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Migration und Arbeitsschutz
08.11.2017
BGHM
Migration und Arbeitsschutz
Herausforderung Migration im Kontext
zum Arbeitsschutz
Burkhard Grüß, BGHM
Arbeitsschutztag Sachsen, 08.11.2017
Ein britisches Schiff segelte entlang der deutschen Küste, als es
aufgrund eines Lecks anfing zu sinken.
Der Kapitän des Schiffes griff panisch zum Funkgerät und rief ins
Mikrofon:
Mayday Mayday, we are sinking. Hello? Can you hear
us? We are sinking! We are sinking!"
Nach kurzer Zeit antwortete jemand auf der anderen Leitung mit
einem starken deutschen Akzent:
“Hello? This is the German coast
guard. What are you thinking about?"
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BGHM
Die
Sprache
ist die Quelle aller
Missverständnisse.
Antoine de Saint-Exupéry
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Deutschland:
über
16 Mio.
Menschen mit Migrationshintergrund
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Quelle: Mikrosensus 2015

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Problem:
Viele nationale und internationale Studien
zeigen, dass Menschen mit
Migrationshintergrund ein erhöhtes
Arbeitsunfallrisiko haben.
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Migration per se ist zunächst erstmal kein Grund
für ein erhöhtes Unfallaufkommen.
Die
Gründe sind multikausal
und müssen
differenziert betrachtet werden.
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Quelle: Starren et al. (2013)
Drei wesentliche Gründe
Die International Labour Organization (ILO) nennt drei wesentliche Gründe:
1.
Hohe Beschäftigungsquote von Migranten in Hochrisiko-Sektoren
2.
Sprachliche und kulturelle Hürden
3.
Hoher Überstundenanteil und schlechter Gesundheitszustand
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Sprachliche Barrieren
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Die längsten deutschen Wörter
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Grundstücksverkehrsgenehmigungszuständigkeitsübertragungsverordnung
Rindfleischetikettierungsüberwachungsaufgabenübertragungsgesetz
Verkehrsinfrastrukturfinanzierungsgesellschaft
Gleichgewichtsdichtegradientenzentrifugation
Verkehrswegeplanungsbeschleunigungsgesetz
Hochleistungsflüssigkeitschromatographie
Telekommunikationsüberwachungsverordnung
Unternehmenssteuerfortentwicklungsgesetz
Zusammengesetzte Wörter
Kopfkino
(lit. head cinema) The rolling pictures in your head when you think about how a certain
situation may unravel
die Schnapsidee
(lit. schnapps (shots) idea) A crazy idea
dickköpfig
(lit. thick-headed) stubborn and pig-headed
der Ohrwurm
(lit. the ear worm) A song that you can´t get out of your head
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Quelle: Ed M. Wood (2015)

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Kulturelle Barrieren
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Beispielweise berichtet Boege (2011) von einem
Taxifahrer aus einem arabischen Land, der sich
grundsätzlich nie anschnalle. Als Begründung
gibt der Taxifahrer an, dass Allah ihn beschütze
und er dafür sorgen würde, dass ihm nichts
passieren werde.
Quelle: Boege (2011)

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Die
kulturellen
Sozialisationen von
Menschen sind sehr
unterschiedlich und daher gibt
es auch nicht die kulturelle Barriere
an sich.
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Die demographischen Entwicklungen in
Deutschland zeigen, dass die
Integration von
Menschen mit Migrationshintergrund
in den
betrieblichen Arbeitsschutz eine wichtige Rolle
für die Prävention im Betrieb spielen wird
.

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Präventionsansätze
Ermittlung
Die
Ermittlung
bildet das Fundament für eine gute Präventionsstrategie
hinsichtlich der Integration von Beschäftigten mit Migrationshintergrund.
Ermittlung durch:
Gefährdungsbeurteilung, Unfallanalysen, Verbandskasteneinträge,
Aufschlüsselung der Beschäftigten mit Migrationshintergrund, Befragung
Führungskräfte
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Unterweisung
Empfehlungen:
Durchführung der
Unterweisung in anderer Sprache
( zweisprachigen Kollegen o. Dolmetscher)
• Bildgestützte Hilfsmaterialien
verwenden, wie Piktogramme und Filme
• Wirksamkeitsüberprüfung:
Unternehmer muss überprüfen, ob die Mitarbeiter die Anweisungen auch
praktisch anwenden können
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Quelle:
www.napofilm.net
Beispiel: „Napo-Filme“
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Video

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Empfehlungen
• Mehrsprachige
Betriebsanweisungen oder
vereinfachte
Betriebsanweisungen“
Hier ist die Kontrolle der praktischen Umsetzung wichtig.
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Beispiel BA
„Vereinfachte
Betriebsanweisung“
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Quelle: DGUV (2012)

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Qualifizierung und Sensibilisierung
Führungskräfte müssen
sensibilisiert
werden, um Verständigungsprobleme
wegen fehlender Sprachkompetenz und kulturelle Unterschiede festzustellen.
• Schulung für interkulturelle Kompetenz
, um interkulturelle Barrieren leichter zu
überwinden und einen besseren Zugang zu Menschen aus anderen Kulturen
zu finden.
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Peersystem
Empfehlung:
Wenn in einem Unternehmen eine Nationalität besonders stark vertreten ist,
dann können
zweisprachige Vertreter als Ansprechpartner
für den
Arbeitsschutz benannt werden.
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Organisation
Partizipation:
Einbringen in Teamgespräche, Entscheidungen, Präventionsfragen
Beschäftigte langfristig in Fragen rund um Arbeitsschutz mit einbeziehen und
an Teamentscheidungen teilhaben lassen.
Personalauswahl:
Sprachkompetenz des Bewerbers beachten. Fehlt diese, sollten eventuell
schon vor Aufnahme der Tätigkeit Maßnahmen vereinbart werden, um die
Sprachkompetenz zu verbessern.
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Hinweise und Hilfsmaterialien für Unternehmen
www.dguv.de/fluechtlinge/unternehmen
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Quellen:
Boege, K. (2011). Migration und interkulturelle Aspekte im Arbeitsschutz. In F. Ecker &
T. Kohstall (Hrsg.), Arbeitsschutz besser managen (Loseblattsammlung, 38.
Aktualisierungslieferung November 2011, Kapitel 10805, S.1-28). TÜV Media. Köln.
DGUV (2012). Wissenschaftlicher Schlussbericht. Projekt: Vereinfachte
Betriebsanweisungen. Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung. Berlin.
Starren, A. Luijters, K., Drupsteen, L., Vilkevicius, G. Eckelaert, L. & Elser, D. (2013).
Diverse culture at work: ensuring safety and health through leadership and
participation. European Agen-cy for Safety and Health at Work. Bilbao, Spain.
Statistisches Bundesamt (Mikrozensus). Bevölkerung und Erwerbstätigkeit.
Bevölkerung mit Migrationshintergrund – Ergebnisse des Mikrozensus 2015. Berlin.
Wood, Ed M. (2015). 7 German Words We Should Be Using in English.
www.babble.com
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