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erarbeitet von Beratungsgruppe Qualitätssicherung für LAG BNE
Stand: 07.09.2020
Empfehlungen
für bereichsübergreifende Qualitätsstandards von
Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)
Leitbild
Die Einrichtung verfügt über ein Leitbild.
Es ist erkennbar auf nachhaltige Entwicklung
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ausgerichtet. Das eigene
Nachhaltigkeitsverständnis der Einrichtung ist ablesbar.
Das Leitbild wurde in einem partizipativen Prozess mit allen Mitarbeitenden der
Einrichtung erarbeitet.
Ist bereits ein Leitbild vorhanden, sollte dies entsprechend überarbeitet werden.
Organisationsqualität
Interne und externe Mitarbeitende
Die Mitarbeitenden haben eine den Angeboten und Zielgruppen angepasste fachliche
und didaktische Kompetenz.
Die Mitarbeitenden halten sich selbstständig durch Fortbildungen fachlich und
methodisch auf dem aktuellen Stand.
Die Mitarbeitenden streben selbst nach dem Leitsatz "Wir leben, was wir lehren." eine
möglichst nachhaltige Lebens- und Arbeitsweise an.
Die Mitarbeitenden erhalten für Ihre Tätigkeit eine angemessene Vergütung und
Wertschätzung.
Verantwortlichkeiten
Die Aufgabenverteilungen und Verantwortlichkeiten sind klar geregelt.
In der Organisation wird eine partizipative Arbeitskultur gelebt.
Neue Mitarbeitende werden aktiv eingearbeitet und in die Organisation integriert.
In der Organisation werden angemessene Instrumente der Personalführung und -
entwicklung (z.B. Mitarbeitendengespräche) angewendet.
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Dazu wird ein Verständnis nachhaltiger Entwicklung entsprechend der Definition aus Brundtland-
Report empfohlen: „Humanity has the ability to make development sustainable –
to ensure that it
meets the needs of the present without compromising the ability of future generations to meet their
own needs.“

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erarbeitet von Beratungsgruppe Qualitätssicherung für LAG BNE
Stand: 07.09.2020
Interne Kommunikation
Arbeitsstrukturen und -prozesse sind für alle Beteiligten transparent und verständlich
dokumentiert und allen Mitarbeitenden bekannt.
Es besteht ein kontinuierlicher, organisierter Informationsaustausch zwischen
hauptamtlichen, ehrenamtlichen und freien Mitarbeitenden.
Es gibt eine systematische und wertschätzende Feedbackkultur.
Externe Kommunikation
Die Einrichtung kommuniziert ihre Angebote zielgruppengerecht und niedrigschwellig.
Hierfür werden vielfältige Informationswege und -medien genutzt.
Die Bedingungen zur Nutzung der Angebote sind transparent.
Die Einrichtung ist mit ihrer generellen Ausrichtung und Haltung öffentlich präsent. Ihr
Verständnis von nachhaltiger Entwicklung und BNE wird darin deutlich.
Die Einrichtung kooperiert mit anderen Akteuren und nimmt aktiv an der Netzwerkarbeit
teil.
Nachhaltige Arbeit der Einrichtung und Infrastruktur
Die Art des Arbeitens der Bildungseinrichtung und ihre Infrastruktur unterstützen
glaubwürdig die darin stattfindende Bildungsarbeit.
Für die Anreise von Teilnehmenden werden umweltfreundliche Verkehrsmittel ermöglicht
und empfohlen.
Die Verpflegung der Teilnehmenden erfolgt fleischarm und orientiert sich soweit möglich
an den Grundsätzen - ökologisch, saisonal und regional.
Die Einrichtung wirkt auf einen niedrigen Energieverbrauch ihrer Räumlichkeiten und die
Nutzung regenerativer Energien hin.
Materialien und Technik werden zweckmäßig und sparsam eingesetzt. Wo möglich,
werden Recyclingmaterialien verwendet und Reststoffe vermieden.
Für den nicht vermeidbaren CO2-Ausstoß werden Kompensationen vorgenommen.
Angebotsqualität
Ziele
Die Bildungsarbeit ist auf den Erwerb von Gestaltungskompetenzen ausgerichtet (Erwerb
von Werten und Wissen, Fähigkeiten zu Kooperation, Empathie und Perspektivwechsel,
Kreativität, vernetztes und vorausschauendes Denken und Handeln).
Die Bildungsarbeit vermittelt eine Handlungsorientierung im privaten, beruflichen und
gesellschaftlichen Kontext und unterstützt die Bereitschaft, Verantwortung zu
übernehmen.

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erarbeitet von Beratungsgruppe Qualitätssicherung für LAG BNE
Stand: 07.09.2020
Inhalte
Die Bildungsinhalte spiegeln die Komplexität und thematische Vielfalt der globalen
Realität wider und stellen sie aus verschiedenen Perspektiven dar.
Die Angebote integrieren Bezüge zu verschiedenen inhaltlichen Dimensionen der
Nachhaltigkeit (ökologisch, sozial, ökonomisch, kulturell).
Die Inhalte nehmen Bezug auf den Einzelnen, die Gesellschaft, Wirtschaft und Politik und
zeigen praktische Handlungsmöglichkeiten auf.
Die Angebote stellen einen Bezug zu den globalen Nachhaltigkeitszielen (SDGs) her.
Zielgruppen
In den Bildungsangeboten wird ein konsequenter Lebenswelt- und Alltagsbezug zu den
Zielgruppen hergestellt. Die Bezüge werden altersgerecht und entsprechend der
Reflexionsfähigkeit der Zielgruppen gestaltet.
Bei den Zielgruppen werden unterschiedliche soziale Gruppen, Lebenswelten, Erfahrungen
und kulturelle Prägungen berücksichtigt.
Die besonderen Interessen, Bedarfe und aktuellen Bezüge der Zielgruppen werden dabei
berücksichtigt.
Die räumlichen, zeitlichen und sonstigen Bedingungen für eine Teilnahme an Angeboten
werden zielgruppengerecht gestaltet.
Methoden
Es wird eine den jeweiligen Bildungszielen, Zielgruppen und Inhalten entsprechende
Vielfalt unterschiedlicher Methoden eingesetzt.
Der Beutelsbacher Konsens wird beachtet.
Die gewählten Methoden fördern einen aktiven Dialog, animieren die Teilnehmenden zur
Partizipation und führen zu einem eigenverantwortlichen, interaktiven und kritischen
Lernprozess.
Prozessqualitäten
Kundenorientierung
Die Bedarfe und Interessen der Zielgruppen sowie praktische Anknüpfungspunkte für die
Bildungsarbeit werden in allen Phasen der Vorbereitung und Durchführung von
Bildungsangeboten erhoben. Die Angebote werden darauf entsprechend ausgerichtet.
Partizipation
Entwicklung, Durchführung und Evaluierung der Bildungsarbeit erfolgen in einem
altersgemäßen, partizipativen Prozess mit den betreffenden Zielgruppen und
Mitarbeitenden.

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erarbeitet von Beratungsgruppe Qualitätssicherung für LAG BNE
Stand: 07.09.2020
Evaluierung
Die Bildungsangebote werden regelmäßig evaluiert. Die Ergebnisse fließen in die
Weiterentwicklung der Bildungsarbeit ein.