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Fotos: Jan Gläser, Drebach / LPV ME

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Betriebsplan Natur - Ein kooperativer Weg für
mehr Naturschutz in der Landwirtschaft
Königswalde, 30.08.2017

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Ausgangssituation
langjährige konstruktive Zusammenarbeit Agrargenossenschaft
Königswalde/Mutterkuh „Am Schwarzwasser“ GmbH, Mitgliedschaft
im LPV ME
2001/2005 Eingrünung Betriebsgelände Königswalde/Grumbach
naturschutzgerechte Heckenverjüngung seit 1993
• Mutterkuh „Am Schwarzwasser“ GmbH unterstützt Bergwiesenfest
LPV ME seit 2007
Naturschutzqualifizierung, z.B. Kennartenerfassung EOH
Heute Vorstellung
Arbeitsstand
Betriebsplan Natur

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Arbeitsstand 30.08.2017
Recherche Fachdaten
Betriebsbegehung Betriebsleiter
Geländeerfassung Berater/Artspezialisten
Auswertung Ergebnisse
• Ziel – Ist – Vergleich
Maßnahmeplanung, Karten, Bericht
Abstimmung mit Betrieb

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Motivation und Nutzen für den Betrieb
Vollständige betriebsbezogene Sichtung
– Auswertung vorhandener
Fachgrundlagen Naturschutz
tiefgehende Besichtigung Betriebsbestandteile in unterschiedlichen Kleinlandschaften
(Humpeltal, Grumbacher Plateau, Kammgebiet)
Ist/Ziel-Bewertung
Maßnahmevorschläge und Würdigung bereits erbrachter Leistungen
• Naturschutzfachliche Besonderheiten des Betriebs diskutiert
• Welche Arten / Biotope hat der Betrieb, in welchen Schutzgebieten arbeitet er?
• Was leistet Betreib zum Erhalt der biologischen Vielfalt (GL, Hecken)?
• Was kann zur Entwicklung der biologischen Vielfalt optimiert werden? Welche
Maßnahmen passen in die Betriebsabläufe?
Papiertiger oder praktische Erfolge?
Wie kann Betrieb Maßnahmen umsetzen und finanzieren? (Förderkulisse GL,
INVEKOS – Kontrollen, Umsetzungsstand investive Maßnahmen RL NE)

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Beteiligung Ehrenamt am Betriebsplan Natur
Kreisnaturschutzbeauftragter u. Entomologe
Wolfgang Dietrich
Ehem. langjähriger SB uNB Bernd Schreiter
• SPA – Betreuer Hr. Jan Gläser
Schutzgebietsbetreuer Hr. Falk Gärtner
Schutzgebietsbetreuer, ehem. langjähriger SB uNB
und Entomologe Siegmar Bräuer

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Analyse Fachdaten zum Betrieb
Aktuelles Flächenverzeichnis gesichtet
Agrarantrag 2017 - Betriebsgröße 356 ha, 135 Schläge
88% geförderte Flächen AuK/2015,
überwiegend
blüten- und insektenreiches GL
25 % GL 1 a, 14 % GL 1b, 1% GL 1c
= 40% GL 1 sind das
Ergebnis langfristig naturverträglicher Weidewirtschaft
36 % GL 4b –
alle
besichtigt, Arteninventar oft = GL 1 a – b (c)
12 % GL 5a – Mähweiden
12 % Fläche ohne Förderung – unterschiedliche Gründe
(keine Kennarten, Pacht, FKG)
Angebot freiwilliger AUM auch zukünftig
Grundvoraussetzung für Naturschutzleistungen

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Analyse Fachdaten zum Betrieb
Auswertung Daten LfULG
Multibase
dünne Datenlage
ältere Erfassungen fehlen, nur punktuelle und
länger zurückliegende Erhebungen
Brutvogelkartierung 2004-2007
5 Natura – 2000 - Gebiete
• MaP FFH „Mittelerzgebirgische Basaltberge“,
„Pöhlbachtal“ und „Preßnitz-/Rauschenbachtal“
• SPA „Mittelgebirgslandschaft östl. Annaberg“
und „Erzgebirgskamm bei Satzung“

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Analyse LRT - Fachdaten zum Betrieb
• insgesamt
14 LRT – Flächen
6510 Flachlandmähwiese
6520 Bergmähwiese
Vor Ort fast alle LRT bestätigt
unterschiedliche Formen artenreiches, blüten- und insektenreiches
GL vorgefunden, aber ohne 100%ige pflanzensoziologische
Ansprache durchzuführen
• Abgleich LRT mit Förderung RL AuK/2014
9 LRT = GL 4b
1 LRT = GL 1a
1 LRT = GL 1b
2 LRT ohne Förderung (Pöhlbergalm und Hang zur Skihütte)
1 x kein ausreichend langer Pachtvertrag SV Annaberg
1 x fehlerhafte Kulisse
1 LRT Shape wahrscheinlich seitenverkehrt in Königswalde oberhalb
Bärensteiner Straße

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Analyse LRT - Fachdaten zum Betrieb
OT mit KNB/Unb/LPV
guter Erhaltungszustand
insekten –/blütenreiche, oft magere Trockenstandorte,
Strukturvielfalt (Nassstellen, Steinrücken, Gehölze)
Weidemanagement zielführend, LRT - angepasste
Weidedauer, Frequenz und Besatzdichte
Keine Gülle, PSM, keine Ampfervorkommen auf LRT,
keine Trittschäden
Keine Düngung außer Exkremente
Diasporentransport/Trittsiegel

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Analyse Fachdaten zum Betrieb
Daten untere Naturschutzbehörde
Avifaunistische Untersuchungen (LRA ERZ,
2011)
• 23 Vogelarten mit Revieren, 8 Nahrungsgäste
• FFH – ARTEN: Neuntöter, Rotmilan
• Gebüschbrüter: Goldammer, Garten-/Dorn-
/Mönchsgrasmücke, Zilpzalp
Geplante Erweiterung LSG „Pöhlberggebiet“
§30
BNatSchG relevant Absatz (2) Punkte 1 und
2: Uferstreifen Fließgewässer/seggen – und
binsenreiche Nasswiesen
bzw.
§
21 SächsNatSchG

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Analyse Fachdaten zum Betrieb
Gebiete mit besonderer Bedeutung für Fledermäuse in der
Region Chemnitz (Planungsverband Region Chemnitz,
2013)
• 6 Artnachweise Fledermäuse, alle FFH-IV („besonderer
Rechtsschutz der EU“ + BNatSchG sg)
Braunes Langohr
RL SN Vorwarnliste
Fransenfledermaus
RL SN Vorwarnliste
Kleine Bartfledermaus
RL SN stark gefährdet
Nordfledermaus
RL SN stark gefährdet
Wasserfledermaus
RL SN ungefährdet
Zweifarbfledermaus
RL SN gefährdet

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Analyse Fachdaten zum Betrieb
ENJ – Studie NSZ „Wiederherstellung und Erhaltung der
Ackerterassen und Waldhufenfluren im Pöhlberggebiet“,
1999
Nachschlagewerk, Planungsgrundlage und
Argumentationshilfe
7.2.3.1 Rote Liste – Arten Brutvögel + kommentierte Artenliste
10.1 Entwicklung und Pflege Hecken und Steinrücken
10.3.2 Pöhlbergosthang Geyersdorf, Pflegemaßnahmen
„Ext. GL –Nutzung durch Beweidung …. Umstellung auf
Mutterkuhhaltung“
Zielarten Neuntöter, Baumfalke, Kreuzotter, Blindschleiche
Heckenverjüngung
Auskoppeln von Hecken
Förderung seltener Arten
wie Kreuzdorn, Wildapfel,
Schlehe

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Strukturelemente
Steinrücken und Hecken
85% Baum- bzw. Baum – Strauch – Hecken
Überdurchschnittlich viele STR im Betrieb
Pflegebedarf und –umfang sehr hoch, langfristige,
aufwändige Aufgabe
Vorbildlich: alle STR ausgekoppelt
Wiederansiedelung Kreuzdorn u. Nachpflanzung
Schlehe nach Heckenverjüngung
Feldgehölze, Waldränder
Baumreihen
Feuchtgebiete und Nassstellen
Z. T. ausgekoppelt
Überprüfung Wiesenbrüter (Braunkehlchen)
Offene Felsbildungen
Kreuzotter, Zauneidechse, Blindschleiche

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Strukturelemente
135 Schläge - davon nur 38 ohne Landschaftselemente
auf 97 Schlägen
194 CC – relevante LE
zahlreiche weitere LE direkt an Schlaggrenze im
unmittelbaren Umfeld
Fallbeispiel Steinrücken und Hecken
STR lt. RL SN stark gefährdete Biotope
9,8 ha mit 26,6 km Länge
Bedeutung für Weidebetrieb:
Auskoppeln und Gewährleistung
Funktionsfähigkeit Weidezaun auf 53 km
Länge

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Rückstand Heckenverjüngung
Fehlstarts bei RL NE/2007 und RL NE/2014, Verzögerungen, Förderlöcher
Quellen: André Karwath, Christoph Caina, Peter Hering, Gunter Hasler, D. Bark, Michael Gamer, Dani Studler, Robert Kreinz

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Rückstand Heckenverjüngung
Fehlstarts bei RL NE/2007 und RL NE/2014, Verzögerungen, Förderlöcher

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Fallbeispiel Förderpraxis
in der Begründung eines Antrages zur Heckenverjüngung waren weder der ökologisch flächendeckend schlechte Zustand der
Steinrücken, noch deren Gefährdungsgrad laut Rote Liste Sachsen und auch nicht deren hohe Bedeutung als Biotopverbund
sondern das zufällige Vorkommen der
Kleinen Bartfledermaus
Myotis mystacinus
auschlaggebend

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Nachweise wertgebender Arten April
Juli 2017
Borstgras
, Perückenflockenblume,
Zittergras
,
Kreuzblümchen
, großer Wiesenknopf, Bibernelle,
Silberdistel
Ausstattung auf fast allen Flächen:
Frauenmantel, Sauerampfer, kleiner Ampfer, Hahnenfuß, Spitzwegerich, Braunelle,
Wiesenglockenblume,
rundblättrige Glockenblume
, Wiesenknöterich, versch. Ehrenpreise,
Storchschnabel
, Schafgarbe, versch. Kratzdistel, Kohldistel, Sumpfkratzdistel, Hornklee,
Wiesenplatterbse, Vogelwicke, roter und weißer Klee, Fingerkraut, Johanniskraut,
Feldhainsimse,
Harzer Labkraut
, Wiesenlabkraut, Habichtskraut, Pippau, Ferkelkraut,
Herbstlöwenzahn, rauher Löwenzahn, Grassternmiere, Mädesüß, Giersch, Löwenzahn,
Bärenklau, rotes Straußgras, Weidelgras, Kammgras, Rotschwingel, Honiggras, Rasenschmiele,
Schlängelschmiele, Knäuelgras, Lieschgras, Dreizahn, Hundsstraußgras,
Schwalbenschwanz
, Admiral, Ochsenauge, Schachbrettfalter, Heckenweißling, weißbindiger
Mohrenfalter, Landkärtchen, Tagpfauenauge, schwarz- und braunkolbiger Braundickkopffalter,
kleines Wiesenvögelchen
, Brauner Bär, Schornsteinfeger, kleiner Perlmutterfalter
, Bläulinge
,
Kohlweißlinge, kleiner Fuchs
Braunkehlchen, Wiesenpieper
,
Bluthänfling, Goldammer, Stieglitz, Feldlerche, Rotmilan,
Zaunkönig
Feldhase

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Ausblick Ziel
Ist
Vergleich ausgewählte wertgebende Arten
Im SPA
– Gebiet „Erzgebirgskamm bei Satzung“
Jöhstadt ggü. Dürrenberg:
• keine Wiesenbrüter, in Hecken Neuntöter, Dorngrasmücke, Goldammer
• Männchen Braunkehlchen nördöstlich Richtung Stadt in gezäunter Gehölzneuanpflanzung
• Gebiet hätte Wiesenbrüterpotenzial wegen Nähe Restpopulation (Dürrenberg).
Empfehlungen :
Vergrößerung Dauerbrachen, wechselnde Brachen
Saumstreifen an Wegen oder Hecken
• Nicht beweidete Flächen sehr spät (August- Gefiedermauser beachten) oder in Staffelmahd mit einem zeitigen und einem
späten Termin mähen.
Jöhstadt Dürrenberg:
• regelmässig Braunkehlchen, 2017: 2 Brutpaare mit Bruterfolg
• außerdem: Schwarzkehlchen, Karmingimpel, Wiesenpieper, Neuntöter, Dorngrasmücke, Feldschwirl
• Artenvielfalt resultiert aus der größeren Brachfläche und der unterschiedlich intensiven Nutzung der anliegenden Flächen
„Man könnte das Gebiet als optimal betrachten und hoffen das alles so bleibt wie es ist“
Die westlich gelegene, grössere Fläche könnte man noch optimaler gestalten (unterteilen und weniger intensiv beweiden)
Grumbach:
Neuntöter, Grauammer, Dorngrasmücke, Goldammer und WachteL
Braunkehlchen und Wiesenpieper von Dritten beobachtet aber bisher weder bestätigt noch Brut
Maßnahmevorschläge Erweiterung von Dauerbrachen, wechselnde Brachen, Staffelmahd, Saumstreifen, weniger intensive
Grünlandnutzung.
Schmalzgrube:
keine Wiesenbrüter - bei derzeitiger intensiver Beweidung nicht zu erwarten.

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Landschaftsbild und Landtourismus
Überregionale Radwege
Preßnitztalradweg, Pöhlatalradweg, Stoneman Miriquidi
Wanderwege
Kammweg Erzgebirge/Vogtland
Heckenerlebnispfad Hagebuttenweg
Kulturlandschaftspfad Königswalde
• Ausflugsziele und Gastronomie:
• Berghotel Pöhlberg, dichtes Wanderwegenetz, viele Besucher
• Skihütte SC Norweger e.V. und Gewerkschaft St. Briccius e.V.
(Landschaftsbilder auf Homepage)

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Hofstelle
Hofanlage Königswalde mit Streuobstwiese, Hecke
Trockene Böschungen mit langer Blühphase spät ext. Beweidet
Böschungsbereiche Siloflächen nährstoffreiche Ruderalfluren,
Brennnesselbestände (Tagfalter)
Milchviehstall Grumbach und Mistplatte mit einheimischen
weichfruchttragenden Sträuchern und Ebereschen begrünt
Hofanlage Jöhstadt mit Ruderal- und Blühflächen
Hofanlagen Königswalde, Jöhstadt und Grumbach Offenställe,
Rauchschwalben brüten dort, Fledermausquartiere wahrscheinlich
Milchviehstall: Demontage Schwalbennester angeordnet
Versiegelungen auf Minimum – grüne bzw. erdgebundene Feld- und Fahrwege

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