abgerundeten Kanten;
Öffnungen im Beckenbereich max. 8 mm breit
• ordnungsgemäße Aufbewahrung der Sport- und Spielgeräte
• Rettungsgeräte (Stangen, Ringe) vorhanden und griffbereit
• Erste-Hilfe-Material und Notruftelefon vorhanden und
erreichbar
4 Sichtprüfung vor der Benutzung
• Verkehrswege, Aufenthaltsbereiche
trittsicher
• Schwimmsportgeräte
unbeschädigt
• Rettungsgeräte und Erste-Hilfe-Material
griffbereit
5 Literaturangaben
„1001 [eintausendeins] Spiel- und Übungsformen im
Schwimmen“ Autorenkollektiv; Red. Walter Bucher;
Schorndorf: Hofmann, 1994;
Frank, G.: Koordinative Fähigkeiten im Schwimmen: ein
Schlüssel zur perfekten Technik. Schorndorf: Hofmann, 1998;
Aulenbach, H.: Stundenblätter Schwimmen: 5. – 8. Schuljahr.
Stuttgart; Dresden: Klett , 1991
Bayerische Landesstelle für den Schulsport (LASPO), B. K. (2011).
Schwimmen unterrichten: Grundwissen – Praxisbausteine
(1. bis 10. Klasse). Auer Verlag in der AAP Lehrerfachverlage
GmbH; Auflage: 8.
Bracke, J. (2015). Lernzirkel Sport VI - Schwimmen lernen.
BVK Buch Verlag Kempen GmbH; Auflage: 7.
Marcel Fahrner, N. M. (2011). Doppelstunde Schwimmen:
Unterrichtseinheiten und Stundenbeispiele für Schule und
Verein (Doppelstunde Sport). Hofmann; Auflage: 2.
Unfallkasse Nordrhein-Westfalen (Regionaldirektion Rheinland).
(2010). Schwimmhalle. Lehrkräfte. Unterrichtshilfen. Download
frei unter:
http:/
/www.sichere-schule.de/schwimmhalle.
Unfallkasse Nordrhein-Westfalen (Regionaldirektion Rheinland).
(2010). Sicher Schule. Schwimmhalle. Bauliche Anforderungen,
Becken, Räume. Download frei unter:
http:/
/www.sichere-
schule.de/schwimmhalle.
68
Schwimmen

image
Beim Wintersport werden neben der intensiven Bewegungen an
frischer Luft vor allem Kraft und Ausdauer sowie die koordinati-
ven Fähigkeiten gefördert.
Alpiner Skilauf und Snowboarden sind Sportarten mit erhöhtem
Sicherheitsrisiko und bedürfen einer besonderen Qualifikation
der Lehrkräfte.
1 Methodisch-organisatorische Gestaltung
1.1 Materiell-technische Voraussetzungen
K l e i d u n g
Die Wintersportarten stellen besondere Anforderungen an die
Bekleidung. Es ist darauf zu achten, dass für Alpinen Skisport,
Snowboarden und Skilanglauf
zweckentsprechende Kleidung
getragen wird.
In der
Vorbereitung ist dies mit
den
Schülern und Eltern zu
besprechen.
Bei
Skibrillen
ist auf UV-Filter zu achten.
Ersatzhandschuhe sind empfehlenswert.
Auf ausreichenden Sonnenschutz ist zu achten!
Beim Alpinen Skilauf und beim Snowboarden ist das Tragen
eines Helmes Pflicht.
M a t e r i a l
Schuhe
passend, nur ein Paar (Ski)socken
verwenden
Skistöcke
Langlauf: vom Boden bis zu den Ach-
seln, beim Skating bis Kinn
Ski alpin: vom Boden bis Unterarm
Ski
Langlauf: für klassische Technik etwa
Körpergröße, für Skating-
technik kürzer
Alpin:
Schulterhöhe
Helm
DIN EN 1077
Bindung Ski Alpin/
Die Bindung muss von einem autorisier-
Snowboard
ten Sportfachgeschäft/Skiverleih einge-
stellt werden – Nachweis nicht älter als
1 Jahr (DIN ISO 11088 und 11087).
Bindung Langlauf
Bindung und Schuhe müssen das gleiche
System aufweisen.
G e l ä n d e
Beim
Skilanglauf
müssen die ausgewählten Loipen dem Verant-
wortlichen bekannt sein und alle anderen von außen wirkenden
Faktoren (z. B. Wetter, Eis, Hindernisse) beachtet werden.
Das Gelände muss dem jeweiligen Ausbildungsstand der Schü-
ler entsprechend ausgewählt werden.
Alpiner Skilauf
und
Snowboarden
darf nur auf offiziell zugelas-
senen Pisten durchgeführt werden.
Das Gelände muss dem Verantwortlichen bekannt sein und dem
jeweiligen Ausbildungsstand der Schüler entsprechend ausge-
wählt werden.
Besondere Bedingungen durch von außen wirkende Faktoren
sind zu beachten (z. B. Hochgebirge, Wetter, Nutzung durch
andere Wintersportler).
1.2 Methodische Hinweise
E r w ä r m u n g
Es ist eine geeignete Form des Aufwärmens vor Beginn jeder
Ausbildungseinheit zu wählen.
L e r n p r o z e s s
• Ausrüstung kennen lernen und erproben
• An Ski und Bedingungen vor Ort gewöhnen
Nur Übungen durchführen, die vom Schüler zu beherrschen sind
2 Regelhinweise
Die Regeln zur Sicherheit im Wintersport mit Schülern müssen
bekannt sein und eingehalten werden:
• FIS-R
egeln
Regeln für das Verhalten von Wintersportgruppen auf Pisten
und Loipen und gegenüber Pistenraupen
Die Mitglieder von Wintersportgruppen im Alpinen Skilauf und
im Snowboarden sollen auf der gleichen Könnenstufe sein. Die
Gruppenstärke darf 16 Schüler nicht übersteigen.
Im Skilanglauf kann eine Lehrkraft eine Schulklasse unterrichten.
Besondere Anforderungen an Qualifikation und Aufsicht
VwV – Schulfahrten
VwV – Schulsport
Erforderliche Qualifikation der Lehrer:
Skiwanderungen:
Der Lehrer muss mit der Sportart vertraut sein.
Skilanglauf/Ski-Alpin:
• Nachweis im Rahmen der Sportlehrerausbildung
oder
69
Ski Alpin/Skilanglauf/Snowboard

image
• gültige Lizenz des Fachverbandes
oder
• erfolgreiche Teilnahme an einer entsprechenden Fortbildungs-
veranstaltung zur Sicherheit im Wintersport mit Anerkennung
durch das SMK.
Wintersportwochen im Ausland müssen bei der Sächsischen
Bildungsagentur angezeigt werden.
Erste Hilfe
Die mitgeführte Erste-Hilfe-Ausrüstung der Lehrkraft sollte
folgendes Material enthalten:
• Notfalldecke (Metallfolie mit Silber-/Goldbeschichtung,
um eine Unterkühlung bzw. Überhitzung des Körpers zu
verhindern)
• Dreiecktuch, Fixierbinde, sterile Verbandpäckchen, sterile
Ko mpressen
• Pflaster in unterschiedlichen Größen
• Schere oder scharfes Messer
• Sonnenschutz, Lippencreme
3 Sicherheitstechnische Anforderungen
DIN EN 174
Persönlicher Augenschutz – Skibrillen für alpinen
Skilauf
Die regionalen Notrufnummern müssen bekannt sein (Liftgesell-
schaft, Bergwacht).
4 Sichtprüfung vor der Benutzung
• Skiausrüstung
jedes einzelnen Schülers durch den Lehrer
• Gelände:
Hindernisse, Eis, keine Behinderung durch andere
Skifahrer
• Wetterverhältnisse
beachten (besonders im Hochgebirge)
5 Literaturangaben
Deutscher Verband für das Skilehrwesen e.V. (2010).
Schneesportunterricht mit Kindern und Jugendlichen –
Lehrplan: Deutscher Verband für das Skilehrwesen e.V. –
INTERSKI DEUTSCHLAND. pietsch; Auflage: 1.
DSV. (2012). Offizieller DSV-Lehrplan Ski Alpin: Technik –
Unterrichten – Praxis – Mit Tipps von Felix Neureuther und
Wolfgang Maier. pietsch; Auflage: 1.
DSV. (2013). Offizieller DSV-Lehrplan Skilanglauf:
Technik – Unterrichten – Praxis – Mit Tipps von Magdalena
Neuner und Jochen Behle. pietsch; Auflage: 1.
Stiftung Sicherheit im Skisport. (kein Datum). FIS Verhaltens-
regeln. Informationen unter:
http:/
/www.ski-online.de/
stiftung-sicherheit/fis-verhaltensregeln.html.
Unfallkasse Nordrhein-Westfalen. (kein Datum).
Checkliste: Skisport. siehe z. B.:
http:/
/www.sichere-schule.de/sport/00/03_08.htm.
VwV Schulfahrten
VwV Schulsport
Auslandsfahrten – Rechtsgrundlagen/Versicherungen
(z. B. DGUV Information 202-058, 202-073)
CD Gleitsportarten
Technik und Lehrweise/Stefan Ehrlicher; Klaus Nitzsche.
Sportwiss. Fak. der Univ. Leipzig. – Leipzig : Dt. Skiverband,
2008. – 1 DVD, Lz 94 min
Inhalt: Übungen zur Gewöhnung und Gewandheit ; Technik-
analyse und Lehrweise der klassischen Techniken: Dialogschritt,
Grätenschritt, Doppelstockschub, Spurwechsel, Bogentreten,
Bogenlaufen; Technikanalyse und Lehrweise der Skatingtech-
niken; Herausgeber: Deutscher Skiverband
70
Ski Alpin/Skilanglauf/Snowboard

71
Slackline
Das Balancieren auf einer Slackline macht Spaß und besitzt
einen hohen Aufforderungscharakter. Es beansprucht Körper
und Geist in gleicher Weise, schult die koordinativen Fähig-
keiten und verlangt ein hohes Maß an Konzentration.
Der Aufbau eines Slacklinesystems kann Teil des Bewegungsan-
gebotes in der Schule sowohl in der Pause als auch im Sportun-
terricht sein. Gleichwohl ist Slackline bei Ausflügen möglich.
1 Methodisch-organisatorische Gestaltung
1.1 Materiell-technische Voraussetzungen
K l e i d u n g
Für ausreichende Bewegungsfreiheit im Lernprozess sollten
Sporthemd und -hose locker oder leger sitzen. Das Tragen von
Sportschuhen wird empfohlen, es ist aber auch möglich
(z. B. zur Gewöhnung an die Slackline, zur Unterstützung des
Lernprozesses oder zur Stärkung der Fußmuskulatur), die
Slackline barfuß zu begehen.
M a t e r i a l
Geeignet für den Einsatz sind die sogenannten Low-Lines, da
aufgrund der geringen Höhe die Verletzungsgefahr bei einem
Absturz gering ist. Der Aufbau von High-Lines ist für den Schul-
sport und Schulveranstaltungen untersagt.
1.2 Methodische Hinweise
E r w ä r m u n g
• Allgemeine Erwärmung des gesamten Körpers
inklusive Mobilität Beine, Hüfte u. Rumpf
L e r n p r o z e s s
• Aufstieg mit und ohne Hilfestellung
• Standübungen auf der Line mit und ohne Hilfestellungen
• Laufübungen auf der Line
• Koordinative Übungen auf der Line (z. B. Drehungen)
2 Regelhinweise
• Im Sportunterricht ermöglichen Stationenbetriebe/Geräte-
parcours eine bewegungs- und lernintensive Kleingruppen-
arbeit auf der Slackline.
• Die Beaufsichtigung des Bewegungsangebotes richtet sich
nach den jeweiligen Schulordnungen und der Verwaltungsvor-
schrift Schulsport. Im R ahmen der aktiven Pausengestaltung
kann zur Sicherheit und aus pädagogischer Perspektive eine
zusätzlichbegleitende Aufsicht sinnvoll sein.
• Laufwege dürfen sich mit der Slacklinezone nicht über-
schneiden.
• Insbesondere in Pausenhöfen sollte der Slacklineaufbau in
bewegungsberuhigten Bereichen erfolgen.
• Die Schülerinnen und Schüler sind über die Nutzungsbedin-
gungen der verwendeten Slacklinesysteme zu unterweisen.
• Schülerinnen und Schüler helfen und sichern sich je nach
Kö nnen gegenseitig beim Balancieren auf der Slackline.
• Auf der Slackline balanciert immer nur eine Person.
• Das erhöhte Gefährdungspotential bei der Nutzung einer
Slackline als Jumpline in Verbindung mit den hohen koordina-
tiven Anforderungen an die Schülerinnen und Schüler erfordert
eine sportpädagogische Gefährdungsbeurteilung durch die
verantwortliche Lehrkraft. Dies macht technische, organisato-
rische und personelle Maßnahmen zur Sicherheit notwendig.
3 Sicherheitstechnische Anforderungen
Die Vorschriften des zuständigen Sachkostenträgers sind in
jedem Fall zu erfragen und zu beachten (z. B. Nutzung von
Bäumen auf dem Schulgelände).
Nutzung und Aufbau
Im Schulsport sollten nur zertifizierte Slacklinesysteme nach
DIN 79400 und mit GS-Zeichen verwendet werden. Komplettsets
von Slacklinesystemen (nach DIN 79400) eignen sich besonders
für die Nutzung im Indoor-Bereich.
Die Handratsche sollte mit der Handkraft einer Hand bedient
werden. Es dürfen keine Verlängerungen und Hilfsmittel zum
Spannen verwendet werden.
Die empfohlene Nutzungshöhe beträgt 50 cm (ca. Kniehöhe des
Nutzers). Die maximale Nutzungshöhe beträgt 90 cm (höchstens
jedoch eine Handbreite unter der Schritthöhe des Nutzers).
In Abhängigkeit von den sportlichen Bewegungen, die auf der
Slackline ausgeführt werden, muss der Untergrund entspre-
chend hohe stoßdämpfende Eigenschaften besitzen, eben und
frei von Stolperstellen sein. Outdoor eignet sich z. B. Grasboden
oder Sand (frei von spitzen und scharfen Gegenständen).
Indoor werden Turn- oder Niedersprungmatten empfohlen.
Auf seitliche Hindernisfreiheit ist zu achten (Empfehlung: 3 m).
Slacklines dürfen niemals verknotet werden.
Metallteile in Slacklinesets (z. B. Handratsche, Schäkel) sollten
mit einer Schutzhülle ummantelt oder abgedeckt werden, so
dass Verletzungsrisiken durch Fang-, Quetsch- und Scherstellen
ausgeschlossen werden.
Die Slackline wird in der Regel von der Lehrkraft aufgebaut.
Schülerinnen und Schüler können den Aufbau unterstützen.
Wenn es das Alter und die Reife der Schülerinnen und Schüler
zulässt, können diese nach vorheriger Unterweisung durch
die Lehrkraft die Slackline selbstständig aufbauen. Vor Nutzung
der Line überprüft die Lehrkraft den Aufbau durch eine Sicht-
und Funktionsprüfung.
Es wird dringend empfohlen die Slackline bzw. die Spann -
ratsche – unabhängig von welchem Hersteller und unabhängig

vom Typ - zu hintersichern (Redundanz zwischen Spannratsche
und Anschlagpunkt). Dieses lässt sich leicht mit dem über-
schüssigen Band oder mit einer zusätzlichen Bandschlinge
bewerkstelligen.
Verankerung
Es sind stets die Herstellerangaben/Betriebsanweisungen
(liegen dem Slacklineset bei) zu beachten. Auf der Slackline
finden sich Angaben zur maximalen Belastung der Veranke-
rungen. Entsprechend der Angaben sind passende wider-
standsfähige Anschlagpunkte auszuwählen.
Im Freien eignen sich folgende Anschlagpunkte:
• Schwerlastverankerungen (z. B. in Mauern) mit einer
Auszugsfestigkeit von 4000 daN (entspr. ca. 4 t),
• Bodenanker und Bodenschrauben in Verbindung mit ge-
eigneten Geräten zur Umlenkung der Line (z. B. A-Frame),
• gesunde Bäume (Stammumfang mind. 100 cm in
Befestigungshöhe) unter Verwendung eines geeigneten
Baumschutzes.
In der Sporthalle sind folgende Anschlagpunkte zu empfehlen:
• Schwerlastverankerungen (vgl. oben): Die Prallschutzanfor-
derungen an die Hallenwände müssen eingehalten werden
und beim Anbringen von Schwerlastverankerungen sind
eine statische Prüfung und ein fachkundiger Aufbau nötig.
• Weitere Befestigungsmöglichkeiten von Slacklinesystemen
an Recksäulen und Bodenhaken sind im Anhang A der Norm
DIN 79400 aufgeführt. Die Nutzung eines Slacklinesystems
an diesen Anschlagpunkten ist in der Praxis im Einzelfall zu
prüfen. Hierzu sind der Sachaufwandsträger und der Her-
steller des Slacklinesystems einzubinden. Angaben in der
Gebrauchsanweisung des Slacklinesystems sind unbedingt
zu beachten.
• Slacklinesystemsets: Sportgerätehersteller bieten Slackline-
systemsets mit passenden Pfosten an. Diese können in die
vorhandenen Bodenhülsen eingebracht werden.
• Alle anderen, nicht in der Norm genannten Geräte (wie z. B.
Sprossenwände, Wandspielschienen, Steckbarren, Volleyball-,
Badminton- und Tennispfosten, Bodenhaken für Tennisnetze,
sowie alle Arten von in der Wand eingebauten Sportgeräten)
sind keinesfalls für die Anbindung von Slacklinesystemen
geeignet.
4 Sichtprüfung vor der Benutzung
• Das Slacklinesystem ist auf sichtbare Mängel und Verunreini-
gungen zu prüfen (Gurtband, Nähte, Ratschen und Anschlag-
punkte etc.).
• Überprüfung, dass die Slackline entsprechend der Aufbau-
anleitung aufgehängt ist.
• Der hindernisfreie Abstand (seitlich zur Line) von 3 m ist
einzuhalten.
• Es ist sicher zu stellen, dass durch das aufgebaute Slackline-
system keine Wege oder ähnliches versperrt werden.
5 Literaturangaben
Demian Geyer, C. K. (2011). Slackline – Handbuch für Freizeit,
Schule und . Celle: Pohl-Verlag.
Kir sten, M. Die Seiltänzer kommen. ipunkt (2/2014), S.11–13.
Unfallkasse Sachsen 02-25. Slackline – aber sicher! als PDF
zum Download unter:
http:/
/www.unfallkassesachsen.de.
72
Slackline

image
Durch den fehlenden Körperkontakt zwischen den Gegenspie-
lern sind Unfälle beim Tennis relativ selten. Sie konzentrieren
sich auf den Knie-, Fuß- und Wirbelsäulenbereich. Typische
Tennisverletzungen sind außerdem „Tennisschulter“ und „Ten-
nisellenbogen“ (bei Vielspielern und bei falscher Vermittlung
der Technik bzw. fehlender Bewegungskorrektur).
Der Sportlehrer kann das Verletzungsrisiko durch geeignete
Organisation, gründliche Unterweisung und ständige Einfluss-
nahme im Lernprozess entscheidend beeinflussen.
1 Methodisch-organisatorische
Gestaltung
1.1 Materiell-technische Voraussetzungen
K l e i d u n g
Es ist sportgerechte, den Witterungsverhältnissen angepasste
Kleidung zu tragen. Die Sportschuhe sollten keine Noppen und
kein grobes Profil haben (bei Sandplätzen).
M a t e r i a l
Schläger:
altersgerechte (Gewicht, Griffstärke, Größe) handels-
übliche Tennisschläger
Bälle:
Softbälle und Tennisbälle
S p o r t f l ä c h e
Nutzungsart
Spielfeld
zusätzlicher hindernis-
(Mindestmaße)
freier Abstand an den
Längsseiten Stirnseiten
Lernprozess,
modifizierbar
komplexe
Anwendung
Schulwettkampf
1)
23,77 x 10,97 m
3,66 m
6,4 m
nationaler und
internationaler
23,77 x 10,97 m
3,66 m
6,4 m
Wettkampf
2)
1)
bei Schulwettkämpfen Angleichung an die Regeln der Sport-
fachverbände
2)
nach den Regeln der Sportfachverbände
1.2 Methodische Hinweise
E r w ä r m u n g
• Lauf-ABC mit tennisspezifischen und ballgewöhnenden Zu-
satzübungen
• Lauf-/Haschespiele mit Aufgabenstellung
• Rundlaufformen
• tennisspezifische Dehnübungen (vor allem ausgerichtet auf
Handgelenk, Ellenbogen und Schulter)
• einspielen
L e r n p r o z e s s
ganzheitliche Lernmethode, treffpunktorientierte Lehrweise
• „vom Miteinander zum Gegeneinander“
• „vom Kleinfeld zum Großfeld“
• „vom langsamen zum schnellen Ball“
Beachte: • ausreichender Abstand der Übenden zueinander
• herumliegende Bälle können zu Unfällen führen
• Verletzungsrisiko bei Gruppenarbeit durch man-
gelnde Rücksichtnahme der Schüler untereinander
(Kopf- und Körpertreffer bei Netzaktionen)
2 Regelhinweise
Das Re gelwerk des Fachverbandes kann im Lernprozess beliebig
modifiziert werden (Tischtennis- oder Volleyballzählweise, Diffe-
renzzählweise, Mehrfachpunkte u. ä.).
73
Tennis

image
image
3 Sicherheitstechnische Anforderungen
Tenniseinrichtungen
– Anforderungen nach DIN EN 1510 (Auszug):
Klassifizierung: Tenniseinrichtungen werden nach der
Konstruktion in 3 Typen eingeteilt und nach der Bruchkraft
des Netzes in 3 Klassen. Für Schulsport ist die Wahl des Typs
freigestellt; für Netze ist Klasse C ausreichend.
• keine scharfen oder vorstehenden Ecken und Kanten an den
Säulen (Radius mind. 3 mm)
• Enden der Netzhaken dürfen nicht zum Spielfeld zeigen.
• Bodenanker dürfen nicht in das Spielfeld hineinragen.
• Spannvorrichtungen dürfen sich nicht selbsttätig lösen
können.
• Wenn Kurbeln vorhanden sind (z. B. für eine Winde), müssen
sie abnehmbar oder einschiebbar sein oder im Umkreis der
Säule bleiben.
4 Sichtprüfung vor der Benutzung
• Spielfläche
eben, trittsicher, keine Splitter; Platztüren
geschlossen
• hindernisfreie Räume
um das Spiel-/Übungsfeld gewähr-
leistet; keine Hindernisse im Laufbereich der Schüler
(z. B. bei Rundlaufspielen Platzpflegegeräte)
• Tenniseinrichtung:
– keine scharfen oder vorstehenden Ecken und Kanten
an den Säulen
(Radius mind. 3 mm)
– Spannvorrichtung des Netzes so beschaffen,
dass Verletzungen vermieden werden
– Enden der Netzhaken zeigen nicht zum Spielfeld
5 Literaturangaben
Deutscher Tennis Bund (DTB).
http:/
/www.dtb-tennis.de.
Norbert Weyers, M. M. (2014). Rückschlagspiele: Badminton –
Tennis – Tischtennis. Handreichung für Schulen der Primarstufe
und Sekundarstufe (Edition Schulsport). Meyer & Meyer Sport;
Auflage: 1.
Robert Horsch, R. B. (2016). Doppelstunde Tennis und Tisch-
tennis: Unterrichtseinheiten und Stundenbeispiele für Schule
und Verein (Doppelstunde Sport). Hofmann; Auflage: 1.
Tennis Verband Sachen-Anhalt. (kein Datum).
Tennis macht Schule! Download fei unter:
http:/
/www.landesschulamt.sachsen-anhalt.de/
ausserunterrichtlicher-schulsport/jugend-trainiert-fuer-olympia/
aktuelles/tennis-macht-schule.
„Unfallverhütung im Tennis – Maßnahmen zur Vermeidung
von Verletzungen und Überlastungsschäden“ Hrsg: ARAG
Allgemeine Versicherungs-AG, Ruhr-Universitat Bochum und
weitere Institutionen
74
Tennis

image
Beim Tischtennis sind Unfälle relativ selten. Körperkontakt zwi-
schen Gegenspielern ist nahezu ausgeschlossen. Unfallursachen
können jedoch in der Beschaffenheit des Materials, einer zu
geringen Bewegungsfläche und den Bodenverhältnissen liegen.
1 Methodisch-organisatorische Gestaltung
1.1 Materiell-technische Voraussetzungen
M a t e r i a l
Tischtennistisch:
Klasse B, Regelmaß 2,74 x 1,525 m; in Sport-
hallen möglichst mit fahrbarem Untergestell und bei Bedarf
höhenverstellbar
Netzgarnituren:
Klasse B, Pfostenhöhe ≤ 15,75 cm, Netzhöhe:
15,25 cm; Abstand Pfostenaußenseite - Tisch: 15,25 cm
Bälle
mit 2,7 g Gewicht; Trainingsbälle sind ausreichend (ab
7/2001: 40 mm Balldurchmesser)
Schläger
mit beidseitig ebener und unbiegsamer Oberfläche;
eine Seite rot, eine Seite schwarz; Empfehlung: handlicher
Griff, Noppen innen (Backside-Belag) und Schwammunterlage
1,5 bis 2,1 mm
S p o r t f l ä c h e
Nutzungsart
Gesamtsportfläche
Lernprozess, komplexe Anwendung
3 x 5 m
Training/Wettkampf
1)
6 x 12 m
internationaler Wettkampf
1)
7 x 14 m
1)
nach den Bestimmungen der Sportfachverbände; lichte Höhe
5 m (Empfehlung)
1.2 Methodische Hinweise
E r w ä r m u n g
Zur Vorbereitung der
Fußgelenke
sind Lauf-/Haschespiele ge-
eignet; eine kurze und intensive Erwärmung ist besser als eine
langandauernde Laufschule.
Vorschläge für spielerisches Aufwärmen/Einzelspielformen am
Tisch:
• Einspielen im Rotationsprinzip (jeder Spieler 3 bis 5 Bälle;
max. 4 Spieler pro Tisch),
• Tischtennis „Amerikanisch“ (parallel oder diagonal),
• Partnerspiel mit möglichst vielen Schlagwechseln auch mit
Angriff und Abwehr im Wechsel.
L e r n p r o z e s s
• Grundfertigkeiten ausbilden:
– korrekte
Schlägerhaltung
(„Shakehand-Haltung“).
– Die
Grundstellung
ist bestimmt durch Winkelstellungen, die
dem Körper Spannkraft wie eine Feder verleihen.
– Der Baustein der
Beinarbeit
ist der Step-Schritt; dabei ist der
Fußballen zu belasten, nicht aber der ganze Fuß.
Mit Ball – Stehen! Ohne Ball – Laufen und Bewegen!
• Schulung des peripheren Sehens durch partnerweise Übun-
gen, auch außerhalb der Platte, z. B. Zuschlagen des Balles
mit Bodenberührung
– über Hindernisse (Linie, Bank, Schnur),
– gegen eine Tellerfahnenstange o. ä.,
– in Zielfelder auf dem Boden oder an der Wand,
– Schattenlauf.
• Einzel
• Doppel (erst einführen, wenn ausreichend Grundfertigkeiten
und Platz vorhanden sind)
Hinweis:
Auf- und Abbau der Tischtennistische üben.
2 Regelhinweise
Der Lehrer entscheidet über
• Anzahl der Gewinnsätze (2 oder 3),
• Anzahl der Punkte pro Satz .
Jegliches Berühren/Stützen der Tischtennisplatten mit den
Händen ist zu unterbinden.
Der Aufschlag erfolgt regelgerecht hinter dem Tisch nach An-
werfen des Balles.
75
Tischtennis

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3 Sicherheitstechnische Anforderungen
3.1 Tischtennistische:
Klasse B für Schul- und Vereinssport
Klasse A für Hochleistungssport: Klasse C (hohe Qualität) und
Klasse D für Freizeitsport
Ke nnzeichnung:
a) Benutzung Innen- oder Außenbereich
b) nach DIN EN 14468-1
c) Warenzeichen und Name des Tisches
d) geeignet für Rollstuhlfahrer, wenn Kennzeichnung
mit Rollstuhlsymbol
Anforderungen nach DIN EN 14468-1 (Auszug):
Spielfläche
– muss rechtwinklige, aber keine scharfen Kanten haben. Alle
Ka nten müssen abgestumpft (außer Ecken) sein.
Untergestell
– durch selbsttätige Verriegelungen gegen unbeabsichtigtes
Zusammenklappen gesichert,
bei Nichtgebrauch Arretierung gegen ungewolltes Aus-
klappen,
bei Tischen mit Fahrgestell automatische Arretierung gegen
ungewolltes Ausklappen,
– Mindestabstand von 150 mm zwischen Kopfseite des
Tisches und Füßen, für Rollstuhlfahrer mind. 400 mm
– Abstand zwischen einer Querstange an der Kopfseite des
Tisches und dem Boden mind. 300 mm.
3.2 Netzgarnituren:
Für
Schulsport
ist
Klasse B
zu verwenden (Klasse A für Hochleis-
tungssport, Klasse C, D für Freizeitsport).
Anforderungen
nach DIN EN 14468-2 (Auszug):
• Am Tisch befestigter Netzpfosten darf Spieler nicht verletzen
und Plattenhälfte nicht beschädigen.
• Netzpfosten ohne scharfe und spitze Ecken und Kanten
• keine plötzlichen Änderungen in der Höhe, Dicke oder Breite
jedes Teils des Netzpfostens
• Netzpfosten mit Federklemme – Sicherheitsabstand 12 mm
4 Sichtprüfung vor der Benutzung
• Boden
splitterfrei, trittsicher
• hindernisfreie Räume
um das Spiel-/Übungsfeld gewährleistet
• Tischtennistisch und -netz:
– Aufbau nach Benutzerinformation des Herstellers
– Kanten stumpf und rechtwinklig
– Holzteile frei von Splittern
– selbsttätig wirkende Verriegelung gegen unbeabsichtigtes
Zusammenklappen des Untergestells vorhanden und
funktionstüchtig
– Gewährleistung der Standsicherheit
5 Literaturangaben
Handreichung „Mehr Sicherheit im Schulsport, Sportbereich
Spiele“ Hrsg.: Landesinstitut für Schule und Weiterbildung
und die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung im Lande
Nordrhein-Westfalen, 2. Auflage 1993
Tischtennis in der Schule – Informationen, Anregungen und
Tipps für Lehrerinnen und Lehrer aller Schularten
Hrsg.:Tischtennisverband, Württemberg-Hohenzollern e.V.,
Deutscher Tischtennisbund e.V.
Claus Mayr, M. F. (2012). Spielend Tischtennis lernen: in Schule
und Verein. Limpert; Auflage: 1.
Deutscher Tischtennis Bund. (kein Datum).
http:/
/www.tischtennis.de.
Horsch, R. (1997). Sportiv Tischtennis: Kopiervorlagen für den
Tischtennisunterricht (Klett Sportiv). Klett.
Katrin Barth, E. S. (2013). Ich lerne Tischtennis (Ich lerne, ich
trainiere ...). Meyer & Meyer Sport; Auflage: 1.
Luthardt, P. (2015). Kreatives Tischtennistraining: Mal anders
trainieren – 50 Übungen, die Spieler begeistern. Philippka.
Norbert Weyers, M. M. (2014). Rückschlagspiele: Badminton –
Tennis – Tischtennis. Handreichung für Schulen der Primarstufe
und Sekundarstufe (Edition Schulsport). Meyer & Meyer Sport;
Auflage: 1.
76
Tischtennis

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77
Die Sportart Triathlon und deren Kombinationen Duathlon und
Swim & Run beinhalten die Komplexität der Einzelsportarten
Schwimmen, Radfahren und Laufen. Diesbezüglich müssen
auch die Unfallschwerpunkte gesondert betrachtet werden.
Ein besonderer Aspekt liegt hierbei auf
den unterschiedlichen
äußeren Bedingungen.
S c h w i m m e n
1 Methodisch-organisatorische Gestaltung
Hallenbad:
Es gelten alle Punkte zur Unfallverhütung wie in der Einzelsport-
art Schwimmen (Seite 67–68).
offenes Gewässer:
1.1. Materiell-technische Voraussetzungen
Es darf in Teichen, Seen und Talsperren nur dort geschwommen
werden, die als öffentliche Badeanstalten gekennzeichnet
sind. Auf genügend R ettungsschwimmer vor Ort muss geachtet
werden. Die Zusammenarbeit mit dem Badepersonal und/oder
DLRG/Wasserwacht ist zwingend notwendig.
K l e i d u n g
• Badehose/ Badeanzug oder Zweiteiler
• Badekappe wird empfohlen
M a t e r i a l
Hallenbad:
Leinen für Gruppenschwimmen
Freiwasser:
sichtbare Bojenbegrenzung für Strecke und Wenden
S p o r t f l ä c h e
Schwimmhalle/öffentliches Freibad
1.2. Methodische Hinweise
E r w ä r m u n g
• Erwärmungsgymnastik (v. a. Arme)
• Einschwimmen
L e r n p r o z e s s
• Bekanntmachen mit Wettkampfregularien (Startzeit, Startort,
Bahn, Strecke, Wechselzone ...)
• sportlich faires Verhalten beim Gruppenschwimmen in der
Bahn
• Re gelkenntnis beim Wechsel zur nächsten Disziplin
2 Regelhinweise
• Festhalten an Schwimmern und Gegenständen, Tauchen,
unfaires Abdrängen werden mit Disqualifikation geahndet.
• Badekappe und Schwimmbrille muss im Wechselraum
abgelegt werden.
3 Sicherheitstechnische Anforderungen
Lehrberechtigt sind alle Lehrer, die im Besitz eines gültigen Ret-
tungsschwimmernachweises (Silber) sind und eine Ausbildung
in der Methodik des Schulschwimmens absolviert haben.
Die Teilnahme an einer sportlichen Aktivität oder Wettkampf im
Triathlon bedarf der schriftlichen Zustimmung der Eltern!
Der Lehrer muss genaue Kenntnisse über Atteste haben.
Zusätzlich gelten zum Schwimmen in der Schwimmhalle
folgende Hinweise für das
Freiwasserschwimmen:
Geschwommen wird mit möglichst geringem Abstand zum Ufer.
Eine zum Ufer parallel verlaufende Streckenführung ist zu
bevorzugen.
• Begleitung per Boot ist hilfreich.
• Rettungsschwimmer müssen vor Ort sein.
• Bojen begrenzen die Strecken, kennzeichnen die Wenden.
• Bei Wassertemperaturen unter 15°C und Außentemperaturen
unter 12°C darf nicht geschwommen werden.
• Bei Wassertemperaturen von 19°C – 20,9°C ist die Schwimm-
strecke/-zeit für Schüler von 8 bis 13 Jahren zu halbieren.
• Die Schüler müssen ein Schwimmabzeichen nachweisen.
4 Sichtprüfung vor der Benutzung
für Schwimmhallen:
siehe Anforderungen nach DGUV Regel 107-001 (Betrieb von
Bädern)
für Freiwasser:
• Beseitigung möglicher Gefahrenquellen am/im Wasser
(z. B. Glas, Steine, …)
• Kennzeichnen der Laufwege zur Wechselzone
• Barfußbereich säubern, ohne Stolperstellen
R a d f a h r e n
1 Methodisch-organisatorische Gestaltung
1.1. Materiell-technische Voraussetzungen
K l e i d u n g
• nicht zu weite Hosen
• geschlossene Oberbekleidung
• kurze Schnürsenkel/evtl. Schnellverschlüsse
M a t e r i a l
• verkehrstüchtiges Mountainbike oder Straßenrad
• anpassen des Rades an Körperhöhe (Sattelhöhe)
• Luftpumpe, Werkzeug-Tool, Flickzeug griffbereit halten
• Helm festsitzend
Triathlon

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78
S p o r t f l ä c h e
Das Radfahren wird auf einem vom örtlichen Straßenverkehr
abgesperrten Gelände durchgeführt, z. B. Schulhof, Sport-
gelände, Wald oder Freizeitpark.
1.2. Methodische Hinweise
Voraussetzung ist, dass die Schüler ihr Fahrrad „kennen“ und
beherrschen. Es gehört eine regelmäßige Unterweisung durch
den Lehrer über das Verhalten im Straßenverkehr dazu.
E r w ä r m u n g
Durch Abfahren der Strecke erfolgt zeitnah das Ke nnenlernen
des Streckenverlaufes.
L e r n p r o z e s s
G r u n d t e c h n i k e n
Je nach Kenntnisstand der Schüler sollte einhändig links/rechts,
im Stehen und/oder mit variablen Radien/Abstand/Geschwin-
digkeit das Ra dfahren beherrscht werden,
als auch
• das Anfahren, Bremsen und Schalten (auch wettkampfnah)
• das „sichere Fahren“ bei unterschiedlichen Bedingungen
(Gelände, Wetter)
• Kurventechnik
• das Fahren in der Gruppe (hinter-/nebeneinander)
• Auf- und Absteigen unter Wettkampfbedingungen
• Wechseltechniken zwischen einzelnen Disziplinen üben
• Koppeltraining Rad-Lauf üben
2 Regelhinweise
• Helmpflicht!
• Auf- und Absetzen des Helms am Wechselpunkt
• Neoprenverbot
• Renn- und Speedradverbot (mind. 1,5“ Reifenstärke)
• keine Klickpedalen
• Oberkörper muss bedeckt sein
• Startnummer hinten sichtbar anbringen
• Überholvorgang mit genügend seitl. Abstand (2 m) vornehmen
• Es gelten die StVO und die DTU-Regeln.
3 Sicherheitstechnische Anforderungen
Es ist eine hohe Disziplin erforderlich, da es auf Grund der
Geschwindigkeit zu Stürzen kommen kann. Es muss besonders
beim Fahren in der Gruppe mit Fehlverhalten anderer Wett-
kampfteilnehmer gerechnet werden. Deshalb steht die Sicher-
heit an oberster Stelle und die Kenntnis der StVO.
• zu Beginn immer einen Rad-Check durchführen
• ausführliche Information zur Streckenführung
• stark frequentierte Verkehrswege meiden
• im Wettkampf: rechtzeitige Information bei evtl. Straßensper-
rungen/-nutzungen an die zuständigen Behörden einreichen
• ausreichende Anzahl an Helfern sichern die Strecke an
Gefahrenstellen
• Erste-Hilfe-Material und Notruftelefon muss vorhanden und
erreichbar sein.
• Auf Hautschutz (Sonnenbrandgefahr) ist zu achten.
4 Sichtprüfung vor Radnutzung
• Verkehrswege, Gelände checken
• Gefahrenstellen kennzeichnen, bzw. sichern
• zusätzliche Regelungszeichen ansagen
• Auf- und Abstiegszonen kennzeichnen
L a u f e n
1 Methodisch-organisatorische Gestaltung
1.1.
Materiell-technische Voraussetzungen
K l e i d u n g
• Laufschuhe nicht zu eng/klein
• mit verstärktem Fersenteil als Prellschutz, muss dem Fuß
ausreichend Halt bieten
• Kopfbedeckung und angemessen lange Laufkleidung in
kalter Jahreszeit (nicht zu dick)
• bevorzugt Funktionskleidung
M a t e r i a l
• Startnummer oder Startnummernband
• evtl. Transponder zur automatischen Zeitnahme
• Laufstrecke deutlich kennzeichnen/markieren
(mit Absperrband, Kegel, Schilder, ...)
• Zielgasse markieren
S p o r t f l ä c h e
Das Laufen kann im Gelände (Park/Wald) oder auf dem Sport-
platz stattfinden. Außerhalb des Schulgeländes sollte in
Gruppen gelaufen werden.
1.2. Methodische Hinweise
E r w ä r m u n g
Eine intensive allgemeine, aber auch spezielle Erwärmung,
z. B. durch das Lauf-ABC, ist unabdingbar. Dazu gehört ebenfalls
eine Vordehnung und ein ausreichendes Einlaufen.
L e r n p r o z e s s
Da es immer unterschiedliche Ausgangsniveaus gibt, sollten
die Übungen so ausgewählt werden, dass jedes Leistungsniveau
individuell gefordert wird und schwächere Schüler integriert
werden.
Die Technik- und Koordinationsschulung erfolgt mit den
Lauf-ABC-Übungen. Dabei gilt vom Einfachen zum Schweren.
Triathlon

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79
Zur Verbesserung der aeroben Ausdauer sollten varianten-
reiche Methoden verwendet werden, die motivieren sollen.
Ziel ist es, das Laufen im Wettkampf ohne Probleme nach dem
Schwimmen und R adfahren als dritte Disziplin absolvieren
zu
können.
2 Regelhinweise
Beim Laufen ist eine Oberbekleidung zu tragen. Die Start-
nummer muss von vorn deutlich sichtbar sein. Sich auf der Lauf-
strecke begleiten und/oder betreuen zu lassen, ist verboten.
3 Sicherheitstechnische Anforderungen
• witterungsbedingte Kleidung
• sofortiges Umziehen (nach dem Laufen!) ermöglichen
• ausreichend Trinken
• bei Außentemperaturen >30 °C kein Lauf, oder nur im Schatten
• Erste-Hilfe-Material und Nottelefon müssen
vorhanden und
erreichbar sein.
• Kampfrichter an unübersichtlichen Streckenabschnitten als
Einweiser postieren
4
Sichtprüfung
vor
dem Laufen
• Laufstrecke (Tartan, Sand, Erde) sollte ebenflächig,
frei von Stolperstellen, Löchern, Gegenständen usw. sein.
• Beim Laufen im Gelände ist eine Einweisung zur Strecken-
führung erforderlich.
• Hinweise auf möglicher Gefahrenstellen (nasses Laub,
Treppen, Wurzeln …) geben.
5 Literaturangaben
Deutschen Triathlon Union e.V. (2015). Die Kampfrichterordnung
der Deutschen Triathlon Union e.V. Download frei unter:
http:/
/
triathlon-sachsen.de/wp-content/uploads/2015/08/kro-v2-11.pdf.
Engel, F. (51 (2010), 5/6, ). Triathlon im Schulsport.
Praxis
beispiele und Übungsreihen. Sportpraxis, S. 44–51.
Dowload unter:
http:/
/www.dtu-info.de/a/dateien/
triathlonjugend/Downloadbereich/Triathlon%20im%20
Schulsport%20-%20SportPraxis.pdf.
Triathlon

80

image
Beim Volleyball kommt es besonders auf die Beherrschung der
Technik, Konzentration, Reaktionsschnelligkeit und umsichtiges
Spielverhalten an. Verletzungsschwerpunkte sind Finger- und
Handgelenke sowie Körperschäden durch Zusammenprall/Zwei-
kämpfe am Netz, Balltreffer, Zusammenstöße mit Netzpfosten
oder Spannvorrichtungen oder Kontakt mit den Hallenwänden.
Neben methodischer Unterrichtsgestaltung müssen Anforde-
rungen an die Netzeinrichtung und die Spielfeldmaße beachtet
werden.
1 Methodisch-organisatorische Gestaltung
1.1 Materiell-technische Voraussetzungen
K l e i d u n g
Als Spielkleidung ist
normale Sportkleidung
ausreichend.
Anzustreben, vor allem im Wettkampfbetrieb, sind knöchelhohe
Sportschuhe und Knieschoner.
M a t e r i a l
• Für je zwei Spieler sollte mindestens ein
Ball
zur Verfügung
stehen. Größe, Gewicht und Innendruck sind für den Wettspiel-
betrieb im Regelwerk fixiert. Oft sind Bälle für das Üben zu hart
aufgepumpt.
• Bei
Netzen
dürfen keine defekten Stahlspannseile verwendet
werden.
Netzpfosten
(mind. 0,5 m von der Seitenlinie entfernt) oder
Wandschienen
sind nach DIN 1271 anzubringen.
S p o r t f l ä c h e
Nutzungsart
Spielfeld
zusätzlicher hindernis-
freier Abstand an den
Längsseiten
Stirnseiten
Lernprozess,
mind. 1,5 m
mind. 1,5 m
komplexe
Anwendung
Schulwett-
9
x 18 m
3 m
3 m
kampf
1)
Internationaler
9 x 18 m
5 m
8 m
Wettkampf
2)
1)
bei Schulwettkämpfen Angleichung an die Festlegungen des
Sportfachverbandes
2)
nach den Bestimmungen der Sportfachverbände
Sportgeräte und Gegenstände, die für den Übungsablauf/
das Spiel nicht erforderlich sind, müssen aus dem Spiel- und
Übungsfeld und dem Bereich der Sicherheitsabstände entfernt
werden.
1.2 Methodische Hinweise
E r w ä r m u n g
Neben der allgemeinen Erwärmung zielt die spezielle Erwär-
mung vor allem auf die unfallgefährdeten Körperpartien wie Fuß-
und Kniegelenke, Finger, Hände und Schultern. Dazu dienen
spezielle Gymnastik, kleine Spiele und volleyballtechnische
Übungen.
L e r n p r o z e s s
Anfänger
• anfangs miteinander statt gegeneinander spielen
• zu Beginn Vorstufen des Direktspiels üben (Doppelspiel,
Volleyballtennis u. ä.)
• Erleichterung durch „leichte“ Bälle schaffen (Soft-, Strand-,
Minivolleybälle)
Fortgeschrittene
• üben einzelner Elemente bis zur Feinform (Aufschlag,
Annahme, Stellen, Angriff, Block, Feldabwehr)
• Anwendung von Komplexübungen (Verbindung von mehreren
Elementen der Technik und Taktik einer Spielsituation)
• Kleinfeldspiele (2 : 2, 3 : 3, 4 : 4) mit Variationen in der
Spielfeldgröße
• Wettkampfformen (Kleinfeldspiele und 6 : 6)
2 Regelhinweise
Im Wettkampfsport gilt das offizielle Regelwerk des Deutschen
Volleyballverbandes.
Im Sportunterricht empfiehlt es sich, das Re gelwerk didaktisch
zu modifizieren, um
• den Entwicklungsstand der Spieler zu berücksichtigen,
• spezielle Lernziele zu erreichen,
• Verletzungen vorzubeugen,
• das Spiel zeitmäßig zu begrenzen.
81
Volleyball

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3 Sicherheitstechnische Anforderungen
Volleyballeinrichtungen
– Anforderungen nach, DIN EN 1271
(Auszug), DIN 33941-1:
• Höhenverstellbereich für das Netz mindestens zwischen 2 m
und 2,50 m
• Pfosten korrosionsbeständig
• keine scharfen oder vorstehenden Ecken oder Kanten an den
Pfosten (Kantenradius mindestens 3 mm)
• alle Spannvorrichtungen und Befestigungsteile auf der dem
Spielfeld abgewandten Pfostenseite oder innerhalb des
Pfostenprofils
Spannvorrichtungen:
selbsthemmend
Bodenhülsen
(Typ 1): Bei Volleyballgeräten im Freien müssen
die Bodenhülsen korrosionsgeschützt sein und ein Drainage-
loch haben.
Wandschienen
dürfen nur Spalten kleiner als 8 mm besitzen;
Stellteile nach Spielende über 2 m Höhe fixieren.
• Eine Polsterung wird empfohlen.
4 Sichtprüfung vor der Benutzung
• Boden
splitterfrei, trittsicher
• hindernisfreie Räume
um das Spiel-/Übungsfeld gewährleistet
• Volleyballeinrichtung:
– Spannvorrichtung des Netzes so beschaffen, dass
unkontrolliert freiwerdende Seilspannung
vermieden wird
(Selbsthemmung)
– einwandfreie Seilendverbindungen
– Stahlseile im unbelasteten Zustand ohne Knickstellen
– Seilenden geschützt (keine vorstehenden Einzeldrähte)
– Pfosten sind nach dem Netzaufbau noch senkrecht,
Netzpfosten/Befestigungsteile gesichert
Wandschienen:
sicher befestigt
– nur einwandfreie Pfosten verwenden (keine Pfosten mit
bspw. Rissen, Brüchen oder Verformungen nutzen)
5 Literaturangaben
Athanasios Papageorgiou, V. C. (2015). Volleyball spielerisch
lernen. Meyer & Meyer Verlag; Auflage: 4.
Edi Bachmann, M. B. (2013). 1005 Spiel- und Übungsformen
im Volleyball und Beachvolleyball. Hofmann; Auflage: 12 .
Hermann Saile, B. V. (2011). Doppelstunde Volleyball:
Unterrichtseinheiten und Stundenbeispiele für Schule und
Verein (Doppelstunde Sport). Hofmann; Auflage: 2.
Jürgen Kitts teiner, G. H. (2011). Spielend Volleyball lernen:
22 Stundenbilder für Schule und Verein. Limpert; Auflage: 11.
Werner Krüger, M. G. (1997). Sportiv, Volleyball (Klett Sportiv).
Klett .
82
Volleyball

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Die verschiedenen Arten des Wasserfahrsports sind im Schul-
sport durch die Besonderheiten des Materials und den starken
Bezug zu Natur und Umwelt besonders beliebt. Bedingt durch
das Medium Wasser sind alle Wasserfahrsportarten mit erhöh-
tem Risiko für die Schüler verbunden. Die Planung und Durch-
führung des Wasserfahrsports erfordert daher besondere Vor-
aussetzungen und Gewissenhaftigkeit bei den Verantwortlichen.
In der Vorbereitung sind alle Maßnahmen mit Schülern und
Eltern zu besprechen.
Folgende Wasserfahrsportarten werden im Schulsport durchgeführt:
• Rudern
• Segeln
• Kanu
• Surfen
1 Methodisch-organisatorische Gestaltung
1.1 Materiell-technische Voraussetzungen
1.1.1 K l e i d u n g
Die Bewegung auf dem Wasser stellt an die Bekleidung beson-
dere Anforderungen. Es ist zu sichern, dass entsprechend der
gewählten Wassersportart geeignete Kleidung getragen wird
und warme und trockene Wechselkleidung zur Verfügung steht.
Bei Wanderfahrten ist ein wasserdichtes Behältnis mit Ersatz-
kleidung mitzuführen.
Kanu
: Die Schüler müssen geeignete Schuhe tragen. Dieses
Schuhwerk muss fest am Fuß sitzen.
Beim
Segeln
empfiehlt sich das Tragen von festsitzendem,
griffigem Schuhwerk mind. Turnschuhen, um jederzeit sicheren
Stand zu haben und Verletzungen zu vermeiden.
Bei sonnigem Wetter muss geeignete Vorsorge zum Sonnen-
schutz getroffen werden.
1.1.2 M a t e r i a l
Die eingesetzten Boote müssen den Voraussetzungen der
Schüler und den Gewässerbedingungen angepasst sein.
So ist für eine
Kanutour
unerlässlich, das eine Erste-Hilfe-
Ausrüstung, ein Rettungswurfsack, Handy, Notreparaturset,
geeignete Schleppleine zur Sicherung von Booten sowie
ggf. Flussführer und Kartenmaterial mitgeführt werden.
Die Ausbildungsboote im
Segeln
müssen mit den für das Segel-
revier notwendigen Sicherheitsausrüstungen (Paddel, Ösfass)
ausgestattet sein.
Bei den oben aufgeführten Wasserfahrsportarten sind
Schwimmwesten vorgeschrieben.
1.2 Methodische Hinweise
1.2.1 E r w ä r m u n g
Es ist eine geeignete Form des Aufwärmens vor Beginn jeder
Ausbildungseinheit zu wählen.
1. 2. 2 L e r n p r o z e s s
Bei der Einführung in den Wassersport sind geeignete Bedingun-
gen zu nutzen:
• begrenzte und übersichtliche Raumverhältnisse