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Schulkonten
im Freistaat Sachsen
Ein Leitfaden für die Kontoführenden
in den Schulen

1
Inhalt
1
Eröffnen und Führen von Schulkonten im Freistaat Sachsen .......................................... 2
2
Rechtlicher Hintergrund und Haftung ................................................................................. 4
2.1
Rechtsbeziehungen beim Schulkonto ...................................................................................................... 4
2.2
Haftungsgrundsätze ................................................................................................................................. 6
2.3
Spenden zu Gunsten der Schule ............................................................................................................. 6
3
Die Verwaltung des Schulkontos ........................................................................................ 8
3.1
Allgemeine Voraussetzungen .................................................................................................................. 8
Kontoführungsgebühren ........................................................................................................................... 8
Online-Banking mit Banken-Software ...................................................................................................... 8
Personal für die Kontoführung ................................................................................................................. 8
3.2
Zahlungsvorgang zwischen Eltern und Schule – Beispiel Schul- oder Klassenfahrt ............................... 9
Grundsätzliches Informieren der Eltern.................................................................................................... 9
Aufforderung zur Einzahlung für Eltern .................................................................................................... 9
Kontostand – Zahlungseingänge der Eltern ........................................................................................... 10
Überweisung zum Begleichen von Rechnungsbeträgen und Barabhebungen ..................................... 10
Verwendung der EC-Karte ..................................................................................................................... 11
3.3
Ergänzende Hinweise ............................................................................................................................ 11
3.4
Aufzeichnungspflichten und Kassenprüfung beim Schulkonto .............................................................. 12
4
Anlagen ............................................................................................................................... 13
Checkliste Was ist zu beachten bei der Einführung des Schulkontos? ................................................ 14
Musterbeispiel für ein allgemeines Informationsschreiben für die Eltern bzw. Schüler ......................... 16
Abrechnung einer Schul- bzw. Klassenfahrt einschließlich zahlenmäßiger Nachweis über
Einnahmen und Ausgaben ..................................................................................................................... 17
Überwachungsliste Schulkonto .............................................................................................................. 19
Musterprotokoll Prüfung Schulkonto ...................................................................................................... 20
Bestätigung über Geldzuwendungen – Formular-ID: 034120 ............................................................... 22
Bestätigung über Sachzuwendungen – Formular-ID: 034121 ............................................................... 23

2
1 Eröffnen und Führen von Schulkonten im Freistaat Sachsen
Ab dem 01.08.2018 tritt der § 3b des Sächsischen Schulgesetzes, das zuletzt durch Artikel 1
des Gesetzes zur Weiterentwicklung des Schulwesens im Freistaat Sachsen vom
26. April 2017 (SächsGVBl. S. 242) geändert worden ist, in Kraft. Der § 3b soll die Eigenver-
antwortung der Schulen stärken. Mit Satz 1 des Absatzes 3 wird die Eröffnung eines Schulgiro-
kontos im Namen des Freistaates für den Schulleiter
1
möglich. Satz 1 lautet: „Die Schule darf im
Namen des Freistaates Sachsen ein Schulkonto für Zahlungsverkehr in schulischen Angelegen-
heiten einrichten und führen.“
Zur Umsetzung dieser neuen Regelung hat das Sächsische Staatsministerium für Kultus eine
Verwaltungsvorschrift des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus über das Einrichten und
das Führen von Schulkonten durch die öffentlichen Schulen im Freistaat Sachsen (VwV Schul-
konten) am 06. September 2018 herausgegeben (vgl. Ministerialblatt SMK, Nr. 9/2018). Diese
gibt den Rahmen für die Kontoverwendung vor und beinhaltet auch mehrere Musteranlagen zur
Verwendung in den Schulen. Zur Unterstützung bei der Einrichtung und Führung eines Schulgi-
rokontos wurde in Erweiterung dieser VwV Schulkonten der hier vorliegende Handlungsleitfa-
den für die Kontoführenden in den Schulen erstellt. Er richtet sich an jeden, der im Zusammen-
hang mit dem Schulkonto Verantwortung trägt.
Über das Schulkonto dürfen alle Zahlungsvorgänge abgewickelt werden, deren Grundlage kei-
ne Mittel des Freistaates Sachsen bzw. des Schulträgers sind.
Solche Zahlungsvorgänge sind u. a. Einnahmen und Ausgaben im Zusammenhang mit
Schulfahrten (z. B. Einzahlung der Beiträge von Eltern
2
bzw. von Schülern, Überweisung
von Rechnungsbeträgen an Reiseveranstalter)
Exkursionen (z. B. Einzahlungen von Eltern bzw. Schülern für Eintrittsgelder, für
Theater-/Kinokarten, Überweisung von Rechnungsbeträgen an jeweilige Anbieter)
dem Programm der Europäischen Kommission für allgemeine und berufliche Bildung, Ju-
gend und Sport ERASMUS+
der Teilnahme an Wettbewerben (z. B. erworbene Preisgelder – auch im Rahmen der Wett-
bewerbe von Institutionen des Freistaates Sachsen) bzw. an regionalen, bundesweiten oder
internationalen Projekten
schuleigenen Aktionen (z. B. Einnahmen aus einem Kuchenbasar, Einnahmen und Ausga-
ben im Rahmen von Schulfesten)
Dienstleistungen der Schule für Schüler bzw. Eltern im Zusammenhang mit der Beschaffung
von persönlichen Ausstattungsgegenständen
3
(z. B. Grundausstattung an Schreibheften in
der Grundschule) und gegebenenfalls weiteren Dienstleistungen (z. B. Geld für „Schul-
milch“)
sogenannten „Klassenkassen“ – im Sinne eines Geldkontingents, welches z. B. durch re-
gelmäßige Beiträge von Eltern bzw. Schülern oder durch Restbeträge bereits abgeschlos-
sener klassenbezogener Zahlungsvorgänge entsteht
Spenden mit und ohne Zuwendungsbestätigung für den Spendengeber
1
Es wird an dieser Stelle darauf verzichtet, „Schulleiter bzw. Schulleiterin“ zu formulieren. Aus Gründen der besse-
ren Lesbarkeit wird im gesamten Leitfaden auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprach-
formen verzichtet. Sämtliche Personen- und Funktionsbezeichnungen gelten gleichwohl für jedwedes Geschlecht.
2
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird der Begriff „Eltern“ verwendet. Gemeint sind im weiteren Sinn aber
auch Erziehungsberechtigte, die für das Kind oder die jugendliche Person die Personensorge übernommen ha-
ben. Es wird auf § 45 Absatz 5 SächsSchulG verwiesen.
3
nach § 31 Absatz 1 Satz 2 SächsSchulG

3
Es besteht keine Verpflichtung ein Schulkonto gemäß § 3b Absatz 3 SächsSchulG zu eröffnen
und zu führen. In die Überlegungen zur Eröffnung eines Schulkontos sollten neben der Stär-
kung der Eigenverantwortung der Schule auch weitere positive Aspekte für die zur Einzelschule
gehörenden Lehrkräfte, Schüler und Eltern einbezogen werden. Ein solches Schulkonto bietet
grundsätzlich
einen geringeren Arbeitsaufwand für Lehrkräfte bezüglich vieler Zahlungsvorgänge.
Der mit der Führung eines Kontos verbundene Verwaltungsaufwand beschränkt sich auf
wenige Personen (siehe Kapitel 3.1), sodass der Aufwand für die Mehrheit der Lehrkräfte
einer Schule geringer wird.
mehr Rechtssicherheit für Lehrkräfte und Eltern.
Die bisher in der Regel durch die Lehrkräfte oder durch Eltern eröffneten und geführten
Konten (z. B. Klassenkonten) sind treuhänderisch geführte Privatkonten – auch wenn diese
formal den Namen der Schule tragen. Diese sind rechtsunsicher - im Schadensfall haftet der
Kontoinhaber. Mit dem Führen eines Schulkontos nach § 3b Absatz 3 Satz 1 SächsSchulG
entfällt die unmittelbare Haftung der einzelnen Lehrkräfte gegenüber Dritten.
mehr Sicherheit für Schüler, Eltern und Lehrkräfte.
Die Sicherheit bezüglich Diebstahl, Veruntreuung u. ä. wird erhöht. Gleichzeitig werden
Schüler, Eltern und Lehrkräfte geschützt, indem kein Bargeld mehr transportiert werden
muss, das für Zahlungsvorgänge zwischen Elternhaus und Schule sowie zwischen Schule
und Dritten gedacht ist.
Vor der Eröffnung eines Schulkontos ist die Schulkonferenz zu beteiligen. Das ist eine notwen-
dige Voraussetzung, da es sich einerseits bei den Zahlungsvorgängen insbesondere um Gelder
der Schulgemeinschaft und um Gelder der Eltern bzw. Schüler handelt (z. B. bei Schulfahrten)
und andererseits sich aus dem Schulkonto auch Verpflichtungen für die Schulkonferenz erge-
ben. Die Verpflichtungen bestehen im Bestimmen des Kassenprüfers und im Entgegennehmen
des Kassenprüfberichtes (siehe Punkt 3.4). Eine Beteiligung der Schulkonferenz bedeutet in
diesem Zusammenhang, dass diese über das Vorhaben der Eröffnung eines Schulkontos und
über die weiteren Verfahrensabläufe mindestens informiert wird.
Grundlegende Schritte zur Einführung eines Schulkontos sind beispielhaft in einer
Checkliste
zusammengefasst (siehe Anlage 1).
Bei Rückfragen zum Thema Schulkonto können sich Schulleiter, Kontoführende und
Interessierte an das Landesamt für Schule und Bildung, Standort Radebeul unter der
E-Mail-Adresse
schulkonto@lasub.smk.sachsen.de
wenden.

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4
2 Rechtlicher Hintergrund und Haftung
Rechtlicher Exkurs 1:
Nach § 32 Absatz 1 Satz 1 Sächsisches Schulgesetz (SächsSchulG) sind öffentliche Schulen
nicht rechtsfähige öffentliche Anstalten (keine Rechtspersönlichkeit). Mangels Rechtsfähigkeit
ist es einer sächsischen, öffentlichen Schule damit verwehrt, selbst Inhaber eines Kontos bei
einem Bankinstitut zu sein.
Das Schulkonto weist zwei Besonderheiten auf:
Kontoinhaber und Kontoführender fallen auseinander.
Das Guthaben auf dem Konto gehört weder dem Kontoinhaber noch dem Kontoführenden.
Diese Besonderheiten begründen Rechtsbeziehungen zwischen dem Freistaat Sachsen als
Kontoinhaber, den Kontoführenden an Schule, dem Bankinstitut und denen, die Zahlungen zu-
gunsten des Kontos leisten. Aus dieser Konstellation ergeben sich Konsequenzen für die Rech-
te und Pflichten der Beteiligten sowie für den Umgang mit dem Schulkonto von der Eröffnung
an. Diese sind durch Festlegungen in der
Verwaltungsvorschrift des Sächsischen Staatsminis-
teriums für Kultus über das Einrichten und das Führen von Schulkonten durch die öffentlichen
Schulen im Freistaat Sachsen (VwV Schulkonten)
geregelt.
2.1 Rechtsbeziehungen beim Schulkonto
Abbildung: Rechtsbeziehungen Schulkonto
Der Freistaat Sachsen ermächtigt den Schulleiter (1), im Namen des Freistaates Sachsen ein
Konto zu eröffnen (2). Damit wird der Freistaat Kontoinhaber und Kunde bei dem vom Schul-
leiter ausgewählten Bankinstitut (3). Wird von Eltern auf das Schulkonto zum Beispiel für die
Teilnahme ihres Kindes an einer Klassenfahrt eingezahlt (4), entsteht zwischen ihnen und dem
Schulleiter ein Treuhandverhältnis (5). Das heißt, die Eltern können darauf vertrauen, dass ihre
zweckgebundene Zahlung nur zweckgebunden abfließt.
Rechtlicher Exkurs 2:
Nach § 42 Absatz 1 Satz 1 SächsSchulG vertritt der Schulleiter die Schule nach außen. Er
leitet und verwaltet die Schule und sorgt im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften für einen
geregelten und ordnungsgemäßen Schulablauf. Die Aufgaben des Schulleiters umfassen
daher alle organisatorischen Fragen des Schulbetriebs und auch die Vertretung der Schule
nach außen. Er kann einzelne Aufgaben an Lehrkräfte delegieren, die Gesamtverantwortung
verbleibt jedoch bei ihm.
Die Eröffnung eines Schulkontos bei einem Bankinstitut ist somit ein Rechtsgeschäft, dessen
Rechte und Pflichten den Freistaat Sachsen treffen, nicht den Schulleiter. Im juristischen Sinne
ist der Freistaat Sachsen Inhaber des Kontos.
Freistaat
Schulleiter
Bankinstitut
Einzahler
1
2
3
4
5

5
Rechtlicher Exkurs 3:
Eine Willenserklärung, die jemand innerhalb der ihm zustehenden Vertretungsmacht im Na-
men des Vertretenen abgibt, wirkt unmittelbar für und gegen den Vertretenen. (§ 164 Absatz
1 Satz 1 des Bürgerlichen Gesetzbuchs)
Die zitierte Regelung beschreibt die Wirkung der Erklärung des Vertreters. Bei der Kontoer-
öffnung ist das der Schulleiter, der aufgrund § 3 Absatz 3b Satz 1 SächsSchulG ermächtigt
ist, für den Freistaat Sachsen als Vertretenen ein Schulkonto zu eröffnen.
Das Bankinstitut muss demnach wissen und darauf vertrauen können, dass die handelnde Per-
son (Schulleiter) für den Freistaat Sachsen sowie für die konkrete Schule handeln will und dass
sie es darf. Somit hat der Schulleiter dem Bankinstitut im Rahmen der Eröffnung des Schulkon-
tos seinen
Personalausweis
und seine
Bestellungsurkunde
als Schulleiter der betreffenden
Schule vorzulegen. Lehrkräfte, die beauftragt sind, kommissarisch die Funktion eines Schullei-
ters zu übernehmen, legen das Dokument vor, welches die Beauftragung zur kommissarischen
Schulleitung belegt.
Erfolgt an einer Schule mit bereits bestehendem Schulkonto ein Schullei-
terwechsel, muss das Konto auf den neuen Schulleiter als Kontoinhaber umgeschrieben wer-
den. Dabei sind gleichfalls die oben genannten Dokumente erforderlich.
Da das Schulkonto im Namen des Freistaates Sachsen geführt wird, muss kein Kapitalertrag-
steuerabzug auf Zinsen vorgenommen werden. Voraussetzung dafür ist, dass dem kontofüh-
renden Kreditinstitut eine
Bescheinigung des zuständigen Finanzamts
vorgelegt wird. Mit
dieser wird belegt, dass der Freistaat Sachsen eine juristische Person des öffentlichen Rechts
ist
4
. Die Bescheinigung ist gleichfalls bei der Kontoeröffnung dem Kreditinstitut vorzulegen. Sie
steht allen Schulleitern über das Schulportal
5
in der Anlage zum vorliegenden Leitfaden zur Ver-
fügung.
Gleichzeitig hat der Freistaat Sachsen ein berechtigtes Interesse daran zu erfahren, wer ein
Konto in seinem Namen eröffnet hat und bei welchem Kreditinstitut sich dieses Konto befindet.
Diese Informationen sind gegenüber dem Landesamt für Schule und Bildung (LaSuB) auf der
Grundlage eines Formulars anzugeben.
6
Dieses Dokument steht als Online-Formular ebenfalls
in den Anlagen zum Leitfaden im Schulportal zur Verfügung und kann dort ausgefüllt werden.
Rechtlicher Exkurs 4:
Grundsätzlich sind alle Kreditinstitute gesetzlich verpflichtet (§ 154 Abs. 2a Nr. 1 Abgaben-
ordnung), für jeden Kontoinhaber und jeden Verfügungsberechtigten die sogenannte Identifi-
kationsnummer (§ 139b AO) oder die sogenannte Wirtschafts-Identifikationsnummer (§ 139c
AO), ersatzweise – wenn noch keine Wirtschafts-Identifikationsnummer vergeben ist – die für
die Besteuerung nach dem Einkommen geltende Steuernummer, aufzuzeichnen (§ 154 Abs.
2a Satz 1 AO).
Der Freistaat Sachsen hat weder eine Wirtschafts-Identifikationsnummer, noch außerhalb sei-
ner wirtschaftlichen Geschäftsbetriebe eine für die Besteuerung nach dem Einkommen geltende
Steuernummer. Insoweit kann und braucht bei der Eröffnung des Schulkontos keine solche
Nummer für den Freistaat Sachsen als Kontoinhaber angegeben werden.
Der Schulleiter müsste als Verfügungsberechtigter über das Schulkonto seine eigene Identifika-
tionsnummer nach § 139b AO angeben. Die Finanzverwaltung hat aber geregelt, dass bei Ver-
tretung juristischer Personen des öffentlichen Rechts von der Erfassung der Identifikations-
nummer abgesehen werden kann.
Im Ergebnis muss bei Eröffnung des Schulkontos weder für den Freistaat Sachsen, noch für
den Schulleiter bzw. die weiteren verfügungsberechtigten Personen eine Identifikations- oder
Steuernummer angegeben werden.
4
nach § 44a Absatz 4 Satz 1 Nummer 2, Satz 3 i. V. m. § 20 Absatz 1 Nummer 7 Einkommensteuergesetz
5
Schulportal/Dokumente/Haushalt, Eintrag: „Übermittlung der Verwaltungsvorschrift des Sächsischen Staatsminis-
teriums für Kultus [… ] (VwV Schulkonten)“ – enthält Schulleiterbrief, Leitfaden, VwV Schulkonten sowie alle weite-
ren Anlagen
6
Muster siehe VwV Schulkonten, Anlage 1

6
2.2 Haftungsgrundsätze
Schulleiter oder mit der Kontoführung beauftragte Personen handeln bei der Kontoführung in
Ausübung eines öffentlichen Amtes. Für schuldhafte Pflichtverletzungen gegenüber Dritten (z. B.
Eltern, Schüler), die in Ausübung eines öffentlichen Amtes begangen wurden, haftet der
Dienstherr
7
. Bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit kann der Dienstherr Rückgriff gegen den
Bediensteten nehmen
8
. Grob fahrlässig handelt, wer die im Verkehr erforderliche Sorgfalt in
besonders schwerem Maße verletzt und die einfachsten und ganz naheliegenden Erwägungen
nicht anstellt.
Gegenüber dem Freistaat Sachsen ist der verbeamtete Schulleiter oder Lehrer nach den beam-
tenrechtlichen Grundsätzen schadensersatzpflichtig
9
. Danach haben Beamte, die vorsätzlich
oder grob fahrlässig die ihnen obliegenden Pflichten verletzen, dem Dienstherrn, dessen Auf-
gaben sie wahrgenommen haben, den daraus entstehenden Schaden zu ersetzen.
Der angestellte Schulleiter oder Lehrer haftet gegenüber dem Freistaat Sachsen ggf. wegen
arbeitsvertraglicher Pflichtverletzung nach den Grundsätzen des TV-L
10
. Danach finden für die
Schadenshaftung der Beschäftigten die Bestimmungen, die für die Beamten des jeweiligen
Landes gelten, entsprechende Anwendung.
Zusammenfassend gilt, dass für Pflichtverletzungen im Zusammenhang mit der Kontoführung
die kontoführenden Bediensteten gegenüber dem Dienstherrn nur für Vorsatz und grobe Fahr-
lässigkeit haften. Gegenüber Dritten (z. B. Eltern, Schüler) sind sie von der Haftung vollumfäng-
lich freigestellt.
Bei vorsätzlichem Handeln könnte zusätzlich eine Strafbarkeit nach den Vorschriften des Straf-
gesetzbuches in Betracht kommen (z. B. § 263 StGB Betrug, § 266 StGB Untreue).
Darüber hinaus ist zu beachten, dass bereits bestehende, treuhänderisch geführte Konten, die
durch Lehrkräfte oder durch Eltern eröffnet und geführt wurden (z. B. Klassenkassen oder
-konten) Privatkonten sind. Das gilt auch, wenn diese formal den Namen der Schule tragen.
Diese Konten sind rechtsunsicher - im Schadensfall haftet der Kontoinhaber, also die Privatper-
son, nicht der Dienstherr. Deshalb ist zu empfehlen, solche Konten bei Einrichtung eines Schul-
kontos aufzulösen.
2.3 Spenden zu Gunsten der Schule
Die Verwaltung von Spenden über das Schulkonto ist möglich. Die Schule kann Zuwendungs-
bestätigungen für den Spender ausstellen.
Rechtlicher Exkurs 4:
Soll eine Spende steuerlich geltend gemacht werden, muss sie gemäß § 10b Einkommen-
steuergesetz an eine steuerbegünstigte Organisation geleistet werden. Nur diese dürfen dem
Spender eine Zuwendungsbestätigung – also eine Spendenbescheinigung ausstellen, die er
für den Nachweis gegenüber dem Finanzamt grundsätzlich benötigt. Schulen in öffentlicher
Trägerschaft zählen dabei als begünstigte „öffentliche Dienststelle“ im Sinne des § 10b Ab-
satz 1 Satz 2 Nummer 1 Einkommensteuergesetz.
Aus steuerlicher Sicht können also Spenden auf das Schulkonto eingezahlt werden, da es
steuerrechtlich zulässig ist, dass die Zuwendungsbestätigung von der Schule selbst ausgestellt
7
nach Art. 34 GG i.V.m. § 839 BGB
8
vgl. Art. 34 Satz 2 GG
9
vgl. § 48 BeamtStG
10
§ 3 Absatz 7 TV-L

7
wird. Dafür sind die von öffentlichen Dienststellen zu verwendenden Muster für Geld- bzw.
Sachzuwendungen (siehe Anlagen 6 und 7) einzusetzen.
11
Wenn Spenden zum Erwerb von Sachmitteln (z. B. Gegenstände oder Lizenzen) für die Ver-
wendung in der Schule und im Unterricht eingesetzt werden sollen, ist zu beachten, dass so-
wohl die Anschaffung als auch der Umgang mit eventuell entstehenden Folgekosten mit dem
Schulträger abgestimmt werden müssen.
12
11
siehe Bundessteuerblatt Teil I 2013 S. 1333;
Die Muster stehen als ausfüllbare Formulare unter
www.formulare-bfinv.de
zur Verfügung (im Bereich Formular-
center/Formulare A bis Z/Gemeinnützigkeit)
12
siehe auch VwV Sponsoring, Spenden und Erhebungen vom 23. Juli 2008 (MBl.SMK S. 354), zuletzt geändert
durch die Verwaltungsvorschrift vom 30. Juni 2015 (MBl.SMK S. 252) und zuletzt enthalten in der Verwaltungs-
vorschrift vom 11. Dezember 2017 (SächsABl.SDr. S. S 409) enthalten

8
3 Die Verwaltung des Schulkontos
3.1 Allgemeine Voraussetzungen
Kontoführungsgebühren
Bei der Wahl des Kreditinstitutes für die Kontoeröffnung ist zu berücksichtigen, dass der Frei-
staat Sachsen keine Kosten übernimmt, die im Zusammenhang mit dem Einrichten des Kontos
und der Kontoführung stehen. Das schließt u. a. Kontoführungsgebühren, Überweisungsgebüh-
ren, Kosten für TAN-Generatoren und für die Banken-Software ein. Insofern sind kostenfreie
bzw. kostengünstige Angebote für Schulkonten vorzuziehen.
Wenn kein kostenfreies Angebot zur Verfügung steht, muss die Schule aus eigenen Einnahmen
(z. B. aus schuleigenen Aktionen, siehe Kapitel 1) die Gebühren und anfallende Kosten beglei-
chen. Als weitere Möglichkeit ist eine Verständigung mit dem Schulträger denkbar, um die Kon-
toführungsgebühren aus den Lehr- und Lernmitteln zu finanzieren. Durch Kreditinstitute durch-
geführte Schulungen zur Software können auch über das SchiLf-Budget finanziert werden.
Online-Banking mit Banken-Software
Es gibt zwei grundlegende Varianten des Online-Bankings, wobei die bekannteste und ein-
fachste Methode diejenige über den
Internet-Browser
ist, da hier keine spezielle Software er-
worben werden muss.
Neben dieser rein webbasierten Banking-Variante unterstützen auch
spezielle Programme (Banken-Software) das Online-Banking. Der Anwender erledigt seine
Bankgeschäfte ebenfalls vom Computer aus, aber in diesem Fall ist keine dauerhafte Internet-
verbindung zwingend notwendig. Diese ist ausschließlich zur finalen Übermittlung der Daten
relevant. Damit fällt das Sicherheitslevel bei der Anwendung einer Banken-Software wesentlich
höher aus.
Gleichzeitig bietet eine Banken-Software in der Regel einen wesentlich größeren Funktionsum-
fang. So besteht z. B. die Möglichkeit, im Rahmen des Kontos sogenannte Kategorien
13
anzule-
gen, die frei wählbar sind (z. B. „Klasse 5A“, „Klasse 5B“, „Schulfest 2018“). Mithilfe dieser Ka-
tegorien werden Umsätze auf dem Konto thematisch gebündelt und die kontoführenden Perso-
nen behalten den Überblick über alle Zahlungsvorgänge. Dafür stehen im Rahmen der Software
zusätzliche Auswertungsfunktionen zur Verfügung. So werden zum Beispiel bei einem „Katego-
rienreport“ alle Umsätze nach den einzelnen Kategorien gruppiert angezeigt. Diese und weitere
Funktionen gewährleisten in der Regel die in der VwV Schulkonten geforderten Aufzeichnungs-
pflichten und ersparen damit Arbeitsaufwand.
Darüber hinaus schließt selbst eine kostenfreie Kontoführung nicht generell aus, dass für Zah-
lungen der Schule mittels Überweisungsträger Gebühren anfallen. Dieser Umstand entfällt beim
Online-Banking für die Mehrzahl der Fälle.
Vorzuziehen ist ein Bankinstitut, dass eine Banken-Software kostenlos zur Verfügung stellt.
Personal für die Kontoführung
Der Schulleiter kann die Kontoführung delegieren. Er kann damit im Dienst des Freistaates
Sachsen stehendes weiteres Personal an der Schule (z. B. Schulverwaltungsassistenten) sowie
auch das im Dienst des Schulträgers stehende Verwaltungspersonal (z. B. Schulsachbearbei-
ter) beauftragen
14
. Die Kontoführung kann auch von Lehrkräften der Schule übernommen wer-
den. Die Übertragung der Kontoführung auf eine Lehrkraft setzt die Zustimmung der betroffenen
13
Der hier verwendete Begriff
Kategorie
kann bei verschiedenen Banken-Software-Produkten durch andere Be-
zeichnungen belegt sein - gemeint ist immer die thematische Bündelung von Umsätzen. Eine solche thematische
Bündelung kann umschrieben werden als „optisches Unterkonto“.
14
§ 3b Absatz 3 Satz 2 SächsSchulG

9
Lehrkraft voraus. Diese kontoführenden Lehrkräfte kann der Schulleiter durch Stunden im
Rahmen der schulbezogenen Anrechnungsstunden unterstützen.
Für die Kontoführung eines Schulkontos gilt das „Vier-Augen-Prinzip“. Das heißt, dass wichtige
Entscheidungen nicht von einer einzelnen Person getroffen oder kritische Tätigkeiten nicht von
einer einzelnen Person durchgeführt werden. In diesem Sinne werden Zahlungsaufträge immer
von zwei Personen freigegeben. Aus diesem Grund sind mindestens zwei Personen mit der
Kontoführung zu beauftragen. Darüber hinaus ist mit dieser Regelung weitgehend gewährleistet,
dass immer eine Person vor Ort an der Schule ist, die die Aufgaben der Kontoführung wahr-
nehmen kann (z. B. bei Abwesenheit im Krankheitsfall
u. ä.).
Unberührt davon bleibt, dass der Schulleiter im Außenverhältnis und gegenüber dem Freistaat
Sachsen die Verantwortung für die Ordnungsmäßigkeit der Kontoführung trägt.
Die Verantwortlichkeiten im Zusammenhang mit der Verwaltung des Schulkontos sind akten-
kundig festzuhalten. Sowohl die Kontoführenden als auch die Kassenprüfberechtigten sind aus-
führlich zu datenschutzrechtlichen Aspekten
15
und über die mit der Kontoführung verbundenen
straf- und haftungsrechtlichen Risiken (siehe Kapitel 2.2) zu belehren. Die Kontoführenden sind
darauf hinzuweisen, dass das Hinterlegen personenbezogener Daten bei der Bank für die Teil-
nahme am Online-Banking erforderlich ist.
3.2 Zahlungsvorgang zwischen Eltern und Schule – Beispiel Schul- oder
Klassenfahrt
Grundsätzliches Informieren der Eltern
Die bargeldlosen Einzahlungen von Elternbeiträgen in Form von Einzelverfügungen bedürfen
einer genauen Abstimmung mit den Eltern. Dem sollten grundsätzliche Informationen für alle
Eltern (siehe Anlage 2) und gegebenenfalls eine allgemeine Vereinbarung mit den Eltern zum
Ablauf des Verfahrens und zum Umgang mit Einzahlungen zu Grunde liegen. Dadurch können
insbesondere Fehlbuchungen vermieden werden.
Aufforderung zur Einzahlung für Eltern
Auf dieser Grundlage erfolgt zum Beispiel im Falle einer anstehenden Schul- oder Klassenfahrt
zunächst die Planung dieser Schulfahrt. Der Klassenleiter oder Tutor bzw. diejenige Person, die
für die Planung der Schulfahrt verantwortlich ist, setzt die nachfolgenden Schritte um:
1. Die Höhe des zu zahlenden Beitrages festlegen.
2. Den Einzahlungstermin festlegen.
3. Mit den Kontoführenden einen konkreten und verbindlichen Verwendungszweck vereinba-
ren. Dabei ist zu empfehlen, dass dieser in einer festgelegten Reihenfolge folgende Anga-
ben enthält:
den Namen und Vornamen des Schülers,
die Klasse bzw. den Kurs,
das Thema der Reise (z. B. Klassenfahrt Berlin 2018) bzw. den konkreten Zahlungs-
anlass.
4. Die Eltern mit dem Formular zur Zahlungsaufforderung schriftlich informieren über Beitrags-
höhe, Termin und den exakt vorgegebenen Verwendungszweck.
16
15
VwV Schuldatenschutz vom 11. Juli 2018 (MBl. SMK S. 282)
[://www.sachsen-gesetze.de/shop/mb_kultus/2018/8/read_pdf]
16
Muster für das Formular zur Zahlungsaufforderung siehe VwV Schulkonten, Anlage 3

10
5. Eine Liste der teilnehmenden Schüler der Klasse bzw. des Kurses oder der Gruppe erstel-
len.
6. Die Liste der Einzahler und das Formular zur Zahlungsaufforderung mit allen erforderlichen
Daten werden an die kontoführenden Personen übergeben. Mit Hilfe dieser beiden Doku-
mente können die Kontoführenden die Zahlungseingänge prüfen und gegebenenfalls
Rückmeldung zum aktuellen Stand geben.
Kontostand – Zahlungseingänge der Eltern
Auf die Umsatzübersicht und Umsatzdetails haben ausschließlich die kontoführenden Personen
Zugriff. Den Lehrkräften bzw. den für die Reise verantwortlichen Personen liegen demzufolge
keine tagesaktuellen Daten zu Zahlungseingängen und Abrechnungen vor. Für die schulinterne
Kommunikation werden deshalb klare Absprachen bezüglich der Rückmeldungen von kontofüh-
renden Personen zur jeweiligen Umsatzübersicht getroffen. Im Fall der Schul- bzw. Klassen-
fahrt kann die für die Planung der Fahrt verantwortliche Person einen Kontoführenden um den
Ausdruck einer aktuellen Übersicht zur konkreten Kategorie („Unterkonto“) oder um eine Rück-
meldung zum Stand der Einzahlungen bitten.
Überweisung zum Begleichen von Rechnungsbeträgen und Barabhebungen
Für die Überweisungen zum Erstatten der Reisekosten gegenüber dem Reiseunternehmen bzw.
zum Begleichen von Rechnungsbeträgen wird von der für die Schul- bzw. Klassenfahrt verant-
wortlichen Person ein entsprechendes Formular
17
ausgefüllt. Die Überweisung des Rechnungs-
betrages erfolgt durch eine der kontoführenden Personen - immer nach vorheriger Kenntnis-
nahme und Zustimmung des Schulleiters, sofern dieser selbst nicht kontoführend ist. Grund-
sätzlich werden Zahlungsaufträge immer von zwei verantwortlichen Personen freigegeben – ein
Kontoführender und der Schulleiter oder im Vertretungsfall die zweite kontoführende Person
bzw. der stellvertretende Schulleiter. Ist die Überweisung abgeschlossen, wird die für die Schul-
bzw. Klassenfahrt verantwortliche Person informiert. Dieser kann eine Kopie des vollständig
ausgefüllten Formulars ausgehändigt werden.
Im Rahmen von Klassenfahrten ist unter Umständen auch die Zahlung von Beträgen vor Ort
erforderlich (z. B. Eintrittsgeld, Getränke oder Eis für alle Teilnehmer). Für diesen Fall gibt zwei
mögliche Vorgehensweisen:
1. Barabhebungen sind mittels EC-Karte oder in der Regel auch als Auszahlungen im konto-
führenden Bankinstitut vor Ort möglich. Diese werden ausschließlich von einer kontoführen-
den Person vorgenommen, auch hier immer nach vorheriger Kenntnisnahme und Zustim-
mung der Schulleitung unter Verwendung des gleichen Formulars wie für das Begleichen
von Rechnungsbeträgen. Die geleisteteten Zahlungen unter Verwendung von Barabhebe-
ungen sind durch begründende Unterlagen (Rechnungen, Eigenbelege) nachzuweisen. Das
müssen nicht zwingend die Originalbelege sein. Diese Unterlagen werden den Kontofüh-
renden übergeben.
2. Die Zahlung des Betrages erfolgt vor Ort als Vorleistung durch die Lehrkraft oder eine ande-
re verantwortliche Person. Nach Abschluss der Klassenfahrt wird der Betrag erstattet durch
Überweisung vom Schulkonto gegen Vorlage der Rechnung und des oben genannten For-
mulars zum Begleichen von Rechnungsbeträgen.
In bestimmten Fällen ist es sinnvoll, vor Ort eine EC-Karte für das Schulkonto einzusetzen -
insbesondere bei Sprachreisen außerhalb Deutschlands.
17
Muster siehe VwV Schulkonten, Anlage 2

11
Verwendung der EC-Karte
Die Verwendung einer EC-Karte obliegt zunächst grundsätzlich den kontoführenden Personen.
Insbesondere das Ausdrucken von Kontoauszügen und Bargeldabhebungen mittels EC-Karte
zur Finanzierung von Schulprojekten, Schulfesten o. ä. erfolgen ausschließlich durch eine kon-
toführende Person. Dabei ist die Verwendung der Barabhebungen nachfolgend durch die zuge-
hörigen begründenden Unterlagen (Rechnungen, Kassenzettel, Eigenbelege) nachzuweisen.
Darüber hinaus ist die EC-Karte gedacht für die Verwendung in weiteren Einzelfällen. Es soll
dabei vermieden werden, dass z. B. große Summen Bargeld auf Schulfahrten mitgeführt wer-
den oder dass Buchungen über Privatkonten erfolgen. Die Verwendung liegt dann in der Ver-
antwortung der für die Reise verantwortlichen Person. Alle geleisteteten Zahlungen unter Ver-
wendung der EC-Karte sind durch begründende Unterlagen zu belegen. Die Belege werden
den Kontoführenden übergeben.
Bei Verwendung der EC-Karte durch eine Person, die keine kontoführende Person ist, sollten
grundlegende Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden, z. B. die Änderung der PIN durch
den Schulleiter bei Übergabe der EC-Karte an die jeweils für die Reise verantwortliche Person.
Eine solche Änderung kann unter Umständen gebührenpflichtig sein.
EC-Karten für das Schulkonto sollten aus Sicherheitsgründen grundsätzlich über ein Auszah-
lungslimit (z. B. 500 Euro pro Tag) verfügen.
3.3 Ergänzende Hinweise
Sogenannte
„Restbeträge“
von Elternbeiträgen auf dem Schulkonto (z. B. bei Klassenfahrten,
Exkursionen) können mit Zustimmung der Eltern auf dem Konto verbleiben. Darüber kann
grundsätzlich die Schulkonferenz jährlich entscheiden.
Für die Fälle, dass „Restbeträge“ an Eltern oder Schüler zurückgezahlt werden oder dass zu
viel oder zu wenig an Beiträgen für Schulfahrten u. ä. eingezahlt wurden, ergibt sich die Frage
nach der Möglichkeit der
Speicherung der Kontodaten von den Einzahlenden
. Da es sich
bei Kontodaten um personenbezogene Daten im Sinne des Datenschutzrechts handelt, dürfen
ausschließlich die Kontodaten und zugehörigen Namen zum Zwecke der Rückbuchung erhoben
werden, sofern die betroffenen Personen zustimmen. Eine Einwilligungserklärung in die Verar-
beitung personenbezogener Daten für den Zahlungsverkehr für Personensorgeberechtigte oder
Schüler ist als Muster der VwV Schuldatenschutz
18
beigefügt. Es ist abzusichern, dass diese
Kontodaten in keinem Fall mit Schülerdaten der Schule in Verbindung gebracht werden, insbe-
sondere bei der digitalen Datensicherung.
Wenn eine Schule die Absicht hat, eingeworbene Geldmittel einzusetzen, um über den vom
Schulträger zur Verfügung gestellten Rahmen hinaus
Lehr- und Lernmittel
zu erwerben, ist
der Umgang mit eventuell entstehenden Folgekosten (z. B. Wartung, Instandsetzung, TÜV-
Prüfung von Sportgeräten, TÜV-Prüfung von Maschinen u. ä.) zwingend mit dem Schulträger zu
klären. Eventuell entstehende Folgekosten sind vom Schulträger zu bestreiten. Sie können
nicht vom Freistaat übernommen werden. Ist dies nicht gewährleistet, muss die Anschaffung
unterbleiben. Dies kann z. B. im Rahmen der Schulkonferenz erfolgen.
18
VwV Schuldatenschutz vom 11. Juli 2018, Anlage 3 (MBl. SMK S. 282)
[://www.sachsen-gesetze.de/shop/mb_kultus/2018/8/read_pdf]

12
3.4 Aufzeichnungspflichten und Kassenprüfung beim Schulkonto
In der Regel sind die geforderten Aufzeichnungspflichten über eine entsprechende Banken-
Software mit Kategorien-Reports und die zugehörigen Kontoauszüge abgesichert. Damit wird
zusätzlicher Arbeitsaufwand vermieden. Die sorgfältige Dokumentation und Aufbewahrung
durch die kontoführenden Personen wird dabei vorausgesetzt. Wird das Schulkonto ohne EC-
Karte geführt, sind Kreditinstitute zu empfehlen, die eine kostenlose Kundenkarte ausschließlich
zum Zweck der Abholung von Kontoauszügen anbieten.
Sollte die gewählte Bankensoftware den geforderten Aufzeichnungspflichten nicht genügen,
müssen Überwachungslisten zum Schulkonto geführt werden. Dafür steht ein Muster zur Verfü-
gung (siehe Anlage 4).
Die auf dem Schulkonto zu verwaltenden Mittel sind zum Teil zweckbestimmt (z. B. Schulfahr-
ten), zum Teil aber auch nicht (z. B. Einnahmen aus Kuchenbasar, Spenden). Insbesondere mit
Blick auf die Verwendung der nicht zweckbestimmten Mittel muss eine jährliche Prüfung des
Schulkontos durchgeführt werden. Der Prüfungsprozess sollte folgende Schritte umfassen:
1. Die Schulkonferenz bestimmt mindestens einen Kassenprüfer. Dieser muss nicht Mitglied
der Schulkonferenz sein. Kassenprüfer können z. B. Lehrkräfte der Schule oder Eltern sein.
2. Der Kassenprüfer übernimmt einmal im Jahr die Überprüfung aller Zahlungsvorgänge, die
über das Schulkonto gelaufen sind und verfasst dazu einen Kassenprüfbericht.
3. Der Kassenprüfbericht wird der Schulkonferenz vorgestellt. Gegebenenfalls werden Diffe-
renzen in diesem Rahmen ausgewertet, diskutiert und die Herstellung der Ordnungsmäßig-
keit geplant. Die Schulkonferenz erteilt dem Schulleiter bei Ordnungsmäßigkeit der Konto-
führung Entlastung - im Sinne einer Bestätigung, dass die Mittel ordnungsgemäß verwaltet
wurden.
Ein Formular für den jährlichen Kassenprüfbericht steht zur Verfügung (siehe Anlage 5).
Wenn eine Schulkonferenz nicht in der Lage ist, einen Kassenprüfer zu bestellen und einen
Kassenprüfbericht entgegenzunehmen, dann sind die Bedingungen für die Eröffnung bezie-
hungsweise Fortführung eines Schulkontos nicht gegeben.

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4 Anlagen
Anlage 1: Checkliste - Was ist zu beachten bei der Einführung des Schulkontos?
Anlage 2: Musterbeispiel für ein allgemeines Informationsschreiben für die Eltern bzw. Schüler
Anlage 3: Abrechnung einer Schul- bzw. Klassenfahrt einschließlich zahlenmäßiger Nachweis
über Einnahmen und Ausgaben
Anlage 4: Überwachungsliste Schulkonto
Anlage 5: Musterprotokoll Prüfung Schulkonto
Anlage 6: Bestätigung über Geldzuwendungen – Formular-ID: 034120
Anlage 7: Bestätigung über Sachzuwendungen – Formular-ID: 034121

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Anlage 1: Leitfaden Schulkonten im Freistaat Sachsen
Checkliste
Was ist zu beachten bei der Einführung des Schulkontos?
Vor der Eröffnung des Kontos
1. Wahl des Bankinstituts
Konditionen vergleichen, z. B.
Gibt es eine Kundenkarte für Kontoauszüge?
(keine EC-Karte)
Welche Kosten fallen für eine EC-Karte an?
(z. B. bei Änderung der PIN)
Fallen Kontoführungsgebühren an?
Welche Transaktionswege sind möglich und welche
Kosten entstehen dabei?
Welche weiteren Gebühren fallen an?
(z. B. Post-Entgelte)
Wird eine Bankensoftware zur Verfügung gestellt,
die in der Schule installiert werden kann?
Erhält die Schule von der Bank Unterstützung zur
Einführung und Anwendung der Bankensoftware?
Werden Zinsen anfallen?
Verfügt die Bank über ein ausreichendes Siche-
rungssystem? (insbesondere bzgl. der Einlagensi-
cherung)
Gibt es eine klare Rechtslage bzgl. des Bankstand-
ortes? (ein nationaler Standort ist zu empfehlen)
2. Beteiligung der Gesamt-
lehrerkonferenz und der
Schulkonferenz
grundsätzliches Informieren aller Lehrkräfte und
der Elternvertretung über die Einführung des
Schulkontos und ggfs. über den Ablauf der
Zahlungsvorgänge
Informieren zum Prüfverfahren (Kassenprüfung)
und Festlegen des Kassenprüfers
3. Auswählen der konto-
führenden Personen
mindestens zwei Personen
4. Schriftliches Dokumentie-
ren der Verantwortlich-
keiten und Belehrungen
schriftliches Festlegen der Verantwortlichkeiten
Belehrung zu datenschutzrechtlichen Aspekten
Belehrung zu Haftungsgrundsätzen

Anlage 1: Leitfaden Schulkonten im Freistaat Sachsen
15
Kontoeröffnung oder -umschreibung
Erforderliche Unterlagen zur
Vorlage durch den Schul-
leiter
Personalausweis
Bestellungsurkunde oder bei kommissarischer
Schulleitung das entsprechende Dokument
Bescheinigung des zuständigen Finanzamts für
Befreiung vom Kapitalertragsteuerabzug auf Zinsen
Einführung des Schulkontos
Informieren des LaSuB über
das eröffnete Schulkonto
Formular „Mitteilung über die Einrichtung eines
Schulkontos“ (VwV Schulkonto, Anlage 1 bzw. On-
line-Formular im Schulportal)
Sicherstellen des möglichst
reibungslosen Ablaufs
Installieren der Banken-Software und Einführen der
Kontoführenden in die Anwendung
Ggf. gemeinsam mit den Kontoführenden den
schulinternen Ablauf für Zahlungsvorgänge genau
abstimmen
Informieren aller Eltern und Lehrkräfte über die
Einführung des Schulkontos und über den Ablauf
der Zahlungsvorgänge
Einholen der „Einwilligung in die Verarbeitung per-
sonenbezogener Daten für den Zahlungsverkehr
auf dem Schulkonto“ (VwV Schuldatenschutz, An-
lage 3)
schulintern Zugang zu den erforderlichen Doku-
menten für den Ablauf der Zahlungsvorgänge
ermöglichen

Anlage 2: Leitfaden Schulkonten im Freistaat Sachsen
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Musterbeispiel für ein allgemeines Informationsschreiben
für die Eltern bzw. Schüler
Sehr geehrte Eltern und Erziehungsberechtigte,
liebe Schülerinnen und Schüler,
ab diesem Schuljahr möchten wir das Einsammeln von Bargeldbeträgen (z. B. für Klassenfahr-
ten und Exkursionen) durch bargeldlose Zahlungen ersetzen. Dafür hat die Schule ein Schul-
konto eingerichtet.
Die bargeldlosen Zahlungen über das Online-Banking-Verfahren sollen Schüler, Eltern sowie
Lehrkräfte entlasten und die Gefahren bzw. die Risiken des Geldverlustes minimieren.
Sie verwenden für Zahlungsvorgänge dann nur noch das Schulkonto.
Für jede Zahlung erhalten Sie von der Schule ein Schreiben mit der Bitte um Überweisung
bzw. Einzahlung. In diesem Schreiben informieren wir Sie über die Höhe des zu zahlenden
Betrages und über den genau anzugebenden Verwendungszweck.
Damit ein solches Verfahren über unser Schulkonto gelingt und übersichtlich bleibt, bitten wir
Sie, beim Online-Banking zuverlässig den Namen und die Klasse sowie den vorgegeben Ver-
wendungszweck anzugeben. Nur dann ist eine verlässliche Kontrolle des Geldeingangs mög-
lich.
Für den Fall, dass „Restbeträge“ an Sie zurückgezahlt werden sollen, brauchen wir Ihre Konto-
daten. Wir dürfen die Kontodaten und zugehörigen Namen für Rückbuchungen nur dann spei-
chern, wenn Sie zustimmen. Eine Einwilligungserklärung dafür ist diesem Schreiben beigefügt.
Unterstützen Sie uns bitte in dem Bemühen, das bisherige „Geld mitbringen und einsammeln“
zu vereinfachen und alle beteiligten Personen zu entlasten.
Mit freundlichen Grüßen
Schulleiterin/Schulleiter
Anlage
Formular für die Einwilligungserklärung

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17
Anlage 3: Leitfaden Schulkonten im Freistaat Sachsen
Abrechnung einer Schul- bzw. Klassenfahrt einschließlich
zahlenmäßiger Nachweis über Einnahmen und Ausgaben

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Anlage 3: Leitfaden Schulkonten im Freistaat Sachsen

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Anlage 4: Leitfaden Schulkonten im Freistaat Sachsen
Überwachungsliste Schulkonto

Anlage 5: Leitfaden Schulkonten im Freistaat Sachsen
20
Musterprotokoll Prüfung Schulkonto
Protokoll zur Prüfung des Schuljahres 20 …
Schule: ____________________________________________________________________
Bank: _____________________________________________________________________
IBAN: ________________________________ BIC: _______________________________
Kontoführende/r 1: ___________________________________________________________
Kontoführende/r 2: ___________________________________________________________
Beauftragte/r 1 für die Prüfung des Kontos: ________________________________________
Ggf. Beauftragte/r 2 für die Prüfung des Kontos: ____________________________________
1. Zur Prüfung haben folgende Unterlagen vorgelegen:
Die Kontoauszüge für das Schulkonto lückenlos mit sämtlichen dazugehörigen Einzahlungs-
und Auszahlungsbelegen:
Konto-Auszüge Nummern (von – bis): _____________________________________________
Datum (von – bis): _____________________________________________
Kategorien-Reports (KR) bzw. Überwachungslisten (ÜL) mit den dazugehörigen Belegen für
folgende Zahlungsbereiche (Zwecke)
-
Schulfahrten
-
Spenden
-
Schulfeste, Schulveranstaltungen, Ähnliches
-
Lernmittel
-
Weitere: _________________________________________________________________
Sonstige Unterlagen: __________________________________________________________

Anlage 5: Leitfaden Schulkonten im Freistaat Sachsen
2. Die Unterlagen wurden eingesehen und stichprobenweise mit folgendem Ergebnis
geprüft:
Anfangsbestand des Kontos am …
Endbestand des Kontos am …
Differenz (Saldo)
Zahlungsbereiche
Summe Zahlungs-
eingänge
(KR bzw. ÜL)
Summe Zahlungs-
ausgänge
(KR bzw. ÜL)
Differenz (Saldo)
Schulfahrten
Schulveranstaltungen,
Feste, Ähnliches
Spenden
Lernmittel
Summe
Die Aufzeichnungen in den Kategorien-Reports bzw. Überwachungslisten stimmen mit den
Kontoführungssalden überein.
Es wurden stichprobenartig drei Zahlungsvorgänge (Geschäftsvorfälle) geprüft:
Nr. KR bzw. ÜL für
Zahlungsbereich
Lfd. Nr.
Betrag
Prüfergebnis
1
2
3
Es ergeben sich keine Beanstandungen.
Es ergeben sich Beanstandungen in folgendem Umfang:
Unterschriften der Prüfer 1 und ggf. 2
Ort, Datum

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Anlage 6: Leitfaden Schulkonten im Freistaat Sachsen
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Bestätigung über Geldzuwendungen – Formular-ID: 034120

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Anlage 7: Leitfaden Schulkonten im Freistaat Sachsen
Bestätigung über Sachzuwendungen –
Formular-ID:
034121

Herausgeber und Redaktion:
Landesamt für Schule und Bildung
Standort Radebeul
Dresdner Straße 78 c | 01445 Radebeul
Telefon: +49 351 8324-456
E-Mail: poststelle-r@lasub.smk.sachsen.de
www.lasub.smk.sachsen.de
Redaktionsschluss:
30.10.2018, redaktionelle Überarbeitung 30. Januar 2019
Titelbild:
Miriam Doerr – fotolia.com
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