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Sächsische Gartenakademie
Autoren: Frau Bernhardt, LfULG, Pressesprecherin
Herr Höne, LfULG, Abt. 7, Pflanzenschutz
Gartentelefon donnerstags 14-17 Uhr: 0351 2612-8080
E-Mail:
gartenakademie@smul.sachsen.de
www.gartenakademie.sachsen.de
Gartentipp
Vorsicht Buchsbaumzünsler!
Gartentipp März 2019
Erste Larven gesichtet
Das Sächsische Landesamt für Umwelt, Land-
wirtschaft und Geologie (LfULG) hat gestern (21.
März) auf seinen Versuchsfeldern in Dresden-
Pillnitz erste Larven des Buchsbaumzünslers
(Cydalima perspectalis) gesichtet. Ihre Aktivität
und der damit verbundene Blattfraß sei durch
die milden Temperaturen angeregt worden. Die
Behörde warnt Gartenbesitzer und Betreiber von
Parkanlagen vor dem gefräßigen Buchsbaum-
zünsler und befürchtet eine weitere Ausbreitung
in Sachsen.
Die gelbgrünen Raupen befinden sich aktuell in
einem sehr jungen Entwicklungsstadium und
sind mit zirka fünf Millimetern noch sehr klein.
Deshalb müsse bei der Kontrolle der Buchs-
baumpflanzen auf einen möglichen Befall genau
hingeschaut werden. Neben den Raupen wür-
den auch einzelne zusammen gesponnene Blät-
ter auf einen Befall mit dem Buchsbaumzünsler
hindeuten. Abhängig von den klimatischen Be-
dingungen können in der hiesigen Region bis zu
vier Generationen auftreten, was zu einem Kahl-
fraß der ganzen Pflanzen führen kann.
Wer seine Buchsbäume erhalten will, sollte früh-
zeitig gegensteuern. Bei dem akuten Befall im
gesamten Dresdner Elbtal im vergangenen Jahr
hätte sich beispielsweise als wirksame Maß-
nahme der Einsatz von Präparaten mit dem bio-
logischen Wirkstoff Bacillus thuringiensis erwie-
sen. Im Haus- und Kleingartenbereich sind mit
diesem Wirkstoff Mittel wie XenTari RaupenFrei
und Lizetan Raupen- und Zünslerfrei zugelas-
sen. Wichtig sei, dass der Einsatz mit den ge-
nannten Präparaten nur bei dauerhaften Tempe-
raturen über 15 °C erfolgt und eine gleichmäßi-
ge Benetzung der gesamten Pflanze stattfindet,
also auch im inneren Bereich. Weiterhin sollten
die Pflanzen über das ganze Jahr hinweg re-
gelmäßig auf einen Wiederbefall mit jungen
Raupen kontrolliert und die Bekämpfungsmaß-
nahmen gegebenenfalls wiederholt werden.
Achtung!
Für den Einsatz von Pflanzenschutz-
mitteln mit dem Wirkstoff Dimethoat (z. B.: Bi 58)
gibt es keine Zulassung im Haus- und Kleingar-
tenbereich im Freiland. Eine Zuwiderhandlung
stellt einen Verstoß gegen das Pflanzenschutz-
gesetz dar und zieht ein Bußgeld nach sich.
Für die Beratung der Gartenbesitzer stehen in
den Fachmärkten geschulte Pflanzendoktoren
zur Verfügung. Ebenso können sich Haus- und
Kleingärtner mit ihren Fragen zum Pflanzen-
schutz und rund ums Gärtnern an die Sächsi-
sche Gartenakademie im LfULG wenden.
www.gartenakademie.sachsen.de.
Wer keinen
Internetzugang hat, kann sich immer donners-
tags von 14:00 bis 17:00 Uhr über das Gartente-
lefon
0351-26128080
der Sächsischen Garten-
akademie beraten lassen.
Hintergrundinformationen:
Biologie:
Der Schädling überwintert als Raupe geschützt
in den Gespinsten auf den Buchsbäumen oder
in deren näheren Umgebung. Im Frühjahr wer-
den die Raupen bei Temperaturen über 7 °C
wieder aktiv, beginnen zu fressen und setzen
ihren Entwicklungszyklus fort. Nach der Verpup-
pung der Raupen kommt es je nach Tempera-
turverlauf im Mai/Juni zum Schlupf der Falter,
die ihre Eier an die Blätter des Buchsbaumes
legen. Die Falter leben nur ein bis zwei Wochen.
Ein Weibchen kann bis zu 150 Eier ablegen. Die
Eientwicklung ist mit drei bis sieben Tagen sehr
kurz. Die Eier werden bevorzugt an der Unter-
seite der äußeren Blätter abgelegt. Die
Jungraupen wandern dann ins Innere der Bü-
sche. Sie verursachen einen Schabefraß an den
Blättern und spinnen mehrere Blätter zusam-

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men. Ältere Raupenstadien fressen das ganze
Blatt bis auf die Mittelrippe ab. Ganze Triebe
werden zu einem Gespinst zusammengezogen,
in dem sich auch anfangs grünliche Kotkrümel
befinden. Die Raupen verpuppen sich dann
nach 3 bis 10 Wochen in den Gespinsten. Ab-
hängig von den klimatischen Bedingungen kön-
nen in unserer Region bis zu 4 Generationen
auftreten.
Bekämpfungsmöglichkeiten:
Von Einzelpflanzen können die Raupen abgele-
sen werden. Werden Gespinste mit Raupen
abgeschnitten, müssen diese zur Abtötung der
Raupen in einem geschlossenen, dunklen Müll-
sack in die Sonne gestellt werden. Größere
Mengen Schnittgut mit Raupen sollten gehäck-
selt werden. In der Regel treiben auch völlig kahl
gefressene Büsche wieder aus, müssen also
nicht gerodet werden, falls man sich für Schutz-
maßnahmen in den folgenden Jahren entschei-
det. Zur Bekämpfung im Haus- und Kleingarten
gibt es im Fachhandel neben dem bereits ge-
nannten Wirkstoff Bacillus thuringiensis weitere
zugelassene Pflanzenschutzmittel mit den biolo-
gischen Wirkstoffen Azadirachtin oder dem
chemischen Wirkstoff Acetamiprid. Alle Mittel
sind als bienenungefährlich eingestuft worden.