image
Den demografischen Wandel gestalten.
Handlungskonzept
27.04.2010
Den demografischen
Wandel durch vernetztes
Denken und Handeln
gestalten.
Chancen
kommunizieren
Herausforderungen
erkennen
Prioritäten
setzen
Wirkung
analysieren
Maßnahmen
ergreifen

Den demografischen Wandel gestalten. Handlungskonzept
- 1 -
Inhaltsverzeichnis
1.
Einleitung und Zielsetzung
2
2.
Grundzüge der demografischen Entwicklung im Freistaat Sachsen
3
2.1
Betrachtungszeitraum und Zielrichtung
3
2.2
Allgemeine Trends der Bevölkerungsentwicklung in Sachsen
4
3. Entwicklungsleitbild und Benchmarks
5
4. Leitsätze
7
5. Strategische Ziele
8
6. Handlungsprogramm: Acht-Punkte-Programm 10
Anhang:
Abb. 1 -
Eckdaten zur Bevölkerungsentwicklung im Freistaat Sachsen
11
Abb. 2 -
Voraussichtliche Bevölkerung des Freistaates Sachsen bis 2050
12
Abb. 3 - Voraussichtliche prozentuale Veränderung der Bevölkerung im Freistaat
Sachsen nach Altersgruppen 2010, 2020, 2030 und 2050 gegenüber
2000 12
Abb. 4 - Prozentuale Veränderung der Bevölkerung bis 2020 gegenüber 1990 in
der Kreisfreien Stadt Dresden und dem ehemaligen Landkreis Löbau-
Zittau 13
Abb. 5 - Bevölkerung des Freistaates Sachsen 2005 und 2020 nach kreisfreien
Städten und Landkreisen
14
Abb. 6 - Veränderung des Durchschnittsalters in Sachsen 2020 gegenüber 1990
nach Kreisen
15
Abb. 7 -
Voraussichtliche prozentuale Veränderung der Bevölkerung 2020 gegen-
über dem 31. Dezember 2008 für Gemeinden ab 5000 Einwohner
15
Abb. 8 -
Geschlechterproportion in der Altersgruppe der 18- bis unter 35-Jährigen
in Sachsen 2008 nach Gemeinden
16
Abb. 9 - Wanderungsverhalten von Frauen im Alter von 18 bis unter 25 Jahren
2000 bis 2008 nach Gemeinden und Darstellung ausgewählter Bildungs-
standorte 16
Abb. 10 - Arbeitsplatzdichte: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mit Arbeits-
ort im Freistaat Sachsen je 1.000 Einwohner am 31.12.2008
17

Den demografischen Wandel gestalten – Handlungskonzept
- 2 -
1. Einleitung und Zielsetzung
Die Staatsregierung will ihren Beitrag leisten, um mit den Menschen in Sachsen den de-
mografischen Wandel erfolgreich zu meistern. Dies kann nur erreicht werden, wenn die
Auswirkungen der Bevölkerungsentwicklung erkannt und analysiert werden, wenn die
Veränderungsprozesse als Herausforderung verstanden werden und wenn der Wille zum
vorausschauenden Handeln konsequent umgesetzt wird.
Eine Gesellschaft, die sich rechtzeitig auf eine länger lebende und kleiner werdende Be-
völkerung einstellt, ist in der Lage, sich Chancen und Handlungsspielräume zu eröffnen.
Diesem Anliegen dient das Handlungskonzept „Demografie“. Es ist kontinuierlich weiter-
zuentwickeln, da es keine einfachen oder abschließenden Antworten auf die vielfältigen
und komplexen Auswirkungen der Bevölkerungsentwicklung in Sachsen gibt.
Das Konzept soll den Leitfaden für die erforderlichen strategischen Veränderungen in ein-
zelnen Politikbereichen bilden. Da demografische Prozesse in der Regel die Folge von
gesellschaftlichen Veränderungen sind, sind die bestehenden Wechselwirkungen zu an-
deren Herausforderungen, wie Globalisierung, Klimawandel, Nachhaltigkeit oder wissen-
schaftlich-technischer Fortschritt, ständig zu berücksichtigen.
Die Veränderungen durch eine ältere, abnehmende und räumlich zunehmend ungleich
verteilte Bevölkerung wirken in alle Lebensbereiche hinein. Obwohl seit Mitte der 90-er
Jahre auf die Folgen bereits landes- und kommunalpolitisch reagiert wird, verdeutlichen
die erkennbaren Entwicklungen und die Dynamik demografischer Prozesse, dass die bis-
her durchgeführten Maßnahmen nicht ausreichen werden (vergleiche Abbildung 1 im An-
hang).
So engen beispielsweise die finanzpolitischen Rahmenbedingungen und die demografi-
schen Veränderungen die Einnahmesituation des Landes und der Kommunen ein. Des-
halb soll eine realistische Auseinandersetzung mit den Konsequenzen des
demografischen Wandels den politischen Veränderungs- und Gestaltungswillen befördern
und die Chancen für eine Erneuerung und Qualitätsverbesserung auch jenseits gegen-
wärtiger Strukturen erkennen lassen.
Aufgabe von Politik ist es, die Entwicklung zu beschreiben und Lösungswege aufzuzei-
gen. Aufbauend auf den umfangreich vorhandenen Erkenntnissen und Handlungsan-
sätzen in den Ressorts ist ein stärker vorausschauendes und vernetztes Handeln
geboten.
Das Handlungskonzept verfolgt das Ziel, vorausschauend die erforderlichen Verände-
rungsprozesse anzustoßen, die durch die statistischen Vorausberechnungen erkennbar
sind. Das Konzept bildet einen Rahmen für die Staatsregierung, um eine gemeinsame
Verständigung über die langfristigen Entwicklungsziele, die gegenwärtigen inhaltlichen
Handlungserfordernisse und die Umsetzung zu erreichen. Dabei sind die vielfältigen Le-
bensverhältnisse ebenso wie die unterschiedlichen Entwicklungen und Auswirkungen des
demografischen Wandels in den Kommunen und Regionen zu berücksichtigen und wie
beim Aufbau des Landes nach 1990 die Menschen zu unterstützen.
Der demografische Wandel ist auch eine Folge wirtschaftlicher Transformation. Eine Lö-
sungsstrategie gründet deshalb maßgeblich auf der Stärkung der Wirtschaftskraft, um ei-
nerseits mit attraktiven Arbeitsplätzen in allen Regionen die Abwanderung zu verringern
oder Zuwanderung zu generieren und andererseits der Bevölkerung durch eine stabile
wirtschaftliche Entwicklung die Entscheidung für Kinder zu erleichtern.

Den demografischen Wandel gestalten – Handlungskonzept
- 3 -
Das Handlungskonzept folgt dem klassischen Strategiezyklus: vom Erkennen der Auf-
gabe beziehungsweise der Herausforderungen bis zur Wirkungsanalyse der eingeleiteten
Maßnahmen. Es ist nach folgendem Schema aufgebaut (vergleiche Kapitel 3 bis 6):
Ziel
Entwicklungsleitbild mit Benchmarks (WOHIN)
Spielregeln
Leitsätze (WIE)
Gegenstand
Strategische Ziele (WAS)
Aktionen
Handlungsprogramm (WER, WANN, …)
2. Grundzüge der demografischen Entwicklung im Freistaat Sachsen
2.1
Betrachtungszeitraum und Zielrichtung
Die statistischen Annahmen zur Bevölkerungsentwicklung basieren auf der 4. Regionali-
sierten Bevölkerungsprognose des Statistischen Landesamtes des Freistaates Sachsen
(Prognosezeitraum bis 2020) und der 11. Koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung
des Bundes (Prognosezeitraum bis 2050). Der inhaltliche Betrachtungszeitraum richtet
sich bis 2030. Damit soll erreicht werden, dass in den demografierelevanten Politikberei-
chen ein rechtzeitiges und vorausschauendes Umsteuern erfolgt, damit die Zukunftsfähig-
keit und die bereits vorhandenen Standortvorteile Sachsens (Industriedichte, geringe
Staatsverschuldung, Bildungsqualität, moderne Hochschul- und Forschungseinrichtungen,
Familienfreundlichkeit, vielfältige Natur- und Kulturräume etc.) erhalten bleiben.
Die Lösungsansätze umfassen im Wesentlichen die Schwerpunkte: Auf- und Umbau lang-
fristig tragbarer Strukturen und Organisationsformen (inklusive einer modernen und leis-
tungsfähigen Verwaltung), die Beseitigung regionaler und struktureller Entwicklungs-
hemmnisse, die Erhöhung der Geburtenrate, das Selbstverständnis optimaler Entwick-
lungsbedingungen für Kinder und Familien sowie die verstärkte Zuwanderung nach
Sachsen.
Die Vorlage ist auf die landespolitischen Anpassungs- und Handlungserfordernisse an ei-
ne länger lebende und rückläufige Bevölkerung im Zusammenspiel mit der kommunalen
Ebene ausgerichtet.
Vor dem Hintergrund der zu erwartenden Folgen aus dem demografischen Wandel und
den Standortansprüchen in einer globalisierten Wirtschaft konzentriert sich die Staatsre-
gierung auf folgende Entwicklungsschwerpunkte für den gesamten Freistaat:
Wirtschaftsstärke, weil dynamisch entwickelnde Städte und Regionen in Sachsen Be-
völkerung anziehen, attraktiv sind und Innovationspotenzial besitzen,
Bildungsqualität, weil gut gebildete, sozial und interkulturell kompetente Fachkräfte in
Zukunft verstärkt gesucht werden und Wissen sowie lebenslanges Lernen wichtige
Grundlagen für die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit einer Gesellschaft sind,

Den demografischen Wandel gestalten – Handlungskonzept
- 4 -
Chancengerechtigkeit, weil sie die Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Le-
ben und den Zugang zu Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen sowie Arbeits-
plätzen in allen Teilräumen Sachsens sichert.
Unmittelbare Aufgabe der öffentlichen Hand ist eine umfassende Staatsmodernisierung,
die die Entwicklungsziele unterstützt, in dem sie eine effektive und effiziente Versorgung
mit öffentlichen Dienstleistungen sichert.
2.2
Allgemeine Trends der Bevölkerungsentwicklung in Sachsen
Ausgehend von 1990 ist zu erwarten, dass die Einwohnerzahl innerhalb von 30 Jahren
um über ein Fünftel auf deutlich unter vier Millionen abnimmt. Der Rückgang geht mit ei-
ner höheren Lebenserwartung einher. Dadurch werden die Anzahl und der Anteil der älte-
ren Menschen weiter ansteigen. Die Veränderungen nach Altersgruppen zeigen die
Abbildungen 2 und 3 im Anhang.
Zugleich nehmen Prognosen zufolge die räumlichen Unterschiede in Sachsen weiter zu
(siehe Anhang Abbildungen 4 bis 9). Aufgrund der regional differenzierten Bevölkerungs-
entwicklung kommt den Ober- und Mittelzentren eine herausgehobene Bedeutung als Ar-
beitsplatzstandorte sowie als Kerne funktionsfähiger Regionen in Sachsen zu (siehe
Anhang Abbildung 10). Sie dienen auch künftig unter anderem der qualitäts- und bedarfs-
gerechten Aufrechterhaltung der Daseinsvorsorge im ländlichen Raum und bieten in Er-
gänzung mit den Grundzentren einen zentralen Zugang zu Bildungs- und
Gesundheitseinrichtungen.
Die wesentlichen erkennbaren demografischen Entwicklungstrends sind:
1.) von 2000 bis 2020: Verdopplung der über 80-Jährigen und gleichzeitig Rückgang
der 15- bis 25-Jährigen um 50 %
2.) von 2020 bis 2030: eine neuerliche deutliche Abnahme der unter 15-Jährigen und
eine weitere Zunahme der über 65-Jährigen
3.)
eine kontinuierliche Abnahme der Personen im erwerbsfähigen Alter
4.)
Abnahme der Bevölkerungsdichte besonders in ländlich-peripheren Räumen
5.) eine weitere Verfestigung des Männerüberhangs insbesondere in der Altersgruppe
18 bis 35 Jahre
6.)
eine Zunahme der Lebenserwartung
7.)
eine differenzierte regionale Entwicklung der Bevölkerung
8.)
eine politische Gewichtung zugunsten der Älteren
9.)
eine längere aktive Lebenszeit
10.) ein Vier-Generationen-Lebenszyklus.
3. Entwicklungsleitbild und Benchmarks
Das Leitbild ist Ausdruck der anzustrebenden Entwicklung in Sachsen. Damit das lang-
fristige Ziel der anzustrebenden Entwicklung nicht verfehlt wird, dienen neun messbare
Indikatoren (Benchmarks) als Gradmesser. Diese Benchmarks, die eine Vergleichbarkeit
mit der Entwicklung in den anderen Ländern erlauben und gegenwärtig das Leitbild bei-
spielhaft verdeutlichen, können durch weitere fachbezogene Indikatoren in den jeweiligen
strategischen Zielen (siehe Kapitel 5 und 6 des Handlungskonzepts) ergänzt werden.

Den demografischen Wandel gestalten – Handlungskonzept
- 5 -
Sachsen ist der Entwicklungsmotor im östlichen Teil Deutschlands. Lebendigkeit, Weltof-
fenheit und Bildungskompetenz zeichnen die Menschen in Sachsen aus. Eine weitsichtige
Politik der Staatsregierung und der Kommunen hat seit 1990 dazu beigetragen, dass es
trotz mancher ökonomischer und gesellschaftlicher Rückschläge gelungen ist, sich als
Wirtschafts-, Kultur- und Bildungsstandort hervorzuheben. Frühzeitige Investitionen in Bil-
dungs- und Forschungseinrichtungen, erfolgreiche Firmenansiedlungen und ein innovati-
ver Mittelstand sind die Grundlagen dafür, dass die Sachsen gut leben können und ihr
Vertrauen in die Zukunft durch eine über dem Bundesdurchschnitt liegende Geburtenrate
zum Ausdruck bringen. Für viele Menschen, die über sechzig sind und aus dem aktiven
Arbeitsleben in Deutschland ausscheiden, ist Sachsen zudem zu ihrem neuen Lebens-
mittelpunkt geworden.
Wirtschaftsstärke:
Sachsen ist der wirtschaftliche Motor in den neuen Ländern. Eine stabile wirtschaftliche
Entwicklungsdynamik sorgt für gut bezahlte Arbeitsplätze in einer breiten Palette wettbe-
werbsfähiger Branchen. Die Entwicklung und der Einsatz energie- und ressourceneffi-
zienter Zukunftstechnologien sichert die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Eine
gesunde Wirtschaftsstruktur ist die Grundlage für Vertrauen der Menschen in die Zukunft,
welches sich auch in Wanderungsgewinnen, zunehmenden Familiengründungen und Ge-
burten ausdrückt.
Bildungsqualität:
Sachsen bietet hohe Standards im Bildungs- und Forschungsbereich. Gut ausgebildete,
sozial kompetente, kreative Menschen sind das Potenzial und der Reichtum des Landes.
Deshalb ist der Zugang zu allen Bildungseinrichtungen in allen Landesteilen auf einem
hohen Niveau gesichert.
Chancengerechtigkeit:
Sachsen ist in weiten Teilen ein dicht besiedeltes Land. Großstädtische Zentren bieten ein
vielfältiges Spektrum an hochwertigen Wirtschafts-, Bildungs-, Forschungs-, Kultur- und
Freizeiteinrichtungen. Neben diesen großstädtischen Zentren (Leipzig, Dresden, Chem-
nitz-Zwickau) stabilisieren die regionalen Zentren vor allem den ländlichen Raum durch ih-
re Entwicklungs- und Versorgungsaufgaben. Regional unterschiedliche, den jeweiligen
Situationen vor Ort angepasste Standards und Infrastrukturangebote bieten den Einwoh-
nern vielfältige individuelle und bürgerschaftliche Entfaltungsmöglichkeiten und sichern
eine landesweite Grundversorgung.
Die nachfolgenden neun Benchmarks sollen bis 2030 der Gradmesser sein, ob es in
Sachsen gelingt, dieses Entwicklungsleitbild erfolgreich umzusetzen. Sie beinhalten die
langfristig anzustrebenden Zielwerte und dienen der quantitativen beziehungsweise quali-
tativen Überprüfung, ob und wie die Entwicklungsvision erreicht wird.

Den demografischen Wandel gestalten – Handlungskonzept
- 6 -
Wirtschaftsstärke
Bildungsqualität
Chancengerechtigkeit
Beim BIP pro Erwerbstäti-
gen hat Sachsen das west-
deutsche Durch-
schnittsniveau erreicht.
Der Anteil der Schulabgän-
ger ohne Abschluss in der
Sekundarstufe I liegt unter
5 %.
Die Pro-Kopf-Verschuldung
bleibt stabil.
Der Anteil der privaten und
öffentlichen FuE-Aufwen-
dungen liegt mindestens bei
3 % des BIP.
Jeder Zweite der über 18-
Jährigen besitzt eine Hoch-
schulzugangsberechtigung.
Der Rettungsdienst leistet
Hilfe innerhalb von 12 Minu-
ten im gesamten Land.
Sachsen gehört mit seiner
Arbeitsplatzdichte (sozial-
versicherungspflichtig Be-
schäftigte je 1 000
Einwohner im erwerbsfähi-
gen Alter) zu den drei bes-
ten Flächenländern.
Bei Überprüfungen der
deutschlandweiten Bil-
dungsstandards zählt Sach-
sen zu jenen drei Ländern,
die besonders viele Schüler
auf der obersten Kompe-
tenzstufe besitzen.
Die nächstgelegenen säch-
sischen ober- und mittel-
zentralen
Arbeitsplatzstandorte (>
20 000 Arbeitsplätze und >
400 Beschäftigte je 1 000
Einwohner) sind innerhalb
60 Minuten mit dem
MIV/ÖPNV aus dem ländli-
chen Raum erreichbar.
Die Umsetzung dieser Benchmarks braucht einen modernen Staat, mit einer innovativen
und zukunftsorientierten Verwaltung. Dies sichert langfristig die Erfüllung wichtiger Da-
seinsaufgaben. Auch in dünn besiedelten Regionen soll der Zugang der Bevölkerung zu
den Angeboten der öffentlichen Hand gewährleistet werden. Um den veränderten Rah-
menbedingungen im Freistaat Sachsen gerecht zu werden, muss sich die Personalstärke
im öffentlichen Dienst an dem Niveau der westdeutschen Länder orientieren. Mit weniger
Vorschriften und differenzierten
Standards sind vor allem die Wirtschaftsakteure in die
Lage zu versetzen, zielgerichtet auf die Herausforderungen zu reagieren.
4. Leitsätze
Die Leitsätze sind die „Spielregeln“, mit denen die angestrebte Entwicklung erreicht wer-
den kann. Zugleich dienen sie als Gedankengerüst, welche Lösungsansätze für die res-
sortübergreifenden strategischen Ziele beziehungsweise Aufgaben gefunden werden
sollen (vergleiche nachfolgendes Kapitel). Ein vernetztes Denken und Handeln sind bei
der Lösungssuche unverzichtbar. Die Leitsätze verdeutlichen, dass in allen Politikberei-
chen ein demografietaugliches Verständnis erforderlich ist.
(1) Ein
kinder- und familienfreundliches Umfeld
fördert die Entscheidung von Paa-
ren für Kinder. Familien mit Kindern oder mit zu pflegenden Angehörigen finden in
den sächsischen Kommunen hinsichtlich der Vereinbarkeit von Familie und Beruf
familienfreundliche Rahmenbedingungen vor.
(2)
Generationengerechtigkeit und individuelle Entwicklungsmöglichkeiten
sind
wichtige Voraussetzungen, um den demografischen Wandel erfolgreich zu bewäl-
tigen. Ein verständnisvolles Miteinander aller Generationen mit ihren Ideen, Erfah-
rungen und Lebensvorstellungen zeichnet Sachsen aus.
(3) Der demografische Wandel erfordert neue Konzepte bei der
Versorgung der Be-
völkerung mit öffentlichen Dienstleistungen
, insbesondere in dünn besiedelten
Regionen. Dazu sind verstärkt Formen des E-Governments sowie mobiler Bürger-
dienste in Kooperation von kommunaler und staatlicher Ebene zu entwickeln. Die
sächsische Verwaltung ist darauf auszurichten, die notwendigen Verwaltungs-

Den demografischen Wandel gestalten – Handlungskonzept
- 7 -
dienstleistungen für Bürger und Unternehmen kundenorientiert und kostengünstig
in hoher Qualität zu erbringen.
(4)
Zukunftsfähige Arbeitsplätze
bilden eine wesentliche Voraussetzung für die er-
folgreiche Gestaltung des demografischen Wandels. Eine vorausschauende Wirt-
schaftspolitik ist notwendig, um vor allem jungen Menschen eine
Einkom-
mensperspektive zu geben und den Wohlstand im Freistaat zu mehren.
Entsprechend sind die Bedingungen für Beschäftigung durch Infrastrukturmaß-
nahmen, Abbau von Vorschriften und wachstumsorientierte Wirtschaftsförderung
zu stärken.
(5) Sachsen stellt sich erfolgreich dem globalen Wettbewerb. Unter den ostdeutschen
Ländern ist Sachsen das exportstärkste Land.
Weltoffenheit und Toleranz
tragen
zur Stärkung der sächsischen Wirtschaft bei. Der Freistaat ist für ausländische In-
vestoren wie hochqualifizierte Fachkräfte gleichermaßen interessant.
(6) Der demografische Wandel engt die finanziellen Handlungsspielräume des Landes
und der Kommunen ein und führt zu deutlichen Ausgabeverschiebungen. Die Lö-
sungsvorschläge für die strategischen Ziele auf Landesebene sowie kommunale
Entscheidungen gründen deshalb auf einer
generationengerechten Haushalts-
politik
und
nachhaltigen Finanzausstattung
des Landes und der Kommunen.
(7) Die Herausforderungen des demografischen Wandels können mit Zukunftsopti-
mismus und aktivem Handeln von Unternehmen, Verwaltung und Bürgern gelöst
werden. Das
Wissen um die Entwicklungschancen
und Perspektiven in den
sächsischen Kommunen und Regionen ist durch eine stärkere Vernetzung von Bil-
dungs-, Forschungs- und Kultureinrichtungen mit den Unternehmen auszubauen.
Bildung genießt bei den beteiligten Akteuren und Entscheidungsträgern höchste
Priorität. Regionale Wertschöpfungsketten sind zu stärken.
(8) Grundlage für politische Entscheidungen bildet die
Anerkennung der räumlichen
Differenzierung
in Sachsen, damit flexible und optimale sowie nachfragegerechte
Lösungen vor Ort möglich sind und die Funktionsfähigkeit des ländlichen Raums
stabilisiert wird.
(9) Probleme müssen dort gelöst werden, wo sie auftauchen. Damit Entwicklungs-
hemmnisse vor Ort abgebaut werden, ist es notwendig, die
lokale oder regionale
Autonomie
zu erhöhen und regionale Entscheidungsfreiräume zu eröffnen. Dazu
gehört auch, dass in den betroffenen Regionen von landesweiten Standards ab-
gewichen werden kann. Dies erfordert eine Bereitschaft dazu, in stärkerem Maße
als bisher die Verantwortung für Entscheidungen vor Ort zu übernehmen. Wo es
sinnvoll und möglich ist, sollen multifunktionale Nutzungen zugelassen und soll auf
starre sowie langfristige Zweckbestimmungen verzichtet werden.
(10) Der demografische Wandel erfordert eine leistungsfähige
interkommunale Ko-
operation
, damit netzartige und arbeitsteilige Strukturen entstehen können.
(11) Der demografische Wandel forciert Ausdünnungs- und Konzentrationsprozesse.
Deshalb kommt den
Zentralen Orten
bei strukturpolitischen Entscheidungen eine
besondere Bedeutung zu. Die großstädtischen Oberzentren und die regionalen
Ober- und Mittelzentren sollen als Wachstumszentren in ihrer Arbeitsplatzbedeu-
tung gestärkt werden, so dass sie als Versorgungs-, Bildungs- und Arbeitsmarkt-
zentren den ländlichen Raum in seiner Entwicklung stabilisieren.
(12) Die
Erreichbarkeit der Arbeitsplatz- und Bildungszentren
soll gesichert wer-
den, so dass die betroffenen Menschen zum Beispiel die Arbeitsplätze mit einem
zumutbaren Zeitaufwand erreichen können.

Den demografischen Wandel gestalten – Handlungskonzept
- 8 -
5. Strategische Ziele
Aus den Empfehlungen der Expertenkommission Demografie, der Enquetekommission
des Sächsischen Landtags und weiteren Analysen lassen sich zum gegenwärtigen Zeit-
punkt sieben Aufgaben (strategische Ziele) der Landespolitik ableiten.
In einem dauerhaften Prozess sind diese künftig landespolitisch und ressortübergreifend
weiter zu untersetzen. Unter den strategischen Zielen sind wichtige Themenbereiche, die
bei der Lösung zu betrachten beziehungsweise zu verfolgen sind, aufgezählt:
I.
Bedingungen für Beschäftigung und Einkommen verbessern
(Vereinbarkeit von
Beruf und Familie, Fachkräftesicherung, Industrie, Handwerk, wissensbasierte
Dienstleistungen, Gesundheitswirtschaft, Tourismus u. a.)
II.
Lebenslanges Lernen und Innovationsfähigkeit befördern
(frühkindliche Bildung,
Schulentwicklung, Bildungsabschlüsse, Weiterbildung und Qualifizierung, soziale
und interkulturelle Bildungskompetenz, Forschung und Entwicklung u. a.)
III.
Regionale Daseinsvorsorge sichern
(Schullandschaft, medizinische Versorgung,
Altenhilfe, Pflegedienste, Behindertenhilfe, Brandschutz und Rettungswesen, öffent-
liche Sicherheit und Ordnung, Verwaltungsdienstleistungen, schneller Internetzu-
gang, Verkehrsanbindung, ÖPNV, kulturelle Infrastruktur u. a.)
IV.
Generationenübergreifendes Miteinander verstetigen
(Ehrenamt, aktive Bürger-
beteiligung, Generationendialog, finanzielle Nachhaltigkeit u. a.)
V.
Umbau der Siedlungs- und Versorgungsstruktur fortsetzen
(Stadt- und Dorfum-
bau, Beseitigung des Funktionsverlusts von Gebäuden, generationengerechtes
Wohnen, Sicherung der Ver- und Entsorgung u. a.)
VI.
Chancen des aktiven Alterns nutzen
(Alterseinkommen, Altern in Gesundheit, Se-
niorenscouts, bürgerschaftliches Engagement u. a.)
VII.
Moderne und zukunftsfähige Verwaltung schaffen
(Durchführung einer umfas-
senden Aufgaben-, Ausgaben- und Strukturkritik, Beschränkung auf Kernaufgaben,
Einbeziehung von Privaten, hohe Servicequalität, zunehmende Digitalisierung u. a.)
Innerhalb dieser strategischen Ziele ist herauszuarbeiten, welche Chancen im Prozess
des demografischen Wandels stecken, welche Probleme durch eine rückläufige und sich
ausdünnende Bevölkerung entstehen und welche Lösungsansätze ressortübergreifend
entwickelt werden müssen, damit die Probleme vor Ort entsprechend gelöst werden kön-
nen. Dabei ist zu unterscheiden, ob systemkonforme Veränderungen ausreichen oder ob
gänzlich neue Organisationsformen (Systemsprünge) zu entwickeln sind, da Umstruk-
turierungen oder Anpassungen im bestehenden System keine adäquate Lösungen mehr
erlauben.
Durch das Nebeneinander wachsender, schrumpfender und stagnierender Gemeinden ist
bei den Handlungserfordernissen eine regional, zeitlich und inhaltlich differenzierte Analy-
se der Auswirkungen, wie zum Beispiel mögliche Versorgungslücken, erforderlich. Mit der
Analyse zu den einzelnen strategischen Zielen sollen die maßgeblichen Fakten, räumlich
detaillierte, aktualisierte und belastbare Prognosedaten beziehungsweise Prognosen des
Umfangs der jeweils spezifisch relevanten Bevölkerungsgruppe (nach Möglichkeit bis
2030) und die finanziellen Auswirkungen vorgelegt werden.
Dies schließt die Überprüfung der bestehenden landesrechtlichen Vorschriften und die
Wirkungsweise der bisher eingeleiteten Maßnahmen ein.

Den demografischen Wandel gestalten – Handlungskonzept
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6. Handlungsprogramm: Acht-Punkte-Programm
Mit dem Handlungsprogramm soll ein dauerhafter Prozess zügig angestoßen werden,
landes- und kommunalpolitische Entscheidungen demografiefest zu treffen. In diesem
Prozess sind unter anderem die kommunalen Spitzenverbände frühzeitig und umfassend
zu beteiligen. Das Programm enthält acht Maßnahmen. Es sind vorrangig Aufgaben, die
sich aus den strategischen Zielen und den Entwicklungsschwerpunkten ergeben und für
die konkrete Lösungsvorschläge neu zu erarbeiten sind.
Die Umsetzung beginnt mit dem Beschluss des Handlungskonzepts.
Ressortübergreifende Lösungsvorschläge erarbeiten
Für die sieben strategischen Ziele sind nach dem inhaltlichen Rahmen der Kapitel 3
und 4 der Vorlage vorausschauende Lösungsvorschläge durch die Ressorts zu erar-
beiten. Dabei sind unter anderem spezifische Ziele und Indikatoren zu entwickeln, der
Prozessablauf (inklusive Einbeziehung weiterer Akteure) zu skizzieren und konkrete
Maßnahmen vorzuschlagen.
Demografiecheck einführen
Zukünftige Planungs- und Investitionsentscheidungen sollen so getroffen werden,
dass spätere Kostenbelastungen für Kommunen und Bürger frühzeitig bedacht wer-
den. Deshalb soll ein Demografiecheck für demografierelevante Kabinettsangelegen-
heiten und für Fachförderungen eingeführt werden. Weiterhin ist es sinnvoll, dass
Fachplanungen frühzeitiger als bisher zwischen den betroffenen Ressorts abgestimmt
werden.
E-Government ausbauen
Damit eine flächendeckende und hochwertige Versorgung mit öffentlichen Dienstleis-
tungen sichergestellt und die Entwicklungschancen in allen Regionen gewahrt blei-
ben, sollen E-Government und mobile Bürgerservices die bisherigen stationären
Angebote ergänzen und gegebenenfalls in Teilen ablösen. Die E-
Governmentangebote sollen schrittweise mit dem Ziel, zentrale Verwaltungsvorhaben
online anzubieten, ausgebaut werden. Gleichzeitig sollen die Geschäftsprozesse in
der Verwaltung optimiert werden.
Strategische Planungsinstrumente weiterentwickeln
Die Weiterentwicklung der strategischen und landesgesetzlichen Raum- und Städte-
bauplanungsinstrumente und die Fortschreibung des Landesentwicklungsplans 2003
dienen dazu, dass die Planungs- und Steuerungsinstrumente den demografischen
Wandel aufgreifen und das vorherrschende traditionelle räumliche Planungs-
verständnis (Wachstumsparadigma) hinterfragt wird.
Weltoffenheit Sachsens etablieren
Interkulturelle und soziale Bildung der Bevölkerung sowie Offenheit und Wertschät-
zung gegenüber zugewanderten Personen sind eine wesentliche Grundlage dafür,
dass es in Sachsen mit Zuwanderung vor allem von qualifizierten Fachkräften gelingt,
die Folgen des demografischen Wandels unter anderem für den Arbeitsmarkt zu lin-
dern. Dazu gehört sowohl die Integration von Fachkräften, die aus dem Ausland nach
Sachsen kommen, als auch von Ausländern an sächsischen Hochschulen und Uni-
versitäten sowie die Nutzung der Potenziale ausländischer Absolventen für den säch-
sischen Arbeitsmarkt.

Den demografischen Wandel gestalten – Handlungskonzept
- 10 -
Kommunen unterstützen
Für die Kommunen sollen Möglichkeiten und Wege eröffnet werden, wie mit den regio-
nal differenzierten Entwicklungen und Auswirkungen des demografischen Wandels
umgegangen werden kann und welche Handlungsansätze bestehen (zum Beispiel
Entlastung von demografiebedingten Mehrausgaben oder die Bündelung von regio-
nalen Förderprogrammen zur Bewältigung der Folgen des demografischen Wandels).
Modellregionen gestalten
In Modellregionen sollen Möglichkeiten der Öffnung von Standards, der innovativen
Regionalentwicklung oder einer abweichenden Organisation von Aufgaben erprobt
und umgesetzt werden.
Interkommunale Zusammenarbeit befördern
Die demografische Entwicklung zwingt zu weiteren innovativen Lösungen und zur in-
terkommunalen Zusammenarbeit. Damit auf der Ebene der Kommunen frühzeitig er-
folgreiche und demografiefeste Kooperationen beziehungsweise arbeitsteilige
Strukturen aufgebaut werden, sind geeignete Kooperationsanreize zu entwickeln be-
ziehungsweise ist die Übertragung bestehender Anreize (zum Beispiel im Rahmen
der ILEK-Prozesse) zu prüfen.

Anhang
Abb. 1 -
Eckdaten zur Bevölkerungsentwicklung im Freistaat Sachsen
- 11 -
1990
4775,9 Ts
eiter zu
934,4 Tsd.
r
1,50
au
49,8 Tsd.
67,9 Tsd.
-18,2 Tsd.
2000
2008
Kennzahlen für Sachsen
2020
ausgewählte Trends
d.
4425,6 Tsd.
4192,8 Tsd.
Bevölkerung 31.12. insgesamt
3874,7 Tsd.
prozentuale Veränderung 2020 ggü. 2005
regionale Unterschiede nehmen w
Bevölkerungsdichte 31.12.
865,6 Tsd.
724,6 Tsd.
Frauen im gebärfähigen Alter (15-45 J.)
562,2 Tsd.
drastischer Rückgang potentieller Mütte
1,27
1,44
Kinder je Frau
1,39
Geburtenrate auf ähnlichem Nive
33,1 Tsd.
34,4 Tsd.
Lebendgeborene
26,4 Tsd.; Halbierung des Wertes ggü. 1990
50,4 Tsd.
49,0 Tsd.
Gestorbene
-17,3 Tsd.
-14,6 Tsd.
Überschuss der Lebendgeborenen bzw. Gestorbenen (-)
.
-16,9 Tsd.
-12,5 Tsd.
Überschuss der Zu- bzw. Fortzüge (-)
-0,3 Tsd.
weitere Zunahme der Lebenserwa
42,9 Jahre
45,7 Jahre
Durchschnittsalte
-117,6 Tsd
70,4 Jahre
76,3 Jahre
rtung
39,4 Jahre
r
48,8 Jahre
Altersprozess setzt sich weiter fort
Altersgruppen, Anteil an der Gesamtbevölkerung
,
18,6%
550,8 Tsd.,
12,5%
d.,
65,7%
3051,1 Tsd.,
68,9%
Rück
885,5 Tsd.
3139,4 Ts
gang der Erwerbsfähigen
, 15,7%
823,7 Tsd.,
18,6%
, 8,9%
398,8 Tsd.,
9,0%
370,9 Tsd., 8
,8%
, 4,2%
183,3 Tsd.,
4,1%
Zunahme Hochbeta
751,0 Tsd.
425,7 Tsd.
198,2 Tsd.
gter
1012,3 Tsd.,
24,1%
242,3 Tsd.,
5,8%
km, Landkreise
u. 86 EW/qkm
240 EW/qkm, Landkreise
zwischen 421 u. 79 EW/qkm
74,8 Jahre
81,2 Jahre
228 EW/qkm
76,8 Jahre
82,7 Jahre
454,2 Tsd.,
10,8%
2726,3 Tsd.,
65,0%
-9,3% - Sachsen; zwischen -32,1%
(Hoyerswerda) u. +5% (Dresden) - Landkreise u.
kreisfreie Städte
210 EW/qkm, Landkreise
zwischen 343 u. 59 EW/qkm
Rückgang der Besiedelungsdichte v
peripheren Gebieten
371,5 Tsd.,
9,6%
54,9 Tsd.: Sterbefälle übersteigen
Geburten um mehr als das Doppelte
443,6 Tsd.,
11,4%
209,7 Tsd.: Zahl halbiert sich ggü. 1990,
5,4%
-28,5 Tsd.
79,6 Jahre
84,6 Jahre
2328,2 Tsd.,
60,1%
Geburtendefizit weiterhin als
Hauptursache für Bevölkerungsrück
über 80 Jahre
über 65 Jahre
18 - 25 Jahre
Lebenserwartung Männe
261 EW/q
zwischen 443
. a. in
gang
r
Lebenserwartung Frauen
unter 15 Jahre
1.102,9 Tsd.,
28,5%
15 - 65 Jahre
Quellen für statistische Daten:
Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, eigene Berechnungen
Sterbetafeln für die neuen Länder
Daten bis 2020 - 4. Regionalisierte Bevölkerungsprognose für den Freistaat Sachsen, V 3
bei Angaben für Landkreise und kreisfreie Städte - Gebietsstruktur vor dem 01.08.2008

Den demografischen Wandel gestalten. Handlungskonzept
Abb. 2 -
Voraussichtliche Bevölkerung des Freistaates Sachsen bis 2050
0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
70%
80%
90%
100%
2000
2010
2020
2030
2040
2050
Bevölkerung im Alter von … bis unter … Jahren (in Prozent)
unter 3
3 - 6
6 - 15
15 - 19
19 - 25
25 - 40
40 - 50
50 - 65
65 - 67
67 - 80
80 und mehr
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen - 2000: Bevölkerungsfortschreibung; 2010 und
2020: 4. Regionalisierte Bevölkerungsprognose für den Freistaat Sachsen bis 2020, Variante 3, Sta-
tistisches Bundesamt - 2030, 2040 und 2050 (11. Koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung bis
2050 - Variante 1-W1)
Abb. 3 -
Voraussichtliche prozentuale Veränderung der Bevölkerung im Freistaat Sach-
sen nach Altersgruppen 2010, 2020, 2030 und 2050 gegenüber 2000 (2000 =
100 %)
0%
50%
100%
150%
200%
250%
300%
2000
2010
2020
2030
2040
2050
unter 15
15 - 25
25 - 65
65 - 80
80 und mehr
Insgesamt
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen - 2000: Bevölkerungsfortschreibung; 2010 und
2020: 4. Regionalisierte Bevölkerungsprognose für den Freistaat Sachsen bis 2020, Variante 3, Sta-
tistisches Bundesamt - 2030, 2040 und 2050 (11. Koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung bis
2050 - Variante 1-W1)
- 12 -

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image
Den demografischen Wandel gestalten – Handlungskonzept
Abb. 4 - Prozentuale Veränderung der Bevölkerung bis 2020 gegenüber 1990 in der
Kreisfreien Stadt Dresden und dem ehemaligen Landkreis Löbau-Zittau
0%
20%
40%
60%
80%
100%
120%
1990
1992
1994
1996
1998
2000
2002
2004
2006
2008
2010
2012
2014
2016
2018
2020
Veränderung der Bevölkerung
gegenüber 1990 (1990 = 100%)
KFS Dresden
LK Löbau-Zittau
ab 2007 Prognose
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen – 1990 bis 2006: Bevölkerungsfortschreibung;
2007 bis 2020: 4. Regionalisierte Bevölkerungsprognose für den Freistaat Sachsen bis 2020, Varian-
te 3 (Grundannahmen nach der 11. Koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung des Bundes),
Kreisgebietsstand 2007
- 13 -

Den demografischen Wandel gestalten – Handlungskonzept
Abb. 5 -
Bevölkerung des Freistaates Sachsen 2005 und 2020 nach kreisfreien Städten
und Landkreisen
Bevölkerung
Veränderung 2020 gegenüber 2005
absolut
%
0
100
200
300
400
500
600
Dresden, Stadt
Leipzig, Stadt
Meißen
Weißeritzkreis
Leipziger Land
Delitzsch
Kamenz
Muldentalkreis
Görlitz, Stadt
Plauen, Stadt
Sächsische Schweiz
Chemnitz, Stadt
Bautzen
Zwickauer Land
Annaberg
Chemnitzer Land
Mittweida
Freiberg
Torgau-Oschatz
Stollberg
Mittlerer Erzgebirgskreis
Zwickau, Stadt
Vogtlandkreis
Riesa-Großenhain
Aue-Schwarzenberg
Döbeln
Niederschlesischer Oberlausitzkreis
Löbau-Zittau
Hoyerswerda, Stadt
Tausend
2005
2020
-40
-20
0
20
40
Tausend
-32,1
-18,3
-17,7
-16,9
-16,8
-16,1
-15,7
-15,6
-15,2
-15,2
-14,5
-14,5
-14,4
-14,4
-14,2
-14,2
-13,2
-12,1
-11,4
-11,3
-10,7
-10,3
-10,0
-8,6
-7,4
-6,1
-4,1
1,0
5,0
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen – 4. Regionalisierte Bevölkerungsprognose für
den Freistaat Sachsen bis 2020, Variante 3 (Grundannahmen nach der 11. Koordinierten Bevölke-
rungsvorausberechnung des Bundes), Kreisgebietsstand 2007
- 14 -

Den demografischen Wandel gestalten – Handlungskonzept
Abb. 6 - Veränderung des Durchschnittsalters in Sachsen 2020 gegenüber 1990 nach
Kreisen
41,1 J.
45,9 J.
50,6 J.
39,8 J.
46,2 J.
50,3 J.
41,2 J.
46,3 J.
50,7 J.
39,7 J.
45,4 J.
49,6 J.
40,0 J.
43,9 J.
46,2 J.
38,0 J.
44,3 J.
49,0 J.
37,3 J.
44,4 J.
50,0 J.
39,1 J.
43,0 J.
45,1 J.
40,1 J.
45,1 J.
48,1 J.
37,8 J.
45,2 J.
50,5 J.
38,9 J.
44,2 J.
49,0 J.
40,5 J.
45,8 J.
50,1 J.
39,7 J.
45,9 J.
50,1 J.
38,9 J.
45,2 J.
49,5 J.
39,7 J.
46,6 J.
50,2 J.
40,6 J.
45,9 J.
50,3 J.
38,9 J.
45,2 J.
50,1 J.
39,7 J.
44,3 J.
47,8 J.
39,7 J.
45,9 J.
49,8 J.
38,2 J.
44,1 J.
48,8 J.
38,0 J.
44,8 J.
49,3 J.
39,6 J.
46,6 J.
51,6 J.
39,1 J.
46,3 J.
49,8 J.
36,3 J.
45,0 J.
51,1 J.
35,2 J.
47,5 J.
54,9 J.
39,2 J.
45,1 J.
39,3 J.
49,6 J.
45,9 J.
50,7 J.
41,4 J.
46,6 J.
51,3 J.
40,9 J.
46,0 J.
50,4 J.
1. Wert - 1990
2. Wert - 2006
3. Wert - 2020
6 bis unter 8 Jahre
(2)
8 bis unter 10 Jahre
(8)
10 bis unter 12 Jahre (14)
12 bis unter 14 Jahre
(3)
14 bis unter 16 Jahre
(1)
16 bis unter 18 Jahre
(0)
über 18 Jahre
(1)
Sachsen gesamt
1990
39,4 Jahre
2006
45,0 Jahre
2020
48,8 Jahre
Veränderung
2020 gegenüber 1990
9,4 Jahre
Quelle: Daten: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen – 1990 bis 2006: Bevölkerungsfortschrei-
bung; 2007 bis 2020: 4. Regionalisierte Bevölkerungsprognose für den Freistaat Sachsen bis 2020,
Variante 3 (11. Koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung des Bundes), Kreisgebietsstand
01.01.08
Grafik: Sächsische Staatskanzlei, Ref. 35
Abb. 7 - Voraussichtliche prozentuale Veränderung der Bevölkerung 2020 gegenüber
dem 31. Dezember 2008 für Gemeinden ab 5.000 Einwohner*
-20 bis unter -30
(2)
-15 bis unter -20
(8)
-10 bis unter -15 (100)
-5 bis unter -10 (34)
0 bis unter -5 (10)
über 0 bis unter
8
(15)
Veränderung der Bevölkerung in Prozent
Quelle: Daten: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen – 31.12.2008: Bevölkerungsfortschreibung;
2020: 4. Regionalisierte Bevölkerungsprognose für den Freistaat Sachsen bis 2020, Variante 3 (11.
Koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung des Bundes), Gebietsstand 01.01.09
* Gemeinden mit einer Einwohnerzahl von mindestens 5 000 Einwohnern am 31.12.2005
Grafik: Sächsische Staatskanzlei, Ref. 35
- 15 -

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Den demografischen Wandel gestalten – Handlungskonzept
Abb. 8 - Geschlechterproportion in der Altersgruppe der 18- bis unter 35-Jährigen in
Sachsen 2008 nach Gemeinden
bis 100 (15)
bis 115 (142)
bis 130 (237)
bis 145 (77)
bis 160 (15)
über 160
(7)
Auf 100 Frauen entfallen ... Männer
Quelle: Daten: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, Gebietsstand 01.01.09
Grafik: Sächsische Staatskanzlei, Ref. 35
Abb. 9 -
Wanderungsverhalten von Frauen im Alter von 18 bis unter 25 Jahren 2000 bis
2008 nach Gemeinden und Darstellung ausgewählter Bildungsstandorte
1 Standort
2 Standorte
8 Standorte
Bildungsstandorte *)
*)
Universitäten und Hochschulen, auch außerhalb der Trägerschaft des
SMWK, Berufsakademie Sachsen, Internationales HS-Institut Zittau
Überschuss der Zu- bzw. Fortzüge (-) von Frauen
im Alter von 18 bis unter 25 Jahren
je 1.000 Einwohner
unter -40,0 (115)
-40,0 bis unter -30,0 (152)
-30,0 bis unter -20,0 (156)
-20,0 bis unter -10,0 (52)
-10,0 bis unter
0,0 (11)
über
0,0
(6)
kein Wert vorhanden
Quelle: Daten: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, eigene Berechnungen
Grafik: Sächsische Staatskanzlei, Ref. 35
Hinweis: Bildungsstandorte zum Stand Januar 2008, Gebietsstand 01.01.09
- 16 -

Den demografischen Wandel gestalten – Handlungskonzept
Abb. 10 - Arbeitsplatzdichte: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mit Arbeitsort im
Freistaat Sachsen je 1.000 Einwohner am 31.12.2008
492
500
625
456
460
467
438
599
481
548
Zwickau
Werdau
Crimmitschau
Meerane
Glauchau
Borna
Markkleeberg
Markranstädt
Delitzsch
Schkeuditz
Leipzig
Eilenburg
Wurzen
Torgau
Radeberg
Dresden
Radebeul
Coswig
Freital
Meißen
Großenhain
Riesa
Oschatz
Grimma
Mittweida
Döbeln
Frankenberg/Sa.
Freiberg
Limbach-Oberfrohna
Hohenstein-Ernstthal
Chemnitz
Heidenau
Pirna
Kamenz
Bautzen
Löbau
Görlitz
Zittau
Weißwasser/O.L.
Hoyerswerda
Annaberg-Buchholz
Schwarzenberg/Erzgeb.
Schneeberg
Aue
Reichenbach im Vogtland
Auerbach/Vogtl.
Plauen
333
253
406
301
436
316
306
269
302
266
285
305
Wert für sozialversicherungspflichtig
Beschäftigte mit Arbeitsort im Freistaat Sachsen
je 1.000 Einwohner nach Landkreisen
Die 10 Städte mit der höchsten Arbeitsplatzzentralität
bei der Auswahl aller Städte
mit über 15.000 Einwohnern in Sachsen
unter und gleich 10.000
über 10.000 bis 20.000
über 20.000 bis 100.000
über 100.000
(30)
(11)
(3)
(3)
Ländlicher Raum
verdichtete Bereiche im ländl. Raum
Verdichtungsraum
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte
aller Städte mit über 15.000 Einwohnern
Quelle: Daten: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, eigene Berechnungen, Gemeinde- und
Kreisgebietsstand 01.08.08, Gebietskategorien nach Landesentwicklungsplan 2003
Grafik: Sächsische Staatskanzlei, Ref. 35
Hinweis: Dresden, Leipzig, Chemnitz, Zwickau und Bautzen haben über 20.000 sozialversicherungspflichtig
Beschäftigte am Arbeitsort und über 400 Beschäftigte je 1.000 Einwohner
- 17 -