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4. Workshop-Runde, Arbeitsgruppe 2
„Revitalisierung von Braunkohlegebieten und Bergbaufolgeland-
schaften (einschließlich Parklandschaften)“
Bautzen, 19.-20. Mai 2014
Vom 19. bis zum 20. Mai traf sich die Arbeitsgruppe „Revitalisierung von Braunkohlegebieten und
Bergbaufolgelandschaften (einschließlich Parklandschaften)“ in Bautzen zur vierten und letzten
Workshop-Runde.
In der Einführung zum Workshop knüpfte der wissenschaftliche Betreuer Dr. Robert Knippschild an
die im 3. Workshoprunde mit der Fachexkursion an. Zu den Handlungsfeldern der AG gehörten der
aktive Bergbau und der Altbergbau. Das Motto der Arbeit der AG war „Od dymu i węgla doo wody i
zieleni“ (Vom Schornsteinrauch und Kohle bis zum Wasser und Grün).
Im ersten Teil der Beratung stellte Herr Sander die Projektskizze „Postfossile Energiekonzepte für
Bergbaufolgelandschaften“ vor, die intensiv diskutiert wurde. Anschließend informierte Herr Zięba
über die Landschaftspolitik (Landschaftsrahmenplanung) der Wojewodschaft Niederschlesien. Die
Schwerpunkte werden im Juni durch den Vorstand der Wojewodschaft diskutiert und beschlossen.
Anschließend erfolgt die Ausarbeitung des Landschaftsrahmenplanes. Hierbei sind Konsultationen
mit der sächsischen Seite, insbesondere mit dem RPV Oberlausitz-Niederschlesien, vorgesehen.
Es wird geprüft, ob mit Mitteln des Projektes „Gemeinsam für den Grenzraum“ der
Landschaftsrahmenplan der Planungsregion Oberlausitz-Niederschlesien ins Polnische übersetzt
werden kann. Der Geschäftsführer des RPV Oberlausitz – Niederschlesien Herr Dr. Heinrich
informierte über den neuesten Stand der Aufarbeitung des Regionalen Energie- und

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Klimaschutzkonzeptes der Planungsregion Oberlausitz-Niederschlesien zum Druck und dessen
Übersetzung ins Polnische. Viel Zeit nahm man sich für die Diskussion über die Projektidee einer
Vernetzung der beiden Geoportale auf niederschlesischer und sächsischer Seite. Dazu wurde ein
Treffen zwischen dem Marschallamt und dem Staatsbetrieb Geoinformation und Vermessung
Sachsen vereinbart. Dabei soll keine neue Infrastruktur aufgebaut werden. Ein wichtiges Thema
war das Genehmigungsverfahren und Akzeptanzprobleme im Bereich Bergbau. Herr Dr. Heinrich
stellte den aktuellen Stand in Sachsen dar, insbesondere zum Planungsverfahren des Tagebaus
Nochten.
Der zweite Tag begann mit dem Vortrag von Herrn Trepte (Projektsekretariat, Fa. core consult)
über das neue Operationelle Programm Sachsen – Polen 2014 – 2020 (Kooperationsprogramm
INTEREG Polen – Sachsen 2014 – 2010). Vorgestellt wurden die vier Prioritätsachsen:
Gemeinsames Kultur- und Naturerbe, Verkehr, Soziales Potenzial / Lebenslanges Lernen sowie
institutionelle Zusammenarbeit. Für Projektanträge wird es Calls geben. Leuchtturmprojekte von
strategischer Bedeutung für das Fördergebiet können hingegen jederzeit eingereicht werden. Die
Förderquote beträgt 85%. Beraten wurde auch die Vorbereitung einer Studie zur touristischen
Bedeutung des Berzdorfer Sees für den Landkreis Zgorzelec sowie zur Inwertsetzung des
Potentials der Bergbaufolgegebiete in Turów. Im Vorfeld hierzu soll eine Umfrage durchgeführt
werden, die die potenziellen Zielgruppen sowie ihre Erwartungen identifizieren soll. Die geplante
Untersuchung zu den Zukunftsperspektiven des Berzdorfer Sees stellte Herr Kaup von Richter +
Kaup Ingenieure und Planer dar, insbesondere den Ansatz sowie den Fragebogen. Zur Befragung
der Herkunft der Besucher und ihrer Interessen am Berzdorfer See wird ein knapper Fragebogen
entwickelt, der sich auf Kernfragen beschränkt, da die Gäste dies als eine Bereicherung und nicht
als Belastung empfinden sollen. Die Befragung kann auch die Aufgabe erfüllen, die Bevölkerung
für ein Engagement am See in unterschiedlichster Art zu aktivieren. Die Befragung wird an einem
Spitzentag (Pfingstsamstag, Samstag nach Christi-Himmelfahrt) stattfinden. Die Befragten sollen
die gesamte Bevölkerung repräsentieren, deren Stimmung, Vorlieben und Meinungen angeben.
Dazu wird man Fragen zum Alter, Geschlecht, Wohnort usw. stellen. Es werden Teams nach Alter,
Geschlecht und Nationalität zusammengestellt. Sie werden überwiegend ihre jeweiligen
Altersgenossen befragen. Die Teams werden in deutsch-polnische Teams eingeteilt. Ein deutsch-
tschechisches Team ist möglich. Richter + Kaup arbeitet bei der Befragung mit den Schülern des
Joliot-Curie-Gymnasiums Görlitz zusammen. Die Fragebögen werden in ein EDV-System
eingegeben und mittels einer Acess-Datenbank ausgewertet. Dadurch ist eine selektive
Bearbeitung der Daten entsprechend der jeweiligen Fragestellung möglich. Zum Schluss wurden
Perspektiven und das weitere Vorgehen bei der zukünftigen Zusammenarbeit diskutiert. Die
Fortführung der Arbeit der Arbeitsgruppen mit anderer Fokussierung und stärkerer Anbindung der
kommunalen Ebene wurde von beiden Seiten gewünscht. Der Themenkreis könnte dann um den
Muskauer Faltenbogen erweitert werden, da der Landkreis Sagan zukünftig zum Fördergebiet
gehören soll. Die Teamleader Herr Dr. Heinrich und Herr Dr. Blachowski waren sich in Hinblick auf
die weitere Zusammenarbeit einig „Nur jene, die riskieren, zu weit zu gehen, können
möglicherweise herausfinden, wie weit man gehen kann,“