Stand Juni 2007
Influenza-Pandemieplanung
des Sächsischen Staatsministerium für Soziales (SMS)
Vorwort
1. Notwendigkeit der Influenza-Pandemieplanung
Wegen der weitreichenden Folgen einer Influenza-Pandemie hat die WHO 1999 ihre Mit-
gliedsstaaten aufgefordert, nationale Pläne zur Vorbereitung auf das Eintreten einer In-
fluenza-Pandemie zu erarbeiten. Dabei gilt der Grundsatz, eine koordinierte Gemeinschafts-
reaktion sicherzustellen.
In Deutschland wurde laut Beschluss der 74. GMK am
21./22.06.2001 in Bremen das BMG aufgefordert, in Abstimmung mit den Ländern einen
Nationalen Influenza-Pandemieplan für das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland auf der
Grundlage der WHO-Empfehlung zu erarbeiten, der in seiner ersten Fassung im Dezember
2004 von der GMK beschlossen und vom BMG veröffentlicht wurde.
Der Plan soll den Verantwortlichen in den Bereichen Gesundheitswesen und Aufrechterhal-
tung der öffentlichen Ordnung konkrete Informationen und Hilfestellungen liefern, auf deren
Grundlage spezielle Planungen vorgenommen und die erforderlichen Vorbereitungen ge-
troffen werden können.
Aufgrund neuer
wissenschaftlicher Erkenntnisse und intensiver Zusammenarbeit der Exper-
ten von Bund und Ländern wurden alle Teile des Nationalen Influenza-Pandemieplanes
überarbeitet und im Mai 2007 von der GMK beschlossen.
Aufbauend auf den Nationalen Influenza-Pandemieplan wurden im Freistaat Sachsen mit
dem „Maßnahmeplan zur Umsetzung des Nationalen Influenza-Pandemieplanes im Freistaat
Sachsen“ die notwendigen Verfahrensschritte und Strategien (Vorsorgeplanung) zur Verhü-
tung und Bekämpfung einer Influenza-Pandemie erarbeitet. Die Konzipierung des Maßnah-
meplanes ist als fortlaufender Prozess zu verstehen, der auf die Änderungen des Nationalen
Influenza-Pandemieplanes und die geänderten Rahmenbedingungen im Freistaat Sachsen
zu reagieren hat. Daher wird der Maßnahmeplan bei Bedarf aktualisiert und jeweils den be-
teiligten Verwaltungen bzw. Einrichtungen zur Verfügung gestellt.
2. Vorsorgeplanung
Die Besonderheit einer Influenza-Pandemie besteht darin, dass ein neuartiges Virus auf eine
dagegen immunologisch nicht vorbereitete Bevölkerung trifft und im Vergleich zu den saiso-
nal auftretenden Influenzaviren eine deutlich höhere Pathogenität aufweist. Die weltweite
Verbreitung kann daher sehr schnell erfolgen.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterscheidet nachfolgend dargestellte Phasen:
Periode
Phase
Inhalt
Interpandemische Periode
1
kein neuer Influenzavirus-Subtyp
2
zirkulierende tierische Influenzaviren mit
potentiellem Risiko für Erkrankungen des
Menschen
Pandemische Warnperiode
3-5
Erkrankungen des Menschen (ohne, mit limitierter
bzw. lokalisierter Übertragung von Mensch zu
Mensch)
Pandemie
6
das neue Virus hat mehrere Ausbrüche mit

anhaltender Verbreitung in der Bevölkerung in
mindestens einem Staat ausgelöst und auf andere
Länder übergegriffen
Für jede Phase wurde von der WHO eine allgemeine Zielsetzung für den öffentlichen
Gesundheitsbereich formuliert, die im nationalen Pandemieplan untersetzt wird. Seit dem
Jahr 2003 befindet sich Deutschland in Phase 3.
Bei der erwarteten Influenza-Pandemie gehen die Experten von einem Szenario aus, das in
zwei Phasen abläuft:
In einer
ersten Phase
von bis zu sechs Monaten stünde kein Impfstoff zur Verfügung, da die
heute gängigen Herstellungsverfahren diese Zeitspanne bis zur Auslieferung der ersten Am-
pullen benötigen. In dieser Phase wären antivirale Medikamente für Erkrankte oder enge
Kontaktpersonen sowie nicht-medikamentöse Schutzmaßnahmen die einzig möglichen
Maßnahmen zur Abwehr der Viren und ihrer Folgen.
In einer
zweiten Phase
wäre dann ein Impfstoff entwickelt, der nach einem festzulegenden
Impfkonzept an Beschäftigte im Gesundheitswesen, Beschäftigte zur Aufrechterhaltung der
öffentlichen Sicherheit und Ordnung und die Bevölkerung verimpft werden kann
.
Influenza-Pandemie, d.h. eine wachsende und anhaltende Übertragung der Influenza-Viren
von Mensch zu Mensch in der gesamten Bevölkerung, ist in Übereinstimmung mit der
Auffassung des Sächsischen Staatsministeriums des Innern (SMI) nicht mit einer
Katastrophe gleichzusetzen. Die Pandemie beginnt unterhalb der Katastrophenschwelle und
kann sich aufgrund der Lageentwicklung zur Katastrophe ausweiten, bei der dann nach den
Bestimmungen des Sächsischen Gesetzes über den Brandschutz, Rettungsdienst
und Katastrophenschutz (SächsBRKG) der Landrat bzw. Oberbürgermeister der Kreisfreien
Stadt den Katastrophenalarm auslöst. Der Maßnahmeplan beschäftigt sich daher mit der
Einsatz- und Ablaufplanung und der Schaffung der erforderlichen Strukturen vor dem Eintritt
der Katastrophe.
Geht man bei der planerischen Arbeit von dem als wahrscheinlich angenommenen Szenario
einer 30%igen Erkrankungsrate der Bevölkerung ohne Therapie und Prophylaxemaßnahmen
aus, wäre für Sachsen mit 1.290.380 Erkrankten zu rechnen.
In Folge käme es innerhalb von acht Wochen zu:
678.000 zusätzlichen Arztbesuchen,
19.000 Krankenhauseinweisungen und
5.000 Toten.
Die geschätzten gesamtwirtschaftlichen Kosten beliefen sich dann auf 774 Mio €.
Um einem solchen Szenario wirksam zu begegnen, ist Folgendes im Maßnahmeplan zu
regeln:
- eine qualifizierte Vorsorgeplanung einschließlich einer ausreichenden Bevorratung mit
antiviralen Medikamenten (Reduzierung der Erkrankungsdauer und der zu erwartenden
schweren Komplikationen),
- eine umfassende Bedarfs- und Kapazitätsermittlung und ggf. -erweiterung im Bereich des
Gesundheitswesens,
- die Sicherstellung der Impfstoffversorgung bereits in der interpandemischen Zeit,

- die Sicherstellung des Beobachtungssystems (Sentinel) und
- die Nutzung der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen
Sachsen (LUA) als Zentrum für epidemiologische Überwachung, Erfassung und
Durchführung von Untersuchungen von Proben.
Die derzeitige Konzipierung des Maßnahmeplanes zur Umsetzung des Nationalen Influenza-
Pandemieplanes im Freistaat Sachsen wird wohl am zutreffendsten als Managementtool
kategorisiert, also ein Instrument des effizienten Mitteleinsatzes mit einem möglichst hohem
Akzeptanzgrad. Er stellt den Rahmen für das koordinierte Vorgehen der betroffenen Behör-
den und Einrichtungen im Freistaat Sachsen dar. Der Maßnahmeplan selbst enthält keine
fachlichen Weisungen. Bindungswirkungen werden sich erst ergeben mit dem vorgesehenen
Erlass einer „Gemeinsamen Verwaltungsvorschrift des Sächsischen Staatsministeriums für
Soziales und des Sächsischen Staatsministeriums des Innern für eine Bereitschafts- und
Reaktionsplanung zur Bekämpfung außergewöhnlicher Gefahren und Schadenslagen durch
Bedrohungen von Menschen mit Infektionserregern (VwV Bereitschafts- und Reaktionspla-
nung – VwVBRP)“. Die Regelung der Aufstellung und Fortschreibung örtlicher Maßnahme-
pläne, welche als eine spezielle Form von besonderen Alarm- und Einsatzplänen aufgefasst
werden können, wird sich an der Verwaltungsvorschrift des Sächsischen Staatsministeriums
des Innern über Katastrophenschutzplanungen im Freistaat Sachsen (KatSPlanungsVwV)
(Az.: 41-1400.40/23) vom 30. April 1997, verlängert durch die Verwaltungsvorschrift vom 14.
Dezember 2002 (SächsABl. S. 1276), orientieren.
Seit Veröffentlichung des Nationalen Influenza-Pandemieplanes hat das SMS in Abstimmung
mit anderen Ressorts, den Regierungspräsidien, Gesundheitsämtern und betroffenen
Einrichtungen und Institutionen eine Vielzahl der geforderten Planungsleistungen und
Vorbereitungen bereits erbracht bzw. begonnen.
Bildung einer AG Influenza
Unter der Federführung des SMS wurden eine Arbeitsgruppe Influenza sowie weitere
Unterarbeitsgruppen zur Pandemieplanung gebildet, die jeweils nach thematischen
Schwerpunkten offene Fragen bezüglich der Pandemieplanung mit Betroffenen und
Sachverständigen klären. Den Arbeitsgruppen gehören Vertreter der betroffenen Ressorts
bzw. Einrichtungen an.
Surveillance
(systematische Sammlung, Übermittlung und Auswertung von Daten)
Durch frühestmögliche Identifizierung des Pandemievirus kann der Verlauf einer Pandemie
hinsichtlich Morbidität und Mortalität günstig beeinflusst werden. In Sachsen wurden daher
mit dem Ausbau des bereits bestehenden Influenza-Sentinels (Meldesystem) begonnen und
so die Voraussetzungen für eine bessere Datenauswertung geschaffen. Bund und Länder
haben Vorbereitungen zur Erweiterung der Meldepflicht gemäß Infektionsschutzgesetz in
Bezug auf die Influenza getroffen.
Antivirale Arzneimittel
Antivirale Medikamente können zur Therapie und Chemoprophylaxe der Influenza eingesetzt
werden. Das Kabinett hat sich bereits mehrfach mit diesem Thema befasst:
-
Das Kabinett hat am 07.06.2005 zum ersten Mal die Frage der Erforderlichkeit
des Kaufs antiviraler Medikamente erörtert.
-
Am 05.07.2005 (Beschluss Nr. 04/0136) hat das Kabinett beschlossen, antivi-
rale Medikamente zu bevorraten und die Staatsministerin für Soziales er-
mächtigt, entsprechende Verträge mit GlaxoSmithKline und der Hoffmann-

LaRoche AG zu unterzeichnen. Für eine erste Bevorratung hat das Staatsmi-
nisterium der Finanzen insgesamt bis zu 4,0 Mio. € zur Verfügung gestellt.
-
Eine sofortige weitere Bevorratung antiviraler Medikamente für weitere 11,6 %
(damit für insgesamt 20 %) der Bevölkerung wurde am 28.02.2006 beschlos-
sen (Beschluss Nr. 04/0272). Die dafür entstehenden Kosten wurden im Ein-
zelplan 08 veranschlagt und aus dem Gesamthaushalt gedeckt.
im 1. Halbjahr 2007 erfolgte die letzte Lieferung antiviraler Arzneimittel. Damit ist in Sachsen
die Bevorratung in oben genannter Höhe abgeschlossen. Der Kauf und die Einlagerung der
entsprechenden Verbrauchsmaterialien (Fläschchen, Verschlüsse, Dosierhilfen) müssen
allerdings noch erfolgen.
Geregelt wurden bisher die Modalitäten der Anlieferung, Einlagerung und Verarbeitung der
Arzneimittel im Pandemiefall. Die Logistik der Verteilung im Pandemiefall wird derzeit
erarbeitet.
Mit den eingelagerten antiviralen Arzneimitteln für 20% der Bevölkerung will der Freistaat
Sachsen die Therapie bereits Erkrankter bzw. die Riegelung sicherstellen. Unabhängig
davon muss von den sächsischen Unternehmen bzw. Einrichtungen geprüft werden, ob sie
eigene antivirale Arzneimittel zur Prophylaxe für ihre Mitarbeiter bevorraten wollen.
Impfung
Die Schutzimpfung gegen Influenza ist die kosteneffektivste und wirksamste präventive
Maßnahme. Bereits in der interpandemischen Phase ist daher eine konsequente
Impfstrategie aufzubauen und umzusetzen, das heißt:
a) Formulieren und Kontrollieren von Impfzielen (z.B. prioritäre Gruppen, Risikogruppen),
b) Beseitigung der Impfdefizite (Ziel: Durchimmunisierung von mindestens 60 % der
Bevölkerung bereits in der interpandemischen Zeit) durch bessere Aufklärung und
Kampagnen zur Erhöhung der Akzeptanz,
c) Stärkung der Stellung der Gesundheitsämter (Schwerpunkt: personelle Situation).
Die Influenza-Schutzimpfung ist nunmehr im Freistaat Sachsen für alle Bürger öffentlich
empfohlen. Die Bevölkerung wird darauf verstärkt hingewiesen. Damit wurden wichtige
Grundlagen für eine Steigerung der Durchimpfungsrate in der interpandemischen Phase
geschaffen.
Im Pandemiefall soll pandemischer Impfstoff für weitgehend die gesamte Bevölkerung zur
Verfügung stehen, um einen möglichst raschen und vollständigen Impfschutz vor dem Pan-
demievirus aufzubauen. Die Verhandlungen mit den Impfstoffherstellern werden auf
Bundesebene unter Beteiligung der Länder geführt. In Sachsen wurde unter anderem damit
begonnen, die Logistik der Anlieferung und Verteilung der Impfstoffe zu regeln und den
Ablauf der Impfungen festzulegen.
Vorbereitung weiterer Maßnahmen auf Landesebene
Neben der Klärung rechtlicher Fragen bei der Rekrutierung von Hilfspersonal für Impfungen
und die medizinische Versorgung Erkrankter müssen auf Landesebene allgemeine antiepi-
demische Maßnahmen (z.B. Schließung von Kinder- und Freizeiteinrichtungen, Verbot von
Massenveranstaltungen u.ä.) vorbereitet werden.
Vorbereitung weiterer Maßnahmen auf kommunaler Ebene
In den Landkreisen und Kreisfreien Städten des Freistaates Sachsen sind eigene Maßnah-
mepläne zu erstellen bzw. bereits vorhandene Notfallpläne an die Erfordernisse der Pande-

mie anzupassen. Vorbereitungen für die Aufrechterhaltung der ambulanten Versorgung, der
Alten- und Pflegeheime sowie weiterer öffentlicher Einrichtungen müssen getroffen, Notfall-
pläne der Krankenhäuser überarbeitet und abgestimmt werden. Dafür sind geeignete Kon-
zepte zu entwickeln. Mit Vertretern aller Betroffenengruppen wurden erste Abstimmungen
durchgeführt.
Risikokommunikation
Durch verständliche und sachliche Information der Bevölkerung vor und während einer Pan-
demie, die, von RKI und SMS koordiniert, dezentral durch die zuständigen lokalen Behörden
erfolgen sollte, wird auf Schutzmaßnahmen hingewiesen und der Verunsicherung der Bevöl-
kerung entgegengewirkt. Zur Umsetzung dieser Aufgabe wurden die notwendigen Maßnah-
men festgeschrieben.
Der bisher erreichte Stand der Konzipierung des Maßnahmeplanes zur Umsetzung des
Nationalen Influenza-Pandemieplanes im Freistaat Sachsen lässt noch eine Reihe von
Fragen offen, die erst mit der Fortschreibung und Weiterentwicklung zu klären sein werden.

Influenza-Pandemieplan
des Sächsischen Staatsministeriums für
Soziales
Maßnahmeplan zur Umsetzung des
nationalen Influenza-Pandemieplanes
im Freistaat Sachsen
Schwerpunkte

2
Inhaltsübersicht
Seite
Abkürzungsverzeichnis 4
Vorbemerkungen 5
1.
Interpandemische Periode (Phase 1 und 2):
Kein Fall von neuem Influenzasubtyp beim Menschen
6
1.1
Bildung einer Arbeitsgruppe (AG Influenza) des Landes
6
1.1.1 Mitglieder der AG Influenza
6
1.1.2 Aufgaben der AG Influenza
6
1.2 Surveillance
8
1.2.1 Ausbau der ARE-Surveillance des ÖGD in Sachsen
8
1.2.2 Virologische Surveillance des Sächsischen Influenza-Sentinels des ÖGD
8
1.2.3 Weitere Labordiagnostik – direkte Erregernachweise
9
1.2.4 Krankenhaus-basierte Surveillance
9
1.2.5 Mortalitätssurveillance
9
1.2.6 Nutzung der Ergebnisse des Sentinelsystems der AG Influenza (AGI) des RK
10
1.2.7 Überwachung von Influenzaviren bei Tieren
10
1.2.8 Prüfung der Möglichkeit der Beteiligung an Studien des RKI
10
1.3 Impfung
10
1.3.1 Impfung gegen Influenza
10
1.3.1.1 Festlegung der prioritären Gruppen bei Impfstoffknappheit
11
1.3.1.2 Logistik und Impfung
11
1.3.2 Impfung gegen Pneumokokken
12
1.4 Antivirale Arzneimittel
12
1.5
Vorbereitung weiterer Maßnahmen auf Landesebene
13
1.5.1 Voraussetzungen
13
1.5.2 Zusätzliche antiepidemische Maßnahmen
14
1.6
Vorbereitung weiterer Maßnahmen auf der Ebene der Landkreise
und Kreisfreien Städte
14
1.6.1 Ambulante medizinische Versorgung
14
1.6.2 Vorbereitung der Alten- und Pflegeheime
15
1.6.3 Krankenhausnotfallplanung
15
1.7
Information und Kommunikation
16
1.8.
Zusammenarbeit mit Nachbarländern/Nachbarstaaten:
Thüringen/Sachsen-Anhalt/Brandenburg/Polen/Tschechien (Euroregion)
16
2.
Pandemische Warnperiode Phase 3 und 4:
Isolierung eines neuen Influenza-Subtyps bei einem Menschen (3)
Stark lokalisierte Infektionen bei wenigen Menschen (4)
17
3.
Pandemische Warnperiode Phase 5:
Lokalisierte Mensch–zu–Mensch–Übertragung
17
4.
Pandemie Phase 6:
Zunehmende und fortdauernde Übertragung in der Allgemeinbevölkerung, Land
noch nicht betroffen
17
5.
Pandemie Phase 6:
Land betroffen oder enge Handels-/Reisebeziehungen mit einem betroffenen
Land
18
6.
Pandemie Phase 6:
Ende der ersten Pandemiewelle, rückläufige Influenza-Aktivität im Land
18
7.
Pandemie Phase 6:
Zweite Pandemiewelle
18
8. Postpandemische Periode:
Entspricht der interpandemischen Periode
18

3
Anlagen
Phaseneinteilung der WHO
19
Falldefinitionen von ILI, Influenza
21
Meldeverfahren
23
Vorgehen bei Influenza-Pandemieverdacht
24
Empfehlungen von Hygienemaßnahmen bei einer Influenza-Pandemie:
1. Maßnahmen im Krankenhaus bei Patienten mit Verdacht auf Influenza
25
2. Maßnahmen in der Arztpraxis bei Patienten mit Verdacht auf Influenza
27
Merkblatt Hinweise für die Bevölkerung zu Beginn der Influenza-Pandemie
28

4
Abkürzungsverzeichnis
ABAS
Ausschuss für biologische Arbeitsstoffe
AG Arbeitsgruppe
AGI
Arbeitsgemeinschaft Influenza am Robert Koch-Institut
API
Aktivsubstanz (active pharmaceutical ingredient)
ARE
Akute respiratorische Erkrankungen
BGBl Bundesgesetzblatt
BL-AL-AG Bund-Länder-Abteilungsleiter-Arbeitsgruppe
BMG
Bundesministerium für Gesundheit
COPD
Chronisch obstruktive Lungenerkrankung
(chronic obstructive pulmonary disease)
EAK Europäischer Abfallkatalog
EDV Elektronische Datenverarbeitung
EMEA Europäische Arzneimittelagentur
(European Agency for the Evaluation of Medicinal Products)
FFP 1-3
Partikel filtrierender Atemschutz (filtering face piece)
GA / GÄ
Gesundheitsamt / Gesundheitsämter
GMK Gesundheitsministerkonferenz
GSK
GlaxoSmithKline Consumer Healthcare GmbH & Co. KG
IfSG Infektionsschutzgesetz
IfSGMeldeVO Infektionsschutzgesetzmeldeverordnung
IfSGZuVO Infektionsschutzgesetzzuständigkeitsverordnung
IFT Immunfluoreszenz-Test
ILI “influenza-like-illness”
JVA Justizvollzugsanstalten
KV Kassenärztliche Vereinigung
LAGA Länderarbeitsgemeinschaft Abfall
LUA
Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinär-
wesen Sachsen
NRZ Influenza
Nationales Referenzzentrum Influenza am Robert Koch-Institut
ÖGD Öffentlicher Gesundheitsdienst
PCR
Polymerase-Kettenreaktion (Polymerase Chain Reaction)
PW
Peakwoche (Gipfel innerhalb eines Kurvenverlaufes)
RKI Robert Koch-Institut
RP Regierungspräsidium
SächsGDG
Gesetz über den öffentlichen Gesundheitsdienst im Freistaat
Sachsen
SächsGVBl
Sächsisches Gesetz- und Verordnungsblatt
SIKO Sächsische Impfkommission
SLÄK Sächsische Landesärztekammer
SMF
Sächsisches Staatsministerium der Finanzen
SMI
Sächsisches Staatsministerium des Innern
SMK
Sächsisches Staatsministerium für Kultus
SMS
Sächsisches Staatsministerium für Soziales
SMWA
Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit
SMWK
Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst
VwV BRP
Gemeinsame Verwaltungsvorschrift des Sächsischen
Staatsministeriums für Soziales und des Sächsischen
Staatsministerium des Innern für eine Bereitschafts- und
Reaktionsplanung zur Bekämpfung außergewöhnlicher Gefahren
und Schadenslagen durch Bedrohungen von Menschen mit
Infektionserregern (VwV Bereitschafts- und Reaktionsplanung)
WHO
Welt-Gesundheits-Organisation der Vereinten Nationen
(World Health Organisation)

5
Vorbemerkungen
Nach Einschätzung der WHO ist das Risiko einer weltweiten Influenza-Pandemie derzeit so
hoch wie lange nicht mehr, da sich das Vogelgrippevirus H5N1 in Südostasien stark
ausgebreitet hat. Es besteht das Risiko einer Neukombination von aviären und humanen
Influenzaviren und damit die Gefahr der Entstehung eines pandemischen Virus. Um auf eine
pandemische Ausbreitung reagieren zu können, werden daher vorbereitende Maßnahmen
zwingend notwendig. Jedoch auch unabhängig von der derzeitigen Situation in Südostasien
gehen die WHO und die überwiegende Mehrheit der Experten davon aus, dass mit einem
erneuten pandemischen Auftreten der Influenza gerechnet werden muss.
Auf der Grundlage des vom RKI herausgegebenen nationalen Influenza-Pandemieplanes
und unter Berücksichtigung der in diesem Plan festgeschriebenen fachlichen Erkenntnisse
und Empfehlungen wurde der nachfolgend aufgeführte Maßnahmeplan für den Freistaat
Sachsen erstellt, wobei das Vorgehen phasenspezifisch ist (siehe Anlage 5:
Phaseneinteilung der WHO).
Artikel 16 Abs. 1 der Verfassung des Freistaates Sachsen verpflichtet den Freistaat Sachsen
zum vorsorgenden Gesundheitsschutz. Er umfasst sowohl den Infektions- als auch den
Katastrophenschutz. Der Landesgesetzgeber hat durch § 1 Abs. 1 Nr. 5 SächsGDG die
Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten dem öffentlichen Gesundheitsdienst
übertragen. Die erforderlichen Maßnahmen des Infektionsschutzes zur Verhinderung oder
Bekämpfung einer Influenza-Pandemie werden gemäß Nummer 5.4 d) der VwV
Bereitschafts- und Reaktionsplanung in dem vorliegenden Maßnahmeplan zur Umsetzung
des nationalen Influenza-Pandemieplanes festgelegt. Bei der Aktualisierung und
Fortschreibung gemäß Nummer 5.3 a) der VwV Bereitschafts- und Reaktionsplanung finden
auch die erforderlichen Maßnahmen der Vorsorgeplanung zur Bewältigung der Influenza-
Pandemie der beteiligten Ressorts Berücksichtigung. Bei Maßnahmen im Sinne der
Verhütung und Bekämpfung einer Influenza-Pandemie ist unabhängig von Zuständigkeiten
eine enge Zusammenarbeit erforderlich. Ziel der ressortübergreifenden Zusammenarbeit ist
es, mit dem vorliegenden Plan ein zeitgemäßes Vorsorge- und Abwehrkonzept für Sachsen
zu entwickeln. Gleichwohl bleiben Zuständigkeiten nach den speziellen Rechtsvorschriften
der einzelnen Ressorts unberührt.
Das Sächsische Staatsministerium für Soziales übernimmt die Influenzapandemie-
Phaseneinteilung des RKI, welches sich auf die Vorgaben der WHO stützt. Das SMS stellt
sicher, dass alle betroffenen Fachbehörden und Einrichtungen sowie die Bevölkerung über
die jeweils aktuelle Phase und den Wechsel in eine andere Phase informiert werden.

6
1.
Interpandemische Periode (Phase 1 und 2): Kein Fall von neuem
Influenzasubtyp beim Menschen
1.1
Bildung einer Arbeitsgruppe (AG Influenza) des Landes
Unter der Federführung des SMS werden eine Arbeitsgruppe Influenza sowie weitere
Unterarbeitsgruppen zur Pandemieplanung gebildet, die sich je nach thematischen
Schwerpunkten aus den zuständigen Mitgliedern der in der folgenden Auflistung
(1.1.1) genannten Einrichtungen zusammensetzen. Die Arbeitsgruppen klären vorab
alle offenen Fragen bezüglich der Pandemieplanung mit Betroffenen und
Sachverständigen.
1.1.1 Mitglieder der AG Influenza:
- SMS:
Referat 23 Öffentlicher Gesundheitsdienst, Infektionsschutz,
umweltbezogener Gesundheitsschutz
Referat 21 Recht des Gesundheitswesens, Gesundheitsberufe,
Bestattungswesen
Referat 24 Allgemeine Angelegenheiten des Veterinärwesens,
Tierseuchenbekämpfung, Tierschutz
Referat 26 Arzneimittel und Apothekenwesen, Tierarzneimittel
Referat 31 Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Vertragsarztrecht
Referat 32 Renten- und Unfallversicherung, Rehabilitation in der
Sozialversicherung
Referat 34 Krankenhauswesen
Referat 44 Altenhilfe
Referat 45 Menschen mit Behinderung, Schwerbehindertenrecht
Referat 11 Grundsatzfragen, Strategisches Controlling
Referat 12 Haushalt
Referat 16 Recht
Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
- LUA
- SMI: Referat 37 Brandschutz, Rettungsdienst, Katastrophenschutz
- Regierungspräsidien Chemnitz, Dresden, Leipzig
- SMF: Referate 23/28 Kommunaler Finanzausgleich/Einzelplan des SMS
- SMWK: Ref. 34 Hochschulmedizin
- Universitätskliniken Dresden und Leipzig
- SMWA: Referat 25 Arbeitsschutz, Arbeitsmedizin
- SMK: Referat 44 Berufsfachschulen, Schulen des Gesundheits- und Sozialwesens
- Medizinische Fachschulen (nach Bestimmung des SMK)
- Vertreter der Gesundheitsämter (nach Bestimmung des SMS)
- AG Infektionsschutz des Landesverbandes der Ärzte und Zahnärzte des ÖGD
- Krankenhausgesellschaft Sachsen e.V.
- Kassenärztliche Vereinigung Sachsen
- Krankenkassen (nach Bestimmung des SMS)
- Sächsische Landesärztekammer
- Sächsische Landesapothekerkammer
- SIKO
- Behandlungszentrum Städtisches Klinikum „St.Georg“, Leipzig
- Sächsischer Städte- und Gemeindetag e.V.
- Sächsischer Landkreistag e.V.
1.1.2 Aufgaben der AG Influenza
Unter der Leitung des für den öffentlichen Gesundheitsdienst im SMS zuständigen
Referatsleiters bildet die AG Influenza Unterarbeitsgruppen zu den folgenden
Schwerpunkten, insbesondere zur Konkretisierung der in diesem Plan vorgegebenen
Aufgaben:

7
(1) Surveillance
1
:
Mitglieder: SMS, LUA, Vertreter der Gesundheitsämter, AG Infektionsschutz der
Ärzte des ÖGD, Landesärztekammer, Krankenhausgesellschaft,
Behandlungszentrum Städtisches Klinikum „St.Georg“ Leipzig
(2) Impfungen, Impfstoffe:
Mitglieder: SMS, Krankenkassen (geplant), Kassenärztliche Vereinigung,
Landesärztekammer, Landesapothekerkammer, Regierungspräsidien, Vertreter der
Gesundheitsämter, AG Infektionsschutz der Ärzte des ÖGD, SMWA, SMF,
Sächsischer Städte- und Gemeindetag e.V., Sächsischer Landkreistag e.V., SIKO,
Behandlungszentrum Städtisches Klinikum „St.Georg“ Leipzig, LUA
(3) Antivirale Medikamente:
Mitglieder: SMS, Krankenkassen (geplant), Kassenärztliche Vereinigung,
Landesärztekammer, Landesapothekerkammer, Regierungspräsidien, Vertreter der
Gesundheitsämter, AG Infektionsschutz der Ärzte des ÖGD, SMWA, SMF,
Sächsischer Städte- und Gemeindetag e.V., Sächsischer Landkreistag e.V., SIKO,
Behandlungszentrum Städtisches Klinikum „St.Georg“ Leipzig, LUA
(4) Antiepidemische Maßnahmen:
Mitglieder: SMS, SMI, LUA, Regierungspräsidien, Vertreter der Gesundheitsämter,
AG Infektionsschutz der Ärzte des ÖGD, SMK, SMF, Behandlungszentrum
Städtisches Klinikum „St.Georg“ Leipzig, Sächsischer Städte- und Gemeindetag e.V.,
Sächsischer Landkreistag e.V.
(5) Sicherstellung der medizinischen Versorgung:
Mitglieder: SMS, Regierungspräsidien, Vertreter der Gesundheitsämter, AG
Infektionsschutz der Ärzte des ÖGD, Kassenärztliche Vereinigung,
Landesärztekammer, Landesapothekerkammer, Krankenhausgesellschaft,
Behandlungszentrum Städtisches Klinikum „St.Georg“ Leipzig, SMWK
(Universitätskliniken Dresden und Leipzig), medizinische Fachschulen, SMF,
Sächsischer Städte- und Gemeindetag e.V., Sächsischer Landkreistag e.V.
Das Tätigkeitsgebiet der AG Influenza umfasst insbesondere
- die Einberufung regelmäßiger Zusammenkünfte der Mitglieder der
Unterarbeitsgruppen bis zur Klärung der offenen Fragen der Pandemieplanung in
kurzen Zeitabständen (später mindestens einmal jährlich),
- die Einberufung der Unterarbeitsgruppen bei Besonderheiten durch den Leiter der
AG Influenza,
- die ständige Aktualisierung des Maßnahmeplanes durch die Mitglieder der AG
Influenza zum jeweiligen Verantwortungsbereich, mindestens einmal jährlich,
- die Überprüfung und Kontrolle der Aktualisierung des Maßnahmeplanes durch den
Leiter der AG Influenza,
- die Bildung einer mobilen Einsatzgruppe bei der LUA, die zur Ausbruchsklärung vor
Ort die entsprechenden Maßnahmen einleitet,
- ggf. die Bildung weiterer Arbeitsgruppen mit besonderen territorialen oder
funktionsbedingten Aufgaben in den Landkreisen und Kreisfreien Städten, bei
Bedarf unter Einbeziehung von Regierungspräsidien, Amtsärzten,
Katastrophenschutz, Klinikleitern, Kreisärztekammern, Vertretern von Alten- und
Pflegeheimen und so fort.
1
Unter
Surveillance
versteht man Maßnahmen zur gezielten Infektionserfassung, -analyse und –bewertung.

8
1.2 Surveillance
Der Surveillance kommt im Falle einer Pandemie eine Schlüsselstellung zu. Durch
frühestmögliche Identifizierung des Pandemievirus kann der Verlauf einer Pandemie
hinsichtlich Morbidität und Mortalität günstig beeinflusst werden. Um ein flexibles
Reagieren auf das Infektionsgeschehen zu ermöglichen, ist ein umfassendes
Surveillance-System notwendig. Das Sächsische Influenza-Sentinel, bei dem ARE
erfasst und Materialien von Patienten in der LUA auf Influenzaviren untersucht
werden, sollte daher optimiert und gestärkt werden.
1.2.1 Ausbau der ARE-Surveillance des ÖGD in Sachsen
Ziel:
Über die Surveillance von ARE lässt sich die zeitliche und räumliche Dimension von
Influenza-Erkrankungen abschätzen. Deshalb ist als Ziel definiert, dass alle
Gesundheitsämter des Freistaates Sachsen einmal wöchentlich die Neuzugänge an
ARE im Rahmen der syndromischen Surveillance aus Allgemeinarzt-, Kinderarzt- und
internistischen Praxen erfassen, so dass entsprechende Daten aus allen Regionen
und sachsenweit vorliegen.
Durchführung:
- Gewinnung möglichst vieler Arztpraxen (anzustreben: 10-12) für die ARE–
Erfassung mit dem Ziel der Normalgangsberechnung für alle Kreise (siehe
Anlage 10),
- Durchführung von Aufklärungsveranstaltungen für alle betroffenen Arztpraxen in
allen Landkreisen und Kreisfreien Städten des Freistaates Sachsen durch die
Kreisärztekammern in Zusammenarbeit mit den Gesundheitsämtern,
- Erarbeitung eines einheitlichen Fragebogens für die wöchentliche telefonische
Befragung der Arztpraxen durch die Gesundheitsämter,
- wöchentliche Auswertung der erfassten Zahlen in den Fachgebieten Epidemiologie
der LUA, wobei die Ergebnisse dem SMS und den Gesundheitsämtern zur
Verfügung gestellt und auf der Internetseite der LUA veröffentlicht werden,
- Prüfung der Möglichkeit der Einführung einer EDV-gestützten Erfassung in den
Arztpraxen, wobei für die Meldung Arztpraxis - Gesundheitsamt - LUA/SMS die
Nutzung des Octoware in Betracht zu ziehen sein wird.
1.2.2 Virologische Surveillance des Sächsischen Influenza-Sentinels des ÖGD
Ziel:
Das virologische Influenza-Sentinel gibt Auskunft über die Zirkulation von
Influenzaviren. Die Typisierung der angezüchteten Influenzaviren liefert Informationen
zu den vorherrschenden Influenzavirus-Typen und -Subtypen. Es sollten möglichst
alle Regionen Sachsens bei der virologischen Surveillance repräsentiert sein.
Durchführung:
- Ablauf des Influenza-Sentinels gemäß festgelegtem Schema,
- Festlegung der Sentinelpraxen (Allgemeinärzte, Pädiater, Internisten) und der
Anzahl der zu entnehmenden Abstriche durch die Gesundheitsämter auf der Basis
der Vorgaben des SMS, wobei möglichst alle Regionen des Freistaates Sachsen
repräsentiert sein sollten,
- Entnahme der festgelegten Anzahl von Rachenabstrichen durch die Sentinelpraxen
bei Patienten, die der Falldefinition der ILI entsprechen (siehe Anlage 8),
- Entnahme/Veranlassung von Rachenabstrichen durch die Gesundheitsämter bei
Ausbrüchen, z. B. in Gemeinschaftseinrichtungen,
- Entnahme von Rachenabstrichen bei Verdacht auf Influenza durch die
Krankenhäuser und Versand über die Gesundheitsämter,
- Durchführung der Influenza-Diagnostik des Sentinels in der LUA,

9
- tägliche Veröffentlichung der Untersuchungsergebnisse auf der Internetseite der
LUA, um zeitnahe Informationen zur Influenzavirus-Zirkulation in den
verschiedenen Regionen Sachsens zu bieten,
- Weiterleitung aller Informationen sowie der angezüchteten Influenzastämme durch
die LUA an das NRZ Influenza (Berlin),
- Aktualisierung des Merkblattes zum Transport der Sentinelproben bei Vorliegen
einer Pandemie unter Berücksichtigung der Risikogruppen-Einstufung des
pandemischen Influenzavirus
- Erfassung der Anschriften der für die Influenza-Diagnostik zuständigen
Laboratorien
1.2.3 Weitere Labordiagnostik – direkte Erregernachweise
Ziel:
Die für den labordiagnostischen Nachweis der Influenza geforderten direkten
Erregernachweise aus klinischen Materialien des oberen und unteren
Respirationstraktes sollen verstärkt durchgeführt werden.
Durchführung:
- Einsatz des Antigennachweises (z. B. ELISA – einschließlich Influenza-Schnelltest),
evtl. auch des Nukleinsäure-Nachweises als direkte Erregernachweise bei der
Einzelfall-Schnelldiagnostik in niedergelassenen Laborpraxen, in Arztpraxen und
Krankenhäusern,
- Die Einhaltung der Meldepflicht nach §§ 7 und 12 IfSG ist bei direktem
Erregernachweis notwendig-
Verordnungen zur (Arzt-)Meldepflicht in den Phasen 4 und 6 sind auf Bundesebene
vorbereitet (so genannte „Schubladenverordnungen“). Eine Verordnung über die
Meldepflicht des Krankheitsverdachts, der Erkrankung und des Todes an Aviärer
Influenza beim Menschen (Aviäre Influenza-Meldepflicht-Verordnung - AIMPV)
wurde bereits in der WHO-Phase 3 erlassen.
1.2.4 Krankenhaus-basierte Surveillance
Ziel:
Die zeitnahe Erfassung der Krankenhaus-Arbeitsdiagnosen gibt Hinweise auf die
pandemiebedingten Exzess-Hospitalisierungen. Die Erhebung von Krankheitsdauer,
Komplikationen etc. lässt Rückschlüsse auf die notwendigen Ressourcen zu.
Durchführung:
Die Ergebnisse der vom RKI koordinierten Machbarkeitsstudie zur Krankenhaus-
Surveillance sollen abgewartet werden, bevor Festlegungen für Sachsen getroffen
werden.
1.2.5 Mortalitätssurveillance
Ziel:
Eine zeitnahe, altersgruppen-stratifizierte Erhebung der Mortalität macht unter
anderm auch die Sterblichkeit in bestimmten, eventuell untypischen Altersgruppen
erkennbar.
Durchführung:
Die Ergebnisse des vom RKI koordinierten Pilotprojektes zur Mortalitäts-Surveillance
sollen abgewartet werden, bevor Festlegungen für Sachsen getroffen werden.

10
1.2.6 Nutzung der Ergebnisse des Sentinelsystems der AGI des RKI
Ziel:
Die Daten des durch die AGI organisierten Sentinels sollen zeitnah zur Verfügung
stehen.
Durchführung:
- wöchentliche Auswertung des RKI-Influenza-Wochenberichts durch die
Fachgebiete Epidemiologie der LUA, sowie
- zum Zweck der zeitnahen Auswertung Bereitstellung und Verfügbarmachung aller
Informationen der AGI mittels zentraler Datenbank des RKI.
1.2.7 Überwachung von Influenzaviren bei Tieren
Ziel:
Mittels Routinesurveillance für Influenzaviren bei Tieren kann das Influenzavirus-
Reservoir und seine Dynamik der Subtypenverteilung charakterisiert werden.
Hierdurch kann gegebenenfalls ein frühzeitiges Erkennen von Viren, die durch
Reassortment auf den Menschen beziehungsweise von Mensch zu Mensch
übertragen werden und damit das Potenzial eines Pandemiestammes besitzen
könnten, möglich sein.
Durchführung:
Routinemäßige Beprobung verschiedener Tierpopulationen, insbesondere Geflügel,
daneben auch Wildvögel (zum Beispiel im Rahmen der jährlichen
Überwachungsprogramme zur Bekämpfung der Geflügelpest).
1.2.8 Prüfung der Möglichkeit der Beteiligung an Studien des RKI
Die Beteiligung an Studien des RKI ist zu prüfen, insbesondere zu Zwecken der
- wissenschaftlichen Untermauerung von seuchenhygienischen Maßnahmen, wie
zum Beispiel das Tragen von Atemschutzmasken beziehungsweise Mund-Nasen-
Schutz im öffentlichen Leben, sowie der
- Neubewertung des Infektionsrisikos von Personal in medizinischen und
pflegerischen Einrichtungen.
1.3 Impfung
1.3.1 Impfung gegen Influenza
Die Schutzimpfung gegen Influenza ist die kosteneffektivste und wirksamste
präventive Maßnahme. Sie ist im Freistaat Sachsen für alle Bürger öffentlich
empfohlen. Insbesondere Personen über 50 Jahre sowie Menschen aller
Altersgruppen mit gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens – wie
z. B. chronische Lungen- (auch Asthma bronchiale und COPD), Herz-Kreislauf-,
Leber- und Nierenkrankheiten, Diabetes und andere Stoffwechselkrankheiten,
Multiple Sklerose, Personen mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten mit
T- und/oder B-zellulärer Restfunktion, HIV-Infektion – sowie Bewohnern von Alters-
oder Pflegeheimen ist die Impfung in interpandemischen Zeiten zu empfehlen.
Geimpft werden sollen auch Menschen mit häufigen Kontakten zu Risikopatienten
(zum Beispiel medizinisches Personal, Pflegepersonal, Familienangehörige), die als
mögliche Infektionsquelle für von ihnen betreute ungeimpfte Risikopersonen
fungieren können. Personen mit besonderer Infektionsgefährdung (zum Beispiel
medizinisches Personal, Personen in Einrichtungen mit umfangreichem
Publikumsverkehr, Personen mit besonderer beruflicher Infektionsgefährdung durch
Vögel) wird die Influenza-Impfung ebenfalls angeraten (SIKO-Empfehlungen). Auch
bei Reisenden mit erhöhtem Expositionsrisiko soll die Impfung durchgeführt werden.
2
2
Die öffentliche Impfempfehlung zur Influenza-Schutzimpfung gemäß § 20 Abs. 3 IfSG wurde für alle
Altersgruppen in Sachsen auf Grundlage der SIKO-Empfehlung bereits erweitert (Verwaltungsvorschrift
Schutzimpfungen vom 24.05.2007).

11
Ziel:
Es ist anzustreben, dass im Pandemiefall Impfstoff für weitgehend die gesamte
Bevölkerung zur Verfügung steht, um einen möglichst raschen und vollständigen
Impfschutz vor dem Pandemievirus aufzubauen. Bei einer Impfung von 80% der
Bevölkerung ergibt sich ein Bedarf an ca. 6,88 Millionen Impfdosen. Dabei ist
berücksichtigt, dass voraussichtlich zwei Impfungen notwendig werden. Im Falle der
Knappheit von Impfstoff und für den Zeitraum (3 - 6 Monate) der Pandemie, in dem
der Pandemieimpfstoff noch nicht oder noch nicht ausreichend vorhanden ist, wird
gemäß der Empfehlungen der AG Infektionsschutz angestrebt, zur Aufrechterhaltung
der medizinischen Versorgung und öffentlichen Sicherheit und Ordnung die unter
1.3.1.1. aufgeführten Gruppen prioritär zu impfen.
Durchführung:
- Steigerung der Durchimpfungsrate in der interpandemischen Phase,
- Informationskampagnen im Herbst jeweils vor der neuen Influenza-Saison (mit
Hinweisen für die Risiko-Gruppen auf Impfnotwendigkeit) zum Beispiel durch
a. Pressekonferenzen,
b.
Veröffentlichungen, Aufrufe über die Medien,
c.
Ministerbrief an die Krankenhausgesellschaft und
d.
Veröffentlichungen für das medizinische Personal über die
Landesärztekammer,
-
Prüfung der Möglichkeit der Beteiligung an Untersuchungen zum aktuellen
Impfstatus und zur Impfakzeptanz.
1.3.1.1 Festlegung der prioritären Gruppen bei Impfstoffknappheit
Bei der Bestimmung der Rangfolge bei Schutzimpfungen bei begrenzten Ressourcen
im Pandemiefall sind folgende Personengruppen zu berücksichtigen:
Beschäftigte im Gesundheitswesen
Beschäftigte im Bereich der öffentlichen Sicherheit und Ordnung:
Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz,
Polizei, Justizvollzugspersonal
Übrige Bevölkerung:
Die Priorisierung muss im Pandemiefall auf der Grundlage der aktuellen
epidemiologischen Daten von der Influenza-Kommission für den Pandemiefall am
RKI vorgeschlagen und von der BL-AL-AG beschlossen werden. Als Verteilkonzept
ist eine Verimpfung nach besonders bedrohten Altersjahrgängen angedacht.
-
Logistik und Impfung
- Erfassung der Beschäftigten im Gesundheitswesen (Arztpraxen, Krankenhäuser,
Altenpflegeheime, ambulante Pflegedienste, Apotheken etc.) sowie des
rekrutierbaren medizinischen Unterstützungspersonals (z. B. Ärzte im Ruhestand,
Medizinstudenten des 6. Studienjahres, Pflegeschüler) in den Landkreisen und
Kreisfreien Städten durch die Gesundheitsämter, Kassenärztliche Vereinigung und
Sächsische Landesärztekammer,
- Erfassung der Beschäftigten zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und
Ordnung in den Landkreisen und Kreisfreien Städten,
- Für die Anlieferung der Impfstoffe, Auslieferung der benötigten Impfdosen an die
Gesundheitsämter, Apotheken, Krankenhausapotheken und die Durchführung der
Impfungen ist durch den ÖGD ein Impfkonzept zu entwickeln.

12
1.3.2 Impfung gegen Pneumokokken
Bei Vorliegen einer Influenza besteht die Gefahr einer bakteriellen Superinfektion,
z. B. durch Streptococcus pneumoniae. Gemäß Empfehlungen der SIKO sollten
gegen Pneumokokken geimpft werden:
-
alle Kinder ab 3. Lebensmonat bis zum vollendeten 2. Lebensjahr,
-
Personen über 60 Jahre,
-
Kinder (ab vollendetem 2. Lebensjahr), Jugendliche und Erwachsene mit erhöhter
gesundheitlicher Gefährdung infolge einer Grundkrankheit:
1. angeborene oder erworbene Immundefekte mit T- und/oder B-zellulärer
Restfunktion, wie z. B. Hypogammaglobulinämie, Komplement- und
Properdindefekte, bei funktioneller oder anatomischer Asplenie, bei
Sichelzellenanämie, bei Krankheiten der blutbildenden Organe, bei HIV-
Infektion, nach Knochenmarktransplantation,
2. chronische Krankheiten, wie z. B. Herz-Kreislauf-Krankheiten, Krankheiten
der Atmungsorgane (auch Asthma bronchiale und COPD), Diabetes mellitus
oder andere Stoffwechselkrankheiten, chronische
Nierenkrankheiten/nephrotisches Syndrom, Liquorfistel, vor Cochlea-
Implantation, vor Organtransplantation und vor Beginn einer
immunsuppressiven Therapie,
3. Kinder mit neurologischen Krankheiten, z. B. Zerebralparesen oder
Anfallsleiden.
Ziel:
Zur Herabsetzung der Komplikationsrate einer Influenza sind z.B. auch Maßnahmen
der Vermeidung der Folgen von bakteriellen Superinfektionen, wie die
Pneumokokkenimpfung, verstärkt zu propagieren.
Durchführung:
In der interpandemischen Phase sind zur Erhöhung der Impfbereitschaft die
Pneumokokkenimpfung für die o.g. Risikogruppen verstärkt zu propagieren durch
-
Informationskampagnen für die Bevölkerung in den Medien,
-
Informationskampagnen für die Ärzteschaft über die Landesärztekammer.
1.4 Antivirale Arzneimittel
Antivirale Medikamente können zur Therapie und Chemoprophylaxe der Influenza
eingesetzt werden. Den Neuraminidasehemmern Oseltamivir (Tamiflu
®
) und
Zanamivir (Relenza
®
) sollte gegenüber dem M2-Membranprotein-Hemmer Amantadin
der Vorzug gegeben werden. Amantadin zeigt schwerere Nebenwirkungen sowie bei
therapeutischem Einsatz in bis zu 30% der Fälle Resistenzentwicklung. H5N1 ist
gegen Amantadin resistent. Der Neuraminidase-Hemmer Zanamivir steht nur als
Pulver zur Verfügung und muss inhaliert werden. Oseltamivir ist in verkapselter Form,
als Suspension (für Kinder) und als Wirkstoffpulver (Aktivsubstanz = API = active
pharmaceutical ingredient) erhältlich.
Antivirale Medikamente sind bei bereits Infizierten eine wichtige Möglichkeit,
Komplikationen und Todesfälle zu verhindern. Beide Substanzklassen bewirken eine
Reduzierung der Viruslast.
Bei Applikation von Oseltamivir in der interpandemischen Phase wird die
Krankheitsdauer um 1,5 Tage verkürzt und die Komplikations- und
Hospitalisierungsrate gesenkt. Oseltamivir ist für die Therapie und für die Prophylaxe
der Influenza A und B ab 1 Jahr, Zanamivir für die Therapie und Prophylaxe der
Influenza A und B ab 5 Jahren in Deutschland zugelassen. Mit der Therapie sollte
innerhalb von 48 Stunden nach Auftreten der Symptome begonnen werden.

13
Ziel:
Da davon auszugehen ist, dass in der ersten pandemischen Welle noch kein
Impfstoff zur Verfügung stehen wird, soll durch den Einsatz antiviraler Medikamente
die Mortalität und die Morbidität in der Bevölkerung reduziert werden. Nach
Modellierungsberechnungen hätte in den drei Pandemien des 20. Jahrhunderts eine
Bevorratung für 20-25 % der Bevölkerung ausgereicht, um alle Erkrankten in den
ersten pandemischen Wellen zu behandeln. Mit einer Bevorratung antiviraler
Medikamente für 20 % der Bevölkerung Sachsens sind daher die Voraussetzungen
geschaffen worden, um allen Influenza-Patienten eine Therapie zukommen zu lassen
(laut Kabinettsbeschluss vom 05.07.05: Bevorratung für 8,4 % der Bevölkerung; laut
Kabinettsbeschluss vom 28.02.06: Bevorratung für weitere 11,6 % der Bevölkerung
Sachsens (insgesamt 20 %) zur Therapie).
In der Frühphase einer Pandemie (z. B. nach dem Entstehen eines Pandemievirus in
Deutschland oder unmittelbar nach Einschleppung eines Virus) müssen die ersten
Ausbrüche bekämpft werden. Solange noch eine eingeschränkte Übertragung des
Virus von Mensch zu Mensch besteht, kann die Therapie der Erkrankten sowie die
prophylaktische Anwendung antiviraler Medikamente bei Kontaktpersonen der
Patienten die weitere Ausbreitung evtl. verlangsamen oder verhindern
(Kurzzeitprophylaxe). Daher sollten bevorratete Neuraminidasehemmer in dieser
Situation zur Riegelung eingesetzt werden. Zu den Kontaktpersonen, die in diesem
Falle chemoprophylaktisch behandelt werden sollten, gehören z. B.
Haushaltsmitglieder oder medizinisches Personal in Arztpraxen oder
Krankenhäusern. Eine Definition zu berücksichtigender Kontaktpersonen wird in
Abhängigkeit von der epidemiologischen Lage erstellt werden. Darüber hinaus ist
eine Prophylaxe für das Personal zur Sicherstellung der Bekämpfung einer aviären
Influenza vorzusehen.
Durchführung:
- Bevorratung mit antiviralen Medikamenten (Oseltamivir-Kapseln, Oseltamivir
Wirkstoffpulver, Zanamivir) in der interpandemischen Phase, da der Bedarf
während der Pandemie nicht gedeckt werden kann,
- Entwicklung eines Konzeptes zur Anlieferung, Lagerung und Verteilung der
Medikamente
- Festlegung der Indikationen für den Einsatz der verschiedenen Darreichungsformen
der bevorrateten antiviralen Arzneimittel (Oseltamivir-Wirkstoffpulver, Oseltamivir-
Kapseln, Zanamivir zur Inhalation)
- Festlegung der Anlaufstellen für die Therapie (in Abhängigkeit von der ärztlichen
Versorgungssituation) durch die Kassenärztliche Vereinigung und die
Krankenhausgesellschaft unter Einbeziehung der Gesundheitsämter
- Vorschläge zur Verteilung von Neuraminidase-Hemmern zur Kurzzeitprophylaxe
(Riegelung)
1.5
Vorbereitung weiterer Maßnahmen auf Landesebene
1.5.1 Voraussetzungen
Zu den vorbereitenden Grundmaßnahmen gehören:
-
Schaffung der Voraussetzungen für den Einsatz von Medizinstudenten zur
Unterstützung der niedergelassenen Ärzte in den Arztpraxen, bei Hausbesuchen
und bei der Durchführung von Impfungen sowie den Einsatz von Pflegeschülern
entsprechend ihres Ausbildungsstandes,
-
Schaffung der Voraussetzungen, die den Einsatz von Ärzten und Pflegepersonal
im Ruhestand in niedergelassenen Arztpraxen und Krankenhäusern ermöglichen,
-
Klärung arbeitsvertraglicher, haftungs- und versicherungsrechtlicher und
finanzieller Fragen des Einsatzes von medizinischem Unterstützungspersonal
-
Durchführung von Schulungen für die zusätzlichen Kräfte,

14
-
Aktionen zur Erhöhung der interpandemischen Influenza-Durchimpfungsraten,
unter anderem beim medizinischen Personal und bei Personen mit häufigem
Publikumsverkehr.
1.5.2 Zusätzliche antiepidemische Maßnahmen
Ziel:
Durch den Einsatz antiepidemischer Maßnahmen in den Frühphasen einer Pandemie
sollen Virusübertragungen verhindert und die Pandemieentwicklung abgeschwächt
werden.
Darüber hinaus ist die Bevölkerung über einzuhaltende Hygienemaßnahmen zu
informieren.
Durchführung:
Die folgenden allgemeinen Maßnahmen sind vorzubereiten:
-
Verbot von Massenveranstaltungen (Kino, Theater, Konzerte, Diskothek, Sport,
etc.),
-
Schließung von Kindereinrichtungen, Schulen, Universitäten,
-
Schließung von Sport- und Fitnesseinrichtungen und Bädern,
-
Besuchsverbote für Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime und andere
Einrichtungen
1.6
Vorbereitung weiterer Maßnahmen auf Ebene der Landkreise und Kreisfreien
Städte
Auf der kommunalen und der Landkreisebene sind vorzubereiten:
-
Erarbeitung von Maßnahmeplänen bzw. Anpassung der vorhandenen
Notfallpläne an die Erfordernisse der Pandemie in den Landkreisen und
Kreisfreien Städten des Freistaates Sachsen,
-
regelmäßige Überprüfung der regionalen Pandemiepläne, u.a. durch Übungen,
-
Information und Einbeziehung der Katastrophenschutzbehörden in die
Vorbereitung und Planung der Maßnahmen im Pandemiefall,
-
Führung entsprechender Listen und Planung der Mobilisierung zusätzlicher
personeller Reserven im Pandemiefall, wie z. B. Ärzte und Pflegepersonal im
Ruhestand, Medizinstudenten, Pflegeschüler,
-
Entwicklung von Ablaufplänen für die ambulante Versorgung und Vorbereitung
der ambulanten Versorgungseinrichtungen
(verantwortlich: KV, in Abstimmung mit den GÄ),
-
ggf. Definition von Krankenhäusern zur Behandlung der Influenza-Erkrankten
(mindestens 1 Krankenhaus pro Landkreis und Kreisfreier Stadt)
(verantwortlich: Einrichtung in Absprache mit Krankenhausgesellschaft und
Abstimmung mit den GÄ),
-
Vorbereitung der Alten- und Pflegeheime,
-
Vorbereitung weiterer öffentlicher Einrichtungen wie Behindertenheime etc. sowie
-
Planung der notwendigen Ressourcen für das Bestattungswesen (einschließlich
Krematorien) (verantwortlich: Gemeinde).
1.6.1 Ambulante medizinische Versorgung
Ziel:
Im Pandemiefall sollen Erkrankte so lange wie möglich ambulant versorgt werden.
Bei einer angenommenen Erkrankungsrate von 30% wären, ohne jegliche
Intervention, im Freistaat Sachsen ca. 1,3 Millionen Menschen betroffen. Auf der
Datenbasis des Surveillance-Systems der AGI wäre in diesem Falle mit ca. 690.000
ARE-bedingten Konsultationen zu rechnen.

15
Durchführung
Die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen, verantwortlich für die Sicherstellung der
ambulanten Versorgung in Sachsen, erarbeitet in Zusammenarbeit mit dem ÖGD und
der SLÄK ein Konzept zur ambulanten Versorgung im Influenzapandemiefall.
Das Konzept beinhaltet insbesondere:
-
Ermittlung der Anzahl zusätzlicher Arbeitskräfte,
-
die Benennung von Schwerpunktpraxen und Ambulatorien vorwiegend in
städtischen Bereichen,
-
die Sicherstellung der Sprechstundentätigkeit und ambulanten Versorgung
-
die Organisation verstärkter Hausbesuchstätigkeit,
-
die Organisation erweiterter Bereitschaftsdienste,
-
die Organisation der pflegerischen Betreuung zu Hause,
-
die Organisation der pflegerischen Betreuung in Alten- und Pflegeheimen sowie
weiteren Einrichtungen, z. B. Behindertenheimen,
-
die Organisation erweiterter Apothekenbereitschaftsdienste einschließlich
Vertretungsregelung (Verantwortlich: Sächsische Landesapothekerkammer) und
-
die Organisation der Impfungen.
1.6.2 Vorbereitung der Alten- und Pflegeheime
Ziel:
Im Pandemiefall sollen erkrankte Bewohner von Alten- und Pflegeheimen möglichst
in ihrer Einrichtung versorgt werden.
Durchführung:
(verantwortlich: Einrichtung, fachliche Beratung durch das GA):
-
Festlegung der Zusammensetzung eines verantwortlichen Gremiums und der
Alarmierung der Heimleitung und der fachlichen Berater,
-
Zusammenarbeit mit den Gesundheitsbehörden und Übermittlung
infektionsepidemiologischer Daten,
-
Festlegung des Personalmanagements im Pandemiefall,
-
Organisation des Expositionsschutzes für medizinisches und pflegerisches
Personal,
-
Fortbildung und Schulung des Personals bezüglich des Managements bei einer
Influenza-Pandemie,
-
Organisation der medizinischen Versorgung,
-
Organisation der Absonderung Influenza-erkrankter Heimbewohner sowie
-
Sicherung der jährlichen (regulären) Influenza-Schutzimpfung.
1.6.3 Krankenhausnotfallplanung
Ziel:
Im Pandemiefall müssen für Erkrankte, die einer Behandlung im Krankenhaus
bedürfen, ausreichend Kapazitäten zur Verfügung stehen.
Bei einer angenommenen Erkrankungsrate von 30% ist, ohne jegliche Intervention,
im Freistaat Sachsen in einem Zeitraum von 8 Wochen mit ca. 20.000
Krankenhauseinweisungen zu rechnen.
Durchführung
(Verantwortlich: Einrichtung in Koordination mit Krankenhausgesellschaft, fachliche
Beratung durch das GA, Kontrolle durch die RP):
-
ggf. Festlegung von Krankenhäusern (mindestens 1 Krankenhaus pro Landkreis
und Kreisfreie Stadt), die schwerpunktmäßig Influenza-Erkrankte behandeln,
-
Bildung eines Krisenstabes in den benannten Krankenhäusern (Klinikleiter,
Amtsarzt, Krankenhaushygieniker, Rettungsdienst-, Ärzte- und
Pflegepersonalvertreter),
-
Überprüfung der vorhandenen Notfallplanung auf Pandemietauglichkeit,

16
-
Erarbeitung von Plänen zur Bettenbelegung,
-
Entwicklung eines Konzeptes zur Sicherstellung stationärer
Versorgungskapazitäten, zu Handlungsabläufen, Ausstattung und Bevorratung
mit Geräten und Medikamenten,
-
Entwicklung eines Konzeptes zur Sicherstellung des zusätzlichen
Personalbedarfs sowie zur Schulung und Training des einzusetzenden Personals,
-
Steigerung der Durchimpfungsraten des medizinischen Personals in
Interpandemie-Zeiten.
1.7
Information und Kommunikation
Ziel:
Durch verständliche und sachliche Information der Bevölkerung vor und während
einer Pandemie wird auf Schutzmaßnahmen hingewiesen und der Verunsicherung
der Bevölkerung entgegengewirkt.
Darüber hinaus ist die Fachöffentlichkeit zu informieren und die Kommunikation aller
Beteiligten auf Bundes-, Länder- und lokaler Ebene zu gewährleisten.
Durchführung:
-
Festlegung der Meldewege auf der Grundlage der Meldepflicht nach §§ 7 und 12
IfSG und der Erweiterten Meldeverordnung für Sachsen
Vorbereitung eines Fließschemas über die Information der Fachbehörden,
Einrichtungen und der Öffentlichkeit über aktuelle Phase der Pandemie
-
Vorbereitung und Durchführung von Fortbildungsveranstaltungen zum Thema
Influenza für Personal im Gesundheitswesen,
-
Auffrischung der Kenntnisse der Multiplikatoren im Rahmen einer
Fortbildungsveranstaltung im Abstand von 2 Jahren,
-
Information der beteiligten Fachkräfte durch die Gesundheitsämter (schriftlich,
telefonisch, per Internet) bei neuen Erkenntnissen oder Veränderungen der
Situation,
-
Koordinierung der Informationen für die Bevölkerung in Presse, Funk und
Fernsehen (verantwortlich: SMS, RP, Kommunale Gesundheitsbehörden),
-
Vorbereitung von Informationsmaterialien für die Öffentlichkeit: Erarbeitung von
Merkblättern zu Verhaltensweisen für die Bevölkerung (z. B. Händehygiene,
Mund-Nasen-Schutz, Einwegtaschentücher; verantwortlich: SMS mit
Arbeitsgruppe „Antiepidemische Maßnahmen“),
-
Vorbereitung von Pressemitteilungen und Aushängen für öffentliche
Einrichtungen (verantwortlich: Pressestellen der jeweiligen Verwaltungsebene),
-
Einrichtung von Bürgertelefonen für die Information und Beratung der
Bevölkerung in den Gesundheitsämtern und dem SMS und Festlegung der
Personen, die dort tätig werden sowie
-
Information auch der nicht-deutschsprachigen Bevölkerungsteile nach § 3
SächsVwVfG (verantwortlich: Gesundheitsbehörden der jeweiligen Ebene),
1.8
Zusammenarbeit mit Nachbarländern bzw. -staaten: Thüringen, Sachsen-
Anhalt, Brandenburg, Polen, Tschechien (Euroregion)
Die Ausgestaltung der Zusammenarbeit mit Nachbarländern ist der Fortschreibung
des Maßnahmeplans vorbehalten.

17
2.
Pandemische Warnperiode Phase 3 und 4:
Isolierung eines neuen Influenza-Subtyps bei einem Menschen (3) - stark
lokalisierte Infektionen bei wenigen Menschen (4
)
- Information
Die Arbeitsgruppe Influenza des SMS, die LUA und die GÄ sind vom Fachreferat
des SMS zu informieren, wenn ein neuer Influenza-Subtyp bei einem Menschen
nachgewiesen ist und über das Auftreten stark lokalisierter Infektionen bei
wenigen Menschen.
-
Vorgehen bei Influenza-Pandemieverdacht (siehe Anlage)
Das Flussdiagramm in Anlage 13 beschreibt die Verbindungswege zwischen den
Maßnahmen beim Auftreten eines Influenza-Verdachts und ist im Laufe der
Fortschreibung des Maßnameplans personell zu untersetzen.
-
Empfehlungen von Hygienemaßnahmen bei einer Influenza-Pandemie
(siehe Anlage):
- Hygienemaßnahmen im Krankenhaus,
- Hygienemaßnahmen in der Arztpraxis,
- Expositionsprophylaxe für die Bevölkerung.
3.
Pandemische Warnperiode Phase 5:
Lokalisierte Mensch–zu–Mensch–Übertragung
-
Information der Krisenstäbe Infektionsschutz auf allen Ebenen (SMS, RPs, GÄ),
-
Überprüfung der Maßnahmepläne
Unabhängig von der turnusmäßigen Überprüfung des Bereitschafts- und
Reaktionsniveaus auf allen Ebenen sind mit Beginn der pandemischen
Warnperiode Phase 5 landesweit alle Maßnahmepläne auf Aktualität zu prüfen.
-
Überprüfung der Vorräte an antiviralen und anderen Medikamenten (SMS:
staatliche Bevorratung, Einrichtungen: eigene Bevorratung).
-
Bereitstellung von Informationsmaterial durch die Gesundheitsbehörden.
4.
Pandemie Phase 6:
Zunehmende und fortdauernde Übertragung in der Allgemeinbevölkerung -
Land noch nicht betroffen
(Hinweis: Sofern die Pandemie ihren Ausgang in Deutschland nehmen sollte, müssen
gleichzeitig auch die unter „Land betroffen oder enge Handels-/Reisebeziehungen mit
einem betroffenen Land“ genannten Maßnahmen durchgeführt werden.)
-
Vorbereitung der Abgabe von antiviralen Arzneimitteln (Verantwortlich: SMS,
Landesapothekerkammer, Pharmazeutischer Großhandel, Apotheken),
-
weitere Bevorratung mit Medikamenten und medizinischen Hilfsmitteln
(Verantwortlich: Einrichtung),
-
Beginn der Zuteilung und Verteilung von Impfstoffen - soweit vorhanden - nach
vorliegendem Plan (Verantwortlich: GÄ, Pharmazeutischer Großhandel),
-
Vorbereitung der Rekrutierung zusätzlichen medizinischen Personals (z. B. Ärzte
im Ruhestand, Ärzte in der Verwaltung, Medizinstudenten, Pflegeschüler)
(verantwortlich: Einrichtung),
-
Zuordnung zu Bereichen mit Personalengpässen (verantwortlich: Einrichtung),
-
Durchführung von Fortbildungsveranstaltungen und Einweisung der
Medizinstudenten in die durchzuführenden Maßnahmen in der Verantwortung der
Universitätskliniken Dresden und Leipzig und der Pflegeschüler in der
Verantwortung der medizinischen Fachschulen,
-
Vorbereitung der Einbeziehung der Ärzte und des Pflegepersonals im Ruhestand
und Durchführung von Informationsveranstaltungen in den Landkreisen und
Kreisfreien Städten (verantwortlich: Kreisärztekammern),

18
-
Intensivierung des Influenza-Sentinels (verantwortlich: GÄ),
-
Information der Bevölkerung (verantwortlich: Gesundheitsbehörden der jeweiligen
Ebene).
5.
Pandemie Phase 6
:
Land betroffen oder enge Handels-/Reisebeziehungen mit einem betroffenen
Land
-
Beginn oder Fortführung der Schutzimpfungen – soweit Impfstoff verfügbar,
-
Beginn der Rekrutierung zusätzlichen Personals (verantwortlich: Einrichtung),
-
Information der Bevölkerung (verantwortlich: Gesundheitsbehörden der jeweiligen
Ebene),
-
Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung.
6.
Pandemie Phase 6:
Ende der ersten Pandemiewelle, rückläufige Influenza-Aktivität im Land
-
Impfung bisher ungeimpfter und nicht erkrankter Personen,
-
Analyse der Situation im Freistaat Sachsen (verantwortlich: SMS) sowie
-
kontinuierliche Information der Bevölkerung
(Verantwortlich: Gesundheitsbehörden der jeweiligen Ebene).
7.
Pandemie Phase 6:
Zweite Pandemiewelle
Zu den zu ergreifenden Maßnahmen siehe oben 5.:
„Land betroffen oder enge Handels-/Reisebeziehungen mit einem betroffenen Land“.
8.
Postpandemische Periode
Die postpandemische Periode entspricht der interpandemischen Periode. Zusätzlich ergeben
sich folgende Maßnahmen (in Verantwortung des SMS):
-
Analyse der Pandemie,
-
Erarbeitung eines Abschlussberichtes sowie
-
Überarbeitung der Maßnahmepläne in Abhängigkeit von der Auswertung.

19
ANLAGEN ZUM INFLUENZA-PANDEMIEPLAN
Phaseneinteilung der WHO
Die WHO unterscheidet in ihrem Pandemieplan zwischen 6 Phasen, die verschiedenen
pandemischen Perioden zugeordnet sind. Für jede Phase wurde von der WHO eine
allgemeine Zielsetzung für den öffentlichen Gesundheitsbereich formuliert.
INTERPANDEMISCHE PERIODE
Phase 1
Kein Nachweis neuer Influenzavirus-Subtypen beim Menschen. Ein Subtyp, der zu einem
früheren Zeitpunkt Infektionen beim Menschen verursacht hatte, zirkuliert möglicherweise bei
Tieren. Das Risiko menschlicher Infektionen wird als niedrig eingestuft.
Ziel in der Pandemiestrategie:
Die Vorbereitungen auf eine Influenza-Pandemie sollten global, regional, national und auf
subnationaler Ebene vorangetrieben werden.
Phase 2
Kein Nachweis neuer Influenza-Subtypen beim Menschen. Zirkulierende Influenzaviren bei
Tieren stellen ein erhebliches Risiko für Erkrankungen beim Menschen dar.
Ziel in der Pandemiestrategie:
Das Risiko einer Übertragung auf Menschen sollte minimiert werden; mögliche
Übertragungen sollten schnell aufgedeckt und gemeldet werden.
PANDEMISCHE WARNPERIODE
Phase 3
Menschliche Infektion(en) mit einem neuen Subtyp, aber keine Ausbreitung von Mensch zu
Mensch oder nur in extrem seltenen Fällen bei engem Kontakt.
Ziel in der Pandemiestrategie:
Eine schnelle Charakterisierung neuer Virus-Subtypen wie auch der frühe Nachweis, die
Meldung und Reaktion auf weitere Fälle sollten sichergestellt sein.
Phase 4
Kleine(s) Cluster mit begrenzter Übertragung von Mensch zu Mensch. Die räumliche
Ausbreitung ist noch sehr begrenzt, so dass von einer unvollständigen Anpassung des Virus
an den Menschen ausgegangen werden kann.
2
Ziel in der Pandemiestrategie:
Das neue Virus sollte innerhalb eines umschriebenen Herdes eingedämmt oder seine
Ausbreitung verzögert werden, um Zeit für vorbereitende Maßnahmen einschließlich der
Entwicklung von Impfstoffen zu gewinnen.
Phase 5
Große(s) Cluster, die Ausbreitung von Mensch zu Mensch ist jedoch weiter lokalisiert; es
muss davon ausgegangen werden, dass das Virus besser an den Menschen angepasst ist,
(möglicherweise) jedoch nicht optimal übertragbar ist (erhebliches Risiko einer Pandemie
2
).

20
Ziel in der Pandemiestrategie:
Die Bemühungen, die Verbreitung des Virus einzudämmen oder zu verlangsamen, sollten
maximiert werden, um eine Pandemie möglichst zu verhindern bzw. um Zeit für
vorbereitende Maßnahmen zu gewinnen.
PANDEMIE
Phase 6
Pandemische Phase:
Zunehmende oder anhaltende Übertragung in der Allgemeinbevölkerung.
In Phase 6 wird weiter unterschieden, ob
- ein Land noch nicht betroffen ist,
- ein Land betroffen ist oder enge Handels- oder Reisebeziehungen mit einem betroffenen
Land hat,
- die Aktivität zurückgegangen ist,
oder es sich um
- eine zweite Pandemiewelle handelt.
Ziel in der Pandemiestrategie:
Minimierung der Auswirkungen der Pandemie.
POSTPANDEMISCHE PERIODE
Entspricht der interpandemischen Periode.
Die Unterscheidung zwischen Phase 1 und Phase 2 basiert auf dem Risiko menschlicher
Infektionen oder Erkrankungen durch beim Tier zirkulierende Subtypen/Stämme.
Verschiedene Faktoren und deren relative Bedeutung gehen entsprechend dem
wissenschaftlichen Erkenntnisstand in die Unterscheidung ein. Dies kann folgende Faktoren
umfassen: Die Pathogenität beim Tier und beim Menschen; das Auftreten bei Haus- oder
Nutztieren oder nur bei Wildtieren; ob das Virus enzoonotisch oder epizoonotisch, lokalisiert
oder weit verbreitet auftritt; Informationen aus der Analyse des viralen Genoms und/oder
weitere wissenschaftliche Informationen.
Die Unterscheidung zwischen Phase 3, Phase 4 und Phase 5 basiert auf der Einschätzung
des Pandemierisikos. Verschiedene Faktoren und ihre relative Bedeutung entsprechend dem
wissenschaftlichen Erkenntnisstand können hierbei berücksichtigt werden. Dies kann
folgende Faktoren umfassen: Übertragungsrate; geographische Lokalisation und
Ausbreitung; schwere der Erkrankungen; der Nachweis von Genen humaner
Subtypen/Stämme (wenn das Virus von einem aviären Stamm stammt); andere
Informationen aus der Analyse des viralen Genoms und/oder weitere wissenschaftliche
Informationen.
Quelle: Nationaler Influenza-Pandemieplan Teil II Juli 2005

21
Falldefinitionen von ILI
*
, Influenza
Influenzavirus (Influenza A, B oder C)
ICD10:
J10. Grippe durch nachgewiesene Influenzaviren,
J10.0 Grippe mit Pneumonie, Influenzaviren nachgewiesen (Grippe(broncho) pneumonie,
Influenzaviren nachgewiesen),
J10.1 Grippe mit sonstigen Manifestationen an den Atemwegen, Influenzaviren
nachgewiesen (Grippe: akute Infektion der oberen Atemwege, Laryngitis, Pharyngitis,
Pleuraerguss),
J10.8 Grippe mit sonstigen Manifestationen, Influenzaviren nachgewiesen (Enzephalopathie
bei Grippe, Grippe: Gastroenteritis, Myokarditis (akut)),
J11. Grippe, Viren nicht nachgewiesen, inkl.: Grippe/Virus-Grippe ohne Angabe eines
spezifischen Virusnachweises.
Klinisches Bild
Klinisches Bild einer Influenza, definiert als mindestens zwei der vier folgenden Kriterien:
- akuter Krankheitsbeginn,
- Husten,
- Fieber,
- Muskel-, Glieder-, Rücken- oder Kopfschmerzen.
Labordiagnostischer Nachweis
- Positiver Befund mit mindestens einer der drei folgenden Methoden (direkter
Erregernachweis):
- Virusisolierung (einschließlich Schnellkultur),
- Nukleinsäure-Nachweis (z. B. PCR),
- Antigennachweis (z. B. ELISA (einschließlich Influenza-Schnelltest), Immun-
Fluoreszenztest (IFT)).
Zusatzinformation: Direkte Erregernachweise werden typischerweise in klinischen
Materialien des oberen Respirationstraktes (z. B. Nasen- oder Rachenabstriche)
durchgeführt, jedoch gelten auch direkte Erregernachweise aus anderen klinischen
Materialien (z. B. Liquor, Myokardgewebe) als labordiagnostischer Nachweis, nicht jedoch
indirekte (serologische) Nachweise.
Epidemiologische Bestätigung
Epidemiologische Bestätigung, definiert als mindestens einer der beiden folgenden
Nachweise unter Berücksichtigung der Inkubationszeit:
- Epidemiologischer Zusammenhang mit einer labordiagnostisch nachgewiesenen Infektion
beim Menschen,
- durch Mensch-zu-Mensch-Übertragung oder
- gemeinsame Expositionsquelle (z. B. Tierkontakt).
- Kontakt mit einem labordiagnostisch nachgewiesen infizierten Tier oder seinen
Ausscheidungen.
Inkubationszeit ca. 1 - 3 Tage.
*
ILI = influenza-like illness:
Kombination aus plötzlichem Krankheitsbeginn mit Fieber über 38,5°C,
Schüttelfrost, trockenem Husten, Muskel- und Kopfschmerzen

22
Über die zuständige Landesbehörde an das RKI zu übermittelnder Fall
A. Klinisch diagnostizierte Erkrankung
Entfällt.
B. Klinisch-epidemiologisch bestätigte Erkrankung
Klinisches Bild einer Influenza, ohne labordiagnostischen Nachweis, aber mit
epidemiologischer Bestätigung.
C. Klinisch-labordiagnostisch bestätigte Erkrankung
Klinisches Bild einer Influenza und labordiagnostischer Nachweis.
D. Labordiagnostisch nachgewiesene Infektion bei nicht erfülltem klinischen Bild
Labordiagnostischer Nachweis bei bekanntem klinischen Bild, das die Kriterien für
Influenza nicht erfüllt. Hierunter fallen auch asymptomatische Infektionen.
E. Labordiagnostisch nachgewiesene Infektion bei unbekanntem klinischen Bild
Labordiagnostischer Nachweis bei fehlenden Angaben zum klinischen Bild (nicht
ermittelbar oder nicht erhoben).

23
Meldeverfahren
-
Gemäß § 7 Abs. 1 Nr. 24 IfSG namentliche Meldepflicht für den direkten Nachweis von
Influenzaviren durch das Labor an das für den Einsender zuständige Gesundheitsamt,
soweit der Nachweis auf eine akute Infektion hinweist. Gemäß § 25 Abs. 1 IfSG stellt das
Gesundheitsamt ggf. eigene Ermittlungen an.
-
Gemäß § 1 Abs. 1 Nr. 9 IfSGMeldeVO Meldepflicht der Erkrankung und Tod an Influenza
an das für die Hauptwohnung des Erkrankten zuständige Gesundheitsamt für den
behandelnden Arzt.
-
Grundlage für die Meldungen ist die Falldefinition des RKI (siehe Anlage 8).
-
Gemäß § 11 Abs. 1 IfSG übermittelt das Gesundheitsamt an die zuständige
Landesbehörde (LUA) Sachsen, Fachgebiet Epidemiologie, Tel.-Nr.: LUA Chemnitz:
0371 – 6009204) nur Erkrankungs- oder Todesfälle und Erregernachweise, die der
Falldefinition gemäß § 4 Abs. 2 Nr. 2 Buchstabe a IfSG entsprechen.
-
Gemäß § 12 Abs. 1 IfSG sind Fälle von Influenzavirus-Nachweisen vom zuständigen
Gesundheitsamt an die oberste Landesgesundheitsbehörde und von dort an das RKI zu
melden. Diese Aufgabe nimmt gemäß § 2 Abs. 2 IfSGZuVO vom 19. März 2002
(SächsGVBl. Nr. 5 vom 9. April 2002) die LUA wahr. Die Meldung erfolgt
unverzüglich
über Octoware (GA - LUA) und Survnet (LUA - RKI).
-
Im Schreiben des SMS (Referat 23) vom 07.07.2003 – Verhütung und Bekämpfung
übertragbarer Krankheiten – wird unter Punkt 5 die Information des Gesundheitsamtes
an das SMS im Falle des Nachweises von Krankheitserregern, soweit deren örtliche und
zeitliche Häufung auf eine schwerwiegende Gefahr für die Allgemeinheit hinweist,
erbeten. Diese Bitte sollte im Fall der Influenza eine Forderung sein.
-
Eine Sofortmeldung an das SMS sollte für die Landkreise und Kreisfreien Städte, die
über eine Normalgangsberechnung verfügen, eingeführt werden, wenn der
Normalgangsbereich überschritten wurde.

24
Vorgehen bei Influenza-Pandemieverdacht
3
3
Das Flussdiagramm beschreibt die Verbindungswege zwischen den Maßnahmen beim Auftreten
eines Influenza-Verdachts und ist im Laufe der Fortschreibung des Maßnameplans personell zu
untersetzen.
Auftreten zahlreicher Personen mit
dringendem Verdacht auf ein
Influenza-Pandemievirus
Isolierung der Patienten
sofortige Information des
Leiters der AG Influenza
beim SMS,
Einberufung der
Krisenstäbe auf allen
Ebenen (SMS,
RPs,
GÄ)
vor Ort
Information der
Arztpraxen und
Krankenhäuser
Information und
Aufklärung der
Bevölkerung
Festlegung antiepidemischer Maß-
nahmen (Schließung von Einrich-
tungen, Besuchsverbote etc.)
Organisation von Impfungen
(wenn Impfstoff vorhanden)
Einsatz von antiviralen Medi-
kamenten

25
Empfehlungen von Hygienemaßnahmen bei einer Influenza-
Pandemie
1. Maßnahmen im Krankenhaus bei Patienten mit Verdacht auf Influenza
(nach RKI-Empfehlung „Hygienemaßnahmen bei Patienten mit Verdacht auf bzw.
nachgewiesener Influenza“, Beschluss 609 des ABAS „Arbeitsschutz beim Auftreten von
Influenza unter besonderer Berücksichtigung des Atemschutzes“ sowie Anhang zum
Influenza-Pandemieplan B5 (Patiententransport) und B6 (Schutz- und Hygienemaßnahmen
auf der stationären Ebene))
1.1. Im Bereich der Aufnahme
-
Separate Aufnahme für Patienten mit respiratorischen Erkrankungen und der
sonstigen Patienten,
-
rasche Temperaturmessung,
-
rasche Durchführung des Influenza-Schnelltests.
1.2. Räumliche Unterbringung der Patienten
-
Unterbringung der influenzaverdächtigen Patienten in einem separaten
Gebäudeabschnitt,
-
Einzelunterbringung bzw. Kohortenisolierung bei gleichem Erregertyp,
-
Isolierung in einem Zimmer mit Nasszelle und möglichst auch mit Schleusenfunktion,
-
Abstellen raumlufttechnischer Anlagen, falls vorhanden.
1.3. Desinfektion und Reinigung
-
Tägliche Scheuerwischdesinfektion der patientennahen Flächen mit einem
Flächendesinfektionsmittel mit nachgewiesenem Wirkungsspektrum „begrenzt
viruzid“,
-
personenbezogene Anwendung aller Geräte/Medizinprodukte mit direktem Kontakt
zum Patienten und Desinfektion vor der Anwendung bei einem anderen Patienten,
-
thermische Desinfektionsverfahren bevorzugt anwenden, ansonsten Einsatz eines
Desinfektionsmittels des Wirkungsbereiches AB,
-
Geschirr in geschlossenem Behältnis zur Spülmaschine transportieren und darin wie
üblich bei Temperaturen >= 60°C reinigen,
-
Standard-Hygienemaßnahmen für Wäsche, Betten und Matratzen (wischdesinfizier-
bare Überzüge),
-
Schlussdesinfektion für alle Flächen des Patientenzimmers.
1.4. Entsorgung
- Entsorgung von Abfällen, die mit Sekreten oder Exkreten kontaminiert sind, nach
Abfallschlüssel EAK 180104 gemäß LAGA-Richtlinie.
1.5. Personalschutzmaßnahmen
-
Begrenzung der Anzahl der Kontaktpersonen,
-
Personal muss geschult sein (Übertragungswege, Schutzmaßnahmen),
-
Personal sollte in Interpandemiezeiten regelmäßig gegen Influenza geimpft werden;
falls entsprechender Impfstoff verfügbar, möglichst auch gegen den Pandemiestamm,
- Tragen von
Schutzkleidung
(Schutzkittel, Einweghandschuhe, Mund-Nasen-Schutz
– mindestens entsprechend Geräteklasse FFP1 nach DIN EN 149; FFP2-Maske bei
allen Tätigkeiten, bei denen die Beschäftigten Hustenstößen ausgesetzt sein können;

26
FFP3-Maske, wenn das Husten des Patienten provoziert wird, z. B. bei
Bronchoskopie):
- Mund-Nasen-Schutz vor Betreten des Zimmers anlegen,
- Schutzkittel im Zimmer belassen,
- Einweghandschuhe im Zimmer anlegen und auch dort entsorgen,
- Tragen einer Schutzbrille bei ausgeprägter Exposition
(z. B. bei Bronchoskopie),
-
Händedesinfektion
- mit Desinfektionsmittel mit dem Wirkungsspektrum „begrenzt viruzid“,
- nach direktem Patientenkontakt,
- Kontakt mit erregerhaltigem Material,
- nach Ablegen der Handschuhe,
- vor Verlassen der Schleuse.
1.6. Transport des Patienten innerhalb des Krankenhauses
-
Information des Zielbereiches,
-
Einzeltransport,
-
Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes durch den Patienten (falls es der
Gesundheitszustand zulässt),
-
Transportpersonal sollte in Interpandemiezeiten regelmäßig gegen Influenza
geimpft werden; falls entsprechender Impfstoff verfügbar, möglichst auch gegen
den Pandemiestamm,
-
Tragen von Schutzkleidung (Schutzkittel, Einmalhandschuhe, Mund-Nasen-
Schutz – mindestens entsprechend Geräteklasse FFP1 nach DIN EN 149) durch
das Transportpersonal,
-
kein Kontakt zu anderen Besuchern oder Patienten,
-
nach dem Transport Reinigung und Desinfektion des Transportmittels mit einem
Desinfektionsmittel mit dem Wirkungsspektrum „begrenzt viruzid“,
-
Händedesinfektion mit einem Desinfektionsmittel mit dem Wirkungsspektrum
„begrenzt viruzid“ nach Ablegen der Schutzkleidung.
1.7. Transport des Patienten außerhalb des Krankenhauses
-
Information des aufnehmenden Krankenhauses,
-
Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes durch den Patienten (falls es der
Gesundheitszustand zulässt),
-
Transportpersonal sollte in Interpandemiezeiten regelmäßig gegen Influenza geimpft
werden; falls entsprechender Impfstoff verfügbar, möglichst auch gegen den
Pandemiestamm,
-
Tragen von Schutzkleidung (Schutzkittel, Einweghandschuhe, Mund-Nasen-Schutz –
mindestens entsprechend Geräteklasse FFP1 nach DIN EN 149) durch das
Transportpersonal (bei Tätigkeiten am Patienten wird für Beschäftigte von
Rettungstransportwagen das Tragen einer FFP2-Maske empfohlen),
-
nach Transport Reinigung und Desinfektion des Fahrzeuges mit einem
Desinfektionsmittel mit dem Wirkungsspektrum „begrenzt viruzid“,
-
Händedesinfektion mit einem Desinfektionsmittel mit dem Wirkungsspektrum
„begrenzt viruzid“ nach Ablegen der Schutzkleidung.

27
2. Maßnahmen in der Arztpraxis bei Patienten mit Verdacht auf Influenza
(nach RKI-Empfehlung „Hygienemaßnahmen bei Patienten mit Verdacht auf bzw.
nachgewiesener Influenza“, Beschluss 609 des ABAS „Arbeitsschutz beim Auftreten von
Influenza unter besonderer Berücksichtigung des Atemschutzes“ sowie Anhang zum
Influenza-Pandemieplan B5 (Patiententransport) und B6 (Schutz- und Hygienemaßnahmen
auf der stationären Ebene))
-
Evtl. Einrichtung spezieller Sprechstunden für Influenza-Verdächtige bzw. Personen
mit respiratorischen Erkrankungen, um Kontakt mit anderen Patienten zu vermeiden,
-
separater Wartebereich für Influenza-Verdächtige Personen, getrennt von anderen
Personen,
-
rasche Temperaturmessung,
-
rasche Durchführung des Influenza-Schnelltests,
-
Personal sollte in Interpandemiezeiten regelmäßig gegen Influenza geimpft werden;
falls entsprechender Impfstoff verfügbar, möglichst auch gegen den Pandemiestamm,
-
Tragen von Schutzkleidung (Schutzkittel, Einweghandschuhe, Mund-Nasen-Schutz –
mindestens entsprechend Geräteklasse FFP1 nach DIN EN 149) bei Kontakt mit
einem Patienten mit Verdacht auf Influenza durch das medizinische Personal,
-
Händedesinfektion nach Patientenkontakt, auch nach Ablegen der Handschuhe,
-
Desinfektion aller möglicherweise kontaminierten Flächen und Gegenstände mit
einem Desinfektionsmittel mit dem Wirkungsspektrum „begrenzt viruzid“,
-
Desinfektion der am Patienten eingesetzten Geräte und Medizinprodukte mit einem
Desinfektionsmittel mit dem Wirkungsspektrum „begrenzt viruzid“,
-
Bereitstellung verschlossener Abwurfbehälter für benutzte Einwegtaschentücher im
Warteraum,
-
Meldung an das Gesundheitsamt bei Einzelfall (Erweiterte MeldeVO, z. Z. keine
Falldefinition) und bei gehäuftem Auftreten (§ 6 IfSG).

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Hinweise für die Bevölkerung zu Beginn der Influenza-Pandemie
Was ist eine Pandemie?
Eine Pandemie ist ein weltweiter Ausbruch einer Infektionskrankheit.
Im Fall einer Influenzapandemie ist es eine weltweites Erkrankungsgeschehen durch ein
Influenzavirus. Hierbei handelt es sich um ein neues Influenzavirus, das in der Lage ist,
schwere Erkrankungen beim Menschen hervorzurufen und das von Mensch zu Mensch
übertragen werden kann. Ein Virus, das zuvor nicht bekannt war und gegen das wir durch
unser Immunsystem noch nicht geschüzt sind.
Wie erfolgt die Übertragung des Virus?
Die Übertragung erfolgt auf dem Weg der Tröpfcheninfektion beim Husten, Niesen,
Sprechen usw.
Welche Krankheitszeichen können auftreten?
In der Regel treten bei einer Influenza hohes Fieber, Schüttelfrost, Schweißausbrüche,
Muskelschmerzen, Kopf- und Halsschmerzen und Husten auf. Ein neuartiges Virus könnte
auch davon abweichende Symptome verursachen.
Welche Komplikationen können auftreten ?
Lungen- und Herzmuskelentzündungen sowie Entzündungen des Gehirns treten vor allem
bei älteren Menschen mit chronischen Erkrankungen (Herz-Kreislauf, Lunge, Stoffwechsel
etc.) auf. Kinder erkranken häufig an einer Mittelohrentzündung. Die schwerste Verlaufsform
der Grippe ist der Tod innerhalb weniger Stunden nach Krankheitsbeginn.
Gibt es eine Impfung gegen das Influenza-Pandemievirus?
Gegen Influenzaviren können Impfstoffe produziert werden. Der wirksamste Schutz gegen
die Influenza ist die Impfung. Die ersten Impfstoffdosen werden nach 3-6 Monaten verfügbar
sein. Sobald Impfstoff gegen das Pandemievirus zur Verfügung steht, wird geimpft werden.
Sie werden rechtzeitig über die Medien darüber informiert werden. Impforte und Impftermine
erfahren Sie dann über Ihr zuständiges Gesundheitsamt!
Kann man die Krankheit behandeln?
Eine Behandlung mit den sog. Neuraminidase-Hemmern soll gegen alle Influenza A-Viren
wirksam sein. Bei Auftreten von Symptomen wenden Sie sich bitte an Ihren Hausarzt, der
dann das für Sie Notwendige veranlassen wird.
Was kann man tun, um eine Ausbreitung des Erregers zu verhindern?
Vermeidung von Kontakten zu erkrankten Personen
gründliches Händewaschen nach Personenkontakt, nach der Toilettenbenutzung und
vor dem Essen
Vermeiden von Händegeben, Anhusten und Anniesen
Vermeiden von Berührungen der Augen, Nase, Mund
Nutzung und sichere Entsorgung von Einmaltaschentüchern in Plastesäcken oder
Kunststoffbeuteln
Tragen eines dichtanliegenden, mehrlagigen Mund-Nasen-Schutzes und ggf. einer
Brille als Augenschutz
Empfehlung zur intensiven Raumbelüftung

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Erkrankte sollten Wohnung nicht verlassen und keinen Kontakt zu Säuglingen,
Kleinkindern, abwehrgeschwächten und chronisch Kranken haben
Bei der Pflege von Erkrankten im Haushalt sind vom Pflegepersonal Mund-
Nasenschutz, Schutzbrille und Handschuhe zu tragen. Eine Händedesinfektion ist
nach Ablegen der Handschuhe durchzuführen!
Verzicht auf den Besuch von Theater, Kino, Diskothek und anderen Veranstaltungen
Möglichst keine öffentlichen Verkehrsmittel nutzen und Massenansammlungen
meiden
Sollten Sie noch Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges
Gesundheitsamt!