image

Inhaltsverzeichnis
Einleitung
3
1.
PEFC im Überblick
4
1 1
Basis, Ziele und Kriterien des PEFC-Systems
4
1 2
PEFC International
5
1 3
PEFC National
7
2.
Die PEFC-Region Sachsen
10
2 1
PEFC-Zertifizierung in Sachsen
10
2 2
Zertifizierte Waldfläche
11
2 3
Regionale PEFC-Arbeitsgruppe Sachsen
11
2 4
Aufgaben RAG Sachsen
13
2 5
Zertifizierungsstelle
13
2 6
Termin für Wiederholungsprüfung des regionalen Waldberichtes
13
3.
Zertifizierung der Regionalen Arbeitsgruppe
14
3 1
Zertifizierungsgrundlagen
14
3 2
Zertifizierungsverfahren
14
3 3
Verfahren zur Systemstabilität
16
4.
Indikatoren
18
4 1
Beschreibender Teil
19
4 1 1
Indikator 1 – Wald-/ Eigentumsstruktur
19
4 1 2
Indikator 2 – Waldfläche
21
4 1 3
Indikator 3 – Kohlenstoffvorrat
22
4 1 4
Indikator 4 – Waldzustand
24
4 1 5
Indikator 5 – Unterstützung Nichtstaatswald
31
4 1 6
Indikator 6 – Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse
34
4 1 7
Indikator 7 – Wegedichte, Wegeneubau, Wegeunterhaltung
35
4 1 8
Indikator 8 – Anzahl im Cluster Holz Beschäftigter
37
4 1 9
Indikator 9 – Generhaltungs- und Saatgutbestände
39
4 1 10
Indikator 10 – Nieder-, Mittel- und Hutewald
41
4 1 11
Indikator 11 – Anzahl der Plätze mit kulturellen und spirituellen Werten
42
4 2
Normativer Teil
44
4 2 1
Helsinki Kriterium 1 – Erhaltung und angemessene Verbesserung
der forstlichen Ressourcen und ihr Beitrag zu globalen Kohlenstoff-
kreisläufen
45
4 2 1 1 Indikator 12 – Waldfläche mit Bewirtschaftungsplan
45
4 2 1 2 Indikator 13 – Vorratsstruktur
47
4 2 2
Helsinki Kriterium 2 – Erhaltung der Gesundheit und Vitalität
von Forstökosystemen
50
1
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Inhaltsverzeichnis

4 2 2 1 Indikator 14 – Bodenschutzkalkung
50
4 2 2 2 Indikator 15 – Fällungs- und Rückeschäden
53
4 2 2 3 Indikator 16 – Pflanzenschutzmittel
55
4 2 3
Helsinki Kriterium 3 – Erhaltung und Förderung der
Produktionsfunktion der Wälder
58
4 2 3 1 Indikator 17 – Verhältnis Zuwachs – Nutzung
58
4 2 3 2 Indikator 18 – Pflegerückstände
63
4 2 4
Helsinki Kriterium 4 – Bewahrung, Erhaltung und angemessene
Verbesserung der biologischen Vielfalt in Waldökosystemen
65
4 2 4 1 Indikator 19 – Baumartenanteile und Bestockungstypen
65
4 2 4 2 Indikator 20 – Anteil Naturverjüngung, Vor- und Unterbau
70
4 2 4 3 Indikator 21 – Anteil Fläche Standortskartierung und
Baumartenempfehlungen
72
4 2 4 4 Indikator 22 – Verbiss- und Schälschäden
74
4 2 4 5 Indikator 23 – Naturnähe der Waldfläche
79
4 2 4 6 Indikator 24 – Totholz
81
4 2 5
Helsinki Kriterium 5 – Erhaltung und angemessene Verbesserung
der Schutzfunktionen bei der Waldbewirtschaftung – vor allem
Boden und Wasser
90
4 2 5 1 Indikator 26 – Waldflächen mit Schutzfunktion
90
4 2 5 2 Indikator 27 – Gesamtausgaben für nachhaltige Dienstleistungen
93
4 2 5 3 Indikator 28 – Abbaubare Betriebsmittel
97
4 2 6
Helsinki Kriterium 6 – Erhaltung sonstiger sozioökonomischer
Funktionen und Bedingungen
99
4 2 6 1 Indikator 29 – Einnahmen- und Ausgabenstruktur der Forstbetriebe
99
4 2 6 2 Indikator 30 – Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten
104
4 2 6 3 Indikator 31 – Aus- und Fortbildungsangebote
108
5. Verzeichnisse
112
5 1
Abbildungsverzeichnis
112
5 2
Tabellenverzeichnis
114
2
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Inhaltsverzeichnis

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung
4
Einleitung
Die Region Sachsen ist bereits seit dem Jahr 2000 nach PEFC (Programme for the Endor-
sement of Forest Certification Schemes) zertifiziert PEFC ist vor allem aufgrund des regio-
nalen Ansatzes besonders geeignet für die sächsischen Waldbesitzstrukturen mit einer
vielgestaltigen räumlichen Nachbarschaft von privaten, kommunalen und staatlichen Forst-
betrieben
Im Regionalen Waldbericht wird die nachhaltige Waldbewirtschaftung in der Region auf
Grundlage von Inventurergebnissen und sonstigen Datengrundlagen dargestellt und doku-
mentiert, dabei werden die jeweils aktuellsten verfügbaren Daten verwendet Der Regionale
Waldbericht formuliert Ziele für eine kontinuierliche Verbesserung der Waldbewirtschaftung
in der Region Damit ist der Regionale Waldbericht in Verbindung mit den Verfahren zur
Systemstabilität, insbesondere den laufenden Audits zur Überprüfung der Einhaltung der
Standards, Grundlage für die Zertifizierung der Region Er bildet die Grundlage der PEFC
Zertifizierung in Sachsen gegenüber der Zertifizierungsstelle Gleichzeitig bildet er in der
Zielformulierung auch den Anspruch der Regionalen PEFC-Arbeitsgruppe an die nachhaltige
Entwicklung der sächsischen Waldbewirtschaftung ab
3
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
5
PEFC im Überblick
1 PEFC im Überblick
1 1 Basis, Ziele und Kriterien des PEFC-Systems
Das PEFC-System („Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes“; Pro-
gramm zur Anerkennung von Forstzertifizierungssystemen) wurde ursprünglich als europä-
isches System gegründet und ist heute eine globale Organisation mit dem Ziel einer weltweit
nachhaltigen Forstwirtschaft Das PEFC-Zertifizierungssystem basiert inhaltlich auf den in-
ternationalen Beschlüssen der Nachfolgekonferenzen der Umweltkonferenz von Rio (1992)
Die Kriterien und Indikatoren des Systems basieren auf den Ministerkonferenzen zum Schutz
der Wälder in Europa (Helsinki 1993, Lissabon 1998, Wien 2003) Diese wurden von 37 Na-
tionen im Pan-Europäischen Prozess verabschiedet
Vorrangiges Ziel von PEFC ist die Dokumentation und Verbesserung der nachhaltigen
Waldbewirtschaftung im Hinblick auf ökonomische, ökologische sowie soziale Standards
Ferner bietet die Waldzertifizierung ein hervorragendes Marketinginstrument für den nach-
wachsenden Rohstoff Holz, das zur Verbesserung des Images der Forstwirtschaft und ihrer
Marktpartner beiträgt
Das System zur Zertifizierung nachhaltiger Waldbewirtschaftung soll Verbrauchern Gewähr
dafür bieten, dass Produkte mit dem PEFC-Logo aus Forstbetrieben mit einer nachhaltigen
und besonders umwelt- und sozialverträglichen Waldbewirtschaftung stammen Im Jahr
1993 verpflichteten sich auf der „Ministerkonferenz zum Schutz der Wälder in Europa“ in
Helsinki 37 Staaten dazu, allgemeine Leitlinien für die nachhaltige Bewirtschaftung und für
die Erhaltung der biologischen Vielfalt in den europäischen Wäldern (Resolutionen H1 und
H2) als Politikinstrument einzusetzen Auf Grundlage dieser allgemeinen Leitlinien wurden
1994 in Genf, auf Expertenebene, konkreter gefasste Handlungsvorgaben ausgearbeitet Als
Ergebnis entstanden sechs ratifizierte gesamteuropäische Kriterien (Helsinki-Kriterien), die
Grundlage und Ausgangspunkt der paneuropäischen Zertifizierungsentwicklung sind:
Erhaltung und angemessene Verbesserung der forstlichen Ressourcen und ihr Bei-
trag zu globalen Kohlenstoffkreisläufen
Erhaltung der Gesundheit und Vitalität von Forstökosystemen
Erhaltung und Förderung der Produktionsfunktion der Wälder
Bewahrung, Erhaltung und angemessene Verbesserung der biologischen Vielfalt in
Waldökosystemen
Erhaltung und angemessene Verbesserung der Schutzfunktionen bei der Waldbe-
wirtschaftung (vor allem Boden und Wasser)
Erhaltung sonstiger sozioökonomischer Funktionen und Bedingungen
Anhand dieser sechs gesamteuropäischen Kriterien werden die Kernelemente einer
nachhaltigen Waldbewirtschaftung aufgezeigt Mit Hilfe von Merkmalswerten, sogenann-
ten Indikatoren, dienen die Kriterien auf nationaler Ebene zur Bewertung und Berichts-
erstattung über die Fortschritte in Richtung einer nachhaltigen Wald-bewirtschaftung
Diese umfassen alle Funktionen des Waldes Eine nachhaltige Waldbewirtschaftung
spiegelt sich folglich in der ökologischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Nach-
haltigkeit wieder
4
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
PEFC im Überblick

image
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung
6
1 2 PEFC International
Der PEFC Council mit Sitz in Genf wurde offiziell als „Pan European Forest Certification
Council (PEFCC)“ am 30 Juni 1999 in Paris gegründet 2002 traten auch nicht-europäische
Mitglieder bei, sodass am 31 10 2003 die Bedeutung des Akronyms PEFC in „Programme
for the Endorsement of Forest Certification Schemes“ geändert wurde. Als Dachorganisation
koordiniert der internationale PEFC-Rat die nationale Umsetzung des PEFC und vertritt
PEFC nach außen auf oberster Ebene Er setzt sich aus den nationalen Organisationen zu-
sammen, die ihrerseits die jeweilige nationale Umsetzung von PEFC abstimmen Abbildung
1 zeigt den organisatorischen Aufbau von PEFC
Abbildung 1: Organisation von PEFC
1
Neben den Mitgliedsländern können auch Verbände und Unternehmen, die in mehr als ei-
nem Land tätig sind, als sogenannte "Stakeholder" dem PEFC Council (PEFCC) beitreten
und damit in der Generalversammlung Sitz und Stimme erwerben Genauso wie auf Länder-
ebene sind auch im 13-köpfigen Vorstand des PEFCC alle am Wald interessierten Gruppen
vertreten So sitzen dort neben Repräsentanten der Waldbesitzer, der Holzindustrie und des
Handels auch Vertreter der Gewerkschaften, der Umweltverbände sowie der indigenen Völ-
ker
1
Waldbericht Thüringen, 2015
5
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
PEFC im Überblick

image
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
7
PEFC im Überblick
Derzeitig sind 42 nationale PEFC Gremien Mitglied im PEFC Council Unter ihnen sind 25
europäische Länder In Deutschland wird der Zertifizierungsprozess durch den eingetra-
genen Verein PEFC Deutschland e V repräsentiert und koordiniert Zu den außereuropä-
ischen Ländern zählen Argentinien (CerFoAR), Australien (AFS), Brasilien (CERFLOR),
China (CFCC), Gabun (PAFC), Chile (CERTFOR), Indonesien, Kamerun (PAFC), Kanada
(CSA), Malaysia (MTCC), Uruguay und die USA (SFI+ATFS) Die Zertifizierungssysteme
mancher Mitglieder sind aber noch nicht von PEFCC anerkannt, das bedeutet, dass sie noch
nicht das strenge Anerkennungsverfahren von PEFC erfolgreich durchlaufen haben Welche
Länder dies sind, zeigt die nachfolgende Weltkarte
Abbildung 2: Mitgliedsstaaten von PEFC, getrennt nach Stand des Anerkennungsverfahrens
2
Im Moment haben 36 nationale Zertifizierungssysteme das Anerkennungsverfahren von
PEFC erfolgreich absolviert Wie von unabhängigen Gutachtern bestätigt wurde, erfüllen alle
Systeme die Anforderungen des PEFC Councils Dazu gehört z B die Einhaltung internatio-
naler Konventionen und nationaler Gesetze, die Beteiligung aller Interessengruppen bei der
Standardsetzung, die Berücksichtigung einheitlicher Leitlinien für die nachhaltige Waldbe-
wirtschaftung und die Akkreditierung der Zertifizierungsstellen
Aktuell sind rund 300 Mio ha der weltweiten Waldfläche nach PEFC zertifiziert
2
PEFC-Deutschland, Internetauftritt
6
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
PEFC im Überblick

image
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung
8
1 3 PEFC National
PEFC Deutschland e V wurde am 17 Dezember 1999 gegründet Die Geschäftsstelle hat
ihren Sitz in Stuttgart Das wichtigste Gremium im Hinblick auf die Gestaltung des Zertifi-
zierungssystems und der Kriterien ist der Deutsche Forst Zertifizierungsrat (DFZR), in dem
Entscheidungen in offener und transparenter Form getroffen werden Der DFZR hat 20 Sitze
und wird von der Mitgliederversammlung von PEFC Deutschland e V gewählt Im DFZR sind
Repräsentanten des Privat-, Staats- und Körperschaftswaldes, der Umweltverbände, der
Holzwirtschaft und der Papierindustrie, der Berufsvertretungen, der Forstunternehmer sowie
weiterer gesellschaftlicher Gruppen vertreten
Das deutsche PEFC System wurde im März 2000 DFZR verabschiedet und am 31 Juli 2000
vom PEFC Council erstmalig anerkannt Die nach fünf Jahren für eine kontinuierliche Ver-
besserung obligatorischen Revisionen des Systems wurden in den Jahren 2005 und 2010
erfolgreich abgeschlossen, indem das PEFC Council erneut die Konformität mit den inter-
nationalen Normen des PEFC bestätigte Mit der Verabschiedung der neuen Standards
durch den DFZR im November 2014 wurde auch der dritte Revisionsprozess von PEFC
Deutschland abgeschlossen und der Antrag auf erneute Anerkennung beim PEFC Council
gestellt Die aus dem Revisionsprozess 2014 resultierenden Dokumente sind folgend darge-
stellt
Tabelle 1: Übersicht aller Dokumente des deutschen PEFC-Systems
3
3
PEFC D 0001:2014
7
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
PEFC im Überblick

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
9
PEFC im Überblick
Der aktuelle Revisionsprozess wurde unter breiter Beteiligung aller betroffenen Gruppen und
Stakeholder abgeschlossen Der Prozess, in dem die Standards gesetzt werden, ist dabei
durchgehend transparent, jeder Interessierte kann sich beteiligen
Neu hinzugekommen sind u a die normativen Dokumente für die Zertifizierung von Weih-
nachtsbaumkulturen und Erholungswäldern Mit der Erweiterung der Produktpalette hat sich
PEFC Deutschland diesen Feldern geöffnet und bietet Eigentümern die Möglichkeit diese
Waldfunktionen bzw Bewirtschaftungsansätze in das PEFC-System einzubringen
Mit der Verabschiedung der neuen PEFC-Systemgrundlagen Ende 2014 gab der DFZR auch
den Startschuss zu einer „Regionenoffensive“. Deren Ziel ist es, die regionalen PEFC Ar-
beitsgruppen zu stärken, welche für die Umsetzung der PEFC-Zertifizierung in den Regionen
verantwortlich sind Hierzu wurden sieben neue Stellen für Regionalassistentinnen und Re-
gionalassistenten geschaffen, welche die regionalen Arbeitsgruppen bei ihren Aufgaben im
ganzen Bundesgebiet unterstützen Dazu gehören die Umsetzung eines internen Monito-
rings, die Erarbeitung von Zielen und Handlungsprogrammen zur Verbesserung der nachhal-
tigen Waldbewirtschaftung in der Region, der Informationsaustausch mit den zertifizierten
Betrieben und die Kommunikation mit der Öffentlichkeit Als Resultat der Standardrevision
hatten sich die Anforderungen an ein internes Monitoring-Programm (vorher „Verfahren zur
Systemstabilität“ genannt) erhöht, um den strengeren Vorgaben von PEFC International so-
wie der ISO-Norm 17021 für Managementsysteme gerecht zu werden
4
Diese Erhöhung der
Anforderungen an das Aufgabenspektrum der regionalen PEFC-Arbeitsgruppen soll über die
Tätigkeit der Regionalassistenten abgedeckt werden
Der PEFC-zertifizierte Flächenanteil am deutschen Wald bewegt sich auf einem sehr hohen
Niveau Absolut gesehen hat sich die PEFC Fläche leicht reduziert, was jedoch zum größten
Teil am nun nahezu vollständigen Verkauf der BVVG-Flächen und an Verkäufen der Bundes-
forste gelegen hat Sehr erfreulich hat sich die Nachfrage nach PEFC-Urkunden im Privat-
und Kommunalwald entwickelt Hier konnte im vergangenen Jahr erneut eine positive Ent-
wicklung und eine Zunahme von zertifizierten Forstbetrieben sowie der Waldfläche verzeich-
net werden So lag die PEFC zertifizierte Waldfläche zum 11 11 2016 bei 7 367 767 ha
5
Nach wie vor verfügt Hessen über den höchsten Anteil an PEFC zertifizierten Wäldern Hier
sind 88 % der Gesamtwaldfläche nach dem PEFC-Standard zertifiziert Es folgen Baden-
Württemberg mit 81 % und der Freistaat Bayern mit 76 % der Waldfläche
6
4
PEFC Deutschland, Jahresbericht 2015
5
Auszug StatZert-Tabelle, Oktober 2016, PEFC Deutschland
6
PEFC Deutschland, Homepage „PEFC in Kürze“
8
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
PEFC im Überblick

image
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung
10
Abbildung 3: PEFC Zertifizierung in Deutschland nach Bundesländern und Zertifizierungsanteilen, Stand
13.10.2016
7
PEFC ist in Deutschland das mit Abstand erfolgreichste Waldzertifizierungssystem Unter
dem Dach von PEFC gliedert sich Deutschland in 13 Regionen, durch die zusammen rund
66 % der Gesamtwaldfläche Deutschland zertifizieret sind Mit einem Anteil von 53 % PEFC-
zertifizierter Waldfläche liegt die Region Sachsen derzeit unterhalb des Bundes-
durchschnittes
7
PEFC Deutschland, Homepage „PEFC in Kürze“
9
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
PEFC im Überblick

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
11
Die PEFC-Region Sachsen
2 Die PEFC-Region Sachsen
2 1 PEFC-Zertifizierung in Sachsen
Die PEFC-Zertifizierung in Sachsen ist eine freiwillige Leistung der Waldbesitzer Oft und
umfänglich wird in der Politik und in der Gesellschaft die Forderung der Umsetzung des
Nachhaltigkeitsprinzips diskutiert Kunden und Marktpartner der Forstwirtschaft sind diesbe-
züglich sensibilisiert und fordern aktiv einen Nachweis über die nachhaltige und naturnahe
Bewirtschaftung des Waldes, bzw die verlässliche Herkunft des Rohstoffes Holz aus der
Region Vor diesem Hintergrund haben sich in Sachsen Waldbesitzer und an der Waldwirt-
schaft interessierte Gruppen, Institutionen und Verbände zusammengeschlossen, um diese
Nachfrage mit einem schlüssigen Konzept, der Waldzertifizierung nach PEFC, zu beantwor-
ten
PEFC, als Garant für eine dokumentiert nachhaltige Nutzung des Waldes durch die säch-
sischen Waldbesitzer, trägt zur Kommunikation in der öffentlichen Diskussion bei Vor dem
Hintergrund des stetig wachsenden Interesses an einem glaubwürdigen und schlüssigen
Nachweis für die nachhaltige Bewirtschaftung sächsischer Wälder ist PEFC die Antwort auf
diese Fragen und stellt gleichermaßen eine neutrale, einem Managementsystem unter-
worfene Diskussionsgrundlage bereit
Eine zentrale Grundlage für die Durchführung des Zertifizierungsverfahrens nach PEFC in
der Region ist die umfassende Information der Waldbesitzer im Gebiet Informationen dienen
der Schaffung von Transparenz und Vertrauen in das PEFC Zertifizierungssystem
Die Mitglieder der Regionalen PEFC Arbeitsgruppe Sachsen e V haben sich bewusst die-
sem Verfahren angeschlossen, um Auskunft und letztendlich auch die Motivation ihres Han-
delns zum Ausdruck zu bringen Der Waldbericht als Zertifizierungsgrundlage dient der
Konsensfindung aller beteiligten Interessengruppen und zeigt deutlich den Ansatz der agie-
renden Akteure Waldbewirtschaftung in Sachsen heißt im Sinne von PEFC nicht nur ge-
winnorientiertes Handeln einzelner Waldeigentümer, sondern vielmehr Verantwortung für die
Gesellschaft Verantwortung hinsichtlich der Erbringung von Gemeinwohlleistungen des
Waldbesitzes bei Klima- und Landschaftsschutz, der Erbringung infrastruktureller Leis-
tungen, etwa der Aufrechterhaltung einer touristischen Infrastruktur durch Wanderwege und
Leistungen in der Umweltbildung, aber auch Verantwortung für den Lebens- und Beschäfti-
gungsort der Menschen im überwiegend ländlich geprägten Raum Sachsens
Die Kommunikation und der Dialog mit allen interessierten Gruppen ist dabei ein wesent-
licher Bestandteil des PEFC-Prozesses in Sachsen Die beteiligten Mitglieder der regionalen
Arbeitsgruppe unterstreichen damit ihren Willen, die nachhaltige Waldbewirtschaftung ent-
sprechend der gesellschaftlichen Anforderungen auszurichten Gleichzeitig ist ein wesent-
liches, stets betontes Element der Partizipation, dass sowohl Anregungen und Hinweise als
auch Kritik jederzeit an die PEFC-Arbeitsgruppe Sachsen gerichtet werden können Im Zuge
der permanenten Fortschreibung des Ziele- und Handlungsprogramms der regionalen
PEFC-Arbeitsgruppe finden diese Informationen über die Arbeitsgruppe stetigen Einfluss in
die Arbeit der teilnehmenden Waldbesitzer Damit ist PEFC in Sachsen ein offenes, an den
Interessen der Gesellschaft und der Waldbesitzer orientiertes Zertifizierungssystem
10
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Die PEFC-Region Sachsen

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung
12
2 2 Zertifizierte Waldfläche
Von 533 206 ha Gesamtwaldfläche in Sachsen
8
sind 272 464 ha in 75 Betrieben nach PEFC
zertifiziert (Stand: Oktober 2016)
9
Tabelle 2 zeigt die Aufteilung der teilnehmenden Betriebe
in Sachsen nach Zertifikatsart und Fläche
Tabelle 2: PEFC zertifizierte Betriebe in Sachsen nach Teilnehmerbetrieben, Anzahl und Fläche
10
Teilnehmerbetriebe
Teilnehmeranzahl
Fläche
Privatwald bei Zertifikatsnutzung durch den
einzelnen Waldbesitzer
51
19 972
Forstwirtschaftlicher Zusammenschluss, ge-
meinschaftliche Zertifikatsnutzung durch Zu-
sammenschluss
8
20 146
Forstwirtschaftlicher Zusammenschluss, Zerti-
fikatsnutzung als Zwischenstelle
4
3 907
Körperschaftswald
9
4 699
Staatswald Bund/Land
3
223 740
Summe
75
272.464
2 3 Regionale PEFC-Arbeitsgruppe Sachsen
Die Regionale PEFC-Arbeitsgruppe repräsentiert die Teilnehmer in der Region des Frei-
staates Sachsens und trägt Verantwortung dafür, dass die Waldbewirtschaftung auf der zerti-
fizierten Waldfläche den Anforderungen des Standards für nachhaltige Waldbewirtschaftung
und anderen relevanten Anforderungen des Zertifizierungssystems entsprechen Unter der
Voraussetzung, dass die Anforderungen an eine nachhaltige Waldbewirtschaftung und die
regionale Zertifizierung erfüllt werden und der Zertifizierungsprozess erfolgreich abge-
schlossen wurde, wird die Regionale PEFC-Arbeitsgruppe Zertifikatshalter im Rahmen der
Waldzertifizierung
11
In Sachsen wurde am 01 12 2000 die Regionale PEFC-Arbeitsgruppe unter breiter Beteili-
gung aller Interessierten gegründet Am 29 11 2005 beschloss die Arbeitsgruppe eine Um-
firmierung in einen Verein nach BGB, was am 02.03.2006 mit der Gründung der „Regionalen
PEFC-Arbeitsgruppe Sachsen e.V.“ (RAG Sachsen) umgesetzt wurde Der Verein wurde am
02 05 2006 unter der Vereinsnummer VR 4681 in das Vereinsregister beim Amtsgericht
Dresden eingetragen Somit erfüllt die RAG Sachsen die formellen Anforderungen aus der
Systembeschreibung, dass eine regionale Arbeitsgruppe in Form einer Rechtsperson ge-
gründet werden soll
12
Die RAG Sachsen setzt sich aus natürlichen und juristischen Perso-
nen zusammen, deren Ziel es ist, die Waldzertifizierung im Rahmen des PEFC-Systems zu
unterstützen, die nachhaltige Waldbewirtschaftung zu dokumentieren und zu verbessern,
das Bild der Forstwirtschaft in der Öffentlichkeit weiter zu gestalten sowie die Verwendung
des nachwachsenden Rohstoffs Holz zu fördern
8
BWI
3
9
Auszug StatZert-Tabelle, Oktober 2016, PEFC Deutschland
10
Auszug StatZert-Tabelle, Oktober 2016, PEFC Deutschland
11
PEFC D 1001:2014 -3
12
PEFC D 1001:2014, Kap 5 1
11
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Die PEFC-Region Sachsen

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
13
Die PEFC-Region Sachsen
Gegenwärtige Mitglieder der PEFC-Arbeitsgruppe Sachsen sind:
Bund Deutscher Forstleute, Landesverband Sachsen (BDF Sachsen)
Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bundesforst)
Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland, Landesverband Sachsen e V
(BUND)
Ev - Luth Landeskirche Sachsen
Familienbetriebe Land und Forst Sachsen und Thüringen e V
FHH Förderverein Holzbau / Holzwirtschaft
Forstverwaltung Domkapitel St Petri
Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU)
Ökologischer Jagdverein Sachsen e V
Sächsischer Forstunternehmerverband e V
Sächsischer Forstverein e V
Sächsischer Waldbesitzerverband e V
Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Landesverband Sachsen e V
Staatsbetrieb Sachsenforst
TU Dresden, Fachrichtung Forstwissenschaften
Verband der Säge- und Holzindustrie Sachsen e V
Der Vorstand der Regionalen PEFC-Arbeitsgruppe Sachsen setzt sich wie folgt zusammen:
Geschäftsführender Vorstand:
Vorsitzender:
Johannes Ott
(Sächsischer Waldbesitzerverband e V )
stellv Vorsitzender:
Reiner Lehmann
(Staatsbetrieb Sachsenforst)
Schatzmeister:
Michael Schiewek
(PEFC-Regionalassistent Sachsen)
Erweiterter Vorstand:
Rüdiger Häge
(Ev - Luth Landeskirche Sachsen)
Konrad von Posern
(Familienbetriebe Land und Forst Sach-
sen und Thüringen e V )
Bernd Riechen
(Forstverwaltung Domkapitel St Petri)
Wanda Kramer
(Bund Deutscher Forstleute, Landesver-
band Sachsen)
Geschäftsstelle/Anschrift:
Regionale PEFC-Arbeitsgruppe Sachsen e V
Pienner Straße 10
01737 Tharandt
12
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Die PEFC-Region Sachsen

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung
14
2 4 Aufgaben RAG Sachsen
Die Arbeitsgruppe ist das zentrale Beratungs- und Entscheidungsgremium in allen
PEFC-Angelegenheiten der Region Sachsen und bildet die Zentralstelle für die Initiierung,
Koordination und Betreuung des PEFC-Zertifizierungsverfahrens in Sachsen
Aufgaben der Regionalen Arbeitsgruppe sind
13
:
Erarbeitung des Regionalen Waldberichtes
Entwicklung eines Handlungsprogramms (Ziele, Maßnahmen, Verantwortlichkeiten)
Überwachung der Umsetzung des Handlungsprogramms
Kommunikation mit Interessengruppen und Bürgern
Etablierung eines Beschwerde- und Schlichtungsverfahrens
Anleitung und Information der Teilnehmerbetriebe
Etablierung eines internen Monitoring-Programms
Antragstellung bei einer akkreditierten Zertifizierungsstelle
13
Zur Unterstützung und Beratung kann die regionale Arbeitsgruppe Experten, insbesondere
aus den Bereichen der Forstwissenschaft, der Holz- und Papierwirtschaft sowie des Natur-
und Umweltschutzes, einsetzen
2 5 Zertifizierungsstelle
Der Auftrag zur Zertifizierung der Region geht an die Zertifizierungsstelle Die Zertifizie-
rungsstelle ist unabhängig und prüft, ob die im Rahmen des PEFC-Systems gestellten An-
forderungen einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung erfüllt sind Anforderungen an die
Zertifizierungsstellen sind unter PEFC D 1003-1 dargestellt
Aufgaben der Zertifizierungsstelle sind u a die Begutachtung der Region hinsichtlich der
Konformität mit den Anforderungen an eine nachhaltige Waldbewirtschaftung nach PEFC
und die Entscheidung über die Zertifikatserteilung, regelmäßige Audits vor Ort, ob die PEFC-
Standards von den teilnehmenden Waldbesitzern eingehalten werden, sowie die Überprü-
fung der Einhaltung der Logonutzungsrichtlinie bei den Zertifikatsnutzern und teilnehmenden
Forstbetrieben
Die Zertifizierungsstelle für die Region Sachsen ist die DIN CERTCO GmbH, Alboinstraße
56, 12103 Berlin
2 6 Termin für Wiederholungsprüfung des regionalen Waldberichtes
Der Termin für die Wiederholungsprüfung des regionalen Waldberichts ist fünf Jahre nach
Abschluss der aktuellen Begutachtung
13
PEFC D 1001:2014, Kap 7
13
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Die PEFC-Region Sachsen

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
15
Zertifizierung der Regionalen Arbeitsgruppe
3 Zertifizierung der Regionalen Arbeitsgruppe
3 1 Zertifizierungsgrundlagen
Die Zertifizierung nach PEFC umfasst mehrere Ebenen Grundlage ist die international gülti-
ge Trennung von Standardsetzung, Zertifizierung, Akkreditierung und Notifizierung Das
Standardsetzungsverfahren wird von PEFC Deutschland organisiert Unter Mitwirkung eines
breitgefächerten Spektrums von Interessengruppen wird das Verfahren offen und transpa-
rent durchgeführt und im Ergebnis durch den DFZR angenommen
Das deutsche PEFC-System umfasst Anforderungen an die regionale Zertifizierung, an der
Waldbesitzer unter einem Zertifikat teilnehmen Die regionale Zertifizierung definiert Anfor-
derungen an die Regionale PEFC-Arbeitsgruppe in Bezug auf die Definition von Richtlinien
und Zielen, das Monitoring und die Auditierung der Waldbesitzer
Zertifizierungsstellen sind unabhängige Dritte Stellen, die die Waldbewirtschaftung und den
Waldzustand in der zu zertifizierenden Region auf der Grundlage der Zertifizierungskriterien
auditieren und zertifizieren
Die Akkreditierung von Zertifizierungsstellen, die im Bereich Waldzertifizierung tätig sind,
stellt die Unparteilichkeit und Kompetenz der Zertifizierungsstellen sicher Die Akkreditie-
rungsstelle ist für die erstmalige Bewertung sowie die regelmäßige Überwachung der Zertifi-
zierungsstellen verantwortlich PEFC Deutschland erkennt Akkreditierungen an, wenn diese
von der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkks) nach ISO 17021 ausgestellt werden
Notifizierung bedeutet die formale Zulassung einer Zertifizierungsstelle, die in der Bundesre-
publik Deutschland im Rahmen des deutschen PEFC Systems im Bereich der Waldzertifi-
zierung und/oder Chain-of-Custody-Zertifizierung tätig ist Die Notifizierung erlaubt einer
Zertifizierungsstelle die Ausstellung von Zertifikaten, die von PEFC Deutschland anerkannt
sind
Das Zertifizierungsverfahren richtet sich nach Nummer 7 der Systembeschreibung (PEFC D
0001:2014) Dabei bezieht sich der Regionale Waldbericht als Grundlage der Zertifizierung
auf die Gesamtwaldfläche im Bundesland Somit ist für die regionale Begutachtung durch die
Zertifizierungsstelle der Gesamtwald in den Zertifizierungsantrag eingeschlossen Bei einer
positiven Bescheidung des Antrags durch die Zertifizierungsstelle haben somit alle Waldbe-
sitzer in Sachsen die Möglichkeit, an der Waldzertifizierung nach PEFC teilzunehmen
3 2 Zertifizierungsverfahren
Ein Alleinstellungsmerkmal der Waldzertifizierung nach PEFC ist der regionale Ansatz Zerti-
fikatsnehmer kann nur eine Region werden Die unter Kapitel 4 dargestellten Nachhaltig-
keitsweiser werden konkret auf eine begrenzte, lokalen Ausprägungen unterworfene
Flächeneinheit heruntergebrachten und im Kontext einer nachhaltigen Entwicklung überprüf-
bar Gleichzeitig werden bei der Erstellung des Waldberichtes (Zertifizierungsgrundlage)
Entwicklungen auf einzelbetrieblicher Ebene komprimiert dargestellt, welche ebenfalls Rück-
schlüsse auf die Gesamtentwicklung der Region erkennen lassen
PEFC ist ideal für kleine Waldbesitzer Der regionale Ansatz erlaubt es auch dem für Sach-
sen typischen Familienforstbetrieb an einer Waldzertifizierung teilzunehmen, ohne sich büro-
kratischen Gruppenbildungsprozessen unterziehen zu müssen
Anders als bei der
einzelbetrieblichen Zertifizierung ist bei der regionalen Zertifizierung der Aufwand für die
Forstbetriebe überschaubar Die Regionale Arbeitsgruppe (Antragsteller) beantragt bei einer
Zertifizierungsstelle die Begutachtung der Region Mit dem Antrag muss der Regionale
Waldbericht bei der Zertifizierungsstelle eingereicht werden In diesem Regionalen Waldbe-
14
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Zertifizierung der Regionalen Arbeitsgruppe

image
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung
16
richt wird für die Region vorhandenes Datenmaterial aus den verschiedenen forstlichen Leit-
bildern, Planungsinstrumenten, verfügbaren Erhebungen und sonstigen Datengrundlagen
aufbereitet, ein Bild über die nachhaltige Waldbewirtschaftung der Region vermittelt und Zie-
le für die nachhaltige Entwicklung der Forstwirtschaft in der Region formuliert
Die Verfahren zur Systemstabilität und der Regionale Waldbericht werden anschließend
durch die Zertifizierungsstelle auf Übereinstimmung mit den Anforderungen des PEFC-Sys-
tems geprüft (Begutachtung der Region)
Abbildung 4: Ablauf der regionalen Zertifizierung
14
Bei einem positiven Begutachtungsergebnis erhält die Region das Zertifikat Alle Forstbetrie-
be und forstlichen Zusammenschlüsse der Region können die Berechtigung zur Zeichennut-
zung beantragen Bestandteil des Antrages ist eine freiwillige Selbstverpflichtungserklärung
gegenüber der Regionalen Arbeitsgruppe Nach Unterzeichnung der Selbstverpflichtung er-
hält jeder Waldbesitzer vom Inhaber des Regionalen Zertifikates eine Urkunde, in der die
Teilnahme an der regionalen Zertifizierung bestätigt und von PEFC Deutschland die Lizenz
zur Nutzung des PEFC-Logos freigegeben wird Die Einhaltung der freiwilligen Selbstver-
pflichtung wird während der Gültigkeit des Regionalen Zertifikates im Rahmen der jährlichen
Vor-Ort-Audits durch die Zertifizierungsstelle stichprobenartig überprüft
14
3 Waldbericht für die Region Mecklenburg-Vorpommern, 2013, S 7
15
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Zertifizierung der Regionalen Arbeitsgruppe

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
17
Zertifizierung der Regionalen Arbeitsgruppe
3 3 Verfahren zur Systemstabilität
Die Region muss wirksame Verfahren darstellen, die zur Systemstabilität beitragen Dabei
können der Systemstabilität Maßnahmen und Elemente dienen, die sicherstellen, dass:
die teilnehmenden Betriebe und interessierte Kreise über die PEFC Vorgaben und
das Zertifizierungsverfahren ausreichend informiert und eingebunden sind,
Informationen über die Einhaltung der PEFC-Standards in den teilnehmenden Betrie-
ben vorliegen,
eingehende Informationen zur PEFC-Zertifizierung der Region ausgewertet werden,
die Erreichung der im Regionalen Waldbericht formulierten Ziele verfolgt wird und ggf
geeignete Maßnahmen ergriffen werden
die Aktualität des Regionalen Waldberichtes gegeben ist und in Absprache mit der
zuständigen Zertifizierungsstelle ggf in Zwischenberichten die relevanten Änderun-
gen dargestellt werden (Daten, Ziele u a )
Maßnahmen, Aufgaben und Verantwortlichkeiten müssen festgelegt und dokumentiert sein
Der Informationsaustausch muss dokumentiert werden Die teilnehmenden Betriebe sind
über die Verfahren ausreichend zu informieren Die von der Regionalen Arbeitsgruppe for-
mulierten Ziele dienen als Grundlage für die Zertifizierung der Region Sie können auch als
„regionaler Standard“ angesehen werden, auf dem das regionale Zertifikat basiert
Die nachfolgend aufgeführten Maßnahmen und Elemente sind Bestandteil der Verfahren zur
Systemstabilität und garantieren die Aufrechterhaltung des Systems in Sachsen:
Schriftliche Verfahrensanweisung zur Organisation der regionalen Zertifizierung (Ge-
schäftsordnung der Regionalen PEFC-Arbeitsgruppe Sachsen)
Geschäftsbestellungsvertrag mit PEFC Deutschland e V
Schlichtungs- und Beschwerdeverfahren
Lokale PEFC-Beauftragte bei den Forstbehörden
Jährliche Durchführung von externen Audits
Etablierung des internen Monitoring-Programms (hier: die interne Gewinnung und
Auswertung von Informationen über die Einhaltung der PEFC-Standards in den teil-
nehmenden Betrieben, ab 2016)
Öffentlichkeitsarbeit der PEFC-Arbeitsgruppe (u a Beteiligung an öffentlichen Veran-
staltungen in Sachsen, Beiträge auf der regionalen PEFC-Internetseite Sachsen)
Vereinsarbeit (regelmäßige Arbeitstreffen der Arbeitsgruppe)
Kontinuierliche Überarbeitung des Ziel- und Handlungsprogrammes
Für die Region des Freistaates Sachsen ist der PEFC Gesamtverantwortliche der Vorsitzen-
de der RAG Sachsen Weiterhin bildet die Etablierung von lokalen PEFC-Beauftragten einen
wichtigen Bestandteil der Systemstabilität Die PEFC-Beauftragten sind dezentral eingerich-
tete Ansprech-, Informations- und Dokumentationsstellen Folgende Aufgaben nehmen die
lokalen PEFC-Beauftragten wahr:
Ansprechpartner für alle Waldbesitzer, Forstpersonal, forstliche Dienstleister und inte-
ressierte Öffentlichkeit zu allen Fragen betreffend PEFC für den jeweiligen Zustän-
digkeitsbereich
Dokumentation von angezeigten Verstößen gegen die PEFC Anforderungen
Bereitstellung von Informationen für die Regionale PEFC-Arbeitsgruppe
16
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Zertifizierung der Regionalen Arbeitsgruppe

image
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung
18
Im Staatsbetrieb Sachsenforst sind in den einzelnen Organisationseinheiten (Forstbezirke,
Amt für Großschutzgebiete, Geschäftsleitung) lokale PEFC-Beauftragte benannt Für den
Privat-, Körperschafts- und Kirchenwald sind die entsprechenden Ansprechstellen unter 2 3
genannt
Die Regionale PEFC-Arbeitsgruppe Sachsen kann durch die aufgeführten Elemente und
Maßnahmen die Umsetzung der Systemstabilität gewährleisten, da ein umfängliches Maß-
nahmenpaket zur Selbstkontrolle vorliegt Folgend sind zur Veranschaulichung die Einzel-
maßnahmen in Themenkomplexen zusammenfassend dargestellt
Abbildung 5: Darstellung der Systemstabilität der RAG Sachsen
Aus organisatorischer Sicht verfügt die RAG Sachsen über ein geordnetes Regelwerk Zu-
ständigkeiten, Verfahrensabläufe und Aufgaben sind in den entsprechenden Unterlagen ein-
deutig beschrieben und nachvollziehbar
17
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Zertifizierung der Regionalen Arbeitsgruppe

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
19
Indikatoren
4 Indikatoren
Grundlage der regionalen Zertifizierung nach PEFC ist der Waldbericht Von zentraler Be-
deutung hierbei ist die Liste der Indikatoren, welche die Kriterien und operativen Empfehlun-
gen der Ministerkonferenzen von Helsinki, Lissabon und Wien, sowie die jeweils folgenden
Expertentreffen zusammenfassen und in Abgleich mit den PEFC-Kriterien bringen Anhand
der vorgegebenen Indikatorenliste
15
wird die nachhaltige Waldbewirtschaftung in der Region
Sachsen beschrieben
Die Indikatoren werden wie folgt dargestellt:
Lfn.Nr.
Indikator
entsprechende Kennzahlen
PEPLOG:
Bezug zu den
paneuropäischen
Leitlinien für die
operationale Ebe-
ne
Wien-Indikator:
Bezug zur Minister-
konferenz in Wien
Deutscher Standard:
Bezug zu den aktuel-
len deutschen PEFC-
Standards
Alter Indikator:
Bezug zur alten Indika-
torenliste
Die dargestellten Indikatoren werden zwei Gruppen zugeordnet
Im beschreibenden Teil (Indikatoren 1-11) werden Indikatoren aufgelistet, die ausschließlich
der Beschreibung von regionalen Rahmenbedingungen dienen, welche die nachhaltige
Waldbewirtschaftung in der Region betreffen, aber kaum durch die RAG Sachsen beeinflusst
werden können
Im normativen Teil (12-31) befinden sich Indikatoren, die der Zertifizierungsstelle als Grund-
lage für die Zertifizierung dienen Sofern sinnvoll und erforderlich werden in den Regionalen
Waldberichten konkrete messbare Ziele für diesen Indikator festgelegt
Die nachstehende Auflistung der Indikatoren folgt einer einheitlichen Gliederung Zunächst
wird der Indikator mit den entsprechenden Bezügen zu den Zertifizierungskriterien und den
entsprechenden Kennzahlen benannt Anschließend folgt eine Zuordnung zu rechtlichen
Vorgaben in der Region Der Beschreibung in der Region mit der Darstellung verfügbarer
Informationen folgen eine Bewertung der Ziele des abgelaufenen Waldberichts und die Zu-
ordnung der neuen Ziele und Maßnahmen der RAG Sachsen zum Indikator
18
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung
20
4 1 Beschreibender Teil
4 1 1 Indikator 1 - Wald-/ Eigentumsstruktur
1
Wald-/ Eigentumsstruktur
Fläche ha
Räumliche Verteilung
Waldbesitzarten ha
Waldbesitzarten %
Größenklassen %
PEPLOG:
1 1 a
6 1 b
Wien-Indikator:
1 1
4 7
6 1
Deutscher Standard:
Alter Indikator:
1
45
Gesetzliche Vorgaben
Tabelle 3: gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften zum Indikator 1
Gesetzliche Regelung,
Verordnungen und
Verwaltungsvorschriften
Zitat / Kurzbeschreibung
Art 14 Grundgesetz
Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet
Art 31 Verfassung des Frei-
staates Sachsen
Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet
§ 1 BWaldG
„Walderhaltung, erforderlichenfalls Waldmehrung“
§ 1 SächsWaldG
„Zweck des Gesetzes ist es, den Wald zu erhalten, erforderli-
chenfalls zu mehren und seine ordnungsgemäße Bewirtschaf-
tung nachhaltig zu sichern“
§ 6 SächsWaldG
„Wald ist nach seiner Fläche und räumlichen Verteilung so zu
erhalten oder zu gestalten, dass er die Funktionsfähigkeit des
Naturhaushaltes möglichst günstig beeinflusst … “
§ 8 SächsWaldG
„Wald darf nur mit Genehmigung der Forstbehörde auf Dauer in
eine andere Nutzungsart umgewandelt werden“
Beschreibung der Situation in der Region
Gesamtwaldfläche und räumliche Verteilung:
Der Wald im Freistaat Sachsen bedeckt eine Gesamtfläche von 533 206 ha
15
Bezogen auf
die Landesfläche beträgt der Waldanteil 28,9 % Damit liegt der Waldanteil im Freistaat un-
terhalb des bundesweiten Durchschnitts (32 %) Den höchsten Waldanteil haben die Länder
Hessen (42,3 %) und Rheinland-Pfalz (42,3 %)
Der Wald in Sachsen ist zu 38,5 % im Eigentum des Freistaates 6 % des Waldes sind Bun-
deswald Der Körperschaftswald hat einen Anteil von 8,5 % und 2,1 % sind Kirchenwälder
Zum Stichtag der BWI
3
waren in Sachsen noch 1,9 % der Landesfläche Treuhandwald Der
Privatwald in Sachsen nimmt derzeit 43 % der Waldfläche ein
15
BWI
3
, Tabelle 1 01 01
19
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

image
image
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
21
Indikatoren
Tabelle 4: Darstellung der Waldeigentumsarten in Sachsen nach Fläche und Anteil
16
Die verschiedenen Eigentumsarten sind in Sachsen regional sehr unterschiedlich verteilt Die
größten zusammenhängenden Flächen landeseigenen Staatswaldes befinden sich im Erz-
gebirge, im Vogtland, in Nordwestsachsen und in der Sächsischen Schweiz Das östliche
Sachsen ist dagegen beinahe ausnahmslos durch Privat-, Körperschafts- und Kirchenwald
geprägt, Landeswald gibt es hier kaum In der Lausitz lag auch der größte Teil der zu privati-
sierenden sächsischen Treuhandwälder Eine Besonderheit der nordostsächsischen Kie-
ferngebiete
sind
die
großen,
überwiegend
bewaldeten
Truppenübungsplätze
der
Bundeswehr, deren Wald (bundeseigener Staatswald) durch eine eigene Forstverwaltung
bewirtschaftet wird
Die Waldverteilung in Sachsen ist sehr ungleichmäßig Waldreich ist das Erzgebirge, die
Sächsische Schweiz und die nordöstlichen Landesteile Geringer bewaldet oder sogar zum
Teil äußerst waldarm sind die intensiv landwirtschaftlich genutzten Lössgebiete Sachsens,
deren Schwerpunkt im nordwestlichen Teil des Freistaates liegt Waldreichster Landkreis ist
der Erzgebirgskreis mit einer Bewaldung von 46,7 %, während der Landkreis Leipzig ledig-
lich von ca 7,6 % Wald bedeckt ist
17
Waldbesitzgrößenklassen:
Der Freistaat Sachsen ist ein Land des Privatwaldes In Sachsen gibt es ca 85 000 private
Waldbesitzer Im Durchschnitt besitzt jeder von ihnen knapp 2,8 ha Wald Das private und
körperschaftliche Waldeigentum ist gekennzeichnet durch eine vielfältige Betriebsgrößen-
struktur Im Privatwald bewirtschaften mehr als 91 % der Waldeigentümer Waldflächen mit
einer Größe von bis zu fünf Hektar Auf diese Betriebsgrößenklasse entfallen etwa 31 % der
Privatwaldfläche Im Vergleich dazu besitzen nur wenige Waldeigentümer Waldflächen von
mehr als 100 ha, wobei diese Betriebe mehr als 36 % der Privatwaldfläche bewirtschaften
Tabelle 5: Betriebsgrößen des Privat-, Kirchen- und Körperschaftswaldes 2015
18
16
BWI
3
, Tabelle 1 01 07c
17
http://www
forsten sachsen de/wald/1167 htm
18
Sachsenforst, Waldbesitzerverzeichnis, Stand 30 06 2015
20
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung
22
4 1 2 Indikator 2 - Waldfläche
2
Waldfläche je Einwohner
Fläche ha
PEPLOG:
Wien-Indikator:
Deutscher Standard:
Alter Indikator:
2
Gesetzliche Vorgaben
Tabelle 6: gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften zum Indikator 2
Gesetzliche Regelung,
Verordnungen und
Verwaltungsvorschriften
Zitat / Kurzbeschreibung
§ 1 BWaldG
„…Walderhalt ung, erforderlichenfalls Waldmehrung“
§ 1 SächsWaldG
„Zweck des Gesetzes ist es, den Wald zu erhalten, erforderli-
chenfalls zu mehren und seine ordnungsgemäße Bewirtschaf-
tung nachhaltig zu sichern“
§ 6 SächsWaldG
„Wald ist nach seiner Fläche und räumlichen Verteilung so zu
erhalten oder zu gestalten, dass er die Funktionsfähigkeit des
Naturhaushaltes möglichst günstig beeinflusst…“
§ 8 SächsWaldG
„Wald darf nur mit Genehmigung der Forstbehörde auf Dauer in
eine andere Nutzungsart umgewandelt werden“
Landesentwicklungsplan
Sachsen 2013- Ziel 4 2 2 1
„Der Waldanteil im Freistaat Sachsen ist auf 30 % zu erhö-
hen…“
Beschreibung der Situation in der Region
Zum Stichtag 31 12 2014 lebten in Sachsen 4 055 274 Mio Einwohner
19
Bezogen auf die
Waldfläche von 533 206 ha sind dies 0,13 ha Waldfläche je Einwohner Trotz einer Wald-
flächenzunahme und einer Abnahme der Bevölkerungszahl in Sachsen gibt es keine nen-
nenswerte Veränderung der Pro-Kopf-Waldfläche in Bezug zum vorangegangenen
Waldbericht Die Waldflächenbilanz ergibt sich aus den Zu- und Abgängen bewaldeter Flä-
chen Die mit Abstand bedeutendste Ursache für die Waldflächenverluste in Sachsen sind
die Braunkohletagebaue und der Abbau oberflächennahe Rohstoffe (Sand, Kies, Steine,
Erden) sowie die Umwandlung in Infrastruktur-, Gewerbe- und Industrieflächen Für die ver-
gangenen Jahre ergibt sich ein Zuwachs von 21 628 ha Waldfläche Das wichtigste Motiv für
die Neubegründung von Wald in Sachsen ist die Rekultivierung von Kippenflächen des
Braunkohletagebaus Erstaufforstungen in der Regel landwirtschaftlich genutzter Flächen
stehen vor Ersatzaufforstungen in der landesweiten Bilanz an zweiter Stelle
19
Statistisches Landesamt Sachsen, https://www statistik sachsen de/html/369 htm
21
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

image
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
23
Indikatoren
4 1 3 Indikator 3 - Kohlenstoffvorrat
3
Kohlenstoffvorrat in Holzbiomasse und
in Böden
t/ha
(Schätzwert für jährliche C-Bindung)
PEPLOG:
Wien-Indikator:
1 4
Deutscher Standard:
Alter Indikator:
6
Beschreibung der Situation in der Region
Die sächsischen Wälder leisten einen wichtigen Beitrag zur Speicherung von Kohlenstoff und
tragen damit zur Senkung des in der Atmosphäre frei verfügbaren Treibhausgases Kohlendi-
oxid bei Waldökosysteme sind jedoch keine unendlichen Kohlenstoffspeicher, sondern ver-
mögen bis zu einer gewissen Grenze in der lebenden ober- und unterirdischen Biomasse
und in den Waldböden Kohlenstoff zu speichern Abgestorbene Pflanzenteile geben im Zuge
ihrer Zersetzung den Kohlenstoff wieder an die Atmosphäre ab Der Zeitraum der Zersetzung
ist je nach Beschaffenheit der Biomasse unterschiedlich und unterliegt einem komplexen
Wirkungsgefüge verschiedener Einflüsse Untersuchungen in unberührten Urwäldern zeigen,
dass sich mit steigender Naturnähe und Stabilität des Waldökosystems ein Gleichgewichts-
zustand von Kohlenstoffbindung und -abbau einstellt
Die Holzernte, als Kerngeschäft der Forstwirtschaft, entzieht dem Kohlenstoffspeicher Wald
ständig Kohlenstoff in Form von Derb- und Nichtderbholz und führt diesen einer weiterge-
henden Verwendung zu Die Bindungsdauer des Kohlenstoffes im jeweiligen Folgeprodukt
ist analog der vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten des Rohstoffes sehr unterschiedlich
Sie reicht von sehr langen Zeiträumen, etwa der Verwendung als Konstruktionsholz im Bau,
über geringere Zeiträume (Holzwerkstoffindustrie) bis hin zu kurzfristigen Bindungen in Form
von Verbrauchsmaterialien oder Ausgangsstoffen für die thermische Verwertung Damit leis-
ten die Waldbesitzer durch die Bereitstellung von Holz- und Holzprodukten einen Anteil zur
Substitution fossiler Energieträger und Rohstoffe
Abbildung 6: Regionale Verteilung der Kohlenstoffvorräte im Boden [t/ha] an den Punkten der zweiten Bodenzu-
standserhebung in Sachsen
20
20
Sachsenforst, Zuarbeit Referat 43
22
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

image
image
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung
24
Die Kohlenstoffvorräte der sächsischen Waldböden variieren zwischen 43 und 740 Tonnen
Kohlenstoff pro Hektar Der durchschnittliche Vorrat pro ha beträgt 119 t Kohlenstoff wobei in
der Humusauflage 30 % und im Mineralboden 70 % akkumuliert sind Die höchsten Kohlen-
stoffvorräte werden erwartungsgemäß auf organischen Nassstandorten, wie z B Mooren,
erreicht Die geringsten Vorräte finden sich auf den Sandstandorten unter Kiefern im nordöst-
lichen Tiefland
Der Kohlenstoffvorrat in der lebenden (Holz-)Biomasse des Waldes kann über eine Hoch-
rechnung hergeleitet werden
21
Der Umrechnungsfaktor liegt je nach Baumart und Alter zwi-
schen 1 und 2 Um die Vergleichbarkeit zum vorangegangenen Bericht zu wahren wird der
Umrechnungswert 1,45 für die Herleitung der Kohlenstoffvorräte genutzt
In sächsischen Wäldern sind im Mittel 123 Tonnen Kohlenstoff je Hektar im Derbholzvorrat
(
1
) gespeichert
Aus den Daten der BWI
3
ergibt sich eine Holznutzung unter dem Niveau des Holzzu-
wachses Anhand der Inventurdaten der Periode 2002-2012 kann von einen durchschnittlich
angereicherten jährlich Vorrat (Zuwachs - Abgang) von 4,4 Vfm/ha ausgegangen werden
22
,
was ca 1,7 t Kohlenstoffbindung je Hektar Waldfläche entspricht
Die sächsischen Waldbesitzer leisten durch die Kohlenstoffsenke Ihres Waldeigentums ei-
nen maßgeblichen Beitrag zur Reduzierung des in der Atmosphäre befindlichen Kohlenstoffs
und tragen damit einen Beitrag zur Minderung der weltweiten Klimaerwärmung bei
21
LWF Merkblatt 27, Juli 2011 Download: https://www bkk-
advita de/oppromedia/Umweltmanagement/Kohlenstoffspeicherung pdf
22
BWI
3
, Tabelle 01 09 22
23
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
25
Indikatoren
4 1 4 Indikator 4 - Waldzustand
4
Waldzustand
Kurzdarstellung der Ergebnisse
PEPLOG:
2 1 b
Wien-Indikator:
2 1
2 2
2 3
2 4
Deutscher Standard:
Alter Indikator:
7
8
9
10
11
Gesetzliche Vorgaben
Tabelle 7: gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften zum Indikator 4
Gesetzliche Regelung,
Verordnungen und
Verwaltungsvorschriften
Zitat / Kurzbeschreibung
§ 1 SächsWaldG
„den Wald in der Einheit seines wirtschaftlichen Nutzens und
seiner Bedeutung für die Umwelt, insbesondere für die dauer-
hafte Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes, das Klima, den
Wasserhaushalt, die Reinerhaltung der Luft, die Bodenfrucht-
barkeit, die Pflanzen- und Tierwelt zu erhalten.“
§ 15 SächsWaldG
Waldgefährdung durch Feuer
§ 18 SächsWaldG
Pflegliche Benutzung des Waldes
§ 28 SächsWaldG
Schutzmaßnahmen gegen Waldbrände und Naturereignisse
§ 32 SächsWaldG
Immissionsgeschädigter Wald
§ 34 Abs 2 PflSchG
Schädlingsprognose
§ 59 Abs 2 PflSchG
Aufgaben des Pflanzenschutzdienstes in den Ländern
Beschreibung der jeweiligen Situation in der Region
Wald, als Summe der Vergemeinschaftung mehrjähriger Gehölzpflanzen und einer ent-
sprechenden Begleitvegetation, unterliegt ständig den Einflüssen seiner Umwelt Je besser
das Ökosystem Wald den standörtlichen Bedingungen angepasst ist, desto geringer ist die
Eintrittswahrscheinlichkeit für bestandesbedrohende Schadeinflüsse, seien es abiotische
Einflüsse in Form von Frost, Dürre oder Sturm, als auch für biotische Einflüsse etwa durch
Pilze, Insekten oder Wirbeltiere Neben der landeskulturellen Bedeutung des Waldes in
Sachsen ist der Wald auch Eigentum verschiedenster Besitzer mit unterschiedlichster Eigen-
tümerzielsetzung Die Abwehr von forstschutzrelevanten Schadeinflüssen auf den Wald zum
Erhalt des Eigentums hat daher Priorität aller Waldbesitzer in Sachsen
In der Forstwirtschaft haben sich zwei Unterscheidungsebenen zur Charakterisierung der
Einflussursachen etabliert – abiotische und biotische Einflüsse In Sachsen besteht ein fes-
tes Monitoring Verfahren zur Erfassung einzelner Schäden bzw Schadkomplexen die den
Waldzustand beschreiben
Waldzustandserhebung (WZE):
Die Waldzustandserhebung erfasst den Kronenzustand des sächsischen Waldes Speziell
geschultes Fachpersonal des Staatsbetriebes Sachsenforst begutachtet alljährlich in den
Sommermonaten insgesamt 6 800 Baumkronen auf Verfärbungen und Verluste von Nadeln
und Blättern Der Kronenzustand ist insbesondere bei älteren Bäumen ein gut sichtbares
Merkmal für seine aktuelle physiologische Verfassung Aufgrund temporärer Anpassungs-
reaktionen der Bäume kann jedoch nicht jeder Nadel- oder Blattverlust einem Schaden
24
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

image
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung
26
gleichgesetzt werden Eine Vielzahl von natürlichen Einflussfaktoren, wie beispielsweise
Fruchtbildung und Witterungsverlauf, prägen den Kronenzustand und verursachen jährliche
Veränderungen Die Vitalität eines Baumes zeigt sich in der Fähigkeit, auf derartige Einflüsse
zu reagieren und ihnen als langlebiges Individuum zu widerstehen
Erst durch die Betrachtung längerer Zeitreihen von Kronenzustandsdaten können deshalb
Vitalitätstrends quantifiziert und auf ihre Ursachen-Wirkungsbeziehungen hin untersucht
werden Die Waldzustandserhebung fokussiert dabei auf langfristige Vitalitätstrends, wie sie
durch atmosphärische Stoffeinträge oder klimatisch bedingte Veränderungen der Wasser-
versorgung des Bodens hervorgerufen werden Akut eintretende Schäden durch biotische
oder abiotische Schadereignisse werden durch das Forstschutzmeldewesen beobachtet
Seit 1991 wird der Kronenzustand über ein bundesweit einheitliches Stichprobenverfahren
erhoben Für Deutschland ermöglicht ein flächendeckendes Netz im Abstand von 16 x 16 km
statistisch gesicherte Aussagen über den Gesundheitszustand des Waldes Für den Frei-
staat Sachsen sind hierfür 262 Rasterpunkte notwendig, die sich an einem 4 x 4 km Raster
orientieren Entsprechend der Auswertungsmethodik der WZE wird jeder Baum aufgrund
seines Nadel- bzw Blattverlustes in Kombination mit eventuell aufgetretenen Verfärbungen
einer Schadstufe zugeordnet Demnach weisen 2015 in Sachsen 17 % der Waldbäume eine
deutliche Beeinflussung des Kronenzustandes (Schadstufen 2 bis 4), 46 % eine schwache
Beeinflussung des Kronenzustandes (Schadstufe 1) und 37 % keine erkennbare Beein-
flussung des Kronenzustandes (Schadstufe 0) auf
Ohne Berücksichtigung regionaler und baumartenspezifischer Unterschiede wurde im Rah-
men der WZE 2015 ein mittlerer Nadel- und Blattverlust von 17,6 % ermittelt Dieser Wert
liegt etwa einen Prozentpunkt über dem Vorjahresergebnis (16,8 %), aber im Bereich des
langjährigen Mittelwertes (17,2 %)
Abbildung 7: Schadstufenverteilung und mittlere Kronenverlichtung aller Baumarten zwischen 1991 und 2015
23
23
Sachsenforst, Zuarbeit Abt 4
25
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
27
Indikatoren
Für die Fichte wurde ein mittlerer Nadelverlust von 15,7 % ermittelt, womit sich diese Baum-
art um einen Prozentpunkt zum Vorjahr verschlechterte, aber immer noch unter ihrem lang-
jährigen Mittel liegt Die Fichte ist die Baumart mit einem insgesamt positiven Trend über die
gesamte Zeitreihe Verglichen mit dem Vorjahreswerten stieg der Nadelverlust der Kiefer, als
bedeutendste Baumart im sächsischen Privatwald im letzten Betrachtungszeitraum um zwei
Prozentpunkte auf 19,1 % und somit auf den zweithöchsten Wert seit 1991
Dass die Eiche ein gutes Beispiel für die hohe Veränderlichkeit des Belaubungszustandes
von Laubbäumen ist, zeigt sich besonders in den häufigen abrupten Sprüngen der Kronen-
verlichtung Lag der Anteil deutlich geschädigter Kronen 2013 noch bei 52 % - einem der
schlechtesten Werte in der gesamten Zeitreihe - beläuft er sich im letzten Jahr erfreulicher-
weise auf 29 %
Die Rotbuche ist, abgesehen von der Eiche, die Baumart, innerhalb der Stichprobe, die das
höchste Durchschnittsalter aufweist Bedingt durch das relativ hohe Bestandesalter und auf-
grund fehlender artspezifischer Anpassungsmechanismen reagierte die Buche besonders
stark auf extreme Trockenereignisse So erreichte sie 2004 nach dem Trockenjahr 2003 die
höchsten Werte Seit 2011 ist eine rückläufige Tendenz des Blattverlustes zu verzeichnen,
der in 2015 mit 17,4 % deutlich unter dem Durchschnitt lag
Belastungssituation in den sächsischen Wäldern durch Luftschadstoffe:
Wälder in Sachsen sind Luftschadstoffen wie Schwefeldioxid (SO
2
), Stickstoffdioxid (NO
2
),
Ammoniak (NH
3
) und Ozon (O
3
) ausgesetzt Die genannten Verbindungen wirken direkt auf
die Assimilationsorgane der Waldbäume und können dort zu toxischen Schäden führen
Chronische Belastungen der Waldböden können auch bei schädlichen toxischen Luftkon-
zentrationen über die atmosphärische Auswaschung der Gase und die Auskämmfunktion der
Waldbäume über den Kronenraumniederschlag gesteuert werden
Die Messung gasförmiger Immissionen an siedlungsfernen Waldstandorten ließ sich aller-
dings aufgrund der technischen Anforderungen für Luftmesscontainer lange nicht realisieren
Erst seit der Entwicklung stromlos arbeitender („passiver“) Sammelgeräte Ende der neun-
ziger Jahre ist dies möglich Seit Mitte 2001 sind Passivsammler deshalb ein wichtiger Be-
standteil des forstlichen Umweltmonitorings auch in Sachsen
Das „Waldsterben“, vorrangig in den Höhenlagen des Erzgebirges, hat wesentlich zum Be-
wusstsein der Bevölkerung hinsichtlich der Notwendigkeit gesunder und ökosys-
temangepasster Wälder beigetragen Alle Akteure der Forstwirtschaft in Sachsen versuchen
seit daher den Wald als wesentlichen Bestandteil der Kulturlandschaft zu erhalten und durch
geeignete Maßnahmen wieder in einen besseren Zustand zu versetzen Die Hochwasserka-
tastrophen ab dem Ende des 20 Jahrhunderts haben gezeigt, welchen Einfluss der Wald in
den Kammlagen der Gebirge Sachsens zur Reduzierung der Abflussgeschwindigkeit des
Niederschlages hat
Schwefeldioxid:
Ein Großteil der Schwefeldioxidemissionen ist anthropogen und stammt aus der Verbren-
nung fossiler Energieträger und anderer schwefelhaltiger Brennstoffe Gemeinsam mit Stick-
stoffverbindungen trägt Schwefeldioxid maßgeblich zur Versauerung von Ökosystemen bei
Historische Schwefeldioxid-Messwerte aus dem Jahre 1985 zeigten für Zinnwald (Osterz-
gebirge) einen Jahresmittelwert von über 90 Mikrogramm (µg/m³) pro Kubikmeter Luft Die
Erfassung der Schwefeldioxidgehalte der Luft an den sächsischen Dauerbeobachtungsflä-
chen begann erst im Juni 2001 Ab diesem Zeitpunkt wurden die höchsten Monatskonzentra-
tionen von 29 µg/m³ an der Station Cunnersdorf und die niedrigsten in Klingenthal bzw
Colditz mit 0,5 µg/m³ gemessen Insgesamt ist an allen Waldmessstationen bis Ende 2012
eine weitere Verringerung der SO
2
- Immissionen erkennbar
26
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

image
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung
28
Stickstoffdioxid:
Bedeutende Emissionsquellen für Stickstoffverbindungen sind Verbrennungsprozesse (Kraft-
fahrzeuge, Kraftwerke oder Hausbrand) sowie die Herstellung von mineralischen Düngemit-
teln Mit dem Einbau von Entstickungsanlagen bei Wärmekraftwerken ist eine Verringerung
der Emissionen nachweisbar Verkehrsbedingte Stickstoffemissionen sind trotz der Einfüh-
rung von Katalysatoren und verbesserter Motorentechnik nicht zuletzt durch steigende Ver-
kehrszahlen kompensiert worden und nur geringfügig zurückgegangen
Seit Beginn der Messungen im Sommer 2001 sind die Einträge an Stickstoffoxiden größten-
teils rückläufig
Ozon:
Zur Bildung von vegetationswirksamem Ozon ist die Anwesenheit von Vorläufersubstanzen
(Stickstoffoxide, Kohlenmonoxid, Methan) in Bodennähe notwendig Diese entstammen
größtenteils anthropogenen Quellen wie dem Straßenverkehr, Kraftwerken oder industrieller
Produktion Zusammen mit intensiver Sonneneinstrahlung entsteht durch eine komplexe
photochemische Reaktion der farblose und giftige Sekundärschadstoff Ozon Aufgrund des
Ferntransportes von Ozon ist die Konzentration in industriefernen Gebieten (ländlicher
Raum) besonders hoch Diese Differenzierung lässt sich auch innerhalb der acht Dauerbe-
obachtungsflächen feststellen Hohe und langanhaltende Ozonkonzentrationen führen vor
allem bei Laubbäumen zu sichtbaren Schäden an den Blattorganen
Im gesamten Untersuchungszeitraum ist über die Jahre hinweg weder ein Rückgang noch
ein Anstieg von Ozon zu verzeichnen
Biotische Schäden - Insekten:
Im sächsischen Tiefland traten in den zurückliegenden Jahren insbesondere an der Kiefer
wiederholt Massenvermehrungen biotischer Schädlinge auf Deren Populationsdichten wer-
den im Rahmen des Forstschutzmeldewesens kontinuierlich überwacht In 2015 ging von der
Nonne das größte Gefährdungspotenzial aus Dies war jedoch auf die nördlichen Teile der
Landkreise Görlitz und Bautzen begrenzt
Durch Fraß bedingte flächige Abster-
beerscheinungen sind in den Befallsgebieten nicht aufgetreten
Abbildung 8: Jährliche Befallsflächen der Nonne und soweit erfolgt der davon mit Insektiziden behandelten Flä-
chen seit 1990
24
24
Sachsenforst, Zuarbeit Abt 4
27
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
29
Indikatoren
An der Gemeinen Fichte sind wie auch in den Vorjahren die rindenbrütenden Borkenkäfer-
arten Buchdrucker und Kupferstecher die relevanten Schadorganismen Ihre Entwicklung
wird in erheblichem Maße durch abiotische Faktoren, wie Sturm- und Schneebruch beein-
flusst
Für die Befallssaison 2014 (01 06 2014 bis 30 05 2015) wurden 33 500 m³ Stehendbefall
registriert Dies war ein moderater Anstieg (20 %) im Vergleich zur vorhergehenden Befalls-
saison 2013
0
20000
40000
60000
80000
100000
120000
140000
1989
1990
1991
1992
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
Befallsholz [m³]
registriert Juni - Dezember im Befallsjahr
registriert Januar - Mai im Folgejahr
Abbildung 9: Durch Buchdrucker zum Teil in Kombination mit Kupferstecher befallene Holzmenge von 1989-2015
(Angaben für 2015 auflaufender Stand bis Monat September; Datenauszug 08.10.2015)
25
Im Vergleich zu dem letzten Berichtzeitraum sind die Schadmengen, hervorgerufen durch
Buchdrucker und Kupferstecher, aktuell auf einem geringen Niveau, was nicht zuletzt auf das
Ausbleiben hoher Schadholzmengen (Brutmaterial) durch Sturm, Wurf und Bruch zurückzu-
führen ist Allerdings gehörte der Winter 2014/15 wie bereits der vorangegangene zu den
wärmsten seit Beginn der systematischen Wetteraufzeichnungen Typisch waren geringe
Niederschläge und reichlich Sonnenschein im Winterhalbjahr Nachdem einige kleinere win-
terliche Sturmtiefs mehr oder weniger folgenlos für den Wald blieben, trat Ende März 2015
eine kritischere Witterungssituation auf Am 31 März verschärften sich die Luftdruckgegen-
sätze zum Orkan „Niklas“. Dieser ist mit Spitzenböen von 156 km/h auf dem Fichtelberg un-
ter den stärksten Stürmen der jüngeren Vergangenheit einzuordnen
Identische
Spitzenwindgeschwindigkeiten an gleicher Stelle wurden beim Sturm „Emma“ (01.03.2008)
gemessen. Im Vergleich zu den 184 km/h bei „Kyrill“ (17./18.01.2007) waren diese Werte
aber noch um eine offensichtlich für das Schadausmaß entscheidende Differenz geringer
Der Anfall von Wurf- und Bruchholz, mit etwa 90 % Anteil an der Gesamtmenge hauptsäch-
lich durch „Niklas“ entstanden, blieb im Winterhalbjahr 2014/15 summarisch betrachtet mit
ca 98 500 fm im unkritischen Bereich Dennoch bietet der geringere Schadholzmengenanfall
mit den überdurchschnittlich warmen Witterungsverläufen der letzten Jahre das Potenzial zu
Massenvermehrungen forstschädlicher Insekten in Sachsen
25
Sachsenforst, Zuarbeit Abt 4
28
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

image
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung
30
Neben der Nonne, dem Buchdrucker und teilweise dem Kupferstecher als Hauptschädlinge
an den Nadelbäumen in Sachsen treten noch Lärchenminiermotte an Lärche und Eichen-
wickler und Frostspanner, vor allem an Eiche, auf Nachfolgende Abbildungen geben die
Befallssituation über die Jahre wieder
0
500
1000
1500
2000
2500
3000
3500
1989
1990
1991
1992
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
Befallsfläche [ha]
Abbildung 10: Befallsfläche von Lärchenbeständen durch Lärchenminiermotte von 1989 bis 2015. [Stand: 09-
2015]
26
Abbildung 11 Befallsflächen [ha] durch Eichenwickler (oben) und Frostspanner (unten) 1989 bis 2015
27
26
Sachsenforst, Zuarbeit Abt 4
27
Sachsenforst, Zuarbeit Abt 4
ďďŝůĚƵŶŐϭϭ͕^ĞŝƚĞϮϵ
29
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
31
Indikatoren
Die Fläche, auf denen Mäuse in den vergangen Jahren Schäden verursacht haben,
schwankt deutlich Im Jahr 2011, bei hoher und langandauernder Schneelage, sind beson-
ders viele Schäden im Winterhalbjahr aufgetreten Im Herbst 2014 wurden vor allem im Tief-
und Hügelland an den Monitoringstandorten sehr hohe Dichten der Kurzschwanzmausarten
Erd-, Feld-, Rötel- und lokal auch der Schermaus registriert
Die einzelflächenweise Untersetzung dieses generellen Trends führte zu Gegenmaßnah-
men Das im Frühjahr 2015 beobachtete Schadausmaß entspricht dem geringen Niveau der
Vorjahre Gleiches gilt für die im Sommer aufgetretenen Schäden Etwa die Hälfte der ge-
meldeten Schadfläche verursachte die Schermaus Hinsichtlich der Populationsdichten
zeichnete sich im Vorjahr zwar ein Rückgang ab, aber auch im letzten Herbst wurde noch
auf 7 von 15 Monitoringstandorten der kritische Indexwert von 10 überschritten
Biotische Schäden - Wild:
Auf Schäden, hervorgerufen durch Wild wird bei der Beschreibung des Indikator 22 detailliert
eingegangen
Zusammenfassend ist der Zustand des Waldes in Sachsen ähnlich dem letzten Berichtzeit-
raum zu bewerten Kronenverlichtungen, als Ausdruck des Einzelbaums auf Stress sind im
langjährigen Mittel gleichbleibend Die Einträge von Schadstoffen über die Luft sind in der
Summe rückläufig Schadeinflüsse auf die Bäume aus der Gruppe der forstschädlichen In-
sekten unterliegen deutlichen Populationsschwankungen aufgrund von Nahrungsangebot
und Witterungseinfluss Bestandesbedrohende Insektenkalamitäten sind im abgelaufenen
Berichtzeitraum, wenn überhaupt, nur regional aufgetreten Allerdings gehörte der Winter
2014/15 wie bereits der vorangegangene zu den wärmsten seit Beginn der systematischen
Wetteraufzeichnungen Durch die Bemühungen der vielen tausend Waldbesitzer in Sachsen,
der staatlichen Förster und dem Staatsforstbetrieb ist es gelungen die überaus kritische
Waldschutzsituation durch Sturmwurf im März 2015, bei gleichzeitig hohen Tagesdurch-
schnittstemperaturen und geringer Wasserversorgung der Waldböden in einem überschau-
baren Maß zu halten
30
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung
32
4 1 5 Indikator 5 - Unterstützung Nichtstaatswald
5
Unterstützung des Nichtstaatswaldes
€/ha
Fläche ha
%
PEPLOG:
2 1 c
3 1 c
Wien-Indikator:
Deutscher Standard:
Alter Indikator:
15
27
Gesetzliche Vorgaben
Tabelle 8: gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften zum Indikator 5
Gesetzliche Regelung,
Verordnungen und
Verwaltungsvorschriften
Zitat / Kurzbeschreibung
§ 41 BWaldG
„(1) die Forstwirtschaft soll wegen der Nutz-, Schutz-, und Erho-
lungsfunktion des Waldes nach §1 öffentlich gefördert werden“
§ 23 SächsWaldG
„(2) Privatwaldbesitzer und forstliche Zusammenschlüsse ohne
forstliche Fachkräfte werden nach den Vorschriften dieses Ge-
setzes bei der Bewirtschaftung ihres Waldes durch die obere
Forstbehörde beraten und betreut“
§ 34 SächsWaldG
Der Freistaat Sachsen fördert die Forstwirtschaft im Rahmen der
verfügbaren Haushaltsmittel“
§ 46Abs 2 SächsWaldG
Das Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft wird er-
mächtigt, durch Rechtsverordnungen nähere Vorschriften zu
erlassen über Aufgaben der forsttechnischen Betriebsleitung
und des forstlichen Revierdienstes bei der Wahrnehmung durch
den Freistaat Sachsen, Grundsätze für die räumliche Abgren-
zung körperschaftlicher Forstreviere und Grundsätze für die Be-
triebsplanung
§ 47 SächsWaldG
Forsttechnische Betriebsleitung und Revierdienst
§ 49 SächsWaldG
„Der Privatwald wird durch fachliche Aus- und Fortbildung der
Waldbesitzer sowie durch kostenlose Beratung gefördert“
SächsPKWaldVO
Sächsische Privat- und Körperschaftswald-Verordnung
Beschreibung der Situation in der Region
Die gesetzliche Beratung des Privatwaldes durch die Forstbehörden im Sinne von § 49
SächsWaldG verfolgt das Ziel, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten Die Waldbesitzer sollen durch
die Beratung in den Stand versetzt werden, die notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten zur
eigenen sachkundigen und ordnungsgemäßen Bewirtschaftung ihres Waldes zu erwerben
Nur ein geringer Teil der Privatwaldbesitzer im Freistaat Sachsen arbeitet zumindest perio-
disch im eigenen Wald Ursachen hierfür sind u a die Ortsferne der Eigentümer und die rela-
tiv geringen Flächengrößen, die einen nennenswerten Ertrag aus der Bewirtschaftung nicht
zulassen Aus diesen Gründen sind die kostenlose Beratung der Waldbesitzer durch die
Landesforstverwaltung und die Gewährung von Fördermitteln wichtige Grundlagen, dem
Waldbesitzer eine sachgemäße Nutzung seines Eigentums zu ermöglichen
Die Nachfrage an Informationen der privaten Forstbetriebe in Sachsen bezüglich unter-
schiedlichster Themenstellung zeigt Tabelle 9 exemplarisch für die Jahre 2014 bis 2015
31
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

image
image
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
33
Indikatoren
Tabelle 9: Gegenstand und Anzahl der Einzelberatungsgespräche im Bereich der Betreuung bei Sachsenforst
28
Anhand der geführten Gespräche lassen sich Schwerpunkte der Beratung hinsichtlich Wald-
bau, Waldschutz und Holzeinschlag ablesen Eine große Anzahl privater Waldeigentümer
nutzt das kostenlose Beratungsangebot des Staatsbetriebs Sachsenforst Dies trägt zur In-
formation und Hilfestellung des sächsischen Privatwaldes bei
Im Bereich der fallweisen und ständigen Betreuung des Privatwaldes werden in Sachsen
permanent Leistungen im Auftrag der privaten Waldbesitzer durch die Forstbehörden er-
bracht Nachstehende Tabelle zeigt den Umfang der Leistungen beispielhaft für das Jahr
2015
Tabelle 10: Fläche und Menge ausgewählter betrieblicher Tätigkeiten in der fallweisen und ständigen Betreuung
durch den Staatsbetrieb Sachsenforst 2015
29
28
Sachsenforst, Zuarbeit Abt 5
29
Sachsenforst, Zuarbeit Abt 5
32
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

image
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung
34
Die ausgezahlten Fördersummen an die sächsischen Waldbesitzer in den Jahren 2011 bis
2015 belaufen sich in Summe auf 6,23 Mio. €. Hintergrund der Förderung sind die Stärkung
der Widerstandsfähigkeit und des ökologischen Wertes der Wälder und der Schutz der Na-
turgüter im Wald Damit wird die Unterstützung einer beständigen Entwicklung der Forstwirt-
schaft im ländlichen Raum sowie die Überwindung struktureller Bewirtschaftungshemmnisse
im kleinstrukturierten Privatwald und die Absatzbedingungen in der Forstwirtschaft durch
besitzübergreifende Zusammenarbeit, insbesondere im Rahmen Forstwirtschaftlicher Zu-
sammenschlüsse, verbessert Als weiteren Ansatz der staatlichen Förderung in Sachsen ist
die Waldflächenmehrung durch Erstaufforstung zu nennen
Für Wiederaufforstung und Waldumbau wurden in den letzten Jahren umfangreich Beträge
bewilligt Die forstliche Förderung leistet hier einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung und
Neubegründung standortsangepasster Wälder in Sachsen
Tabelle 11: Darstellung der ausgezahlten Förderbeträge im Bereich Wiederaufforstung und Waldumbau 2011-
2015
30
Bei der Wegebauförderung kamen im Berichtzeitraum 2010 bis 2015 umfänglich Finanzmittel
zur Auszahlung Im Rahmen der Förderung wurden ca 155 km Forstwege neu errichtet
Wegebau, als grundlegende Vorrausetzung für die nachhaltige Bewirtschaftung und Nutzung
des Waldes, ist ein Schwerpunkt der Förderung des privaten Waldbesitzes in Sachsen
Die Unterstützung des Nichtstaatswaldes in Sachsen ist nach wie vor auf hohem Niveau
Anfragen hinsichtlich der Beratung des Nichtstaatswaldes werden durch die Forstbehörden
umfänglich, in Bezugnahme auf den gesetzlichen Auftrag, erfüllt Die Möglichkeit der fallwei-
sen oder ständigen Betreuung durch die Forstbehörden wird seitens der privaten Waldbesit-
zer genutzt Förderseitig gibt es Angebote für den privaten Waldbesitz in Sachsen, der
regelmäßig, aber in Betrachtung der Zeitreihen aus vorangegangenen Berichten mit nach-
lassender Intensität genutzt wird Grundsätzlich ist durch die Möglichkeit der forstlichen För-
derung nach den verschiedenen Förderprogrammen die Möglichkeit gegeben, dem
nichtstaatlichen Waldbesitz eine Unterstützung für seine betrieblichen Leistungen im Hinblick
auf das Gemeinwohl zu geben
30
Sachsenforst, Zuarbeit Abt 5
33
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
35
Indikatoren
4 1 6 Indikator 6 - Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse
6
Forstwirtschaftliche
Zusammenschlüsse
Anzahl
Fläche ha
PEPLOG:
3 1 c
Wien-Indikator:
Deutscher Standard:
Alter Indikator:
28
Gesetzliche Vorgaben
Tabelle 12: gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften zum Indikator 6
Gesetzliche Regelung,
Verordnungen und
Verwaltungsvorschriften
Zitat/Kurzbeschreibung
§§ 15-20 BWaldG
Aufgaben der Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse
§ 41BWaldG
Förderung der Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse
§ 34 SächsWaldG
Förderung der Forstwirtschaft
SächsPKWaldVO
Sächsische Privat- und Körperschaftswald-Verordnung
Beschreibung der Situation in der Region
Die unter Indikator 1 dargestellte Waldeigentumsverteilung von Sachsen zeigt, dass 43 %
des Waldes in Sachsen Privatwald sind Schwerpunkt der Forst- und Förderpolitik im Frei-
staat
Sachsen
ist
die
Erweiterung
und Entwicklung
bestehender
Forstbetriebs-
gemeinschaften (FBG) mit dem Ziel, ihre wirtschaftliche Grundlage zu stärken und sie zu
tragfähigen wirtschaftlichen Einheiten unter professioneller Führung zu entwickeln
In Sachsen existieren derzeit 25 Forstbetriebsgemeinschaften mit einer Gesamtfläche von
46 000 ha
31
Damit sind ca 15 % der Fläche des nichtstaatlichen Waldbesitzes in Forstwirt-
schaftlichen Zusammenschlüssen organisiert Weiterhin existiert ein Forstwirtschaftlicher
Zusammenschluss mit acht Forstbetriebsgemeinschaften
32
Das forstliche Zusammenschlusswesen in Deutschland und in Sachsen ist gekennzeichnet
durch die Freiwilligkeit des Waldbesitzes Freiwillig werden Kooperationen eingegangen,
welche die Nachteile der Kleinstrukturiertheit des Besitzes aufheben sollen Kooperationen
dienen der strukturellen Stärkung, die Vorteile für die Waldeigentümer mit sich bringen Der
Schritt hin zu einem übergeordneten Zusammenschlusswesen ist vollzogen und es werden
u a Leistungen zur gebündelten und damit anbieterseitig starken Holzvermarktung für
Rundholzmengen aus dem Privat- und Körperschaftswald geleistet Mit Hilfe von Forstwirt-
schaftlichen Zusammenschlüssen, Waldgenossenschaften, Forstbetriebsgemeinschaften
und Forstwirtschaftlichen Vereinigungen können Strukturmängel im kleinparzellierten Wald-
besitz abgemildert werden In vielen Fällen gehören den Forstbetriebsgemeinschaften auch
die örtlichen Körperschaftswaldbetriebe an Die Förderung dieser Zusammenschlüsse ist
damit ein entscheidendes Instrument der nachhaltigen Aktivierung des Kleinprivatwaldes und
der Rohholzmobilisierung
31
Download: https://www smul sachsen de/sbs/4736 htm
32
Internetauftritt Forstwirtschaftliche Vereinigung in Sachsen w V Download: 12 03 2016
http://www
holzvermarktung-
sachsen de/mitglieder html
34
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung
36
4 1 7 Indikator 7 - Wegedichte, Wegeneubau, Wegeunterhaltung
7
Wegedichte, Wegeneubau,
Wegeunterhaltung
lfm
LKW-fähige Wege/ha/Besitzart
PEPLOG:
3 2 d
4 2 f
5 2 c
Wien-Indikator:
Deutscher Standard:
3 5
Alter Indikator:
30
Gesetzliche Vorgaben
Tabelle 13: gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften zum Indikator 7
Gesetzliche Regelung,
Verordnungen und
Verwaltungsvorschriften
Zitat / Kurzbeschreibung
§ 18 Abs 1 Nr 6 Sächs-
WaldG
„Zur pfleglichen Bewirtschaftung des Waldes gehört insbesonde-
re den Wald im erforderlichen Maße mit Waldwegen zu er-
schließen.“
§ 21 Abs 1 SächsWaldG
„Waldwege sind nicht dem öffentlichen Verkehr gewidmete We-
ge, die der Erschließung des Waldes zum Zwecke seiner Be-
wirtschaftung dienen Die Waldbesitzer sollen im Rahmen ihres
Leistungsvermögens die zu einer ordnungsgemäßen Bewirt-
schaftung des Waldes notwendigen Wege bauen und unterhal-
ten Dabei sind das Landschaftsbild, der Waldboden und der
Bewuchs zu schonen sowie die Belange des Naturschutzes und
der Landschaftspflege zu beachten.“
Beschreibung der Situation in der Region
Voraussetzung für eine sachgemäße Waldbewirtschaftung im Sinne des Sächsischen Wald-
gesetzes ist eine Grunderschließung der Wälder mit ganzjährig LKW-befahrbaren Waldwe-
gen, unbefestigten Maschinenwegen und Rückegassen Die Walderschließung hat die
Aufgabe, die für die Waldbewirtschaftung erforderlichen Verkehrs- und Transportvorgänge
zu ermöglichen Waldwege dienen aber auch dem Katastrophenschutz und einer schnellen
Erreichbarkeit im Falle von Waldbränden und Rettungseinsätzen Darüber hinaus können
Waldwege Bedeutung für die Bewirtschaftung eingesprengter landwirtschaftlicher Flächen
haben Neben diesen Zwecken werden Waldwege durch Tourismus und Erholungssuchende
in verschiedenster Weise intensiv genutzt Basis der multifunktionalen Waldnutzung in Sach-
sen bildet das gut ausgebaute Forstwegenetz in Sachsen
Nach Änderung der Verfahrensweise der Bundeswaldinventur bezüglich des Themenbe-
reichs Walderschließung (Herausnahme der Wegeinventur aus dem Aufnahmeumfang
33
)
liegen abweichend zum Vorbericht keine Daten zur Wegeinventur/-beschreibung für den Ge-
samtwald vor
Für den sächsischen Staatswald in Bewirtschaftung durch den Staatsforstbetrieb Sachsen-
forst liegen detaillierte Daten auf Grundlage einer flächenmäßig vollständigen Digitalisierung
vor Im Wegebestand von Sachsenforst sind derzeit 576 Hauptabfuhrwege mit einer Ge-
samtlänge von ca 3 332 km erfasst Auf den forstüblichen Kennwert von Hauptwegelänge je
ha Holzbodenfläche berechnet, sind dies 17,4 lfm/ha Tabelle 14 zeigt eine Übersicht der
Hauptabfuhrwege, unterteilt nach Bauweise
33
Auskunft, Sachsenforst, Ref 44,
35
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

image
image
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
37
Indikatoren
Tabelle 14: Übersicht der Hauptabfuhrwege bei Sachsenforst mit Bauweise
34
Die in Tabelle 14 aufgeführten Hauptabfuhrwege werden durch entsprechende Bauwerke
flankiert So existieren 134 Stütz- und Trockenmauern, 5 Dämme, 258 Brückenbauwerke
und 32 Großdurchlässe im Wegebestand von Sachsenforst Der Zustand der Wege wird zu
81 % als gut eingeschätzt
In der Kategorie der Nichtabfuhrwege, oder Zubringer-, Wirtschafts- oder Rückewege (nicht
für den LKW Transport geeignet) hält Sachsenforst nachstehende Erschließung vor:
Tabelle 15: Erschließung mit nicht LKW Wegen auf der Fläche von Sachsenforst
35
Für den Zeitraum 2010 bis 2015 ist ein Zuwachs des Hauptabfuhrwegenetzes von 155 km
über forstliche Förderung belegt (siehe Indikator 5) Die sächsischen Waldbesitzer, ungeach-
tet ob staatlich oder nichtstaatlich, erbringen durch ihren Wegebestand im ländlichen Raum
große Leistungen hinsichtlich der Erschließung der Landschaft und ermöglichen dadurch
nicht zuletzt erst die touristische Nutzung der vielgestaltigen Naturlandschaften in Sachsen
34
Sachsenforst, Ref 22
35
Sachsenforst, Ref 22
36
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

image
image
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung
38
4 1 8 Indikator 8 - Anzahl im Cluster Holz Beschäftigter
8
Anzahl der im Cluster Forst und Holz
beschäftigten Personen
Kurzdarstellung der Ergebnisse
PEPLOG:
6 1 a
6 2 a
Wien-Indikator:
6 5
Deutscher Standard:
6 1
6 2
6 3
Alter Indikator:
48
49
Gesetzliche Vorgaben
Tabelle 16: gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften zum Indikator 8
Gesetzliche Regelung,
Verordnungen und
Verwaltungsvorschriften
Zitat / Kurzbeschreibung
§ 23 SächsWaldG
„(1) Die Forstbehörden sind zur Durchführung ihrer Aufgaben
ausreichend mit geeigneten Fachkräften des gehobenen und
höheren Forstdienstes auszustatten.“
Beschreibung der Situation in der Region
Die Forstwirtschaft als Primärproduzent besitzt mit 28,9 % Anteil an der Landesfläche eine
bedeutende Rolle in Sachsen, insbesondere im ländlichen Raum Unzählige Familien-
einkommen sind direkt oder indirekt an den Produktionsort Wald gebunden Die gesamte
Kette der Produktion von Holz und den nachgeordneten verarbeitenden Betrieben wird in
Clusterstudien dargestellt Ein Cluster beschreibt dabei den Gesamtprozess welches der
Rohstoff bis zum Endverbrauer durchläuft und ordnet den jeweiligen Bereichen Kennzahlen
zu Entlang der Produktionskette des Holzes vom Wald ins Werk und schließlich bis zum
Verbraucher entstehen vielfältige Arbeitsplätze und Erwerbsmöglichkeiten auf den ver-
schiedensten Ebenen und Beschäftigungsfeldern Angefangen bei den Forstwirten, Förstern
und Unternehmen in der Waldpflege und Holzernte, über Spediteure bis hin zu Ingenieuren
in den Papier- und Sägewerken, Architekten, Handwerkern und den Händlern der fertigen
und halbfertigen Waren bietet das Cluster Holz und Forstwirtschaft in Sachsen attraktive Ar-
beitsangebote
Eine Zusammenfassung der wichtigsten Kennzahlen des Clusters Holz und Forstwirtschaft
(Stichtag 2013) zeigt nachstehende Tabelle
Tabelle 17: Darstellung des Clusters Holz und Forstwirtschaft in Sachsen 2013 (Clusterbereich, Unternehmen,
Mitarbeiter und Umsatz), bearbeitet
36
36
Clusterstatistik Forst und Holz, Tabellen für das Bundesgebiet und die Länder 2000 bis 2013, Thünen-Institut für
Internationale Waldwirtschaft und Forstökonomie, Thünen Working Paper 48
37
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
39
Indikatoren
Der Blick auf die Daten des letzten Waldberichtes zeigt ein ähnliches Bild bei der Anzahl der
im Cluster agierenden Unternehmen in Sachsen Die Abweichungen in der Beschäftigtenzahl
sind auf Unterschiede in der Erfassungsmethode der einzelnen zitierten Studien bzw Infor-
mationsquellen zurückzuführen Eine Studie für das Cluster Holz und Forstwirtschaft in
Sachsen existiert derzeit nur in der Modellregion Oberlausitz zum Stand 30 06 2010
37
Die in
Tabelle 17 dargestellten Daten beziehen sich auf die Clusterstatistik „Forst und Holz, Tabel-
len für das Bundesgebiet und die Länder 2000 bis 2013“, vom von Thünen-Institut für Inter-
nationale Waldwirtschaft und Forstökonomie in Hamburg und sind neuerem Datums
Die ca 85 000 privaten sächsischen Waldbesitzer sind nicht vollständig (nur bei erfassten
Haupterwerb) in der zitierten Studie berücksichtigt Es kann daher eine größere Wertschöp-
fung im Bereich Forstwirtschaft unterstellt werden, die in den überwiegend ländlich gepräg-
ten, waldreichen Regionen Sachsens generiert wird
37
Clusterinitiative Forst und Holz Oberlausitz, OGF, 2010
http://www
energie-agentur-
neisse de/cms/upload/Abschlussbericht_Clusterinitiative_Forst_und_Holz pdf
38
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

image
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung
40
4 1 9 Indikator 9 - Generhaltungs- und Saatgutbestände
9
Generhaltungsbestände und
anerkannte Saatgutbestände
Fläche ha
Anzahl
PEPLOG:
4 2 b
Wien-Indikator:
4 6
Deutscher Standard:
Alter Indikator:
39
Gesetzliche Vorgaben
Tabelle 18: gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften zum Indikator 9
Gesetzliche Regelung,
Verordnungen und
Verwaltungsvorschriften
Zitat / Kurzbeschreibung
Richtlinie 1999/105/EG des
Rates vom 22 12 1999 über
den Verkehr mit forstlichen
Vemehrungsgut Abl EG
2000 Nr L11 S 17 und
Nationale Umsetzungen
Europäische Rechtsnorm
Forstvermehrungsgut-
gesetz Bund (FoVG) vom
22 05 2002,
Stand 31 08 2015
Forstvermehrungsgutgesetz für Deutschland
FoVDV
Forstvermehrungsgut-Durchführungsverordnung
FoVZV
Forstvermehrungsgut-Zulassungsverordnung
FoVHgV
Forstvermehrungsgut-Herkunftsgebietsverordnung
Forstvermehrungsgut-
verordnung
Verordnung der Sächsischen Staatsregierung zur Durchführung
des Forstvermehrungsgutgesetzes
Beschreibung der Situation in der Region
Im Freistaat Sachsen sind derzeit 763 Saatgutbestände auf 3 096 ha zugelassen Zusätzlich
existieren 25 Saatgutplantagen auf 51 ha Zugelassenes Ausgangsmaterial für die Erzeu-
gung von Forstvermehrungsgut der Kategorien "Ausgewählt", "Qualifiziert" und "Geprüft" in
Sachsen (Stand 31 01 2016) sind nachfolgend dargestellt
Tabelle 19: Auszug Datenbank Forstvermehrungsgut vom 31.01.2016, Staatsbetrieb Sachsenforst
38
38
Auszug Datenbank Forstvermehrungsgut vom 31 01 2016, Sachsenforst, Ref 42
39
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
41
Indikatoren
Einem deutlichen Anstieg beim ausgewählten Vermehrungsgut bei Baumarten mit hoher
Lebensdauer stehen Abgänge bei Fichte, Kiefer, Buche und Baumarten mit geringer Le-
bensdauer im Vergleich zum letzten Berichtzeitraum gegenüber. In der Kategorie „Qualifi-
ziertes“ Vermehrungsgut sind Anzahl und Fläche gleichbleibend bei geringen
Verschiebungen innerhalb der Baumartengruppen Über einen zehnjährigen Betrachtungs-
zeitraum gesehen ist die Ausstattung mit Erntebeständen als stabil zu bewerten Zu- und
Abgänge im Register der Saatgutbestände sind normal und sind analog der Bestandesstadi-
enentwicklung zu betrachten
In der Ex-situ-Generhaltung, also der Erhaltung von Genmaterial außerhalb des natürlichen
Vorkommens einer Baumart, kann auf 257 Bestände mit 214 ha und 59 Samenplantagen mit
102 ha Fläche zurückgegriffen werden Die Rotbuche nimmt den größten Anteil der Gener-
haltungsbestände ein Ihr folgen die Eichenarten, die Gemeine Fichte sowie die Laubbaum-
arten mit hoher Lebensdauer, zu denen die Ahornarten, Esche, die Linden und Ulmenarten
gehören Der verbleibende Flächenanteil wird vertreten von den Laubbaumarten mit niedri-
ger Lebensdauer wie die Birkenarten, die Hainbuche, die Pappel-, Sorbus- und Wildobstar-
ten, die Waldkiefer sowie die anderen Nadelbaumarten wie Eibe, Spirke, die Lärchenarten
sowie Douglasie Auf die einzelnen Baumarten bezogen, repräsentieren die Generhaltungs-
bestände zwischen 0,4 % (Gemeine Fichte) und 8,1 % (Rotbuche) der Baumartenfläche in
den sächsischen Wäldern Gar keine bestandesförmigen Vorkommen oder nur geringe An-
zahlen konnten für die in der Roten Liste als gefährdet eingestuften Baumarten Eibe, Weiß-
tanne, Schwarzpappel, Feldulme, Elsbeere und Wildapfel ermittelt werden Für diese
existieren nur wenige Einzelbäume in Sachsen und bei den Berg- und Flatterulmen sind es
ebenfalls nur geringe +/- 2 000 Generhaltungsexemplare
39
Umfangreiche Generhaltungs-
und Forschungsmaßnahmen zum Schutz der Weißtanne und der Schwarzpappel, etwa die
Schaffung eines Mutterquartiers bei Schwarzpappel, werden hierzu bei Sachsenforst ge-
leistet Durch den Erhalt und die Pflege seltener Baumarten und Herkünfte leisten die Wald-
besitzer in Sachsen einen großen Beitrag zur Erhaltung der biologischen Vielfalt in Sachsen
39
Auskunft Sachsenforst Ref 42, Fünfjahresbericht der Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Forstliche Genressourcen und
Forstsaatgutrecht“, Stichtag 31.12.2012
40
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung
42
4 1 10 Indikator 10 - Nieder-, Mittel- und Hutewald
10
Niederwald, Mittelwald, Hutewald
Fläche ha
PEPLOG:
4 2 d
Wien-Indikator:
Deutscher Standard:
Alter Indikator:
42
Gesetzliche Vorgaben
Dem Indikator 10 lassen sich keine unmittelbaren gesetzlichen Vorgaben zuordnen Auf
Grund ihrer Einzigartigkeit sind diese Flächen jedoch häufig naturschutzfachlich von beson-
derem Interesse und im Einzelfall mit Rechtsvorschriften aus dem Naturschutzrecht belegt
Beschreibung der Situation in der Region
Nach der BWI
3
sind in Sachsen keine Mittel- und Hutewälder vorhanden Niederwälder exis-
tieren mit einem Flächenumfang von 598 ha
40
Aus der Waldfunktionenkartierung lässt sich
ebenfalls kein Rückschluss auf Vorhandensein von Mittel- und Hutewälder in Sachsen zie-
hen Mit Einführung der geregelten nachhaltigen Forstwirtschaft in Sachsen sind die Be-
triebsformen Nieder-, Mittel- und Hutewald sukzessiv durch die Bewirtschaftungsform des
Hochwaldes ersetzt worden und spielen aktuell keine Rolle Nichtsdestotrotz sind diese his-
torischen Waldnutzungsformen ökologisch wertvoll und bietet vielen spezialisierten Arten der
Flora und Fauna letzte Rückzugsrefugien
40
BWI
3
, Holzbodenspezifikation
41
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
43
Indikatoren
4 1 11 Indikator 11 - Anzahl der Plätze mit kulturellen und spirituellen Werten
11
Anzahl der Plätze auf Waldflächen,
denen kulturelle oder spirituelle Werte
zugeordnet sind
Kurzdarstellung der Ergebnisse
PEPLOG:
6 1 d
Wien-Indikator:
Deutscher Standard:
Alter Indikator:
54
Gesetzliche Vorgaben
Tabelle 20: gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften zum Indikator 11
Gesetzliche Regelung,
Verordnungen und
Verwaltungsvorschriften
Zitat/Kurzbeschreibung
§ 2 Abs 1 SächsDSchutzG
„Kulturdenkmale im Sinn dieses Gesetzes sind von Menschen
geschaffene Sachen, Sachgesamtheiten, Teile und Spuren von
Sachen einschließlich ihrer natürlichen Grundlagen, deren Er-
haltung wegen ihrer geschichtlichen, künstlerischen, wissen-
schaftlichen, städtebaulichen oder landschaftsgestaltenden
Bedeutung im öffentlichen Interesse liegt“
§ 6 SächsWaldG
Waldfunktionskartierung
Beschreibung der Situation in der Region
Alle Epochen der Siedlungsgeschichte auf der heutigen Freistaatsfläche haben Spuren in
den Böden sächsischer Wälder hinterlassen So liegen Bodendenkmale etwa schon aus der
Zeit des Neolithikums und der nachfolgenden Geschichtsepochen vor
In Sachsen sind bislang ca 13 000 archäologische Kulturdenkmäler bekannt, von denen
etwa 1600 obertägig (z B Wallanlagen, Burgen, Grabhügel) sichtbar sind Die Mehrzahl
(fast 90 %) aber ruht unsichtbar im Boden Dies ist meist nur indirekt aus Oberflächenfunden
zu erschließen, auf Luftbildern zu erkennen oder durch geophysikalische Untersuchungen
sichtbar zu machen Der tatsächliche Denkmälerbestand aber dürfte ungleich größer sein
Nach neuen Erkenntnissen sind wahrscheinlich nur 25 % dessen bekannt, was sich im Bo-
den verbirgt Diese unersetzlichen historischen Informationsquellen sollen auch künftigen
Generationen zur Verfügung stehen und verpflichten daher zu besonderen Erhaltungsan-
strengungen
41
41
http://www
umwelt sachsen de/umwelt/boden/12995 htm
42
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung
44
Die nachfolgend aufgeführten
Kulturdenkmale sind flächig, linienförmig oder punktuell aus-
geprägt
Tabelle 21: Auswertung Waldfunktionskartierung Sachsen
42
Denkmale/Beschaffenheit
Fläche
[ha]
Anzahl
Kulturdenkmale flächig
3 119
Kulturdenkmale linienförmig
139
Kulturdenkmale punktförmig
761
Archäologische Denkmale
5 626
Denkmalschutzgebiete
163
79
Wald mit besonderer Denkmalschutz-
funktion flächig
1 580
Wald mit besonderer Denkmalschutz-
funktion punktförmig
567
Historische Waldbauformen
1 058
Im Freistaat Sachsen sind umfangreich Kulturdenkmale im Wald ausgewiesen Kulturdenk-
male sind laut Denkmalschutzgesetz von Menschen geschaffene Sachen, Sachgesamthei-
ten, Teile und Spuren von Sachen (z B Steinbrücken, Altbergbauanlagen, Flößgräben,
Gräber, Wüstungen, … ) einschließlich ihrer natürlichen Grundlagen Wald mit besonderer
Denkmalschutzfunktion umfasst 1 580 ha und historische Waldbauformen werden auf 1 058
ha dokumentiert
Stätten mit spiritueller Bedeutung sind in der Statistik nicht erfasst, können im Einzelfall je-
doch bestehen und sind immer abhängig von dem Personenkreis, welcher einer bestimmte
(Wald-)Stätte eine spirituellen Bedeutung zumisst Eine Datengrundlage hierzu existiert
nicht
42
Auswertung Waldfunktionenkartierung Sachsen, Sachsenforst, Abt 5
43
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
45
Indikatoren
4 2 Normativer Teil
Im normativen Teil der Indikatorenliste werden die Indikatoren aufgeführt, die der Zertifizie-
rungsstelle als Grundlage für die Zertifizierung dienen Dieser Teil des Waldberichtes soll ein
Bild über die nachhaltige Waldbewirtschaftung der Region vermitteln und Ziele für eine kon-
tinuierliche Verbesserung enthalten Sofern sinnvoll und erforderlich werden deshalb konkre-
te messbare Ziele für die normativen Indikatoren festgelegt Notwendige Maßnahmen zur
Zielerreichung sind im Konsens aller Mitglieder der Regionalen PEFC-Arbeitsgruppe den
Zielen zugeordnet Anhand der sechs gesamteuropäischen Kriterien (Helsinki Kriterien) wer-
den die Kernelemente einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung aufgezeigt
Die 6 Helsinki Kriterien:
Erhaltung und angemessene Verbesserung der forstlichen Ressourcen und ihr Bei-
trag zu globalen Kohlenstoffkreisläufen - Indikatoren 12 - 13
Erhaltung der Gesundheit und Vitalität von Forstökosystemen - Indikatoren 14 - 16
Erhaltung und Förderung der Produktionsfunktion der Wälder (Holz- und Nicht-
holzprodukte) - Indikatoren 17 - 18
Bewahrung, Erhaltung und angemessene Verbesserung der biologischen Vielfalt in
Waldökosystemen - Indikatoren 19 - 25
Erhaltung und angemessene Verbesserung der Schutzfunktionen bei der Waldbe-
wirtschaftung (vor allem Boden und Wasser) - Indikatoren 26 - 28
Erhaltung sonstiger sozioökonomischer Funktionen und Bedingungen - Indikatoren
29 - 31
Die Regionale PEFC-Arbeitsgruppe hat im abgelaufenen Berichtszeitraum bereits Ziele für
die Indikatoren formuliert, welchen eine kritische Würdigung im Anschluss der Beschreibung
der Situation in der Region folgen und einer erneuten Formulierung von Zielen und Maß-
nahmen vorangestellt sind Da alle Entscheidungen der Regionalen PEFC- Arbeitsgruppe im
Konsens getroffen werden, liegt die Verantwortlichkeit für die Erfüllung der Ziele und die Um-
setzung der Maßnahmen deshalb grundsätzlich bei allen Mitgliedern der Arbeitsgruppe Da-
mit wird sichergestellt, dass die im Konsens festgelegten Ziele und Maßnahmen von allen
Arbeitsgruppenmitgliedern nicht nur mitgetragen, sondern die Umsetzung im Rahmen der
gegebenen Möglichkeiten auch aktiv unterstützt werden
44
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung
46
4 2 1 Helsinki Kriterium 1 - Erhaltung und angemessene Verbesserung der
forstlichen Ressourcen und ihr Beitrag zu globalen Kohlenstoffkreisläufen
4 2 1 1 Indikator 12 - Waldfläche mit Bewirtschaftungsplan
12
Waldfläche, die nach einem
Bewirtschaftungsplan oder etwas
Gleichwertigem bewirtschaftet wird
Fläche ha
%
PEPLOG:
1 1 b
1 1 c
1 1 d
Wien-Indikator:
3 5
Deutscher Standard:
1 1
Alter Indikator:
25
Gesetzliche Vorgaben
Tabelle 22: gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften zum Indikator 12
Gesetzliche Regelung,
Verordnungen und
Verwaltungsvorschriften
Zitat / Kurzbeschreibung
§ 16 SächsWaldG
„Der Waldbesitzer ist verpflichtet, den Wald im Rahmen seiner
Zweckbestimmung nach anerkannten forstlichen Grundsätzen
nachhaltig und pfleglich, in der Regel ohne Kahlhiebe, planmä-
ßig und sachkundig sowie unter Beachtung ökologischer
Grundsätze zu bewirtschaften“
§ 22 SächsWaldG
„Für den Staats- und Körperschaftswald sind in der Regel zehn-
jährige Betriebspläne sowie jährliche Wirtschaftspläne aufzustel-
len“
§ 48 SächsWaldG
Periodische Betriebs- und Wirtschaftsplanung
Beschreibung der Situation in der Region
Staats- und Körperschaftswald:
Als betriebsbezogene Planungsinstrumente stehen für den Staats- und Körperschaftswald
die Betriebs- und Wirtschaftspläne zur Verfügung Sie zielen im Staatswald auf eine vorbild-
liche Waldbewirtschaftung, die eine Lieferung der nachhaltig höchstmöglichen Menge wert-
vollen Holzes bei gleichzeitiger Erfüllung und nachhaltiger Sicherung der Schutz- und
Erholungsfunktionen des Waldes ermöglicht Im Körperschaftswald soll sich die Bewirtschaf-
tung unter Beachtung der besonderen Zweckbestimmung des Körperschaftsvermögens so-
wie der Eigenart und der Bedürfnisse der Körperschaft an den Zielsetzungen ausrichten, die
für den Staatswald gelten Mittelfristige Betriebspläne werden gem § 22 SächsWaldG für
den Staats- und Körperschaftswald aufgestellt Die Forsteinrichtung von Sachsenforst wird
nach § 48 SächsWaldG nur für den Körperschaftswald durchgeführt
Privatwald:
Der Privatwald muss für die Bewirtschaftung seiner Wälder keine Pläne aufstellen Er ist je-
doch verpflichtet, seinen Wald nach den Grundsätzen des § 16 SächsWaldG nachhaltig,
pfleglich, sachkundig, planmäßig und den Belangen der Umweltvorsorge gerecht werdend zu
bewirtschaften, sowie vor Schäden zu bewahren Eine forstbehördliche Genehmigung für
Forsteinrichtungswerke ist in Sachsen nicht vorgeschrieben, demnach besteht auch keine
Statistik zur Auswertung von Waldflächen im Privatbesitz mit Betriebsplan Es besteht aber
die Möglichkeit, die Erstellung von Forsteinrichtungswerken im Rahmen der sächsischen
Förderung zu unterstützen
45
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
47
Indikatoren
Anhand der Flächensummen für Staats- und Körperschaftswald in Sachsen (siehe auch In-
dikator 1) kann in Sachsen mit einem Flächenanteil von eingerichteten Betrieben von mind
53 % der Landeswaldfläche ausgegangen werden
Bewertung von Zielen aus dem vorangegangenen Waldbericht
Die Erhöhung des Anteils der nach einem Bewirtschaftungsplan bewirtschafteten Waldfläche
auf 70 % der Gesamtwaldfläche ist auf Grundlage des Datenmaterials nicht gegeben Das
formulierte Ziel bezieht sich auf den Gesamtwald, beachtet jedoch nicht das fehlende Zah-
lenmaterial aus dem Privatwaldbereich und kann daher nicht vollständig beschrieben wer-
den
Ziele für die Entwicklung des Indikators in der Region
Eine Dokumentation zum Vorliegen von Forsteinrichtungswerken und Betriebskonzepten im
zertifizierten Privatwald über 100 ha ist erstellt Anteil der zertifizierten Waldbesitzer über 100
ha mit einem aktuellen Forsteinrichtungswerk wird erhöht, gemäß Leitfaden 1 PEFC-
Standard für nachhaltige Waldbewirtschaftung
Maßnahmen
Zusammenstellung einer Übersicht über Betriebswerke im zertifizierten Privatwald über 100
ha Information der Waldbesitzer über die Vorteile von Betriebs- und Wirtschaftsplänen Die
Anwendung eines Bewirtschaftungsplanes wird im Rahmen der forstlichen Beratung allen
Waldbesitzern empfohlen und im Rahmen der Beratung und Betreuung unterstützt Konse-
quente Umsetzung der Förderung von Waldbewirtschaftungsplänen im Privatwald
46
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

image
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung
48
4 2 1 2 Indikator 13 - Vorratsstruktur
13
Vorratsstruktur
Gesamtvorrat
Vorrat/ha
Vorrat/Baumartengruppe
Vorrat/Eigentumsart
PEPLOG:
1 1 b
Wien-Indikator:
1 2
1 3
Deutscher Standard:
1 2
3 4
Alter Indikator:
4
5
Gesetzliche Vorgaben
Tabelle 23: gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften zum Indikator 13
Gesetzliche Regelung,
Verordnungen und
Verwaltungsvorschriften
Zitat / Kurzbeschreibung
§ 1 SächsWaldG
„Zweck dieses Gesetzes ist es 1. Den Wald in der Einheit seines
wirtschaftlichen Nutzens (Nutzfunktion) zu erhalten und seine
ordnungsgemäße Bewirtschaftung nachhaltig zu sichern.“
§ 17 SächsWaldG
„Der Wald ist so zu bewirtschaften, dass seine Funktionen ge-
mäß § 1 Nr. 1 stetig und auf Dauer erfüllt werden“
§ 45 SächsWaldG
„Der Staatswald soll dem Allgemeinwohl im besonderen Maße
dienen“
Beschreibung der Situation in der Region
Der gesamte Holzvorrat des Waldes in Sachsen beträgt ca 156 620 Mio Vorratsfestmeter
(Vfm) Zu 73 % setzt sich dieser überwiegend aus Nadelhölzern zusammen
Tabelle 24: Vorrat nach Mio. Fm und % der Baumartenklassen im Gesamtwald
43
43
BWI
3
, Tabelle 1 07 08
47
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

image
image
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
49
Indikatoren
Die Baumart Fichte hat den größten Teil des Holzvorrates in Sachsen mit 44,6 % am Ge-
samtvorrat Mit 25,2 % hat die Kiefer den zweithöchsten Anteil am Ist-Vorrat, gefolgt von
Baumart Eiche mit 8,7 % In der Gruppe der Nadelhölzer sind Tanne, Douglasie und Lärche
nur geringfügig am Gesamtvorrat beteiligt Ähnliches gilt für Buche und die anderen Laub-
hölzer Die durchschnittlichen Vorräte je ha der Baumartengruppen sind nachfolgend darge-
stellt
Abbildung 12: Vorräte [fm/ha] im Gesamtwald nach Baumartengruppen
44
Obwohl nur sehr gering am Gesamtvorrat beteiligt haben die Baumartengruppen Douglasie
und Buche die größten Hektarvorräte in Sachsen In Bezug auf den Flächenanteil haben die
Vorräte der Fichte den größten Einfluss auf die Vorratsentwicklung im Gesamtwald
Mit einem durchschnittlichen Vorrat von gegenwärtig 312 Vfm/ha sind Sachsens Wälder rela-
tiv vorratsreich Damit liegt Sachsen auf Platz 7 in Deutschland, wie nachfolgende Abbildung
zeigt
Abbildung 13: Holzvorrat [fm/ha] nach Bundesländern
45
44
BWI
3
, Tabelle 1 7 21
48
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

image
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung
50
Zwischen den Eigentumsformen existieren Unterschiede in der Vorratsausstattung Mit der
geringsten Vorratshaltung sind die Staatswälder des Bundes mit 204 Vfm/ha ausgestattet
Der Körperschafts- und Privatwald weist rund 300 Vfm/ha auf Die höchsten Vorräte in
Sachsen besitzt der Staatswald des Landes mit 338 Vfm/ha Damit liegt die Vorratshaltung
des Staatswaldes über dem Bundesdurchschnitt
Abbildung 14:Holzvorrat pro ha getrennt nach Waldeigentumsformen im Vergleich Sachsen zur Bundesrepublik
46
Bewertung von Zielen aus dem vorangegangenen Waldbericht
Die angestrebte Holzvorratssteigerung auf 280 Vfm/ha hat stattgefunden
Ziele für die Entwicklung des Indikators in der Region
Konsequente Gestaltung der Vorratsstruktur und Vorratshöhe unter Berücksichtigung von
Stabilität, Vitalität, Wertleistung und Verjüngung der Waldbestände
Maßnahmen
Information der Waldbesitzer über die Vorratsverhältnisse, die Beurteilung von Vorratsstruk-
turen und -entwicklungen sowie die notwendigen waldbaulichen Konsequenzen
45
BWI
3
, Tabelle 1 07 29b
46
BWI
3
, Tabelle 1 07 29b
49
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
51
Indikatoren
4 2 2 Helsinki Kriterium 2 - Erhaltung der Gesundheit und Vitalität von
Forstökosystemen
4 2 2 1 Indikator 14 - Bodenschutzkalkung
14
Bodenschutzkalkung
Fläche ha
%
PEPLOG:
2 1 a
Wien-Indikator:
Deutscher Standard:
2 3
Alter Indikator:
12
Gesetzliche Vorgaben
Tabelle 25: gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften zum Indikator 14
Gesetzliche Regelung,
Verordnungen und
Verwaltungsvorschriften
Zitat / Kurzbeschreibung
§ 1 SächsWaldG
„… den Wald in der Einheit seines wirtschaftlichen Nutzens
(Nutzfunktion) und seiner Bedeutung für die Umwelt, insbeson-
dere für die dauernde Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes,
das Klima, den Wasserhaushalt, die Reinhaltung der Luft, die
Bodenfruchtbarkeit, die Pflanzen- und Tierwelt zu erhalten“
§ 17 SächsWaldG
Der Wald ist so zu bewirtschaften, dass seine Funktionen ge-
mäß § 1 Nr 1 stetig und auf Dauer erfüllt werden (Nachhaltig-
keit)
§ 18, Absatz 1
SächsWaldG
Zur pfleglichen Bewirtschaftung des Waldes gehört insbesonde-
re, 1 den Waldboden und die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten
oder zu verbessern,
§ 32 SächsWaldG
„Der Freistaat fördert im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmit-
tel spezielle Maßnahmen der Bewirtschaftung des immis-
sionsgeschädigten Waldes.“
Düngemittelgesetz vom
15 11 1977 in der jeweils
aktuellen Fassung
Verwendung von Düngemitteln
Düngemittelverordnung
vom 16 12 2008 in der je-
weils aktuellen Fassung
Verwendung von Düngemitteln
Erlass SMUL
(AZ: 74-8634 23/88)
vom 09 04 2001
Forstliche Bestandesdüngung/Bodenschutzkalkung
Beschreibung der Situation in der Region
Langjährige Schwefeldioxid (SO
2
)-Immissionen haben zu erheblichen Schäden in den säch-
sischen Wäldern geführt Die SO
2
-Konzentrationen sind seit 1998 rückläufig, so dass auch
die Schwefeleinträge und letztlich die Gesamtsäurebelastung der Wälder abgenommen ha-
ben Dennoch werden die ökologisch verträglichen Säurefrachten nach wie vor überschritten,
d h die kontinuierliche Säurebelastung kann von den großflächig versauerten sächsischen
Waldböden mit ihren meist inaktiven, regional schwermetallreichen Auflagehumusformen nur
zu einem Teil neutralisiert werden Diese anhaltende Überforderung der natürlichen Puf-
50
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

image
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung
52
ferkapazität der Waldböden gefährdet ihr Speicher-vermögen für Wasser-, Nähr- und Schad-
stoffe, die Nährstoffversorgung der Bestände und durch Stoffausträge mit Sickerwässern
auch die Qualität von Oberflächen- und Grundwasser Bodenschutzkalkungen sind deshalb
auch in den Folgejahren unverzichtbar, um das eingeschränkte Puffervermögen der Wald-
böden zu stärken und die Erdalkaliversorgung sowie die Vitalität der Bestände zu stabilisie-
ren
Die Zeitabstände für Wiederholungskalkungen (bis 2015 standortsabhängig 6-10 Jahre)
konnten bereits auf einheitlich 10 Jahre ausgedehnt werden Seit 2012 ist zudem die Dosie-
rung auf 3 Tonnen pro Hektar vermindert (vorher 3,5 bis 4,5 Tonnen) Bei der Waldkalkung
werden kohlensaure Magnesiumkalke (Dolomite) eingesetzt
47
Nachfolgende Abbildung zeigt den Umfang der durchgeführten Waldkalkungen nach Fläche
und getrennt nach Waldeigentumsform Im Durchschnitt der abgebildeten Zeitreihe sind dies
ca 9 500 ha pro Jahr was ca 1,7 % der Gesamtwaldfläche darstellt
Abbildung 15: Umfang forstlicher Bodenschutzkalkungen in Sachsen nach Fläche [ha] und Kalkmenge [kT] in den
Jahren 2010-2015 getrennt nach Waldeigentumsarten
48
47
Zuarbeit Sachsenforst, Ref 43-Standortserkundung, Bodenmonitoring und Labor
48
Zuarbeit Sachsenforst, Ref 43-Standortserkundung, Bodenmonitoring und Labor
51
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
53
Indikatoren
Bewertung von Zielen aus dem vorangegangenen Waldbericht
Die mit der forstlichen Bodenschutzkalkung angestrebten Ziele für die Schutzgüter Boden
(Stärkung des Puffervermögens, Verbesserung des chemischen Milieus, moderate Aktivie-
rung der Stoffkreisläufe), Bestand (Stabilisierung der Erdalkaliversorgung, des Kronenzu-
standes, der Vitalität) und Wasser (Vermeidung bzw Minimierung von Säure-, Aluminium-
und Schwermetalleinträgen) wurden nach Auskunft der zuständigen Experten erreicht
Ziele für nachhaltige Entwicklung dieses Indikators in der Region
Fortführung der Bodenschutzkalkungen im fachlich erforderlichen Umfang in allen Wald-
besitzarten zur Kompensation von Basenverlusten und zur Revitalisierung der Wälder
Maßnahmen
Fortführung der Bodenzustandserhebung (BZE) zur Lieferung von Grundlagendaten Die
Planung für kalkungsnotwendige Flächen erfolgt jährlich auf der Basis von Kalkungs-
distrikten Dabei wird ein zeitlicher Mindestabstand von zehn Jahren zwischen zwei Kalkun-
gen beachtet. Die Bodenschutzkalkungen werden unter Berücksichtigung des „Leitfadens
forstliche Bodenschutzkalkung in Sachsen“ durchgeführt.
52
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung
54
4 2 2 2 Indikator 15 - Fällungs- und Rückeschäden
15
Fällungs- und Rückeschäden
%
PEPLOG:
2 1 a II
2 2 b
2 2 b II
3 2 b II
4 2 e I
5 2 a I
Wien-Indikator:
2 4
Deutscher Standard:
2 5
2 6
2 7
Alter Indikator:
14
Gesetzliche Vorgaben
Tabelle 26: gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften zum Indikator 15
Gesetzliche Regelung,
Verordnungen und
Verwaltungsvorschriften
Zitat / Kurzbeschreibung
§ 1 SächsWaldG
„Zweck dieses Gesetzes ist es 1 Den Wald in der Einheit seines
wirtschaftlichen Nutzens (Nutzfunktion)…zu erhalten…und seine
ordnungsgemäße Bewirtschaftung nachhaltig zu sichern.“
§ 17 SächsWaldG
„Der Wald ist so zu bewirtschaften, dass seine Funktionen ge-
mäß § 1 Nr 1 stetig und auf Dauer erfüllt werden“
§ 18 SächsWaldG
pflegliche Bewirtschaftung des Waldes
Beschreibung der Situation in der Region
Die Minimierung der Fällungs- und Rückeschäden ist seit Jahren Dauerthema in der Forst-
wirtschaft Schäden vermeiden, Eintrittspforten für holzzerstörende Schadorganismen ver-
mindern ist ein allgemein anerkannter Grundsatz der ordnungsgemäßen Forstwirtschaft und
trägt zur Risikovorsorge der Forstbetriebe bei Seit der Etablierung der hochmechanisierten
Holzernte (kranbasierte Kurzholztechnologien) in Deutschland Anfang der 90´er Jahre unter
gleichzeitiger Zurückdrängung von seilgestützten Langholz-ernteverfahren sind die erhobe-
nen Fällungs- und Rückeschäden stark rückläufig Im Bereich der Starkholzernte sind mo-
derne Rückezüge mit Kranausstattung etabliert, was die Schäden beim Vorliefern und
manipulieren des Holzes ebenfalls reduziert Im Rahmen der Bundeswaldinventur finden
Erhebungen zu diesem Indikator statt
Die aktuelle Schadenserhebung der BWI
3
ergab, dass insgesamt 5,2 % der sächsischen
Bäume (Stammzahl) ab einem Brusthöhendurchmesser von sieben Zentimetern einen Rü-
cke- oder Fällungsschaden aufweisen Damit haben diese Schäden im Vergleich zur voran-
gegangenen Erhebung um ein Prozentpunkt abgenommen Dies ist auf die Anwendung
bestandespfleglicher Holzerntetechniken, vor allem Kurzholztechnologien und die Einhaltung
der Feinerschließungssysteme zurückzuführen Die technische Entwicklung der Holzernte
hat in den letzten Jahren eine große Entwicklung erfahren, welche im Moment keine grund-
legenden Neuerungen, wohl aber die Beantwortung einzelner Detailfragen/-anforderungen
(z B Traktionstechnologie) erwarten lässt
53
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

image
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
55
Indikatoren
Abbildung 16 zeigt den Anteil erhobener Fällungs- und Rückeschäden an der Stammzahl,
nach Eigentumsarten getrennt
Abbildung 16: Fällungs- und Rückeschäden an der Stammzahl, getrennt nach Eigentumsart
49
Ein wesentlicher Einflussfaktor auf die Häufigkeit und den Umfang von Schäden durch die
Holzernte scheint jedoch die Organisation des Holzeinschlages zu sein, der im Hinblick auf
die Tendenzen des Klimawandels (häufigeres Ausbleiben von Frostperioden) den säch-
sischen Forstbetrieben eine flexiblere Holzernteplanung abverlangt
Bewertung von Zielen aus dem vorangegangenen Waldbericht
Ein Rückgang der Fäll- und Rückeschäden im Vergleich zum vorangegangenen Bericht ist
zu verzeichnen
Ziele für die Entwicklung des Indikators in der Region
Durch den Einsatz moderner Holzerntetechnologie und das strikte Einhalten von Fein-
erschließungslinien soll der Anteil von Fällungs- und Rückeschäden am verbleibenden Be-
stand 5 % nicht überschreiten
Maßnahmen
Empfehlung der Anwendung vorhandener Musterverträge und Abnahmeprotokolle (Holzern-
te, Rückung) Konsequente Überwachung der Einhaltung von vertraglich mit Unternehmern
vereinbarten tolerierbaren Fällungs- und Rückeschäden und Nutzung von Sanktionsmöglich-
keiten bei Schäden am Bestand Sensibilisierung von Waldbesitzern und Forstunternehmern
zur Vermeidung von Schäden durch die Holzernte Unterstützung bei Beratung und Schu-
lung zur Vermeidung von Fällungs- und Rückeschäden
49
BWI
3
, Tabelle 1 13 5
54
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung
56
4 2 2 3 Indikator 16 - Pflanzenschutzmittel
16
Eingesetzte Pflanzenschutzmittel
l/ha/Mittel
PEPLOG:
2 2 c
5 2 b
Wien-Indikator:
Deutscher Standard:
2 1
2 2
Alter Indikator:
19
Gesetzliche Vorgaben
Tabelle 27: gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften zum Indikator 16
Gesetzliche Regelung,
Verordnungen und
Verwaltungsvorschriften
Zitat / Kurzbeschreibung
PfSchG §§ 1, 6 und 34
Grundsätzliche Regelungen zum Pflanzenschutz und zu PSM-
Anwendungen
SächsWaldG §§ 16 und 18
Verpflichtung des Waldbesitzers zum Pflanzenschutz im Wald
SächsWaldG §§ 28, 40 und
53
Möglichkeiten zur Durchsetzung der Pflanzenschutzmaßnahmen
SächsNatSchG §§ 1 und 8
Minimierung der Nebenwirkung von PSM Anwendungen
Beschreibung der Situation in der Region
Der Forstschutz ist nach wie vor ein wichtiger Bestandteil der sächsischen Forstwirtschaft
Aufgrund ihrer Zusammensetzung, Ausprägung, der Lage und geschichtlichen Entwicklung
sind die sächsischen Wälder durch eine Vielzahl von biotischen Schäden bedroht Das Risi-
ko eines Schadeintritts steigt mit der Naturferne des Waldökosystems und des Fehlens na-
türlicher Fressfeinde von Schadorganismen Auf die Wälder Sachsens bezogen bedeutet
das, das ein Großteil der nicht standortsgerechten Fichten- und Kiefernreinbestockungen
ständig dem Wirken wirtschaftlich relevanter Schadorganismen ausgesetzt sind
Standortsgerechte Wälder garantieren in ihrer natürlichen Arten- und Strukturvielfalt den bes-
ten Schutz vor Schadorganismen und sind auch im Hinblick auf die Vermeidung des Pflan-
zenschutzmitteleinsatzes das Leitbild der nachhaltigen, naturnahen Forstwirtschaft Es gilt,
durch entsprechendes waldbauliches Vorgehen die Ursachen von wirtschaftlich bedeuten-
den Schadeintritten zu minimieren
Bei der gegenwärtigen Waldstruktur sind Schäden mit zum Teil existenzbedrohendem Cha-
rakter für die Waldbestände nicht auszuschließen Zur Abwehr konkreter Gefahren oder
Schäden für Bestände können dann Waldschutzmaßnahmen notwendig werden
Dabei sind folgende Grundsätze bei der Anwendung von Pflanzenschutzmittel zu beachten:
Durchführung einer fundierten Diagnose und Überwachung
Erstellung einer Prognose zur Populationsentwicklung und Bestandesgefährdung
nach Auswertung aller durchgeführten Überwachungsmaßnahmen
Ermittlung des bisherigen Schadumfangs und Einschätzung der Schadensentwick-
lung
Berücksichtigung des Puffervermögens der Bestände (z B Gegenspielerpotential)
Die Waldschutzmaßnahmen sind an den Prinzipien des integrierten Pflanzenschutzes
zu orientieren
Unter vorrangiger Berücksichtigung mechanischer, biologischer und biotechnischer
Maßnahmen sind die Anwendungen von chemischen Pflanzenschutzmitteln auf das
notwendige Maß zu beschränken
55
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

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Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
57
Indikatoren
In Sachsens Wäldern kommen regelmäßig Fungizide, Herbizide, Insektizide, Rodentizide
und Repellents zur Wildschadensverhütung zum Einsatz Abbildung 17 zeigt den vom Boden
ausgebrachten Pflanzenschutzmitteleinsatz im Landeswald über die Zeitreihe 2000 bis 2015
Abbildung 17: PSM-Einsatz im Staatswald von 2000-2015 nach PSM Gruppe und Fläche
50
Einer grundlegenden Tendenz zur Abnahme des Pflanzenschutzmitteleinsatz bis zum Jahre
2000 steht ein vermehrter Einsatz vor allem von Rodentiziden und Repellents zur Mäusebe-
kämfung und der Wildschadensverhütung gegenüber Insektizide kamen ebenfalls häufiger
zum Einsatz mit einem Höhepunkt in 2011 und ansteigendem Trend ab 2014 Der Fungizid-
und Herbizideinsatz spielt dagegen keine wesentliche Rolle im Staatswald Sachsens
In der Waldwirtschaft spielt der chemische Pflanzenschutz, im Gegensatz zu anderen For-
men der Landnutzung, eine sehr untergeordnete Rolle Wie dargestellt, ist der Einsatz von
Fungiziden, Herbiziden, Insektiziden, Rodentiziden und von ohnehin lediglich vergrämend
wirkenden Repellents zur Wildschadensverhütung gemessen an der Landeswaldfläche ge-
ring
Die jährlichen Schwankungen erklären sich insbesondere dadurch, dass die Erforderlichkeit
von Insektiziden oder Rodentiziden in hohem Maße von der Populationsentwicklung der na-
del- und blattfressenden Insekten bzw der Kurzschwanzmäuse abhängig ist Eine Anwen-
dung erfolgt nur in Kalamitätsphasen und nur nach vorheriger genauester Prüfung der
Schädlingsbesatzdichte und -prognose der zu erwartenden Schäden Die entsprechenden
Daten werden dokumentiert Durch waldbauliche Maßnahmen (z B höherer Anteil von
Laubbäumen) wird das Risiko gefährlicher Insekten-Massenvermehrungen langfristig sinken
Die Zeitreihe der behandelten Holzmengen mit Insektiziden im Landeswald ist eng an be-
kannte Schadereignisse (hier vor allem Sturmwurf und –bruch) in den Jahren 2007 mit „Ky-
rill“ und dem Folgejahr, sowie dem Frühjahrssturm „Niklas“ in 2015 gebunden Im Rahmen
der ordnungsgemäßen Forstwirtschaft sind Bestandes bedrohende Gefahren (Käferkalami-
tät) entsprechend abzuwehren Nachfolgende Abbildung zeigt den Insektizideinsatz in Bezug
zur behandelten Holzmenge In Anbetracht der zeitlichen Zuordbarkeit der Anwendungs-
spitzen zu Schadereignissen mit großem Holzanfall kann hier überwiegend von einer Polter-
begiftung ausgegangen werden, welche durch die PEFC-Standards gedeckt sind
50
Zuarbeit Sachsenforst Ref 41, Auswertung Forstschutzkontrollbücher Stand 03/2016
56
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

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Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung
58
Abbildung 18: Insektizideinsatz je Holzmenge von 2000 bis 2015 bei Sachsenforst
51
Unabhängig von dem Ort des Insektizideinsatzes (am Polter oder im Bestand mit entspre-
chenden Gutachten) findet jede Anwendung stets durch sachkundige Personen statt Mit der
Umsetzung des aktuellen Pflanzenschutzmittelrechtes haben alle mit Pflanzenschutzmitteln
umgehenden Personen bei Sachsenforst einen Sachkundenachweis
Die bereits in den Jahren 2013 und 2014 im Bereich der Muskauer Heide und 2014 in einem
Waldgebiet östlich von Hoyerswerda aufgetretenen merklichen bis starken Fraßschäden
durch Nonne an Kiefer setzten sich in 2015 in einigen Randbereichen fort Anfang Mai 2015
erfolgte in diesen Gebieten eine aviotechnische Bekämpfung der Nonne auf ca 300 ha (sie-
he hier auch Indikator 4) Die anschließend durchgeführten Erfolgskontrollen bestätigten für
diese Waldbestände die Wirksamkeit der mittels Hubschrauber durchgeführten PSM-
Behandlung Durch Fraß bedingte großflächige Absterbeerscheinungen sind in den Befalls-
gebieten in 2015 nicht aufgetreten
Bewertung von Zielen aus dem vorangegangenen Waldbericht
Im abgelaufenen Zeitraum kamen Pflanzenschutzmittel mit leicht steigender Tendenz zum
Einsatz Dennoch waren die konkreten Einsatzfelder strickt an die drohende Massen-
vermehrung forstschädlicher Organismen gebunden und dienten ausschließlich der Vermei-
dung irreversibler Schäden am Wald
Ziele für die Entwicklung des Indikators in der Region
Unter Beachtung der guten fachlichen Praxis und des integrierten Pflanzenschutzes wird der
Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln auf das notwendige Mindestmaß beschränkt
Aviotechnischer PSM-Einsatz erfolgt nur, wenn andere Maßnahmen zur Vermeidung gravie-
render Bestandesschäden nicht möglich sind Die Anwendung chemischer Mittel zur Wild-
schadensverhütung soll reduziert werden
Maßnahmen
Durchführung fundierter Überwachungs,- Diagnose- und Prognoseverfahren Verringerung
des PSM-Einsatzes durch Verbesserung der Abfuhrlogistik (Reduzierung Polterbehandlung)
Information und Beratung der Waldbesitzer Gezielte Anwendung effektiver Jagdmethoden,
um waldverträgliche Wildbestände in allen Waldeigentumsarten zu erreichen (Reduzierung
von chemischen Mittel zur Wildschadensverhütung)
51
Zuarbeit Sachsenforst Ref 41, Auswertung Forstschutzkontrollbücher Stand 03/2016
57
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
59
Indikatoren
4 2 3 Helsinki Kriterium 3 - Erhaltung und Förderung der Produktionsfunktion
der Wälder
4 2 3 1 Indikator 17 - Verhältnis Zuwachs - Nutzung
17
Verhältnis Zuwachs - Nutzung
Efm/ha
PEPLOG:
1 2 a I
3 2 c I
Wien-Indikator:
3 1
Deutscher Standard:
1 1
Alter Indikator:
21
Gesetzliche Vorgaben
Tabelle 28: gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften zum Indikator 17
Gesetzliche Regelung,
Verordnungen und
Verwaltungsvorschriften
Zitat / Kurzbeschreibung
§ 1 SächsWaldG
„Zweck dieses Gesetzes ist es 1. Den Wald in der Einheit seines
wirtschaftlichen Nutzens (Nutzfunktion) … zu erhalten … und
seine ordnungsgemäße Bewirtschaftung nachhaltig zu sichern.“
§ 17 SächsWaldG
„Der Wald ist so zu bewirtschaften, dass seine Funktionen ge-
mäß nachhaltig § 1 Nr. 1 stetig und auf Dauer erfüllt werden“
§ 45 SächsWaldG
„Der Staatswald soll dem Allgemeinwohl im besonderen Maße
dienen Er ist nach den Grundsätzen dieses Gesetzes vorbildlich
so zu bewirtschaften, dass die den standörtlichen Bedingungen
entsprechende nachhaltig höchstmögliche Menge an wertvollen
Holzes bei gleichzeitiger Erfüllung und nachhaltiger Sicherung
der dem Walde obliegenden Schutz- und Erholungsfunktion ge-
liefert wird.“
Beschreibung der Situation in der Region
Die Beschreibung der Zuwächse und der Nutzung in Sachsens Wäldern gibt nachstehende
Abbildung wieder Über alle Eigentumsformen fand eine Anreicherung des Vorrates im
Hauptbestand statt Einer Nutzung von 6,8 m
3
/ha*a steht ein Zuwachs von 11,2 m
3
/ha*a ge-
genüber, sodass sich der durchschnittliche Holzvorrat mit Stand 2012 auf 312 Vfm/ha im
Gesamtwald aufbauen konnte
58
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

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Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung
60
Abbildung 19: Vorrat, Zuwachs und Nutzung im Gesamtwald, Zeitraum 2002- 2012
52
Mit durchschnittlich 11,2 Vfm/ha*a laufendem Zuwachs über den Gesamtwald liegt Sachsen
gleichauf mit dem Bundesdurchschnitt Unterschiede bestehen in den Eigentumsformen Der
Staatwald des Landes hat die größten Zuwächse mit 12,2 Vfm/ha*a, gefolgt vom Körper-
schafts- und Privatwald Deutlich abweichend hierzu mit 7,8 Vfm/ha*a sind die Bundeswälder
in Sachsen
Abbildung 20: laufender jährlicher Zuwachs nach Eigentumsarten im Gesamtwald Sachsen im Vergleich zum
Bundesdurchschnitt
53
Die unterschiedlichen Zuwachsverhältnisse in den Eigentumsformen lassen sich u a auf die
unterschiedlichen Baumartenverteilungen der Eigentumsformen (siehe Indikator 19) und
Standortsverhältnisse zurückführen (Staatswald viel Fichte, Bundeswald viel Kiefer)
In der Periode von 2002 bis 2012 gibt es deutliche Unterschiede bezüglich der genutzten
Holzmengen Die amtliche Holzstatistik des Statistischen Landesamtes weist für den Zeit-
raum eine Nutzung von 1,273 Mio fm aus, während die BWI
3
2,331 Mio fm Nutzung zeigt
Die Ursachen dieser Unterschiede werden an dieser Stelle nicht diskutiert, jedoch zeigen
sich deutliche Unterschiede in der Nutzungsintensität einzelner Waldbesitzarten
52
BWI
3
, bearbeitet
53
http://www
forsten sachsen de/wald/download/BWI3_Ergebnisse_PK pdf
59
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

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Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
61
Indikatoren
Abbildung 21: Holznutzung in Sachsen (absolut und je Hektar) der Waldeigentumsformen im Vergleich zur amt-
lichen Holzstatistik
54
Absolut nutzt der Körperschaftswald mit 6,5 m
3
/ha*a, gefolgt vom Landeswald mit 5,6
m
3
/ha*a den Wald am meisten Der Privatwald und der Bundeswald haben in Sachsen da-
gegen eine geringere Nutzungsintensität
Der Zuwachs in den sächsischen Wäldern wurde in der Periode der letzten Bundeswald-
inventur zu 61 % abgeschöpft, was die dargestellte Vorratsanreicherung erklärt Die Ab-
schöpfung der Zuwächse im Bereich der Laubhölzer mit 47 % fand nur im geringen Umfang
statt Die Abschöpfung des Zuwachses der Hauptbaumarten Buche und Eiche lag jeweils
unter 35 % Im Nadelholzbereich werden die Zuwächse der Fichten und Kiefern zu etwa zwei
Drittel genutzt Folgende Abbildung zeigt die Abschöpfung der Zuwächse in den einzelnen
Baumartengruppen
Abbildung 22: Abschöpfung des Zuwachses der Baumartengruppen im Gesamtwald
55
54
http://www
forsten sachsen de/wald/download/BWI3_Ergebnisse_PK pdf
60
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

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Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung
62
Bezogen auf die Hauptbaumarten Fichte und Kiefer liegen für Sachsen Informationen vor,
welche die Entwicklung der Fläche, des Zuwachses und der Nutzung beschreiben und damit
Aussagen über die künftige Entwicklung der Hauptwirtschaftsbaumarten in den sächsischen
Forstbetrieben zulassen
Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt hat sich die Fichtenfläche im Hauptbestand im Ver-
gleich zur BWI
2
erhöht 45 % des Vorrates und 49 % des Zuwachses sind in Fichtenbe-
ständen gebunden 55 % der Nutzung werden mit dieser „Brotbaumart“ in Sachsen realisiert,
was die Bedeutung dieser Baumart für die Waldbewirtschaftung unterstreicht Mit einer aktu-
ellen Abschöpfung des Zuwachses von 64 % reichern die Fichtenbestände in Sachsen wei-
terhin Vorrat an und dienen auch zukünftig den Forstbetrieben als Einkommensquelle
Abbildung 23: Baumarten Fichte und Kiefer, Flächen-, Vorrats-, Zuwachs- und Nutzungsentwicklung in Sachsen
im Vergleich zur Bundesrepublik
56
Gleiches, aber in abgeschwächter Form, gilt in Sachsen für die Baumart Kiefer Einer absolu-
ten Flächenabnahme (durch Waldumbaumaßnahmen wohl weiterhin fortschreitend) stehen
jeweils ein Viertel des Zuwachses und der Nutzung in Sachsen gegenüber Diese für den
Privatwald in Sachsen besonders wichtige Baumart (Konzentration PW in Kieferngebieten)
lässt für die Waldbesitzer zukünftig mit einer verlässlichen Nutzung und Einkommensquelle
rechnen
Nachfolgend ist die Entwicklung der Zuwächse für den Privatwald in Sachsen, bezogen auf
die wirtschaftlich wichtigen Baumarten Fichte und Kiefer dargestellt Es zeigt sich, dass auf-
grund der Zuwachsentwicklung der Schwerpunkt der Pflegenutzungen in den Altersklassen
1-4 sein sollte Abweichend zur hinterlegten Ertragstafel bei Fichte sind die tatsächlich erho-
benen Zuwächse der älteren Altersklassen bei der BWI
3
, wonach ältere Bestände noch um-
fänglich Zuwachs leisten und danach auch ohne Werteinbußen in dauerwaldartige
Bestandesstrukturen überführt werden können
55
BWI
3
, Tabelle 1 09 22
56
http://www
forsten sachsen de/wald/download/BWI3_Das_Wichtigste_in_Kuerze_Privatwald pdf
61
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

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Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
63
Indikatoren
Abbildung 24: Zuwachs von Fichte und Kiefer im Privatwald nach Altersklassen in Bezug auf Ertragstafelwerte
57
Bewertung von Zielen aus dem vorangegangenen Waldbericht
Die Zielsetzung der Mobilisierung (Nutzung) der Zuwächse im Privatwald kann nicht ab-
schließend diskutiert werden, da die Motivation bzw die Eigentümerzielsetzungen im Privat-
wald und Körperschaftswald nur unzureichend bekannt sind und damit die Diskus-
sionsgrundlage zur Bewertung der letzten Zielsetzung fehlt
Ziele für die Entwicklung des Indikators in der Region
Der Anteil der nachhaltigen Nutzung am Zuwachs soll steigen
Maßnahmen
Aufzeigen von Nutzungspotentialen, vor allem im Kleinprivatwald, im Rahmen der forstlichen
Beratung
57
http://www
forsten sachsen de/wald/download/BWI3_Das_Wichtigste_in_Kuerze_Privatwald pdf
62
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung
64
4 2 3 2 Indikator 18 - Pflegerückstände
18
Pflegerückstände
Fläche ha
(unterlassene Pflegemaßnahmen in
Jungbeständen oder Durchforstungen)
PEPLOG:
3 2 b I
Wien-Indikator:
3 1
Deutscher Standard:
3 3
Alter Indikator:
29
Gesetzliche Vorgaben
Tabelle 29: gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften zum Indikator 18
Gesetzliche Regelung,
Verordnungen und
Verwaltungsvorschriften
Zitat / Kurzbeschreibung
§ 1 SächsWaldG
„Zweck dieses Gesetzes ist es 1. Den Wald in der Einheit seines
wirtschaftlichen Nutzens (Nutzfunktion) … zu erhalten … und
seine ordnungsgemäße Bewirtschaftung nachhaltig zu sichern.“
§ 18 SächsWaldG
„Zur pfleglichen Bewirtschaftung des Waldes gehört insbesonde-
re, die notwendigen Maßnahmen der Kultur-, Jungwuchs-,
Jungbestands- und Bestandespflege rechtzeitig und sachgemäß
durchzuführen.“
Beschreibung der Situation in der Region
Waldbewirtschaftung im Sinne der nachhaltigen Entwicklung des Waldes ist an Pflegemaß-
nahmen gebunden, welche notwendig sind um ein bestimmtes definiertes Ziel zu erreichen
Da der Wald in Sachsen vielfältig in Ausprägung, Funktionsanforderung und Eigentum ist,
gibt es auch entsprechend viele gleichberechtigte Ziele Pflegerückstände im engeren Sinn
gibt es nur dann, wenn das konkrete Waldbild von der formulierten Zielstellung oder der ge-
setzlichen Vorgabe abweicht Da nicht für alle Waldeigentümer in Sachsen eine konkrete
Formulierung der Zielsetzung umfänglich, sprich der Bewirtschaftung des Waldes, vorliegt,
gestaltet sich die Darstellung dieses Indikators schwierig
Zentrales Instrument der Wirtschaftsführung im Landes- und Körperschaftswald sind zehn-
jährige Betriebspläne, deren Aufstellung für diese Eigentumsarten gesetzlich vorgeschrieben
sind Die Betriebspläne regeln, wo und in welchem Umfang der Wald gepflegt oder verjüngt
werden soll und welche Menge Holz dabei zu ernten ist Neben waldbaulichen und wirt-
schaftlichen Gesichtspunkten werden bei der Aufstellung der Pläne auch die Ergebnisse der
Waldfunktionen-, Waldbiotop- und Standortskartierung sowie bestehende Rechtsnormen,
wie beispielsweise Schutzgebietsverordnungen berücksichtigt und in die Planungen inte-
griert Im fünfjährigen Turnus werden die Bewirtschaftungspläne einer Zwischenrevision un-
terzogen Diese Zwischenrevision und natürlich auch der Einleitungsbericht der folgenden
Inventur geben Rückschlüsse auf vorhandene Pflegerückstände Aus den Zwischenrevisio-
nen und den Einleitungssverhandlungen zur Forsteinrichtung von Betrieben im Staats- und
Kommunalwald liegt zur Beschreibung des Indikators kein Datenmaterial vor Für den Pri-
vatwald, für den keine Forsteinrichtung vorgeschrieben ist, kann ebenfalls keine Angabe zur
Pflegenotwendigkeit der Waldflächen abgeleitet werden
63
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
65
Indikatoren
Es kann aber davon ausgegangen werden, dass mit der Intensivierung des Holzeinschlages
über alle Waldeigentumsformen in Sachsen hinweg, eine Verringerung von Pflegerückstän-
den einhergegangen ist Waldpflege ist kostenintensiv und nicht immer im vollen Umfang
durch die zu erwartenden Einnahmen (z B aus Holzverkauf) zu kompensieren Größere
Forstbetriebe gleichen dieses Ungleichgewicht über die Fläche aus, sodass regelmäßig öko-
nomisch defizitäre Pflegemaßnahmen Maßnahmen mit positiven finanziellen Ergebnissen
gegenüberstehen In kleinen Betrieben, teilweise mit aussetzendem Betrieb, ist dieses be-
schriebene Gleichgewicht nicht zu erwarten Mit der positiven Entwicklung der Holzpreise in
den letzten Jahren, insbesondere auch im Schwachholzsortiment, ist ein kontinuierlicher Ab-
bau von Pflegerückständen durch Pflegenutzungen auch in jungen Beständen zu unterstel-
len
Bewertung von Zielen aus dem vorangegangenen Waldbericht
Die Bewertung von Zielen des letzten Waldberichtes ist anhand der zur Verfügung stehen-
den Daten nicht möglich
Ziele für die Entwicklung des Indikators in der Region
Vorhandene Pflegerückstände werden in allen Waldbesitzarten im Rahmen der jeweiligen
forstbetrieblichen Möglichkeiten verringert
Maßnahmen
Evaluierung von Pflegerückständen (Forsteinrichtung, Controlling, internes Monitoring) und
deren Abbau im Rahmen gezielter Durchforstungen
64
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung
66
4 2 4 Helsinki Kriterium 4 - Bewahrung, Erhaltung und angemessene
Verbesserung der biologischen Vielfalt in Waldökosystemen
4 2 4 1 Indikator 19 - Baumartenanteile und Bestockungstypen
19
Baumartenanteile und
Bestockungstypen
%
Fläche ha
Fläche ha dominiert von eingebürgerten
Baumarten
FFH Lebensraumtypen
PEPLOG:
4 2 b
4 2 c I
Wien-Indikator:
4 1
4 4
Deutscher Standard:
4 1
Alter Indikator:
31
32
Gesetzliche Vorgaben
Tabelle 30: gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften zum Indikator 19
Gesetzliche Regelung,
Verordnungen und
Verwaltungsvorschriften
Zitat / Kurzbeschreibung
§ 5 Abs 3 BNatSchG
Bei der forstlichen Nutzung des Waldes ist das Ziel zu verfolgen,
naturnahe Wälder aufzubauen und diese ohne Kahlschläge
nachhaltig zu bewirtschaften Ein hinreichender Anteil von
standortsheimischen Forstpflanzen ist einzuhalten
§ 24 SächsWaldG
Es sollen ökologisch stabile Wälder aus standortsgerechten
Baumarten und natürliche oder naturnahe Biotope erhalten oder
geschaffen werden
Bestandeszieltypen, Richt-
linie für Staatswald
Richtlinie für Baumartenzusammensetzung in Bestandesziel-
typen
Beschreibung der Situation in der Region
Die Wälder Sachsens sind in weiten Teilen ursprünglich mit Laub- und Mischwäldern be-
stockt gewesen, reine Nadelwaldgebiete waren selten und nur auf die Hochlagen des Erzge-
birges beschränkt Rodungsmaßnahmen der Vorfahren drängten über Jahrhunderte hinweg
den Wald auf die für die Siedlungen und Landwirtschaft weniger geeigneten Bereiche zu-
rück Von diesem Waldflächenverlust waren hauptsächlich eichen- und buchenreiche Laub-
wälder betroffen Auch die Nadelholzwirtschaft setzte sich in Sachsen, wie in ganz
Deutschland, mehr und mehr durch
Heute ist Sachsen durch Nadelwald geprägt In der Gruppe der Nadelhölzer dominiert der
Fichtenanteil mit 35 % in Sachsen, gefolgt von der Kiefer mit 28 % In der Gruppe der Laub-
holzbaumarten sind die Baumarten mit niedriger Lebensdauer (Birke, Pappel) am häufigsten
vertreten Buche und Eiche sind in Sachsen aktuell nur im einstelligen Prozentbereich vertre-
ten
65
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

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Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
67
Indikatoren
Tabelle 31: Baumarten nach Fläche und Anteil im Gesamtwald Sachsen
58
Im Vergleich zur BWI
2
sind die Veränderungen der Baumartenflächen wie folgt dargestellt
Nadelholzbestände haben nur baumartenbezogen an Fläche gewonnen und in der summari-
schen Zusammenfassung, geschuldet der deutlichen Abnahme von Kiefernflächen, an
Summe abgenommen, während Laubholz, bis auf die Ausnahme von Laubholz mit geringer
Lebensdauer (Pappel, Birke), an Fläche hinzugewonnen hat
Abbildung 25: flächenmäßige Veränderung der Baumarten im Oberstand zur BWI
2 59
Aufgeschlüsselt auf die einzelnen Waldbesitzarten bedeutet die Baumartenverteilung, dass
der Wald in Sachsen vor allem von Fichte dominiert ist Die Baumart Kiefer ist in den Wald-
besitzarten Staatswald, Bund- und Privatwald hingegen besonders stark vertreten
58
BWI
3
, Tabelle 1 01 04
59
http://www
forsten sachsen de/wald/download/BWI3_Ergebnisse_PK pdf, bearbeitet
^ĞŝƚĞϲϲ͕ďďŝůĚƵŶŐϮϱ
ϱϱϭϯ
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ϴϬϬϬ
ϭϬϬϬϬ
66
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

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Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung
68
Abbildung 26: Waldfläche [ha] nach Eigentumsart und Baumartengruppe
60
Eingebürgerte Baumarten, wie beispielsweise die Douglasie sind nur auf rund 1 000 ha im
Oberstand erfasst und damit im Vergleich zur Gesamtwaldfläche im Moment nicht relevant,
folgen aber im Trend ihrer ansteigenden Flächenbeteiligung dem Bundesdurchschnitt Eine
Aussage zu anderen eingebürgerten Baumarten, wie Schwarzkiefer, Roteiche oder Robinie,
ist nicht möglich
Die Zusammensetzung der Hauptbestockungstypen spiegelt tendenziell die Baumartenver-
teilung in Sachsen wieder Der Flächenanteil der Nadel- und Nadelmischwaldtypen dominiert
und beträgt 73,3 % Der Schwerpunkt liegt mit rund 197 000 ha in den Fichten-
Bestockungstypen Bei den Laubwaldtypen nehmen die Eichen-Typen mit 38 300 ha die
größte Fläche ein
Abbildung 27:
Waldfläche [ha] nach Bestockungstyp Laub/Nadel und Beimischung, Gesamtwald
61
60
BWI
3
, Tabelle 1 01 04
61
BWI
3
, Tabelle 1 04 02
67
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

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Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
69
Indikatoren
Im Einzelnen gliedern sich die Bestockungstypen des Oberstandes wie folgt
Tabelle 32: Waldfläche [ha] nach Bestockungstypen der Altbestockung mit und ohne Beimischung, Gesamtwald
62
Das Schutzgebietsystem NATURA 2000 wurde durch die Europäische Union initiiert und ist
wesentlicher Bestandteil der nachhaltigen Naturschutzpolitik der Europäischen Union
Grundlage für die Umsetzung von NATURA 2000 sind zwei Richtlinien: die Fauna-Flora-
Habitat-Richtlinie (FFH) und die Vogelschutzrichtlinie Alle EU-Mitgliedsstaaten verpflichten
sich darin, besonders bedeutende Arten und Lebensräume durch geeignete Maßnahmen zu
erhalten, wiederherzustellen und zu entwickeln
Insgesamt wurden in Sachsen 270 FFH-Gebiete und 77 Vogelschutzgebiete vorgeschlagen
und gemeldet Sie umfassen 292 777 Hektar, die rund 15,9 Prozent der Landesfläche ein-
nehmen FFH-Gebiete und Vogelschutzgebiete überlappen sich dabei teilweise Nach der
FFH-Richtlinie, Anhang 1, kommen in Sachsen nachstehende Waldlebensraumtypen vor,
von denen einige prioritäre Lebensräume sind
Tabelle 33: Vorkommende Waldlebensräume nach FFH-Richtlinie in Sachsen
63
62
BWI
3
, Tabelle 1 01 01, bearbeitet
63
RICHTLINIE 92/43/EWG DES RATES vom 21 Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden
Tiere und Pflanzen-FFH Richtlinie, Download:
http://www
umwelt sachsen de/umwelt/natur/8063 htm
68
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

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Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung
70
Die Lebensraumtypen innerhalb und außerhalb der FFH-Gebietskulisse sind folgend darge-
stellt Abbildung 28 zeigt die vorkommenden Waldlebensraumtypen in Sachsen, getrennt
nach Eigentum und der Lage innerhalb oder außerhalb der FFH-Kulisse
Abbildung 28: Waldlebensraumtypen nach FFH, Anlage 1 in Sachsen nach Eigentumsarten (LW= Staatswald
Land)
64
Im Bereich der europäischen Schutzgebietskulisse nach FFH dominieren in Sachsen die
Hainsimsen-Buchenwälder (9110) und die Labkraut-Eichen-Hainbuchenwälder (9170) Die
sächsischen Hainsimsen-Buchenwälder sind zu ca 50 % ihrer Gesamtheit in der FFH-
Gebietskulisse erfasst, während bei den weiterhin dominierenden Labkraut-Eichen-Hain-
buchenwäldern nur ca 20 % in der Schutzgebietskulisse erfasst sind Standortsbedingt
kommen aber auch seltenere Waldlebensraumtypen wie etwa Montane Fichtenwälder (9410)
und die prioritären Erlen-Eschen- und Weichholzauenwälder (91E0) vor
Die NATURA 2000 Schutzgebietskulisse im Nichtlandeswald zeigt die besondere Verantwor-
tung und die Leistungen zum Gemeinwohl, die die sächsischen Waldbesitzer im Hinblick auf
den Erhalt und die Förderung von naturschutzrelevanten Ökosystemen erbringen
Bewertung von Zielen aus dem vorangegangenen Waldbericht
Die angestrebte Baumartenmischung von 50 % Laubholz und 50 % Nadelholz im Oberstand
ist nicht eingetreten Die Laubholzanteile in Sachsens Wäldern steigen jedoch kontinuierlich
an
Ziele für die Entwicklung des Indikators in der Region
Der Anteil von Mischbeständen soll unter Berücksichtigung der Eigentümerzielsetzung, der
Verbesserung der biologischen Vielfalt der Waldökosysteme und der Anpassung an den Kli-
mawandel erhöht werden Die Auswahl der zukünftigen Bestockungstypen integriert mög-
liche Szenarien des Klimawandels
Maßnahmen
Beratung und Information aller Teilnehmer der Zertifizierung hinsichtlich der Vorteile einer
standortsgerechten, und damit klimaangepassten und risikominimierten Baumartenwahl ein-
schließlich der Verwendung geeigneter Herkünfte
64
Zuarbeit Sachsenforst Abt 5, Waldbiotopkartierung
69
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
71
Indikatoren
4 2 4 2 Indikator 20 - Anteil Naturverjüngung, Vor- und Unterbau
20
Anteil Naturverjüngung, Vor- und
Unterbau
%
Fläche ha
PEPLOG:
2 1 a
2 2 a
4 2 a
Wien-Indikator:
4 2
Deutscher Standard:
1 2
4 6
4 7
4 8
Alter Indikator:
13
33
Gesetzliche Vorgaben
Tabelle 34: gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften zum Indikator 20
Gesetzliche Regelung,
Verordnungen und
Verwaltungsvorschriften
Zitat / Kurzbeschreibung
§ 1 SächsWaldG
„Zweck dieses Gesetzes ist es den Wald in der Einheit seines
wirtschaftlichen Nutzens (Nutzfunktion) und seiner Bedeutung
für die Umwelt, insbesondere für die dauernde Funktionsfähig-
keit des Naturhaushaltes, das Klima, den Wasserhaushalt, die
Reinhaltung der Luft, die Bodenfruchtbarkeit, die Pflanzen- und
Tierwelt zu erhalten
§ 6 SächsWaldG
„Der Aufbau des Waldes soll so beschaffen sein, dass seine
Funktionen entsprechend den Erfordernissen auf Dauer gewähr-
leistet sind.“
§ 16 SächsWaldG
„(1) Zur pfleglichen Bewirtschaftung des Waldes gehört insbe-
sondere, 1 den Waldboden und die Bodenfruchtbarkeit zu er-
halten oder zu verbessern, 2 einen standortgerechten
Waldbestand zu erhalten oder zu schaffen“
§ 24 SächsWaldG
„Es sollen ökologisch stabile Wälder aus standortgerechten
Baumarten und natürliche oder naturnahe Biotope erhalten oder
geschaffen werden.“
Beschreibung der Situation in der Region
Indikator 20 beschreibt eine grundlegende Daseinsvorsorge der Forstbetriebe in Sachsen,
die Ausstattung der Betriebe mit einer neuen Baumgeneration, die eine nachhaltige Wald-
bewirtschaftung in Zukunft ermöglicht Zum Stichtag der BWI
3
waren in Sachsen 120 933 ha
Jungbestockung (unter 4 m) etabliert, von denen 105 844 ha (87 %) unter Schirm aufge-
nommen wurden 13 % der Jungbestockungen sind Oberstand auf der Freifläche
65
Von den
ca 120 00 ha Verjüngungen sind 78 % auf natürliche Weise (Naturverjüngung und Stock-
ausschlag) entstanden, 21 % sind Pflanzungen Die Entstehungsarten Saat und Stockaus-
schlag sind jeweils nur unter 1 % durch die BWI
3
aufgenommen wurden Voranbauten sind
künstlich eingebrachte Verjüngungen einer Baumart auf Freiflächen oder unter Schirm, mit
dem Ziel, die eingebrachte Baumart in den zukünftigen Oberstand zu übernehmen und zu
bewirtschaften Im Gegensatz hierzu stehen Unterbauten, deren waldbaulicher Bestim-
mungszweck in der unterstützenden Pflege anderer Baumarten liegt Kunstverjüngungen
kommen hauptsächlich im Zuge des Waldumbaus zum Tragen, wo i d R Baumarten einge-
bracht werden, welche aufgrund von Mangel an Samenbäumen die entsprechende Fläche
nicht selbstständig besiedeln können oder genetisch geeignete Altbäume fehlen Die Auf-
nahmemethodik der Bundeswaldinventur unterscheidet jedoch nicht in Vor- und Unterbau-
65
BWI
3
, Tabelle 1 04 03
70
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

image
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung
72
ten, sodass nur eine Aussage zur Fläche der Kunstverjüngung in Summe gegeben werden
kann Allein Sachsenforst arbeitet jährlich eine Fläche von über 1 000 ha Kunstverjüngung
unter Schirm (Waldumbau) ab
In der Waldverjüngung in Sachsen überwiegen aktuell die Laubholztypen mit ca 56 % Anteil
Ein Großteil der Verjüngung unter Schirm entstammt der Naturverjüngung, so z B die Ver-
jüngung von Fichte oder sonstigem Laubholz Die Verjüngungsvorräte von Buche und Eiche
sind größtenteils Ergebnis des aktiven Waldumbaus
Bei Naturverjüngungen dominieren
Fichtentypen, gefolgt von sonstigen Laubholz mit geringer Lebensdauer und Buchentypen,
wie nachstehende Tabelle zeigt
Tabelle 35: Waldfläche [ha] nach Bestockungstyp der Jungbestockung und Verjüngungsart, ohne Stockausschlag
und Saat
66
Aktive Verjüngungsmaßnahmen (Pflanzungen) sind vorrangig bei Buchentypen (Voranbau-
ten unter Schirm) und Eichtypen zu verzeichnen Auf die Zuordnung von Stockausschlägen
und Saaten (1 236 ha) zu den Bestockungstypen der Jungbestockung wurde an dieser Stelle
verzichtet Der Anteil der Verjüngung unter Schirm beträgt 119 697 ha (ohne Saat und
Stockausschläge), das entspricht ca 20 % der Waldfläche in Sachsen Seit der BWI
2
hat die
Verjüngung unter Schirm um ca 42 000 ha zugenommen, davon ca 29 000 ha allein im
Landeswald Indikator 5 nennt geförderte Maßnahmen im Nichtstaatswald zu diesem The-
menbereich
Bewertung von Zielen aus dem vorangegangenen Waldbericht
Die Ziele des letzten Waldberichtes wurden erreicht
Ziele für die Entwicklung des Indikators in der Region
Der Verjüngungsvorrat soll weiter steigen Die Verjüngung der Bestände erfolgt unter geeig-
neten Bedingungen über Naturverjüngung und künstlicher Verjüngung von klima-
angepassten Baumarten zur Sicherung der Mischungsanteile
Maßnahmen
Kontinuierliche Fortführung des Waldumbaus im Staats-, Privat- und Körperschaftswald des
Freistaates Sachsen Information und konsequente Umsetzung der Förderung von Waldum-
baumaßnahmen im Privat- und Körperschaftswald Erarbeitung zielgruppenorientierter In-
formations- und Schulungsangebote in den verschiedenen Waldbesitzarten
66
BWI
3
, Tabelle 1 04 06
71
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
73
Indikatoren
4 2 4 3 Indikator 21 - Anteil Fläche Standortskartierung und Baumartenempfehlungen
21
Anteil der durch die
Standortskartierung erfassten Fläche,
einschließlich Empfehlungen für die
Baumartenwahl
%
PEPLOG:
2 2 b I
Wien-Indikator:
Deutscher Standard:
4 3
4 4
Alter Indikator:
16
17
Gesetzliche Vorgaben
Tabelle 36: gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften zum Indikator 21
Gesetzliche Regelung,
Verordnungen und
Verwaltungsvorschriften
Zitat / Kurzbeschreibung
§ 1 SächsWaldG
„Der Waldbesitzer ist verpflichtet, den Wald im Rahmen seiner
Zweckbestimmung nach anerkannten forstlichen Grundsätzen
nachhaltig (§ 17) und pfleglich (§§ 18 bis 21), planmäßig (§ 22)
und sachkundig (§ 23) sowie unter Beachtung ökologischer
Grundsätze (§ 24) … zu bewirtschaften …“
§ 18 SächsWaldG
„(1) Zur pfleglichen Bewirtschaftung des Waldes gehört insbe-
sondere, 3 den Waldboden und die Bodenfruchtbarkeit zu
erhalten oder zu verbessern, 4 einen standortsgerechten
Waldbestand zu erhalten oder zu schaffen, …“
§ 22 Abs 1 SächsWaldG
Planmäßige Bewirtschaftung der Wälder
§ 24 Abs 1 SächsWaldG
Beachtung ökologischer Grundsätze bei der Bewirtschaftung der
Wälder
Forstvermehrungsgut-
HerkunftsgebietsVO
(FoVHgV) vom 15 01 2003
Abgrenzung der Herkunftsgebiete für den dem FoVG unterlie-
genden Baumarten
Erlass des SMUL vom
15 02 2005 AZ : 74-
8633 00/16
3 Ergänzungslieferung zu Herkunftsgebiete und Herkunfts-
empfehlungen für forstliches Vermehrungsgut im Freistaat
Sachsen
Beschreibung der Situation in der Region
Standortskartierung:
Die Waldfläche Sachsens ist aktuell über alle Besitzarten weitgehend standortskundlich be-
arbeitet Für den Anteil des im Bundeseigentum befindlichen Waldes kann am Kompetenz-
zentrum für Wald und Forstwirtschaft (KWuF) nur auf ca
7 000 ha auf digitale
Standortsdaten zugegriffen werden Die fehlenden Standortskartierungen im Bundeswald
werden sukzessive in das Geoinformationssystem am KWuF eigearbeitet Etwa 3 % der Ge-
samtwaldfläche sind für eine Standortskartierung nicht zugänglich, da diese Flächen auf-
grund vormaliger militärischer Nutzung (Munitionsbelastung) oder wegen bergbaurechtlichen
Sperrungen nicht betretbar sind Rund 6 % der Waldfläche müssen noch standortskundlich
bearbeitet werden Bei diesen Flächen handelt es sich zumeist aus dem Bergrecht entlasse-
ne Kippenflächen, um Erstaufforstungen und splitterartig verteilte Kleinstflächen in der Feld-
flur Dieser Flächenpool wird mittelfristig planmäßig abgearbeitet
67
67
Staatsbetrieb Sachsenforst, Ref 43 Standortserkundung, Bodenmonitoring, Labor
72
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung
74
Standortsgerechte Waldbewirtschaftung bedeutet, sich bei allen Handlungsweisen an die
kleinräumig wechselnden, immer zusammenwirkenden Faktoren Boden, Klima und Lage
anzupassen Die forstliche Standortserkundung liefert Aussagen zum geologischen Substrat
und zur Bodenschichtung, zur Standortsform mit Angaben zum Substrat, Bodentyp und
Wasserhaushalt, zur Standortsformengruppe als waldbauliche Behandlungseinheit mit An-
gaben zur Klimastufe, Nährkraft und zum Wasserhaushalt sowie zum Standortsklima, den
regionalen Standortsregionen und zur Standortsvegetation
Die Ergebnisse der forstlichen Standortserkundung sind unabdingbare Voraussetzung für
eine ökologisch sowie ökonomisch nachhaltige naturnahe Waldbewirtschaftung (u a stand-
ortsgerechte Baumartenwahl, Befahrungsmanagement für Forstmaschinen, Bodenschutz-
kalkungen), insbesondere den langfristigen Umbau der sächsischen Wälder unter
Berücksichtigung des Klimawandels und darüber hinaus für raumplanerische Entscheidun-
gen zur allgemeinen Landnutzung Mit der Durchführung der Standorts-kartierung ist der
Staatsbetrieb Sachsenforst beauftragt Das gesamte Standortkartenwerk für Sachsen ist
digital verfügbar
Herkunftsgebiete/Herkunftsempfehlungen für forstliches Vermehrungsgut:
Die Verwendung geeigneter Herkünfte forstlichen Vermehrungsgutes bei der Bestandes-
begründung entscheidet wesentlich über die Gesundheit, Stabilität und Leistungsfähigkeit
der zukünftigen Wälder Die Herkunftsempfehlungen sind für den Landeswald und alle ge-
förderten Maßnahmen im Privat- und Körperschaftswald verbindlich Sie werden anderen
Waldbesitzern zur Anwendung bei der Beratung durch die Landesforstverwaltung empfohlen
Informationen zu den Herkunftsempfehlungen für die Baumarten in Sachsen werden durch
den Staatsbetrieb Sachsenforst bereitgestellt und sind Bestandteil der forstlichen Beratung
durch Sachsenforst
Bewertung von Zielen aus dem vorangegangenen Waldbericht
Mit der Erkundung und Kartierung von Kippenflächen des Braunkohlebergbaus im Umfang
von ca 800 ha wurde deren standörtlich fundierte Waldbewirtschaftung ermöglicht Die
Überführung der standörtlichen Befunde (Daten, Karten) in ein Forstliches Geoinformations-
system (FGIS) ermöglicht einen schnellen Datenzugriff und vielfältige Auswerte-
möglichkeiten Die Einführung einer flächendeckenden dynamischen Klima-gliederung er-
laubt deren Anwendung auch unter den Bedingungen des Klimawandels Die Ziele wurden
erfüllt
Ziele für nachhaltige Entwicklung dieses Indikators in der Region
Weiterführung der Standortskartierung
Die künftige Baumarten- und Bestandesziel-
typenwahl findet auf Grundlage der flächendeckenden Standortskartierung und unter beson-
derer Berücksichtigung sich verändernder Klima- und Wachstumsbedingungen sowie der
Naturnähe statt
Maßnahmen
Fortschreibung der Standortskartierung Information und Empfehlung der standortgerechten
Baumarten- und Bestandeszieltypenwahl für Sachsen, unter Beachtung der Herkunfts-
empfehlungen für forstliches Vermehrungsgut Information und konsequente Umsetzung der
Förderung im Privat- und Körperschaftswald
73
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
75
Indikatoren
4 2 4 4 Indikator 22 - Verbiss- und Schälschäden
22
Verbiss- und Schälschäden
%
Fläche ha
gezäunte Fläche ha
PEPLOG:
4 2 g
5 2 a II
Wien-Indikator:
Deutscher Standard:
4 11
Alter Indikator:
34
35
36
Gesetzliche Vorgaben
Tabelle 37: gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften zum Indikator 22
Gesetzliche Regelung,
Verordnungen und
Verwaltungsvorschriften
Zitat / Kurzbeschreibung
§ 18 SächsWaldG
„Zur pfleglichen Bewirtschaftung des Waldes gehört insbesonde-
re, 5 tierische und pflanzliche Forstschädlinge rechtzeitig und
ausreichend zu bekämpfen“
§ 24 SächsWaldG
„Zur Schaffung eines natürlichen Gleichgewichtes von Wald und
Wild sind die Wildbestände auf eine ökologisch begründete Be-
standeshöhe zu begrenzen, die die natürliche Waldverjüngung
ermöglicht.“
Beschreibung der Situation in der Region
In Sachsen existiert kein einheitliches hoheitliches Verfahren zur Erfassung von Verbiss- und
Schälschäden im Wald Zur Beschreibung der Situation wird daher auf zwei Datenquellen
zurückgegriffen Zum einen auf das aktuelle forstliche Verbissgutachten für den Wald von
Sachsenforst und auf die für den Gesamtwald geltenden Daten aus der BWI
3
Deren Ergeb-
nisse lassen sich nur bedingt miteinander vergleichen, da deren Daten unterschiedlich her-
geleitet werden
Der Staatsbetrieb Sachsenforst, als größter Teilnehmer der PEFC-Zertifizierung in Sachsen,
hat ein Wildschadensmonitoring (WSM) entwickelt, wonach ca 80 % der Staatwaldfläche
(nur Verwaltungsjagdbezirke größer 500 ha zusammenhängend) hinsichtlich der Verbiss-
und Schälsituation einem ständigen Monitoring unterliegen
68
68
Sachsenforst, Referat 41, Verfahrensbeschreibung zur Erfassung von Verbiss- und Schälschäden, Stand März 2015
74
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

image
image
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung
76
Abbildung 29 zeigt die Verbissbelastung der Hauptbaumarten in den einzelnen Forstbezirken
in der Zeitreihe von 2006 bis 2015 und den Mittelwert für den Gesamtbetrieb Sachsenforst
Abbildung 29: Verbissbelastung der Hauptbaumarten bei Sachsenforst im Zeitraum 2006-2015
69
Im Zeitraum 2006 bis 2015 ist eine Verbissbelastung der Hauptbaumarten von durch-
schnittlich 13,0 % über den Gesamtbetrieb, mit regional deutlichen Unterschieden in den
Forstbezirken abzulesen Für die Schälbelastung liegen ebenfalls Daten der gleichen Zeitrei-
he vor, wonach die durchschnittliche Neuschäle über die Gesamtbetrachtungszeit bei 2,2 %
liegt Auch hier sind deutliche regionale Unterschiede zu verzeichnen
Abbildung 30: Neuschäle der Hauptbaumarten bei Sachsenforst im Zeitraum 2006-2015
70
69
Sachsenforst, Ref 41 Ergebnisse Wildschadensmonitoring (WSM), Entwicklung Verbiss an Hauptbaumarten, 2006-2015
70
Sachsenforst, Ref 41 Ergebnisse Wildschadensmonitoring (WSM), Entwicklung Neuschäle, 2006-2015
75
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

image
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
77
Indikatoren
Nach den Ergebnissen der BWI
3
im Jahr 2012 wiesen rund ein Viertel der Pflanzen zwischen
20 und 130 cm Größe im Gesamtwald Sachsens Verbissschäden auf, die nicht älter als 12
Monate waren Der Anteil von 25,1 % verbissener Pflanzen bei Unterlassung von Schutz-
maßnahmen erscheint relativ hoch Zu beachten ist, dass es sich dabei um eine Momentauf-
nahme aus dem Jahr 2012 handelt Zudem liefert das Verbissprozent keine Aussage über
den für eine gesicherte Verjüngung notwendigen Anteil an unverbissenen Pflanzen Unter-
schiede zwischen den Waldeigentumsarten in Bezug auf die Verbiss-belastung sind zu er-
kennen Für den Staatswald werden 18,6 % mehrfacher und einfacher Verbiss angegeben
Dieser Wert ist trotz unterschiedlicher Erhebungsmethode in etwa vergleichbar mit dem be-
triebsinternen Wildschadensmonitoring bei Sachsenforst (13,0 %)
Abbildung 31: Verbiss nach Eigentumsarten als Anteil an der Pflanzenzahl [%], Baumgröße=20 - 130 cm Höhe
71
Die unterschiedliche Schälbelastung in den Waldeigentumsformen in Sachsen ist auf die
räumliche Konzentration (Einstände) des Rotwildes, hier insbesondere in den großen zu-
sammenhängenden Staatswaldkomplexen (Land und Bund) des Erzgebirges und den Trup-
penübungsplätzen in der Lausitz, zurückzuführen Die dargestellten Schälprozente sind
summarisch aufgelaufene Werte aus Altschäle (älter 12 Monate) und Neuschäle (jünger 12
Monate) Die aufgelaufenen Schälschäden über alle Eigentumsformen hinweg sind mit 12,4
% an der Stammzahl sehr hoch und beeinträchtigen die zukünftige Einzelbaumstabilität der
geschälten Bäume
71
BWI
3
Tabelle 13 07 07
76
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

image
image
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung
78
Abbildung 32: Jung- und Altschäle nach Eigentumsarten, Anteile an Stammzahl
72
Positiv hingegen ist der Prozentsatz der Neuschäle (jünger 12 Monate) zum Stichtag der
BWI
3
zu bewerten, der über alle Eigentumsformen hinweg zwischen 0 und 0,8 % lag Damit
ist zumindest landesweit der Trend zur summarischen Erhöhung der durch Schäle geschä-
digten Bäume durchbrochen Abweichend hierzu, der unterschiedlichen Aufnahmemethodik
geschuldet, zeigen die Ergebnisse des Wildschadensmonitoring bei Sachsenforst im langjäh-
rigen Mittel eine durchschnittliche Neuschäle von 2,2 %
Eine gewisse Beeinträchtigung durch Wild, hier vor allem verbeißendes und wiederkäuendes
Schalenwild, muss der Grundeigentümer (Waldbesitzer) akzeptieren, da das herrenlose Wild
vornehmlich den Wald als Einstand nutzt Übersteigen die Schäden am Eigentum jedoch die
waldbauliche Zielsetzung des Eigentümers und führen diese Schäden zur langfristigen Be-
einträchtigung der Funktionenvielfalt (Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion) hat der Waldei-
gentümer ein berechtigtes Interesse an der Reduzierung der Wildschäden im Wald
Das sächsische Jagdgesetz wurde im Jahr 2012 novelliert und bietet verbesserte Möglich-
keiten der waldgerechten Jagdausübung
Zaunbau:
Für den Zeitraum 2013 bis 2015 weist der Datenbestand von Sachsenforst einen Zaunanteil
von 23,4 % an den getätigten Kunstverjüngungen im Zeitraum aus
73
Die Bundeswald-
inventur stellt nachstehende Flächen unter Zaunschutz zum Stichtag 31 12 2012 für den
sächsischen Gesamtwald, getrennt nach den Eigentumsarten dar
Tabelle 37: Durch Zäunung gegen Wildverbiss geschützte Flächen Gesamtwald Sachsen nach Waldeigentumsar-
ten, Vergleich BWI
2
zu BWI
3 74
Im Vergleich der Bewertungszeiträume der vergangenen Bundeswaldinventuren hat sich die
Verjüngungsfläche unter Zaun in Sachsen über alle Eigentumsformen auf 18 737 ha erhöht
Damit sind ca 3 % des Gesamtwaldes bzw ca 15 % der Verjüngungsflächen in Sachsen
72
BWI
3
, Tabelle 1 13 05
73
Sachsenforst, Auszug FIS mobil, Stichtag März 2016
74
BWI
3
, Tabelle 1 14 03a, Waldbericht Sachsen 2010, Zusammenstellung
77
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
79
Indikatoren
unter Zaunschutz Flächige Zäunungen sind sehr kostenintensiv und entziehen dem Wild
Einstands- und Äsungskapazität, welche sich auf umliegende Flächen verteilt und diese um-
so mehr durch den Wildeinfluss belastet werden Der lokale Bewirtschafter muss in die Lage
versetzt werden, sein waldbauliches Handeln entsprechend seiner betrieblichen Zielstellung
ohne Beeinträchtigung durch Wild durchführen zu können
Bewertung von Zielen aus dem vorangegangenen Waldbericht
Die formulierten Zielstellungen im vorrangegangen Waldbericht sind mit dem zur Verfügung
stehenden Datenmaterial nicht umfänglich zu beschreiben Eine Reduzierung der Neu-
zäunung von Kulturflächen bei Sachenforst innerhalb der letzten drei Jahre unter 30 % ist
gegeben
Ziele für die Entwicklung des Indikators in der Region
Erreichung von waldverträglichen Schalenwildbeständen in allen Waldbesitzarten Wildver-
biss und Schälschäden sind zur Verminderung von Sach- und Vermögensschäden auf ein
waldverträgliches Niveau zu senken Verjüngung und Erziehung der Haupt- und Misch-
baumarten im Wesentlichen ohne Zaunschutz Einhergehend wird die Fläche von gezäunten
Verjüngungen reduziert
Maßnahmen
Gezielte Anwendung effektiver Jagdmethoden Information, Ausbildung und kontinuierliche
Schulung der Jägerschaft Information und Sensibilisierung der Waldbesitzer für überhöhte
Verbiss- und Schälschäden Stärkung des Bewusstseins für die Selbstverantwortung bei
allen Waldbesitzern, gemäß Leitfaden 6 PEFC-Standard Aufklärungsarbeit durch Be-
ratungsförster Weiterführung des Wildschadensmonitorings im Bundes- und Landeswald
Beteiligung der örtlichen Jägerschaft, Vertreter der Jagdverbände und der Jagdbehörden an
Vor-Ort-Audits Hinwirken auf eine enge Zusammenarbeit von Jagdausübungsberechtigten,
Jagdgenossenschaften, Waldbesitzern und weiteren Landnutzern innerhalb der Hegege-
meinschaften
78
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung
80
4 2 4 5 Indikator 23 - Naturnähe der Waldfläche
23
Naturnähe der Waldfläche
Fläche ha
Eingeteilt in „sehr naturnah“, „naturnah“,
„bedingt naturnah“, „kulturbetont“ und
„kulturbestimmt“
PEPLOG:
4 1 a
4 1 b
Wien-Indikator:
4 3
Deutscher Standard:
4 1
Alter Indikator:
37
Gesetzliche Vorgaben
Tabelle 38: gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften zum Indikator 23
Gesetzliche Regelung,
Verordnungen und
Verwaltungsvorschriften
Zitat / Kurzbeschreibung
§ 5 Abs 3 BNatSchG
Bei der forstlichen Nutzung des Waldes ist das Ziel zu verfolgen,
naturnahe Wälder aufzubauen und diese ohne Kahlschläge
nachhaltig zu bewirtschaften Ein hinreichender Anteil standort-
heimischer Forstpflanzen ist einzuhalten
§ 16 SächsWaldG
„Der Waldbesitzer ist verpflichtet, den Wald im Rahmen seiner
Zweckbestimmung nach anerkannten forstlichen Grundsätzen
nachhaltig und pfleglich, planmäßig und sachkundig sowie unter
Beachtung ökologischer Grundsätze zu bewirtschaften“
§ 24 SächsWaldG
„Es sollen ökologisch stabile Wälder aus standortgerechten
Baumarten und natürliche oder naturnahe Biotope erhalten oder
geschaffen werden.“
Bestandeszieltypen, RL für
den Staatswald des Frei-
staates Sachsen
Interne Dienstanweisung, Staatsforstbetrieb Sachsenforst
Beschreibung der Situation in der Region
Die Naturnähe der Wälder in Sachsen wird gemessen an dem Ist-Zustand im Vergleich zu
dem ökologisch möglichen Zielzustand Von Haus aus ist jeder Forstbetrieb bemüht seine
Wälder nah am ökologisch möglichen Soll-Zustand zu bewirtschaften und damit einen Groß-
teil der abiotisch und biotisch möglichen Schadeinwirkungen auf den Besitz zu minimieren
Im Zuge der Risikominimierung stellt eine Bewirtschaftung des Waldes, nahe des standörtli-
chen optimalen Bereichs der Waldzusammensetzung, eine Reduzierung der möglichen
Schadeinflüsse dar Die Wälder Sachsens sind in der Baumartenzusammensetzung der
Hauptbestockung noch zu 17,3 % kulturbestimmt bzw 6,5 % kulturbetont 49,5 % der Wald-
flächen wurden als bedingt naturnah eingestuft Bereits 26,9 % der Gesamtwaldfläche gelten
als naturnah bis sehr naturnah
75
75
BWI
3
, Tabelle 1 05 08
79
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

image
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
81
Indikatoren
Nachfolgende Abbildung zeigt die Naturnähe der Hauptbestockung über die Altersklassen für
den Gesamtwald in Sachsen
Abbildung 33: Darstellung der Naturnähe der Hauptbestockung über alle Altersklassen im Gesamtwald
76
Insgesamt betrachtet hat damit der Anteil der naturnahen Waldbestockung im Vergleich zur
BWI
2
zugenommen und wird auch weiterhin ansteigen, was sich auch in der Jungbestockung
bereits zeigt So werden die Jungbestockungen im Freistaat ohne Schirm zu 10,1 % (4 900
ha) als sehr naturnah und naturnah eingestuft, aber bereits 89,9 % (44 300 ha) der Bestände
unter Schirm
77
Da Wald auch maßgeblich durch aktive Maßnahmen seiner Eigentümer im
Hinblick auf Verjüngung beeinflusst wird, zeigen die Zahlen bereits die positiven Ergebnisse
der Bemühungen der Waldbesitzer zum Waldumbau und der naturnahen Waldwirtschaft in
Sachsen Naturnahe Waldgesellschaften leisten einen großen Beitrag zum Klima- und Erro-
sionsschutz Von besonderer Bedeutung aber ist der Wald zur Pufferung von Starknieder-
schlageereignissen in Sachsen Naturnahe Waldökosysteme mit entsprechender boden-
chemischen und bodenbiologischen Anpassung leisten hier einen bedeutenden Beitrag zum
Hochwasserschutz in Sachsen
Bewertung von Zielen aus dem vorangegangenen Waldbericht
Die angestrebte Erhöhung auf über 30 % naturnähe (Stufe 1 und 2) wurde nicht erreicht
Ziele für die Entwicklung des Indikators in der Region
Die Naturnähe der Wälder soll unter Berücksichtigung der jeweiligen Eigentümerzielsetzung
erhöht werden
Maßnahmen
Erarbeitung und Kommunikation regionaler waldbaulicher Empfehlungen Schulungen für
den Privat- und Körperschaftswald
76
BWI
3
, Tabelle 1 05 08
77
BWI
3
, Tabelle 1 05 4b
80
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung
82
4 2 4 6 Indikator 24 - Totholz
24
Volumen an stehenden und liegendem
Totholz
Fm
Fm/ha
PEPLOG:
4 2 h
Wien-Indikator:
4 5
Deutscher Standard:
4 10
Alter Indikator:
38
Gesetzliche Vorgaben
Tabelle 39: gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften zum Indikator 24
Gesetzliche Regelung,
Verordnungen und
Verwaltungsvorschriften
Zitat / Kurzbeschreibung
BNatSchG (Stand
07 08 2013) § 44 (1)
„Es ist verboten, Fortpflanzungs- oder Ruhestätten der wild le-
benden Tiere der besonders geschützten Arten aus der Natur zu
entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören.“
§ 24 SächsWaldG
Die Umwelt, der Naturhaushalt und die Naturgüter sind bei der
Bewirtschaftung des Waldes zu erhalten und zu pflegen Es sol-
len ökologisch stabile Wälder aus standortgerechten Baumarten
und natürliche oder naturnahe Biotope erhalten oder geschaffen
werden
Richtlinie zu den
Bestandeszieltypen im
Staatswald
Horst- und Höhlenbäume sind zu erhalten Darüber hinaus sind
zur Verbesserung der Habitatvielfalt 3 – 5 Bäume/ha geringer
Qualität (Güteklasse des Erdstammstückes von 6 bis 8 m C/D,
D) aus dem oberen Drittel der Durchmesserverteilung zu belas-
sen Diese Bäume dienen dem Zulassen von punktuellen
Alterungs- und Zerfallsphasen und in diesem Zusammenhang
der Totholzanreicherung
Beschreibung der Situation in der Region
Totholz, liegend und stehend, ist ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems Wald Viele Arten
sind an das Vorhandensein von Totholz gebunden, damit ist die Totholzausstattung eines
Waldes eine wichtige Bestimmungsgröße für die biologische Vielfalt Aus naturschutz-
fachlicher Sicht ist stehendes starkes Totholz von größerer Bedeutung als liegendes, da die
Funktion als Brut und Lebensstätte im Stehen einer weiteren Besiedelung in liegender Form
voraus geht (Kaskadeneigenschaft) Holzarten mit langer Zersetzungsdauer (z B Eichen)
sind für das Ökosystem von besonderer Bedeutung, wenngleich für alle heimischen Holzar-
ten ein bestimmtes Spektrum von besiedelnden und zersetzenden Organismen besteht
81
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

image
image
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
83
Indikatoren
In den Wäldern Sachsens befinden sich durchschnittlich auf jedem Hektar 11,4 m
3
Totholz
Abbildung 34 zeigt den durchschnittlichen Totholzvorrat nach Eigentumsarten in sächsischen
Wäldern im Vergleich zum Bundesdurchschnitt
Abbildung 34: Totholzvorräte [m³/ha] in Sachsen und der Bundesrepublik getrennt nach Eigentumsarten
78
Trotz deutlich anziehender Holznachfrage, insbesondere im Energieholzbereich, haben sich
die Totholzvorräte im Berichtszeitraum erhöht Im Landeswald finden sich aktuell die höchs-
ten Totholzvorräte gefolgt vom Körperschaftswald Im Vergleich zu dem abgelaufenen Be-
richt ist eine deutliche Steigerung des Totholzangebotes von 3,5 auf 11,4 m³/ha im
Gesamtwald eingetreten
Naturschutzfachlich wichtig ist nicht nur die absolute Menge des zur Verfügung stehenden
Totholzes, sondern auch dessen Beschaffenheit Nachfolgende Abbildungen zeigen die Zu-
sammensetzung des Totholzangebotes in sächsischen Wäldern Das Totholz, überwiegend
aus Nadelholz (70 %), liegend, als Wurzelstock oder Abfuhrrest (77 %) weist zu 74 % gerin-
ge bis mittlere Durchmesser (10-39 cm) auf
Abbildung 35: Totholzvorrat [m³/ha] nach Baumartengruppe, Gesamtwald
79
78
BWI
3
, Tabelle 1 16 01
79
BWI
3
, Tabelle 1 16 04
82
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

image
image
image
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung
84
Abbildung 36: Totholzvorrat [%] nach Totholztyp, Gesamtwald
80
Abbildung 37: Totholzvorrat [%] nach Durchmesserklasse
,
Gesamtwald
81
61% des aktuellen Totholzes sind unzersetzt bzw in der Zersetzung beginnend, was hin-
sichtlich des Zeitraums der ökologischen Nutzbarkeit positiv zu bewerten ist
Abbildung 38: Totholzvorrat [%] nach Zersetzungsgrad, Gesamtwald
82
80
BWI
3
, Tabelle 1 16 04
81
BWI
3
, Tabelle 1 16 04
83
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
85
Indikatoren
Bewertung von Zielen aus dem vorangegangenen Waldbericht
Die im letzten Waldbericht formulierte Zielstellung der Erhöhung des Totholzangebots auf
mehr als 4 m
3
/ha (von 3,5 auf 11,4 m
3
/ha) ist erfüllt
Ziele für die Entwicklung des Indikators in der Region
Entwicklung eines angemessenen Anteils von Totholz im Wald zur Förderung des Biotop-
und Artenschutzes Insbesondere die Anteile an starkem, stehendem Totholz sollen wo mög-
lich erhöht werden Gemäß Leitfaden 5 der PEFC-Standards finden sich darüber hinaus in
allen Waldbesitzarten auch weitere Biotopholzformen in angemessenem Umfang im Wald
wieder
Maßnahmen
Erarbeitung einer Naturschutzkonzeption für den Landeswald Information und Beratung der
Waldbesitzer zur ökologischen Bedeutung von Totholz im Wald Information zu Verkehrs-
sicherung und Arbeitsschutz in Zusammenhang mit Totholz Unterstützung bei der Kenn-
zeichnung von Biotopbäumen durch die Vermittlung der PEFC-Biotopbaumplakette
82
BWI
3
, Tabelle 1 16 05
84
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung
86
4 2 4 7 Indikator 25 - Gefährdete Arten
25
Vorkommen gefährdeter Arten
Erhaltungszustand der (Wald- ) Arten (für
FFH- und Vogelschutzgebiete)
Anzahl der Rote-Liste-Waldarten
PEPLOG:
4 1 a
4 1 b
Wien-Indikator:
4 8
Deutscher Standard:
4 2
4 9
Alter Indikator:
40
Gesetzliche Vorgaben
Tabelle 40: gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften zum Indikator 25
Gesetzliche Regelung,
Verordnungen und
Verwaltungsvorschriften
Zitat / Kurzbeschreibung
§§ 39 ff BNatSchG
Schutz und Pflege wildlebender Tier- und Pflanzenarten
§ 25 SächsNatSchG
Schutz wildlebender Tier- und Pflanzenarten
§ 24 SächsWaldG
Die Umwelt, der Naturhaushalt und die Naturgüter sind bei der
Bewirtschaftung des Waldes zu erhalten und zu pflegen Es sol-
len ökologisch stabile Wälder aus standortgerechten Baumarten
und natürliche oder naturnahe Biotope erhalten oder geschaffen
werden
FFH-Richtlinie
(92/43/EWG)
(92/43/EWG)
Fauna-Flora Habitatrichtlinie Lebensraumtypen und Arten der
Anhänge I, II, IV und V der FFH-Richtlinie
BArtSchV
Bundesartenschutzverordnung
Beschreibung der Situation in der Region
Aufgrund der gemeinschaftlichen Bedeutung für NATURA 2000 wurden in Sachsen Schutz-
gebiete als Fauna-Flora-Habitat-Gebiete (FFH Gebiete) und als Europäische Vogelschutz-
gebiete (SPA Gebiete/Vogelschutzgebiete) ausgewiesen In den besonderen Schutzgebieten
sind Maßnahmen durchzuführen, die zur gebietsspezifischen Wahrung oder Wiederherstel-
lung eines günstigen Erhaltungszustandes der benannten Lebensräume bzw Arten erforder-
lich sind Nach dem ersten umfassenden sächsischen FFH-Bericht für die Jahre 2001-2006
war turnusgemäß ein Folgebericht für die Jahre 2007-2012 zu erstellen Die Einschätzung
des Erhaltungszustandes der Lebensräume und Arten erfolgt jeweils nach dem Ampel-
schema der EU-Kommission Unterschieden werden die Kategorien günstig („grün"), unzu-
reichend („gelb") und schlecht („rot") sowie unbekannt („grau") Nach dem aktuellen Bericht
befinden sich in Sachsen von den berichtspflichtigen FFH-Arten 25 % in einem günstigen
Erhaltungszustand Die Befunde für die in Sachsen vorkommenden FFH-Arten und Arten der
Vogelschutzrichtlinie entsprechen in etwa dem derzeitigen, insgesamt verbesserungsbedürf-
tigen Bundesdurchschnitt
85
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

image
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
87
Indikatoren
Folgend sind die FFH relevanten Arten mit der Anzahl der Schutzgebiete und der Waldbe-
troffenheit in Hektar aufgeführt
Tabelle 41: FFH-Arten in Sachsen nach Anzahl des Vorkommens und der Habitatfläche
83
83
Zuarbeit Sachsenforst, Ref 54
86
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung
88
Nachstehende Tabelle gibt einen Überblick zu den relevanten FFH-Arten mit einer Bewer-
tung für den Berichtzeitraum 2007 – 2012 für Sachsen und Deutschland
Tabelle 42: Auflistung der FFH Arten in Sachsen und Deutschland mit Bestandessituation und Bewertung
84
Größe
Bezugs-
einheit
Sachsen
Deutschland
kont. Region
Arnika
, Berg-Wohlverleih
Arnica montana
38
TK-Quadrant
mit Vorkommen
schlecht
unzureichend
Braungrüner Streifenfarn
Asplenium adulterinum
175-230
Individuen
unzureichend unzureichend
Firnisglänzendes Sichelmoos
Hamatocaulis vernicosus
3
Anzahl
Vorkommen
schlecht
schlecht
Froschkraut
Luronium natans
13-16
Anzahl
Vorkommen
schlecht
schlecht
Liegendes Büchsenkraut
Lindernia procumbens
7
Anzahl
Vorkommen
unzureichend
schlecht
Abbiss-Scheckenfalter
Euphydryas aurinia
8-11
TK-Quadrant
mit Vorkommen
schlecht
schlecht
Eremit
, Juchtenkäfer*
Osmoderma eremita
112
TK-Quadrant
mit Vorkommen
unzureichend unzureichend
Heldbock
Cerambyx cerdo
18
TK-Quadrant
mit Vorkommen
unzureichend
schlecht
Heller Wiesenknopf-
Ameisenbläuling
Phengaris teleius
19
TK-Quadrant
mit Vorkommen
schlecht
unzureichend
Helm-Azurjungfer
Coenagrion mercuriale
1
Vorkommen
schlecht
unzureichend
Hirschkäfer
Lucanus cervus
35
TK-Quadrant
mit Vorkommen
unzureichend
günstig
Kleiner Maivogel
, Eschen-
Scheckenfalter
Euphydryas maturna
7-9
Vorkommen
schlecht
schlecht
Östliche Moosjungfer
Leucorrhinia albifrons
20-28
Anzahl
Vorkommen
unzureichend unzureichend
Vogel-Azurjungfer
Coenagrion ornatum
1
TK-Quadrant
mit Vorkommen
schlecht
unzureichend
Zierliche Moosjungfer
Leucorrhinia caudalis
1-4
Anzahl
Vorkommen
schlecht
unzureichend
Sonst.
Flussperlmuschel
Margaritifera margaritifera
477-500
Individuen
schlecht
schlecht
Feldhamster
Cricetus cricetus
11
TK-Quadrant
mit Vorkommen
schlecht
schlecht
Graues Langohr
Plecotus austriacus
44-300
Anzahl
Vorkommen
unzureichend unzureichend
Kleine Hufeisennase
Rhinolophus hipposideros
1400
ad. Weibchen in
Wochenstuben-
quartieren
unzureichend
schlecht
Kreuzkröte
Bufo calamita
65
TK-Quadrant
mit Vorkommen
schlecht
unzureichend
Lachs
Salmo salar
52
TK-Quadrant
mit Vorkommen
schlecht
schlecht
Rotbauchunke
Bombina bombina
273
Vorkommen unzureichend
schlecht
Wechselkröte
Bufo viridis
151
TK-Quadrant
mit Vorkommen
schlecht
schlecht
Würfelnatter
Natrix tessellata
20-25
Individuen
schlecht
unzureichend
Arten aus
Anhängen
II und IV
der RL 92/43/EWG
(* = prioritäre Art)
Bestandssituation
Sachsen
Bewertung nach Berichts-
pflicht für 2007-2012
Wirbeltiere
Insekten
Pflanzen
84
Zuarbeit Sachsenforst, Ref 54
87
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

image
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
89
Indikatoren
Die Arten der Vogelschutzrichtlinie und der Rote Liste Vogelarten Sachsens mit Waldbetrof-
fenheit sind nachfolgend in ihrem Bestand, dem Erhaltungszustand für Sachsen und dem
Trend der Bestandessituation für Sachsen und der Bundesrepublik dargestellt
Tabelle 43: Arten der Vogelschutzrichtlinie und Rote Liste Arten Sachsen mit Bestandesbeschreibung
(-
abnehmend, = gleichbleibend, ~schwankend, + zunehmend)
85
Artenschutz ist für den Staatsbetrieb Sachsenforst eine wichtige Aufgabe und unablässig bei
der Bewirtschaftung des Landeswaldes Detaillierte Regelungen liegen in Form von
Dienst-
anweisungen, u a für den Horstschutz und für den Erhalt von Bäumen mit Höhlen und Spal-
tenquartieren, vor
86
85
Zuarbeit Sachsenforst, Ref 54
86
Interne Dienstanweisung zum Schutz bekannter Lebensstätten vor erheblichen Störungen, SMUL vom 20 11 2015, Az 36-
8852 44/9/141
88
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung
90
Fledermausarten sind sowohl in der absoluten Anzahl der Schutzgebiete, als auch in der
direkt betroffenen Waldfläche von besonderer artenschutzfachlichen Bedeutung in Sachsen
Weiterhin hat der Freistaat Sachsen in Bezug auf den Wolfsschutz in Deutschland eine be-
sondere Bedeutung Nach der ersten nachgewiesenen Reproduktion von Wölfen in Deutsch-
land in den Jahren 2001/2002 wurde 2004 das Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz“ im
Erlichthof Rietschen (Sachsen / Lausitz) für die Informations- und Aufklärungsarbeit zum
Thema Wolf vom Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft und dem
Niederschlesischen Oberlausitzkreis eingerichtet Im Kontaktbüro werden alle Informationen
aus dem Wolfsmonitoring und dem Bereich Herdenschutz gebündelt und der Öffentlichkeit
zugänglich gemacht Das Kontaktbüro ist die offizielle Ansprechstelle zum Thema Wolf für
Bevölkerung und Medien in Sachsen und nimmt im Rahmen des Managementplans für den
Wolf in Sachsen die Rolle der Öffentlichkeitsarbeit ein
87
Eine Umfassende Datenbank zum Thema NATURA 2000 Gebietsmanagement steht der
Öffentlichkeit und den Waldbesitzern im Internet frei zur Verfügung
88
Mit dieser Informa-
tionsplattform ist jeder Waldbewirtschafter in Sachsen in die Lage versetzt, Flächeninfor-
mationen zum Vorhandensein geschützter Arten im Gebiet abzuleiten und sein
waldbauliches Handeln entsprechend schutzorientiert abzustimmen Durch den Erhalt und
die Pflege des Waldes leisten die Waldeigentümer einen Beitrag zum Artenschutz in Sach-
sen
Bewertung von Zielen aus dem vorangegangenen Waldbericht
Ein direkter Vergleich zum letzten Waldbericht kann aufgrund unterschiedlicher Darstel-
lungsmethoden nicht detailliert geführt werden, da die Zielstellung des letzten Berichtzeit-
raums lediglich den Erhalt der Artenvielfalt und den Schutz besonders geschützter Arten
formuliert
Ziele für die Entwicklung des Indikators in der Region
Berücksichtigung des Artenschutzes im Rahmen einer umweltgerechten multifunktionalen
Waldbewirtschaftung in allen Waldbesitzarten
Maßnahmen
Information und Beratung der Waldbesitzer zum Schutz waldbezogener Arten Konzipierung
und Durchführung spezieller Artenschutzmaßnahmen für waldbewohnende Tier- und Pflan-
zenarten im Landeswald
87
http://www
wolfsregion-lausitz de/index php
88
http://www
umwelt sachsen de/umwelt/natur/natura2000/index aspx
89
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

image
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
91
Indikatoren
4 2 5 Helsinki Kriterium 5 - Erhaltung und angemessene Verbesserung der
Schutzfunktionen bei der Waldbewirtschaftung - vor allem Boden und Wasser
4 2 5 1 Indikator 26 - Waldflächen mit Schutzfunktion
26
Waldflächen mit Schutzfunktion
Fläche ha
% der Waldfläche
PEPLOG:
4 1 a
4 1 b
4 2 i
5 1 a
5 1 b
6 1 c
Wien-Indikator:
4 9
5 1
5 2
6 10
Deutscher Standard:
4 8
4 9
5 1
5 2
5 3
5 4
5 5
6 8
Alter Indikator:
41
43
44
52
Gesetzliche Vorgaben
Tabelle 44: gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften zum Indikator 26
Gesetzliche Regelung,
Verordnungen und
Verwaltungsvorschriften
Zitat / Kurzbeschreibung
BNatSchG Kapitel 4
Schutz bestimmter Teile von Natur und Landschaft
BNatSchG Kapitel 4 §§ 21-
36
Schutzgebietsnetz NATURA 2000
SächsNatSchG §§ 13-19
Schutz bestimmter Teile von Natur und Landschaft
SächsNatSchG §§ 22-23
Schutzgebietsnetz NATURA 2000 in Sachsen
§ 29 SächsWaldG
Schutzwald
§ 30 SächsWaldG
Schutzwald in Schutzgebieten
Beschreibung der Situation in der Region
Die Wälder in Sachsen haben sich aufgrund ihrer standörtlichen Vielfalt im Zusammenspiel
mit einer Jahrhunderte langen anthropogenen Überprägung zu wertvollen Landschafts-
bestandteilen entwickelt, welche teilweise einen Schutzstatus nach EU-, Bundes- und Lan-
desrecht genießen Folgende Tabelle zeigt die aktuelle Auflistung der Schutzfläche nach
Naturschutzrecht in Sachsen mit dem Waldanteil und dem Anteil am Gesamtwald
Tabelle 45: Darstellung der Schutzgebiete in Sachsen mit Waldanteil und Anteil am Gesamtwald
89
89
Sachsenforst, Auszug Datenbank, Waldflächenstatistik SBS 2014
90
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

image
image
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung
92
Der Anteil geschützter Biotope nach Naturschutzrecht an der Waldfläche Sachsens ist mit
11% unverändert zum Vorbericht Im Gegensatz zu ausgewiesenen Schutzflächen nach Na-
turschutzrecht stehen diese Biotope auch ohne Erlass einer Verwaltungsvorschrift, auf
Grund ihrer Existenz, unter besonderen Schutz
Abbildung 39: Darstellung der Biotopanteile an der Gesamtwaldfläche
90
Der gesonderte Blick auf die geschützten Biotope nach der Waldbiotopkartierung zeigt die
Bedeutung des Waldes innerhalb dieser Schutzkulisse 55 % der geschützten Biotope sind
Wälder und keine Sonderstandorte oder Gewässer wie folgende Abbildung zeigt
Abbildung 40: Geschützte Biotope in der Waldbiotopkartierung (§30 BNatSchG, § 21 SächsNatSchG)
91
Sachsen hat im Moment, als eines der wenigen Bundesländer, das Monitoring im Bereich
FFH abgeschlossen Insgesamt wurden 270 FFH-Gebiete und 77 Vogelschutzgebiete (SPA)
in Sachsen vorgeschlagen und gemeldet In der Summe umfasst das Schutzgebietssystem
NATURA 2000 (FFH und Vogelschutzgebiete) in Sachsen 292 777 ha, das sind rund 15,9
Prozent der Landesfläche
92
Die Ergebnisse des FFH Gebietsmonitoring sind in einer On-
linedatenbank frei verfügbar Über ein Geoinformationssystem können Waldbesitzer gebiets-
spezifische Informationen abrufen
93
Als größter Waldbewirtschafter im Freistaat Sachsen
hat Sachsenforst detaillierte Handlungsanweisungen zum Wirtschaften in Gebieten mit
Schutzfunktionen erlassen
94
Schutzrelevante Flächeninformationen stehen des Weiteren im
internen Geoinformationssystem den Mitarbeitern von Sachsenforst als Unterstützung der
Arbeit vor Ort zur Verfügung
90
Zuarbeit Sachsenforst, Ref 54
91
Zuarbeit Sachsenforst, Ref 54
92
http://www
umwelt sachsen de/umwelt/natur/8063 htm
93
http://www
umwelt sachsen de/umwelt/natur/natura2000/index aspx
94
Sachsenforst, interne Anweisung, Umsetzung der FFH-Managementpläne im Landeswald, Az 54-8830 10/
91
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
93
Indikatoren
Bewertung von Zielen aus dem vorangegangenen Waldbericht
Die Waldfunktionenkartierung wurde fortgeschrieben Durch interne Handlungsanweisungen
(z B Sachsenforst) ist die Bedeutung von Wäldern mit Schutzfunktion ausführlich kommuni-
ziert Ein Nutzungsverzicht von naturschutzfachlich wertvollen Einzelbäumen findet statt
Ziele für die Entwicklung des Indikators in der Region
Flächenbezogene Schutzziele finden bei der Waldbewirtschaftung Berücksichtigung
Maßnahmen
Kommunikation über flächenbezogene Schutzziele, insbesondere mit Verweisen auf öffent-
lich zugängliche Informationsquellen
92
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung
94
4 2 5 2 Indikator 27 - Gesamtausgaben für nachhaltige Dienstleistungen
27
Gesamtausgaben für langfristige
nachhaltige Dienstleistungen aus
Wäldern
Produktbereichen 2 (Schutz und Sanierung)
und 3 (Erholung und Umweltbildung) des
Testbetriebsnetzes
PEPLOG:
6 2 c
Wien-Indikator:
6 4
Deutscher Standard:
3 2
Alter Indikator:
47
Gesetzliche Vorgaben
Tabelle 46: gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften zum Indikator 27
Gesetzliche Regelung,
Verordnungen und
Verwaltungsvorschriften
Zitat / Kurzbeschreibung
§ 16 SächsWaldG
„Der Waldbesitzer ist verpflichtet, den Wald im Rahmen seiner
Zweckbestimmung nach anerkannten forstlichen Grundsätzen
nachhaltig (§ 17) und pfleglich (§§ 18 bis 21), planmäßig (§ 22)
und sachkundig (§ 23) sowie unter Beachtung ökologischer
Grundsätze (§ 24) zu bewirtschaften, gesund, leistungsfähig und
stabil zu erhalten, zu sanieren und vor Schäden zu bewahren
Diese Verpflichtungen gelten im Rahmen einer nach betriebs-
wirtschaftlichen Grundsätzen ordnungsgemäß geführten Wirt-
schaft.“
§ 17 SächsWaldG
„Der Wald ist so zu bewirtschaften, dass seine Funktionen ge-
mäß § 1 Nr 1 stetig und auf Dauer erfüllt werden (Nachhaltig-
keit).“
§ 45 SächsWaldG
(1) Der Staatswald soll dem Allgemeinwohl im besonderen Ma-
ße dienen Er ist nach den Grundsätzen dieses Gesetzes vor-
bildlich so zu bewirtschaften, dass die den standörtlichen
Bedingungen entsprechende nachhaltig höchstmögliche Menge
wertvollen Holzes bei gleichzeitiger Erfüllung und nachhaltiger
Sicherung der dem Walde obliegenden Schutz- und Erholungs-
funktionen geliefert wird
Beschreibung der Situation in der Region
Bei den Gesamtausgaben für langfristige nachhaltige Dienstleistungen aus Wäldern und der
Forstwirtschaft handelt es sich zum Teil um öffentliche Güter, die zwar von der Gesellschaft
nachgefragt werden, die aber nicht vermarktet werden (können) und aus denen für die
Forstbetriebe folglich kein Einkommen entsteht Hierunter fallen Leistungen im Bereich
Schutz und Sanierung sowie Erholung und Umweltbildung
Das Testbetriebsnetz Forst liefert die Datengrundlage zur Beurteilung der wirtschaftlichen
Lage im größeren Privat- und Körperschaftswald (ab 200 ha Holzbodenfläche) in Deutsch-
land Die Ergebnisse der forstwirtschaftlichen Betriebe mit weniger als 200 ha Wald und die
Ertragslage im Kleinprivatwald, der nicht von landwirtschaftlichen Haupterwerbs-betrieben
bewirtschaftet wird, werden statistisch nicht erfasst
95
Das Testbetriebsnetz ist im Freistaat Sachsen fest etabliert Daten für den Staatswald wer-
den regelmäßig seit dem Kalenderjahr 1991 geliefert Im Körperschaftswald nehmen aktuell
8 und im Privat- und Kirchenwald 15 Betriebe am Testbetriebsnetz in Sachsen teil Damit ist
95
http://www
bmel-statistik de//fileadmin/user_upload/monatsberichte/BFB-0113000-2014 pdf
93
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

image
image
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
95
Indikatoren
die von Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) geforderte Stichprobe
in allen Eigentumsarten mengenmäßig erfüllt
96
Die Tabelle zeigt die Ergebnisse der Pro-
duktbereiche 2 und 3 für die teilnehmenden sächsischen Betriebe am Testbetriebsnetz bei-
spielhaft für das Jahr 2014 In den entsprechenden Produktbereichen werden in beiden
Eigentumsarten negative Ergebnisse je Hektar realisiert Die Erträge der Forstbetriebe sind
geringer als die Aufwände, oder anders ausgedrückt, die Betriebe erzeugen einen Mehrwert
für die Gesellschaft aus Gesamtausgaben für langfristige nachhaltige Dienstleistungen aus
Wäldern, welchen sie nicht umfänglich vergütet bekommen
Tabelle 47: Zusammenfassung der Produktbereiche 2 und 3 für Körperschaftswald- (KW) und Privatwaldbetriebe
(PW) in Sachsen, 2014
97
Im Folgenden werden der Aufwand von Sachsenforst für die Produktbereiche 2 und 3 darge-
stellt Der Schwerpunkte der Ausgaben im Staatswald im Produktbereich 2 (Schutz und Sa-
nierung) über die gesamte aufgeführte Zeitreihe ist der Waldumbau der Größte
Aufwandsfaktor, was die besondere Bedeutung dieser betrieblichen Zielstellung bei Sach-
senforst unterstreicht Die vollständige Auflistung der Ausgaben im Produktbereich 2 für den
Zeitraum 2011 bis 2014 ist in Tabelle 48 dargestellt
Tabelle 48: Aufwand des Staatsbetriebes Sachsenforst (Produktbereich 2) für langfristige nachhaltige Dienstleis-
tungen (inkl. Verwaltungskosten) 2011 -2014 (SG=Schutzgebiete, GSG=Großschutzgebiete)
98
96
http://www
forsten sachsen de/wald/1743 htm
97
http://www
forsten sachsen de/wald/1743 htm, bearbeitet
98
Sachsenforst, Ref 31 Betriebswirtschaft / Controlling
94
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

image
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung
96
Der Produktbereich 3 umfasst die Leistungen für Erholung und Umweltbildung Größter Pos-
ten mit 3,4 Mio Euro Aufwand in 2014 war die Umweltbildung und Waldpädagogik, die u a
in drei Waldschulheimen und sieben Einrichtungen für Tagesangebote bei Sachsenforst
stattfindet Die Aufrechterhaltung und Förderung der touristischen Infrastruktur sowie sonsti-
ger Maßnahmen zur Förderung der Erholung im Wald wird umfangreich aus Mitteln des Pro-
duktbereiches 3 finanziert
Tabelle 49:
Aufwand des Staatsbetriebes Sachsenforst (Produktbereich 3) für Erholung und Umweltbildung im
Wald (inkl Verwaltungskosten) 2011-2014
99
Der Staatswald dient mit den dargestellten Aufwendungen in den Produktbereichen 2 und 3
im besonderen Maße dem Allgemeinwohl und stellt u a die gesetzlich geforderte Schutz-
und Erholungsfunktion sicher Auch wenn an dieser Stelle nicht zahlenmäßig erfasst und
dargestellt, erbringt der Privat- und Körperschaftswald in Sachsen vielfältige Leistungen be-
züglich der Schutz- und Erholungsfunktion Beispielhaft genannt sind hier Naturlehrpfade,
Wanderschutzhütten, Erhaltung von Wanderwegen und Aussichtspunkten sowie vielfältige
Veranstaltung zum Thema Umweltbildung
Aus der Gruppe der Mitglieder der regionalen PEFC-Arbeitsgruppe Sachsen werden darüber
hinaus Leistungen für das Gemeinwohl erbracht, welche sich nicht in Produktbereichen im
engeren Sinn zuordnen lassen, da die Mitglieder nicht Waldbesitzer sind So werden bei-
spielsweise jährlich über 6 000 Kinder und Jugendliche der 3 und 4 Klassen bzw der 6
Klasse spielerisch mit dem Wald und seiner Bedeutung, über die Waldjugendspiele als Ge-
meinschaftsprojekt der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Landesverband Sachsen e V
und dem Staatsforstbetrieb Sachsen, vertraut gemacht
100
Durch die RAG Mitglieder (z B
Sächsischer Waldbesitzerverband) wird weiterhin eine umfangreiche Beteiligung an regiona-
len Land- und Forstfesten gewährleistet, welche zur Umweltbildung beitragen
Waldspezifische Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit wird auch von anderen Mitgliedern
der RAG Sachsen erbracht und sind wichtiger Bestandteil der Arbeit der Mitglieder
Bewertung von Zielen aus dem vorangegangenen Waldbericht
Die Erfassung der unentgeltlich bereitgestellten Dienstleistungen aus dem Wald (PB 2 und 3)
erfolgt bei den Teilnehmern am Testbetriebsnetz Das Ziel der Erfassung und monetären
Würdigung dieser Dienstleistungen wurde nicht erreicht
Ziele für die Entwicklung des Indikators in der Region
Für die langfristigen, nachhaltigen Dienstleistungen aus den Wäldern werden weiterhin ent-
sprechend den gesellschaftlichen Ansprüchen die Finanzmittel bereitgestellt Die Förderung
des nichtstaatlichen Waldes durch Förderprogramme ist beizubehalten Das Waldumbau-
programm in Sachsen wird fortgesetzt Waldspezifische Umweltbildung und Waldpädagogik
wird in zeitgemäßer Form fortgesetzt
99
Sachsenforst, Ref 31 Betriebswirtschaft/Controlling
100
Auskunft Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, SDW Sachsen e V
95
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
97
Indikatoren
Maßnahmen
Intensivierung der Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit Die in der RAG vertretenden
Institutionen informieren in der Öffentlichkeit und im politischen Raum über die Leistungen
der Forstwirtschaft für die Gesellschaft Information und konsequente Umsetzung der Förde-
rung im Privat- und Körperschaftswald Kontinuierliche Fortführung des Waldumbaus im
Staats-, Privat- und Körperschaftswald des Freistaates Sachsen Waldspezifische Umwelt-
bildung und Öffentlichkeitsarbeit wird durch die Mitglieder der regionalen Arbeitsgruppe ent-
sprechend des jeweiligen Wirkungsraumes weiterentwickelt Im Staatswald des Freistaates
Sachsen wird die Waldpädagogik als waldbezogene Bildungsarbeit von Kindern und Jugend-
lichen angeboten, um Verständnis für die nachhaltige Nutzung des Waldes zu schaffen
96
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung
98
4 2 5 3 Indikator 28 - Abbaubare Betriebsmittel
28
Abbaubare Betriebsmittel
Kurzdarstellung der Ergebnisse
PEPLOG:
2 2 b III
Wien-Indikator:
Deutscher Standard:
5 5
Alter Indikator:
18
Gesetzliche Vorgaben
Tabelle 50: gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften zum Indikator 28
Gesetzliche Regelung,
Verordnungen und
Verwaltungsvorschriften
Zitat / Kurzbeschreibung
Gesetz zum Schutz vor
gefährlichen Stoffen
(ChemG)
Gesundheitsgefährdung, Herstellung, Anwendung
Wasserhaushaltsgesetz
(WHG)
Wassergefährdungspotential
Umwelthaftungsgesetz
(UmweltHG)
Haftung des Verursachers
Bundesbodenschutzgesetz
(BBSchG)
Zweck dieses Gesetzes ist es, nachhaltig die Funktionen des
Bodens zu sichern oder wiederherzustellen Hierzu sind schädli-
che Bodenveränderungen abzuwehren, der Boden und Altlasten
sowie hierdurch verursachte Gewässerverunreinigungen zu sa-
nieren und Vorsorge gegen nachteilige Einwirkungen auf den
Boden zu treffen Bei Einwirkungen auf den Boden sollen Beein-
trächtigungen seiner natürlichen Funktionen sowie seiner Funk-
tion als Archiv der Natur- und Kulturgeschichte so weit wie
möglich vermieden werden
§ 24 Abs 1 SächsWaldG
Die Umwelt, der Naturhaushalt und die Naturgüter sind bei der
Bewirtschaftung des Waldes zu erhalten und zu pflegen
Beschreibung der Situation in der Region
Zum Schutz von Wasser und Boden werden bei der Waldarbeit biologisch abbaubare Ket-
tenöle und Hydraulikflüssigkeiten eingesetzt Dieser im Standard 5 5
101
definierte Grundsatz
gilt mit den entsprechenden Ausnahmen für alle zertifizierten PEFC-Betriebe in der Region
Sachsen
Für die Bewirtschaftung des Staatsbetriebes Sachsenforst liegen dazu interne Handlungs-
anweisungen vor Im Bereich der regieeigenen Waldarbeit bei Sachsenforst sind abbaubare
Betriebsmittel verbindlich vorgeschrieben Im Zuge der Vergabe von forstlichen Dienst-
leistungen berücksichtigt Sachsenforst ausschließlich Forstdienstleistungsunternehmen,
welche ein gültiges, anerkanntes Forstunternehmerzertifikat besitzen und damit die Verwen-
dung von abbaubaren Betriebsmitteln gewährleisten Kontrollen hierzu finden auf Revier-,
Forstbezirksebene sowie auf der Ebene der betrieblichen Revision ständig statt
In den AGB von Sachsenforst und des Bundesforstes sind unter anderem festgeschrieben,
dass das eingesetzte Forstunternehmen von einer von PEFC Deutschland anerkannten Stel-
le zertifiziert sein müssen Weiterhin gibt es ausführliche Regelungen zum Einsatz von ab-
101
PEFC-Standards für nachhaltige Waldbewirtschaftung – PEFC D 1002-1:2014
97
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
99
Indikatoren
baubaren Betriebsmitten bei den Forstunternehmen Diese sehen unter anderem die
Forderung des Einsatzes biologisch schnell abbaubarer Kettenöle und Hydraulikflüssigkeiten
in den Maschinen vor und sind Bestandteil der Ausschreibungen Der Bereich der privaten
(Brennholz)Werbung ist bei den genannten Stellen ebenfalls über hausinterne Verfahrens-
anleitungen beschrieben
Bewertung von Zielen aus dem vorangegangenen Waldbericht
Die Ziele des letzten Waldberichtes wurden erfüllt
Ziele für die Entwicklung des Indikators in der Region
In den vorgesehenen Fällen werden in zertifizierten Wäldern ausschließlich biologisch ab-
baubare Betriebsmittel verwendet
Waldbesitzer sind über die Notwendigkeit und Vorteile informiert
Maßnahmen
Information der Waldbesitzer und Forstdienstleistungsunternehmen über Vorteile biologisch
abbaubarer Betriebsmittel und deren Verwendung
98
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung
100
4 2 6 Helsinki Kriterium 6 - Erhaltung sonstiger sozioökonomischer Funktionen
und Bedingungen
4 2 6 1 Indikator 29 - Einnahmen- und Ausgabenstruktur der Forstbetriebe
29
Einnahmen- und Ausgabenstruktur der
Forstbetriebe
EURO/fm
EURO/ha
PEPLOG:
1 1 a
3 1 b
1 2 a
1 3 c II
Wien-Indikator:
3 2
3 3
3 4
6 3
Deutscher Standard:
3 1
3 2
Alter Indikator:
22
23
24
46
Gesetzliche Vorgaben
Tabelle 51: gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften zum Indikator 29
Gesetzliche Regelung,
Verordnungen und
Verwaltungsvorschriften
Zitat / Kurzbeschreibung
§ 16 SächsWaldG
Grundpflichten der Waldbesitzer
§§ 16 und 23 SächsWaldG
Der Wald ist sachkundig zu bewirtschaften
§ 45 Abs 1 SächsWaldG
„Der Staatswald soll dem Allgemeinwohl im besonderen Maße
dienen Er ist nach den Grundsätzen dieses Gesetzes vorbildlich
so zu bewirtschaften, dass die den standörtlichen Bedingungen
entsprechende nachhaltig höchstmögliche Menge wertvollen
Holzes bei gleichzeitiger Erfüllung und nachhaltiger Sicherung
der dem Walde obliegenden Schutz- und Erholungsfunktionen
geliefert wird.“
§ 46 Abs 1 SächsWaldG
„Die Bewirtschaftung des Körperschaftswaldes soll sich unter
Beachtung der besonderen Zweckbestimmung des Körper-
schaftsvermögens, der Eigenart und der Bedürfnisse der Kör-
perschaft an den Zielsetzungen ausrichten, die für den
Staatswald gelten.“
Sächsische Haushaltsord-
nung (SäHO)
Wirtschaftlichkeit, Sparsamkeit verpflichtet den Kommunal- und
Staatswald
Beschreibung der Situation in der Region
Eine Erfassung der Geschäftsergebnisse für die Forstbetriebe aller Eigentumsarten in Sach-
sen gibt es nicht Aussagen, ob und mit welcher Intensität und welchen Ergebnissen forstlich
gewirtschaftet wird, können nur für den Staatsbetrieb Sachsenforst und für die Testbetriebe
des Testbetriebsnetzes Forstwirtschaft verlässlich getroffen werden Es ist darauf hinzuwei-
sen, dass in einer nicht unerheblichen Anzahl von Fällen das Ziel des Waldbesitzers nicht in
erster Linie die Erwirtschaftung von Einkommen ist
Das Testbetriebsnetz Forstwirtschaft des BMELV ist ein bundesweit angelegtes Testnetz,
welche Forstbetriebe mit mehr als 200 ha Waldfläche aller drei Eigentumsarten Staats-, Kör-
perschafts- und Privatwaldwald umfasst Für die am Testbetriebsnetz teilnehmenden Betrie-
be werden jährlich die forstlichen Wirtschaftsdaten erhoben und dokumentiert Ab dem
Forstwirtschaftsjahr 2003 werden die Buchführungsergebnisse mit veränderter Methodik er-
hoben, die zu mehr Transparenz und Vergleichbarkeit der Ergebnisse von Forstbetrieben
führen soll Bei der Betrachtung der Forstbetriebe wird jetzt vom Unternehmenskonzept aus-
99
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

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Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
101
Indikatoren
gegangen Die bisherige Ausrichtung auf die Trennung von betrieblichem und nichtbetriebli-
chem Aufwand und Ertrag wurde aufgegeben und von einer Gesamtschau aller
Tätigkeitsfelder ausgegangen, die in Form eines Produktplanes strukturiert werden In die-
sem Produktplan werden die Produkte des Forstbetriebes zu Produktgruppen und Produkt-
bereichen zusammengefasst:
Produktbereich 1: Produktion von Holz und anderen Erzeugnissen
Produktbereich 2: Schutz und Sanierung
Produktbereich 3: Erholung und Umweltbildung
Produktbereich 4: Leistungen für Dritte
Produktbereich 5: Hoheitliche- und sonstige behördliche Aufgaben
Den einzelnen Produktbereichen sind betriebliche Ausgaben und Einnahmen (z B Holzver-
kauf) zugeordnet, die in der Summe den Reinertrag je Hektar Holzbodenfläche (HB) aus-
drücken und ein Vergleichsmaß als Ausdruck des wirtschaftlichen Erfolges eines
Forstbetriebs darstellen Die Nachfrage nach Holz zog nach dem Ende der Finanz- und Wirt-
schaftskrise im Jahre 2009 deutlich an und ließ die Rohholzpreise spürbar steigen In den
Privat- und Körperschaftswaldbetrieben gingen deshalb die Reinerträge, also die Beträge,
die nach Abzug aller Kosten für die unternehmerische Tätigkeit verbleiben, deutlich nach
oben Für das Jahr 2014 sind nachfolgende Ergebnisse aus dem Testbetriebsnetz Sachsen
dargestellt
Tabelle 52: Ergebnisse Testbetriebsnetz Sachsen im Vergleich zum Bundesdurchschnitt, 2014
(KW=Körperschaftswald, PW=Privatwald, SW=Landeswald)
102
Im Privatwald wurden bei einer Förderung von 5 €/ha HB ein Reinertrag II von 76 €/ha/HB
erzielt. Der Staatswald liegt mit 121 €/ha/HB deutlich über dem Bundesdurchschnitt der
Staatswälder Ebenfalls über dem Durchschnitt mit 177 €/ha/HB, bei einer durchschnittlichen
Förderung von 8 €/ha, liegen die acht Teilnehmerbetriebe im Körperschaftswald In Bezug
zum letzten Waldbericht (Datengrundlage 2009) sind die Reinerträge im PB 1-3 deutlich (KW
+152, PW +56, SW + 104 €/ha/HB) gestiegen Zur Beschreibung des Indikators in Sachsen
werden weiterhin die Ergebnisse des betrieblichen Controllings von Sachsenforst, dem größ-
ten Forstbetrieb der RAG Sachsen, dargestellt
102
http://www
forsten sachsen de/wald/1743 htm
100
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

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Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung
102
Der Produktbereich 1 (Produktion von Holz und anderen Erzeugnissen) ist das Kerngeschäft
der Forstwirtschaft Die Deckungsbeiträge im Produktbereich 1 im Landeswald stiegen von
14,16 €/fm im Jahr 2005, über 30,13 €/fm in 2010 (letzter Waldbericht) auf 43,73 €/fm in
2014
Tabelle 53: Entwicklung des Deckungsbeitrages I im Produkt Holz im Landeswald (inkl. Selbstwerbung) von 2011
bis 2014
103
Eine steigende Nachfrage nach Holz, einhergehend mit der Wandlung vom Angebots- zum
Nachfragemarkt hat diese positive Entwicklung ermöglicht Die Gesamtholzeinschlags-
mengen im Staatswald haben im Zeitraum 2010 zu 2015 eine gleichbleibende, leichten
Schwankungen unterlegene Gesamttendenz Die verkauften Holzsortimente und deren
durchschnittlichen
Erlöse
je
Sortiment
sind
nachfolgend
abgebildet
(L=Langholz,
LAS=Langholzabschnitte, PAL=Palette, IL=Industrieholz lang, IS=Industrieschichtholz,
BR=Brennholz, R=Restbolz, SW=Selbstwerbung)
Abbildung 41: Entwicklung des Holzeinschlags nach Sortimenten im sächsischen Landeswald von 2011 bis 2014
getrennt nach Sortimenten in fm
104
103
Sachsenforst, Ref 31 Betriebswirtschaft/Controlling
104
Sachsenforst, Ref 31 Betriebswirtschaft/Controlling
101
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

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Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
103
Indikatoren
Abbildung 42: Holzerlöse im Landeswald pro m³ von 2011 bis 2014 getrennt nach Sortimenten in EUR/m³
105
Für das Abrechnungsjahr 2014 zeigt sich die für sächsische Verhältnisse (Nadelholz-
betriebe) übliche Sortimentsaufteilung Circa zwei Drittel der Gesamtmenge sind Sägeholz
(L, LAS, PAL) und ein Drittel sind Industrie- und Brennholzsortimente 5 % des Gesamt-
einschlages im Staatswald waren Resthölzer und sind im Wald verblieben
Tabelle 54: Anteile, Kosten, Erlöse und Deckungsbeiträge der Holzernte im Landeswald 2014 nach Sortimenten
(ohne Selbstwerbung)
106
Beispielhaft für das Betriebsgeschehen bei Sachsenforst werden nachfolgend die Erlöse und
Kosten der Produktgruppen 1 – 5 für das Jahr 2014 dargestellt
Tabelle 55: Erlöse des SBS im Jahr 2014 nach Produktbereichen und ausgewählten Produktgruppen
107
105
Sachsenforst, Ref 31 Betriebswirtschaft/Controlling
106
Sachsenforst, Ref 31 Betriebswirtschaft/Controlling
107
Sachsenforst, Ref 31 Betriebswirtschaft/Controlling
102
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

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Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung
104
Die Erlöse im Staatsbetrieb Sachsenforst im Jahr 2014 werden mit 92,2 %-Anteil im Wesent-
lichen vom Produktbereich Holz geprägt Kostenseitig sind 46,1 % der Produktgruppe Holz,
17,5 % den Schutz- und Sanierungsmaßnahmen, 13,6 % den hoheits- und behördlichen
Aufgaben und 13,5 % den Leistungen für Dritte zuzuordnen
Tabelle 56: Gesamtkosten des SBS im Jahr 2014 nach Produktbereichen und ausgewählten Produktgruppen
108
Die dargestellten Ergebnisse (Testbetriebsnetz und Sachsenforst) beziehen sich auf große
Betriebe Die am Testbetriebsnetz teilnehmenden Betriebe (> 200 ha) sind für den säch-
sischen Privatwald und Körperschaftswald eher untypisch Für alle Besitzformen kann jedoch
über die letzten Jahre eine Verbesserung der Erlösstruktur und damit eine Stärkung der
Wertschöpfungskette im ländlichen Raum durch höhere Holzpreise unterstellt werden Im
Privatwald, hier besonders im Kleinprivatwald, belasten z B die Abgaben für die gesetzliche
Unfallkasse die Betriebe überdurchschnittlich und senken damit die Ertragslage der Forstbe-
triebe
Bewertung von Zielen aus dem vorangegangenen Waldbericht
Die Zielsetzung des letzten Waldberichtes zum Indikator 29 ist sehr allgemein und kann mit
dem zur Verfügung stehenden Zahlenmaterial nicht umfänglich abgeglichen werden Positive
Reinerträge konnten in allen Waldbesitzarten im Bezugsjahr 2014 erzielt werden
Ziele für die Entwicklung des Indikators in der Region
Die Ertragslage der Forstbetriebe soll über die Steigerung der Holzerlöse sowie die Erschlie-
ßung weiterer Einnahmequellen verbessert werden
Maßnahmen
Vernetzung verschiedener Akteure mit dem Ziel der Entwicklung von Produktinnovationen
zur Steigerung der Verwendung von Holz und Holzprodukten Einführung eines PEFC-
Regionallabel „Heimisches Holz aus Sachsen“ Information der Waldbesitzer über Möglich-
keiten der Vermarktung von Nichtholz und Nebenprodukten Information und Beratung der
Waldbesitzer zu bestehenden forstlichen Förderprogrammen Den Forstbetrieben wird emp-
fohlen, die ihnen zur Verfügung stehenden Fördermöglichkeiten umfassend zu nutzen Er-
schließung neuer Geschäftsfelder
108
Sachsenforst, Ref 31 Betriebswirtschaft/Controlling
103
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
105
Indikatoren
4 2 6 2 Indikator 30 - Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten
30
Häufigkeit von Arbeitsunfällen und
Berufskrankheiten in der
Waldwirtschaft
Kurzdarstellung der Ergebnisse
PEPLOG:
6 2 b
Wien-Indikator:
6 6
Deutscher Standard:
6 4
Alter Indikator:
50
Gesetzliche Vorgaben
Tabelle 57: gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften zum Indikator 30
Gesetzliche Regelung,
Verordnungen und
Verwaltungsvorschriften
Zitat / Kurzbeschreibung
Sozialgesetzbuch VII
Siebtes Buch: Gesetzliche Unfallversicherung
Arbeitsschutzgesetz
(ArbSchG)
„Das Vermeiden berufsbedingter gesundheitlicher Schädigun-
gen liegt im natürlichen Interesse jedes Beschäftigten “
Unfallverhütungsvorschriften
der Unfallkasse Sachsen
(Landeswald)
Unfallverhütungsvorschriften
der SVLFG
Beschreibung der Situation in der Region
Zur Beschreibung der Situation in der Region wird die Unfallstatistik von Sachsenforst her-
angezogen Damit besteht gleichzeitig eine Vergleichbarkeit mit dem vorangegangenen
Waldbericht Die Unfallstatistik ergibt sich aus den der Unfallkasse Sachsen zu meldenden
Unfällen Anzeigepflichtig sind alle Unfälle, die mindestens drei Fehltage nach sich ziehen
Der größte Anteil der Arbeitsunfälle ereignet sich bei der Holzernte Hier spielen vor allem
das Entasten, das Baumaufsuchen (Stolper- und Trittunfälle) und das Bewegen großer Mas-
sen (z B beim Einsatz von Seiltechnik) eine Rolle Das Unfallgeschehen wird jährlich analy-
siert und ein Unfallbericht zum Stand und der Entwicklung des Unfallgeschehens erstellt und
den Beschäftigten zugänglich gemacht
Die absolute Anzahl der Arbeits- und Wegeunfälle war im Staatsbetrieb Sachsenforst im Jahr
2014 mit 54 auf dem niedrigsten Stand seit 1999 Nachfolgende Abbildung zeigt die Anzahl
der Arbeits- und Wegeunfälle für gesetzlich Versicherte im Staatsbetrieb Sachsenforst für
den Zeitraum 2010 bis 2015
104
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

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Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung
106
Abbildung 43: Anzahl der Arbeits- und Wegeunfälle der gesetzlich Versicherten bei Sachsenforst 2010-2015
109
Dies relativiert sich allerdings bei der Betrachtung relativer Unfallzahlen in Bezug auf geleis-
tete Arbeitsstunden
Abbildung 44: Unfälle bei Sachsenforst je 1 Mio. Arbeitsstunden 2010-2015
110
Besonders in der Holzernte ist hier in den letzten drei Jahren eine deutliche Erhöhung ge-
genüber dem Tiefststand von 2012 festzustellen Erklären lässt sich das mit dem verstärkten
Einsatz der Regiewaldarbeiter im Starkholzbereich, dem hohen Umfang von Holzernte über
sichtbehinderndem Unterstand und der vermehrt auftretenden Problematik mit Totholz (Kro-
nenmaterial, abgestorbene Zwischenständer) Einen besonderen Anstieg hat die Zahl der
Stolper- und Trittunfälle wiederfahren, welche einen erheblichen Teil des Unfallgeschehens
ausmachen Die Schwere der Unfälle, gemessen in ausgefallener Zeit, ist im Vergleich zu
109
Zuarbeit Sachsenforst, Ref 22
110
Zuarbeit Sachsenforst, Ref 22
105
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

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Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
107
Indikatoren
den Vorjahren etwa gleichgeblieben Der Arbeitsausfall in Folge von Krankheit und Unfall ist
in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen und liegt mit durchschnittlich 163 Arbeitsstun-
den je Waldarbeiter im Jahr 2014 auf dem höchsten Niveau der vorangegangenen Jahre
Abbildung 45: durchschnittliche Ausfallstunden je Waldarbeiter und Jahr bei Sachsenforst 2010-2015
111
Bedingt durch das zunehmende Durchschnittsalter der Waldarbeiter steigen die durchschnitt-
lichen Ausfallstunden pro Jahr Ursächlich hierfür sind zu 90 % krankheits-bedingte Arbeits-
ausfälle und nur zu 10 % unfallbedingte Ursachen Hier sieht man deutlich die Auswirkung
der demografischen Entwicklung im Bereich der Waldarbeiterschaft
Rettungskette Forst:
Im Falle eines Arbeitsunfalles im Wald ist eine funktionierende Rettungskette von großer
Bedeutung Waldarbeit ist trotz aller Fortschritte beim Arbeitsschutz und bei der zur Verfü-
gung stehenden Technik eine äußerst gefährliche Tätigkeit Arbeitsunfälle im Wald sind häu-
fig schwerwiegend und erfordern schnellste medizinische Versorgung der verletzten
Personen Charakteristisch für das Arbeitsfeld Wald ist jedoch, dass Rettungskräfte den Un-
fallort in aller Regel nicht selbstständig finden können und auf die Unterstützung Dritter (orts-
kundiger) bzw
feststehender Treff- und Rettungspunkten angewiesen sind
Die
Funktionsfähigkeit der Rettungskette erfordert vom Forstbetrieb einen umfangreichen Pla-
nungsvorlauf Für Sofortmaßnahmen, der Bergung und fachgerechten Versorgung des Ver-
unfallten, als auch für eine unverzügliche sachliche und umfassende Meldung an die
Rettungsleitstelle und für die Unterstützung der Rettungskräfte während der Rettungshand-
lungen ist Sorge zu tragen Teil dieser Rettungskette ist die präventive Erstellung eines Ret-
tungsplanes Dieser enthält Informationen wo ein Notruf abgesetzt werden kann, wer
alarmiert werden soll, welche Angaben erforderlich sind und wo sich der Treffpunkt mit dem
Rettungsfahrzeug befindet oder wo ggf ein Hubschrauber landen kann
Im Staatswald und in den durch den Staatsbetrieb Sachsenforst betreuten Körperschafts-
wäldern wurden dafür Rettungspunkte festgelegt und den Rettungsleitstellen als analoge und
digitale Karte zur Verfügung gestellt Die Punkte sind kreisweise durchnummeriert und mit
einem Kreiskürzel versehen Derzeit wird das Rettungspunktesystem als rein betriebliches
System für die im SBS beschäftigten Mitarbeiter genutzt und den eingesetzten forstlichen
Dienstleistungsunternehmen zur Verfügung gestellt Die Punkte sind vor Ort nicht markiert
und stehen derzeit für Dritte Nutzer noch nicht zur Verfügung
111
Zuarbeit Sachsenforst, Ref 22
106
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung
108
Bewertung von Zielen aus früheren Waldberichten
Die Zahl der Arbeits- und Wegeunfälle bewegt sich im Rahmen ganz normaler Schwankun-
gen von Jahr zu Jahr und sind im Vergleich zum abgelaufenen Berichtszeitraum leicht rück-
läufig Im Bereich der motormanuellen Holzernte sind die Unfallzahlen angestiegen
Ziele für die Entwicklung des Indikators in der Region
Grundsätzliches Ziel ist die Vermeidung von Unfällen bei der Waldarbeit Die Zahl der Unfäl-
le, besonders im Bereich der Holzernte soll abnehmen Die Rettungskette Forst soll kontinu-
ierlich überprüft, aktualisiert und weiterentwickelt sowie Interessierten zugänglich gemacht
werden
Maßnahmen
Information und Beratung zu Arbeitsschutz und Unfallschwerpunkten bei der Waldarbeit (z B
Prävention, Arbeitssicherheit, Unfallverhütungsvorschriften) Information über Risiken von
stehendem Totholz in Bezug auf den Arbeitsschutz Brennholzwerbereinsatz nur mit Nach-
weis
eines
qualifizierten
Motorsägenlehrgangs
Umsetzung
des
Arbeitsschutz-
managementsystems (AMS) des Staatsbetriebes Sachsenforst Periodische Überprüfung
und ggf Aktualisierung der Rettungspunkte und Rettungskarten Bekanntgabe des nächsten
Rettungspunkts für alle Waldarbeiten (z B im Arbeitsauftrag oder Selbstwerbungsschein)
107
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
109
Indikatoren
4 2 6 3 Indikator 31 - Aus- und Fortbildungsangebote
31
Zahl und Struktur der Aus- und
Fortbildungsangebote
Kurzdarstellung der Ergebnisse
PEPLOG:
6 1 e
Wien-Indikator:
Deutscher Standard:
6 5
Alter Indikator:
51
Gesetzliche Vorgaben
Tabelle 58: gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften zum Indikator 31
Gesetzliche Regelung,
Verordnungen und
Verwaltungsvorschriften
Gesetzliche Regelung, Verordnungen und
Verwaltungsvorschriften
§ 23 Abs 1 SächsWaldG
„Zum Leiter einer Forstbehörde und zum Sachverständigen für
die Ausarbeitung forstlicher Rahmenpläne und der periodischen
Betriebspläne soll nur bestellt werden, wer die für den höheren
Forstdienst vorgeschriebene Ausbildung und Prüfung nachweist
Zum Leiter eines Forstreviers soll in der Regel nur bestellt wer-
den, wer die für den gehobenen Forstdienst vorgeschriebene
Ausbildung und Prüfung nachweist Abweichungen, die bei In-
krafttreten dieses Gesetzes gegeben sind, bleiben unberührt.“
§ 23 Abs 2 SächsWaldG
„Privatwaldbesitzer und forstliche Zusammenschlüsse ohne
forstliche Fachkräfte werden nach den Vorschriften dieses Ge-
setzes bei der Bewirtschaftung ihres Waldes durch die Forstbe-
hörde beraten und betreut.“
SächsBG
Regelungen zu den Forstbeamten
TV-L, TVöD
Regelungen zu den Angestellten
Ausbildungs- und
Prüfungsordnung für den
höheren Forstdienst
Ausbildungs- und
Prüfungsordnung für den
gehobenen Forstdienst
Verordnung über die
Ausbildung zum
Forstwirt/zur Forstwirtin
Beschreibung der Situation in der Region
Das Aus- und Fortbildungsprogramm der Sächsischen Landesforstverwaltung stellt sich dem
Anspruch der Vermittlung und Vertiefung von Wissen zur Sicherung einer naturnahen und
nachhaltigen Waldbewirtschaftung Schwerpunkt der Weiterbildung auf dem Gebiet Waldbau
und Waldökologie ist die Durchführung von Seminaren zu „Maßnahmen der naturnahen
Waldwirtschaft“ für die Zielgruppe des höheren und gehobenen Forstdienstes Seminarziel
ist die verbesserte Umsetzung der entsprechenden waldbaulichen Richtlinien Weitere Se-
minare zu Themen wie „Naturschutz im Wald“, „Waldumbauprogramm“ und „Waldschutz-
situation“ werden durchgeführt Für Forstwirte werden Qualifizierungs- und Fortbildungs-
maßnahmen zu Schwerpunkten der Waldarbeit und des forstlichen Maschineneinsatzes
organisiert
108
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

image
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung
110
Das Fortbildungsangebot der Landesforstverwaltung umfasst darüber hinaus auch Schulun-
gen für Privatwaldbesitzer, wie zum Beispiel Motorsägenkurse in den Forstbezirken und der
Forstlichen Ausbildungsstätte Morgenröthe-Rauten-Kranz
Auch zum Themenbereich
„Nachhaltige Waldbewirtschaftung – PEFC“ gibt es für diese Zielgruppe eine Reihe von Fort-
bildungsveranstaltungen
Forstwirtausbildung:
Die Berufsausbildung zum Forstwirt umfasst drei Ausbildungsjahre und schließt mit der
Forstwirtprüfung ab Dabei erfolgt die betriebliche Ausbildung in den Forstbezirken und die
überbetriebliche Ausbildung an der Forstlichen Ausbildungsstätte in Morgenröthe-
Rautenkranz Die Berufsausbildung basiert auf der Grundlage einer bundeseinheitlichen
Ausbildungsordnung und ist zunehmend auf die Belange der Praxis hinsichtlich technischer
Kenntnisse und Fähigkeiten orientiert Der mit der Berufsausbildung verbundene Berufs-
schulunterricht erfolgt für die Auszubildenden im Block in Form von Landesfach-klassen Er
liegt nicht in der Verantwortung des Staatsbetriebes Sachsenforst, ist jedoch eng mit der
berufspraktischen Ausbildung verbunden, thematisch abgestimmt und findet ebenfalls an der
Forstlichen Ausbildungsstätte Morgenröthe-Rautenkranz statt Neben den staatlichen Forst-
bezirken gibt es auch kommunale und private Ausbildungsbetriebe Der Berufsschulunter-
richt sowie die überbetriebliche Ausbildung für deren Auszubildende erfolgt ebenso in
Morgenröthe-Rautenkranz Mit Stand 1 April 2016 waren insgesamt 23 Ausbildungsbetriebe
zur Berufsausbildung zum Forstwirt zugelassen Die staatlichen befinden sich in den Forst-
bezirken des Staatsbetriebes Sachsenforst, zehn private Ausbildungsplätze werden durch
Forstdienstleistungsunternehmen gestellt, der Kirchenforst bildet in zwei Betrieben aus und
die Stadt Leipzig ist der einzige kommunale Ausbildungsbetrieb Sachsens Zusätzlich gibt es
die Ausbildungsinitiative Forst e V als Verbundpartner in ganz Sachsen
Tabelle 59: Entwicklung der Berufsausbildung zum Forstwirt bei Sachsenforst
112
Jahr
2011 2012 2013 2014 2015
Anzahl der Auszubildenden (Stellen zum
01 06 des Jahres
123
101
108
112
115
Laufbahnausbildung zum gehobenen Forstdienst:
Seit dem 01 10 2015 absolvieren 19 Forstinspektoranwärter ihre Ausbildung für den geho-
benen Forstdienst Sie erhalten eine umfassende und übergreifende Qualifikation für die
späteren Einsatzgebiete Nachstehende Tabelle zeigt die Zahl der Ausbildungsplätze, die
Anzahl der bestandenen Prüfungen und die Übernahmen in Arbeitsverhältnisse von 2010 bis
2015 bei Sachsenforst
Tabelle 60: Ausbildungsabschlüsse und Übernahmen in den gehobenen Forstdienst des Freistaates Sachsen seit
2010
113
Laufbahnausbildung zum höheren Forstdienst:
Im Berichtszeitraum wurden alle zwei Jahre jeweils 10 Bewerber für die zweijährige Refe-
rendarausbildung für die Laufbahn des höheren Forstdienstes innerhalb der Sächsischen
Landesforstverwaltung eingestellt In den Forstbezirken und der Geschäftsleitung des
Staatsbetriebes Sachsenforst werden die Forstreferendare/-innen in den Fachgebieten
112
Sachsenforst, Ref 11 Personal, Organisation, Aus- und Fortbildung
113
Sachsenforst, Ref 11 Personal, Organisation, Aus- und Fortbildung
109
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

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Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
111
Indikatoren
Waldbau, Forstplanung, Forstpolitik, Landespflege/Naturschutz, Forstrecht, Betriebswirt-
schaft/Haushalt, Waldarbeit/Forsttechnik, Waldschutz, Forstnutzung /Holzmarkt, Forstverwal-
tung/-organisation und Jagd ausgebildet und mit der forstlichen Praxis vertraut gemacht
Darüber hinaus absolvieren sie bei den unteren Forstbehörden der Landkreise und Kreis-
freien Städte einen Ausbildungsabschnitt mit dem Schwerpunkt forstbehördlicher Aufgaben
Bei erfolgreichem Bestehen der Großen Forstlichen Staatsprüfung erfüllen sie die Voraus-
setzungen zur Verleihung des Titels „Assessor des Forstdienstes". Tabelle 61 zeigt die an-
gebotenen Ausbildungsplätze, die Anzahl der bestandenen Prüfungen und die Übernahme in
ein Arbeitsverhältnis bei Sachsenforst
Tabelle 61: Ausbildungsabschlüsse und Übernahmen in den höheren Forstdienst des Freistaates Sachsen seit
2010
114
Fortbildung der Forstwirte im Staatsbetrieb Sachsenforst:
Die Waldarbeiter des Staatsbetriebes Sachsenforst erfahren eine kontinuierliche und aufga-
benbezogene Fortbildung Schwerpunkte der Fortbildungen liegen im Arbeitsverfahren, im
Umgang mit technischen Geräten und im Unfallschutz
Tabelle 62: Entwicklung der Fortbildung von Waldarbeitern
115
Jahr
2011 2012 2013 2014 2015
Teilnehmer an Fortbildungsveranstaltungen
225
182
125
260
593
Fortbildung zum Staatlich geprüften Forstmaschinenführer:
Seit mehr als zehn Jahren wird in Sachsen die qualifizierte Ausbildung zum „Staatlich geprüf-
te/n Forstmaschinenführer/ in“ durchgeführt. Ein wesentlicher Ausbildungsinhalt ist dabei u.a.
der umweltgerechte Forstmaschineneinsatz und die Anforderungen der Forstzertifizierung
Die Absolventen sind in der Wirtschaft als Spezialisten für den Einsatz der Kranvollernter-
technologie, deren Anwendung in den letzten Jahrzehnten wesentlich zunahm, sehr gefragt
Eine Vermittlungsquote der Absolventen dieses bundesweit zertifizierten Lehrangebotes von
über 90 % ist gegeben
Die Fortbildung von Forstbediensteten des mittleren, gehobenen und höheren Dienstes zeigt
folgende Tabelle Es fanden Fortbildungsveranstaltungen an verschiedenen Fortbildungs-
stätten (Bildungszentrum des Geschäftsbereichs des Sächsischen Staatsministeriums für
Umwelt und Landwirtschaft (BZ), am Fortbildungszentrum der Fachhochschule für öffentliche
Verwaltung und Rechtspflege Meißen (FoBiZ) und sonstigen Veranstaltern) statt
Tabelle 63: Übersicht zu den Fortbildungsveranstaltungen bei Sachsenforst nach Veranstaltungsort und Jahr
116
Jahr
BZ
FoBiZ
Sonstige Gesamt
2011
913
222
294
1429
2012
794
139
334
1267
2013
796
145
200
1141
2014
568
179
370
1117
2015
636
122
1462
2220
114
Sachsenforst, Ref 11 Personal, Organisation, Aus- und Fortbildung
115
Sachsenforst, Ref 11 Personal, Organisation, Aus- und Fortbildung
116
Sachsenforst, Ref 11 Personal, Organisation, Aus- und Fortbildung
110
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Einleitung
112
Gemäß § 49 SächsWG wird der Privatwald durch fachliche Aus- und Fortbildung gefördert
Der bestimmende Schwerpunkt der Aus- und Fortbildung von Waldbesitzern war die Arbeit
mit Motorsägen Weitere Veranstaltungen wurden zu vielfältigen forstlichen Themen und
Aufgaben, wie Freischneiderbedienung, Holzaushaltung, Pflanzung oder Waldschutz durch-
geführt
Die aufgeführten Daten zum Indikator 31 beziehen sich auf den größten Waldbesitzer der
RAG Sachsen und stellen nur einen Teil der Maßnahmen zur forstlichen Aus- und Weiterbil-
dung in Sachsen dar Da Personal eine wichtige Ressource, nicht nur im Forstbereich, dar-
stellt, schulen und entwickeln alle Mitglieder der Regionalen Arbeitsgruppe ihre Mitarbeiter
entsprechend den Anforderungen Beispielhaft genannt seien hier die körperschaftlichen
Wälder mit eigenem Forstpersonal oder die Aus- und Fortbildungsveranstaltungen der Mit-
glieder der Regionalen PEFC-Arbeitsgruppe Sachsen
Am Standort der forstwissenschaftlichen Fakultät der TU Dresden in Tharandt findet eine
enge interdisziplinäre Zusammenarbeit der involvierten RAG Mitglieder statt Seit nunmehr
16 Jahren lädt beispielsweise der Ökologische Jagdverein Sachsen e V im Januar zum Win-
terkolloquium in die Hörsäle der TU Dresden nach Tharandt ein Einem breiten Publikum aus
Waldbesitzern, Wissenschaftlern und Studenten, Jägern, Natur- und Umweltschützern sowie
Verwaltungsmitarbeitern werden verschiedene Persönlichkeiten der forst- und jagdpoliti-
schen Szene vorgestellt und über besonders brisante und aktuelle Themen informiert Der
ÖJV Sachsen möchte sich dieser Aufgabe durch eine kontinuierliche Aus- und Weiterbildung
der Jägerschaft annehmen Dazu zählen neben der Begleitung wissenschaftlicher Projekte
an den Hochschulen auch eigene Kurse/Fachbeiträge in der Jungjägerausbildung sowie das
Durchführen von Drückjagdseminaren
Bewertung von Zielen aus dem vorangegangenen Waldbericht
Die Ziele des vorangegangenen Berichtszeitraums wurden erreicht
Ziele für die Entwicklung des Indikators in der Region
Das Aus- und Fortbildungsangebot von Mitarbeitern und Waldbesitzern wird beibehalten und
bei Bedarf erweitert Eine kontinuierliche, bedarfsgerechte Nachwuchsausbildung im Bereich
Forstwirtausbildung sowie die Ausbildung in den beiden Beamtenlaufbahnen zum Ausgleich
der Altersverhältnisse erfolgt
Maßnahmen
Bedarfsgerechte Schulungen und Fortbildungen werden entsprechend angeboten und
durchgeführt Die Waldbesitzerschulungen durch Sachsenforst wird gemäß dem Gesetzes-
auftrag fortzuführt und weiterentwickelt Die Forstwirtausbildung in Sachsen wird im Ausbil-
dungsverbund, unter dem Dach von Sachsenforst, fortgesetzt Es wird weiterhin eine
Laufbahnausbildung für den gehobenen und höheren Forstdienst durch den Freistaat Sach-
sen erfolgen
111
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Indikatoren

5 Verzeichnisse
5 1 Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Organisation von PEFC
5
Abbildung 2: Mitgliedsstaaten von PEFC, getrennt nach Stand des
Anerkennungsverfahrens
6
Abbildung 3: PEFC Zertifizierung in Deutschland nach Bundesländern
und Zertifizierungsanteilen, Stand 13 10 2016
9
Abbildung 4: Ablauf der regionalen Zertifizierung
15
Abbildung 5: Darstellung der Systemstabilität der RAG Sachsen
17
Abbildung 6: Regionale Verteilung der Kohlenstoffvorräte im Boden [t/ha] an
den Punkten der zweiten Bodenzustandserhebung in Sachsen
22
Abbildung 7: Schadstufenverteilung und mittlere Kronenverlichtung aller
Baumarten zwischen 1991 und 2015
25
Abbildung 8: Jährliche Befallsflächen der Nonne und soweit erfolgt der
davon mit Insektiziden behandelten Flächen seit 1990
27
Abbildung 9: Durch Buchdrucker zum Teil in Kombination mit Kupferstecher
befallene Holzmenge von 1989-2015 (Angaben für 2015
auflaufender Stand bis Monat September;
Datenauszug 08 10 2015)
28
Abbildung 10: Befallsfläche von Lärchenbeständen durch Lärchenminiermotte
von 1989 bis 2015 [Stand: 09-2015]
29
Abbildung 11: Befallsflächen [ha] durch Eichenwickler (oben) und
Frostspanner (unten) 1989 bis 2015
29
Abbildung 12: Vorräte [fm/ha] im Gesamtwald nach Baumartengruppen
48
Abbildung 13: Holzvorrat [fm/ha] nach Bundesländern
48
Abbildung 14: Holzvorrat pro ha getrennt nach Waldeigentumsformen im
Vergleich Sachsen zur Bundesrepublik
49
Abbildung 15: Umfang forstlicher Bodenschutzkalkungen in Sachsen nach
Fläche [ha] und Kalkmenge [kT] in den Jahren 2010-2015
getrennt nach Waldeigentumsarten
51
Abbildung 16: Fällungs- und Rückeschäden an der Stammzahl, getrennt nach
Eigentumsart
54
Abbildung 17: PSM-Einsatz im Staatswald von 2000-2015 nach PSM Gruppe
und Fläche
56
Abbildung 18: Insektizideinsatz je Holzmenge von 2000 bis 2015 bei
Sachsenforst
57
Abbildung 19: Vorrat, Zuwachs und Nutzung im Gesamtwald,
Zeitraum 2002- 2012
59
Abbildung 20: laufender jährlicher Zuwachs nach Eigentumsarten im
Gesamtwald Sachsen im Vergleich zum Bundesdurchschnitt
59
Abbildung 21: Holznutzung in Sachsen (absolut und je Hektar) der
Waldeigentumsformen im Vergleich zur amtlichen Holzstatistik
60
112
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Verzeichnisse

Abbildung 22: Abschöpfung des Zuwachses der Baumartengruppen im
Gesamtwald
60
Abbildung 23: Baumarten Fichte und Kiefer, Flächen-, Vorrats-, Zuwachs-
und Nutzungsentwicklung in Sachsen im Vergleich
zur Bundesrepublik
61
Abbildung 24: Zuwachs von Fichte und Kiefer im Privatwald nach Altersklassen
in Bezug auf Ertragstafelwerte
62
Abbildung 25: flächenmäßige Veränderung der Baumarten im Oberstand
zur BWI2
66
Abbildung 26: Waldfläche [ha] nach Eigentumsart und Baumartengruppe
67
Abbildung 27: Waldfläche [ha] nach Bestockungstyp Laub/Nadel und
Beimischung, Gesamtwald
67
Abbildung 28: Waldlebensraumtypen nach FFH, Anlage 1 in Sachsen nach
Eigentumsarten (LW= Staatswald Land)
69
Abbildung 29: Verbissbelastung der Hauptbaumarten bei Sachsenforst im
Zeitraum 2006-2015
75
Abbildung 30: Neuschäle der Hauptbaumarten bei Sachsenforst im Zeitraum
2006-2015
75
Abbildung 31: Verbiss nach Eigentumsarten als Anteil an der Pflanzenzahl [%],
Baumgröße=20 - 130 cm Höhe
76
Abbildung 32: Jung- und Altschäle nach Eigentumsarten, Anteile an Stammzahl
77
Abbildung 33: Darstellung der Naturnähe der Hauptbestockung über alle
Altersklassen im Gesamtwald
80
Abbildung 34: Totholzvorräte [m³/ha] in Sachsen und der Bundesrepublik
getrennt nach Eigentumsarten
82
Abbildung 35: Totholzvorrat [m³/ha] nach Baumartengruppe, Gesamtwald
82
Abbildung 36: Totholzvorrat [%] nach Totholztyp, Gesamtwald
83
Abbildung 37: Totholzvorrat [%] nach Durchmesserklasse, Gesamtwald
83
Abbildung 38: Totholzvorrat [%] nach Zersetzungsgrad, Gesamtwald
83
Abbildung 39: Darstellung der Biotopanteile an der Gesamtwaldfläche
91
Abbildung 40: Geschützte Biotope in der Waldbiotopkartierung
(§30 BNatSchG, § 21 SächsNatSchG)
91
Abbildung 41: Entwicklung des Holzeinschlags nach Sortimenten im
sächsischen Landeswald von 2011 bis 2014 getrennt nach
Sortimenten in fm
101
Abbildung 42: Holzerlöse im Landeswald pro m³ von 2011 bis 2014 getrennt
nach Sortimenten in EUR/m³
102
Abbildung 43: Anzahl der Arbeits- und Wegeunfälle der gesetzlich Versicherten
bei Sachsenforst 2010-2015
105
Abbildung 44: Unfälle bei Sachsenforst je 1 Mio Arbeitsstunden 2010-2015
105
Abbildung 45: durchschnittliche Ausfallstunden je Waldarbeiter und Jahr bei
Sachsenforst 2010-2015
106
113
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Verzeichnisse

5 2 Tabellenverzeichnis
Tabelle 1:
Übersicht aller Dokumente des deutschen PEFC-Systems
7
Tabelle 2:
PEFC zertifizierte Betriebe in Sachsen nach Teilnehmerbetrieben,
Anzahl und Fläche
11
Tabelle 3:
gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften
zum Indikator 1
19
Tabelle 4:
Darstellung der Waldeigentumsarten in Sachsen nach Fläche
und Anteil
20
Tabelle 5:
Betriebsgrößen des Privat-, Kirchen- und
Körperschaftswaldes 2015
20
Tabelle 6:
gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften
zum Indikator 2
21
Tabelle 7:
gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften
zum Indikator 4
24
Tabelle 8:
gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften
zum Indikator 5
31
Tabelle 9:
Gegenstand und Anzahl der Einzelberatungsgespräche im Bereich
der Betreuung bei Sachsenforst
32
Tabelle 10: Fläche und Menge ausgewählter betrieblicher Tätigkeiten in der
fallweisen und ständigen Betreuung durch den Staatsbetrieb
Sachsenforst 2015
32
Tabelle 11: Darstellung der ausgezahlten Förderbeträge im Bereich
Wiederaufforstung und Waldumbau 2011-2015
33
Tabelle 12: gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften
zum Indikator 6
34
Tabelle 13: gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften
zum Indikator 7
35
Tabelle 14: Übersicht der Hauptabfuhrwege bei Sachsenforst mit Bauweise
36
Tabelle 15: Erschließung mit nicht LKW Wegen auf der Fläche von Sachsenforst 36
Tabelle 16: gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften z
um Indikator 8
37
Tabelle 17: Darstellung des Clusters Holz und Forstwirtschaft in Sachsen 2013
(Clusterbereich, Unternehmen, Mitarbeiter und Umsatz), bearbeitet
37
Tabelle 18: gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften
zum Indikator 9
39
Tabelle 19: Auszug Datenbank Forstvermehrungsgut vom 31 01 2016,
Staatsbetrieb Sachsenforst
39
Tabelle 20: gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften
zum Indikator 11
42
Tabelle 21: Auswertung Waldfunktionskartierung Sachsen
43
Tabelle 22: gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften
zum Indikator 12
45
114
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Verzeichnisse

Tabelle 23: gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften
zum Indikator 13
47
Tabelle 24: Vorrat nach Mio Fm und % der Baumartenklassen im Gesamtwald
47
Tabelle 25: gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften
zum Indikator 14
50
Tabelle 26: gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften
zum Indikator 15
53
Tabelle 27: gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften
zum Indikator 16
55
Tabelle 28: gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften
zum Indikator 17
58
Tabelle 29: gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften
zum Indikator 18
63
Tabelle 30: gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften
zum Indikator 19
65
Tabelle 31: Baumarten nach Fläche und Anteil im Gesamtwald Sachsen
66
Tabelle 32: Waldfläche [ha] nach Bestockungstypen der Altbestockung mit und
ohne Beimischung, Gesamtwald
68
Tabelle 33: Vorkommende Waldlebensräume nach FFH-Richtlinie in Sachsen
68
Tabelle 34: gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften
zum Indikator 20
70
Tabelle 35: Waldfläche [ha] nach Bestockungstyp der Jungbestockung und
Verjüngungsart, ohne Stockausschlag und Saat
71
Tabelle 36: gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften
zum Indikator 21
72
Tabelle 37: gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften
zum Indikator 22
74
Tabelle 38: gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften
zum Indikator 23
79
Tabelle 39: gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften
zum Indikator 24
81
Tabelle 40: gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften
zum Indikator 25
85
Tabelle 41: FFH-Arten in Sachsen nach Anzahl des Vorkommens und der
Habitatfläche
86
Tabelle 42: Auflistung der FFH Arten in Sachsen und Deutschland mit
Bestandessituation und Bewertung
87
Tabelle 43: Arten der Vogelschutzrichtlinie und Rote Liste Arten Sachsen mit
Bestandesbeschreibung (- abnehmend, = gleichbleibend,
~schwankend, + zunehmend)
88
Tabelle 44: gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften
zum Indikator 26
90
Tabelle 45: Darstellung der Schutzgebiete in Sachsen mit Waldanteil und Anteil
am Gesamtwald
90
115
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Verzeichnisse

Tabelle 46: gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften
zum Indikator 27
93
Tabelle 47: Zusammenfassung der Produktbereiche 2 und 3 für Körperschafts-
wald- (KW) und Privatwaldbetriebe (PW) in Sachsen, 2014
94
Tabelle 48: Aufwand des Staatsbetriebes Sachsenforst (Produktbereich 2) für
langfristige nachhaltige Dienstleistungen (inkl Verwaltungskosten)
2011 -2014 (SG=Schutzgebiete, GSG=Großschutzgebiete)
94
Tabelle 49: Aufwand des Staatsbetriebes Sachsenforst (Produktbereich 3)
für Erholung und Umweltbildung im Wald (inkl Verwaltungskosten)
2011-2014
95
Tabelle 50: gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften
zum Indikator 28
97
Tabelle 51: gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften
zum Indikator 29
99
Tabelle 52: Ergebnisse Testbetriebsnetz Sachsen im Vergleich zum Bun-
desdurchschnitt, 2014 (KW=Körperschaftswald, PW=Privatwald,
SW=Landeswald)
100
Tabelle 53: Entwicklung des Deckungsbeitrages I im Produkt Holz im
Landeswald (inkl Selbstwerbung) von 2011 bis 2014
101
Tabelle 54: Anteile, Kosten, Erlöse und Deckungsbeiträge der Holzernte im
Landeswald 2014 nach Sortimenten (ohne Selbstwerbung)
102
Tabelle 55: Erlöse des SBS im Jahr 2014 nach Produktbereichen und
ausgewählten Produktgruppen
102
Tabelle 56: Gesamtkosten des SBS im Jahr 2014 nach Produktbereichen und
ausgewählten Produktgruppen
103
Tabelle 57: gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften
zum Indikator 30
104
Tabelle 58: gesetzliche Vorgaben, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften
zum Indikator 31
108
Tabelle 59: Entwicklung der Berufsausbildung zum Forstwirt bei Sachsenforst
109
Tabelle 60: Ausbildungsabschlüsse und Übernahmen in den gehobenen
Forstdienst des Freistaates Sachsen seit 2010
109
Tabelle 61: Ausbildungsabschlüsse und Übernahmen in den höheren
Forstdienst des Freistaates Sachsen seit 2010
110
Tabelle 62: Entwicklung der Fortbildung von Waldarbeitern
110
Tabelle 63: Übersicht zu den Fortbildungsveranstaltungen bei Sachsenforst
nach Veranstaltungsort und Jahr
110
116
Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Verzeichnisse

Regionaler PEFC-Waldbericht Sachsen
Tharandt, Juni 2016
Herausgeber
Regionale PEFC-Arbeitsgruppe Sachsen e.V.
Pienner Straße 10
01737 Tharandt
Der Herausgeber dankt dem Staatsbetrieb Sachsenforst
für die Unterstützung.
Druck
Lausitzer Druckhaus GmbH
Gedruckt auf PEFC zertifiziertem Papier.
Titelbild
PEFC Deutschland e.V.
Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise,
sowie fotomechanische und elektronische Wiedergabe nur
mit Genehmigung des Herausgebers.