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CCI-Nr.: 2007
DE 16 1 PO 004
05.07.2007
OPERATIONELLES
PROGRAMM
des Freistaates Sachsen
für den
Europäischen Fonds für
regionale Entwicklung (EFRE)
im Ziel
„Konvergenz“ in der Förderperiode
2007 bis 2013 in der Fassung
des 4. Änderungsantrages vom
1. Oktober 2013, genehmigt durch die
Europäische Kommission am
17. Dezember 2013

Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
2

Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
3
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis 7
Tabellenverzeichnis 9
Abkürzungsverzeichnis 11
1
Voraussetzungen für die Erstellung des Operationellen
Programms 13
1.1 Einleitung 13
1.2
Prozess der Programmplanung unter Beteiligung der Partner
18
1.3
Ergebnisse und Erfahrungen der EFRE-Förderung 2000-2006
22
1.4
Zusammenfassung der Ex-ante-Evaluierung
28
2
Beschreibung der Ausgangssituation
61
2.1
Sozioökonomische Analyse
61
2.1.1
Sozioökonomische Rahmenbedingungen des Programmgebietes
61
2.1.1.1 Raumstruktur des Fördergebietes
61
2.1.1.2 Demografische Entwicklung
63
2.1.1.3 Städtische Entwicklung
72
2.1.1.4 Gesamtwirtschaftliche Situation, Arbeitsmarkt und
Wirtschaftsstruktur 75
2.1.1.5 Umwelt 100
2.1.2
Entwicklung ausgewählter Potenzialfaktoren
104
2.1.2.1 Innovation, Wissenschaft, Forschung, Bildung
104
2.1.2.2 Wettbewerbsfähigkeit der gewerblichen Wirtschaft
119
2.1.2.3 Infrastruktur für ein nachhaltiges Wachstum
132
2.1.3
Wesentliche Ergebnisse der sozioökonomischen Analyse
141
2.2 SWOT-Analyse 154

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4
3
Strategie des Operationellen Programms
155
3.1 Handlungserfordernisse 155
3.2
Strategische Ausrichtung der Förderung im Freistaat Sachsen
157
3.2.1
Zielrichtungen der Förderungen
158
3.2.2
Finanzielle Gewichtungen
166
3.2.3
Regionale Ausgestaltung der Förderstrategie
169
3.3
Zielsystem und Struktur des Operationellen Programms
172
3.3.1
Oberziel und spezifische Ziele
172
3.3.2 Querschnittsziele 175
3.4
Indikatoren und Zielwerte
183
3.5
Kohärenz und Komplementarität der Strategie zu anderen
Programmen 183
3.6
Strategische Umweltprüfung
193
3.6.1 Konsultationen 195
3.6.2 Ergebnisse 197
4
Prioritätsachsen und Vorhaben
200
4.1
Prioritätsachse 1: Stärkung von Innovation, Wissenschaft,
Forschung 200
4.1.1
Einzelbetriebliche FuE-Projekte
204
4.1.2 FuE-Verbundprojekte 207
4.1.3 Technologietransfer 209
4.1.4
Risikokapital für junge Technologieunternehmen
211
4.1.5
Anwendungsorientierte Forschungsprojekte und -infrastruktur
213
4.1.6 Exzellenzinitiative 214
4.1.7
Infrastruktur an Hochschulen
217
4.1.8
E-Business in KMU
219
4.1.9
E-Government / Förderung der Informationsgesellschaft
220
4.1.10 Innovative Ansätze im Bereich der Gesundheitswirtschaft
222
4.2
Prioritätsachse 2: Verbesserung der Bildungsinfrastruktur
226
4.2.1
Infrastruktur der Berufsakademie
228
4.2.2
Informations- und Kommunikationstechnik an Schulen
229

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5
4.2.3
Zentren für schulische Bildung
231
4.2.4
Zentren für berufliche Bildung
234
4.3
Prioritätsachse 3: Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der
gewerblichen Wirtschaft
236
4.3.1
Einzelbetriebliche Investitionen (GA)
239
4.3.2
Wirtschaftsnahe Infrastruktur (GA-Infra)
241
4.3.3
Netzwerke der Wirtschaft
243
4.3.4
Zinsverbilligungen im Rahmen des Darlehensprogramms GuW
244
4.3.5
Marktzugang von KMU
245
4.3.6
Energieeffizienz in KMU
247
4.3.7
Vorhaben für die gewerbliche Wirtschaft zur nachträglichen
Wiedernutzbarmachung in ehemaligen Bergbauregionen
249
4.4
Prioritätsachse 4: Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur
251
4.4.1
Umweltfreundliche Verkehrsträger
253
4.4.2 Straßenverkehrsinfrastruktur 257
4.5
Prioritätsachse 5: Ausbau und Verbesserung der Infrastruktur für
ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum
261
4.5.1
Nachhaltige Stadtentwicklung
264
4.5.2
Revitalisierung von Industriebrachen und Konversionsflächen
267
4.5.3
Klimaschutz / Erneuerbare Energien / Immissionsschutz
268
4.5.4 Hochwasserschutz 271
4.5.5
Boden- und Grundwasserschutz
274
4.5.6
Sicherung und Ausbau von bergbaulichen
Entwässerungssystemen in Bergbaurevieren
277
4.6
Technische Hilfe
282
5 Finanzierungsplan 282
6
Bestimmungen zur Durchführung des Operationellen Programms
286
6.1
Verantwortliche Stellen (gemäß Artikel 59 der Verordnung (EG)
Nr. 1083/2006)
286
6.1.1 Verwaltungsbehörde 286
6.1.2
Zwischengeschaltete Stellen
287
6.1.3 Bescheinungsbehörde 289

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6
6.1.4
Prüfbehörde 290
6.1.4.1 Beziehungen zwischen den Behörden
290
6.1.4.2 Beziehungen der Behörde zur Europäischen Kommission
291
6.2
Begleitungs- und Bewertungssysteme
292
6.2.1 Begleitausschuss 292
6.2.2 Bewertung 293
6.2.2.1 Ex-ante-Bewertung 293
6.2.2.2 Laufende Bewertung
294
6.2.3
Monitoringsystem für die Begleitung und Bewertung
295
6.3
Finanzielle Abwicklung
298
6.4 Publizität 298
Internetpräsentation 299
Publikationen 299
Pressemitteilungen 300
Anzeigen 300
Veranstaltungen/Ausstellungen 300
Presseveranstaltungen 301
Hinweise in Verwaltungsformularen
301
Verzeichnis der Begünstigten
301
6.5
Elektronischer Datenaustausch
302
6.6
Indikative Liste der Großprojekte
303
7 Anhang 304
Mitteleinsatz im Hinblick auf die Erfüllung der Lissabon-Ziele
305
Literaturverzeichnis 306

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FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
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7
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1:
Sachsen im Fördergebiet der EU-Strukturfonds
17
Abbildung 2:
Zusammenwirken der Akteure
19
Abbildung 3:
Bevölkerungsentwicklung 1999-2005
63
Abbildung 4:
Bevölkerungsprognose bis 2020
67
Abbildung 5:
Regionale Verteilung des prognostizierten
Bevölkerungsrückganges 69
Abbildung 6:
Entwicklung hochwertiger Ausbildungsabschlüsse
70
Abbildung 7:
Geschlechterspezifische Binnenwanderungen in
Deutschland 72
Abbildung 8:
Entwicklung des BIP im europäischen Kontext
75
Abbildung 9:
Entwicklung des BIP
76
Abbildung 10:
Entwicklung des BIP je Einwohner
77
Abbildung 11:
Entwicklung der Erwerbstätigkeit
81
Abbildung 12:
Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen
Beschäftigung 82
Abbildung 13
Produktivitätsentwicklung 1999 bis 2005
84
Abbildung 14:
Arbeitslosigkeit von Frauen und Männern im Freistaat
Sachsen 90
Abbildung 15:
Wirtschaftsstruktur Sachsens im EU-Vergleich
95
Abbildung 16:
Anteile der Wirtschaftsbereiche an der
Bruttowertschöpfung 96
Abbildung 17:
Anteile der Wirtschaftsbereiche an der
Bruttowertschöpfung auf Ebene der Regierungsbezirke
99
Abbildung 18:
FuE-Quote im EU-Vergleich 2003
105
Abbildung 19:
FuE-Quote im Bundesländervergleich 2003
106
Abbildung 20:
FuE-Quote des Wirtschaftssektors im EU-Vergleich 2003
107
Abbildung 21:
FuE-Quote des Wirtschaftssektors im
Bundesländervergleich 2003
108
Abbildung 22:
Gesamtwirtschaftliche Investitionsquote
120
Abbildung 23:
Investitionen im Verarbeitenden Gewerbe
121
Abbildung 24:
Beschäftigte nach Betriebsgröße
125
Abbildung 25:
Entwicklung der Im- und Exporte Sachsens
129

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8
Abbildung 26:
DSL-Nutzung und DSL-Verfügbarkeit
139
Abbildung 27: SWOT-Analyse 154
Abbildung 28:
Inhaltliche Untersetzung der Prioritätsachsen des OP
173
Abbildung 29:
Zielsystem des Operationellen Programms
174
Abbildung 30:
Vorhaben der Prioritätsachse 1
200
Abbildung 31:
Vorhaben der Prioritätsachse 2
226
Abbildung 32:
Vorhaben der Prioritätsachse 3
236
Abbildung 33:
Vorhaben der Prioritätsachse 4
251
Abbildung 34:
Vorhaben der Prioritätsachse 5
261

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FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
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9
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1:
Bevölkerungsprognose 64
Tabelle 2:
Bevölkerungsentwicklung im Zeitraum 1999 bis 2005 und
Bevölkerungsprognose im Zeitraum 2005 bis 2020 auf
Kreisebene 66
Tabelle 3:
Bevölkerungsentwicklung in den Städten über 30.000
Einwohner, 2002-2005
68
Tabelle 4:
Regionale Mobilität von Auszubildenden und jungen
Fachkräften 71
Tabelle 5:
BIP je Einwohner auf Kreisebene im Verhältnis zum
sächsischen BIP je Einwohner im Jahr 2004
79
Tabelle 6: Arbeitslose/Arbeitslosenquote 85
Tabelle 7:
Instrumente der Arbeitsmarktpolitik
86
Tabelle 8: Ausbildungssituation/Jugendarbeitslosigkeit 88
Tabelle 9:
Arbeitslosenquoten auf Kreisebene im
Jahresdurchschnitt 2005
93
Tabelle 10:
Umsatz- und Beschäftigungsentwicklung nach
Wirtschaftszweigen 97
Tabelle 11:
Zentrale Indikatoren der betrieblichen FuE
109
Tabelle 12:
Öffentliche FuE-Ausgaben
112
Tabelle 13:
Entwicklung der Patentanmeldungen
113
Tabelle 14:
Schulabschlüsse im Schuljahr 2003/2004
117
Tabelle 15:
Kapitalstock je Einwohner
123
Tabelle 16:
Kapitalintensität - Kapitalstock je Erwerbstätigen
123
Tabelle 17:
Entwicklung der Gewerbean- und -abmeldungen
126
Tabelle 18:
Entwicklung der Unternehmensinsolvenzen
128
Tabelle 19: Straßennetzdichte 133
Tabelle 20:
Ausgewählte Indikatoren zur Erreichbarkeit
133
Tabelle 21:
Entwicklung des Gütertransports
135
Tabelle 22:
Überschwemmte Flächen Augusthochwasser 2002
137
Tabelle 23:
Schadensbilanz Hochwasser 2002
137
Tabelle 24
Übersicht Kontextindikatoren
148

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10
Tabelle 25:
Indikatoren auf Programmebene
183
Tabelle 26:
Indikatoren und Zielwerte - Prioritätsachse 1
203
Tabelle 27:
Indikatoren und Zielwerte - Prioritätsachse 2
227
Tabelle 28:
Indikatoren und Zielwerte - Prioritätsachse 3
238
Tabelle 29:
Indikatoren und Zielwerte - Prioritätsachse 4
252
Tabelle 30:
Indikatoren und Zielwerte - Prioritätsachse 5
263
Tabelle 31:
Finanzierungspläne des Operationellen Programms mit
Angabe der jährlichen Mittelbindung
283
Tabelle 32:
Finanzierungsplan des Operationellen Programms mit
Angabe der Mittelbindung, der entsprechenden
nationalen Mittel und des Erstattungsansatzes - Angabe
aufgeschlüsselt nach Prioritätsachsen für den gesamten
Programmplanungszeitraum 285
Tabelle 33:
Indikative Aufteilung der Gemeinschaftsbeteiligung
304
Tabelle 34:
Aufteilung der EFRE-Mittel nach Lissabon-Zielen
305

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11
Abkürzungsverzeichnis
ABM Arbeitsbeschaffungsmaßnahme
AEUV
Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union
AHZB
Aktualisierung der Halbzeitbewertung des Operationellen
Programms zur Strukturfondsförderung des Freistaates Sachsen
2000 - 2006
BIP Bruttoinlandsprodukt
BMBF
Bundesministerium für Bildung und Forschung
BVK
Bundesverband Deutscher Kapitalgesellschaften e. V.
CCI
Code commun d'identification
DSL
Digital Subscriber Line
EFF Europäischer Fischereifonds
EFRE
Europäischer Fonds für regionale Entwicklung
EG Europäische Gemeinschaft
ELER
Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des Länd-
lichen Raumes
ESF Europäischer Sozialfonds
EU Europäische Union
FFH Fauna-Flora-Habitat
FH Fachhochschule
FHG Fraunhofer-Gesellschaft
FuE
Forschung und Entwicklung
GA
Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirt-
schaftsstruktur
GuW
Gründungs- und Wachstumsfinanzierung
HWSK Hochwasserschutzkonzept
IAB
Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung
IfS
Institut für Stadtforschung und Strukturpolitik GmbH
InvZulG Investitionszulagengesetz
IT Informationstechnologie
IuK
Information und Kommunikation
JESSICA
Joint European Support for Sustainable Investment in City Areas
KfW
Kreditanstalt für Wiederaufbau
KKS Kaufkraftstandard
KLV Kombinierter Ladeverkehr

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12
KMU
Kleine und Mittelständische Unternehmen
KOM Europäische Kommission
KV Kombinierter Verkehr
LfULG
Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
NSRP
Nationaler Strategischer Rahmenplan für den Einsatz der EU-
Strukturfonds in der Bundesrepublik Deutschland 2007 - 2013
NUTS
Nomenclature des unités territoriales statistiques
ÖPNV Öffentlicher Personennahverkehr
OP Operationelles Programm
PwC
PricewaterhouseCoopers AG WPG
SAM Strukturanpassungsmaßnahme
Sächs
DschG
Sächsisches Datenschutzgesetz
SächsWG Sächsisches Wassergesetz
SGB Sozialgesetzbuch
SMI
Sächsisches Staatsministerium des Innern
SMS
Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucher-
schutz
SMWA
Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
SMWK
Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst
SMUL
Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft
SPA
Special Protection Area
SPNV Schienenpersonennahverkehr
SUP Strategische Umweltprüfung
USR
unzerschnittener störungsarmer Raum
UZR
unzerschnittener verkehrsarmer Raum
VGR Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen
VN Verwendungsnachweis
VO Verordnung
WHG
Gesetz zur Ordnung des Wasserhaushalts
WRRL Wasserrahmenrichtlinie
ZEW
Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH

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FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
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13
1
Voraussetzungen für die Erstellung des Operationellen Programms
1.1 Einleitung
Europäische Ebene
1. Der Förderperiode 2007-2013 gingen tiefgreifende Veränderungen in der euro-
päischen Regional- und Strukturpolitik voraus. Die große Tragweite der Refor-
men ist vor allem auf den Erweiterungsprozess der Europäischen Union, die
damit veränderten strukturellen Disparitäten innerhalb der EU und auf die Frage
der verfügbaren Mittel zurückzuführen. Europäische Regional- und Strukturpoli-
tik wird nunmehr mit dem Begriff Kohäsionspolitik definiert. Übergeordnetes An-
liegen ist die Verwirklichung der strategischen Ziele von Lissabon und Göte-
borg.
1
2. Vor allem die Lissabon-Strategie gibt die Orientierung für alle strukturpolitischen
Aktivitäten vor. Am 23. und 24. März 2000 formulierte der Europäische Rat in
Lissabon die Zielstellung, bis zum Jahr 2010 "die Union zum wettbewerbsfä-
higsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt zu ma-
chen - einem Wirtschaftsraum, der fähig ist, ein dauerhaftes Wirtschaftswachs-
tum mit mehr und besseren Arbeitsplätzen und einem größeren sozialen Zu-
sammenhalt zu erzielen".
2
Zur Erreichung dieses ehrgeizigen Zieles bedarf es
global ausgerichteter Strategien, in deren Rahmen besonders der Übergang zu
einer wettbewerbsfähigen, dynamischen und wissensbasierten Wirtschaft und
Gesellschaft vorzubereiten ist.
3
3. Im "Lissabon-Programm der Gemeinschaft" von 2005 wurden nochmals zwei
zentrale Aufgaben, auf die alle Maßnahmen ausgerichtet werden sollen, betont:
verstärktes, dauerhaftes Wachstum und Schaffung von mehr und besseren Ar-
beitsplätzen. "Ziel dieser Lissabonner Partnerschaft für Wachstum und Be-
schäftigung ist es, die Wirtschaft zu modernisieren, um angesichts zunehmend
globaler Märkte, des technologischen Wandels, der Umweltbelastungen und
der Alterung der Bevölkerung den Erhalt des einzigartigen Sozialmodells zu si-
1
Erwägungsgründe Absatz (2) der VO (EG) Nr. 1083/2006.
2
Europäischer Rat (Lissabon) 23. und 24. März 2000: Schlussfolgerungen des Vorsitzes,
SN 100/00, S. 2.
3
Siehe ebenda.

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FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
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14
chern. Diese Strategie ist auch im weiteren Kontext der nachhaltigen Entwick-
lung zu sehen…."
4
.
4. Erweitert wird dieses Anliegen durch die Vereinbarungen des Europäischen
Rates Göteborg im Jahr 2001. Die dort beschlossene EU-Nachhaltigkeits-
strategie definiert, dass "nachhaltige Entwicklung, d. h. die Erfüllung der Be-
dürfnisse der derzeitigen Generation, ohne dadurch die Erfüllung der Bedürf-
nisse künftiger Generationen zu beinträchtigen", ein grundlegendes Ziel in allen
Politikbereichen der Europäischen Union sein soll.
5
Es ist erforderlich, die Wirt-
schafts-, Sozial- und Umweltpolitik so zu gestalten, dass sie sich gegenseitig
verstärken. Die EU-Strategie für nachhaltige Entwicklung beruht auf dem
Grundsatz, dass die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Auswirkungen
aller Aktionen in koordinierter Weise geprüft und berücksichtigt werden.
6
5. Die Strukturfondsförderung von 2007 bis 2013 soll folgenden drei Zielbereichen
folgen: "Konvergenz", "Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung"
und "Europäische territoriale Zusammenarbeit".
6. Im Rahmen des Ziels "Konvergenz", welches in seiner Ausrichtung der bisheri-
gen Ziel-1-Förderung ähnelt, wird der Aufholprozess der Regionen mit den wirt-
schaftlich größten Entwicklungsrückständen innerhalb der EU
7
unterstützt.
7. Durch eine Verbesserung der Voraussetzungen für Wachstum und Beschäfti-
gung sollen die bestehenden Entwicklungsrückstände abgebaut und damit auch
die Grundlagen für eine spätere konzentrierte Förderung der regionalen Wett-
bewerbsfähigkeit und Beschäftigung geschaffen werden. Prioritäre Interven-
tionsfelder für eine regionalpolitische Strategie sind dabei:
4
Europäische Kommission: Mitteilung der Kommission an den Rat und das Europäische Parla-
ment - Gemeinsame Maßnahmen für Wachstum und Beschäftigung: Das Lissabon-Programm
der Gemeinschaft. Brüssel, 2005; S. 2f.
5
BMU: "Nachhaltigkeitsstrategie / Europäischer Rat Göteborg (15./16.06.2001)", Artikel unter
http://www.bmu.de/europa.
6
Siehe ebenda.
7
Die Förderung konzentriert sich auf die Ziel-1-Gebiete der Periode 2000-2006, deren Pro-Kopf-
Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Bezugszeitraum 2000 bis 2002 unter 75 Prozent des EU-
Durchschnitts liegt. Dies trifft in erster Linie auf den Großteil der neuen Mitgliedstaaten zu. Für
die Gebiete, die die 75-Prozent-Schwelle aufgrund des durch die Erweiterung entstehenden sta-
tistischen Effekts überschreiten (jetzige Ziel-1-Gebiete, die ohne die Erweiterung weiterhin unter
der 75-Prozent-Grenze liegen würden), ist eine degressive Unterstützung vorgesehen, die in
2007 bei 80 Prozent der individuellen Pro-Kopf-Beihilfeintensität des Jahres 2006 beginnt und
sukzessive bis 2013 auf 50 Prozent absinkt.

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15
die Steigerung und qualitative Verbesserung der Investitionen in physische
und Humanressourcen,
die Entwicklung der Innovation und der Wissensgesellschaft,
die Förderung der Fähigkeit zur Anpassung an den Wandel in Wirtschaft
und Gesellschaft,
den Schutz und die Verbesserung der Umwelt sowie
eine effiziente Verwaltung.
8
8. Die inhaltlichen Vorstellungen für die zukünftige Kohäsionspolitik werden in den
Strategischen Leitlinien der Gemeinschaft
9
präzisiert. Diese formulieren die
wirtschafts- und beschäftigungspolitischen Grundzüge der Strukturfondsförde-
rung und bilden den Orientierungsrahmen für alle Interventionen der Fonds.
Demnach sollen die Programme auf folgende Prioritäten ausgerichtet sein:
"Verbesserung der Attraktivität der Mitgliedstaaten, der Regionen und der
Städte durch Verbesserung der Anbindung, Gewährleistung einer ange-
messenen Dienstleistungsqualität und eines angemessenen Dienstleis-
tungsniveaus sowie durch Erhaltung der Umwelt;
Förderung der Innovation, des Unternehmergeists und des Wachstums der
wissensbasierten Wirtschaft durch Ausbau der Forschungs- und Innovati-
onskapazitäten, auch unter Nutzung der neuen Informations- und Kommu-
nikationstechnologien; und
Schaffung von mehr und besseren Arbeitsplätzen, indem mehr Menschen in
ein Beschäftigungsverhältnis oder eine unternehmerische Tätigkeit geführt,
die Anpassungsfähigkeit der Arbeitskräfte und der Unternehmen verbessert
und die Investitionen in das Humankapital gesteigert werden. …".
10
8
Artikel 3 Absatz 2a) der VO (EG) Nr. 1083/2006.
9
Artikel 25 der VO (EG) 1083/2006.
10
Rat der Europäischen Union: Entscheidung des Rates über strategische Kohäsionsleitlinien der
Gemeinschaft vom 6. Oktober 2006 (2006/702/EG), Anhang "Strategische Leitlinien der Ge-
meinschaft zum wirtschaftlichen, sozialen und territorialen Zusammenhalt 2007-2013 (im Fol-
genden: "Strategische Kohäsionsleitlinien"), Ziffer 1. Einleitung.

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16
Nationale Ebene
9. An den Vorgaben der EU orientiert sich der
Nationale Strategische Rahmen-
plan Deutschlands
als Bezugsrahmen für die Operationellen Programme des
EFRE und des ESF auf regionaler Ebene.
11
Die Gesamtschau der deutschen
Förderregionen ergibt dem Rahmenplan zufolge ein strukturell höchst hetero-
genes Bild. Unterschiedliche Niveaus der Wirtschaftskraft korrespondieren mit
einer ungleichen Innovationsorientierung der einzelnen Teilräume. Dies wiede-
rum impliziert eine regional unterschiedliche Fähigkeit, den Strukturwandel vo-
ranzutreiben bzw. die Folgen daraus sozial und wirtschaftlich zu verarbeiten.
Während urbane Zentren mit hohen Anteilen an unternehmensorientierten
Dienstleistungsbranchen Wachstum und Beschäftigung im Laufe des Struktur-
wandels beschleunigen konnten, fielen ländliche Regionen und altindustrielle
Gebiete zurück. Eine weitere besondere Herausforderung für alle deutschen
Regionen wird der demografische Wandel sein, dessen langfristige Auswirkun-
gen bereits Handlungsbedarf anzeigen. Bisher sind die Folgen erst in einzelnen
Gebieten und Städten sichtbar, ab 2020 werden sie jedoch fast alle Regionen
erfassen und sich zu einer regionalökonomischen Herausforderung entwickeln.
Deshalb müssen frühzeitig geeignete Instrumente, die sowohl die Abwanderung
bremsen als auch den Alterungsprozess der Bevölkerung begleiten können,
eingesetzt werden. Hierzu gehört vor allem die Schaffung von langfristig stabi-
len infrastrukturellen Voraussetzungen.
Regionale Ebene - Freistaat Sachsen
10. Der Freistaat Sachsen wird im neuen Förderzeitraum u. a. von der Struk-
turfondsförderung im Ziel "Konvergenz" profitieren. Von 2007 bis 2013 werden
für das Ziel Konvergenz 3.963 Mio. Euro,
12
an Strukturfondsmitteln zur Verfü-
gung stehen. Für den EFRE sind 78 % der Mittel vorgesehen, was einem
Budget von 3.091,14 Mio. Euro,
13
entspricht. Auf den ESF entfallen 22 %, damit
871,86 Mio. Euro
14
.
11
Artikel 27 der VO (EG) Nr. 1083/2006.
12
Betrag mit Indexierungsmitteln.
13
Betrag mit Indexierungsmitteln.
14
Betrag mit Indexierungsmitteln.

image
image
Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
17
Abbildung 1:
Sachsen im Fördergebiet der EU-Strukturfonds
15
Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit (Hrsg.): Strukturfonds Aktuell,
Heft 1/2006, S. 26, bearbeitet durch PwC 2006
15
Das Operationelle Programm bezieht sich entsprechend Artikel 35 der VO (EG) Nr. 1083/2006
auf den Freistaat Sachsen mit den Regierungsbezirken Chemnitz, Leipzig und Dresden
(NUTS-2 Regionen).

Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
18
11. Sachsen gehört aufgrund seiner sozioökonomischen Rahmenbedingungen wei-
terhin zum Höchstfördergebiet innerhalb der EU.
16
Bei der Vergabe der Struk-
turfondsmittel wird jedoch zu berücksichtigen sein, dass der Regierungsbezirk
Leipzig unter den so genannten statistischen Effekt fällt und künftig nur eine
Übergangsunterstützung ("phasing out") im Rahmen des Konvergenzziels er-
halten wird.
17
Diese Tatsache findet ihren Ausdruck in einer degressiven Mittel-
ausstattung.
12. Das Operationelle Programm für den EFRE des Freistaates Sachsens orientiert
sich an den auf europäischer und nationaler Ebene formulierten Zielen, thema-
tischen Prioritäten und definierten Ansatzpunkten für die Kohäsionspolitik. Es
wurde durch die Verwaltungsbehörde Sachsen für den EFRE mit Unterstützung
von PricewaterhouseCoopers (OP-Redakteur) und Bonner Evaluationen GbR
(Ex-ante-Evaluator) erstellt.
1.2
Prozess der Programmplanung unter Beteiligung der Partner
13. An der Ausarbeitung, Durchführung, Begleitung und Bewertung der Struk-
turfondsförderung werden gemäß Artikel 11 Absatz 1, a) - c) der Verordnung
(EG) Nr. 1083/2006 die zuständigen regionalen, lokalen, städtischen und ande-
ren zuständigen Behörden, die Wirtschafts- und Sozialpartner, die sonstigen
Stellen, die in diesem Rahmen relevant sind und die die Zivilgesellschaft, die
Partner des Umweltbereichs, Nichtregierungsorganisationen sowie Einrichtun-
gen zur Förderung der Gleichstellung von Männern und Frauen (nachfolgend
Partner genannt) vertreten, entsprechend ihrer jeweiligen institutionellen, recht-
lichen und finanziellen Befugnisse beteiligt. Die Verwaltungsbehörde gewähr-
leistet die Einhaltung des Partnerschaftsprinzips.
14. Für den Programmplanungsprozess wurde ein iteratives und interaktives Ver-
fahren gewählt. Die daran beteiligten Akteure wirkten wie in Abbildung 2 darge-
stellt zusammen:
16
Entsprechend Artikel 5 (1) der VO (EG) Nr. 1083/2006.
17
Entsprechend Artikel 8 (1) der VO (EG) Nr. 1083/2006.

Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
19
OP-Redakteur
Ex-ante
Evaluator
Operationelles
Programm
EFRE
2007-2013
repräsentative Partner
Sächsische
Staatsministerien
SMWA
EFRE-
Verwaltungs-
behörde
partnerschaftliche Beteiligung
Interaktiver und iterativer Programmplanungsprozess
gemäß der Bestimmungen und Vorgaben der Strukturfondsverordnung
kontinuierliche,
kooperative
Abstimmung
Aufgaben:
Unterstützung
der EFRE-Verwaltungs-
behörde bei der inhaltlichen
und redaktionellen
Erarbeitung des OP /
Prozessmanagement
der OP-Erstellung
Aufgaben:
sachverständige,
unabhängige Beurteilung der
Strategie, Wirkungen und
Durchführungs-
systeme des OP /
Begleitung des
Programmplanungs-
prozesses
OP-Redakteur
Ex-ante
Evaluator
Operationelles
Programm
EFRE
2007-2013
repräsentative Partner
Sächsische
Staatsministerien
SMWA
EFRE-
Verwaltungs-
behörde
partnerschaftliche Beteiligung
Interaktiver und iterativer Programmplanungsprozess
gemäß der Bestimmungen und Vorgaben der Strukturfondsverordnung
kontinuierliche,
kooperative
Abstimmung
Aufgaben:
Unterstützung
der EFRE-Verwaltungs-
behörde bei der inhaltlichen
und redaktionellen
Erarbeitung des OP /
Prozessmanagement
der OP-Erstellung
Aufgaben:
sachverständige,
unabhängige Beurteilung der
Strategie, Wirkungen und
Durchführungs-
systeme des OP /
Begleitung des
Programmplanungs-
prozesses
Abbildung 2:
Zusammenwirken der Akteure
Quelle:
Darstellung PwC, 2006
Der Sächsische Landtag wurde kontinuierlich und zeitnah über den Stand und
die Inhalte der Programmplanung informiert. Die Information erfolgte auf den
üblichen parlamentarischen Wegen, z. B. durch Befassung in den zuständigen
Ausschüssen, durch Anträge, Anfragen und Expertenanhörungen. Mehrfach
wurde die Strukturfondsförderperiode 2007-2013 im Plenum behandelt.
15. Der Programmplanungsprozess wurde für die Partner so transparent wie mög-
lich gestaltet. Dafür wurden besonders die modernen Kommunikationsmöglich-
keiten genutzt. Sämtliche wesentlichen Informationen wurden zeitnah ins Inter-
net eingestellt, z. B. die OP-Entwürfe, der Umweltbericht zur Strategischen
Umweltprüfung und Informationen zu durchgeführten Veranstaltungen. Zusätz-
lich wurde eine E-Mail-Adresse für Rückfragen und Stellungnahmen eingerich-
tet.
16. Die Beteiligung der Partner an der Vorbereitung der Programmplanung begann
im April 2005. In der Auftaktveranstaltung wurden die Partner auf Landesebene
über die Rahmenbedingungen in der neuen Förderperiode informiert und ihnen
Gelegenheit gegeben, ihre Vorstellungen und Hinweise zur Ausrichtung der

Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
20
künftigen Förderperiode darzulegen. Neben zahlreichen Hinweisen zur sozio-
ökonomischen Situation in Sachsen und allgemeinen Hinweisen zur Gestaltung
der neuen Förderperiode wurden 35 Vorschläge für Vorhaben unterbreitet. Ne-
ben allen Maßnahmen der alten Förderperiode wurden auch neue Vorhaben
vorgeschlagen. Z. B. schlugen die Wirtschaftsverbände die Förderung der Be-
reiche Energieeffizienz und Risikokapital vor. Diese Vorschläge wurden aufge-
griffen. Aufgrund der Notwendigkeit der Mittelkonzentration auf die Vorhaben,
die den größten Effekt im Hinblick auf die mit dem EFRE zu verfolgenden Ziel-
setzungen entfalten, konnten jedoch nicht alle befürworteten Vorhaben fortge-
setzt oder aufgenommen werden. Nicht aufgegriffen wurde z. B. der Vorschlag
des Sächsischen Städte- und Gemeindetages, die Förderung der Wasserver-
und Abwasserentsorgung fortzusetzen, da entsprechend eines konzentrierten
abgegrenzten Einsatzes der einzelnen Fonds dieser Aspekt schwerpunktmäßig
über den ELER umgesetzt wird und dies nicht den Empfehlungen der Aktuali-
sierung der Halbzeitbewertung entspricht.
17. Im Herbst 2005 fanden mehrere Veranstaltungen und Gespräche statt und es
gingen weitere schriftliche Stellungnahmen und Positionspapiere der Partner
ein. Das Hauptaugenmerk lag auf der sozioökonomischen Situation und dem
künftigen finanziellen Verhältnis zwischen EFRE und ESF. Die Vertreter der
Wirtschaftsverbände und -kammern befürworteten ein Verhältnis von 80 %
EFRE zu 20 % ESF. Die Vertreter der Sozialverbände und Gewerkschaften for-
derten 70 % EFRE zu 30 % ESF. Die Sächsische Staatsregierung hat sich auf
einen Kompromiss von 78 % EFRE zu 22 % ESF geeinigt, der den sozialen und
wirtschaftlichen Herausforderungen, vor denen Sachsen in den nächsten Jah-
ren steht, alles in allem gerecht wird.
18. Ab April 2006 wurde die Beteiligung der Partner weiter intensiviert. Es fanden
mehrere Veranstaltungen und Gespräche auf Landesebene statt, bei denen
über die Strategie und Ziele des EFRE, die Prioritätsachsen, die Auswahl der
Vorhaben und die finanziellen Eckwerte diskutiert wurde. Um auch den Part-
nern auf regionaler und lokaler Ebene die Möglichkeit zu geben, ihre Anregun-
gen und Fragen im direkten Gespräch mit der Verwaltungsbehörde und den zu-
ständigen Fachreferaten der Staatsministerien zu diskutieren, fanden im August
2006 Regionalkonferenzen in den drei Regierungsbezirken Chemnitz, Dresden
und Leipzig statt. Jeweils 70-80 Teilnehmer haben die Möglichkeit genutzt, sich
über den Stand der Programmplanung zu informieren sowie ihre konstruktive
Kritik und Vorschläge zur Optimierung des ersten OP-Entwurfs zu äußern.

Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
21
19. In und nach den Regionalkonferenzen wurde von den Partnern vorrangig die
finanzielle Gewichtung der Prioritätsachsen thematisiert. Breite Zustimmung
fand die konsequente Ausrichtung der Strategie auf die Ziele von Lissabon, die
Auswahl der Vorhaben und die Konzentration der EFRE-Förderung auf mehr
Innovation, Wissenschaft, Forschung und Bildung. Hingegen schlugen einige
Partner je nach Interessenvertretung eine veränderte Gewichtung der anderen
Bereiche vor. Die Wirtschaftsverbände forderten z. B. mehr Mittel für die Steige-
rung der Wettbewerbsfähigkeit der gewerblichen Wirtschaft und weniger Mittel
für den Ausbau und die Verbesserung der Infrastruktur. Hingegen wurden z. B.
von den lokalen und städtischen Behörden und von der Ingenieurkammer
Sachsen mehr Mittel für die Infrastruktur, besonders für die Straßenverkehrsinf-
rastruktur und die Vorhaben zur Stadtentwicklung und Brachflächenrevitalisie-
rung gefordert.
20. Darüber hinaus wurden mehrere Anregungen zur Anreicherung der sozioöko-
nomischen Analyse gegeben, z. B. die Bitte des Landesfrauenrats Sachsen e.
V., eine stärkere Geschlechterdifferenzierung vorzunehmen. Diese Anregungen
wurden aufgegriffen, soweit entsprechendes Datenmaterial zugänglich war.
21. Zahlreiche Vorschläge wurden zu den Förderinhalten der Vorhaben unterbrei-
tet, die im Rahmen der OP-Erstellung berücksichtigt wurden. Beispiele sind die
Aufnahme der Förderung von Coaching-Angeboten im Vorhaben "Marktzugang
von KMU" sowie die Konkretisierung der Netzwerkförderung und des Vorha-
bens "Wirtschaftsnahe Infrastruktur (GA-Infra)". Weiterhin wurden Vorschläge
zu innovativen Finanzierungsformen aufgegriffen, indem im OP für geeignete
Vorhaben der Prioritätsachse 3 eine Option aufgenommen wurde, solche In-
strumente auch noch während der Förderperiode 2007-2013 einzuführen. Ein
wichtiges Anliegen für die Wirtschaftsverbände war das Thema Markteinfüh-
rung. Dazu wurde ebenfalls eine Option in die Prioritätsachse 3 aufgenommen.
Kontrovers wurde von einzelnen Partnern das Vorhaben "Förderung des Tech-
nologietransfers" diskutiert, bei dem ein Wechsel von einer angebotsorientierten
hin zu einer nachfrageorientierten Förderung stattfinden soll. An dieser Neuaus-
richtung wird trotz Kritik festgehalten, da sie einen konsequenten Schritt in der
Weiterentwicklung der Technologietransferförderung darstellt.
22. Vor Einreichung des OP zur Genehmigung bei der Europäischen Kommission
wurde eine weitere Veranstaltung mit den Partnern durchgeführt.

Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
22
1.3
Ergebnisse und Erfahrungen der EFRE-Förderung 2000-2006
23. Die Ergebnisse der EFRE-Förderung 2000-2006 wurden im Rahmen der Aktua-
lisierung der Halbzeitwertung im Jahr 2005 bewertet. Auf Grundlage dieser Be-
wertungen wurden von den Evaluatoren Schlussfolgerungen gezogen und
Empfehlungen für die Förderperiode 2007-2013 gegeben. Diese Empfehlungen
basieren auf der Bilanz der bisherigen Förderung, den im Rahmen der Evaluie-
rungstätigkeit auf wissenschaftlicher Grundlage gewonnenen Ergebnissen
(z. B. Umfragen, Scoring-Verfahren) und den Erfahrungen der an der Umset-
zung beteiligten Stellen (Verwaltungsbehörde, Fondsverwalter, Fondsbewirt-
schafter, Bewilligungsstellen).
24. Die EFRE-Förderung im Operationellen Programm 2000 bis 2006 wird über das
inhaltliche Spektrum von drei Schwerpunkten umgesetzt. Insgesamt stehen für
den EFRE im Freistaat Sachsen 3,4 Mrd. Euro zur Verfügung. Der größte Teil
der EFRE-Mittel (44 %) ist im OP für den Schwerpunkt 2 zur Förderung von Inf-
rastrukturmaßnahmen vorgesehen. Etwa ein Drittel der Mittel ist für den
Schwerpunkt 1 zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der gewerblichen Wirt-
schaft und ein Viertel für Schwerpunkt 3 für Maßnahmen zum Schutz der Um-
welt und zur Verbesserung der Umweltsituation eingeplant.
25. Als erfolgreich im Schwerpunkt 1 - Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der ge-
werblichen Wirtschaft, insbesondere der kleinen und mittleren Unternehmen -
lässt sich vor allem die realisierte Investitionstätigkeit konstatieren. Insbesonde-
re ein vergleichsweise hoher Anteil von Investitionen in Ausrüstungen und An-
lagen, die für den Aufbau eines leistungsfähigen Kapitalstocks wichtig sind, ist
für Sachsen charakteristisch.
26. Die Förderung von Forschung und Entwicklung hat im Operationellen Pro-
gramm 2000-2006 einen hohen Stellenwert. Der größte Anteil aus dieser Priori-
tät kommt der Förderung von FuE-Einzel- und Verbundprojekten zu, gefolgt von
Infrastrukturmaßnahmen im Bereich Wissenschaft. Dieser Handlungsbereich
traf auf eine große Nachfrage der Unternehmen und Forschungseinrichtungen.
Insgesamt hat die Förderung dazu beigetragen, dass Sachsen heute im Ver-
gleich zu den anderen neuen Bundesländern eine gute Position im Innovati-
onswettbewerb einnehmen kann.

Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
23
27. Ergänzend sind Maßnahmen zur Messeförderung sowie Kooperationsprojekte
im bisherigen Themenkatalog zu finden. Die Messeförderung wird insgesamt
als vergleichsweise effektiv eingeschätzt, der Bedarf besteht weiterhin. Die Un-
terstützung von Kooperationsprojekten passt sich in die Förderung von Ver-
bundinitiativen ein. Grundsätzlich sind aus der Clusterbildungen erhebliche re-
gionalwirtschaftliche Effekte zu erwarten.
28. Mit der Unterstützung von Infrastrukturmaßnahmen im Schwerpunkt 2 konnten
zahlreiche Erfolge verzeichnet werden. Die Förderung hat maßgeblich zur Ver-
besserung der Forschungsinfrastruktur im Freistaat Sachsen beigetragen. Ein
wesentliches Ziel, der Aufbau wissenschaftlicher Kompetenzen im Bereich der
Biotechnologie, konnte erreicht werden. Die Einbindung der Forschungseinrich-
tungen in den Technologietransfer gilt es, künftig weiter zu stärken. Ferner zei-
gen die Maßnahmen Fortschritte bei der Verbesserung der Situation im Ausbil-
dungssystem. Auch die Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur haben sich
positiv auf die Standortqualitäten des Freistaates Sachsen ausgewirkt.
29. Durch die Förderung von Projekten zur Verbesserung der Umweltsituation in
Sachsen im Rahmen des Schwerpunkts 3 sind signifikante Ergebnisse hinsicht-
lich der Reduzierung von Emissionen und Umweltbelastungen zu verzeichnen.
Die meisten infrastrukturellen Defizite sind in diesem Bereich nunmehr beseitigt.
In Folge des Augusthochwassers 2002 wurden aus dem EFRE zahlreiche Pro-
jekte zur Beseitigung der Hochwasserschäden unterstützt.
30. Die wesentlichen Empfehlungen der Aktualisierung der Halbzeitbewertung
sind
18
:
Fortführung der unternehmensbezogenen Investitionsförderung,
Förderung von Forschung und Entwicklung, besonders den Transfer in die
Wirtschaft,
Infrastrukturelle Förderung, wo sie die Standortqualität verbessert,
Stärkung der Nachhaltigkeit.
18
IfS: AHZB, Los 4, Endbericht, S. 97.

Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
24
31. Für die Maßnahmebereiche empfehlen die Evaluatoren eine Prioritätensetzung
in nachstehender Rangfolge
19
:
1. Forschung und technologische Entwicklung,
2. Produktive Investitionen,
3. Infrastruktur,
4. Umweltbezogene Infrastruktur.
Forschung und technologische Entwicklung
32. Die Evaluatoren empfehlen, dass die FuE-Förderung weiterhin eine wichtige
Rolle spielen sollte. Es gelte, die Stärken als Forschungs- und Innovations-
standort in Sachsen weiter auszubauen und vor allem die FuE-Intensität der
Unternehmen zu steigern. Die Förderung von Kooperationen zwischen Wirt-
schaft und Wissenschaft und damit der Technologietransfer sollten in der künf-
tigen Gestaltung der Förderpolitik stärker betont werden. Dazu sollte das För-
derinstrumentarium auf die Unterstützung von Kooperationen zwischen Unter-
nehmen sowie zwischen Unternehmen und Forschungsanbietern oder Techno-
logietransfereinrichtungen zugespitzt werden, damit der Freistaat nicht nur sei-
ne Spitzenstellung im Forschungs- und Entwicklungsbereich in Ostdeutschland
ausbauen, sondern auch die Potenziale für einen weiteren Aufholungsprozess
nutzen könne.
20
33. Diesen Empfehlungen wurde mit der Gestaltung der Vorhaben "Einzelbetriebli-
che FuE-Projekte", "FuE-Verbundprojekte" und "Technologietransfers" in Priori-
tätsachse 1 entsprochen.
19
IfS: AHZB, Los 1, Endbericht, S. 65
20
IfS: AHZB, Los 1, Endbericht, S. 34

Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
25
Produktive Investitionen
34. Nach Einschätzung der Evaluatoren setzt die Förderung von produktiven Inves-
titionen in Unternehmen direkt bei den Akteuren an, die letztlich den Aufholpro-
zess der regionalen Wirtschaft entscheiden. Hinsichtlich der Oberziele der
Strukturfondsförderung sei die unternehmensbezogene Förderung von direkter
Relevanz. Ihre Fortführung wird daher grundsätzlich empfohlen.
21
Dabei sollte
die Förderung nicht nur auf produktive Investitionen fokussiert werden, sondern
auch Maßnahmen aus dem Bereich Marktzugangsförderung weiter angeboten
werden.
22
35. Zur Umsetzung dieser Empfehlungen dienen die Vorhaben "Einzelbetriebliche
Investitionen (GA)" und "Marktzugang von KMU" in der Prioritätsachse 3.
Infrastruktur
Baumaßnahmen an beruflichen Schulzentren / Informations- und Kommunika-
tionstechnik an Schulen
36. Aus Sicht der Evaluatoren spricht zunächst der Charakter als befristetes Investi-
tionsprogramm gegen eine Fortführung der Maßnahmen "Infrastruktur im Bereich
der beruflichen Aus-, Fort und Weiterbildung" und "Informations- und Kommuni-
kationstechnik an Schulen". Wenn die Standorte beruflicher Schulen weitgehend
saniert und renoviert bzw. neu gestaltet seien, und wenn der bundesdurchschnitt-
liche Ausstattungsgrad mit PCs in Sachsen mittlerweile etwa erreicht sei, könne
ein erheblicher zusätzlicher Finanzbedarf aus Perspektive der regionalen Ent-
wicklung kaum noch als gegeben angesehen werden. Möglicherweise könnten
aber die Entwicklung neuer Konzepte zur Erhaltung bestehender Schulstandorte
oder gezielte Ansätze zur Unterstützung der Nutzung von PCs in den Schulen als
kleinere flankierende Maßnahmen einen gewissen Stellenwert auch im neuen
OP für sich beanspruchen.
23
21
IfS: AHZB, Los 1, Endbericht, S. 45
22
IfS: AHZB, Los 1, Endbericht, Materialband, S. 152
23
IfS: AHZB, Los 1, Endbericht, S. 49

Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
26
37. Diesen Empfehlungen wurde entsprochen. Für berufliche Schulzentren wird
weiterhin ein Investitionsbedarf gesehen, der sich aus der notwendigen Moderni-
sierung dieser Zentren ergibt. Die Priorität liegt in der Förderung von Investitio-
nen in die technische Ausstattung von Werkstätten, Fachräumen und Laboren.
Bauliche Maßnahmen zum Umbau und zur Sanierung sollen flankierend geför-
dert werden. Das Vorhaben "Informations- und Kommunikationstechnik an Schu-
len" wird neu ausgerichtet. Im Vordergrund steht künftig die Vernetzung vorhan-
dener PC durch leistungsstarke Server.
Städtische und lokale Infrastrukturen
38. In der Förderperiode 2000-2006 hat der Freistaat Sachsen durch die Teilnahme
der Stadt Leipzig an der Gemeinschaftsinitiative URBAN erneut verfolgen kön-
nen, wie durch den gezielten Einsatz von Gemeinschaftsmitteln ein benachteilig-
tes Quartier im Leipziger Westen durch ein Bündel von Maßnahmen in seiner
wirtschaftlichen, ökologischen, sozialen und kulturellen Entwicklung gestärkt
werden konnte. Darüber hinaus hatte Sachsen auch schon hinreichende Erfah-
rungen mit der Gemeinschaftsinitiative URBAN I in den Städten Chemnitz und
Zwickau zwischen 1994-1999 gesammelt. Unter Heranziehung dieser Erfahrun-
gen hat der Freistaat Sachsen die nachhaltige Stadtentwicklung in der Förderpe-
riode 2000-2006 zusätzlich dadurch gestärkt, dass er Strukturfondsmittel für be-
nachteiligte Städte und Stadtquartiere auf der Grundlage eines integrierten, ge-
bietsbezogenen Handlungskonzepts zu ihrer nachhaltigen Entwicklung bereitge-
stellt hat und damit die Gesamtstadt unterstützt wurde.
39. Die bisherige Maßnahme 2.3 "Städtische und lokale Infrastrukturen" im Operatio-
nellen Programm 2000-2006 des Freistaates Sachsens wurde im Rahmen der
Halbzeitbewertung des EFRE evaluiert. Schon die bisherige Förderung mit Struk-
turfondsmitteln zielte darauf ab, auf der Grundlage eines integrierten Handlungs-
konzeptes benachteiligte Stadtgebiete in ihrer Entwicklung zu fördern. Im Rah-
men des Entwicklungskonzeptes wurde ein Bündel geeigneter Maßnahmen aus
verschiedenen kommunalen Bereichen (Städtebaupolitik, Arbeitsmarktpolitik,
Bildung, Tourismus, soziokulturelle Infrastruktur) mit Hilfe des EFRE verwirklicht.
Dazu gehörten vor allem Vorhaben, die
zur Stärkung der lokalen Wirtschaft sowie zur Schaffung und Sicherung von
Arbeitsplätzen beitrugen,
der städtebaulichen Sanierung und Entwicklung sowie des teilweisen und
vollständigen Rückbaus dienten,

Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
27
die Umweltsituation verbesserten und die Lebensqualität für die Bevölkerung
erhöhten,
die Angebotsstruktur an soziokulturellen und freizeitbezogenen Einrichtungen
verbesserten,
den Erlebniswert und die Attraktivität des benachteiligten Stadtteils steigerten
sowie
zur Stärkung des Stadtteilmanagements und der Bürgerbeteiligung beitrugen.
40. Die Evaluatoren kamen zu dem Ergebnis, dass mit dieser Maßnahme ein neuar-
tiger Weg der integrierten Förderung von benachteiligten Stadtvierteln beschrit-
ten wurde, der fortgesetzt werden sollte. Diese Feststellung bekräftigt die Aktua-
lisierung der Halbzeitbewertung. Sie kommt zu der Schlussfolgerung, dass der
auf lokaler Ebene realisierte, integrierte Förderansatz leistungsfähige Kooperati-
onsstrukturen schafft, welche dauerhaft die Problemlösungsfähigkeit der Städte
verbessern können.
41. Nach Art. 8 der VO (EG) Nr. 1080/2006 werden auch zukünftig integrierte Maß-
nahmen mit Unterstützung des EFRE in Städten umgesetzt werden können. Für
die neue Strukturfondsperiode werden in Sachsen die Ergebnisse der Evaluie-
rung berücksichtigt; zugleich wird aber eine Anpassung der Maßnahmen an die
sächsische Demographiekulisse erfolgen. Dabei fließen die in der Förderperiode
2000-2006 gewonnen Erfahrungen ein; dies führt zu einer Veränderung der
Schwerpunktsetzung.
Straßenverkehrsinfrastruktur / Verkehrsinfrastruktur
42. Bei den Maßnahmen "Straßenverkehrsinfrastruktur" und "Verkehrsinfrastruktur"
komme es nach Ansicht der Evaluatoren bei der Festlegung der förderwürdigen
Maßnahmen grundsätzlich darauf an, dass eine Bindung an die Hauptziele des
OP gewährleistet ist, um somit einen größtmöglichen Nutzen der EFRE-
Förderung zu ermöglichen. Dabei sollten stärker als bisher Auswahlkriterien defi-
niert werden, die sich an den zentralen Zielen der Strukturfondsförderung orien-
tieren
24
.Dieser Empfehlung wurde entsprochen.
24
IfS: AHZB, Los 1, Endbericht, S. 38

Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
28
43. Die fachliche und verkehrspolitische Grundlage für den Einsatz der EFRE-Mittel
in die verkehrliche Infrastruktur Sachsens ist der Landesverkehrswegeplan. In
ihm finden alle Verkehrsträger Berücksichtigung. Aufbauend auf der Bestands-
aufnahme und der Stärken/Schwächen-Analyse werden aus dieser Planung die
zentralen Anforderungen an die Verkehrs- und Straßenverkehrsinfrastrukturför-
derung abgeleitet. Gegenüber der Förderperiode 2000-2006 werden die Mittel für
die Straßenverkehrsinfrastruktur erheblich reduziert und die Mittel für die sonsti-
ge Verkehrsinfrastruktur deutlich erhöht.
Umweltbezogene Infrastruktur
44. Nach Einschätzung der Evaluatoren sollte der Stellenwert der umweltbezogenen
Maßnahmen kritisch überdacht werden, wenn eine wachstumsorientierte und
arbeitsplatzschaffende Strategie im Vordergrund des Operationellen Programms
steht. Inhaltlich sei die Maßnahme "Wasserver- und Abwasserentsorgung" im
Vergleich zu anderen Förderansätzen deutlich schlechter zur Unterstützung des
Wirtschaftswachstums und der Beschäftigung geeignet. Ähnliches gelte für die
Maßnahme "Abfallvermeidung, -verwertung, -beseitigung".
25
45. Den Empfehlungen wurde gefolgt. Beide Maßnahmen werden im Förderzeit-
raum 2007-2013 nicht mehr aus dem EFRE gefördert.
1.4
Zusammenfassung der Ex-ante-Evaluierung
26
Methodische Durchführung und Inhalte der Ex-ante-Bewertung sowie
Implementierung von Empfehlungen
46. Die Evaluierung des Operationellen Programms des Freistaates Sachsen für
den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in der Förderperio-
de 2007-2013 erfolgte durch Bonner Evaluationen in Gemeinschaft mit dem
Institut für Ländliche Strukturforschung.
25
IfS: AHZB, Los 1, Endbericht, S. 27
26
Der vollständige Bericht wurde auf der Homepage des SMWA unter der Adresse
http://www.smwa.sachsen.de/de/Foerderung/EU-Strukturfonds/19467.html
veröffentlicht und der
KOM zusammen mit dem OP übersandt.

Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
29
47. Entsprechend der Aufgabenstellung als
a-priori
-Qualitätssicherung der Pro-
grammierung wurde die Ex-ante-Evaluierung als iterativer und interaktiver Bera-
tungs- und Feedback-Prozess mit dem OP-Redakteur und der Verwaltungsbe-
hörde durchgeführt. Dies beinhaltete eine zeitnahe Einbeziehung des Evalua-
tors in die einzelnen Entwurfsschritte des OP und damit eine ständige Qualifi-
zierung der Teildokumente. Ergebnisse und Empfehlungen aus der Ex-ante-
Evaluierung sowie Stellungnahmen der unterschiedlichen verantwortlichen
Ressorts wurden in mehreren Konsultationen auf Arbeitsebene besprochen.
48. Methodische Arbeitsgrundlagen der Ex-ante-Evaluierung waren stets die me-
thodischen Arbeitspapiere der Kommission, insbesondere das Arbeitspapier zur
Ex-ante-Bewertung
27
und das Arbeitspapier 2: Indikatoren für die Begleitung
und Bewertung
28
sowie der Leitfaden für die Bewertung der sozioökonomischen
Entwicklung:
www.evalsed.info.
49. Gegenstand der Ex-ante-Evaluierung waren:
Sozioökonomische Analyse und SWOT,
Interventionslogik unter Beachtung des Zusammenhangs zwischen Strategie
und sozioökonomischer Ausgangsanalyse (Interventionsrelevanz), Konsis-
tenz der Förderstrategie,
Berücksichtigung von Querschnittszielen,
Berücksichtigung der Ergebnisse der SUP,
Kohärenz der Förderstrategie,
Komplementarität der Förderstrategie,
Mehrwert,
Programmvollzugsrisiken,
Erwartete Ergebnisse und Wirkungen,
Durchführungs- und Begleitsystem (einschl. Indikatoren).
50. Im Rahmen des iterativen und interaktiven Beratungs- und Feedback-
Prozesses fanden Empfehlungen und Anmerkungen der Ex-ante-Analyse in der
OP Erstellung folgendermaßen Berücksichtigung:
Vermeidung von Dopplungen in den Maßnahmebezeichnungen ("Förderung
der Verkehrsinfrastruktur" und "Straßenverkehrsinfrastruktur" oder "Stra-
27
KOM (2005), Entwurf eines Arbeitspapiers zur Ex-ante-Bewertung. Der neue Programmpla-
nungszeitraum 2007-2013: Methodische Arbeitspapiere.
28
KOM (2006), Arbeitspapier 2: Indikatoren für die Begleitung und Bewertung: Ein praktischer
Leitfaden. Der neue Programmplanungszeitraum 2007-2013: methodische Arbeitsdokumente.

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ßenverkehrsinfrastruktur - Hochwasserschutzinvestitionsprogramm" und
"Hochwasserschutzinvestitionsprogramm"),
Regionalisierung der Kontextindikatoren,
geschlechtsspezifische Ausdifferenzierung der Kontextindikatoren,
Aufnahme von Daten zu betrieblichen FuE Ausgaben, öffentlichem und pri-
vatem Kapitalstock,
Stringentere Ableitung der SWOT aus der sozioökonomischen Analyse,
Überarbeitung der SWOT (z. B. Streichung der "Schwäche": "unzureichen-
de technische Ausstattung zur Schaffung qualitätsvoller Ausbildungsange-
bote insbesondere im dualen Ausbildungssystem"),
Stringentere Ableitung der Handlungserfordernisse,
Darstellung und Begründung der Strategie (-änderung) gemessen an der
finanziellen Gewichtung der Prioritätsachsen,
Darstellung des territorialen Aspekts in der Strategie,
stringentere Ableitung und Begründung des Umfangs der vorgesehenen In-
vestitionen für den Hochwasserschutz,
Beschreibung und Festlegung der qualitätsverbessernden Konzeptbindung
des Vorhabens "Zentren für schulische Bildung",
Im Vorhaben "Wirtschaftsnahe Infrastruktur" Konzentration auf weniger und
solche Projekte, die nicht auch durch andere Vorhaben gefördert werden
können.
51. Darüber hinaus wurden vom Evaluator folgende Beiträge geleistet:
Organisation und Durchführung dreier Regionalkonferenzen in Leipzig,
Chemnitz und Dresden,
Koordination der Ex-ante Evaluierung und der Strategischen Umweltprü-
fung,
Unterstützung bei der Aufstellung des Indikatorensystems und partizipative
Quantifizierung der Zielwerte.
Empfehlungen für die Durchführung des OP
Da der Komplex des Vorhabens Zentren schulischer Bildung nicht wie bei
den sonstigen Förderbereichen des EFRE-Programms auf themenspezifische
Aktionsprogramme, übergreifende Leitlinien oder Verordnungen als Refe-
renzrahmen und auch nicht auf eine strukturpolitische Förderhistorie zurück-
greifen kann, sondern lediglich die allgemeinen bildungspolitischen Pro-
gramme als grobe Orientierung dienen können, empfiehlt die Ex-ante-
Evaluation, auf den im OP beschriebenen, konzeptionellen Ansatz bei jedem
einzelnen beantragten Projekt Bezug zu nehmen, um zu gewährleisten, dass

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die konzeptionelle Vorgabe auch eingehalten wird. Es sollte vor allem auch
dargelegt werden, dass das einzelne Projekt im Einklang mit den EU Verord-
nungen steht. Die EU hat hierzu in den strategischen Leitlinien zur Kohäsion
einen Rahmen vorgegeben.
Angesichts der hohen Budgetierung des Vorhabens Zentren schulischer Bil-
dung sollte im OP auf Ebene der Prioritätsachsen mindestens ein ausdrucks-
starker Wirkungsindikator genannt werden. Empfehlenswert sind z. B.: "An-
zahl der Schulabbrecher" mit dem Zielwert, in den kommenden 10 Jahren ih-
re Anzahl zu halbieren und/ oder "Anzahl der Schüler, die im Bereich Lese-
kompetenz, mathematische und naturwissenschaftliche Grundbildung
schlechte Leistungen erzielen" mit dem Zielwert, diese innerhalb der nächs-
ten 10 Jahre zu halbieren.
Die Offenheit gegenüber der Konzeptwahl im Vorhaben Zentren schulischer
Bildung lässt Raum für weitere moderne Bildungskonzepte. Angesichts der
horizontalen Geschlechtersegregation regt die Ex-ante-Evaluation an, insbe-
sondere für Konzepte offen zu sein, die geeignet sind, mehr Mädchen für na-
tur- und ingenieurwissenschaftliche Fächer zu interessieren. Die Ex-ante-
Evaluation empfiehlt einen geeigneten Wirkungsindikator, wie z. B.: "Anteil
der Mädchen mit mathematischen und naturwissenschaftlichen Leistungskur-
sen".
Die Investitionen in Binnenhäfen sind unter Berücksichtigung der Erfordernis-
se des Hochwasserschutzes ausgestaltet. Die komplementären Ergebnisse,
die hierbei erzielt werden können, werden begrüßt. Allerdings muss bei der
Förderung darauf geachtet werden, dass keine Zielkonflikte entstehen, indem
von der Modernisierung der Binnenhäfen die Notwendigkeit des Ausbaus der
Fahrrinne der Elbe abgeleitet wird. Hiervon wären negative ökologische Wir-
kungen zu erwarten, die nicht mit der Zielrichtung des Vorhabens in Einklang
zu bringen wären.
Es wird empfohlen, überall dort, wo es möglich ist, innerstädtische Brachflä-
chen für Neu- und/ oder Erweiterungsbauten zu nutzen und vorhandene Ge-
bäude umzunutzen. Damit könnten die negativen Folgen einer weiteren Flä-
cheninanspruchnahme vollständig vermieden oder weitgehend reduziert wer-
den. Insgesamt kann bei Umsetzung der "Umnutzungsalternative" davon
ausgegangen werden, dass die eintretenden Umweltwirkungen nicht erheb-
lich sind. Eine Optimierungsvariante bei Neubauvorhaben wäre aus Umwelt-
schutzsicht die Bevorzugung von Standorten, die bereits verkehrstechnisch
(auch ÖPNV) erschlossen sind. Zusätzliche positive Wirkungen für das
Stadtklima, das Wohnumfeld sowie für bestimmte Tierarten können durch
großzügige Grünflächen um die überbauten Flächen erreicht werden.

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Im OP sind Vorhaben geplant, die geeignet sind, wirksame Beiträge zur Ver-
besserung des Klima- und Gesundheitsschutzes zu leisten. Die Auswertung
zeigt, dass die Programmansätze in die richtige Richtung weisen. Darüber
hinaus wird empfohlen, bei Sanierungen von bestehender Bausubstanz, die
Möglichkeiten positiver Umweltwirkungen zu nutzen, die sich im energeti-
schen Bereich (Heizungssysteme, Wärmedämmung, Beleuchtungssysteme)
eröffnen.
Im Zusammenhang mit dem Hochwasserschutz wird die Kombination von
technischen Maßnahmen mit der Reaktivierung ehemaliger Hochwasserrück-
haltepotenziale empfohlen. Damit ließen sich u. U. auch gleichzeitig Ziele von
Natura 2000 oder der EU-Wasserrahmenrichtlinie unterstützen.
Von den im Arbeitspapier 2
29
genannten Hauptindikatoren fehlen im OP in
Prioritätsachse 2: "Neugründungen" (erste zwei Jahre nach Gründung) im
Zusammenhang mit der einzelbetrieblichen Investitionsförderung und in Prio-
ritätsachse 3: "zusätzliche Kapazität (MWh)" im Bereich Erneuerbare Ener-
gien. Die Ex-ante-Evaluation empfiehlt, die beiden Indikatoren in das OP auf-
zunehmen und entsprechende Zielwerte auszuweisen. Die Europäische
Kommission hat ferner als Hauptindikator für den EFRE im Bereich der Vor-
haben zu Verkehrsinvestitionen "Wert der Zeitersparnis in EURO/ Jahr aus
Straßenprojekten, Fracht und Personen" festgelegt. Im Monitoringsystem ist
vorgesehen, die Erreichbarkeit nur verbal zu beschreiben. Es wird empfohlen,
den Indikator "Erreichbarkeit (in Minuten Dauer der Fahrzeit bis zum nächst-
gelegenen Knotenpunkt: Oberzentrum, Autobahnanschlussstelle, ICE-
Bahnhof)" quantitativ zu erfassen.
Zusammenfassung der Bewertungsergebnisse
Bewertung der Sozioökonomischen Analyse und der SWOT
52. Die sozioökonomische Analyse ist Grundlage und Voraussetzung optimaler
Entwicklungsplanung. Sie soll die statistische Datengrundlage des Fördergebie-
tes im Hinblick auf das Konvergenzziel aufbereiten und die Entwicklungsmög-
lichkeiten und -defizite, die Stärken und Schwächen des Landes identifizieren,
um schließlich die politischen Handlungserfordernisse auszumachen. Die sozi-
oökonomische Analyse im Operationellen Programm des Freistaates Sachsen
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für den EFRE ist in diesem Sinne eine vollständige und umfassende Grundlage
für die Ableitung der Förderstrategie und der Vorhaben des OP. Sie beschreibt
alle relevanten Kontextindikatoren mit den aktuell verfügbaren Daten.
53. Alle portraitierten Kennzahlen der gesamtwirtschaftlichen Situation, des Ar-
beitsmarktes und der Wirtschaftsstruktur sind regional differenziert, thematisch
vollständig dargestellt und berücksichtigen in ausreichender Tiefenschärfe die
querschnittsrelevanten Themen der Chancengleichheit und Umwelt. Sie bele-
gen unzweideutig ein sozioökonomisches Entwicklungsproblem, das sich durch
eine Förderintervention des EFRE abmildern oder beheben lässt.
54. Der zweite Teil der sozioökonomischen Analyse geht dezidiert auf die für die
weitere wirtschaftliche Entwicklung des Freistaates zentralen Potenzialfaktoren
ein. Die Darstellung folgt der Strategie des Operationellen Programms, so dass
sich unmittelbar die Bezüge zu den spezifischen Zielen der Prioritätsachsen
herleiten lassen. Die Auswahl der Potenzialfaktoren erfolgt ergebnisorientiert,
ist relevant und vollständig und somit uneingeschränkt geeignet, die politischen
Handlungsfelder zu identifizieren und die Strategie des Operationellen Pro-
gramms zu begründen.
Bewertung der Strategie
Relevanz
Die im Operationellen Programm aufgelisteten Handlungserfordernisse stellen
eine vollständige Ergebniszusammenfassung der vorangehenden Analysen dar.
Aus den identifizierten Handlungserfordernissen und den Erkenntnissen und
Empfehlungen vorangegangener Bewertungen wird im Operationellen Pro-
gramm stringent die Strategie für die nachhaltige Entwicklung des Landes durch
die Verbesserung der Voraussetzungen für ein umweltverträgliches Wirtschafts-
und Beschäftigungswachstum in Form von drei Prioritätsachsen abgeleitet.
55. Die spezifischen Ziele der drei Prioritätsachsen
"Stärkung innovativer Kräfte in der Wirtschaft und Gesellschaft"
"Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der sächsischen Wirtschaft"
"Infrastrukturelle Standortqualität des Freistaates Sachsen erhöhen"
werden als grundsätzlich relevant für die herausgearbeiteten Handlungserfor-
dernisse bewertet. Positiv bewertet wird zudem, dass die drei unterschiedlichen

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Ziele der Prioritätsachsen synergetisch an den Handlungserfordernissen anset-
zen.
56. Die Wirkungszusammenhänge der drei Prioritätsachsen sind dargestellt und
können durch die Ex-ante-Evaluation als
thematisch relevant
in Hinblick auf
das Ziel "Nachhaltige Entwicklung des Landes durch die Verbesserung der Vo-
raussetzungen für ein umweltverträgliches Wirtschafts- und Beschäftigungs-
wachstum" bestätigt werden.
57. Es ist keine regionale Strategiedifferenzierung formuliert. Dies bedeutet jedoch
nicht, dass der
territoriale Aspekt
der Förderung strategisch unbeachtet ge-
blieben ist. Die Vorhaben zur Forschungs- und Entwicklungsförderung werden
prioritär in die Wachstumspole abfließen und hier den Wachstumsprozess un-
terstützen, der langfristig Ausstrahlungseffekte auf das Umland entfalten soll.
Infrastrukturmaßnahmen wirken in der Fläche und erweitern einerseits durch
die Verbesserung der Erreichbarkeit den Wirkungskreis der Wachstumspole
und schaffen andererseits die Voraussetzung zu wirtschaftlich eigenständiger
Entwicklung von Unterzentren. Die Einbindung gewichtiger Teile der Prioritäts-
achse 2 in die Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirt-
schaftsstruktur" gewährleistet die Berücksichtigung und besondere Förderwür-
digkeit strukturschwacher Räume, wobei in Sachsen gleichzeitig die Förderung
auf zukunftsfähige Betriebe beschränkt und so ein gesunder Strukturwandel un-
terstützt wird.
58. Die
finanzielle Gewichtung
der Prioritätsachsen wird anhand der Dringlichkei-
ten der Handlungserfordernisse und des Ausmaßes der zu lösenden Probleme
unter Berücksichtigung der "Lissabongebote" gut begründet. Die finanzielle Pri-
orität der Achse 1 folgt den Strategischen Leitlinien der Kommission, die Kohä-
sionspolitik stärker auf Wissen, Forschung und Innovation sowie auf das Hu-
mankapital und auf Reformen der Systeme der allgemeinen und beruflichen
Bildung zu konzentrieren und die gesamten finanziellen Anstrengungen zu-
gunsten dieser Aktionsbereiche erheblich zu steigern. In diesem Bereich sind
folgerichtig auch die größten finanziellen Veränderungen gegenüber der Vor-
gängerperiode zu verzeichnen.
59. Die zweite finanzielle Schwerpunktlegung in Prioritätsachse 3 folgt der Dring-
lichkeit der in der sozioökonomischen Analyse begründeten Handlungserfor-
dernisse im Hochwasserschutz- und Verkehrsbereich und ist mit Blick auf eine
nachhaltige, langfristige Schaffung von Voraussetzungen für die wirtschaftliche
und soziale Entwicklung des Landes kalkuliert.

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60. Die Mittelausstattung der Prioritätsachse 2 entspricht etwa der Mittelausstattung
entsprechender Maßnahmen der vorangehenden Förderperiode und trägt damit
den Empfehlungen der Kommission Rechnung, die bewährten Praktiken, die
"deutlich positive Ergebnisse in Bezug auf Wachstum und Beschäftigung gezei-
tigt haben" weiterzuführen. Die absolute EFRE-Mittelreduktion für die Vorhaben
im Rahmen der GA gehen der Förderung der gewerblichen Wirtschaft nicht ver-
loren, sondern finden sich zukunftsorientiert in den Vorhaben der investiven
Förderung von KMU, im Bereich FuE sowie "Technologietransfer" und "Risiko-
kapital für junge Technologieunternehmen" in Prioritätsachse 1 wieder. Hinzu
kommt, dass einzelbetriebliche Investitionen in den produktiven Kapitalstock
weiterhin erheblich auch über andere Programme gefördert werden
30
.
30
So soll das Investitionszulagengesetz weitergeführt werden (zunächst bis 2009). Vgl.: Deutscher
Bundestag Drucksache 16/ 16. Wahlperiode Formulierungshilfe Gesetzentwurf der Fraktionen
CDU/CSU und SPD Entwurf eines Investitionszulagengesetzes 2007 (InvZulG 2007). Durch
dieses Gesetz werden in den Jahren 2007 bis 2009 getätigte wachstumsrelevante und arbeits-
platzschaffende Investitionen in Betrieben des verarbeitenden Gewerbes, der produktionsnahen
Dienstleistungen und des Beherbergungsgewerbes in den neuen Ländern und Teilen des Lan-
des Berlin gefördert.

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Konsistenz
61. Die Konsistenzprüfung erfolgte anhand der Bewertung der Zielführung der Vor-
habensergebnisse zu den Prioritätsachsenzielen sowie der Bewertung der Ziel-
führung der Prioritätsachsenergebnisse zum Programmziel.
62. Die Ergebnisse (Ziele) der Vorhaben lassen sich zusammenfassen unter
Prioritätsachse 1:
Stärkung von Innovation, Forschung, Wissenschaft und
Bildung
Verbesserte anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung
Stärkung des Unternehmergeistes
An die Anforderungen der Wirtschaft angepasste Qualität der Humanres-
sourcen
Den Ansprüchen der Informationsgesellschaft angepasste KMU und Ver-
waltung.
Prioritätsachse 2:
Wettbewerbsfähigkeit der sächsischen Wirtschaft stei-
gern
Wettbewerbsfähige, exportorientierte gewerbliche Wirtschaft mit mehr Ar-
beitsplätzen
An die Anforderungen der Wirtschaft angepasste Infrastrukturen.
Prioritätsachse 3:
Infrastrukturelle Standortqualität des Freistaates Sach-
sen erhöhen
Erhöhte Wirtschaftskraft des Standort Sachsen
Erhöhte Lebensqualität für Wohnen und Arbeiten in Städten
Erhöhte Sicherheit für Kapital und Menschen.
63. Die angestrebten Vorhabensergebnisse werden ausnahmslos als konsistent
zielführend zu ihren Prioritäten bewertet.
64. Die intendierten direkten Wirkungen der Prioritätsachsenergebnisse sind in ih-
ren Wirkungszusammenhängen dargestellt und können durch die Ex-ante-
Bewertung bestätigt werden:
Produktionswachstum
Umsatzsteigerung
Exportsteigerung
Innovationssteigerung

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Schaffung von Arbeitsplätzen
Schaffung von hochqualifizierten Arbeitsplätzen in F&E
Verbessertes Investitionsklima
Verminderte Abwanderung
Integration zukünftiger Generationen in die Wissens- und Informationsge-
sellschaft
Verminderung sozialer Ausgrenzung.
65. Die Wirkungen sind in der Summe konsistent zielführend zum Programmziel:
Nachhaltige Entwicklung des Landes durch die Verbesserung der Vorausset-
zungen für ein umweltverträgliches Wirtschafts- und Beschäftigungswachstum
.
Berücksichtigung von Querschnittszielen
Chancengleichheit
66. Das sächsische EFRE OP ist insgesamt geeignet, einen adäquaten nachhalti-
gen Beitrag zur Chancengleichheit zu leisten. Die Ex-ante-Evaluation begrüßt,
dass im vorliegenden OP das genderspezifische Monitoring verbessert wurde.
67. Die grundlegende Problematik des Gender Mainstreamings im EFRE OP ist die
"Lissabon-konforme" Ausrichtung der Förderung auf Branchen, die traditionell
eher männerdominiert sind. Sowohl die vertikale als auch die horizontale Ge-
schlechtersegregation spiegelt im Wesentlichen ein gesellschaftliches Phäno-
men wider. Das sächsische EFRE OP zeigt erstmalig besonders hervorzuhe-
bende und hoffnungsträchtige Ansätze zur ursächlichen Bekämpfung von (nicht
nur geschlechterspezifischen) Chancenungleichheiten auf. Diese Ansätze fin-
den sich in der massiven Förderung der allgemeinen, der beruflichen und der
Hochschulbildung im Rahmen der Prioritätsachse 1. Die Förderung von Zentren
schulischer Bildung, die für die Förderung Konzepte für nachhaltige Qualitäts-
verbesserung vorlegen müssen, erhöht die Chancengleichheit aller Heran-
wachsenden in Sachsen. Ein förderwürdiges Konzept mit deutlich positiven
Wirkungen auf die Chancengleichheit von Schülerinnen und Schülern unter-
schiedlicher sozialer Herkunft ist das Gesamtschulkonzept. Das förderwürdige
Ganztagsschulkonzept erhöht darüber hinaus die Chancengleichheit von Eltern
und Alleinerziehenden in den Berufsausübungsmöglichkeiten.
68. Es ist als besonders positiv herauszuheben, dass das Ziel "Erhöhung des An-
teils weiblicher Absolventen der Natur- und Ingenieurwissenschaften" in der
Förderperiode um 5 % als Zielwert im Monitoringsystem operationalisiert ist.

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69. Flankiert wird die Förderung von Zentren schulischer Bildung durch das Vorha-
ben "Informations- und Kommunikationstechnik an Schulen", dass allen Schüle-
rinnen und Schülern in Sachsen unabhängig von sozialer Herkunft und häusli-
cher Ausstattung mit IuK Technik den Zugang zu informatischer Bildung und
Medienerziehung sichert.
70. Den drei Vorhaben "Wirtschaftsnahe Infrastruktur", "Nachhaltige Stadtentwick-
lung" und "Revitalisierung von Industriebrachen und Konversionsflächen" ist
gemein, dass sie zu einer wirtschaftlichen Diversifizierung und so zu einer hori-
zontalen Erweiterung des Arbeitsplatzangebotes im wohnortnahen Bereich füh-
ren. Die Förderungen tragen so zu einer Verbesserung der Vereinbarkeit von
Beruf und Familie für Frauen und Männer bei. Im Rahmen des integrativen An-
satzes im Vorhaben "Nachhaltige Stadtentwicklung" werden darüber hinaus
spezielle Maßnahmen zur Verbesserung der Chancengleichheit durchgeführt.
Nachhaltigkeit
Umwelt
31
71. Das EFRE-OP berücksichtigt neben den wirtschaftlichen Zielen auch die ökolo-
gische Dimension der Nachhaltigkeit, indem ein umweltverträgliches Wirt-
schaftswachstum von Unternehmen, die Verbesserung der Energieeffizienz von
KMU, umweltfreundliche Verkehrsträger, der Klimaschutz und die Beseitigung
ökologischer Belastungen aus Industriebrachen und Konversionsflächen geför-
dert werden. Zwar wird aufgrund der Gewichtungen bei der Mittelausstattung
der Vorhaben die Umsetzung des Programms voraussichtlich auch mit erhebli-
chen negativen Umweltwirkungen verbunden sein. Diese können jedoch durch
vorhandene gesetzliche Instrumente in nachgelagerten Prüfschritten sowie
durch vorhabensspezifische Optimierungsansätze minimiert werden.
31
Eine ausführliche Bewertung der strategischen Umweltwirkungen des Operationellen Pro-
gramms ist im Umweltbericht dargestellt.

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72. Im Scoping-Prozess - unter Beteiligung der Ministerien SMWA, SMUL, SMI und
SMS unter Abstimmung mit deren nachgeordneten Behörden - wurde eine Vor-
auswahl der Vorhaben getroffen, die voraussichtlich erhebliche Umweltwirkun-
gen haben können. Diese Vorhaben wurden im Umweltbericht näher geprüft.
Von den insgesamt 16 geprüften Vorhaben des Programms werden zehn Vor-
haben vermutlich überwiegend positive Wirkungen entfalten und drei überwie-
gend negative. Entscheidende Wirkfaktoren sind in der Regel die Flächeninan-
spruchnahme, -versiegelung und -zerschneidung mit vielfältig negativen Um-
weltwirkungen in den Bereichen Biodiversität, Boden, Wasser, Landschaft und
die Emission von Gasen, Lärm und Stäuben als wichtige Faktoren für den Kli-
ma- und Gesundheitsschutz bzw. im positiven Sinne die Reduzierung dieser
Faktoren.
73. Von den insgesamt 16 geprüften Vorhaben des Programms tragen drei zu einer
deutlichen Reduzierung weiterer Flächeninanspruchnahme bei. Das Vorhaben
"Revitalisierung von Industriebrachen und Konversionsflächen" hat die Redukti-
on von Flächenverbrauch zum Hauptziel. Aber auch die Vorhaben "Wirtschafts-
nahe Infrastrukturen" und "Nachhaltige Stadtentwicklung" konzentrieren sich
auf innerstädtische Brachflächen. Voraussichtlich zehn Vorhaben können durch
Neu- und/ oder Erweiterungsbauten zusätzliche Flächen in Anspruch nehmen,
zwei davon in größeren Umfang. Eine qualitative Bilanzierung lässt den Schluss
zu, dass die Vorhaben des EFRE-OP summarisch zu einer Flächenneuinan-
spruchnahme führen werden.
74. Eine Steigerung der wirtschaftlichen Leistung wird vermutlich nicht klimaneutral
zu erreichen sein. Das ist insbesondere auf nicht abschätzbare Sekundärwir-
kungen zurückzuführen, die z. B. davon abhängen, welche technischen Stan-
dards an neuen Produktionsstätten eingesetzt werden, was und in welchem
Umfang produziert wird, welche Verkehrsströme ausgelöst bzw. eingespart
werden.
75. Im OP sind Vorhaben geplant, die geeignet sind, wirksame Beiträge zur Ver-
besserung des Klima- und Gesundheitsschutzes zu leisten. Die Auswertung
zeigt, dass die Programmansätze in die richtige Richtung weisen.
76. Eine genaue Prognose der Umweltwirkungen und ihrer Erheblichkeit kann nur
im konkreten Umwelt-Vorhabenszusammenhang vorgenommen werden. Dies
gilt insbesondere für die Schutzgüter Biodiversität (Flora, Fauna, Lebensräume)
und Wasser (insbes. Oberflächengewässer). Im Vergleich zu der Wirkung von
z. B. Versiegelung auf den Boden und das Grundwasser spielt hier die konkrete

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Lage (Verlust wertvoller Lebensräume, Zerschneidung von (Tier-) Wanderkorri-
doren, Überbauung von Fließgewässern etc.) eine große Rolle. Standorte, Grö-
ße, Ausführung usw. der Projekte sind jedoch häufig noch nicht bekannt. Ähnli-
ches gilt für mögliche positive Wirkungen als indirekte Effekte beispielsweise
einer verminderten Flächenversiegelung oder kleinklimatischer Verbesserun-
gen. Ob eine nachgelagerte Prüfung erfolgen muss und welche Instrumente
dabei tatsächlich greifen, ist im Einzelfall je nach Projektart, -größe und räumli-
chem Kontext zu entscheiden. Im Wesentlichen kommen vier Instrumente in
Frage: Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP), Eingriffsregelung, FFH-
Verträglichkeitsprüfung und Bauleitplanung. Darüber hinaus werden die ein-
schlägigen Umwelt- und Genehmigungsvorschriften grundsätzlich berücksich-
tigt.
77. Zusammenfassend wird eingeschätzt, dass aufgrund der strategischen Ausrich-
tung des Programms, der gewählten und optimierten vorhabenspezifischen
Programmansätze, der kumulativen Wirkungen der Vorhaben insgesamt und
der gesetzlichen Instrumente für nachgelagerte Prüfschritte die ökologische
Nachhaltigkeit des OP gewährleistet ist.
Soziale Nachhaltigkeit
78. Eine der beiden Hauptaufgaben des Strukturfondsinstruments EFRE ist es,
Arbeitsplätze zu schaffen und damit die Einkommenssituation der privaten
Haushalte zu verbessern. Dies trägt per se zur sozialen Entwicklung und zum
sozialen Zusammenhalt bei.
79. Das sächsische OP unterstützt darüber hinaus weitere wichtige Faktoren der
sozialen Nachhaltigkeit. Gerade die budgetär umfangreiche Einbindung von
Vorhaben zur Verbesserung der schulischen Bildung sowie der beruflichen und
wissenschaftlichen Ausbildung in die Prioritätsachse 1 macht deutlich, dass
man sich sozialen Zielen nicht nur verpflichtet fühlt, sondern diese auch durch
konkretes Handeln realisieren will. Die entsprechenden Vorhaben des OP im
Bereich der Bildungsinfrastruktur schaffen die Grundlagen dafür, dass auf allen
Ebenen der allgemeinen und beruflichen Bildung eine nachhaltige Verbesse-
rung der Voraussetzungen für eine hohe berufliche Qualifizierung erreicht wer-
den kann, die es den Begünstigten dieser Förderung ermöglicht, sich den zu-
künftigen Herausforderungen am Arbeitsmarkt und Veränderungen der gesell-
schaftlichen Entwicklung zu stellen. Dies unterstützt allgemein die soziale Si-
cherheit von Individuen, die Integration und verhindert soziale Ausgrenzung.

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FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
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80. Darüber hinaus werden in der Prioritätsachse 3 durch die nachhaltige Entwick-
lung städtischer Infrastrukturen und die Förderung effizienter Verkehrssysteme
grundsätzlich die Lebensbedingungen verbessert. Insgesamt kann damit dem
OP attestiert werden, dass es ausgeprägt positive Wirkungen auf die soziale
Nachhaltigkeit hat.
Ökonomische Nachhaltigkeit
81. Die ökonomische Nachhaltigkeit des Operationellen Programms zur
Nachhalti-
ge Entwicklung des Landes durch die Verbesserung der Voraussetzungen für
ein umweltverträgliches Wirtschafts- und Beschäftigungswachstum
ist selbster-
klärend. Hervorzuheben ist der große Anteil zukunftsweisender Investitionen in
den produktiven, forschungsintensiven und innovativen Kapitalstock sowie die
langfristig wachstumsfördernden Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur.
Kohärenz und Komplementarität
82. Die Strategie des Operationellen Programms wird als vollkommen kohärent mit
der Lissabon-Strategie, den Strategischen Leitlinien der Gemeinschaft und den
drei im NSRP beschriebenen thematischen Prioritäten für das Ziel "Konver-
genz" beurteilt. Die in den einzelnen Prioritätsachsen beschriebenen Vorhaben
sind ebenfalls eng an die im NSRP genannten Handlungsbereiche angelegt.
Auf der Ebene der Vorhaben werden der Bezug zum NSRP und die Ableitung
der Vorhaben durch Verweise oder wörtliche Zitate nachvollziehbar hergestellt.
83. Die Koordination der parallelen Programme der drei Fonds EFRE, ESF und
ELER wird durch die Abstimmung der Ressorts sichergestellt. Der konkrete
Ausschluss von Doppelförderungen erfolgt auf der Projekt- bzw. Antragsebene
durch die Verwaltungsstrukturen.
84. Potenziale für Synergien zwischen EFRE und ELER werden bei den Vorhaben
zum Hochwasserschutz, zum Klimaschutz / Erneuerbare Energie und zu Ver-
kehrsinfrastruktur gesehen.

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85. Komplementaritäten und Synergien zwischen EFRE und ESF sind vor allem
durch die Koordination im Bereich der Förderung der Bildungs- und For-
schungsinfrastrukturen sowie der Existenzgründung und im Bereich der einzel-
betrieblichen Förderung möglich. Außerdem ergänzen sich die Vorhaben des
ESF mit den Vorhaben des EFRE OP und seiner Strategie zum nachhaltigen
wirtschaftlichen Wachstum unter besonderer Berücksichtigung des Quer-
schnittsziels Chancengleichheit.
86. Die Koordination des EFRE-OP mit dem Programm zur Territorialen Zusam-
menarbeit wird sinnvoller Weise erst auf Projektebene erfolgen. Die bereits
oben aufgeführten Mechanismen sollten hierbei in der Lage sein, sowohl Dop-
pel-Förderungen auszuschließen als auch Komplementaritäten und Synergien
zu ermöglichen.
87. Inhaltliche Synergien zwischen den EFRE Vorhaben und landesspezifischen
Vorhaben werden erwartet. So werden z. B. über die Mittelstandsförderung
"Forschungsarbeiten, wie Strukturuntersuchungen, Branchen- und Marktanaly-
sen oder Studien gefördert, die die Lage des Mittelstandes, die Situation ein-
zelner Branchen, Regionen oder die Wirksamkeit mittelstandspolitischer Maß-
nahmen erforschen."
32
Über die Mittelstandsrichtlinie werden Marktanalysen un-
terstützt, während die Entwicklung des eigentlichen Produktes über den EFRE
förderfähig ist.
88. Auch die Förderung der städtischen und lokalen Infrastrukturen sowie die Revi-
talisierung von Industriebrachen durch den EFRE sind kohärent zu landespoliti-
schen Programmen. Von Bedeutung für die Stadtentwicklung sind unter ande-
rem auch die Bund-Länder-Programme "Stadtumbau Ost" und "Soziale Stadt".
Zuständig ist hierbei ebenso wie bei den EFRE Vorhaben das Sächsisches
Staatsministerium des Inneren, so dass eine inhaltliche Koordination gewähr-
leistet ist.
32
"Richtlinien des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Arbeit zur Mittelstandsförde-
rung - Verbesserung
der
unternehmerischen
Leistungsfähigkeit"
vom
14. März 2001
zuletzt geändert durch VwV vom 2. April 2005 m.W.v. 22. März 2005 und ergänzt durch RL vom
3. Mai 2005 und durch RL vom 13. September 2005 mit Wirkung vom 15. September.
http://www.recht-sachen.de.
S. 8.

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Mehrwert
89. Die wesentlichen Entwicklungsbeiträge der EU-Strukturpolitik manifestieren sich
im Wachstum von Bruttoinlandsprodukt und in den Beschäftigungseffekten, also
den Kernindikatoren der
Konvergenz
. Die geplanten Investitionen in Forschung
und Entwicklung, die Förderung produktiver Investitionen und auch die Stär-
kung der Humanressourcen werden langfristig zu Wachstum, zum Aufbau neu-
er und der Sicherung bestehender Beschäftigung und damit zur Konvergenz
beitragen. Ebenso dient der Ausbau der Infrastrukturen der Verbesserung der
Standortbedingungen für Unternehmen und damit in der langfristigen Wirkungs-
kette dem Beschäftigungsziel, denn Arbeitsplätze werden nur in wettbewerbs-
fähigen Unternehmen geschaffen. Eine auf die EFRE Förderung im Freistaat
Sachsen begrenzte Abschätzung der kurzfristigen Wachstumseffekte ergibt ei-
ne Erhöhung des BIP um ca. 1,2 %. Im Zusammenhang mit der Wachstums-
prognose kann angenommen werden, dass die Erwerbstätigkeit im jährlichen
Durchschnitt um ca. 12.000 Beschäftigte höher liegen wird.
90. Vom sächsischen Operationellen Programm für den EFRE wird eine starke
He-
belwirkung
für die übrigen Gemeinschaftspolitiken bzw. -interessen, beispiels-
weise Umweltpolitik, transeuropäische Verkehrsnetze und Informationsgesell-
schaft ausgehen. So wird z. B. neben den direkt umweltbezogenen Vorhaben
ein hoher Beitrag insbesondere der Forschungsförderung zur Verbesserung der
Umwelt erwartet. Insgesamt führt die Verankerung der Nachhaltigkeit als Quer-
schnittsziel in der Strukturfondsförderung zu einem erheblichen Mehrwert für
die Gemeinschaft.
91. Die Vorhaben des sächsischen OP zur Verbesserung der IuK Ausstattung an
Schulen, in KMU und in der Verwaltung werden neben ihren direkten unter-
schiedlichen Wirkungen auch Hebelwirkungen auf die im Blickpunkt der EU
stehende Informationsgesellschaft entfalten.
92. Im Sinne der Aktivierung zusätzlicher privater und öffentlicher Mittel ist die größ-
te Hebelwirkung in der Prioritätsachse 2 zu erwarten. Hier wird ein EURO der
EU zum Einsatz von voraussichtlich etwa vier EURO aus Privatwirtschaft, Bun-
des- und Landesmitteln führen. In der Prioritätsachse 1 beträgt dieses Verhält-
nis etwa 1 zu 0,9 und in der dritten Prioritätsachse etwa 1 zu 0,4. Insgesamt
wird erwartet, dass ein EURO der EU etwa 1,35 EURO zusätzlicher Mittel gene-
riert.

Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
44
93. Ein wichtiger "Mehrwert"
33
der Europäischen Strukturpolitik liegt in der
Mehrjah-
resplanung
. Das anspruchsvolle Projekt, für einen 7-jährigen Programmpla-
nungszeitraum eine mittelfristig bindende Strategie zu formulieren, zwingt alle
Beteiligten zu disziplinierter, konzentrierter und konsequenter strategischer Ar-
beit, welche letztlich in der im vorliegenden OP dargestellten durchdachten
Programmstrategie mündet, die zu einer besseren, konsistenteren und kohä-
renten Projektauswahl führt als dies ohne Gemeinschaftsbeteiligung der Fall
wäre. Darüber hinaus schafft der längerfristige Planungshorizont für die Be-
günstigten Planungssicherheit und Politikvertrauen, beides wichtige Vorausset-
zungen für zukunftsweisende Investitionsentscheidungen.
94. Sowohl in der Planung als auch in der Durchführung der Programme entstehen
Partnerschaft
en mit nachhaltigen Mechanismen zum Informations- und Erfah-
rungsaustausch, die ohne Gemeinschaftsbeteiligung nicht oder in geringerem
Ausmaß bzw. geringerer Intensität entstanden wären. Dies gilt für die Partner-
schaft zwischen Verwaltungsbehörde und Kommission sowie zwischen Landes-
und Bundesbehörden. Des Weiteren wird das Partnerschaftsprinzip der EU
zwischen den Programmverantwortlichen und allen relevanten Akteuren be-
rücksichtigt. Die Wirtschafts- und Sozialpartner sowie sonstige zuständige Ein-
richtungen werden an der Ausarbeitung, Durchführung, Begleitung und Bewer-
tung der Strukturfondsförderung gemäß Artikel 11 der allgemeinen Verordnung
entsprechend ihrer jeweiligen institutionellen, rechtlichen und finanziellen Be-
fugnisse beteiligt. Darüber hinaus sind in Sachsen drei Regionalkonferenzen
durchgeführt worden. Im Sinne der
Transparenz
konnte eine Fülle von Fragen
geklärt werden, was zu einer breiten Akzeptanz des Operationellen Programms
beigetragen hat. Im Sinne der Beteiligung wurden konstruktive Beiträge aus den
Regionalkonferenzen und Stellungnahmen aufgegriffen, diskutiert und in das
Operationelle Programm eingearbeitet. Auch im Anschluss an die Programm-
planungsphase erfolgt die Einbindung der Wirtschafts- und Sozialpartner sowie
der Nichtregierungsorganisationen. Dies geschieht nicht nur über den Begleit-
ausschuss, sondern auch durch weitere Gremienarbeit, wie z.B. die Lenkungs-
gruppe Laufende Evaluierung, sowie durch verschiedene Aktivitäten zum Erfah-
rungsaustausch und zur Vernetzung.
33
Vgl.: Batchler, J. and S. Taylor (2003), The Added Value of the Structural Funds: A Regional
Perspective. IQ-Net Report on the Reform of Structural Funds. Glasgow.

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FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
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45
95. Ein weiteres Spezifikum der Strukturfondsintervention liegt in der Verpflichtung
zu
Monitoring und Evaluation
, welche die Programmeffizienz erhöhen und
Politik, insbesondere die EU (-Politik) für alle relevanten Akteure und Bürger
transparent, verstehbar, glaubhaft und akzeptierbar machen. Das Indikatoren-
system des Monitorings für das vorliegende Programm ist vollständig überarbei-
tet und ergebnisorientiert verbessert worden und bildet die Grundlage für das
stärker strategisch orientierte Indikatorenset im Operationellen Programm
selbst. Monitoring und Evaluation sind in der Förderkultur des Freistaates fest
verankert.
96. Einen weiteren Mehrwert leistet die Unterstützung von
Kooperation und Ver-
netzung
nicht nur auf politischer Ebene in Form von Erfahrungsaustausch,
sondern auch auf Ebene der Fördermittelempfänger, insbesondere KMU. Das
Sächsische Operationelle Programm trägt diesem Konzept in allen drei Priori-
tätsachsen Rechnung. Durch die Förderung von Kooperation und Vernetzung
wie auch durch das Prinzip der
Publizität
wird die Europäische Vision in die
Regionen getragen, dass Probleme in der Gemeinschaft besser gelöst werden
können. Dies stärkt schließlich die Solidarität zwischen den Regionen auch un-
terschiedlicher Länder, ein Anliegen, das in der Europäischen Gemeinschaft
von besonderer Bedeutung ist.
97. Die Höhe des Mehrwertes hängt von bestimmten Faktoren ab, z. B. von der
Höhe des Mittelvolumens und der Größe des Fördergebietes, dem Erfahrungs-
horizont der Region mit EU Strukturfondsförderung und der Kohärenz mit euro-
päischen Prioritäten
34
. Diese Potenzialfaktoren für einen großen Mehrwert der
Europäischen Strukturfondsförderung sind in Sachsen besonders ausgeprägt,
so dass mit einem entsprechend hohen Mehrwert in der kommenden Förderpe-
riode zu rechnen ist.
Bewertung der erwarteten Ergebnisse
Prioritätsachse 1: Innovation, Wissenschaft, Forschung, Bildung
98. Das OP verfolgt im Rahmen der Prioritätsachse 1 eine Innovationsstrategie, die
in einem integrierten sektor-übergreifenden Ansatz Zukunftsmärkte entwickelt
und damit neue Potenziale für zukünftige Beschäftigung schafft. Die angenom-
menen Wirkungen der im OP definierten Instrumente dieser Förderpolitik sind
34
Vgl.: Batchler, J. and S. Taylor (2003), The Added Value of the Structural Funds: A Regional
Perspective. IQ-Net Report on the Reform of Structural Funds. Glasgow, S. 10 f.

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FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
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46
begründbar mit einer Fülle von wirtschaftstheoretisch basierten Analysen, empi-
rischen Untersuchungen und Wirkungsbeobachtungen bisheriger Programme
35
.
99. Es ist im Rahmen der zitierten Analysen und Programme ein Katalog von wirt-
schaftspolitischen Instrumenten bzw. strukturpolitischen Förderbereichen identi-
fiziert worden, der nach derzeitigen wirtschaftswissenschaftlichen und empiri-
schen Erkenntnissen geeignet erscheint, mittel- und langfristig positive Wirkun-
gen auf Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft und Beschäftigung zu
garantieren. Im Hinblick auf den landespolitischen Planungshorizont einer Inno-
vationspolitik, der durch das OP erfasst wird, gehören hierzu vor allem:
Integrierter Programmansatz
Betriebliche Investitionen in innovative Produktionsbereiche
Vernetzung, Technologietransfer und angewandte Forschung
Innovationsfreundliche Kapitalmarktbedingungen
Innovationsfreundliche Management-, Organisations- und Verwaltungsver-
fahren
Innovationsfördernde Bildungs- und Ausbildungssysteme.
100. Die einzelnen Vorhaben der Prioritätsachse konnten im Rahmen der Ex-ante-
Evaluation den oben genannten Handlungsfeldern zugeordnet werden. Begrü-
ßenswert ist die Integration einer Förderung von Bildungs- und Ausbildungssys-
temen im Hinblick auf die langfristige Steigerung der Innovationskompetenz der
zukünftigen Erwerbsbevölkerung.
35
siehe hierzu u. a. :
- Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie und Bundesministerium für Bildung und
Forschung (Hrsg.), Innovationspolitik - Mehr Dynamik für zukunftsfähige Arbeitsplätze, Bonn
2002;
- Der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie ,Nationales Reformprogramm Deutsch-
land 2005-2008, Umsetzungs- und Fortschrittsbericht 2006, Berlin 2006;
- Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (Hrsg.) , Evaluation staatlicher Interventionen aus
Auftraggebersicht - Schlussbericht der Projektgruppe "Evaluation"Berlin 2004;
- Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung, Marianne Kulicke, Vivien Lo, Unter-
suchung der Wirksamkeit des Förderprogramms PRO INNO und Evaluierung des Anlaufs von
PRO INNO II, Karlsruhe 2006;
- Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung, Vivien Lo, Björn Wolf, Knut Ko-
schatzky, Dominik Weiß, Evaluation des BMWi-Programms "Förderung von Forschung und
Entwicklung bei Wachstumsträgern in benachteiligten Regionen" (INNO-WATT), Karlsruhe,
2006.

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FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
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47
101. Grundsätzlich werden die in den einzelnen Vorhaben genannten Wirkungen als
erreichbar beurteilt. Darüber hinaus wird der überwiegende Teil der Wirkungs-
zusammenhänge auch durch die sächsischen Erfahrungen aus der vorange-
gangenen Förderperiode bestätigt.
102. Die
Förderung von FuE
in Form einzelbetrieblicher Projekte und der Verbund-
projektförderung ist der zentrale Interventionsbereich im gesamten Komplex der
Innovations- und Technologieförderung des OP. Die Maßnahmen wurden in der
vergangenen Förderperiode von der Wirtschaft gut angenommen und werden
auch weiterhin auf eine große Nachfrage stoßen. Es kann für die kommende
Periode davon ausgegangen werden, dass die Vorhaben zu einer signifikanten
Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft der sächsischen
Wirtschaft beitragen werden. Insgesamt wird im OP die ökonomische Wir-
kungskette logisch abgeleitet und unter Bezugnahme auf die sächsischen Aus-
gangsbedingen dargestellt.
103. Die angestrebten Umsatz- und Beschäftigungswirkungen der FuE Vorhaben
hängen letztlich entscheidend von den Vermarktungsmöglichkeiten der verbes-
serten oder neuen Produkte ab. Bei der Quantifizierung der erwarteten Wirkun-
gen ist zu berücksichtigen, dass die Steigerung des Anteils der FuE-Ausgaben
am BIP keine Garantie für den Erfolg sondern lediglich eine Voraussetzung für
zukünftiges Wachstum und die langfristige Schaffung neuer Arbeitsplätze ist.
104. Die Vorhaben zum
Technologietransfer, anwendungsorientierter For-
schung, Risikokapital, E-Business und E-Government
haben hauptsächlich
unterstützende und komplementäre Funktionen zu den vorgenannten FuE Vor-
haben.
105. Da das Potenzial für Kooperationen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft in
Sachsen bei weitem noch nicht ausgeschöpft ist, ergeben sich zwei Kernaufga-
ben innerhalb der Prioritätsachse 1:
Transfer von Forschungsergebnissen und die Vorbereitung von Produkt- und
Verfahrensinnovationen durch eine projektbezogene Kooperationen zwischen
Unternehmen und zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen sowie
gezielter Aufbau leistungsfähiger Forschungsinfrastrukturen, um anwendungs-
nahe Forschungsprojekte realisieren und deren Ergebnisse im Sinne wirt-
schaftsnaher Kompetenzzentren vermitteln und verbreiten zu können.

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FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
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48
106. Die geplanten Vorhaben haben ein hohes Potenzial, Synergien hinsichtlich des
Einsatzes von modernen Technologien in Unternehmen, vor allem KMU, zu er-
zeugen. Die Wirksamkeit aller Vorhaben kann bei einer konsequenten Weiter-
entwicklung bereits bestehender Instrumente der Koordination zwischen einzel-
nen Projekten der Förderung (z. B. durch die SAB) durch die Nutzung von Sy-
nergieeffekten verstärkt werden
.
Die Vorläufer-Maßnahme der Förderung des
Technologietransfers ist in der letzten Förderperiode gut angenommen worden.
Für die kommende Periode wurde die Konzeption auf der Grundlage der bisher
erreichten Ergebnisse angepasst und auf die Unterstützung eines projektge-
bundenen Technologietransfers fokussiert
.
107. Das Vorhaben "
Risikokapital für junge Technologieunternehmen
" stellt eine
Kapitalmarkt bezogene, spezifische Intervention zur Unterstützung von Erfolg
versprechenden, aber risikoreichen Investitionen bei technologieorientierten
Unternehmensgründungen dar. Das Vorhaben fügt sich konsistent in das Wir-
kungsgefüge der Prioritätsachse ein und ist eine notwendige Ergänzung der in-
novationsorientierten Förderpolitik. Das Vorhaben stößt auf einen großen Be-
darf.
108. Angesichts der breiten Bedeutung des
E-Business
in der Zukunft und des Ver-
netzungsaspekts ist die weitere Förderung gerechtfertigt. Das Vorhaben dient
insgesamt der Rationalisierung und Reorganisation von Geschäftsprozessen,
der besseren Vernetzung mit Kunden und einer Verbesserung des Marktzu-
gangs durch Internet - Präsenz.
E-Government
ist Bestandteil der notwendigen
Verwaltungsmodernisierung und dient der Beschleunigung und Vereinfachung
von Verwaltungsprozessen sowie der Erhöhung der Transparenz von Verwal-
tungsentscheidungen. Weiterhin wird die Öffentlichkeitsarbeit und damit bür-
gernahe Verwaltung gestärkt.
109. Beide Vorhaben gehören zum Bereich der Entwicklung der Informationsgesell-
schaft. Die Vorhaben sind im OP bezüglich ihrer Konzeption und Wirkungen
ausreichend beschrieben und in die Förderlandschaft eingeordnet. Insgesamt
unterstützen die Vorhaben nicht nur die Interventionen der Prioritätsachse 1,
sondern sind generell als komplementäre Vorhaben innerhalb des gesamten
Programms anzusehen.
110. Die Vorhaben zur nachhaltigen Unterstützung der Innovationsstrategie durch
entsprechende
Entwicklung der Bildungsinfrastruktur
haben als gemeinsa-
mes Anliegen die breitenwirksame Förderung aller humanen Ressourcen und
ihre Befähigung nicht nur als "Produktionsfaktor" sondern gleichsam als Träger

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49
der Wachstums- und Technologiepolitik, die Steigerung der technologischen
Leistungsfähigkeit zu steuern und nachhaltig zu entwickeln. Dabei stehen zwar
bei den einzelnen Bildungs-Vorhaben die Ziele der Prioritätsachse im Vorder-
grund, aber die entwickelten Qualifikationen können gleichermaßen zur Unter-
stützung aller Interventionsbereiche genutzt werden. Die Gesamtkonzeption
basiert auf der Grundannahme, dass heutzutage lebenslanges Lernen auch als
solches verstanden werden muss, um den technologischen Herausforderungen
gewachsen zu sein. Die notwendige technologische Qualifikation und dauerhaf-
te geistige Flexibilität, sich ständig neuen technischen Anforderungen anpassen
zu können, setzt voraus, dass schulische Bildung und Berufsausbildung nicht
mehr so strikt getrennt werden wie früher, sondern als Kontinuum gesehen
werden. Das bedeutet, dass alle Aus- und Fortbildungseinrichtungen in den
Prozess gleichermaßen einzubinden sind.
111. Die einzelnen Vorhaben sind im OP ausführlich hinsichtlich der konzeptionellen
Gestaltung, der Zielsetzung und angestrebten Wirkungen sowie der Einordnung
in die allgemeine Förderlandschaft dargestellt. Insgesamt ist der ganzheitliche,
integrierte Ansatz zu begrüßen, da er die Beschränkungen früherer sektoraler
Einzelförderungen überwindet.
112. Die spezifischen Einzelwirkungen der Vorhaben sind im OP vollständig darge-
stellt. Hinsichtlich der Kontextindikatoren Wachstum und Beschäftigung sind
hier zwar bedeutsame aber im Allgemeinen nur langfristige Wirkungen mess-
bar. Insgesamt wird der Arbeitsmarkt und die produktive Basis positiv beein-
flusst, die Zurechenbarkeit dieser Wirkungen zu einzelnen Projekten wird dabei
aber kaum und zu den einzelnen Vorhaben nur sehr begrenzt möglich sein. Der
Erfolg wird letztlich in der positiven Veränderung der allgemeinen sozioökono-
mischen Indikatoren abzulesen sein. Langfristig tragen die Vorhaben zu einer
verbesserten Standortqualität bei, die einerseits durch die verbesserte Infra-
struktur aber auch durch die bewirkte soziokulturelle Entwicklung gekennzeich-
net ist. Dies wird positive Wirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit des sächsi-
schen Wirtschaftraumes haben.

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FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
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50
Prioritätsachse 2: Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der gewerblichen
Wirtschaft
113. Die Zielsetzung der Prioritätsachse 2 entspricht dem wachstums- und beschäf-
tigungspolitischen Zielsystem der europäischen Strukturpolitik. Mit den Vorha-
ben der Prioritätsachse soll die Unterstützung des wirtschaftlichen Aufholpro-
zesses im Freistaat Sachsen in einer kurz- bis mittelfristigen Perspektive fort-
gesetzt werden und somit die wirtschaftsstrukturelle Grundlage für eine zu-
kunftsorientierte Steigerung der technologischen Leistungsfähigkeit der sächsi-
schen Wirtschaft geschaffen werden.
114. Die Vorhaben der Prioritätsachse 2 tragen in ihrer erwarteten Wirkung weitge-
hend dazu bei, die ökonomische Basis für die erfolgreiche Durchführung der
Vorhaben der Prioritätsachse 1 zu legen. Aus Sicht einer ökonomischen Wir-
kungsanalyse sind sie als komplementäre Maßnahmen zu den Interventionen
der Innovationsförderung zu sehen. Beide Achsen bilden damit ein integriertes
Gesamtsystem der wirtschaftsstrukturellen Förderung.
115. Grundsätzlich handelt es sich bei den Interventionen um "klassische" und be-
währte Förderinstrumente, für die Erfahrungen aus der vorherigen Programm-
periode vorliegen und deren Wirksamkeit hinsichtlich der wirtschaftlichen Ent-
wicklung erwiesen ist.
116. Im OP wird betont, dass zusätzlich zu den bewährten klassischen Fördermaß-
nahmen für die Unterstützung von Investitionen der gewerblichen Wirtschaft
auch solche Vorhaben vorgesehen sind, die das Innovationspotenzial durch
Technologieförderung mobilisieren, Netzwerke in der Wirtschaft fördern und
den Zugang zu nationalen und internationalen Märkten erleichtern sollen. Ins-
gesamt soll also Wettbewerbsfähigkeit der sächsischen Wirtschaft auch durch
die Unterstützung zukunftsgerichteter Investitionen gestärkt werden
.

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FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
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117. Dies bedeutet, dass sich die Handlungsfelder der ersten beiden Prioritätsach-
sen bis zu einem gewissen Grad überschneiden, ähnliche konzeptionelle För-
deransätze gewählt wurden und vergleichbare Wirkungsspektren angestrebt
werden. Aus Sicht der Ex-ante-Evaluierung wird dies nicht für problematisch
gehalten, da einmal durch die GA Anbindung der Vorhaben zur einzelbetriebli-
chen Investitionsförderung und zur wirtschaftsnahen Infrastruktur eine Über-
schneidung bzw. Dopplung von geförderten Projekten ausgeschlossen ist und
für die übrigen Vorhaben eine Differenzierung der Zielgruppen (Endbegünstig-
ten) zur Prioritätsachse 1 problemlos eingehalten werden kann.
118. Es wird hier vielmehr die Chance für die Entwicklung und Nutzung von Syner-
gieeffekten gesehen
36
. So könnten z. B. einzelbetriebliche Investitionen mit di-
rektem Bezug zur Unterstützung von FuE Projekten der Prioritätsachse 1 geför-
dert werden, die den Bedarf an effizient erzeugten und qualitativ hochwertigen
Vorleistungsprodukten bzw. Dienstleistungen abdecken. Andererseits könnten
Produkte und Verfahren, die durch FuE Projekte entwickelt worden sind, im
Rahmen einer einzelbetrieblichen Förderung einen breiteren Absatzmarkt fin-
den oder marktfähige Produkte und Verfahren zur Steigerung der Energieeffizi-
enz im Rahmen von Vorhaben der Prioritätsachse 1 (angewandte Forschung)
entwickelt werden. Bei einer systematisch vorbereiteten Koordination und Ko-
operation der verschiedenen Vorhaben könnten Wertschöpfungsketten erwei-
tert oder neue entwickelt werden.
119. Die
einzelbetriebliche Investitionsförderung
im Zusammenhang mit der Ge-
meinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" (GA) ist
das zentrale Vorhaben der Prioritätsachse 2. Das Vorhaben hat grundsätzlich
den höchsten direkten Beschäftigungseffekt im gesamten Operationellen Pro-
gramm und wird wie in der vergangenen Periode umfangreich neue sozialversi-
cherungspflichtige Dauerarbeitsplätze schaffen und vorhandene sichern. Das
Vorhaben kann damit auch einen wichtigen Beitrag zur Senkung der Arbeitslo-
sigkeit in Sachsen leisten.
36
Siehe hierzu auch die Ausführungen zur Synergie im Kapitel 4.1 dieses Berichtes.

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52
120. Das Vorhaben
Wirtschaftsnahe Infrastruktur (GA-Infra)
kommt einem immer
noch großen Bedarf von KMU entgegen, die im direkten Produktionsumfeld lie-
genden infrastrukturellen Rahmenbedingungen von KMU zu verbessern. Wei-
terhin ist es auch als eine ergänzende Maßnahme zur einzelbetrieblichen In-
vestitionsförderung zu sehen, da es zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit von
Investitionen beiträgt. Im Rahmen des Vorhabens werden vielfältige Bereiche
der wirtschaftsnahen Infrastruktur an die Bedürfnisse von Unternehmen ange-
passt. Das Vorhaben ist im OP hinreichend ausführlich bezüglich seiner Kon-
zeption, Ausgestaltung der einzelnen Förderbereiche und der Wirkungen be-
schrieben.
121. Das Vorhaben
Netzwerke der Wirtschaft
unterstützt Kooperationen und Netz-
werken auf regionaler, überregionaler und branchenspezifischer Ebene und
kann damit zur effektiveren Nutzung vorhandener Kapazitäten, zu Synergieef-
fekten sowie zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit beteiligter KMU bei-
tragen. Die Unterstützung von strategischen Netzwerken und Kooperationen ist
ein klassisches Instrument der Mittelstandspolitik. Die Vorteile der Unterneh-
menskooperationen und Netzwerke sind hinlänglich bekannt und werden im OP
ausführlich dargestellt. Grundsätzlich ergibt sich hier ein enger Bezug zu den
FuE Verbundvorhaben der Prioritätsachse 1. Das Vorhaben beinhaltet Instru-
mente der Organisationsentwicklung, die hinsichtlich ihrer Wirkung als Ergän-
zung zu FuE Verbundprojekten gesehen werden können, da sie Wettbewerbs-
und Marktpotenziale aufgreifen und für die verschiedenen unternehmerischen
Aktivitäten (Markterschließung, Handel, Expansion etc.) nutzen. Netzwerke stel-
len in diesem Zusammenhang eine Organisationsform mit hoher Leistungsfä-
higkeit dar.
122. Das Vorhaben
Zinsverbilligungen im Rahmen des Darlehensprogramms
GuW
stellt eine Kapitalmarkt bezogene, spezifische Intervention zur Unterstüt-
zung von KMU und Existenzgründern mit schwacher Eigenkapitalbasis dar. Das
Vorhaben fügt sich konsistent in das Wirkungsgefüge der Prioritätsachse ein
und ist eine notwendige Ergänzung in der KMU Förderpolitik.
123. Im Rahmen des Vorhabens
Marktzugang von KMU
sollen Unternehmen un-
terstützt werden, um an internationalen bzw. überregional ausgerichteten natio-
nalen Messen (Standkosten, Werbung, Dolmetscherleistungen, etc) teilnehmen
zu können. Weiterhin sollen Maßnahmen der Außenwirtschaftsberatungen von
KMU gefördert werden. Insgesamt ist das Vorhaben in seiner Konzeption und

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53
seinen Wirkungen ausführlich und nach Einschätzung der Ex-ante-Evaluatoren
sachlich richtig dargestellt. Gerade kleinere Unternehmen haben häufig nicht
die finanziellen Mittel, als Aussteller an Messen teilzunehmen. Es sind aber
nicht nur die finanziellen Ressourcen sondern auch häufig die fehlenden Marke-
ting - Kenntnisse, sich bei Messen wirksam zu präsentieren, die eine Unterstüt-
zung brauchen. Zu begrüßen ist die Förderung einer Außenwirtschaftsberatung
zum Aufbau internationaler Handelsbeziehungen. Bei diesem sehr komplexen
und schwierigen Thema lassen sich selbst bereits am internationalen Markt ver-
tretene Firmen regelmäßig von externen Fachleuten beraten, da die notwendi-
gen Kenntnisse kaum betriebsintern vorgehalten werden können. Das Vorha-
ben ist ein notwendiger integraler Bestandteil der Prioritätsachsen 1 und 2, da
es den durch FuE oder allgemeine Investitionsförderung geschaffenen Wettbe-
werbspotenzialen zum Durchsatz verhilft.
124. Das Vorhaben
Energieeffizienz in KMU
trägt in erster Linie zu einer Steige-
rung der ökonomischen Effizienz durch Produktionskostensenkung in KMU bei.
In zweiter Linie hat es eine positive direkte ökologische Wirkung durch Einspa-
rungen beim Energieverbrauch. Der im OP dargestellte Begründungszusam-
menhang zur Ableitung der Wirkungen ist vollständig dargestellt und sachlich
begründet.
125. Die Notwendigkeit einer Förderung leitet sich vor allem daraus ab, dass ein
großer Teil der KMU, im Gegensatz zu großen Unternehmen, nicht über das er-
forderliche Know-how, das geeignete Fachpersonal und über die ausreichende
Kapitalbasis verfügen, die Energie sparenden Investitionen aus eigener Kraft
durchzuführen.

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Prioritätsachse 3: Ausbau und Verbesserung der Infrastruktur für ein nachhalti-
ges Wirtschaftswachstum
126. Prioritätsachse 3 deckt im Wesentlichen das Ausgleichsziel ab, wobei auch hier
das Bestreben besteht, innovative und wirtschaftsnahe Ansätze zu integrieren.
Aus dem Kanon der übergeordneten Ziele des OPs sind für Prioritätsachse 3
insbesondere die Ziele, Standortfaktoren verbessern, Regionen wirtschaftlich
und sozial aufwerten und Nachhaltigkeit stärken, relevant. Prioritätsachse 3
kann nur mittelbar ein Wachstumsbeitrag leisten und auch Beschäftigungseffek-
te können lediglich indirekt oder temporär während der Investitionsphase erfol-
gen.
127. Der Ausbau und die Verbesserung der Infrastruktur für ein nachhaltiges Wirt-
schaftswachstum sind als spezifisches Ziel für Prioritätsachse 3 definiert. Die
Umsetzung des Ziels erfolgt über die strategische Ausrichtung auf die Erhö-
hung der infrastrukturellen Standortqualität des Freistaates Sachsen.
128. Zur Schaffung von Voraussetzungen für die wirtschaftliche Entwicklung sind
vornehmlich Aktivitäten vorgesehen, die in Zusammenhang mit der Bereitstel-
lung und Verbesserung der klassischen Infrastrukturen (Verkehr, Umweltstan-
dards, Hochwasserschutz und Flächenmanagement) stehen. Neben dieser e-
her sektoralen Orientierung wird ein räumlicher Schwerpunkt auf die Stadtent-
wicklung gelegt, die mit der Umsetzung von integrierten Handlungskonzepten
ein breites Förderspektrum im ökonomischen, ökologischen und sozialen Be-
reich abdeckt.
129. Das spezifische Ziel konkretisiert sich wie folgt:
Nachhaltige Stadtentwicklung fördern
Städtebauliche Problemzonen beseitigen
Erneuerbare Energien nutzen
Umweltfreundliche Verkehrsträger stärken
Schadstoffausstoß senken
Straßenverkehrsinfrastruktur verbessern
Bevölkerung und Wirtschaftswerte vor Hochwasserereignissen schützen.
130. Die Erreichung der oben dargelegten Ziele für die Prioritätsachse 3 erfolgt über
einen Mix aus unterschiedlichen Vorhaben.
131. Im Rahmen der
nachhaltigen Stadtentwicklung
richtet sich das Förderange-
bot zum einen an benachteiligte Stadtgebiete, die auf Grundlage eines inte-

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55
grierten, gebietsbezogenen Handlungskonzeptes Strategien zur Bekämpfung
wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Problemlagen entwickeln und umset-
zen. Es werden sowohl Prozessmanagement und Konzepte als auch städte-
bauliche Maßnahmen und Unternehmertum gefördert. Des Weiteren wird ein
besonderer Fokus auf die Revitalisierung von brachgefallenen Arealen in In-
nenstädten bzw. innenstadtnahen Gebieten gelegt. Unter die Förderung fallen
Beplanung und Grunderwerb sowie Sanierung (einschließlich Renaturierung)
und Vermarktung dieser Flächen, sofern diese in ein integriertes Handlungs-
konzept eingebunden sind. Mit dem Vorhaben sollen die Attraktivität des Woh-
numfeldes und das Angebot an sozialen, kulturellen und freizeitbezogenen Ein-
richtungen erhöht werden. Auf diese Weise werden verbesserte Rahmenbedin-
gungen für die Förderung der gewerblichen Wirtschaft geschaffen und die Ent-
wicklung der Gesamtstadt unterstützt. Das Vorhaben ist weniger auf einen
sektoralen Schwerpunkt als vielmehr auf die territoriale Dimension ausgerichtet.
Es entfaltet somit sektorübergreifende Wirkungen, die auf ausgewählte Stadt-
räume gebündelt werden. Da die Entwicklung der Städte als Triebfedern der
wirtschaftlichen Dynamik angesehen werden können, leistet der Abbau von
städtischen Entwicklungshemmnissen letztlich einen - wenngleich indirekten -
Beitrag zur Schaffung von Arbeitsplätzen. Vor allem wegen der (räumlichen)
Auswirkungen des demografischen Wandels und wegen immer noch bestehen-
der städtischer Problemzonen ist die Nachfrage nach Fördermöglichkeiten zur
nachhaltigen Stadtentwicklung weiterhin vorhanden.
132. Die
Revitalisierung
von brachgefallenen Arealen in Innenstädten bzw. innen-
stadtnahen Gebieten soll entsprechende Flächen für neue, vorzugsweise ge-
werbliche Nutzung vorbereiten und von Umweltschäden befreien. Damit wird
das Ziel verfolgt, die sächsischen Innenstädte zu stärken und die Inanspruch-
nahme von Boden und anderen Ressourcen durch Neuerschließung im Außen-
bereich zu begrenzen. Wie im vorangegangenen Vorhaben wird durch den Fo-
kus auf städtische Gebiete die territoriale Dimension besonders unterstützt. Das
Vorhaben ist auf einen konkreten Fördergegenstand konzentriert, dessen Voll-
zug jedoch unterschiedliche positive Wirkungen auf das jeweilige ökologische,
soziale und wirtschaftliche Umfeld entfalten kann. Die Schaffung bzw. Siche-
rung von Arbeitsplätzen hängt mittel- bis langfristig davon ab, ob es mit dem
Flächenrecycling gelingt, neue Unternehmen anzusiedeln. Ansonsten bleiben
die Beschäftigungseffekte auf temporäre Arbeitsplätze während der Investiti-
onsphase beschränkt bzw. lassen sich nur indirekt und in geringer Anzahl über
die Stärkung der Städte herleiten.

Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
56
133. Der
Klimaschutz
wird im Lichte betrieblicher und regionaler Wettbewerbsfähig-
keit umgesetzt. Schwerpunkte sind die Entwicklung und der Einsatz effizienter
Energieträger sowie die Nutzung erneuerbarer Energien (v. a. Biomasse, Son-
nenkollektoren). Des Weiteren sollen Aktivitäten gefördert werden, die zur Min-
derung verkehrsbedingter Immissionen führen. Neben Investitionen können die
Projekte in Form von Modell- und Demonstrationsvorhaben durchgeführt wer-
den. Das Vorhaben zum Klimaschutz ist so konzipiert, dass es Anreize zur
Durchführung von Klimaschutzmaßnahmen, insbesondere in den Bereichen
Energieeffizienz und erneuerbare Energien schafft. Die zentrale Zielrichtung der
Projekte dieses Vorhabens verweist auf den Klimaschutz. Die erwarteten öko-
logischen Ergebnisse und Wirkungen der einzelnen Förderbereiche sind eng
miteinander verwoben und ergänzen und verstärken sich gegenseitig
.
Arbeits-
platzeffekte können nur indirekt erzielt werden: Die steigende Nachfrage nach
Produkten und Dienstleistungen von Unternehmen des Energiesektors kann zur
Expansion dieses Wirtschaftszweiges führen, was wiederum die Neueinstellung
von zusätzlichen Beschäftigten bewirken könnte.
134. Die Entwicklung der
Verkehrsinfrastruktur
im Rahmen des OPs konzentriert
sich einerseits auf die Stärkung von umweltfreundlichen Verkehrsträgern und
andererseits auf den Ausbau des Straßennetzes. Zur Ermittlung des Förderbe-
darfs wurde eine Analyse durchgeführt, in die die Zielgruppen der Förderung
der Verkehrsinfrastruktur eingebunden waren. Es liegen bereits konkrete Pro-
jektvorschläge bzw. Fachplanungen vor, die in der Summe die verfügbaren Mit-
tel weit überschreiten. Dadurch besteht die Möglichkeit, Projekte nicht nur auf-
grund qualitativer Kriterien, sondern auch anhand ihrer Umsetzungswahrschein-
lichkeit auszuwählen.

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FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
57
135. Die Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur soll zur Diversifizierung der Verkehrs-
träger
37
(kombinierten Verkehr (Güterverkehrszentren), Verkehrstelematik, Auf-
wertung von Radwegen und Wiederbelebung von Gleisanschlüssen) führen,
der Konzentration auf den Straßenverkehr vielfältige umweltfreundliche Alterna-
tiven bieten und den nachhaltigen Entwicklungspfad stärken. Ein wesentlicher
Fokus liegt auf der Vernetzung der Verkehrsträger. Durch Verbesserungen der
Standortfaktoren werden die sächsischen Regionen wirtschaftlich und sozial
aufgewertet. Aus Umweltgesichtspunkten wird es positiv bewertet, dass die
Landesregierung beabsichtigt, attraktive Rahmenbedingungen für die Erstellung
von alternativen Angeboten des
umweltfreundlichen Verkehrs
zu schaffen,
und dabei wichtige synergetische und systemische Aspekte berücksichtigt.
136. Die Investitionen in die
Binnenhäfen
sind unter Berücksichtigung der Erforder-
nisse des Hochwasserschutzes ausgestaltet. Die komplementären Ergebnisse,
die hierbei erzielt werden können, werden begrüßt.
137. Das Vorhaben
Straßenverkehrsinfrastruktur
ist der zentrale Baustein zur
Verbesserung der wirtschaftsnahen Infrastruktur, mit der erhebliche positive
Wirkungen auf die harten regionalen Standortfaktoren verbunden sind. Eine hö-
here Leistungsfähigkeit des sächsischen Verkehrsnetzes soll durch Lücken-
schluss und Sanierung von Staatsstraßen und kommunalen Straßen erreicht
werden. Zur Entlastung der Siedlungsschwerpunkte vom Durchgangsverkehr
sind Ortsumgehungen vorgesehen. Die Förderung umfasst die hierfür notwen-
digen Baumaßnahmen.
138. Positive Beschäftigungseffekte können im Rahmen des Vorhabens nur indirekt
erreicht werden durch die Schaffung von Voraussetzungen für die wirtschaftli-
che Prosperierung. Kurzfristig und vorübergehend wird eine nennenswerte An-
zahl von Arbeitsplätzen durch direkte Investitionen in den Straßenbau generiert.
139. Der präventive
Hochwasserschutz
basiert auf der Grundlage bestätigter
Hochwasserschutzkonzepte und Deichzustandsanalysen, die selbst Gegen-
stand der Förderung sein können, und schließt Baumaßnahmen (stationäre An-
37
Der Schienenverkehr ist ein wichtiger Bestandteil der alternativen Verkehrsträger. Dass der
Schienenverkehr im vorliegenden OP keine Berücksichtigung findet, ist darauf zurückzuführen,
dass einerseits die Möglichkeit der Einflussnahme durch den Freistaat Sachsen bei der Deut-
schen Bahn AG als wesentlichem Ansprechpartner eher als eingeschränkt gilt. Andererseits ist
darauf hinzuweisen, dass auf der übergeordneten Ebene des Bundes eine koordinierte Förde-
rung des Schienenverkehrs erfolgt, in der auch die Bedarfe des Freistaates Sachsen einbezo-
gen sind.

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FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
58
lagen des technischen Hochwasserschutzes), Projekte der natürlichen Wasser-
rückhaltung sowie Investitionen in Ausrüstungsgegenstände für Wasserwehren
ein. Anpassungen der Verkehrsinfrastruktur an die Risiken durch Hochwasser-
ereignisse beziehen sich auf den Neubau, Ersatz bzw. Erneuerung von Gewäs-
ser kreuzende Brücken, Stützwänden und Durchlässen an Staatsstraßen. Der
Hochwasserschutz ist geeignet, die von Hochwasser bedrohten Gebiete durch
Verminderung des Schadensrisikos in Katastrophenfällen als Wirtschaftsstan-
dorte attraktiv zu halten und sowohl für Unternehmen als auch für die Bevölke-
rung als Existenzgrundlage zu bewahren. Als Standortfaktor ist der Hochwas-
serschutz eine wesentliche Grundvoraussetzung für regionale Entwicklung.
Seine Gewährleistung ist essentiell für die Aufrechterhaltung von Arbeitsplät-
zen. Neue Arbeitsplätze werden nur temporär während der Investitionsphase
geschaffen.
140. Beim Hochwasserschutz übersteigt der Investitionsbedarf laut der bestehenden
Hochwasserschutzkonzepte einschließlich der Deichzustandsanalysen die ver-
fügbaren Finanzmittel um ein Vielfaches. Nach einer Priorisierung aller Maß-
nahmen, die vor allem fachliche und wirtschaftliche Kriterien berücksichtigt, ei-
ner Projektauswahl nach Machbarkeitskriterien sowie einem Genehmigungsver-
fahren, in dem die Beachtung aller maßgeblichen öffentlich rechtlichen Normen,
z. B. des Umweltschutzes, sichergestellt werden, können die einzelnen Projekte
umgesetzt werden. Ein Umsetzungsrisiko kann vor allem dann bestehen, wenn
es im Laufe der Genehmigungsverfahren zu erheblichen zeitlichen Verzögerun-
gen kommt. Rechtliche Auseinandersetzungen können im Einzelfall dazu füh-
ren, dass Projekte nur abgeändert oder gar nicht durchgeführt werden können.
Bewertung des Durchführungs- und Begleitsystems
141. Im Operationellen Programm werden die Verwaltungs- und Kontrollsysteme für
die Durchführung des EFRE entsprechend Titel VI, Kapitel I der Verordnung
(EG) Nr. 1083/2006 festgelegt und die verantwortlichen Behörden benannt. Ei-
ne ausführliche Beschreibung der Verwaltungs- und Kontrollsysteme erfolgt
gemäß Artikel 71 der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 erst vor der Vorlage des
ersten Antrages auf eine Zwischenzahlung bzw. spätestens binnen 12 Monaten
nach der Genehmigung des Operationellen Programms.
142. Insgesamt kann festgestellt werden, dass das Operationelle Programme aus-
reichend detaillierte Angaben zur Benennung der für die Durchführung zustän-
digen Stellen, der Durchführungsverfahren, zur Beschreibung der Begleitungs-
und Bewertungssysteme, zur Partnerschaft, zu den Maßnahmen für die Ge-

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FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
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59
währleistung der Publizität und zu den Verfahren für den Austausch elektroni-
scher Daten enthält. Die Ex-ante-Evaluation kann bestätigen, dass die erforder-
liche Leistungsfähigkeit und Qualität der Durchführungssysteme gegeben ist,
die Erreichung der Zielsetzung des Programms zu gewährleisten.
143. Der vorgeschlagene Bewertungsplan sieht eine zeitlich gestaffelte, begleitende
Bewertung des OP über den Zeitraum von 2007 bis 2011 sowie eine zusam-
menfassende Gesamtbewertung im 1. Halbjahr 2012 vor. Aus der Gesamtbe-
wertung sollen Schlussfolgerungen für die Förderperiode nach 2013 gezogen
werden. Der Bewertungsplan ist ein zentrales Element der laufenden Bewer-
tung des Programms und entspricht konzeptionell den neuen "Indikativen Leitli-
nien zu Bewertungsverfahren"
38
. Unter Berücksichtigung des Monitoring- und
Indikatorensystems, der regelmäßigen Berichte sowie noch zu identifizierender
Studien- und punktueller Begleitmaßnahmen als komplementäre Elemente des
Bewertungsplans kann festgestellt werden, dass für das Operationelle Pro-
gramm die Einrichtung eines umfangreichen Systems der laufenden Bewertung
geplant ist.
144. Zur Begleitung der Durchführung des Operationellen Programms wurde ein
umfassendes Indikatorensystem entwickelt. Die Indikatoren sind klar und ein-
deutig mit Maßeinheit und Datenquelle definiert und sind durchgängig nach ei-
ner einheitlichen Logik in Outputindikatoren, Ergebnisindikatoren und Wirkungs-
indikatoren differenziert. Das Indikatorensystem umfasst alle im Anhang I des
Arbeitspapiers "Indikatoren zur Begleitung und Bewertung" für die Vorhabens-
bereiche des sächsischen EFRE-OPs genannten Indikatoren. Über die Anforde-
rungen der Europäischen Kommission hinaus werden für nahezu alle Vorhaben
vielfältige Wirkungsindikatoren definiert, die für die Ausrichtung der Strategie
von besonderer Bedeutung sind und für zukünftige Evaluationen wertvolles Da-
tenmaterial sichern.
38
Europäische Kommission, Indikative Leitlinien zu Bewertungsverfahren, Arbeitsdokument Nr. 5,
Oktober 2006.

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FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
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60
145. Zum Teil wurden die Output-, Ergebnis- und Wirkungsindikatoren schon in der
Programmperiode 2000-2006 genutzt, so dass in diesen Fällen die Verfügbar-
keit der Daten gewährleistet ist. Bei neuen Indikatoren wurde darauf geachtet,
dass die Indikatoren operationalisierbar sind und Daten mit angemessenem
Aufwand erhoben werden können. Auswahl und Definition der Indikatoren wur-
den mit den zuständigen Fachressorts und Fachreferaten abgestimmt und es
herrscht Einigkeit über die Sinnhaftigkeit und Angemessenheit, so dass eine
zuverlässige Datenerfassung und -pflege gewährleistet ist.
146. Auf Ebene der Prioritätsachsen konzentriert sich die Auswahl und Definition von
Indikatoren auf Ergebnis- und Wirkungsindikatoren und auf diejenigen Indikato-
ren, die im Arbeitspapier 2: Indikatoren für die Begleitung und Bewertung der
Kommission festgelegt wurden. Die ausgewiesenen Zielwerte sind direkt aus
den Zielwerten auf Vorhabensebene aggregiert.

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FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
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61
2
Beschreibung der Ausgangssituation
2.1 Sozioökonomische Analyse
147. Im Rahmen der Analyse werden zunächst die sozioökonomischen Rahmenbe-
dingungen des Programmgebietes, zu denen Angaben zur räumlichen Struktur,
zur demografischen und gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sowie zur Umwelt-
situation zählen, dargestellt. Daran anschließend wird die wirtschaftliche Ent-
wicklung des Freistaates Sachsen anhand ausgewählter Potenzialfaktoren, wie
z. B. Innovation, Forschung, Bildung und Wettbewerbsfähigkeit der gewerbli-
chen Wirtschaft, aufgezeigt. In beiden Teilen der Analyse sind die Fakten im
Hinblick auf die Querschnittsziele integraler Bestandteil der thematischen Erläu-
terungen. So wird insbesondere die Situation in Bezug auf die Gleichstellung
von Frauen und Männern in den Abschnitten "Demografische Entwicklung",
"Erwerbsbeteiligung und Beschäftigung von Frauen", "Arbeitsmarkt nach Ge-
schlechtern" sowie "Beschäftigung sowie Bildung und Bildungsinfrastruktur"
aufgegriffen.
Aus den analysierten Daten wurde eine SWOT-Analyse erstellt, die in tabellari-
scher Form die Stärken und Schwächen sowie Chancen und Risiken der Regi-
onalentwicklung des Freistaates Sachsen darstellt.
2.1.1
Sozioökonomische Rahmenbedingungen des Programmgebietes
2.1.1.1 Raumstruktur des Fördergebietes
148. Der Freistaat Sachsen liegt im östlichen Teil der Bundesrepublik Deutschland.
Er grenzt an die Länder Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Bayern und Thüringen
sowie im Osten an die Republik Polen und im Süden an die Tschechische Re-
publik. Mit den beiden neuen EU-Mitgliedstaaten verbindet Sachsen eine
577 km lange nationale Außengrenze.
149. Nach der EU-Osterweiterung im Jahr 2004 hat Sachsen eine wichtige Funktion
als Bindeglied zwischen den "alten" und den "neuen" EU-Mitgliedstaaten. Der
Freistaat Sachsen rückt mit der EU-Osterweiterung vom Rand der Europäi-
schen Union wieder in die Mitte Europas. Das führt gleichzeitig zu einer Wie-
derbelebung jahrhundertealter Verkehrsverbindungen. So ist Sachsen Aus-
gangspunkt der Paneuropäischen Verkehrskorridore III (Dresden-Breslau-

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FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
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62
Kattowitz-Krakau-Lemberg-Kiew) und IV (Dresden-Prag-Wien-Budapest-Sofia-
Istanbul). Bereits 1995 wurden im Rahmen einer Ministerkonferenz für Raum-
ordnung die Städte des "Sachsendreiecks" (Leipzig, Dresden, Chemnitz) zu-
sammen mit der Stadt Halle (Sachsen-Anhalt) als potenzielle europäische Met-
ropolregion "Halle/Leipzig - Sachsendreieck" festgelegt.
39
150. Die Landesfläche Sachsens umfasst 18.416 km
2
. Am Stichtag 31.12.2004 ent-
fielen hiervon 55,7 % auf Landwirtschafts-, 26,8 % auf Wald- und 1,8 % auf
Wasserflächen. Siedlungs- und Verkehrsflächen bedecken 11,7 % der Landes-
fläche. Die restlichen 4 % entfallen auf Abbauland und Flächen anderer Nut-
zung.
40
151. Administrativ ist Sachsen derzeit in drei Regierungsbezirke, 22 Landkreise und
sieben kreisfreie Städte gegliedert. Die größten Städte des Freistaates sind
Leipzig, Dresden und Chemnitz. Die sächsische Staatsregierung bereitet eine
Funktional- und Verwaltungsreform vor.
152. Mit einer Bevölkerungsdichte von 232 Einwohnern pro km
2
ist Sachsen nach
Nordrhein-Westfalen, dem Saarland, Baden-Württemberg und Hessen das am
dichtesten besiedelte deutsche Flächenland. Unter den Landkreisen weist der
Niederschlesische Oberlausitzkreis mit 73 Einwohnern pro km
2
die geringste
Bevölkerungsdichte auf; am dichtesten besiedelt ist der Landkreis "Chemnitzer
Land" (403 Einwohner pro km
2
).
41
39
Vgl. Sächsisches Staatsministerium des Innern: Landesentwicklungsplan Sachsen 2003, S. 8.
40
Vgl. Statistisches Landesamt Sachsen: Bevölkerung, Fläche und Einwohnerdichte des Freistaa-
tes Sachsen am 1. Januar 2006 nach Kreisfreien Städten und Landkreisen und Statistisches
Jahrbuch 2005, S. 259.
41
Vgl. Statistisches Landesamt Sachsen: Bevölkerung, Fläche und Einwohnerdichte des Freistaa-
tes Sachsen am 1. Januar 2006 nach Kreisfreien Städten und Landkreisen, in:
http://www.statistik.sachsen.de
und Statistische Ämter des Bundes und der Länder: Fläche und
Bevölkerung, in
http://www.statistikportal.de.

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FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
63
2.1.1.2 Demografische Entwicklung
153. Die Bevölkerung Sachsens wie ganz Ostdeutschlands nimmt seit Jahren ab
42
.
Im Gegensatz dazu hat sich die Bevölkerung in den alten Ländern leicht erhöht:
Abbildung 3: Bevölkerungsentwicklung 1999-2005
Bevölkerungsentwicklung zwischen 1999 und 2005 in Sachsen, den neuen
Bundesländern ohne Berlin und Deutschland
1999 = 100
95
96
97
98
99
100
101
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
Sachsen
Neue Länder ohne Berlin
Deutschland
Quelle: Darstellung auf Grundlage von Bevölkerungsdaten des Statistischen Bundesamtes, jeweils zum
31. Dezember eines Jahres, Daten für 2005 zum 30. September.
154. Zum 31. Dezember 2005 lebten 4.273.754 Einwohner im Freistaat Sachsen.
Gegenüber 1999
43
nahm die Bevölkerung Sachsens um rd. 186.000 Einwohner
ab.
155. Der Bevölkerungsrückgang ist zu 56 % auf natürliche Bevölkerungsverände-
rungen (Sterbeüberschuss) und zu 44 % auf Wanderungsverluste zurückzufüh-
ren. Wanderungsverluste sind dabei besonders bei den jungen Bevölkerungs-
gruppen zu beobachten.
42
Eine Ausnahme bildet das Land Brandenburg, das von Stadt-Umland-Wanderungen aus der
Hauptstadt Berlin profitieren konnte.
43
Stichtag 31. Dezember.

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FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
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64
156. Von allen Nettoabwanderungen der Jahre 2000 bis 2004 entfallen nahezu zwei
Drittel auf die Gruppe der unter 30-Jährigen - hier besonders auf junge Frauen -
, was sich tendenziell negativ auf die künftige Geburtenentwicklung und auf das
Angebot an qualifizierten Fachkräften auswirken wird.
157. Bevölkerungsprognosen gelten als relativ zuverlässig, da wesentliche Parame-
ter für die zukünftige Entwicklung bereits feststehen oder sich als ziemlich stabil
erwiesen haben. Da aber auch hier Annahmen (z. B. Geburtenziffer, Zuwande-
rungszahlen) zugrunde gelegt werden, ergeben sich gewisse Unsicherheiten in
der Vorhersage. Dennoch lassen sich die wesentlichen Trends aus der bisheri-
gen Entwicklung ableiten. Die Bevölkerung Sachsens wie ganz Ostdeutsch-
lands wird in den kommenden Jahren weiter abnehmen. Der regionalisierten
Bevölkerungsprognose des Statistischen Landesamtes Sachsen
44
zufolge wird
die Bevölkerung des Freistaates Sachsen bis zum Jahr 2020 auf 3.785.700
Einwohner zurückgehen; gegenüber dem Bevölkerungsstand zum 31. Dezem-
ber 2005 würde dies einem weiteren Rückgang von 11,3 % entsprechen.
158. Parallel zum Bevölkerungsrückgang wird sich auch die Bevölkerungsstruktur
erheblich verändern, wie die folgende Tabelle zeigt:
Tabelle 1:
Bevölkerungsprognose
2005
1)
2010
2015
2020
10,2%
11,0%
11,3%
11,1%
67,5%
63,8%
62,5%
60,4%
22,3%
25,2%
26,3%
28,6%
2005
1)
2010
2015
2020
10,2%
11,1%
11,2%
10,9%
67,5%
64,0%
62,7%
60,5%
22,3%
24,9%
26,1%
28,6%
Quelle:
31. Dezember 1998 bis 2005
2020 nach 2 Varianten.
- Statistisches Landesamt Sachsen: Voraussichtliche Bevölkerungsstruktur 2005, 2010, 2015 und
65 Jahre und mehr
Bevölkerungsprognose in der Variante 1
- Statistisches Landesamt Sachsen: Bevölkerungsstruktur des Freistaates Sachsen am 31. Dezember
Bevölkerung nach Altersgruppen
unter 15 Jahre
15 bis 65 Jahre
65 Jahre und mehr
Bevölkerungsprognose in der Variante 2
1) Stand: 31.12.2005
1) Stand: 31.12.2005
Bevölkerung nach Altersgruppen
unter 15 Jahre
15 bis 65 Jahre
44
Das Statistische Landesamt Sachsen hat zwei Szenarien für die künftige Bevölkerungsentwick-
lung berechnet. Den folgenden Ausführungen liegt Variante 1 zugrunde.

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FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
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65
159. Im Zuge eines anhaltenden Geburtendefizits wird sich das Durchschnittsalter
der Bevölkerung von 44,7 Jahren im Jahr 2005 auf knapp 49 Jahre im Jahr
2020 erhöhen. Dabei wird es zu deutlichen Verschiebungen zwischen den
Gruppen der 15- bis 65-Jährigen und den ab 65-Jährigen kommen. Der Anteil
der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter an der Gesamtbevölkerung wird dem-
nach sukzessive von 67,5 % in 2005 auf voraussichtlich 60,4 % im Jahr 2020
abnehmen.
160. Regional hat sich die Bevölkerung im Zeitraum 1999 bis 2005 sehr unterschied-
lich entwickelt. Auch hinsichtlich der künftigen Bevölkerungsentwicklung werden
auf Ebene der Landkreise und kreisfreien Städte sehr deutliche Unterschiede
erwartet. Für die einzelnen Landkreise und kreisfreien Städten fasst die nach-
folgende Tabelle die Bevölkerungsentwicklung im Zeitraum 1999 bis 2005 und
die prognostizierte Bevölkerungsentwicklung bis zum Jahr 2020 zusammen.
Aus Gründen der Übersichtlichkeit sind Felder für die zehn Kreise, die in Bezug
auf den betrachteten Indikator am besten abschneiden, farblich nicht unterlegt.
Die zehn "mittleren" Kreise sind farblich hellgrau und die neun Kreise mit den
größten Rückständen sind dunkelgrau hinterlegt.

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FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
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66
Tabelle 2:
Bevölkerungsentwicklung im Zeitraum 1999 bis 2005 und Bevölkerungs-
prognose im Zeitraum 2005 bis 2020 auf Kreisebene
Bevölkerungsentwicklung
1999 bis 2005
Bevölkerungsprognose
2005 bis 2020
1)
in %
in %
-6,2
-13,9
-6,3
-13,1
-4,3
-7,8
-6,1
-12,0
-6,6
-13,4
-5,5
-15,9
-6,2
-11,0
-6,5
-13,6
-6,3
-13,5
-6,0
-13,7
-5,5
-15,9
-8,3
-16,9
-5,7
-17,8
-3,6
-11,4
3,9
-1,6
-8,3
-19,5
-18,5
-28,7
-5,7
-15,8
-2,5
-15,8
-10,5
-15,9
-7,3
-13,9
-8,9
-16,3
-5,9
-16,0
-2,5
-13,5
-4,2
-11,3
-2,0
-8,0
1,8
-0,9
-4,5
-14,2
-8,2
-14,0
-4,4
-14,3
-3,6
-14,3
-6,5
-13,7
Quelle: - Statistisches Landesamt Sachsen: Bevölkerung des Freistaates Sachsen am 31. Dezember 2005 nach
Kreisfreien Städten und Landkreisen sowie Bevölkerung des Freistaates Sachsen 2002 bis 2020 nach
Kreisen (Variante 1)
Regierungsbezirk Chemnitz
Chemnitz, Stadt
Plauen, Stadt
Zwickau, Stadt
Annaberg
Chemnitzer Land
Freiberg
Vogtlandkreis
Mittlerer Erzgebigskreis
Mittweida
Stollberg
Aue-Schwarzenberg
Weißeritzkreis
Zwickauer Land
Regierungsbezirk Dresden
Dresden, Stadt
Görlitz, Stadt
Hoyerswerda, Stadt
Delitzsch
Leipziger Land
Bautzen
Meißen
Niederschlesischer Oberlausitzkreis
Riesa-Großenhain
Löbau-Zittau
Sächsische Schweiz
1)
Berechnung auf Grundlage von Variante 1 der Bevölkerungsprognose des Statistischen Landesamtes Sachsen
Döbeln
Muldentalkreis
Torgau-Oschatz
Kamenz
Regierungsbezirk Leipzig
Leipzig, Stadt

image
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FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
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67
Tabelle 2 verdeutlicht, dass die Bevölkerung in den letzten Jahren mit Ausnah-
me der beiden großen Städte Dresden und Leipzig in sämtlichen Kreisen und
kreisfreien Städten des Freistaates zum Teil drastisch abgenommen hat. Am
stärksten fielen die Bevölkerungsverluste in Hoyerswerda, dem Niederschlesi-
schen Oberlausitzkreis und dem Kreis Löbau-Zittau aus.
161. Bis zum Jahr 2020 werden der Bevölkerungsprognose des statistischen Lan-
desamtes Sachsen zufolge alle Kreise und kreisfreien Städte Einwohner verlie-
ren. Die geringsten Bevölkerungsverluste werden dabei für die Städte Leipzig
(-0,9 %), Dresden (-1,6 %) und Plauen (-7,8 %) vorhergesagt. Dramatische Be-
völkerungsverluste werden für die Städte Hoyerswerda (-28,7 %) und Görlitz
(-19,5 %) prognostiziert. Aber auch die übrigen Kreise und kreisfreien Städte
des Freistaates werden mit einem voraussichtlichen Rückgang von 11-18 % in
erheblichem Ausmaß von der Bevölkerungsentwicklung betroffen sein.
Abbildung 4:
Bevölkerungsprognose bis 2020

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68
162. Die Kommission weist in ihrer Mitteilung an den Rat und das Europäische Par-
lament "Die Kohäsionspolitik und die Städte: Der Beitrag der Städte zu Wachs-
tum und Beschäftigung in den Regionen" vom 13. Juli 2006 darauf hin, dass
den Städten bei der Umsetzung der Agenda für Wachstum und Beschäftigung
eine große Bedeutung zukommt. Dabei macht die Kommission sehr deutlich,
dass Städte große Unterschiede aufweisen können, was die wirtschaftlichen
und sozialen Chancen anbelangt. Insbesondere eine hohe Lebensqualität bildet
in der Stadt die Grundlage für Investitionen und Arbeitsplätze. Dies trifft in be-
sonderem Maße für Sachsen zu, ein Land, das zu den städtereichsten Regio-
nen Mitteleuropas gehört. In Anbetracht des demografischen Wandels muss es
daher das vorrangige Ziel sein, die Lebensqualität in den Städten zu sichern
bzw. dort, wo dies noch nicht gegeben ist, diese herzustellen.
Tabelle 3:
Bevölkerungsentwicklung in den Städten über 30.000 Einwohner,
2002-2005
Stadt 31.12.2002 31.12.2005 Veränderung
gegenüber 2002
(absolut)
Veränderung
gegenüber
2002 (in %)
Leipzig
494.795
502.651
7.856
1,6
Dresden
480.228
495.181
14.953
3,1
Chemnitz 252.618 246.587
-
6
.
031
-
2
,
4
Zwickau
100.892
97.832
-
3
.
060
-
3
,
0
Plauen 70.534 68.892
-
1
.
642
-
2
,
3
Görlitz
59.284
57.629
-
1
.
655
-
2
,
8
Hoyerswerda 46.381 42.607
-
3
.
774
-
8
,
1
Freiberg
44.533
43.305
-
1
.
228
-
2
,
8
Bautzen
42.333
42.150
-
183
-
0
,
4
Pirna
40.853
40.110
-
743
-
1
,
8
Freital
39.567
39.181
-
386
-
1
,
0
Riesa
37.970
36.561
-
1
.
409
-
3
,
7
Radebeul
32.406
33.128
722
2,2
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen.
163. In Ostsachsen, aber auch in Südwestsachsen sowie in den Städten des Erzge-
birges, sind bis 2020 in einzelnen Städten noch höhere Schrumpfungsraten zu
erwarten. Die Schrumpfung verläuft also regional disparat, aber auch in den
Städten selbst ist eine ausgeprägte Disparität der Schrumpfung zu beobachten.
So sind die Plattenbauquartiere sehr gut vermietet, auch die Stadtkerne, auf die
sich die Sanierungsbemühungen der vergangenen Jahre konzentrierten, sind
relativ stabil. Die Schrumpfung wird daher vor allem den Baubestand und die
Sozialstruktur der gründerzeitlichen Quartiere betreffen, die ökonomisch und
ökologisch in Schieflage geraten.

image
Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
69
Abbildung 5:
Regionale Verteilung des prognostizierten Bevölkerungsrückganges
164. Charakteristisch ist für die Situation der sächsischen Städte auch, dass das
negative Bevölkerungssaldo durch Wanderung (Migration) der jungen Eliten
beschleunigt und zugleich die Altersstruktur - überdurchschnittliches Durch-
schnittsalter und überdurchschnittlich hohe Intensität der Alterungsprozesse - in
den Städten weiter verschlechtern wird.
165. In der Abbildung 6:
Entwicklung hochwertiger Ausbildungsabschlüsse wird
anhand der laufenden Raumbeobachtung des Bundesamtes für Bauwesen und
Raumordnung die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate des Anteils sozi-
alversicherungspflichtiger Beschäftigten mit Fachschul-, Fachhochschul- oder
Hochschulabschluss zwischen 1995-2004 dargestellt. Es ist deutlich, dass die
jährliche Wachstumsrate dieser hochwertigen Ausbildungsabschlüsse im Frei-
staat Sachsen unter 3 % lag.

image
image
Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
70
Abbildung 6:
Entwicklung hochwertiger Ausbildungsabschlüsse

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Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
71
166. Verschärft wird dieser Befund durch die nach wie vor ungebrochene Abwande-
rung des 18- bis 30-Jährigen, zum Teil gut ausgebildeten Bevölkerungsanteiles.
So prognostiziert eine Studie der TU Dresden zum Thema "Die Zukunft des
Akademikerarbeitsmarktes in Sachsen" aus dem Jahr 2005, dass von ursprüng-
lich 325.000 hochqualifizierten Erwerbspersonen im Jahr 2000 bis zum Jahr
2020 nur knapp 126.000 bzw. 39 % dem sächsischen Arbeitsmarkt verbleiben.
Besonders zu nennen ist der hohe Anteil der Migrantinnen, die ihre ungebore-
nen Kinder "mitnehmen". Die starken Ungleichgewichte in der Geschlech-
terstruktur der Erwerbsfähigen (Frauenmangel) gilt inzwischen als einer der
zentralen Indikatoren für strukturschwache Schrumpfungsregionen.
167. Die regionale Mobilität von Auszubildenden und jungen Fachkräften aus den
neuen Ländern einschließlich Berlin stellt sich nach Angaben aus dem Berufs-
bildungsbericht 2003 wie folgt dar (in Prozent):
Tabelle 4:
Regionale Mobilität von Auszubildenden und jungen Fachkräften

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Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
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72
Abbildung 7:
Geschlechterspezifische Binnenwanderungen in Deutschland
168. Daraus ergibt sich nicht nur eine quantitative, sondern eine qualitative Ver-
schärfung der regionalen Disparität zwischen städtischen Zentren und periphe-
ren Regionen mit ihren Klein- und Mittelstädten. Zur Schrumpfung, Migration
und Alterung kommt als vierter benachteiligender Faktor die Perforation - die
die Alterspyramide, d. h. die gesellschaftliche Struktur ebenso wie die gebaute
Substanz der Städte betrifft.
2.1.1.3 Städtische Entwicklung
169. Die über Jahrhunderte langsam gewachsenen Städte in Sachsen haben sich
mit der industriellen Revolution im 19. Jahrhundert schnell ausgedehnt und
"Verdichtungsräume" mit intensiver Flächennutzung entstehen lassen. Nach ei-
nem weiteren Wachstumsschub Anfang der 1990er Jahre wurden die Sied-
lungsflächen schnell und vielfach über den Bedarf hinaus erweitert. Heute zeu-
gen insbesondere Brachflächen in den Städten von einem Flächenüberangebot.
1999 wurde der Bestand an Brachflächen in Ostdeutschland von der TLG Im-
mobilien GmbH auf ca. 6.000 ha Gewerbebrachen und weitere 38.000 ha ge-
werbliche Immobilien geschätzt. Zählt man die zahlreichen inzwischen aufge-

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FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
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73
gebenen militärischen Liegenschaften der Nationalen Volksarmee (NVA) und
der Sowjetarmee hinzu, liegt der Bestand an Brachflächen noch wesentlich hö-
her. Der Gesamtumfang industrieller und militärischer Brachflächen im Freistaat
Sachsen betrug nach einer Studie des Landesamtes für Umwelt und Geologie
(LfUG) im Jahr 2004 immer noch ca. 18.000 ha (Studie: Reduzierung des Flä-
chenverbrauchs- Kommunales Flächenmanagement in sächsischen Verdich-
tungsregionen; Leipzig, April 2004). Davon entfallen ca. 11.000 ha auf städti-
sche Randgebiete und suburbane Räume. Besonders ins Gewicht fallen damit
die ca. 7.000 ha umfassenden innerstädtischen Brachflächen. Einer Erhebung
des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zufolge waren im Jahre 2000
die Gewerbeflächen ostdeutscher Großstädte zu 79 % und in mittleren Städten
zu 64 % belegt. Belegt ist zudem, dass Stadtteile mit einem hohen Brachflä-
chenanteil überdurchschnittlich durch abwandernde Bevölkerung und Verwahr-
losung von Gebäuden und Freiräumen bedroht sind.
170. Hinzu kommt das massive Überangebot im privaten Wohnungsmarkt. Zwischen
1991 und 2001 hat Sachsen bereits insgesamt mehr als 420.000 Einwohner
verloren. Damit zeigt sich der sächsische Wohnungsmarkt gegenwärtig nicht
nur entspannt, sondern ist von einem gravierenden Wohnungsüberangebot ge-
prägt. Nach dem Wohnungsbaumonitoring 2005/2006 der Sächsischen Auf-
baubank - Förderbank - standen 2002 in ganz Ostdeutschland etwa eine Million
Wohnungen leer, mehr als ein Drittel davon im Freistaat Sachsen.
171. Die Leerstandproblematik ist verbunden mit einer wachsenden Möglichkeit und
Bereitschaft der Bevölkerung zum Umzug innerhalb der Städte und Regionen.
Besonders in den größeren Städten hat dies einen verstärkten Wettbewerb der
einzelnen Stadtteile und Quartiere zueinander zur Folge, der mit sozialen Ent-
mischungsprozessen verbunden ist. Wurden beispielsweise viele Plattenbau-
quartiere vor 1990 als privilegierte Wohnquartiere wahrgenommen und verfüg-
ten über eine entsprechend vorteilhafte Sozialstruktur, sind diese Viertel heute
zum Teil in eine selbstverstärkende Abwärtsspirale von Abwanderung, sich ver-
ändernder Sozialstruktur, Leerstand und Verwahrlosung des Wohnumfeldes ge-
raten. Dies gilt in hohem Maße auch für die großen gründerzeitliche Quartiere in
mittlerer und einfacher Lage.

Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
74
172. Die Sächsische Staatsregierung vollzog deshalb bereits Mitte 2000 einen Para-
digmenwechsel in der sächsischen Wohnungspolitik und gab damit den Start-
schuss für den Stadtumbauprozess in den neuen Ländern. Mittlerweile ist die
Zahl der Wohnungen infolge der Rückbauaktivitäten rückläufig. Seit Beginn des
Prozesses bis Anfang 2006 wurden insgesamt über 50.000 Wohneinheiten zu-
rückgebaut. Vorrangig konzentriert sich der Rückbau in Sachsen auf die Plat-
tenbaubestände der DDR in den Baualtersklassen ab 1971. Ein im Vergleich zu
den anderen neuen Ländern sehr hoher Anteil (18 %) der Abrisse wurde jedoch
im Rahmen des Programms Stadtumbau Ost auch im Wohngebäudebestand
der Baualtersklassen 1914 bis 1948 durchgeführt. Hierbei handelt es sich
überwiegend nicht um Gründerzeithäuser, sondern um baulich einfach ausge-
führte Wohngebäude, die nach 1918 bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges
z. B. zur Verdichtung der in der Gründerzeit errichteten Altbaubestände oder als
eigenständige Arbeiter- bzw. Werkswohnsiedlungen gebaut wurden. Diese
Wohnungen entsprechen aufgrund der Gebäudesubstanz (Schlichtbauten zu
Zeiten der Weltwirtschaftskrise) und des Wohnungszuschnittes überwiegend
nicht mehr den Wohnbedürfnissen. Zudem könnten sie oft nur mit einem sehr
hohen Modernisierungsaufwand an die heutigen energetischen und sonstigen
Wohnstandards angepasst werden. Eine weitere Durchmischung der gewach-
senen Altbauquartiere vieler sächsischer Groß- und Mittelstädte vollzog sich
zwischen 1949 und 1962, als in den Nachkriegsjahren in die durch Zerstörung
entstandenen Baulücken neue Wohngebäude eingefügt wurden.
173. In diesen historisch gewachsenen Mischgebieten bedeutet der Rückbau einzel-
ner leer stehender Objekte einerseits die Perforation der bestehenden Stadt-
strukturen andererseits bietet sich aber auch die die Chance für gezielte Zentra-
lisierung urbaner Flächen, städtebauliche Aufwertung betroffenen Quartiere und
die Verbesserung des Wohnumfeldes der verbleibenden Altbaubestände.

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FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
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75
2.1.1.4 Gesamtwirtschaftliche Situation,
Arbeitsmarkt und Wirtschaftsstruktur
Bruttoinlandsprodukt
174. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist der umfassende Ausdruck der Wirtschafts-
kraft einer Region. Das BIP je Einwohner im Mittel der Jahre 2000 bis 2002
(KKS) betrug für Sachsen insgesamt 73,54 % des EU-25-Durchschnitts. Die
Werte für die einzelnen Regierungsbezirke (NUTS 2-Regionen) stellen sich wie
folgt dar:
Chemnitz: 69,63%
Dresden: 74,95%
Leipzig: 77,12%
175. Im EU-Vergleich verlief die wirtschaftliche Entwicklung des Freistaates Sachsen
im Zeitraum 1999 bis 2003 unterdurchschnittlich, wie die folgende Übersicht auf
Grundlage europaweit vergleichbarer Daten des Statistisches Amtes der Euro-
päischen Gemeinschaften (EUROSTAT) zeigt:
Abbildung 8:
Entwicklung des BIP im europäischen Kontext
Veränderung des BIP in Kaufkraftstandards 1999 bis 2003
29%
22%
21%
20%
20%
17%
17%
17%
17%
16%
15%
14%
14%
12%
11%
11%
8%
Spanien
Vereinigtes Königreich
Niederlande
Tschechische Republik
Belgien
EU 25
Finnland
Polen
EU 15
Frankreich
Schweden
Sachsen
Österreich
Dänemark
Deutschland
Italien
Portugal
Quelle: Darstellung auf Basis von EUROSTAT-Daten: Bruttoinlandsprodukt (BIP) zu laufenden Marktpreisen auf
der Ebene NUTS 2

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FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
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76
176. Im Bundesvergleich ist die Wirtschaft Sachsens in den letzten Jahren dagegen
insgesamt stärker gewachsen. Im Jahr 2005 betrug das BIP in Sachsen
85,8 Mrd. Euro. Damit trägt Sachsen mit rd. 33 % zur Wirtschaftsleistung der
neuen Länder
45
und mit knapp 4 % zum Bruttoinlandsprodukt Deutschlands bei.
177. Über den Zeitraum 1999 bis 2005 betrachtet verlief die gesamtwirtschaftliche
Entwicklung in Sachsen sowohl im ostdeutschen als auch im gesamtdeutschen
Vergleich größtenteils überdurchschnittlich, wie die folgende Grafik der jährli-
chen Veränderungsraten des preisbereinigten BIP verdeutlicht:
Abbildung 9:
Entwicklung des BIP
Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (preisbereinigt, verkettet)
Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %
-1
0
1
2
3
4
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
Sachsen
Deutschland
Neue Bundesländer (ohne Berlin)
Quelle: Darstellung auf Basis von Daten des Arbeitskreises "Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Län-
der" (Berechnungsstand März 2006).
Die Übersicht zeigt, dass die Wirtschaft Sachsens im ostdeutschen Vergleich in
den Jahren 2001 bis 2005 zum Teil erheblich stärker gewachsen ist. Auch im
Bundesvergleich weist Sachsen seit 2001 - mit Ausnahme des Jahres 2005 -
ein signifikant höheres Wachstum auf. Diese Entwicklung ist in erster Linie da-
rauf zurückzuführen, dass im Verarbeitenden Gewerbe und in Teilen des
Dienstleistungsgewerbes sowohl gegenüber den neuen Ländern (ohne Berlin)
als auch gegenüber Deutschland überdurchschnittliche Wachstumsraten zu
verzeichnen waren. Die wirtschaftliche Stagnation des Jahres 2005 resultiert
wesentlich aus einem wirtschaftlichen Einbruch in der Bauwirtschaft. Dieser ist
vor allem mit dem Wegfall sonderkonjunktureller Einflüsse wie Rückgang der
Solidarpaktmittel für die Infrastruktur und Beseitigung der Schäden aus dem
Augusthochwasser 2002 begründet. Das BIP-Wachstum Sachsens wurde
dadurch in 2005 um knapp 1 % negativ belastet. Trotz eines im Zeitraum 1999
45
ohne Berlin.

Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
77
bis 2005 überdurchschnittlichen BIP-Wachstums in Sachsen von 9,3 %
(Deutschland: 7,0 %) ist insgesamt zu konstatieren, dass der Rückstand der
Wirtschaftskraft Sachsens wie ganz Ostdeutschlands zu der Westdeutschlands
nicht wesentlich verringert werden konnte. Der Anteil des BIP Sachsens am ge-
samtdeutschen BIP schwankt seit Mitte der 90er Jahre in einem Korridor von
3,7 % bis 3,9 %.
178. Nachdem das Jahr 2005 durch wirtschaftliche Stagnation gekennzeichnet war,
verlief die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in den ersten sechs Monaten 2006
sehr dynamisch; mit einem kräftigen BIP-Anstieg von 3,8 % gegenüber dem
ersten Halbjahr 2005 weist Sachsen das stärkste Wachstum aller Bundesländer
auf (Deutschland: 2,0 %; Neue Länder ohne Berlin: 2,4 %).
46
179. Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung des BIP je Einwohner im Zeitraum
von 1999 bis 2005 für Sachsen, die neuen Länder ohne Berlin und Gesamt-
deutschland:
Abbildung 10: Entwicklung des BIP je Einwohner
Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts je Einwohner
(in laufenden Preisen)
16.871 €
16.557 €
19.267 €
27.229 €
24.511 €
20.033 €
0
5.000
10.000
15.000
20.000
25.000
30.000
35.000
BIP je Einwohner 1999
BIP je Einwohner 2005
18,7 %
16,4 %
11,1 %
Sachsen
Neue Länder ohne Berlin
Deutschland
Quelle: Darstellung auf Basis von Daten des Arbeitskreises "Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Län-
der" (Berechnungsstand März 2006).
46
Vgl. Statistisches Landesamt Sachsen: "Deutliches Wachstum der Wirtschaft in Sachsen im
1. Halbjahr 2006", Pressemitteilung 185/2006 vom 25. September 2006.

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FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
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78
Positiv entwickelte sich das
BIP je Einwohner
Sachsens. Zwischen 1999 und
2005 erhöhte sich das BIP je Einwohner mit 18,7 % um 2,3 %-Punkte stärker
als in den neuen Ländern und um 7,6 % stärker als in Gesamtdeutschland. Ent-
sprechend konnte die Lücke zum bundesdeutschen BIP je Einwohner verringert
werden. In 2005 belief sich das BIP je Einwohner Sachsens auf 20.033 Euro
und entsprach damit 73,6 % (neue Länder ohne Berlin: 70,6 %) des gesamt-
deutschen Niveaus, nachdem es in 1999 noch bei 68,8 % gelegen hatte. Neben
der vergleichsweise positiven gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hat hierzu
auch der Rückgang der sächsischen Bevölkerung beigetragen, die zwischen
1999 und 2005 um 4,3 % abnahm, während sie in Deutschland um 0,5 % zu-
nahm.
180.
Bei regionaler Betrachtung
zeigen sich beim BIP je Einwohner erhebliche
Niveauunterschiede, wie die nachfolgende Tabelle zeigt. Auf Grundlage der Da-
ten des Jahres 2004 ist das BIP je Einwohner für sämtliche Landkreise und
kreisfreien Städte des Freistaates in Relation zum sächsischen Durchschnitt
dargestellt; Werte über (unter) 100 % kennzeichnen Kreise, deren BIP je Ein-
wohner über (unter) dem sächsischen Durchschnitt liegen. Analog zur Darstel-
lung der Bevölkerungsentwicklung sind wiederum die Felder der zehn "besten"
Kreise farblich nicht unterlegt, der zehn "mittleren" Kreise hellgrau und der neun
Kreise mit den größten Rückständen dunkelgrau hinterlegt.

Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
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79
Tabelle 5:
BIP je Einwohner auf Kreisebene im Verhältnis zum sächsischen BIP je
Einwohner im Jahr 2004
BIP je Einwohner 2004
Sachsen = 100 %
94,3%
126,2%
108,1%
152,7%
85,3%
100,1%
88,4%
80,0%
74,3%
85,2%
74,7%
76,2%
65,0%
105,3%
157,2%
91,9%
90,2%
88,5%
96,5%
72,6%
88,4%
72,1%
76,2%
79,8%
88,6%
100,1%
117,8%
90,5%
90,3%
77,2%
84,0%
86,4%
Quelle:
Döbeln
Muldentalkreis
Torgau-Oschatz
Kamenz
Regierungsbezirk Leipzig
Leipzig, Stadt
Delitzsch
Leipziger Land
Bautzen
Meißen
Niederschlesischer Oberlausitzkreis
Riesa-Großenhain
Löbau-Zittau
Sächsische Schweiz
Mittweida
Stollberg
Aue-Schwarzenberg
Weißeritzkreis
Zwickauer Land
Regierungsbezirk Dresden
Dresden, Stadt
Görlitz, Stadt
Hoyerswerda, Stadt
Regierungsbezirk Chemnitz
Chemnitz, Stadt
Plauen, Stadt
Zwickau, Stadt
Annaberg
Chemnitzer Land
Freiberg
Vogtlandkreis
Mittlerer Erzgebigskreis
- BIP je Einwohner: SMWA: Wirtschaftstelegramm für den Freistaat Sachsen, Juni 2006, nach
Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen

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FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
80
Insgesamt ist über alle Regierungsbezirke hinweg festzustellen, dass das BIP
je Einwohner in den kreisfreien Städten des Freistaates (2004: 26.281 Euro) in
erheblichem Maße über dem BIP je Einwohner in den Landkreisen (2004:
16.507 Euro) liegt.
47
Mit Ausnahme der Städte Görlitz und Hoyerswerda liegt
das BIP je Einwohner in allen kreisfreien Städten um bis zu 57 % (Dresden)
über dem Durchschnitt des Freistaates, während es mit Ausnahme des Kreises
"Chemnitzer Land" in sämtlichen Landkreisen um bis zu ein Drittel (Zwickauer
Land) unter dem sächsischen Durchschnittswert liegt. Dabei befindet sich in je-
dem der drei Regierungsbezirke zumindest ein Landkreis mit einem Pro-Kopf-
Einkommen von weniger als 80 % des sächsischen Durchschnitts.
Erwerbstätigkeit und Beschäftigung
181. Trotz des überdurchschnittlichen Wachstums hat die Zahl der Erwerbstätigen in
Sachsen wie in ganz Ostdeutschland seit Jahren abgenommen. Im europäi-
schen Vergleich lag die Beschäftigungsquote Sachsens in 2004 mit 60,4 % um
2,7 %-Punkte unter dem Durchschnitt der EU 25, um 4,1 %-Punkte unter dem
Wert der EU 15 und 3,9 %-Punkte unter dem gesamtdeutschen Wert.
48
Aller-
dings war erstmals seit Jahren von Mitte 2005 bis Mitte 2006 wieder ein Anstieg
der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Höhe von ca. 13.000 Personen
zu verzeichnen.
49
47
Berechnung auf Basis von Daten des Arbeitskreises "Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen
der Länder" (Berechnungsstand Mai 2006).
48
Vgl. EUROSTAT: Beschäftigungsquoten nach Geschlecht und Alter auf NUTS-Ebene 1 und 2.
49
Vgl. SMWA: Monatsbericht "Arbeitsmarkt in Sachsen", September 2006, S. 2.

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FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
81
Abbildung 11: Entwicklung der Erwerbstätigkeit
Während die Zahl der Erwerbstätigen im Betrachtungszeitraum in Gesamt-
deutschland um 0,9 % leicht zunahm, ist für Sachsen ein deutlicher Rückgang
von 4,9 % festzustellen. Im Vergleich zu den anderen ostdeutschen Flächenlän-
dern, in denen die Erwerbstätigkeit um durchschnittlich 7,0 % zurückging,
schneidet Sachsen allerdings noch vergleichsweise günstig ab. Die Erwerbsquo-
te, die den Anteil der Erwerbspersonen an der Bevölkerung angibt und als Maß
für die Stärke der Erwerbsorientierung angesehen werden kann, liegt in Sachsen
mit 52,7 % im Jahr 2005 unverändert deutlich über dem Niveau der alten Länder
von 49,1 %. Bezogen auf die Bevölkerung des Freistaates entspricht die um
3,6 %-Punkte über dem Bundesdurchschnitt liegende Erwerbsquote einem zu-
sätzlichen Arbeitskräfteangebot von 154.000 Personen
50
.
50
Ergebnisse des Mikrozensus 2005; Auskünfte des Statistischen Landesamtes Sachsen und des
Statistischen Bundesamtes.
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2005/1999
%
Sachsen
1.982
1.972
1.940
1.914
1.910
1.912
1.885
-4,9
5.959
5.907
5.810
5.718
5.656
5.656
5.582
-6,3
Deutschland
38.424 39.144 39.316 39.096 38.722 38.868 38.783
0,9
Quelle: VGR der Länder: Erwerbstätige Inland 1999 - 2005, in
www.vgrdl.de
am Arbeitsort in Sachsen (einschließlich Einpendler)
1.000 Personen
Jahresdurchschnitt
Neue Länder ohne Berlin
Entwicklung der Erwerbstätigkeit
1999=100
92
94
96
98
100
102
104
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
Sachsen
Deutschland
Neue Bundesländer (ohne Berlin)
Entwicklung der Erwerbstätigkeit
1999=100
92
94
96
98
100
102
104
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
Sachsen
Deutschland
Neue Bundesländer (ohne Berlin)

Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
82
182. Ein ähnliches Bild zeigt sich für die in Abbildung 12 dargestellte Entwicklung der
sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung:
Abbildung 12: Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2005/1999
%
1.559
1.527
1.477 1.421 1.395 1.369 1.332
-14,5
736
730
715
699
684
673
660
-10,2
823
797
762
723
711
695
672
-18,4
4.705 4.588 4.425 4.285 4.159 4.070 3.958
-15,9
2.234 2.203 2.153 2.108 2.049 2.010 1.968
-11,9
2.471 2.386 2.272 2.177 2.110 2.060 1.990
-19,5
27.483 27.826 27.817 27.571 26.955 26.524 26.178
-4,7
12.059 12.282 12.373 12.392 12.181 11.983 11.892
-1,4
15.423 15.544 15.445 15.179 14.773 14.541 14.286
-7,4
Deutschland
Frauen
Männer
Jahresdurchschnitt
Quelle: Statistisches Bundesamt: Fachserie 1, Reihe 4.2.1, Struktur der sozialversicherungspflichtig
Beschäftigten, 30. Juni 2005
1.000 Personen
Neue Länder o. Berlin
Sachsen
Frauen
Männer
Frauen
Männer
1) am Arbeitsort in Sachsen (einschließlich Einpendler)
Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung
1999=100
80
85
90
95
100
105
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
Sachsen
Deutschland
Neue Bundesländer (ohne Berlin)
Die Übersicht zeigt, dass der Abbau sozialversicherungspflichtiger Beschäfti-
gung analog zur Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Sachsen wie auch den
neuen Ländern im Bundesvergleich erheblich stärker ausgefallen ist. Auffällig
ist zudem, dass die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsver-
hältnisse gegenüber den Erwerbstätigenzahlen weit stärker abgenommen hat.
Zurückzuführen ist dies vor allem auf die Zunahme der selbstständigen Be-
schäftigung ("Ich-AG") und der vermehrten Wahrnehmung geringfügiger Be-
schäftigungsverhältnisse ("Mini-Jobs"). Entsprechend ist der Anteil der Selbst-

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FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
83
ständigen und mithelfenden Familienangehörigen an allen Erwerbstätigen in
Sachsen von 8,8 % in 1999 auf 11,2 % in 2005 signifikant angestiegen
51
.
183. Das Arbeitsvolumen Sachsens - gemessen an den geleisteten Arbeitsstunden
der Erwerbstätigen am Arbeitsort Sachsen - ist im gleichen Zeitraum demge-
genüber um annähernd 10 % auf rd. 2,8 Mrd. Stunden gesunken (neue Länder
ohne Berlin: -11,6 %; Deutschland: -2,6 %)
52
.
Erwerbsbeteiligung und Beschäftigung von Frauen
184. Im Jahresdurchschnitt 2005 zählte Sachsen insgesamt 2.258 Tsd. Erwerbsper-
sonen, darunter 1.053 Tsd. Frauen. Bezogen auf die weibliche Bevölkerung des
Freistaates entspricht dies einer Erwerbsquote von Frauen von 47,9 %, die
zwar leicht niedriger als in Ostdeutschland (neue Länder und Berlin-Ost:
48,1 %), aber deutlich über der des früheren Bundesgebietes (42,7 %) liegt. Die
Erwerbsquote der Männer lag im Jahr 2005 in Sachsen mit 57,8 % auf dem Ni-
veau der ostdeutschen Quote, aber um 1,9 %-Punkte über dem westdeutschen
Vergleichswert (55,9 %).
53
Damit zeigt sich auch in Sachsen der generelle
Trend einer im Vergleich zu Männern geringeren Erwerbsbeteiligung von Frau-
en, die gegenüber den alten Ländern aber weniger stark ausgeprägt ist.
185. Der Anteil der Frauen an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten
54
des
Freistaates Sachsen hat von 47,1 % im Jahr 1999 auf 49,6 % im Jahr 2005
deutlich zugenommen und liegt damit im Durchschnitt der neuen Länder ohne
Berlin (49,7 %), aber deutlich über dem bundesdeutschen Vergleichswert
(44,3 %). Aufgrund des starken Abbaus an sozialversicherungspflichtiger Be-
schäftigung ist die absolute Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten
Frauen allerdings von 735.693 im Jahr 1999 auf 660.406 im Jahr 2005 um über
10 % zurückgegangen; bei den sozialversicherungspflichtig beschäftigten Män-
51
Vgl. Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern: Statistischer Bericht: Erwerbstätige nach
Wirtschaftsbereichen in Mecklenburg-Vorpommern (Vorabbericht der Ergebnisse der Erwerbs-
tätigenrechnung des Bundes und der Länder), in:
http://www.statistik-mv.de.
Der Bericht enthält
Angaben zu allen Ländern.
52
Vgl. Arbeitskreis "Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder": Geleistete Arbeitsstun-
den der Erwerbstätigen (Arbeitsort), in:
http://www.hsl.de/erwerbstaetigen-rechnung.
53
Vgl. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, Statistisches Bundesamt.
54
Am Arbeitsort Sachsen, Stichtag 30. Juni.

Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
84
nern fiel der Rückgang mit über 18 % allerdings noch deutlich stärker aus, wozu
besonders die Anpassungskrise der Bauwirtschaft beigetragen hat.
55
186. Frauen arbeiten im Vergleich zu Männern weit häufiger in Teilzeit. Die Teilzeit-
arbeitsquote der Frauen hat sich in Sachsen von 24,5 % in 2002 auf 27,3 % in
2005 weiter erhöht, liegt aber noch deutlich unter dem bundesdeutschen Ver-
gleichswert (31,2 %). Die Teilzeitarbeitsquote der Männer blieb zwischen 2002
und 2005 mit rd. 4,5 % weitgehend stabil.
56
Produktivität
187. Die bisherige Analyse hat gezeigt, dass die wirtschaftliche Entwicklung Sach-
sens in den letzten Jahren durch ein im Vergleich zu Ostdeutschland stärkeres
Wachstum bei einem geringeren Abbau von Erwerbstätigkeit gekennzeichnet
ist. Beide Faktoren bestimmen die gesamtwirtschaftliche Produktivität. Ein Ver-
gleich der Produktivitätsentwicklung in Sachsen, den neuen Ländern und
Deutschland - gemessen als BIP je Erwerbstätigenstunde -
im Zeitraum 1999 bis 2005 zeigt dabei folgendes Bild:
Abbildung 13
Produktivitätsentwicklung 1999 bis 2005
Produktivitätsentwicklung 1999 bis 2005
BIP (preisbereinigt, verkettet) je Erwerbstätigenstunde
21,2%
20,5%
9,8%
0%
5%
10%
15%
20%
25%
Sachsen
Neue Länder ohne Berlin
Deutschland
Quelle: VGR der Länder, Bruttoinlandsprodukt, Bruttowertschöpfung in den Ländern und Ost-West Großraum-
regionen Deutschlands 1991-2005, Berechnungsstand: März 2006, in:
www.vgrdl.de.
55
Vgl. Statistisches Landesamt Sachsen: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mit Arbeitsort
im Freistaat Sachsen und Statistisches Bundesamt: Fachserie 1, Reihe 4.2.1: Struktur der sozi-
alversicherungspflichtig Beschäftigten, Juni 2005.
56
Vgl. Statistisches Bundesamt: Fachserie 1, Reihe 4.2.1: Struktur der sozialversicherungspflich-
tig Beschäftigten, 2002 und Juni 2005.

Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
85
Abbildung 13 verdeutlicht, dass die Produktivität der sächsischen wie auch der
gesamten ostdeutschen Wirtschaft im Vergleich zur gesamtdeutschen Wirt-
schaft erfreulicherweise deutlich stärker gewachsen ist. Die zu den alten Län-
dern bestehende Produktivitätslücke konnte dementsprechend zwischen 1999
und 2005 um knapp 7 %-Punkte verringert werden. In 2005 erreichte Sachsen
ein Produktivitätsniveau
57
von 75,3 % der gesamtdeutschen Produktivität (neue
Länder ohne Berlin: 76,3 %).
Arbeitsmarkt
188. Die Lage auf dem sächsischen Arbeitsmarkt ist sehr schwierig. Auch 16 Jahre
nach der deutschen Einheit liegt die Arbeitslosigkeit in Sachsen wie in ganz
Ostdeutschland nahezu doppelt so hoch wie in den alten Ländern.
189. Die Entwicklung der
Arbeitslosigkeit
ist für die Jahre 1999 bis 2005 in der fol-
genden tabellarischen Übersicht dargestellt. Bei der Interpretation der Daten ist
zu berücksichtigen, dass die Vergleichbarkeit der Zahlen für 2005 mit denen
der Vorjahre nur eingeschränkt möglich ist, weil im Zuge der Umsetzung der
Hartz-Gesetze die statistische Erfassung der Arbeitslosen verändert wurde
58
:
Tabelle 6:
Arbeitslose/Arbeitslosenquote
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
Veränd.
379.674 387.868 399.420 405.349 403.480 396.328 402.269
22.595
18,6%
18,5%
19,0%
19,3%
19,4%
19,4%
20,0% 1,4 %-Pkte.
18,7%
18,5%
18,8%
19,2%
20,1%
20,1%
20,6% 1,9 %-Pkte.
9,6%
8,4%
8,0%
8,5%
9,3%
9,4%
11,0% 1,4 %-Pkte.
11,7%
10,7%
10,3%
10,8%
11,6%
11,7%
13,0% 1,3 %-Pkte.
Quelle:
- Bundesagentur für Arbeit: Arbeitsmarkt in Zahlen, Jahreszahlen 2005
- Bundesagentur für Arbeit: Zeitreihe Arbeitslose ab 1991
Westdeutschland
1) Anteil an den abhängigen zivilen Erwerbspersonen
Ostdeutschland
Bundesrepublik
Jahresdurchschnitt
Arbeitslose
Arbeitslosenquote
1)
Sachsen
57
BIP in laufenden Preisen je Erwerbstätigenstunde.
58
Im Zuge der Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe werden ehemalige Sozialhilfe-
empfänger seit 2005 zum Teil den Arbeitslosen zugerechnet und erhöhen somit die statistisch
ausgewiesene Arbeitslosigkeit. Andererseits haben ehemals Arbeitslose Beschäftigung in sog.
"Ein-Euro-Jobs" gefunden, was sich in der Arbeitslosenstatistik in sinkenden Quoten nieder-
schlägt.

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FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
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86
Die Zahl der bei den sächsischen Arbeitsagenturen registrierten Arbeitslosen
nahm zwischen 1999 und 2005 um 22.595 auf 402.269 Personen zu. Im glei-
chen Zeitraum erhöhte sich die Arbeitslosenquote um 1,4 %-Punkte auf 20,0 %.
Im Vergleich zu Ostdeutschland fiel der Anstieg der Arbeitslosigkeit in Sachsen
etwas geringer aus. Allerdings liegt die Arbeitslosenquote im Freistaat nach wie
vor um 9 %-Punkte über dem westdeutschen Wert.
Die sog. Unterbeschäftigungsquote, in die neben den registrierten Arbeitslosen
auch Kurzarbeiter, im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Instrumenten geför-
derte Personen und Personen, die aufgrund der Wahrnehmung von Altersüber-
gangsregelungen bzw. des § 428 SGB III
59
aus dem Arbeitsmarkt ausgeschie-
den sind, einfließen, ist von über 28 % im Januar 1999 auf rd. 24 % Mitte 2006
gesunken.
60
Diese Entwicklung ist in erster Linie auf einen geringeren Einsatz
traditioneller Arbeitsmarktinstrumente (ABM, SAM, berufliche Weiterbildung) zu-
rückzuführen.
190.
Tabelle 7 gibt für die Jahre 1999 und 2005 einen Überblick über den Einsatz
der wesentlichen arbeitsmarktpolitischen Instrumente:
Tabelle 7:
Instrumente der Arbeitsmarktpolitik
1999
2005
94.572
14.119
36.191
8.141
130.763
22.260
29.398
20.608
- 24.488
k.A.
41.309
k.A.
10.071
k.A.
28.101
Quelle:
- Daten der Bundesagentur für Arbeit
- SMWA: Arbeitsmarktbilanz Sachsen (Stand: April 2006)
Jahresdurchschnitt
dar. Förderung der Selbständigkeit
traditionelle Förderinstrumente
ABM, SAM
Arbeitsgelegenheiten
berufliche Weiterbildung
Beschäftigungsbegleitende Leistungen
dar. Eingliederungszuschüsse
§ 428 SGB III
59
Nach § 428 SGB III können Arbeitslose, die das 58. Lebensjahr vollendet haben, auf eine Inan-
spruchnahme der Arbeitsvermittlung verzichten und tauchen daher in der amtlichen Arbeitslo-
senstatistik nicht mehr auf.
60
Vgl. SMWA: Quoten der Arbeitslosigkeit, in:
www.smwa.sachsen.de.

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FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
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87
191. Der Einsatz traditioneller Förderinstrumente ist in den letzten Jahren drastisch
zurückgegangen. Zwischen 1999 und 2005 nahm die Zahl der in ABM, SAM
und beruflicher Weiterbildung geförderten Frauen und Männer um insgesamt
108.503 ab. Im Gegenzug erfolgte eine Umsteuerung der Agenturen für Arbeit
in Förderinstrumente, die auf eine verbesserte Eingliederung von Arbeitslosen
in den regulären Arbeitsmarkt zielen. Verstärkt wurde besonders der Einsatz
berufsbegleitender Leistungen wie Eingliederungszuschüsse an Unternehmen,
Existenzgründerzuschüsse oder Überbrückungsgeld.
192. Auch unter Berücksichtigung der im Jahr 2005 durchschnittlich 25.000 in sog.
"Ein-Euro-Jobs" (Arbeitsgelegenheiten) beschäftigten und insofern in der amtli-
chen Arbeitslosenstatistik nicht erfassten Personen kann insgesamt festgehal-
ten werden, dass der statistisch ausgewiesene Anstieg der Arbeitslosigkeit in
vollem Umfang durch den zahlenmäßig verminderten Einsatz von traditionellen
Arbeitsmarktinstrumenten erklärt werden kann.
193. Eine besondere Herausforderung für die Politik Sachsens wie ganz Deutsch-
lands stellt die Verringerung der Langzeitarbeitslosigkeit dar. Die Zahl der
Langzeitarbeitslosen erhöhte sich in Sachsen zwischen 1999 und 2005 um et-
wa 47.000 Personen. Im Jahresdurchschnitt 2005 zählte der Freistaat rund
177.000 Langzeitarbeitslose. Dies entspricht einem Anteil von 44 % an allen
Arbeitslosen. Besorgniserregend ist vor allem, dass in 2005 rd. 60 % aller
Langzeitarbeitslosen bereits seit über 2 Jahren ohne Beschäftigung waren,
denn die Chancen der Eingliederung in den regulären Arbeitsmarkt verschlech-
tern sich mit zunehmender Dauer der Arbeitslosigkeit deutlich.
Ausbildungsstellensituation, Jugendarbeitslosigkeit
194. Die Lage am Ausbildungsmarkt ist unverändert angespannt. Insgesamt stand
den Bewerbern in den letzten Jahren ein zu geringes Angebot an Ausbildungs-
stellen zur Verfügung. Dies verdeutlicht die folgende Übersicht:

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FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
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88
Tabelle 8:
Ausbildungssituation/Jugendarbeitslosigkeit
2000
2001
2002
2003
2004
2005
15,8%
15,2%
15,4%
14,1%
14,5%
18,5%
34.893 33.471 31.226 30.782 30.700 28.993
34.574 33.475 29.813 28.349 25.846 24.516
25.012 23.349 20.366 18.822 17.241 16.191
64.395 62.510 59.786 56.376 56.534 54.463
34.749 33.362 31.125 30.665 30.615 28.862
-
22.901 22.022 22.054 22.508 21.781
144
109
101
117
85
131
2.683
1.837
1.504
1.907
2.614
2.195
929
727
628
881
1.095
866
9,7%
8,8%
8,4%
5,9%
5,9%
8,9%
58%
55%
54%
46%
49%
51%
19,1%
18,7%
19,4%
19,0%
19,6%
23,1%
Quellen:
Neu abgeschl.
Ausbildungsverträge
davon betriebliche
unbesetzte Ausbildungsstellen
2)
Arbeitslosenquote (unter 20 J.)
1)
Zweite Schwelle:
Bewerber
Bewerber
Arbeitslosenquote (unter 25 J.)
1)
Erste Schwelle:
Angebot an Ausbildungsstellen
bei der BA gemeldete Bewerber
davon bei der BA gemeldete
davon betriebliche
- SMWA: Arbeitslose Jugendliche in Sachsen (Stand: 1. August 2006)
Übernahmequote
3)
Arbeitslosenquote (20-25 Jahre)
1)
1)
Jahresdurchschnitt
2)
Stand Ende September
- IAB-Betriebspanel Sachsen 2005
3)
ohne den Bereich Erziehung/Unterricht
- Daten der Bundesagentur für Arbeit
- BMBF: Berufsbildungsberichte 2001 bis 2006
195. Bei Betrachtung der ersten Schwelle - dem Übergang von der Schule in die
Ausbildung - fällt auf, dass das Angebot an Ausbildungsstellen im Zeitraum von
2000 - 2005 deutlich unter der Zahl der bei der Bundesagentur für Arbeit ge-
meldeten Bewerber liegt. Den zum 31.12.2005 nicht vermittelten 866 Bewer-
bern stand nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit ein Angebot von ledig-
lich 131 unbesetzten Stellen gegenüber. Die unzureichende Versorgung mit
Lehrstellen hat zu einer besonderen Problematik geführt, die der so genannten
Altbewerber. Im Jahr 2005 waren fast die Hälfte (47,5 %) der bei den Ar-
beitsagenturen gemeldeten Ausbildungsbewerber Altbewerber, d. h. Jugendli-
che, die im vorangegangenen oder sogar noch früheren Jahren die Schule ab-
geschlossen haben.
196. Besonders problematisch erscheint, dass der Bedarf an Ausbildungsstellen in
einem geringer werdenden Umfang über das duale Ausbildungssystem gedeckt
wird. Im Beratungsjahr 2005/2006 konnten weniger als die Hälfte (39,2 %) der
bei den Agenturen für Arbeit gemeldeten Bewerber in Sachsen einen betriebli-
chen Ausbildungsvertrag abschließen. Der Großteil der Bewerber, die keinen

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FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
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89
betrieblichen Ausbildungsplatz finden, erhält außerbetriebliche Ausbildungsan-
gebote, vollzeitschulische Ausbildungen und berufsvorbereitende Maßnahmen.
197. Nicht nur an der ersten, sondern auch an der
zweiten Schwelle
, dem Über-
gang von der Ausbildung in den Beruf, steht Sachsen vor großen Herausforde-
rungen. Während die Arbeitslosenquote der unter 20-Jährigen seit 2000 um
0,8 %-Punkte auf 8,9 % abgenommen hat, stieg die Arbeitslosenquote der 20-
bis 25-Jährigen deutlich auf über 24 % im Jahresdurchschnitt 2005 an und liegt
damit um mehr als 4 %-Punkte über der allgemeinen sächsischen Arbeitslo-
senquote von 20 %. Zurückzuführen ist dieser Anstieg u. a. auch auf gesunke-
ne Übernahmequoten
61
der ausbildenden Betriebe. Der Anteil der durch den
ausbildenden Betrieb nach Abschluss der Ausbildung übernommenen Auszu-
bildenden verringerte sich zwischen 2000 und 2005 von 58 % auf 51 %. Damit
liegt
die
Übernahmequote in Sachsen zwar deutlich über dem ostdeutschen, aber noch
um 4 %-Punkte unter dem westdeutschen Wert
62
.
Arbeitsmarkt nach Geschlechtern
198. Die folgende Graphik zeigt die Entwicklung der geschlechterspezifischen Ar-
beitslosigkeit im Freistaat Sachsen im Zeitraum 1999 bis 2005:
61
Anteil der Auszubildenden, die nach Ende ihrer Ausbildung durch den ausbildenden Betrieb
übernommen wurden, an allen Ausbildungsabsolventen.
62
Um eine weitgehende Vergleichbarkeit zwischen der sächsischen und der gesamtdeutschen
Übernahmequote zu gewährleisten, werden hier die um den Bereich Erziehung und Unterricht
bereinigten sächsischen Quoten dargestellt. Hintergrund ist, dass die Ausbildung im Bereich Er-
ziehung und Unterricht außerbetrieblich erfolgt, so dass eine Übernahme durch den ausbilden-
den Betrieb naturgemäß nicht erfolgen kann. Vgl. IAB-Betriebspanel Sachsen: Ergebnisse der
zehnten Welle 2005, S. 59.

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FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
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90
Abbildung 14: Arbeitslosigkeit von Frauen und Männern im Freistaat Sachsen
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2005/1999
%
380
388
399
405
403
396
402
5,9
209
204
203
201
201
197
195
-6,8
171
184
196
204
202
199
208
21,4
Quelle: SMWA, Arbeitsmarktbilanz Sachsen, Juni 2006
Jahresdurchschnitt
1.000 Personen
Arbeitslose gesamt
Frauen
Männer
Arbeitslosigkeit von Frauen und Männern im Freistaat Sachsen
Arbeitslose in Prozent der abhängiggen zivilen Erwerbspersonen
(Jahresdurchschnitt)
21,0%
19,8%
19,8%
19,7%
19,8%
19,7%
19,8%
16,3%
17,2%
18,2%
19,0%
19,0%
19,1%
20,3%
0,0%
5,0%
10,0%
15,0%
20,0%
25,0%
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
Frauen
Männer
199. Die Grafik im oberen Teil der Übersicht veranschaulicht zunächst die Entwick-
lung der jahresdurchschnittlichen Arbeitslosenquoten von Frauen und Männern
im Freistaat Sachsen. Dabei zeigt sich, dass sich die Arbeitslosenquote der
Frauen nach einem Rückgang im Jahr 2000 mit knapp 20 % auf stabilem, aber
sehr hohem Niveau bewegt. Die Arbeitslosenquote der Männer ist demgegen-
über seit dem Jahr 1999 um 4 %-Punkte auf 20,3 % deutlich angestiegen und
lag im Jahr 2005 erstmals über der Arbeitslosenquote der Frauen. Dieser An-
stieg ist analog dem Rückgang der sozialversicherungspflichtigen Beschäfti-
gung maßgeblich durch die schwierige Situation im Baugewerbe geprägt.

Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
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91
200. Noch deutlicher wird die unterschiedliche Entwicklung des geschlechterspezifi-
schen Arbeitsmarktes bei Betrachtung der im unteren Teil der Übersicht darge-
stellten absoluten Arbeitslosenzahlen. Während die Zahl der arbeitslosen Män-
ner im Betrachtungszeitraum um 21,4 % auf 208 Tsd. angestiegen ist, ist die
Zahl der arbeitslosen Frauen um 6,8 % auf 195 Tsd. zurückgegangen. Vor al-
lem der Rückgang der Frauenarbeitslosigkeit spiegelt sich allerdings kaum in
einem Rückgang der frauenspezifischen Arbeitslosenquote wider, weil auch die
weibliche Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter stark - im Zeitraum 1999 bis
2004 um knapp 5 % - abgenommen hat.
Vor allem in der für den Arbeitsmarkt besonders relevanten Gruppe der 21- bis
45-Jährigen sind Frauen in der Bevölkerung stark unterrepräsentiert. Lebten
Ende des Jahres 2004 noch 735 Tsd. Männer dieser Altersgruppe in Sachsen,
so betrug die Zahl der auf diese Altersgruppe entfallenden Frauen lediglich 657
Tsd.
63
201. Stark erhöht hat sich seit 1999 die Zahl der Langzeitarbeitslosen in Sachsen.
Im Jahresdurchschnitt 2005 waren im Freistaat 98.934 Frauen und 78.141
Männer langzeitarbeitslos. Der Anteil langzeitarbeitsloser Frauen an allen ar-
beitslosen Frauen belief sich auf 50,8 %; der entsprechende Anteil bei den
Männern betrug 37,6 %. Damit wird deutlich, dass Frauen noch stärker als
Männer von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen sind.
64
202. Frauen und Männer verfügen in Sachsen und Ostdeutschland über eine insge-
samt vergleichbare Qualifikationsstruktur, sind allerdings in Führungspositionen
vor allem auf höchster Ebene deutschlandweit unterrepräsentiert. Im Vergleich
zu Westdeutschland werden Frauen in Sachsen in deutlich stärkerem Maße in
Leitungsaufgaben einbezogen, wobei dies besonders für größere Betriebe zu-
trifft.
65
63
Vgl. Statistisches Bundesamt: Fachserie 1, Reihe 1.3: Bevölkerungsfortschreibung, 2004.
64
Vgl. SMWA: Arbeitsmarktbilanz Sachsen, Juni 2006.
65
Vgl. IAB-Betriebspanel Sachsen: Ergebnisse der neunten Welle 2004, S. 62 ff.

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FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
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92
Arbeitsmarktsituation der Älteren
203. Die Arbeitslosigkeit der Älteren (50 Jahre und älter) bewegt sich in ganz
Deutschland seit Jahren auf sehr hohem Niveau. In 2005 belief sich der Anteil
der älteren Arbeitslosen an allen Arbeitslosen in Sachsen auf 28,8 %. Damit
liegt er um 4,6 %-Punkte über dem westdeutschen und um 2,6 %-Punkte über
dem ostdeutschen Wert.
Arbeitsmarktsituation in den Regionen
204. Sämtliche Kreise und kreisfreien Städte leiden unter hoher Arbeitslosigkeit, wie
aus den in abgebildeten jahresdurchschnittlichen Arbeitslosenquoten des Jah-
res 2005 ersichtlich ist. Wiederum sind die Felder der zehn "besten" Kreise
farblich nicht hinterlegt, der zehn "mittleren" Kreise hellgrau und der neun Krei-
se mit den größten Rückständen dunkelgrau hinterlegt.

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FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
93
Tabelle 9:
Arbeitslosenquoten auf Kreisebene im Jahresdurchschnitt 2005
Arbeitslosenquote im
Jahresdurchschnitt 2005
19,5%
19,4%
18,8%
21,6%
19,2%
19,3%
18,5%
18,0%
20,7%
20,3%
18,1%
21,2%
19,9%
19,2%
16,4%
26,7%
24,0%
21,1%
18,8%
22,6%
21,4%
23,7%
19,1%
16,6%
17,4%
22,0%
23,0%
21,2%
22,0%
22,3%
20,1%
21,0%
Quelle: - Bundesagentur für Arbeit: Arbeitslose nach Gemeinden, Kreisen, Regierungsbezirken und Ländern
Regierungsbezirk Chemnitz
Chemnitz, Stadt
Plauen, Stadt
Zwickau, Stadt
Annaberg
Chemnitzer Land
Freiberg
Vogtlandkreis
Mittlerer Erzgebigskreis
Mittweida
Stollberg
Aue-Schwarzenberg
Weißeritzkreis
Zwickauer Land
Regierungsbezirk Dresden
Dresden, Stadt
Görlitz, Stadt
Hoyerswerda, Stadt
Leipziger Land
Bautzen
Meißen
Niederschlesischer Oberlausitzkreis
Riesa-Großenhain
Löbau-Zittau
Sächsische Schweiz
Döbeln
Muldentalkreis
Torgau-Oschatz
Kamenz
Regierungsbezirk Leipzig
Leipzig, Stadt
Delitzsch

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FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
94
Auf regionaler Ebene stellt sich die Arbeitsmarktlage wie folgt dar:
Unter den drei Regierungsbezirken des Freistaates ist die Arbeitslosigkeit im
Regierungsbezirk Dresden
mit einer Arbeitslosenquote von 19,2 % am
niedrigsten. Allerdings ist die Arbeitslosigkeit in den einzelnen Kreisen im
Regierungsbezirk Dresden sehr unterschiedlich ausgeprägt: Von den sach-
senweit zehn Kreisen mit der niedrigsten Arbeitslosenquote liegen fünf im
Regierungsbezirk Dresden. Allerdings liegen auch fünf der sachsenweit
neun Kreise mit der höchsten Arbeitslosenquote im Regierungsbezirk Dres-
den, der in Bezug auf die Arbeitsmarktlage somit die stärksten regionalen
Disparitäten aufweist.
Mit 22,0 % weist der Regierungsbezirk Leipzig die höchste Arbeitslosenquo-
te der drei Regierungsbezirke des Freistaates auf. Innerhalb des
Regie-
rungsbezirkes Leipzig
ist festzustellen, dass sämtliche Kreise in einem
weitgehend vergleichbaren Maße von Arbeitslosigkeit betroffen sind.
Gegenüber dem Regierungsbezirk Leipzig weist der
Regierungsbezirk
Chemnitz
mit 19,5 % eine deutlich niedrigere Arbeitslosenquote auf. Mit der
kreisfreien Stadt Zwickau liegt lediglich einer der sachsenweit zehn Kreise
mit der höchsten Arbeitslosenquote im Regierungsbezirk Chemnitz. Dies ist
insoweit bemerkenswert, weil der Regierungsbezirk Chemnitz unter den drei
sächsischen Regierungsbezirken das deutlich geringste BIP je Einwohner
aufweist.
Sektorale Wirtschaftsentwicklung und Wirtschaftsstruktur
205. Die sektorale Wirtschaftsstruktur Sachsens - gemessen am Anteil der in den
einzelnen Wirtschaftssektoren erwirtschafteten Bruttowertschöpfung an der ge-
samten Bruttowertschöpfung aller Wirtschaftssektoren - unterscheidet sich in
Teilen von der Wirtschaftsstruktur der EU, wie folgende Übersicht für ausge-
wählte EU-Mitgliedstaaten, die EU 15 und die EU 25 zeigt:

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FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
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95
Abbildung 15: Wirtschaftsstruktur Sachsens im EU-Vergleich
Wirtschaftsstruktur Sachsens im europäischen Vergleich (2003)
1,1%
2,1%
1,1%
3,7%
2,6%
2,5%
1,0%
27,9%
26,3%
26,1%
28,8%
29,1%
21,5%
27,1%
24,3%
70,9%
71,5%
71,8%
70,1%
67,2%
75,9%
70,4%
74,7%
2,1%
0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
70%
80%
90%
100%
Sachsen
EU
25
EU
15
Deutschland
Spanien
Frankreich
Italien
Vereinigtes Königreich
Anteil an der Bruttowertschöpfung
Agrarsektor
Industriesektor
Dienstleistungssektor
Quelle: EUROSTAT: Bruttowertschöpfung zu Herstellungspreisen auf der Ebene NUTS 2
206. Aus der Übersicht geht hervor, dass der sächsische Agrarsektor zur
Wirt-
schaftsleistung des Freistaates im EU-Vergleich
nur etwa halb so stark bei-
trägt. Vor allem im Vergleich zu Frankreich und Großbritannien ist der Industrie-
sektor in Sachsen demgegenüber stärker ausgeprägt, dem Dienstleistungssek-
tor kommt andererseits eine geringere Bedeutung zu.
207. Einen Überblick über die
Veränderung der Wirtschaftsstruktur des Freistaa-
tes
ermöglicht die folgende Übersicht, in der die Bruttowertschöpfung der ein-
zelnen Wirtschaftsbereiche Sachsens als Anteil an der gesamten Bruttowert-
schöpfung des Freistaates für die Jahre 1999 und 2005 dargestellt ist. Zur Ein-
ordnung in die ostdeutsche und gesamtdeutsche Struktur sind zusätzlich die
korrespondierenden Werte des Jahres 2005 dargestellt.

Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
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96
Abbildung 16: Anteile der Wirtschaftsbereiche an der Bruttowertschöpfung
Anteile der Wirtschaftsbereiche an der Bruttowertschöpfung in Sachsen 1999 und 2005 sowie in
Ostdeutschland 2005 und der BRD 2005
(in %)
1,4
18,9
11,1
16,8
23,9
27,9
1,0
5,9
27,1
1,6
21,8
5,7
18,2
24,7
28,1
0,9
25,8
3,9
18,0
29,1
23,1
22,3
16,2
26,6
0
5
10
15
20
25
30
35
Land- und Forstwirtschaft,
Fischerei
Produzierendes Gewerbe
ohne Baugewerbe
Baugewerbe
Handel, Gastgewerbe,
Verkehr
Finanzierung, Vermietung,
Unternehmens-
dienstleistungen
Öffentliche und private
Dienstleister
Sachsen 1999
Sachsen 2005
Neue Länder ohne Berlin
Bundesrepublik Deutschland 2005
Quelle: VGR der Länder, Bruttoinlandprodukt, Bruttowertschöpfung in den Ländern und Ost-West Großraumre-
gionen Deutschlands 1991-2005, Berechnungsstand: März 2006, in:
www.vgrdl.de.
Die Übersicht verdeutlicht, dass die Entwicklung zwischen 1999 und 2005 in
den einzelnen Wirtschaftsbereichen unterschiedlich verlief.
208. Zwischen 1999 und 2005 ist die Bruttowertschöpfung im
Produzierenden Ge-
werbe ohne Bau
um real 43,7 % (neue Länder ohne Berlin: 37,6 %) gestiegen.
Der Anteil des Produzierenden Gewerbes ohne Bau an der gesamten Brutto-
wertschöpfung des Freistaates erhöhte sich um über 4 %-Punkte auf 23,1 %.
Im ostdeutschen Vergleich nimmt der Industriesektor in Sachsen eine größere
Stellung ein; im Bundesvergleich ist er allerdings trotz der sehr positiven Ent-
wicklung noch unterrepräsentiert.
209. Die Entwicklung in den vom Umsatz und der Beschäftigung der Betriebe her
wichtigsten Wirtschaftszweigen zeigt Tabelle 10:

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FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
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97
Tabelle 10:
Umsatz- und Beschäftigungsentwicklung nach Wirtschaftszweigen
Umsatz Umsatz
€ Mio
€ Mio
581
5.119
591
3.477
1,7
-32,1
1.624 12.979
1.517 11.172
-6,6
-13,9
1.077
8.199
2.306
9.693
114,1
18,2
1.646 11.541
2.137 12.503
29,8
8,3
3.725 31.904
5.126 34.029
37,6
6,7
3.378 31.506
5.763 37.891
70,6
20,3
2.891 25.944
5.853 33.910
102,5
30,7
4.222 24.884
6.650 24.209
57,5
-2,7
5.755 23.156
10.370 28.775
80,2
24,3
Quelle:
Hst. v. Büromasch., Elektrotech., Feinmechanik, Optik
1999
2005
Veränderung (%)
tätige
Pers.
tätige
Pers.
tätige
Pers.
Umsatz
Ernährungsgewerbe und Tabakverarbeitung
Statistisches Landesamt Sachsen: Betriebe, tätige Personen, Bruttolohn- und -gehaltsumme sowie
Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe sowie im Bergbau und der Gewinnung von Steinen und Erden
1999 und 2005 nach Unterabschnitten
Bergbau, Gewinnung von Steinen u. Erden
Glasgewerbe, Keramik, Verarb. v. Steinen u. Erden
Herstellung von chemischen Erzeugnissen
Papier-, Druck- und Verlagsgewerbe
Fahrzeugbau
Betriebe mit im Allgemeinen 20 oder mehr tätigen Personen
Maschinenbau
Metallerz. u. -bearbeitung, Herst. v. Metallerzeugnissen
210. Die umsatz- und beschäftigungsseitig wichtigsten Wirtschaftszweige des Frei-
staates Sachsen stellen der Fahrzeugbau, das Ernährungsgewerbe, die Elekt-
rotechnik, die Metallerzeugung und -bearbeitung sowie der Maschinenbau dar,
in denen zum Teil außerordentliche Umsatz- und Beschäftigungsgewinne zu
verzeichnen sind. Im Bergbau, dem Glas- und Keramikgewerbe sowie dem Er-
nährungsgewerbe ging die Beschäftigung dagegen zurück. Insgesamt konnten
die sächsischen Betriebe des Verarbeitenden Gewerbes einschließlich Bergbau
im Betrachtungszeitraum ein Umsatzwachstum von knapp 58 % verbuchen; der
Personalbestand erhöhte sich um knapp 8 %.
211. Infolge des Abflauens des durch die deutsche Einheit bedingten Booms in der
Bauwirtschaft befindet sich das
Baugewerbe
in Sachsen wie in allen ostdeut-
schen Ländern seit Mitte der 90er Jahre in einem Schrumpfungsprozess. Zwi-
schen 1999 und 2005 sank die im sächsischen wie auch im gesamten ostdeut-
schen Baugewerbe erwirtschaftete Bruttowertschöpfung drastisch um real
knapp 40 %. Im gleichen Zeitraum verringerte sich die Zahl der Erwerbstätigen
des sächsischen Baugewerbes um annähernd 110.000 Personen
66
.
66
Der Rückgang der Erwerbstätigenzahlen über alle Wirtschaftsbereiche hinweg kann damit in
voller Höhe durch die Konsolidierung in der Bauwirtschaft erklärt werden.

Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
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98
212. In 2005 zählte das sächsische Baugewerbe noch 158.100 Erwerbstätige. Ledig-
lich in den Jahren 2003 und 2004 wurde der Anpassungsprozess in der Bau-
wirtschaft unterbrochen, was auf die Einflüsse der Sonderkonjunktur im Zuge
der Beseitigung der Schäden der Flutkatastrophe 2002 zurückzuführen ist.
213. Der Wertschöpfungsanteil des sächsischen Baugewerbes reduzierte sich ent-
sprechend von 11,1 % in 1999 auf 5,9 % in 2005. Damit ist das sächsische
Baugewerbe im Bundesvergleich allerdings noch immer überrepräsentiert,
weshalb sich der Konsolidierungsprozess weiter fortsetzen dürfte.
214.Das Dienstleistungsgewerbe entwickelte sich im Zeitraum 1999 bis 2005 mit ei-
nem realen Zuwachs der Bruttowertschöpfung von 10,5 % im Vergleich zu Ost-
deutschland (8,5 %) und Gesamtdeutschland (9,3 %) überdurchschnittlich. Bei
den Erwerbstätigenzahlen ist im Betrachtungszeitraum in Sachsen ein Zuwachs
von 2,0 % festzustellen, der über dem ostdeutschen Anstieg von 1,0 %, aber
deutlich unter dem gesamtdeutschen Zuwachs von 6,8 % liegt.
215. Der
Landwirtschaftssektor
entwickelte sich im Zeitraum 1999 bis 2005 mit
einem Wachstum der Bruttowertschöpfung von real 8,8 % im Vergleich zu Ost-
deutschland (1,5 %) und Gesamtdeutschland (5,9 %) überdurchschnittlich. Die
vergleichsweise positive Entwicklung der sächsischen Land- und Forstwirt-
schaft ging allerdings mit einem Rückgang der Erwerbstätigkeit von über 20 % -
wie auch in ganz Ostdeutschland - einher.
Da das Wachstum des Landwirtschaftssektors unter dem der Gesamtwirtschaft
zurückgeblieben ist, verringerte sich sein Wertschöpfungsanteil in Sachsen von
1,4 % in 1999 auf deutschlandweit durchschnittliche 1,0 % in 2005.
216. Auf Ebene der drei sächsischen Regierungsbezirke weist die Wirtschaftsstruk-
tur - gemessen als Anteil der Bruttowertschöpfung der Wirtschaftsbereiche an
der gesamten Bruttowertschöpfung - zum Teil deutliche Unterschiede auf, wie
folgende Darstellung verdeutlicht:

Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
99
Abbildung 17: Anteile der Wirtschaftsbereiche an der Bruttowertschöpfung auf Ebene
der Regierungsbezirke
Anteil der Wirtschaftsbereiche an der Bruttowertschöpfung auf Ebene der
Regierungsbezirke im Jahr 2004
1,3%
23,6%
7,5%
15,3%
26,6%
25,7%
1,2%
23,7%
6,4%
15,5%
25,6%
27,5%
1,4%
15,8%
7,1%
17,9%
29,8%
27,9%
0%
5%
10%
15%
20%
25%
30%
35%
Land- und Forstwirtschaft,
Fischerei
Produzierendes Gewerbe
ohne Bau
Baugewerbe
Handel, Gastgewerbe
und Verkehr
Finanzierung, Vermietung,
Unternehmensdienstleister
Öffentliche und private
Dienstleister
Regierungsbezirk Chemnitz
Regierungsbezirk Dresden
Regierungsbezirk Leipzig
Quelle: VGR der Länder, Bruttoinlandprodukt, Bruttowertschöpfung in den kreisfreien Städten und Landkreisen
Deutschlands 1992 und 1994 bis 2005, Berechnungsstand: Mai 2006, in:
www.vgrdl.de.
Die Regierungsbezirke Dresden und Chemnitz verfügen über eine weitgehend
vergleichbare Wirtschaftsstruktur. Die Wirtschaftsstruktur im Regierungsbezirk
Leipzig weicht hiervon dagegen sehr deutlich ab. Der Dienstleistungssektor
trägt im Regierungsbezirk Leipzig in sehr viel stärkerem Maße zur Wirtschafts-
leistung bei, während das Produzierende Gewerbe ohne Bau einen deutlich ge-
ringeren gesamtwirtschaftlichen Stellenwert einnimmt.

Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
100
2.1.1.5 Umwelt
217. Die nachfolgende Darstellung des Umweltzustandes im Freistaat Sachsen ist
aus dem Umweltbericht zur Strategischen Umweltprüfung des Sächsischen
EFRE OP 2007-2013
67
entnommen. Dabei handelt es sich um einen Ausschnitt,
der die wesentlichen Aussagen zu denjenigen Schutzgütern enthält, zu denen
die Vorhaben des EFRE einen engen Bezug aufweisen. Tiefergehende Analy-
sen sowie Aussagen zum Schutzgut Kultur- und Sachgüter sind im Umweltbe-
richt enthalten.
Biodiversität
218. Der Freistaat Sachsen ist aufgrund seiner naturräumlichen Lage durch eine
hohe Vielfalt an Lebensräumen, Pflanzen- und Tierarten und Landschaftstypen
gekennzeichnet.
219. Waldflächen nehmen in Sachsen 26,8 % der Landesfläche ein und liegen damit
unter dem Bundesdurchschnitt von 30 %. Außer der wirtschaftlichen Funktion
übernehmen Sachsens Wälder vielfältige weitere Funktionen. Neben den Natur-
und Landschaftsschutzfunktionen hat der Wald umfangreiche positive Wirkun-
gen in den Bereichen Boden-, Wasser- und Klimaschutz, bietet Schutz vor
Lärm- und Schadstoffimmissionen und ist ein herausragender Erholungsraum.
Boden
220. Eine der gravierendsten Beeinträchtigungen der Bodenfunktionen ist die Bo-
denversiegelung, die i. d. R. mit dem Verlust der meisten Funktionen einher-
geht. Indikator hierfür ist u. a. der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche an
der Flächennutzung. Er hat in den letzten Jahren kontinuierlich stark zuge-
nommen und lag 2001 bei 11,3 % der Landesfläche, 2004 bei 11,6 %.
67
Entera: Umweltbericht der Strategischen Umweltprüfung des Sächsischen EFRE OP
2007-2013, (2006).

Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
101
221. In Sachsen werden gebietsweise erhöhte Gehalte von Arsen und Schwermetal-
len im Boden gefunden. Neben diesen geogen bedingten und durch den Berg-
bau verschärften Umweltproblemen wurden Flächen durch z. B. Industrie- oder
Militärstandorte mit organischen und anorganischen Schadstoffen belastet, von
denen erhebliche Gefährdungen für Umwelt und Gesundheit ausgehen können.
Mit Stand 2000 wurden im Sächsischen Altlastenkataster 27.697 Altlasten oder
altlastenverdächtige Flächen erfasst, wovon nach umfänglichen Untersuchun-
gen 44 % einer weiteren Bearbeitung zugeführt werden mussten.
Wasser
222. Laut EG-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) ist bis zum Jahr 2015 der "gute öko-
logische Zustand" für alle Wasserkörper (Fließ- und Stillgewässer, Grundwas-
ser) zu erreichen, sowie zusätzlich für das Grundwasser der "gute mengenmä-
ßige" Zustand. Die Bestandsaufnahme des SMUL aus 2005 zur WRRL kommt
zu dem Ergebnis, dass nur für 12,9 % der Fließgewässerwasserkörper (gemes-
sen an der Anzahl) eine Zielerreichung derzeit als "wahrscheinlich" angesehen
wird, hingegen für 57,7 % ohne zusätzliche Maßnahmen als "unwahrschein-
lich".
223. Einfluss auf den ökologischen Zustand der Oberflächengewässer haben auch
strukturelle Veränderungen durch Querbauwerke, Uferverbaue, Hochwasser-
schutzanlagen, Beseitigung der Ufer- und Wasservegetation, Sohlvertiefungen
u. a. Besonders problematisch ist der Zustand der natürlichen Auen. Sie sind in
vielen Abschnitten stark beeinträchtigt. 60 % der Fließgewässerabschnitte sind
in ihrer Auendynamik "deutlich" bis "vollständig verändert". Die Verbesserung
der Fließgewässer- und Auenstruktur ist auch aus Sicht des Hochwasserschut-
zes von Belang, da die Gewässer aufgrund ihrer z. T. naturfernen Struktur so-
wie mangels Retentionsflächen Wassermengenereignisse nicht mehr fassen
können.
224. In Bezug auf Grundwassermenge und -beschaffenheit hat die Bestandserfas-
sung zur WRRL ergeben, dass von 64 sehr unterschiedlich großen Grundwas-
serkörpern für 27 die Zielerreichung nicht wahrscheinlich oder noch unklar ist.
Der Schwerpunkt der Beeinträchtigungen liegt bei diffusen Einträgen, die den
chemischen Zustand (Grundwassergüte) negativ beeinflussen können.

Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
102
225. Die Grundwasservorkommen werden durch 724 Trinkwasser- und Heilquellen-
schutzgebiete geschützt. Sie nehmen mit gut 1.562 km
2
8,5 % der Landesflä-
che ein.
Klima/Luft
226. Die CO
2
-Emissionen werden weit überwiegend durch Prozesse der stationären
und mobilen Verbrennung fossiler Energieträger verursacht. In Sachsen konnte
der CO
2
-Ausstoß seit 1990 mehr als halbiert werden, was in erster Linie auf den
Zusammenbruch der Großindustrie, aber auch auf die Modernisierung und
Neubau von Anlagen mit moderner Technik zurück zu führen ist. Der Klima-
schutzbericht weist für 2005 52 Mio. t/a aus. Hauptverursacher der CO
2
-
Emissionen sind mit Abstand die Großfeuerungsanlagen, gefolgt von Verkehr,
Industrie/ Gewerbe, Hausbrand, Kleinverbraucher und Deponieentgasungen.
227. Die SO
2
-Emissionen sind seit dem Beginn der 90-er Jahre von über 1 Mio. t/a
auf 34 kt/a zurückgegangen, was vor allem auf den Niedergang der ostdeut-
schen Industrie zurückzuführen ist. Die derzeitige Belastung zeigt eine gleich-
bleibende Tendenz, nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass Sachsen seinen
Energiebedarf aus Braunkohle deckt. Die Großfeuerungsanlagen haben einen
Anteil von 80 % an den SO
2
-Emissionen.
228. Die NO
x
-Emissionen sind seit 1990 um über die Hälfte auf 71 kt/a gesunken.
Besonders deutlich trug das Stilllegen und Modernisieren von Großfeuerungs-
anlagen zum Absinken der Emissionen bei. Heutzutage verursachen vor allem
der Verkehr über die Hälfte (rund 39 kt/a bei derzeit nur noch leicht fallender
Tendenz) und weiterhin die Großfeuerungsanlagen über ein Viertel (rund
21 kt/a) des Gesamtausstoßes. Seit Ende der 90-er Jahre ist eine Stagnation
der Stickstoffemissionen zu beobachten.
229. Als wichtigste Emittentengruppe der Luftschadstoffe insgesamt hat sich der
Verkehr bestätigt. Die Emissionen aus dem Verkehr tragen heute wie folgt zur
Gesamtemission bei: NO
X
-Emission 54 %, CO-Emission 66 %, NMVOC-
Emission 53 %, Staub-Emission 22 %.

Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
103
230. In Sachsen wurden im Jahr 2005 rd. 1.255 GWh aus erneuerbaren Energie-
quellen zur Wärme und Stromerzeugung gewonnen. Das entsprach ca. 4,1 %
des Endenergieverbrauchs
68
. Dieser Anteil ist in den letzten Jahren stetig ge-
stiegen. Der Anteil des Stromverbrauchs aus regenerativen Energieträgern
konnte gleichfalls konstant gesteigert werden. Er lag 1989 bei 0,8 % und ist bis
2005 auf ca. 10,5 % gestiegen. Erste Modellrechnungen des LfULG für das
Jahr 2005 zeigen, dass regenerative Energieträger (bei Betrachtung der Strom-
und Wärmeerzeugung) zu einer Einsparung von rund 2,4 Mio. t CO
2
beitragen.
Landschaft
231. Der Freistaat Sachsen wird durch vielfältige Landschaften, Orts- und Stadtbilder
geprägt. Landschaftliche Vielfalt kommt im kleinräumig wechselnden Formen-
reichtum der Makro-, Meso- und Mikrostrukturen der Landschaft zum Ausdruck.
Dazu gehören u. a. die strukturelle Formenvielfalt, der Reichtum an Gewässern,
unterschiedlichen Landnutzungen und Siedlungen.
232. Ein Kriterium zur Beurteilung der Eignung von Landschaften für die Erholung
und den Natur- und Umweltschutz, ist der Grad der Flächenzerschneidung. Die
Flächenzerschneidung ist als relevanter Wirkfaktor für den Arten- und Bio-
topschutz (z. B. die Störung räumlich-funktionaler Beziehungen durch Fragmen-
tierung), die Wasserqualität (z. B. durch Stoffeinträge) und den Klimaschutz
(z. B. durch Emissionen, Unterbrechung von Kalt- und Frischluftbahnen, Verän-
derung des Waldklimas) sowie für die Erholungseignung (z. B. durch Trennwir-
kung, Verlärmung). Als Indikator kann die Zahl und die Größe unzerschnittener
störungsarmer Räume (USR oder auch UZV unzerschnittene verkehrsarme
Räume) herangezogen werden. Bei der erstmaligen Erhebung im Jahr 2001
gab es vier USR entsprechend der Definition. Der Umweltstatus weist für 2002
darüber hinaus USR mit einer Größe von 20 bis 40, 40 bis 70 und 70 bis
100 km
2
aus. Es wurden 31 USR größer als 40 km
2
mit einer Gesamtfläche von
2.181 km
2
(11, % der Landesfläche) festgestellt. Die vier letzten großen USR
größer als 100 km² sind die Königsbrücker Heide und angrenzende Gebiete,
der Ostteil der Muskauer Heide, das obere Westerzgebirge nordwestlich von
Oberwiesenthal und die linkselbische Sächsische Schweiz mit dem östlichen
Erzgebirge.
68
Der Endenergieverbrauch ist der Verbrauch/ Absatz von Energieträgern, die bereits umgewan-
delt wurden, einschließlich von Leitungsverlusten.

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104
Menschliche Gesundheit, Bevölkerung
233. Schwebstäube können die menschliche Gesundheit negativ beeinflussen.
Wichtigste Emittentengruppen sind der Verkehr (43 %) und Industrieprozesse
(40 %). Ist in den letzten Jahren für die gröberen Staubpartikel ein deutlicher
Rückgang in Sachsen erzielt worden, so ist beim Feinstaub eine positive Ten-
denz nicht erkennbar.
234. Für die bodennahe Ozonbelastung kann in Sachsen kein positiver Trend fest-
gestellt werden. Das gilt sowohl für die Zielwerte für den Vegetationsschutz
69
,
als auch für die Zielwerte des Gesundheitsschutzes.
2.1.2
Entwicklung ausgewählter Potenzialfaktoren
2.1.2.1 Innovation, Wissenschaft, Forschung, Bildung
Innovation, Wissenschaft, Forschung und Entwicklung,
Forschungsinfrastruktur
235. Neben den Investitionen in Sachkapital und in die Kenntnisse und Fähigkeiten
der Menschen ist es für die Wettbewerbsfähigkeit einer Region von entschei-
dender Bedeutung, neues Wissen zu generieren und in Innovationen umzuset-
zen. Eine aktuelle Studie über die FuE-Potenziale in den neuen Ländern
70
be-
legt, dass FuE-betreibende Unternehmen exportorientierter sind und höhere
Umsatzzuwächse aufweisen.
236. Vor dem Hintergrund der zentralen Bedeutung von FuE für die wirtschaftliche
Leistungsfähigkeit einer Region formulierte der Europäische Rat im Jahr 2002
das Ziel, die öffentlichen und privaten FuE-Ausgaben europaweit bis zum Jahr
2010 auf insgesamt 3 % des BIP anzuheben.
69
Zielwert für den Vegetationsschutz sind nach 33. BImSchV: 18.000 μg/m
3
*h, gemittelt über 5
Jahre (AOT40, berechnet aus 1-Stunden-Werten Mai bis Juli). Das langfristige Ziel für den Ve-
getationsschutz liegt bei 6.000 μg/m
3
*h.
70
Vgl. EuroNorm Gesellschaft für Qualitätssicherung und Innovationsmanagement mbH: Entwick-
lung von FuE-Potenzialen im Wirtschaftssektor der neuen Länder, 2005.

Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
105
237. Für Sachsen, die EU15, die EU25 und ausgesuchte europäische Länder gibt
die folgende Grafik einen Überblick über die im Jahr 2003 getätigten FuE-
Ausgaben als Anteil am jeweiligen BIP:
Abbildung 18: FuE-Quote im EU-Vergleich 2003
FuE-Quote 2003
Anteil der FuE-Ausgaben am BIP
3,95%
3,48%
2,52%
2,20%
2,18%
1,90%
1,88%
1,76%
1,26%
1,11%
1,05%
0,54%
1,95%
0,0%
0,5%
1,0%
1,5%
2,0%
2,5%
3,0%
3,5%
4,0%
4,5%
Schweden
Finnland
Deutschland
Sachsen
Frankreich
EU 15*
EU 25*
Vereinigtes Königreich
Niederlande
Tschechische Republik
Italien
Spanien
Polen
* Schätzung durch EUROSTAT
Quelle: Eurostat: Bruttoinlandsausgaben für FuE (GERD) und Zeitreihe "Innerbetriebliche FuE-Ausgaben insge-
samt nach Leistungssektor und Region", in:
http://epp.eurostat.ec.europa.eu
Die Übersicht verdeutlicht zunächst, dass die sächsischen Bruttoinlandsausga-
ben für FuE (2003: 2,2 %) im EU-Vergleich (2003: 1,9 %) überdurchschnittlich
sind. Gegenüber bevölkerungsstarken Ländern wie Frankreich, Großbritannien
oder Italien wendet Sachsen einen zum Teil deutlich höheren Anteil seines BIPs
für FuE auf. Gegenüber Deutschland, auch besonders gegenüber Finnland und
Schweden sind die Bruttoinlandsausgaben für FuE dagegen unterdurchschnitt-
lich. Insgesamt bleibt festzuhalten, dass die FuE-Quote Sachsens noch signifi-
kant unter dem Zielwert von 3 % liegt.

Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
106
238. Im Bundesländervergleich stellen sich die sächsischen Bruttoinlandsausgaben
für FuE im Jahr 2003 wie folgt dar:
Abbildung 19: FuE-Quote im Bundesländervergleich 2003
FuE-Quote 2003
Anteil der FuE-Ausgaben am BIP
3,94%
3,88%
2,95%
2,86%
2,72%
2,52%
2,20%
1,86%
1,84%
1,80%
1,78%
1,27%
1,16%
1,14%
1,09%
1,09%
2,65%
0,0%
0,5%
1,0%
1,5%
2,0%
2,5%
3,0%
3,5%
4,0%
4,5%
Berlin
Baden-Württemberg
Bayern
Niedersachsen
Bremen
Hessen
Deutschland
Sachsen
Hamburg
Thüringen
Nordrhein-Westfalen
Rheinland-Pfalz
Mecklenburg-Vorpommern
Brandenburg
Sachsen-Anhalt
Schleswig Holstein
Saarland
Quelle: Eurostat Zeitreihe "Innerbetriebliche FuE-Ausgaben insgesamt nach Leistungssektor und Region",
in:
http://epp.eurostat.ec.europa.eu.
Mit einer FuE-Quote von 2,2 % rangiert der Freistaat Sachsen im Bundeslän-
dervergleich an siebter Stelle. Unter den neuen Ländern weist Sachsen die
höchsten Bruttoinlandsausgaben für FuE aus. Gegenüber den technologiestar-
ken Flächenländern Bayern und vor allem Baden-Württemberg weist Sachsen
dagegen eine unterdurchschnittliche FuE-Quote auf.

Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
107
Betriebliche FuE
239. Neben Investitionen in öffentliche FuE-Einrichtungen sind vor allem die FuE-
Anstrengungen des Unternehmenssektors von zentraler Bedeutung für die wirt-
schaftliche Entwicklung von Regionen.
240. Die folgende Übersicht stellt diesbezüglich die Bruttoinlandsausgaben des Wirt-
schaftssektors für FuE im Jahr 2003 - gemessen als Anteil am BIP - für Sach-
sen, die EU15, die EU25 und ausgesuchte europäische Länder dar:
Abbildung 20: FuE-Quote des Wirtschaftssektors im EU-Vergleich 2003
FuE-Quote im Wirtschaftssektor 2003
Anteil der FuE-Ausgaben am BIP
2,93%
2,45%
1,76%
1,37%
1,26%
1,22%
1,02%
1,01%
0,57%
0,52%
1,24%
0,0%
0,5%
1,0%
1,5%
2,0%
2,5%
3,0%
3,5%
Schweden
Finnland
Deutschland
Frankreich
EU 15
Vereinigtes Königreich
EU 25
Sachsen
Niederlande
Spanien
Italien
Quelle: Eurostat: Bruttoinlandsausgaben für FuE (GERD) und Zeitreihe "Innerbetriebliche FuE-Ausgaben insge-
samt nach Leistungssektor und Region", in:
http://epp.eurostat.ec.europa.eu
Die Bruttoinlandsaufwendungen der sächsischen Unternehmen für FuE - ge-
messen als Anteil am BIP - waren im Jahr 2003 im EU-Vergleich unterdurch-
schnittlich. Aus Abbildung 20 wird deutlich, dass gerade die finnischen und
schwedischen Unternehmen deutlich stärker in FuE investieren.

Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
108
241. Im Bundesländervergleich stellen sich die Bruttoinlandsausgaben für FuE der
sächsischen Unternehmen im Jahr 2003 wie folgt dar:
Abbildung 21: FuE-Quote des Wirtschaftssektors im Bundesländervergleich 2003
FuE-Quote im Wirtschaftssektor 2003
Anteil der FuE-Ausgaben am BIP
3,08%
2,36%
2,17%
2,09%
2,00%
1,40%
1,29%
1,12%
1,09%
1,02%
0,98%
0,48%
0,40%
0,33%
0,28%
0,26%
1,76%
0,0%
0,5%
1,0%
1,5%
2,0%
2,5%
3,0%
3,5%
Baden-Württemberg
Bayern
Hessen
Niedersachsen
Berlin
Deutschland
Bremen
Rheinland-Pfalz
Hamburg
Nordrhein-Westfalen
Sachsen
Thüringen
Schleswig-Holstein
Saarland
Brandenburg
Sachsen-Anhalt
Mecklenburg-Vorpommern
Quelle: Eurostat Zeitreihe "Innerbetriebliche FuE-Ausgaben insgesamt nach Leistungssektor und Region",
in:
http://epp.eurostat.ec.europa.eu.
Die FuE-Ausgaben der sächsischen Wirtschaftsunternehmen beliefen sich im
Jahr 2003 auf 1,02 % des sächsischen BIPs, was deutlich unterhalb des ge-
samtdeutschen Durchschnitts von 1,76 % liegt. Unter den ostdeutschen Flä-
chenländern weisen die sächsischen Wirtschaftsunternehmen die höchsten
Bruttoinlandsausgaben für FuE auf. Die Wirtschaftsunternehmen in Nieder-
sachsen, Hessen, Bayern und Baden Württemberg investieren demgegenüber
zwei- bis dreimal so stark in FuE wie die sächsischen Unternehmen.
242. Auch der Anteil des im Wirtschaftssektor des Freistaates Sachsen beschäftig-
ten FuE-Personals - bezogen auf alle Erwerbspersonen Sachsens - lag im Jahr
2003 mit 0,4 % deutlich unter dem bundesdeutschen Vergleichswert von
0,7 %.
71
71
Vgl. Statistisches Bundesamt (2006): Regionale Wissenschafts- und Technologieindikatoren, S.
32 ff.

Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
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109
243. In den folgenden Ausführungen wird näher auf die Entwicklung des betriebli-
chen FuE-Sektors in Sachsen und Ostdeutschland seit dem Jahr 2001 einge-
gangen. Einen Überblick über zentrale Indikatoren der betrieblichen FuE in
Sachsen und Ostdeutschland liefert die Tabelle 11:
Tabelle 11:
Zentrale Indikatoren der betrieblichen FuE
2001
2004
2001
2004
1.122
1.039
2.944
2.821
755
726
2.029
1.996
367
313
915
825
9158
8.583
21.867
20.723
6,7%
7,5%
6,2%
6,0%
71%
78%
k.A.
k.A.
Quelle:
Freistaates Sachsen, 2005.
- EuroNorm: Analyse der Forschungs- und Entwicklungspotenziale im Wirtschaftssektor des
Ostdeutschland
1)
FuE-Personal kontin. FuE-betreibender
1) Neue Länder einschließlich Berlin (Ost)
- EuroNorm: Entwicklung von FuE-Potenzialen im Wirtschaftssektor der neuen Bundesländer, 2005.
Sachsen
FuE-betreibende Unternehmen
davon kontinuierlich FuE-betreibend
davon zeitweilig FuE-betreibend
2) Anteil der FuE-Aufwendungen am Gesamtumsatz
3) Anteil FuE-betreibender Unternehmen mit Kooperationsbeziehungen an allen
FuE-Intensität
2)
Kooperationen
3)
FuE-betreibenden Unternehmen
244. Im Jahr 2004 betrieben 1.039 Wirtschaftsunternehmen des Freistaates Sach-
sen entweder kontinuierlich oder zumindest teilweise FuE. Damit sind knapp
37 % aller ostdeutschen FuE-betreibenden Unternehmen in Sachsen ansässig.
Mit 8.583 FuE-Beschäftigten in kontinuierlich forschenden Unternehmen sind in
Sachsen über 41 % aller ostdeutschen FuE-Beschäftigten tätig. Auch dies ver-
deutlicht, dass Sachsen unter den neuen Ländern die stärksten FuE-Potenziale
aufweist. Die FuE-Schwerpunkte der sächsischen Industrieunternehmen liegen
in den beiden Forschungsgebieten "Maschinenbau, Gerätebau, Elektrotechnik"
und "Elektronik, Mikroelektronik und Optik", die gemeinsam über 50 % der FuE-
Beschäftigten des Freistaates Sachsen binden.

Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
110
245. Im Vergleich zu 2001 hat sowohl die Zahl der kontinuierlich forschenden Unter-
nehmen als auch der FuE-Beschäftigten in Sachsen wie ganz Ostdeutschland
um 7 % bzw. 6 % abgenommen. Diese Entwicklung ist vor allem auf das in den
vergangenen Jahren schwierige gesamtwirtschaftliche Umfeld, aber auch auf
Finanzierungsrestriktionen der Unternehmen - geringe Eigenkapitalquote, er-
schwerter Zugang zu Fremdkapital - zurückzuführen
72
.
246. 78 % der forschenden Unternehmen Sachsens pflegten im Jahr 2004 Koopera-
tionen mit Partnern. Ziel von Kooperationen ist, die Forschungskapazitäten
durch Zusammenarbeit zu erhöhen und dadurch die Leistungsfähigkeit und
Wettbewerbsfähigkeit der Beteiligten zu erhöhen. Seit dem Jahr 2001 hat die
Bedeutung von Kooperationen für die FuE-betreibenden Unternehmen Sach-
sens weiter an Bedeutung gewonnen. Dabei arbeiten die FuE-betreibenden Un-
ternehmen Sachsens in erster Linie mit anderen Unternehmen und Hochschu-
len zusammen; von etwas geringerer Bedeutung sind Kooperationen mit au-
ßeruniversitären Forschungsinstituten und externen Industrieforschungseinrich-
tungen.
73
247. Als Zwischenfazit kann damit festgehalten werden, dass die FuE-Potenziale in
ganz Ostdeutschland vor allem im Bereich der betrieblichen FuE gegenüber
den alten Ländern noch relativ unterentwickelt sind. Von den nach Angaben
des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft im Jahr 2003 in Deutsch-
land im Wirtschaftssektor insgesamt tätigen 303.550 FuE-Beschäftigten entfal-
len gerade 11 % auf die neuen Länder einschließlich des FuE-starken Westteils
Berlins
74
. Insofern besteht auch für den betrieblichen FuE-Sektor Sachsens
noch ein erheblicher Nachholbedarf.
72
Vgl. EuroNorm: Analyse der Forschungs- und Entwicklungspotenziale im Wirtschaftssektor des
Freistaates Sachsen 2001 bis 2004, Plan 2005, 2005, S. 24 f.
73
Vgl. EuroNorm: Analyse der Forschungs- und Entwicklungspotenziale im Wirtschaftssektor des
Freistaates Sachsen 2001 bis 2004, Plan 2005, 2005, S. 60 ff.
74
Vgl. EuroNorm: Entwicklung von FuE-Potenzialen im Wirtschaftssektor der neuen Länder, 2005,
S. 24.

Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
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111
Forschungsinfrastruktur, öffentlich finanzierte FuE-Kapazitäten
248. Sachsen verfügt über sieben Universitäten bzw. universitäre Einrichtungen,
zwölf Fachhochschulen, darunter fünf Hochschulen für Technik und Wirtschaft,
sieben Kunsthochschulen sowie zwei Verwaltungsfachhochschulen. Daneben
gibt es in Sachsen eine Vielzahl außeruniversitärer Forschungseinrichtungen,
z. B. 11 Institute der Fraunhofer-Gesellschaft, 6 Institute der Max-Planck-
Gesellschaft, 7 Leibniz-Institute sowie das Umweltforschungszentrum der
Helmholtz-Gemeinschaft.
249. Ergänzt wird die Forschungsinfrastruktur des Freistaates Sachsen durch
10 Landesforschungseinrichtungen unterschiedlicher Profilierung, 18 überwie-
gend natur- und ingenieurwissenschaftlich ausgerichtete hochschulnahe "An-
Institute" und 4 Forschungszentren der Fachhochschulen.
250. Dem Freistaat Sachsen ist es in den vergangenen Jahren gelungen, im verar-
beitenden Gewerbe, insbesondere im Bereich hochtechnologischer und innova-
tiver Produkte, die Zahl der Beschäftigten, den Umsatz und die Exportquote,
auch in den außereuropäischen Raum, zu steigern. Dieses wirtschaftliche
Wachstum steht im unmittelbaren Zusammenhang mit der Entwicklung der wis-
senschaftlichen Potenziale der sächsischen Hochschulen. Ihr weiterer Ausbau
ist die Voraussetzung für die Nachhaltigkeit dieser Entwicklung.
251. Seit der Wiedervereinigung befinden sich die sächsischen Hochschulen in ei-
nem dynamischen Aufholprozess. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft stell-
te im "Förder Ranking 2006 (Institutionen-Regionen-Netzwerke)" allerdings fest,
dass die Universitäten hinsichtlich herausragender, international kompetitiver
Forschungsergebnisse sowohl in der Breite als vor allem in der Spitze noch ei-
nen deutlicher Abstand zu den führenden Universitäten in Deutschland haben.
Durch die Fortführung der Strategie der aktiven Schwerpunktsetzung und Pro-
filbildung an den Universitäten im Sinne der Steigerung ihrer Exzellenz und die
Vernetzung ihrer Potenziale mit dem regionalen Wirtschafts- und Wissen-
schaftsumfeld, wird das Ziel der Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der
regionalen Wirtschaft auf der Basis exzellenter Forschung der sächsischen
Universitäten weiter verfolgt.

Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
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112
252. Im Bereich der öffentlich geförderten Universitäten standen Ende 2004 insge-
samt 9.515 Haushaltsstellen zur Verfügung, weitere 1.970 Beschäftigte arbeite-
ten an den medizinischen Fakultäten in Dresden und Leipzig. Im Jahr 2005
warben die Universitäten rd. 200 Mio. € an Drittmitteln ein und beschäftigten
zusätzlich 3.700 Mitarbeiter.
253. In Tabelle 12 sind die öffentlichen FuE-Ausgaben zusammengefasst:
Tabelle 12:
Öffentliche FuE-Ausgaben
1999
2003
1999
2003
387
405
5,4%
5,2%
534
625
1)
7,0%
7,7%
1)
Quelle:
Sachsen
FuE-Ausgaben der Länder (Mio. Euro)
1)
Wert des Jahres 2002
- Statistisches Bundesamt: Regionale Wissenschafts- und Technologieindikatoren, 2005
FuE-Ausgaben des Bundes (Mio. Euro)
- BMBF: Forschung und Innovation in Deutschland 2005
Anteil an Deutschland
Die Landes- wie auch die Bundesausgaben für FuE in Sachsen haben sich
zwischen 1999 und 2002 bzw. 2003 erhöht. Gemessen an dem Anteil der säch-
sischen an der gesamtdeutschen Bevölkerung ist der Einsatz öffentlicher Mittel
zur Förderung von FuE in Sachsen überdurchschnittlich.
254. Der Freistaat Sachsen verfügt darüber hinaus über ein flächendeckendes Netz
an Technologie- und Gründerzentren. Die bestehenden 22 Zentren unterstützen
zahlreiche junge Technologieunternehmen und Existenzgründer auf ihrem Weg
in die wirtschaftliche Selbstständigkeit. Insgesamt arbeiten jährlich ca. 650 jun-
ge Technologie- und Existenzgründerfirmen mit ca. 3.500 Beschäftigten in den
Technologiezentren.
75
Patente
255. Patentanmeldungen werden häufig als Indikator zur Messung von Innovations-
tätigkeit und technologischer Leistungsfähigkeit verwendet. Die folgende Über-
sicht zeigt die Entwicklung der Patentmeldungen beim Deutschen Patent- und
Markenamt für die Jahre 1999 bis 2005:
75
Vgl. Informationen der Arbeitsgemeinschaft der sächsischen Technologiezentren unter
http://www.tcc-chemnitz.de/tzs,
Zugriff am 16. Februar 2007.

Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
113
Tabelle 13:
Entwicklung der Patentanmeldungen
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
1.017
1.021
902
848
824
834
847
23
23
20
19
19
19
20
62
65
64
63
64
59
59
Quelle:
Patentanmeldungen
Patentintensität*
)
Sachsen
*) Patentanmeldungen pro 100.000 Einwohner
- Deutsches Patent- und Markenamt: Jahresberichte 2001 bis 2005
Patentintensität*
)
Deutschland
Die Übersicht zeigt, dass die Zahl der Patentanmeldungen aus Sachsen im
Zeitraum 1999 bis 2003 stetig abgenommen hat; für die Jahre 2004 und 2005
ist ein moderater Anstieg zu verzeichnen. Daneben wird deutlich, dass die Pa-
tentintensität des Freistaates Sachsen mit 20 angemeldeten Patenten je
100.000 Einwohner im Bundesvergleich unterdurchschnittlich ist. Dies ist vor
allem auch darauf zurückzuführen, dass Sachsen über eine geringere Zahl an
forschungsintensiven Industriekonzernen wie Siemens, Bosch oder Daimler
Chrysler, den bundesweit größten Patentanmeldern, verfügt. Im Vergleich zu
den ostdeutschen Flächenländern rangiert Sachsen bei der Patentintensität
nach Thüringen an zweiter Stelle.
256. Weitaus positiver ist das Bild bei den Patentanmeldungen der Hochschulen.
Einzig Baden-Württemberg verzeichnete im Zeitraum 2003 bis 2005 mehr Pa-
tentmeldungen. 17 % aller deutschlandweit in diesem Zeitraum angemeldeten
Hochschulpatente stammen aus sächsischen Universitäten und Fachhochschu-
len.
76
Beschäftigung, Bildung und Bildungsinfrastruktur
Qualifikationsniveau
257. Die Qualifikation der Arbeitskraft gewinnt als Standortfaktor zunehmend an Be-
deutung. Vor allem für die Entwicklung neuer Produkte und die Anwendung
neuer Technologien benötigt die Wirtschaft immer mehr hoch qualifizierte Ar-
beitskräfte. In einem rohstoffarmen Land, das sich letztlich auf die Kenntnisse
und Qualifikationen der Beschäftigten und anderen arbeitsfähigen Personen
76
Vgl. Deutsches Patent- und Markenamt: Jahresbericht 2005.

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FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
114
stützen muss, gilt dies umso mehr. Neuere Wachstumstheorien schreiben den
gut ausgebildeten Arbeitnehmern eine Schlüsselrolle als Bestimmungsfaktor für
Wachstum und als Potenzialfaktor für das Aufholen regionaler Entwicklungsrück-
stände zu.
258. Der Anteil der Hochqualifizierten
77
an der Bevölkerung Sachsens ist von 18,7 %
in 2000 auf 20,4 % in 2004 gestiegen und entspricht damit dem bundesweiten
Durchschnitt von 20,6 %; unter den ostdeutschen Flächenländern rangiert Sa-
chen bei diesem Indikator mit deutlichem Abstand an erster Stelle.
78
Bildungssystem
259. Den Leistungen des Bildungssystems kommt angesichts der demografischen
Entwicklung und des zunehmenden Bedarfs der Wirtschaft an qualifizierten Mit-
arbeitern eine Schlüsselrolle für die künftige Entwicklung Sachsens zu. Unter
dem Blickwinkel der Entwicklung der "Humanressourcen" wird der Schulbil-
dung, der beruflichen Erstausbildung und der universitären Bildung eine noch
größere Bedeutung beizumessen sein.
260. Im Schuljahr 2005/2006 wurden an den 1.601 allgemein bildenden Schulen des
Freistaates Sachsen insgesamt 343.654 Schülerinnen und Schüler (weiblich:
169.169; männlich: 174.485) unterrichtet. Gegenüber dem Schuljahr 1999/2000
ist die Gesamtzahl der sächsischen Schüler im Zuge des Eintritts der geburten-
schwachen Jahrgänge in das Schulsystem um rd. ein Drittel zurückgegangen.
Die Zahl der hauptberuflichen Lehrpersonen verringerte sich im gleichen Zeit-
raum um etwa 13 %, so dass sich die Schüler-Lehrer-Relation in den vergan-
genen Jahren verbessert hat.
79
77
Anteil der Hochschulabsolventen an der Bevölkerung.
78
Vgl. Statistisches Bundesamt: Fachserie 11, Reihe 4.3.1: Nichtmonetäre hochschulstatistische
Kennzahlen, S. 17 f.
79
Vgl. Statistisches Landesamt Sachsen: Schulen, Schüler/innen und hauptberufliche Lehrperso-
nen an allgemein bildenden Schulen und Schulen des zweiten Bildungsweges in Sachsen ab
dem Schuljahr 1992/93.

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FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
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115
261. Der Rückgang der Schülerzahlen und damit perspektivisch auch der für den
Arbeitsmarkt zur Verfügung stehenden Personen wird sich in den nächsten Jah-
ren fortsetzen. Die Zahl der sächsischen Absolventen allgemein bildender
Schulen wird sich ausgehend vom Jahr 1995 (53.227 Absolventen) bis zum
Jahr 2010 in etwa auf 26.000 halbiert haben, um bis zum Jahr 2020 moderat
auf 31.000 anzusteigen. Mit dieser Halbierung der Absolventenzahlen liegt
Sachsen im für ganz Ostdeutschland prognostizierten Trend.
80
262. Im Zeitraum 1999/2000 bis 2005/2006 wurden aufgrund gesunkener Schüler-
zahlen rd. 27 % der allgemein bildenden und der Berufsschulen geschlossen.
Nach Ansicht des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus und Sport ist da-
mit der Anpassungsprozess des Schulnetzes an die Entwicklung der Schüler-
zahlen weitestgehend abgeschlossen. An den verbliebenen Standorten, die
wichtige Knotenpunkte im Schulnetzplan darstellen, fehlt es vielfach an Einrich-
tungen, die geeignet sind, die Schüler entsprechend den künftigen Anforderun-
gen der Wissens- und Informationsgesellschaft (z. B. ganztagsschulische An-
gebote) auszubilden. Deshalb ist es notwendig, die Schulen mit der entspre-
chend erforderlichen baulichen und technischen Infrastruktur (z. B. moderne In-
formations- und Kommunikationstechnologien, Schaffung zusätzlicher Räume)
auszustatten. Investitionen werden nur an bestandssicheren Schulstandorten
erfolgen.
263. Das Antragsvolumen von Schulträgern für Fördermittel im Rahmen des Schul-
hausbaus umfasst derzeit ca. 372 Mio. €. Darüber hinaus wird seitens der kreis-
freien Städte eingeschätzt, dass für die allgemeinbildenden Schulen ein mittel-
fristiger Investitionsbedarf in Höhe von ca. 473 Mio. € besteht. Aus den Erfah-
rungen der vergangenen Jahre, nach denen der Anteil der kreisfreien Städte an
den für eine Förderung angemeldeten Vorhaben bei maximal 40 % lag, ist da-
von auszugehen, dass bei den kreisangehörigen Gemeinden ein weiterer Inves-
titionsbedarf in Höhe von ca. 709 Mio. € vorhanden ist.
264. Es wird deutlich, dass an den Schulgebäuden ein enormer Bedarf an Investitio-
nen besteht. Nach dem durch die demografische Entwicklung bedingten Rück-
gang der Schülerzahlen und der damit einhergehenden Schließung von Schu-
len ist es notwendig, die verbliebenen Schulstandorte zu Zentren schulischer
80
Vgl. Statistisches Landesamt Sachsen: Absolventen/Abgänger an allgemein bildenden Schulen
und Schulen des zweiten Bildungsweges des Freistaates Sachsen ab dem Schuljahr 1992/93
und Vorausberechnung der Schüler- und Absolventenzahlen 2003 bis 2020, Statistische Veröf-
fentlichung der Kultusministerkonferenz.

Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
116
Bildung zu entwickeln. Dabei sollen Konzepte entwickelt und umgesetzt wer-
den, die über den klassischen Unterricht hinausgehen. Die Realisierung dieses
Mehrwertes kann nicht unter die den Schulträgern obliegenden Pflichtaufgaben
subsumiert werden. Deshalb wird diese Entwicklung nur gelingen, wenn dafür
zusätzliche Mittel bereitgestellt werden.
265. Derzeit gibt es in Sachsen 88 Berufliche Schulzentren mit insgesamt 60 Außen-
stellen. Dabei handelt es sich um leistungsfähige Einheiten, die flexibel auf den
Bedarf und die Nachfrage nach Berufsbildung in der Region reagieren können
und auch langfristig bei demografisch bedingten Veränderungen tragfähig sind.
Die entsprechenden Angebote sollen es ermöglichen, Bildungswege nach Leis-
tung, Fähigkeit und Neigung zu wählen. Damit wird dem Ziel, ein flächende-
ckendes und regional ausgewogenes Bildungsangebot in allen Schularten des
berufsbildenden Schulwesens vorzuhalten, Rechnung getragen. Insbesondere
die Neuordnung bzw. Modernisierung einer Vielzahl von anerkannten Ausbil-
dungsberufen, die Entstehung neuer Ausbildungsberufe sowie die durchgängi-
ge Einführung des handlungsorientierten lernfeldstrukturierten Unterrichts in
den berufsqualifizierenden Bildungsgängen erfordern materiell-technische Vo-
raussetzungen auf hohem Niveau. Es wird eingeschätzt, dass in den nächsten
Jahren eine Erneuerung der Ausstattung an ca. 65 Berufsbildenden Schulzen-
tren bzw. ihren Außenstelle erforderlich ist. Daneben werden an ca. 35 Standor-
ten zusätzlich bauliche Maßnahmen erforderlich sein. Hier handelt es sich ins-
besondere um Vorhaben, die im Rahmen der vorangegangenen EFRE-
Perioden keine Berücksichtigung finden konnten.
266. Damit leisten die berufsbildenden Schulen einen wichtigen Beitrag zur Siche-
rung der wirtschaftsnahen Bildungsinfrastruktur als eine Voraussetzung zum
Abbau von Standortnachteilen und zur Verbesserung der regionalen Wettbe-
werbsfähigkeit. Die Schulnetzplanung für die Beruflichen Schulzentren wurde
konsequent auf die Entwicklung zukunftssicherer Standorte ausgerichtet.
267. Im Schuljahr 2003/04 setzten sich die Schulabschlüsse in Sachsen, in Ost-
deutschland und Gesamtdeutschland wie folgt zusammen:

Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
117
Tabelle 14:
Schulabschlüsse im Schuljahr 2003/2004
ges. männl. weibl.
ges. männl. weibl.
ges. männl. weibl.
9,4% 12,2% 6,5% 10,1% 13,2% 6,9% 8,3% 10,5% 6,1%
12,7% 15,5% 9,8% 16,7% 20,0% 13,3% 25,0% 28,3% 21,5%
52,6% 51,5% 53,7% 45,9% 44,5% 47,4% 42,6% 40,6% 44,6%
25,3% 20,8% 30,0% 27,3% 22,3% 32,3% 24,2% 20,7% 26,5%
Quelle:
- Statistisches Bundesamt: Fachserie 11/Reihe 1: Bildung und Kultur: Allgemein bildende Schulen,
Schuljahr 2004/05
Ostdeutschland
(mit Berlin)
Sachsen
Deutschland
Hochschulreife
ohne Hauptschulabschluss
Hauptschulabschluss
Realschulabschluss
Gemessen an der Verteilung der
Abschlüsse bei den Schulabgängern
ist das
Bildungsniveau im Freistaat Sachsen im Bundesvergleich etwas besser. Der
Freistaat Sachsen weist gegenüber dem Bundesdurchschnitt mehr Abgänger
mit Realschulabschluss und Hochschulreife sowie deutlich weniger mit Haupt-
schulabschluss auf. Ein Vergleich mit den ostdeutschen Ländern zeigt, dass in
Sachsen mehr Schülerinnen und Schüler die Schule mit dem Realabschulab-
schluss, dafür weniger mit dem Hauptschulabschluss und dem Abitur beenden.
Sehr deutliche Unterschiede zeigen sich bei einer geschlechterspezifischen Be-
trachtung der Schulabschlüsse. Während im Schuljahr 2003/2004 30 % der
sächsischen Schülerinnen ihre Schulausbildung mit der Hochschulreife beende-
ten, waren es "nur" knapp 21 % der männlichen Schulabgänger. Im Gegenzug
liegt der Anteil der männlichen Schulabgänger ohne Schulabschluss bzw. mit
Hauptschulabschluss in Sachsen deutlich über den entsprechenden Anteilen
bei den Schulgängerinnen. Die Tatsache, dass Schülerinnen die Schule mit ei-
nem durchschnittlich höheren Bildungsabschluss beenden, ist dabei kein rein
sächsisches Phänomen, sondern lässt sich auf ganz Deutschland übertragen.
268. Der Anteil der
Studienberechtigten
an der gleichaltrigen Bevölkerung hat sich
in Sachsen von 33,0 % im Jahr 2000 auf 36,8 % im Jahr 2005 erhöht. Die Stu-
dienberechtigtenquote der Frauen liegt dabei im Jahr 2005 mit 41,8 % deutlich
um fast 10 %-Punkte über der der Männer (32,1 %).

Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
118
Insgesamt liegt die Studienberechtigtenquote im Freistaat Sachsen unter dem
Bundesdurchschnitt (2004: 41,5 %). Von den sächsischen Studienberechtigten
aus dem Jahr 2000 nahmen 68 % bis zum Jahr 2004 ein Studium auf. Auf Bun-
desebene lag dieser Anteil bei 73 %.
81
269. Die Zahl der
Studienanfänger
an sächsischen Hochschulen ist von rd. 17.000
im Jahr 1999 auf annähernd 20.000 im Jahr 2005 gestiegen. Damit einherge-
hend hat sich im Zeitraum 1999 bis 2005 auch die Zahl der an den Hochschu-
len des Freistaates Sachsen eingeschriebenen
Studenten
kontinuierlich um rd.
35 % auf 107.792 Studenten erhöht. 46,5 % aller an den sächsischen Hoch-
schulen im Wintersemester 2005/06 Studierenden waren Frauen (Deutschland:
47,8 %). Dies verdeutlicht, dass zwar vergleichsweise deutlich mehr Frauen als
Männer über eine Hochschulzugangsberechtigung verfügen, allerdings mehr
Männer als Frauen ein Hochschulstudium aufnehmen.
Das Verhältnis von Studierenden zu Lehrkräften hat sich von 8,9 im Jahr 2000
auf 11,0 im Jahr 2004 verschlechtert, stellt sich im Bundesvergleich (2004:
12,6) allerdings vergleichsweise günstig dar.
82
270. Traditionell sind besonders die naturwissenschaftlichen Fachrichtungen an
Sachsens Hochschulen stark nachgefragt. Der Anteil der Studenten natur- und
ingenieurwissenschaftlicher Fächergruppen liegt in Sachsen mit knapp 41 %
um über 6 %-Punkte über dem bundesdeutschen Vergleichswert.
83
271. Rund die Hälfte der Hochschulgebäude wurde vor dem Jahr 1950 errichtet.
Nach der deutschen Einheit wurden erhebliche Defizite im Bereich der Bausub-
stanz der Gebäude sowie der technischen Anlagen festgestellt. Ein erheblicher
Teil dieser Defizite konnte mit den bislang durchgeführten Sanierungs-, Umbau-
, Modernisierungs- und Neubaumaßnahmen abgebaut werden. Derzeit besteht
vor allem noch ein Modernisierungsbedarf bei den Instituts- und Laborgebäu-
81
Vgl. Statistisches Landesamt Sachsen: "Studienberechtigte mit Fachhochschulreife nehmen zu,
jedoch nur knapp 60 % studieren", Pressemitteilung 62/2006 vom 24. März 2006.
82
Vgl. Statistisches Landesamt Sachsen: Studenten und Studienanfänger an Hochschulen in
Sachsen ab 1992 sowie Statistisches Bundesamt: Fachserie 11, Reihe 4.3.1: Nichtmonetäre
hochschulstatistische Kennzahlen 1980 bis 2004.
83
Vgl. Statistisches Bundesamt: Fachserie 11, Reihe 4.1: Studierende an Hochschulen (Vorbe-
richt).

Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
119
den sowie bei der Schaffung spezifischer, anwendungsorientierter Forschungs-
gebäude.
84
2.1.2.2 Wettbewerbsfähigkeit der gewerblichen Wirtschaft
Investitionsentwicklung
272. Investitionen sind von zentraler Bedeutung für die Steigerung der Produktivität
und erhöhen damit die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft. Sie sind entschei-
dend für den Aufbau eines modernen Kapitalstocks und damit für das künftige
Produktionspotenzial einer Region.
273. Zwischen 1998 und 2003
85
beliefen sich die kumulierten
Bruttoanlageinvesti-
tionen
in Ausrüstungen und Bauten in Sachsen auf 134,4 Mrd. Euro. Damit ent-
fielen auf den Freistaat 31,7 % aller in den neuen Ländern
86
getätigten Investiti-
onen, was leicht unter dem Anteil der sächsischen an der ostdeutschen Wirt-
schaftsleistung (BIP) liegt.
274. Für den Zeitraum 1998 bis 2003 zeigt die folgende Übersicht die Entwicklung
der gesamtwirtschaftlichen
Investitionsquote
(Anteil der Investitionen am Brut-
toinlandsprodukt) für Sachsen, die neuen Länder ohne Berlin und Deutschland:
84
Auskunft des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst, 2006.
85
Daten für 2004 und 2005 liegen noch nicht vor.
86
ohne Berlin.

Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
120
Abbildung 22: Gesamtwirtschaftliche Investitionsquote
Gesamtwirtschaftliche Investitionsquote in Sachsen, den neuen Ländern
ohne Berlin und Deutschland
0%
5%
10%
15%
20%
25%
30%
35%
40%
1998
1999
2000
2001
2002
2003
Sachsen
Deutschland
neue Bundesländer ohne Berlin
Quelle: Darstellung auf Basis von Daten des Arbeitskreises "Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Län-
der" (Berechnungsstand Februar bzw. März 2006).
Die Übersicht verdeutlicht, dass die Investitionsquote in Sachsen wie auch den
gesamten neuen Ländern im Betrachtungszeitraum kontinuierlich zurückgegan-
gen ist. Das in den ersten Jahren nach der deutschen Einheit zu verzeichnende
hohe Investitionsniveau konnte nicht aufrechterhalten werden. Die sächsische
Investitionsquote hat sich damit im Zeitverlauf der gesamtdeutschen Investiti-
onsquote angenähert. Im Jahr 2003 lag die Investitionsquote in Sachsen bzw.
den neuen Ländern
87
noch um etwa 3 bzw. 4 %-Punkte über dem gesamtdeut-
schen Vergleichswert.
275. Der Aufbau und Erhalt eines modernen und leistungsfähigen Kapitalstocks er-
fordert vor allem
Investitionen in Ausrüstungen
(Maschinen und maschinelle
Anlagen). In diesem Zusammenhang zeigt sich, dass der Anteil der Ausrüstun-
gen an den gesamten Investitionen in Sachsen mit 41 % um knapp 5 %-Punkte
über dem Vergleichswert der neuen Länder
88
liegt. Hauptsächlich diese hohe
Konzentration auf Investitionen in Ausrüstungen "... stützt die Erwartung, auch
zukünftig den Aufholprozess weiterführen zu können."
89
87
ohne Berlin.
88
ohne Berlin.
89
Institut für Stadtforschung und Strukturpolitik GmbH (IfS): Aktualisierung der Halbzeitbewertung
des Operationellen Programms zur Strukturfondsförderung des Freistaates Sachsen 2000 -
2006 (im Folgenden "AHZB") (Schwerpunkte 1 - 3), S. 7.

Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
121
276. Die folgende Übersicht zeigt die Entwicklung der
Investitionen im Verarbei-
tenden Gewerbe
Sachsens für den Zeitraum 2000 bis 2004 in absoluten Wer-
ten und als Anteil an den gesamtdeutschen Investitionen dieses Wirtschafts-
zweiges:
Abbildung 23: Investitionen im Verarbeitenden Gewerbe
Investitionen im Verarbeitenden Gewerbe
2,7
3,5
2,6
2,7
3,6
0,0
0,5
1,0
1,5
2,0
2,5
3,0
3,5
4,0
2000
2001
2002
2003
2004
Mrd. Euro
0,0%
1,0%
2,0%
3,0%
4,0%
5,0%
6,0%
7,0%
8,0%
9,0%
Anteil an Deutschland
Sachsen
Anteil an den Investitionen des Verarb. Gewerbes in Deutschland
Quelle: Darstellung auf Basis von Daten des Statistischen Bundesamtes, Fachserie 4, Reihe 4.2.1: Beschäftig-
te, Umsatz und Investitionen der Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes sowie des Bergbaus und
der Gewinnung von Steinen und Erden, Jahre 2000 bis 2004.
Die Investitionen im Verarbeitenden Gewerbe, dem für die weitere gesamtwirt-
schaftliche Entwicklung des Freistaates Sachsen eine zentrale Rolle zukommt,
haben von 2,7 Mrd. Euro in 2000 auf 3,6 Mrd. Euro in 2004 erfreulicherweise
deutlich zugenommen. Sachsen konnte entsprechend seinen Anteil an den
bundesweit im Verarbeitenden Gewerbe durchgeführten Investitionen von
5,2 % im Jahr 2000 auf 7,6 % im Jahr 2004 erheblich steigern.

Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
122
Kapitalstock
277. Das Produktionspotenzial einer Region, also die Möglichkeit Einkommen und
Beschäftigung zu schaffen, wird wesentlich durch die Ausstattung mit produkti-
vem Sachkapital, dem sog. volkswirtschaftlichen Kapitalstock, bestimmt. Der
Kapitalstock wird aus den Investitionen der Vergangenheit gebildet und ist als
der jahresdurchschnittliche Bestand an Bruttoanlagevermögen in Preisen von
2000 definiert. Insgesamt verfügt Sachsen über einen im Bundesvergleich sehr
modernen Kapitalstock. Im Vergleich mit den anderen ostdeutschen Flächen-
ländern weist Sachsen dagegen den ältesten Kapitalstock auf. Dies ist in erster
Linie auf den gegenüber Ostdeutschland niedrigeren Modernitätsgrad sächsi-
scher Bauten zurückzuführen. Bei den für die Entwicklung eines selbsttragen-
den wirtschaftlichen Aufschwungs besonders wichtigen Ausrüstungen und
sonstigen Anlagen weist Sachsen dagegen nach Thüringen den deutschland-
weit zweitmodernsten Kapitalstock auf.
90
278. Der Kapitalstock Sachsens belief sich im Jahr 2003 auf 405,7 Mio. Euro. Mit
einem Zuwachs von 12,1 % im Zeitraum 1999 bis 2003 nahm der Kapitalstock
Sachsens im Bundesvergleich (Deutschland 2003/1999: 8,0 %) stärker zu; ge-
genüber den neuen Ländern ohne Berlin (2003/1999: 14,9 %) ist der Kapital-
stock in Sachsen dagegen unterdurchschnittlich gewachsen.
91
279. Aussagekräftiger als die absoluten Werte des Kapitalstock ist eine Betrachtung
des Kapitalstocks je Einwohner, denn dies ermöglicht einen Vergleich der Pro-
Kopf-Ausstattung mit produktivem Sachkapital auf Länderebene. Diesbezüglich
zeigt Tabelle 15 die Pro-Kopf-Ausstattung mit produktivem Sachkapital für
Sachsen, die Neuen Länder ohne Berlin und Gesamtdeutschland in den Jahren
1999 und 2003:
90
Vgl. Arbeitskreis "Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder": Anlagevermögen in den
Ländern und Ost-West-Großraumregionen Deutschlands, 1991 bis 2004, Juli 2006.
91
Vgl. ebenda.

Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
123
Tabelle 15:
Kapitalstock je Einwohner
Deutschland
Euro
Deutschland = 100 %
Euro
Deutschland = 100 %
Euro
80.856
66,1%
80.314
65,6%
122.380
93.614
71,2%
95.100
72,4%
131.423
Quelle: - VGR der Länder: Anlagevermögen in den Ländern und Ost-West-Großraumregionen
Deutschlands, 1991 bis 2004
1999
2003
Sachsen
Neue Länder ohne Berlin
Aus Tabelle 15 geht hervor, dass der Kapitalstock je Einwohner in Sachsen wie
auch den neuen Ländern ohne Berlin zwischen 1999 bis 2003 im Bundesver-
gleich deutlich stärker gestiegen ist. Allerdings liegt die Kapitalausstattung je
Einwohner in Sachsen wie in ganz Ostdeutschland noch immer deutlich unter
dem gesamtdeutschen Vergleichswert. Positiv ist festzustellen, dass sich die
Unterausstattung mit Kapital in Sachsen zwischen 1999 und 2003 um 5 %-
Punkte verringert hat. Allerdings betrug der Kapitalstock pro Kopf in Sachsen im
Jahr 2003 erst 71,2 % der gesamtdeutschen Pro-Kopf-Kapitalausstattung.
280. Eine Kerngröße für die Produktivität einer Volkswirtschaft ist die Kapitalintensi-
tät. Die Kapitalintensität zeigt das Verhältnis zwischen Kapitalstock und Zahl
der Erwerbstätigen und misst damit den durchschnittlichen Kapitaleinsatz je
Erwerbstätigen. Für die Jahre 1999 und 2003 zeigt die folgende Tabelle die
Kapitalintensität in Sachsen, den neuen Ländern ohne Berlin und Deutschland:
Tabelle 16:
Kapitalintensität - Kapitalstock je Erwerbstätigen
Deutschland
Euro
Deutschland = 100 %
Euro
Deutschland = 100 %
Euro
182.533
69,8%
188.447
72,1%
261.445
212.449
75,9%
228.097
81,4%
280.074
Quelle: - VGR der Länder: Anlagevermögen in den Ländern und Ost-West-Großraumregionen
Deutschlands, 1991 bis 2004
1999
2003
Sachsen
Neue Länder ohne Berlin
Im Bundesvergleich hat die Kapitalintensität in Sachsen mit einem Zuwachs von
16,4 % im Zeitraum 1999 bis 2003 deutlich stärker zugenommen (Deutschland:
7,1 %); gegenüber den neuen Ländern ohne Berlin (21,0 %) war der Anstieg
dagegen unterdurchschnittlich, was allerdings auch auf die im ostdeutschen
Vergleich geringere Abnahme der Erwerbstätigkeit im Freistaat zurückzuführen
ist.
Im Jahr 2003 erreichte die Kapitalausstattung je Erwerbstätigen in Sachsen
75,9 % des Bundesdurchschnitts (neue Länder ohne Berlin 81,4 %). Gegenüber
dem Jahr 1999 konnte die zu Gesamtdeutschland bestehende Lücke um rd.
6 %-Punkte verringert werden.

Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
124
281. Insgesamt lässt sich festhalten, dass die unterdurchschnittliche Kapitalintensität
einen wichtigen Faktor für die nach wie vor bestehende Produktivitätslücke dar-
stellt. Eine Kapitalintensivierung der Produktion durch eine verbesserte Ausstat-
tung mit Maschinen, Geräten, Fahrzeugen und immateriellen Anlagegütern
könnte dazu beitragen, einen nicht unerheblichen Teil des sächsischen wie ost-
deutschen Produktivitätsrückstandes gegenüber Westdeutschland abzubau-
en.
92
Betriebsgrößenstruktur
282. Die Größe eines Betriebes ist ein wesentlicher Bestimmungsfaktor für dessen
Produktivität. Größere Unternehmen können Skaleneffekte in der Produktion
ausnutzen und haben tendenziell einen leichteren Zugang zu den Kreditmärk-
ten, was sie im Vergleich zu kleineren Unternehmen eher in die Lage versetzt,
in FuE und die Erschließung von Auslandsmärkten zu investieren.
93
283.
Der
Unternehmenssektor
Sachsens wie ganz Deutschlands ist durch einen
sehr hohen Anteil an kleineren Unternehmen mit weniger als 100 Beschäftigten
gekennzeichnet. Eine feinere Betrachtung der Betriebsgrößenklassen lässt al-
lerdings - wie in der folgenden Übersicht dargestellt - signifikante Unterschiede
zwischen Sachsen und Ostdeutschland auf der einen und Westdeutschland auf
der anderen Seite erkennen.
92
Vgl. IfS et al.: Halbzeitbewertung des EFRE, Materialband, S. 28 f.
93
Vgl. Ragnitz, Joachim (2005): Zur Diskussion um den Produktivitätsrückstand Ostdeutschlands,
Internetpublikation des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle, S. 16.

Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
125
Abbildung 24: Beschäftigte nach Betriebsgröße
Beschäftigte nach Betriebsgröße in Sachsen, Ost- und Westdeutschland
Stand: 30. Juni 2005
13,2
30,8
37,9
13,1
28,7
40,8
11,2
24,8
48,1
18,1
17,4
15,9
0
10
20
30
40
50
60
1 bis 5 Beschäftigte
6 bis 19 Beschäftigte 20 bis 99 Beschäftigte ab 100 Beschäftigte
%
Sachsen
Ostdeutschland
Westdeutschland
Quelle: Bundesagentur für Arbeit
Die Übersicht verdeutlicht, dass der Anteil der in Kleinst- und Kleinunternehmen
Beschäftigten in Sachsen wie ganz Ostdeutschland deutlich über dem westdeut-
schen Vergleichswert liegt; in größeren Betrieben ab 100 Beschäftigten sind da-
gegen im Vergleich zu Westdeutschland deutlich weniger Personen tätig. Dieser
Befund dürfte angesichts der hohen Gründungsdynamik der vergangenen Jahre,
die im Wesentlichen durch hohe arbeitsmarktpolitische Maßnahmen charakteri-
siert war, künftig noch deutlicher ausfallen. Die unterschiedliche Betriebsgrößen-
struktur dürfte eine der wesentlichen Ursachen für die Produktivitätsunterschiede
zwischen den neuen und den alten Ländern darstellen
94
.
94
Vgl. Ragnitz, Joachim (2005): Zur Diskussion um den Produktivitätsrückstand Ostdeutschlands,
Internetpublikation des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle, S. 16 f.

Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
126
Gründungsgeschehen und Insolvenzen
Gründungsgeschehen
284. Neugründungen sind Ausdruck der Anpassung der Wirtschaft an den strukturel-
len Wandel. Neue Unternehmen agieren in neuen Märkten und Technologiebe-
reichen und besetzen Marktnischen. Die Entwicklung des Gründungsgesche-
hens lässt damit auch Rückschlüsse auf die Innovationskraft einer Region zu.
Zudem gleichen Neugründungen das Ausscheiden alter Unternehmen aus dem
Markt aus.
285. Für Sachsen und die neuen Länder zeigt die folgende Übersicht die Entwick-
lung der Gewerbean- und -abmeldungen - jeweils bezogen auf 10.000 Einwoh-
ner - im Zeitraum 1999 bis 2005:
Tabelle 17:
Entwicklung der Gewerbean- und -abmeldungen
Anmeldungen Abmeldungen
Saldo
Anmeldungen Abmeldungen
Saldo
97,7
84,8
12,9
91,2
82,9
8,3
88,8
83,2
5,6
84,5
81,2
3,3
86,1
81,9
4,2
81,6
80,8
0,8
81,7
80,0
1,7
77,5
76,7
0,8
96,8
75,2
21,6
90,6
89,7
0,9
114,1
75,7
38,4
111,4
75,0
36,4
105,9
83,5
22,4
99,1
80,8
18,3
671,1
564,3
106,8
635,9
567,1
68,8
1)
ohne Berlin, bezogen auf die jahresdurchschnittliche Bevölkerung der neuen Länder ohne Berlin
Quelle:
- Statistisches Landesamt Sachsen: Gewerbeanzeigen in Sachsen seit 1996 nach
Grund der Meldung
- Statistisches Bundesamt: Fachserie 3, Reihe 5: Gewerbeanzeigen
- VGR der Länder: Einwohner 1991 bis 2005
Sachsen
Neue Bundesländer
1)
1999
2000
2005
Insgesamt
2001
2002
2003
2004
286. Nach einem Rückgang der Gewerbeanmeldungen im Freistaat Sachsen von
43.714 im Jahr 1999 bis auf 35.681 im Jahr 2002 stieg die Zahl der Neugrün-
dungen in den Jahren 2003 bis 2005 deutlich an. In 2005 wurden in Sachsen
mit 45.386 über 20 % mehr Gewerbe angemeldet als noch im Jahr 1999. Diese
positive Entwicklung des Gründungsgeschehens ist besonders auf den Einsatz
neuer arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen ("Ich-AG", "Überbrückungsgeld") zu-
rückzuführen, die in Sachsen überdurchschnittlich in Anspruch genommen wur-
den, und auf die Reform des Handwerksrechts. Allerdings sind dadurch vor al-

Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
mission am 17. Dezember 2013
127
lem Gründungen speziell in Bereichen gefördert worden, die eine eher geringe
Qualifikation erfordern.
95
287. Per Saldo wurden im Freistaat Sachsen zwischen 1999 und 2005 insgesamt rd.
46.000 Gewerbe mehr an- als abgemeldet. Im Vergleich zu den neuen Ländern
entwickelte sich das Gründungsgeschehen in Sachsen durchweg positiver. Der
für die Jahre 1999 bis 2005 kumulierte Saldo aus An- und Abmeldungen lag in
Sachsen mit 106,8 Nettoneuanmeldungen je 10.000 Einwohner um mehr als
50 % über dem ostdeutschen Vergleichswert (1999 bis 2005: 68,8).
288. Für die weitere wirtschaftliche Entwicklung wird es vor allem darauf ankommen,
die Gründungsintensität in wissens- und technologieorientierten Bereichen zu
steigern. Eine aktuelle Studie der Zentrum für Europäische Wirtschaftsfor-
schung GmbH (ZEW) belegt, dass das Gründungsgeschehen in diesem Be-
reich in Sachsen noch immer geringer als in Westdeutschland ist, wobei sich
die Gründerlücke in den vergangenen Jahren in diesem Bereich eher vergrö-
ßert hat.
96
Insolvenzen
289. Das Insolvenzgeschehen gibt in gewissem Maße den konjunkturellen Verlauf
einer Volkswirtschaft wieder. Die Zahl der sächsischen Unternehmensinsolven-
zen hat sich im Zeitraum 1999 bis 2005 in einem Korridor von 2.344 bis 2.727
bewegt. Zwischen 1999 und 2002 stieg die Zahl der Insolvenzen zunächst an.
Nach einem Rückgang in den Jahren 2003 und 2004 ist für das Jahr 2005 wie-
der ein leichter Anstieg der Insolvenzen auf 2.465 zu verzeichnen.
290. Nach Wirtschaftszweigen differenziert entfielen im Betrachtungszeitraum die
meisten Unternehmensinsolvenzen auf das Baugewerbe (35 %), gefolgt von
den Wirtschaftsbereichen "Grundstücks- und Wohnungswesen, Vermietung
beweglicher Sachen, Erbringung von wirtschaftlichen Dienstleistungen" (20 %)
und "Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kfz und Gebrauchsgütern"
(15 %).
97
95
Vgl. IfS: AHZB (Schwerpunkte 1 - 3), Materialband, S. 9 f.
96
Vgl. ZEW: High-Tech-Gründungen in Deutschland: Trends und Entwicklungsperspektiven
(2006).
97
Vgl. Statistisches Landesamt Sachsen: Statistische Jahrbücher 2000 bis 2005.

Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für den EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
FASSUNG des 4. Änderungsantrages vom 11. November 2013, genehmigt durch die Europäische Kom-
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128
291. Die folgende Übersicht zeigt die Entwicklung der Unternehmensinsolvenzen je
10.000 umsatzsteuerpflichtige Unternehmen für Sachsen und die neuen Länder
im Zeitraum 1999 bis 2004
98
:
Tabelle 18:
Entwicklung der Unternehmensinsolvenzen
Sachsen
Neue Bundesländer
1)
185,0
189,8
187,0
197,5
198,8
206,8
203,5
214,1
179,9
190,3
172,4
177,9
1.126,6
1.176,4
1) einschließlich Berlin
Quelle:
Leistungen 1997 bis 2004
1999
- Statistisches Bundesamt: Umsatzsteuerstatistik, Steuerpflichtige und deren Lieferungen und
2000
2001
2002
2003
- Statistisches Bundesamt: Fachserie 2, Reihe 4.1: Insolvenzverfahren
- Statistisches Landesamt Sachsen: Insolvenzverfahren in Sachsen seit 1991
2004
Insgesamt
Die Übersicht verdeutlicht, dass Sachsen in Bezug auf den Indikator Unterneh-
mensinsolvenzen im ostdeutschen Vergleich besser abschneidet. Über den ge-
samten Betrachtungszeitraum 1999 bis 2004 waren in Sachsen rd. 50 Unter-
nehmensinsolvenzen je 10.000 steuerpflichtige Unternehmen weniger zu ver-
zeichnen als in ganz Ostdeutschland.
Außenhandel und internationale Verflechtung
292. Der Export gilt seit langem als Motor der deutschen Wirtschaft: In den meisten
Konjunkturzyklen führte eine steigende Nachfrage im Ausland auch zu verstärk-
ten binnenwirtschaftlichen Impulsen. Die deutsche Wirtschaft ist international
stark verflochten. Deutsche Unternehmen erzielen ein Drittel ihrer Umsätze im
Ausland, jeder vierte Arbeitsplatz ist vom Außenhandel abhängig. In den ver-
gangenen Jahren ist festzustellen, dass Unternehmen, die einen starken Bin-
nenmarktbezug haben und nicht oder nur wenig auf Auslandsmärkten aktiv
sind, erheblich stärker von der Konjunkturschwäche in Deutschland betroffen
sind. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass exportierende Betriebe stärker
98
Für das Jahr 2005 liegen die Unternehmenszahlen aus der Umsatzsteuerstatistik noch nicht
vor.

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129
wachsen und Beschäftigung sichern bzw. Arbeitsplätze schaffen als nicht ex-
portierende.
293. Die
Im- und Exporte
als Indikator der außenwirtschaftlichen Verflechtung
Sachsens haben sich in den vergangenen Jahren positiv entwickelt, wie folgen-
de
Übersicht zeigt:
Abbildung 25: Entwicklung der Im- und Exporte Sachsens
Entwicklung der Im- und Exporte Sachsens
in Mrd. Euro
3,1
5,2
5,6
6,1
6,4
6,8
0
2
4
6
8
10
12
14
16
18
20
2000
2001
2002
2003
2004
2005
Außenhandelsüberschuss
Exporte
Importe
Quelle: Darstellung auf Basis von Daten des Statistischen Bundesamtes, Fachserie 7, Reihe1: Zusammenfas-
sende Übersichten für den Außenhandel, vorläufige Ergebnisse.
Während die Exporte der sächsischen Wirtschaft im Betrachtungszeitraum um
68 % auf 17,5 Mrd. Euro im Jahre 2005 angestiegen sind, erhöhten sich die Im-
porte um "lediglich" 47 %. Entsprechend hat sich der Außenhandelsüberschuss
seit dem Jahr 2000 mehr als verdoppelt und beläuft sich im Jahr 2005 auf
6,8 Mrd. Euro. Im Jahr 2005 trug Sachsen mit knapp 88 % zum Außenhandels-
überschuss der neuen Länder
99
und mit 4,3 % zum bundesdeutschen Ausfuhr-
überschuss bei. Sachsen ist damit das exportstärkste aller neuen Länder.
99
ohne Berlin.

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130
294. Die positive Entwicklung der sächsischen Exportwirtschaft ist in erster Linie
dem
Verarbeitenden Gewerbe
zuzuschreiben. Die Exportquote (Anteil des
Auslandsumsatzes am Gesamtumsatz) des Verarbeitenden Gewerbes Sach-
sens erhöhte sich dabei von 27 % im Durchschnitt der Jahre 2000 und 2001 auf
31 % im Durchschnitt der Jahre 2004 und 2005. Sie liegt damit um 4 %-Punkte
über der ostdeutschen, allerdings noch 9 %-Punkte unter der gesamtdeutschen
Exportquote.
100
Die wichtigsten Exportbranchen des Freistaates sind der Fahr-
zeugbau, die Elektrotechnik und der Maschinenbau.
295. Die Unternehmen der sächsischen Industrie konnten seit 1991 ihren Aus-
landsumsatz kontinuierlich ausbauen. Während sich der Gesamtumsatz seit
1991 "nur" verdreifacht hat, liegt der Auslandsumsatz heute beim mehr als Sie-
benfachen. Den sächsischen Unternehmen gelingt eine zunehmende Einbin-
dung in die internationale Arbeitsteilung. Dies spricht für ihre gewachsene
Wettbewerbsfähigkeit. Diese überdurchschnittliche Dynamik verdankt Sachsen
vor allem wenigen Großunternehmen im Fahrzeugbau, in der Mikroelektronik
sowie im Maschinen- und Anlagenbau. Die 10 größten Exporteure erwirtschaf-
ten schätzungsweise 60 bis 70 % des gesamten sächsischen Auslandsumsat-
zes.
296. Auch wenn Sachsen im Vergleich der ostdeutschen Bundesländer das führende
Exportland ist - im nationalen Maßstab ist der Rückstand noch immer erheblich:
Bezogen auf das BIP exportiert Sachsen 2005 rd. 20 % seiner Produkte und
Leistungen, bundesweit sind es 35 %. Auch beim Anteil der Ausfuhren am In-
dustrieumsatz lag Sachsen mit rd. 31 % noch deutlich unter dem Bundesdurch-
schnitt von rd. 41 %.
100
Berechnung auf Basis von Daten des Statistischen Bundesamtes: Beschäftigte und Umsatz der
Betriebe im Verarbeitenden Gewerbe und des Statistischen Landesamtes: Betriebe, tätige Per-
sonen, Bruttolohn- und Gehaltssumme sowie Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe sowie im
Bergbau und der Gewinnung von Steinen und Erden.

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297. Auch der Anteil der exportierenden Betriebe an der Gesamtzahl der Betriebe in
Sachsen (6 %) ist im Vergleich zum Bundesdurchschnitt (11 %) noch zu gering.
Bezogen allein auf die Industrie liegt der Anteil in Sachsen bei 21 %, im Bun-
desdurchschnitt bei 25 %.Ursächlich hierfür ist, dass Export und überregionaler
Absatz zumeist eine bestimmte Unternehmensgröße erfordern und die Be-
triebsgrößenstruktur in Sachsen kleinteiliger ist. Die industrielle Basis Sachsens
ist demzufolge, gemessen an der Situation vergleichbarer Industrieregionen in
den alten Bundesländern, noch immer schmal. Der Mittelstand hat überregiona-
le Märkte noch nicht in größerem Umfang erschlossen. Vor allem Betriebe au-
ßerhalb der Industrie, insbesondere im Bereich der unternehmensnahen Dienst-
leistungen, weisen in Sachsen noch sehr geringe außenwirtschaftliche Aktivitä-
ten auf.
298. Im Hinblick auf die neue Strukturfondsförderperiode ist davon auszugehen,
dass insbesondere das verarbeitende Gewerbe und die produktionsnahen
Dienstleistungen die wichtigsten Wachstumsträger der Zukunft sein werden.
299. Die besonderen Herausforderungen für die sächsischen Unternehmen werden
vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung mit einhergehendem
Kaufkraftverlust im Binnenland und einem weiter anwachsenden internationalen
Wettbewerbsdruck insbesondere die erfolgreiche Markteinführung innovativer
Produkte und der Marktzugang auf internationalen Märkten sein. Dies erfordert
sowohl umfangreiche personelle als auch finanzielle Ressourcen.
Tourismus
300. Der Tourismus hat sich in Sachsen im Zeitraum 2000 bis 2005 überdurch-
schnittlich entwickelt. Während im Betrachtungszeitraum die Zahl der Gäste-
übernachtungen in Beherbergungsstätten und auf Campingplätzen in Deutsch-
land um 1 % abnahm, ist für Sachsen ein Anstieg von 2,8 % zu verzeichnen.
Mit 3.490 Übernachtungen pro 1.000 Einwohner im Jahr 2005 belegt Sachsen
bei diesem Indikator einen Platz im unteren Mittelfeld aller Länder. Das belieb-
teste sächsische Reisegebiet ist neben den Städten Dresden und Leipzig vor
allem das Erzgebirge.
301. Erfreulich ist besonders der zunehmende Anteil ausländischer Gäste. Die
Übernachtungszahlen ausländischer Gäste erhöhten sich zwischen 2000 und
2005 um über 25 %. Hier dürfte weiteres Wachstumspotenzial bestehen, denn
der Anteil der Übernachtungen ausländischer Gäste an allen Gästeübernach-

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132
tungen liegt in Sachsen mit 7,5 % noch deutlich unter dem bundesdeutschen
Vergleichswert von 14,0 %.
101
302. Die Zahl der Beherbergungsstätten verringerte sich seit Juli 2000 um rd. 2,5 %
auf 1.106 geöffnete Betriebe im Juli 2005. Die Auslastung der angebotenen
Betten hat sich dagegen von 36,0 % im Jahr 2000 auf 38,3 % im Jahr 2005
spürbar verbessert und erreicht damit nach Mecklenburg-Vorpommern den
zweithöchsten Wert aller deutschen Flächenländer.
102
2.1.2.3 Infrastruktur für ein nachhaltiges Wachstum
Verkehrsinfrastruktur und sonstige Infrastruktur
Verkehrsinfrastruktur
303. Eine gut ausgebaute Verkehrsinfrastruktur stellt einen wichtigen Standortfaktor
für eine Region dar. Verschiedene Studien belegen, dass sich eine gut ausge-
baute Verkehrsinfrastruktur positiv auf die regionale Wettbewerbsfähigkeit aus-
wirkt und zu einem Abbau der Produktivitätsunterschiede zwischen Ost- und
Westdeutschland beitragen kann.
103
Vor dem Hintergrund der Erreichbarkeit von
Ober-, Mittel- und Kleinzentren ist sie zudem besonders für die Bevölkerung
ländlich geprägter Gebiete von hoher Bedeutung.
304. Mit der angestrebten Wirtschaftsentwicklung und dem erweiterten Europa wird
ein weiteres Verkehrswachstum prognostiziert. Die aktualisierten Prognosen
zum Bundesverkehrswegeplan machen die hohen Zuwächse deutlich, beson-
ders auf Grund der EU-Osterweiterung (20 % im Personen- und 64 % im Güter-
verkehr)
104
.
101
ohne Übernachtungen auf Campingplätzen. Berechnung auf Basis von Daten des Statistischen
Bundesamtes und des Statistischen Landesamtes Sachsen.
102
Vgl. Statistisches Bundesamt: Fachserie 6, Reihe 7.1: Ergebnisse der monatlichen Beherber-
gungsstatistik, Dezember und Jahr 2005.
103
Vgl. IfS: AHZB (Schwerpunkte 1 - 3), Materialband, S. 207f.
104
Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung: Bundesverkehrswegeplan 2003,
Verkehrprognose für Deutschland bis 2015.

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305. Die folgende Übersicht zeigt die Netzdichte mit Straßen des überörtlichen Ver-
kehrs für Sachsen und Deutschland für die Jahre 2001 und 2005:
Tabelle 19:
Straßennetzdichte
Sachsen
Deutschland
Sachsen
Deutschland
24,5
32,8
25,4
34,1
133,8
115,6
134,7
114,7
257,3
243,1
257,7
242,9
323,1
254,8
321,1
256,5
747,3
646,3
749,5
648,3
Quelle:
- Statistische Ämter des Bundes und der Länder: Straßen des überörtlichen Verkehrs
- Statistische Ämter des Bundes und der Länder: Fläche und Bevölkerung
- Statistisches Landesamt Sachsen: Statistische Jahrbücher 2001 und 2005
2001
2005
Straßen des überörtlichen Verkehrs (m/km
2
)
Insgesamt
Landesstraßen
Kreisstraßen
Autobahnen
Bundesstraßen
Aus der Übersicht wird deutlich, dass Sachsen gemessen an seiner Landesflä-
che im Bundesvergleich über ein dichteres Netz an Bundes-, Landes- und
Kreisstraßen verfügt; die Dichte des vor allem für die Wirtschaft im Hinblick auf
eine überregionale Anbindung besonders wichtigen Autobahnnetzes ist in
Sachsen hingegen deutlich geringer.
306. Die alleinige Betrachtung der Dichte des Straßennetzes erlaubt allerdings noch
keine Aussage über dessen Qualität (z. B. Straßenbreite, Zustand der Straßen-
decken, etc). Die Qualität der Straßenverkehrsinfrastruktur kann ansatzweise
anhand von Erreichbarkeitsindikatoren beurteilt werden.
Tabelle 20:
Ausgewählte Indikatoren zur Erreichbarkeit
Sachsen
Neue Länder
ohne Berlin
Alte Länder ohne Berlin,
Hamburg und Bremen
16,7
17,1
10,5
26,9
25,1
17,1
56,4
57,7
36,2
1) Kombinierter Ladungsverkehr
Quelle:
Durchschnitt der Kreise
2004, in Minuten
Lkw-Fahrzeit zum nächsten KLV-Terminal
1)
im Straßennetz
- Darstellung auf Basis von Daten des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung
Pkw-Fahrzeit zur nächsten BAB-Anschlussstelle
Pkw-Fahrzeit zum nächsten IC-/EC-/ICE-Halt

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134
307. Tabelle 20 zeigt, dass in Ostdeutschland und Sachsen ein weiterer Bedarf im
Ausbau der Verkehrsstruktur besteht. So liegen z. B. die Werte für die durch-
schnittlichen Pkw-Fahrzeiten bis zur nächsten Autobahnanschlussstelle bzw.
zum nächsten IC-/EC-/ICE-Halt und die durchschnittliche Lkw-Fahrzeit bis zum
nächsten Terminal des kombinierten Ladungsverkehrs um ca. ein Drittel über
den jeweiligen Vergleichswerten der westlichen Flächenländer. Zu beachten ist,
dass sich im Bau befindliche Autobahnen (z. B. A 17) noch nicht in den Werten
von 2004 berücksichtigt sind.
308. Im Jahr 2005 erfolgte eine flächendeckende Aufnahme des Fahrbahnzustandes
der Staatsstraßen in Sachsen. Diese ergab, dass 41 % der Staatsstraßen
(1.792 km) die Zustandsklasse 4,5 aufweisen (Bewertungsskala 1 - 5). In die-
sen Bereichen können Sperrungen oder Verkehrsbeeinträchtigungen bevorste-
hen. Mittelfristig soll zumindest die Zustandsnote 3,5 erreicht werden.
309. Weitere wichtige Verkehrsträger sind die Eisenbahnen und die Binnenschiff-
fahrt. Sachsen verfügt mit einem Schienennetz von rd. 2.600 km Länge im
Bundesvergleich über eine hohe Schienennetzdichte. Auf einer Gesamtstre-
ckenlänge von 900 km vollzieht sich der Eisenbahnfernverkehr. Dazu ist festzu-
stellen, dass besonders die Vorhaben der Verkehrsprojekte Deutsche Einheit
Schiene, aber auch weitere wichtige Verbindungen in Sachsen nicht im ur-
sprünglich vorgesehenen Ausbaustandard und nur mit erheblicher zeitlicher
Verzögerung umgesetzt werden. Es bestehen weiterhin Nachteile bei der An-
bindung an den Fernverkehr. Die Binnenschifffahrt nimmt als Verkehrsträger
zur umweltfreundlichen Beförderung von Massegütern eine bedeutende Rolle
beim Gütertransport ein.
310. Über die Elbe ist Sachsen auf einer Länge von 180 km an die norddeutschen
Seehäfen sowie an Mittel- und Osteuropa und damit an den internationalen
Handel angebunden. Mit Torgau, Riesa und Dresden verfügt Sachsen über drei
Binnenhäfen. Darüber hinaus befinden sich an den Standorten Leipzig, Dres-
den und Glauchau drei Güterverkehrszentren.

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311. Tabelle 21 zeigt die Entwicklung des Gütertransports mit Eisenbahnen und Bin-
nenschiffen in Sachsen für die Jahre 2000 bis 2005:
Tabelle 21:
Entwic