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CGI-Nr.: 2007
DE 051 PO 004
Berichtsjahr:
2014
JAHRESBERICHT
gemäß Artikel 67 VO (EG) Nr. 1083/2006 DES RATES
vom 11. Juli 2006
zum Operationellen Programm des
Freistaates Sachsen für den
Europäischen Sozialfonds (ESF)
Einsatz der Mittel aus den EU-Struktur-
Fonds im Ziel Konvergenz 2007 - 2013
m
STAATSMINISTERIUM
FÜR WIRTSCHAFT
ARBEIT UND VERKEHR
Freistaat
SACHSEM

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
2
Inhaltsverzeichnis
1.
Kenndaten ............................................................................................................. 6
2.
Übersicht über die Durchführung des Operationellen Programms ...................... 10
2.1
Ergebnisse und Fortschrittsanalyse .................................................................... 10
2.1.1 Angaben über den Stand der materiellen Abwicklung des Operationellen
Programms .......................................................................................................... 10
2.1.2 Finanzielle Angaben ............................................................................................ 15
2.1.3 Angaben über die Verwendung der Fondsmittel ................................................. 17
2.1.4 Unterstützung, aufgeschlüsselt nach Zielgruppen ............................................... 17
2.1.5 Zurückgezahlte oder wiederverwendete Unterstützung ...................................... 20
2.1.6 Qualitative Analyse .............................................................................................. 20
2.2
Angaben zur Vereinbarkeit mit dem Gemeinschaftsrecht ................................... 44
2.3
Wesentliche aufgetretene Probleme und getroffene Abhilfemaßnahmen ........... 46
2.4
Änderung der Durchführungsbestimmungen des operationellen Programms ..... 46
2.5
Wesentliche Änderungen gemäß Art. 57 der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006
(Dauerhaftigkeit des Vorhabens) ........................................................................ 46
2.6
Komplementarität mit anderen Instrumenten ...................................................... 46
2.7
Begleitung und Bewertung .................................................................................. 51
2.8
Nationale Leistungsreserve gem. Art. 50 der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006) . 53
3.
Durchführung nach Prioritätsachsen ................................................................... 54
3.1
Prioritätsachse A - Steigerung der Anpassungsfähigkeit und
Wettbewerbsfähigkeit von Beschäftigten und Unternehmen ............................... 54
3.1.1 Ergebnisse und Fortschrittsanalyse .................................................................... 54
3.1.2 Wesentliche aufgetretene Probleme und getroffene Abhilfemaßnahmen ........... 71
3.2
Prioritätsachse B - Verbesserung des Humankapitals ........................................ 72
3.2.1 Ergebnisse und Fortschrittsanalyse .................................................................... 72
3.2.2 Wesentliche aufgetretene Probleme und getroffene Abhilfemaßnahmen ........... 95
3.3
Prioritätsachse C - Verbesserung des Zugangs zu Beschäftigung sowie der
sozialen Eingliederung von benachteiligten Personen ........................................ 96
3.3.1 Ergebnisse und Fortschrittsanalyse .................................................................... 96
3.3.2 Wesentliche aufgetretene Probleme und getroffene Abhilfemaßnahmen ......... 119
3.4
Prioritätsachse E - Transnationale Maßnahmen ............................................... 120
3.4.1 Ergebnisse und Fortschrittsanalyse .................................................................. 120
3.4.2 Wesentliche aufgetretene Probleme und getroffene Abhilfemaßnahmen ......... 128
4.
ESF-Programme: Kohärenz und Konzentration ................................................ 130
5.
Technische Hilfe ................................................................................................ 135
6.
Information und Öffentlichkeitsarbeit ................................................................. 136

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
3
Tabellen- und Anlagenverzeichnis
Tabelle 1:
Stand der materiellen Abwicklung des Operationellen Programms
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)
Tabelle 2:
Stand der materiellen Abwicklung des Operationellen Programms
(Status: bewilligt)
Tabelle 3:
Prioritätsachsen, aufgeschlüsselt nach Finanzierungsquellen (in EUR)
Tabelle 4: Kumulierte Zuweisung der Gemeinschaftsmittel, aufgeschlüsselt nach Be-
reichen (in EUR) / Code der Dimension 1
Tabelle 5:
Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der
Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachsen (kumuliert)
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)
Tabelle 6:
Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der
Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachsen (kumuliert)
(Status: bewilligt)
Tabelle 7:
EU-Benchmarks (Stand: 2009)
Tabelle 8:
Earmarking (in EUR)
Tabelle 9:
Finanzierungsinstrumente
Tabelle 10: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse A
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)
Tabelle 11: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse A
(Status: bewilligt)

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
4
Tabelle 12: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der
Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse A
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)
Tabelle 13: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der
Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse A
(Status: bewilligt)
Tabelle 14: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse B
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)
Tabelle 15: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse B
(Status: bewilligt)
Tabelle 16: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der
Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse B
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)
Tabelle 17: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der
Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse B
(Status: bewilligt)
Tabelle 18: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse C
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)
Tabelle 19: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse C
(Status: bewilligt)
Tabelle 20: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der
Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse C
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
5
Tabelle 21: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der
Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse C
(Status: bewilligt)
Tabelle 22: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse E
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)
Tabelle 23: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse E
(Status: bewilligt)
Tabelle 24: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der
Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse E
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)
Tabelle 25: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der
Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse E
(Status: bewilligt)
Tabelle 26: Bewertung der Informations- und Publizitätsmaßnahmen
Anlage 1:
Kumulierte Zuweisung der Gemeinschaftsmittel, aufgeschlüsselt nach
Bereichen (in EUR) / Kombination der Codes der Dimension 1 bis 5

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
6
1. Kenndaten
Operationelles Programm
Ziel:
Konvergenz
Fördergebiet:
Freistaat Sachsen
Programmplanungszeitraum:
2007 - 2013
Referenznummer des Programms (CCI-Code):
2007 DE 051 PO 004
Bezeichnung des Programms:
Europäischer Sozialfonds
Jährlicher Durchführungsbericht Berichtsjahr:
2014
Datum der Genehmigung des Berichts durch den
Programmbegleitausschuss: 19. Mai 2015
Redaktionsschluss am 9. April 2015

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
7
1.
Sozio-ökonomische Rahmenbedingungen
1.1. Demographische Entwicklung
4.045.543 Einwohner lebten am 30. Juni 2014 in Sachsen. Das waren 842 Personen
weniger als Ende 2013. Grund dafür ist das Geburtendefizit. Die fünfte regionalisierte
Bevölkerungsprognose für den Freistaat Sachsen geht bis 2025 von einem anhaltenden
Rückgang der Bevölkerung aus. Die Relationen zwischen Alt und Jung werden sich wei-
ter verändern. Die Bevölkerung im Erwerbsalter (20 bis unter 65 Jahre) wird gleichzeitig
schrumpfen und altern. Der Schrumpfungsprozess wird bestimmt vom Rückgang der
erwerbsfähigen Bevölkerung im Alter von unter 55 Jahren um rund ein Viertel. Demge-
genüber nimmt die Zahl der älteren Erwerbsfähigen (über 55 bis 65 Jahre) bis 2025
leicht zu.
1.2. Gesamtwirtschaftliche Situation
Im Jahr 2009 ging die Wirtschaftsleistung in Sachsen krisenbedingt auf 88,8 Milliarden
EUR zurück. Damit sank sie real um 4,2 %. Die sächsische Wirtschaft entwickelte sich
damit erwartungsgemäß nicht so schlecht wie im Bundesdurchschnitt, aber ungünstiger
als die Wirtschaft der neuen Länder insgesamt (-3,3 %). 2010 konnte auch Sachsens
Wirtschaft wieder zulegen (+2,9 %). 2011 wuchs Sachsens Wirtschaft (+2,5 %) ebenfalls
kräftig und im ostdeutschen Vergleich (neue Länder mit bzw. ohne Berlin jeweils +1,9 %)
überdurchschnittlich. 2012 fiel die sächsische Wirtschaftsleistung mit -0,6 % hinter den
Vorjahresstand zurück (Ostdeutschland: +0,2 %). 2013 wuchs das Bruttoinlandsprodukt
in Sachsen wieder leicht (+0,3 %) und entwickelte sich damit besser als in den neuen
Flächenländer insgesamt (-0,1 %). Im ersten Halbjahr 2014 nahm die sächsische Wirt-
schaftskraft mit +2,9 % überdurchschnittlich zu (D: +1,7 %, neue Länder und Berlin: +1,8
%). Maßgeblich beeinflusst wurde diese Entwicklung durch das Wachstum der Brutto-
wertschöpfung im Produzierenden Gewerbe.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
8
1.3.
Arbeitsmarkt – Erwerbstätigkeit und Beschäftigung
Die in den letzten Jahren zu beobachtende positive Entwicklung auf dem sächsischen
Arbeitsmarkt hat sich auch im Jahr 2014 fortgesetzt. Durch eine stabile wirtschaftliche
Entwicklung, aber auch demografische Einflüsse, ist die Beschäftigung weiter angestie-
gen bei gleichzeitigem Rückgang der Arbeitslosenzahl. Im Jahresdurchschnitt 2014 wa-
ren in Sachsen 2.024,1 Tausend Menschen erwerbstätig. Mit 500 Erwerbstätigen je
1.000 Einwohner ist in Sachsen nach wie vor die höchste Arbeitsplatzdichte im Ver-
gleich der neuen Flächenländer zu verzeichnen. Der Abstand zu den alten Bundeslän-
dern ist allerdings leicht angestiegen (539 Erwerbstätige je 1.000 Einwohner). Die Ar-
beitslosenquote, gemessen an allen zivilen Erwerbspersonen, lag mit 8,8 % um 0,6 Pro-
zentpunkte unter dem Vorjahresdurchschnitt. Bei Frauen betrug die Arbeitslosenquote
8,6 %, bei Männern 9,1 %. In Sachsen lag die Zahl der Arbeitslosen im Jahresdurch-
schnitt 2014 bei knapp 187.500 Personen. Damit waren rund 5.200 Frauen und 7.900
Männer weniger arbeitslos als im Vorjahr. Durch den geringeren Rückgang der Arbeits-
losenzahl bei Frauen erhöhte sich der Frauenanteil an allen Arbeitslosen auf 45,7 %
(Jahresdurchschnitt 2013: 45,3 %). Im Jahresdurchschnitt 2014 lag die Zahl arbeitsloser
Jüngerer unter 25 Jahren bei rund 13.400. Mit einem Rückgang zum Vorjahr um rund
ein Fünftel verringerte sich gleichzeitig der Anteil Jüngerer an allen Arbeitslosen um 0,9
Prozentpunkte auf 7,1 %. Der Rückgang der Arbeitslosenzahl in der Altersgruppe 25 bis
unter 50 Jahre lag unter einem Zehntel. Mit fast 99.000 Arbeitslosen betrug der Anteil
dieser Altersgruppe an allen Arbeitslosen 52,8 % (-0,2 %-Punkte). Bei 50 bis unter 65
jährigen war der Rückgang der Arbeitslosenzahl gegenüber dem Vorjahr mit 4,0 % am
niedrigsten. Mit knapp 75.000 Arbeitslosen in dieser Altersgruppe ist der Anteil an allen
Arbeitslosen um einen Prozentpunkt auf 40,0 % leicht gestiegen. Die Zahl der Langzeit-
arbeitslosen ist weiter zurückgegangen auf nunmehr rund 73.100. Allerdings ist der An-
teil an allen Arbeitslosen auf 39,0 % gestiegen (Jahresdurchschnitt 2013: 37,4 %). Ins-
gesamt waren im Jahr 2014 in Sachsen rund 248 Tausend. Personen arbeitslos gemel-
det, in einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme oder einem Sonderstatus mit Entlas-
tungswirkung. Die Quote der Unterbeschäftigung lag bei 11,4 % (Jahresdurchschnitt
2013: 12,3 %).

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
9
Fazit:
In Sachsen war im Jahr 2014 eine stabile Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt zu be-
obachten. Seit der Wiedervereinigung waren noch nie so wenig Menschen arbeitslos.
Gleichzeitig ist die Erwerbstätigkeit angestiegen - allein bei der sozialversicherungs-
pflichtigen Beschäftigung um rund 23.600 Personen gegenüber dem Vorjahr (jeweils
Januar bis November).
Gleichwohl bleibt festzustellen, dass gegenüber den alten Ländern nach wie vor deutli-
che Unterschiede zu verzeichnen sind. So ist die Arbeitslosenquote in Sachsen noch
immer höher als in Westdeutschland. Gleiches gilt für die Unterbeschäftigung.
1.4.
Wirtschaftliche Situation und Arbeitsmarkt - Prognose
Die Forschungsinstitute (Gemeinschaftsdiagnose „Deutsche Konjunktur Wirtschaft stag-
niert – Jetzt Wachstumskräfte stärken“, Oktober 2014) erwarten für Deutschland eine
verhaltene konjunkturelle Entwicklung (+1,2 %) im Jahr 2015. In Deutschland wird für
2015 von einer leicht steigenden Inlandsnachfrage ausgegangen. Von der Finanzpolitik
dürften geringere Impulse als noch 2014 ausgehen. Die konjunkturelle Schwäche hinter-
lässt Spuren auf dem Arbeitsmarkt. Der Beschäftigungsaufbau hat sich verlangsamt. Im
Prognosejahr 2015 wird nur noch mit gering steigenden Erwerbstätigenzahlen gerech-
net. Unter anderem. wegen der Mindestlohneinführung wird wieder ein Anstieg der Ar-
beitslosenzahlen erwartet. Die Bundesregierung geht in ihrer aktuellen Projektion (Janu-
ar 2015) von einem leicht höheren Wachstum für 2015 (+1,5 %) aus. Das ifo Institut
rechnet in seiner Prognose vom Dezember 2014 damit, dass das Bruttoinlandsprodukt
in Sachsen im laufenden Jahr mit +1,8 % wachsen dürfte und damit stärker als im ost-
deutschen und deutschen Durchschnitt. Die Zahl der Erwerbstätigen dürfte leicht rück-
läufig sein (-0,1 %).

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
10
2.
Übersicht über die Durchführung des Operationellen Programms
2.1 Ergebnisse und Fortschrittsanalyse
2.1.1 Angaben über den Stand der materiellen Abwicklung des Operationellen
Programms
Gemäß Artikel 67 Abs. 2 Buchst. a) der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 wird im folgen-
den Abschnitt über den Stand der Durchführung des Operationellen Programms (OP)
und der Prioritätsachsen gemessen an den überprüfbaren spezifischen Zielen berichtet.
Die in folgenden beiden Tabellen aufgeführten Angaben entsprechen den im OP verein-
barten Indikatoren nach Artikel 37 Abs. 1 Buchst. c) der Verordnung (EG) Nr.
1083/2006. In der ersten Tabelle beruht die Erfassung der Outputindikatoren auf ver-
wendungsnachweisgeprüften Daten, die verbindlich und gesichert sind. Als Vergleich
hierzu werden in der zweiten Tabelle die Outputindikatoren auf der Grundlage der Bewil-
ligungen dargestellt. Die Bewilligungen erfassen im Unterschied zu verwendungsnach-
weisgeprüften Daten den Umsetzungsstand besser, sind aber noch nicht abschließend
belastbar, da es durchaus möglich ist, dass eine bewilligte Maßnahme nicht wie vorge-
sehen stattfindet. Die Ergebnisindikatoren werden aus amtlichen Statistiken oder Evalu-
ierungen ermittelt. Insofern werden Ergebnisindikatoren nach der Bewilligung, oft auch
erst nach der Verwendungsnachweisprüfung oder im Falle von Statistiken auf andere
Weise eruiert. Aus diesem Grund wurde auf diesbezügliche Eintragungen in der Tabelle
basierend auf Bewilligungen verzichtet. Die bereits ermittelten Ergebnisindikatoren wur-
den aus Gründen der einheitlichen Darstellung der Indikatoren in der Tabelle mit ver-
wendungsnachweisgeprüften Daten erfasst, wenngleich diese lediglich die Basis für da-
ran aufsetzende Evaluierungen sind. Die Aussagen dieses Abschnittes gelten auch für
die in Gliederungspunkt 3 dieses Berichts enthaltenen Auszüge der beiden Tabellen.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
11
Tabelle 1: Stand der materiellen Abwicklung des Operationellen Programms
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)
Indikatoren*
Art 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Indikator 1 –
Ergebnisindikator
Zahl der erfolgreich
abgeschlossenen
Weiterbildungen
Ergebnis 1 1.683 8.455 14.647 22.308 30.697 39.932 49.414
Zielvorgabe:
52.340
Indikator 2 –
Outputindikator
Erwerbstätige die an
Weiterbildung/
Beratung teilnehmen
Ergebnis 1 1.676 8.610 15.490 26.216 40.278 55.222 74.658
Zielvorgabe:
64.521
Indikator 3 –
Outputindikator
Beratene Unternehmen
Ergebnis 1 530 2.228 3.905 6.600 9.773 12.506 16.868
Zielvorgabe:
16.213
Indikator 3a –
Outputindikator
Beschäftigte Innovationsas-
sistenten (2011-2013)
Ergebnis
0 5 29 126
Zielvorgabe:
270
Indikator 4 –
Ergebnisindikator
Zahl neuer Arbeitsplätze bei
den mit Mikrodarlehen
geförderten Gründern
Ergebnis 0 0 160 502 755 890 987 1.100
Zielvorgabe:
1.000
Indikator 4a –
Outputindikator
Anzahl der ESF-
Mikrodarlehen (2009-2011)
Ergebnis
6 191 730 1.203 1.439 1.639
Zielvorgabe:
1.900
Indikator 5 –
Outputindikator
Beratene und gecoachte
angehende Gründer
Ergebnis 0 0 68 248 608 24.152 26.245 26.490
Zielvorgabe:
29.913
Indikator 6 –
Ergebnisindikator
Verringerung des Anteils
der Schulabgänger ohne
Hauptschulabschluss
Ergebnis
8,7 %
8,8 %
8,9 %
9,8 %
10,1 %
9,8 %
10,1 %
8,6%
Zielvorgabe:
6,5 %
Indikator 7 –
Outputindikator
Geförderte Schüler und
Ausbildungsplatzsuchende
Ergebnis 0 17 4.493 11.224 17.150 42.243 76.310 114.846
Zielvorgabe:
258.090
Indikator 8 –
Ergebnisindikator
Zahl der erfolgreich abge-
schlossenen Ausbildungen
bzw. Qualifizierungen
Ergebnis 13.603 17.520 24.500 44.765 65.428 95.634 112.105 122.030
Zielvorgabe:
171.996
Indikator 9 –
Outputindikator
Geförderte
Ausbildungsplätze
Ergebnis 13.603 16.477 21.666 41.707 58.886 88.906 104.332 112.792
Zielvorgabe:
161.738

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
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Indikator 9a –
Outputindikator
Förderung von Zusatzquali-
fikationen
Ergebnis 0 1.044 2.866 4.328 8.896 10.576 12.214 14.775
Zielvorgabe:
16.500
Indikator 11 –
Outputindikator
Geförderte Weiterbildungs-
Projekte (Konzeption und
Weiterbildung)
Ergebnis 0 0 0 1 1 8 32 88
Zielvorgabe:
100
Indikator 13 –
Outputindikator
Geförderte Promovenden
Ergebnis 0 0 0 2 9 105 162 243
Zielvorgabe:
300
Indikator 16 –
Ergebnisindikator
Geförderte Teilnehmer sind
ein Jahr nach Ende der
Förderung beschäftigt
Ergebnis
70 %
61 %
Zielvorgabe:
50 %
Indikator 17 –
Outputindikator
Geförderte arbeitslose
benachteiligte Personen
(z.B. Langzeitarbeitslose)
Ergebnis 0 29 1.684 3.909 6.219 8.599 12.262 14.334
Zielvorgabe:
16.929
Indikator 18 –
Ergebnisindikator
Anteil der Personen, die
gegründet haben und zwei
Jahre später noch selb-
ständig sind
Ergebnis
65 %
89 %
Zielvorgabe:
65 %
Indikator 18a –
Ergebnisindikator
Anteil der Teilnehmer, die
gegründet oder eine sv-
pflichtige Beschäftigung
aufgenommen haben
Ergebnis
86 %
Zielvorgabe:
50 %
Indikator 19 –
Outputindikator
Geförderte Gründer und
Teilnehmer aus der Arbeits-
losigkeit
Ergebnis 0 0 556 1.130 2.101 2.180 2.411 2.411
Zielvorgabe:
2.409
Indikator 21 –
Outputindikator
Aktivierte / geförderte
Langzeitarbeitslose und
schwer Vermittelbare
Ergebnis 0 0 2.516 11.272 21.278 27.933 33.320 39.210
Zielvorgabe:
40.143
Indikator 23 –
Outputindikator
Personen, die an trans-
nationalen Maßnahmen
teilnehmen
Ergebnis 0 0 15 17 111 265 708 1.158
Zielvorgabe:
1.196
* Angaben lt. OP, eine Aufschlüsselung nach Geschlecht ist nicht vorgesehen.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
13
Tabelle 2: Stand der materiellen Abwicklung des Operationellen Programms
(Status: bewilligt)
Indikatoren*
Art 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Indikator 1 –
Ergebnisindikator
Zahl der erfolgreich
abgeschlossenen
Weiterbildungen
Ergebnis
Zielvorgabe:
52.340
Indikator 2 –
Outputindikator
Erwerbstätige die an
Weiterbildung/
Beratung teilnehmen
Ergebnis 732 8.032 17.572 32.136 46.529 61.662 76.613 81.331
Zielvorgabe:
64.521
Indikator 3 –
Outputindikator
Beratene Unternehmen
Ergebnis 95 1.920 4.154 6.397 9.304 12.535 15.913 17.084
Zielvorgabe:
16.213
Indikator 3a –
Outputindikator
Beschäftigte Innovationsas-
sistenten (2011-2013)
Ergebnis
84 175 277 283
Zielvorgabe:
270
Indikator 4 –
Ergebnisindikator
Zahl neuer Arbeitsplätze bei
den mit Mikrodarlehen
geförderten Gründern
Ergebnis
Zielvorgabe:
1.000
Indikator 4a –
Outputindikator
Anzahl der ESF-
Mikrodarlehen (2009-2011)
Ergebnis
304 908 1.308 1.535 1.713 1.857
Zielvorgabe:
1.900
Indikator 5 –
Outputindikator
Beratene und gecoachte
angehende Gründer
Ergebnis 0 14.154 14.278 14.560 19.066 19.392 19.682 19.750
Zielvorgabe:
29.913
Indikator 6 –
Ergebnisindikator
Verringerung des Anteils
der Schulabgänger ohne
Hauptschulabschluss
Ergebnis
Zielvorgabe:
6,5 %
Indikator 7 –
Outputindikator
Geförderte Schüler und
Ausbildungsplatzsuchende
Ergebnis 120 33.258 62.912 87.323 186.558 250.478 282.969 296.493
Zielvorgabe:
258.090
Indikator 8 –
Ergebnisindikator
Zahl der erfolgreich abge-
schlossenen Ausbildungen
bzw. Qualifizierungen
Ergebnis
Zielvorgabe:
171.996
Indikator 9 –
Outputindikator
Geförderte
Ausbildungsplätze
Ergebnis 16.479 41.725 70.725 97.625 111.960 125.357 157.410 162.323
Zielvorgabe:
161.738
Indikator 9a –
Outputindikator
Förderung von Zusatzquali-
fikationen
Ergebnis
0 2.680 5.340 7.891 10.632 12.648 14.685 16.833
Zielvorgabe:
16.500

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
14
Indikator 11 –
Outputindikator
Geförderte Weiterbildungs-
Projekte (Konzeption und
Weiterbildung)
Ergebnis 0 2 27 64 90 139 172 176
Zielvorgabe:
100
Indikator 13 –
Outputindikator
Geförderte Promovenden
Ergebnis 0 32 124 162 288 348 366 369
Zielvorgabe:
300
Indikator 16 –
Ergebnisindikator
Geförderte Teilnehmer sind
ein Jahr nach Ende der
Förderung beschäftigt
Ergebnis
Zielvorgabe:
50 %
Indikator 17 –
Outputindikator
Geförderte arbeitslose
benachteiligte Personen
(z.B. Langzeitarbeitslose)
Ergebnis 947 11.416 16.113 19.209 20.344 21.859 23.181 23.192
Zielvorgabe:
16.929
Indikator 18 –
Ergebnisindikator
Anteil der Personen, die
gegründet haben und zwei
Jahre später noch selb-
ständig sind
Ergebnis
Zielvorgabe:
65 %
Indikator 18a –
Ergebnisindikator
Anteil der Teilnehmer, die
gegründet oder eine sv-
pflichtige Beschäftigung
aufgenommen haben
Ergebnis
Zielvorgabe:
50 %
Indikator 19 –
Outputindikator
Geförderte Gründer und
Teilnehmer aus der Arbeits-
losigkeit
Ergebnis 0 768 1.537 2.491 2.491 2.491 2.491 2.491
Zielvorgabe:
2.409
Indikator 21 –
Outputindikator
Aktivierte / geförderte
Langzeitarbeitslose und
schwer Vermittelbare
Ergebnis 570 12.900 21.330 26.737 32.191 38.136 41.889 42.176
Zielvorgabe:
40.143
Indikator 23 –
Outputindikator
Personen, die an trans-
nationalen Maßnahmen
teilnehmen
Ergebnis 0 489 936 981 1.089 1.173 1.189 1.191
Zielvorgabe:
1.196
* Angaben lt. OP, eine Aufschlüsselung nach Geschlecht ist nicht vorgesehen

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
15
2.1.2 Finanzielle Angaben
Zum Ende des Berichtsjahres waren 1.159,4 Mio. EUR Gesamtmittel (EU und national)
bewilligt. Damit sind die geplanten Programmmittel wie bereits im Vorjahr weiterhin
leicht überzeichnet. Die im Rahmen der Verwendungsnachweisprüfung im Laufe des
Jahres 2014 wieder freiwerdenden Mittel konnten erneut bewilligt werden. Die Unter-
schiede im Bewilligungsstand zwischen den einzelnen Prioritätsachsen wurden auch
Dank der dritten Änderung des Programms weiter verringert. Die Mittel für die Region
mit Übergangsunterstützung sind zu 98,3 % gebunden, während die Mittel für die Regi-
onen ohne Übergangsunterstützung leicht überzeichnet sind.
Im Berichtsjahr wurden mit Zahlungsantrag vom 29. Oktober 2014, der den Ausgaben-
stand zum 31. August 2014 umfasst, rund 77 % der geplanten Programmmittel zur Er-
stattung beantragt. Die n+2–Regelung wurde erfüllt.
Die folgende Tabelle stellt die finanzielle Abwicklung gemäß Artikel 67 Abs. 2 Buchst. b)
der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 für jede Prioritätsachse dar. Es wurden keine ge-
sonderten Finanzindikatoren vereinbart.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
16
Tabelle 3: Prioritätsachsen, aufgeschlüsselt nach Finanzierungsquellen (in EUR)
Finanzmittel insge-
samt des operatio-
nellen Programms
(Europäische Union
und national) in Euro
Grundlage
für Berech-
nung des
EU-Beitrags
(öffentliche
oder Ge-
samtkosten)
Gesamthöhe der
von den Begünstig-
ten gezahlten för-
derfähigen Ausga-
ben (1)
In Euro
Entsprechender
öffentlicher Bei-
trag (1) in Euro
Durchfüh-
rungsrate in
%
a
b
c
d
e = c : a,
wenn Ge-
samtkos-
ten,
oder e = d
:a, wenn
öffentliche
Kosten
Prioritätsachse A:
Steigerung der Anpassungsfä-
higkeit und Wettbewerbsfähigkeit
von Beschäftigten und Unter-
nehmen
217.049.407,00 G 182.916.642,82 152.055.861,58
84,27
Prioritätsachse B:
Verbesserung des Humankapi-
tals
514.798.432,00 G 357.413.455,45 351.960.817,77
69,43
Prioritätsachse C:
Verbesserung des Zugangs zu
Beschäftigung sowie der sozia-
len Eingliederung von benachtei-
ligten Personen
359.302.908,00 G 297.881.728,37 295.970.228,47
82,91
Prioritätsachse E:
Transnationale Maßnahmen
40.674.811,00 G 30.664.233,75 30.460.459,51
75,39
Technische Hilfe
25.333.334,00 G 16.696.215,43 16.696.215,43
65,91
Gesamtbetrag
1.157.158.892,00
885.572.275,82 847.143.582,76
0
(1) Kumulative Zahlen

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
17
*
2.1.3 Angaben über die Verwendung der Fondsmittel
Die vollständige Information über die Aufschlüsselung der Mittelverwendung gemäß An-
hang II, Teil C der Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 erfolgt auf Grund des Umfangs in der
Anlage 1
zu diesem Bericht und stellt die „five dimensions“ dar.
Im Folgenden wird zur Übersicht eine „one dimension“ Tabelle angeführt. Diese wurde
auf Basis der „five dimension“ auf das vorrangige Thema und deren zugewiesenen Ge-
meinschaftsbeteiligungen reduziert.
Tabelle 4: Kumulierte Zuweisung der Gemeinschaftsmittel, aufgeschlüsselt nach Bereichen (in
EUR) / Code der Dimension 1
Vorrangiges Thema
Zugewiesene Gemeinschaftsbeteiligung (in EUR)
62 125.957.004,50
66 76.909.780,77
67 4.469.933,89
68 51.714.214,04
69 22.052.009,03
70 16.668.307,23
71 133.635.407,90
72 4.297.754,72
73 273.818.927,00
74 140.603.033,01
85 13.611.822,67
86 4.195.905,31
Stand: 17. März 2015
rundungsbedingte Abweichungen im Cent-Bereich möglich
Die Erreichung der Zielvorgaben, die auf den Ausgabenkategorien in Anhang IV der Ar-
tikels 9 Abs. 3 der Verordnung (EG) 1083/2006 beruhen (Earmarking), findet sich im
Abschnitt
2.1.6
.
2.1.4 Unterstützung, aufgeschlüsselt nach Zielgruppen
Die Zielgruppen des ESF in Sachsen ergeben sich aus dem OP. Danach hat sich der
Freistaat zum Ziel gesetzt, in der gesamten Förderperiode rund 444.950 Personen zu
unterstützen. Mit Ablauf des Jahres 2014 konnte diese Zielsetzung weit übertroffen wer-
den, wonach bislang 670.080 Personen unterstützt wurden.

image
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
18
Tabelle 5: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die gesamten Priorität-
sachsen (kumuliert) (Status: verwendungsnachweisgeprüft)

image
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
19
Tabelle 6: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die gesamten Priorität-
sachsen (kumuliert) (Status: bewilligt)

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
20
2.1.5 Zurückgezahlte oder wiederverwendete Unterstützung
Im Berichtsjahr wurden infolge von Prüffeststellungen der Prüfbehörde Finanzkorrektu-
ren in Höhe von 49.925,50 EUR vorgenommen. Die betreffenden Ausgaben wurden von
der Bescheinigungsbehörde im Zahlungsantrag berücksichtigt und werden im Anhang XI
für das Jahr 2014 ausgewiesen.
2.1.6 Qualitative Analyse
Qualitative Analyse der Ergebnisse zu den Indikatoren
Indikator 1 – Ergebnisindikator: Zahl der erfolgreich abgeschlossenen Weiterbildungen
und Indikator 2 – Outputindikator: Erwerbstätige, die an Weiterbildung/Beratung teil-
nehmen
Im Jahr 2014 wurden Weiterbildungen/Beratungen für 4.718 Erwerbstätige bewilligt. Im
gleichen Zeitraum wurden 19.436 Weiterbildungen/Beratungen nachgewiesen. Seit
2007 sind 81.331 Weiterbildungen/Beratungen bewilligt und davon 74.658 nachgewie-
sen worden. Die Zielvorgabe, 64.521 Erwerbstätige weiterzubilden, ist somit in hohem
Maße übererfüllt. Der Wert der erfolgreich abgeschlossenen Weiterbildungen lag im
Jahr 2014 bei 9.482. Das ergibt bis 2014 insgesamt 49.414 erfolgreich abgeschlossene
Weiterbildungen. Der Zielwert von 52.340 erfolgreich abgeschlossenen Weiterbildungen
konnte aufgrund der laufenden Maßnahmen bzw. Verwendungsnachweisprüfungen
noch nicht erreicht werden. Nach derzeitigen Prognosen kann der Zielwert bei weitem
überschritten werden.
Indikator 3 – Outputindikator: Beratene Unternehmen
Im Jahr 2014 wurden 1.171 Unternehmen beraten. Damit ist die Gesamtzahl der Bera-
tungen auf 17.084 gestiegen. Insgesamt wurden bis Ende 2014 16.868 Beratungen
nachgewiesen. Die Zielvorgabe für den gesamten Förderzeitraum liegt bei 16.213 bera-
tenen Unternehmen. Dieser Zielwert wurde somit übertroffen. Hintergrund der erhebli-
chen positiven Entwicklung ist eine stärkere Ausrichtung auf die Ansprache einzelner
Unternehmen - insbesondere KMU - als zu Beginn des Förderzeitraums angenommen.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
21
Indikator 3a – Beschäftigte Innovationsassistenten (2011 – 2013)
Bei der Beschäftigung von Innovationsassistenten handelt es sich um Vorhaben mit ei-
ner möglichen Projektlaufzeit von drei Jahren. Auf Grund des Auslaufens des Förder-
zeitraums musste deshalb bei Bewilligungen in 2014 die Laufzeit von Projekten erheb-
lich verkürzt werden. Es gab daher keine große Anzahl von potentiellen Zuwendungs-
empfängern mehr, die nur kurzfristige Projekte durchführen konnten. Im Jahr 2014 wur-
den aus diesem Grund nur weitere sechs Projekte bewilligt, in denen Innovationsassis-
tenten in Beschäftigung kamen. Dies ergibt eine Gesamtzahl von 283 bewilligten Inno-
vationsassistenten-Projekten im Betrachtungszeitraum. Verwendungsnachweisgeprüft
sind bisher 126 Projekte. Da auf Basis der bewilligten Projekte der Zielwert des Indika-
tors bereits 2013 übererfüllt war, wurde mit dem dritten Änderungsantrag zum OP eine
Erhöhung des Zielwertes auf 270 geplant und genehmigt. Die endgültigen Zahlen für
nachgewiesene beschäftigte Innovationsassistenten werden zum Ende des Förderzeit-
raums erwartet. Es ist davon auszugehen, dass der Zielwert erreicht wird.
Indikator 4 – Ergebnisindikator: Zahl neuer Arbeitsplätze bei den mit Mikrodarlehen ge-
förderten Gründern und Indikator 4a – Anzahl der ESF-Mikrodarlehen (2009 – 2011)
Aufgrund der anhaltend guten Arbeitsmarktlage in Sachsen haben im Jahr 2014 weniger
Existenzgründer ein Mikrodarlehen in Anspruch genommen als in den Vorjahren. Den-
noch ist absehbar, dass die Zielvorgabe von 1.900 Darlehen zum Ende der Förderperio-
de erreicht wird. Seit 2009 wurden insgesamt 1.857 Darlehen (davon 144 im Jahr 2014)
vergeben. Davon sind 1.639 Darlehen verwendungsnachweisgeprüft. Seit 2009 konnten
neben dem Arbeitsplatz des Gründers 1.100 (davon 113 im Jahr 2014) zusätzliche Ar-
beitsplätze geschaffen werden. Die Zielvorgabe von 1.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen
wurde damit erreicht und übertroffen.
Indikator 5 – Outputindikator: Beratene und gecoachte angehende Gründer
Zielvorgabe ist, 29.913 angehende Gründer zu beraten und zu coachen. Im Jahr 2014
wurden 68 angehende Gründer im Rahmen der Fördergegenstände Vorgründungsbera-
tung/Gründungsberatung und Seed-Stipendium unterstützt. Die Gesamtzahl der bewil-
ligten Gründungsberatungen und -coachings liegt unter Einbezug des Fördergegenstan-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
22
des Gründerinitiativen (Teilnahmen/Erstteilnehmer) bei 19.750. Nach Verwendungs-
nachweisprüfung der Gründerinitiativen (Projekte 2008 – 2011) wurden unter Einbezug
aller Fördergegenstände des Indikators 26.490 Teilnahmen verzeichnet. Dieser Wert
beruht primär auf einer höheren Nachfrage und Teilnahmezahl im Bereich der Gründer-
initiativen. Für eine qualitativ genauere Unterlegung des Indikators war es notwendig,
Mehrfachzählungen zu vermeiden und im Fördergegenstand Gründerinitiativen nur die
Zahl der tatsächlichen Erstteilnehmer für den Projektzeitraum 2011 bis 2014 zu berück-
sichtigen. Mit Beendigung des Projektzeitraums der Gründerinitiativen (Projekte 2011 –
2014) und nach Verwendungsnachweisprüfung ist davon auszugehen, dass die Zielvor-
gabe 29.913 übertroffen wird.
Indikator 6 – Ergebnisindikator: Verringerung des Anteils der Schulabgänger ohne
Hauptschulabschluss
Ausgehend von einer Quote von 8,6 % der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss
zu Beginn des Förderzeitraums wird im OP eine Verminderung dieses Anteils auf 6,5 %
angestrebt. Nach einem zwischenzeitlichen Anstieg auf knapp über 10 % konnte für
2014 der Wert wieder auf 8,6 % gesenkt werden. Aufgrund der demografischen Entwick-
lung sinkt die absolute Zahl der Schulabgänger, wobei zuletzt ein leichter Anstieg zu
verzeichnen war. Dabei sinkt auch die Zahl der Schüler, die keinen Hauptschulab-
schluss erlangen. Im Jahr 2007 waren dies 3.744 Schüler, im Jahr 2014 waren es 2.348
Schüler. Darüber hinaus werden intensiv die verschiedenen Möglichkeiten genutzt,
nachträglich einen allgemeinbildenden Schulabschluss zu erwerben. Diese Abschlüsse
fließen nicht in die obige Statistik ein. So haben im Schuljahr 2013/2014 insgesamt 315
Schüler an Berufsschulen bzw. an den entsprechenden berufsbildenden Förderschulen
nachträglich einen Hauptschulabschluss erreicht. Eine genaue Zuordnung der Schüler
auf die einzelnen Jahrgänge der allgemeinbildenden Schulen ist dabei jedoch nicht
möglich. In Sachsen werden außerdem verstärkt Maßnahmen ergriffen, u.a. von der
Bundesagentur für Arbeit, damit junge Menschen nachträglich einen allgemeinbildenden
Schulabschluss erlangen können. Durch die Schulfremdenprüfung an Mittelschulen
konnten im Jahr 2014 insgesamt 422 junge Menschen nachträglich einen Hauptschul-
abschluss (einschließlich qualifizierender Hauptschulabschluss) oder Realschulab-
schluss erreichen. Darüber hinaus haben 1.111 Personen den Hauptschulabschluss als

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
23
Absolventen des Berufsgrundbildungsjahres bzw. Berufsvorbereitungsjahres zuerkannt
bekommen. Der Mikrozensus von 2012 ergab in Sachsen einen Anteil von 1,5 % säch-
sischer Einwohner, die keinen Hauptschulabschluss haben. Dieser Wert lag in Gesamt-
deutschland bei 3,6 %. Im Hinblick auf die Schüler- und Absolventenprognose der Kul-
tusministerkonferenz von 2006, die für das Jahr 2013 für Sachsen einen Anstieg der
Quote der Schüler, die keinen Hauptschulabschluss erlangen werden, auf 13,0 % vo-
rausberechnete, ist eine Wirkung der Maßnahmen festzustellen, da die Quote unterhalb
dieser Prognose liegt. Allerdings wurde das ursprüngliche Ziel nicht erreicht. Insbeson-
dere wurde der nach der Wende stattgefundene Geburtenrückgang in den letzten Jah-
ren bei den Absolventenzahlen sächsischer Schulen deutlich sichtbar, auch wenn diese
Zahl zuletzt wieder etwas stieg. Mit dem bildungspolitischen Anspruch „Jeder zählt!“
verbindet sich neben der Erhöhung der Arbeitsmarktchancen auch das Ziel und die
Notwendigkeit der Konstanz des Allgemeinbildungsniveaus sächsischer Absolventen.
Die im Zusammenhang mit der demografischen Entwicklung stehenden Schülerzahlen
lassen allerdings nur bedingt eine Gegenüberstellung prozentualer Angaben der Ge-
genwart und Vergangenheit zu. Weiterhin wirken viele Faktoren auf den Bildungserfolg
der Schüler und Schülerinnen, die nicht alle direkt durch den ESF beeinflussbar sind.
Zur Untersuchung der Ursachen für das Nichterreichen des Hauptschulabschlusses so-
wie zur Ausgestaltung der Förderung im nächsten Förderzeitraum wurde daher im Jahr
2013 eine entsprechende Studie in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse dieser Studie ha-
ben im Wesentlichen Eingang in die Programmplanung für den Förderzeitraum 2014 bis
2020 gefunden. Im Jahr 2011 und 2012 wurden die Anstrengungen nochmals verstärkt,
indem sowohl die Berufseinstiegsbegleitung in die ESF-Förderung aufgenommen und
flächendeckend in Sachsen etabliert wurde und in den allgemeinbildenden Schulen ein
systemischer Ansatz zur Verbesserung der Schulqualität unterstützt wird. Mit Blick auf
die Größe der Zielgruppe abschlussgefährdeter Schüler und das zur Förderung einge-
setzte Instrumentarium ist der Indikator nach einer Einschätzung im Rahmen der beglei-
tenden Evaluierung durch ESF-Förderaktivitäten in beträchtlichem Maße beeinflussbar.
Dabei hängt die Entwicklung der Quote der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss
aber nicht allein vom Umfang der ESF-Förderung ab, vielmehr ist die Leistungsfähigkeit
des Schulsystems insgesamt einer der maßgeblichen Faktoren.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
24
Indikator 7 – Outputindikator: Geförderte Schüler und Ausbildungsplatzsuchende
Im Jahr 2014 wurden 13.524 Förderungen von Schülern und Ausbildungsplatzsuchen-
den bewilligt. Damit ist die Gesamtzahl auf 296.493 angestiegen. Von diesen sind be-
reits 114.846 nachgewiesen. Im OP wird als Zielvorgabe für diesen Indikator angege-
ben, dass bis zum Ende des Förderzeitraums 258.090 Schüler und Ausbildungsplatzsu-
chende gefördert werden. Dieser Indikator wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit zum
Ende des Förderzeitraums erfüllt werden.
Indikator 8 – Ergebnisindikator: Zahl der erfolgreich abgeschlossenen Ausbildungen und
Qualifizierungen und Indikator 9 – Outputindikator: Geförderte Ausbildungsplätze und
Indikator 9a – Förderung von Zusatzqualifikationen
Gefördert wurden im Jahr 2014 4.913 Ausbildungsplätze, was im gesamten Förderzeit-
raum eine Zahl von 162.323 geförderten Ausbildungsplätzen ergibt. Davon sind bereits
112.757 verwendungsnachweisgeprüft. Der Zielwert von 161.738 geförderten Ausbil-
dungsplätzen wird voraussichtlich nicht erreicht, da die Inanspruchnahme der Förder-
maßnahme wegen gesunkener Ausbildungszahlen im Freistaat Sachsen doch geringer
ausfiel. Begründet ist dies in abnehmenden Schülerzahlen in den Abgangsklassen der
allgemeinbildenden Schulen und die zunehmend höhere Studierneigung der Schulab-
gänger. Des Weiteren wurden im Jahr 2014 2.148 Zusatzqualifikationen gefördert. Da-
mit ist die Gesamtzahl auf 16.833 gestiegen. Von diesen wurden 14.775 Zusatzqualifika-
tionen erfolgreich abgeschlossen. Die Zielvorgabe für das Ende des Förderzeitraums
wurde im OP mit 16.500 geförderten Zusatzqualifikationen angegeben. Der Wert der
erfolgreich abgeschlossenen Ausbildungen und Qualifizierungen lag im Jahr 2014 bei
9.925. Das ergibt insgesamt 122.030 erfolgreich abgeschlossene Ausbildungen und
Qualifizierungen. Die Zielsetzung am Ende des Förderzeitraumes 171.996 erfolgreich
abgeschlossene Ausbildungen und Qualifizierungen verzeichnen zu können, wird ange-
strebt.
Indikator 11 - Outputindikator: Geförderte Weiterbildungsprojekte (Konzeption und Wei-
terentwicklung)
Im Jahr 2014 wurden vier Weiterbildungsprojekte gefördert, damit erhöht sich die Ge-
samtzahl auf 176. Es handelt sich um postgraduale Bildungsangebote, Nachwuchsfor-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
25
schergruppen, Kompetenzschulen und Ausbilderqualifizierungen. Bis Ende 2014 konn-
ten 88 Vorhaben abgeschlossen und der Verwendungsnachweis geprüft werden. Im OP
wird als Zielvorgabe für diesen Indikator angegeben, dass bis zum Ende des Förderzeit-
raums 100 Weiterbildungsprojekte und Teilnehmer gefördert werden sollen. Mit Beendi-
gung des Projektzeitraums der Weiterbildungsprojekte und im Rahmen der Verwen-
dungsnachweisprüfung wird davon ausgegangen, dass die Zielvorgabe von 100 zu för-
dernden Weiterbildungsprojekten erreicht und weit übertroffen wird.
Indikator 13 – Outputindikator: Geförderte Promovenden
Im Jahr 2014 erfolgte die Förderung von 3 Promovenden in Form einer Einzelmaßnah-
me. Damit hat sich die Gesamtzahl der Endbegünstigten auf 369 erhöht. Bis Ende 2014
wurden insgesamt 243 Promovierende erfasst. Hinzu kommen promovierende Teilneh-
mer in Nachwuchsforschergruppen. Die Zielvorgabe für das Ende des Förderzeitraums
wurde im OP mit 300 geförderten Promovenden angegeben.
Zum Ende des Förderzeit-
raums wird davon ausgegangen, dass die im OP vereinbarte Zielvorgabe durch die An-
zahl der Bewilligungen erreicht und im Abschluss der Verwendungsnachweisprüfungen
übertroffen wird.
Indikator 16 – Ergebnisindikator: Geförderte Teilnehmer sind ein Jahr nach Ende der
Förderung beschäftigt
Ziel des Indikators ist zu ermitteln, ob die in Indikator 17 geförderten Teilnehmer ein Jahr
nach Beginn der Förderung beschäftigt sind. Der Zielwert wurde im OP mit 50 % der
geförderten Teilnehmer angegeben. Im Rahmen der ergänzenden Erhebungen zu Er-
gebnisindikatoren kommt der Evaluator zu dem Ergebnis, dass der Anteil der in Indikator
17 geförderten Teilnehmer, die ein Jahr nach Beginn der Förderung beschäftigt sind, 61
% beträgt. Der Zielwert konnte damit um mehr als das 1,2-fache übertroffen werden. Die
Nachbefragung der Absolventen beim Fördergegenstand QAB erbrachte hinsichtlich der
Verbleibsquoten sogar folgendes Ergebnis: Zum Zeitpunkt ein Jahr nach Beendigung
der Qualifizierung waren 71 % der Teilnehmer bereits einmal in Beschäftigung integriert.
Genau zum Zeitpunkt 12 Monate nach Erlangung des Berufsabschlusses befanden sich
49 % in Erwerbstätigkeit. Die Integrationsquote stieg in den folgenden Monaten weiter
an und erreichte 24 Monate nach Abschluss der Maßnahme 62 %. Zu diesem Zeitpunkt

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
26
konnte bei 94 % der Befragten nachgewiesen werden, dass zumindest eine einmalige
Integration in Beschäftigung erfolgte. Der Zielwert von 50 % Beschäftigungsintegration
ein Jahr nach Ende der Förderung konnte damit knapp erreicht werden. Im weiteren
Verlauf wurde er übertroffen. Die Zuschüsse zur Einstellung arbeitsloser Personen wur-
den im Jahr 2010 aufgrund der Empfehlung im Rahmen der Fachevaluierung beendet.
Der Zielwert für die Einstellungszuschüsse wurde mit der zweiten Änderung des OP von
810 auf 900 Personen erhöht und beträgt somit 90 % des Zielwertes von Indikator 17.
Der Evaluator kommt im Rahmen der zweiten Fachevaluierung der Prioritätsachse C zu
dem Ergebnis, dass rund 88 % der Teilnehmer ein Jahr nach Ende der Förderung noch
im Unternehmen beschäftigt sind. Der aktualisierte Zielwert von 90 % wird damit beina-
he erfüllt.
Indikator 17 – Outputindikator: Geförderte arbeitslose benachteiligte Personen (z. B.
Langzeitarbeitslose)
Im Jahr 2014 wurden 11 arbeitslose benachteiligte Personen gefördert. Insgesamt wur-
den im Zeitraum 2007 bis 2013 23.192 Förderungen bewilligt. Von diesen ist bei 14.334
der Nachweis geführt worden. Die Zielvorgabe für den gesamten Förderzeitraum liegt
bei 16.929 geförderten Langzeitarbeitslosen. Die Zielvorgabe wird voraussichtlich über-
schritten.
Indikator 18 – Ergebnisindikator: Anteil der Personen, die gegründet haben und zwei
Jahre später noch selbstständig sind
Ziel des Indikators ist zu ermitteln, welcher Anteil der mit einem ESF-
Existenzgründungszuschuss geförderten Teilnehmer zwei Jahre später noch selbst-
ständig ist. Der Zielwert wurde im OP mit 65 % angegeben. Im Rahmen der ergänzen-
den Erhebungen zu Ergebnisindikatoren kommt der Evaluator zu dem Ergebnis, dass
der Anteil selbstständiger Teilnehmer zwei Jahre nach der Förderung rund 87 % beträgt.
Der Zielwert konnte damit um mehr als das 1,3-fache übertroffen werden.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
27
Indikator 18a – Ergebnisindikator: Anteil der Teilnehmer, die gegründet oder eine sv-
pflichtige Beschäftigung aufgenommen haben
Ziel des Indikators ist zu ermitteln, welcher Anteil der mittels Existenzgründerqualifizie-
rung geförderten Teilnehmer nach der Förderung gegründet oder eine sv-pflichtige Be-
schäftigung aufgenommen hat. Der Zielwert wurde im OP mit 50 % angegeben. Im
Rahmen der ergänzenden Erhebungen zu Ergebnisindikatoren kommt der Evaluator zu
dem Ergebnis, dass der Anteil der Teilnehmer, die gegründet oder eine sv-pflichtige Be-
schäftigung aufgenommen haben, bei rund 86 % liegt. Der Zielwert konnte damit um
mehr als das 1,7-fache übertroffen werden.
Indikator 19 – Outputindikator: Geförderte Gründer und Teilnehmer aus der Arbeitslosig-
keit
Die Existenzgründungsförderung von Arbeitslosen wurde im Ergebnis der begleitenden
Evaluierung bereits im Jahr 2010 beendet. Insgesamt wurden 2.491 Teilnahmen geför-
dert und bei 2.411 der Nachweis erbracht. Der Zielwert wurde im Zuge des dritten Ände-
rungsantrages zum OP auf 2.409 erhöht und wurde nun übertroffen.
Indikator 21 – Outputindikator: Aktivierte / geförderte Langzeitarbeitslose und schwer
Vermittelbare
Im Jahr 2014 wurden Maßnahmen zur Aktivierung und Förderung von 287 Langzeitar-
beitslosen und schwer Vermittelbaren bewilligt. Insgesamt wurden im Zeitraum 2007 bis
2014 Maßnahmen für 42.176 Langzeitarbeitslose und schwer vermittelbare Teilnehmer
bewilligt. Von diesen ist bereits bei 39.210 der Nachweis geführt worden. Die Zielvorga-
be für das Ende des Förderzeitraums wurde im OP mit 40.143 aktivierten bzw. geförder-
ten Langzeitarbeitslosen und schwer Vermittelbaren angegeben.
Die Zielvorgabe wird voraussichtlich überschritten.
Indikator 23 – Outputindikator: Personen, die an transnationalen Maßnahmen teilneh-
men
Insgesamt wurden im Zeitraum 2007 bis 2014 für 1.191 Personen (davon zwei im Jahr
2014) transnationale Maßnahmen bewilligt. Von diesen liegt bislang bei 1.158 Teilneh-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
28
mern der Verwendungsnachweis geprüft vor. Die Zielvorgabe wird voraussichtlich nur
knapp unterschritten.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
29
Beitrag des Operationellen Programms zur Erreichung der Lissabon-Ziele
Im Hinblick auf die im OP ausgewählten Lissabon-Benchmarks ergibt sich folgende Si-
tuation:
Die
Gesamtbeschäftigungsquote
in Sachsen betrug im Jahr 2014
74,1 %
. Damit wur-
de der Lissabon-Zielwert von 70 % Gesamtbeschäftigungsquote erreicht und übertrof-
fen.
2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013
64,5 %
67,3 %
69,3 %
70,0 %
71,8 %
73,2 %
73,2 %
Der Lissabon-Zielwert für die Mindestquote für die
Beschäftigung von Frauen
von 60
% wurde im Jahr 2014 erreicht und übertroffen, wonach die Beschäftigungsquote von
Frauen nun
71,6 %
beträgt.
2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013
61,7 %
64,1 %
66,5 %
67,4 %
69,0 %
70,7 %
70,6 %
Der Lissabon-Zielwert von 50 % für die
Beschäftigung älterer Arbeitskräfte (55-64
Jahre)
wurde im Jahr 2014 erreicht und mit
62,2 %
übertroffen.
2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013
47,5 %
44,1 %
52,7 %
55,5 %
57,5 %
60,0 %
59,9 %
Der Lissabon-Zielwert für die durchschnittliche
Schulabbrecherquote
für die Europäi-
sche Union von 10 % wurde im Jahr 2014 mit
8,6 %
unterschritten.
2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013
8,6 %
8,4 %
8,9 %
10,0 %
10,4 %
10,1 %
10,4 %

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
30
Der Lissabon-Zielwert, bei dem der durchschnittliche Anteil der Erwachsenen im er-
werbsfähigen Alter (25-64 Jahre) in der EU, die am
Lebensbegleitenden Lernen
teil-
nehmen, mindestens 12,5 % betragen soll, betrug im Jahr 2014
8,7 %.
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
7,1 %
7,4 %
7,4 %
7,0 %
6,7 %
7,3 %
7,6 %
Die
Armutsquote
in Sachsen liegt entsprechend der Angaben des neuesten Datenma-
terials bei
10,1 %.
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
12,7 %
11,8 %
19,0 %
12,0 %
11,6 %
10,8 %
10,2 %
Der Lissabon-Zielwert, dass 3 % des
BIP auf Forschung und Entwicklung
entfallen
soll, betrug im Jahr 2014
2,9 %.
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2,3 %
2,3 %
2,6 %
2,6 %
2,7 %
2,9 %
2,4 %
Der Lissabon-Zielwert, dass
zwei Drittel der FuE-Ausgaben aus dem Wirtschaftssek-
tor
kommen sollen, betrug im Jahr 2014
44,6 %.
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
45,9 %
48,1 %
51,9 %
51,9 %
44,0 %
42,8 %
50,3 %

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
31
Tabelle 7: EU-Benchmarks (Stand: 3. März 2015)
Nr. Indikator
EU-
Ziel
Deutsch-
land
D-West
D-Ost
(mit Berlin)
Sachsen
(2000)
Sachsen (2014)
1
70 % Gesamtbeschäftigungsquote
70,0
73,3
1
73,5
1
72,5
1
62,8
74,1
1
2
Mindestquote von 60 % für die Beschäf-
tigung von Frauen
60,0
68,8
1
68,5
1
70,0
1
58,0
71,6
1
3
Mindestquote von 50 % für die Beschäf-
tigung älterer Arbeitskräfte (55—64
Jahre)
50,0
63,4
1
64,0
1
61,2
1
32,8
62,2
1
4
Jedem Arbeitslosen wird ein Neuanfang
ermöglicht, und zwar binnen sechs
Monaten nach Eintritt der AL im Fall von
Jugendlichen, binnen zwölf Monaten im
Fall von Erwachsenen
5
jeweils
100,0
Jugendl.
97,3
Erwachs.
98,3
- - -
5
Bis zum Jahr 2010 sollten 25 % der
LZA an einer aktiven Maßnahme in
Form einer Ausbildung, Umschulung,
Berufserfahrung oder einer anderen
Beschäftigungsmaßnahme teilnehmen
6
25,0
Jugendl.
32,4
Erwachs.
12,8
- - -
6
Das effektive Durchschnittsalter beim
Ausscheiden aus dem Erwerbsleben
auf EU-Ebene wird um fünf Jahre an-
gehoben
64,9
61,3 - - -
7
Die durchschnittliche Schulabbrecher-
quote für die Europäische Union wird
auf höchstens 10 % gesenkt
Da der EU-Benchmark „early school
leavers“ nicht auf Länderebene verfüg-
bar ist, wird als Ersatzindikator die
Quote der Absolventen ohne Haupt-
schulabschluss verwendet. Die ausge-
wiesenen Werte sind ca. 4-5 %-Punkte
geringer als der EU-Benchmark „early
school leavers“.
10,0
5,5
2
5,0
2
8,7
2
12,2
8,6
8
Mindestens 85 % der 20- bis 24-
Jährigen in der Europäischen Union
sollen die Sekundarstufe II abgeschlos-
sen haben
85,0
72,0
8
-
- -
9
Der durchschnittliche Anteil der Er-
wachsenen im erwerbsfähigen Alter
(25-64 J,) in der EU, die am Lebensbe-
gleitenden Lernen teilnehmen, soll
mindestens 12,5 % betragen
12,5
7,8
1
7,7
3
8,2
3
5,4
8,7
1
10
Armutsquote
7
kein
7,6
1,9
6,5
1,9
11,9
1,9
-
10,1
1
Weitere wichtige Kennzahlen
3 % des BIP sollen auf Forschung und Ent-
wicklung entfallen
3,0
2,9
2
3,0
2
2,6
2
2,4
4
2,9
2
Zwei Drittel der FuE-Ausgaben aus dem
Wirtschaftssektor
66,7
68,0
2
72,2
2
39,8
2
50,3
4
44,6
2
(1) Werte für 2013; (2) Werte für 2012; (3) Werte für 2011; (4) Werte für 2001; (5) Diese Werte beziehen sich auf das Angebot einer
Maßnahme im Rahmen eines konkreten Eingliederungsplans, und zwar für Jugendliche für den Zeitraum 7/2004 bis 6/2005 und
für Erwachsene für den Zeitraum 1/2004 bis 12/2004. Betrachtet man lediglich die Inanspruchnahme einer aktiven arbeitsmarkt-
politischen Leistung im engeren Sinne (ohne Profiling und Eingliederungsvereinbarung), so beträgt die Quote für Jugendliche
82,5 % und für Erwachsene 87,2 %; (6) Gesamtwert für alle Langzeitarbeitslosen liegt aktuell nicht vor. (7) Armutsquoten (unter
60 % des Medianeinkommens) können auf Bundesebene sowie West- und Ost-Ebene mittels des SOEP (jährlich) und der EVS
(alle 5 Jahre) berechnet werden. Als Grundlage dient das regionale Medianeinkommen; Werte Frühjahr 2004. Auf Länderebene
wird als Ersatzindikator die SGB II-Quote (Personen in Bedarfsgemeinschaften bezogen auf Bevölkerung insgesamt) vorge-
schlagen; Werte für Dez. 2008 (SGB II-Quote für Deutschland insgesamt: 8,0). (8) Wert für 2006. (9) Personen in Bedarfsge-
meinschaften bezogen auf Bevölkerung insgesamt.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
32
Beitrag des Operationellen Programms zur Erreichung der Ziele gem. Artikel 9
Abs. 3 der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006
Entsprechend der Vorgaben des Art. 9 Abs. 3 der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 ist
die vom ESF mitfinanzierte Förderung auf die EU-Prioritäten Förderung der Wettbe-
werbsfähigkeit und Schaffung von Arbeitsplätzen, insbesondere auch auf die Erreichung
der Ziele der integrierten Leitlinien für Wachstum und Beschäftigung (2008 - 2014) ge-
mäß den Entscheidungen 2008/618/EG, 2010/707/EU, 2011/308/EU, 2012/238/EU,
2013/208/EU und 2014/322/EU des Rates ausgerichtet.
Demnach müssen 60 % der Ausgaben für das Ziel „Konvergenz“ aller Mitgliedstaaten
der Europäischen Union in deren Zusammensetzung vor dem 1. Mai 2004 für die vorer-
wähnten Prioritäten vorgesehen werden. Diese Zielvorgaben, die auf den Ausgabenka-
tegorien in Anhang IV der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 beruhen, gelten als ein
Durchschnittswert über den gesamten Förderzeitraum.
Der Freistaat Sachsen hat im Jahr 2014 98,13 % der auf dem OP beruhenden Ausga-
ben inklusive der Ausgaben im Rahmen der Technischen Hilfe für das Ziel „Konvergenz“
ausgegeben und konnte somit die Ergebnisse der Vorjahre nochmals steigern. Der Frei-
staat Sachsen liegt demzufolge weit über der Zielvorgabe des Rates.
Betrachtet man die auf Basis des OP beruhenden Ausgaben exklusive der Ausgaben im
Rahmen der Technischen Hilfe für das Ziel „Konvergenz“, so kann konstatiert werden,
dass 100,00 % der auf dem OP beruhenden Ausgaben für das Ziel „Konvergenz“ aus-
gegeben wurden. Somit besteht eine vollkommene Kongruenz zwischen den Zielen der
Europäischen Union und den hierauf bezogenen Ausgaben des ESF im Freistaat Sach-
sen.

image
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
33
Tabelle 8: Earmarking (in EUR)

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
34
Demonstration der Wirkungen der Durchführung des operationellen Programms
zur Förderung der Chancengleichheit von Männern und Frauen,
Beschreibung von Partnerschaftsvereinbarungen (1 %-Regelung)
In den ESF-Richtlinien ist festgelegt, dass Männer und Frauen auf Grundlage des
Rechts auf Gleichbehandlung den gleichen Zugang zu den Maßnahmen und Program-
men haben. Alle Vorhaben sind so zu realisieren, dass die chancengleiche Teilhabe von
Frauen und Männern gesichert wird. Die Förderung soll insbesondere auch dazu beitra-
gen, dass Frauen und Männer die gleichen Chancen für existenzsichernde Arbeit am
Arbeitsmarkt erhalten, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert wird und
geschlechtsstereotype Berufs- und Karrieremuster überwunden werden.
Die abgestimmten Aktionen der Wirtschafts- und Sozialpartner konnten aufgrund von
konkreten Detailproblemen in der praktischen Umsetzung nicht in der ursprünglich ge-
planten Form realisiert werden. Eine Neuaufstellung des Ansatzes für gesonderte Aktio-
nen kann im Rahmen des Förderzeitraums 2007 bis 2013 nicht mehr verwirklicht wer-
den. Die eingeplanten Mittel fließen in die bereits in Umsetzung begriffenen Förderpro-
gramme unter kontinuierlicher Einbeziehung der Wirtschafts- und Sozialpartner hinsicht-
lich der Ausgestaltung der Förderansätze ein.
Darstellung der durchgängigen Berücksichtigung des Gleichstellungsaspekts
gem. Artikel 10 der Verordnung (EG) Nr. 1081/2006
Zur Herstellung der Chancengleichheit von Frauen und Männern auf dem Arbeitsmarkt
wurde ein dualer Ansatz gewählt: Einerseits wird die Chancengleichheit im Allgemeinen
als Querschnittsziel in das Sächsische OP wie auch in alle ESF-Richtlinien implemen-
tiert. Andererseits werden mit spezifischen Aktionen für Frauen und Männer bestehende
geschlechtsspezifische Benachteiligungen am Arbeitsmarkt abgebaut.
Die Umsetzung des Querschnittsziels Chancengleichheit von Frauen und Männern er-
folgt mittels einer Handreichung, welche gemeinsam von der Verwaltungsbehörde ESF
und dem Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz allen
Fondsbewirtschaftern zur Beachtung von Genderaspekten bei der Erarbeitung der ESF-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
35
Förderrichtlinien zur Verfügung gestellt wurde. Die Beachtung des Genderaspekts bei
allen ESF-Richtlinien ist dadurch gewährleistet; die Grundlagen der Chancengleichheit
von Frauen und Männern flossen bereits bei der Aufstellung der Förderkonzeptionen mit
ein.
Für die Bewertung der geschlechtsspezifischen Auswirkungen bedarf es klar definierter
qualitativer und quantitativer Indikatoren sowie nach Geschlecht aufgeschlüsselter Sta-
tistiken, die eine Überwachung und Evaluation der Ergebnisse ermöglichen. Die EU for-
dert insbesondere über die Verwaltungsbehörden dafür Sorge zu tragen, dass nach Ge-
schlecht aufgeschlüsselte Statistiken wie auch die Bewertung geschlechtsspezifischer
Auswirkungen zu einem festen Bestandteil der Strukturfondsinterventionen werden. Das
OP greift diese umfassende Zielstellung auf.
Bezüglich des Abbaus geschlechtsspezifischer Benachteiligungen am Arbeitsmarkt mit-
tels einzelner spezieller Fördermaßnahmen unterstützt das Sächsische Staatsministeri-
um für Soziales und Verbraucherschutz einerseits berufsbegleitende Maßnahmen für
Frauen. Dazu gehören beispielsweise Qualifizierungen für Frauen in Führungspositio-
nen, um den Anteil von Frauen in leitenden Positionen langfristig zu steigern. Mütter und
Väter mit ruhendem Arbeitsverhältnis in der Elternzeit können die Familienphase zu
Qualifizierungen nutzen, um Kenntnisse aufzufrischen und so die Chancen auf einen
erfolgreichen beruflichen Wiedereinstieg nach der Elternzeit steigern.
Zur Erhöhung der Erwerbsquote allgemein, aber besonders zur Steigerung der Frauen-
erwerbsquote, tragen andererseits spezielle Qualifizierungen für arbeitslose Frauen (und
Männer) bei. So finden Frauen und Männer, die wegen Kindererziehung oder der Pflege
von Angehörigen ihre Erwerbstätigkeit für längere Zeit aufgegeben haben, nur schwer
Zugang zum Arbeitsmarkt. Spezielle Qualifizierungen sind für die Berufsrückkehrerinnen
und Berufsrückkehrer oftmals unabdingbare Voraussetzungen, um wieder eine Beschäf-
tigung am ersten Arbeitsmarkt aufnehmen zu können.
Dem Aspekt der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind spezielle Ideenaufrufe ge-
widmet. Modellhaft werden anhand von Maßnahmen Lösungsansätze zur Unterstützung

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
36
von Frauen und Männern mit Kindererziehungs- bzw. Pflegeaufgaben in der Familie er-
mittelt. Trotz Erziehung und Pflege von Angehörigen soll eine Berufsausübung ermög-
licht werden.
Darstellung der Umsetzung der Aktionen für Migranten gem. Artikel 10 der Ver-
ordnung (EG) Nr. 1081/2006)
In der ESF-Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Män-
nern sowie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethni-
schen Herkunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder
einer sexuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind.
Alle Vorhaben sind hinsichtlich ihrer diesbezüglichen Auswirkungen zu überprüfen, um
geschlechterbezogenen Benachteiligungen oder anderen Diskriminierungen entgegen
zu wirken. Zu Beginn der Förderperiode unterstützte der ESF die Zielgruppe „Migranten“
durch eine Vielzahl von Förderansätzen. Nicht alle Vorhabensbereiche wurden in aus-
reichendem Maß angenommen, sodass Vorhabensbereiche eingestellt werden muss-
ten. Die Umsetzung der Aktionen für Migranten ist dennoch ein Querschnittsziel im OP .
Demnach hat dieses Ziel in jedem Fördergegenstand der jeweiligen ESF-Richtlinie Be-
achtung zu finden.
Darstellung der Umsetzung der Aktionen der Integration von Minderheiten gem.
Artikel 10 der Verordnung (EG) Nr. 1081/2006
Die Integration von Minderheiten (Sorben, Dänen, Friesen) wird gewährleistet, obwohl
im Rahmen der ESF-Richtlinie keine positive Diskriminierung sorbischer Angelegenhei-
ten vorgesehen ist. Vielmehr richtet sich das Programm sowohl an sorbische und deut-
sche Bürger des Freistaates Sachsen gleichermaßen. Sorbische Studierende, Promo-
vierende und akademische Nachwuchskräfte sind ebenso Endbegünstigte der geplanten
Vorhaben wie ihre deutschen Kommilitonen und Kollegen. Darüber hinaus ist die Um-
setzung der Aktionen der Integration von Minderheiten als Querschnittsziel im OP ver-
ankert. Demnach hat dieses Ziel in jedem Fördergegenstand der jeweiligen ESF-
Richtlinie Beachtung zu finden.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
37
Darstellung der Umsetzung der Aktionen der Integration anderer benachteiligter
Gruppen gem. Artikel 10 der Verordnung (EG) Nr. 1081/2006
In den ESF-Richtlinien ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Män-
nern sowie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethni-
schen Herkunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder
einer sexuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind.
Alle Vorhaben sind hinsichtlich ihrer diesbezüglichen Auswirkung zu überprüfen, um ge-
schlechterbezogenen Benachteiligungen oder anderen Diskriminierungen entgegen zu
wirken. Auf der programmatischen Ebene wurden zahlreiche Fördergegenstände im-
plementiert, die die Förderung von Aktionen der Integration benachteiligter Gruppen
zum Ziel haben. Zu diesen Gruppen zählen u. a. Alleinerziehende, benachteiligte Ju-
gendliche, Langzeitarbeitslose, körperlich oder geistig Behinderte, Suchtabhängige und
Ältere. Darüber hinaus ist die Umsetzung der Aktionen der Integration benachteiligter
Gruppen als Querschnittsziel im OP verankert. Demnach hat dieses Ziel in jedem För-
dergegenstand der jeweiligen ESF-Richtlinie Beachtung zu finden.
Darüber hinaus werden benachteiligte Personengruppen zum Beispiel über Projekte zur
Qualifizierung von Arbeitslosen, die Qualifizierung von Arbeitslosen zu einem anerkann-
ten Berufsabschluss sowie Projekte zur Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit von
Langzeitarbeitslosen gefördert. Über die individuelle Weiterbildungsförderung werden
zudem verstärkt Beschäftigte in atypischen Beschäftigungsverhältnissen und mit einem
unterdurchschnittlichen Einkommen gefördert.
Unter dem Aspekt der Integration Benachteiligter werden Projekte zur Alphabetisierung
von funktionalen Analphabeten gefördert. Diese zielen auf die Erhöhung der Beschäfti-
gungsfähigkeit der Teilnehmer, ihre mögliche Eingliederung in das Erwerbsleben und
ihre bessere soziale Integration. Die Alphabetisierungsmaßnahmen werden in Teilzeit-
kursen einschließlich sozialpädagogischer Betreuung durchgeführt. Mit den Alphabeti-
sierungskursen sollten jährlich ca. 190 funktionale Analphabeten erreicht werden. Die-
ses Ziel wurde mit 3.440 Teilnehmereintritten bis zum 31. August 2014 erreicht.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
38
Darstellung der Umsetzung der Aktionen Innovative Maßnahmen gem. Artikel 10
der Verordnung (EG) Nr. 1081/2006
Im Rahmen der ESF-Richtlinien werden auch innovative Projekte gefördert. Folgende
Projekte wurden 2014 u.a. umgesetzt bzw. aufgrund des Ablaufs des Förderzeitraums
beendet:
- Fortführung und Aufstockung der Teilnehmerplätze in den Projekten aus dem Projek-
taufruf „Sachsen 50 + - Mit Sicherheit ins Netz“ zur Förderung leicht zugänglicher, of-
fener und niedrigschwelliger Angebote, die vorrangig über 50-Jährige Erwerbsfähige
an die Nutzung von Computer und Internet heranführen und damit ihre Beschäfti-
gungsfähigkeit verbessern (z. B. durch Vermittlung von Grundkompetenzen im Um-
gang mit Computer und Internet)
- Die im Jahr 2012 bewilligten 13 Projekte aus dem Ideenwettbewerb „Förderung be-
triebliche Ausbildung für Jugendliche mit schlechteren Startchancen“ wurden bis spä-
testens 31. Dezember 2014 abgeschlossen.
- Auch sonstige Modellprojekte, z. B. zur Etablierung einer betrieblichen Berufsausbil-
dung für Forstwirte und Hauswirtschafter oder das sachsenweite Angebot zur Erhe-
bung und Beratung bezüglich der Qualität sowie Effizienz von laufenden Ausbil-
dungsverhältnissen in Ausbildungsbetrieben, wurden 2014 abgeschlossen
Darstellung der Umsetzung der Transnationalen/interregionalen Maßnahmen gem.
Artikel 10 der Verordnung (EG) Nr. 1081/2006
Die transnationalen und interregionalen Maßnahmen werden im Freistaat Sachsen im
Förderzeitraum 2007 bis2013 im Rahmen einer eigenen Prioritätsachse mit 34,6 Mio.
EUR aus ESF-Mitteln gefördert. Darüber hinaus können Projekte mit transnationaler
Komponente in allen Prioritätsachsen im Sinne eines Querschnittsansatzes gefördert
werden.
Die Zielsetzung, die Zielgruppen und der Umsetzungsstand der Förderung stellen sich
im Jahre 2014 für die Prioritätsachse E folgendermaßen dar:

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
39
Unter dem Aspekt der Transnationalität wurden in der Prioritätsachse E im Einsatzfeld 3
„Lebensbegleitendes Lernen und Berufswahlkompetenz“ in Zuständigkeit des Sächsi-
schen Staatsministeriums für Kultus Projekte gefördert, die mehrmonatige Aus-
landspraktika für Berufsfachschüler bzw. Sprachkurse für Grund- und Mittelschullehrer
zum Gegenstand haben. Im Jahr 2014 wurden keine neuen Projekte bewilligt. Zuvor
wurden bis 2013 insgesamt 86 Projekte (mit 1.359 Teilnehmereintritten, bislang 15 vor-
zeitige Austritte) und ein Sprachkurs Tschechisch (mit zehn Teilnehmern, bislang drei
vorzeitige Austritte) durchgeführt. Die hierfür bewilligten Mittel betragen 4.953,9 TEUR.
Im Einsatzfeld 4 „Berufsbildung für Jugendliche“ wurde die Förderung von transnationa-
len Maßnahmen in Zuständigkeit des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft,
Arbeit und Verkehr über die ESF-Richtlinie Berufliche Bildung umgesetzt.
Im Rahmen der beruflichen Erstausbildung wird der Erwerb interkultureller Kompeten-
zen während der betrieblichen Berufsausbildung durch Auslandspraktika gefördert. Im
Jahr 2014 wurden zwei Vorhaben bewilligt und verwendungsnachweisgeprüft. Das För-
derangebot wurde von den Unternehmen zuletzt (2013 und 2014) nur in Einzelfällen in
Anspruch genommen.
Im Programm LEP Trans werden zusätzliche betriebsnahe Ausbildungsplätze mit inte-
grierten Ausbildungsabschnitten im Ausland gefördert. Ziel des Auslandsaufenthalts ist
die Erweiterung des Fachwissens, die Erweiterung beruflicher Erfahrungen sowie das
Kennenlernen der Arbeitswelt, der Kultur und der Lebensweise des Ziellandes. Im Jahr
2014 gab es keine Neubewilligungen. Von den in den Jahren 2008 und 2009 bewilligten
sechs Vorhaben i. H. v. ca. 14,4 Mio. EUR wurde eines im Jahr 2012, die anderen im
Jahr 2013 beendet.
Die Förderung nach den Fördergegenständen „Projekte zur Unterstützung Infrastruktur“
(APIK) und „Spracherwerb / interkulturelle Kompetenz“ wurde aufgrund des zu geringen
Bedarfs bereits 2012 eingestellt, da die Zahl der realisierten Auslandsaufenthalte deut-
lich unter den Erwartungen blieb. Insgesamt wurden 159 Auszubildende mit einem Vo-
lumen von 0,39 Mio. EUR unterstützt.
Für die Vorbereitung und Durchführung des Projektes „WorldSkills 2013“, eines interna-
tionalen Berufswettbewerbes vom 2. bis 7. Juli 2013 in Leipzig, wurden bis Jahresende

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
40
2014 zwei zuvor bewilligte Vorhaben mit einem Volumen in Höhe von ca. 11,2 Mio. EUR
abgeschlossen.
Im Fördergegenstand „Transnationale Studienabschlussstipendien“ innerhalb des Ein-
satzfeldes 5 „Humanpotential in Forschung und Innovation sowie Vernetzung der Akteu-
re“, für welchen das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst zustän-
dig ist, wurden 2014 lediglich bereits bewilligte Vorhaben abgeschlossen. Neubewilli-
gungen erfolgten nicht. Insgesamt wurden 72 Vorhaben gefördert, die bewilligten Mittel
betragen 707 TEUR.
Darüber hinaus gibt es insgesamt zehn Transnationale Hochschulprojekte (Career-
Service und Nachwuchsforschergruppen), die ein Fördervolumen von rund 8,02 Mio.
EUR aufweisen. Hiervon wurde im Jahr 2014 ein Projekt mit rund 89 TEUR Förderung
bewilligt. Alle Projekte wurden spätestens bis zum 31. Dezember 2014 beendet.

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Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
41
Beschreibung des Finanzierungsinstruments und Durchführungsvereinbarungen (Artikel 67 Absatz 2 Buchstabe j
der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 des Rates)
Tabelle 9: Finanzierungsinstrument „Mikrodarlehen“
II.A
Beschreibung und Nennung der Organisationen, die das Finanzierungsinstrument umsetzen - Stufe des speziellen Fonds, der ohne einen
Holding-Fonds genutzt wird (Artikel 67 Absatz 2 Buchstabe j Ziffern i und ii der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 des Rates)
II.1
Finanzierungsinstrument (Name und Unternehmenssitz)
Mikrodarlehensfonds, Sachsen
II.2
Gemäß Artikel 44 erster Absatz Buchstabe a, b oder c der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 des Rates
(a) Finanzierungsinstrumente für Unternehmen
(b) Stadtentwicklungsfonds
(c) Fonds oder andere Anreizsysteme, die Darlehen, Garantien für zurückzahlbare Investitionen oder gleichwertige
Instrumente für Energieeffizienz und die Nutzung erneuerbarer Energien in Gebäuden, einschließlich des Woh-
nungsbestands, bieten
II.3
Art des von dem Finanzierungsinstrument den Endbegünstigten angebotenen Finanzproduktes
II.3.1
Beteiligung
II.3.2
Darlehen
II.3.3
Garantien
II.3.4
Anderes Produkt (Zinszuschüsse, Zuschüsse für Bürgschaftsgebühren und vergleichbare Maßnahmen)
II.B
Beschreibung und Nennung der Organisationen, die das Finanzierungsinstrument umsetzen - Stufe des speziellen Fonds, der ohne einen
Holding-Fonds genutzt wird (Artikel 67 Absatz 2 Buchstabe j Ziffern i und ii der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 des Rates)
II.4
Verwalter des Finanzierungsinstruments (Name und Unternehmenssitz)
Sächsische Aufbaubank

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Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
42
Pirnaische Straße 9
01069 Dresden (Anstalt des
öffentlichen Rechts)
II.7
Rechtsform des Finanzierungsinstruments
unabhängige rechtliche Einheiten, die von Vereinbarungen zwischen den Kofinanzierungspartnern oder Anteils-
eignern geregelt werden
separater Finanzierungsblock innerhalb einer finanziellen Einrichtung
II.6
Datum der Unterzeichnung der Finanzierungsvereinbarung mit der Verwaltungsbehörde
8. Juli 2009
III
Über das Finanzierungsinstrument gezahlte Beiträge aus dem operationellen Programm (Artikel 67 Absatz 2 Buchstabe j Ziffer iii der
Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 des Rates)
III.2
An den speziellen Fonds gezahlte Beiträge aus dem operationellen Programm
III.2.1
Beträge der Unterstützung aus den Strukturfonds, die an den speziellen Fonds gezahlt werden
III.2.1.1*
Nach der Finanzierungsvereinbarung mit der Verwaltungsbehörde gebundene Beträge der EFRE-Beteiligung (in
EUR)
III.2.1.2
An den speziellen Fonds ausgezahlte Beträge der EFRE-Beteiligung (in EUR)
III.2.1.3*
Nach der Finanzierungsvereinbarung mit der Verwaltungsbehörde gebundene Beträge der ESF-Beteiligung (in
EUR)
26.100.000
III.2.1.4
An den speziellen Fonds ausgezahlte Beträge der ESF-Beteiligung (in EUR)
26.100.000
III.2.2
Beträge der nationalen Kofinanzierung, die an den speziellen Fonds gezahlt werden
III.2.2.1*
Nach der Finanzierungsvereinbarung mit der Verwaltungsbehörde gebundene nationale öffentliche Kofinanzierung
(in EUR)
8.700.000
III.2.2.2
An den speziellen Fonds ausgezahlte nationale öffentliche Kofinanzierung (in EUR)
8.700.000
III.2.2.3*
Nach der Finanzierungsvereinbarung mit der Verwaltungsbehörde gebundene nationale private Kofinanzierung (in
EUR)
0
III.2.2.4
An den speziellen Fonds ausgezahlte nationale private Kofinanzierung (in EUR)
0
III.2.3
Beiträge aus einem anderen operationellen EFRE- oder ESF-Programm für den speziellen Fonds
vorhanden
nicht vorhanden
III.3*
Beträge der übrigen Unterstützung, die an den speziellen Fonds außerhalb dieses operationellen Pro-
0

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
43
gramms gezahlt werden (in EUR)
III.4
An den speziellen Fonds gezahlte Verwaltungskosten und -gebühren (im Sinne des Artikels 78 Absatz 6
Buchstabe d der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 des Rates) (in EUR)
3.323.023
IV
Über Finanzierungsinstrumente an Endbegünstigte gezahlte Beiträge aus dem operationellen Programm (Artikel 67 Absatz 2 Buchstabe j
Ziffer iv der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 des Rates)
IV.5
Indikatoren
IV.5.1*
Zahl der neu geschaffenen Arbeitsplätze
1.100
IV
Über Finanzierungsinstrumente an Endbegünstigte gezahlte Beiträge aus dem operationellen Programm (Artikel 67 Absatz 2 Buchstabe j
Ziffer iv der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 des Rates)
IV.1
An Endbegünstigte als Darlehen gezahlte Beiträge aus dem operationellen Programm
IV.1.1
Name des Darlehensproduktes
Mikrodarlehen
IV.1.2*
Zahl der geförderten Endbegünstigten
1.857
IV.1.2.1* davon Großunternehmen
IV.1.2.2* davon KMU
1.857
IV.1.2.2.1* davon Kleinstunternehmen
1.857
IV.1.2.3* davon Einzelpersonen
IV.1.2.4* davon städtische Projekte
IV.1.2.5* davon sonstige geförderte Begünstigte
IV.1.3*
Anzahl der mit Endbegünstigten unterzeichneten Darlehensverträge
1.857
IV.1.4*
Gesamtwert der in den mit Endbegünstigten unterzeichneten Verträgen zugesagten Darlehen(in EUR)
28.598.490
IV.1.4.1* davon Beiträge aus dem operationellen Programm
28.598.490
IV.1.5
Beträge von Beiträgen aus operationellen Programmen, die an Endbegünstigte in Form von Darlehen ausgezahlt
werden (in EUR)
28.598.490
IV.1.5.1
davon Beträge der Beihilfe aus den Strukturfonds (in EUR)
21.448.867
IV.1.6
Datum der Unterzeichnung der Finanzierungsvereinbarung zwischen der Verwaltungsbehörde und dem speziellen
Fonds für dieses Darlehensprodukt
8. Juli 2009

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
44
2.2 Angaben zur Vereinbarkeit mit dem Gemeinschaftsrecht
Die ausgesprochen komplexen Bestimmungen zum europäischen Beihilferecht werden
beachtet. Für die Förderung wird bei den entsprechenden Förderprogrammen seit An-
fang 2009 die Verordnung (EG) Nr. 800/2008 (allgemeine Gruppenfreistellungsverord-
nung) zu Grunde gelegt. Deren Vorschriften haben im Hinblick auf die Prüfung der bei-
hilferechtlichen Voraussetzungen zu einer erheblichen Zunahme von Prüfungstätigkei-
ten im Zusammenhang mit der Bewilligung geführt. Bereits bei der Erstellung der För-
derrichtlinien wird darauf geachtet, die Förderung möglichst beihilfefrei aufzustellen. Wo
dies nicht möglich ist, sind in den Förderrichtlinien detaillierte Vorgaben zum Beihilfe-
recht enthalten.
Mit dem Inkrafttreten der Verordnung (EU) Nr. 651/2014 zum 1. Juli 2014 gelten modifi-
zierte Regelungen der allgemeinen Gruppenfreistellungsverordnung (AGVO). Auf Basis
der AGVO wurden im Jahr 2014 allerdings keine Bewilligungen vorgenommen. Zum 1.
Januar 2014 trat die neue Verordnung (EU) Nr. 1407/2013 über die Anwendung der Ar-
tikel 107 und 108 AEUV auf De-minimis-Beihilfen in Kraft und wird beachtet. Die Bewilli-
gungsstelle trägt im Rahmen der Bewilligung von Förderanträgen und der Auszahlung
von Zuschüssen dafür Sorge, dass die gemeinschaftliche Kofinanzierung den Beihil-
feregelungen entspricht.
Dennoch sind Fehler aufgetreten, die durch eine Systemprüfung der Prüfbehörde aufge-
zeigt wurden. Es handelte sich um die Nichtbeachtung der Bestimmungen zum Anreizef-
fekt (Artikel 8 Abs. 2 der Verordnung (EG) Nr. 800/2008), einer Notifizierungsentschei-
dung der Kommission (Nummer 3 der Entscheidung Nr. 550/2004) und zur Ausbil-
dungsbeihilfe (Artikel 38 der Verordnung (EG) Nr. 800/2008). Die Prüfbehörde hatte in
ihren Jahreskontrollberichten 2013 (auf Seiten 11, 13, 31, 42, 43 und 63) sowie 2014
(auf Seiten 13, 18, 20, 21, 22, 27, 32 und 76) über den Stand der Prüfungen und Abhil-
femaßnahmen berichtet. Die Verwaltungsbehörde hatte eine Überprüfung aller möglich-
erweise in Betracht kommender Fälle gemäß Artikel 98 Abs. 4 der Verordnung (EG) Nr.
1083/2006 durchführen lassen. Als Abhilfemaßnahme wurden sämtliche ermittelten Ein-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
45
zelfälle rückwirkend auf die De-Minimis-Regelungen umgestellt. Diese Abhilfemaßnah-
men wurden im Berichtszeitraum abgeschlossen.
Probleme mit dem öffentlichen Vergaberecht sind im Berichtszeitraum nicht aufgetreten.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
46
2.3 Wesentliche aufgetretene Probleme und getroffene Abhilfemaßnah-
men
Hierzu werden Ausführungen unter 3.4.2 bezüglich der Prioritätsachse E - Transnationa-
le Maßnahmen - gemacht.
2.4 Änderung der Durchführungsbestimmungen des operationellen Pro-
gramms
Die Auswahlkriterien wurden hinsichtlich der inhaltlichen Flexibilisierung und Ausweitung
des Kreises der Zuwendungsempfänger in den Bereichen Berufseinstiegsbegleitung und
Alphabetisierung geändert und im Bereich Hochschule und Forschung um degressive
Förderung zum effektiven Anschub einer eigenständigen Fortführung verschiedener
Vorhaben ergänzt. Der Vorhabensbereich „Transnationale Studienabschlussstipendien“
wurde gestrichen, da die zur Verfügung stehenden Mittel ausgeschöpft sind.
2.5 Wesentliche Änderungen gemäß Art. 57 der Verordnung (EG) Nr.
1083/2006 (Dauerhaftigkeit des Vorhabens)
Im Berichtszeitraum sind keine Fälle verzeichnet worden, in denen eine wesentliche Än-
derung gemäß Artikel 57 der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 (Dauerhaftigkeit) festge-
stellt worden ist.
2.6 Komplementarität mit anderen Instrumenten
Im Allgemeinen setzt die Europäische Union strukturpolitische Maßnahmen ein, um die
Entwicklung der Strukturen in dem betreffenden Sektor anzupassen und zu lenken. Un-
ter „Strukturen“ sind die Infrastrukturanlagen zu verstehen, die für die Herstellung von
Gütern sowie für die Organisation der Produktionsprozesse erforderlich sind. Im Übrigen
ist es seit jeher eines der wichtigsten Ziele der Europäischen Union, den wirtschaftlichen
und sozialen Zusammenhalt (die Solidarität) zwischen den Regionen zu verstärken. Zu
diesem Zweck hat die Union verschiedene Fonds errichtet, um die Finanzhilfen auf die
Gebiete, Personen und Unternehmenstypen zu konzentrieren, die sie am dringendsten

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
47
benötigen. Zu diesen Fonds zählen der Europäische Fonds für regionale Entwicklung
(EFRE), der Europäische Sozialfonds (ESF), der Europäische Landwirtschaftsfonds für
die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und der Europäische Fischereifonds
(EFF), der für den Zeitraum 2007 bis 2013 eingerichtet wurde.
Im Folgenden wird gem. Artikel 9 Abs. 4 der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 über die
Maßnahmen berichtet, die die Abgrenzung von und Koordinierung mit den Interventio-
nen des EFRE, des ESF, des Kohäsionsfonds, des ELER, des EFF sowie den Interven-
tionen der Europäischen Investitionsbank (EIB) und anderer vorhandener Finanzinstru-
mente gewährleisten.
Auf nationaler Ebene findet die Sicherung der Kohärenz über die Zusammenarbeit mit
der beim Bund zuständigen Stelle statt. Praktisch erfolgt die Abstimmung der Maßnah-
men des OP mit anderen nationalen Förderprogrammen durch Förderkonzepte und
Richtlinien. Gleichzeitig finden die Informationen über die Fachpolitiken des Bundes ihre
Berücksichtigung bei der Umsetzung des OP.
Die Abstimmung mit den anderen gemeinschaftlichen Politiken, insbesondere den Akti-
onen des EFRE erfolgt innerhalb des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft,
Arbeit und Verkehr und überwiegend über die Abwicklung in der zwischengeschalteten
Stelle Sächsische Aufbaubank - Förderbank - (SAB). In der praktischen Umsetzung be-
deutet das, dass die Verwaltungsbehörden der Interventionsbereiche des ESF, EFRE
und des Ziels 3 „Europäische Territoriale Zusammenarbeit“ eng zusammenarbeiten, so
dass die Koordinierung der Fördergrundlagen gewährleistet ist. Zudem sind die Verwal-
tungsbehörden EFRE und „Grenzübergreifende Zusammenarbeit“ im ESF-
Begleitausschuss 2007 bis 2013 vertreten, so dass auch im Rahmen der Steuerung des
OP eine Abstimmung zwischen den Förderprogrammen erfolgen kann. Im Übrigen findet
der Vollzug der ESF-, EFRE- und der Ziel 3-Förderung überwiegend unter dem gemein-
samen Dach der SAB statt. Die Kohärenz und Konsistenz des ESF mit dem EFRE und
dem Ziel 3 „Europäische Territoriale Zusammenarbeit“, aber auch den anderen Fonds
der EU-Förderung (ELER, EFF) wird in mehreren Stufen sichergestellt: bei der Aufstel-
lung des OP über die Ressortabstimmungen und bei der Umsetzung des OP durch die

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
48
Abwicklungsmodalitäten. Hierdurch werden Kohärenz und Konsistenz zwischen den
Vorhaben ermöglicht und Doppelförderungen ausgeschlossen. Die Strukturen ermögli-
chen auch die Erzeugung von Synergien.
ELER - ESF
Bereits bei der Erstellung des OP wurde auf eine strenge Trennung der Einsatzbereiche
ELER und ESF geachtet. Durch die Konzentration der Fondsverwaltung ELER im Säch-
sischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL), sowie bis Ende 2010
der Fondsbewirtschaftung ESF, Teil SMUL einschl. der partiellen Richtlinienverantwor-
tung und ab 2011 der fachlichen Zuständigkeit für ESF-Maßnahmen in einem Referat
des Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft wird die Koordinie-
rung und der ordnungsgemäße Einsatz der verschiedenen Finanzierungsquellen ge-
währleistet. Die verwaltungstechnische Umsetzung der ESF-Maßnahmen aus dem Teil
SMUL erfolgt ab 2011 in Zuständigkeit des Sächsischen Staatsministeriums für Wirt-
schaft, Arbeit und Verkehr bzw. Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Ver-
braucherschutz. Im Sinne einer stringenten Trennung der Einsatzbereiche des ELER
und ESF zur Vermeidung von Doppelförderung und der Gewährleistung eines verwal-
tungstechnisch effizienten Verfahrens wird im Freistaat Sachsen die Förderung der Aus-
und Weiterbildung für die Bereiche Land-, Forst- und Hauswirtschaft, ländliche Entwick-
lung und Umwelt konzentriert grundsätzlich nur über den ESF realisiert. Dies sichert ei-
ne einheitliche Verfahrensweise gegenüber den potenziellen Projektträgern sowie Sy-
nergieeffekte.
Die ESF-Förderung umfasst damit:
- die Erstausbildung Land-, Forst- und Hauswirtschaft,
- die berufliche Weiterbildung,
- die Weiterbildung von ehrenamtlich tätigen oder privaten Personen
- die transnationale Bildung in den o. g. Bereichen.
Damit können alle relevanten Bildungsnotwendigkeiten im Agrarsektor und in den Berei-
chen Forst- und Hauswirtschaft, ländliche Entwicklung sowie Umwelt - eingeordnet in
ein einheitliches Gesamtverfahren - unterstützt werden. Zusätzliche Impulse kann der
Sektor durch die Möglichkeit der transnationalen Bildung erhalten. Es wird gewährleistet,
dass relevante Belange aus den Bereichen Land- und Forstwirtschaft sowie ländliche

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
49
Entwicklung in der Förderung des ESF entsprechend berücksichtigt werden. Ein Vertre-
ter des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft ist Mitglied im
Begleitausschuss ESF.
EFRE - ESF
Für den Interventionsbereich des EFRE wurde ein Risikokapitalfonds eingerichtet. Da-
neben existiert im Freistaat Sachsen bereits ein ebenfalls EFRE-finanzierter Beteili-
gungsfonds. Für den ESF ist es optional vorgesehen, neben dem im Jahr 2005 einge-
richteten ESF-Mikrodarlehensfonds weitere Finanzierungsinstrumente für Existenzgrün-
der und KMU einzurichten. Während die EFRE-Finanzierungsinstrumente aber vor allem
auf wachstumsstarke und in der Regel technologieintensive Unternehmen zielen, steht
bei den möglichen ESF-Instrumenten der Abbau von Hemmnissen für Klein- und
Kleinstgründungen im Mittelpunkt. Im ESF bezieht sich die Förderung von Netzwerken
und Kooperationen ausschließlich auf Fragen der Personalentwicklung und Fachkräfte-
sicherung. Im EFRE stehen demgegenüber die Netzwerke im Bereich Beschaffung,
Produktion, Forschung, Entwicklung und Innovation (FuEuI) und Vertrieb im Mittelpunkt
der Unterstützung. In Abgrenzung zum EFRE erfolgt im ESF eine personenbezogene
Förderung von Unternehmensgründern im Wesentlichen durch Seminare und Bera-
tungsleistungen. Im EFRE wird eine reine unternehmensbezogene Förderung erfolgen
(Risikokapital für junge Technologieunternehmen, einzelbetriebliche Zuschüsse für Un-
ternehmen). Bei der Gestaltung der sächsischen ESF-Förderung besteht ein intensiver
Kontakt mit dem Bund. Im OP des ESF im Freistaat Sachsen findet die Existenzgrün-
dungsförderung mit zwei Zielstellungen statt, die sich dementsprechend in den Priorität-
sachsen A und C widerspiegeln. In der Prioritätsachse C erfolgt die Förderung von Exis-
tenzgründungen vorrangig mit dem Ziel, Arbeitslosen eine Möglichkeit zu geben, sich
ihren eigenen Arbeitsplatz zu schaffen. In der Prioritätsachse A werden die Unterneh-
mensgründungen zur Stärkung des Unternehmergeists gefördert. Im EFRE erfolgt die
Unterstützung von beruflicher Erstausbildung durch investive Maßnahmen in Bildungs-
einrichtungen wie z. B. Berufsakademien und Zentren für berufliche Bildung. Demge-
genüber sollen im ESF nicht-investive Maßnahmen, z.B. Zuschüsse zum Lebensunter-
halt, sozialpädagogische Maßnahmen sowie nicht-investive Ausbildungskosten insge-
samt gefördert werden.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
50
Ziel 3 - ESF
Einige unter Ziel 3 vorgesehene Teilaktivitäten stellen eine zweckmäßige Ergänzung zu
den Zielsetzungen der ESF-Förderung um eine grenzübergreifende Dimension dar. Die
Verwaltungsbehörden des ESF und der „Grenzübergreifenden Zusammenarbeit“ arbei-
ten eng zusammen, insbesondere auch mit Blick auf die ESF-Prioritätsachse E – Trans-
nationale Maßnahmen. Die Verwaltungsbehörde der „Grenzübergreifenden Zusammen-
arbeit“ ist im ESF Begleitausschuss 2007 – 2013 vertreten. Damit kann im Rahmen der
Programmsteuerung eine Abstimmung zwischen den Förderprogrammen erfolgen. Die
Ziel-3-Programme werden ebenso wie der ESF über die zwischengeschaltete Stelle
SAB abgewickelt. Eine Koordinierung der Fördergrundlagen ist damit gewährleistet.
EFF - ESF
Mit der Förderung aus dem EFF soll die Wettbewerbsfähigkeit der Fischwirtschaft in
Sachsen gestärkt werden. Dies umfasst sowohl investive als auch nicht-investive Aktivi-
täten. Allgemeine Verbraucherinformationen im Bereich Fisch und Fischerzeugnisse
sollen mit Mitteln des EFF befördert werden. Eine Unterstützung durch den ESF im Be-
reich der Fischwirtschaft erfolgt im Rahmen der Förderung der Aus- und Weiterbildung
für die Bereiche Land-, Forst- und Hauswirtschaft, ländliche Entwicklung und Umwelt.
Damit wird die Förderung von Kompetenzen und Zusatzqualifikationen für Arbeitnehmer
bzw. Unternehmen des Bereichs konzentriert grundsätzlich nur über den ESF realisiert.
Die bereits in den OP`s festgelegte Trennung zwischen den Zuständigkeitsbereichen
des EFF und des ESF wurde bei der Erarbeitung der jeweiligen Förderrichtlinien beach-
tet.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
51
2.7 Begleitung und Bewertung
Eine wichtige Rolle bei der Umsetzung des Operationellen Programms für den ESF in
Sachsen spielen Vertreter der insgesamt 14 Wirtschafts- und Sozialpartner, Nichtregie-
rungsorganisationen, Wohlfahrtsverbände und Gebietskörperschaften. Die Einbindung
dieser Partner in die Begleitung und Bewertung des Programms erfolgte in 2014 in ers-
ter Linie über die Mitgliedschaft im Begleitausschuss sowie die Mitarbeit im Lenkungs-
ausschuss Begleitende Evaluierung.
Im Jahr 2014 fanden zwei Sitzungen des Begleitausschusses für den ESF 2007 - 2013
im Freistaat Sachsen statt. Themenschwerpunkte der Sitzung am 20. Mai 2014 bildeten
der Jahreskontrollbericht 2013, der Stand der Programmumsetzung sowie die weitere
Aussteuerung. Im Vorfeld des Termins fand ein Vorbereitungstreffen mit den Partnern
statt. Im Rahmen der Sitzung am 25. November 2014 standen neben dem Stand der
Programmumsetzung die aktualisierten Auswahlkriterien sowie die Umsetzung des
Kommunikationsplans im Vordergrund.
Im Jahr 2014 gab die Verwaltungsbehörde ESF sechs Newsletter-Ausgaben zur Infor-
mation der Partner über ESF-relevante Themen auf EU- und Bundesebene sowie aktu-
elle Informationen zum ESF in Sachsen heraus. Darüber hinaus wurden alle für die
Partner relevanten Dokumente (u. a. Unterlagen zu den Begleitausschuss-Sitzungen,
Veranstaltungsunterlagen, Dokumente auf EU- und Landesebene) in einem Servicebe-
reich auf dem Portal
www.strukturfonds.sachsen.de
bereitgestellt. Diese Downloadplatt-
form wurde regelmäßig aktualisiert.
Die Einbindung der Partner in die Vorbereitungen der neuen Förderperiode 2014 - 2020
wurde in 2014 fortgesetzt. Mit dem Ziel der Auswertung und des Abschlusses der
schriftlichen Konsultation zum OP fand eine Gesprächsrunde am 29. Januar 2014 statt.
Darüber hinaus wurden die Partner, beispielsweise auf dem Wege der Diskussion in

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
52
Workshops oder mittels schriftlicher Stellungnahmen, in die Erarbeitung der Inhalte der
ESF-Richtlinien eingebunden.
Im Sinne eines gezielten Kapazitätsaufbaus fanden in 2014 drei Fachworkshops zu den
Themen Verwaltungsvereinfachung mittels Pauschalen, Information und Kommunikation
sowie Evaluierung statt. Das Jahr schloss am 28. November 2014 mit der offiziellen Auf-
taktveranstaltung zum OP ab. Diese Möglichkeit nutzten neben einem breiten Teilneh-
merkreis auch die Partner, um sich über die Ausrichtung der neuen Förderung zu infor-
mieren.
Das bereits im Jahr 2008 eingerichtete Monitoring-System für das OP konnte auch im
Jahr 2014 wichtige Erkenntnisse für ein darauf aufbauendes Controlling liefern. Das
Monitoring-System umfasst das materielle und finanzielle Monitoring. Zum materiellen
Monitoring gehört inhaltlich die Überwachung des Fortschritts der Output-Ziele, Ergebnis
und Wirkungsindikatoren sowie der spezifischen und strategischen Ziele der Prioritäts-
achsen. Das finanzielle Monitoring umfasst die Überwachung des Fortschritts hinsicht-
lich der Bewilligungen, Zahlungen und Ausgabenerklärungen einschließlich diesbezügli-
cher Prognosen. Adressaten des Monitorings sind die Verwaltungsbehörde ESF und die
Fondsbewirtschafter. Akteure des Monitorings sind vorrangig die Fondsbewirtschafter
und übergreifend die Verwaltungsbehörde ESF. Das Monitoring der Verwaltungsbehör-
de ESF liefert Daten für den jährlichen Durchführungsbericht gem. Artikel 67 der Ver-
ordnung (EG) Nr. 1083/2006, informiert den Begleitausschuss über die effektive und
ordnungsgemäße Durchführung des OP gem. den Anforderungen der Artikel 65 und 66
der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 und liefert Daten für die Bewertung (Evaluierung)
des OP.
Die ESF-Interventionen im Freistaat Sachsen wurden im Förderzeitraum 2007 - 2013
begleitend evaluiert. Die Verwaltungsbehörde ESF war für die Evaluierung des Gesamt-
programms (strategische Ziele des OP und Ziele auf Ebene Prioritätsachsen) zuständig.
Die Fondsbewirtschafter führten die Fachevaluierung, d. h. auf Ebene einzelner Richtli-
nien, Vorhaben und Fördergegenständen durch. Zur Vorbereitung des Förderzeitraumes
2014 - 2020 erfolgte im Zeitraum Juli 2012 bis April 2014 die erste Phase der Ex-Ante-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
53
Evaluierung. Die zweite Phase begann im März 2014 und soll im März 2015 enden. Im
Jahr 2014 tagte der Lenkungsausschuss Begleitende Evaluierung zwei Mal – am 23.
Mai 2014 und am 18. Juli 2014. Im Rahmen dieser beiden Sitzungen wurden folgende
Evaluierungsberichte diskutiert und abgenommen:
Endbericht zur Ex-ante-Evaluierung Los A
Endbericht zur Ex-ante-Evaluierung Los C, Phase 1
2.8 Nationale Leistungsreserve gem. Art. 50 der Verordnung (EG) Nr.
1083/2006)
Aussagen zur nationalen Leistungsreserve nach Maßgabe der Angaben in Artikel 50 der
Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 sind für den vorliegenden Bericht nicht zu treffen.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
54
3. Durchführung nach Prioritätsachsen
3.1 Prioritätsachse A - Steigerung der Anpassungsfähigkeit und Wettbewerbs-
fähigkeit von Beschäftigten und Unternehmen
3.1.1 Ergebnisse und Fortschrittsanalyse
Materielle und finanzielle Fortschritte der Prioritätsachse A
Tabelle 10: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse A
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)
* Angaben lt. OP, eine Aufschlüsselung nach Geschlecht ist nicht vorgesehen
Indikatoren*
Art 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Indikator 1 –
Ergebnisindikator
Zahl der erfolgreich
abgeschlossenen
Weiterbildungen
Ergebnis 1 1.683 8.455 14.647 22.308 30.697 39.932 49.414
Zielvorgabe:
52.340
Indikator 2 –
Outputindikator
Erwerbstätige die an
Weiterbildung/
Beratung teilnehmen
Ergebnis 1 1.676 8.610 15.490 26.216 40.278 55.222 74.658
Zielvorgabe:
64.521
Indikator 3 –
Outputindikator
Beratene Unternehmen
Ergebnis 1 530 2.228 3.905 6.600 9.773 12.506 16.868
Zielvorgabe:
16.213
Indikator 3a –
Outputindikator
Beschäftigte Innovationsas-
sistenten (2011-2013)
Ergebnis
0 5 29 126
Zielvorgabe:
210
Indikator 4 –
Ergebnisindikator
Zahl neuer Arbeitsplätze bei
den mit Mikrodarlehen
geförderten Gründern
Ergebnis 0 0 160 502 755 890 987 1.100
Zielvorgabe:
1.000
Indikator 4a –
Outputindikator
Anzahl der ESF-
Mikrodarlehen (2009-2011)
Ergebnis
6 191 730 1.203 1.439 1.639
Zielvorgabe:
1.900
Indikator 5 –
Outputindikator
Beratene und gecoachte
angehende Gründer
Ergebnis 0 0 68 248 608 24.152 26.245 26.490
Zielvorgabe:
29.913

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
55
Tabelle 11: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse A
(Status: bewilligt)
* Angaben lt. OP, eine Aufschlüsselung nach Geschlecht ist nicht vorgesehen
Indikatoren*
Art 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Indikator 1 –
Ergebnisindikator
Zahl der erfolgreich
abgeschlossenen
Weiterbildungen
Ergebnis
Zielvorgabe
52.340
Indikator 2 –
Outputindikator
Erwerbstätige die an
Weiterbildung/
Beratung teilnehmen
Ergebnis 732 8.032 17.752 32.136 46.529 61.662 76.613 81.311
Zielvorgabe:
64.521
Indikator 3 –
Outputindikator
Beratene Unternehmen
Ergebnis 95 1.920 4.154 6.397 9.304 12.535 15.913 17.084
Zielvorgabe:
16.213
Indikator 3a –
Outputindikator
Beschäftigte Innovationsas-
sistenten (2011-2013)
Ergebnis
84 175 277 283
Zielvorgabe:
270
Indikator 4 –
Ergebnisindikator
Zahl neuer Arbeitsplätze bei
den mit Mikrodarlehen
geförderten Gründern
Ergebnis
Zielvorgabe:
1.000
Indikator 4a –
Outputindikator
Anzahl der ESF-
Mikrodarlehen (2009-2011)
Ergebnis
304 908 1.308 1.535 1.713 1.857
Zielvorgabe:
1.900
Indikator 5 –
Outputindikator
Beratene und gecoachte
angehende Gründer
Ergebnis 0 14.154 14.278 14.560 19.066 19.392 19.682 19.750
Zielvorgabe:
29.913

image
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
56
Tabelle 12: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse A
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)

image
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
57
Tabelle 13: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse A
(Status: bewilligt)

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
58
Qualitative Analyse
A. Analyse der Ergebnisse anhand der finanziellen Angaben (Nummer 2.1.2.),
der materiellen Indikatoren (Nummer 3.1.1) und sonstiger relevanter Angaben
Vorhabensbereich: Weiterbildung, Beratung, innovative Projekte
Der Vorhabensbereich ist auf die Verbesserung der beruflichen Kompetenzen und damit
einhergehend auf die Erhöhung der Anpassungs- und Wettbewerbsfähigkeit von Be-
schäftigten und Unternehmen ausgerichtet. Dies wird sowohl über die Förderung unmit-
telbarer Weiterbildungsmaßnahmen als auch über die Förderung des Wissenstransfers
aus Modellprojekten umgesetzt. Zum Stand 31. Dezember 2014 wurden in diesem Vor-
habensbereich Projekte mit einem Fördervolumen von insgesamt 109,8 Mio. EUR und
damit 96,7 % der Gesamtmittel nach den zwischenzeitlich erfolgten Mittelumschichtun-
gen bewilligt und zu einem wesentlichen Teil bereits erfolgreich beendet. Die Bewilli-
gungen beinhalten kumuliert ca. 26.800 Projekte mit rund 76.700 geplanten Teilneh-
mern. Der Schwerpunkt der Umsetzung lag im letzten Teil der Förderperiode auf der
Förderung von Weiterbildungsmaßnahmen entsprechend des konkreten betrieblichen
oder individuellen Bedarfs. Die öffentliche Resonanz der diesbezüglichen Förderange-
bote ist weiterhin hoch und überwiegend positiv. Die Evaluierungsergebnisse beschei-
nigten den Projekten einen guten Zielerreichungsgrad. Die Unterstützung innovativer
Projekte wurde dagegen reduziert. Die angestrebte Verstetigung der Projektergebnisse
nach Förderende kann nicht immer realisiert werden. Auch aufgrund nicht planmäßiger
Projektverläufe verringerte sich z.T. das benötigte Mittelvolumen für die geförderten in-
novativen Projekte. Insgesamt wurden ca. 19 Mio. EUR für die Erarbeitung und Imple-
mentierung neuer Ansätze und Methoden im Bereich Weiterbildung bewilligt.
Vorhabensbereich: Innovationsassistent
Die Beschäftigung von Innovationsassistenten soll zur mittelbaren und unmittelbaren
Schaffung zukunftsfähiger Arbeitsplätze durch die Erhöhung der Innovations- und Wett-
bewerbsfähigkeit von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), zur Verbesserung der
Beschäftigungsmöglichkeiten von qualifizierten Fachkräften und zur Verbesserung des
Wissens- und Know-how-Transfers in diesen KMU beitragen. Die Förderung soll zudem

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
59
KMU bei der Überwindung ihrer strukturellen Nachteile bei der Rekrutierung von innova-
tionsrelevantem Personal unterstützen.
Bis zum 31. Dezember 2014 wurden Projekte mit einem Zuschussvolumen von rund
19,1 Mio. EUR bewilligt und davon rund 17,3 Mio. EUR ausgezahlt. Damit sind 95 % der
insgesamt für den Vorhabensbereich zur Verfügung stehenden Mittel bewilligt. Von die-
sen bewilligten Mitteln sind 91 % ausgezahlt. Der zeitlich versetzte Mittelabfluss hat sei-
ne Ursache in der mehrjährigen Projektlaufzeit, in der Nachschüssigkeit der Auszahlung
und in der Einbehaltung einer Schlussrate des bewilligten Zuschusses i. H. v. rund 20 %
bis zum Abschluss der Verwendungsnachweisprüfung. Zum 31. August 2014 wurden
von den bis dahin rund 15,0 Mio. EUR ausgezahlten Mitteln rund 13,8 Mio. EUR (das
entspricht Ausgaben i. H. v. rund 18,4 Mio. EUR) gegenüber der Verwaltungsbehörde
erklärt.
Mit dem Indikator 3a „Beschäftigte Innovationsassistenten" wird der Stand der materiel-
len Abwicklung des Vorhabensbereiches ab dem Jahr 2011 abgebildet. Im Zeitraum
2011 bis 2014 wurden 283 Projekte bewilligt und auf Grund der mehrjährigen Projekt-
laufzeit davon bisher 126 Projekte verwendungsnachweisgeprüft. Damit wurde der ab-
schließende Nachweis für 126 beschäftigte Innovationsassistenten erbracht. Dieses Er-
gebnis entspricht der Darstellung beim Indikator 3a im Status „verwendungsnachweis-
geprüft".
Vorhabensbereich: Weiterbildung, Beratung in Land- und Forstwirtschaft, ländlicher
Raum, Umwelt
Die branchenspezifische Unterscheidung der Förderinstrumente für die berufliche Wei-
terbildung wurde in Bezug auf die Agrarwirtschaft und Umwelt zum 6. Juli 2011 beendet.
Die Berichterstattung wird unter „Weiterbildung, Beratung und innovative Projekte“ zu-
sammengefasst. Die Weiterbildungsaktivitäten im grünen Bereich verbleiben bei ge-
trennter Betrachtung trotz verschiedener Aktivitäten der Öffentlichkeitsarbeit im unter-
durchschnittlichen Bereich.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
60
Vorhabensbereich: berufsbegleitende Qualifizierung im Gesundheits-, Sozial- und
Wohnbereich
Gefördert werden Projekte zur berufsbegleitenden Weiterbildung in Gesundheitsfachbe-
rufen. Des Weiteren zielt die Förderung im Suchtbereich auf die Vermittlung von Kennt-
nissen und Fähigkeiten zum anerkannten Abschluss Sozialtherapeut/in mit Schwerpunkt
Suchtkrankenhilfe ab. Zur Verbesserung der Teilhabe von Menschen mit Behinderung
am Arbeitsleben und am Leben in der Gemeinschaft können den Beschäftigten in Ein-
richtungen für Menschen mit Behinderung entsprechende Kompetenzen vermittelt wer-
den. Im Bereich Sozialpsychiatrie werden berufsbegleitende Vorhaben zur Vermittlung
von arbeitsfeld- oder funktionsbezogenen Kenntnissen und Fähigkeiten als Zusatzquali-
fikation gefördert. In der kumulierten Ausgabenbescheinigung zum 31. August 2014
(Zahlungsantrag vom 29. Oktober 2014) wurden ca. 3,84 Mio. EUR gemeldet. Zum
Stand 31. Dezember 2014 betrug die Mittelbindung in diesem Bereich 4,1 Mio. EUR EU-
Mittel. Somit sind in diesem Vorhabensbereich die für den Förderzeitraum 2007-2013
vorgesehenen EU-Mittel von 4,03 Mio. EUR um 1,5 % überzeichnet. Von 1.078 bewillig-
ten Projekten konnten 1.068 Projekte verwendungsnachweisgeprüft (40) bzw. abge-
schlossen (1.028) werden. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl der abgeschlos-
senen Projekte damit um 425 erhöht. In diesem Bereich wurden insgesamt 3.074 Teil-
nehmer gefördert. Das festgelegte Ziel, im Förderzeitraum 2007-2013 2.900 Teilnehmer
zu erreichen, wurde damit deutlich erfüllt.
Vorhabensbereich: Chancengleichheit: Berufsbegleitende Qualifizierung, Vereinbarkeit
von Beruf und Familie
Gefördert werden unternehmensbezogene Maßnahmen zur Verbesserung der Verein-
barkeit von Familie und Beruf sowie berufsbegleitende Qualifizierungen von Frauen in
Führungspositionen, Vorhaben zur Erhöhung des Frauenanteils in zukunftsträchtigen
Berufen und Qualifizierungen von Personen in der Elternzeit (ruhendes Arbeitsverhält-
nis). Im Bereich Beruf und Familie ist seit dem 30. Juni 2010 eine Förderung nur noch
durch themenbezogene Interessenaufrufe möglich. Diese Aufrufe dienen der Gestaltung
und Erhöhung der Transparenz in diesem Förderbereich. Der Vorhabensbereich Qualifi-
zierung in zukunftsträchtigen Berufen für beschäftigte Frauen wurde aufgrund der gerin-
gen Inanspruchnahme zum 31. Dezember 2011 eingestellt. In der kumulierten Ausga-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
61
benerklärung zum 31. August 2014 (Zahlungsantrag vom 29. Oktober 2014) wurden 1,2
Mio. EUR gemeldet. Zum Stand 31. Dezember 2014 betrug die Mittelbindung in diesem
Bereich 1,35 Mio. EUR EU-Mittel. Somit sind in diesem Vorhabensbereich die für den
Förderzeitraum 2007-2013 vorgesehenen EU-Mittel von 1,3 Mio. EUR um 2 % über-
zeichnet.
Alle sieben bewilligten Projekte konnten abschließend geprüft werden. Im Vergleich zum
Vorjahr hat sich die Zahl der abschließend geprüften Verwendungsnachweise damit um
ein Projekt erhöht. In diesem Bereich wurden insgesamt 71 Teilnehmer gefördert. Das
festgelegte Ziel, im Förderzeitraum 2007-2013 wurde damit voll erfüllt.
Vorhabensbereich: berufsbegleitende Qualifizierung im Bereich Kindertagesbetreuung
Im Bereich der Kindertagesbetreuung werden Vorhaben der berufsbegleitenden Qualifi-
zierung des Betreuungspersonals gefördert. Damit soll durch eine fundierte und dem
aktuellen Stand der Wissenschaft und Forschung entsprechende Qualifikation die Be-
schäftigungsfähigkeit der pädagogischen Fachkräfte in den Einrichtungen der Kinderta-
gesbetreuung verbessert werden und somit der Sächsische Bildungsplan in hoher Quali-
tät umgesetzt werden. In der Ausgabenerklärung zum 31. August 2014 wurden ca. 643
TEUR (613 TEUR EU-Mittel und 29,41 TEUR Landesmittel) erklärt. Die niedrige Summe
begründet sich darin, dass der Fördergegenstand erst im Frühjahr 2009 in die Förde-
rung durch das Sächsische Staatsministerium für Kultus aufgenommen wurde. Vorher
war diese Förderung Bestandteil eines größeren Vorhabensbereiches im Sächsischen
Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz. Die Mittelbindung lag zum 31.
August 2014 für die Förderung seit März 2009 bei 1.081 TEUR. Von März 2009 bis zum
31. August 2014 wurden 1.854 Teilnehmereintritte registriert. Dies entspricht den Erwar-
tungen (geplant sind 375 Teilnehmer pro Jahr).
Vorhabensbereich: Unternehmensgründungen aus der Wissenschaft
Durch die Förderung von stärker wissens- und technologiebasierten Gründungen aus
den Hochschulen und Forschungseinrichtungen werden positive Effekte auf die wirt-
schaftliche Entwicklung und die Zahl der Unternehmensgründungen im Freistaat Sach-
sen erwartet. Hochschulen sowie außeruniversitäre Forschungseinrichtungen werden

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
62
bei ihren Bemühungen unterstützt, das gründungsbezogene Angebot zu ergänzen und
das Potenzial an gründungswilligen Wissenschaftlern durch praxisorientierte Betreu-
ungsangebote stärker auszuschöpfen (Gründerinitiativen). Durch das Förderangebot
Seed-Stipendium werden Existenzgründer mit akademischem Hintergrund unterstützt.
Darüber hinaus wer-den durch die Beratungsförderung in der Vorgründungsphase Ent-
scheidungshilfen für die Vorbereitung und Durchführung von Gründungsvorhaben gege-
ben (Vorgründungsberatung/ Gründungsberatung). Die Förderung von vier Gründeriniti-
ativen startete im Oktober 2008 und wurde im September 2011 abgeschlossen. Die Be-
willigung vier neuer Projekte erfolgte für den Zeitraum Oktober 2011 bis Dezember
2014. Mit der Ausgabenerklärung zum 31. August 2014 wurden ESF-Mittel in Höhe von
insgesamt rund 12,95 Mio. EUR erklärt. Davon entfallen auf die Gründerinitiativen ca.
6,93 Mio. EUR, auf die Vorgründungsberatung/Gründungsberatung 4,13 Mio. EUR so-
wie 1,83 Mio. EUR auf das Seed-Stipendium und 58 TEUR. EUR auf das Seed-
Coaching. Bis zum Jahresende 2014 konnten insgesamt 140 Anträge beim Seed-
Stipendium bewilligt und ESF-Mittel in Höhe von rund 3,16 Mio. EUR gebunden werden.
Im Bereich der Vorgründungsberatung/ Gründungsberatung wurden bisher insgesamt
1.265 Anträge und ESF-Mittel in Höhe von ca. 4,25 Mio. EUR bewilligt. Es sind kontinu-
ierlich steigende Antragszahlen zu verzeichnen.
Vorhabensbereich: Beratung Personalentwicklung
Der Fördergegenstand Beratung Personalentwicklung wurde mit der Änderung der Mit-
telstandsrichtlinie zum 25. März 2011 eingeführt. KMU benötigen angesichts der demo-
graphischen Herausforderungen Unterstützung bei Fragen der systematischen Perso-
nalentwicklung. Nur mit einer ausreichenden Zahl an gut qualifizierten Fachkräften kön-
nen die Innovationsfähigkeit der Unternehmen gesteigert, die Wettbewerbsfähigkeit ge-
sichert, das wirtschaftliche Wachstum angeregt und mehr Arbeitsplätze geschaffen wer-
den. Eine externe Beratung verbessert die Kompetenz des Managements und der Be-
schäftigten in den Bereichen Personalentwicklung und Bildungsmanagement. Das dafür
vorgesehene Mittelvolumen für den aktuellen Förderzeitraum beträgt 130.000 EUR ESF-
Mittel. Im Jahr 2014 erfolgten die Bewilligungen von zwei Vorhaben mit Zuwendungsbe-
trägen von insgesamt ca. 23.450 EUR.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
63
Vorhabensbereich: Mikrodarlehen
Mit dem vom ESF unterstützten Mikrodarlehen können Existenzgründer bzw. junge
Kleinstunternehmen bis zu fünf Jahre nach ihrer Geschäftsaufnahme ein zinsgünstiges
Darlehen von bis zu 20.000 EUR für die Finanzierung von Investitionen und Betriebsmit-
teln erhalten.
Der Mikrodarlehensfonds II nahm im Juli 2009 seine Arbeit auf. Zu Beginn war der
Fonds mit 15 Mio. EUR ausgestattet. 2010 stieg die Nachfrage auch bedingt durch die
nachlassende Konjunktur stark an. 2011 erhielt der Fonds deshalb zusätzlich 14,2 Mio.
EUR (10,6 Mio. EUR ESF-Mittel) für weitere Bewilligungen. Für 2012 war eine erneute
Aufstockung um 15 Mio. EUR geplant. Jedoch fragten nach 2011, auch wegen der gu-
ten Entwicklung am Arbeitsmarkt, weniger Gründer Darlehen nach. Die Planung ist des-
halb korrigiert worden. Der aktuellen Nachfrage angemessen wurde der Mikrodarlehens-
fonds 2014 um weitere 5,6 Mio. EUR auf ein Gesamtvolumen von 34,8 Mio. EUR aufge-
stockt (ESF-Anteil ca. 26,1 Mio. EUR). Damit stehen nach jetziger Vorausschau ausrei-
chend Mittel zur Verfügung, um die Zielvorgabe bezüglich der Zahl auszureichender
Darlehen bis Ende 2015 einzuhalten. Bis Ende 2014 sind 28,8 Mio. EUR bewilligt (ESF-
Anteil ca. 21,6 Mio. EUR) und 28,4 Mio. EUR aus dem Fonds ausgezahlt worden (ESF-
Anteil ca. 21,3 Mio. EUR). Im Jahr 2014 wurden 144 Darlehensanträge mit einem Volu-
men von 2,3 Mio. EUR bewilligt. Die Mittel wurden für Existenzgründungen und Erweite-
rungsvorhaben in insgesamt 18 Branchen eingesetzt. Die Mehrzahl der Vorhaben wurde
in den Branchen sonstige Dienstleistungen, Einzelhandel, Baugewerbe, Gesundheits-
und Sozialwesen sowie im Gastgewerbe realisiert. Neben den Arbeitsplätzen der Grün-
der entstanden so 113 weitere Arbeitsplätze.
B. Angaben über die Wirkungen der Förderung der Chancengleichheit von
Männern und Frauen (gegebenenfalls)
Vorhabensbereich Weiterbildung, Beratung, innovative Projekte
In der Richtlinie ist festgelegt, dass Männer und Frauen auf Grundlage des Rechts auf
Gleichbehandlung den gleichen Zugang zu den Maßnahmen und Programmen haben.
Alle Vorhaben sind so zu realisieren, dass die chancengleiche Teilhabe von Frauen und
Männern zur Umsetzung der Chancengleichheitsziele des OP gesichert wird. Durch die

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
64
Ausrichtung der Förderung des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit
und Verkehr im Bereich der betrieblichen Weiterbildung auf den betriebsspezifischen
Personalentwicklungsbedarf der Unternehmen und den Ausschluss von Unternehmen
der Sozial- und Gesundheitsbranche kommt es in der Förderpraxis zu einer überpropor-
tionalen Inanspruchnahme der Fördermittel durch Männer, gemessen am geschlechts-
spezifischen Anteil an allen sächsischen Beschäftigten. Durch das Förderprogramm
„Weiterbildungsscheck Sachsen“ wird dieses Ungleichgewicht teilweise ausgeglichen,
da auch die überwiegend weiblichen Beschäftigten des Sozial- und Gesundheitswesens
partizipieren. Eine geschlechtsspezifische Einschränkung des Fördermittelzugangs in
den anderen Förderinstrumenten wird jedoch nicht als sinnvoll eingeschätzt, zumal ein
vergleichbares Angebot auch für die Sozial- und Gesundheitsbranche mit überwiegend
weiblichen Beschäftigten über die Richtlinie des Sächsischen Staatsministeriums für
Soziales und Verbraucherschutz besteht.
Vorhabensbereich: Innovationsassistent
Die Richtlinie enthält auch Bestimmungen zur Chancengleichheit von Männern und
Frauen. Hier ist festgelegt, dass Männer und Frauen auf der Grundlage des Rechts auf
Gleichbehandlung den gleichen Zugang zu den Vorhaben erhalten. Alle Vorhaben sind
so zu realisieren, dass die chancengleiche Teilhabe von Frauen und Männern zur Um-
setzung der Chancengleichheitsziele des OP gesichert wird. Die Förderung soll insbe-
sondere auch dazu beitragen, dass Frauen und Männer die gleichen Chancen für exis-
tenzsichernde Arbeit am Arbeitsplatz erhalten, dass die Vereinbarkeit von Familie und
Beruf verbessert wird und geschlechtsstereotype Berufs- und Karrieremuster überwun-
den werden.
Vorhabensbereich: Weiterbildung, Beratung in Land- und Forstwirtschaft, ländlicher
Raum, Umwelt
In der Richtlinie ist festgelegt, dass Männer und Frauen auf Grundlage des Rechts auf
Gleichbehandlung den gleichen Zugang zu den Maßnahmen und Programmen haben.
Alle Vorhaben sind so zu realisieren, dass die chancengleiche Teilhabe von Frauen und
Männern zur Umsetzung der Chancengleichheitsziele des OP gesichert wird. Durch die
Ausrichtung der Förderung des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
65
und Verkehr im Bereich der betrieblichen Weiterbildung auf den betriebsspezifischen
Personalentwicklungsbedarf der Unternehmen und den Ausschluss von Unternehmen
der Sozial- und Gesundheitsbranche kommt es in der Förderpraxis zu einer überpropor-
tionalen Inanspruchnahme der Fördermittel durch Männer, gemessen am geschlechts-
spezifischen Anteil an allen sächsischen Beschäftigten. Durch das Förderprogramm
„Weiterbildungsscheck Sachsen“ wird dieses Ungleichgewicht teilweise ausgeglichen,
da auch die überwiegend weiblichen Beschäftigten des Sozial- und Gesundheitswesens
partizipieren. Eine geschlechtsspezifische Einschränkung des Fördermittelzugangs in
den anderen Förderinstrumenten wird jedoch nicht als sinnvoll eingeschätzt, zumal ein
vergleichbares Angebot auch für die Sozial- und Gesundheitsbranche mit überwiegend
weiblichen Beschäftigten über die Richtlinie des Sächsischen Staatsministeriums für
Soziales und Verbraucherschutz besteht.
Vorhabensbereich: berufsbegleitende Qualifizierung im Gesundheits-, Sozial- und
Wohnbereich
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern so-
wie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Her-
kunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer se-
xuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind. In der
Praxis nahmen fast ausschließlich Frauen die geförderten Maßnahmen in Anspruch.
Vorhabensbereich: Chancengleichheit: Berufsbegleitende Qualifizierung, Vereinbarkeit
von Beruf und Familie
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern so-
wie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Her-
kunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer se-
xuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind. Die
Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf richten sich in gleicher Weise an
Männer und Frauen. Die Projekte tragen in besonderer Weise zur Chancengleichheit vor
allem von Frauen auf dem Arbeitsmarkt bei. Frauen sind in der Regel stärker als Männer
der Mehrfachbelastung Arbeit – Familie ausgesetzt. Die Weiterbildungsangebote wur-
den von Männern und Frauen in ähnlichem Maß angenommen.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
66
Vorhabensbereich: berufsbegleitende Qualifizierung im Bereich Kindertagesbetreuung
Entsprechend den Monitoringdaten sind die Projekte in diesem Bereich im Hinblick auf
die Chancengleichheit von Mann und Frau als überwiegend neutral einzuschätzen. Dies
hat seine Ursache darin, dass sich die Maßnahmen gleichermaßen an männliche und
weibliche Teilnehmer richten. Zwar wurden bis zum 31. August 2014 1.740 Eintritte
weiblicher Teilnehmer registriert und nur 114 Eintritte männlicher Teilnehmer, jedoch
entspricht dies ungefähr dem Anteil von Frauen und Männern im Bereich der Kinderta-
gesbetreuung. Die Evaluierung unter den Teilnehmern ergab zudem, dass mehr als 40
% einschätzten, dass während ihrer Weiterbildung auf das Thema geschlechtsspezifi-
scher Unterschiede eingegangen und Kenntnisse für den Umgang mit der Thematik in
der Praxis vermittelt wurden.
Vorhabensbereich: Unternehmensgründungen aus der Wissenschaft
Die Fördermaßnahmen sind so konzipiert, dass Frauen und Männer den gleichen Zu-
gang zu allen Förderangeboten haben. Bisher sind keine Tatsachen bekannt, die eine
Diskrepanz bei der Chancengleichheit von Männern und Frauen vermuten lassen.
Vorhabensbereich: Mikrodarlehen
Das Mikrodarlehen steht allen Existenzgründern und jungen Kleinstunternehmen offen.
Es wird ein gleichberechtigter Zugang zum Programm gewährleistet. Das Darlehen wird
nicht-über Hausbanken sondern direkt an die Darlehensnehmer ohne Sicherheiten ver-
geben. Das erleichtert auch den von Diskriminierung bedrohten Gruppen, die Darlehen
in Anspruch zu nehmen. Das Mikrodarlehen trägt somit als Förderprogramm dazu bei,
die Chancengleichheit im Erwerbsleben zu verbessern. Besonders erfreulich ist der ho-
he Anteil von Frauen bzw. der von Frauen geführten Kleinstbetrieben an den Darlehen-
sempfängern. 2014 wurden 46,6 % der Darlehen an Frauen ausgezahlt, bezogen auf
das Darlehensvolumen 45,2 %. Das ist eine deutlich höhere Quote als die der weibli-
chen Selbstständigen in Sachsen. Frauen gründen häufiger aus dem Status der
Nichterwerbstätigkeit und können auf Grund ihrer Erwerbsbiografie keine Sicherheiten
einbringen. Sie sehen sich daher besonderen Finanzierungsproblemen gegenüber. Das
Mikrodarlehen kommt dem Finanzierungsbedarf dieser Gründerinnen entgegen.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
67
C. Analyse der Verwendung der Fonds gemäß Artikel 34 Absatz 2 der Verord-
nung (EG) Nr. 1083/2006 verwendet wurde. Für ESF-Programme sind die An-
gaben gemäß Artikel 10 der Verordnung (EG) 1081/2006 zu liefern.
a) Durchgängige Berücksichtigung des Gleichstellungsaspekts sowie etwaiger ge-
schlechtsspezifischer Aktionen;
b) Aktionen zur Förderung der Teilnahme von Migranten am Erwerbsleben und
dadurch zur Förderung ihrer sozialen Eingliederung;
c) Aktionen zur Förderung der Integration von Minderheiten ins Erwerbsleben und
dadurch Förderung ihrer sozialen Eingliederung;
d) Aktionen zur Förderung der Integration anderer benachteiligter Gruppen, ein-
schließlich Menschen mit Behinderungen, ins Erwerbsleben und zur Förderung ih-
rer sozialen Eingliederung;
e) Innovative Maßnahmen, einschließlich einer Darlegung der Themen und der Er-
gebnisse sowie der Verbreitung und durchgängigen Berücksichtigung;
f)
Transnationale und/oder interregionale Aktionen.
Vorhabensbereich Weiterbildung, Beratung, innovative Projekte
a)
In der ESF-Richtlinie Berufliche Bildung ist festgelegt, dass Männer und Frauen auf
Grundlage des Rechts auf Gleichbehandlung den gleichen Zugang zu den Maß-
nahmen und Programmen haben. Alle Vorhaben sind so zu realisieren, dass die
chancengleiche Teilhabe von Frauen und Männern zur Umsetzung der Chancen-
gleichheitsziele des OP gesichert wird. Die Förderung soll insbesondere auch dazu
beitragen, dass Frauen und Männer die gleichen Chancen für existenzsichernde
Arbeit am Arbeitsmarkt erhalten, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ver-
bessert wird und geschlechtsstereotype Berufs- und Karrieremuster überwunden
werden. Besondere geschlechtsspezifische Aktionen wurden nicht durchgeführt.
d) Benachteiligte Personen können bei der Förderung der beruflichen Weiterbildung
einen erhöhten Fördersatz in Anspruch nehmen. Mit dem „Weiterbildungsscheck
Sachsen“ werden zudem Beschäftigtengruppen mit einem besonderen Förderbe-
darf durch individuelle Weiterbildungsförderung beim beruflichen Fortkommen un-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
68
terstützt. Zielgruppen sind Arbeitnehmer mit einem unterdurchschnittlichen Ein-
kommen, in Leiharbeit, Befristung oder Teilzeit sowie ältere Beschäftigte ab 50
Jahren.
e)
Ein Teil des Vorhabensbereiches beinhaltet die Förderung innovativer Projekte der
beruflichen Bildung, Fachkräftesicherung und Personalentwicklung. 2014 wurden
zwei Projekte zur Erhöhung der Weiterbildungsbeteiligung von geringqualifizierten
und älteren Beschäftigten fortgeführt bzw. beendet. Bereits in der Antragsstellung
ist durch den Projektträger darzustellen, wie die Projektergebnisse der interessier-
ten Öffentlichkeit zugänglich gemacht sowie die Ergebnisse nach Projektabschluss
nachhaltig verwertet werden können.
f)
Die Möglichkeit zur Förderung transnationaler Maßnahmen der Weiterbildung be-
steht, wurde aber durch die Unternehmen bzw. Träger noch sehr wenig wahrge-
nommen.
Vorhabensbereich: Innovationsassistent
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Förderung diskriminierungsfrei, insbesondere
ohne Ansehen des Geschlechts, der Rasse, der ethnischen Herkunft, der Religion, der
Weltanschauung oder einer Behinderung erfolgt.
Vorhabensbereich: Weiterbildung, Beratung in Land- und Forstwirtschaft, ländlicher
Raum, Umwelt
b)
In der ESF-Richtlinie Berufliche Bildung ist festgelegt, dass Männer und Frauen auf
Grundlage des Rechts auf Gleichbehandlung den gleichen Zugang zu den Maß-
nahmen und Programmen haben. Alle Vorhaben sind so zu realisieren, dass die
chancengleiche Teilhabe von Frauen und Männern zur Umsetzung der Chancen-
gleichheitsziele des OP gesichert wird. Die Förderung soll insbesondere auch dazu
beitragen, dass Frauen und Männer die gleichen Chancen für existenzsichernde
Arbeit am Arbeitsmarkt erhalten, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ver-
bessert wird und geschlechtsstereotype Berufs- und Karrieremuster überwunden
werden. Besondere geschlechtsspezifische Aktionen wurden nicht durchgeführt.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
69
f)
Benachteiligte Personen können bei der Förderung der beruflichen Weiterbildung
einen erhöhten Fördersatz in Anspruch nehmen. Mit dem „Weiterbildungsscheck
Sachsen“ werden zudem Beschäftigtengruppen mit einem besonderen Förderbe-
darf durch individuelle Weiterbildungsförderung beim beruflichen Fortkommen un-
terstützt. Zielgruppen sind Arbeitnehmer mit einem unterdurchschnittlichen Ein-
kommen, in Leiharbeit, Befristung oder Teilzeit sowie ältere Beschäftigte ab 50
Jahren.
g)
Ein Teil des Vorhabensbereiches beinhaltet die Förderung innovativer Projekte der
beruflichen Bildung, Fachkräftesicherung und Personalentwicklung. 2014 wurden
zwei Projekte zur Erhöhung der Weiterbildungsbeteiligung von geringqualifizierten
und älteren Beschäftigten fortgeführt bzw. beendet. Bereits in der Antragsstellung
ist durch den Projektträger darzustellen, wie die Projektergebnisse der interessier-
ten Öffentlichkeit zugänglich gemacht sowie die Ergebnisse nach Projektabschluss
nachhaltig verwertet werden können.
g) Die Möglichkeit zur Förderung transnationaler Maßnahmen der Weiterbildung be-
steht, wurde aber durch die Unternehmen bzw. Träger noch sehr wenig wahrge-
nommen.
Vorhabensbereich: berufsbegleitende Qualifizierung im Gesundheits-, Sozial- und
Wohnbereich
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern so-
wie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Her-
kunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer se-
xuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind.
a)
Im Jahr 2014 waren etwa 88 % der geförderten Teilnehmer in diesem Vorha-
bensbereich weiblich. Besondere geschlechtsspezifische Aktionen wurden nicht
durchgeführt.
b)
Migranten wurden in diesem Bereich nicht gesondert erfasst.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
70
c)
Auf der programmatischen Ebene wurden keine Fördergegenstände implemen-
tiert, die ausschließlich die Förderung von Aktionen der Integration von Minder-
heiten zum Ziel haben. Da die sozioökonomische Auswertung der SAB keine Da-
ten zu Minderheiten enthält, kann der Anteil der geförderten Teilnehmenden, die
dem Status einer Minderheitenangehörigkeit besitzen in allen Förderbereichen
(Querschnitt) nicht benannt werden.
d)
In diesem Bereich wurde eine Jugendliche ohne Schulabschluss gefördert.
Vorhabensbereich: Chancengleichheit: Berufsbegleitende Qualifizierung, Vereinbarkeit
von Beruf und Familie
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern so-
wie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Her-
kunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer se-
xuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind.
a)
Die Projekte tragen in besonderer Weise zur Chancengleichheit vor allem von
Frauen auf dem Arbeitsmarkt bei. Frauen sind in der Regel stärker als Männer
der Mehrfachbelastung Arbeit – Familie ausgesetzt. Dennoch richten sich die
Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf in gleicher Weise an Män-
ner und Frauen. Dies spiegelt sich ebenfalls in den Teilnehmerzahlen wieder,
wonach 51 % der Teilnehmer weiblich waren.
b)
Migranten wurden in diesem Bereich nicht gesondert erfasst.
c)
Auf der programmatischen Ebene wurden keine Fördergegenstände implemen-
tiert, die ausschließlich die Förderung von Aktionen der Integration von Minder-
heiten zum Ziel haben. Da die sozioökonomische Auswertung der SAB keine Da-
ten zu Minderheiten enthält, kann der Anteil der geförderten Teilnehmenden, die
dem Status einer Minderheitenangehörigkeit besitzen in allen Förderbereichen
(Querschnitt) nicht benannt werden.
d)
In diesem Bereich werden keine Teilnehmer anderer benachteiligter Gruppen wie
Alleinerziehende, benachteiligte Jugendliche, Langzeitarbeitslose, körperlich oder
geistig Behinderte, Suchtabhängige und ältere Mitbürger gesondert erfasst.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
71
Vorhabensbereich: berufsbegleitende Qualifizierung im Bereich Kindertagesbetreuung
Die Maßnahmen in diesem Bereich sind im Hinblick auf die Querschnittsziele neutral.
Die Projekte richten sich gleichermaßen an alle Beschäftigten von privaten Einrichtun-
gen im Kindertagesbereich.
Vorhabensbereich: Mikrodarlehen
Gesonderte Aktionen im Sinne der genannten Ziele wurden im Mikrodarlehenspro-
gramm nicht durchgeführt. Das Programm trägt den Zielen aber insofern Rechnung, als
alle Personengruppen gleichberechtigt Zugang zu diesem Darlehensangebot haben.
3.1.2 Wesentliche aufgetretene Probleme und getroffene Abhilfemaßnahmen
Es wird auf die Ausführungen unter Nr. 2.3 verwiesen.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
72
3.2
Prioritätsachse B - Verbesserung des Humankapitals
3.2.1
Ergebnisse und Fortschrittsanalyse
Materielle und finanzielle Fortschritte der Prioritätsachse B
Tabelle 14: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse B
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)
* Angaben lt. OP, eine Aufschlüsselung nach Geschlecht ist nicht vorgesehen
Indikatoren*
Art 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Indikator 6 –
Ergebnisindikator
Verringerung des Anteils
der Schulabgänger ohne
Hauptschulabschluss
Ergebnis
8,7 %
8,8 %
8,9 %
9,8 %
10,1 %
9,8 %
10,1 %
8,6 %
Zielvorgabe:
6,5 %
Indikator 7 –
Outputindikator
Geförderte Schüler und
Ausbildungsplatzsuchende
Ergebnis 0 17 4.240 10.700 16.575 41.408 75.237 113.686
Zielvorgabe:
258.090
Indikator 8 –
Ergebnisindikator
Zahl der erfolgreich abge-
schlossenen Ausbildungen
bzw. Qualifizierungen
Ergebnis 13.603 17.520 24.500 44.765 65.428 95.572 111.765 121.361
Zielvorgabe:
171.996
Indikator 9 –
Outputindikator
Geförderte
Ausbildungsplätze
Ergebnis 13.603 16.477 21.666 41.707 58.886 88.823 103.878 111.599
Zielvorgabe:
162.738
Indikator 9a –
Outputindikator
Förderung von Zusatzquali-
fikationen
Ergebnis 0 1.044 2.866 4.328 8.896 10.576 12.214 14.775
Zielvorgabe:
16.500
Indikator 11 –
Outputindikator
Geförderte Weiterbildungs-
Projekte (Konzeption und
Weiterbildung)
Ergebnis 0 0 0 1 1 8 32 88
Zielvorgabe:
100
Indikator 13 –
Outputindikator
Geförderte Promovenden
Ergebnis 0 0 0 2 9 105 162 243
Zielvorgabe:
300

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
73
Tabelle 15: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse B
(Status: bewilligt)
* Angaben lt. OP, eine Aufschlüsselung nach Geschlecht ist nicht vorgesehen
Indikatoren*
Art 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Indikator 6 –
Ergebnisindikator
Verringerung des Anteils
der Schulabgänger ohne
Hauptschulabschluss
Ergebnis
Zielvorgabe:
6,5 %
Indikator 7 –
Outputindikator
Geförderte Schüler und
Ausbildungsplatzsuchende
Ergebnis 120 32.876 62.234 86.440 185.492 249.263 281.662 295.186
Zielvorgabe:
258.090
Indikator 8 –
Ergebnisindikator
Zahl der erfolgreich abge-
schlossenen Ausbildungen
bzw. Qualifizierungen
Ergebnis
Zielvorgabe:
171.996
Indikator 9 –
Outputindikator
Geförderte
Ausbildungsplätze
Ergebnis 16.479 41.271 69.832 96.732 111.067 124.464 156.517 161.430
Zielvorgabe:
161.738
Indikator 9a –
Outputindikator
Förderung von Zusatzquali-
fikationen
Ergebnis
0 2.680 5.340 7.891 10.632 12.648 14.685 16.833
Zielvorgabe:
16.500
Indikator 11 –
Outputindikator
Geförderte Weiterbildungs-
Projekte (Konzeption und
Weiterbildung)
Ergebnis 0 2 27 64 90 139 172 176
Zielvorgabe:
100
Indikator 13 –
Outputindikator
Geförderte Promovenden
Ergebnis 0 32 124 162 288 348 366 369
Zielvorgabe:
300

image
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
74
Tabelle 16: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse B
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)

image
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
75
Tabelle 17: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse B
(Status: bewilligt)

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
76
Qualitative Analyse
A. Analyse der Ergebnisse anhand der finanziellen Angaben (Nummer 2.1.2),
der materiellen Indikatoren (Nummer 3.1.1) und sonstiger relevanter Angaben
Vorhabensbereich: Berufs- und Studienorientierung, Verbesserung des Schulerfolgs
Einsatzfeld 3 "Förderung des Lebensbegleitenden Lernens und Verbesserung der Be-
rufswahlkompetenz", Handlungsoptionen "Verbesserung des Schulerfolgs" und "Ver-
besserung der Berufs- und Studienorientierung"
In diesem Einsatzfeld werden verschiedene Maßnahmen gefördert. Unter die Hand-
lungsoption „Verbesserung des Schulerfolgs“ fallen die „komplexen schul- und schular-
tübergreifenden Projekte mit Kooperationspartnern“, die „Schülercamps“, die „Ferien-
akademien“, „Vorhaben zur Erhöhung der Quote der Schüler, die einen Abschluss errei-
chen“ sowie „Andere, internationale Abschlüsse“. Weiterhin werden Projekte der Berufs-
und Studienorientierung in diesem Einsatzfeld gefördert, mit denen die Schüler bei der
Berufswahl unterstützt werden sollen und gleichzeitig auch informiert werden, wie die
Bedarfe und Zukunftschancen bezüglich der verschiedenen Berufe in der Region sind.
Darüber hinaus werden die Maßnahmen der „Berufseinstiegsbegleitung“, des Quali-
tätsmanagements an sächsischen sowie an berufsbildenden Schulen und an Ersatz-
schulen gefördert. Komplexe schul- und schulartübergreifende Projekte mit Kooperati-
onspartnern umfassen Projekte im kulturellen, künstlerischen und handwerklichen Be-
reich. Ziel dieser Projekte ist die Entwicklung von Problemlösekompetenzen und Kreati-
vität sowie die Förderung von Lernmotivation, Lernpotenzial und Lernbereitschaft. Schü-
lercamps sollen die Schüler bei der Entwicklung von Selbst- und Sozialkompetenzen,
von Teamfähigkeit und Verantwortungsbereitschaft unterstützen sowie der individuellen
Förderung und Erhöhung der Lernmotivation der Schüler dienen. Mit Ferienakademien
werden begabte und interessierte Schüler bei der Vertiefung von Fach- und Metho-
denkompetenz im mathematisch-naturwissenschaftlichen, sprachlichen, gesellschafts-
wissenschaftlichen oder musischen Bereich unterstützt. Vorhaben zur Erhöhung der
Quote der Schüler, die einen Abschluss erreichen, zielen auf abschlussgefährdete
Schüler, die durch ein Tätigwerden an Praxislernorten in einem realen beruflichen Um-
feld beim Erlangen eines Schulabschlusses unterstützt werden sollen. Mit dem Förder-
gegenstand „Andere, internationale Abschlüsse“ soll leistungsstarken Schülern die Mög-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
77
lichkeit eröffnet werden, neben dem Abitur einen weiteren Schulabschluss zu erreichen
(International Baccalaureate oder AbiBac). Die Berufseinstiegsbegleitung soll insbeson-
dere dazu beitragen, die Chancen der Schüler auf einen erfolgreichen Übergang in eine
Berufsausbildung deutlich zu verbessern und diese zu stabilisieren. Durch die Maßnah-
men sollen die Schüler einen Abschluss einer allgemeinbildenden Schule erreichen. Die
Schüler werden bei der Berufsorientierung und Berufswahl, der Ausbildungsplatzsuche
sowie beim Übergang in eine Ausbildung und der Stabilisierung des Ausbildungsver-
hältnisses unterstützt. Mit den Maßnahmen zur Unterstützung des Qualitätsmanage-
ments sollen weiterführende allgemeinbildende und berufsbildende Schulen in öffentli-
cher und privater Trägerschaft unterstützt werden. Die Projekte haben das Ziel, die sys-
tematische Unterrichtsentwicklung durch ein schulisches Qualitätsmanagement voran-
zubringen und dadurch Schülerleistungen zu verbessern. Zugleich soll die Zahl der
Schüler ohne Abschluss verringert werden. Dafür sollen durch interne Evaluation Lehr-
und Lernprozesse kontinuierlich verbessert und die Lernwirksamkeit des Unterrichts er-
höht werden. Bis zum 31. August 2014 wurden ca. 46,5 Mio. EUR (davon ca. 36,9 Mio.
EUR EU-Mittel und 9,4 Mio. EUR Landesmittel) gegenüber der EU erklärt. Die ver-
gleichsweise niedrige Summe begründet sich u.a. darin, dass in diesem Einsatzfeld völ-
lig neue Fördergegenstände aufgenommen wurden. Dadurch lief die Förderung zu Be-
ginn des Förderzeitraums nur zögerlich an. Inzwischen werden die Fördergegenstände
immer besser angenommen. Zum 31. August 2014 wurden Projekte im Umfang von ca.
113,37 Mio. EUR bewilligt. Mit den Fördergegenständen in diesem Einsatzfeld werden
die Indikatoren 6 und 7 bedient.
Indikator 6
Dieser Indikator wird durch die Fördergegenstände „Berufs- und Studienorientierung“,
„Komplexe schul- und schulartübergreifende Projekte mit Kooperationspartnern“, „Schü-
lercamps“, „Vorhaben zur Erhöhung der Quote der Schüler, die einen Abschluss errei-
chen“, „Berufseinstiegsbegleitung“ sowie den Maßnahmen zum Qualitätsmanagement
an Schulen bedient. Die Quote der Schüler, welche die Schule ohne einen Abschluss
verlassen, ist im Jahr 2014 mit 8,6 % über dem Zielwert für 2013 mit 6,5 %, jedoch unter
dem für 2013 prognostizierten Wert von 13,0 %. Der Wert ist gegenüber dem Jahr 2013

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
78
spürbar gesunken (2013: 10,1 %). In diesem Zusammenhang wird auf die weiteren Aus-
führungen in Nummer 2.1.6 verwiesen.
Indikator 7
Die Teilnehmerzahl hinsichtlich der bereits verwendungsnachweisgeprüften Projekte
bleibt mit ca. 113.686 Teilnehmern deutlich hinter den erwarteten Zielzahlen (bis 2013
258.090 Teilnehmer) zurück. Dies ist jedoch auch dem Umstand geschuldet, dass hier
nur die Teilnehmer aus Projekten berücksichtigt werden, die aufgrund der nachfolgen-
den Verwendungsnachweisprüfung bereits vor längerer Zeit das Projekt durchlaufen
haben. Hinsichtlich der Teilnehmerzahlen zu den bereits bewilligten Projekten stellt sich
der Sachverhalt mit ca. 295.186 registrierten Teilnehmereintritten deutlich anders dar.
Vorhabensbereich: Freiwilliges Soziales Jahr, Projekte für Schulverweigerer / Schulso-
zialarbeit, Produktionsschulen
Bei den geförderten Projekten handelt es sich um:
- Vorhaben des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ): In den Projekten wird arbeitslo-
sen jungen Menschen vom 16. bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres mit ei-
nem besonderen sozialen Bildungsbedarf die Teilnahme an einem Freiwilligen
Sozialen Jahr ermöglicht. Die Jugendlichen arbeiten ein Jahr lang freiwillig in ei-
ner gemeinwohlorientierten Einrichtung (Wohlfahrtspflege, Kinder- und Jungend-
einrichtungen, Gesundheitspflege, Sportstätte, Kultur- und Denkmalpflege) und
unterstützen die dortigen Angestellten bei deren Aufgaben. Neben der prakti-
schen Arbeit in der Einrichtung sind für die Jugendlichen mind. 25 Seminartage
vorgesehen. Die Seminare sollen soziale, kulturelle und interkulturelle Kompeten-
zen vermitteln, das Verantwortungsbewusstsein für das Gemeinwohl stärken und
die Jugendlichen in persönlichen Fragen (Lebens- und Zukunftsplanung) unter-
stützen. Im Jahr 2014 ist die Richtlinie des Sächsischen Staatsministeriums für
Soziales und Verbraucherschutz zur Förderung von Freiwilligendiensten im Frei-
staat Sachsen in Kraft getreten. Über die ESF-Richtlinie fanden keine Neubewilli-
gungen mehr statt.
- Sozialpädagogische Vorhaben zur Kompetenzentwicklung von Schülerinnen und
Schülern: Ziel der Vorhaben ist es, die Lernmotivation der Schülerinnen und

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
79
Schüler zu verbessern und den Schulerfolg zu sichern. Schulabbrüche sollen so
vermieden werden. Damit wird die Grundlage für einen sicheren Übergang in die
Ausbildung oder Berufsvorbereitung geschaffen. Ein erfolgreicher Schulabschluss
beeinflusst maßgeblich die Beschäftigungsmöglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt.
Die Gründe für ein Scheitern der schulischen Ausbildung sind teilweise bereits
auf Versäumnisse während der Grundschulzeit zurückzuführen. Besonders kri-
senanfällig zeigt sich auch der Übergang von der Grundschule in die weiterfüh-
renden Schulen (Mittelschule, Gymnasium, Förderschule) in der 5. Klasse. Hier
wächst die Gefahr der sozialen Isolation, die häufig Ursache fehlender Lernbe-
reitschaft ist. Daher versprechen Maßnahmen mehr Erfolg, die frühzeitig die Defi-
zite der Kinder und Jugendlichen erkennen und diese aufgreifen. Gerade die
rechtzeitige Förderung von Schlüsselkompetenzen kann nachhaltig und langfris-
tig den Bildungsgang sichern. Im Hinblick auf den späteren Einsatz auf dem Ar-
beitsmarkt ist eine gesicherte Schullaufbahn von großer Bedeutung. Ein frühzeiti-
ger Ansatz verhindert ein Verfestigen von negativen Verhaltensmustern. Aus die-
sem Grund werden die Vorhaben nunmehr auch bereits für Kinder ab der 5.
Klasse angeboten. Vor Ort kann der Bedarf sozialpädagogischer Angebote am
besten erkannt und ein geeigneter Träger ermittelt werden. Daher wurde im Ja-
nuar 2012 die Möglichkeit der Förderung sogenannter „Koordinierungsstellen
Kompetenzentwicklung“ zur regionalen Bedarfsermittlung und Projektsteuerung
bekanntgegeben. Daraufhin konnte in elf Landratsämtern und kreisfreien Städten
eine Koordinierungsstelle eingerichtet werden. In der Folge kam es zu einem er-
heblichen Anstieg von Projektvorschlägen und -anträgen. Dadurch wurde das
Förderangebot erfolgreich im Freistaat Sachsen etabliert. Die Projekte konnten
bis 31. Dezember 2014 durchgeführt werden.
- Innovative Vorhaben zur Intervention bei Schuldistanz und Produktionsschulori-
entierte Vorhaben: Vielen Jugendlichen mit sozialen oder individuellen Beein-
trächtigungen ist der traditionelle Weg von der Schule in die Berufsausbildung er-
schwert. Durch die Nutzung alternativer, außerschulischer Lernorte in Verbindung
mit berufspraktischen, betriebsnahen Tätigkeiten sollen Schulverweigerer wieder
in schulische Lernprozesse integriert werden. Somit werden Orientierungs-, Vor-
bereitungs- und Qualifizierungsangebote für Jugendliche und junge Erwachsene

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
80
entwickelt, um ihre berufliche und soziale Integration zu ermöglichen. In Sachsen
gibt es mittlerweile 10 ESF-geförderte Produktionsschulen. Aus der Evaluations-
studie „produktionsschulorientierte Vorhaben im Freistaat Sachsen“ aus dem Jahr
2013 geht hervor, dass speziell im Freistaat Sachsen die produktionsschulorien-
tierten Qualifizierungs- und Beschäftigungsvorhaben große Wirkung zeigen. Es
wird aufgezeigt, dass ca. ein Drittel der jungen Menschen in den genannten
Maßnahmen anschließend in einer Ausbildung oder in einem Beruf übergehen.
Ein weiteres Viertel der Teilnehmer bleibt weiterhin in der Maßnahme oder geht
wieder (bzw. weiter) zur Schule. Die Projekte der Förderperiode 2007-2013 ha-
ben eine Laufzeit bis 31. Dezember 2014.
In der kumulierten Ausgabenbescheinigung zum 31. August 2014 (Zahlungsantrag vom
29. Oktober 2014) wurden 18,65 Mio. EUR gemeldet. Zum Stand 31. Dezember 2014
betrug die Mittelbindung in diesem Bereich rund 28,5 Mio. EUR EU-Mittel. Somit sind in
diesem Vorhabensbereich die für den Förderzeitraum 2007 – 2013 vorgesehen EU-
Mittel von 26,8 Mio. EUR um 6 % überzeichnet. Von 317 bewilligten Projekten befanden
sich 77 Projekte in der Verwendungsnachweisprüfung (25) bzw. im Status „abgeschlos-
sen“ (52). Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl der abgeschlossenen Projekte
damit um 22 erhöht. In diesem Bereich wurden insgesamt 9.171 Teilnehmer gefördert.
Das festgelegte Ziel, 4.240 Teilnehmer zu erreichen, wurde damit deutlich übertroffen.
Vorhabensbereich: Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ)
In den Projekten des Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) arbeiten und lernen junge
Menschen ein Jahr lang freiwillig in einer Einrichtung des Natur- und Umweltschutzes
oder der Umweltbildung. Das FÖJ besteht aus der praktischen Tätigkeit an einer Ein-
satzstelle und mind. 25 Seminartagen. Dadurch soll ein Bewusstsein für die Anforderun-
gen in der Arbeitswelt und das Umweltbewusstsein gleichermaßen gefördert und die
Fähigkeit zu eigenverantwortlichem und kooperativen Handeln entwickelt werden. Der
Fördergegenstand wurde bereits mit Wirkung zum 1. Januar 2011 bezüglich der Fonds-
bewirtschaftung vom Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft auf
das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz übertragen. Im
Jahr 2014 ist die Richtlinie des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Ver-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
81
braucherschutz zur Förderung von Freiwilligendiensten im Freistaat Sachsen in Kraft
getreten. Über die ESF-Richtlinie fanden keine Neubewilligungen mehr statt. In der ku-
mulierten Ausgabenbescheinigung zum 31. August 2014 (Zahlungsantrag vom 29. Ok-
tober 2014) wurden 7,55 Mio. EUR gemeldet. Zum Stand 31. Dezember 2014 betrug die
Mittelbindung in diesem Bereich rund 6,74 Mio. EUR EU-Mittel. Dies entspricht einem
Anteil von 92 % bei einer Vorhabensbereichsplanung von insgesamt 7,3 Mio. EUR EU-
Mittel für den Förderzeitraum 2007-2013. Von 65 bewilligten Projekten befanden sich 53
Projekte in der Verwendungsnachweisprüfung (7) bzw. im Status „abschließend geprüft“
(46). Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl der abschließend geprüften Verwen-
dungsnachweise damit um 12 Projekte erhöht. In diesem Bereich wurden insgesamt
1.564 Teilnehmer gefördert. Das festgelegte Ziel, 1.300 Teilnehmer zu erreichen, wurde
damit um ca. 20 % übererfüllt.
Vorhabensbereich
:
Berufsorientierung und -vorbereitung
Mit der Förderung sollen das Engagement der Wirtschaft für die Berufsorientierung ge-
steigert und die Aktivitäten der verschiedenen Akteure koordiniert und gebündelt wer-
den. Ein besonderer Fokus der Förderausrichtung seitens des Sächsischen Staatsminis-
teriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr liegt auf sehr wirtschaftsnahen und praxisori-
entierten Projekten mit möglichst hohem Transferpotenzial und nachhaltigem Nutzen.
Die Mittelbindung zum 31. Dezember 2014 beträgt rund 3,1 Mio. Euro. Mit bereits 9.981
geförderten Schülern (davon 6.478 verwendungsnachweisgeprüft) wird der angestrebte
Zielwert von 11.000 Teilnehmern voraussichtlich nicht erfüllt.
Vorhabensbereich: Chancengleichheit: Verbesserung der Berufswahlkompetenz
Mit den geförderten Projekten wurde das gendersensible Wahlverhalten von Jungen und
Mädchen im Hinblick auf die künftige Teilnahme am Arbeitsmarkt gestärkt. Aufgrund
starker Überschneidungen zu weiteren Angeboten der Berufsorientierung wurde der
Fördergegenstand bereits 2011 eingestellt. In der kumulierten Ausgabenbescheinigung
zum 31. August 2014 (Zahlungsantrag vom 29. Oktober 2014) wurden 137.845,53 EUR
gemeldet. Zum Stand 31. Dezember 2014 betrug die Mittelbindung in diesem Bereich
103.384,13 EUR EU-Mittel. Damit konnten die in diesem Vorhabensbereich für den För-
derzeitraum 2007-2013 eingeplanten EU-Mittel von insgesamt 105.495 EUR zu 98 %

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
82
ausgeschöpft werden. Diesem Vorhabensbereich wurde kein Indikator zugeordnet. Inso-
fern können lt. Indikatoren-Einzelvorhabensliste (LSF) mit Stand vom 31. Dezember
2014 hier keine Aussagen zu bewilligten, verwendungsnachweis- bzw. abschließend
geprüften Projekten sowie zu Teilnehmerzahlen getroffen werden.
Vorhabensbereich: Förderung betriebliche/betriebsnaher Ausbildung (einschließlich
Land- und Forstwirtschaft)
Die Fördermaßnahmen in diesem Bereich dienen der Verbesserung der Qualität der
Ausbildung in KMU sowie der Erhöhung des Ausbildungsplatzpotenzials, indem Teile
der Ausbildung ergänzend zur betrieblichen Ausbildung in anderen Unternehmen oder
Einrichtungen durchgeführt werden. Zum Stand 31. Dezember 2014 konnten insgesamt
12.318 Vorhaben mit einem Mittelvolumen in Höhe von 161,49 Mio. EUR bewilligt wer-
den (Stand 31. Dezember 2013: 162,12 Mio. EUR). Davon entfallen 703 Vorhaben mit
einem Mittelvolumen von 3,76 Mio. EUR auf den Bereich Land-, Forst- und Hauswirt-
schaft. Von der Gesamtbewilligungssumme entfallen 45,44 Mio. EUR auf die überbe-
triebliche Lehrunterweisung im Handwerk, 1,56 Mio. EUR auf die überbetriebliche Aus-
bildung in Land-, Forst- und Hauswirtschaft sowie 32,19 Mio. EUR auf die Förderung
betrieblicher Ausbildungsplätze im Rahmen der Verbundausbildung, Zusatzqualifikatio-
nen/Ergänzungsqualifikationen sowie der Förderung betrieblicher Ausbildungsplätze für
bestimmte Zielgruppen. Für die Bereitstellung zusätzlicher betriebsnaher Ausbildungs-
plätze im Rahmen der Ausbildungsplatzprogramme Ost und ergänzender Landespro-
gramme sind zum Stand 31. Dezember 2014 insgesamt 95,42 Mio. EUR bewilligt. Im
Jahr 2014 ist aufgrund von Teilnehmerabbrüchen eine Verringerung des kumulativen
Bewilligungsvolumens eingetreten (Änderungsbewilligungen/Wegbrüche von Bewilli-
gungen).
Vorhabensbereich: Zusatzqualifikation für Berufsfachschüler
Mit diesem Fördergegenstand sollen Berufsfachschüler zusätzliche, über den Lehrplan
hinausgehende, Qualifikationen erwerben, die für den Arbeitsmarkt relevant sind und
dadurch die Beschäftigungschancen der Teilnehmer erhöhen. Mit der Ausgabenerklä-
rung vom 31. August 2014 wurden bislang ca. 383 TEUR (davon 302 TEUR EU-Mittel
und 81 TEUR Landesmittel) erklärt. Die Mittelbindung lag zum 31. August 2014 bei 446

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
83
TEUR. Damit bleibt der Fördergegenstand hinter den ursprünglichen Erwartungen zu-
rück. Die geringere Inanspruchnahme erklärt sich aus der Verringerung der Schülerzahl
bei gleichzeitiger Verbesserung der Situation auf dem Lehrstellenmarkt, die im Vorfeld
so nicht absehbar war. Dadurch erhalten die Berufsfachschulen einen geringeren Zu-
lauf. Dies wirkt sich letztlich auch auf die Zahl der Projekte aus, wobei zuletzt wieder ein
Anstieg der Anzahl der Projekte zu verzeichnen war. Mit dem Fördergegenstand wird
Indikator 7 bedient. Hierzu wird auf die Ausführungen zu dem Vorhabensbereich „Ver-
besserung des Schulerfolgs, Berufs- und Studienorientierung“ verwiesen. Bis zum 31.
August 2014 wurden 2.860 Teilnehmereintritte registriert. Dies bleibt deutlich unter den
ursprünglichen Erwartungen zurück, ist aber aufgrund der bereits genannten Gründe
nachvollziehbar.
Vorhabensbereich: Personal- und Qualitätssicherung im Gesundheits- und Sozialbe-
reich zur Steigerung der Beschäftigungsfähigkeit der Schüler/innen
Mit den geförderten Projekten wurde eine Verbesserung der Qualität der Ausbildung im
Bereich des Gesundheits- und Sozialwesens mittels qualifizierten Personals und damit
eine Steigerung der Beschäftigungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler auf dem ers-
ten Arbeitsmarkt im Freistaat Sachsen bewirkt. Im Rahmen der Auswertung der Evalua-
tionsergebnisse wurde der Fördervollzug bereits 2010 eingestellt. In der kumulierten
Ausgabenbescheinigung zum 31. August 2014 (Zahlungsantrag vom 29. Oktober 2014)
wurden 706.030,43 EUR gemeldet. Zum Stand 31. Dezember 2014 betrug die Mittelbin-
dung in diesem Bereich 317.673,62 EUR EU-Mittel. Damit wurden die in diesem Vorha-
bensbereich für den Förderzeitraum 2007 - 2013 eingeplanten EU-Mittel von insgesamt
317.674 EUR ausgeschöpft. Von 30 bewilligten Projekten wurden alle abschließend ge-
prüft. Der Vorhabensbereich wurde zum 12. April 2010 eingestellt. In diesem Bereich
wurden insgesamt 2.319 Teilnehmer gefördert. Das festgelegte Ziel wurde voll erfüllt.
Vorhabensbereich: Wissens- und Know-how-Transfer
Der Positivtrend hinsichtlich Effektivität, Effizienz und Wirkung der Förderung konnte
sich auch im Jahr 2014 fortsetzen.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
84
Im Jahr 2014 sind 207 Promotionsvorhaben/-stipendien beendet worden. Der überwie-
gende Teil dieser Promovenden konnte die Arbeiten an ihrer Dissertationsschrift bereits
abschließen und die Eröffnung des Promotionsverfahrens beantragen.
Die Anzahl der abgeschlossenen Dissertationsvorhaben nimmt stetig zu, im Jahr 2014
sind im SMWK 14 Dissertationsschriften eingegangen.
Die Promotionsförderung trägt dazu bei, die Zahl der Promotionen in für die sächsische
Wirtschaft relevanten Wissenschaftszweigen zu erhöhen, insbesondere vor dem Hinter-
grund, dass überwiegend Promotionsvorhaben in den Fächergruppen Mathematik, Na-
turwissenschaften mit ESF-Mitteln gefördert werden. Die Nachfrage nach Förderung war
2014 insgesamt weiterhin hoch und konnte durch die Übertragung von zusätzlichen Mit-
teln anderer Ressorts teilweise gedeckt werden. Zum Stichtag 31. Dezember 2014 wa-
ren 978 Vorhaben (davon 534 Promotionen) mit einem Gesamt-Fördervolumen von ca.
185,0 Mio. EUR bewilligt.
Weitere Anträge oder Antragsskizzen, insbesondere für planmäßige Verlängerungen
(degressive Förderung) bestehender Projekte wiesen darüber hinaus insbesondere für
strukturschaffende Hochschulprojekte auf weiteren Förderbedarf hin. Die starke Nach-
frage nach der ESF-Förderung für Hochschulen im Freistaat Sachsen ist Beleg dafür,
dass die analysierten Handlungsoptionen „Wissens- und Know-How-Transfer“ und „Ver-
besserung der Leistungsfähigkeit der Hochschulen“ den Bedarf der sächsischen Hoch-
schulen deutlich und treffend widerspiegeln. Hinsichtlich der Bewertung der finanziellen
Ausgabenerklärung per 31. Dezember 2014 für alle Vorhabenbereiche der Richtlinie
ESF Hochschule und Forschung einschließlich Prioritätsachse E beliefen sich Ende
2014 die bewilligten Mittel auf rund 99 % und die ausgezahlten Mittel auf rund 70 % der
zur Verfügung stehenden Mittel.
Nachwuchsforschergruppen:
Bis 31. Dezember 2014 wurden Förderungen für 98 Nachwuchsforschergruppen mit
einem Gesamtfördervolumen von ca. 98 Mio. EUR an sächsischen Hochschulen ausge-
sprochen. Die Vorhaben sind per 31. Dezember 2014 abgeschlossen worden. Eine Viel-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
85
zahl von Nachwuchsforschern promoviert auch im Rahmen der wissenschaftlichen Ge-
meinschaftsarbeit. Nach den Erfahrungen der letzten Jahre beträgt die Quote etwa 30 -
40 %.
Landesinnovationspromotionen:
Für 178 Promovenden wurden bis zum 31. Dezember 2014 Förderungen ausgespro-
chen. Alle Vorhaben wurden bereits beendet.
Kooperative Promotionen:
Im Rahmen eines kooperativen Promotionsverfahrens erhalten unter den Vorausset-
zungen des Sächsischen Hochschulfreiheitsgesetzes exzellente Fachhochschulabsol-
venten die Gelegenheit zur Promotion und werden gefördert. Bis Ende 2014 wurden 89
Promovenden (Fachhochschulabsolventen) gefördert und zum 31. Dezember 2014 ab-
geschlossen.
Vorhabensbereich: Stärkung Leistungsfähigkeit der Hochschulen (Berufsakademien)
Anpassungsqualifikationen:
Die Förderung für das zweite von zwei Vorhaben endete regulär zum 31. Dezember
2013. Die Endverwendungsnachweisprüfung ist noch nicht abgeschlossen; es wird der-
zeit jedoch eingeschätzt, dass das Vorhaben ohne ESF-Förderung fortgesetzt wird bzw.
die Inhalte weitergenutzt werden. Beide Vorhaben sind sehr erfolgreich etabliert worden
und decken den Gesamtbedarf der Sächsischen Hochschulen und Studienakademien in
diesem Fördergegenstand.
Ausbilderqualifizierungen:
Maßnahmen dienen der Qualitätssteigerung der Ausbildung im dualen System der
Berufsakademie Sachsen (BA) durch Qualifizierung der an der dualen Ausbildung (BA-
Studium) beteiligten Praxisbetriebe. 2010 wurde ein sachsenweites Großvorhaben be-
willigt, dass die Staatliche Studienakademie Leipzig federführend unter Beteiligung der
anderen sechs staatlichen Studienakademien umsetzt.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
86
Dieses Vorhaben wurde mit einem Fördersatz von 100 % zum 31. Dezember 2013 regu-
lär beendet und wurde zur Sicherung der dauerhaften Implementierung in den BA-
Betrieb bis zum 31. Dezember 2014 mit einem Fördersatz von 75 % weitergeführt. Das
Vorhaben deckt den gesamten Bedarf.
Vorhabensbereich: Stärkung Leistungsfähigkeit der Hochschulen (postgraduale Studi-
engänge, Forschung und Innovation)
Industriepromotionen:
54 Promotionsvorhaben wurden bis zum 31. Dezember 2013 bewilligt. Es handelt sich
um mehrjährige Vorhaben von denen nunmehr bis zum Jahresende 2014 alle abge-
schlossen wurden.
Vorhaben zur Vereinbarkeit von Familie und wissenschaftlicher Karriere:
48 Akademiker konnten bis zum 31. Dezember 2014 die Fortsetzung der Promotions-
oder Habilitationsphase an sächsischen Universitäten nach familienbedingter Unterbre-
chung gefördert werden. Ca. 3,00 Mio. EUR sind damit in diesem Fördergegenstand
gebunden worden. Es handelt sich in der Regel um mehrjährige Vorhaben, wobei nun-
mehr alle Vorhaben als abgeschlossen gelten.
Career Services:
Bis zum 31. Dezember 2014 wurde der Auf- und Ausbau von zwölf Career Services mit
ca. 12,31 Mio. EUR gefördert. Es handelt sich um mehrjährige Großprojekte, die der
Schaffung von nachhaltigen Strukturen an sächsischen Hochschulen dienen und die
Planung und Gestaltung der weiteren Karriere akademischer Nachwuchskräfte und die
Verbesserung des Übergangs vom Studium zur Beschäftigung verfolgen und dabei den
Bedarf der regionalen Wirtschaft nach Fachkräften aufgreifen. Die Förderrichtlinie sah
vor, dass eine Verlängerung der Vorhaben bei degressiver Förderung möglich ist. Diese
Optionen nahmen mehrere Hochschulen wahr. Zwei Projekte endeten zum 31. Juli 2013
und beantragten keine Verlängerung. Die betreffenden Hochschulen haben die Ergeb-
nisse der Projekte jedoch in abgestimmten Maßnahmen aufgegriffen und weiter nutzbar
gemacht. Die verbliebenen zehn Projekte liefen bis spätestens 30. Dezember 2014 mit
Fördersätzen zwischen 40 und 80 % aus. Es wird erwartet, dass weiterhin alle Hoch-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
87
schulen von der Möglichkeit Gebrauch machen die in dieser Förderperiode entwickelten
Angebote zur Optimierung des Übergangs vom Studium zum Beruf weiter auszubauen
und bestehende Strukturen in geeigneter Weise zusammenzuführen.
Mentoringnetzwerke:
Bei den insgesamt fünfzehn Projekten handelte es sich um mehrjährige Maßnahmen die
spätestens zum 31. Dezember 2014 vollständig abgeschlossen waren. Der Bedarf ist
gedeckt. Es wird erwartet, dass alle Zuwendungsempfänger von der Möglichkeit Ge-
brauch machen und bestehende Strukturen zukünftig in geeigneter Weise insbesondere
mit den ebenfalls geförderten Career Service zusammenführen. Über den Zeitraum der
Förder-periode betrug die Gesamtförderhöhe für die Projekte ca. 4,90 Mio. EUR in die-
sem Fördergegenstand.
Kompetenzschulen:
Bis zum 31. Dezember 2014 wurden zehn mehrjährige Vorhaben mit einem Fördervo-
lumen von ca. 3,96 Mio. EUR bewilligt. Die Vorhaben endeten spätestens zum 31. De-
zember 2014.
B. Angaben über die Wirkungen der Förderung der Chancengleichheit von
Männern und Frauen (gegebenenfalls)
Vorhabensbereich: Berufs- und Studienorientierung, Verbesserung des Schulerfolgs
Zu den Projekten ist Mädchen wie Jungen der gleiche Zugang zu gewähren. Für die
Projekte der Berufs- und Studienorientierung gelten überdies die Qualitätskriterien zur
Berufs- und Studienorientierung. Die Projekte der Berufs- und Studienorientierung müs-
sen dabei der Heterogenität der Teilnehmer gerecht werden und diese nicht bloß tolerie-
ren, sondern die vorhandenen Unterschiede zum Vorteil aller Schüler nutzbar machen.
Dabei werden die Ansätze des Gender Mainstreamings und des Intercultural
Mainstreamings vereint.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
88
Vorhabensbereich: Freiwilliges Soziales Jahr, Projekte für Schulverweigerer / Schulso-
zialarbeit, Produktionsschulen
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern so-
wie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Her-
kunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer se-
xuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind.
Die Projekte förderten insbesondere die Wiedereingliederung von benachteiligten Jun-
gen, da diese einen höheren Anteil der Schulverweigerer darstellten.
Vorhabensbereich: Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ)
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern so-
wie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Her-
kunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer se-
xuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind. Ein
Freiwilliges Ökologisches Jahr wird erfahrungsgemäß eher von jungen Frauen ab-
solviert als von jungen Männern.
Vorhabensbereich
:
Berufsorientierung und -vorbereitung
In der Richtlinie ist festgelegt, dass bei allen Maßnahmen der gleichberechtigte Zugang
von Frauen und Männern gewährleistet und bei der inhaltlichen Gestaltung den Unter-
schieden der Geschlechter Rechnung getragen wird. Das geschlechtsstereotypische
Berufswahlverhalten ist zu berücksichtigen und mit geeigneten Maßnahmen soll das
Interesse auch für atypische Berufe geweckt werden. Anhand der geförderten Teilneh-
merzahlen zeigt sich ein ausgewogenes Verhältnis zwischen männlichen und weiblichen
Teilnehmern.
Vorhabensbereich: Chancengleichheit: Verbesserung der Berufswahlkompetenz
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern so-
wie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Her-
kunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer se-
xuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind. Die

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
89
durchgeführten Projekte zeigten besonders Mädchen in strukturschwachen ländlichen
Gebieten neue Beschäftigungsmöglichkeiten auf.
Vorhabensbereich: Förderung betriebliche/betriebsnaher Ausbildung (einschließlich
Land- und Forstwirtschaft)
In der Richtlinie ist festgelegt, dass Männer und Frauen auf Grundlage des Rechts auf
Gleichbehandlung den gleichen Zugang zu den Maßnahmen und Programmen haben.
Alle Vorhaben sind so zu realisieren, dass die chancengleiche Teilhabe von Frauen und
Männern zur Umsetzung der Chancengleichheitsziele des OP gesichert wird. Die Förde-
rung soll insbesondere auch dazu beitragen, dass Frauen und Männer die gleichen
Chancen für existenzsichernde Arbeit am Arbeitsmarkt erhalten, dass die Vereinbarkeit
von Familie und Beruf verbessert wird und geschlechtsstereotype Berufs- und Karriere-
muster überwunden werden. Bisher sind keine Tatsachen bekannt, die im Vorhabensbe-
reich „betriebliche und betriebsnahe Ausbildung“ Benachteiligungen hinsichtlich der
Chancengleichheit von Männern und Frauen vermuten lassen. Grundsätzlich sind alle
Ausbildungsplätze geschlechtsneutral zugänglich. In die Fördermaßnahmen für zusätzli-
che betriebsnahe Ausbildungsplätze mündeten überproportional männliche Jugendliche.
Gründe liegen in der insgesamt höheren Zahl männlicher Ausbildungsplatzbewerber in
Sachsen seit dem Jahr 2000. Zusätzlich ist die Gefährdung eines erfolgreichen Einmün-
dens in den ersten Arbeitsmarkt durch schlechtere Schulabschlüsse und geringe Mobili-
tät bei männlichen Jugendlichen deutlich erhöht. Die Fördervorhaben unterstützen ins-
gesamt einen chancengleichen Zugang zu einer anerkannten Berufsausbildung, indem
die Zugangskriterien vorrangig an den individuellen Problemlagen und der daraus resul-
tierenden Benachteiligung am Arbeitsmarkt orientiert sind sowie stärker benachteiligte
Gruppen wie männliche Jugendliche mit schlechterem Schulabschluss in größerem
Ausmaß partizipieren.
Vorhabensbereich: Zusatzqualifikation für Berufsfachschüler
Es wird bei allen Maßnahmen zwingend vorausgesetzt, dass der gleichberechtigte Zu-
gang von Frauen und Männern gewährleistet und bei der inhaltlichen Ausgestaltung den
Unterschieden der Geschlechter Rechnung getragen wird.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
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Vorhabensbereich: Personal- und Qualitätssicherung im Gesundheits- und Sozialbe-
reich zur Steigerung der Beschäftigungsfähigkeit der Schüler/innen
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern so-
wie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Her-
kunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer se-
xuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind. Die
geförderten Maßnahmen wurden von deutlich mehr Frauen als Männern angenommen.
Vorhabensbereich: Wissens- und Know-how-Transfer, Vorhabensbereich: Stärkung
Leistungsfähigkeit der Hochschulen (Berufsakademien), Vorhabensbereich: Stärkung
Leistungsfähigkeit der Hochschulen (postgraduale Studiengänge, Forschung und Inno-
vation)
Im Rahmen der ESF-Richtlinie Hochschule und Forschung ist keine positive Diskriminie-
rung von Frauen oder Männern vorgesehen. Weibliche Studierende, Promovierende und
akademische Nachwuchskräfte sind ebenso Endbegünstigte der geplanten Vorhaben
wie ihre männlichen Kommilitonen und Kollegen. Zielgruppe von Mentoringnetzwerken
sind sowohl weibliche als auch männliche Mentees. Die Förderung von Promotionsvor-
haben, die der Fortsetzung der oder dem Eintritt in die Promotionsphase nach familien-
bedingter Unterbrechung der wissenschaftlichen Tätigkeit dient, ist gleichermaßen für
Männer und Frauen möglich.
C. Analyse der Verwendung der Fonds gemäß Artikel 34 Absatz 2 der Verord-
nung (EG) Nr. 1083/2006 verwendet wurde. Für ESF-Programme sind die An-
gaben gemäß Artikel 10 der Verordnung (EG) 1081/2006 zu liefern.
a) Durchgängige Berücksichtigung des Gleichstellungsaspekts sowie etwaiger ge-
schlechtsspezifischer Aktionen;
b) Aktionen zur Förderung der Teilnahme von Migranten am Erwerbsleben und
dadurch zur Förderung ihrer sozialen Eingliederung;
c) Aktionen zur Förderung der Integration von Minderheiten ins Erwerbsleben und
dadurch Förderung ihrer sozialen Eingliederung;

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
91
d) Aktionen zur Förderung der Integration anderer benachteiligter Gruppen, ein-
schließlich Menschen mit Behinderungen, ins Erwerbsleben und zur Förderung ih-
rer sozialen Eingliederung;
e) Innovative Maßnahmen, einschließlich einer Darlegung der Themen und der Er-
gebnisse sowie der Verbreitung und durchgängigen Berücksichtigung;
f)
Transnationale und/oder interregionale Aktionen.
Vorhabensbereich: Berufs- und Studienorientierung, Verbesserung des Schulerfolgs
Zu den Projekten ist Mädchen wie Jungen der gleiche Zugang zu gewähren. Für die
Projekte der Berufs- und Studienorientierung gelten überdies die Qualitätskriterien zur
Berufs- und Studienorientierung. Die Projekte der Berufs- und Studienorientierung müs-
sen dabei der Heterogenität der Teilnehmer gerecht werden und diese nicht bloß tolerie-
ren, sondern die vorhandenen Unterschiede zum Vorteil aller Schüler nutzbar machen.
Dabei werden die Ansätze des Gender Mainstreamings und des Intercultural
Mainstreamings vereint. Dadurch sollen die Schüler die vorhandene Vielfältigkeit positiv
wahrnehmen und erleben, beispielsweise durch Gruppenarbeiten, in denen jeder seine
individuellen Stärken zum Vorteil der Gruppe einbringen kann.
Vorhabensbereich: Freiwilliges Soziales Jahr, Projekte für Schulverweigerer / Schulso-
zialarbeit, Produktionsschulen
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern so-
wie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Her-
kunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer se-
xuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind.
a)
Die Projekte fördern insbesondere die Wiedereingliederung von benachteiligten
Jungen, da diese Gruppe einen besonders hohen Anteil an den Schulverweige-
rern darstellt. Im Jahr 2014 waren etwa 56 % der geförderten Teilnehmer in die-
sem Vorhabensbereich männlich.
b)
Migranten wurden in diesem Bereich nicht gesondert erfasst
c)
Auf der programmatischen Ebene wurden keine Fördergegenstände implemen-
tiert, die ausschließlich die Förderung von Aktionen der Integration von Minder-
heiten zum Ziel haben. Da die sozioökonomische Auswertung der SAB keine Da-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
92
ten zu Minderheiten enthält, kann der Anteil der geförderten Teilnehmenden, die
den Status einer Minderheitenangehörigkeit besitzen in allen Förderbereichen
(Querschnitt) nicht benannt werden.
d)
Im Bereich Innovative Vorhaben zur Intervention bei Schuldistanz wurden 395
Jugendliche ohne Schulabschluss (w = 129, m = 266) gefördert. Im Bereich Sozi-
alpädagogische Vorhaben zur Kompetenzentwicklung von Schülerinnen und
Schülern konnten 4.377 Jugendliche ohne Schulabschluss (w = 1844, m = 2533)
erreicht werden. Im Jahr 2014 konnten 871 benachteiligten Jugendlichen (w =
319, m = 552) im Bereich der Produktionsschulen eine Chance auf soziale In-
tegration und ein eigenständiges, selbstbestimmtes Leben geben.
e)
Im Bereich von Projekten mit Schulverweigerern werden innovative Vorhaben zur
Intervention bei Schuldistanz und Produktionsschulen gefördert. Insgesamt wur-
den dafür rund 14,7 Mio. EUR EU-Mittel bewilligt.
Vorhabensbereich: Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ)
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern so-
wie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Her-
kunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer se-
xuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind.
a)
Im Jahr 2014 waren etwa 60 % der geförderten Teilnehmer in diesem Vorhaben-
bereich weiblich.
b)
Migranten wurden in diesem Bereich nicht gesondert erfasst.
c)
Auf der programmatischen Ebene wurden keine Fördergegenstände implemen-
tiert, die ausschließlich die Förderung von Aktionen der Integration von Minder-
heiten zum Ziel haben. Da die sozioökonomische Auswertung der SAB keine Da-
ten zu Minderheiten enthält, kann der Anteil der geförderten Teilnehmenden, die
den Status einer Minderheitenangehörigkeit besitzen in allen Förderbereichen
(Querschnitt) nicht benannt werden.
d)
Im diesem Bereich wurden vier weibliche Jugendliche ohne Schulabschluss ge-
fördert.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
93
Vorhabensbereich
:
Berufsorientierung und -vorbereitung
a)
vgl. Ausführungen zur Chancengleichheit
b)
bis e) nicht zutreffend
h) Berufsorientierungsprojekte mit transnationaler bzw. interregionaler Ausrichtung
wurden bislang nicht gefördert.
Vorhabensbereich: Chancengleichheit: Verbesserung der Berufswahlkompetenz
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern so-
wie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Her-
kunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer se-
xuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind.
a)
Die durchgeführten Projekte zeigen besonders Mädchen in strukturschwachen
ländlichen Gebieten neue Beschäftigungsmöglichkeiten auf. Im Jahr 2014 waren
rund 94 % der geförderten Teilnehmer in diesem Vorhabensbereich weiblich.
b)
Migranten wurden in diesem Bereich nicht gesondert erfasst.
c)
Auf der programmatischen Ebene wurden keine Fördergegenstände implemen-
tiert, die die Förderung von Aktionen der Integration von Minderheiten zum Ziel
haben. Da die sozioökonomische Auswertung der SAB keine Daten zu Minderhei-
ten enthält, kann der Anteil der geförderten Teilnehmenden, die den Status einer
Minderheitenangehörigkeit besitzen in allen Förderbereichen (Querschnitt) nicht
benannt werden.
d)
In diesem Bereich wurden 235 Jugendliche ohne Schulabschluss (w = 220, m =
15) gefördert.
Vorhabensbereich: Förderung betriebliche/betriebsnaher Ausbildung (einschließlich
Land- und Forstwirtschaft)
a)
Die Förderung betriebsnaher zusätzlicher Ausbildungsplätze wird überproportional
von männlichen Jugendlichen genutzt. Die Gefährdung eines erfolgreichen Ein-
mündens in den ersten Arbeitsmarkt durch schlechte Schulabschlüsse und geringe
Mobilität ist bei männlichen Jugendlichen deutlich erhöht. Die Fördervorhaben un-
terstützen für diese Zielgruppe einen chancengleichen Zugang zu einer anerkann-
ten Berufsausbildung.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
94
siehe auch Ausführungen zur Chancengleichheit
d) Die zusätzlichen betriebsnahen Ausbildungsplätze werden durch marktbenachtei-
ligte oder individuell benachteiligte Jugendliche genutzt. Die Chancen einer Ein-
mündung in den ersten Arbeitsmarkt werden durch einen anerkannten Berufsab-
schluss deutlich gesteigert. Seit 2011 wird zudem gezielt der Zugang von Jugend-
lichen mit schlechteren Ausgangsbedingungen in betriebliche Ausbildungsverhält-
nisse unterstützt (vgl. Abschnitt e). Dies ist nach den Ergebnissen einer Studie der
effektivste Weg für die nachhaltige Integration benachteiligter Jugendlicher in den
ersten Arbeitsmarkt.
e) Der Vorhabensbereich der betrieblichen und betriebsnahen Ausbildung bietet die
Möglichkeit für die Umsetzung innovativer Vorhaben in der Berufsnachwuchssiche-
rung sowie Ausbildung. Zudem wurde im Jahr 2011 ein Ideenwettbewerb hinsicht-
lich der Förderung der betrieblichen Ausbildung für Jugendliche mit schlechteren
Startchancen initiiert. Inzwischen konnten 13 Projekte mit einem Fördervolumen
von 5 Mio. EUR bewilligt werden. Eine Übernahme erfolgreicher Ansätze in die
Regelförderung ist für den Förderzeitraum 2014-2020 geplant.
f) Transnationale Maßnahmen für Jugendliche in der beruflichen Erstausbildung
werden in dem Berichtsteil zur Prioritätsachse E dargestellt
Vorhabensbereich: Zusatzqualifikation für Berufsfachschüler
Es wird bei allen Maßnahmen zwingend vorausgesetzt, dass der gleichberechtigte Zu-
gang von Frauen und Männern gewährleistet und bei der inhaltlichen Ausgestaltung den
Unterschieden der Geschlechter ausreichend Rechnung getragen wird. Die Projekte
sind für Migranten und Minderheiten ebenfalls in gleichem Maße offen.
Vorhabensbereich: Personal- und Qualitätssicherung im Gesundheits- und Sozialbe-
reich zur Steigerung der Beschäftigungsfähigkeit der Schüler/innen
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern so-
wie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Her-
kunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer se-
xuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
95
a)
Im Jahr 2014 waren 85 % der geförderten Teilnehmer in diesem Vorhabensbe-
reich weiblich.
b)
Migranten wurden in diesem Bereich nicht gesondert erfasst.
c)
Auf der programmatischen Ebene wurden keine Fördergegenstände implemen-
tiert, die ausschließlich die Förderung von Aktionen der Integration von Minder-
heiten zum Ziel haben. Da die sozioökonomische Auswertung der SAB keine Da-
ten zu Minderheiten enthält, kann der Anteil der geförderten Teilnehmenden, die
den Status einer Minderheitenangehörigkeit besitzen in allen Förderbereichen
(Querschnitt) nicht benannt werden.
d)
In diesem Bereich wurden im Jahr 2014 keine Jugendlichen ohne Schulabschluss
gefördert.
Vorhabensbereich: Wissens- und Know-how-Transfer, Vorhabensbereich: Stärkung
Leistungsfähigkeit der Hochschulen (Berufsakademien), Vorhabensbereich: Stärkung
Leistungsfähigkeit der Hochschulen (postgraduale Studiengänge, Forschung und Inno-
vation)
Die Integration von Minderheiten wird gewährleistet, obwohl im Rahmen der ESF-
Richtlinie Hochschule und Forschung keine positive Diskriminierung sorbischer Angele-
genheiten vorgesehen ist. Vielmehr richtet sich das Programm sowohl an sorbische und
deutsche Bürger des Freistaates Sachsen gleichermaßen. Sorbische Studierende, Pro-
movierende und akademische Nachwuchskräfte sind ebenso Endbegünstigte der ge-
planten Vorhaben wie ihre deutschen Kommilitonen und Kollegen. Da bisher seitens der
SAB keine Auswertung der sozioökonomischen Daten vorliegt, kann der Anteil der ge-
förderten Teilnehmenden, die dem Status einer Minderheitenangehörigkeit besitzen in
allen Förderbereichen (Querschnitt) nicht benannt werden.
3.2.2 Wesentliche aufgetretene Probleme und getroffene Abhilfemaßnahmen
Es wird auf die Ausführungen unter Nr. 2.3 verwiesen.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
96
3.3 Prioritätsachse C - Verbesserung des Zugangs zu Beschäftigung sowie der
sozialen Eingliederung von benachteiligten Personen
3.3.1 Ergebnisse und Fortschrittsanalyse
Materielle und finanzielle Fortschritte der Prioritätsachse C
Tabelle 18: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse C
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)
* Angaben lt. OP, eine Aufschlüsselung nach Geschlecht ist nicht vorgesehen
Indikatoren*
Art 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Indikator 16 –
Ergebnisindikator
Geförderte Teilnehmer sind
ein Jahr nach Ende der
Förderung beschäftigt
Ergebnis
70 %
61 %
Zielvorgabe:
50 %
Indikator 17 –
Outputindikator
Geförderte arbeitslose
benachteiligte Personen
(z.B. Langzeitarbeitslose)
Ergebnis 0 29 1.684 3.909 6.219 8.599 12.262 14.334
Zielvorgabe:
16.929
Indikator 18 –
Ergebnisindikator
Anteil der Personen, die
gegründet haben und zwei
Jahre später noch selb-
ständig sind
Ergebnis
65 %
89 %
Zielvorgabe:
65 %
Indikator 18a –
Ergebnisindikator
Anteil der Teilnehmer, die
gegründet oder eine sv-
pflichtige Beschäftigung
aufgenommen haben
Ergebnis
86 %
Zielvorgabe:
50 %
Indikator 19 –
Outputindikator
Geförderte Gründer und
Teilnehmer aus der Arbeits-
losigkeit
Ergebnis 0 0 556 1.130 2.101 2.180 2.411 2.411
Zielvorgabe:
2.409
Indikator 21 –
Outputindikator
Aktivierte / geförderte
Langzeitarbeitslose und
schwer Vermittelbare
Ergebnis 0 0 2.516 11.272 21.278 27.933 33.320 39.210
Zielvorgabe:
40.143

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
97
Tabelle 19: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse C
(Status: bewilligt)
* Angaben lt. OP, eine Aufschlüsselung nach Geschlecht ist nicht vorgesehen
Indikatoren*
Art 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Indikator 16 –
Ergebnisindikator
Geförderte Teilnehmer sind
ein Jahr nach Ende der
Förderung beschäftigt
Ergebnis
Zielvorgabe:
50 %
Indikator 17 –
Outputindikator
Geförderte arbeitslose
benachteiligte Personen
(z.B. Langzeitarbeitslose)
Ergebnis 947 11.416 16.113 19.209 20.344 21.859 23.181 23.192
Zielvorgabe:
16.929
Indikator 18 –
Ergebnisindikator
Anteil der Personen, die
gegründet haben und zwei
Jahre später noch selb-
ständig sind
Ergebnis
Zielvorgabe:
65 %
Indikator 18a –
Ergebnisindikator
Anteil der Teilnehmer, die
gegründet oder eine sv-
pflichtige Beschäftigung
aufgenommen haben
Ergebnis
Zielvorgabe:
50 %
Indikator 19 –
Outputindikator
Geförderte Gründer und
Teilnehmer aus der Arbeits-
losigkeit
Ergebnis 0 768 1.537 2.491 2.491 2.491 2.491 2.491
Zielvorgabe:
2.409
Indikator 21 –
Outputindikator
Aktivierte / geförderte
Langzeitarbeitslose und
schwer Vermittelbare
Ergebnis 570 12.900 21.330 26.737 32.191 38.136 41.889 42.176
Zielvorgabe:
40.143

image
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
98
Tabelle 20: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse C
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)

image
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
99
Tabelle 21: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse C
(Status: bewilligt)

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
100
Qualitative Analyse
A. Analyse der Ergebnisse anhand der finanziellen Angaben (Nummer 2.1.2),
der materiellen Indikatoren (Nummer 3.1.1) und sonstiger relevanter Angaben
Vorhabensbereich: Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Mit dem Vorhabensbereich soll der Transport von Schülern der Klassenstufen 5 und 6
gefördert werden, der dazu dient, dass die Schüler zusätzliche Ganztagsangebote der
Schulen wahrnehmen können, die über die eigentliche Unterrichtszeit hinausgehen.
Dadurch soll erreicht werden, dass die Personensorgeberechtigten Beruf und Familie
besser miteinander vereinbaren können. Bis zum 31. August 2014 wurden ca. 128
TEUR (davon 120 TEUR EU-Mittel und 8 TEUR öffentliche Mittel) erklärt. Darüber hin-
ausgehende Bewilligungen wurden nicht vorgenommen. Damit bleiben die Auszahlun-
gen in diesem Bereich deutlich hinter den ursprünglichen Planungen zurück. Geschuldet
ist dieser Umstand der Tatsache, dass die Träger der Schülerbeförderung zwischenzeit-
lich den Schülertransport mit eigenen Mitteln so organisiert haben, dass das Förderziel
bereits ohne den Einsatz von Mitteln aus dem ESF weitestgehend erreicht wurde. Der
Fördergegenstand wurde daher im Jahr 2011 eingestellt.
Vorhabensbereich: Chancengleichheit: Qualifizierungsmaßnahmen für arbeitslose Per-
sonen
Die Vorhaben sollen Kenntnisse und Fähigkeiten zur Erhöhung der Chancen des Wie-
dereinstiegs auf dem Arbeitsmarkt nach der Elternzeit vermitteln und Kontakte zur Ar-
beitswelt erhalten. Einen weiteren Fördergegenstand bildet die Qualifizierung von ar-
beitslosen Frauen in zukunftsträchtigen Berufen sowie von Berufsrückkehrerinnen und
Berufsrückkehrern. Die Qualifizierungen sollen die Chancen der Teilnehmer auf eine
Wiedereinstellung am ersten Arbeitsmarkt erhöhen. Im Zuge der Auswertung der Er-
gebnisse des Auswahlverfahrens wurde im Vorhabensbereich „Qualifizierungsvorhaben
für arbeitslose Personen – Qualifizierung von arbeitslosen Frauen in zukunftsträchtigen
Berufen und Qualifizierung von Berufsrückkehrern“ eine Stichtagsregelung eingeführt.
Die Förderung in diesem Vorhabensbereich wurde zur besseren Charakterisierung des
Merkmals der Zukunftsträchtigkeit auf Schwerpunkte konzentriert, bei denen sich grund-
sätzlich ein zukünftiger Bedarf an Arbeitskräften abzeichnet. Im Jahr 2014 wurden keine

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
101
Neubewilligungen mehr ausgerichtet. In der kumulierten Ausgabenbescheinigung zum
31. August 2014 (Zahlungsantrag vom 29. Oktober 2014) wurden etwa 26,7 Mio. EUR
gemeldet. Zum Stand 31. Dezember 2014 betrug die Mittelbindung in diesem Bereich
rund 21,2 Mio. EUR EU-Mittel. Damit wurde die Vorhabensbereichsplanung von 21,4
Mio. EUR EU-Mittel ausgeschöpft. Von 282 bewilligten Projekten befanden sich 278
Projekte in der Verwendungsnachweisprüfung (35) bzw. im Status „abschließend ge-
prüft“ (243). Im Vergleich mit dem Vorjahr hat sich die Zahl der abschließend geprüften
Verwendungsnachweise damit um 48 Projekte erhöht. In diesem Bereich wurden insge-
samt 3.746 Teilnehmer gefördert. Das festgelegte Ziel, 3.681 arbeitslose benachteiligte
Personen zu fördern, wurde damit erfüllt.
Vorhabensbereich: Qualifizierung für Menschen mit Migrationshintergrund
Bei den geförderten Projekten handelt es sich um spezielle Anpassungslehrgänge für
medizinisches Personal aus Drittländern, um Sprachkurse für Ärztinnen und Ärzte, so-
wie Zahnärztinnen und Zahnärzte aus Drittländern und Qualifizierungsvorhaben für
Menschen mit Migrationshintergrund (QSA). Aufgrund mangelnder Antragszahlen wurde
bereits 2010 der Fördervollzug zu den speziellen Anpassungslehrgängen für medizini-
sches Personal aus Drittländern sowie für die Sprachkurse außer Kraft gesetzt. Zur Ko-
ordinierung des Antragsaufkommens wurden im Bereich der QSA zwei jährliche Stichta-
ge eingeführt. Seit dem Oktoberstichtag 2011 können auch Projekte, die es den Teil-
nehmern ermöglichen, die Anerkennung eines Abschlusses zu erreichen, mit einer
Laufzeit von bis zu 24 Monaten gefördert werden. In der kumulierten Ausgabenbeschei-
nigung zum 31. August 2014 (Zahlungsantrag vom 29. Oktober 2014) wurden 19,7 Mio.
EUR EU-Mittel gemeldet. Zum Stand 31. Dezember 2014 betrug die Mittelbindung in
diesem Bereich rund 16,8 Mio. EUR EU-Mittel. Dies entspricht der Vorhabensbereichs-
planung von insgesamt 16,9 Mio. EUR EU-Mittel für den Förderzeitraum 2007-2013.
Von 159 bewilligten Projekten befanden sich 152 Projekte in der Verwendungsnachwei-
sprüfung (32) bzw. im Status „abschließend geprüft“ (120). Im Vergleich zum Vorjahr hat
sich die Zahl der abschließend geprüften Verwendungsnachweise damit um 23 Projekte
erhöht. In diesem Bereich wurden insgesamt 2.356 Teilnehmer gefördert. Das festgeleg-
te Ziel, 2.300 Teilnehmer zu erreichen, wurde damit erfüllt.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
102
Vorhabensbereich: Qualifizierung für Arbeitslose
Beim Programm Qualifizierung für Arbeitslose II (QAB II) haben die zugewiesenen Teil-
nehmer mehrjährige Qualifizierungen durchlaufen und werden diese entsprechend der
individuell abgestimmten Curricula und Förderpläne und je nach Zuweisungszeitpunkt
bis spätestens 2015 mit einem anerkannten Berufsabschluss oder arbeitsmarktrelevan-
ter Teilqualifikation abschließen. Bis zum 31. Dezember 2014 haben bereits 1.818 Teil-
nehmer das Programm erfolgreich beendet (1.432 vollwertige Berufsabschlüsse und
386 Teilqualifikationen). 58 Personen befinden sich noch in der Qualifizierungsphase. In
das ebenfalls bis 2015 laufende Modellprogramm QAB dual mit einer stärkeren Beto-
nung der betrieblichen Anbindung der Qualifizierung wurden seit 2011 ca. 760 Teilneh-
mer aufgenommen. Geplant war ein Übergang von 50 % der Teilnehmer nach abge-
schlossener Berufsfindungsphase in eine reguläre Ausbildung bzw. betriebliche Um-
schulung bei Unternehmen. Die tatsächliche Einmündung in betriebliche Umschulung
erfolgte jedoch auf niedrigerem Niveau. Zum 31. Dezember 2014 haben 102 Teilnehmer
das Programm erfolgreich beendet (95 vollwertige Berufsabschlüsse und 7 Teilab-
schlüsse) und es befanden sich noch ca. 33 Teilnehmer in betrieblicher Vorbereitung auf
einen Berufsabschluss. Die Teilnehmenden und die Unternehmen werden bei der
Durchführung der Qualifizierung z.B. mit Stützunterricht und Beratung begleitet. Zusätz-
lich zur Qualifizierung von Arbeitslosen zu einem anerkannten Berufsabschluss wurde
ab dem Jahr 2012 die Möglichkeit zur Förderung von kürzer angelegten bedarfsorientie-
ren Qualifizierungsprojekten für Arbeitslose geschaffen. Die Förderung dieser Projekte
soll sich an der regionalen Arbeitsmarktsituation und am Bedarf der regionalen Wirt-
schaft orientieren und zielt darauf ab, die Arbeitsmarktchancen von Arbeitslosen zu ver-
bessern. Sie integriert die bislang in diesem Bereich geförderten Qualifizierungsprojekte
für ältere Arbeitslose. Ältere Personen können an allen bestehenden Fördermöglichkei-
ten gleichberechtigt partizipieren. Durch Rückflüsse aus anderen Projekten wurden in
2013 in diesem Bereich verstärkt Projekte umgesetzt. Per 31. Dezember 2014 waren für
diese Projekte 9,6 Mio. EUR für 1.406 Teilnehmer bewilligt. Als weiteres Instrument im
Bereich der Qualifizierung von Arbeitslosen wird seit 2012 der Weiterbildungsscheck
Sachsen für Arbeitslose ohne Anspruch auf Leistungen nach dem SGB III, SGB II
(Nichtleistungsempfänger) umgesetzt. Damit soll auch diesem Personenkreis, der in der
Regel keine Weiterbildungsförderung durch die Arbeitsverwaltung erhält, ein individuel-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
103
ler Zugang zu geförderter Weiterbildung ermöglicht werden. Gefördert werden bis zu 80
% der Weiterbildungskosten, wenn die Kosten der Weiterbildung mindestens 650 EUR
betragen. Die Inanspruchnahme ist jedoch weiterhin verhalten, bislang wurden in die-
sem Bereich 0,26 Mio. EUR für 100 Personen bewilligt.
Vorhabensbereich: Qualifizierung für arbeitslose Ältere
Die Neubewilligung von Projekten zur Qualifizierung von arbeitslosen Älteren wurde im
Jahr 2010 beendet. Insgesamt wurden für diesen Fördergegenstand 23 Projekte mit ei-
nem Fördervolumen von 5,97 Mio. EUR bewilligt und 3.052 Teilnehmer gefördert. Für
die Qualifizierung von Älteren steht seit 2012 der Vorhabensbereich „Qualifizierung von
Arbeitslosen“ zur Verfügung.
Vorhabensbereich: Arbeitsmarktförderung (Einstellung von Benachteiligten)
Die Förderung der Einstellung von Benachteiligten wurde im Ergebnis der begleitenden
Evaluierung im Jahr 2010 eingestellt. Insgesamt erfolgten im Zeitraum von 2007 bis
2010 1.158 Bewilligungen mit einem Mittelvolumen von 8,80 Mio. Euro. Damit wurde mit
der Förderung mehr als 1.000 Arbeitslosen die Aufnahme eines versicherungspflichtigen
Arbeitsverhältnisses ermöglicht.
Vorhabensbereich: Existenzgründungsförderung von Arbeitslosen
Die Existenzgründungsförderung von Arbeitslosen wurde im Ergebnis der begleitenden
Evaluierung im Jahr 2010 eingestellt. Insgesamt wurden für 1.635 Existenzgründungs-
zuschüsse und 41 Projekte zur Qualifizierung arbeitsloser Existenzgründer 13,85 Mio.
EUR bewilligt. Die für diesen Vorhabensbereich zur Verfügung gestellten Mittel in Höhe
von 13,86 Mio. EUR wurden damit zu 99,96 % ausgeschöpft.
Vorhabensbereich: Qualifizierungs- und Beschäftigungsprojekte für Benachteiligte
(JBH), Integrationsprojekte für schwerbehinderte Menschen und psychisch Kranke oder
Suchtkranke
Im Rahmen der Jugendberufshilfe werden sozialpädagogisch begleitete Qualifizierungs-
und Beschäftigungsvorhaben für sozial benachteiligte oder individuell beeinträchtigte
junge Menschen gefördert. Das niedrigschwellige Angebot der Berufsorientierung und

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
104
Berufsvorbereitung unterstützt den Übergang in Ausbildung oder weiterführende Maß-
nahmen der Berufsvorbereitung (1. Schwelle) sowie den Übergang in die Erwerbstätig-
keit (2. Schwelle). Um das Antragsaufkommen im Bereich der JBH zu regulieren, wurde
im Jahr 2011 eine Stichtagsregelung eingeführt. Im Bereich der Integrationsprojekte für
psychisch Kranke oder Suchtkranke werden Arbeits- und Beschäftigungsvorhaben ge-
fördert, in denen durch Qualifizierung und sozialpädagogische Betreuung eine Einbezie-
hung der Teilnehmer in den ersten Arbeitsmarkt erreicht werden soll. Die Förderquote
wurde in diesem Bereich aufgrund von Evaluationsergebnissen ab dem 1. Januar 2012
zunächst auf 60 % und später 40 % abgesenkt. Um nachhaltige Finanzierungsstrukturen
für Zuverdienstfirmen prüfen zu lassen wurde im April 2011 eine Aufforderung zur Ein-
reichung von Projektvorschlägen zur Erstellung einer Studie bekannt gegeben. In der
Studie wurde bestätigt, dass die Zuverdienstfirmen in der Regel niederschwellig ausge-
richtet und ein wichtiger Baustein einer gemeindenahen, personenzentrierten Versor-
gung von psychisch kranken bzw. seelisch behinderten Menschen im Bereich der Ar-
beit/Beschäftigung darstellen. Der Teilhabegedanke dieser Personengruppen wird daher
umgesetzt. Im Vorhabensbereich Integrationsprojekte für Schwerbehinderte werden
Projekte gefördert, die schwerbehinderte Beschäftigte sozialpädagogisch betreuen, be-
gleiten sowie qualifizieren. Außerdem ist die Qualifizierung der die schwerbehinderten
Menschen betreuenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Ziel definiert. Aus Additio-
nalitätsgründen konnten die Erwartungen im Bereich Integrationsprojekte für Schwerbe-
hinderte bisher nicht erfüllt werden. In der kumulierten Ausgabebescheinigung zum 31.
August 2014 (Zahlungsantrag vom 29. Oktober 2014) wurden etwa 32,3 Mio. EUR ge-
meldet. Zum Stand 31. Dezember 2014 betrug die Mittelbindung in diesem Bereich rund
30,4 Mio. EUR EU-Mittel. Damit wurden die für den Vorhabensbereich eingeplanten EU-
Mittel von insgesamt 29,2 Mio. EUR für den Förderzeitraum 2007-2013 um 4 % über-
zeichnet. Von 275 bewilligten Projekten befanden sich 22 Projekte in der Verwendungs-
nachweisprüfung (34) bzw. im Status „abschließend geprüft“ (192). Im Vergleich zum
Vorjahr hat sich die Zahl der abschließend geprüften Verwendungsnachweise damit um
44 Projekte erhöht. In diesem Bereich wurden insgesamt 4.781 Teilnehmer gefördert.
Das festgelegte Ziel, im Förderzeitraum 2007-2013 4.111 Teilnehmer zu erreichen, wur-
de damit erfüllt.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
105
Vorhabensbereich: Kleinvorhaben zum Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit und des sozi-
alen Zusammenhalts
Bei den geförderten Projekten handelt es sich um Kleinvorhaben, in denen sich Perso-
nen, die Leistungen nach dem SGB II beziehen, bürgerschaftlich engagieren. Insbeson-
dere werden der Erhalt und die Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit, die Stärkung
der Eigenmotivation, der Eigeninitiative und der sozialen Kompetenz angestrebt. Durch
Tätigkeiten und Aufgaben außerhalb der Erwerbsarbeit sollen sich die Teilnehmer in das
gesellschaftliche Leben integrieren. Das Förderkonzept dieses Vorhabensbereiches war
befristet ausgestaltet. Der Fördervollzug lief bereits 2010 aus. Eine Verlängerung dieses
Vorhabensbereiches wurde nicht vorgesehen. In der kumulierte Ausgabenbescheini-
gung zum 31. August 2014 (Zahlungsantrag vom 29. Oktober 2014) wurden etwa 8,3
Mio. EUR gemeldet. Zum Stand 31. Dezember 2014 betrug die Mittelbindung in diesem
Bereich rund 6,25 Mio. EUR EU-Mittel. Dies entspricht der Vorhabensbereichsplanung
für den Förderzeitraum 2007-2013. In diesem Vorhabensbereich wurde 1 Projekt bewil-
ligt, welches bereits abschließend geprüft wurde. Bei diesem Projekt handelt es sich um
die TAURIS Stiftung, die als zwischengeschaltete Stelle mit dem Fördervollzug betraut
wurde. Insgesamt konnten 4.609 Teilnehmer gefördert werden. Das festgelegte Ziel
wurde damit voll erfüllt.
Vorhabensbereich: Lokales Kapital für soziale Zwecke (LOS)
Der Vorhabensbereich fördert lokale Kleinvorhaben zur Mobilisierung des vor Ort vor-
handenen Potentials zur Beschäftigungsentwicklung und zur Eingliederung in den Ar-
beitsmarkt. Die Vorhaben sollen dem Erhalt und der Verbesserung der Beschäftigungs-
fähigkeit dienen. Im Vordergrund stehen dabei die Stärkung der sozialen Kompetenz
und die Aktivierung von Eigenmotivation und Eigeninitiative zur Aufnahme einer Be-
schäftigung oder Qualifikation. Die Teilnehmer werden mit Tätigkeiten und Aufgaben
außerhalb der klassischen Erwerbsarbeit (z.B. bürgerschaftliches Engagement) betraut
und dadurch in das gesellschaftliche Leben integriert. Den Empfehlungen der Evaluation
folgend sollen Schwerpunkte in der Förderung gesetzt werden. Im April 2012 wurde da-
her eine Bekanntmachung zur Einreichung von Projektvorschlägen im Themenbereich
LOS – „Jobfit“ veröffentlicht. Insgesamt wurden knapp 50 Projekte zur Umsetzung aus-
gewählt. Darüber hinaus wurden in den Jahren 2010 - 2013 Aufrufe (Calls) zur Einrei-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
106
chung von Projektvorschlägen zum Thema Alltagsbegleitung für Senioren initiiert. In vier
Aufrufen wurden insgesamt 163 Projekte bewilligt. Die letzten Projekte liefen am 31. De-
zember 2014 aus. Bereits 2012 wurde eine Koordinierungsstelle Alltagsbegleiter für Se-
nioren eingerichtet, über die Projekte der Alltagsbegleiter untereinander vernetzt wer-
den. So wurde eine Austauschplattform geschaffen, die es Kommunen, Vereine und
Kirchgemeinden ermöglicht bei der Projektentwicklung begleitet, unterstützt und beraten
zu werden. Die Koordinierungsstelle konnte durch eine umfangreiche Öffentlichkeitsar-
beit zur Steigerung der Antragszahlen beitragen. Mit dem Ziel der Weiterentwicklung der
Beschäftigungsfähigkeit wird auf eine qualifizierende Begleitung der Projektteilnehmer
zunehmend Wert gelegt. Mit der an den Inhalten des Projektes ausgerichteten Qualifi-
zierung soll eine nachhaltige Ausgestaltung der Projektideen erreicht werden. Zusätzlich
zu den bisherigen Fördermöglichkeiten wurde eine Aufwandsentschädigung für die Teil-
nehmer ermöglicht. In der kumulierten Ausgabenbescheinigung vom zum 31. August
2014 (Zahlungsantrag vom 29. Oktober 2014) wurden etwa 6,5 Mio. EUR gemeldet.
Zum Stand 31. Dezember 2014 betrug die Mittelbindung in diesem Bereich 6,7 Mio.
EUR EU-Mittel. Dies entspricht einem Anteil von rund 88 % bei einer Vorhabensbe-
reichsplanung von insgesamt 7,6 Mio. EUR EU-Mittel für den Förderzeitraum 2007-
2013. Von 901 bewilligten Projekten befanden sich 823 Projekte in der Verwendungs-
nachweisprüfung (121) bzw. im Status „abschließend geprüft“ (702). Im Vergleich zum
Vorjahr hat sich die Zahl der abschließend geprüften Verwendungsnachweise damit um
119 Projekte erhöht. In diesem Bereich wurden insgesamt 10.553 Teilnehmer gefördert.
Das festgelegte Ziel, im Förderzeitraum 2007 - 2013 9.500 Teilnehmer zu erreichen,
wurde damit um 11 % übertroffen.
Vorhabensbereich: Weiterbildung ehrenamtlich tätiger oder privater Personen
Die Weiterbildung soll das fachspezifische Wissen und Können der in Land-, Forst-,
Wasserwirtschaft, Landtourismus, Umweltschutz einschließlich Naturschutz sowie Um-
weltbildung ehrenamtlich tätigen oder privaten Personen stärken sowie zu einem besse-
ren Verständnis und einem erfolgreicheren Erfüllen der verschiedensten fachlichen und
rechtlichen Anforderungen befähigen. Der Fördergegenstand wurde aufgrund der gerin-
gen Antragszahlen am 31. Dezember 2011 eingestellt. In der kumulierten Ausgabenbe-
scheinigung zum 31. August 2014 (Zahlungsantrag vom 29. Oktober 2014) wurden

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
107
106.132,37 EUR gemeldet. Zum Stand 31. Dezember 2014 betrug die Mittelbindung in
diesem Bereich 79.599,25 EUR EU-Mittel. Dies entspricht der Vorhabensbereichspla-
nung von insgesamt 79.599 EUR EU-Mittel für den Förderzeitraum 2007 - 2013. Dieser
Vorhabensbereich wurde keinem Indikator zugeordnet. Insofern können lt. Indikatoren-
Einzelvorhabensliste (LSF) mit Stand vom 31. Dezember 2014 keine Aussagen zu be-
willigten, verwendungsnachweis- bzw. abschließend geprüften Projekten sowie zu Teil-
nehmerzahlen getroffen werden.
Vorhabensbereich: Förderung der Beschäftigungsfähigkeit
Mit der Förderung sollen die Beschäftigungsfähigkeit von Langzeitarbeitslosen und ihre
Aussichten auf eine Integration in den Arbeitsmarkt verbessert werden. Dabei soll ins-
besondere berücksichtigt werden, dass auf dem Arbeitsmarkt benachteiligte Personen-
gruppen differenzierte Integrationsangebote und individuell bedarfsgerechte Unterstüt-
zungsleistungen benötigen. Die starke Nachfrage in diesem Bereich weist trotz deutli-
cher Entspannung der Arbeitsmarktlage in den vergangenen Jahren weiterhin auf einen
hohen Unterstützungsbedarf für Langzeitarbeitslose hin. Die Projekte berücksichtigen
umfassend den individuellen Förderbedarf der Teilnehmer und sind durch Praktika in
Unternehmen unmittelbar auf den 1. Arbeitsmarkt ausgerichtet. Zur Intensivierung dieser
Ausrichtung und nachhaltigen Unterstützung wird als erweiterter Förderansatz die „Indi-
viduelle Einstiegsbegleitung“ umgesetzt. Dabei werden Langzeitarbeitslosen, die im
Rahmen der Projekte erfolgreich in Arbeit vermittelt wurden während der Anfangsphase
der Beschäftigung im Unternehmen weiter betreut. Damit soll die Effektivität der Förde-
rung von Langzeitarbeitslosen erhöht und eine nachhaltigere Arbeitsmarktintegration
erreicht werden. Im Jahr 2014 wurden keine weiteren Projekte zur Verbesserung der
Beschäftigungsfähigkeit und Individuellen Einstiegsbegleitung gefördert. Insgesamt wur-
den im Zeitraum 2007 bis 2013 für diesen Vorhabensbereich insgesamt rund 59 Mio.
EUR bewilligt und für 12.882 Teilnehmer bisher der Verwendungsnachweis erbracht.
Vorhabensbereich: Maßnahmen zur Alphabetisierung
Unter dem Aspekt der Integration Benachteiligter werden Projekte zur Alphabetisierung
von funktionalen Analphabeten gefördert. Diese zielen auf die Erhöhung der Beschäfti-
gungsfähigkeit der Teilnehmer, ihre mögliche Eingliederung in das Erwerbsleben und

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
108
ihre bessere soziale Integration. Die Alphabetisierungsmaßnahmen werden in Teilzeit-
kursen einschließlich sozialpädagogischer Betreuung durchgeführt. Jährlich sollen Al-
phabetisierungskurse für etwa 190 funktionale Analphabeten angeboten werden, wofür
Gesamtausgaben in Höhe von ca. 15,5 Mio. EUR, davon ESF-Mittel in Höhe von ca.
11,7 Mio. EUR geplant sind. Bis zum 31. August 2014 wurden ca. 9,8 Mio. EUR (davon
7,3 Mio. EUR EU-Mittel und 2,5 Mio. EUR Landesmittel) erklärt. Dies ist ein zufrieden-
stellender Wert. Bewilligt wurden bis zu diesem Zeitpunkt Projekte im Umfang von 15,9
Mio. EUR. Den bislang 3.440 Teilnehmereintritten und 3.049 Teilnehmeraustritten ste-
hen lediglich 229 Abbrüche gegenüber. Mithin konnte das mit der Förderung gesetzte
Ziel, dass mindestens 80 % der Teilnehmer eine Bestätigung der erfolgreichen Teilnah-
me erhalten, erreicht werden. Die Förderung wird daher sehr gut angenommen. Der
Leistungsstand der Teilnehmer am Ende der Alphabetisierungskurse ist stark von den
individuellen Fähigkeiten abhängig und reicht vom fehlerfreien Lesen und Abschreiben
einfacher Wörter bis hin zur fehlerfreien schriftlichen Wiedergabe kleiner Texte. Dane-
ben erfahren die Teilnehmer nach Beobachtungen der Projektträger weitere persönliche
Entwicklungen, die im Hinblick auf ihre Beschäftigungsfähigkeit und soziale Integration
positiv zu bewerten sind. Insgesamt wird, bei allen Unterschieden in den Voraussetzun-
gen und Lernerfolgen der Teilnehmer, durch die Träger übereinstimmend eingeschätzt,
dass die Teilnehmer durch die Kurse einen Zuwachs an Selbstbewusstsein und Integra-
tionsbereitschaft bzw. -zuversicht zeigen. Es gibt natürlich auch den Rückzug in das
gewohnte Umfeld. Für viele ist es ein Erfolg, sich zu outen und überhaupt an der Maß-
nahme teilzunehmen. Regelmäßiges und pünktliches Erscheinen ist ebenfalls ein Erfolg.
Die allgemeine Sprachkompetenz und die Schriftsprachkompetenz werden gesteigert.
Die Teilnehmer registrieren eine persönliche Steigerung in den Kategorien: Lern- und
Arbeitshaltung, Soziale und Personale Kompetenzen, Lernkompetenzen. Im Ergebnis ist
für alle Teilnehmer neben der Erhöhung ihrer Lese- und Schreibkenntnisse eine Ver-
besserung ihrer gesellschaftlichen Teilhabemöglichkeit zu verzeichnen. Darüber hinaus
wurden durch die 2010 eingerichtete Koordinierungsstelle Alphabetisierung im Jahr
2011 Qualitätsstandards für die Alphabetisierungsarbeit in Sachsen erarbeitet (Qualifika-
tionsanforderungen für das eingesetzte Personal und Qualitätskriterien für die ESF-
Alphabetisierungskurse). Dadurch soll die Qualität der Kurse erhöht werden. Darüber
hinaus wurde weiter auf die Problematik des Analphabetismus aufmerksam gemacht

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
109
und jedes Jahr mehrere Fachveranstaltungen durchgeführt. Dadurch soll die Bevölke-
rung für das Thema sensibilisiert werden und Personen von relevanten Institutionen be-
fähigt werden, Analphabeten zu erkennen und Hilfsangebote zu unterbreiten bzw. sol-
che zu vermitteln. Als Ergebnis dieser Anstrengungen ist unter anderem eine Zunahme
der Anzahl der Projekte wie auch der Teilnehmer zu verzeichnen.
Vorhabensbereich: Qualifizierung und Eingliederung Strafgefangener
Gefördert werden Vorhaben, die die Beschäftigungsfähigkeit und die Vermittelbarkeit
von Gefangenen auf dem Arbeitsmarkt erhalten bzw. verbessern sowie die Vorbereitung
auf die berufliche Integration nach der Haftentlassung unterstützen. Vorrangig soll den
Gefangenen ermöglicht werden, durch modulare Ausbildung anerkannte Berufsab-
schlüsse zu erwerben. Soweit dies innerhalb der Haftzeit realisierbar ist, sollen sie die
erforderlichen Qualifizierungsbausteine (Module) des gewählten Berufsbildes absolvie-
ren und eine Abschlussprüfung ablegen. Können während der Haftzeit nicht alle erfor-
derlichen Module durchlaufen werden, so können Gefangene nach der Haftentlassung
fehlende Module im Rahmen ähnlicher Vorhaben abschließen und sich dann der Ab-
schlussprüfung stellen. Sind Gefangene noch nicht ausbildungsfähig, so besteht die
Möglichkeit, durch Teilnahme an sozialpädagogischen Vorhaben die bisher fehlende
Ausbildungsfähigkeit herzustellen. Ziel derartiger Maßnahmen ist die anschließende
Teilnahme an beruflichen Qualifizierungsvorhaben noch während der Inhaftierung oder
nach der Entlassung. Mit dieser Zielsetzung fanden im Jahr 2014 in den zehn sächsi-
schen Justizvollzugsanstalten 74 berufliche und sozialpädagogische Vorhaben für Ge-
fangene mit 832 Teilnehmerplätzen statt. Insgesamt wurden im Förderzeitraum 2007 bis
2013 345 Vorhaben bewilligt. Da die Mehrzahl der Inhaftierten über keine abgeschlos-
sene Schul- oder Berufsausbildung verfügen und vor dem Haftantritt zumeist keiner re-
gelmäßigen Beschäftigung nachgingen, eröffnen die angebotenen Qualifizierungsmaß-
nahmen für den Einzelnen eine berufliche Perspektive und eine Chance auf ein straf-
freies Leben nach der Haftentlassung. Für den Vorhabensbereich C.7.7 stehen nach
mehreren Mittelumschichtungen 31,31 Mio. EUR ESF Mittel zur Verfügung. Davon wur-
den bis 31. Dezember 2014 30,84 Mio. EUR an ESF-Mitteln gebunden und 29,99 Mio.
EUR ausgezahlt. Prozentual entspricht dies einem Bindungsstand von 98,5 % und ei-
nem Auszahlungsstand von etwa 95,8 %.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
110
Vorhabensbereich: Chancengleichheit: Soziale Eingliederung für Alleinerziehende
Die Projekte ermöglichen die Bereitstellung und Besetzung von Berufsausbildungsplät-
zen für besonders benachteiligte alleinerziehende Empfängerinnen oder Empfänger von
Leistungen nach dem SGB II, die über keinen geregelten Berufsabschluss nach Landes-
recht, Berufsbildungsgesetz oder Gesetz zur Ordnung des Handwerks verfügen. Zudem
wird eine sozialpädagogische Betreuung während der Ausbildung gefördert, um die Effi-
zienz und Effektivität der Ausbildung zu erhöhen. Vor dem Hintergrund des offensichtlich
fehlenden Bedarfs wurde dieser Fördergegenstand 2010 eingestellt. In der kumulierten
Ausgabenbescheinigung zum 31. August 2014 (Zahlungsantrag vom 29. Oktober 2014)
wurden 39.333,34 EUR gemeldet. Zum Stand 31. Dezember 2014 betrug die Mittelbin-
dung in diesem Bereich rund 32.500,00 EUR EU-Mittel. Dies entspricht der Vorhabens-
bereichsplanung für den Förderzeitraum 2007-2013. Von 10 bewilligten Projekten konn-
ten bereits alle verwendungsnachweisgeprüft (1) bzw. abschließend geprüft (9) werden.
In diesem Bereich wurden insgesamt 11 Teilnehmer gefördert. Das festgelegte Ziel 11
Teilnehmer zu erreichen, wurde damit voll erfüllt.
B. Angaben über die Wirkungen der Förderung der Chancengleichheit von
Männern und Frauen (gegebenenfalls)
Vorhabensbereich: Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Bei allen Maßnahmen wird zwingend vorausgesetzt, dass der gleichberechtigte Zugang
von Frauen und Männern gewährleistet ist und bei der inhaltlichen Ausgestaltung den
Unterschieden der Geschlechter ausreichend Rechnung getragen wird.
Vorhabensbereich: Chancengleichheit: Qualifizierungsmaßnahmen für arbeitslose Per-
sonen
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern so-
wie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Her-
kunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer se-
xuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind. Die

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
111
geförderten Maßnahmen wurden fast ausschließlich von Frauen in Anspruch genom-
men.
Vorhabensbereich: Qualifizierung für Menschen mit Migrationshintergrund
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern so-
wie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Her-
kunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer se-
xuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind. Frauen
und Männer nahmen in gleichem Maß an den geförderten Projekten teil.
Vorhabensbereich: Qualifizierung für Arbeitslose
Mit QAB II und QAB dual wird die Qualifizierung von arbeitslosen Personen ohne auf
dem Arbeitsmarkt verwertbaren Berufsabschluss zu einem anerkannten Berufsab-
schluss gefördert. Grundlage für eine erfolgreiche Qualifizierung ist die individuelle Um-
setzung des Programms (umfangreiche Eignungsfeststellung und berufliche Orientie-
rung, Ermittlung der vorhandenen Berufserfahrung, Stärken und Schwächen, Erarbei-
tung eines individuellen Curriculums für jeden Teilnehmer gemäß der persönlichen Vo-
raussetzungen und Lebensbedingungen). Hinzu kommen bedarfsgerechte Unterstüt-
zungsmaßnahmen und eine sozialpädagogische Betreuung, so dass soziale Benachtei-
ligungen kompensiert werden können und auch die Vereinbarkeit von Familie, Qualifizie-
rung und Beruf verbessert wird. Frauen und Männer erhalten die gleichen Chancen auf
existenzsichernde Arbeit am Arbeitsmarkt. So werden z. B. im Rahmen dieses Pro-
gramms u. a. auch zusätzliche Kinderbetreuungskosten gefördert.
Vorhabensbereich: Qualifizierungs- und Beschäftigungsprojekte für Benachteiligte
(JBH), Integrationsprojekte für schwerbehinderte Menschen und psychisch Kranke oder
Suchtkranke
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern so-
wie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Her-
kunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer se-
xuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind. Über
die Hälfte der Teilnehmer in diesem Vorhabensbereich waren männlich.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
112
Vorhabensbereich: Kleinvorhaben zum Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit und des sozi-
alen Zusammenhalts
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern so-
wie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Her-
kunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer se-
xuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind. Über
die Hälfte der Teilnehmer in diesem Vorhabensbereich waren weiblich.
Vorhabensbereich: Lokales Kapital für soziale Zwecke (LOS)
In der Richtlinie ist festgeschrieben dass die Chancengleichheit von Frauen und Män-
nern sowie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethni-
schen Herkunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder
einer sexuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind.
In der Praxis wurden die geförderten Vorhaben eher von Frauen angenommen.
Vorhabensbereich: Weiterbildung ehrenamtlich tätiger oder privater Personen
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern so-
wie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Her-
kunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer se-
xuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind.
Vorhabensbereich: Förderung der Beschäftigungsfähigkeit
In der Richtlinie ist festgelegt, dass Männer und Frauen auf der Grundlage des Rechts
auf Gleichbehandlung den gleichen Zugang zu den Maßnahmen und Programmen ha-
ben. Alle Vorhaben sind so zu realisieren, dass die chancengleiche Teilhabe von Frauen
und Männern zur Umsetzung der Chancengleichheitsziele des Operationellen Pro-
gramms gesichert wird. Im Bereich „Förderung der Beschäftigungsfähigkeit“ sind bisher
keine Tatsachen bekannt, die eine Diskrepanz bei der Chancengleichheit von Männern
und Frauen vermuten lassen. 48 % der bislang geförderten Teilnehmer waren weiblich,
52 % männlich. Der Anteil geförderter Frauen im Bereich Förderung der Beschäftigungs-
fähigkeit entspricht damit in etwa dem Frauenanteil an Arbeitslosen gesamt.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
113
Vorhabensbereich: Maßnahmen zur Alphabetisierung
Bei allen Maßnahmen wird zwingend vorausgesetzt, dass der gleichberechtigte Zugang
von Frauen und Männern gewährleistet ist und bei der inhaltlichen Ausgestaltung den
Unterschieden der Geschlechter ausreichend Rechnung getragen wird.
Vorhabensbereich: Qualifizierung und Eingliederung Strafgefangener
Weibliche Gefangene werden im sächsischen Justizvollzug zentral in der JVA Chemnitz
untergebracht. Auch hier wird eine Vielzahl von Qualifizierungsmaßnahmen angeboten,
an denen alle weiblichen Gefangenen chancengleich teilnehmen können.
Vorhabensbereich: Chancengleichheit: Soziale Eingliederung für Alleinerziehende
In der ESF-Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Män-
nern sowie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethni-
schen Herkunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder
einer sexuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind.
Es wurden ausschließlich weibliche Teilnehmer gefördert.
C.
Analyse der Verwendung der Fonds gemäß Artikel 34 Absatz 2 der Verord-
nung (EG) Nr. 1083/2006 verwendet wurde. Für ESF-Programme sind die An-
gaben gemäß Artikel 10 der Verordnung (EG) 1081/2006 zu liefern.
a) Durchgängige Berücksichtigung des Gleichstellungsaspekts sowie etwaiger ge-
schlechtsspezifischer Aktionen;
b) Aktionen zur Förderung der Teilnahme von Migranten am Erwerbsleben und
dadurch zur Förderung ihrer sozialen Eingliederung;
c) Aktionen zur Förderung der Integration von Minderheiten ins Erwerbsleben und
dadurch Förderung ihrer sozialen Eingliederung;
d) Aktionen zur Förderung der Integration anderer benachteiligter Gruppen, ein-
schließlich Menschen mit Behinderungen, ins Erwerbsleben und zur Förderung ih-
rer sozialen Eingliederung;

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
114
e) Innovative Maßnahmen, einschließlich einer Darlegung der Themen und der Er-
gebnisse sowie der Verbreitung und durchgängigen Berücksichtigung;
f)
Transnationale und/oder interregionale Aktionen.
Vorhabensbereich: Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Bei allen Maßnahmen wird zwingend vorausgesetzt, dass der gleichberechtigte Zugang
von Frauen und Männern wie auch von Minderheiten und Menschen mit Migrationshin-
tergrund gewährleistet ist. Transnationale Maßnahmen spielen in diesem Vorhabensbe-
reich keine Rolle.
Vorhabensbereich: Chancengleichheit: Qualifizierungsmaßnahmen für arbeitslose Per-
sonen
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern so-
wie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Her-
kunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer se-
xuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind.
a)
Im Jahr 2014 waren etwa 98 % der geförderten Teilnehmer in diesem Vorhaben-
bereich weiblich.
b)
Migranten wurden in diesem Bereich nicht gesondert erfasst.
c)
Auf der programmatischen Ebene wurden keine Fördergegenstände implemen-
tiert, die die Förderung von Aktionen der Integration von Minderheiten zum Ziel
haben. Da die sozioökonomische Auswertung der SAB keine Daten zu Minderhei-
ten enthält, kann der Anteil der geförderten Teilnehmenden, die den Status einer
Minderheitenangehörigkeit besitzen in allen Förderbereichen (Querschnitt) nicht
benannt werden. Dieser Status wird überdies nicht im Teilnehmerstammblatt er-
fasst.
d) In diesem Bereich wurden zwei jugendliche Teilnehmerinnen ohne Schulab-
schluss, 426 arbeitslose Mütter und Väter in Erziehungsurlaub (w = 418, m = 8)
sowie 3.746 arbeitslose Frauen/ Berufsrückkehrerinnen gefördert.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
115
Vorhabensbereich: Anpassungsfortbildung für medizinisches Personal; Qualifizierung für
Menschen mit Migrationshintergrund
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern so-
wie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Her-
kunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer se-
xuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind.
a)
Im Jahr 2014 waren etwa 47 % der geförderten Teilnehmer in diesem Vorha-
bensbereich weiblich.
b)
Die Maßnahmen richten sich an Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler sowie
daueraufenthaltsberechtigte Ausländerinnen und Ausländer. Es wurden in diesem
Bereich 2.465 Migranten (w = 1.165, m = 1.300) erfasst.
c)
Auf der programmatischen Ebene wurden keine Fördergegenstände implemen-
tiert, die die Förderung von Aktionen der Integration von Minderheiten zum Ziel
haben. Da die sozioökonomische Auswertung der SAB keine Daten zu Minderhei-
ten enthält, kann der Anteil der geförderten Teilnehmenden, die den Status einer
Minderheitenangehörigkeit besitzen in allen Förderbereichen (Querschnitt) nicht
benannt werden.
Vorhabensbereich: Qualifizierung für Arbeitslose
a)
Siehe Ausführungen zur Chancengleichheit
c)
Der Förderbereich Qualifizierung für Arbeitslose zielt auf die Integration von (Lang-
zeit-) Arbeitslosen in den ersten Arbeitsmarkt mittels des Erwerbs aktuell auf dem
Arbeitsmarkt nachgefragter Qualifikationen. Ein Ergebnis der Evaluierung ist eben-
falls die starke positive Wirkung auf die soziale Eingliederung der Teilnehmer.
d) Das Programm „Qualifizierung für Arbeitslose zu einem anerkannten Berufsab-
schluss“ ist in seiner Ausgestaltung hinsichtlich einer verkürzten modularen Quali-
fizierung zur Vorbereitung auf die Externenprüfung mit der individuellen Unterstüt-
zung durch Stützunterricht sowie sozialpädagogischer Begleitung deutschlandweit
einmalig. Ein Transfer der Ergebnisse in Maßnahmen der Arbeitsverwaltung sowie
Förderprojekte des Bundes wird kontinuierlich angestrebt.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
116
Vorhabensbereich: Qualifizierungs- und Beschäftigungsprojekte für Benachteiligte
(JBH), Integrationsprojekte für schwerbehinderte Menschen und psychisch Kranke oder
Suchtkranke
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern so-
wie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Her-
kunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer se-
xuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind.
a)
Im Jahr 2014 waren etwa 36 % der geförderten Teilnehmer in diesem Vorhaben-
bereich weiblich.
b)
Migranten wurden in diesem Bereich nicht gesondert erfasst.
c)
Da die sozioökonomische Auswertung der SAB keine Daten zu Minderheiten ent-
hält, kann der Anteil der geförderten Teilnehmenden, die den Status einer Min-
derheitenangehörigkeit besitzen in allen Förderbereichen (Querschnitt) nicht be-
nannt werden.
d)
Im Bereich Qualifizierungs- und Beschäftigungsvorhaben für benachteiligte junge
Menschen – Jugendberufshilfe – wurden 5.539 Jugendliche ohne Schulabschluss
(w = 2.195, m = 3.344) gefördert. Im Jahr 2014 gaben die geförderten Maßnah-
men im Bereich der Integrationsprojekte 630 Benachteiligten (w = 167, m = 463)
eine Chance auf soziale Integration und ein eigenständiges, selbstbestimmtes
Leben.
Vorhabensbereich: Kleinvorhaben zum Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit und des sozi-
alen Zusammenhalts
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern so-
wie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Her-
kunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer se-
xuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind.
a)
Im Jahr 2014 waren 62 % der geförderten Teilnehmer in diesem Vorhabensbe-
reich weiblich.
b)
Migranten wurden in diesem Bereich nicht gesondert erfasst.
c)
Auf der programmatischen Ebene wurden keine Fördergegenstände implemen-
tiert, die die Förderung von Aktionen der Integration von Minderheiten zum Ziel

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
117
haben. Da die sozioökonomische Auswertung der SAB keine Daten zu Minderhei-
ten enthält, kann der Anteil der geförderten Teilnehmenden, die den Status einer
Minderheitenangehörigkeit besitzen in allen Förderbereichen (Querschnitt) nicht
benannt werden.
d)
In diesem Bereich wurden 8.598 Langzeitarbeitslose (w = 5.345, m = 3.253) ge-
fördert.
Vorhabensbereich: Lokales Kapital für soziale Zwecke (LOS)
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern so-
wie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Her-
kunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer se-
xuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind.
a)
Im Jahr 2014 waren 65,2 % der geförderten Teilnehmer in diesem Vorhabensbe-
reich weiblich.
b)
In diesem Bereich wurden 11.420 Migranten (w = 7.414, m = 4.006) erfasst.
c)
Auf der programmatischen Ebene wurden keine Fördergegenstände implemen-
tiert, die die Förderung von Aktionen der Integration von Minderheiten zum Ziel
haben. Da die sozioökonomische Auswertung der SAB keine Daten zu Minderhei-
ten enthält, kann der Anteil der geförderten Teilnehmenden, die den Status einer
Minderheitenangehörigkeit besitzen in allen Förderbereichen (Querschnitt) nicht
benannt werden.
d)
In diesem Bereich wurden 1.102 Jugendliche ohne Schulabschluss (w = 513, m =
589), 11.420 Langzeitarbeitslose (w = 7.414, m = 4.006), 153 Arbeitnehmer über
50 Jahre (w = 67, m = 86), 191 Alleinerziehende (w = 155, m = 36), 222 Men-
schen mit Behinderung, Sucht- und psychisch Kranke (w = 123, m = 99) und 92
Straffällige (w = 23, m = 69) gefördert
e)
Im Rahmen des ersten bis vierten Aufrufes Alltagsbegleitung für Senioren konn-
ten 163 Projekte bewilligt werden.
Vorhabensbereich: Weiterbildung ehrenamtlich tätiger oder privater Personen
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern so-
wie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Her-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
118
kunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer se-
xuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind.
Vorhabensbereich: Förderung der Beschäftigungsfähigkeit
a)
siehe Ausführungen zur Chancengleichheit
d) Die Förderung richtet sich an Langzeitarbeitslose mit in der Regel mehreren Ver-
mittlungshemmnissen.
e)
Der im Jahr 2011 zunächst modellhafte Förderansatz „Individuelle Einstiegsbeglei-
tung“ von Langzeitarbeitslosen wird inzwischen auch in der Regelförderung fortge-
führt.
Vorhabensbereich: Maßnahmen zur Alphabetisierung
Unter dem Aspekt der Integration Benachteiligter werden Projekte zur Alphabetisierung
von funktionalen Analphabeten gefördert. Diese zielen auf die Erhöhung der Beschäfti-
gungsfähigkeit der Teilnehmer, ihre mögliche Eingliederung in das Erwerbsleben und
ihre bessere soziale Integration. Bei allen Maßnahmen wird zwingend vorausgesetzt,
dass der gleichberechtigte Zugang von Frauen und Männern, wie auch Minderheiten
gewährleistet ist und diesem bei der inhaltlichen Ausgestaltung ausreichend Rechnung
getragen wird. Für Menschen mit Migrationshintergrund wurden die Kurse dahingehend
geöffnet, dass sie teilnehmen können, wenn eine Teilnahme an einem Kurs des Bun-
desamts für Migration und Flüchtlinge nicht möglich ist. Transnationale Maßnahmen
spielen in diesem Vorhabensbereich keine Rolle.
Vorhabensbereich: Qualifizierung und Eingliederung Strafgefangener
Die Möglichkeit nach Artikel 34 Abs. 2 Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 bis zu 10 % der
Gemeinschaftsbeteiligung der Prioritätsachse für bestimmte Teile der ESF-Vorhaben zu
verwenden, die in den Interventionsbereich des EFRE fallen, wurde nicht in Anspruch
genommen. Bei der Zielgruppe der ESF-Richtlinie Qualifizierung Gefangener handelt es
sich generell um eine benachteiligte Personengruppe, die aufgrund ihrer Straffälligkeit
stets von Ausgrenzung bedroht ist und deren Integration in den Arbeitsmarkt und die
Gesellschaft grundsätzlich Ziel der Förderung ist. Sofern Migranten, Minderheiten und
anderer benachteiligter Gruppen zur Zielgruppe der ESF-Richtlinie Qualifizierung Ge-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
119
fangener gehören, haben sie in Abhängigkeit von persönlichen Fähigkeiten und der Art
der Maßnahme grundsätzlich gleiche Zugangsmöglichkeiten. Darüber hinaus werden in
einzelnen Justizvollzugsanstalten Deutschkurse angeboten, um Gefangenen mit unge-
nügenden Deutsch-Kenntnissen die Möglichkeit der Teilnahme an Aus- und Weiterbil-
dungskursen zu eröffnen und ihnen nach Haftentlassung die Integration in den Arbeits-
und Ausbildungsmarkt zu erleichtern. Konkret handelt sich um 3 Maßnahmen mit insge-
samt 25 Teilnehmerplätzen.
Vorhabensbereich: Chancengleichheit: Soziale Eingliederung für Alleinerziehende
In der Richtlinie ist festgelegt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern so-
wie die Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Her-
kunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder einer se-
xuellen Ausrichtung bei allen beschäftigungspolitischen Zielen zu beachten sind.
a)
Im Jahr 2014 nahmen ausschließlich Frauen an den Projekten teil.
b)
Migranten wurden in diesem Bereich nicht gesondert erfasst.
c)
Auf der programmatischen Ebene wurden keine Fördergegenstände implemen-
tiert, die ausschließlich die Förderung von Aktionen der Integration von Minder-
heiten zum Ziel haben. Da die sozioökonomische Auswertung der SAB keine Da-
ten zu Minderheiten enthält, kann der Anteil der geförderten Teilnehmenden, die
dem Status einer Minderheitenangehörigkeit besitzen in allen Förderbereichen
(Querschnitt) nicht benannt werden.
d)
In diesem Bereich wurden 9 alleinerziehende Frauen ohne Berufsabschluss ge-
fördert.
3.3.2 Wesentliche aufgetretene Probleme und getroffene Abhilfemaßnahmen
Es wird auf die Ausführungen unter Nr. 2.3 verwiesen.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
120
3.4 Prioritätsachse E - Transnationale Maßnahmen
3.4.1 Ergebnisse und Fortschrittsanalyse
Materielle und finanzielle Fortschritte der Prioritätsachse E
Tabelle 22: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse E
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)
* Angaben lt. OP, eine Aufschlüsselung nach Geschlecht ist nicht vorgesehen
Indikatoren*
Art 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Indikator 3 –
Outputindikator
Beratene Unternehmen
Ergebnis 0 0 0 0 0 0 0 0
Zielvorgabe:
16.213
Indikator 7 –
Outputindikator
Geförderte Schüler und
Ausbildungsplatzsuchende
Ergebnis 0 0 253 524 575 835 1.073 1.160
Zielvorgabe:
258.090
Indikator 8 –
Ergebnisindikator
Zahl der erfolgreich abge-
schlossenen Ausbildungen
bzw. Qualifizierungen
Ergebnis 0 0 0 0 0 62 340 669
Zielvorgabe:
171.996
Indikator 9 –
Outputindikator
Geförderte
Ausbildungsplätze
Ergebnis 0 0 0 0 0 83 454 893
Zielvorgabe:
161.738
Indikator 23 –
Outputindikator
Personen, die an trans-
nationalen Maßnahmen
teilnehmen
Ergebnis 0 0 15 17 111 265 708 1.158
Zielvorgabe:
1.196

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
121
Tabelle 23: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse E
(Status: bewilligt)
* Angaben lt. OP, eine Aufschlüsselung nach Geschlecht ist nicht vorgesehen
Indikatoren*
Art 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Indikator 3 –
Outputindikator
Beratene Unternehmen
Ergebnis 0 0 0 0 0 0 0 0
Zielvorgabe:
16.213
Indikator 7 –
Outputindikator
Geförderte Schüler und
Ausbildungsplatzsuchende
Ergebnis 0 382 678 883 1.066 1.215 1.307 1.307
Zielvorgabe:
258.090
Indikator 8 –
Ergebnisindikator
Zahl der erfolgreich abge-
schlossenen Ausbildungen
bzw. Qualifizierungen
Ergebnis
Zielvorgabe:
171.996
Indikator 9 –
Outputindikator
Geförderte
Ausbildungsplätze
Ergebnis 0 454 893 893 893 893 893 893
Zielvorgabe:
161.738
Indikator 23 –
Outputindikator
Personen, die an trans-
nationalen Maßnahmen
teilnehmen
Ergebnis 0 489 936 981 1.089 1.173 1.189 1.191
Zielvorgabe:
1.196

image
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
122
Tabelle 24: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse E
(Status: verwendungsnachweisgeprüft)

image
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
123
Tabelle 25: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse E
(Status: bewilligt)

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
124
Qualitative Analyse
A. Analyse der Ergebnisse anhand der finanziellen Angaben (Nummer 2.1.2),
der materiellen Indikatoren (Nummer 3.1.1) und sonstiger relevanter Angaben
Vorhabensbereich: transnationale Bildung und Ausbildung
In diesem Vorhabenbereich wurden bis 31. Dezember 2014 insgesamt 171 Projekte mit
einem Mittelvolumen in Höhe von 25,98 Mio. EUR bewilligt. Davon entfallen auf den
Fördergegenstand „World Skills 2013“ zur Vorbereitung der Berufsweltmeisterschaft
2013 in Sachsen 2 Vorhaben mit einem Volumen in Höhe von ca. 11,2 Mio. Euro. Ein
weiterer Schwerpunkt des Vorhabenbereichs liegt in der Schaffung zusätzlicher transna-
tionaler Ausbildungsplätze, die in den Fördergegenständen zum Landesergänzungspro-
gramm transnational bereitgestellt werden. In den Jahren 2008 und 2009 wurden mit
einem Bewilligungsvolumen von rund 14,4 Mio. EUR insgesamt 942 Teilnehmer geför-
dert, von denen bislang für 916 Teilnehmer der Verwendungsnachweis erbracht ist. Zum
Erwerb interkultureller Kompetenzen während der beruflichen Erstausbildung werden
Praktika für Auszubildende in ausländischen Unternehmen gefördert. Von November
2009 bis Ende 2012 hatte die ESF-finanzierte Beratungseinrichtung APIK sachsenweit
Unternehmen und Auszubildende bei allen Fragen rund um den Auslandsaufenthalt in-
formiert sowie bei der Planung und Organisation der Praktika unterstützt. Insgesamt
wurden bis Ende 2014 159 Auszubildenden mit einem Volumen von 0,39 Mio. EUR un-
terstützt.
Vorhabensbereich: Stärkung der Leistungsfähigkeit der Hochschulen
Der Fördergegenstand „Transnationale Studienabschlussstipendien“ trägt zum Zielwert
des materiellen Indikators 23 bei. Die positive Reaktion auf dieses Förderangebot hat
sich fortgesetzt und übertrifft die Erwartungen des Fondsbewirtschafters. Insgesamt
wurden 72 Vorhaben gefördert; davon waren 72 bis 31. Dezember 2014 abgeschlossen.
Es wurden ca. 707.000 EUR bewilligt. Eine weitere Förderung im Jahr 2014 war nicht
vorgesehen. Darüber hinaus gibt es 10 Transnationale Hochschulprojekte (Career-
Service und Nachwuchsforschergruppen), die ein Fördervolumen von rund 8,02 Mio.
EUR aufweisen. Hiervon wurde ein Projekt mit rund 89 TEUR Förderung im Jahr 2014
bewilligt. Alle Projekte wurden spätestens zum 31. Dezember 2014 beendet.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
125
B. Angaben über die Wirkungen der Förderung der Chancengleichheit von
Männern und Frauen (gegebenenfalls)
Vorhabensbereich: transnationale Bildung und Ausbildung
In der Richtlinie ist festgelegt, dass Männer und Frauen auf Grundlage des Rechts auf
Gleichbehandlung den gleichen Zugang zu den Maßnahmen und Programmen haben.
Alle Vorhaben sind so zu realisieren, dass die chancengleiche Teilhabe von Frauen und
Männern zur Umsetzung der Chancengleichheitsziele des OP gesichert wird. Die Förde-
rung soll insbesondere auch dazu beitragen, dass Frauen und Männer die gleichen
Chancen für existenzsichernde Arbeit am Arbeitsmarkt erhalten, dass die Vereinbarkeit
von Familie und Beruf verbessert wird und geschlechtsstereotype Berufs- und Karriere-
muster überwunden werden. Bisher sind keine Tatsachen bekannt, die in diesem Vor-
habensbereich eine Diskrepanz hinsichtlich der Chancengleichheit von Männern und
Frauen vermuten lassen. Grundsätzlich stehen alle Maßnahmen Frauen und Männern
gleichermaßen offen. Die Förderung in diesem Vorhabensbereich wird in gleichem Um-
fang von männlichen und weiblichen Auszubildenden in Anspruch genommen. Teilneh-
mer an geförderten außerbetrieblichen Ausbildungsgängen sind dagegen häufiger
männliche Jugendliche entsprechend den bereits im Abschnitt zur Prioritätsachse B er-
läuterten stärkeren Schwierigkeiten dieser Gruppe an der 1. Schwelle ihrer Berufsbio-
grafie.
Vorhabensbereich: Qualifizierung von Lehrern, Auslandspraktika für Berufsfachschüler
Auslandspraktika für Berufsfachschüler
Unter dem Aspekt der Transnationalität werden Projekte gefördert, die mehrmonatige
Auslandspraktika für Berufsfachschüler, die sich in der Ausbildung zum Fremdspra-
chenkorrespondenten, Assistenten für Hotelmanagement oder zum Internationalen Tou-
ristikassistenten befinden, zum Gegenstand haben. Die Praktika können in Mitgliedstaa-
ten der Europäischen Union, in Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz, in der
Russischen Föderation oder einem anderen osteuropäischen Drittland durchgeführt
werden. Sie müssen inhaltlich so ausgestaltet sein, dass sie den Teilnehmern Sicherheit
im Gebrauch der Fremdsprache in Beruf und Alltag und ausreichende Kenntnisse zu

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
126
Wirtschaft, Politik und Kultur des Gastlandes vermitteln. Ziel ist die Verbesserung der
sprachlichen und interkulturellen Kompetenzen und damit die Steigerung der Einstel-
lungschancen der Berufsfachschüler auf dem ersten Arbeitsmarkt. Für diese Maßnahme
sind Gesamtausgaben in Höhe von ca. 5,6 Mio. EUR, davon ESF-Mittel in Höhe von ca.
4,7 Mio. EUR geplant. Bis zum 31. August 2014 wurden Ausgaben im Umfang von 3,4
Mio. EUR (davon 2,7 Mio. EUR EU-Mittel und 0,7 Mio. EUR Landesmittel) erklärt. Die
Mittelbindung lag zu diesem Zeitpunkt bei ca. 5,0 Mio. EUR. Darüber hinaus wurden bis
zu diesem Zeitpunkt 1.358 Teilnehmereintritte verzeichnet. Die Förderung kann folglich
als erfolgreiches Instrument in Bezug auf Transnationalität bewertet werden. Aufgrund
der zurückgehenden Zahl der Berufsfachschüler sinkt jedoch auch die Zahl der Teil-
nehmer in diesen Projekten. Die Evaluierung dieses Vorhabensbereiches ergab, dass
nahezu alle Teilnehmer wie auch die Lehrkräfte eine Zunahme der sprachlichen und
interkulturellen Fähigkeiten feststellten. Ganz überwiegend wurde eine Zunahme der
sprachlichen Sicherheit bzw. es wurden so große Fortschritte festgestellt, dass sich die
Schüler nun ohne Schwierigkeiten in der jeweiligen Sprache verständigen können.
Sprachkurse für Lehrer
Es werden zudem Vorhaben für etwa 30 sächsische Grund- und Mittelschullehrer geför-
dert, die die Vermittlung von Sprachkenntnissen in Tschechisch oder Polnisch zur Ver-
besserung der interkulturellen Kompetenzen in Bezug auf die beiden Nachbarländer
zum Gegenstand haben. Dadurch sollen die Lehrer in die Lage versetzt werden, den
Schülern im Rahmen von Arbeitsgemeinschaften ein sprachliches und interkulturelles
Niveau zu vermitteln, welches ihnen ermöglicht, nach ihrer beruflichen Ausbildung in der
Grenzregion beruflich tätig zu werden. Der im Jahr 2011 begonnene Tschechischkurs
wurde im Jahr 2013 abgeschlossen. Über 70 % der Teilnehmer haben ein Zertifikat über
Sprachkenntnisse der Niveaustufe B1 entsprechend dem Gemeinsamen Europäischen
Referenzrahmen für Sprachen erworben. Der Polnischkurs konnte mangels Nachfrage
nicht durchgeführt werden.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
127
Vorhabensbereich: Stärkung der Leistungsfähigkeit der Hochschulen
Im Rahmen der ESF-Richtlinie Hochschule und Forschung ist keine positive Diskriminie-
rung von Frauen oder Männern vorgesehen. Weibliche und männliche Studierende aus
MOE-Staaten haben gleichermaßen Zugang zur Förderung.
C. Analyse der Verwendung der Fonds gemäß Artikel 34 Absatz 2 der Verord-
nung (EG) Nr. 1083/2006 verwendet wurde. Für ESF-Programme sind die An-
gaben gemäß Artikel 10 der Verordnung (EG) 1081/2006 zu liefern.
a) Durchgängige Berücksichtigung des Gleichstellungsaspekts sowie etwaiger ge-
schlechtsspezifischer Aktionen;
b) Aktionen zur Förderung der Teilnahme von Migranten am Erwerbsleben und
dadurch zur Förderung ihrer sozialen Eingliederung;
c) Aktionen zur Förderung der Integration von Minderheiten ins Erwerbsleben und
dadurch Förderung ihrer sozialen Eingliederung;
d) Aktionen zur Förderung der Integration anderer benachteiligter Gruppen, ein-
schließlich Menschen mit Behinderungen, ins Erwerbsleben und zur Förderung ih-
rer sozialen Eingliederung;
e) Innovative Maßnahmen, einschließlich einer Darlegung der Themen und der Er-
gebnisse sowie der Verbreitung und durchgängigen Berücksichtigung;
f)
Transnationale und/oder interregionale Aktionen.
Vorhabensbereich: transnationale Bildung und Ausbildung
a) siehe Chancengleichheit
d)
Die zusätzlichen betriebsnahen transnationalen Ausbildungsplätze werden durch
marktbenachteiligte oder individuell benachteiligte Jugendliche genutzt. Die
Chancen einer Einmündung in den ersten Arbeitsmarkt werden durch einen aner-
kannten Berufsabschluss deutlich gesteigert.
Vorhabensbereich: Qualifizierung von Lehrern, Auslandspraktika für Berufsfachschüler
Bei allen Maßnahmen wird zwingend vorausgesetzt, dass der gleichberechtigte Zugang
von Frauen und Männern wie auch Minderheiten und Menschen mit Migrationshinter-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
128
grund gewährleistet ist und bei der inhaltlichen Ausgestaltung den Unterschieden der
Geschlechter ausreichend Rechnung getragen wird. Die Auslandspraktika stellen dabei
insgesamt eine transnationale Maßnahme dar, da die Schüler im Ausland in das dortige
Berufsleben integriert werden und so umfassende sprachliche und interkulturelle Fähig-
keiten und Kompetenzen erwerben.
Vorhabensbereich: Stärkung der Leistungsfähigkeit der Hochschulen
Der Fördergegenstand trat mit Änderung des Sächsischen Hochschulgesetzes (Sächs-
HSG) zum 1. Januar 2009 in Kraft. Transnationale Studienabschlussstipendien dienen
der Vernetzung von Studierenden an sächsischen Hochschulen aus mittel- und osteuro-
päischen Staaten mit der sächsischen Wissenschaft und Wirtschaft. Studierenden aus
den Staaten Mittel- und Osteuropas sollen durch die Vergabe von Stipendien in Höhe
von 638 EUR p.m., die dem Lebensunterhalt dienen, die Beendigung des fachspezifi-
schen Studiums an sächsischen Hochschulen und das Kennenlernen der sächsischen
Wirtschaft ermöglicht werden. Die Förderung beträgt längstens zwei Jahre. Bis 31. De-
zember 2014 wurden 72 Stipendien an Studenten aus Mittel- und Osteuropa bewilligt,
von denen nunmehr alle als abgeschlossen gelten. Mit Änderung der Richtlinie ESF
Hochschule und Forschung zum 2. November 2010 wurde zudem die Förderung von
transnationalen Hochschulprojekten ermöglicht. Bis 31. Dezember 2014 wurden zehn
mehrjährige Projekte mit einer Gesamtförderung von rund 8,71 Mio. EUR bewilligt.
3.4.2 Wesentliche aufgetretene Probleme und getroffene Abhilfemaßnahmen
Im Jahresbericht 2013 wurde mitgeteilt, die Verwaltungsbehörde werde eine Finanzkor-
rektur innerhalb der Prioritätsachse E in den Fördergegenständen 9130, 9177 und 9628
vornehmen, die noch nicht abschließend ermittelt war. Die Finanzkorrektur erfolgt durch
Reduzierung des Beteiligungssatzes in den betroffenen Vorhaben von 85 % auf 75 %.
Die konkrete Höhe der Finanzkorrektur wird von der Verwaltungsbehörde anhand der
abgeschlossenen Vorhaben und der dazugehörigen Daten berechnet. Bisher erfolgten
fünf Finanzkorrekturen in den drei betroffenen Fördergegenständen in Höhe von insge-
samt 560.460,59 EUR. Insgesamt sind 162 Vorhaben von der Finanzkorrektur betroffen,
von denen durch die vorgenannten fünf Finanzkorrekturen bereits 133 korrigiert wurden.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
129
Somit verbleiben noch 29 Vorhaben. Die erforderlichen Finanzkorrekturen werden in
mehreren Stufen durchgeführt, da noch nicht alle betroffenen Vorhaben abgeschlossen
sind. Zunächst werden alle bis zum 30. Juni 2014 abgeschlossenen Vorhaben korrigiert.
Sobald die verbleibenden 29 Vorhaben den Status „abgeschlossen“ erreicht haben, wird
die entsprechende Finanzkorrektur erfolgen. Neben der Finanzkorrektur in den Förder-
gegenständen 9130, 9177 und 9628 wurde, aufgrund fehlender Nachweise der Behör-
denbeteiligung (Artikel 37 Abs. 7 der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006), ebenfalls eine
Finanzkorrektur in den Fördergegenständen 7390, 10815 und 9128 erforderlich. Insge-
samt sind 152 Vorhaben von der Finanzkorrektur in Höhe von 607.997,18 EUR betrof-
fen. Die Fördergegenstände 10815 und 9128 beinhalten jeweils ein Vorhaben, welche
durch Einzelfinanzkorrektur berichtigt werden. Für die 150 betroffenen Vorhaben des
Fördergegenstandes 7390 wurde eine pauschale Finanzkorrektur durchgeführt, die noch
systemseitig zu erfassen sind.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
130
4. ESF-Programme: Kohärenz und Konzentration
Die Nationalen Reformprogramme (NRP) sind ein wichtiges Instrument bei der Umset-
zung der Strategie Europa 2020. In ihnen legen die Mitgliedstaaten dar, wie sie die auf
europäischer Ebene vereinbarten Ziele und Orientierungen in ihrer nationalen Politik
umsetzen. Im Rahmen des Europäischen Semesters werden die NRP im Frühjahr eines
jeden Jahres zusammen mit den Stabilitäts- und Konvergenzprogrammen vorgelegt,
welche nach dem Stabilitäts- und Wachstumspakt zu erstellen sind.
Die Bundesregierung hat den NRP 2014 im Frühjahr 2014 vorgelegt. Er beschreibt das
gesamtwirtschaftliche Umfeld, das die Bundesregierung im laufenden Jahr erwartet. Zu-
dem wird dokumentiert, welchen Stand Deutschland bei den fünf Kernzielen der Strate-
gie Europa 2020 und den darüber hinausgehenden nationalen Zielen erreicht hat und
wie die Europäischen Struktur- und Investitionsfonds im Zusammenhang mit der Europa
2020-Strategie genutzt werden. Außerdem werden im NRP 2014 Aussagen zur Umset-
zung der länderspezifischen Empfehlungen des Rates der Europäischen Union für
Deutschland und zu Aktionsprogrammen im Rahmen des Euro-Plus-Pakts getroffen.
Überdies werden Maßnahmen zur Umsetzung der länderspezifischen Empfehlungen
(Tabelle I) und Maßnahmen zur Umsetzung der Europa 2020-Strategie (Tabelle II) vor-
gestellt.
Die Maßnahmen im deutschen NRP 2014 setzen die europäische Strategie für Wachs-
tum und Beschäftigung in vollem Umfang um, fügen sich in das bestehende Rahmen-
werk der Strategie Europa 2020 und der Integrierten Leitlinien für Wachstum und Be-
schäftigung ein und bauen auf diesen auf. Mit Blick auf den ESF in Sachsen wird in der
Tabelle I des NRP 2014 folgende sächsische Maßnahme zur Umsetzung der länderspe-
zifischen Empfehlungen vorgestellt:

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
131
Titel der Maßnahme Beschreibung und erwartete
Wirkung der Maßnahme
Status und Zeitplan
Berufsbegleitende
Weiterbildung
im Bereich der
Kindertagesbetreuung
in
Sachsen
Hochschulabsolventen universi-
tärer Studiengänge in Erzie-
hungswissenschaft
oder Pädagogik erhalten in ei-
ner ein Teilzeitarbeitsverhältnis
begleitenden Weiterbildung die
Möglichkeit, auf dem
Gebiet der Kindheitspädagogik
theoretisches Wissen und prak-
tische
Kompetenzen zu erwerben und
nachzuweisen, die sie befähi-
gen, in
Kindertageseinrichtungen als
pädagogische Fachkraft für die
Arbeit
mit den Kindern und für die Lei-
tung von Kindertageseinrichtun-
gen
tätig zu werden. Die Weiterbil-
dung endet mit einem Ab-
schlusskolloquium.
Damit wird es den Teilnehmern
ermöglicht, eine Tätigkeit
in einer Kindertageseinrichtung
aufzunehmen.
Juli 2013 – September
2014
In der vorliegenden Tabelle handelt es sich um ein Beispiel Auswahl der sächsischen
Maßnahmen.
Im Ergebnis steht aus arbeitsmarkt- und beschäftigungspolitischer Sicht die in der Ta-
belle mitgeteilte Maßnahme im Einklang mit dem NRP 2014 und trägt wirksam zu seiner
Verwirklichung bei und entfaltet auch Beschäftigungswirkungen.
Die strategischen Leitlinien der Gemeinschaft sind ein wichtiger Bestandteil der Kohäsi-
onspolitik ab 2007. Sie dienen den Mitgliedstaaten als Grundlage für die Festlegung der
vorrangigen Ziele im Bereich der Kohäsionspolitik. Die Leitlinien tragen zur Verwirkli-
chung der weiteren Prioritäten der Gemeinschaft bei, vor allem derjenigen, die sich aus

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
132
der Lissabon-Strategie und den Integrierten Leitlinien für Wachstum und Beschäftigung
ableiten.
Um mehr und bessere Arbeitsplätze zu schaffen, muss die Kohäsionspolitik darauf ab-
zielen, die Herausforderungen zu bewältigen, die von der europäischen Beschäftigungs-
strategie aufgezeigt werden. Insbesondere gilt es mehr Menschen in Arbeit zu bringen
bzw. dort zu halten und die Sozialsysteme zu modernisieren. Darüber hinaus muss die
Anpassungsfähigkeit der Arbeitskräfte verbessert und die Flexibilität der Arbeitsmärkte
gesteigert werden. Zu diesem Zweck sollten die Investitionen in das Humankapital durch
Verbesserung von Bildung und Qualifizierung gesteigert werden. Diese Maßnahmen
müssen mit der Entwicklung der Verwaltungskapazität der öffentlichen Verwaltungen
und Dienste und dem Schutz der Gesundheit der Arbeitskräfte einhergehen. Eine weite-
re Erhöhung der Erwerbstätigenquote ist im Hinblick auf die demografischen Herausfor-
derungen geboten. Die Bundesregierung hat daher im NRP 2014 folgendes Ziel formu-
liert: Die Erwerbstätigenquote für Frauen und Männer im Alter von 20-64 Jahren soll bis
zum Jahre 2020 auf 77 % erhöht werden (Stand 2013: 77,5 %). Zudem wird eine Er-
werbstätigenquote für Ältere (55-64-Jährige) in Höhe von 60 % (Stand 2013: 64,1 %)
angestrebt. Die Erwerbstätigenquote von Frauen soll 73 % (Stand 2013: 72,7 %) errei-
chen.
In der laufenden sowie in der künftigen Förderperiode des OP des Freistaats Sachsen
für den ESF hat die Integration von Geringqualifizierten in den ersten Arbeitsmarkt einen
hohen Stellenwert. Im Zuständigkeitsbereich des Sächsischen Staatsministeriums für
Wirtschaft, Arbeit und Verkehr unterstützen ESF-Maßnahmen Arbeitslose und benach-
teiligten Jugendliche, die über keinen oder keinen verwertbaren Abschluss verfügen,
beim Erwerb eines anerkannten Abschlusses und befähigen sie so für den ersten Ar-
beitsmarkt.
Die Maßnahmen der ESF-Förderung im Freistaat Sachsen leisten einen Beitrag zur
Strategie Europa 2020 für Beschäftigung und intelligentes Wachstum und zu den Inte-
grierten Leitlinien für Wachstum und Beschäftigung. Die Maßnahmen sind darauf ausge-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
133
richtet, die aktuell positive Entwicklung am Arbeitsmarkt in Sachsen zu verstetigen und
den demografischen Herausforderungen zu begegnen. Die Strategie der EU zielt darauf
ab, der Politik eine neue Orientierung zu geben: weg vom Krisenmanagement hin zu
mittel- und langfristig angelegten strukturellen Reformen. Dadurch sollen Wettbewerbs-
fähigkeit, Produktivität, Wachstumspotenzial, sozialer Zusammenhalt und Konvergenz in
Europa gestärkt werden.
Die Politik der Bundesregierung zielt darauf ab, das Erwerbspersonenpotential besser
auszuschöpfen und so die Erwerbstätigenquote weiter zu erhöhen. Um die Effizienz und
die Flexibilität in der Arbeitsmarktpolitik zu erhöhen hat der Bund in 2011 die arbeits-
marktpolitischen Instrumente reformiert. Das am 20. Dezember 2011 beschlossene Ge-
setz zur Verbesserung der Eingliederungschancen am Arbeitsmarkt ist darauf gerichtet,
die für Aktivierung und Arbeitsmarktintegration zur Verfügung stehenden Mittel besser
zu nutzen und die Integration in Erwerbstätigkeit, und hier besonders in sozialversiche-
rungspflichtige Beschäftigung, zu beschleunigen. Das Gesetz stärkt örtliche Entschei-
dungskompetenzen. Arbeitsmarktinstrumente wurden komprimiert und flexibler einsetz-
bar gestaltet. Externe Arbeitsmarktdienstleister, wie z.B. private Arbeitsvermittler, müs-
sen sich einer Qualitätskontrolle unterziehen und ihre Qualität dauerhaft sichern. Die
Zahl der Arbeitsmarktinstrumente verminderte sich um rund ein Drittel, im Gegenzug
wurde der Handlungsspielraum der Arbeitsförderung erweitert.
Eine weitere wesentliche und im NRP 2014 verankerte Zielstellung der Bundesregierung
ist die Senkung der Langzeitarbeitslosigkeit bis 2020 um 20 % ggü. 2008. Zwar hat auch
Sachsen im Jahr 2014 eine positive Beschäftigungsentwicklung erfahren und die Lang-
zeitarbeitslosigkeit hat sich verringert. Dennoch besteht weiter Handlungsbedarf bei der
Reduzierung der Langzeitarbeitslosigkeit. Der Freistaat Sachsen unterstützt diese Politik
durch eine Vielzahl eigener Initiativen und Maßnahmen. So dient beispielsweise das
ESF-Programm „Individuelle Einstiegsbegleitung“ des Sächsischen Staatsministeriums
für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr der Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit und
(Wieder) Eingliederung von Langzeitarbeitslosen in den 1. Arbeitsmarkt. Dabei werden
Langzeitarbeitslose zielgerichtet durch Qualifizierungsbestandteile und Praktika mit so-
zialpädagogischer Betreuung wieder auf eine Beschäftigung auf dem 1. Arbeitsmarkt

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
134
vorbereitet, in Arbeit vermittelt und zur Stabilisierung der Beschäftigungsaufnahme wei-
ter begleitet und unterstützt.
Zur Sicherstellung der Kohärenz sind die Landesprogramme im Freistaat Sachsen kom-
plementär zu den Bundesprogrammen angelegt und beziehen sich auf qualitative Ziel-
setzungen, die aufgrund der spezifischen Rahmenbedingungen durch den Bund nicht
ausreichend berücksichtigt werden können. Vergleichbar den Vorgaben, wie sie für die
Erarbeitung der OP`s gelten, wurden für alle Förderbereiche auf der Grundlage sozio-
ökonomischer Eckpunkte auf die einzelnen Einsatzfelder bezogene Ziele und Instrumen-
te definiert und geeignete Ergebnis- und Wirkungsindikatoren festgelegt. Dabei wurde
die jeweils gewählte Strategie insbesondere im Hinblick auf die zentralen Prioritäten im
Freistaat Sachsen und der Gemeinschaft geprüft.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
135
5. Technische Hilfe
Die Technische Hilfe steht der Verwaltungsbehörde als Instrument bei der Umsetzung
des ESF zur Verfügung. Finanziert werden hieraus Maßnahmen zur Vorbereitung,
Durchführung, Begleitung, Monitoring, Kontrolle, Bewertung (Evaluierung), Information
und Kommunikation.
Die Technische Hilfe gewährleistet durch eine personelle und materielle Verstärkung der
beteiligten Akteure und mit der Unterstützung des partnerschaftlichen Dialoges den ef-
fektiven Einsatz der Strukturfondsmittel des ESF im Freistaat Sachsen. Bis zum Jahres-
ende 2014 wurden insgesamt 343 Maßnahmen in den o. g. Bereichen beantragt. Davon
sind 208 Maßnahmen verwendungsnachweisgeprüft und abgeschlossen. Nach Antrag-
stellung einer Finanzierung aus Technischer Hilfe wurden 15 Maßnahmen abgelehnt
und 32 zurückgezogen.
Im Förderzeitraum 2007 bis 2013 ist nach dem Finanzierungsplan zur 3. Änderung des
Operationellen Programmes eine Gemeinschaftsbeteiligung von insgesamt
25.333.334,00 EUR für die Technische Hilfe vorgesehen. Bis zum 31. Dezember 2014
waren Mittel in Höhe von 18,351 Mio. EUR aus dem Gemeinschaftshaushalt gebunden.
Die Verteilung auf o. g. Bereiche stellt sich dabei wie folgt dar:
-
0,494 Mio. EUR für Maßnahmen der Vorbereitung,
-
13,679 Mio. EUR für Maßnahmen der Durchführung, Begleitung (Monitoring) und
Kontrolle
-
2,892 Mio. EUR für Maßnahmen der Information und Kommunikation und
-
1,286 Mio. EUR für Maßnahmen der Bewertung (Evaluierung) sowie für Studien.
Damit sind 72,44 % der zur Verfügung stehenden Gemeinschaftsmittel für die Techni-
sche Hilfe zum 31. Dezember 2014 bewilligt.
Zum Jahresende 2014 beliefen sich die Auszahlungen für die Technische Hilfe aus dem
Gemeinschaftshaushalt auf insgesamt 18,181 Mio. EUR.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
136
6.
Information und Öffentlichkeitsarbeit
2014 wurden umfassende Maßnahmen der Informations- und Öffentlichkeitsarbeit zu
den EU-Strukturfonds ESF und EFRE durchgeführt. Die Verwaltungsbehörden ESF und
EFRE arbeiten in der fondsübergreifenden Kommunikation eng zusammen und setzen
den gemeinsam erstellten Kommunikationsplan um. Der Arbeitsbereich Kommunikation
in der Verwaltungsbehörde ESF konzipiert zudem ESF-spezifische Maßnahmen und
koordiniert die Öffentlichkeitsarbeit der ESF-Fondsbewirtschafter, die für die Kommuni-
kation zu den jeweiligen Förderangeboten zuständig sind.
Kommunikationsstrategie
Leitidee
Die im Kommunikationsplan verankerte Leitidee „Europa bietet Chancen und Perspekti-
ven für Sachsen und für den Einzelnen“ wurde bei allen Publikationen und Aktionen
vermittelt. Insbesondere durch den Claim „Europa fördert Sachsen“ in den sächsischen
ESF- und EFRE-Logos wird der Mehrwert der EU-Förderung für Sachsen sichtbar.
Ziele und Zielgruppen
Der europäische Gedanke und Mehrwert der Förderung wurde durch öffentlichkeitswirk-
same Aktionen wie die Wanderausstellung, die Schaltung von Anzeigen und Radiospots
sowie durch den bei allen Maßnahmen eingesetzten Claim „Europa fördert Sachsen“
und entsprechende Publikationen vermittelt. Damit wurde die Zielgruppe „Allgemeine
Öffentlichkeit“ erreicht.
Die Information der Zielgruppe der potenziellen Begünstigten über die Fördermöglichkei-
ten erfolgte bei Veranstaltungen, durch Informationsstände auf Messen, Pressemittei-
lungen, die Bereitstellung von Informationsmaterial und die Bekanntmachung der Adres-
se des übergreifenden Internetauftritts
www.strukturfonds.sachsen.de
, der alle wesentli-
chen Informationen bündelt.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
137
Strategie und Instrumente
In Print, Online und bei den Tafeln der Best-Practice-Ausstellung wurden größtenteils
real geförderte Personen abgebildet (Testimonial-Prinzip). So wurde die Wirksamkeit
europäischer Förderung nachvollziehbar und sichtbar. Zusätzlich wurden originelle Moti-
ve eingesetzt, um den Wiedererkennungswert der Strukturfonds in Sachsen zu steigern.
Das im Kommunikationsplan verankerte einheitliche Erscheinungsbild für Publizitäts-
maßnahmen wurde konsequent eingehalten.
Instrumente zielgruppenspezifischer Publizitätsmaßnahmen
Die ESF-Fondsbewirtschafter in den verschiedenen Ressorts führten zielgruppenspezi-
fische Publizitätsmaßnahmen zu ESF-Programmen durch, darunter Veranstaltungen,
die Herausgabe von Informationsmaterial und Pressemitteilungen sowie Artikel in Publi-
kationen und Info-Mails. Zielgruppen waren potenzielle Begünstigte, Begünstigte, Multi-
plikatoren sowie an der Umsetzung der Förderung Beteiligte, zum Beispiel Arbeitsver-
waltung, Berufsverbände, Kammern, Hochschulen, Einrichtungen der Jugendhilfe, Un-
ternehmen, Kommunen und Schulen.
Instrumente übergreifender Publizitätsmaßnahmen
Die Verwaltungsbehörden führten zahlreiche Publizitätsmaßnahmen mit fondsübergrei-
fendem Charakter durch. Dazu gehören neben Medienarbeit Veranstaltungen und öf-
fentlichkeitswirksame Aktionen, die Herstellung und Distribution von Publikationen und
Werbeartikeln, die Pflege des übergreifenden Internetauftritts sowie Maßnahmen zur
Bekanntmachung der grundsätzlichen Fördermöglichkeiten und der Rolle der Europäi-
schen Union.
Spezifische Planung für Kommunikation in 2014
Die Planung war fondsübergreifend (gemeinsame Maßnahmen der Verwaltungs-
behörden ESF und EFRE) und fondsspezifisch (Kommunikationsmaßnahmen speziell
zum ESF) erstellt.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
138
Der Kommunikation in 2014 kam eine zentrale Scharnierfunktion zwischen den Förder-
zeiträumen zu. Zum Abschluss des Förderzeitraums 2007 bis 2013 lag der Fokus auf
der Kommunikation der Ergebnisse und Erfolge. Abhängig von der Laufzeit der Pro-
gramme wurde noch punktuell zu den Förderangeboten informiert. Parallel wurden die
erforderlichen Grundlagen für die Kommunikation im Förderzeitraum 2014 bis 2020 ge-
schaffen. Dies betrifft insbesondere die Erstellung der gemeinsamen Kommunikations-
strategie EFRE/ESF sowie die Vorbereitung der Umsetzung der Kommunikationspflich-
ten seitens der Verwaltung und seitens der Begünstigten.
Hauptaktionen im Jahr 2014 waren zum einen die Crossmedia-Kampagne zur Europa-
woche mit der Schaltung von Anzeigen und Radiospots, und zum anderen die Auftakt-
veranstaltung zum Förderzeitraum 2014 bis 2020 am 28. November 2014. Begleitend
wurden die Anzeigen und Radiospots in einem Zeitraum um die Auftaktveranstaltung
erneut geschaltet.
Publizitätsmaßnahmen 2014 im Überblick
Internetpräsentation/Online-Information
Der gemeinsame Internetauftritt
www.strukturfonds.sachsen.de
der Verwaltungsbehör-
den ESF und EFRE richtet sich an potenzielle Begünstigte und interessierte Bürgerin-
nen und Bürger und bietet Informationen zu den Förderangeboten sowie Beispiele ge-
förderter Projekte. Der Auftritt wurde kontinuierlich gepflegt und aktualisiert. Die Zugriffs-
zahlen können seit 2013 erfasst werden. Im Ergebnis der Jahresstatistik 2014 haben
den Internetauftritt 22.373 Besucher bei 66.992 Page Impressions aufgerufen (2013:
11.935 Besucher, 37.604 Page Impressions).
Zu einzelnen Förderbereichen/Förderangeboten halten die ESF-Fondsbewirtschafter
weitere Informationsseiten im Internet bereit. Dazu gehören das ESF-Portal des Sächsi-
schen Staatsministeriums für Kultus (
www.schule.sachsen.de/esf
), das ESF-Portal zur
Förderung im Bereich Hochschule und Forschung des Sächsischen Staatsministeriums
für Wissenschaft und Kunst (
www.studieren.sachsen.de/2011.html
) sowie das Portal zu
den Career Services an sächsischen Hochschulen (
www.career-services.sachsen.de
).

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
139
Die Bewilligungsstelle für den ESF in Sachsen, die Sächsische Aufbaubank – För-
derbank – (SAB), informiert unter
www.sab.sachsen.de/esf
zu Fördermodalitäten und
Antragstellung.
Medienarbeit
Zu aktuellen Anlässen wurden zahlreiche Pressemitteilungen herausgegeben und Jour-
nalisten zu Terminen eingeladen. Die Auswertung des wöchentlichen Pressespiegels
legt nahe, dass die Berichterstattung über die Förderung vor allem lokal und regional
eine bedeutende Rolle spielt. Häufig wurden die Informationen zumindest in gekürzter
Form in den sächsischen Printmedien wiedergegeben. In lokalen Medien ist eine häufi-
ge Berichterstattung über EU-geförderte Projekte festzustellen.
Überregional griff die Berichterstattung EU-Themen anlassbezogen auf, insbesondere
anlässlich der Genehmigung der beiden Operationellen Programme des ESF und des
EFRE für die Förderperiode 2014 bis 2020 sowie der dazugehörigen OP-
Auftaktveranstaltung am 28. November 2014. Die Veranstaltung zog ein besonders gro-
ßes Medienecho nach sich. Über die Veranstaltung und über die Eckdaten und Inhalte
der zukünftigen Förderung wurde in sächsischen Fernsehsendern, Funk und Print-
medien berichtet.
Auch im Jahr 2014 fragten Medien verstärkt zum Thema Förderzeitraum 2014 bis 2020
nach und in diesem Zusammenhang auch nach geförderten Projekten aus dem Förder-
zeitraum 2007 bis 2013. Festzuhalten ist, dass durch den neuen Förderzeitraum und die
Entscheidungen zur Mittelverteilung im Jahr 2014 das Thema Strukturfondsförderung
von den Medien häufiger aufgegriffen wurde.
Zu den ESF-Programmen erfolgten konkrete Pressemitteilungen durch die Fondsbewirt-
schafter, die in zahlreichen Presseartikeln zum Beispiel zu den Programmen Qualifizie-
rung von Strafgefangenen, Alphabetisierung, Verbesserung des Schulerfolgs, Produkti-
ves Lernen, Alltagsbegleitung für Senioren und Schulsozialarbeit aufgegriffen wurden.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
140
Publikationen/Informationsmaterial
Im Jahr 2014 wurden zwei Ausgaben der Zeitschrift zur EU-Förderung in Sachsen mit
einer Auflage von je 15.000 Exemplaren veröffentlicht. Während die erste Ausgabe im
März 2014 noch unter dem alten Titel „Strukturfonds Aktuell“ erschien, trug die zweite
Ausgabe im September 2014 bereits den neuen Namen „EU-Zeit“, der auch mit einer
Modernisierung des Layouts verbunden war. Das Magazin berichtet über das Wirken
der Strukturfonds in Sachsen sowie über Förderangebote und geförderte Projekte. Die
Verteilung erfolgt über öffentliche Einrichtungen (Arbeitsverwaltung, Kommunalverwal-
tung, Landratsämter, Multiplikatoren wie EU-Infozentren) und verschiedene Anlaufstel-
len für Förderinformationen (Kammern, Verbände, Sächsische Aufbaubank, Wirtschafts-
förderung). Die Zeitschrift wird zudem den EFRE- und ESF-Zuwendungsbescheiden
beigelegt und ist bei Infoständen und Veranstaltungen im Einsatz. Zielgrup-
pen/Leser/Abonnenten sind Multiplikatoren (z. B. Kammern, Verbände, regionale/lokale
Verwaltung, EU-Infozentren, regionale Wirtschaftsförderer), Begünstigte und potenzielle
Begünstigte der EU-Förderung sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger.
Um die Endbegünstigten der ESF-Förderung im Bildungsbereich (Schülerinnen und
Schüler) auf die Projekte zur „Unterstützung des schulischen Qualitätsmanagements“ an
sächsischen Schulen an ihrer Schule hinzuweisen, wurde ein Plakat im Format DIN A1
zum Aushang im Schulflur hergestellt und verteilt.
Zur Information über die im Jahr 2014 noch verfügbaren Fördermöglichkeiten des ESF
wurden Informationsmaterialien, zum Beispiel Flyer und Handouts, eingesetzt.
Informationsmaterialien werden beim Zentralen Broschürenversand der Sächsischen
Staatsregierung hinterlegt und können unter
www.publikationen.sachsen.de
kostenlos
heruntergeladen und auch per Post als Druckexemplare bestellt werden.
Ergebnispublikation ESF 2007 bis 2013
Unter dem Titel „Erfolgreiche Sachsen. Der ESF in Sachsen 2007 – 2013. Sieben Jahre,
zwölf Geschichten.“ erschien im Mai 2014 eine Broschüre speziell zum ESF in Sachsen,
die sich mit lebendigen Beispielen geförderter Projekte auf die Darstellung der Erfolge,
Zahlen und Fakten der ESF-Förderung konzentriert. Die Broschüre erschien mit einer

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
141
Auflage von 5.000 Exemplaren und wurde an Multiplikatoren und interessierte Bürgerin-
nen und Bürger verteilt sowie bei Veranstaltungen eingesetzt.
Crossmedia-Kampagne
Zur Europawoche im Mai 2014 sowie Ende November/Anfang Dezember 2014 anläss-
lich der Genehmigung der Operationellen Programme des ESF und des EFRE für die
Förderperiode 2014 bis 2020 wurde eine fondsübergreifende Crossmedia-Kampagne zu
Ergebnissen und Erfolgen des Förderzeitraums 2007 bis 2013 durchgeführt, die gleich-
zeitig auf die weitere Förderung im Förderzeitraum 2014 bis 2020 hinwies. Der Schalt-
zeitraum betrug jeweils ca. zwei Wochen. In der Kampagne wurden sachsenweit Radio-
spots in mehreren Sendern und Anzeigen in mehreren Tageszeitungen geschaltet.
Fortführung der Kampagne zur Alphabetisierung
Die in 2010 begonnene Kampagne zu den Förderangeboten für funktionale Analphabe-
ten des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus wurde in 2014 mit dem Einsatz der
„laufenden Buchstaben“ fortgesetzt. Die tragbaren „laufenden Buchstaben“ im Design
von Scrabblesteinen wurden für Aktionen im öffentlichen Raum (Fußgängerzonen/ In-
nenstädte/ zentrale Plätze) genutzt, um auf die Thematik aufmerksam zu machen, Vor-
urteile abzubauen und Informationsmaterial zu verteilen. Begleitend zu den jeweiligen
Veranstaltungen wurden durch die Koordinierungsstelle Alphabetisierung (koalpha) auch
die regionalen Medien zu den Aktionen informiert, so dass Informationen zum Thema
auch auf diesem Wege vermittelt wurden und unabhängig von der Aktion noch mehr
Menschen erreicht werden konnten. Zielgruppen waren potenzielle Begünstigte und de-
ren Umfeld, Multiplikatoren und die breite Öffentlichkeit.
Einsätze erfolgten zum Sächsischen Familientag am 21. Juni 2014 in Zittau sowie rund
um den Weltalphabetisierungstag im September in Plauen, Torgau und Grimma sowie
im November zur Messe Schriftgut in Dresden.
Die Buchstaben wirkten bei den Aktionen durch ihre Größe und erregten Aufmerksam-
keit bei Passanten. In der Regel gab es bei jeder Aktion neben zahlreichen Kontakten
mindestens zwanzig intensive Gespräche zur Thematik. Gelegentlich haben sich dabei

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
142
auch direkt Betroffene bei koalpha gemeldet. In den Medien wurde interessiert und posi-
tiv von den Aktionen berichtet (insbesondere Print- u. Online-Ausgaben lokaler Medien).
ESF-Sonderausgabe der Zeitschrift KLASSE
Im November 2014 erschien die ESF-Sonderausgabe der Zeitschrift „KLASSE – Das
Magazin für Schule in Sachsen“ des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus mit all-
gemeinen Informationen zur ESF-Förderung im Bildungsbereich in Sachsen und Praxis-
beispielen zu den konkreten Fördergegenständen (u. a. Berufsorientierung, ESF-QM-
Projekte, Produktives Lernen, schulartübergreifende Projekte, Alphabetisierung). Ziel-
gruppen waren sächsische Schulen, Schulträger und an Schule interessierte Einzelper-
sonen sowie Behörden und Verbände. Die Auflage betrug 40.000 Exemplare. Der Ver-
teiler der Zeitschrift umfasst zahlreiche potenzielle Begünstigte nach der SMK-ESF-
Richtlinie und die Publikation war geeignet, die Endbegünstigen der Projekte nach der
SMK-ESF-Richtlinie über die Förderung der EU zu informieren.
Film über die ESF-Förderung und deren Ergebnisse im Bereich der „Verbesserung des
Schulerfolgs“
Über die ESF-Förderung und deren Ergebnisse im Bereich der „Verbesserung des
Schulerfolgs“ wurde seitens des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus ein Film
produziert, der anhand von drei Projekten (Schülercamp, komplexes schulartübergrei-
fendes Projekt, Produktives Lernen) – aus fachlich-pädagogischer Sichtweise mit der
Zielgruppe Lehrkräfte über die Förderung und deren Ergebnisse informierte. Hergestellt
wurde der Film auf DVD in einer Auflage von 1.000 Exemplaren, die Verteilung erfolgte
an allgemeinbildende Schulen in Sachsen (staatliche und private Oberschulen, Gymna-
sien, Förderschulen).
Veranstaltungen
Mit verschiedenen Veranstaltungsformaten wurde über die ESF-Förderung in Sachsen
informiert. Ein Baustein dabei waren Informationsstände, beispielsweise auf Bildungs-
messen, mit gezielten Informationen zu einzelnen Programmen. Potenzielle Begünstig-
te, Multiplikatoren und die Öffentlichkeit wurden auch mit speziellen Informationsveran-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
143
staltungen zu einzelnen Förderangeboten angesprochen, zum Beispiel mit der Veran-
staltung „Forscher entdecken!“ des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft
und Kunst zu den ESF- und EFRE-Technologieförderprogrammen des Freistaates
Sachsen. Die Veranstaltung fand am 14. Mai 2014 in der Messe Chemnitz mit ca. 150
Teilnehmenden (Wissenschaftler, Forscher, Ingenieure, potenzielle Zuwendungsemp-
fänger, Multiplikatoren) statt und diente der Information zu den Fördermöglichkeiten,
dem Sichtbarmachen von Ergebnissen der Förderung und der Vernetzung der Akteure,
insbesondere zwischen Hochschulen, Forschungseinrichtungen und FuE-betreibenden
Unternehmen. Des Weiteren fanden eine Vielzahl von Workshops, Projektbesichtigun-
gen und Fachtagungen statt.
OP-Auftaktveranstaltung 2014 bis 2020
Die OP-Auftaktveranstaltung am 28. November in Dresden mit ca. 370 Teilnehmenden
hatte die Genehmigung der OPs und den Auftakt zur neuen Förderperiode zum Inhalt.
Es wurden aber auch Ergebnisse des Förderzeitraums 2007 bis 2013 thematisiert. Be-
gleitend fand rund um die OP-Auftaktveranstaltung eine erneute Auflage der Crossme-
dia-Kampagne statt. Ein „Markt der Möglichkeiten“ informierte über das komplette För-
derportfolio des ESF und des EFRE im Förderzeitraum 2014 bis 2020.
Informationsstände
Auch in 2014 erfolgte eine sehr gute Zusammenarbeit mit der SAB bei Informationsver-
anstaltungen bzw. regionalen Messen. Während Promoterinnen und Promoter die Be-
sucher direkt ansprachen und auf die Fördermöglichkeiten aufmerksam machten, stellte
die SAB vor Ort Ansprechpartner für Beratungsgespräche zur Verfügung. Aufgrund des
Auslaufens der Förderung in den relevanten Programmen erfolgte eine Beteiligung an
Informations- und Messeständen nur zu Jahresbeginn.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
144
Stand/Veranstaltung Ergebnis
Informationsstand:
Messe KarriereStart Dresden,
24.-26.01.2014
-
1.300 Besucher am Stand, davon 127 intensive Ge-
spräche
-
1.800 Stück Infomaterial wurden mitgenommen
-
Nachgefragte Themen: Weiterbildungsscheck, Zu-
satzqualifikationen für Auszubildende, wann neue An-
träge gestellt werden können, Existenzgrün-
dung/Mikrodarlehen, Ende der Förderperiode
Informationsstand:
Messe Zwickau: Zukunft hier,
01.-02.02.2014
-
300 Besucher am Stand, 45 intensive Gespräche
-
400 Stück Infomaterial wurden mitgenommen
-
Nachgefragte Themen: Infos zur neuen Förderperio-
de, Weiterbildungscheck, Förderung von Existenz-
gründungen, Fördermöglichkeiten ESF/EFRE allge-
mein
Best-Practice-Wanderausstellung: ESF/EFRE sichtbar vor Ort
Die EFRE-ESF-Wanderausstellung ist seit 2010 in ganz Sachsen im Einsatz. Bisher
wurden insgesamt 51 Stationen umgesetzt. Die Ausstellung besteht aus zahlreichen
Tafeln zur Veranschaulichung geförderter EFRE- und ESF-Projekte, bis zu zwei Media-
wänden für Filmbeiträge, einem großformatigen Förder-Wegweiser und Broschüren-
ständern zur Auslage von Informationsmaterial. In 2014 war die Ausstellung an acht Sta-
tionen zu sehen: SAB-Kundencenter Leipzig, Neues Rathaus Leipzig, Veranstaltung
„Forscher entdecken!“ des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst
in Chemnitz, SAB-Zentrale Dresden, Sparkasse Zittau, Lichthof im Sächsischen
Staatsministerium der Finanzen, Rathaus Meißen, Hochschule Zittau.
Werbemittel/Messeausrüstung
Im Jahr 2014 wurden Werbemittel hauptsächlich auf Messen, bei Veranstaltungen und
über Multiplikatoren eingesetzt. Die Werbemittel richteten sich an die breite Öffentlich-
keit und potenzielle Begünstigte, wiesen auf den Mehrwert der europäischen Förderung

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
145
hin und bewarben die Adresse
www.strukturfonds.sachsen.de
. Das Portfolio an Werbe-
mitteln/Materialien für Veranstaltungen umfasste z. B. Kulis, Blöcke, Haftnotizblöcke,
Dokumenten- und Kuriertaschen, Schlüsselbänder, Tassen, Tagungsmappen, USB-
Sticks.
Weiterhin wurde für das Jahr 2015 ein ESF-EFRE-Jahreswandkalender im Format A 1
mit einer Auflage von 1.500 Exemplaren erstellt. Des Weiteren wurde ein Monatskalen-
der 2015 mit einer Auflage von 2.000 Exemplaren produziert. Beide Kalender wurden an
Multiplikatoren verschickt und bei Veranstaltungen eingesetzt.
Die Messeausrüstung bestehend unter anderem aus Messewand, Theke, Stehtischen
und Broschürenständern wurde gepflegt, Neuanschaffungen wurden nicht getätigt.
Im Jahr 2014 wurden Werbemittel erfolgreich bei Veranstaltungen und Informationsakti-
onen eingesetzt. Die Werbemittel richteten sich an die breite Öffentlichkeit und potenzi-
elle Begünstigte, wiesen durch das Logo mit „Europa fördert Sachsen“ auf den Mehrwert
der europäischen Förderung hin und bewarben das Online-Portal der Strukturfonds in
Sachsen (
www.strukturfonds.sachsen.de
).
Anfragen an die Verwaltungsbehörde ESF
Auch im Jahr 2014 wurden durch die Verwaltungsbehörde ESF telefonische und auch
schriftliche Anfragen zum ESF teilweise direkt beantwortet oder an die jeweils zuständi-
ge Stelle weitergeleitet. Es handelte sich dabei vorwiegend um Anfragen von Unterneh-
mern, Kommunen, Journalisten und Studenten bzw. Diplomanden. Zunehmend waren
auch Anfragen potenzieller Begünstigter zum neuen Förderzeitraum zu verzeichnen. Es
gingen ca. fünf Anfragen pro Woche ein.
Verzeichnis der Begünstigten
Das Verzeichnis der Begünstigten listet die ESF-geförderten Projekte auf, ist unter
www.strukturfonds.sachsen.de
zu finden und wurde 2014 halbjährlich aktualisiert.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
146
EU-Flagge vor dem Sitz der Verwaltungsbehörde
Die EU-Flagge war das ganze Jahr 2014 über vor dem Sächsischen Staatsministerium
für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr gehisst.
Maßnahmen der Bewilligungsstelle Sächsische Aufbaubank – Förderbank – (SAB)
Kundencenter: Die Bewilligungsstelle verfügte im Jahr 2014 neben dem Hauptsitz in
Dresden über zwei weitere Kundencenter in Chemnitz und Leipzig sowie darüber hinaus
vier Regionalbüros in Görlitz, Plauen, Annaberg-Buchholz und Torgau.
Internet: Das ESF-Portal der SAB ist unter
www.sab.sachsen.de/esf
und unter
www.esf-in-sachsen.de
erreichbar und enthält die detaillierten Informationen zur Antrag-
stellung.
Veranstaltungen: Die SAB war auf 62 Veranstaltungen inklusive Messen präsent und
führte Beratungen zu den verschiedenen Förderangeboten durch. Dabei wurden mehr
als 1.640 Teilnehmende erreicht.
Beratungen in den Kundencenter/Regionalbüros: 3.643 persönliche Beratungsgesprä-
che wurden geführt. 677 telefonische Anfragen, die in den Kundencentern und Regio-
nalbüros eingegangen sind, wurden beantwortet.
Telefonische Beratung im Servicecenter: 65.401 Gespräche wurden angenommen. Da-
rin wurden Fragen zur Förderung beantwortet, Terminvereinbarungen für Beratungsge-
spräche vereinbart, Anträge und Unterlagen verschickt sowie Gespräche vermittelt.
Das Servicecenter ist montags bis donnerstags von 8:00 Uhr bis 18:00 Uhr und am Frei-
tag von 8:00 Uhr bis 15:00 Uhr erreichbar.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
147
Tabelle 26: Bewertung der Informations- und Publizitätsmaßnahmen
Informations- und
Publizitätsmaßnahme
Bewertungskriterien
Angaben zu den Bewertungskriterien
Internetauftritt
www.strukturfonds.sachsen.de
Internetzugriffe
Nutzerstatistik im Zeitraum 01.01.-
31.12.2014:
- 22.373 Besucher
- 66.992 Page Impressions
Medienarbeit, Pressemittei-
lungen, Presseveranstaltun-
gen
Resonanz in den Me-
dien; erreichte Leser/
Zuhörer/Zuschauer
34 Pressemitteilungen mit mehrfacher
Resonanz in den regionalen Medien
Zeitschrift
„Strukturfonds Aktuell“ / „EU-
Zeit“
Auflage, Verteilung
Auflage 2 x 15.000 Exemplare, umfang-
reicher Verteiler, zusätzliche Verteilung
auf allen Messen, Veranstaltungen; Ver-
teilung über die SAB an Zuwendungs-
empfänger und Interessierte
ESF-Sonderausgabe der Zeit-
schrift KLASSE
Auflage, Verteilung
Auflage 40.000 Exemplare, verteilt an
potenzielle Begünstigte, Endbegünstigte
(Schülerinnen und Schüler) der Projekte
nach der SMK-ESF-Richtlinie
Film über die ESF-Förderung
und deren Ergebnisse im Be-
reich der „Verbesserung des
Schulerfolgs“
Auflage, Verteilung
Auflage 1.000 Exemplare (DVDs), verteilt
an allgemeinbildende Schulen in Sach-
sen (staatliche und private Oberschulen,
Gymnasien, Förderschulen); positives
Feedback seitens der Schulen
OP-Auftaktveranstaltung 2014
bis 2020
Besucherzahlen, Re-
sonanz in den Medi-
en, Feedback
Ca. 370 Teilnehmende, großes Medien-
echo in Online, Print, TV und Radio, po-
sitives Feedback der Besucher
Sachsenweite Schaltung von
Anzeigen
Auflage / Anzahl der
Leserreichweite des
betreffenden Mediums
Schaltung zur Europawoche im Mai: Auf-
lage Tageszeitungen: ca. 1 Mio., Wo-
chenzeitungen: ca. 2,8 Mio.
Schaltung zur OP-Auftaktveranstaltung

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2014
148
Ende November/Anfang Dezember: Auf-
lage Tageszeitungen ca. 2 Mio.
Sachsenweite Schaltung von
Radiospots
Anzahl der Hörer-
reichweite des betref-
fenden Mediums
Schaltung zur Europawoche im Mai: ca.
33 Mio. (Mehrfach-)Kontakte
Schaltung zur OP-Auftaktveranstaltung
Ende November/Anfang Dezember: ca.
33 Mio. (Mehrfach-)Kontakte
Kampagne Alphabetisierung
Feedback, Resonanz
in den Medien
i.d.R. bei jeder Aktion neben zahlreichen
Kontakten mind. 20 intensive Gespräche,
Betroffene haben sich an Koordinie-
rungsstelle koalpha gewendet; in den
Medien wurde interessiert und positiv
von den Aktionen berichtet (insbesonde-
re Print- u. Online-Ausgaben lokaler Me-
dien)
Messeauftritte, Präsentation
auf Veranstaltungen, Aktions-
stände
Besucherzahlen, Zahl
des verteilten Infoma-
terials
Infostände: ca. 1.600 Besucher, ca.
2.200 Stück Infomaterial wurde mitge-
nommen
Best-Practice-
Wanderausstellung
Häufigkeit des Einsat-
zes
8 Stationen zu je ca. 2-3 Wochen an
öffentlich zugänglichen Orten mit Publi-
kumsverkehr