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Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits-
und Veterinärwesen Sachsen (LUA)
www.lua.sachsen.de
Merkblatt
Kennzeichnung
von gentechnisch veränderten Organismen
(GVO-Kennzeichnung)
bei Lebensmitteln
März 2014

 
WANN ist zu kennzeichnen?
Beispiele:
Lebensmittel enthalten
GVO
Im Lebensmittel sind gentechnisch
veränderte (gv) Organismen enthal
ten.
Joghurt mit gv-Milchsäurebakterien*
-
Bier mit gv-Hefe*
Lebensmittel bestehen
aus GVO
Das Lebensmittel selbst ist ein
gentechnisch veränderter Orga
nismus.
Maiskolben, Papayafrüchte*
Tomate*
Kartoffel*
Lebensmittel werden aus
GVO hergestellt
Alle Lebensmittel, die aus gen
technisch veränderten Organismen
hergestellt werden, unabhängig da
von, ob im Lebensmittel selbst noch
GVO enthalten ist
Maisstärke aus gv-Mais
Rapsöl aus gv-Raps
-
Tofu aus gv-Soja
Zucker aus gv-Zuckerrüben
Lebensmittel enthalten
Zutaten, die aus GVO her
gestellt werden
Alle Lebensmittel, die eine Zutat
enthalten, die ihrerseits aus gen
technisch veränderten Organismen
hergestellt wurde, unabhängig da
von, ob im Lebensmittel noch GVO
enthalten ist. Als Zutaten gelten alle
Stoffe (auch Zusatzstoffe und Aro
men), die bei der Herstellung eines
Lebensmittels verwendet werden
und – gegebenenfalls auch in ver
änderter Form – im Lebensmittel
vorhanden sind.
Nougatcreme mit Sojalezithin aus
gv-Soja
Polenta mit Maismehl aus gv-Mais
-
Mayonnaise mit Öl aus gv-Raps
Pommes frites, die in Fett frittiert
wurden, welches gv-Rapsöl enthält
Fertigpackungen
Lebensmittel ohne Zutatenver
zeichnis (zum Beispiel Lebensmittel
aus nur einer Zutat)
Maiskolben, genetisch verändert
rtem (Be-
Maisstärke, aus genetisch veränder
tem Mais hergestellt
Fertigpackungen
Lebensmittel mit Zutatenverzeichnis
(Lebensmittel aus mehreren Zuta
ten)
Soja (genetisch verändert),
der
rtem (Be-
...Glukosesirup (aus genetisch ver
ändertem Mais hergestellt),
Fertigpackungen
n
Klassenname „Gemüse“:
Gemüse (enthält genetisch verän
derte Tomaten*)
Klassenname „pflanzliches Öl“:
Pflanzliches Öl (enthält aus gene
tisch verändertem Raps her
gestelltes Rapsöl)
*Diese GV= sind derzeit in der EU als Lebensmittel(zutat) noch nicht zugelassen
Um die Rückverfolgbarkeit von GVO zu gewährleisten, ist eine Weitergabe der Information, dass ein Produkt GVO
enthält oder aus GVO besteht oder aus GVO hergestellt wird, über die gesamte Lebensmittelkette erforderlich.
WIE und WO ist zu kennzeichnen?
Beispiele:
„genetisch verändert“
oder
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-
-
-
-
-
„aus genetisch verände
zeichnung des Organismus) her
gestellt“
- Angabe auf dem Etikett
-
-
-
„genetisch verändert“
o
„aus genetisch verände
zeichnung des Organismus) her
gestellt“
-
Angabe im Zutatenverzeichnis in
Klammern unmittelbar hinter der
Zutat oder
-
in einer Fußnote zum Ver
zeichnis der Zutaten (min
destens in gleicher Schriftgröße
wie das Zutatenverzeichnis)
Sonderfall:
Die Zutat wird mit dem Namen ei
ner Kategorie bezeichnet (Klassen
name im Sinne von § 6 Abs. 4
Nr. 1 LMKV).
„enthält genetisch veränderte
(Bezeichnung des Organismus)“
oder
„enthält aus genetisch ver
ändertem (Bezeichnung des
Organismus) hergestellte(n)
(Bezeichnung der Zutat)“
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Lose Abgabe von Le
bensmitteln bzw. Lebens
mittel in Fertigpackungen,
deren größte Oberfläche
10 cm
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unterschreitet
Wie bei Fertigpackungen ist die
vorgeschriebene Kennzeichnung in
unmittelbarer Nähe zum Le
bensmittel (zum Beispiel auf einem
Schild direkt an der Auslage) vor
zunehmen.
Abgabe von Speisen und
Getränken in Gaststätten,
Kantinen etc.
Die Art der Kennzeichnung ist im
Gesetz nicht explizit geregelt. Als
Spezialfall der losen Abgabe von
Lebensmitteln gelten dieselben
Vorgaben wie für lose abgegebene
Lebensmittel. Anstelle eines Schil
des an der Auslage sind die An
gaben auch auf Speise- und Ge
tränkekarten oder in den Aushän
gen der Speisepläne auch unter
Verwendung von Fußnoten mög
lich. Die Fußnoten befinden sich auf
derselben Speisekarte bzw. auf
demselben Aushang.
Pommes frites, die in Fett frittiert
wurden, welches gv-Rapsöl oder gv-
Sojaöl enthält
Zufällig oder technisch
unvermeidbar
- Kennzeichnungs
schwellenwert -
Technische Hilfsstoffe
Mit GVO hergestellt
WIE und WO ist zu kennzeichnen?
Beispiele:
Anmerkung:
Wenn die gentechnische Veränderung
-
den Nährwert oder die Zusammensetzung des Lebensmittels wesentlich ver
ändert
-
Auswirkungen auf die Gesundheit bestimmter Bevölkerungsgruppen, zum
Beispiel Allergiker, hat
-
Anlass zu möglichen ethischen oder religiösen Bedenken gibt, zum Beispiel
bei Übertragung bestimmter tierischer Gene
sind zusätzlich zu den oben genannten Angaben alle Merkmale und Eigen
schaften gemäß der Zulassung zu ergänzen.
Praktische Beispiele dafür sind derzeit nicht bekannt.
WANN kann die Kennzeichnung ENTFALLEN?
Eine Kennzeichnung ist nicht erforderlich, wenn der GVO-Anteil den Wert von
0,9 Prozent nicht überschreitet
und
glaubhaft gemacht kann, dass diese „Verun
reinigung“ zufällig oder technisch nicht vermeidbar ist. Der Schwellenwert von
0,9 Prozent bezieht sich bei zusammengesetzten Lebensmitteln auf die jeweilige
Zutat, die gentechnisch verändert ist oder aus gentechnisch veränderten Organis
men hergestellt wurde. Er gilt nur für GVO, die in der Gemeinschaft zugelassen
sind.
Anmerkung:
Für nicht in der Europäischen Union zugelassene GVO und Produkte aus Ihnen gilt
hinsichtlich der Verkehrsfähigkeit die Nulltoleranz.
Technische Hilfsstoffe sind Stoffe, die nicht selbst als Lebensmittelzutat verzehrt
werden, jedoch bei der Be- und Verarbeitung von Lebensmitteln verwendet werden
und als unbeabsichtigte, technisch unvermeidbare Rückstände oder Umwand
lungsprodukte im Lebensmittel verbleiben können. Sollten derartige Stoffe GVO
enthalten oder aus GVO hergestellt sein, ist eine Kennzeichnung der Lebensmittel
nicht erforderlich. Dazu zählen Enzyme aus gv-Mikroorganismen, die als Hilfsstoffe
verwendet werden (zum Beispiel Chymosin zur Dicklegung von Milch bei der Käse
herstellung, Amylase aus gv-Mikroorganismen für die Brotherstellung) oder sonstige
Hilfsstoffe (zum Beispiel Zellulose aus gv-Baumwolle, die als Filterhilfsmittel in der
Getränkeindustrie eingesetzt wird) oder Extraktions-Lösungsmittel.
Eine Kennzeichnung kann auch entfallen, wenn Lebensmittel oder Lebensmittelzu
taten „mit GVO“ oder „mit Hilfe eines GVO“ hergestellt werden. Dies trifft zum Bei
spiel zu für:
Lebensmittel, die von Tieren gewonnen werden, die mit gentechnisch veränder
ten Futtermitteln gefüttert oder mittels gentechnischer Verfahren hergestellter
Arzneimittel behandelt wurden (zum Beispiel Fleisch, Milch, Eier)
Lebensmittelzutaten, Zusatzstoffe oder Aromen, die mit herkömmlichen Mikroor
ganismen auf gv-Substrat/Nährstoffen hergestellt werden
Lebensmittelzutaten, Zusatzstoffe oder Aromen, die mit gv-Mikroorganismen
hergestellt werden und in denen der gv-Mikroorganismus nicht, auch nicht teil
weise, vorhanden ist
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Wortlaut vorgeschrieben
Bundeseinheitliches Label
kann verwendet werden
Voraussetzungen
Schwellenwertregelung
gilt nicht
„Ausnahmen“ für Fleisch,
Milch, Eier
Voraussetzungen
Ausnahmen
Schwellenwert
Anmerkung:
-
Lebensmittelzutaten, Zusatzstoffe oder Aromen (zum Beispiel Alkohol, Vitami
ne), die mit gv-Mikroorganismen hergestellt werden und bei denen der gv-
Mikroorganismus noch vorhanden ist, unterliegen allen Bestimmungen zur Zu
lassung und Kennzeichnung.
-
Honig mit GV-Pollen fällt als „aus GVO hergestelltes Lebensmittel“ unter Arti
kel 3 Absatz 1 Buchstabe c der Verordnung (EG) Nr. 1829/2003 (Urteil EuGH,
6. September 2011, COM (2012) 530 final). Werden bei Honig Bestandteile von
in der EU nicht vollumfänglich zugelassenen GVO-Pflanzenlinien nachgewie
sen, gilt dieser als nicht verkehrsfähig.
„Ohne Gentechnik“ Kennzeichnung
Ein Hinweis in der Kennzeichnung darauf, dass keine GVO bei der Herstellung ver
wendet wurden, ist freiwillig. Wird die Möglichkeit genutzt, einen entsprechenden
Hinweis anzugeben, darf ausschließlich der Wortlaut „Ohne Gentechnik“ verwendet
werden. Formulierungen wie „gentechnikfrei“ oder „nicht genmanipuliert“ sind
nicht
erlaubt.
Keine GVO im Herstellungsprozess, auch keine durch GVO hergestellte Zusatz
stoffe, Vitamine oder Verarbeitungshilfsstoffe.
Auch Lebensmittel und Lebensmittelzutaten, die zufällig oder technisch unver
meidbare GVO-Anteile im Bereich von 0,1 bis 0,9 Prozent enthalten, dürfen nicht
als „Ohne Gentechnik“ gekennzeichnet werden.
Zeiträume sind festgelegt, innerhalb deren die Tiere vor der Lebensmittelgewin
nung nicht mit gv-Futtermitteln gefüttert worden sein dürfen (Schweine vier Mona
te, Rinder 12 Monate jeweils vor der Schlachtung; milcherzeugende Tiere drei Mo
nate, eiererzeugendes Geflügel sechs Wochen). Der Einsatz von Futtermittelzu
satzstoffen, Tierarzneimitteln, einschließlich Impfstoffen, die mit GVO hergestellt
wurden, ist erlaubt.
Anmerkung:
-
Lebensmittel aus anderen EU-Ländern, die ohne Anwendung gentechischer
Verfahren hergestellt wurden, dürfen in analoger Anwendung der Vorausset
zungen des § 54 LFGB in Deutschland in den Verkehr gebracht werden. Dies
trifft zum Beispiel auf österreichische Lebensmittel zu, die das Kontrollzeichen
„Gentechnik-frei erzeugt“ der Arbeitsgemeinschaft für Gentechnik-frei erzeugte
Lebensmittel tragen.
-
Wenn weltweit keine gentechnisch veränderte Variante zu einem bestimmten
Organismus existiert oder zugelassen ist, sollte ein zusätzlicher Kontrollaufwand
zur Vermeidung gentechnischer Veränderungen bzw. ein besonderes Risiko der
Verwendung bzw. des Eintrags von gentechnisch veränderten Zutaten plausibel
gemacht werden können, um eine Täuschung des Verbrauchers zu vermeiden
(keine Werbung mit Selbstverständlichkeiten im Sinn des § 11 Abs. 1 Satz 2
Nr. 3 LFGB). Das EGGenTDurchfG regelt die Voraussetzung der „Ohne Gen
technik“-Kennzeichnung speziell und abschließend.
Gentechnik in Ökoprodukten
Keine GVO. Keine Zusatzstoffe oder Enzyme, die durch GVO
hergestellt wurden. Auch keine gv-haltigen Futtermittel bei le
bensmittelerzeugenden Tieren.
Die Stoffe sind nach EU-Ökoverordnung zugelassen und es
sind keine gentechnikfreien Alternativen verfügbar.
Der Schwellenwert von 0,9 Prozent für technisch unvermeid
bare oder zufällige Kontaminationen gilt auch für Ökoprodukte.
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